sporting hamburg NOVEMBER 2020

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Stadtsportmagazin Ausgabe November 2020

November 2020

monatlich & kostenlos

Ganz groß:

Frauenrugby

Auch super:

Das Hamburg Towers Be-Sonderheft!

Lauter

COOLE GOOD NEWS!

Erfolgreich 1:

Hamburgs Segler und Ruderer …

Erfolgreich 2:

… und auch die Golfer …

Erfolgreich 3:

… Yoga: geht nämlich auch inklusiv!

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Die besten Tipps gibt’s

in der Heftmitte.

präsentiert von


Editorial

Moin, liebe

Leser*innen,

MEIN

© Foto: Witters

eigentlich müssen

wir, die wir uns um

den Hamburger Sport

im breitesten Sinne

kümmern, uns nicht

sonderlich anstrengen, positive Geschichten,

gute Nachrichten

zu verbreiten.

Und dennoch war es uns schon auf dem Titel ein Anliegen, dieses Mal zu betonen,

wie schön positiv Sport ist. Sport ist einfach toll. Bewegung ist toll, Vielseitigkeit,

Vielfalt, alles super, Sport hält gesund, macht glücklich, lässt gut schlafen, ermöglicht

viele Freund- und Bekanntschaften. Und doch ist Sport eine Nebensache – eine

schöne, wie gesagt. Wichtiger ist wirtschaftliche Sicherheit und vor allen Dingen

natürlich Gesundheit.

Also: Lasst uns die unterstützen, die gerade durchhängen, sich sorgen, denen

wirtschaftliche Not droht, lasst uns dieser Situation mit Vernunft und Rücksicht auf

uns und andere begegnen. Unbedingt!

Mein Rückzugsort,

wenn es im Alltag stressig wird.

Und jetzt zurück zur geilsten Nebensache: Platz für Sport ist in der kleinsten Hütte.

Wenn´s dann wieder unter Umständen zusammen nicht geht: Geht laufen, hüpfen,

macht Walking, Liegestützen, Kniebeugen, alles geht. Und bewahrt Euch all das,

was der Sport mit Euch macht.

Bleibt gesund und munter,

und viel Spaß beim Lesen.

Martin Blüthmann (martin@sporting-magazin.de)

© Foto: Mediaserver Hamburg/Sascha Neuroth

ENTDECKE UNSERE 9 SAUNA-

WELTEN ÜBERALL IN HAMBURG:

baederland.de/sauna

Partner:

© Foto: Herrmann Schröder

3


sporting hamburg

Das ist

drin:

© Foto: Mediaserver Hamburg/Geheimtipp Hamburg

Editorial 3

Schuss des Monats: HSV

Guckst Du! 6/7

Rudern: EM

An der Kotzgrenze 8–10

Blitzcrank

sporting goes E-Sport 12/13

Fußball

Status Altona 93 14/15

Heiß auf Eis

Eislaufen in Hamburg 16–19

Golf-Club Falkensein

Gemein mit Otto Rehhagel 20–22

Roundnet

Den Ball flach halten 24/25

Die sporting-Tipps

im November 26/27

Bäderland

Kommt ins Schwitzen! 28/29

Rugby

Wir brauchen alle Frauen! 30–32

Laufschule mit Nils Goerke

Komm ins Rollen! 33–35

Active City kurz notiert

Goalball | Hamburg wird inklusiv 36/37

Segeln

Helga Cup | NRV: Erfolgswelle 38–40

sporting-Lars: Radsport

Als Frühaufsteher zur Deichrunde 41–43

Integration: TV Fischbek

„Willkommen im Sport“ 44/45

sporting-Katharina: Yoga

Ruhe im Karton 46/47

sporting-Marco:

Ohne Warm-up Arsch ab 48–50

Impressum 50

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© Foto: Danke Abendblatt!

HSV

Ouups!!

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Rudern

© Foto: sporting hamburg

© Foto: Eric Paul

© Foto: Detlev Seyb

Corona entscheiden, Portugal ist geplant, aber … Torben bleibt hungrig:

„Klima ist mir nicht so wichtig, das Essen muss stimmen.“

An der

Kotzgrenze

Gute Überleitung: Von der K-Grenze kann sicher auch Eric Magnus Paul

berichten, das ist so bei den Ruderern. Der TEAM HAMBURG-Sportler

vom Der Hamburger und Germania

Ruderclub, im letzten Jahr U23-

Weltmeister im Leichtgewichts-

Doppelzweier, wollte in diesem Jahr mit dem entsprechenden Doppelvierer

(zusammen mit Joachim Agne/Würzburg; Julian Schneider/Frankfurt;

Jonathan Schreiber/Erlangen) eigentlich zur WM. Nun dann eben die

EM. Spannend an Erics Geschichte ist, dass er damals, 2009, über den

Kinder-Ferienpass der Stadt Hamburg zum Rudern gefunden hat. Gruß

an die Verantwortlichen, alles richtig gemacht. »

Silber! Leichtgewichts-Doppelvierer mit Eric Magnus Paul (links) aus Hamburg.

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Wie bei fast allen Sportarten drohte im Sommer auch den Ruderern und Ruderinnen,

dass komplett alle internationalen Events, Meisterschaften ausfallen.

Bis sich dann im Spätsommer der Verband ruckte, offensichtlich ein strammes

Hygienekonzept hingelegt hat und die Europameisterschaft in Poznan (Polen),

für Ruderer sehr spät im Jahr, dann doch stattfinden konnte.

Ein großes Glück für die Ruderer und für Hamburg, denn vier Hamburger

Sportler*innen gingen an den Start, und es gab gleich drei Medaillen, in

diesem Jahr wohl drei von wenigen internationalen Medaillen im Sport.

Abo-Europameister wurde, eigentlich auch nicht ganz überraschend,

Super-Torben Johannesen (RC Favorite Hammonia) mit dem Deutschlandachter.

Und zu schreiben, „nicht ganz überraschend“, schmälert

natürlich gar nichts. Wenn der Achter auch im 8. Jahr in Folge Meister

wird, Torben jetzt zum 4. Mal, dann „bockt es jedes Jahr wieder, Europameister

zu werden“, sagt er.

„Und Du glaubst gar nicht, wie

sehr wir uns gefreut haben, dass

die EM überhaupt stattfand!

Selbst Tischtennis-Events wurden

abgesagt, wir waren sehr

erleichtert, als es hieß, dass es

losgeht.“ Torben weiter: „Wir

hatten mehr als ein Jahr ohne

Regatta gerudert, Leistungsvergleiche

absolute Fehlanzeige,

© Foto: Detlev Seyb

Tokio weg ... Wir waren mental

zwischenzeitlich schon

wirklich ganz unten. Die EM

half enorm, uns da wieder

rauszukriegen, und der Titel

jetzt hilft natürlich erst recht.

Zumal mit dem amtierenden

Vizeweltmeister Niederlande und mit Rumänien sehr starke Gegner

dabei waren. Die Holländer waren mit ihrer kompletten Mannschaft auf

den Punkt vorbereitet, die Rumänen schwer aggressiv am Start, aber

wir waren im Finale doch fast 2 Sekunden schneller“, grinst er. „Und

der Vorlauf war sogar noch etwas holprig, wir hatten lange Zeit nämlich

zwei Verletzte.“ Torben ist ehrlich: „Man kann sich noch so bemühen,

im Training schaffst Du es nicht, den Thrill eines wirklichen Rennens zu

fühlen", entsprechend ist die Auslastung im Rennen offensichtlich immer

noch mal eine Nummer fieser,

oder zwei. Torben ganz offen:

„Wir waren komplett an der

Kotzgrenze.“ Na, das ist ja die

Hauptsache.

Nach nun zwei Wochen Pause,

zwischendrin noch den Kanalcup

in Rendsburg u. a. gegen Polen

gewonnen, geht es jetzt Anfang

November irgendwie ins Trainingslager.

Wohin, wird wohl

© Foto: Martin Steffen

8

Torben (hier mit seinen Kollegen auf dem Siegersteg) wird zum 4. Mal Europameister.


Rudern

© Foto: privat

Sylvias zweite internationale Medaille, Lohn für ihre harte Arbeit. Unten: TOle ist basiszuversichtlich.

Nicht ganz so spannend, eher bitter ist bei Eric, dass seine Bootsklasse

nicht olympisch ist, er somit aus der Optimalförderung des Verbandes

rausfällt, viele Eigenleistungen seines Clubs gefordert sind. „Das motiviert

mich eigentlich mehr, als dass es mich frustriert“, was man ja durchaus

© Foto: Sven Jürgensen

nachvollziehen kann. Im Finale hat sich der Student der Politikwissenschaft

mit seinen Mannen dann gleich an den Vizeweltmeistern aus

Italien orientiert, deren Boot lag direkt neben ihm. Am Ende Silber für

Eric Magnus, und wir gratulieren von Herzen.

Am Herzen liegt uns auch Sylvia Pille-Steppat (Wilhelmsburger RC), die

mit ihrer positiven Art irgendwie immer alle verzaubert. Sie ist ultimativ

freundlich, nur zum Glück im Rennen mit ihren Gegnerinnen nicht. Sylvia

gewann im Para-Einer Bronze, nach Bronze auf der WM in Florida 2017

ihre 2. internationale Medaille überhaupt. Besonders bemerkenswert ist

auch bei ihr, wie unendlich fleißig sie ist, die Ruderer und Ruderinnen im

allgemeinen so sind. Da werden unglaubliche Umfänge geschrubbt und

dann wird noch wesentlich, wie auch bei Sylvia, an der Technik gefeilt.

„Ich bin viel besser gerudert“, sagt sie bescheiden, „habe meine Bestzeit

von Linz (das war im letzten Jahr) um eine halbe Minute verbessert.“

Hallo, das sind Welten!!! Sylvia ist bereits für Tokio qualifiziert, hat

jetzt tägliche Wasserbetreuung, großen Support vom Verband, vom

Olympiastützpunkt und ihrer neuen Trainerin Charlotte Hebbelmann.

„Wir haben meine Technik verändert, ich habe mehr die hintere Wasserarbeit

trainiert, ziehe jetzt meine Endzüge kräftiger“, erklärt sie fast

ehrfürchtig. „Und dafür mache ich auch noch intensiver Krafttraining.“

Aktuell bekommt sie sogar eine neue Sitzschale für ihr Boot, die gibt ihr

noch mehr Möglichkeiten für die Fokussierung auf ihren Endzug. Und

dann können sich die Gegnerinnen noch wärmer anziehen. Mit den

Trainingslagern verhält es sich so wie bei Torben, aber wer Sylvia kennt,

sie bleibt tiefenentspannt, immer.

Nicht so bombe lief es bei unserem Lieblings-TOle (Tim Ole Naske, RG

Hansa). Ihn trafen wir direkt nach der EM bei einem Chai Latte in Winterhude.

Er, inzwischen sitzt er längst im bundesdeutschen Doppelvierer

auf der Schlagposition, wurde mit seinen mit ihm am OSP trainierenden

Kollegen im Finale Sechster. Das ist so semi, Finalteilnahme könnte man

zwar auch befriedigend finden, aber 16 Sekunden hinter dem Sieger,

neee Alter. So zufrieden kannst Du nicht sein. „Der Knoten platzt zur

Zeit bei uns nicht“, sagt er ehrlich. „Wir hatten in der Vorbereitung schon

deutlich bessere Rennen, in gleicher Besetzung, aber auf der EM, da

war kein Flow“, erklärt er unumwunden. Fünf europäische Teams vor

der Nase und die Crews aus Übersee im Sinn. „Wir waren gnadenlos zu

langsam“, sagt er, „haben als Team verkackt“, heißt, dass er die Ursache

nicht bei einzelnen Ruderern sieht. Wobei für den Vierer offensichtlich

eine etwas andere Saisonplanung im Raum stand, die EM stand nicht

ganz so im Fokus. Deswegen hatten sie auch recht spät noch eine

Trainingspause eingelegt. Auch eine kurzfristige Umbesetzung, ein

Plätzetausch auf der EM selbst brachte nach dem Zwischenlauf, als

sich die Gesamtperformance schon andeutete, nicht weiter, vielleicht

sogar zusätzliche Unruhe. Eine schwierige Phase für das Boot, das im

Grunde für Olympia schon nominiert ist, das aber aktuell weit hinter den

Erwartungen zurückliegt. Bei den letzten Spielen in Rio gab es Gold, der

Doppelvierer ist somit Titelverteidiger, schon auch ´ne Bürde, die sicher

immer mitschwingt. Und wer verfolgt hat, in welchem Maße gerade im

Männerskullbereich, der hier in Hamburg stationiert ist, Besetzungen

diskutiert und gewechselt wurden, der kann sich durchaus vorstellen,

dass da ggf. einzelne Positionen auch noch mal diskutiert werden. Man

wird sehen. TOle ist auf alle Fälle, so kennt man ihn, selbstbewusst und

für den Vierer zuversichtlich, hat für sich sogar entschieden, im Training

„noch eine weitere Schippe draufzulegen“.

© Foto: sporting hamburg

Hier TOles Doppelvierer beim Training in Ratzeburg.


E-Sport

sporting goes

E-Sport,

oder: Blitzcrank.

Sebastian Lampe (li.), Projektleiter United Cyber Space bei Home United,

im Gespräch mit sporting-„Blitzcrank“.

