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WIKO – Wirtschaftskompass Altmühlfranken Ausgabe 2021

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www.wiko-wug.de

WIRTSCHAFTSKOMPASS

ALTMÜHLFRANKEN

Ausgabe 2021

WIKO

Regionale

Wirtschaftsthemen

Wirtschaftsporträts

Jobbörse

Kirchweihkalender

2018


Behind The Scenes

Alle Bilder und ihre Geschichten auf wiko_altmuehlfranken Wirtschaftskompass Altmühlfranken


WIKO

Aus der

Region,

für die

Region

Manuel Westphal

Landrat des Landkreises

Weißenburg-Gunzenhausen

Vor Ihnen liegt die zweite Ausgabe

des Wirtschaftskompass. Für mich

spiegelt das hochwertige Magazin

eines ganz klar wider: „Aus der Region,

für die Region!“ Rund um unsere

heimische Wirtschaft finden sich im

Wirtschaftskompass interessante Informationen

und Berichte. Der WIKO

hat sich seit seinem ersten Erscheinen

im vergangenen Jahr zu einem starken

Partner der Betriebe entwickelt. Ich

hoffe, dass dieser erfolgreiche Weg

auch im Jahr 2021 fortgesetzt werden

kann.

Denn eins ist uns allen klar: Wir müssen

– um weiterhin als Region erfolgreich

zu sein – neue und andere

Wege gehen als in den vergangenen

Jahren. Die Corona-Pandemie und ihre

Auswirkungen, die wir sicher teilweise

auch erst in den nächsten Jahren

spüren werden, haben uns das nachdrücklich

gelehrt.

So bin ich froh, dass wir im Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen

bereits noch

vor der Corona-Pandemie

unser Online-Portal www.

in-altmuehlfranken.de starten

konnten. Während der

Pandemie konnten unsere aktiven

Händler trotz Lockdown

ihre Produkte über das Portal

bewerben und verkaufen. Wir

hoffen, dass in Zukunft noch

viele weitere Betriebe das On-

line-Portal für sich entdecken und wir

so einen regionalen Online-Marktplatz

entwickeln können.

Ebenso wichtig war im vergangenen

Jahr die Vorstellung unseres

Altmühlfranken-Gutscheins. Der

landkreisweite Gutschein wurde in

den vergangenen Monaten bereits

sehr gut angenommen und hat sich

gut etabliert. Der Gutschein ist sowohl

online als auch in Papierform erhältlich

und kann als tolles Geschenk „aus der

Region, für die Region“ genutzt werden.

Eine weitere Möglichkeit sind die

sogenannten „Arbeitgebergutscheine“.

Viele Unternehmen nutzen bereits

die steuerlich begünstigte Möglichkeit

des steuerfreien Sachbezugs, um den

eigenen Mitarbeitern

zu gegebenen Anlässen

Wertschätzung

entgegenzubringen.

Mit dem Altmühlfran-

ken-Gutschein bleibt der Euro direkt

im Landkreis.

Mit dem landkreisweit gültigen Gutscheinsystem

haben wir ein sehr

innovatives Projekt gestartet, das

letztlich auf eine hervorragende Zusammenarbeit

mit unserem regionalen

Händlernetzwerk aufbaut.

Das ist es auch, was für mich in den

nächsten Jahren wichtig sein wird:

die regionale Zusammenarbeit! Die

Auswirkungen der Corona-Pandemie

werden wir vermutlich im Laufe der

nächsten Jahre zu spüren bekommen.

Unser Landkreis muss sich dafür gut

aufstellen und gemeinsam alle Synergien

nutzen. Darauf baut beispielsweise

auch die Unternehmerinitiative

Nachhaltigkeit und CO 2

-Neutralität für

Altmühlfranken, kurz UNNA auf, die

unsere heimischen Betriebe unterstützen

soll. Nachhaltigkeit in der Produktion,

Regionalisierung und sektorenübergreifende

Zusammenarbeit sind

dabei nur einige Stichworte, die wir bei

UNNA, einem Zusammenschluss aus

Politik und Wirtschaft, gemeinsam angehen

wollen.

Mir ist es wichtig, dass wir unseren

Landkreis gemeinsam zukunftsfest

aufstellen und so gestärkt

aus der Krise hervorgehen können!

Der Wirtschaftskompass greift auch

dieses Thema in seiner Ausgabe 2021

auf, woran man die Bedeutung dieses

Themas für die Region ablesen kann!

3


WIKO

Vorwort Manuel Wetsphal S. 3

Inhaltsverzeichnis S. 4/5

Velovita & Krause

Über den Tellerrand schauen und gemeinsam

Verantwortung übernehmen

S. 6/7

Max Balz Jeder Stein und jede

Platte ein Unikat S. 8

SSW Hand in Hand mit der NaturS. 9

Cancún Immer eine gute Wahl S. 10

Bräustüberl Zur Kanne

Horizonterweiterung auf gut

Fränkisch S. 11

Löffler | Wulf + Partner

Ein kompetenter Wegbegleiter S. 12

Dres. Schacht & Kollegen

Eine moderne Kanzlei mit ganzheitlichem

Ansatz S. 13

be media &

Burning Bird Media

Gemeinsam stark: Full Service in Marketing,

Digital und IT S. 14/15

Statistik Landkreis in ZahlenS. 21

Tourismusregion Die Geschichte

einer versäumten Debatte S. 22-24

Statistik Landkreis in ZahlenS. 25

Grußwort Jürgen Schröppel S. 26

Stadt Weißenburg

Digitales

Rathaus für mehr Bürgerservice S. 27

Landratsamt

Gemeinsam Zukunft gestalten S. 28

Ossberger

Made in Weißenburg

auf allen fünf Kontinenten S. 29

Wohnungsbaugenossenschaft

Altmühlfranken

Günstig und modern in Weißenburg

wohnen S. 30

Elektro Kreißl

Kleines Team,

kurze Wege, schneller Service S. 31

16

Die Krise der

Innenstadt

Die Industrie in der Region ist stabil

durch die Krise gekommen. Das ist

die gute Nachricht. Einzelhandel und

Gastronomie aber leiden schwer.

Branchen, die ohnehin schon unter

Druck standen. Corona gefärdet so

47

Job daheim

Altmühlfranken muss kämpfen

Verschiedene Zahlen zeigen, dass der Landkreis wirtschaftlich

aufholen muss. Das ist aber nicht überall angekommen.

die Identität

unserer Innenstädte.

Ein

Thema, das

alle angeht.

Was wird von der Homeoffice-Welle

52

in Altmühlfranken

bleiben? Wir

sprachen mit

Firmen und

Angestellten.

Rehwald Nischenprodukte höchster

Qualität aus Höttingen S. 32

Stadtmarketing

Weißenburg Das Bindeglied S. 32

Meyerhuber Rechtsanwälte

Die besten Köpfe für ein Leben ohne

Sorgen S. 33

Holzbau Schmoll

. . . baut Wohnträume S. 34/35

Wolf Fliesen

Wohnwelten zum Anfassen S. 36

BRK Niemand wird alleingelassenS. 37

Gore . . . und die Früchte einer besonderen

Unternehmenskultur S. 38/39

Rieger & Kraft

Traditionelles

Handwerk und moderne Technik für

Kunden und Klima S. 40

Metzgerei Struller

Mit Pfefferbeißer, Landfrischkäse und

Leidenschaft zum Erfolg S. 41

Stadtwerke Weißenburg

Kunden im Herzen und die Zukunft im

Blick S. 42

Mory Moderne Haustechnik verspricht

höchsten Wohnkomfort S. 43

x4


WIKO

Holz und Stein:

Rohstoffe vor Ort

Wie sehen die Perspektiven der altmühlfränkischen

Rohstoffe aus? Mit

Blick auf den Megatrend Nachhaltigkeit?

Eine Wald- und Steinbruchgeschichte

mit einigen Überraschungen.

Es geht

70

unter anderem

um T-Shirts aus

Holz und wandernde

Löcher.

Die Lizenz zum

Rumspinnen

Was erwarten sich Schülerinnen

und Schüler von der Arbeitswelt

der Zukunft, in die sie selbst bald

eintreten werden? Das war das zentrale

Thema der WIKO-Projektklassen,

die wir in diesem Jahr erstmals

86

aufgelegt haben.

Es kamen

spannende

Einblicke

heraus.

Green Business

Die Energiewende muss her. Was kann die

Region dazu beitragen?

Eine Menge! Wir haben uns ein Startup

in der Elektromobiliät angesehen, einen

94 denkt,

EVS . . . sorgt für mikroskopische Sauberkeit

S. 44

DGS Die maschinelle StricklieselS. 45

Caritas-Kreisstelle

Niederschwellige Hilfe für jeden S. 46

Caritas-Seniorenheim

St. Walburg Pflege auf Basis

christlicher Werte S. 46

Weltmarktführer, der über Wasserstoff nachund

einen Pionier der Holzheizung.

