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2021_04_impuls

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Ausgabe 04 | 2021 • 9. März 2021

Sonderthema

SCHRITT FÜR SCHRITT

ZUM TRAUMHAUS

Viele Tipps auf den Seiten 21–28

Foto: Eiter

Stefanie Pupeter und

Bettina Krismer aus

Arzl haben auch im

Winter keine Scheu

vor dem Wasser.

Seite 5

Unternehmen des Monats Seite 19

Tradition und technischer Fortschritt in Kombination.

Holzbau GEMA OG GEMA Baumeister OG

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DAS GANZE JAHR

Laufend tolle Aktionen


Der Seemann Harry hat die Welt gesehen

Hartmann Stigger aus Haiming war 37 Jahre lang Koch auf schwedischen Schiffen

„Neben Haiming, meinem geliebten

Geburts- und Heimatort,

ist für mich die Südseeinsel Rarotonga

der schönste Platz auf

dieser Erde!“ Das sagt einer, der

in seinem Leben die Welt zirka

50 Mal umrundet hat. Hartmann

Stigger war auf allen Kontinenten.

Die meiste Zeit davon

auf den Weltmeeren. Genau 17

Jahre lang verköstigte er Reisende

auf einem Luxusschiff, 18

Jahre lang war er für die Verpflegung

der Matrosen auf Frachtschiffen

zuständig. Heute noch

telefoniert Harry mit Freunden

in Englisch und Schwedisch.

Medieninhaber, Verleger:

Oberländer VerlagsGmbH

6410 Telfs, Bahnhofstraße 24

Tel. 05262/67491, Fax: -13

www.impuls-magazin.at

2 9. März 2021

impressum

Die Informationen zur Offenlegung gemäß

§ 25 MedienG können unter http://unternehmen.oberlandverlag.at/ovg/unternehmen/

impressum.html abgerufen werden.

Herausgeber:

Günther Lechner, Wolfgang Weninger

Redaktion:

Friederike Bundschuh-Rieseneder (fb),

Peter Bundschuh (pb), Agnes Dorn (ado),

Meinhard Eiter (me), Irmgard Nikolussi (irni),

Christian Novak (novi),

Anna Praxmarer (prax),

Daniel Rundl, Nina Schrott (nisch),

Johanna Tamerl (jota), Lisi Zangerl (lisi)

e-mail: redaktion@impuls-magazin.at

Anzeigen:

Simone Amplatz, Tel. 0676 - 846 573 - 19

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Cornelia Falkensteiner, Tel. 0676-846 573 - 28

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Martina Witting, Tel. 0676-846 573 - 21

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Druck: Walstead NP Druck GmbH

Die nächste Ausgabe

erscheint am 23. März 2021

Hunderte Fotos, Prospekte von Schiffsreisen, Speisekarten, exotische Kunst -

werke und andere Erinnerungen an seine Zeit als Seemann hütet Hartmann

Stigger in seinem Haus in Haiming.

Foto: Eiter

„Ich hatte eine karge, aber wunderschöne

Kindheit. Mein Vater

Johann ist mit 49 Jahren gestorben,

als ich elf Jahre alt war. Unsere

Mama Erna stand mit fünf Kindern

alleine da. Eine Zeit lang leitete

sie unsere Tischlerei, die später

mein Bruder Herbert übernommen

hat. Ich habe dann schon als

15-Jähriger als Tankwart Nachtschichten

gemacht. Danach war

ich einen Winter lang mit meinem

Bruder Helmut, der in der

Schweiz als Hotelportier arbeitete,

als Brotauslieferer im Skiort Arosa.

Danach habe ich im Feldkircher

Zentralhotel Löwen Koch gelernt

und im Anschluss noch bei einem

Mövenpick-Restaurant in Luzern

und auch in St. Gallen gearbeitet,

ehe mich das Reisefieber gepackt

hat“, erzählt Stigger.

Über England aufs Schiff

„Mein Kindheitstraum war es, in

England zu arbeiten. Und so bin

ich in Bournemouth, einer Stadt

an der britischen Südküste, gelandet.

Da habe ich in einem tschechischen

Restaurant gearbeitet,

das ein Cousin von unserem Altkanzler

Bruno Kreisky geleitet hat.

Ein Arbeitskollege hat mir dann

erzählt, dass man als Schiffskoch

gutes Geld verdienen kann. Mit

22 Jahren habe ich dann als 3.

Koch bei einem Luxusliner begonnen,

der Gäste von Europa nach

Amerika brachte. Insgesamt 480

Beschäftigte haben sich dort um

450 noble Passagiere gekümmert.

Im Jahr 1977 wechselte ich dann

auf Frachtschiffe. Dort war ich zuletzt

als Stewart für die gesamte

Verpflegung bis hin zu den Reinigungsmitteln

zuständig. Ich musste

Reisen planen, bei denen wir

mehr als zwei Monate auf hoher

See waren. So lange brauchst du

zum Beispiel, wenn du Güter vom

persischen Golf nach Japan transportierst“,

fasst Hartmann sein

Berufsleben kurz und knapp zusammen.

Mehrmals in Seenot

Mittlerweile ist Harry, der mit 59

Jahren seinen verdienten Ruhestand

angetreten hat, bereits seit

20 Jahren in Pension. Er genießt

das Leben in seinem Haus in Haiming,

das er gemeinsam mit seinem

älteren Bruder Herbert und

seiner jüngeren Schwester Loni

und deren Ehemann bewohnt.

Hartmann ist eigentlich wortkarg.

Aber wenn er einmal ins Reden

kommt, erzählt er guten Freunden

gerne von seiner Zeit auf hoher

See. „In jungen Jahren haben wir

bei unseren Hafenaufenthalten

natürlich nichts ausgelassen. Am

Ende meiner Laufbahn bin ich sogar

bei unseren Ladestopps oft auf

dem Schiff geblieben. Ich habe viel

Schönes gesehen. Aber auch gefährliche

Situationen erlebt. Einmal

waren wir während des Krieges

zwischen dem Irak und den

Iran in den Golf gefahren. Vor der

Küste von Kanada war das Meer

einmal bei minus 44 Grad großteils

eingefroren. Da musste uns

mit Helikoptern die Hafenanfahrt

frei gesprengt werden“, verrät Harry,

der zahlreiche Unwetter überlebt

hat, bei denen die Wellen des

Atlantik und des Pazifik mehr als

25 Meter hoch schlugen.

Malerei als Ausgleich

Auf Passagierschiffen arbeitete

Hartmann neun Monate pro Jahr

am Schiff und hatte drei Monate

Heimaturlaub. Als Koch auf

Frachtschiffen war er immer ein

halbes Jahr auf See und sechs Monate

zuhause. Über all die Jahre

waren schwedische Werften sein

Arbeitgeber, auch seine Pension

bezieht Stigger aus Schweden. Um

sich die Zeit zu vertreiben, begann

Harry zu malen. Er verwandelte

seine Kajüte in ein Atelier. Neben

dutzenden Bildern von Frauen,

Tieren und Landschaften ist Harry

stolz auf das Ölbild, das er von seiner

Mama Erna gemalt hat. Sein

Wohnzimmer und andere Räume

seines Hauses zieren aber auch viele

Mitbringsel seiner Seereisen.

Porzellanteller, Kunst aus Afrika,

Asien und der Südsee. Dazu exotische

Speisekarten und Prospekte

von Reiserouten. Und natürlich

hunderte Fotos. Hartmann, der

bei seinen Heimataufenthalten als

leidenschaftlicher Fasnachtler stets

sehr traditionsverbunden war, hütet

in seinem Haus Schätze, die einer

kleinen Weltausstellung gleichen.

Und auch wenn er selbst in

seinem Leben einige Freundinnen

und Lebensgefährtinnen hatte,

war er nie verheiratet. Familie sind

seine beiden noch lebenden Geschwister

Herbert und Loni. Mit

ihnen will er, so es die Gesundheit

erlaubt, heuer am 1. August ganz

im Stillen seinen 80. Geburtstag

feiern. Ob er dabei auch selbst

kocht, weiß er noch nicht. Aber

ein bisschen was erzählen wird er

schon…

(me)


Rudolf Juens geschichtliche Spurensuche …

Landecks Bezirkschronist hat über 160.000 Bilder archiviert

Rudolf Juen aus Flirsch ist seit

seiner Kindheit an historischen

Besonderheiten interessiert.

2002 übernahm er die Arbeit als

Chronist in Flirsch, seit fast 15

Jahren ist er als Bezirkschronist

von Landeck tätig. In dieser Zeit

hat er über 160.000 Bilder archiviert,

bedeutende Ausstellungen

organisiert oder in verschiedensten

Gemeindechroniken recherchiert.

Rudolf Juen recherchiert als Chronist besonders oft in alten Schriften.

„Geschichte ist mein Steckenpferd“,

davon ist Rudolf Juen, der

derzeit an einem besonderen Projekt

arbeitet, fasziniert. „Momentan

übersetze ich eine alte Chronik

von Dekan Johann Lorenz über

Strengen!“ Dekan Lorenz lebte

zwischen 1871 und 1946, war genauso

wie Rudolf Juen ein gebürtiger

Strenger und hat in einem

ganzen handgeschriebenen Buch

mit 540 Seiten eine Chronik über

Strengen verfasst. „Es ist unglaublich,

was alles drinnen steht. Vieles

habe ich selber nicht gewusst“, ist

Juen begeistert, der seit dem Sommer

2020 an der Übersetzung von

Kurrentschrift in lateinische

Schrift arbeitet. „Mittlerweile bin

ich auf Seite 449 angekommen,

anfangs war es sehr schwierig, aber

inzwischen läuft es sehr gut“, freut

sich der engagierte Chronist.

Juen ist mit dem Tiroler Bildungsforum

in Kontakt, die Chronik

werde nach der Fertigstellung mit

einem eigenen Programm eingelesen

und dann gedruckt. Eine Reha

und die Ausgangsbeschränkungen

durch Covid-19 veranlassten Juen,

die Zeit zu nützen und diese spezielle

Chronik für die Nachwelt

lesbar zu machen. Die Chronik

umfasst auch Sagen, Almen, Pläne

einer Taja, eine Beschreibung der

Flurnamen und Weilern. „Es sind

sogar die Hausnamen, die in

Strengen noch eine große Bedeutung

haben, erklärt und die Herkunft

wird beschrieben“, erklärt

Rudolf Juen, der damit ein wichtiges

Zeitdokument transkribiert.

Auch fand der Beginn der Besiedlung

von Strengen ganz oben am

Berg statt. Sagen, aber auch die

Geschichte von Heinrich Findelkind

in St. Christoph oder Zweidrittelgericht

sind darin enthalten

und zeugen von der Bedeutsamkeit

in der damaligen wie heutigen

Zeit.

Bedeutende Chronik

„Johann Lorenz war Kooperator

und Pfarrer, später Dekan in Matrei

und 20 Jahre in Prutz, ehe er

als Frühmesser in Silz seinen Lebensabend

verbrachte. 1945 übergab

Lorenz, der auch eine Chronik

über Prutz und das Kaunertal verfasste,

die Chronik an den Strenger

Roman Köll, der sie in der Folge

dem damaligen Ortschronisten

und Gemeindeamtsleiter Johann

Alois Auer übergab und seit dieser

Zeit wird sie in Strengen aufbewahrt.“

Rudolf Juen schreibt seine

Übersetzung von einer CD herunter.

„Chronist Roland Mair hat

jede Seite fotografiert und ich

schreibe das jetzt!“ Aber auch historisch

Bedeutsames von Flirsch

weiß Juen zu berichten. Bis 1814

gab es Flirsch gar nicht, es gehörte

zur damaligen Gemeinde Rallsberg

(Strengen) und Pettneu.

Auch gibt es Naturereignisse, wie

Lawinenabgänge, die Flirsch sehr

geprägt haben. „Im Kirchturm,

der 1815 errichtet wurde, sind

Zeitdokumente erhalten, wir haben

bei der Renovierung wichtiges

Zeitgeschehen dokumentiert und

wieder in der Kugel verwahrt!“, so

Juen, der noch über eine weitere

Besonderheit berichten kann,

nämlich, dass in der Kirchturmkugel

ein Gewehreinschuss war.

„Man weiß nicht, wie oder wann

das passiert ist, die Kirchturmkugel

wurde wieder gerichtet und gut

verschlossen“, weiß Juen zu erzählen,

der auch schon verschiedene

Vorträge hielt.

Überall Geschichtliches

Juen lernte Elektriker bei der Tiwag

in Zams, arbeitete nach der

Gesellenprüfung im Paznaun und

Pettneu, ehe er eine Stelle als Techniker,

nach der Meisterprüfung

ebenfalls bei der Tiwag, in Landeck

antrat, die er bis zu seiner Pensionierung

ausübte. Fotografieren

ist ein weiteres Hobby des 73-Jährigen,

der damit auch seine Chroniken

ergänzt. „Geschichte kann

man immer und überall kombinieren!“

Vielseitig interessiert

„Meine Frau Melitta und ich

machten Kulturreisen mit dem Tiroler

Bildungsforum auf den Spuren

der Habsburger in die

Foto: privat

Schweiz, auf den Spuren der Fugger

nach Deutschland und an die

Front des Ersten Weltkrieges in die

Dolomiten und an den Isonzo. In

Zeiten wie diesen ist es aber derzeit

nicht möglich!“, bedauert Juen,

der sich mindestens ein Jahr auf

seine Reisen – oft zu historisch bedeutenden

Orten – vorbereitet.

Rumänien, Siebenbürgen, dreimal

Israel oder Indien zählen ebenfalls

zu den Höhepunkten, die Juen

mit seiner Frau erlebt hat. „Wenn

man im Vorfeld gut recherchiert,

sieht man viel“, ist Rudolf überzeugt,

der auch 10 Jahre bei der

Schützengilde Oberschützenmeister

war. Seit vielen Jahren singt er

auch im Kirchenchor und ist seit

mehr als 48 Jahren bei der Bergrettung.

12 Jahre lang war er auch bei

der Volkstumsgruppe „Die lustigen

Arlberger“ dabei. „Schifahren,

Sport und Schießen, aber auch E-

Biken gehören zu meinen weiteren

Lieblingsbeschäftigungen“, freut

sich Juen, der mit dem E-Bike gerne

die Strecke Flirsch bis nach St.

Anton, Verwall und retour zurücklegt.

Seine Frau und er schätzen

aber auch die gemeinsame Zeit

mit ihren mittlerweile drei erwachsenen

Söhnen Martin, Thomas

und Stefan. (jota)

9. März 2021 3


In der Heimat ist es doch am schönsten

Ferdl Nöbl aus St. Anton am Arlberg ist auch mit über 80 noch als Skilehrer aktiv

Er lebt für den Skilehrerberuf: Ferdl Nöbl aus St. Anton am Arlberg. Foto: Zangerl Auch Barbra Streisand gab der Arlberger einst Skiunterricht. Foto: Ferdl Nöbl

Er kennt durch seine jahrzehntelange

Tätigkeit als Skilehrer Skigebiete

rund um den Globus.

Doch das schönste und beste unter

all den Skigebieten bleibt für

den nach wie vor aktiven Skilehrer

Ferdl Nöbl noch immer der

Arlberg. Seit 1957 übt er seine

Passion aus, 18 Jahre davon sogar

ganzjährig. Den Skisport näher

gebracht hat der sympathische

Arlberger unzähligen Menschen,

darunter auch einer Reihe

sehr prominenter Gäste ...

Skilehrer vom Arlberg waren besonders

in Zeiten, in denen Strukturen

in Skigebieten auf anderen

Kontinenten aufgebaut wurden,

auf der ganzen Welt sehr gefragt,

besonders auch in den USA. Während

es den Großteil der Arlberger

in den Osten verschlagen hat, entschied

sich Ferdl Nöbl, der gebürtig

aus Grins stammt, für den Westen

der USA. Grund dafür waren

die in Skigebieten der Ostküste

vorherrschenden eisigen Temperaturen:

„Bei minus 35 Grad Skifahren,

das ist einfach zu kalt“, gesteht

er heute schmunzelnd im Rahmen

eines Rundganges in seinem Zuhause

in St. Anton am Arlberg.

Dieser Rundgang erfüllt nicht nur

einen sehr informativen Zweck, er

lässt auch staunen. Präsentiert werden

im Eingangs- und Stiegenhausbereich

zahlreiche eingerahmte

Fotografien, vielfach wird Ferdl

Nöbl, der eigentlich Ferdinand

heißt, darauf beim Skifahren gezeigt.

Aber nicht nur das. Unter die

Bilder mischt sich eines von Barbra

Streisand: „Mit ihr bin ich einst Ski

gefahren“, erzählt Nöbl. Auch auf

ein Bild eines Indianerhäuptlings

aus Idaho, mit dem Nöbl einst Bekanntschaft

geschlossen hat, stoßen

wir – ebenso wie eine Aufnahme,

die ihn als Wasserskilehrer in

Italien zeigt. Schon im Hausgang

des Gästehauses „Chesa Platina“

stellen wir fest: Das wird eine spannende

Lebensgeschichte, die Ferdl

Nöbl zu erzählen hat. Aber, von

Beginn an:

18 Jahre fernab der Heimat

1957 begann Ferdl Nöbl seine Karriere

als Skilehrer. Ein Beruf war es

für ihn eigentlich nie, viel mehr

eine Berufung.1964 folgte die Prüfung

zum staatlichen Skilehrer und

-führer. Wie jeder, der neu in die

Riege der Skilehrer kam, unterrichtete

auch Nöbl zu Beginn Anfänger.

Irgendwann traf er die Entscheidung,

in die Ferne, in seinem

Fall die USA zu gehen, zuerst ein

Jahr ins kalifornische Sugar Bowle,

in weiterer Folge nach Sun Valley,

wo er 17 Jahre verbrachte. Im

Winter zumindest, während der

Sommermonate jettete er um die

Welt, um in Südamerika und Australien

als Skilehrer weiterzuarbeiten:

„18 Jahre lang hab ich keinen

Sommer gesehen“, erzählt Ferdl

Nöbl über diese Zeit. An freien Tagen

bestritt er in den USA Skirennen:

„Durch die Preisgelder hab

ich gut dazuverdient“, erinnert sich

Nöbl an diesen Nebenverdienst.

Während seiner Ära lehrte Ferdl

Nöbl auch einer Reihe prominenter

Persönlichkeiten das Skifahren,

darunter Schauspielerin und Sängerin

Barbra Streisand zum Beispiel,

dem Komponisten und Sänger

Henry Mancini, Schauspielerin

Janet Leigh, Schauspieler Kirk

Douglas, der Familie des Filmproduzenten

Ray Stark oder der Familie

des Sängers und Schauspielers

Bing Crosby, uvm. Am Arlberg ist

er zudem mit Prinz Raimondo Orsini

oder Henri, dem Großherzog

von Luxemburg, dem ehemaligen

französischen Präsidenten Valéry

Giscard d’Estaing und vielen mehr

Ski gefahren: „Mit Raimondo Orsini

bin ich noch immer befreundet“,

erzählt Ferdl Nöbl.

„Lange kein Zuhause gehabt“

Schließlich, 1982, kehrte Ferdl wieder

zurück an den Arlberg, in die

USA reiste er seither nie mehr, obwohl

er zuvor immigriert war und

eine Greencard besaß (die Greencard

ist zeitlich begrenzt und verfällt,

wenn längere Zeit kein Aufenthalt

im Land stattfindet). „Lange

Zeit hatte ich kein Zuhause und

lebte aus meinen Koffern“, erinnert

sich Nöbl über seine Entscheidung,

heimzugehen. Am Arlberg angekommen,

arbeitete er gleich wieder

für die Skischule Arlberg, die damals

unter der Leitung von Karl

Schranz stand. Die Heimat hat er,

wie er gesteht, immer vermisst, für

ihn steht fest: „Ich war auf der ganzen

Welt, aber der Arlberg ist für

mich das beste Skigebiet auf der

Welt“, erzählt er. Auch privat fand

er in der Heimat sein Glück – er

heiratete seine aus Thiersee stammende

Hedi, auch sind die beiden

Eltern einer Tochter (Katharina).