Ab 16 Jahren kommt man rein in den United

Cyber Space, unter 16 braucht es eine Einverständniserklärung

der Eltern. „Da sind wir

sehr pingelig“, sagt Sebastian, der so gar nicht

pingelig aussieht. „Wir bieten Kindergeburtstage,

Firmenfeiern, Mannschaftsabende an, es

gibt Event-Catering“, was Ihr wollt. Und dann

planen sie sogar eine Zusammenarbeit mit

dem Reha-Zentrum des Krankenhauses gegenüber.

„Wir machen E-Sport hoffentlich

auch anderen Altersgruppen zugänglich

und bauen Barrieren ab. Beginnend bei

Gästen, die nicht mal Erfahrung mit dem

Computer haben“, stellt Sebastian ihre

Maxime unter Beweis.

© Fotos: Home United

In doppelter Mission waren wir gerade im United Cyber Space im Hamburger

Ding auf dem Kiez. Was nützt es, über E-Sport zu philosophieren, zu berichten,

wenn man nicht den Hauch einer Ahnung hat? Diesen Hauch haben wir uns

geholt. Wir mussten uns nicht mal blöd stellen …

Sebastian Lampe (32) war zum Glück mit uns. Er ist Projektleiter dort.

Der United Cyber Space, seit Anfang August in Hamburg am Start,

ist weltweit das erste Trainingszentrum für Gaming und E-Sport. Hier

veranstalten sogar Profis wie die Unicorns of Love E-Sport-Bootcamps.

Ausgelegt (ohne Corona) auf 50 Plätze, in 5er-Reihen, jeweils 5 Spieler

sitzen sich gegenüber. Warum 5? In den meisten Spielen wird nämlich

in 5er-Gruppen gespielt. Es gibt sogar noch zwei Einzelräume à 5 Plätze.

Ballerspiele stehen nicht auf der Agenda. Gespielt wird vorzugsweise

League of Legends, weil Hype, weil Fantasy, es wird gekämpft, aber

eben nur abstrakt, sozusagen, da lassen wir friedliebenden Menschen

uns drauf ein. Gestern hatten wir nämlich noch im Schach dem Gegner

die Königin rasiert, auch nicht schön. Aber auch der Klassiker FIFA

wäre möglich. Mit 4 weiteren Kollegen steht Sebastian Lampe als

Coach und Ansprechpartner zur Verfügung. Sie haben allesamt eine

pädagogische Vorbildung, unterstreichen damit ihre Verantwortung,

wollen Hilfestellung bieten, Ratschläge geben, das Ganze steuern. „Wir

sind alles, aber keine Daddelhalle. Bloß zum Spielen kommt man nicht

zu uns“, erklärt er den Unterschied zu den Gaming-Höllen. Die Idee

ist tatsächlich, den Hype E-Sport zu nutzen und Menschen in diesem

Kontext zusammenzubringen. „Wir haben in der Regel Gruppentrainings

und -gespräche, die Spielerinnen und Spieler kommunizieren miteinander

über Headsets, wir geben Hilfestellung, klären über taktische,

strategische Ideen und Alternativen auf.“ Bedenkt man, dass es allein

bei League of Legends 151 Charaktere gibt, mit unterschiedlichen

Fähigkeiten, 200 Items, diese Fähigkeiten in irgendeiner Art und Weise

zu modifizieren, kommt man so bummelig auf über 1 Mio. Optionen,

da ist guter Rat zum Glück im Preis enthalten (die Stunde kostet 10

Euro). Sebastian weiter: „Wichtig ist uns der Community-Gedanke,

das heißt, dass wir

die Gruppen nach

Leistungsvermögen,

inhaltlich, menschlich

und altersgemäß zusammenstellen,

nur

so geht Austausch.“

Nichts anderes macht

ein*e Trainer*in in der

Handballhalle auch.

Und nun geht es uns an den Kragen, Smartphone-versiert,

Social Media-approved, aber

Gaming? Unser Charakter: Blitzcrank. Eben

mal gegoogelt: Blitzcrank, er ist ein großer

Dampfgolem, wir lachen uns tot. Er ist eine

unzerstörbare Maschine aus Zhaun, seine

ursprüngliche Aufgabe war die Zerstörung von

Giftmüll. Was für ein unglaublicher Glücksgriff, unser virtuelles Leben

hat einen Sinn. Mit der Maus bewegen wir uns voran, links, rechts,

easy, Tempo mäßig, die Minions befeuern uns, aber Sebastian hat uns

kurzfristig unkaputtbar gemacht (das ist ein bisschen, wie wenn ein

junger Mann zum Mitreisen hinten auf Deinem Autoscooter steht). Mit

der Return-Taste hauen wir den Minions auf den Kopf, dafür gibt es

Geld. Wir wollen doch das Fort der anderen einnehmen (klingt besser

als zerstören), brauchen Kohle, um Skins zu kaufen, damit wir uns

der Towers erwehren können, „die kennen keine Verwandten“, sagt

Sebastian. Ok, wir kaufen Blitzcrank also Schuhe, wegen Angreifen,

Sebastian ist aber Stratege, er sagt: „Weglaufen ist auch wichtig, sei

smart.“ Wir: Weglaufen??? Das nächste Mal kaufen wir einen Zauberstab,

wir schwitzen by the way. „Du kannst Items kaufen, die mehr Schaden

anrichten, oder eben Lebenspunkte, dann bist Du schwerer zu schlagen.“

Eine kleine Karte unten rechts weist uns den Weg, wir lernen das

Wort „teleportieren“ neu. Und Flucht ist einfach. Wir sind schwer mit

uns beschäftigt, Spaß haben wir auch, kämen jetzt noch 4 Mitspieler

dazu? Kaum auszuhalten. Die Mitspieler sitzen hier in meiner Reihe,

oder eben irgendwo auf der Welt. Der Algorithmus erkennt über die

Zeit, wie albern wir uns gerade anstellen, fordert uns in Maßen, aber

setzt uns zum Glück keinen Pro aus Asien vor die Nase. Das System

begleitet Dich also ständig, lernt von Dir. Die Kunst ist Geschicklichkeit,

Taktik, welche Items in welcher Spielphase, Stellungsspiel, „Positioning“

sagt man, zu vereinen. Innerhalb der Teams werden Jobs verteilt, wird

hart kommuniziert, „Geschwindigkeit ist ein Riesenthema“, tröstet

Sebastian uns. „Konzentration ist dafür die beste Voraussetzung.

Konzentrier Dich mal fünf Stunden am Stück, da musst Du topfit sein,

ausgeschlafen, körperlich und mental gleichermaßen stark.“ Kennt das

Spiel Grenzen? „Im

Grunde nicht“, sagt

Sebastian, „irgendwo

wird es Grenzen

geben, aber den Marathon

ist man vor 20

Jahren auch nicht so

schnell gelaufen wie

jetzt.“

Unterstützt von: Home United

13


Fußball

© Foto: Martin Michaelis

© Fotos: noveski.com

Trainer Andreas Bergmann (li.) und Sportchef Richard Golz.

Rechts: Leon Mundhenk (#19) und Nikola Kosanic (#27) feiern Torschützen Kevin Krottke.

Status Altona 93

Nicht wirklich?! Es ist Montagabend, Training an der Baurstraße für die

Regionalliga-Kicker von Altona 93. Alle da, auch Präsident Dirk Barthel,

natürlich Trainer Andreas Bergmann. Aber: Tor zu. Niemand hat einen

Schlüssel. Platzwart? Nicht da. Shit.

Kommt aber so oder ähnlich immer mal wieder vor in unserer Stadt. Eben

auch bei einem Regionalligisten. Also muss der ganze Tross umziehen, zur

Adolf-Jäger-Kampfbahn an der Griegstraße. Geht dann auch. Da treffen

wir Richard Golz (52), Torwart–Legende vom HSV und SC Freiburg, Trainer,

Unternehmensberater – und seit Mai in Folge vereinsinterner Querelen

um die sportliche Ausrichtung des Vereins Sportchef bei Altona 93.

Richie, wie kam es denn bitte dazu?

Ich habe Kontakt zum AFC, seit ich 2013 meine Masterarbeit über Altona

93 geschrieben habe. Ich habe damals den Verein analysiert. Ich mag es

hier, die vielen ehrenamtlichen Helfer, die hohe Identifikation, auch die

Tradition. Es ist ein besonderer Verein. Mit Trainer Andi Bergmann habe

ich bei Kick ID zusammengearbeitet, und wir haben uns immer gesagt,

wenn die richtige Gelegenheit kommt, dann wollen wir mal wieder im

Fußball was zusammen machen. Und jetzt sind wir hier.

Es ist aber kein Fulltime-Job?

Natürlich nicht. Ich arbeite bei der Hager Unternehmensberatung im

Bereich Sport. Obwohl, ich könnte auch 24 Stunden am Tag hier arbeiten,

es gibt genug zu tun.

Es war ein schwerer Start mit Corona, oder? Wie sieht

denn nach einem halben Jahr Dein erstes Fazit aus?

Klar, das war natürlich extrem mit Corona. Ist es immer noch. Hygienekonzepte

und so weiter. Das ist schon sehr großartig, was die Leute hier im

Verein leisten, um trotzdem Fans im Stadion zu ermöglichen. Sportlich?

Na ja: Wir haben schon gehofft, dass wir besser aus den Startlöchern

kommen. Uns fehlen ein paar Punkte, die möglich gewesen wären. Dass

wir mit unserer jungen Mannschaft gegen den Abstieg kämpfen, ist

keine Überraschung. Die Bedingungen sind nicht einfach. Wir haben uns

finanziell durch den Absprung eines Sponsors auch verschlechtert. Wir

versuchen, neue zu finden. Aber wie gesagt: ist nicht einfach in dieser Zeit.

Auch in der Regionalliga schießt Geld aber Tore …

Das ist wohl so. Unsere Mittel

sind aber begrenzt. Wir können

mit manchen Vereinen

nicht mithalten. Wir haben

uns viele Spieler angeschaut,

sie im Probetraining gehabt,

mit ihnen geredet. Und wie

unterschiedlich teilweise die

Vorstellungen sind, merkst

Du dann, wenn es um Aufwandsentschädigungen

geht. Wenn wir brutto

meinen – und der Spieler netto.

Was also tun?

Wir müssen auf junge Talente setzen, die sich

bei uns weiterentwickeln wollen und können.

Das ist unser Argument. Wir haben einen

Bundesliga-erfahrenen Trainer, der einen

guten Ruf darin hat, junge Spieler auszubilden. Wir bieten Spielern aus

Nachwuchsleistungszentren, die den Sprung zu den Profis noch nicht

geschafft haben, die Chance auf Spiele. Bei uns können sie besser

werden – das ist langfristig mehr wert als nur Kohle.

Du bist ja auch Neuling als Sportchef. Und Du hast

vorher immer hochklassig im Profibereich gearbeitet.

Wie findest Du Kicker für die Regionalliga?

Ach, ich bin schon ganz gut vernetzt. Keine Sorge. Nein, ich habe ja

auch beim HSV im Nachwuchsleistungszentrum gearbeitet. Ich kenne

schon genug Leute.

Und kennen die jungen Spieler Dich? Fast 500

Bundes ligaspiele, hallo?! Haben die Respekt?

Sicherlich kennen mich nicht alle sofort. Aber die Jungs googeln natürlich

irgendwann und sehen dann, da ist einer, der ein bisschen Ahnung hat,

wie es läuft. Das nützt Dir aber auf lange Sicht nichts. Da kommt’s darauf

an, wie Du im Job ablieferst. Dadurch verdient man Respekt.

Altona hatte mal den Anspruch, die Nummer drei in

Hamburg zu sein. Im Moment sieht es nicht danach

aus?

Das ist mir nicht so wichtig. Ich glaube, die Stadt ist groß genug und bietet

für jeden Verein genug Nischen. Egal ob Teutonia, Norderstedt oder auch

Victoria oder BU (HSV Barmbek-Uhlenhorst, Anm. d. Red.). Wir wollen

unseren Job gut machen, uns in der Regionalliga etablieren. Und wenn

wir ordentlich abliefern, dann kommt auch der Erfolg.

Trotzdem ist die Zukunft ungewiss. 2026 wird die

Adolf-Jäger-Kampfbahn plattgemacht für Wohnungen

und Ihr müsst in die Waidmannstraße umziehen.

Da geht ein Stück Fußballgeschichte verloren.

Sicher, irgendwie. Es wird nie mehr sein wie hier. Aber rumtrauern nützt

ja nichts. Ein Neubeginn kann auch immer eine Chance sein. Wir erleben

jetzt schon eine Aufbruchstimmung im Verein, die müssen wir nutzen.

© Foto: Andreas Hardt

Und was in fünf Jahren ist, das

weiß man ja ohnehin nicht. Im

Fußball ist derzeit nirgends

klar, was mit den jungen Zuschauern

wird. Kommen die

weiterhin oder haben die dann

andere Interessen? Das wird

überall noch hochspannend.

Wir wollen jedenfalls versuchen,

alle mitzunehmen.

Altona 93 vs. FC St. Pauli II (U23): Kevin Krottke bejubelt seinen Treffer zum 1:0 (Endergebnis 1:2).

Sportdirektor Richard „Richie“ Golz hat schon in seiner Masterarbeit Altona 93 zu seinem Thema gemacht.