Sozialer Sektor: Corona-Digitalisierungsschub

als Chance S. 50-51

Online-Handel

Schleppender Weg ins Netz S. 55-57

Grußwort Kristina Becker S. 58

Stadt Treuchtlingen

Mit Offenheit und Transparenz in eine

neue Zeit S. 59

Kipf Meisterliches Handwerk im

Familienbetrieb mit Herz S. 60/61

da-Folientechnik Oberflächen

mit Blickfang S. 62

Vanella Security Sicherheit ist

Vertrauenssache S. 62

Rummel . . . wächst – auch an

Herausforderungen S. 63

Leiritz Vom Einzelstück bis zur Komplettlösung

S. 64

Auto Felleiter & Schmidt

Die Kfz-Werkstatt, die alles macht – und

ein bisschen mehr S. 65

Schwill Metall-Technik

Flexible Metallbearbeitung in höchster

Präzision S. 66

Unternehmenskultur

Die Zeit der Silberrücken im Chefsessel

geht zu Ende S. 67-69

Grußwort Karl-Heinz Fitz S. 76

Stadt Gunzenhausen

Die Stadt, die einfach macht S. 77

NQ-Service Kompetente Service-

Profis mit Engagement S. 78

Kühleis Group

Professioneller Datenschutz braucht

Profis S. 78

Reinwald „Der Kunde kann das

manchmal gar nicht glauben” S. 79

Diakoneo Werkstatt mit Wohlfühlfaktor

S. 80/81

Edeka Höfler Das Herz kauft mit:

Jeder Besuch ist etwas Besonderes

S. 82/83

Digitale Nomaden Vorbild für

eine neue Arbeitskultur? S. 84/85

Margit Hertlein Die Weißenburger

Rednerin spricht über ihre Corona-

Zeit S. 90-93

Grußwort Claudia Wolfinger S. 98

Jobbörse Stellenangebote, Ausbildungsplätze,

Praktikum, Duales Studium

S. 99-101

Impressum S. 101

Schlusswort Kevin Ruff S. 102

Das Wiko-Team S. 103

5


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Über den Tellerrand schauen und gemeinsam

„Mit einer von Weitsicht, Qualitätsbewusstsein,

Vertrauen in und Wertschätzung

für jeden einzelnen Mitarbeiter

geprägten Unternehmenskultur

werden wir auch langfristig unsere

Wettbewerbsfähigkeit sichern“, sind

sich Geschäftsführerin Britta Strunz

von Krause Guss und David Lischka

von Velovita Rad Sport einig. Mit Beratung

und Unterstützung des Velovita-Teams

bietet der Bieswanger Spezialist

für Präzisions-Kokillenguss seinen

Mitarbeitern seit 2020 ein Leasingfahrradmodell

für Diensträder, das

den Umstieg aufs Rad erleichtern soll.

Menschen den Spaß am Radfahren zu

vermitteln oder durch ein E-Bike neue

Leidenschaft

Radsport

Der Radsport verbindet David

Lischka schon weit vor der Unternehmensgründung

mit seinem

heutigen Geschäftspartner Christian

Lang, Apotheker der Center-

und Stadtmühl-Apotheke in

Weißenburg. Da man gerade im

Velovita Rad Sport GmbH

Augsburger Str. 74 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 95 87 80

www.velovita.de • hallo@velovita.de

facebook.com/velovita.rad/

instagram.com/velovita_radsport/

Unternehmensgründung: 2016

MitarbeiterInnen: 16

Geschäftsführer: David Lischka,

Christian Lang

Corona-Jahr den Ansturm aufs

Fahrradgeschäft kaum bewältigen

konnte, wurde die Mitarbeiterzahl

2020 kurzerhand verdoppelt.

Mobilität zu schenken, das ist es, was

David Lischka und sein Team täglich

antreibt. Um den Kunden mehr Platz

und einen weiteren Fahrrad-Fittingraum

zu bieten, findet man Velovita

seit August 2020 in neuen Räumen in

der Augsburger Straße 74. Die beiden

Fittingräume sind für

Lischka neben der

Werkstatt das Herz

des Betriebs: Bis zu

1,5 Stunden wird

hier, zusammen mit

dem Kunden, jedes

Rad nach ergonomischen

Gesichtspunkten

angepasst,

sprich Lenker, Griffe,

Sattel und Pedale

richtig eingestellt.

Die Velovita-Geschäftsführer

Lischka

und Lang sind,

wie Britta Strunz von Krause Guss, der

Meinung, dass man nicht nur eine Verantwortung

Mitarbeitern und Kunden

gegenüber hat, sondern generell für

die Gesellschaft. „Ich muss hinter den

Produkten stehen können, die ich verkaufe.

Dazu zählt, mich mit den Lieferketten

und Herstellungsprozessen der

Produkte auseinanderzusetzen. Das

kann ich nicht dem Kunden überlassen“,

sagt Lischka. „Ich bin Unternehmer,

also muss ich was unternehmen,

damit der Betrieb läuft“, sagt er.

Wir sind ein

Fahrradgeschäft,

das sich kümmert.

Nur so gewinne man langfristig das

Vertrauen der Kunden. Die Bewerbung

seines Angebots läuft deshalb fast

ausschließlich über Mund-zu-Mund-

Propaganda. Fast 3000 Fans folgen

den Aktivitäten des Weißenburger

Fahrradspezialisten in sozialen Netzwerken

wie Facebook

und Instagram

und sind als Käufer

selbst die besten

Markenbotschafter.

„Ich arbeite lieber

an der Zufriedenheit

meiner Kunden als

an der Werbung“, so

Lischka augenzwinkernd.

„Wir sind

ein Fahrradgeschäft,

das sich

kümmert, aber

das geht nicht

ohne Zeit.“

Dass das Velovita-Team auf

die individuellen Wünsche,

Ansprüche und körperlichen

Voraussetzungen

jedes einzelnen Kunden

eingeht, hat sich bereits

über die Landkreisgrenzen

hinaus herumgesprochen.

Und so kommen die

Kunden mittlerweile bis aus

Stuttgart, Ulm, Berchtesgaden

oder sogar Zürich nach

Weißenburg.

-klm-

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Verantwortung übernehmen

Made in

Altmühlfranken

Wer das Glück hat, bei Krause Präzisions-Kokillenguss

in Bieswang einmal

eine Betriebsführung mitmachen zu

dürfen, sollte sich darauf einstellen,

dort auch im Hochsommer gegen

weihnachtliche Gefühle

ankämpfen zu

müssen. Schließlich

schimmern in

den „heiligen Gusshallen“

von allen

Seiten goldene und silberne Bauteile

aus Messing, Kupfer, Aluminium und

Aluminium-Bronze. Selbst der dunkle

Boden funkelt – von Millionen glitzernder

Partikel übersäht.

Ob in der Hochseeschifffahrt, Medizintechnik

oder für Absturzsicherungen

im Klettersport – die Gussteile

von Krause sind in vielen Maschinen

und technischen Geräten

verbaut. Auf individuelle Anfrage

hin hat man aber auch

schon Tischkickerfiguren

oder Flaschenöffner

gegossen. Rund

650.000 Gussteile

liefert die Bieswanger

Firma jährlich

an ihre Kunden in

Deutschland und der

ganzen Welt.

Darunter

Unternehmen

wie

Siemens

Wir sind einfach

ein eingeschworenes

Team.

Healthineers oder WMF. „Was wir können,

das können wir echt gut“, sagt

Ausbildungsleiter Sebastian Ludwig

mit zufriedenem Lächeln. Und möchte

diese Überzeugung fürs Unternehmen

und die Produkte

an die sieben Auszubildenden

als Industrie-,

Gießerei-,

Werkzeug- und

ZerspanungsmechanikerIn

weitergeben. „Auch wenn

es manchmal ganz schön heiß und

schmutzig werden kann, mag ich das

Gefühl, dass man am Abend seine Körbe

voller Gussteile dastehen hat.“

Man setzt im Familienbetrieb auf die

„gut organisierte Selbstverantwortung“

der 93 Mitarbeiter, wie Britta

Strunz verrät. „Wir sind einfach ein

eingeschworenes Team.“ Der respektvolle

Umgang miteinander und die

Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind

den Geschäftsführern wichtig. „Man

muss jedem eine Chance geben“, sagt

Uli Krause. Betriebsleiter und Schwager

Jochen Strunz ergänzt: „Wir stellen

so ein, dass wir unsere Mitarbeiter

langfristig behalten können.“ Als regionaler

Arbeitgeber sei man sich der

Verantwortung bewusst. „Die Ausbildung

und Fachkräftesicherung, deren

persönliche sowie berufliche Weiterentwicklung

sind zentrale Themen unserer

Unternehmenspolitik“, sagt Britta

Strunz. Auch das Thema Gesundheit

Krause Präzisions-Kokillenguss

Am Solnhofer Weg 6, 91788 Pappenheim

Tel. 0 91 43 / 14 80

www.krause-guss.de • info@krause-guss.de

facebook.com/krauseguss

instagram.com/krauseguss

Unternehmensgründung: 1977

MitarbeiterInnen: 93

Geschäftsführer: Uli Krause,

Britta und Jochen Strunz

1977 wird die Firma Krause Guss

von den Brüdern Horst und Arthur

Krause, zusammen mit einem

Freund, in Pappenheim gegründet.

Mit ihrem Gespür für die Anforderungen

der Industriekunden

fokussieren sie die Gießerei auf

das Kokillengussverfahren, investieren

in hoch spezialisierte

Arbeitskräfte und neue, moderne

Werkshallen in Bieswang. 2010

treten Britta Strunz und Uli Krause,

die Kinder von Horst Krause, in die

Geschäftsführung ein und übernehmen

diese 2014 mit Unterstützung

von Jochen Strunz.

soll ab 2021 mit einem selbst entwickelten

Konzept nachhaltig in den Unternehmensalltag

integriert werden.

„Wir wollen unsere Mitarbeiter aktiv

dabei unterstützen, ihre Lebensqualität

zu steigern.“

Um die Region gemeinsam mit anderen

voranzubringen, ist die gelernte

Zahntechnikerin, die selbst als Quereinsteigerin

in den Familienbetrieb eintrat,

im steten Austausch mit KollegInnen,

auch aus anderen Branchen, wie

zuletzt mit David Lischka von Velovita

Rad Sport. Strunz und Lischka sind

überzeugt: „Um dauerhaft erfolgreich

zu sein, muss man über den eigenen

Tellerrand schauen.“

-klm-

7


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Seit 2005 gehört die Max Balz GmbH &

Co. vollständig zur Geiger Gruppe, wie

rund ein Dutzend Steinbrüche im süddeutschen

Umland. Das Fachpersonal

und die Spezialisierung auf Naturstein

hat man damals unangetastet übernommen,

auch weil das Selbstverständnis

beider Firmen ein ähnliches

war. Fuchs: „Die gänzliche Verwertung

des Steins gehört bei Max Balz genau

wie bei der Geiger Gruppe zur zentralen

Firmenphilosophie.“ -sz-

Natursteinbetrieb

seit 1888

Bei Max Balz ist jeder Stein und

jede Platte ein Unikat

Von Maximilian Balz als Bau- und

Steingeschäft gegründet, ist das

Unternehmen der älteste ortsansässige

Natursteinbetrieb im

Juragebiet zwischen Nürnberg

und Ingolstadt. In vierter Generation

erfolgt 1997 die Umfirmierung

zur Max Balz GmbH & Co., 2005

wird der Betrieb vollständig von

Max Balz GmbH & Co.