Die Skier stehen zwar heuer Corona-bedingt

im Eck (zumindest jene

für die berufliche Nutzung),

grundsätzlich aber ist Ferdl Nöbl

auch mit über 80 Jahren noch immer

als Skilehrer aktiv. (lisi)

4 9. März 2021


Schwimmen im eiskalten Gebirgswasser

Stefanie Pupeter und Bettina Krismer aus Arzl trotzen geschlossenen Bädern

ARZL

„Dass die Sache den Kreislauf

ankurbelt und das Immunsystem

stärkt, mag eine angenehme

Begleiterscheinung sein. Wir tun

das aber einfach nur aus Liebe

am Schwimmen. Und wenn öffentliche

Badeanstalten geschlossen

haben, dann kraulen

wir halt in Seen und Bächen!“

Das sagt die 41-jährige

Schwimmlehrerin und zweifache

Mutter Stefanie Pupeter aus

Arzl. Ihre Freundin Bettina Krismer

(40), Werbetexterin und

ebenfalls Mama zweier Söhne,

schwärmt vom gemeinsam entdeckten

neuen Sportvergnügen:

„Eisschwimmen macht ganz einfach

glücklich!“

Die Situation wirkt ein wenig bizarr.

Während Wanderer, Jogger

und Spaziergängerinnen in dicken

Jacken und Mützen verhüllt auf

der Bigerbrücke bei der Tarrenzer

Knappenwelt ein wenig den Buckel

aufstellen, entledigen sich

Stefanie und Bettina ihrer Bekleidung

und steigen im Badeanzug

ins Wasser. Fast 15 Minuten

schwimmen sie gegen den Strom.

Und steigen danach, sichtlich froh

gelaunt, aus dem Wasser, das zu

diesem Zeitpunkt nur knapp über

der 0-Grad-Grenze liegt. Abtrocknen,

warm anziehen, einen

Schluck Tee trinken, ins Auto einsteigen

und ab nach Hause. „Das

tun wir seit Oktober regelmäßig

mehrmals pro Woche. Mittlerweile

ist das fast wie eine Sucht“,

lacht Bettina.

Brille und Ohrenstöpsel

„Man kennt das Eisschwimmen

aus dem Fernsehen. In Russland

oder in den nordischen Ländern

sind das bekannte Rituale, speziell

zu Silvester. Für uns ist das einfach

nur Sport, den wir aus der Not geboren

haben“, schmunzelt Stefanie,

die betont: „Wir schauen aber

schon auf unsere Gesundheit.

Wichtig ist das Tragen von Ohrenstöpseln

und auch der Schutz

der Augen durch Brillen. Außerdem

geht niemand von uns alleine

ins Wasser!“ Die aus Bayern stammende

ehemalige Sportschwimmerin

ist mit ihrem Mann, einem

Vermessungstechniker, vor 14 Jahren

nach Arzl im Pitztal gezogen.

Dort hat die gelernte Steuerfachangestellte

nach einer Ausbildung

zum Schwimmlehrwart neben

Haushalt und Familie ihre

Schwimmschule „Wellenbrecher“

aufgebaut. Sie unterrichtet Kinder

und Erwachsene und arbeitet intensiv

mit Schulen zusammen.

Mit 35 Kraulen gelernt

Bettina ist mittlerweile eine der

besten Freundinnen von Stefanie.

Noch vor sechs Jahren war sie ihre

Schülerin. „Ich war schon immer

eine begeisterte Schwimmerin.

Aber ich wollte auch die richtige

Technik erlernen. Und so habe ich

mir zu meinem 35. Geburtstag einen

Kurs im Kraulen gewünscht.

Heute muss ich sagen: Das war eines

der schönsten Geschenke meines

Lebens“, verrät die gebürtige

Tarrenzerin, die gemeinsam mit

Stefanie heuer im Winter schon

im Piburger See, im Piller See, im

Starkenberger See, im Schnadiger

Weiher bei Landeck, im Bigerbach

und in der Pitze schwimmen

war. „Wir haben natürlich noch

weitere Ziele. Vielleicht überqueren

wir irgendwann den Inn oder

hüpfen in den eiskalten Rifflsee

im hinteren Pitztal“, blickt Stefanie

in die Zukunft.

Familienausflüge

„Natürlich absolvieren wir nicht

zig Kilometer, um dann nach 15

Minuten eisigem Vergnügen wieder

nach Hause zu fahren. Am

Wochenende verbinden wir das

nicht selten mit Wanderungen mit

unseren Familien“, berichtet Bettina.

Und Stefanie arbeitet noch daran,

auch die Männer zu motivieren:

„Mein Mann Christoph und

Bettinas Mann Rene meinen, sie

müssten die Sache langfristig angehen.

Wir hoffen, dass sie im

Schutzmaßnahmen sind wichtig. Stefanie

und Bettina gehen nie alleine ins

kalte Wasser. Die Ohren werden durch

Stöpsel und die Augen durch Brillen

geschützt. Die beiden machen auch

regelmäßige Checks beim Arzt.

Ein Abenteuer, das Überwindung

braucht, aber letztlich Glück stiftet:

Stefanie Pupeter und Bettina Krismer

aus Arzl schwimmen regelmäßig im

eiskalten Gebirgswasser.

Fotos: Eiter

nächsten Jahr den Sprung ins kalte

Wasser wagen!“ Besser schaut es

mit den Söhnen aus. Stefanies Xaver

(16) und Bettinas Alexander

(14) sind auch beim Wassersportverein

Imst und haben Eisschwimmen

schon probiert. Der 12-jährige

Tim und der 11-jährige Matteo

freilich ziehen sich statt den Badehosen

lieber den Fußballdress der

SPG Pitztal an. Stefanie und Bettina

möchten übrigens auch andere

Leute zum Eisschwimmen animieren.

Infos und Kontaktdaten

im Internet unter www.schwimmschule-wellenbrecher.jimdofree.com/

(me)

Seit 23 Jahren Ihr kompetenter Partner am Bau für

Betonschneidearbeiten, Kernbohrungen, Seilsägen,

Fugenschneiden sowie Asphaltschneiden.

Wir bieten unseren Kunden auch den problemlosen Ausbau, den

Abtransport sowie die Entsorgung der geschnittenen Betonteile an.

9. März 2021 5


ARZL

Restaurierung der Pfarrkirche nach Ostern

Arzler Gotteshaus wird für drei Monate gesperrt und der Innenraum restauriert

Eigentlich ist die Arzler Kirche

ein besonderes Schmuckstück:

Der ursprünglich spätgotische

Bau wurde Anfang des zwanzigsten

Jahrhunderts innen umfassend

saniert und vom bekannten

Tiroler Kirchenmaler Emanuel

Raffeiner mit Fresken und Ornamentmalereien

ausgestattet.

Auch die Altäre und selbst die

Orgel stammen aus dieser Zeit

und sind bis heute im Originalzustand

erhalten. Das einzige,

was seit 100 Jahren am Innenraum

der Kirche verändert wurde,

sind jene „Bausünden“ der

1960er- und 1970er-Jahre, die

nun mit der dringend notwendigen

Restaurierung so gut wie

möglich rückgängig gemacht

werden sollen. Trotz einiger Fördergelder

wird die Kasse der

Pfarrgemeinde mehr als gefordert

werden, erklärt Pfarrkirchenrat

Pepi Raggl. Nach der

Ostermesse wird die Pforte der

Kirche für drei Monate geschlossen,

die Messe soll dann, sofern

es Corona zulässt, im Pfarrsaal

bzw. im Pflegeheim stattfinden.

Ein Schmuckstück wie die Arzler

Pfarrkirche in einem dermaßen

desolaten Zustand zu sehen, ist

nicht nur für eingefleischte Katholiken

ein Trauerspiel: Der Putz

blättert ab, die ehemals leuchtenden

Fresken und Ornamente sind

verblasst, die Wände, das Chorgewölbe

sowie die damals neu errichtete

Empore sind in den 1970er-

Jahren dunkel übermalt worden

und lassen den Innenraum noch

düsterer erscheinen. Die Beleuchtung

ist unvorteilhaft und entspricht

nicht dem ansonsten

durchgehenden Stil der Kirche

und die Fliesen weisen vor allem

im Eingangsbereich irreparable

Schäden auf. Dass die Kirche dringend

saniert werden muss, um die

Schäden nicht noch zu verstärken,

ist offensichtlich. Pfarrkirchenrat

Pepi Raggl, der für die Pfarrgemeinde

Arzl die Koordination der

Restaurierung übernommen hat,

wurde selbst vom Ausmaß der

Schäden überrascht: „Erst wenn

man alles im Detail anschaut, sieht

man, wo es >hapert


ARZL

9. März 2021 7


ARZL

Mit blauem Auge davongekommen

Gemeinde Arzl kann heuer mit deutlich erhöhtem Budget arbeiten

Ein durchaus respektables Budget kann der Arzler Bürgermeister Josef Knabl für heuer präsentieren. Die Volksschule und

der Kindergarten Leins sollen heuer einen Vorbau erhalten.

Fotos: Dorn

Einen großen Schaden wie manche

Tourismusgemeinden hat

die erste Gemeinde des Pitztals

durch die Coronakrise nicht erlitten.

Im Gegenteil: Das Budget

konnte deutlich erhöht werden

und so können alle geplanten

Projekte auch tatsächlich in Angriff

genommen und alle bereits

begonnenen abgeschlossen werden.

Neben den Klassikern wie

Kurse nach Anfrage:

Kräuterwanderungen

Kräuterkochkurse

Kräuterseminare/

Kräutervorträge

Korbflechtkurse

Steinhof 12 | 6471 Arzl im Pitztal | T 0699/15999475

judith@schuchter. eu | www.schuchter.eu

8 9. März 2021

• Wellness- und Gesundheits produkte

(Badezusätze, Duftsäckchen ...)

• Tinkturen (Magenbitter, Kopf-frei-

Tropfen, Schlaf-gut-Tropfen ...)

• Tees • Süßes (Honig, Sirup,

Marmeladen ...)

• Schnäpse • Oxymel • Kräutersalze

• Essig- und Öl-Auszüge

• Balsam

• Korbwaren

Asphaltierungs- und Kanalarbeiten,

Weiterführung der Umrüstung

auf LED-Straßenbeleuchtung

und Ausbau von Gasund

Glasfasernetz sind heuer die

Errichtung der PV-Anlage auf

dem Gemeindehaus, die Fertigstellung

des Tennisplatzes sowie

die Sanierung und der Zubau

der Volksschule Leins auf der Todo-Liste

der Gemeinde.

Judith’s Kräuterstube &

Flechtstudio Tiroler Oberland

Judith Schuchter

„Wir sind mit einem blauen Auge

davongekommen und können

heuer mit einem Budget von 10

Millionen Euro [im Vergleich hatte

Arzl 2020 ein Budget von 7,6

Millionen Euro zur Verfügung] arbeiten.

Wir müssen deshalb auch

keinen Bremser wegen Corona

machen“, zeigt sich Bürgermeister

Josef Knabl erleichtert über die

gute finanzielle Lage seiner Gemeinde.

Eines der großen Projekte

für heuer wird die Sanierung von

Kindergarten und Volksschule

Leins sein. Die thermische Sanierung

der Wände und der Fenster

wurde bereits teilweise gemacht,

nun soll das Dach folgen. Dringend

ausgetauscht werden müssen

indes die Wasserleitungen, deren

wiederkehrende Schadstellen bisher

jeweils notdürftig geflickt wurden.

Auch beim Strom, der Beleuchtung

und der WC-Anlage

gibt es Sanierungsbedarf. Neben

den Instandhaltungsmaßnahmen

beim Altbau kommt außerdem ein

Zubau dazu, der dem Gebäude einen

neuen Eingangsbereich für

den Kindergarten sowie zwei zusätzliche

Räume und dem ersten

Stock eine Freiklasse, sprich eine

Terrasse, sowie ein neues Direktorzimmer

bescheren wird.

Straßen und Rohre

Für das gesamte Ortsgebiet gilt

mit Ausnahme der Pitztalstraße

seit Mitte Februar eine Geschwindigkeitsbegrenzung

von 30km/h.

Natürlich werde das auch über-

Arzler Kräuterexpertin gibt ihr

Wissen über Heilkräuter weiter

Unendlich viel Schmackhaftes,

Heilsames und Nützliches bietet

Judith Schuchter aus Arzl im Pitztal

in ihrem Kräuterladen in Steinhof

12 an. Die diplomierte Kräuterpädagogin

weiß, dass fast für alles

„ein Kraut gewachsen“ ist und

gibt ihr Wissen auch in Form von

Kursen weiter. Bei Kräuterwanderungen,

Kochkursen und Seminaren

kann man auch als Laie in die

wundersame Welt der Kräuterheilkunde

und -küche abtauchen und

sich bei Judith Schuchter Expertenwissen

holen.

Darüber hinaus ist die Arzlerin

auch als Korbflechterin aktiv tätig.

Das uralte Wissen rund um die

Kunst des Korbflechtens wird in

den Kinder- oder Erwachsenenkursen

gerne weitergegeben.

Im Internet unter www.schuchter.eu

kann man sich näher über

das Angebot informieren. ANZEIGE


Tischlerei Martin Pechtl: Der Komplettanbieter für Ihr Zuhause

Die Tischlerei von Martin Pechtl in Arzl hat sich seit

2007 vor allem als Komplettanbieter einen Namen

gemacht.

Martin Pechtl kümmert sich um die Belange des

privaten Hausbauers ebenso wie um jene des

kommunalen Baus. Weit über die Grenzen des

Pitztals hinaus bekannt ist die Tischlerei für maßgeschneiderte

Lösungen und beachtenswerte Altholzarbeiten.

Das Portfolio reicht vom Bett über

den Kasten bis hin zu Holztäfelungen. Bei den Küchen

wird gerne auf Kombinationen von Traditionellem

und Modernem abgezielt. Eine Raumgestaltung

vom Profi und alles aus einer Hand, dafür ist

die Tischlerei Martin Pechtl bekannt!

ARZL

Martin Pechtl

6471 Arzl · Fiechtweg 7

Mobil: 0664/4060899

office@mp-tischler.at

prüft, denn man wisse, dass die

Bevölkerung in allen Ortsteilen

über die Raser bisher geklagt hat,

betont der Dorfchef. Auch das Radargerät

mit inkludiertem Zählgerät

der Gemeinde werde regelmäßig

versetzt. Um außerdem den

Verkehr auf der Untergasse im

Weiler Wald abzubremsen, wird

die Straße, die bereits asphaltiert

wurde, nun mit Pflasterungen versehen,

die an drei Stellen die Autos

bremsen sollen. Wald soll heuer

außerdem mit Leerrohren vollständig

erschlossen werden. „Wir

wollen mit dem Glasfaserkabel in

jedes Haus rein. Das ist das Ziel“,

zeigt sich Knabl ambitioniert.

Auch an Gas gebe es Interesse und

die Verlegung der Rohre über die

Benni-Raich-Brücke soll heuer erfolgen.

Um den LWL-Ausbau zu

forcieren, ist bereits der Rückkauf

des Pitztal-Net von den Stadtwerken

Imst über die Bühne gebracht

worden. Die Talgemeinden legten

dafür rund 1,2 Millionen Euro auf

den Tisch, bekommen aber im Gegenzug

für den Ausbau jene Förderungen,

die die Stadtwerke nicht

beanspruchen könnten. „Wald ist

in der Ausbaustufe Call 4 und soll

in spätestens zwei Jahren fertig

sein. Dafür bekommen wir eine

75-prozentige Förderung von

Bund und Land“, rechnet der

Dorfchef vor.

Arzler Dorfzentrum

Im Dorfzentrum sind es vor allem

drei große Projekte, die für heuer

geplant sind: So wird im Frühjahr

die PV-Anlage auf das Gemeindehaus

der e5-Gemeinde kommen,

die alle Einheiten des Hauses einschließlich

der Raiffeisenbank und

der Apotheke mit Strom versorgen

wird. Die Sanierung des Tennisplatzes,

die bereits begonnen wurde,

soll im Frühjahr fertiggestellt

werden. Außerdem muss das Kanalnetz

bei der Feuerwehrhalle, das

derzeit um ein Vielfaches überlastet

ist, ausgebaut werden: So wird

ein 80 Zentimeter dickes zusätzliches

Rohr durchgepresst, das dann

in ein bestehendes Rohr mündet.

„Damit kann man bei Starkregenereignissen

das ganze Wasser wegbringen.

Zurzeit haben wir immer

wieder einen See vor der Halle“,

freut sich Knabl über die bald in

Angriff genommene Lösung des

Wasserproblems. (ado)

In der Walder Untergasse sind die Leerrohre für Gas und Glasfaser bereits verlegt,

nun sollen Pflasterungen den Verkehr bremsen.

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9. März 2021 9


ARZL

Oberländer Frischfleisch aus dem Automaten

Das Pitztaler Ehepaar Simone und Thomas Leitner erfand „Hubi, den blechernen Metzger“

In der Region. Mit der Region.

Für die Region. Das ist das Leitmotto

des 36-jährigen Thomas

Leitner aus Arzl. Der junge

Metzger startete über den Verein

„Pitztal Regional“ in der

Schlachtstelle Wenns ein nachhaltiges

Projekt, das ausschließlich

Fleisch heimischer Bauern

verarbeitet. Inzwischen führt er

mit seiner Frau Simone auch

eine Metzgerei in der Leutasch.

Die beiden verkaufen ihre Produkte

auch Tag und Nacht über

zwei Automaten in Arzl und am

Eingang des Gaistales.

Thomas Leitner ist auf einem Bauernhof

mit Tieren aufgewachsen.

Heute noch führt er mit Unterstützung

seiner Eltern Hans und

Olga selbst eine Landwirtschaft

mit Schafen. Fünf Sommer lang

betreuten seine Frau Simone und

er auch die Tiere auf der Larcher

Alm oberhalb von Wenns. Nebenbei

baute er sich seinen Betrieb

auf. Die direkte Kooperation mit

den Bauern, artgerechte Tierhaltung

und die respektvolle Schlachtung

sind ihm dabei wichtige Anliegen.

Sein Handwerk gelernt hat

der gebürtige Arzler beim Fleischhof

der Familie Falkner in Imst.

Mut, Fleiß und Glück

Der Mut, in der heutigen Zeit als

Metzger den Kampf mit den Giganten

der Lebensmittelbranche

aufzunehmen, wuchs langsam.

Erst machte Thomas die Arbeit im

EU-Schlachthof in Wenns nebenberuflich.

Seine ständig steigenden

Mit ihren Fleischautomaten bieten Simone und Thomas Leitner in Arzl und in der Leutasch rund um die Uhr frische Waren

an. Das Metzgerehepaar verarbeitet ausschließlich Fleisch heimischer Bauern.

Fotos: Eiter

guten Kontakte zu den heimischen

Bauern animierten ihn

dann, das unternehmerische Wagnis

einzugehen. „Dazu braucht es

nicht nur Können und Fleiß. Du

brauchst auch ein bisschen Glück.

Dazu gehört die Tatsache, wie ich

meine Frau kennengelernt habe.

Sie stammt aus Kassel in Deutschland

und ist gelernte Fleischverkäuferin.

Ich habe sie zufällig beim

Skifahren am Lift kennen und lieben

gelernt“, verrät Thomas.