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Eislaufen

Heiß

auf Eis

© Fotos: Hella Höppner

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Eislaufen

ganzeFamilie!

für die

Anfahrt – ganz einfach: mit der Linie U2 und den Bus-Linien

22, 39, 181 bis „Hagenbeck“. Von dort keine 10 Minuten.

Kunsteisbahn Stellingen • Hagenbeckstraße 124 • 22527 Hamburg

Die Eissaison steht vor der Tür. Und auch

wenn die Tatsache, dass es dann jetzt

konzeptstimmig doch auch wieder kälter

bis kalt wird, viele nervt – isso. Unsere

Hamburger Eisbahnen hatten genug

Zeit, sich pfiffige Corona- Schutzmaßnahmen zu

überlegen, damit mit der Hygiene alles glatt läuft :-),

und stehen entsprechend aber mutig und euphorisch

in den Startlöchern.

Und mit ihnen viele Eislauf-Enthusiast*innen in der Stadt. Zum

Saisonstart sprechen wir mit deren Königin, Irmelin Otten, Tochter

von Irmelin der 1., im Doppelpack die Hamburger Eislauf-Eminenz.

Beide seit Kindesbeinen auf dem Eis, leben und lieben sie diesen

Sport, sonst könnte man einen solchen Einsatz auch niemandem

erklären. Nach ihren erfolgreichen aktiven Zeiten auf dem Eis

wechselten sie beide jeweils auf die Trainer- bzw. Funktionärsseite,

Irmelin (51), die Tochter, hauptberuflich Lehrerin, bereits mit 15.

Inzwischen ist sie viel weniger Trainerin denn im Verband, dem

Hamburger Eis- und Rollsportverband HERV, als Präsidentin unterwegs.

Und in ihrem Verein, dem HSV, in verantwortlicher Position,

dort leitet sie nämlich die ganze Abteilung Eis- und Rollsport. Den

Enthusiasmus hat sie offensichtlich gepachtet. „Hamburg ist die

Wiege des deutschen Eissports", erklärt sie schulterzuckend. „Die

erste Kunsteisbahn Deutschlands stand auf dem Kiez“, untermauert

sie das und irgendwie auch ihr Engagement. Auch ihre Schwester

war natürlich auf dem Eis und auf Rollen aktiv und erfolgreich,

deren Söhne spielen in Mannheim Eishockey. Family on the rocks.

Im Verband hütet sie die Sparten Eiskunstlauf, Eishockey, Curling,

Eisstockschießen und Eisschnelllauf, im Sommer on top: Skateboard,

Inline, Rollkunst und Inline-/Skate-Hockey. In Summe kommt sie auf

ca. 2.000 Sportler*innen. Das könnte mehr sein. Derweil Skaten (wir

berichteten) und Inline sich dank Corona wieder super entwickeln,

gibt es beim Eislaufen noch Luft nach oben.

Irgendwie trauert Irmelin nach wie

vor den Freezers nach, „die haben

eine tolle Aufbau- und Nachwuchsarbeit

gemacht, waren damit bundesweit

spitze.“

Und wer Eishockey

Wer selber meint,

dass in ihm oder ihr eigentlich ein Talent

schlummert, damals nur die richtige pelzbemantelte

Spitzentrainerin leider keine

Zeit hatte, wendet sich bitte an:

geschaeftsstelle@herv.de

spielt, muss vorher

eislaufen können, also

auch ohne Schläger,

ist ja klar.

Ca. 20 Vereine sind

ihrem Verband angeschlossen,

darunter

der Altonaer Schlittschuhläufer-Verein

von 1893, einer der

ältesten Eissportvereine

Deutschlands.

Eishockey gibt es

beim HSV und natürlich

in Farmsen, da

spielen die Crocodiles,

sowie bei Molot,

das ist die russische

Eislauffraktion, wir

berichteten. Beim

Eiskunstlaufen gibt

es einige wenige,

dafür echte Talente,

alles Mädchen, die

hören aber in der

Regel mit 15 oder 16

Jahren auf zu laufen.

„Das Förder- und Leistungssportsystem beim Eislaufen in Deutschland

ist nicht wirklich gut entwickelt“, sagt Irmelin, „international

haben wir nicht viel zu melden.“

Was wir national zu melden haben,

können wir allerdings im Dezember

abchecken, da finden nämlich, wie

auch schon 2012, in der Volksbank

Arena die Deutschen Meisterschaften

statt (17.–19.12.). »

17


Eislaufen

© Fotos: Hella Höppner

Und weil sie sonst nichts anderes zu tun hat, leitet Irmelin das

Organisations-Komitee.

„Wir erwarten ca. 60 Sportler*innen,

und das mediale Interesse ist richtig

groß“, sagt sie, „was ja auch für

Hamburg toll ist.“ Mit dabei auch die

aussichtsreiche Hamburgerin Michelle

Konov (17), sie startet allerdings

für Berlin, lebt aktuell in Russland.

„Wir wollen Werbung für das

Eislaufen machen“, sagt sie und

freut sich über den Event, „außer-

dem ist die Volksbank Arena eine

der besten Eislaufbahnen und damit

auch Trainingsstätten Deutschlands.“

Was sich ja so gehört, für die

Wiege des Eislaufens.

Und wer jetzt gerade denkt, eigentlich würde ich gern einfach mal

wieder Schlittschuhlaufen, der sollte das doch einfach tun. Corona

on Ice dürfte eigentlich weniger kritisch sein. Irgendwie ist Eislaufen

immer ein Highlight und transportiert Kindheitserinnerungen, und

die Eltern, die ihren Kinder auch eislaufmäßig schöne Erinnerungen

gönnen wollen: Feel free. Diverse klasse Möglichkeiten gibt es da ja

in Hamburg, die sogar geographisch einigermaßen gut verteilt sind.

Nachstehend einige Kurz-Infos im Falle veränderter Öffnungszeiten

oder coronabedingter Buchungsmöglichkeiten.

Ihr müsst ja nicht gleich Pirouetten können.

Wo Eislaufen aktuell wie geht, seht Ihr hier:

Eislaufbahn Stellingen:

Aktuelle Infos zu dem veränderten Ablauf, dem Hygienekonzept und

den Öffnungszeiten findet Ihr im Web: www.eisbahn-stellingen.de

Die Personenanzahl ist aktuell auf 100 begrenzt, sodass leider

nicht immer alle Besucher*innen eingelassen werden können.

Eine Reservierung ist für ein begrenztes Kontingent möglich, mailt

mit Angabe der Personendaten an: kunsteisbahn-stellingen@

eimsbuettel.hamburg.de

Eisland Farmsen:

Wegen des Gästelimits wird der Kauf von Online-Tickets empfohlen

(ab 5 Tage vorher möglich), Tickets an der Kasse gibt es nur, wenn

das Gästelimit der jeweiligen Laufzeit noch nicht ausgeschöpft ist.

Die Hygiene- und Abstandsregelungen sind in der gesamten Anlage

ausgehängt.

Die Buchung von Kindergeburtstagen und die Ausleihe von Kinder-

Eislaufhilfen sind aktuell nicht möglich.

Zurzeit gibt es folgende Zeitfenster:

Mo: geschlossen; Di: 12:00–15:30 Uhr; Mi bis Fr: 12:00–16:00

Uhr; Sa: 12:00–14:30 Uhr, 15:00–17:30 Uhr, 20:00–22:00 Uhr;

So: 11:00–14:30 Uhr

Alle Infos und Online-Tickets: www.eisland-hamburg.de

EisArena Hamburg:

Im Umlauf, beim Anstehen etc. besteht Maskenpflicht, beim Eislaufen

nicht. Garderoben und die meisten Aufenthaltsmöglichkeiten

wurden nach draußen verlegt. Die Kontaktdaten werden erfasst.

Geöffnet i. d. R. täglich von 10–22 Uhr, Dienstag bis 20 Uhr.

Infos und Sonderöffnungszeiten: www.eisarena-hamburg.de

Volksbank Arena:

Zurzeit leider kein öffentliches Eislaufen.

Info: www.volksbank-arena.net

Stand: Oktober 2020, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Bitte schaut immer

noch mal auf die genannten Websites, wie der tagesaktuelle Stand ist!

© Fotos: Bezirksamt Eimsbüttel/Bartsch

18


Golf

© Foto: DGV/Tiess

© Fotos: Stebl

Christin Eisenbeiß aus dem Damenteam wurde im August Hamburger Einzelmeisterin 2020.

Gemein mit

Otto Rehhagel

Und noch ein Verein der, Corona hin oder her, aktuell

so erfolgreich ist wie lange nicht mehr. Und

deswegen sneaken wir da gleich früh am Morgen

hin, Parkplatz voll, es wird auch mitten in der

Woche gegolft wie wild: Wir sind beim Hamburger

Golf-Club in Falkenstein.

Die Deutsche Golf Liga, in der die Hamburger sowohl bei den

Frauen als auch in diesem Jahr wieder bei den Männern vertreten

sind, und in der im Normalfall über ein ganzes Jahr der deutsche

Mannschaftsmeister ausgegolft wird, wurde natürlich so in Sachen

Spieltage komplett gekippt. Dafür gab es am zweiten Wochenende

im Oktober auf dem Gelände des GC Hardenberg in Niedersachsen

ein Giga-Turnier

mit allen in der Liga

gemeldeten Teams,

um den deutschen

Mannschaftsmeistertitel

an diesem

einen Wochenende

auszuspielen. Und

das erwies sich

für unserer Hamburgerinnen

und

Hamburger als der

© Foto: DGV/Tiess

Glücksgriff schlechthin: Die Frauen holten Silber und

die Männer holten, als AUFSTEIGER, Gold. Jubel, Trubel.

Wir sprechen deswegen mit den beiden Trainern, Matthias

Boje bei den Herren und Christian Lanfermann, er nun wieder,

bei den Damen. Beide grinsen im Kreis, hat Matthias

doch sogar den inzwischen 20. Mannschaftsmeistertitel

nach Falkenstein geholt. Sie vertreten im Grunde den

Leistungssport des Clubs, dem sich dieser nachweislich

und traditionsgemäß verschrieben hat. „Umso mehr freuen wir uns,

wie sehr sich auch unsere Mitglieder über die beiden Medaillen

freuen“, erzählt Christian, „für deren Unterstützung sind wir sehr

dankbar.“ Matthias mag den Vergleich mit Otto Rehhagel: „Als

Aufsteiger Meister zu werden, gelingt nicht oft, da haben wir

was gemein.“ Er sagt: „Bei uns hat an dem Wochenende alles gepasst“,

und spricht

von „100% Mindset“.

Heißt soviel

wie: Fokus auf den

Punkt, Herausforderung

neuer Platz

annehmen, im Team

agieren. „Die haben

alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen

hatten“, so Matthias weiter, nicht unstolz. „Endlich“,

grinst er. Spannend auch die im Grunde

recht heterogene Mischung des Teams. Michael

Thannhäuser mit 42, Constantin Mons mit 16.

„Und jeder spielt seine Rolle.“ Offensichtlich die

beste an diesem Wochenende, wie aus einem

Guss. Erwähnenswert offensichtlich die Leistung

von Sebastian Sliwka (22), er war tatsächlich

(Zweit-)Bester im kompletten Feld.

„Wir hatten ja als Aufsteiger

keinen Druck, hatten nichts

zu verlieren, wollten einfach

mal zeigen, wo der

Hammer hängt.“ „Und

außerdem hatten wir Hamburger

Wetter. Schauer

und kräftigen

Wind“, formuliert

Christian, was offensichtlich

auch seine Frauen nicht wirklich

gebremst hat.

„Bei uns gab es einen Vierkampf: Wannsee, Frankfurt, St. Leon-

Rot. Nach dem ersten Tag lagen wir auf Platz 3, am zweiten Tag

auf dem geteilten 4., am dritten und letzten Tag konnten wir

aber eine Tagesbestleistung rauspfeffern. Auf der Bahn waren

wir die ganze Zeit richtig gut dabei, nur auf dem Green war für

uns das Loch zu.“ »

Teamkollegin Emilie von Finckenstein hat im August sensationell Gold bei den European Young Masters geholt.

© Foto: sporting hamburg

20

Mit +13 Schlägen holten sich die Herren des Hamburger GC den DGV-Mannschaftspokal 2020.

Unten: Herrentrainer Matthias Boje.


Golf

© Foto: Stebl

© Foto: DGV/Tiess

Schlecht geputtet, heißt das übersetzt. Christian weiter: „Ich

bin sehr stolz, dass wir am letzten Tag geschlossen und schwer

konzentriert diese Hammer-Kollektivleistung anbieten konnten.

Alles Kopfarbeit, Druck wegnehmen, Leichtigkeit trotz Konzentration

zulassen.“

Matthias unterstreicht: „Wir sind

sehr glücklich über die beiden Ergebnisse

für unseren Club und unseren

geschlossenen erfolgreichen

Auftritt. Damit sind wir in diesem

Jahr der erfolgreichste Club

Deutschlands.“ Das kann man mal so

stehen lassen. Und irgendwann darf

man auch wieder richtig feiern.

© Foto: Stebl

Ganz oben: Sebastian Sliwka war auch in der Einzelwertung ganz weit vorne.

Freude bei beiden erfolgreichen Teams vom Hamburger GC. Rechts: Damentrainer Christian Lanfermann.