Jura Marmorbrüche Marmorwerk

Kapell 1 • 91788 Pappenheim

Tel. 0 91 43 / 83 51 - 0

www.max-balz.de • info@max-balz.de

Unternehmensgründung: 1888

MitarbeiterInnen: 40

Geschäftsführer: Rainer Hohenwarter

der H. Geiger GmbH Stein- und

Schotterwerke übernommen. Nun

gehören auch Materialien wie der

Pfraundorfer Dolomit, Fränkischer

Muschelkalk und verschiedene

Sandsteine zum Sortiment. 2017

erfolgt der Bau einer neuen Halle

mit vier weiteren Spalteinheiten

zur Produktion von Mauersteinen.

Seit mehr als 130 Jahren gewinnt

die Firma Max Balz an der Kappel

bei Pappenheim den Jura Kalkstein.

„Der Stein wird bei uns über eine Mächtigkeit

von bis zu 30 Metern Schicht für

Schicht abgebaut und in unseren eigenen

Produktionsstätten je nach Nutzbarkeit

vollständig verwertet“, erklärt

die kaufmännische Leiterin Claudia

Fuchs.

Aus heimischem

Material wird damit

jeder Kundenwunsch

erfüllt

– flexibel und individuell.

Vom Rohblock

über Massiv- und Sägestücke

bis hin zu gespaltenen oder gesägten

Mauersteinen zeigt die Max Balz GmbH

ein breites Portfolio. „Wir fertigen auch

Blockstufen, Bodenbeläge und Abdeckplatten

für den Garten- und Landschaftsbau“,

so Fuchs.

Wenn die Pappenheimer einen Stein

aus der Wand brechen, dann bleibt

am Ende der Verwertungskette davon

praktisch nichts mehr übrig. Selbst

kleinstes Gestein findet dabei seinen

Zweck: „Das verarbeiten wir zu Frostschutz-

und Schotterprodukten

weiter“, sagt Claudia Fuchs. Verschwendung

ist ihr fremd. „Wir

setzen hier auf einen ganzheitlichen

Ansatz.“

Uns geht es um

Qualität und die

optimale Nutzbarkeit

des Steins.

seinen Eigenschaften beständig und

nachhaltig. „Schließlich geht es hier

um ein 160 Millionen Jahre altes Produkt,

das in seiner natürlichen Form

einsatzbereit ist.“

Dabei ist jeder Stein und jede Bodenplatte

ein Unikat. „Das merkt man bei

der ersten Berührung“,

schwärmt

Fuchs. „Uns geht

es hier um Qualität

und um die optimale

Nutzbarkeit des

Steins.“

Egal welche Form oder welche Größe:

Jeder Stein ist einzigartig und bleibt in

x8


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SSW arbeitet Hand in

Hand mit der Natur

Qualitätsführer

im GalaBau

Wer mit Jens Geiger über das Gelände

der Schotter- und Steinwerk Weißenburg

GmbH & Co. KG fährt, der erlebt

einen Mann in seinem Element: der Natur.

In dem großräumigen Areal türmen

sich massive Natursteinblöcke, frisch

herausgeschlagen aus dem 140-160

Millionen Jahre alten Jura. Gleichzeitig

wächst von den Seiten der Wald zurück.

„Was wir von

der Natur nehmen,

das wollen wir auch

wieder zurückgeben“,

sagt der kaufmännische

Leiter

und Prokurist.

Er meint das im

doppelten Sinne.

Einerseits verbessert

die Renaturierung

nach dem

Abbau die Artenvielfalt

im Forst insgesamt: Wo früher

Borkenkäfer und Klimawandel den anfälligen

Fichten zusetzten, stehen nach

der Rekultivierung robuste Linden und

Lärchen in dichter Formation. „Wir haben

hier schon mehr als 120.000 Bäume

gepflanzt und legen einen gesunden

Mischwald an“, sagt Jens Geiger.

Die Weißenburger Natursteine haben

aber auch eine bessere Klimabilanz

als künstlich hergestellte Baumittel.

Der Jurastein liegt ja schon fertig im

Boden, man muss ihn nur herausholen.

„Eigentlich bauen wir hier versteinerten

Meerschlamm ab“, so Geiger.

Wir haben schon mehr

als 120.000 Bäume

gepflanzt.

gesetzt. Während Mauersteine quasi

unberührt Verwendung finden, können

die Weißenburger Steine auch zur Zierde

von Fassaden, Fensterbänken und

sogar von Schiffen weiterverarbeitet

werden.

Auch die Schotterproduktion spielt bei

SSW eine tragende Rolle. „Das ist bei

uns ein hoch zertifiziertes Produkt“, so

Geiger. Aus turmhohen

Silo-Batterien

mischt man den

Baustoff auftragsgerecht

zusammen.

Die Nachfrage

ist hoch. „Unter

jedem Kilometer

Autobahn liegen in

Deutschland rund

200.000 Tonnen

Schotter“, weiß

der Prokurist. Ob

Schotter oder Massivstein, den Bedarf

deckt SSW mit regionalem Fokus. Geiger:

„Wenn man einen vielseitigen Rohstoff

vor der Haustüre hat, dann sollte

man ihn auch dort einsetzen.“ -sz-

-

Schotter- und

Steinwerk Weißenburg

Eichstätter Landstr. 55 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 8 77 83

www.schotterwerk-weissenburg.de

info@schotterwerk-weissenburg.de

facebook.com/schottersteinwerk

instagram.com/schottersteinwerk

Unternehmensgründung: 1983

MitarbeiterInnen: 100

Geschäftsführer: Herbert Geiger

Mit fünf Mitarbeitern wird 1983 die

Schotter- und Steinwerk Weißenburg

GmbH & Co. KG gegründet.

1985 geht das Schotterwerk in

Betrieb, aus 15 Silos werden granulierte

Steine bedarfsgerecht

vermischt. 1991 entwickelt man

ein eigenes Reißzahn-System für

Großradlader, es wird bald zum

Standard in allen Jura-Steinbruchbetrieben.

1995 beginnt die Produktion

von Garten- und Landschaftsbauprodukten.

2007 eröffnet

eine zweite Produktionshalle,

es ist damals die modernste und

leistungsfähigste Spaltanlage Europas.

2019 wächst die Belegschaft

auf stolze 100. SSW ist jetzt

Qualitätsführer für Mauersteine im

GalaBau und betreibt ein globales

Vertriebsnetz.

Was zu Zeiten der Dinosaurier noch

Schlamm und Schlicke war, wird in

versteinerter Form heute vielseitig ein-

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Die Vision

wurde Realität

BURGER|TACOS|and more

Das Tex-Mex-Restaurant Cancún

ist immer eine gute Wahl!

Luitpoldstraße 3 • 91781 Weißenburg in Bayern • Tel. 0 91 41 / 9 97 45 74

Öffnungszeiten: täglich von 11.00 bis 24.00 Uhr

Als Claudiu-Cosmin www.cancun-weissenburg.deDemeter

im August 2013 sein Restaurant

„Cancún“ in Weißenburg im ehemaligen

„Karmeliterkeller“ eröffnete,

hatte er eine Vision: Mit seinem

neuen Tex-Mex-Konzept wollte

er seinen Gästen einen echten

Mehrwert bieten. Die Vision ist

längst Wirklichkeit geworden, und

„Cosi“, wie ihn seine Freunde nen-

CanCún Mexican Grill

Luitpoldstr. 3 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 97 45 74

www.cancun-weissenburg.de

restaurant.cancun@hotmail.de

facebook.com/cancun.wug

instagram.com/cancung_weissenburg

Unternehmensgründung: 2013

MitarbeiterInnen: 20

Geschäftsführer: Claudiu-Cosmin Demeter

nen, zog 2016 mit seinem Cancún

in die ehemalige Löwenbrauerei

(„Mocambo“-Bar) um und erfüllte

sich damit einen lang gehegten

Traum. Bereits zwei Jahre später,

2018, baute er das Lokal liebevoll

und behutsam um und kombinierte

das traditionelle Flair der ehemaligen

Brauereigaststätte mit

modernem Design.

Was macht das Cancún aus? Eine

Frage, bei der Claudiu-Cosmin Demeter

alias „Cosi“ nicht lange überlegen

muss: Zum einen ist das die Vielfalt

der angebotenen Speisen, die zwar

überwiegend aus der Tex-Mex-Küche

kommen, aber es gibt darüber hinaus

eben auch handgemachte Burger, Pizza

und Pasta sowie regionale Gerichte.

„Wir achten bei allen unseren Speisen

auf Qualität und Regionalität“, sagt

der Cancún-Inhaber, der seine Waren

überwiegend von Bäckern und Metzgern

aus der Region

kauft.

Durch die Beteiligung

an zahlreichen

Veranstaltungen - wie beispielsweise

das Weißenburger Altstadtfest,

das Demeter sehr am Herzen liegt

– möchte die Cancún-Familie dazu

beitragen unsere Stadt attraktiver und

lebenswerter zu gestalten.

„Immer eine gute Wahl“, so lautet das

Motto des Cancún, das in seiner Vielseitigkeit

in Weißenburg

eigentlich keine Konkurrenten

hat, weil

es Bar, Restaurant und

Café in einem ist.

Wir sehen uns bewusst

als eine Familie.

Seit 2015 bietet das Cancún

den Kunden auch einen

Lieferservice an: Alle Gerichte, die

auf der Karte stehen, kann man sich

auch bequem nach Hause liefern lassen

– gerade in Zeiten des Lockdowns

ein toller Service für die Gäste, die so

weiterhin ihre Lieblingsgerichte genießen

können. Der Lieferservice, den das

Cancún mit einem eigenen Online-Bestellsystem

und in Zusammenarbeit

mit Lieferando anbietet, hat sich während

der Pandemie als wichtige und

einzige Einnahmequelle bewährt.