Von Schwein bis Lamm

„Unsere Partner, die Bauern, stammen

alle aus dem Oberland. Wir

verarbeiten Schweine, Rinder,

Kälber und Lämmer. Jedes Produkt

ist gekennzeichnet. Und unsere

Kunden wissen, aus welchem

Stall das Fleisch kommt“, betont

Leitner, der in seiner Metzgerei

auch für Landwirte schlachtet, die

ihr Fleisch selbst vermarkten. „Unsere

Kunden sind die Gastronomie,

aber auch viele Private. Und

der Verkauf in unserem Laden im

Leutascher Ortsteil Klamm läuft

hervorragend an“, sagt Thomas,

der als Pendler zwischen dem Pitztal

und der Leutasch laufend seine

Automaten mit Frischfleisch abfüllt.

Dort erhalten Kunden sieben

Tage und sieben Nächte die Woche

vakuumverpackt und portioniert

Pakete mit Fleisch und Würsten.

„In der Grillsaison sogar

schon gewürzt und mariniert“,

verrät Simone.

Jagdsitz als Metzgerei

Dass die Pitztaler Jungunternehmer

letztendlich in der Leutasch

gelandet sind, war reiner Zufall.

„Wir haben eine Betriebsstätte gesucht,

die den strengen Hygienebestimmungen

der EU entspricht.

Und da sind wir bei der bäuerlichen

Genossenschaft am Eingang

des Gaistales gelandet, deren

Schlachthof wir jetzt gepachtet haben.

Das Haus hieß einst Gut Leutasch

und war viele Jahre der Jagdsitz

der Industriellenfamilie Swarovski“,

erzählt Thomas, der an

seinem neuen Standort gemeinsam

mit Simone und der Verkäuferin

Manuela Muser auch eine

andere Tradition fortführt: „Wir

kooperieren auch mit den Jägern

der Region. Die Qualität des

Wildfleisches ist hervorragend!“

Infos rund um das innovative Unternehmen

und „Hubi, den blechernen

Metzger“ gibt es unter

www.klamm80b.at (me)

Schlachthaus Metzgerei Leutasch KG

Geschäftsführer: Thomas Leitner

Klamm 80b | 6105 Leutasch | T: 05214 20 368 | M: 0650 880 6589

info@klamm80b.at | www.klamm80b.at

Auch Simone packt in der Schlachterei mit an. Die Schweine auf diesem Bild

stammen von einem Bauernhof in Mötz. Thomas ist selbst auch Schafbauer.

10 9. März 2021


Gut, wenn der Liftchef selbst Baumeister ist

Seit 16 Jahren ist der Milser Bernhard Schöpf Geschäftsführer der Imster Bergbahnen

Wenn ein Unternehmen nicht

im Privatbesitz steht, sondern allen

gehört, dann ist der Chef der

Meinungsvielfalt unterworfen.

„Da war es nie ein Schaden, dass

ich in meinem Heimatort Mils

selbst als Vizebürgermeister politisch

aktiv bin“, schmunzelt

der 49-jährige Bernhard Schöpf,

der nach 16 Jahren als Chef der

Imster Liftgesellschaft ziemlich

fix auf einem einst vermeintlichen

Schleudersitz seine Geschäfte

führt. Schöpfs Patentrezept

ist einfach: Erfolg! Und dass

er im Zivilberuf eigentlich Baumeister

ist, wird beim bevorstehenden

Neubau von Liftanlagen

auch kein Nachteil sein.

Die Geschichte der Imster Bergbahnen

ist mehr als nur die Historie

eines Unternehmens. Ein kleines

Skigebiet wie das in Imst ist

mit hoch profitablen Aufstiegshilfen

wie in Ischgl oder in Sölden

nicht zu vergleichen. In Imst sind

die Bergbahnen zwar auch eine

touristische Einrichtung, in erster

Linie aber ein Naherholungsgebiet

für die Einheimischen. Gemeinde

und Tourismusverband als Mehrheitseigentümer

haben immer

wieder öffentliches Geld zugeschossen,

um den Betrieb am Leben

zu halten. Die Geschichte begann

1966 mit der Gründung, bei

der auch zahlreiche Private ihr

Geld in eine Zukunftsidee steckten.

Seit dem Jahr 2003, als man

in Imst mit dem Alpine Coaster

die längste Alpenachterbahn der

Welt in Betrieb nahm, bilanziert

das Unternehmen positiv.

20,5 Mio. Euro Investition

Derzeit steht die Imster Bergbahnen

GmbH & Co. KG vor einer

Zeitenwende. Nach intensiven

Diskussionen entschlossen sich die

Stadtgemeinde und die Funktionäre

des Tourismusverbandes,

20,5 Millionen Euro in die Erneuerung

der Aufstiegshilfen zu

investieren. „Geplant ist der Bau

von einer Umlaufseilbahn mit 10-

er-Gondeln in beiden Sektionen.

Dazu kommt eine Garage samt

Werkstätte für unsere Maschinen

und Fahrzeuge wie Pistengeräte

usw. Das garantiert nicht nur moderne

Betriebsmittel, sondern

auch eine zeitgemäße Wartung“,

freut sich Schöpf, der nach den anstehenden

Behördenverfahren mit

einem Baustart noch heuer im

April und der Eröffnung noch vor

Weihnachten rechnet.

Ein Geburtstagsgeschenk!

„Im März werde ich 50 Jahre alt.

Da ist für mich als Baumeister die

Eröffnung einer Baustelle natürlich

das schönste Geburtstagsgeschenk.

Dass wir jetzt in der Krise

investieren, macht uns rechtzeitig

fit für die Zeit danach“, lobt der

Liftchef die Entscheidung der Verantwortungsträger

und verspricht

auch den vollen Einsatz seiner

Truppe: „Mit meinem Betriebsleiter

Stefan Kropf habe ich einen

tollen Partner an meiner Seite. Stefan

ist Kraftsportler und packt

selbst an wie ein Bär. Ich selbst betrachte

es als Glück, in der Früh

aufstehen und in die Arbeit gehen

zu können. Und ich denke, diese

positive Grundstimmung übertragen

wir beide auch an unsere je

nach Saison 35 bis 45 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter!“

Arbeiten mit der Natur

Bernhard Schöpf prophezeit den

Imster Bergbahnen eine positive

Zukunft. „Wir haben zuletzt mit

dem Coaster, aber auch mit dem

Eine Mappe voller Baupläne. Ing. Bernhard Schöpf blickt als Chef der Imster

Bergbahnen auf eine Erfolgsgeschichte zurück und noch viel mehr in eine positive

Zukunft.

Foto: Eiter

Bau moderner Beschneiungsanlagen

bereits absolute Meilensteine

gesetzt. Wir dürfen uns mittlerweile

über eine sechs Monate lang

andauernde Sommersaison und

eine drei Monate lange Wintersaison

freuen. Mit einem Nettoumsatz

von 2,8 Millionen Euro finanzieren

wir den laufenden Betrieb

selbst und können uns auch

kleinere laufende Investitionen

leisten. Wir bieten im Winter mit

dem Skilaufen, dem Tourengehen,

einer Loipe und zwei Toprodelbahnen

alle Sportarten an. Und

der Sommer ist stark im Kommen.

Speziell das Radfahren wird in Zukunft

noch mehr boomen. Mit

den neuen Gondelbahnen sind wir

dann auch barrierefrei, was Menschen

mit Rollstühlen und Familien

mit Kinderwägen das Bergerlebnis

erschließt“, freut sich der

Liftchef, der bei aller Technisierung

stark darauf achten will, dass

das Naturerlebnis im Mittelpunkt

bleibt: „Wir brauchen keinen Ballermann.

Unser großes Kapital ist

und bleibt die Natur!“

Juwel Übungswiese

Das größte Erfolgsgeheimnis für

den Betrieb in Hoch-Imst sieht

Schöpf in der Tatsache, dass die

Bevölkerung das Naherholungsgebiet

annimmt. „Neben all den

technischen Fahrbetriebsmitteln

ist unser eigentliches Juwel die

Übungswiese bei der Talstation.

Dort tummeln sich Winter für

Winter hunderte Mamas, Papas,

Omas und Opas mit ihren Kindern

und Enkeln. Und dort haben

auch die meisten Imster seit mehr

als 50 Jahren das Skifahren gelernt.

So etwas prägt die Volksseele“, sagt

der Milser Vater von zwei erwachsenen

Söhnen, der neben seiner

Tätigkeit als Manager und Kommunalpolitiker

selbst in der Natur

seinen Ausgleich sucht. „Ich tanke

Kraft bei den Spaziergängen mit

meinen beiden Labradorhunden“,

verrät einer, der mit seinen Visionen

noch nicht am Ende ist: „Vielleicht

erleben wir ja noch, dass wir

dereinst statt mit Autos mit Gondeln

von der Stadt hinauf nach

Hoch-Imst fahren!“

(me)

9. März 2021 11


Viele Glücksmomente

Das beliebte ***Hotel-Garni der Familie Kirschner

In St. Leonhard im Pitztal ist heuer ein ganz besonderes Pflänzchen

zu finden: Ein roter vierblättriger Glücksklee. Dass sich Gastgeberfamilie

Kirschner dieses aussagekräftige Symbol für ihr ***Hotel-

Garni Romantika gewählt hat, kommt nicht von ungefähr: Sie beschert

den Gästen aus nah und fern Highlights und Glücksmomente

der besonderen Art und heuer sollen es noch ein bisschen mehr werden,

weil es Grund zum Feiern gibt: Das dreißigjährige Jubiläum

steht an und das ist ein wunderbarer Grund, dankbar auf die erfolgreichen

Zeiten zurückzublicken.

Fotos: Archiv Hotel Garni Romantika

Zu Beginn der 1990er Jahre kam

der Tourismus im Pitztal immer

besser in Schwung und Erika und

Albert Kirschner entschlossen

sich, eine eigene Existenz zu gründen.

Im Herbst 1991 war es nach

einjähriger Bauzeit so weit und bereits

im Oktober konnten sie die

ersten Gäste begrüßen. Das Angebot

stimmte von Anfang an, die

Urlauber fühlten sich hier wohl,

viele Stammgäste stellten sich ein.

So wurde das Haus im Laufe der

Jahre ständig renoviert und neu

gestaltet. Die Apart-Pension entwickelte

sich zu einem repräsentativen

***Hotel-Garni. Der erste

Umbau erfolgte 2007 mit dem

Ausbau der Suiten, der Rezeption

und des Frühstückraumes, 2016

wurde die Romantika-Wohlfühl -

oase renoviert und auch 2019

Eggenstall 151 | 6481 St. Leonhard im Pitztal | Tel. +43 5413 87219

info@baeckerei-schranz.com | www.der-pitztaler-baecker.at

12 9. März 2021


Familie Albert und Erika Kirschner

Piösmes 202

6481 St. Leonhard im Pitztal

Tel. +43 5413 87371

info@romantika-pitztal.at

www.romantika-pitztal.at

sammeln im ***Hotel-Garni Romantika

in St. Leonhard im Pitztal feiert heuer dreißigjähriges Jubiläum

stand im Zeichen der Erweiterung

des räumlichen Angebotes, unter

anderem mit dem Einbau des Liftes.

Bei der Unterkunft können die

Gäste wählen zwischen komfortablen

Traumzimmern, Romantika-Suiten

und geräumigen Ferienwohnungen.

Sympathischer Familienbetrieb

Auch die Familie vergrößerte sich

in diesen erlebnisreichen dreißig

Jahren: 1995 und 1997 wurden

die Töchter Helena und Antonia

geboren, die mit zunehmendem

Alter ihre Eltern fleißig unterstützten.

Herz und Seele im Haus ist

Erika Kirschner, die dafür sorgt,

dass es sowohl den Gästen als auch

der Familie gut geht. Albert

Kirschner ist im Hauptberuf international

tätiger Bergführer.

„Uns war viel Glück beschert in

diesen vergangenen dreißig Jahren“,

ist sich die Familie einig. Vor

allem hervorheben möchten die

Kirschners die gute Zusammenarbeit

mit verschiedenen Firmen, die

sie zum Teil schon von Anfang an

auf dem erfolgreichen Weg begleitet

haben. „So sind aus Geschäftspartnerschaften

schöne Freundschaften

entstanden!“ Der Dank

gilt vor allem auch den Gästen, die

all die Jahre über treu geblieben

sind und die heuer ganz besondere

Glücksmomente im Romantika

erwarten können, wobei jeder Tag

im Romantika bereits mit einem

Highlight beginnt: mit einem beglückenden,

ausgiebigen Verwöhnfrühstück!

Die Gastgeber freuen sich über

Glückwünsche und sammeln diese

auf ihrer Glückwunsch-Wall im

***Hotel-Garni. Es werden gewiss

viele zusammenkommen, genauso

wie es im ***Hotel-Garni Romantika

auch in Zukunft viele weitere

Glücksmomente geben wird – sowohl

für die Gäste als auch ihre

Gastgeber!

9. März 2021 13


Man muss sich nicht alles gefallen lassen

Künstlergruppe „INNSEKTE“ greift mit Humor auch gesellschaftspolitische Themen auf

Seit einigen Jahren arbeiten die

drei Künstler Christian Ladner

aus Zirl, Hubert Patsch aus Ried

und der Stamser Othmar Senn

als Künstlergruppe „INNSEK-

TE“ an gemeinsamen Werken.

Mit einem kritischen Blick auf

gesellschaftspolitische Themen

liefern sie dabei oft humorvolle

Antworten, die manchmal erst

beim zweiten Hinschauen verstanden

werden können. Ob sie

auch die derzeitige Krise kritisch

hinterfragen werden, bleibt abzuwarten.

Aber zumindest eines

ist den dreien bereits aufgefallen:

Statt „Österreich impft“ gilt derzeit

wohl eher „Österreich

SCHimpft“.

Immer wieder bereichert die

„INNSEKTE“ mit ihrer Kunst

den öffentlichen Raum: Ihr erstes

Gemeinschaftswerk, die „am-Eisen“,

ist vor rund acht Jahren beim

Bildhauersymposium im schweizerischen

Sur En entstanden und

dort für zwei Jahre im Skulpturenpark

geblieben. Nach der Übersiedelung

nach Tirol ist die Installation

der „am-Eisen“ zuerst am

Bahnhofsgelände in Hochzirl,

dann am Kreisverkehr in Stams für

ein halbes Jahr aufgestellt worden

und ziert nun den Vorplatz vor

dem alten Gemeindeamt in Mötz.

Auch bei der Kunststraße in Imst

hat die Künstlergruppe immer

wieder mit Beiträgen wie der

Skulptur „Egoland“ im Ubuntuforum

oder dem Kurzfilm „Freizeichnen“

von sich reden gemacht.

Als neuestes Gemeinschaftswerk

14 9. März 2021

der drei Oberländer Bildhauer findet

sich nun eine rund zwei Meter

große Herzschlag-Skulptur am

SOS-Kinderdorf-Themenweg in

Imst.

Kritischer Blick

Auch wenn die Zugänge der drei

Bildhauer wohl unterschiedlicher

nicht sein könnten, ist das Ergebnis

als größter gemeinsamer Nenner

aller Teile doch rundum stimmig:

„Gruppenarbeit ist ganz etwas

anderes als Einzelarbeit. Das

ist wie in der Demokratie: Manchmal

funktioniert es besser, manchmal

nicht so gut“, sieht der gelernte

Schlosser Othmar Senn die Zusammenarbeit

als positive Herausforderung.

„Von der Idee bis zum

Entschluss ist es wie Ton zu kneten.

Manchmal ist es von Anfang

Herzschlag heißt das neueste Werk der Künstlergruppe INNSEKTE.

Die Kritik am „Egoland“, die Hubert Patsch, Otmar Senn und Christian Ladner bei der Imster Kunststraße äußerte, ist heute

wieder aktuell.

Foto: INNSEKTE

Foto: Dorn

an klar, was entstehen wird.

Manchmal kommt was dazu oder

weg. Im Grunde kommt man

beim Tun oft darauf, was gescheiter

ist“, sieht auch sein Künstlerkollege

Christian Ladner die Zusammenarbeit

als durchaus produktiv

an. Gemeinsam ist den

dreien auf jeden Fall der kritische

Blick auf Politik und Gesellschaft.

So teilen Hubert Patsch, der im

Hauptberuf bei der Lebenshilfe

Landeck beschäftigt ist, und Otmar

Senn ihre Erfahrungen im

Kampf zur Erhaltung intakter Lebensräume

durch geplante Kraftwerke

am Inn. „Wir können nicht

so weitermachen wie bisher mit

dem uneingeschränkten Bodenverbrauch.

Ich frag mich, wo da

die Weitsicht bleibt und wo das

hinführen wird, wenn große Konzerne

ständig Riesenbauten ins

Inntal klotzen“, kritisiert Senn.

Humoriger Zugang

Dass man auch ernste Themen

durchaus mit einem Augenzwinkern

betrachten und aufgreifen

kann, beweisen die drei immer

wieder: Ob mit ihrem großen

Brief an die Bundesignorierung

bei den Kulturtagen Jenbach

2019, der kurz vor Bekanntmachung

des Ibiza-Skandals rückblickend

wie eine Vorahnung wirkt,

oder mit den verbalen Garnierungen

der Kunst durch Ladner, der

aus dem Vizekanzler Strache kurzerhand

den Witzekanzler und aus

dem Legoland den gesellschaftskritischen

Begriff des Egolands

formt. „Mit Humor geht manches

leichter. Kritik ist wichtig, aber

man muss dabei dem anderen in

die Augen schauen. Humor kann

da als eine Art Diplomatie funktionieren“,

erklärt der Bildhauer

seinen Zugang zur Kunst. Vorteilhaft

ist für die Gruppe wohl auch,

dass jeder seinen eigenen Teil zur

Zusammenarbeit beiträgt: Senn,

der als Bau- und Maschinenschlosser

früher gern mit großen

Teilen vom Schrottplatz und heute

am liebsten mit Draht und Blech

arbeitet. Ladner, der als gelernter

Tischler und nach seiner Ausbildung

an der Schnitzschule in Elbigenalb

als Restaurator und seit 24

Jahren als Bühnen-Maler und

Bildhauer beim Landestheater am

liebsten mit Holz arbeitet. Und als

dritter im Bunde Patsch, der sich

seit fast vierzig Jahren mit Malerei

und Bildhauerei beschäftigt und

neben den beiden Fischen als

Sternzeichen Steinbock für die

Feinheiten der Arbeiten zuständig

ist. „Es geht um dieses Zwischenmenschliche.

Um Freundschaften

ohne Hintergedanken. Es geht um

die Befreiung von diesen auferlegten

Zwängen, die durch Geld,

Macht und Gier hervorgerufen

werden wie Dämonen“, fasst Ladner

die Gemeinschaft der „INN-

SEKTE“ zusammen. (ado)


Heinz Kurz gründet „Hoffnung für Flüchtlinge“

Außerferner Aufforderung an den Nationalrat Flüchtlinge aufzunehmen

„Wir haben Platz in Österreich“,

darin sind sich Initiator Heinz

Kurz, Regina Karlen, Paul Mascher

und Luis Oberer einig. Das

Team im Originalton: „In dieser

Initiative engagieren sich Personen,

die es nicht mehr stillschweigend

hinnehmen wollen,

dass die Republik Österreich sich

ganz und gar einer weiteren Aufnahme

und angemessenen Hilfe

für Flüchtlinge verweigert.“

Heinz Kurz, der Motor von „Hoffnung

für Flüchtlinge – eine Initiative

im Außerfern“ wurde 1937 in

Reutte geboren. Er besuchte nach

der Volksschule in Landeck die

Unterstufe des Gymnasiums und

dann die Handelsakademie in

Innsbruck. Nach Heirat mit Helga

und Rückkehr ins Außerfern führte

der nunmehrige Familienvater

mit vier Kindern das Modegeschäft

„Kurz“ in Reutte und war

später auch als Gemeinderat aktiv.

„Meine Frau hat aber mehr als 50

Prozent der anfallenden Arbeit geleistet“,

ist ihm wichtig zu betonen.