© Foto: Peter Sesler

Roundnet

© Foto: Paul Kasper

Wer sich die Otters, den Fairplay-

Sport Roundnet mal angucken oder

ganz ungezwungen ausprobieren

möchte, wendet sich gern vertrauensvoll

an:

roundnet.hamburg@gmail.com

© Foto: Peter Sesler

Den Ball

flach halten

Vereine angeschrieben, ein paar haben nicht mal

Die Sportler in Eimsbüttel kommen ja auch immer wieder mit

etwas Neuem aus dem Knick. In diesem Fall ist es Grün-Weiß

Eimsbüttel, die in Hamburg ein altes Gelangweilte-Surfer-Spiel

etablieren wollen, bzw. etabliert haben: Roundnet.

Das wurde früher in Kalifornien, wenn keine Welle, natürlich am

Strand gespielt. Inzwischen gibt es in Eimsbüttel dafür sogar zwei

heiß begehrte Hallenzeiten. Warum? Weil es cool ist.

Wir treffen Mario Kurz (30), Sportwissenschaftler

an der Uni Hamburg, der

das Schlagspiel schon an seiner Uni in

Gießen kennengelernt hatte. („Achtung,

Klugscheißer-Alarm: Rückschlagspiel,

wenn man’s

genau nimmt“,

grinst Mario.)

In Hamburg angekommen,

gab es zunächst keinen Verein,

sondern eine Whats-

App-Gruppe. Dann wurden

reagiert. Grün-Weiß hat zugeschlagen und hat nun

auf einen Schlag diverse neue Mitglieder inklusive

Mario, Tendenz weiter wachsend, sowie eine

Mannschaft in Deutschlands höchster Spielklasse.

Und mal gucken, was da noch passiert. Mario

erklärt seinen Sport: „Gespielt wird um einen Rand

(‚Rim‘), bespannt mit einem Netz, Durchmesser

ca. 90 cm. Der Ball ist leicht, mit Luft gefüllt und

aus Gummi. Zwei Teams à zwei Personen stehen rund um das Netz

verteilt, zum Aufschlag im Abstand von 180 cm, gezählt wird wie

beim Volleyball.“ Und dann wird der Ball auf das Netz gedroschen,

geschmettert, geschlenzt, getropft, wie auch immer, und wenn

möglich: „Immer den Ball flach halten, das sind die gefährlichsten.“

Die*der Aufschlagende gibt den Punktestand an, und dann geit dat

los. „Ich mag an Roundnet die Vielseitigkeit, Präzision, Schnelligkeit,

Dynamik“, sagt Mario, der früher als Volleyballer recht gut unterwegs

war. Er weiter: „Noch viel mehr mag ich die Welt drumherum, die

Vielfalt rund ums Netz: Die Spieler*innen sind supercool, total offen

und multikulti sowieso“, schwärmt er.

Ein weiteres Plus und wichtiges

Moment der neuen Hipster von

Eimsbüttel: Es gibt keinen Schiri. Fair

geht vor. Alle Unklarheiten werden

mit den Gegner*innen gemeinsam

entschieden. Ein echtes Fairplay also.

National gab es zunächst nur Rang-

listenturniere, und weil wir ja

in Deutschland sind, gibt es

inzwischen einen geregelten

und, so Mario „top-organisierten“

Liga-Betrieb. Im November

startet die Liga in die neue

Saison.

Die neuen Starter aus Hamburg starten mit dem Namen

„Roundnet Otters Hamburg“. Wer auf den schrägen Namen

kam, wollen wir wissen. Mario lacht: „Brainstorming,

Mehrheitsbeschluss.“ War klar.

Die „Roundnet Otters Hamburg“ von GW Eimsbüttel trainieren mittwochs und sonntags. Und so sieht das Netz aus.

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© Foto: privat

Mario macht’s vor. Für das entspannte Spiel im Park braucht’s eine ebene Fläche, Schuhe nicht unbedingt.


Die sporting-Tipps, präsentiert

von LOTTO Hamburg:

01.11. TENNIS CHALLENGER HAMBURG

Letzter Tag des Nachwuchsturniers: Einzel-Finale! Wegen Corona wird ohne Zuschauer

gespielt, aber Ihr könnt das Turnier online verfolgen.

Livestream: www.atptour.com/en/atp-challenger-tour

01.–08.11. SPEEDKLETTERN: DT. MEISTERSCHAFTEN

Die DM im Speedklettern werden in der Europa Passage ausgetragen, ohne Zuschauer.

Ihr könnt ja aufs Sofa klettern und das Ganze im Livestream verfolgen.

Livestream: alpenverein.de/dms20e

05.11. FORMATIONSTANZ: LINE DANCE

Beim Line Dance wird in Reihen neben- und hintereinander getanzt. Die „Angel Liners“ sind

zwischen 19 und 80 Jahre alt, trainieren donnerstags (18–20 Uhr) im Kulturpalast und freuen sich

über neue Tänzer*innen.

Anmeldung + Info: info@kph-hamburg.de

06.11. EISHOCKEY-OBERLIGA: CROCODILES HAMBURG

Eishockey-Oberliga-Saisonstart: Die Crocodiles spielen daheim gegen die Hannover Scorpions

(20 Uhr), am 15.11. (16 Uhr) gegen die Hammer Eisbären, am 22.11. (16 Uhr) gegen den Herforder

EV, am 29.11. (16 Uhr) erneut gegen die Hammer Eisbären. Zuschauerzahl aktuell max. 192,

es gibt einen Livestream.

Info: www.crocodiles-eishockey.de

06.–08.11. GOALBALL-BUNDESLIGA: POKAL

8 Teams treten im Kampf um den Goalball Ligapokal an. Zu sehen über Sportdeutschland TV.

Mehr zu Goalball natürlich in dieser Ausgabe!

Wichernschule, Horner Weg 164, 22111 HH

18.11. 2. HANDBALL-BUNDESLIGA: HSVH

Am 18.11. empfängt der Handball Sport Verein Hamburg in der Krochmannstraße den TuS

Fürstenfeldbruck, am 27.11. den TV 05/07 Hüttenberg (jeweils 20 Uhr).

Infos + Tickets + Livestream: hamburg-handball.de

21.11. HANDBALL-BL: BUXTE

Die Damen vom Buxtehuder SV spielen in der Halle Nord gegen den 1. FSV Mainz 05 (16 Uhr).

Livestream: www.bsv-live.tv

22.11. FUSBALL 2. BUNDESLIGA: HSV

Der HSV tritt an gegen VfL Bochum. Anpfiff um 13:30 Uhr.

News zum HSV: www.hsv.de/news/hsv-splitter

22.11. ROLLSTUHLBASKETBALL-BL: BG BASKETS

Heimspiel der HSV-Rollstuhlbasketballer BG Baskets 1 gegen die Baskets 96 Rahden in der

edel-optics.de Arena (15 Uhr). Zuschauer sind aber aktuell nicht zugelassen.

www.bgbasketshamburg.de

27.–29.11. CURLING: HAMBURG JUNIOR OPEN

Die 10. Hamburg Junior Open sind ein Turnier der Grand Prix Serie. Wer Curling ausprobieren

will, kann (nach Anmeldung!) eine halbe Saison lang ins Jugendtraining reinschnuppern.

Das Equipment wird gestellt.

www.curlingclubhamburg.com

07.11. YOGA-TAG

Von 10:00 bis 16:30 Uhr gibt es beim Yoga-Tag des Walddörfer SV 12 ganz unterschiedliche

Yoga-Einheiten, je nach Bedarf eher ruhig, belebend oder mit richtig Power.

Online-Buchung: www.walddoerfer-sv.de

08.11. BASKETBALL BUNDESLIGA: TOWERS

1. Spieltag der neuen Saison: Hamburg Towers gegen Brose Bamberg. Am 15.11. kommen die

JobStairs Gießen 46ers nach Hamburg (jew. 15 Uhr).

Ganz viel zu den Towers im beiliegenden Sonderheft!

08.11. FUSSBALL 2. BUNDESLIGA: FC ST. PAULI

Die Kiezkicker empfangen am 08.11. den Karlsruher SC (13:30 Uhr) , am 27.11. (18:30 Uhr) den

VfL Osnabrück.

Millerntor-Stadion, Harald-Stender-Platz 1, 20359 HH

08.11. BRAMFELDER WINTERLAUFSERIE

1. Lauf der 31. Bramfelder Winterlaufserie. Die 5,2 km-Runde um den malerischen Bramfelder See

kann 1- bis 4-mal gelaufen werden, das könnt Ihr sogar spontan während des Laufes

entscheiden.

www.winterlaufserie-hamburg.de

11.11. WANDERN IN DER STADT

Die NaturFreunde wandern gemeinsam mit Gästen, die eine Gehschwäche haben

oder auf Gehhilfen angewiesen sind, in der Bergedorfer Altstadt (ca. 3 km, ab 14 Uhr).

Infos + Anmeldung: naturfreunde-hh@gmx.de

28.11. HOCKEY: 1. BUNDESLIGA

Die Heimspiele der diversen Hamburger Bundesliga-Teams, nun wieder mit Dach über’m

Kopf: Damen: Großflottbeker THGC vs. UHC Hamburg, Hamburger Polo Club vs. Club an

der Alster. Herren: UHC Hamburg vs. Harvestehuder THC

www.hamburghockey.de

28.11. WASSERBALL-BUNDESLIGA: SV POSEIDON

Nach dem Ligaabbruch wegen C. spielen die 1. Herren von Poseidon die Saison 2020/21

erneut in der 1. Bundesliga Gruppe B. Heimspiele in der Schwimmhalle Inselpark:

28.11. gegen SV Weiden 1921, 29.11. gegen SV Würzburg 05.

Live-Ticker: www.dsv.de/wasserball/wettkampf/

ergebnisse-tabellen/

29.11. CYCLOCROSS: NORDMEISTERSCHAFTEN

Auf der technisch hochanspruchsvollen, teilweise nur für das Meisterschafts-Rennen angelegten,

2 km langen Strecke in Volksdorf kämpfen die Fahrer*innen um den Meistertitel.

www.cyclocross-hamburg.de

29.11. GYMNASTIK: HAMBURG CUP

Qualifi-Wettkampf für den Regio Cup Nordwest: Beim Hamburg Cup treten 38 Gymnastinnen

in 3 Altersstufen im Einzel-Wettkampf mit Handgerät gegeneinander an (10:30 bis 17:00 Uhr).

Walddörfer SV, Halle Berner Au,

Meiendorfer Mühlenweg 35, 22393 HH

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Bitte informiert Euch über den aktuellen Status der jeweiligen Veranstaltung sowie die

geltenden Hygienevorschriften direkt auf der Webseite des Veranstalters.

© Foto: HASPA Marathon Hamburg

© Foto: Heike Lindenau

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Bäderland

© Fotos: Bäderland Hamburg

Kommt ins

Schwitzen!

Es wird langsam frosty, und spätestens jetzt

kommt man oder frau oder gern gemeinsam

auf die Idee, mal wieder in die Sauna

zu gehen.

Tatsächlich könnte man denken, geht ja nicht. Geht aber doch! Und

zwar schon seit geraumer Zeit. Michael Dietel, Pressesprecher bei

Bäderland, strahlt durchs Telefon: „Sauna läuft richtig gut, wir sind

super ausgelastet, das freut uns sehr. Aber wir haben uns auch,

was das Hygienekonzept anbelangt, extrem reingehängt.“

Und dann verweist er uns an den Sauna-Headcoach Sascha

Hoffmann: „Der weiß am besten Bescheid.“ Also schnacken wir

mit Sauna-Sascha, und Michael Dietel hat offensichtlich recht.

Nach ausgeklügelten Formeln, Grundfläche x Anzahl Liegestühle,

geteilt durch Sauna-Bänke ... – nein, Spaß beiseite: „… sind alle

Verordnungen selbstverständlich akribisch eingehalten und umgesetzt.

Und obwohl Hygiene bei uns sowieso an erster Stelle steht,

haben wir die Reinigungsanstrengungen nahezu vervierfacht“,

erklärt Sascha ernst.

er habe bezahlt, er könne, wann er wolle. Dem

wird freundlich, aber bestimmt der rechte

Weg aufgezeigt. Am schönsten finden wir die

Schlappen-Parkplätze als Messlatte, offiziell

heißen sie „Schuh-Abtropfschalen“: Mehr

als 10 (s. o.) vor einer Sauna-Kabine dürfen

es nicht sein. Tatsächlich gibt es je Sauna-

Anlage einen Kollegen, eine Kollegin, der*die

ausschließlich für die Einhaltung der Regeln

zuständig ist, aber: „Die Gäste sind alle total

entspannt.“ Und ehrlich gesagt: Auch mal schön, die Vorstellung,

mit nur 9 weiteren Menschen gemeinsam zu schwitzen, weniger

Fleisch ist ja auch mal mehr. „Gebucht werden die Sauna-Slots übers

Internet“, erklärt Sascha, niemand muss also umsonst kommen.

Aber die Hamburger*innen sind ja sowieso plietsch: Ist das Limit

im Festland erreicht, geht’s eben zum Beispiel ins Kaifu-Bad.