Seit diesem Jahr hat das Cancún soweit

möglich auf umweltfreundliche Verpackungsmaterialien

umgestellt, und die

Speisenkarte ziert am Anfang bewusst

dieser Satz: „Die Cancún-Familie

heißt Dich willkommen.“

Für

Claudiu-Cosmin

Demeter ist das

nicht nur so ein

leichtfertig dahingeworfener Satz,

sondern echte Überzeugung: „Wir sehen

uns bewusst als eine Familie und

stehen für Werte wie Zusammenhalt,

Loyalität und Überzeugung für das,

was wir tun.“

Diese Unternehmenskultur ist der

Grund, warum die Mitarbeiter hinter

dem Unternehmen stehen sich damit

auch identifizieren können und daher

auch wesentlich verantwortungsvoller

agieren, glaubt Demeter: „Wir begegnen

unseren Gästen deshalb auch auf

einer sehr persönlichen Ebene und

wollen eine Wohlfühlatmosphäre für

sie schaffen, denn genau darum geht

es in der klassischen Gastronomie.“

Einen Kaffee trinken kann man überall

– letzten Endes ist es eine Herzensentscheidung,

wo man ihn dann tatsächlich

auch trinkt.

-ms-

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Horizonterweiterung auf gut

Fränkisch

Schäufele 2.0

Schwarzes Poloshirt, dunkler Bart und

Harley-Davidson-Tattoo. Das Faible für

dunkle Farbtöne des sonst sehr offen

auftretenden Weißenburger Gastronomen

Marius Bansemer zeigt sich

Gästen spätestens dann, wenn das

Münchner Schnitzel auf dem pechschwarzen

Porzellanteller unter der

Nase duftet.

Scheint die Einrichtung

der „Kanne“

inklusive Transistorradio

über der

Theke sich über die

Jahrzehnte kaum

verändert zu haben, so sorgt das Team

rund um Bansemer seit 2018 für ziemlich

frischen Wind – zumindest was die

kulinarischen Highlights in der fränkischen

Traditionsgastronomie im Zentrum

Weißenburgs angeht. Denn heute

findet man neben dem fränkischen

Schäufele mit Knusperkruste, das es

traditionell am Sonntag gibt, auch die

gebratene Jakobsmuschel mit Tomatenchutney,

Bacon und Balsamico auf

der Karte.

Regionale

Esskultur erhalten

und gleichzeitig

Modernes fördern.

„Wir kombinieren frische regionale Produkte

mit internationalen Einflüssen“

sagt Bansemer. Mit der Übernahme

der „Kanne“ hat sich der leidenschaftliche

Koch 2018 einen lang ersehnten

Traum erfüllt: das erste eigene Restaurant.

Während seines beruflichen Werdegangs

im In- und Ausland konnte

Bansemer in der Systemgastronomie

bis zur Sterneküche wertvolle Erfahrungen

sammeln. Herausgekommen

ist sein ganz eigener Stil. Und der findet

sich in vielen kleinen Details: von den

abwischbaren dunklen Lederschürzen,

die jeder der MitarbeiterInnen trägt,

über die besondere Art, wie man in der

Kanne seit 2018 das Schnitzel anbrät,

bis hin zur persönlichen Begrüßung

der Gäste durch

den Küchenchef.

„Ich probiere gerne

mal Dinge aus und

wünsche mir auch,

dass ich den kulinarischen

Horizont

meiner Gäste erweitern kann“, sagt

der bekennender Schäufele-Fan. Das

gelingt dem 28-Jährigen immer wieder

mit ungewöhnlichen Schmankerln

wie Wolfsbarsch im Parmesanmantel,

Ravioli mit Feige-Frischkäse, karamelisiertem

Spargel oder Piemont-Haselnuss-Parfait.

Wem läuft da nicht schon

beim Lesen das Wasser im Mund zusammen?

Als rechte Hand des Küchenchefs

kümmert sich Souschef Robin Urban

neben der Kalkulation und der Kontrolle

des Wareneingangs mit um die kreative

Zubereitung neuer Gerichte.

Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln

liegen Bansemer und seinem

Team dabei ganz besonders am Herzen.

Und so zaubert er aus vermeintlich

minderwertigen Fleischresten, wie

Sehnen, Fettdeckeln und Silberhäu-

Inmitten der Weißenburger Altstadt

liegt das seit Jahrzehnten

im Original erhaltene Bräustüberl

der Brauerei Schneider. Mit Marius

Bansemer und seinem Team

ist 2018 in die urfränkische Gaststätte

eine neue Philosophie miteingezogen:

Neben fränkischen

Klassikern wie Bratwurst und

Schäufele gibt‘s auch internationale

Eigenkreationen der Köche.

Bräustüberl Zur Kanne

Bachgasse 15 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 38 44

www.zurkanne.de

info@zurkanne-wug.de

facebook.com/ZurKanneWug

instagram.com/

marius_bansemer_zur_kanne

Unternehmensgründung: 2018

MitarbeiterInnen: 14

Geschäftsführer: Marius Bansemer

Im gemütlichen Stüberl finden bis

zu 75 Gäste Platz. Weitere 60 Personen

können sich in den warmen

Monaten im Biergarten niederlassen,

der 2021 zusätzlich erweitert

werden soll.

ten, leckere und nahrhafte Soßen und

Fonds. „Genau davon kommt am Ende

der Geschmack, das was das Essen

eigentlich ausmacht“, ist Bansemer

überzeugt.

„Ich habe ein saugutes Team, gemeinsam

werden wir das schon rocken“,

gibt sich der Junggastronom auch ob

der Herausforderungen durch die Corona-Krise

optimistisch. Trotz dunklen

Geschirrs ist man vom Schwarzsehen

also weit entfernt.

-klm-

11


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Steuerkanzlei

in 3. Generation

Ein kompetenter Wegbegleiter

1956 gründete Herbert Löffler die

Steuerkanzlei Löffler im Herzen

von Weißenburg. Digitalisierung

ist heute in aller Munde, doch Herbert

Löffler legte den Grundstein

hierfür in seinem Unternehmen

bereits 1966 als Gründungsmitglied

der Datev. 1975 stieg sein

Sohn Werner Löffler in die Kanzlei

mit ein. Er gründete 1981 gemeinsam

mit Winfried Wulff die Gesellschaft

Löffler, Wulff + Partner, die

bis heute besteht. 2016 trat mit

Löffler | Wulff + Partner

Steuerberatungsgesellschaft mbH

Auf der Wied 6 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 86 08 - 0

www.loeffler-steuer-beratung.de

info@loeffler-steuer-beratung.de

www.facebook.com/

loefflersteuerberatung/

Unternehmensgründung: 1956

MitarbeiterInnen: 35

Geschäftsführer: StB Werner Löffler,

StB Sandra Löffler und StB Tobias Gruber

Sandra Löffler die dritte Generation

in die Kanzlei ein. Wachstum

und Wandel prägen das Unternehmen:

Seit 2006 gibt es eine

Zweigstelle in Treuchtlingen, 2018

wurde außerdem das Lohnbüro in

eigenen Räumlichkeiten untergebracht.

Und seit 2020 ist mit der

Ernennung von Tobias Gruber zum

Gesellschafter und dem Einstieg

von Steuerberater Andreas Renger

die Führungsebene deutlich

verjüngt.

Steuern. Ein Wort, das bei den meisten

Menschen mindestens ein Stirnrunzeln

hervorruft. Komplizierte

Sache. Und keiner kommt drumherum,

denn: Steuern zahlen, das muss

jeder. „Egal ob es um Unternehmensgründung,

Nachfolgeplanung, eine

Erbschaftsangelegenheit oder die

Rente geht: Das Thema Steuern spielt

immer mit und will wohlüberlegt sein“,

sagt Steuerberaterin Sandra Löffer.

Gemeinsam mit ihrem Vater Werner

Löffler und Steuerberater Tobias Gruber

ist sie geschäftsführende Gesellschafterin

der Steuerkanzlei Löffler,

Wulff + Partner. Und sie und ihre Kollegen

sind sich sicher: Das Berufsbild

Steuerberater genießt zu Unrecht den

Ruf eines trockenen

Metiers rund um

komplizierte Zahlen.

„Im Grunde ist es ein

sehr kommunikativer

Beruf mit viel Menschenkontakt“,

findet Andreas Renger, der erst vor

Kurzem in die Kanzlei eingetreten ist.

„Denn wir erstellen nicht nur Steuererklärungen,

sondern beraten ganzheitlich

zu steuerlichen, finanziellen

und betriebswirtschaftlichen Fragen.“

Dabei ist man tief in der Region verwurzelt.

„Wir begleiten Familienunternehmen

schon seit Jahrzehnten, viele

waren schon Mandanten bei meinem

Ein kommunikativer

Beruf mit viel

Menschenkontakt.

Opa“, erzählt Sandra Löffler. Und beide

Seiten haben in den vergangenen

Jahrzehnten gemeinsam einen Wandel

durchlaufen: den Generationenwechsel

auf der Führungsebene und

den Einzug der Digitalisierung als effiziente

Datenverarbeitung. „Für uns

ergibt sich immer mehr ein ganzheitlicher

Ansatz hin zur Unternehmensberatung“,

resümiert Tobias Gruber.

Gerade bei Unternehmensnachfolge

oder Umstrukturierungen ist zunehmend

eine sorgfältige Überlegung und

Beratung gefragt. Denn eine frühzeitig

geplante Steuerstrategie kann helfen,

die zukünftige Steuerbelastung

zu senken. Dabei bringen die Steuerberater

durch ihre

früheren Tätigkeiten

bei Großkanzleien

auch Tipps

und Tricks aus der

„großen“ Wirtschaft

mit, um sie auf die heimische mittelständische

Unternehmenskultur anzuwenden:

komplexe Gestaltungen zur

Steueroptimierung, Prozessberatung

und Unterstützung bei internationalen

Steuersachverhalten. Und durch die

Kooperation mit der Anwaltskanzlei

Dres. Schacht & Kollegen können die

Steuerberater auch dort Hilfe bieten,

wo sich Steuerrecht und Zivilrecht

überschneiden.

-miz-

x12


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Eine moderne Kanzlei mit ganzheitlichem Ansatz

„Wir sind fachlich ziemlich breit aufgestellt“,

sagt Dr. Bettina Schacht, die die

Anwaltskanzlei Dres. Schacht & Kollegen

bereits in dritter Generation führt.

„Wir können nahezu alle Lebensbereiche

juristisch abdecken.“ Ein verständliches,

maßgeschneidertes Gesampaket

– das ist es, was sich die Kanzlei

für ihre Mandanten auf die Fahne geschrieben

hat.