Nunmehr obliegen die Angelegenheiten

in Sachen Mode seiner

Tochter. Zu ihrer humanitären Berufung

gesellt sich die Freude des

Ehepaares am „Radln“ und Sommer-

sowie Wintersport in den

Bergen. Im weltoffenen Haus der

Familie Kurz, das im Zentrum von

Reutte gelegen ist, waren und sind

Gäste stets willkommen. Man

könnte wohl von einem internationalen

Besucherkreis sprechen,

auch was die Freunde der Kinder

betrifft. Hier wurde die Idee des

Weltbürgertums hochgehalten,

die auch den Grundstein zur Initiative

„Hoffnung für Flüchtlinge“

legte.

„Wir haben Platz in Österreich“, darin sind sich Luis Oberer, Regina Karlen, Initiator Heinz Kurz und Paul Mascher (vl) einig.

Offen gesagt

Heinz Kurz nimmt sich kein Blatt

vor den Mund: „Wir sind in einem

Alter, Flüchtlingsschicksale miterlebt

zu haben. Dazu kommt, dass

meine Frau ein Kriegs-Waisenkind

ist, unser Engagement ist also ein

inneres Anliegen, denn so geht es

nicht weiter. Man stelle sich die

Lage unbegleiteter Jugendlicher

auch im Kontext mit Gewalt vor.

Das klare Nein unseres Bundeskanzlers

schlägt dem Fass den Boden

aus.“

Couragierte Gemeinden

Die Gemeinderäte von Reutte und

Biberwier sind bereit Flüchtlinge

aufzunehmen. In Reutte einstimmig,

in Biberwier mehrheitlich,

wurden Grundsatzbeschlüsse zur

Flüchtlingshilfe formuliert. So

heißt es im Papier der „Außerfernmetropole“:

Die EU-Kommission

und die österreichische Bundesregierung

werden aufgefordert, das

Flüchtlingsdrama auf Lesbos endlich

zu beenden und durch die

Aufnahme von Flüchtlingen ein

Zeichen positiver Menschlichkeit

zu setzen …“

Team Reutte ruft auf

Heinz Kurz: „Jede Form von Hilfe

ist ein Schritt weiter. Mit einer

Unterschrift kann man Unterstützer

dieser Initiative werden. Möglich

ist diese Unterschrift auf einem

Flyer – erhältlich mittels E-

Mail an hhkurz@a1.net Wer sich

finanziell an der Aufbringung der

Mittel für die Aktivitäten der Initiative

„Hoffnung für Flüchtlinge“

beteiligen möchte, kann das mit

einer einmaligen Spende oder mittels

Dauerauftrag auf das Konto

bei der Raiba Reutte – IBAN AT

44 3699 0000 0901 8524 tun. Die

Initiative gibt laufend Informationen

und legt in regelmäßigen Zusammenkünften

Rechenschaft

über ihre Aktivitäten ab. Flyer liegen

auch in allen Pfarrkirchen des

Bezirkes auf. Mit der Teilnahme an

einer Mahnwache kann auch ein

Zeichen in Richtung Flüchtlingshilfe

gesetzt werden. (pb)

9. März 2021 15

Foto: Bundschuh


Mit „Herbie“ durch halb Europa

Christian Wechner aus Flirsch ist von „Käfern“ fasziniert

Es ist eine Leidenschaft, eine

Ideologie, ein Kult: VW-Käfer.

Diese haben es dem gebürtigen

Landecker Christian Wechner

angetan. Er restauriert alte Autos

und fährt sie. „Sie dürfen ruhig

Gebrauchsspuren haben“, ist der

begeisterte Käfer-Fan überzeugt.

Christian Wechner erlernte vor 40

Jahren den Beruf eines Tischlers

und ist seit 30 Jahren in der Tischlerei

in der Lebenshilfe tätig. „Ich

arbeite gerne mit Menschen mit

Behinderung, es ist sehr bereichernd“,

so Chris über seine Arbeit.

Gleichzeitig engagiert sich

Christian auch in der kirchlichen

Kinder- und Jugendarbeit. „Früher

habe ich das in Landeck getan,

seit 2002 bin ich in Flirsch und

mache es hier!“ Er ist im Pfarrkirchen-

und Pfarrgemeinderat tätig

und begleitet die Ministranten.

Zwischen 1978 und 2008 war er

auch als langjähriger Pfadfinder

aktiv.

VW-Käfer vermitteln ein besonderes Lebensgefühl. Chris Wechner genießt seit

seiner Jugend die „Käferitis“.

Foto: privat

„Eigentlich wollte ich als erstes

Auto einen BMW, aber mein Bruder

Clemens, der Mechaniker

lernte, fragte mich, warum ich mir

keinen Käfer kaufen möchte. Ich

war anfänglich entsetzt, entschloss

mich aber dann einen gebrauchten

Käfer, Baujahr 1976, zu erstehen!“,

erzählt Christian über die

Anfänge seiner langjährigen Leidenschaft.

In Imst gab es damals

bereits einen Käferclub und so

fuhr er mit seinem Bruder, der

auch heute noch ein Käfer-Cabrio

besitzt, nach Imst. 1986 brach

dann die „Käferitis“, so nennt es

Chris, bei ihm und seinem Bruder

aus. 1988 trat er dem Käferclub

Oberland Tirol, übrigens der älteste

Käferclub Österreichs, der 1982

gegründet wurde, bei. „Ich bin

stolz beim Club zu sein, wir haben

eine sehr nette Gemeinschaft“, betont

Wechner. Immer wieder restaurieren

sie gemeinsam alte Käfer.

Ein Gemeinschaftsprojekt habe

seinen Reiz, erklärt Wechner.

„Früher haben wir oft so genannte

Garagen-Sessions gemacht. Da hat

man geschaut, wer gerade was

macht bzw. an welchem Auto bastelt

und hat dann mitgeholfen.“

Sein Faible für Käfer übertrug sich

auch auf seine mittlerweile erwachsene

Tochter Johanna. „Sie

bekam bereits zu ihrem 15. Geburtstag

einen Käfer mit „Herbie-

Gesicht“. Seit sie den Führerschein

hat, ist sie nur mit Herbie unterwegs“,

freut sich der Vater. „Es ist

halt ein kultiges Auto, das nicht jeder

hat!“ Mit viel Aufwand und

Liebe hatte er einen alten Käfer,

Baujahr 1974, nach dem gleichnamigen

Film hergerichtet und gestylt.

Käfertreffen in halb Europa

Chris Wechner tourte durch halb

Europa, um bei diversen Käfer-

Biomasse-Heizwerk St. Anton in Betrieb

Rund zwei Mio. Liter Heizöl werden durch Hackschnitzel kompensiert!

Im wahrsten Sinne des Wortes ihre „Feuerprobe“

bestanden hat die Nahwärme-Anlage

der Gemeinde St. Anton a.A.. Rund

zwei Millionen Liter Heizöl jährlich werden

durch das nachhaltige und CO 2 -neutrale

Hackschnitzel-Heizwerk eingespart.

Den Abnehmern wird die Wärme über isolierte

Fernleitungsrohre direkt ins Haus geliefert.

Sie ersparen sich damit die Erhaltung

und Wartung eines eigenen Heizkessels

und profitieren dank einer guten Regelfähigkeit,

einer einfachen Bedienung

und einer hohen Preisstabilität von der

sauberen und sicheren Nahwärme.

Betreiber der Anlage ist die Nahwärme St.

Anton am Arlberg GmbH, eine 100-prozentige

Tochter der EWA, die im Eigentum

der Gemeinde steht. Sie hat rechtzeitig

vor dem Winter die Heizzentrale am alten

Fußballplatz errichtet und etwa sechs

Kilometer Leitungen verlegt. Die Investitionskosten

dafür liegen bei etwa 10 Millionen

Euro, die zu 35 % gefördert werden.

Bisher haben bereits über 70 Kunden Lieferverträge

abgeschlossen. Sie werden nach

und nach an das Nahwärme-Netz angeschlossen.

Weitere Infos unter www.nwsa.at

Foto: Elmar Huter

16 9. März 2021


Treffen dabei zu sein. „Göppingen,

Ostelsheim oder München

sind nur ein paar Stationen für

Käfer-Treffen, die wir immer wieder

besucht haben“, so Wechner.

Auch Holland, Schweiz oder verschiedene

Orte in Österreich standen

immer wieder auf dem Programm.

Weitere Highlights waren

Oldtimermärkte, u.a. in Mannheim.

Weitere Ziele, die Chris unbedingt

noch machen möchte,

sind der Nürburgring bzw. Hockenheim.

„Vor vier Jahren waren

meine Tochter und ich gemeinsam

beim Maikäfertreffen in Hannover

und im gleichen Jahr beim

Bustreffen aus Anlass 70 Jahre

VW Bus in Wolfsburg“, erzählt

Chris, der auch noch weitere Oldtimer

besitzt. „Von der Prutzer

Feuerwehr kaufte ich einen VW-

Bus T1, Baujahr 1966, der original

und unrestauriert noch fährt“,

freut sich der 54-Jährige, der damit

schon so manches Brautpaar

bei der Hochzeit chauffiert hat.

Sein zweiter Käfer, Baujahr 1973,

ein VW 1303, sowie ein Porsche

924 aus dem Jahr 1980 und ein

uraltes Waffenrad von 1955 zählen

weiters zu seinem Eigentum.

„Herbie“ wird von seiner Tochter

gefahren. „Ich habe viele Käfer gehabt,

immer wieder verkauft, einmal

hatte ich sogar einen Kübelwagen

Typ 181 vom Militär, das

war auch eine Besonderheit“,

schwärmt der Autoliebhaber noch

heute davon.

„Hingucker“

„Meine Autos sind alle fahrtüchtig,

aber sie haben Gebrauchsspuren

und sind nicht perfekt restauriert,

weil ich sie so mag. Es sind

für mich Hingucker“, erklärt

Wechner, der als tägliches Auto einen

mittlerweile 20 Jahre alten

VW-Passat fährt. „Er darf rosten,

sollte aber schon noch ein Weilchen

funktionieren!“, schmunzelt

Wechner. Für Sonntagsausflüge

darf’s dann aber doch ein Oldtimer

sein. „Mittlerweile besuchen

wir überwiegend Oldtimertreffen

in der näheren Umgebung, wie die

Käferweihe in St. Johann in Tirol,

Frastanz oder Strengen!“ Und

wenn Chris nicht mit seinen Autos

unterwegs ist, fasziniert ihn die

heimische Bergwelt. Ein besonderer

Höhepunkt war die Besteigung

des Kilimandscharos. Im Februar

2018 erreichte er gemeinsam mit

seinem Bruder und einer Gruppe

den Gipfel des höchsten Berges

Afrikas. (jota)

Starten Sie mit uns

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Wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Autohaus!

Wenn es sein muss, werden die Käfer bis ins kleinste Detail zerlegt – für Chris

Wechner, der seit seiner Jugend gerne alte Autos repariert, kein Problem. Foto: privat

office@neurauter. info · www.neurauter.info

9. März 2021 17


Ein Lechtaler startet voll durch

Stefan Wilhelm aus Häselgehr veröffentlicht dritte Single

Er ist eigentlich ein gelernter Schlosser. Und

privat ein absoluter Familienmensch. Doch

bereits seit gut 15 Jahren macht der 38-jährige

Stefan Wilhelm sein Hobby zum Beruf.

„Stevy“, wie er sich mit Künstlernamen

nennt, ist Vollblutmusiker. Zwölf Jahre war

er Sänger und Gitarrist bei den Schürzenjägern.

Mittlerweile ist er vorwiegend als Solist

unterwegs. Als Liedermacher hat er jetzt bereits

die dritte Eigenkomposition herausgebracht.

Ein absoluter Renner war sein Corona-Lied

„Auf Amol“, das an nur einem Tag

240.000 Mal im Internet angehört wurde.

Auch sein neuer Song „Freunde fürs Leben“

klingt vielversprechend.

„Meine Liebe zur Musik begann schon während

meiner Kindheit. Meine Eltern erzählten

mir, dass ich bereits mit drei Jahren auf meiner

kleinen Ziehharmonika Lieder nachspielen

konnte, die ich im Radio gehört habe. Zum Talent

kam bald die Leidenschaft. Als Jugendlicher

lernte ich an der Musikschule Reutte

Trompete. In der Pubertät entdeckte ich dann

die Liebe zur Gitarre und zum Singen. Bereits

als 16-Jähriger spielte ich in meiner ersten

Rockcover-Band“, erzählt Stefan, der nach

Volks-, Hauptschule und Polytechnischem

Lehrgang bei der Firma Multivac eine Lehre als

Maschinenschlosser absolvierte und in diesem

Unternehmen auch bis 2004 als Facharbeiter

tätig war.

Musikprofi seit 2005

Bereits mit 23 Jahren wagte Wilhelm dann den

Sprung ins professionelle Musikgeschäft und

gründete gleich zwei Duos. Mit „Inflagranti“

spielte er akustische Rock- und Popmusik, mit

dem Duo „Landjäger“ bot er mit einem Kollegen

Party- und Zeltfestmusik an und trat bei

Hochzeiten und Feiern auf Skipisten auf. „Ich

hatte damals den Rock im Blut, fand aber bald

auch Gefallen an der Schlager- und Volksmusik“,

erinnert sich Stefan, der dann im Jahr

2008 von den Zillertaler Schürzenjägern ein

Angebot bekam. Unter Alfred Eberharter war

er dann bis zum Jahr 2020 Mitglied der legendären

Band, die er dann schweren Herzens,

aber nach reiflicher Überlegung verließ, um

eine Solokarriere als „Stevy“ zu starten.

18 9. März 2021

Ein Musiker mit Talent, Herz und Gefühl: Stefan Wilhelm

aus Häselgehr war viele Jahre Mitglied der

Schürzenjäger und startete jetzt eine Solokarriere.

Ein Lied für Papa

Wilhelms erste Eigenkomposition war ein Lied

für seinen verstorbenen Vater Hermann. Die

Single mit dem Titel „Du und I“ ist eine emotionale

Erinnerung an seinen Vater, der als

Holzbildhauer für Stefan stets ein kreatives

Vorbild war. So richtig erfolgreich war dann der

Corona-Hit „Auf Amol“, der sich im Netz wie

ein Virus verbreitete. Der Lechtaler traf mit seinem

Lied die Gefühlslage der Menschen im

ersten Lockdown. Bestärkt durch diesen Erfolg,

nützte Wilhelm die Ruhe der letzten Monate,

um sich mit neuen Texten und Kompositionen

zu beschäftigen. Mit „Freunde fürs Leben“ hat

er jetzt einen typischen Lagerfeuer-Song herausgebracht,

der an alte amerikanische Hits

aus den 60er-Jahren erinnert.

Videos aus dem Lechtal

Auch wenn „Stevy“ als Musiker das Flair der

großen weiten Welt versprüht, ist er im tiefsten

seines Inneren ein heimatverbundener Mensch.

Das zeigen auch seine sehr perfekt inszenierten

Begleitvideos zu seinen Songs, die die einzigartige

Landschaft des Lechtals zeigen. Im beschaulichen

Dorf Häselgehr genießt Stefan

auch mit seiner Frau Melanie und den beiden

Söhnen Nico und Moritz die wunderbare Natur.

Auch wenn Wilhelm sehr diszipliniert seiner

Arbeit als Musiker nachgeht und viele

Stunden im eigenen kleinen Tonstudio verbringt,

hält er sich beim Skifahren, Schwimmen

und Motorradfahren fit.

Das Natürliche bewahren!

Wichtig ist „Stevy“, sich seine Natürlichkeit zu

bewahren. „Mein Papa war nicht nur Holzbildhauer

und ein authentisch lebender Mensch,

den sie im Lechtal liebevoll Kaiser nannten. Er

war auch ein Naturtalent als Musiker. Ich denke,

er hat mir ein Geschenk vererbt. Musik ist

gut für die Seele und den Körper. So wie Familie

und Freunde unerlässlich für ein erfülltes

Leben sind. Und eben diese Botschaft will ich

mit meinen Liedern weitergeben“, verrät der

Vollblutmusiker, der sein Leben und Werk

auch auf seiner Homepage www.stevy.at hochprofessionell

präsentiert.

(me)

Foto: Monja Lettenbichler

Vom Keller bis

„Gema Holzbau“ aus Tannheim

Tradition und technischer Fortschritt sind

keine Widersprüche, zumindest nicht bei

Gema Holzbau. Das innovative Tannheimer

Unternehmen verbindet die alte Kultur der

Holzbauweise mit den hohen Wohnansprüchen

der heutigen Zeit und übernimmt dabei

sowohl die Baumeister- als auch die Zimmermannsarbeiten.

Die beiden Firmeninhaber Ewald Mariacher

und Markus Gehring – ihrer Zunft gemäß

astreine Zimmermänner – haben sich mit ihrem

Team auf die Massivholzbauweise speziali-


UNTERNEHMEN DES MONATS

zum Dach aus richtigem Holz gezimmert

plant und errichtet schöne Massivholzhäuser

siert, denn diese bringt viele Vorteile.

Die Baufamilien schätzen vor

allem die schnelle Bauzeit durch

den hohen Vorfertigungsgrad, die

vielen Möglichkeiten, Eigenleistungen

zu erbringen, das gemütliche

Ambiente und das perfekte

Wohnklima.

Solide Handwerksarbeit

Vor allem die hochwertig gedämmten

Häuser helfen Heizkosten

zu sparen und schonen auf

nachhaltige Weise die Umwelt,

weshalb Ewald Mariacher die Ausbildung

zum zertifizierten Passivhaushandwerker

und zum zertifizierten

Energieberater bei Energie

Tirol absolvierte, um die Kunden

optimal über die Wärmeschutzleistungen

des modernen Holzhauses

informieren und diese auch in die

Praxis umsetzen zu können.

Solide Handwerksarbeit im Umgang

mit Holz ist die Grundlage

für den Erfolg der Firma, die (wie

etliche erfolgreiche Unternehmen)

in einer Garage ihre Anfänge

nahm: „Bei unserer Firmengründung

im Jahr 2008 beschäftigten

wir uns hauptsächlich mit Sanierungen,

wir hatten noch kein Lager,

Dachstühle wurden vor Ort

auf der Baustelle gezimmert.“ Arbeitserleichterung

brachte der erste

Kastenwagen und dann ging es stetig

voran, bis das Angebot immer

größer wurde und auch die Auftragslage

so umfangreich war, dass

es 2017 zur Gründung von „Gema

Baumeister“ kam, damit verbunden

war auch ein neues Erscheinungsbild

der Firma nach außen.

Alles aus einer Hand

Mit einem Team, das je nach Saison

bis zu zwanzig Mitarbeiter

umfasst, werden Wohnträume

vom Keller bis zum Dach realisiert,

von der detaillierten Planung

bis zum fertigen Haus inklusive

Fassade, Fenster und Türen. Dabei

entstehen hauptsächlich Einfamilienhäuser

aus Holz und Stein,

aber „Gema Holzbau“ kümmert

sich auch um Balkone, Dachstühle,

thermische Sanierungen und

Innenausbauten.

„Das Wichtigste für unsere Kunden

ist die Verlässlichkeit und dass

alles aus einer Hand kommt, damit

sie sich nicht zwischen vielen

Ansprechpartnern zermürben

müssen“, bestätigen die beiden

Firmeninhaber. Wenn die Kunden

dann ins qualitativ hochwertige

Haus einziehen, ist deren Freude

die schönste Bestätigung, dass

sie mit Ewald Mariacher und Markus

Gehring die richtigen Anbieter

und Ansprechpartner für ihr

Bauprojekt gewählt haben.

Tradition und technischer Fortschritt in Kombination.