Sascha freut sich vor dem Hintergrund des funktionierenden

Systems auf den Winter. Und ein fittes Immunsystem hilft ja

akut noch mehr als sonst. Also, liebe Schleimhäute, lasst Euch

durchbluten, das bremst Erkrankungen der Atemwege, stärkt Euer

Herz-Kreislaufsystem durch Hitze- und Kältereize à la Bäderland,

und wir zeigen hoffentlich alle dem großen C. ’ne lange Nase.

Unterstützt von: Bäderland Hamburg

Die Abstandsregeln gelten natürlich als Basis.

In den Saunakabinen selbst sind deswegen

maximal 10 Personen zugelassen, inkl. Saunameister

für den Aufguss. Die Anzahl der

Liegestühle wurde angepasst, die maximale

Menge gleichzeitiger Besucher*innen je

Saunastandort individuell bestimmt (z. B.

Festland 135, Blankenese 48), Einbahnstraßenregelungen

und dergleichen sind definiert.

Und das funktioniert super. Natürlich

gibt es auch mal einen schwitzenden Gast

als Stimmungs-Querschläger, der da meint,

Sauna „Syasin“ (85° C) und Sauna „Senpu“ (95° C) im Bondenwald-Bad.

Farbbänder, eine begrenzte Zahl von „Schlappen-Parkplätzen“ und Hinweisschilder machen

das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln einfach.

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© Foto: Hermann Schröder

Rugby

© Foto: Josephine Pora

© Foto: Hermann Schröder

Wir brauchen

was), spielt aber auch

gleich in der Nationalmannschaft.

Wir

alle Frauen!

Wir lernten zunächst Josi kennen, smart,

zart, völlig klar – und Rugby-Spielerin beim

FC St. Pauli. Und in der Nationalmannschaft,

by the way.

fragen Leonie 1, warum sie nicht Hockey spielt. „Hab

ich gemacht“, lacht sie, „langweilig, Rugby ist cooler.“

Warum sollte eine Frau Rugby spielen? „Selbstbewusstsein“,

sagt Catha, keine weiteren Fragen. Klare

Ansagen, klare Bekenntnisse an einen Sport, der

hart ist, aber Weiches fördert: Mannschaft, Team,

Gemeinschaft. Offensichtlich. Luise, als Youngster, hat

eine Patin, „das machen wir immer mit den Jüngeren

bei uns“, erklärt Josi. „Rugby macht stark“, sagt dann

Und dann, an dem Abend, an dem es das erste Mal zum Glück so richtig genau die Jüngste. „Man muss immer 100 % geben, sonst tut’s weh.“

arschkalt werden soll, treffen wir uns mit ihr und ihren im besten Fall Wer will das? „Wir nicht, also geben wir 100 % und die anderen haben

43(!!) Mitspielerinnen, ihrem neuen Trainer Paul und seinem Assistenten

Ben, irgendwo zwischen Wandsbek und Farmsen. Umkleide, ist dieser Sport“. Er kam gerade zurück zu Pauli, war lange Trainer der

Schmerzen“, zieht Luise grinsend ihr Fazit, und Trainer Paul nickt, „so

Dach überm Kopf, Corona sei Dank: nö. Umziehen dann also Open Air. 2. Herren beim HRC und ist jetzt Koordinator Rugby und Trainer, unter

Nach und nach kommen Luise, Leonie, Catha, Leonie 2 und die anderen.

Hallo. Umzie-

und 7er. 15er ist die

anderem der 1. Damen, die spielt Bundesliga. Sie spielen Rugby Typ 15er

hen, wann geht´s los?

Classic-Variante, 7er

Paul (McGuigan, 53)

ist neu, aber olympisch.

15 meint, 15

schnackt mit uns,

Josi (22) und Luise

Frauen je Team sind

sitzen dabei. Luise

auf dem Platz. Oder

ist noch 16, ganz

eben 7. Beim 15er

neu im Team, kommt

gibt es natürlich viel

aus der Jugend (ach

© Foto: Tom Lübbers

mehr Möglichkeiten, es ist facettenreicher, etwas

schwerfälliger, kräftezehrender, denn gespielt wird

2 × 40 Minuten. Das ist dem IOC offensichtlich nicht

spektakulär genug. Beim 7er geht es schneller, athletischer

zur Sache, gespielt werden 2 × 7 Minuten.

Da muss man schon Gas geben, um zu punkten. Die

15er-Variante wird in einem klassischen Liga-Modell

gespielt, sechs Teams, Spieltage bundesweit, heißt

viel Gurkerei. „Wir sind aktuell so Mitte“, sagt Paul

„aber wir sind auch die Jüngsten.“ Die 7er-Version

wird in Turnierform ausgespielt, acht Spiele in einem

2-tägigen Turnier, will man ins Finale kommen. Paul

will so im Allgemeinen wieder nach oben, an alte

Zeiten anknüpfen, denn mehrfach war der FC St. Pauli

Deutscher Meister, in den 90ern, bei den Frauen,

nicht bei den Männern. Was er neu macht? „Er kann

auch mal richtig streng werden“, meint Josi, „alte

Schule“, sagt der alte Brite verschmitzt. „Er gibt uns

Werkzeuge an die Hand“, erklärt Leonie.

„Wir lernen, dass es in einzelnen

Spielsituationen

unter-

Das Training ist schon ein hartes Stück Arbeit, muss aber tierisch Spaß machen.

schiedliche Möglichkeiten

gibt, zu reagieren, besser zu agieren,

wir werden flexibler“, ergänzt Leonie

2. „Viele Wege führen nach Rom“,

so Paul. „Wir werden beweglicher,

im Kopf, auch am Ball“, denn auch

am Ballgefühl wird gearbeitet. »

© Foto: Inga La6witz

30

Ganz schön viele Frauen auf einem Haufen und trotzdem sind neue Mitspielerinnen herzlich willkommen.


Rugby

© Foto: Norbert Wilhelmi

© Foto: Inga La6witz

© Foto: Kristina Jäger

Dass er eine klare Vorstellung hat, sieht man ihm an. Die Frauen

sind total angefixt, „sie kommen freiwillig, kriegen keinen Cent, aber

lassen sich echt fordern“, sagt Paul, beeindruckt von der Motivation

seiner Spielerinnen. Und er ist deswegen offensichtlich umso mehr

guten Mutes, dass es gelingt, seine Truppe auf Dauer, aber dann auch

dauerhaft, wieder ganz nach vorn zu bringen.

Wer da eine Chance wittert, Interesse

hat, mitzuspielen, mitzuziehen, ist

immer willkommen. „Wir suchen

Verstärkung“, sagt er. Noch

mehr Frauen oder Mädchen, die

Lust haben, „mal Dampf abzulassen“.

„Die jüngsten Mädchen

in unserem Verein sind

4 Jahre alt“, erklärt Josi.

„Wir schielen aber auch auf Abbrecher aus andern Sportarten“,

die sind sehrsehr willkommen, egal ob großkleindickdünn.

Der Rest kommt dann wohl von allein, Stichwort

Selbstbewusstsein.

Alle Frauen und Mädchen,

die sich schlicht und ergreifend angesprochen

fühlen, die neugierig sind, einen

Klassesport kennenzulernen, probieren

geht über studieren, wenden sich an:

info@fcstpaulirugby.de

Instagram, Facebook:

@fcstpaulirugbyfrauen

© Foto: Josephine Pora

Komm ins

Rollen!

Ach, wir kriegen so schöne Zuschriften zu unserer

Laufserie mit Nils Goerke, vielen Dank „Es sind zu wenig“, sagt Nils, das Lauf-Orakel. „Viele Läuferinnen

Zählt also einfach mal beim nächsten Laufen Eure Schritte pro Minute:

und Läufer machen viel zu lange Schritte“, erklärt er. Faktor Zeit

dafür, und ja, das Thema Technik war für diese

durch Faktor Weg bedeutet: Mehr Schritte geht nur mit kürzeren

Ausgabe geplant.

Schritten. Rein mathematisch klar, aber warum? „Im Wesentlichen

bedeutet das Entlastung für die Muskeln, Sehnen und Gelenke, weil

Ihr weniger lange auf einem Bein steht“, erklärt Nils weiter, overall:

„Das spart einfach Kraft!!!“ Und, klingt gut, „es erhöht gleichzeitig

Laufen kann jede*r, ist ja unsere Devise. Das lässt sich mit den

bisherigen Vorschlägen und Empfehlungen zu Umfängen und Intensitäten

absolut in Einklang bringen. Wir helfen gern, Dinge noch

besser zu machen, denn gerade in diesem Spezial-Jahr gibt es viele

neue Läuferinnen und Läufer – und wo auch immer C. uns noch

hinführt im LAUFE des Winters, draußen laufen geht/läuft immer.

Nur: Richtig(!) Laufen ist jetzt das Ziel, für alle, die es mögen. Wir

geben Euch Tipps zum Laufstil, nicht 20, sondern einige wenige, an

denen Ihr Euch selbst überprüfen könnt. Nils’ liebstes Wort in diesem

Zusammenhang ist: „Frequenz! Die steht über allem.“

den Zug nach vorn“, so Nils weiter.

„Für ein normales Training sind 170

bis 180 Schritte je Minute sehr passabel.

Ich laufe bei Wettkämpfen so

um die 182, im Training, beim lockereren

Laufen, wenn ich so rumschaukel,

um die 174“, sagt er. »

Die beiden Leonies. Tun so, als könnten sie böse gucken.

33


© Foto: Henning Angerer

Nils 2019 beim Hamburg-Marathon.

Das sollte auch für Euch das Ziel sein,

und wenn Ihr nun jetzt schwer motiviert

verkürzt, dann bitte im vorderen

Teil des Schrittes.

Vokuhila bringt es auf den Punkt: „Streckt die Beine weniger nach

vorn, unbedingt nach hinten.“ Ein schöner Gradmesser hierfür auch,

fühlt sich nur etwas komplexer an: Versucht, den Körperschwerpunkt

über den aufsetzenden Fuß zu bringen, anders gesagt, Schritt nach

vorn unter den KSP. Gefühlt machen wir somit von hinten Druck und

treiben so die Frequenz nach oben, laufen kraftsparend und kommen

ins Rollen. So sagen das die Läufer, so sagt das unser Nils. Wir kriegen

Bock, klingt ja vor allen Dingen auch alles schlimm logisch. Verrückt ist,

dass sich laut Nils so auch die Frage nach dem Abrollen oder Nicht-

Abrollen beantwortet: keine Zeit, Gelenke schonen, mehr Stabilität

– Mittelfuß-Technik ist King. „Fersenlaufen ist ok, aber eben mit kurzen

Bodenkontaktzeiten, Vorfuß-Laufen hingegen eher nicht – zu viel Stress

für die Waden/Achillessehnen.“ Jetzt, wo er’s sagt … ;-) Also einfach

mehr Schritte ist das Phänomen, und Ihr werdet zu Pfeilen, Turbos

oder Turbinen, wunderbar. Ihr müsst das einfach machen, und die

Arme helfen Euch dabei. „Armwinkel mehr als 90 Grad und bitte die

Arme aktiv einsetzen, denn über die Arme steuert man die Frequenz.“

Bewusster Armeinsatz, versprochen. Kopf hoch, das könnt Ihr schaffen.

Ach ja: Kopf gerade nach vorn gerichtet.

Schultern entspannt. Lasst Ihr

den Kopf hängen, beugt sich der

Oberkörper nach vorn, der Po rutscht

nach hinten, der Körperschwerpunkt

auch, und

das wollen wir ja nicht.

Und sowieso: Wir wollen

nach vorn schauen.

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© Foto: Norbert Wilhelmi

Von oben nach unten: Kopf hoch, Schultern hängen

lassen, Armwinkel über 90 Grad, Arme aktiv

einsetzen, Körperschwerpunkt beim Aufsetzen

über dem vorderen Fuß, Beine nach hinten

strecken, maximaler Abdruck, Fersenlaufen ok,

Vorfußtechnik nicht, Mittelfußtechnik optimal:

höhere Frequenz, Kraft gespart – läuft bei Euch.

Nils, Häuptling Leichtfuß, weiß immer, wie’s richtig läuft.


kurz notiert …

© Foto: HSV

Goalball

Im Grunde mag man ja denken, was für ein Name, klar

muss der Ball ins Tor, aber in diesem Fall bekommt der

Name ein großes Mehr an Bedeutung, finden wir.

Hamburg

wird

inklusiv

Am 7. und 8. November wird in der Sporthalle der Wichern-Schule

zum vierten Mal der Goalball Ligapokal ausgetragen. Und wir helfen

uns und Euch mal auf die Sprünge: Goalball ist das ultimative

Ballspiel für Menschen mit Sehbehinderung und gehört bereits

seit 1976 zum Programm der Paralympics. Zwei Dreier-Teams

spielen mit einem 1,25 Kilogramm schweren Klingelball auf 9 Meter

breite und 1,30 Meter hohe Tore, alle Sportler*innen tragen dabei

Dunkelbrillen. „Es ist ein absolut schneller Sport. Die Bälle erreichen

in der Spitze bis zu 80 km/h“, erklärt Michael Dennis (28), Student

für Sportmanagement, Organisator, aber auch schwer erfolgreicher

Nationalspieler. Er weiter: „Dabei ist auch Abwechslung geboten,

denn Abwehr- und Angriffsaktionen wechseln sich ständig ab.“

Das erfordert offensichtlich sowohl Spitzen-Kondition und -Reaktion

als auch Konzentration. Die Glocken im Ball ermöglichen

den Spieler*innen, die Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung

einzuschätzen. Deshalb müssen die Zuschauer*innen mal gepflegt

ruhig sein, um nicht zu sagen die Klappe halten. Das Spielfeld

ist 9×18 Meter groß und mit tastbaren Begrenzungslinien in drei

Zonen eingeteilt: Die Zone vor dem Tor für das jeweilige Team

© Fotos: Oliver Kremer/AktivGOAL

sowie eine neutrale Zone, die ist dann mittig. „In Deutschland

wird Goalball inzwischen fast ausschließlich inklusiv gespielt“,

erzählt Michael, also Sehbehinderte und Nicht-Sehbehinderte

gemeinsam. International ist die Voraussetzung allerdings, maximal

10 % sehfähig zu sein, wer auch immer das wie weltweit

misst und prüft. Die deutschen Herren, so auch Michael, sind

amtierender Europameister und Vizeweltmeister und bereits für

die Paralympics in Tokyo qualifiziert. Die Damen gewannen bei

der letzten EM die Bronzemedaille.