Elf Fachanwälte

kümmern sich um

Arbeitsrecht, Familienrecht,

Erbrecht,

Baurecht, Unterhaltsrecht,

Medizinrecht, Bankrecht,

Zivilrecht. Das ist vor allem auch für

Möglichst effektive

und pragmatische

Lösungen.

Unternehmen ein entscheidender

Vorteil: Sie bekommen den umfassenden

Service aus einer Hand. Denn sie

müssen sich nicht nur mit Arbeitsrecht

befassen, um etwa Arbeitsverträge

rechtssicher zu gestalten.

Sie brauchen Handels- und Gesellschaftsrecht,

um allgemeine Geschäftsbedingungen

aufzusetzen, Ko-

operationen oder

Lieferverträge zu

gestalten. Mietrecht

für die Firmenobjekte,

Baurecht bei

Neubauten, Versicherungsrecht

im Schadensfall, Erbrecht

für den Todesfall, Regelungen für

die Unternehmensnachfolge… „Eine

Rundumversorgung eben, ein ganzheitlicher

Ansatz“, fasst Schacht zusammen.

Und zu dieser gehört auch

die jahrzehntelange Kooperation mit

der Steuerkanzlei Löffler, Wulff + Partner.

Mit ihren vier Standorten in Gunzenhausen,

Weißenburg, Treuchtlingen

und Schwabach ist die Kanzlei seit

Jahrzehnten im Landkreis bestens

vernetzt und hoch angesehen. Das

große 70-jährige Jubiläum im vergangenen

Jahr musste coronabedingt

zwar verschoben werden,

dennoch blickt die Kanzlei Dres.

Schacht & Kollegen zufrieden auf

ihre Erfolgsgeschichte zurück.

Im Kontrast zu den traditionellen

Wurzeln präsentiert sich die

Kanzlei jedoch auch leistungsstark

und modern. Die Arbeitsprozesse

laufen komplett digital

und papierlos. Auch das hilft,

das selbst gesteckte Ziel für

die Mandanten zu erreichen,

erklärt Dr. Bettina Schacht:

„Wir möchten in allen Fällen

möglichst effektive und pragmatische

Lösungen finden.“

-miz-

Experten seit

über 70 Jahren

KOLLEGEN RECHTSANWÄLTE

Dres. Schacht & Kollegen

Rechtsanwälte

Nürnberger Str. 2 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 87 72 23 - 0

www.dres-schacht.de/

rechtsanwaelte@dres-schacht.de

Unternehmensgründung: 1950

MitarbeiterInnen: ca. 30

Geschäftsführerin: Dr. Bettina Schacht

und Stefan Schröter

Dr. Sigurd Schacht gründete 1950

die Anwaltskanzlei Schacht in

Gunzenhausen, damals noch als

Ein-Mann-Unternehmen. 1971

übernahm sein Sohn die Kanzlei,

der ebenfalls den Namen Sigurd

trägt. Aufgabenbereiche, Mandate

und Mitarbeiterzahl wurden stetig

vergrößert, und mit Dr. Bettina

Schacht ist die Kanzlei 2013 in

die Hände der dritten Generation

übergegangen. Mittlerweile kann

das Unternehmen auf eine 70-jährige

Geschichte zurückblicken.

Seit im Jahr 2006 das Verbot von

Zweigstellen bei Anwaltskanzleien

aufgehoben wurde, gibt es auch

ein Büro in Weißenburg. Es folgten

Zweigstellen in Treuchtlingen

2015 und in Schwabach 2020. Damit

können Mandanten in all den

drei näheren Landgerichtsbezirken

Ansbach, Nürnberg und Ingolstadt

optimal betreut werden.

13


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Im Herzen der

Innenstadt

Gemeinsam stark: Full Service

media

BRAUN&ELBEL

be media ist die jüngste Abteilung

eines traditionsreichen Unternehmens.

Tür an Tür arbeiten die

Kollegen sechs Tage die Woche

an einer neuen Ausgabe des Weißenburger

Tagblatts, in den Räumlichkeiten

von be media kümmert

man sich dagegen um Marketing,

Buch- & Offsetdruckerei Braun & Elbel GmbH

& Co. KG Verlag Weißenburger Tagblatt

be media

Wildbadstr. 16-18 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 85 90 25

www.be-media.de • info@be-media.de

facebook.com/bemediawug

instagram.com/be_media_wug

Unternehmensgründung: 2020

MitarbeiterInnen: 10

Geschäftsführer: Ralf Braun & Waltraud Braun

Werbung und Gestaltung. Industrie,

Handel, Gastronomie, Vereine

und Verbände sind die Kunden der

neuen Werbeagentur mitten in der

Weißenburger Innenstadt.

Seit 125 Jahren bleibt man sich im

Verlag Braun & Elbel treu, indem man

sich beständig neu erfindet. Anlass

der Unternehmensgründung war die

Erfindung des Weißenburger Tagblatts.

Keine schlechte Produktidee:

Die Tageszeitung hat zwei Weltkriege,

das Internet und ein Virus überlebt.

Dieser Erfolg hat einen

Grund: der Wille

zur Veränderung.

Und der hat gerade

wieder neue Blüten

getrieben. 2020

gründete Braun & Elbel die neue, eigenständige

Abteilung be media. Eine

Werbeagentur, die von der Gestaltung

über die Vermarktung bis hin zum

Druck professionellen Service aus einer

Hand anbietet.

Die Weiterentwicklung ist organisch.

Gestaltung und Vermarktung gehörten

schließlich schon immer zum Geschäft

des Hauses. Jetzt wurde aus diesem

Wissen und erweiterten personellen

Ressourcen eine eigene

Marketing aus einer

Hand. Print und Online.

Text und Gestaltung.

Abteilung geschmiedet. Gezielt hat

man dafür neue Strukturen geschaffen

und ein kreatives Team zusammengestellt,

das alte und neue Medienwelt

zusammenbringt.

So hat be media vom Produktkatalog

bis zu Flyer und Visitenkarte, von

der Erstellung einer Homepage bis zu

Social Media und

Image-Video, von

PR-Texten bis zu

Übersetzung und

Markenentwicklung

das komplette Portfolio

der Werbung im Angebot. Gezielt

arbeitet man dabei in einem festen

Kooperationsmodell mit dem Weißenburger

Start-up Burning Bird Media zusammen

(siehe Text rechts).

„Eine gute Idee darf nicht nur eine gute

Idee sein. Sie muss auch genauso aussehen“,

sagt Braun & Elbel-Chef Ralf

Braun, der bereits in vierter Generation

das Unternehmen führt. „Und beim

Gut-Ausschauen zu helfen, das ist unser

Job bei be media.“

-js-

x14


Anzeige

in Marketing, Digital und IT

Enthusiasmus

und Können

Burning Bird Media

Das Tempo von Burning Bird Media ist

enorm. In drei Jahren von der kleinen

Video-Schmiede zu einer überregional

arbeitenden Full-Service-Medienagentur.

Manchmal reiben sich auch

Lucas Vogel und Sebastian Rudat die

Augen, wie schnell das ging. Aber die

beiden Weißenburger hatten direkt

nach dem Abitur den richtigen Riecher,

außerdem unternehmerische Leidenschaft,

ein hervorragendes Netzwerk

und Talent.

So bauten sie sich

ein Team aus Angestellten

und Freelancern

auf und

verschafften sich

schnell Respekt in der Branche. Parallel

zu ersten größeren Aufträgen in

Industrie und Handwerk dehnte man

die eigenen Geschäftsfelder aus.

Der Zukunftsbereich:

individuelle Apps für

alle Kunden.

Zu den Bereichen Video und Social-

Media-Marketing kamen Grafik und

Homepage-Gestaltung. Um das professionell

leisten zu können, holte man

weitere versierte Mitarbeiter fest ins

Boot.

Ein Grund zum Ausruhen war das

nicht, denn die neuen Kunden fragten

immer mehr Serviceleistungen nach.

Also legte man Ende 2020 erneut

nach. Burning Bird Media erweiterte

das Portfolio um

die Bereiche Software-Programmierung

und IT-Services.

„Das ist

einfach ein Thema,

das von unseren Kunden immer stärker

kam“, erklärt Lucas Vogel.

Die Burning Bird Media GmbH ist nun

auch der richtige Ansprechpartner für

Verwaltungssoftware oder firmeneigene

Apps, die man passgenau und individuell

programmiert. „Und das zu einem

sehr soliden Preis“, wie Sebastian

Rudat feststellt. Es geht um Buchhaltungswerkzeuge

oder aber auch um

eigenständige Kommunikations-Plattformen

für Unternehmen, die nicht

auf den Servern von Großkonzernen

im Ausland laufen.

Zudem kümmert man sich auch

um den Aufbau und die Pflege von

Firmennetzwerken und deren Sicherheit.

Von der Anschaffung

der Geräte bis zur richtigen Firewall.

„Wir wollen eine Art lokales

Es ist eine Garagen-Geschichte.

Kurz nach dem Abi beschließen

zwei Freunde, es direkt mit einer

Unternehmensgründung zu versuchen.

Die Anfangszeit ist hart

und es gibt Rückschläge, aber am

Ende setzt sich die Qualität durch.

Burning Bird Media GmbH

Habermühlweg 5 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 7 40 79 77

www.burningbird-media.com

info@burningbird-media.com

facebook.com/Burning-Bird-Media

instagram.com/burningbirdmedia

Unternehmensgründung: 2018

MitarbeiterInnen: 18

Geschäftsführer: Lucas Vogel und

Sebastian Rudat

Längst sind Lucas Vogel und Sebastian

Rudat mit ihrer Firma Burning

Bird Media auf dem Markt

etabliert. Und sie zeigen, dass

Enthusiasmus, Talent, Mut und

Ehrgeiz für eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte

reichen können.

Amazon für das Digitale sein. Die Kunden

sollen bei uns einfach alles finden,

was sie brauchen“, so Rudat.

Um die komplette Bandbreite der Leistungen

professionell abwickeln zu

können, hat man nicht nur das eigene

Team ergänzt, sondern arbeitet auch

mit ausgewählten Partnern zusammen.