Holzbau GEMA OG GEMA Baumeister OG

Fotos: Gema

Gewerbegebiet 7a | 6675 Tannheim | Tel. +43 5675 20711

info@holzbau-gema.at | www.holzbau-gema.at

TANNHEIMER AUTOHAUS

Gerold Huter

Unterhöfen 25 | 6675 Tannheim

T 05675-6230

office@tannheimer-autohaus.at

www.tannheimer-autohaus.at

9. März 2021 19


Schlossherr aus Leidenschaft

Martin Laurent führt mit seiner Familie das Schloss Naudersberg

Ein Leben im Schloss. Für viele

ein Traum. Das Schloss Naudersberg

ist nicht nur das in Privatbesitz

befindliche Wahrzeichen

von Nauders, es ist auch

überaus reich an Geschichte.

Unendlich viel spielte sich hinter

diesen eintausend Jahre alten

Gemäuern ab: Hexenverbrennungen,

Belagerungen, auch

diente das Schloss einst als Gefängnis-

und Gerichtsstätte. Seit

2011 besitzt und führt dieses

historische Schmuckstück bestehend

aus Museum, Cafe und Ferienwohnungen

die Nauderer

Familie Laurent.

„Es spukt nicht wirklich bei uns.

Aber – wenn irgendwo ein Quietschen

oder Knarren zu hören ist,

sagen wir immer, dass das der Florian

ist, unser Schlossgeist“, erzählt

der Schlossbesitzer Martin

Laurent, der auf den ersten Blick

nicht dem Bild eines klassischen

Schlossherrn entspricht. Die Familie

von Martin und Karin Laurent

ist jung, modern, motiviert,

voller Tatendrang und Ideen. Sehr

passend ist auch der Doppelname

der Gattin, nämlich Graf-Laurent,

wobei „Graf“ der Mädchenname

der gebürtigen Schweizerin ist.

Martin Laurent selbst hat eine tiefe,

persönliche Verbindung zum

Schloss Naudersberg, schließlich

hat er auf dem Schloss, das einst

die Großeltern besaßen, bis zum

Alter von sechs Jahren gewohnt.

Die Großeltern, Anna und Josef

Köllemann, haben dieses

Ylenia und Martin im „Bergfried-Turm“.

Schmuckstück als Ruine im Jahr

1980 vom Land Tirol erworben.

Von 2006 bis 2010 gehörte es der

Tante des jetzigen Besitzers, 2011

hat Martin Laurent es wiederum

von seiner Tante gekauft.

Das Schloss Naudersberg befindet sich im Privatbesitz der Familie Laurent.

„Abenteuerspielplatz“

In dieses Schloss steckt Martin

Laurent viel Herzblut: „Mein ganzes

Leben war ich schon im

Schloss. Früher war das so etwas

wie mein Abenteuerspielplatz, ich

kenne hier jeden Winkel. In meiner

Kindheit war ich hier ständig

mit meinem Opa“ und: „Das ist so

etwas wie ein Familienprojekt,

auch Freunde und selbst mein

Chef werden ab und zu zum Helfen

eingespannt“, erklärt der 35-

jährige Schlossherr. Das Schloss

selbst kann auf eine sehr lange Geschichte

zurückblicken, wie Martin

Laurent erklärt: „Erstmals urkundlich

erwähnt wurde es im 12.

Jahrhundert. Wahrscheinlich

stammt es allerdings schon aus

dem 10. oder 11. Jahrhundert.“

Der „Pest-Gott“.

Fotos: Zangerl

Dass das Schloss Naudersberg in

„fremde Hände“ gerät, wäre für

Martin Laurent undenkbar gewesen:

„Reiche Investoren hätten daraus

ein Luxushotel gemacht. Das

wollte ich keinesfalls. Für mich ist

es nun Lebensaufgabe und Hobby

zugleich.“ Auch gelang es dem

Schlossherrn, seine Gattin Karin

für diese alten und geschichts -

trächtigen Gemäuer zu begeistern,

ebenso die achtjährige Tochter

Ylenia, die stolz ist, „in einem

Schloss leben zu dürfen.“

Museum & Privatwohnung

Im Schloss finden sich neben einem

Museum auch Ferienwohnungen

und ein Cafe, ebenso lebt

die Familie im Schloss. Darüber

hinaus ist die Werkstatt des gelernten

Tischlers dort untergebracht:

„In der Werkstatt kann ich sämtliche

Arbeiten im und für das

Schloss selbst machen – hier gibt’s

immer was zu tun“, erklärt er

schmunzelnd. Im Sommer arbeitet

der Schlossherr zudem als

Holzarbeiter. Das Museum wurde

früher vom Museumsverein geführt,

mittlerweile von der Familie

selbst. Die Oma des Schlossherrn,

Anna Köllemann, hat bis vor zwei

Jahren selbst noch Schlossführungen

gegeben. Im Schloss finden

sich historische Schätze aller Art,

teils Leihgaben, teils aus dem Familiennachlass

– von der Ritterrüstung

über weltliche und kirchliche

Kunstwerke bis hin zu Foltergeräten,

historischen Möbeln diverser

Epochen und vieles mehr.

Zu sehen ist auch das ursprüngliche

Gefängnis. Das einstige Blutund

Hochgericht von Nauders

und selbst Hexenverbrennungen

wurden hier im Mittelalter durchgeführt.

Während sämtlicher Kriege

haben hier auch Belagerungen

stattgefunden. Aktuell befindet

sich neben dem Museum, dem

Cafe, den Ferien- sowie der Privatwohnung

noch das Standesamt

von Nauders auf Schloss Naudersberg.

Den besten Blick erhascht

man vom „Bergfried-Turm“.

Die Öffnungszeiten des Schlosses

sind (sofern Corona-bedingt eine

Museumsöffnung wieder erlaubt

ist) im Winter jeweils am Freitag

von 16-20 Uhr, im Sommer von

Montag bis Freitag von 14.30-

17.30 Uhr sowie am Mittwoch zusätzlich

von 10-12 Uhr.

(lisi)

20 9. März 2021


GUT BAUEN

Sonderthema

SCHÖNER WOHNEN

BESSER LEBEN

Viele Schritte sind von der ersten Idee bis zur

Realisierung des eigenen Wohntraums notwendig. Da ist

es gut, wenn man auf verlässliche Partner setzen kann.

impuls hat sich auf die Suche nach kompetenten

Unternehmen für die Bereiche Bauen, Wohnen und

Einrichten gemacht, die die Verwirklichung des

Traumhauses Schritt für Schritt umsetzen.

Schön soll es sein, modern, funktional,

energiesparend und natürlich

bezahlbar – das Einfamilienhaus

auf der grünen Wiese.

Gerade in Zeiten der Pandemie

sehnen sich die Menschen verstärkt

nach eigenen vier Wänden.

Doch ein Einfamilienhaus ist

mehr als Wohnraum – es ist ein

Lebens(t)raum, den sich sehr viele

Menschen erfüllen möchten.

Für dieses Heim, das einem bis

an das Lebensende Geborgenheit

und Sicherheit vermitteln soll,

wird lange gespart und geplant.

Umso wichtiger ist es, bei der

Ausführung auf verlässliche und

kompetente Partner zu setzen.

Die Firmen auf diesen Sonderseiten

verhelfen Ihnen Schritt für

Schritt zum Traumhaus.

Lockdown, „Social distancing“,

Home-Office: Die sozialen und

gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie

lassen die Bürger

nach einer aktuellen Untersuchung

von Wüstenrot verstärkt

über ihre individuelle Wohnsituation

nachdenken. Für die meisten

Hauseigentümer ist ihr Wohneigentum

in Corona-Zeiten beruhigend,

nahezu 100 Prozent würden

sich heute erneut für Eigentum

entscheiden. Zugleich spielt während

der Pandemie mehr als jeder

fünfte Mieter verstärkt mit dem

Gedanken, Eigentum zu erwerben.

Eines der Ergebnisse der Untersuchung

ist, dass Menschen, die derzeit

über einen Eigentumserwerb

nachdenken, sich überwiegend

eine Immobilie im ländlichen

Umfeld vorstellen. Hier spiegelt

sich der Wunsch wider, sich genügend

Raum für Wohnen und Freizeit

zu schaffen und auch leisten

zu können, was im (groß-)städtischen

Umfeld für viele Interessenten

heutzutage unerschwinglich

geworden ist. So ist für viele der

Befragten der Aspekt „Ich brauche

Platz um mich herum“ bei der

Standortwahl besonders wichtig.

Eine geringere Rolle spielen aktuell

hingegen Aspekte wie eine gute

Anbindung an den öffentlichen

Verkehr oder die Nähe zu Bäckern

und Supermärkten.

Foto: Syda Productions - stock.adobe.com

Bezeichnend ist auch, dass man es

in Zeiten der Corona-Pandemie

besonders schätzt, einen eigenen

Garten am Haus zu haben, wobei

die ideale Grundstücksgröße mit

beachtlichen 500 bis 1.000 Quadratmetern

ermittelt wurde.

Trends beim Bauen

Wer sich schließlich für die Errichtung

eines eigenen Hauses entschieden

hat, ist mit einer Reihe

von Trends konfrontiert, die es

erstmal zu sortieren gilt. Neben

ständig neuen Strömungen in der

Architektur müssen Innovationen

bei der Technik und den Materialien,

mögliche Förderungen, wirtschaftliche

Zwänge und natürlich

baurechtliche Vorgaben beachtet

werden. Auch hier leisten die

Fachfirmen aus der Region durch

qualifizierte Beratung und langjährige

Erfahrung einen wertvollen

Beitrag.

Grundsätzlich sind Einfamilienhäuser

von heute kleiner als noch

vor 20 Jahren. Gründe für diesen

Trend sind abgesehen vom finanziellen

Aspekt ein gewisser Zeitmangel

(weniger Wohnfläche bedeutet

weniger Reinigungsfläche

und Instandhaltungsaufwand)

und die Tatsache, dass etwaige

Kinder früher ausziehen, um sich

den eigenen Wohntraum zu erfüllen.

Auch die Betriebskosten sinken,

je kleiner die Wohnfläche ist.

Manche Bauherren verzichten zudem

auf einen Keller, ein Obergeschoss

oder auf den Dachboden -

letzterer ist bei modernen Flachund

Pultdachbauten ohnehin

nicht vorhanden.

Geschickte Aufteilung

Das Haus kleiner zu halten bedeutet

jedoch nicht, auf große Räume

verzichten zu müssen. Zu diesem

Zweck werden multifunktionale

Räume mit großen Flächen konzipiert,

die auf unnütze Trennwände

verzichten. Dabei entstehen helle

und weitläufige Wohnräume, die

den Bewohnern ein Gefühl von

Freiheit vermitteln. Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit sind große

Themen im Bauen schlechthin.

Vielen Menschen ist es ein Anliegen,

die Umwelt zu schonen.

9. März 2021 21


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

ARCHITEKTUR

Höchste Wohnqualität und anspruchsvolles Design. Wer beim Hausbau

an mehr denkt als nur an die eigenen „vier Wände“, sollte einen

Architekten beiziehen. Aufgrund seiner Ausbildung und oft lang -

jährigen Erfahrung eröffnet der Architekt den Blick auf neue und

durchdachte Lösungen. Dabei müssen diese gar nicht teuer sein…

ARCHITEKT · INGENIEUR · BAUMEISTER

JOHANN POHL

BAHNHOFSTRASSE 22 | 6430 ÖTZTAL | 0 52 66 / 87105 | 0664 / 5404370

VERMESSUNG

Die Feststellung des genauen Grenzverlaufes steht am Beginn

jeder Bautätigkeit. Grundstücksvermessung ist Urkundentätigkeit.

Wenn der Ziviltechniker eine Grenze fixiert hat, gibt das dem

Eigentümer Rechtssicherheit

FINANZIERUNG

Wer

ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen will, steht vor einer der wichtigsten

Entscheidungen seines Lebens. Dabei ist auch die sorgfältige Planung des finanziellen

Teils wesentlich. Tirols Raiffeisenbanken unterstützen ihre Kunden auf diesem

Weg mit der geeigneten Finanzierung, damit sie ihren Traum verwirklichen können.

22 9. März 2021


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

ENTSORGUNG

Bei Abriss- oder Umbauarbeiten ist eine fachgerechte Entsorgung

von Bauabfällen, Bauschutt und Sperrmüll notwendig.

Die Energie AG Umwelt Service und der Containerdienst stehen in allen

Fragen rund um Containergrößen und Abfallarten zur Verfügung.

ERDBEWEGUNG

Abbruch- und Aushubarbeiten sind die Domäne des Erdbauers, der mit

unterschiedlichen Geräten für alle Aufgaben gerüstet ist. Auch Steinschlichtungen

und Steinmauern liegen in der modernen Außengestaltung

voll im Trend und werden von den erfahrenen Spezialisten gestaltet.

Wir suchen Verstärkung!

Baggerfahrer und

LKW-Fahrer mit Praxis

• Erdbau

• Abbruch

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HOLZHAUS

SEHEN – SPÜREN – FÜHLEN

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Musterhauspark in Innsbruck (Ausfahrt DEZ) und erleben Sie

Wohngefühl NEU! TERMINVEREINBARUNG ERBETEN.

9. März 2021 23


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

ENERGIE

Beim Bau oder der Anschaffung eines Eigenheims müssen viele

Entscheidungen getroffen werden. Eine wichtige Rolle spielt

die Wahl des richtigen Energieträgers. Erdgas ist komfortabel,

günstig und umweltschonend!

MASSIVHAUS

Hausbauen ohne Stress mit der Erfahrung von 33.000 Häusern.

Regionale Tiroler Firmen bauen Ihr Massivhaus zum Fixpreis!

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mit unzähligen Variationen stehen zur Auswahl

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HOLZBAU

Der Zimmermann setzt dem Haus die „Krone" auf. Aber nicht nur der

Dachstuhl, auch Balkone, Wintergärten oder Carports sind Produkte,

bei denen der Holzbauer seine Erfahrung einbringt.

Auch das Fertighaus aus massivem Holz liegt voll im Trend.

24 9. März 2021


KÜCHE

SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

Kochen, genießen, leben – die Küche kann rein funktionalen

Charakter haben, aber auch in den Wohnbereich integriert sein.

Entsprechend wichtig ist eine professionelle Planung, um alle

Arbeits- und Wohnabläufe optimal aufeinander abzustimmen.

ALLES - AUSSER GEWÖHNLICH

SPENGLER

Spengler werden auf jedem Dach benötigt. Der Spengler montiert

Dachrinnen, stellt Blechdächer her oder baut Lüftungen.

Kreativität und Erfahrung sind die Punkte, die einen

guten Spengler auszeichnen.

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BADGESTALTUNG

Den Tag komfortabel beginnen oder entspannt ausklingen lassen –

in einem perfekt eingerichteten Badezimmer ist das möglich.

Dank perfekter Beratung wird auch Ihr Traumbad Realität.

9. März 2021 25


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

INSTALLATEUR

Heizung und Warmwasser, Bad und Wellness, Küche und Haushalt.

Die Lei(s)tungen des Installateurs ziehen sich quer durchs Haus.

Vor allem im Haustechnikbereich kommt es auf kompetente Beratung

und professionelle Ausführung der Arbeiten an.

Ihr Partner für:

Heizung Sanitär

Lüftung Klima

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A- 6600 Reutte

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Hochwertige Materialien, ansprechendes Design und exzellente

Verarbeitung zeichnen die Kollektionen bei Reca-Fliesen in Imst aus.

Das Unternehmen ist die erste Adresse in Sachen Fliesen und Öfen.

www.reca.at

RAUMGESTALTUNG

Die Wahl des Bodens hat entscheidenden Einfluss auf die Raumwirkung. Nicht nur die

Farbe, auch die Verlegerichtung müssen beachtet werden. Die modernen Bodenbeläge

bieten für jeden Geschmack eine passende Lösung. Egal ob Laminat, Parkett, Teppich

oder Vinylböden – Bauherrn eröffnen sich unzählige Gestaltungsmöglichkeiten.

Landhausdiele Haro

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26 9. März 2021


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

KACHELOFEN

Ein Kachelofen bietet nicht nur angenehme Wärme, sondern bringt die besondere

Atmosphäre des Feuers unmittelbar in den zentralen Wohnbereich der Familie.

Damit von der Planung bis hin zum fertigen Ofen alles reibungslos abläuft, ist es

wichtig, sich rechtzeitig an den Hafnermeister zu wenden. Er berät zur richtigen Ofenart,

erarbeitet individuelle Lösungen und klärt die technischen Voraussetzungen.

KOMPLETTAUSSTATTER

Egal ob Neubau, Umbau oder Sanierung – das kompetente Krismer-

Team steht Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite. Als Komplettausstatter

in Sachen Bauen & Wohnen bieten wir Ihnen hochwertige

Fenster, Haustüren, Innentüren, Küchen sowie Möbel.

MALEREI

Längst ist es beim Hausbau mit dem „Weißeln“ nicht getan:

Moderne Architektur und der Wunsch nach außergewöhnlichen

Gestaltungselementen verlangen vom Malerbetrieb Kreativität und

individuelle Lösungen für den Innen- und Außenbereich.

9. März 2021 27


SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TRAUMHAUS

BODENLEGER

Aufgrund ihrer großen Fläche haben Böden einen entscheidenden

Einfluss auf die Raumgestaltung. Ganz egal ob Holzparkett,

Teppichboden oder Vinyl – der Boden belag prägt den Charakter des

Raumes maßgeblich. Fachliche Beratung beim Fachhändler bewahrt

vor falschen Entscheidungen.

n Malerarbeiten

n Bodenlegearbeiten

Wohnart Jais. 6460 Imst, Langgasse 24a

GARTENGESTALTUNG

Egal, welche Vorstellung Sie von Ihrem grünen Paradies haben – es

macht Sinn, sich von einem Fachmann beraten zu lassen. Im Gespräch

mit dem Kunden entstehen tausende Ideen für den „Wohnraum Garten“.

Mo-Fr von 8:30-12:00 & 14:00-18:00 Uhr

Sa 8:30-12:00 Uhr

Telefon: 05472 28097

SONNEN- / WETTERSCHUTZ

Bei einem Neu- oder Umbau sollte ein geeigneter Sonnenschutz bereits

bei der Planung berücksichtigt werden. Vor allem Rollläden können dadurch

optimal in die Fassade integriert werden. Ein optimaler Sonnenschutz

hilft auch beim Energiesparen und dient als Wetterschutz.

ROLLLÄDEN, JALOUSIEN,

MARKISEN

Emanuel Schuster, Verkauf

T 0660 2778464

28 9. März 2021


NACHHILFE

Gratis-Lernbegleitung, um Defizite auszugleichen

Über 4.000 Lernplätze für Kinder und Jugendliche in Tirol ab Ostern

Über 4.000 Lernplätze für Kinder

und Jugendliche in Tirol

sind das Ergebnis der Initiative

„Land Tirol–AK–BFI Lernbegleitung“.

Das Angebot umfasst

ab Ostern eine Lernbegleitung

für SchülerInnen ab der fünften

Schulstufe. Im Sommer sollen

dann auch Kinder der Volksschule

davon profitieren. Darüber

hinaus stehen zahlreiche private

Nachhilfeinstitute bereit,

um den Buben und Mädchen zu

einem besseren Schulerfolg zu

verhelfen.

Das Schuljahr 2020/21: Weniger

Schultage mit Präsenzunterricht –

mehr Stunden vor Bildschirmen

und in den eigenen vier Wänden

im Zuge von Distance Learning

und Home Schooling. Die Coronakrise

ist für SchülerInnen, PädagogInnen

und Eltern gleichermaßen

eine besondere Herausforderung.

Foto: fotolia

Kostenloses Angebot

„Trotz des vorbildhaften Einsatzes

der Lehrerinnen und Lehrer wie

auch der Eltern kommt es immer

wieder zu einer Überforderung

von Schülerinnen und Schüler

und auch deren Erziehungsberechtigten.