Der Sportverein der Wichern-Schule begrüßt acht Bundesliga-

Teams aus Deutschland, um den Pokalsieger 2020 zu ermitteln.

Spannend ist, ob Chemnitz seinen Titel verteidigen kann. Ärgster

Konkurrent um den Pott wird in diesem Jahr der Rostocker GC

Hansa sein. Der Wettbewerb wird natürlich unter einem strengen

Hygienekonzept ausgetragen.

In Hamburg wird Goalball beim FC St. Pauli

angeboten , bei Interesse mailt bitte an:

tor-goalball@stpauli-tuga.de

Einerseits gab es gerade sogar schon eine inklusive

Segel-Weltmeisterschaft in Hamburg,

andererseits geht es natürlich immer wieder

und sowieso um Basisarbeit, um das Ziel,

Barrieren abzubauen zwischen Menschen

mit und ohne Behinderung.

Und wir wissen, dass auch Sport hierzu eine Menge beitragen

kann, gerade wenn er inklusiv ist. Heißt: Menschen mit und ohne

Beeinträchtigung treiben ZUSAMMEN Sport. Dankenswerterweise

gibt es in der Stadt unter dem Dach „Gleichstellung“ eine Koordinationsstelle,

die uns in Hamburg diesbezüglich ordentlich

weiterbringt. Verantwortlicher Senatskoordinator ist Ralph Raule,

er wird für die Dauer einer Legislaturperiode gewählt, wie sich

das nun mal gehört. Sein Bereich ist der Wissenschaftsbehörde

zugeordnet, sein Auftrag ist Bewusstseinsbildung, immer wieder

Bewusstseinsbildung. Zusammen mit seinen Mitarbeiter*innen,

wir treffen Ursula Wermke, will er sensibilisieren, Projekte vorantreiben

und Menschen zusammenbringen. Und weil es hier und

da viele noch nicht wissen, wurden viele Hamburgerinnen und

Hamburger wieder aufgerufen, ihre inklusiven Angebote an den

Senatskoordinator zu schicken. „Zeit für Inklusion“ ist die Idee,

und darunter findet

sich auf einer eigens

gebauten Website eine

komplette Übersicht aller inklusiven Angebote, einschließlich

vieler aus dem sportlichen Bereich. Frau Wermke: „Wir sind

über die Vielfalt der Angebote sehr glücklich.“ Sie weiter: „Das

Angebot ist klasse, die Vereine und Verantwortlichen, auch die

Übungsleiter dahinter, sind schwer motiviert und freuen sich

über eine möglichst große Resonanz.“ Von Aquaball beim ETV

über Floorball beim SV Eidelstedt und Handbiken beim HSV bis

hin zu Judo (ETV) oder Rollstuhltanzen beim Club Saltatio. Wie

cool ist das bitte? Also, Kinnings: Das Angebot ist da. Dabei sein

ist alles, und weil inklusiv: für alle!

Alle Infos und das komplette Angebot

findet Ihr unter:

www.hamburg.de/skbm/zeit-fuer-inklusion

© Foto: ETV

Judo für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen beim ETV.

Bild oben: Rollstuhl-Basketball beim Hamburger Sport-Verein e. V.

36 37


Segeln: Helga Cup

Helga

© Foto: Lars Wehrmann | Helga Cup 2020

Segeln: NRV

© Fotos: Sven Jürgensen

lebt!

Im Grunde ist sie ja Geschichte, die 3. Auflage des Helga Cups

vom NRV. Aber sie lebt weiter, die Helga-Idee, die Idee, Frauen

ans Steuer zu holen, Frauen und Regatta-Segeln zusammenzubringen.

© Foto: Sven Jürgensen

© Foto: sporting hamburg

Zum einen, weil schon für

das nächste Jahr geplant

wird, die ersten Zusagen

kommen bereits. Und zum

anderen, weil die Teilnehmerinnen

schwelgen; in

Erinnerungen und Erlebnissen,

in Social Media – und

sowieso. Das gilt sicher ganz

besonders für die Siegerinnen

vom Hamburger Segel-

Club (HSC Women’s Team),

die – in ihrem Wohnzimmer

sozusagen – in extrem

spannenden Wettfahrten

Gr. Bild oben: Stolze Siegerinnen Silke Basedow, Marion Rommel, Luisa Krüger und Juliane Zepp

vom HSC Women’s Team. Bilder links: Unsere sportinghamburgActiveCityCrew2020.

nicht nur brillierten, am Ende aber dennoch

und verdient die vier Nasen vorn hatten. Ihnen

auf den Fersen: die Mädels vom Chiemsee Yacht

Club als Goldelsen sowie die Sahneschnitten von der

Segler-Vereinigung Wuppertal. Das Finale war der Knaller, zumal der

Wind ordentlich zugelegt hatte, den Frauen einiges abverlangt wurde.

Die Augen leuchteten in jedem Fall. Das taten auch die Augen unserer

ureigenen, gecasteten Turbo-Crew, die nettonetto fünf Wochen zuvor

Zeit hatte, sich erst mal persönlich kennenzulernen, und dann wenn

möglich auch noch schnell zu segeln. Wie berichtet, hatten wir den vier

tollen Frauen, die sich bereits Anfang des Jahres bei uns beworben hatten,

keinen Geringeren als den frischest gebackenen Inklusionsweltmeister

Heiko Kröger als Coach mit ins Boot gesetzt. Und der war nicht nur

nett, hieß es dann tagsüber auf WhatsApp, so in Sachen Anweisungen,

Druck und Co. Aber gut, das Ganze hat ziemlich gut gefunzt, und die vier

entwickelten sich auf ihrer natürlich ersten gemeinsamen Regatta von

Wettfahrt zu Wettfahrt. Am Ende wurden sie im Gesamtklassement 30.,

vor einem Schweizer Boot. Und wir, die Quirin Privatbank als Sponsor

und Marinepool als Ausrüster waren uns einig und sehr zufrieden. Wie

schön auch, dass gerade die letzte Wettfahrt so „richtig geil lief“, da

wurden sie Dritte. Und das beflügelt. Was ja immer Sinn und Zweck ist.

Große Welle,

Typ: Erfolg

Wir fanden, wer immer so ’ne große Welle

macht, muss seinen Medienpartner mal

auf eine Maracuja-Schorle einladen.

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Und, was für ein Zufall, wir saßen zusammen mit Volker Ernst, dem

2. Vorsitzenden des NRV, Klaus Lahme, NRV-Clubmanager und

Häuptling des NRV Olympic Teams, und mit Sven Jürgensen. Sven

ist hauptberuflich Heißdüse,

beim NRV in Sachen Marketing

NRV-Vorschoterin Susann Beucke (re.) und Tina Lutz holten Anfang Oktober EM-Gold in Österreich.

unterwegs, und wie. Die Welle

erschien bzw. erscheint uns gerade in diesem Jahr besonders hoch,

vielleicht, weil in vielen Bereichen, in anderen Sportarten nicht so Olympiaquali. „Sechs Welt- und Europameisterschaftsmedaillen in

viel geht. Der NRV segelt irgendwie unbeirrt von Meisterschaft zu Olympischen Bootsklassen haben wir dieses Jahr schon abgeliefert“,

erklärt Klaus Lahme, nicht unstolz. Zunächst Philipp Buhl im Laser

und Erik Heil und Tommy Plößel im 49er, das war vor C., dann Susann

Beucke zusammen mit Tina Lutz vom Chiemsee im 49er-FX, im

Laser Radial Svenja Weger. Tim Fischer wurde Europameister im

49er, Sebastian Kördel Vize-Europameister im iQ-Foil, Leonie Meyer

und Florian Gruber ebenfalls Vize-Europameister, im Mixed-Kite-Foil.

„Damit sind alle bisher auch für Olympia qualifizierten Seglerinnen

und Segler Deutschlands Mitglied im NRV Olympic Team“, macht

Volker Ernst klar und untermauert die Vormachtstellung des NRV in

Segeldeutschland. »

Ebenfalls EM-Sieger:Tim Fischer und Fabian Graf im 49er.

39


Segeln: NRV

Puuuh, da mag sicher der eine oder andere

Segelverein die Augen verdrehen, man gut, dass

wir im NRV die Schorle trinken. Das Olympic

Team ist viel mehr als die Idee, ambitionierte

Sportler*innen finanziell zu unterstützen. „Wir

bieten regelmäßig Vorträge, Workshops, Austausch,

Teamspirit und Anbindung an einen

Verein, seine Mitglieder, die hinter den Sportlern

und Sportlerinnen stehen wie eine Wand“, sagt

Klaus, „auch wenn es mal bei dem einen

oder der anderen nicht so läuft.“

Das NRV-Erfolgsduo Erik Heil und Thomas Plößel gewann im Februar WM-Bronze.

© Fotos: Sven Jürgensen

sporting-Lars

© Fotos: Tobias Puck

Zurzeit läuft es ja offensichtlich. So auch zuletzt

in der Segel-Bundesliga, wo zwar über die Saison

der Newcomer aus Kiel namens ONE die Liga anführte, aber am

Ende des Tages wird der NRV dann doch wieder Meister. 5 × in 8

Jahren. Woran uns das erinnert, will uns nicht über die Lippen. On top

gewinnen sie dann 2 Wochen später noch mal eben den Liga-Pokal,

wo der NRV mit einer 2. Mannschaft gestartet ist, die andere Crew

segelte nämlich zeitgleich die Champions League in Porto Cervo

und wurde Siebte. Der „weltbeste Sportdirektor …“, er sitzt neben

uns und strahlt, Volker hat ihn so benannt, er mag das nicht hören,

„… hat Stück für Stück Exzellenz entwickelt.“ Raun.

„Wir sind eben ein Regattaverein,

und wer an den Start geht, will gewinnen.“

Jepp. Der Traditionsverein

Weltpremiere in Hamburg: Bei der Inklusions-WM traten Zweierteams aus Menschen mit und ohne

Behinderung in speziell angefertigten Segelbooten gegeneinander an.

will aber neben den sportlichen

Lorbeeren mehr, er will bewegen,

mitreißen und neuerdings auch sein

gesellschaftliches Engagement

mehr als unterstreichen.

„Wir wollen uns öffnen und unsere Tradition immer weiter entwickeln.“

Und jetzt kommt Sven Jürgensen ins Spiel, der mit dem Helga Cup die

weltweit erste Frauenregatta ins Leben gerufen hat, der gerade die

Tage direkt beim NRV mit der erstmalig abgehaltenen Inklusions-WM

das Thema Segeln/Sport mit Handicap und u. a. das Thema Integration

initiiert und vorantreibt, und der zusammen mit dem Vorstand nun auch

dafür Sorge trägt, dass alsbald zumindest im

NRV-Ausbildungsbetrieb bei den Begleitbooten

ausschließlich E-Motoren eingesetzt werden.

Doch damit nicht genug: Er schiebt dann gleich

auch eine Alster-Klimakonferenz an. Das ist

mal ’ne Menge Holz, was Volker bestätigt: „Wir

machen mehr, als wir können, aber wir lernen

dabei.“ Natürlich gibt es Mitglieder, die murren,

bei so vielen Veränderungen, „aber wir haben

100 Neu-Eintritte“, sagt er, so viel dazu. Und die

Effekte liegen neben den Neu-Mitgliedern auf

der Hand: 260 Kids werden aktuell ausgebildet,

es wird einen Jugendhafen geben, der NRV wird

auch baulich und nicht nur im Kopf barrierefrei:

„Unsere Idee ist es, dass bei uns jeder segeln

kann.“ Darauf noch ’ne Schorle.

Als Frühaufsteher

zur Deichrunde

Worauf habe ich mich da eingelassen? Ich bin ja für viele schräge Sachen zu haben, dachte

auch immer, dass ich morgens nicht gerade lange schlafe, stehe gegen 06:30 Uhr auf.

Nur nicht heute Morgen.

Tags zuvor hatte ich eine SMS von Tobias Puck, ob ich nicht mal Bock

hätte, morgens eine Runde am Deich zu radeln, er habe da eine

Gruppe ins Leben gerufen: Gruppetto Hamburg. Wir kennen uns schon

lange, er ist hauptberuflich Physio und hat eine Zeit lang uns Ruderern

die Wehwehchen weggeknetet.

Tobi ist einer der

Gruppetto-Road-Captains

und organisiert u. a. die

morgendlichen Ausfahrten.