Zu denen zählt unter anderem in den

Bereichen Gestaltung, Druck und PR

auch be media, die neue Werbeagentur

des Weißenburger Tagblatts, die

Hand in Hand mit Burning Bird Media

arbeitet.

-js-

15


WIKO

Ein Landkreis im Niemandsland.

Mit der Sorge vor dem Abstieg.

VON UWE RITZER

Ganz Weißenburg-Gunzenhausen redet sich die Köpfe um einen Center Parcs

am Brombachsee heiß, dabei hat man ganz andere Probleme. Verheerend

schlechte Strukturdaten zeigen: Die Region muss in die Gänge kommen und

die Politik Aufbruchsstimmung erzeugen.

Man könnte meinen, Wohl und Wehe

dieser Region hingen ausschließlich

von der Frage ab, ob auf dem alten Muna-Gelände

am Kleinen Brombachsee

ein Center Parc gebaut wird oder nicht.

So inbrünstig bekriegen sich seit Monaten

Befürworter und Gegner. In den

Lokalzeitungen ist die geplante Feriensiedlung

samt Spaßbad gefühlt sogar

noch vor Corona das beherrschende

Thema; allein die Leserbriefflut ist

unüberschaubar. Und die politischen

Mandatsträger sind sicherheitshalber

in Deckung gegangen vor den verbalen

Giftpfeilen, die pausenlos hin- und

her fliegen.

Die Center-Parc-Debatte ist zum

Stresstest für die politische Kultur

und den demokratischen Umgang im

Landkreis geworden. Gewiss, es geht

um ein gewaltiges Vorhaben, das den

Tourismus im Seenland ziemlich verändern

würde. Aber die Fixierung der

öffentlichen Aufmerksamkeit auf dieses

eine Projekt verengt den Blick auf

ein tiefgreifendes und grundsätzliches

Problem: Weißenburg-Gunzenhausen

droht langsam, aber sicher abgehängt

zu werden. Mit gravierenden Folgen für

den Wirtschaftsstandort, die Arbeitsplätze,

aber auch die Lebensqualität

und die medizinische Versorgung.

Es ist ein schleichender, dadurch umso

gefährlicherer Prozess. Anzeichen gab

es in den vergangenen Monaten mehr

als genug. Pressmetall schließt sein

Werk in Gunzenhausen, mit einem

Schlag fallen gut 500 Arbeitsplätze

weg. Plastic Omnium, immerhin größter

Arbeitgeber im Landkreis, streicht

70 Stellen, baut seinen Formen- und

Vorrichtungsbau ab und schließt sein

Testlabor für Werkstoffe. Schaeffler

will in Gunzenhausen 50 Jobs streichen.

Und die für den Standort enorm

wichtige Fach- und Berufsoberschule

in Weißenburg wird dadurch geschwächt,

dass ein einflussreicher

x16


WIKO

Schwabacher CSU-Veteran in seiner

Heimatstadt eine überflüssige Konkurrenz-FOS

durchdrückte, die Weißenburg

viele Schüler von dort kostet.

Trotz dieser Hiobsbotschaften blieb

der öffentliche Aufschrei aus. Weder

las man viele empörte Leserbriefe

noch machten die regionalen Kommunalpolitiker

und Abgeordneten mobil

oder auch nur einen engagierten

Eindruck. Der Landtagsabgeordnete

Wolfgang Hauber (FW) erklärte die

Schwächung der FOS in seiner Heimatstadt

sogar für unproblematisch.

Natürlich treffen Unternehmen wie

Pressmetall, Plastic Omnium oder

Schaeffler ihre Entscheidungen betriebswirtschaftlich

autark und lassen

sich im Zweifel von keinem Landrat,

Bürgermeister oder Abgeordneten

reinreden. Darum geht es aber nicht.

Es geht um die Frage, ob man Abbau

und Wandel mit gleichgültigem Schulterzucken

zur Kenntnis nimmt oder

Wirtschafts- und Strukturpolitik als

Gestaltungsfeld begreift. Davon ist

man in Weißenburg-Gunzenhausen

weit entfernt, wie der zurückliegende

Kommunalwahlkampf zeigte.

Da wurde viel über Radwege, Kinderspielplätze

oder Verkehrsberuhigung

geredet und die üblichen Allgemeinplätze

zu Themen wie ÖPNV und Klimaschutz

wurden bemüht. Gewiss,

hie und da ging es ein wenig auch um

schnelles Internet. Die vielen Funklöcher

im Landkreis wurden sicherheitshalber

ausgespart; nicht, dass noch

irgendwo ein Funkmast mehr gebaut

wird, gegen den dann wieder viele Leserbriefschreiber

… - aber lassen wir

das. Gefragt, was er für das größte Ärgernis

im Landkreis halte, sagte der am

Ende siegreiche CSU-Landratskandidat

Manuel Westphal allen Ernstes:

„Dass wir uns zu klein reden.“

WIR? UNS? ZU KLEIN? ECHT JETZT?

Gewiss, die Landschaft hier ist schön,

die Feste sind zünftig, unsere einheimischen

Brauer liefern prächtiges Bier,

die Lebenshaltungskosten sind mo-

❱Fortsetzung nächste Seite❱

17


WIKO

derat, es gibt (noch) vernünftige

Schulen, ein (noch) reges Vereinsleben

und sogar (noch) zwei Krankenhäuser.

Und ja, natürlich gibt es hier

auch starke Handwerker, engagierte

Händler, moderne Dienstleister

und ein paar anständige Wirtshäuser.

Es ist eine kleinteilige und damit

auch vielfältige und robuste Struktur.

Mit der HAM in Treuchtlingen

und dem Kunststoffcampus Bayern

in Weißenburg ist es zudem gelungen,

zwei Hochschuleinrichtungen

an Land zu ziehen. Obendrein hat

diese Region das Glück, dass sie

immer wieder mutige Unternehmer

hervorbringt, die mit großem Fleiß,

Gespür und Geschick aus kleinen

Anfängen stattliche Firmen großziehen,

man denke nur an KTW (jetzt

Nifco), an Dotlux oder an Hetzner.

Und nicht zu vergessen die vielen

alteingesessenen Familienunternehmen,

die sich der Region verbunden

fühlen.

Also reden wir uns tatsächlich zu

klein?

Verlassen wir doch einmal die

Scholle der Selbstzufriedenheit und

blicken von außen auf diesen Landkreis,

vergleichen wir ihn doch einfach

mal mit seinen Nachbarn:

• In puncto Wirtschaftskraft ist

Weißenburg-Gunzenhausen

Schlusslicht in Mittelfranken.

• Als einziger Landkreis in Mittelfranken

verzeichnete Weißenburg-Gunzenhausen

2019/2020

einen Rückgang der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten.

• Die Kaufkraft in Weißenburg-

Gunzenhausen ist die niedrigste

in Mittelfranken.

• Es gibt im Landkreis überproportional

viele Jobs für Angelernte

an Werkbänken und Maschinen,

aber im Verhältnis deutlich weniger

für Menschen mit akademischer

Qualifikation als in benachbarten

Landkreisen.

• Bei den Steuereinnahmen liegt

Weißenburg-Gunzenhausen mit

durchschnittlich 1073,59 Euro

pro Kopf der Bevölkerung an

letzter Stelle in Mittelfranken,

satte 420 Euro unter dem mittelfränkischen

Durchschnitt.

• Von den 20 wichtigsten Arbeitgebern

Mittelfrankens ist lediglich

Schaeffler mit einem kleinen

Standort in Gunzenhausen vertreten.

• Vom Boom der Nürnberg-Messe

(vor Corona und vermutlich auch

danach) profitiert der Landkreis

so gut wie gar nicht.

• Bei den Gewerbeanmeldungen

ist der Kreis Weißenburg-Gunzenhausen

Schlusslicht in Mittelfranken.

• Was den Rückgang bei Betrieben

und Beschäftigten der Industrie

angeht, wies in Mittelfranken

zuletzt lediglich der Kreis Erlangen-Höchstadt

schlechtere

Werte auf, was am größeren Ab-

x18


WIKO

bau bei einem Unternehmen dort

lag, sonst wäre WUG auch hier

Schlusslicht.

Diese Fakten lassen nur einen

Schluss zu: Zwischen Eigenwahrnehmung

und Wirklichkeit gibt es

eine bedenkliche Kluft.

Gerne argumentieren Wirtschaftsförderer

und Kommunalpolitiker mit

der Zentralität Weißenburg-Gunzenhausens

in Bayern. Sie ist eine

rein geografische Ortsbestimmung,

von den Zentren des Geschehens

und der Prosperität ist dieser Landkreis

(der sich seltsamerweise

seit einigen Jahren Altmühlfranken

nennt), weit entfernt. Er ist nicht mittendrin,

sondern im Niemandsland

zwischen den drei dynamischen

Ballungsräumen Nürnberg, Ingolstadt

und Augsburg.

Die Industrie wird zu einem hohen

Maße fremdbestimmt. Die Entscheider

bei internationalen Konzernen

sitzen nicht hier vor Ort, sondern

in Zentralen irgendwo. Von dort aus

fällt der Blick auf Standorte in einem

Landkreis, der inzwischen zwar in

Richtung Nürnberg einigermaßen

brauchbar angebunden ist, der aber

weit weg von Autobahnen liegt. Und

von dem aus allein die Fahrt in die

Landeshauptstadt München entweder

eine kurvige (Straße) oder eine

umständliche (Eisenbahn), in jedem

Fall eine zeitraubende Angelegenheit

ist.

Nun kann es ja auch in der Nische

kuschelig sein, und wenn nicht viel

los ist, ist das sehr gemütlich, zumindest,

wenn man sich nicht stören

lassen und unter sich bleiben

will. In einer Wirtschaftswelt, die

immer globaler, digitalisierter und

schneller wird, führt zu viel selbstzufriedene

Gemütlichkeit aber auch

schnell ins Abseits.

Allein die im Landkreis nach wie vor

überproportional stark vertretenen

und entsprechend wichtigen Autozulieferer

können sich den großen

Entwicklungen nicht verschließen.