Weil der Unterricht zu

Hause für viele Eltern eine psychische

Belastung darstellt, ihre

Kinder im erforderlichen Ausmaß

schulisch zu unterstützen und den

Anforderungen gerecht zu werden,

haben wir uns als Land gemeinsam

mit der Arbeiterkammer Tirol und

dem BFI Tirol dazu entschlossen,

mit Beginn der Osterferien bis

zum Ende der Sommerferien eine

kostenlose und qualitativ hochwertige

Lernbegleitung zu initiieren“,

betont LH Günther Platter.

Die Initiative wurde auf Antrag

von Bildungslandesrätin Beate

Palfrader Anfang März beschlossen.

Die Kosten in Höhe von rund

1,6 Millionen Euro werden von

Land Tirol und der Arbeiterkammer

Tirol getragen. Der Landesanteil

beträgt knapp 776.000 Euro.

Insgesamt werden mit der Initiative

über 4.000 Lernplätze geschaffen.

Für LRin Palfrader ein wichtiger

Schritt, um bereits vorliegende

Lerndefizite aufzuholen: „Es

wird eine Zeit nach der Coronakrise

geben, in welcher auch der

Schulbetrieb vollständig regulär

verlaufen kann. Jetzt entstehende

Lerndefizite müssen bis dahin unbedingt

aufgeholt werden.“

Oster-Intensiv-Woche

Starten wird die Lernbegleitung ab

29. März mit einer Oster-Intensiv-

Lernwoche. Anmeldungen sind ab

sofort unter 0512 59 6 60 bzw.

info@bfi.at möglich. In Kleingruppen

können SchülerInnen ab

der fünften Schulstufe Wissenslücken

in Mathematik, Deutsch,

Englisch (weitere Fächer auf Anfrage)

schließen und Gelerntes

durch individuell begleitetes Üben

festigen. Bis zum Sommer wird es

dann eine regelmäßige Lernbegleitung

geben, mit Ende des Schuljahres

startet die „Sommerschule

Plus“ (für SchülerInnen bereits ab

der ersten Schulstufe), die ab August

von einer intensiven Lernbegleitung

für den erfolgreichen

Schulbeginn ergänzt wird (für

SchülerInnen ab der fünften

Schulstufe). Stattfinden wird die

Lernbegleitung jeweils am BFI in

Innsbruck sowie an den BFI-Bezirksaußenstellen.

Dahingehend betont der Präsident

der Arbeiterkammer Tirol Erwin

Zangerl: „Bildung darf nicht vom

Einkommen der Eltern abhängen.

Die Arbeiterkammer Tirol bietet

seit Jahren ein umfangreiches Bildungsangebot,

bei dem auch großer

Wert auf effektive Nachhilfe

gelegt wird. In diesem Sinne ist

auch unsere Initiative ‚Land Tirol–

AK–BFI–Lernbegleitung‘ zu verstehen,

die vom Land Tirol dankenswerterweise

unterstützt wird.

Gemeinsam wurde dadurch eine

durchgehende kostenlose Lernbegleitung

geschaffen, die von den

Osterferien bis zum Ende der

Sommerferien Schülerinnen und

Schülern die Möglichkeit gibt,

Wissenslücken zu schließen und

Neues spielerisch zu lernen.“

Nähere Informationen gibt es unter

Tel. 0512/59660 bzw.

info@bfi-tirol.at.

Private Anbieter

All jene, die keine Möglichkeit haben

die Kurse in den BFI-Stellen

zu besuchen, können auf ein professionelles

und bewährtes Angebot

privater Anbieter zurückgreifen.

Diese Institute bieten auch

Online-Kurse an, wodurch der

Zugang erleichtert wird. Per Video-Chat

können die SchülerInnen

bequem und flexibel von zuhause

aus lernen. Intensivkurse

stellen eine ideale Vorbereitung

auf die Zentralmatura dar und

sind sehr günstig.

9. März 2021 29


NACHHILFE

30 9. März 2021


NACHHILFE

9. März 2021 31


Oberlandler Hip-Hop lässt aufhorchen

„Da Kessl“ beliefert Fans des Mundartraps mit neuen Beats und originellen Zeilen

Was kommt heraus, wenn man

drei musikbegeisterte Freunde,

Kreativität und ein paar Turn -

tables in einen Topf wirft und

einmal ganz kräftig umrührt?

Richtig, ein Hip-Hop-Kollektiv

wie „Da Kessl“. Hinter dem Namen,

der ganz klar auf die Herkunft

der Musiker anspielt, den

Landecker Talkessel, verbergen

sich Klaus Run (aka Andi Nimmervoll),

Mo Cess (aka Moritz

Zangerl) und Pirmin (aka Dominik

Wille). Schon seit über

sieben Jahren machen die drei

Mittzwanziger gemeinsam Musik,

im Dezember konnten sich

Fans über neuen Stoff freuen.

„Entstanden sind die ersten Raps

ganz beschaulich daheim im Zimmer

von einem von uns“, erinnert

sich Mo Cess zurück. „Pirmin und

ich haben uns schon länger gekannt,

immerhin sind wir beide

Zammer, Klaus Run ist dann später

aus Landeck zu uns gestoßen.“

Als sich Pirmin Turntables zulegte,

eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten

für Klänge und Beats.

Beim sogenannten Scratchen auf

den Turntables entstehen durch

das Unterbrechen und rhythmisches

Eingreifen in laufende

Raiffeisenbank Pitztal: Neuer Vorstand

Der 35-jährige Mag. (FH) Manuel

Nigg (M.) wurde Anfang des Jahres in

den Vorstand der Raiffeisenbank Pitztal

eGen bestellt und wird ab August

gemeinsam mit Dir. Andreas Eiter (l.)

das Vorstandsduo bilden. Damit wurde

die Nachfolge von Mag. Gallus

Reinstadler (r.) professionell und zeitnah

geregelt, da dieser aus eigenem

Wunsch ab Mitte des Jahres aus dem

Vorstand ausscheiden wird. Nigg ist

Auf Konzerten, wie hier im Alten Kino Landeck, geben „Da Kessl“ ihre selbstgeschriebenen

Tracks zum Besten und ernten von Fans viel Applaus und Zuspruch.

Schallplatten neue Klangmuster,

die besonders gut zur Hip-Hopund

Rap-Musik passen.

bereits seit 2007 bei Raiffeisen. Vorher

machte er nach der Matura (2003)

seine ersten und sehr nützlichen Berufserfahrungen

im Bau- und Tourismusgewerbe.

Neben den Tätigkeiten

in verschiedensten Abteilungen der

Raiffeisenbank absolvierte der aus

Kauns stammende Neo-Vorstand von

2008 – 2012 berufsbegleitend das Diplomstudium

‚Wirtschaft & Management‘

am MCI Innsbruck. Foto: Raiffeisen

Auf einmal wurde es ernst

„Damals haben wir einfach in der

Freizeit ein bisschen aus Spaß gefreestyled,

neue Techniken ausprobiert,

aber nichts Ernsthaftes produziert

oder veröffentlicht“, erzählt

Pirmin. 2014 sei ganz unerwartet

der Rapper Yo!Zepp, Federführender

bei der Mundart-Rapgruppe

„Von Seiten der Gemeinde“

(VSDG), mit dem Auftrag zu

ihnen gekommen, bei ihrem ersten

Auftritt als Vorband zu spielen.

„Er hat uns gar nicht wirklich die

Wahl gelassen. Heute sind wir aber

froh darum“, erklärt Mo Cess

amüsiert. In den Anfängen war

auch Rapper Hecka Schar (aka

Mario Praxmarer) noch dabei,

welcher die Gruppe aber 2017 verlassen

hat.

Dialekt vom Feinsten

Der markante Dialekt des Tiroler

Oberlands mit all seinen harten Ks

und CHs gehört genauso zur Dreiergruppe

wie die erfrischend kreativen

Textpassagen. „Authentizität

ist im Hip-Hop echt wichtig. Alle

reden immer von der „keep it real“-

Mentalität. Wir können nur glaubwürdig

bleiben, wenn wir die Sprache

unseres Herzens verwenden

und auf Dialekt rappen“, sind sie

sich einig. Laut Mo Cess ergeben

sich ganz andere Stimmungen,

wenn die Tiroler Mundart zum

Einsatz kommt. Er fände es fatal,

auf Standarddeutsch zu rappen.

„Das würde nicht zu uns passen“,

ist sich auch Klaus Run sicher.

Neues aus der Pfadi Au

Auch die neueste Platte, die ein

Kollaborationsprojekt der Jungs

von „Von Seiten der Gemeinde“

und „Da Kessl“ ist, versorgt die

Fans mit gerapptem Oberland-

Slang. Klaus Run erinnert sich gerne

an den Entstehungsprozess der

besonderen Tracks: „Im Sommer

haben wir uns für ein paar Tage in

der Pfadi Au einquartiert. Wir haben

uns so gefreut, uns alle wieder

zu sehen und sich in Mitten eines

sonst nicht so tollen Jahres auf die

Musik zu konzentrieren.“ Pirmin

fügt hinzu: „Es hat ständig geregnet

und wir waren richtig produktiv.“

In einem Raum entstanden

neue Beats, im anderen Raum

schrieben die Rapper die dazugehörigen

Texte. Anschließend wurde

alles auch gleich aufgenommen.

So entstand die EP mit dem Namen

„Pfau“, eine Hommage an

das Pfadfinderlager Pfadi Au in

Landeck und Sophie Scholl, welcher

das dortige Gebäude gewidmet

ist, die Mitte Dezember auf

allen gängigen Streamingplattformen

erschien.

Sieben Mal Da Kessl

Bereits mit ihrem Debütalbum

„Größenwahn“ aus dem Jahr 2017

ließ „Da Kessl“ die Austro-Hip-

Hop-Szene aufhorchen, „Pfau“

schafft dies einmal mehr. Auf sieben

Tracks, die Titel wie „Jå voll“,

„Überleba“ und „Rap oder wia“

tragen, präsentieren die sechs Musiker,

was in ein paar Tagen Fokus

entstehen kann. „Die Platte ist von

dem her besonders, dass wir nicht

lange überlegt, sondern einfach

gemacht haben“, fasst Pirmin zusammen.

Doch so reibungslos

auch die Musikproduktion funktioniert

hat, so schwierig war es,

einen Pfau für das Musikvideo zu

„Be Prepared“, welches von Thomas

Hofer gefilmt wurde, zu finden.

„Das war eine witzige Geschichte.

Wir wollten unbedingt

einen echten Pfau dabeihaben,

hatten aber keine Ahnung, wo wir

diesen herzaubern sollten. In Tarrenz

sind wir dann fündig geworden

und durften bei einem Gasthof

den Pfau filmen, komische

Blicke von Spaziergängern inklusive“,

erinnern sie sich. Im März

dürfen sich Fans vom Dialekt-

Hip-Hop auf neue Musik von Testa

(VSDG) und Mo Cess, sowie

ein bisschen später über ein Projekt

von Pirmin und Kinetical, einem

Rapper aus Linz, freuen.

„Und natürlich hoffen wir darauf,

unsere Titel von „Pfau“ auch endlich

mal live präsentieren zu können.

Wir blieben positiv!“, meint

Mo Cess.

(nisch)

32 9. März 2021


Ein Herz für Kinder- und Jugendhilfsprojekte

Der Nauderer Verein „Heartbeat“ hilft unbürokratisch bei Schicksalsschlägen

„…sich ein Herz fassen, damit

ein anderes wieder höher

schlägt“, ist das Credo des gemeinnützigen

Nauderer Vereins

„Heartbeat“, der sich Kindern

und Familien in Notsituationen

verschreibt. Selbst in den vergangenen

Monaten fanden die

aktive Vereinsspitze und stille

Helfer im Hintergrund Mittel

und Wege, Spendeneinnahmen

zu lukrieren und dort zu helfen,

wo Hilfe dringend gebraucht

wird.

„Ein großes Herz“ haben die Vereinsmitglieder

des Sozialvereins

„Heatbeat“ definitiv. Geholfen

wird ehrenamtlich, transparent,

schnell und unbürokratisch. Die

Obfrau, Monika Habicher, erklärt:

„Der gemeinnützige Verein

Heartbeat wurde im Jänner 2017

gegründet. Dies geschah nach einem

persönlichen Schicksalsschlag

in unserer Familie – unser heutiges

Ehrenmitglied Silvia Schreiber

hatte zusammen mit Kristina Baldauf

die Idee, etwas zu tun, um

schnell helfen zu können.“ Schnell

entstand dann eine begeisterte Dynamik,

sodass die Obfrau zusammen

mit ihrer Stellvertreterin Stefanie

Noggler und vielen lieben

Freunden den Grundstein gelegt

hat. Sehr bald schon wurde das

erste große Projekt durchgeführt,

„Music for Heartbeat“: „Wir hätten

uns nie erträumen lassen, dass

dieses Event am 22. April 2017 in

Nauders eine Spendensumme in

Höhe von 31.700 Euro zugunsten

des Forschungsvereins der Herzkinder

Österreich einbringt“, erzählt

die Obfrau freudig.

Motiviert, weiterzumachen

Nach dieser gelungenen Premiere

war die Motivation der Vereinsspitze

groß, weiterzumachen.

„Weitermachen“ heißt im Falle des

Vereins „Heartbeat“, weitere Spenden

zu sammeln, in erster Linie für

Kinder- und Jugendhilfsprojekte

sowie Familien aus der Region, die

sich in unterschiedlichsten Notsituationen

befanden. Der Vereinsname

„Heartbeat – sich ein Herz

fassen, damit ein anderes wieder

höher schlägt“ ist so etwas wie ein

Die Vereinsspitze, im Bild von links: Natascha Rudigier (Kassierin), Carmen Mathoy

(Schriftführerin), Monika Habicher (Obfrau), Stefanie Noggler (Obfrau-Stellvertreterin),

Andreas Habicher (Kassier-Stv.), Christoph Moritz (Schriftführer-

Stv.) und Ehrenmitglied Silvia Schreiber.

Foto: Christian Berthold

Leitsatz, dem sich der Verein in

sämtlichen Belangen verschreibt.

Gemeinsam und vor allem ehrenamtlich

engagieren sich die insgesamt

22 aktiven Mitglieder im

Sinne der guten Sache. Neben der

Obfrau Monika Habicher und ihrer

Stellvertreterin Stefanie Noggler

zählen zur Vereinsspitze noch

Natascha Rudigier, Andreas Habicher,

Carmen Mathoy, Christoph

Moritz und Ehrenmitglied Silvia

Schreiber.

Von Yoga bis „Herzbrot“

Eine Vielzahl an Projekten hat der

Verein in den vergangenen Monaten/Jahren

durchgeführt, teils von

Privatpersonen, aber auch von

größeren Organisationen unterstützt.

Nach dem Startevent „Music

for Heartbeat“ ging es weiter

über Charity Yoga, Kunstausstellungen

bis hin zur Idee eines

„Herzbrotes“, in die Tat umgesetzt

von der Bäckerei Habicher. Bei der

Berggala in Fiss durfte der Verein

ebenso einen Spendenscheck entgegennehmen

wie von der Firma

Elektro Müller in Nauders, deren

Belegschaft auf Weihnachtsgeschenke

zugunsten des Vereins

verzichtet hat. „Wir sind immer

wieder überwältigt von der Kreativität

und dem Engagement aller“,

freut sich Obfrau Monika Habicher.

So haben unter anderem die

örtlichen Bäurinnen Mund-Nasenschutz-Masken

zugunsten des

Vereins verkauft, die Firma Pro-

Win lukrierte mittels Online-Partys

und Verkaufsaktionen Spenden.

Schicksalsschläge

Nachgefragt, wo und wie der Verein

„Heartbeat“ konkret hilft, erklärt

die Obfrau: „Wir helfen immer

dort, wo schnell und unbürokratisch

Hilfe benötigt wird – etwa

durch den plötzlichen Tod eines

Familienmitglieds, bei Schicksalsschlägen,

schweren Erkrankungen

oder natürlich auch immer dort,

wo gerade finanzielle Hilfe benötigt

wird, wie etwa bei der Anschaffung

teurer Therapiegeräte /

Therapieeinheiten, Zuschüssen zu

kostspieligen Operationen uvm.“

Der Fokus liegt ganz klar im Bereich

der Kinder- und Jugendhilfe.

Der Verein finanziert sich auch

durch seine Mitgliedsbeiträge. Seit

dem Jahr 2019 besteht die Möglichkeit

einer passiven Mitgliedschaft

(Jahresbeitrag von 15,-

Euro).

Infos und die Anmeldung zur passiven

Mitgliedschaft können über

die Vereinshomepage erfolgen, siehe:

www.heartbeat-nauders.com

Spenden an den Verein sind unter

folgender Bankverbindung möglich:

Heartbeat Spendenkonto:

IBAN: AT42 3628 3001 0002 0511,

BIC: RZTIAT22283 (lisi)

9. März 2021 33


Menschlichkeit als Ziel definieren

Fabian Moser und Thomas Payr: „Gegen Abschiebung zu sein ist nicht linksextrem“

Für den siebzehnjährigen Mötzer

Fabian Moser und den sechzehnjährigen

Flaurlinger Thomas

Payr ist es eine Selbstverständlichkeit

sich gesellschaftspolitisch

zu bilden und die eigene

Meinung auch auf der Straße

zu vertreten. Im Rahmen der

jüngsten Demonstration gegen

Abschiebungen in Innsbruck

mussten die beiden Oberländer

Schüler jedoch hautnah miterleben,

wie die Polizei mit drakonischen

Mitteln gegen jugendliche

Demonstranten zu Felde zog.

Pessimistisch in die Zukunft sehen

die beiden Rockmusiker

trotz allem nicht. So wollen sie

auch weiterhin gegen Rassismus

und für mehr Klimaschutz

kämpfen.

Schon als Kind habe er sich für die

Flüchtlingsproblematik interessiert,

erzählt Fabian Moser von der

Oberländer Rockband „Headless

stickhorse“ und auch sein Bandkollege

Thomas Payr kann bereits

auf einige Erfahrung als politisch

Aktiver zurückblicken: „Bei den

Friday for Future Demos war zum

Teil die halbe Klasse von mir dabei“,

erzählt der ehemalige Stamser

Gymnasiast und nunmehrige

Schüler der Zillertaler Tourismusschule

mit einigem Stolz. Musikalisch

verbindet die beiden ihre Liebe

zur Rockmusik, die bekanntlich

eher der Generation ihrer Eltern

wie der ihren zuzurechnen ist:

„Alles, was heute produziert wird,

ist langweilig und unpolitisch“,

sind sich die beiden einig. Musikalisch

beeinflusst sind die beiden

indes von weit mehr als von Hardrock:

Bassist, Gitarrist und Sänger

Moser, der auf zahlreiche Auftritte

im Rahmen des Telfer Do-Re-Mi-

Chors und der Wiltener Sängerknaben

zurückblicken kann, wurde

schon als Zwölfjähriger vom

Deutschpunk geprägt und Drummer

Payr, der als Teil der Musikkapelle

Flaurling früh Erfahrungen

mit Blasmusik gemacht hat, ist

auch klassischer Musik alles andere

als abgeneigt.

Mit dem dritten Bandmitglied Elias Latta bilden Fabian Moser und Thomas Payr

(v.l.) die Band „Headless stickhorse“.

Foto: Moser

Politisch interessiert

So breit gefächert wie ihr musikalisches

Interesse ist auch ihr beider

Interesse am politischen Geschehen.