Dass diese wahnwitzigerweise

schon um 04:45 Uhr

losgeht, wusste ich

vorher nicht. Also

quäle ich mich aus

dem Bett, schlüpfe

in die Lycra-Kluft und

schwinge mich noch

etwas behäbig in den Sattel. Die Straßen sind noch fast leer, an den

Deichtorhallen warten schon gut 15 andere frühaufstehende Radfahr-

Enthusiasten, die Fahrradlampen leuchten uns den Weg in Richtung

Deich. Es wird die Gruppetto-Hausrunde gefahren: 42 km am Deich,

inkl. An- und Abfahrt

so 60–70 km.

Unfassbar, es ist

jetzt 05 Uhr, wir

rollen zu siebzehnt

auf dem Deich,

es herrscht eine

herrlich familiäre

Stimmung. »

Das NRV Olympic Kite Team Flo (@kiterflo) und Leonie (@leoniemeyer) erkämpfte sich Ende September EM-Silber.

Auf Tour in Frankreich entstanden Idee und Name des Gruppetto Hamburg.

41


sporting-Lars

Die, die schon wacher sind, fahren vorne und

geben den anderen Windschatten, easy mit

33 km/h geht’s nach Riepenburg.

Ich: „Jetzt hau mal raus, Tobi, wie ist das

Ganze hier entstanden, es ist ja nicht gerade

normal, dass man so früh gemeinsam

eine Runde Fahrradfahren geht?“ Tobi muss

etwas ausholen: „Das Ganze ist während des

Corona-Lockdowns entstanden. Ich hatte das

Bedürfnis, rauszukommen, habe mich den Winter

über ziemlich gut auf der Rolle zu Hause fit

gehalten und hatte deshalb die Idee, dass ich,

wenn die ersten Lockerungen kommen, mit

ein paar Kumpels nach Frankreich fahre und

dort 3 Tage nonstop auf dem Rad sitze. Jeder

Tag sollte härter sein als die härteste Etappe

der Tour de France, also immer um die 150 km

plus 4.000 Höhenmeter. Ich habe alle Sportler

© Fotos: Tobias Puck

mehr als 42 km/h über den Deich. Wer

nicht mithalten kann, lässt sich zurückfallen.

Bei dieser Fahrt handelt es sich,

lasse ich mir das erklären, um einen

Drop Ride: Wer das Tempo nicht mehr

fahren kann, muss alleine zurück, ganz

anders als bei den anderen Ausfahrten,

wo immer aufeinander gewartet wird.

Hartes Training eben.

Wir sind auf dem Rückweg, so langsam

wird mir klar, warum sich die Gruppe am

Morgen trifft. Herrlich sieht es aus, wie

die Sonne aufgeht, alles in Gold erstrahlt.

Das Gruppetto Hamburg ist inzwischen

auf eine fast unzählige Zahl an Radfahr-

Enthusiast*innen herangewachsen und

dürfte damit eine der größten Communities

in Hamburg sein. Jetzt im Winter

Sonnenaufgang Typ Postkarte (die gab es mal): Schöner kann man kaum in den Tag starten.

angeschrieben, die ich von meiner Arbeit kannte, am Ende sind wir

zu elft aufgebrochen. Das Lustige war, ich kannte alle, von den Jungs

kannte sich untereinander aber so gut wie niemand. Über die Fahrt

nach Frankreich, mit 2 Bussen und guten 12 Stunden Fahrt, lernten

sich alle kennen. Und schon am nächsten Tag fuhr man in Gruppen

gemeinsam auf die Berge Col de la Madeleine, Col du Glandon, Col

du Galibier, Col du Mollard und Les Sybelles. Dabei entstand der

Gedanke, dass diese Freiheit, die man auf dem Fahrrad hat, das

Naturgefühl, das Für-einander-da-sein in einen Namen integriert

werden musste, damit dieses Gefühl auch in Hamburg Bestand

haben sollte. So kamen wir zum jetzigen Namen Gruppetto Hamburg.“

„Gruppetto“ bezeichnet im Radsport eine Gruppe von Fahrer*innen,

die sich bei größeren Rundfahrten auf Bergetappen am Ende des

Fahrerfeldes bildet, damit man gemeinsam ins Ziel kommt und das

Zeitlimit nicht überschreitet. Das Gruppetto zeichnet sich dadurch

aus, dass jeder für den anderen da ist, egal für welches Team er

fährt. Ersatzteile, Trinkflaschen, Verpflegung werden geteilt, damit

das gemeinsame Ziel, in der Karenzzeit zu bleiben, erreicht wird.

„Und genau das“, so Tobi, „leben wir jetzt auch hier in Hamburg.

Wir sind eine extrem schnell gewachsene Community, super bunt

gemischt, vom Olympiateilnehmer über die aktuelle Triathletin bis

hin zum Grafikdesigner, der einfach Laune hat, sich morgens vor

der Arbeit zu bewegen. Jede und jeder darf dabei sein!“ Mitbringen

muss man nicht viel: ein Fahrrad und Spaß. Alles andere kann man

lernen. Bei den Gruppenausfahrten sollte man sich nicht abschrecken

lassen, dass die mit 30 km/h am Wochenende auch gerne

mal um die 120–150 km lang werden. Dadurch, dass man in der

Gruppe fährt, ist das Tempo leicht zu bewältigen, und auch

hier kommt der Gruppetto-Gedanke zum Tragen: Wer fit ist,

bietet Windschatten für die anderen, damit man gemeinsam

Spaß an der Bewegung hat.

Mittlerweile gibt es auch das „Speedfest“, bei dem jede*r teilnehmen

kann, die*der gerne auch mal hart trainieren möchte. Es geht mit

werden die Ausfahrten am Morgen nicht

mehr klappen, dafür findet am Wochenende

eigentlich immer was statt, sofern das Wetter mitspielt. Und

ansonsten geht es eben wieder auf die Rolle zum Radfahren, auch

dort trifft man sich für gemeinsame Ausfahrten, auf der virtuellen

Plattform Zwift: echter E-Sport. Für 2021 plant man schon wild mit

gemeinsamen Trainingslagern und Urlauben und hofft, dass Corona

keinen Strich durch die Rechnung macht.

Zurück in Hamburg, es ist kurz nach 07 Uhr, aber 70 km sind schon in

der Tasche und der Tag liegt uns noch zu Füßen. Ich fühle mich direkt

als Teil der Gruppetto-Familie. „Den Ideen für die Community sind

keine Grenzen gesetzt“, meint Tobi, „nächstes Jahr startet vielleicht

mit den ambitionierten Fahrern unter uns ein Rennteam.“ Trikots

dafür würde es schon mal geben, und, wie sollte es anders sein,

mit einem dezenten Farbspiel von gelb, rosa und rot (die Farben der

Führenden in der Gesamtwertung der Tour, Vuelta und des Giros) auf

dem Rücken wird der großen Rundfahrten

und des Zusammenhalts vom Gruppetto

gedacht. Auf dem Weg nach Hause denke ich

nur, dass es schon eine coole Sache ist, die

sich da entwickelt, denn solche Communities

kannte ich bis jetzt nur aus dem Laufsport.

Ab jetzt bin ich auch im Gruppetto Hamburg.

Wer Lust und Laune hat, auch mal in einer

Gruppe unterwegs zu sein oder einfach nur

an den Impressionen teilhaben möchte, was

man morgens so am Deich sieht, kann gerne

über Instagram (@gruppetto.hamburg)

Kontakt aufnehmen. Oder über Strava

(www.strava.com/clubs/716641), dort

werden auch alle Ausfahrten angekündigt.

43


Integration

© Fotos: TV Fischbek

„Willkommen im

Sport“

Der TVF ist Stützpunktverein des Programms

„Integration durch Sport“ des DOSB und des Hamburger Sportbunds.

ten helfen, oder sie sogar selbst anleiten, das macht Angelika Czaplinksi

besonders glücklich. Der afghanische Übungsleiter, der erfolgreich eine

Taekwondo-Gruppe aufgebaut hatte, wurde asyltechnisch abgelehnt,

die Gruppe gibt es nun nicht mehr. Bitter für den TV Fischbek, erst

recht für ihn. Ende der Geschichte, krasses Beispiel. Aber auch durch

Umzüge oder Zuweisungen in Unterkünfte in anderen Stadtteilen sind

schon viele Kontakte leider verlorengegangen. „Manche versuchen

dann, trotzdem immer noch den weiten Weg zu uns zu kommen“,

erzählt Angelika, „aber wir sagen ihnen, dass es auch in den anderen

Stadtteilen klasse Sportvereine und -angebote gibt.“ Meistens klappt

das dann auch.

Die Fluktuation ist ziemlich groß. Kinder entdecken natürlich andere,

neue Sportarten oder Interessen und sind weg. Das ist aber ja

ganz normal. Die sehr talentierte

Laufgruppe des TV Fischbek, viele Schnucke(n)lig: Gemeinsamer Ausflug in die Fischbeker Heide.

Eritreer waren dabei, sie hatte sogar als Staffel am Hamburg-Marathon

teilgenommen, existiert auch leider nicht mehr, weil der TVF keine

Leichtathletikabteilung mehr hat. Die besten und interessiertesten ihrer

Läufer starten dafür jetzt für den HNT nebenan. Andere haben aber das

Laufen aufgegeben: „Sie haben das nur gemacht, um etwas zu haben,

ein Gemeinschaftserlebnis.“ Aber das ist ja auch gut so.

Und wenn dann bei Wochenend-Freizeitangeboten auch Familien

mit Geflüchteten teilnehmen, dann ist das einfach nur schön – und

Bestätigung zugleich. In diesem Jahr, alle Einschränkungen mit im

Gepäck, ging es im Juni in die Fischbeker Heide zum Schnuckenstall.

Plötzlich waren da überall Schafe, hieß Glücksmomente und Erlebnisse

für die Kids, ihre Familien und auch die Betreuer. „Wir tun hier, was wir

können“, sagt Angelika und fügt hinzu: „Wir bekommen aber auch

etwas zurück. Das ist sehr schön.“

das Projekt, mit dem die Integration geflüchteter

Menschen durch den Sport in ihre

neue Heimat erleichtert werden sollte. Vor

…hieß

viereinhalb Jahren war das. Da hatte der TV

Fischbek nämlich richtig hohen Besuch: aus der Politik und der obersten

deutschen Sportfunktionärsebene.

Die damalige Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung

für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoguz schaute vorbei,

auch Walter Schneeloch, der Vizepräsident des Deutschen Olympischen

Sportbundes (DOSB). Der offizielle Startschuss für dieses Projekt fiel

nämlich in Fischbek. Das war natürlich auch eine Anerkennung für die

Arbeit dort, denn die machen da schon einen ziemlich klasse Job. „Wir

versuchen durch unsere Sportangebote, die Menschen ranzuholen“,

sagt Angelika Czaplinski, „und das gelingt uns ganz gut.“

Schneeloch und Özoguz sind in ihren damaligen Jobs längst Geschichte.

Angelika nicht. Im Gegenteil: Sie ist weiterhin voller Power als Integrationsbeauftragte

ihres rund 1.000 Mitglieder zählenden Vereins tätig. Zeit

also, rund fünf Jahre

nach der Einwanderungswelle

von 2015,

mal nachzufragen:

Wie läuft´s denn jetzt

so beim TVF? „Gut“,

sagt sie sehr spontan,

„wir versuchen, den

Bedarf bei den Menschen

abzufragen,

entsprechende Angebote

zu machen und

sie in den Verein zu holen.“ Es hat sich eine Menge

geändert: Die Erstaufnahme Am Aschenland ist

mittlerweile geschlossen, dort vor Ort hatten

Angelika und ihre Mitstreiter praktisch vom ersten

Tag an sportliche Angebote gemacht. Und wenn

sie mal auch nur mit Bällen kamen, brummte der

Hof. Direkt nebenan liegt nun eine Folgeunterkunft,

hier leben Familien in ihren eigenen Wohnungen.

Bis Ende 2019 war der TVF auch dort mit zwei

Sportangeboten in der Woche am Start. Das geht

nun nicht mehr. Einmal natürlich wegen des verdammten Virus. Aber

auch strategisch, weil sie nämlich die Leute rausholen wollen aus der

Unterkunft, rein ins Alltagsleben. Abgesehen davon: „Der Sport soll

nicht in den Häusern stattfinden.“

Vielmehr sollen sich alle ausprobieren. „Sport in Vielfalt“ für Kinder und

Jugendliche soll die Begeisterung für Bewegung in der Gemeinschaft

fördern. Spiel und Spaß, für Kinder unterschiedlichen Alters, und zwar

eben gemeinsam. Das ist wichtig, hat Angelika beobachtet. „Es kommen

nämlich oft größere Geschwister mit, die auf die Kleinen aufpassen

sollen.“ Oder umgekehrt: Die Großen wollen Sport machen, haben

aber die Kleinen im Schlepp. „Angebote für die ganze Familie sind

deswegen sehr gefragt.“ Teilweise sind sogar die Eltern dabei. Nicht

immer mögen die Eltern anderen Menschen ihre Kinder anvertrauen.