Was heißt es für sie, für ihre Arbeitsplätze,

wenn langsam aber sicher

Abschied vom Verbrennungsmotor

genommen wird? Von den Firmen

werden im Alltagsgeschäft Antworten

und Lösungen verlangt, sei

es für die Elektromobilität, sei es

im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte

insgesamt, die gewaltig an Fahrt

aufnimmt und die gesamte Lieferkette

betrifft und nicht mehr nur die

Endprodukte.

Die hiesigen Kunststoffhersteller

etwa wird dies vor die Frage stellen,

wie im Zuge von Initiativen gegen

Mikroplastik-Rückstände in

Nahrungsmitteln oder plastikverschmutzte

Weltmeere die Werkstoffe

der Zukunft beschaffen sein

werden. Wer dazu nichts zu bieten

hat, wird schnell raus sein aus dem

Geschäft.

Der Weißenburger Kunststoffcampus

als Forschungs- und Entwicklungseinrichtung

von Rang war eine

richtige und dringend notwendige

Antwort auf solche Herausforderungen.

Doch es müssen weitere

folgen. Und es braucht eine aktivere,

regionale Neuausrichtung. Der

Handlungsbedarf beginnt schon

im Kleinen. Noch immer sind die

wirtschaftlichen Beziehungen ins

❱Fortsetzung nächste Seite❱

19


WIKO

benachbarte Schwaben und nach

Oberbayern in vielen Branchen unterentwickelt.

Nun höre ich schon die mahnenden

Rufe, doch nicht immer alles schlechtzureden.

Und bestimmt findet sich irgendwo

im Frankenwald oder Fichtelgebirge,

in Mecklenburg-Vorpommern

oder in Ostfriesland ein Landkreis,

der noch schlechtere Strukturdaten

aufweist. Ja, so einfach kann man es

sich natürlich machen. Das wäre dann

aber in etwa so, als würde ein Kranker

seinen Zustand ignorieren, mit dem

Argument, er kenne jemanden, dem es

noch viel schlechter gehe als ihm.

Apropos Krankheit. Für die Lebensqualität

der Einheimischen und als

weicher Standortfaktor ist die medizinische

Versorgung wesentlich. Auch

da tun sich dringende Handlungsfelder

auf, die bislang weder Leserbriefschreiber

noch Politiker beackern:

• Der Landkreis ist mit Augen-, Hautund

Kinderärzten gravierend unterversorgt.

• Die Entbindungsstation am Weißenburger

Krankenhaus, die einzige

weit und breit, ist in akuter Gefahr,

weil ein Belegarzt sich in Ruhestand

setzen will und keine Nachfolger

findet, die Geburtshilfe leisten wollen.

Jungen Frauen droht daher,

dass sie zum Kinderkriegen bald in

Kliniken nach Ingolstadt, Ansbach,

Roth oder Donauwörth fahren müssen.

• Der durchschnittliche, niedergelassene

Hausarzt (respektive Hausärztin)

im Landkreis ist 57 Jahre alt. Im

Raum Weißenburg sind ein Drittel,

im Raum Gunzenhausen sieben von

24 Medizinern älter als 60 Jahre.

Die Quintessenz aus alledem?

Es muss sich etwas tun. Die Blickwinkel

müssen neu justiert werden, die

Selbstzufriedenheit muss einer gesunden

Unruhe, einem Ehrgeiz weichen,

die Dinge zu verbessern. Es

braucht ein regionales Entwicklungsprogramm,

eine klar formulierte und

definierte Vorstellung, was wie erreicht

werden soll. Nein, es braucht nicht

schon wieder neue Gutachten, nein, es

muss auch kein zusätzliches Personal

her, kein Zweckverband muss gegründet

werden und auch nicht gleich nach

dem Staat gerufen werden. Vielmehr

müssen Handlungsfelder definiert,

vorhandene Kompetenzen in den Wirtschafts-

und Interessenverbänden

gebündelt und Aufbruchsstimmung

angefacht werden.

Einen solchen Prozess anzustoßen, ist

vornehmlich die Aufgabe von Landrat,

Bürgermeistern, Abgeordneten und

Kreispolitikern. Aber eben nicht nur.

Auch die Bevölkerung muss ein Bewusstsein

dafür entwickeln. Und vielleicht

sich nebenher von einem seit der

Flutung der Seen vorhandenen Irrglauben

verabschieden: Der Tourismus ist

nicht der wichtigste Wirtschaftszweig

in diesem Landkreis, bei Weitem nicht.

Und er wird es in absehbarer Zeit auch

nicht werden.

Uwe Ritzer, 55, ist Wirtschaftskorrespondent

der Süddeutschen

Zeitung. Der Weißenburger wurde

vom Medium-Magazin in die Top

Ten der deutschen Wirtschaftsjournalisten

gewählt. und gilt als

einer der renommiertesten Journalisten

des Landes. Für WIKO

schreibt er Analysen zur Lage des

Landkreises. Das Geschehen vor

Ort verfolgt Ritzer intensiv. Nicht

nur, weil er nach wie vor in Weißenburg

lebt, sondern auch weil er die

Zusammenhänge aus seiner Zeit

als Redaktionsleiter des Weißenburger

Tagblatts bestens kennt.

x20


WIKO

95.158

Einwohner hatte der Landkreis

im September 2020

Frauen: 47.633 Männer: 47.525

97,6

Einwohner je Quadratkilometer

hatte der Landkreis

im September 2019

36,1

betrug die

Bevölkerungsentwicklung

pro 10.000 Einwohner

im Jahr 2019

59,5

betrug der Wanderungssaldo

pro 10.000 Einwohner

im Landkreis im Jahr 2019

9,7%

betrug der Anteil der

ausländischen Bevölkerung

im Landkreis im Jahr 2019

Im Jahr 2018: 9,3%

119,9

betrug der Anteil der Verstorbenen

pro 10.000 Einwohner

im Landkreis im Jahr 2019

ZAHLEN • DATEN • FAKTEN zum Landkreis

656

Meter ü. NN liegt der

höchste Punkt im Landkreis

in Dürnberg bei Heidenheim

41.986

Meter beträgt die größte

Ost-West-Ausdehnung

des Landkreises

37.733

Meter beträgt die größte

Nord-Süd-Ausdehnung

des Landkreises

238.676

Meter beträgt die Länge der

Landkreisgrenze

970,78 km 2

beträgt die Fläche des Landkreises

6.084 ha

Siedlungen

(Wohnen und Gewerbe/Industrie)

gab es im Landkreis im September 2020

4772 ha

Verkehrsflächen (Straßen, Schienen ...)

gab es Landkreis im September 2020

84.255 ha

Vegetation

gab es Landkreis im September 2020

davon waren

32.279 ha Wald

47.809

ha

Landwirtschaft

1.967 ha Gewässer

21


WIKO

Wollen wir

Tourismusregion sein?

Die Geschichte einer

versäumten Debatte

VON JAN STEPHAN

Das Seenland steht vor der größten Entscheidung seit 50 Jahren. Statt einer

sachlichen Debatte droht Center Parcs im Sog eines Ausnahme-Sommers

versenkt zu werden. Der Appell zu einer Grundsatzdiskussion.

2020 hat man sich um die Ansiedlung

von Center Parcs nur gestritten. 2021

wird man sich darum prügeln. Mit einiger

Wahrscheinlichkeit wird dieses

Jahr entscheiden, ob das größte Infrastrukturprojekt

seit dem Bau des

Seenlands kommt oder nicht. Bereits

jetzt ist klar: Die Diskussion wird anstrengend,

die Diskussion wird hässlich

und die Diskussion wird viel zu spät

kommen.

Denn: Was man in der Auseinandersetzung

erlebt, ist die Folge einer

nie geführten Debatte. Deren Motto

könnte lauten: Will man eigentlich Tourismusregion

sein? Und wenn ja, wie

sehr? Auch ein halbes Jahrhundert

nach dem Landtagsbeschluss zum

Bau des Seenlands gibt es keine klare,

öffentliche Antwort auf diese Frage.

Und es gibt auch keine große Erzählung,

die den Einheimischen verständlich

macht, wie sie und ihre Region auf

Dauer von Gästen von außen profitie-

ren könnten. Auch eine Übereinkunft

fehlt, wo im Seenland die Grenzen des

Tourismus liegen sollen.

In Teilen ist das nachvollziehbar. Es

kam lange mangels Masse niemand

auf die Idee, Grenzen zu setzen. Im

Seenland, diesem gigantischen Wasserprojekt

mit touristischer Nebennutzung,

war im Juni, Juli und August was

los. Davor und danach musste man

nach Touristen am See suchen. Das

hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren

geändert. Nicht nur, aber auch weil

man im Tourismusverband ordentliche

Arbeit gemacht hat.

Es spielten und spielen der Region zudem

noch andere Aspekte in die Karten.

Eine neue Landlust, der Boom des

Campings, der Trend zum Inlandsurlaub

und der beginnende Verzicht auf

Flugreisen. Entwicklungen, die stabil

zu sein scheinen und als Megatrends

dem Seenland-Tourismus dauerhaft

Wind in die Segel blasen könnten. Die

wirtschaftlichen Chancen sind groß.

Wäre der Seenland-Tourismus eine

Aktie: Sie würde gerade steigen, weil

Investoren viel Anlass für Fantasie

hätten. Das aber bedeutet auch, dass

tatsächlich Grenzen diskutiert und Ideen

entwickelt werden müssen, wo man

im Seenland mit dem Tourismus hinwill.

Wenn es Grenzen für Übernachtungskapazitäten

geben soll, muss

dann weiter der vergleichsweise wenig

wertschöpfende Campingtourismus

ausgebaut werden? Nur eine von

vielen Fragen, für die Festlegungen

fehlen. Es geht vielleicht mittelfristig

weniger darum, den Tourismus zu bewerben,

als darum, ihn vor Ort verträglich

zu managen.

Die Corona-Pandemie samt Super-Sommer

hat 2020 als eine Art

Brandbeschleuniger für die überfällige

Diskussion des Seenland-Tourismus

x22


WIKO

gewirkt. Das Wetter sorgte für eine

Verdoppelung der Top-Tage im Seenland

und die Corona-Daheimgebliebenen

pumpten zusätzliche Masse in

diese Tage. Das Ergebnis war eine Überforderung

von Einheimischen und Infrastruktur.

An einigen wenigen, aber

schmerzhaften Tagen.