Parteipolitik liegt ihnen dabei

fern: „Ich komm aus einer eher

konservativen, christlich geprägten

Familie. Aber was ich gelernt

habe, ist, dass man der Umwelt

nicht schaden soll und dass Hass

nicht gut ist“, betont Payr und

stellt klar: „Ich bin politisch links.“

Wie er will auch Moser nicht ins

radikale Eck gedrängt werden: „Es

ist nicht linksextrem gegen Abschiebungen

zu sein. Die Menschen

müssen wieder sozialer und

menschlicher werden. Wir sollten

anfangen internationaler zu denken.“

Gerade die Demonstrationen

gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

seien von jungen

Menschen besucht, geben sich die

beiden hoffnungsvoll. Nach ihrer

jüngsten Erfahrung bei der von

der sozialistischen Jugend organisierten

Demo „Grenzen Töten“

haben sie indes einen Teil ihres

Vertrauens in den Staatsapparat

verloren: Dort wurden jugendliche

Demonstranten von der Polizei

eingekesselt, mit Pfefferspray

attackiert und teilweise inhaftiert.

Das repressive Vorgehen der Exekutive

hat nun auch zu parlamentarischen

Anfragen an den Innenminister

geführt.

Auf einem Auge blind

Auch die beiden Oberländer

Schüler zeigen sich schockiert über

das brutale Vorgehen der Polizei:

„Viele der Jugendlichen haben danach

gesagt, sie hätten Angst wieder

auf eine Demo zu gehen. Das

ist nicht mehr demokratisch und

so verliert man das Vertrauen in

die Polizei“, so Moser. Und Payr

ergänzt: „Der einzige rechtswidrige

Akt, der während der Demo

passiert ist, war das Zünden von

einem bengalischen Feuer und das

einzige, was von unserer Seite geworfen

wurde, waren Beleidigungen.

Die Demonstranten haben

auch die Abstandspflicht eingehalten,

bis die Polizei ohne Grund angefangen

hat uns einzukesseln.“

Dass dagegen unangemeldete Demonstrationen

gegen die Corona-

Maßnahmen von der Exekutive

sogar begleitet würden, verstehen

die beiden gar nicht. Die Demo

gegen Abschiebungen sei da ein

kompletter Gegenpol gewesen

und es sei schade, dass aufgrund

der Eskalation das eigentliche

Thema total untergegangen sei. Es

brauche ein stärkeres Kontrollorgan

für die Polizei, zeigen sich die

beiden überzeugt und kritisieren,

dass unter dem ehemaligen Innenminister

Herbert Kickl die Anforderungen

an die Auszubildenden

herabgesetzt wurden. „Eigentlich

ist der Job eines Polizisten ein sehr

schwieriger“, gibt Moser zu bedenken.

Alle Exekutivbeamten in einen

Topf zu werfen, liege ihm aber

fern, betont der Gymnasiast:

„Zwischen einem Polizisten bei

uns am Land und einem Stadtpolizisten

ist ein riesiger Unterschied.“

Wünsche für die Zukunft

Konkrete Wünsche an die jetzige

Politik haben sie auf jeden Fall

eine Menge, drei davon fallen ihnen

sofort ein: So sollten Grenzen

wie jene der europäischen Union

nicht mehr als Todeszone und das

Mittelmeer nicht mehr als Massengrab

funktionieren. Gesellschaftspolitisch

würden sie sich

außerdem die Einführung eines

bedingungslosen Grundeinkommens

wünschen. „Dann hätten die

Menschen Zeit die Arbeit zu finden,

die ihnen gefällt. Die meisten

wollen etwas beitragen zur Gesellschaft“,

argumentiert Moser. Und

als drittes würden die beiden eine

Reform des Schulsystems befürworten,

das die Individualität des

einzelnen Schülers mehr fördert.

Über ihre persönliche berufliche

Zukunft haben sie übrigens ein

klares Bild: So möchte Moser nach

der Matura am Meinhardinum

eine Ausbildung zum Instrumentenbauer

beginnen, Payr nach dem

Abschluss der Tourismusschule als

Koch durchstarten. Politisch aktiv

werden die beiden sicher weiter

bleiben und dabei auch den Dialog

nicht scheuen. Denn: „Diskutieren

kann man nur mit Andersdenkenden.

Alles andere ist Meinungsaustausch.“

(ado)

9. März 2021 35


Nauders hat neues

Gemeindehaus

Das größte Bauvorhaben der letzten Jahre in der Gemeinde Nauders wurde vollendet:

der Neubau des Gemeindehauses und dessen Vorplatzes. Das Gemeindegebäude wurde

in den 1950er-Jahren errichtet und erhielt über Jahrzehnte hinweg keine Adaptierung.

Daher war es nicht länger zeitgemäß und ein Neubau wurde angedacht. Nach

vielen Diskussionen und zahlreichen Gemeinderatssitzungen wurde der Neubau eines

barrierefreien Amtsgebäudes schließlich beschlossen – und nun auch realisiert.

Im Juli 2019 begann das großangelegte

Projekt mit den aufwendigen

Abbrucharbeiten des Altbestandes.

Nach Abschluss dieser ersten Bauphase

startete im April 2020 das eigentliche

Bauvorhaben zur Schaffung

einer der modernsten Gemeindestuben

ganz Tirols. Wäh-

Wir danken für die stets gute Zusammenarbeit

Gstrein Martin Peintner Peter

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STECON bedankt sich für das

entgegengebrachte Vertrauen und

gratuliert zum gelungenen Projekt!

36 9. März 2021


end der Bauarbeiten war das Gemeindeamt

in den Räumlichkeiten

der alten Post untergebracht. Heute

erfreuen sich die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Gemeinde Nauders

über den gänzlich erneuerten

Arbeitsplatz, der sich dank modernen

Sichtbetons, klarer Linien außen

wie innen und edler Einrichtung

aus Eiche durchaus sehen lassen

kann.

Bürgermeister und Amtsleiter Helmut

Spöttl erinnert sich an den

Startschuss: „Im Prinzip schob die

Gemeinde Nauders das Projekt bereits

jahrelang hinaus. Als wir als

neuer Gemeinderat in die Amtsperiode

starteten, waren wir uns einig,

dass wir das Vorhaben ‚Gemeindehaus

NEU‘ endgültig realisieren

wollten.“ So wurde in Zusammenarbeit

mit der Abteilung

Dorferneuerung des Landes Tirol

ein Architektenwettbewerb zur

Neugestaltung der Gemeinde Nauders

ausgeschrieben. Auf ganzer

Linie überzeugt hat das Gesamtkonzept

der Architekten von

Gritsch-Haslwanter aus Stams. Die

Gesamtinvestition von ca. 5 Mio.

Euro trägt die Gemeinde Nauders

zusammen mit der Bedarfs- ‰

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9. März 2021 37


zuweisung des Landes Tirol. Für die Bauaufsicht

verantwortlich war die Firma Stecon GmbH aus

Nauders.

Den Großteil des Projekts an Firmen aus der Region

zu vergeben, war der Gemeinde Nauders ein

besonderes Anliegen – eines, das jedoch auch

mit Hürden verbunden war: „Leider ist es durch

das Bundesvergabegesetz nicht immer möglich,

sämtliche Arbeiten an ortsansässige Firmen zu

vergeben“, schildert der Bürgermeister rückblickend.

Die größte Herausforderung jedoch war

der Abbruch des Altbestands: „Das alte Gebäude

war unterkellert, die Gebäude in der Nachbarschaft

nicht. Das erforderte eine großangelegte

Baugrubensicherung mit Spritzbeton und Ankern.

Das war für mich definitiv jener Bauabschnitt,

der mir am meisten Kopfschmerzen bereitete“,

erzählt Helmut Spöttl weiter.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt und sämtliche

Arbeiten wurden zur vollsten Zufriedenheit

der Gemeinde Nauders erledigt. Der helle Eingangsbereich

heißt Besucherinnen und Besucher

freundlich willkommen – und auch die übrigen

Räume erfreuen die Gemüter. Eine WC-Anlage

im Erdgeschoss sowie ein Personenlift sorgen

für Barrierefreiheit im gesamten Gebäude.

Zwei Info-Screens, jeweils im Außenbereich und

im Innenbereich, informieren die Bürgerinnen

und Bürger sowie Gäste über aktuelle Gemeindeangelegenheiten.

Das neue Amtsgebäude beinhaltet neben den

Büroräumlichkeiten für den Bürgermeister und

Amtsleiter auch die Finanzverwaltung, das Meldeamt,

das Standesamt, einen Gemeinschaftsraum,

einen Besprechungsraum für die Ausschüsse,

das Büro für den örtlichen Waldaufse-

Fotos: Agentur CN12 Novak

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38 9. März 2021


her sowie im Obergeschoss den

multifunktionellen Sitzungssaal für

die 13 Gemeinderätinnen und -räte

mit Panoramablick auf das Schloss

Naudersberg. „Mit dem Neubau

sind nun auch das Ärztehaus mit

den zwei Ordinationen von Dr. Öttl

und Dr. Mangweth von den Amtsräumen

getrennt“, fügt Amtsleiter

Helmut Spöttl hinzu.

Sowohl das neue Gemeindegebäude

als auch das Ärztehaus werden

über eine Hackschnitzelheizung versorgt.

Die Holzhackschnitzel kommen

von der Gemeindegutsagrargemeinschaft.

Ein zusätzlicher

Mehrwert sei entstanden, da durch

den Neubau auch die gesamte EDV-

Anlage auf den neuesten Stand der

Technik gebracht wurde, erläutert

Spöttl. Zudem ist das neue Gebäude

tiefer gelegen als das alte. Insgesamt

20 Tiefgaragenplätze sind entstanden,

die heute dauervermietet

werden. „Was ich weiters erwähnen

möchte, ist, dass im Zuge der Bauarbeiten

auch ein Büro für den Sozialsprengel

errichtet wurde. Weiters

wurde die Rot-Kreuz-Stelle Nauders

um zwei Zimmer erweitert “, erklärt

Helmut Spöttl abschließend und bedankt

sich bei allen mitwirkenden

Firmen, den Gemeindearbeiterinnen

und -arbeitern sowie allen Bürger -

innen und Bürgern von Nauders.

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Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!

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9. März 2021 39


ISCHGL

„Einen ´Haubentouch´ nach Hause bringen“

Der Haubenkoch Benjamin Parth brachte kürzlich sein erstes Kochbuch heraus

„Stillstand“ mag er nicht. Und

wenn der Gast während der Corona-Pandemie

nicht ins hauseigene

Haubenlokal kommen

kann, muss eben die Haubenküche

zum Gast kommen. Das war

der Ansatz. Entstanden ist die

erste Publikation des Ischgler

Haubenkochs Benjamin Parth,

der seit Jahren in der oberen

Liga der internationalen Kochszene

mitspielt.

Benjamin Parth ist so etwas wie

der „Shooting-Star der Küchenszene“.

Der 32-jährige Ischgler ist

weltoffen, ehrgeizig, hat höchste

Ansprüche an sich selbst und seine

Arbeit und gern einen lustigen

Schmäh parat. Auch ist er äußerst

penibel, wenn´s um Sauberkeit in

der Küche geht. Der Erfolg des

ehemals jüngsten Haubenkochs

kann sich nach wie vor – 13 Jahre

nach dieser besonderen Auszeichnung

– mehr als sehen lassen: Aktuell

ist das Gourmetrestaurant

Stüva im Gourmetführer

„Gault&Millau“ (gültig für 2021)

als bestbewertetes Restaurant Tirols

gereiht, Küchenchef Benjamin

Parth selbst ist der momentan

höchstbewertete Haubenkoch im

Lande mit vier Hauben (18,5

Punkte) im Gault&Millau 2020,

zudem mit fünf Sternen (97 Punkte)

im Guide A la Carte 2020 und

vier Gabeln im aktuellen Falstaff

Restaurantguide. Im September

2018 wurde er zudem vom

Gault&Millau mit dem Titel

„Koch des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

„Wollte Fußballer werden“

Wie so viele Jungs, verfolgte Benjamin

Parth in Kindertagen einen

anderen Berufswunsch: „Ich wollte

Fußballer werden. Der Wunsch,

Koch zu werden, reifte in mir erst

im Alter von elf, zwölf Jahren,

nicht zuletzt durch Jamie Oliver,

der zu dieser Zeit so etwas wie der

erste Popstar der Kochszene war“,

erinnert sich Benjamin Parth, der

schmunzelnd anmerkt: „Andere

Kinder musste man vom Fernsehen

wegbringen, mich aus der Küche.

Wenn ich nicht brav war, hab

ich Küchenverbot bekommen.“

40 9. März 2021

Immer einen lockeren Schmäh parat: Spitzenkoch Benjamin Parth.

Der im Hotel der Eltern, dem Hotel

Yscla, aufgewachsene junge

Mann wollte schon früh die Lehrjahre

bei einem der besten Köche

absolvieren. Die Wahl ist auf

Heinz Winkler gefallen. Nach den

Lehrjahren im Chiemgau folgten

einige Auslandsaufenthalte, unter

anderem in Spanien, Dänemark

oder Frankreich. Parth wollte, wie

er betont, Erfahrungen sammeln

und dies auch auf internationaler

Ebene. Recht schnell war für den

erfolgreichen Koch klar, dass der

Ehrgeiz bzw. Sportgedanke im

Vordergrund stehen. Etwas einfach

nur machen, war nie sein

Ding: „Wenn ich etwas mache,

möchte ich etwas besonderes daraus

machen“, gesteht Benjamin

Parth, der wie erwähnt bereits im

Alter von 19 Jahren mit der ersten

Haube ausgezeichnet wurde.

„Man hört jede Nadel fallen“

Angesprochen, was dem Haubenkoch

besonders wichtig ist,

kommt die Antwort wie aus der

Pistole geschossen: „Pünktlichkeit

und Sauberkeit. Bei mir in der Küche

schaut es aus wie in einem OP-

Saal. Wenn es um Sauberkeit geht,

bin ich sehr penibel. Ein Kontrolleur

hat einst gesagt, dass er noch

nie eine solch saubere Küche gesehen

hat“, verrät Benjamin Parth

und ergänzt: „Auch leise muss es

sein. Bei uns hört man jede Nadel

fallen.“ Fachlich gesehen, sieht

Parth seine Stärke in der Zubereitung

von Fisch und Meeresfrüchten

sowie in der „leichten Küche“.

Der Ischgler Koch misst sich jedenfalls

mit den Besten der Besten:

„Wir bewegen uns auf einem

guten Niveau, vielleicht bewegen

sich europaweit hundert oder

zweihundert Restaurants auf diesem

Niveau“, erklärt Parth. Das

Gourmetrestaurant Stüva ist eines

der wenigen Mitglieder der exklusiven

Restaurantvereinigung „Les

Grandes Tables du Monde“. Zudem

ist der Küchenchef Benjamin

Parth im Rahmen der Veröffentlichung

der La Liste 2020 mit dem

„Young Chef Award“ ausgezeichnet

worden – eine Auszeichnung,

die jedes Jahr nur einer Handvoll

Köchen zuteil wird.

Anleitung zum Angeben

Während und vielleicht auch wegen

der Corona-Pandemie ist

Parths erstes, 200 Seiten starkes

Buch unter dem Titel „Angeberküche

für Jedermann“ erschienen.

Darin sind extravagante Gerichte

einfach erklärt, einzelne Arbeitsschritte

zudem bildlich dargestellt.

Kurz und knapp bietet das Kochbuch

„eine Prise Haubenküche für

zuhause“. „Wichtig war mir, dass

die Rezepte einfach umzusetzen

sind und dass die Zutaten zu 95 %

beim Nahversorger erhältlich sind.

Zumindest in einer Stadt sind alle

Zutaten erhältlich“, versichert

Parth. Noch ein klarer Vorteil: Nahezu

alle Rezepte sind in 30 bis 40

Minuten zubereitet und: „Auch

mit hausfrauenüblichen Geräten“,

Foto: Target Group/Jan Hetfleisch

ergänzt Benjamin Parth und: „Alle

Lebensmittel kommen zwei- bis

dreimal vor. Was macht man auch

mit einer halben Avocado?“, zeigt

der Haubenkoch auf. „Es geht darum,

einen ´Haubentouch´ nach

Hause zu bringen“, erklärt Parth.

Erhältlich ist das Werk, das im

Oktober 2020 über den Target

Group Verlag erschienen ist, um

24,90 Euro auf Amazon, im Buchhandel,

in jeder M-Preis-Filiale sowie

über den Yscla-Shop (www.yscla.at/shop).

Vieles wird sich verändern

In Anbetracht an die Corona-Pandemie

sieht Benjamin Parth große

Veränderungen im Anmarsch:

„Vieles wird komplett anders. Es

wird neu. In Europa wird es ein

neues Hotel- und Restaurantleben

geben“, ist er überzeugt. Neu sein

wird auch die Organisation: „Mit

Vorreservierungen wird vieles

komplizierter. Die Hauptaufgabe

wird sein, dass wir Überlegungen

anstreben müssen, dass es nicht zu

kompliziert für den Gast wird.“

Auch für den gewünschten

„Wohlfühlfaktor für den Gast“ sei

zu sorgen, von einer Sache ist Benjamin

Parth des Weiteren überzeugt:

„Qualität wird weiterhin gefragt

sein“ und: „Große Angebote,

um dem Alltag zu entfliehen, wird

es nicht mehr geben. Vielleicht bedeutet

dies einen Aufschwung für

die Restaurants, wenn es die Gegebenheiten

zulassen.“ (lisi)

Der 32-jährige Ischgler Haubenkoch

Benjamin Parth brachte kürzlich sein

erstes Kochbuch heraus. Foto: Zangerl


Mit Herzblut seit 1972 bei der Feuerwehr

Der langjährige Ischgler Feuerwehrkommandant Herbert Jehle erzählt

„Wenn man was gern macht, ist

es keine Arbeit“, sagt Herbert

Jehle, der langjährige Feuerwehrkommandant

der Paznauner

Gemeinde Ischgl. 35 Jahre

lang hatte er diese Funktion inne

– mit dem impuls Magazin

spricht der Träger des Verdienstkreuzes

des Landes sowie der Ehrenringträger

seiner Heimatgemeinde

über schöne Ereignisse

und Katastrophen, die Ischgler

und den Stellenwert der Blaulichtorganisation.

Er selbst bezeichnet sich als „Ureinwohner

Ischgls“. Diese Aussage

trifft wohl auf Herbert Jehle, der

bereits in Ischgl geboren wurde

und sein ganzes Leben hier verbracht

hat, voll und ganz zu. Und,

er hat im Ort sehr viel bewirkt und

war und ist nach wie vor vielseitig

engagiert. Fast sein ganzes Leben

lang ist Herbert Jehle auch Kamerad

der Freiwilligen Feuerwehr

Ischgl. 1972 ist der mittlerweile

65-jährige Florianijünger der

Blaulichtorganisation beigetreten.

„Als wir junge Buben waren, haben

wir gesehen, dass man bei diesem

Verein an Bewerben teilnehmen

darf und viel Technik dahintersteckt,

das hat uns einfach interessiert“,

erinnert sich Jehle. Die

Gemeinschaft und Kameradschaft

waren natürlich auch immer vordergründig.

Von 1983 bis 2017

war der mittlerweile pensionierte

Bankdirektor auch der Kommandant

der Freiwilligen Feuerwehr

Ischgl, ab 2002 auch Abschnittskommandant

im Paznaun. Dass er

diese Funktionen nicht mehr innehat,

liegt nicht im Entscheidungsbereich

von Herbert Jehle.

Im Feuerwehrgesetz ist verankert,

dass Florianijünger ab 65 Jahren

zu den „Feuerwehrmitgliedern der

Reserve“ übergehen müssen. Dass

er diese Funktion jedoch so lange

Zeit ausgeübt hat, verdankt er zwei

Menschen, wie er erzählt: „Dem

früheren Abschnittskommandanten

Franz Tanzer und dem früheren

Kommandanten Pepi Salner –

diese beiden haben mich damals

animiert, Funktionen im Verein

zu übernehmen.“ Der besondere

Dank gilt zudem den Kameraden:

Herbert Jehle war 35 Jahre lang der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr

Ischgl.