„Der Familiensport am Sonnabend ist ein Hit“, sagt Angelika. In normalen

Zeiten, die wir seit März ja leider nicht mehr haben, gehörte sogar immer

noch ein gemeinsam zubereitetes Frühstück dazu. Mittlerweile wird

alles extra portionsweise vorbereitet, Stichwort Hygiene. Das tut dem

Spaß aber keinen Abbruch. Oft schnacken oben in einem Raum über der

Sporthalle die Eltern und Betreuer über diverse Alltagsfreuden, auch

-sorgen, während die Lütten unten toben. So soll das sein.

Dass sich mittlerweile schon Jugendliche und junge Erwachsene aus

Migrantenfamilien gefunden haben, die dem Verein bei den Sportangebo-

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12

JA HRE

Integrierte Kindergruppe beim Turnen.


sporting-Katharina

© Fotos: ISV Alsterdorf e. V.

Ruhe im

Karton

achten und

darauf achten,

welche

Übung dem

Körper guttut

und

welche

nicht.“ Amba, sehr selbstbewusst:

„Durch Kreativität, Wissen und

Erfahrung kann ein*e Yogalehrer*in

die Übungen für alle

Teilnehmenden anpassen und somit

auch barrierefrei gestalten.

Ich möchte Yoga gern an viele verschiedene Menschen weitertragen

und denke, dass Yoga jede*r machen kann, auch Menschen mit

geistiger Behinderung oder mit psychischen Erkrankungen.“

Amba beschreibt: „Ich kam zum Yoga, weil ich übergewichtig war

und viele Sportarten ausprobiert hatte, um abzunehmen. Ich fand

Yoga sofort interessant. Es hat mir nicht nur geholfen, abzunehmen,

ich habe auch schnell gemerkt, dass Yoga nicht nur meinem Körper

guttut, sondern auch meiner Seele. Ich habe gelernt, mich so

anzunehmen, wie ich bin.“ Sie unterrichtet Sivavanda-Yoga, das

ist dem Hatha-Yoga recht ähnlich, es geht hierbei vor allen Dingen

um gesundheitliche Aspekte, neben der Idee des inneren Friedens.

Sie bietet auch einen Trauma-Yogakurs an, hier will sie Menschen

bei der Bewältigung ihrer Krisen behilflich sein.

Mit diesem klassischen Kurs will

sie eine wirklich bunte, inklusive

Truppe weiter aufbauen: dickdünngroßkleinaltjunghandicapodernicht.

Inklusion ist für sie, wenn

alle Menschen gleich sind. Sehr

beeindruckend: „Meine Muttersprache

ist Gebärdensprache.“

Und jetzt kommt Ihr.

Wer sich angesprochen

fühlt,

um nicht angesprochen zu werden, wer

großes Interesse hat, bei Ambas Inklusionsyoga

dabei zu sein, ist ein Fuchs und

Unterstützt von: Evangelische Stiftung Alsterdorf

meldet sich am besten direkt bei:

ISV Alsterdorf, Johannes Fürst,

Wer mitreden will, sollte zumindest einmal mitgemacht

haben. Also (mit)machen wir uns auf nach

Alsterdorf, zum Yoga beim ISV, dem inklusiven

Sportverein in Alsterdorf.

Yoga kann man auch in Altona machen,

aber eben nicht so. Unsere Trainerin

ist nämlich Amba. Sie ist gehörlos,

spricht deswegen auch nicht, zack,

der Yoga-Kurs ist inklusiv, reden

nützt nix, aber wir können sowieso

alle auch schön mal die Klappe

halten. Um mal eins vorwegzunehmen:

Wir sind begeistert. Zum

einen: Stille ist auch mal King, zum

anderen: Wenn Inklusion schon bei

der Übungsleiterin anfängt, macht´s

doppelt Sinn. Also Turnbeutel ausgepackt

und los geht’s. Amba kommuniziert während der

Stunde mit ihrem Körper, mit Mimik, Gestik. Sehr

schnell gewöhnen wir uns ans simple Nachmachen,

vielmehr setzen wir uns sogar intensiver, ganz anders,

mit der Bewegung auseinander: Warum jetzt

so und nicht anders, was ist die Idee, … Sonst gibt’s

beim Yoga Befehle per Headset und sphärische,

GEMA-freie Klänge über Lautsprecher, heute ist

hier aber Ruhe angesagt. Und mit ihren Blicken gibt

sie uns leider durchaus zu verstehen: Alter, weiter

runter, oder (uns lieber): nicht übel. Sie korrigiert

auch individuell, für sie kann überhaupt jede*r Yoga machen. Und

natürlich bei ihr.

„Jeder Mensch nach seinen Fähigkeiten“,

erklärt sie ihre Idee im

Anschluss an die Stunde (wir kommunizieren

schriftlich), „man muss

dabei nicht perfekt sein.“ Wer ist

das schon. „Wichtig ist, dass die

Teilnehmenden ihren Körper beob-

Tel.: 040 5077 3703,

Mail: info@isv-alsterdorf.de

www.isv-alsterdorf.de

46

Yogalehrerin Amba Uschakow (re.) ist gehörlos. Es kann trotzdem jede*r mitmachen, man muss keine Gebärdensprache können.


sporting-Marco

Teil 1

A B C

© Fotos: Daniela Kerschbaumer

Ohne Warm-up

Immer wieder muss man sich ja auch mal zum Sport zwingen, den

Schweinehund überwinden, Schietwetter, ... Gründe gibt es diverse und

der Kreativität sind auch da ja kaum Grenzen gesetzt. Man geht dann

Arsch ab.

A 30 Sekunden einfaches Hüpfen.

Hier wird nur spielerisch auf dem

Vorfuß gefedert. Alle Körperteile

bleiben locker. Ich nenne es

Aktivierung.

B 30 Sekunden einfaches

Hüpfen mit Armen.

Wir bringen jetzt die Arme locker,

aber lange mit ins Spiel.

C 30 Sekunden kleine Jumping Jacks

(die guten alten Hampelmänner).

Arme und Beine bekommen

größere Amplituden.

Eine Minute lockere, aktive Pause

Dann wird aber oft mal eben das Aufwärmen, das Warm-up, ersatzlos

gestrichen. Lieber gleich an die Geräte. Fataler Entschluss, denn ein

Aufwärmen ist mehrschichtiger und deswegen wichtiger, als Du denkst.

Bist Du heiß genug aufs Training?

Richtig, es geht um Deine Temperatur. Wir erzeugen mit dem Aufwärmen

eine Art gesundes Fieber: Die Erhöhung der Körperkerntemperatur

auf bis 39 Grad sorgt dafür, dass Strukturen wie Bänder, Sehnen und

Muskeln mehr verzeihen und flexibler werden. So werden unnötige

Verletzungen vermieden. Autos muss man ja auch erst warm fahren,

bevor man Vollgas gibt.

Bist Du auf Touren?

Das Warm-up erhöht Deine Drehzahl, den Kreislauf, heißt: Dein Herz

pumpt schneller und stärker. Sehr wichtig, denn damit schießen wir

stärker und öfter Blut durch den gesamten Körper. Sauerstoff und

Nährstoffe werden zu den Muskeln befördert, Abfallprodukte und

Kohlendioxid abtransportiert. Wenn dieser Prozess erst beim Vollgas-

Training stattfindet, könnte es zu einer Übersäuerung der Muskulatur

kommen, mögliche Folge: Leistungsminderung oder gar Trainingsabbruch.

Läuft’s wie geschmiert?

Deine Gelenke sollten für das Training gut geölt werden. Keine Angst,

das muss man nicht wie beim Auto selber im Blick haben. Bei uns

macht es der Körper eigenständig, wenn wir das Signal setzen. Das

Aufwärmtraining sorgt für die Produktion von Synovialflüssigkeit, einer

Gelenkschmiere, die unsere Gelenke gleitend und geschmeidig macht.

Ohne sie kommt es bei hohen Belastungen massiv zu Knorpelverschleiß.

Gelenkarthrosen und andere Sorgen können dann später den Alltag

erschweren.

Gut genervt?

Auch für unser Nervensystem ist das Aufwärmen von großer Bedeutung,

da unsere Muskeln darüber angesteuert werden. Die Reaktionsfähigkeit

wird erhöht und die Muskulatur kann insgesamt effizienter und

ökonomischer zum Einsatz kommen.

hoffentlich doch, aber am liebsten nur ganz kurz und knackig.

1Teil 2

Alles klar

bei dir?

Dein Body ist startklar,

Ein weiterer, aber aber Achtung, auch wichtig: Bitte nicht

sehr wichtiger Vorteil,

vergessen, unseren sportinghh-Insta zu

der jedoch seltener

abonnieren, da könnt Ihr nämlich demnächst

dieses Warm-up als Video sehen.

kommuniziert wird,

ist der „mentale Part“,

der Fokus: Deine Insta: @sportinghh

Konzentration auf

das bevorstehende

Training, Dein

Wer konkrete Fragen an Marco hat, sendet

einfach eine Mail an:

Engagement. Aus

marco@sporting-magazin.de

der Formel 1 ist das

Warm-up genau dafür

vorgesehen: jede

Kurve, jeder Streckenabschnitt, die Taktik. Man sieht daran, auch die

ganz Großen würden nie auf ein Aufwärmtraining verzichten.

Warm-up also wichtig. Check.

Aber wie wärme ich mich auf?

Was für den einen ein Aufwärmtraining ist, ist für den anderen schon ein

komplettes Workout und umgekehrt. Folgende Regeln werden helfen:

1. Wir fahren auf maximal halber Kraft bei ca. 30–50% unserer

maximalen Leistungsfähigkeit.

2. Das Warm-up darf nicht ermüdend sein.

3. Es soll den ganzen Körper bedienen, schwerpunktmäßig darf

es aber Regionen aufwärmen, die wir später trainieren wollen.

4. Es sollte Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit beinhalten.

5. Wir steigern uns von leicht auf mittelschwer, von einfach nach

komplex und von klein nach groß.

Für Euch habe ich eine kleine Warm-up-Routine zusammengestellt.

Probiert es aus! Das Level ist Mittelstufe und dauert keine 10 Minuten.

B

C

A 60 Sekunden rückwärts Schultern kreisen.

Breiter Stand, die Knie wippend im Rhythmus der kreisenden

Schultern mitbewegen. Bewegung langsam

größer werden lassen.

B 30 Sekunden breite Squats (Kniebeugen).

Hier geht es um saubere Ausführung, Beweglichkeit in

der Hüfte und Benutzung großflächiger Muskulatur.

C 30 Sekunden breite Squats mit dynamischen Armen.

Zeitgleich zur Kniebeuge werden die Arme lang und

möglichst aufrecht nach oben gerichtet.

D 30 Sekunden vorgebeugtes Rotieren.

Mit leicht angewinkelten Beinen wird der Oberkörper

möglichst waagerecht mit langen Armen gehalten,

der Körper wird dabei torsionsartig um die Achse der

Wirbelsäule gedreht.

Eine Minute lockere, aktive Pause

48

D


A

B

3

sporting-Marco

Teil 3

WICHTIG! Fühlst Du Dich unwohl, wird Dir

schwindelig: Training abbrechen. Das versteht sich.

A 1 Minute langer Ausfallschritt

mit Oberkörpermobilisation.

Die lange und tiefe Beinstellung

wird mit einer Mobilisation

für Schulter und

Wirbelsäule kombiniert, dabei

verfolgt Ihr mit den Augen die

Hand beim langen Öffnen in die

obere Position. Danach bringt

Ihr den Ellenbogen Richtung

Boden. Dann wieder oben und

dann beide Hände am Boden

und über die Plank in den

Seitenwechsel.

B 30 Sekunden dynamischer

Ausfallschritt mit Oberkörpermobilisation.

Wir starten in der Plank. Bringt

den Fuß nach vorne in den

Ausfallschritt, der Arm geht

synchron in die offene Haltung

nach oben. Dann geht es zurück

in die Plank, nun die andere

Seite.

© Fotos: Daniela Kerschbaumer

IMPRESSUM

sporting hamburg

Stadtsportmagazin

c/o steuermann sport GmbH

Stresemannstraße 375

Eingang 8, 4. OG

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Herausgeber

Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

martin@sporting-magazin.de

Redaktion

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Andreas Hardt, Marco Santoro,

Manuela Tanzen, Lars Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

Manuela Tanzen

manuela@sporting-magazin.de

Art Direction und Layout

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arndt@sporting-magazin.de

Druck

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übernommen; der Verlag setzt

bei Eingang voraus, dass alle

Rechte und Honorarfragen

geklärt sind. Erscheinungsort

und Gerichtsstand ist Hamburg.

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

KÖNNEN SOWIESO

Juliane Bötel (29), Bachelor in Politikwissenschaft,

studiert Urban Design (M.A.) an der HafenCity Universität

Hamburg

Aktuelle Rolle im Sport: 2. Vorsitzende der

Hamburger Sportjugend und Vertreterin der Verbände

mit besonderen Aufgaben (VmbA) in der Deutschen Sportjugend

(dsj) sowie in der DOSB­Frauenvollversammlung

„FRAUEN im Sport…

sollen-können-müssen

mitentscheiden, mitgestalten,

mitspielen,

mitdiskutieren und

sichtbar sein. Gleichberechtigt

und selbstverständlich

– wie alle

Menschen, die Sport

lieben und (fast) unabhängig

davon, wer

sie abseits der Spielfelder

sind.“

Hamburger Sportsfrauen fordern Fairplay!

50

Kontakt: d.kuhn@hamburger-sportbund.de

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