Fotos: Elisabeth Zangerl

„Ich habe das Glück gehabt, dass

die Mannschaft und ganz besonders

engagierte und langjährige

Ausschussmitglieder hinter mir

gestanden sind. Eine große Bereicherung

war und viel Erfahrung

sammeln konnte ich durch die

Teilnahme an einer Ausbildungswoche

bei der Berufsfeuerwehr

München“, zeigt sich Jehle dankbar.

Schönes & Katastrophen

Besonders gern erinnert sich Herbert

Jehle an schöne Momente in

seiner „Feuerwehr-Ära“, die natürlich

als Feuerwehrmitglied der Reserve

nach wie vor anhält, zurück:

Beispielsweise im Mai 1983 die

Segnung der Feuerwehrhalle am

neuen Standort oder 1987 die

Austragung des Bezirksnassleistungsbewerbs.

Herbert Jehle ist so

etwas wie ein lebendes Feuerwehr-

Geschichtsbuch, er fährt fort: „Im

Juni 1989 fand in Ischgl ein großes

Ereignis statt – der Landesfeuerwehrbewerb

mit 3.000 Teilnehmern.

In diesem Zuge wurde unser

neuer Tankwagen gesegnet.“

Dass ein solcher dringend notwendig

war, zeigten größere Brände

auf. Im Jahr 1987 etwa gab es einen

Großbrand mitten im Dorf:

„Das war einer der größten Brände.

Die Ursache wurde bis heute

nicht geklärt“, erinnert sich Jehle.

Weitere Brandserien gab es 1989

und 1991 – der Brandstifter dieser

Brände konnte nach Hinweisen

ausfindig gemacht werden. In Anbetracht

an das 1989 gesegnete

Fahrzeug, fällt Herbert Jehle gleich

eine Anekdote ein: „Unser Tankwagen

war über der Norm von förderbaren

Fahrzeugen, in Anbetracht

an die Größe und das Gewicht“

und: „Das haben wir lange

ISCHGL

gehört, da haben sie uns alle lange

geplagt“, erinnert sich Jehle.

Etliche Naturereignisse

Auch bei Naturkatastrophen waren

die ehrenamtlichen Florianijünger

stets im Einsatz. Davon gab

es viele in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Lawinenkatastrophe

1999 zum Beispiel: „Hier war die

Feuerwehr jedoch hauptsächlich

für den Gütertransport zuständig“,

stellt Jehle klar. Beim Muren/Hochwasserereignis

2005 war

die Feuerwehr Ischgl im Dauereinsatz,

geholfen wurde oftmals auch

in anderen Gemeinden (zB. 2015

in See, 2016 in Grins/Gurnau).

Dankbar zeigt sich Herbert Jehle

noch heute über die Hilfen anderer

Feuerwehren bei der Naturkatastrophe

2005: „Feuerwehrkatastrophenzüge

aus Südtirol, Osttirol

und Niederösterreich haben

uns unterstützt – diese sind besser

ausgerüstet, versiert und organisiert.

Auch das Bundesheer hat uns

damals sehr unterstützt. Besonders

spürbar war der Zusammenhalt in

der Gemeinde“, des Weiteren bekräftig

Jehle: „Wenn es darauf ankommt,

helfen die Ischgler immer

zusammen.“ Den Stellenwert einer

Freiwilligen Feuerwehr in den

einzelnen Gemeinden stuft Herbert

Jehle als „sehr hoch“ ein:

„Nachbarfeuerwehren haben längere

Anfahrtswege, auch sind

Ortskenntnisse von großem Vorteil.

Besonders im Winter kann es

zudem zu Straßensperren kommen.“

Ein wesentlicher Meilenstein

für die FF Ischgl war natürlich

auch der Umzug ins neue

H.E.L.P. Zentrum im Jahr 2018.

Auch wenn Herbert Jehle bei mehreren

Vereinen aktiv ist, hatte die

Freiwillige Feuerwehr immer Priorität:

„Eines ist besonders wichtig:

Die Familie muss dahinterstehen

und einem den Rücken freihalten.

Sonst funktioniert das nicht“, ist

Jehle, der mit Gattin Emma verheiratet

ist und Vater eines Sohnes

und einer Tochter ist, überzeugt.

Auch Großvater ist Herbert Jehle

– seine beiden Enkel, ein Junge

und ein Mädchen, sind beide

ebenfalls bei der Feuerwehr, erzählt

er stolz …

(lisi)

9. März 2021 41


ISCHGL

Adaptierung des ehemaligen Gemeindeamts und

Das ehemalige Gemeindeamt in

Ischgl, in dem neben dem Kindergarten

und der Kinderkrippe

auch Wohnungen untergebracht

sind, wird in diesem Jahr umfangreich

adaptiert und um

Gruppenräume bzw. einen Turn-

Veranstaltungssaal sowie einen

Freibereich erweitert. Ein weiteres

größeres Vorhaben fällt mit

der Adaptierung des Recyclinghofs

in den abfallwirtschaftlichen

Bereich.

Seit 2010 ist Werner Kurz Bürgermeister

der Gemeinde Ischgl. Besonders

die letzten Monate waren

sehr herausfordernd und kräfteraubend

für die 1.600-Seelen-Gemeinde.

Aber neben all dem Shitstorm,

der Ischgl erreicht hat, gibt’s

auch etliche positive Dinge zu resümieren:

„Es ist uns dank Rücklagen

gelungen, ein ausgeglichenes

Budget für das Jahr 2021 zu erstellen“,

informiert Bürgermeister

Werner Kurz über das rund 9-Millionen-Budget.

Wie alle anderen

Tourismusgemeinden muss auch

Ischgl erhebliche Einnahmenausfälle

hinnehmen, Bgm. Kurz

bringt einen interessanten Vergleich

zur Sprache: „Im Dezember

2019 betrugen die Kommunalsteuereinnahmen

rund 250.000

Euro, im Dezember 2020 nur

42 9. März 2021

mehr 50.000 Euro.“ Dennoch

können die zwei für heuer geplanten

Projekte durchgeführt werden.

Eines der beiden Großprojekte ist

der Umbau des früheren Gemeindeamtes,

in dem mittlerweile der

Kindergarten, die Kinderkrippe

und Mietwohnungen untergebracht

sind. Neben einer thermischen

Sanierung wird das Gebäude

aus dem Jahre 1984 auch barrierefrei

(unter anderem durch einen

Aufzug) ausgestattet, auch

wird der Kindergarten um Gruppenräume

und WC-Anlagen erweitert,

hinzu kommt ein Turnsaal,

der auch als Veranstaltungssaal

genutzt werden kann. In diesem

Rahmen wird auch eine Freifläche

vor dem Gebäude neu gestaltet.

Recyclinghof

Das zweite große Projekt in diesem

Jahr ist der Umbau des örtlichen

Recyclinghofs. Unter anderem

werden die Ein- und Ausfahrtsbereiche

verbreitert, auch

werden an diversen Fraktionen

Adaptierungen vorgenommen.

Summa summarum kostet dieses

Vorhaben rund eine Million Euro.

Geplant ist in diesem Jahr auch

eine Brückensanierung: „Wir sanieren

jedes Jahr eine Brücke – in

diesem Jahr ist es die Nederbrücke

in Mathon, die noch Schäden vom

vergangenen Hochwasserereignis

aufweist“, erklärt Bgm. Kurz. Im

Bereich der Trinkwassererschließung

fließen Gelder in die Behälter

Bodenalpe und Velilltal, zudem

steht die Vergrößerung eines

Hochbehälters für die private Wassergenossenschaft

Mathon an. Auf

Postschließung sorgt für Unverständnis

Gemeinde ist bemüht, die Schließung der letzten Postfiliale im Paznaun zu verhindern

Die geplante Schließung der

Postfiliale Ischgl und der zugleich

einzigen Postfiliale im

Paznaun sorgt für viel Unmut

bei der Bevölkerung und der Gemeindeführung.

Bürgermeister

Werner Kurz ist bemüht, Gespräche

mit der österreichischen

Post AG zu suchen – die Post

wiederum sucht bereits akribisch

nach einem Postpartner.

Die Pläne für den Umbau des ehemaligen Gemeindeamts. Hier sind neben dem Kindergarten und der Kinderkrippe auch

Wohnungen untergebracht.

„Wir suchen aktuell Gespräche

mit der österreichischen Post AG,

dass zumindest ein letztes Postamt

im Paznaun übrigbleibt“, zeigt

sich Bürgermeister Werner Kurz

nicht erfreut über die geplante

Schließung der Postfiliale Ischgl

und: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar,

dass diese Filiale nicht

kostendeckend laufen soll, zumal

das Gebäude im Eigentum der

Post steht.“ Der Ansatz in Ischgl

ist klar: „Wir kämpfen jedenfalls

um den Erhalt der Postfiliale

Ischgl, auch der Talverband wird

In Ischgl kämpft man für den Erhalt der örtlichen Postfiliale.

Fotos: Elisabeth Zangerl

dahingehend intervenieren“, so

Ischgls Bürgermeister Werner

Kurz. Der Pressesprecher der

österreichischen Post AG Markus

Leitgeb erklärt auf Anfrage des impuls

Magazins: „Wenn über einen

Zeitraum von drei Jahren ein negatives

Ergebnis in einer Postfiliale

bilanziert wird und auch die Prognose

negativ ist, wird dies zur Regulierungsbehörde

weitergeleitet.

Dies ist keine eigenständige Entscheidung

der Post, diese Entscheidung

trifft die Behörde“ und:

„Ischgl hat leider beides (negative

letzte Jahre samt negativer Prognose)

aufgewiesen, wir sind jedoch

bemüht, mit dem Postamt und der

Bank weiterhin in Ischgl vertreten

zu sein und sind aktuell auf der

Suche nach einem Postpartner.“

Der Post-Pressesprecher versichert:

„Es sollte im Idealfall einen

nahtlosen Übergang geben, vorher

sollte die Postfiliale nicht geschlossen

werden.“

(lisi)


des Recyclinghofs Ischgl

Bgm. Werner Kurz: „Es ist uns dank

Rücklagen gelungen, ein ausgeglichenes

Budget für das Jahr 2021 zu erstellen.“

der Agenda stehen unter anderem

Straßensanierungen, auch die Fertigstellung

des Radwegs – der Abschnitt

Ischgl wird in jedem Fall in

diesem Jahr fertiggestellt.

Leichenkapelle Mathon

In diesem Jahr sollte auch ein Architekturwettbewerb

für eine neue

Leichenkapelle in Mathon starten:

„Nun geht es in die Planungsphase,

ebenso werden Gespräche mit

der Pfarre und der Diözese gesucht“,

erklärt Bgm. Werner Kurz

zum Status quo.

Im Vorjahr wurden neben zahlreichen

Asphaltierungsarbeiten auch

ein neues Fahrzeug für die örtliche

Feuerwehr angekauft, ebenso ein

Radlader für den gemeindeeigenen

Bauhof. Ein größeres Projekt

des Vorjahres war die Sanierung

der Volksschule Ischgl, die rund

70.000 Euro gekostet hat. Auch

wurden im Mehrzweckgebäude, in

dem unter anderem der Tourismusverband

untergebracht ist,

Wohnungen, die im Eigentum der

Gemeinde stehen, adaptiert. Was

der Gemeinde Ischgl besonders

wichtig ist, ist die Unterstützung

der heimischen Landwirte. Vielleicht

ist das auch mit ein Grund

dafür, dass Ischgl eine der wenigen

Gemeinden in Tirol ist, in der die

Zahl der aktiven Landwirte nicht

rückläufig ist.

(lisi)

ISCHGL

Die Silvretta Therme befindet sich aktuell in der Bauphase, die Fertigstellung soll

im Spätherbst 2022 erfolgen.

Fotos: Elisabeth Zangerl

Therme gut im Zeitplan

In einer dreijährigen Bauzeit

realisiert die Silvrettaseilbahn

AG das Mega-Projekt „Silvretta

Therme“. Die Fertigstellung erfolgt

im Spätherbst 2022.

Im September 2019 erfolgte der

Spatenstich für die Silvretta Therme,

ein rund 60 Millionen Euro

teures Projekt der Silvretta Seilbahn

AG. Diese Investition ist zudem

die größte Einzelinvestition,

die das Ischgler Seilbahnunternehmen

in seiner Firmengeschichte

getätigt hat. Das viergeschossige

Objekt umfasst auch eine Tiefgarage,

untergebracht sind die Therme

samt Innen- und Außenbecken

sowie Saunalandschaft, auch ein

Gastrobereich und ein Fitnesscenter.

Darüber hinaus noch ein Veranstaltungssaal

und als besonderes

Highlight ein Eislaufplatz, der im

ersten Geschoss rund um das Gebäude

verläuft. Geplant wurde das

Projekt von der ARGE Wimreiter

& Krieger, SSAG-Vorstand Günther

Zangerl erklärt auf Anfrage

des impuls Magazins: „Wir liegen

sehr gut im Zeitrahmen und im

Wesentlichen auch im Kostenrahmen.“

Eröffnet wird die Silvretta

Therme pünktlich zum Start der

Wintersaison 2022/23. (lisi)

9. März 2021 43


Moderne Heimat

in den Alpen

Theodor Pichler und Melanie

Berkhofer sagten dem baufälligen

Wohnen adé und heißen

heute in ihrem neu errichteten

Alpenheim im Herzen des

schneereichen Ischgls willkommen:

Familie und Freunde ebenso

wie Gäste aus der Ferne.

Mit freundlicher Unterstützung der

www.oppl.at

Jahrelang ärgerten sich Theo Pichler

und seine Partnerin Melanie

Berkhofer über Baufälligkeiten in

ihrem Zuhause in Ischgl. Das 60

Jahre alte Haus hatte der Ischgler

Theo von seiner Familie geerbt

und gemeinsam mit Melanie bezogen.

Doch die viele Zeit und die

regelmäßigen Investitionen, die

das Haus dem Paar abverlangte,

machten schnell klar: „Das Haus

war einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Als dann auch noch Sohn

Manuel geboren war, wurde zu alledem

auch noch der Platz knapp

– und der Handlungsbedarf immer

größer. „Endgültig gefasst

wurde der Entschluss, das Haus

abzureißen und ein neues zu bauen,

als unser zweites Kind, Tochter

Melissa, 2015 zur Welt kam“, erinnert

sich die 36-jährige Melanie.

Gut Ding braucht Weile

„Doch von der Idee bis zum Einzug

sollten noch weitere fünf Jahre

vergehen“, erzählen Theo und Melanie.

Ein derart umfangreiches

Vorhaben wie das ihrige lässt sich

aber natürlich auch nicht von heute

auf morgen umsetzen. Denn zuallererst

waren so einige bürokratische

Hürden zu überwinden und

eine Phase intensiver Planung zu

durchlaufen. Das Ursprungsgebäude

sollte zur Gänze abgetragen

und ein neues Wohnhaus mit Privat-

und Vermietungsräumlichkeiten

errichtet werden – so der wach-

Ausführung der Baumeisterarbeiten:

Bauleitung:

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44 9. März 2021


sende Traum der damals angehenden

Häuslbauer.

Im Jahr 2020 war es dann endlich

so weit. Im Mai 2020 erfolgte der

Startschuss, jedoch nicht mit einem

typischen Spatenstich, sondern

mit dem Abriss von Theos Elternhaus.

„Das war eine große Herausforderung“,

erzählt Theo, dessen

berufliche Laufbahn ihn vom

Taxifahren in Ischgl über seine

Hausmeistertätigkeit zur Privatvermietung

führte. Ein Loch von

1.500 m³ musste ausgehoben werden“,

ergänzt Melanie, die eigentlich

aus Pettneu am Arlberg

stammt, und betont: „Für die

Grabarbeiten, um das alte Haus zu

entfernen, brauchten wir einen

ganzen Monat.“

Von tief bis hoch hinaus

Betrachtet man heute das sechs

Stockwerke stolze Ischgler Alpenheim,

so weiß man: Der Aufwand

hat sich gelohnt. Denn nachdem

das alte Haus vollständig abgerissen

war, wich das enorme Loch, das

es hinterlassen hatte, nach und

nach einem modernem Mehrparteienhaus,

das allen Ansprüchen

gerecht wird. Dezent und unaufdringlich

schmiegt sich die leicht

graue Fassade seit Dezember 2020

in ihre Nachbarschaft und beheimatet

dabei hinter hochwertigsten

Verglasungen ein wahres Wohnparadies

mit vielerlei Annehmlichkeiten

für Bewohner und Besucher.

Theos Bruder bewohnt seit Fertigstellung

des Gebäudes das Obergeschoss.

„Unser Bereich erstreckt

sich über eineinhalb Stockwerke

und ist 100 Quadratmeter groß“,

freuen sich Melanie und Theo

über ihr neues Familiendomizil,

das sie im Dezember 2020 beziehen

konnten. Während der ‰

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9. März 2021 45


Bauarbeiten lebten sie gemeinsam

mit den Kindern Manuel und Melissa

– und den Hunden Carlo und

Kira – zur Untermiete in einem

Apartmenthaus. Heute sind sie

selbst Privatvermieter, denn neben

den beiden privaten Wohnungen

beheimatet ihr Alpenheim Ischgl

vier moderne Apartments: „Insgesamt

haben wir 18 Betten.“

Alpiner Luxus

So manches Detail wird Skiurlauber

und Sommergäste bald im

Hause Pichler und Berkhofer begeistern.

Ein eigener Personenlift

führt direkt von der Garage in die

Wohnungen: „Die Gäste können

mit dem Lift nur in ihren persönlichen

Bereich fahren. Wir als Vermieter

können alle Stockwerke

über den Lift erreichen.“ Am

meisten freut sich Theo dabei, dass

er nicht länger die Autos händisch

vom Schnee befreien müssen:

„Endlich haben wir eine Garage.

Insgesamt haben wir Stellplätze

für alle Autos von den Gästen und

Privat.“

Auch sonst hat das Haus alles unter

einem Dach vereint: „Im Erdgeschoss

haben wir die Rezeption

für unsere Vermietung und einen

schönen Eingangsbereich. Der

Skiraum und die Garage sind

ebenerdig und es gibt einen großen

Keller mit ausreichend Lagermöglichkeiten.“

Außerdem gibt es

zwei Büros, einmal für private Angelegenheiten

und einmal für die

Vermietung. Am besten gefällt den

Hausbesitzern jedoch der Ausblick

vom Balkon, wie der 45-jährige

Theo erklärt: „Auf unserem Panoramabalkon

mit Glasgeländer bin

ich am liebsten. Der Ausblick von

dort ist herrlich.“

Lage, Lage, Lage

Die Lage spricht für sich. Tatsächlich

genießt man von allen Wohnungen

aus eine atemberaubende

Aussicht auf das Dorf. „Wir sind

außerdem nur wenige Minuten

vom Zentrum von Ischgl entfernt

und auch sonst haben wir alles in

Reichweite“, weiß Hausherrin

Melanie zu schätzen, die den Vormittag

– wenn die Kinder in der

Schule und Theo beschäftigt sind

– gerne für ausgedehnte Spaziergänge

mit den Hunden nutzt.

Garten gibt es beim Haus keinen,

doch wer so viel Natur rundherum

in Greifweite hat, der muss hier

trotzdem nichts vermissen.

So geht die Familie nachmittags

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46 9. März 2021


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eine lustige Rodelpartie, schwingt

sich auf die Skier oder erkundet

die Heimat einfach nur beim

Wandern – Aktivitäten, die hoffentlich

auch bald die ersten Gäste

im Alpenheim Ischgl genießen

werden können. Melanie und

Theo freuen sich über baldigen

Besuch und damit, ihren Wohntraum

im Herzen von Ischgl teilen

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9. März 2021 47

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