Dass just in diesem Moment klar wurde,

dass der holländische Urlaubskonzern

Center Parcs den Bau einer neuen

Ferienanlage mit wohl 800 bis 900

Häusern plant und die Übernachtungszahlen

im Seenland verdoppeln will,

war sensationell schlechtes Timing.

Waren Super-Sommer und Corona wie

Benzin, das jemand in ein schwelendes

Feuer schüttet, war Center Parcs

Dynamit, das jemand dem Benzin

hinterherschmiss. Erwartungsgemäß

spektakulär fiel die Explosion aus.

Dabei ging es vordergründig um die

Rettung des Muna-Walds in Langlau,

der in Teilen der Ferienanlage weichen

müsste. Und tatsächlich ist das

diskutabel. Die eigentliche Wucht der

Center-Parcs-Kritik kam allerdings daher,

dass sich viele Tourismus-Kritiker

dem Umweltschutz-Lager anschlossen.

Auch sie ketten sich nun argumentativ

an Bäume, auch wenn es ihnen

vielleicht mehr um die Parkplätze

geht, die ihnen die Urlauber zustellen.

Die Debatte ist im Kern eine um die Zukunft

des Tourismus.

In dem Zusammenhang kommt man

auf ein Grundproblem dieses Wirtschaftszweigs:

Hier zahlen immer alle

den Preis der Belastung, auch wenn

vielleicht nur wenige profitieren. Zumindest

mag es auf den ersten

Blick so wirken. Vor allem, weil

die Chancen des Tourismus

für die Region nicht gut erklärt

wurden. Genau das ist

es, woran man die vergangenen

zwei Jahrzehnte gescheitert

ist. Trotz ausreichend positiver

Beispiele.

Gunzenhausen etwa ist in Sachen Attraktivität

von Einzelhandel und Gastronomie

an Weißenburg vorbeigezogen.

Warum? Weil hier im Frühjahr und

Sommer die Urlauber massiv Geld von

außen in die Stadt tragen. Sie ernähren

so eine attraktive Struktur, die auch

von den Einheimischen gerne genutzt

wird. In Weißenburg gibt es diesen

Effekt auch, nur viel kleiner. Hier kommen

die Urlauber im Sommer vor allem

dann, wenn das Wetter schlecht ist

und man statt Strand einen Tag Kulturund

Stadttourismus macht. Aber auch

in Weißenburg helfen die Umsätze, die

Schwaben, Thüringer oder Hessen in

die Geschäfte tragen, Strukturen zu

erhalten.

Das Bemerkenswerte am Fremden des

Tourismus ist ja gerade, dass er helfen

kann, das Eigene zu bewahren. Wenn

es gelingt, ihn so zu managen, dass

er breit in die Region streut. Denn der

Tourist interessiert sich für das Authentische

einer Region und gibt ihm

darüber auch wirtschaftlichen Wert.

Das heißt: Baukultur, Bräuche, Kulturlandschaft,

Dorfwirtschaften zu erhalten,

das ist nicht mehr nur kulturelle

❱Fortsetzung nächste Seite❱

23


WIKO

Arbeit im höheren Sinn, das kann jetzt

auch betriebswirtschaftlich Sinn machen.

Und die Möglichkeit, mit etwas

Geld zu verdienen, ist immer noch der

sicherste Weg, dafür zu sorgen, dass

etwas auch wertgeschätzt wird. Das

kann man bedauern oder nicht, aber

man muss es als Realität anerkennen.

Über eine funktionierende Tourismusbranche

lässt sich die Identität einer

Gegend sogar verstärken. Weil Direktvermarkter

nun Chancen bekommen,

die sie sonst nie hätten, weil es

Verdienstmöglichkeiten in den Dörfern

rund um die Seen gibt, wo sonst

Arbeitsplätze rar sind, weil Besuchermasse

geschaffen wird, die die Umsetzung

manch guter Ideen erst möglich

macht. Tourismus kann dem Land

nicht nur als Wohn-, sondern auch als

Arbeitsort eine Verdienstmöglichkeit

schaffen. Das ist wichtig, gerade im

Blick auf eine im Landkreis starke Automobilzulieferbranche,

die unsicheren

Zeiten entgegensieht.

Diese Einsicht aber zu vermitteln, daran

sind die Branche, die Politik und

auch die Touristiker eindrucksvoll gescheitert.

Dabei wusste man um die

Probleme. Im Seenland-Leitbild von

2010 bis 2020 stand bei gleich zwei

Befragungen die Stärkung des Tourismusbewusstseins

der Einheimischen

auf Platz eins der Dinge, die man angehen

müsste. Kommunalpolitiker und

Tourismusbetreiber kannten den Unwillen

mancher Einheimischer gegenüber

Touristen.

Manche betrachten die Urlaubsgäste

bis heute als Störung ihres Friedens

und nicht als potenziellen

Arbeitgeber für die eigenen

Kinder oder Frequenzbringer

für den letzten Laden im Dorf.

Es gibt Einheimische, die stolz

erzählen, dass sie im Sommer

in einem Gasthaus mit

vielen Touristen immer

erst mal laut nach der

Karte mit den Einheimischenpreisen

fragen.

Einem Industriellen,

der eine neue

Fabrik baut, würden

die gleichen Leute

dagegen kaum

auf die Schuhe

spucken. Hier scheint der wirtschaftliche

Nutzen klarer zu sein: Eine Fabrik

bedeutet eine Menge Jobs auf einem

Haufen.

Diese Greifbarkeit der wirtschaftlichen

Bedeutung des Tourismus fehlt. Gerade

weil die Stärke dieser Branche ist,

dass sie so stark streut. Dabei hat man

gerade erst in einer aktuellen Untersuchung

festgestellt, dass der Tourismus

im Landkreis rechnerisch knapp 4400

Menschen ein Auskommen bietet. Damit

ist man bereits auf dem Niveau der

Kunststoffindustrie.

Was heißt das nun für Center Parcs?

Erst mal nicht viel. Man kann die

Chancen des Tourismus sehen und

eine Landung dieses Raumschiffs am

Brombachsee trotzdem ablehnen. Nur

sollte man dafür gute Gründe haben,

die in ein großes Ganzes der Seenland-Strategie

passen. Im Moment

hat man den Eindruck, dass einem der

spannendsten Projekte der vergangenen

Jahrzehnte der Garaus gemacht

werden könnte, weil man einen besonders

heißen Sommer hatte, ein

paar besonders dämliche Tagesurlauber

und gerade einfach keinen

Bock. Das wäre fahrlässig.

Zumal man sagen muss – auch

wenn die große Debatte

versäumt worden ist –

hinter dem Berg gehalten

haben Politik und

Tourismus mit ihren Expansionsplänen

nicht.

Auch dazu ein Blick in

das Tourismus-Leitbild

des Seenlands. Schon

2010 hatte man festgeschrieben,

dass das Seenland mehr hochklassige

Unterkunftsmöglichkeiten am

See benötige, man spezielle Angebote

für Kinder und Familien brauche,

eine Ausdehnung der Saison und

Schlecht-Wetter-Angebote. Protestgeschrei

gab es damals nicht. Obwohl

vieles von dem, was gefordert worden

ist, auf die Ansiedlung eines neuen

Center Parcs passt.

Am Ende wird es eine Entscheidung

unter Schmerzen sein. Ein Center

Parcs kann der Region viel geben. Die

Chance, den Tourismus einer Region

mit einem einzigen Projekt zu verdoppeln,

wird man nie wieder bekommen.

Auf der anderen Seite werden Teile

eines Walds verschwinden und es besteht

die reale Gefahr einer Überforderung

der Strukturen.

Umso wichtiger wäre es, jetzt die große

Debatte anzustoßen. Wollen wir auf

lange Sicht einen namhaften Teil der

Wertschöpfung damit verdienen, dass

Menschen hier ihren Urlaub verbringen?

Darauf braucht es eine Antwort.

Politik und Tourismus sollten sich dabei

nicht in eine stille Ecke setzen und

alle Verantwortung an Bürger und Bürokratie

abschieben. Sie sollten sich

einmischen. Auch mit konkreten Ideen,

wie man eine Überforderung der Einheimischen

verhindern kann.

Mit dieser Diskussion wäre etwas gewonnen.

Auch wenn es nichts würde

mit einem Center Parcs, was nach den

jüngsten Finanzproblemen des französischen

Mutterunternehmens auch

aus dieser Perspektive nicht gänzlich

ausgeschlossen erscheint. Die Region

braucht eine eigene Idee von sich und

ihrem Seenland-Tourismus.

x24


WIKO

Kaufkraftindex je Einwohner 2017 (Deutschland gleich 100%)

22.044 €

betrug das Verfügbare

Haushaltseinkommen

im Landkreis 2016

(Platz 141 aller Landkreise und

kreisfreien Städte)

Zum Vergleich:

Starnberg 34.987 € (Platz 1)

Eichstätt 23.779 € (Platz 60)

Gelsenkirchen 16.203 € (Platz 297)

Weißenburg 100,99 % Treuchtlingen 89,28 %

Gunzenhausen 94,25 % Pleinfeld 98,12 %

Polsingen 81,53 % Muhr am See 100,06 %

Heidenheim 86,68 % Nennslingen 93,99 %

Weißenburg-Gunzenhausen 94,09%

ZAHLEN • DATEN • FAKTEN zum Landkreis

BIP

Brutto-Inlandsprodukt

Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen

in Millionen

1992: 1.646,04 (0,6% Bayern)

2002: 2.051,79 (0,5% Bayern)

2012: 2.436,92 (0,5% Bayern)

2018: 3.023,56 (0,5% Bayern)

Zum Vergleich:

Landkreis Donau-Ries 2018:

6.611,97 (1,1% Bayern)

Landkreis Eichstätt 2018:

4.751,92 (0,8% Bayern)

Landkreis Neustadt/Aisch-

Bad Windsheim 2018:

3.019,18 (0,5% Bayern)

Erwerbstätige im Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen

1991: 41,9%

2001: 42,7%

2018: 46,1%

ArbeitnehmerInnen im Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen

2000: 36,7%

2018: 40,8%

Marginal Beschäftigte

2003: 5,7% 2018: 5,7%

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2000:

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 2,2% • Verarbeitendes Gewerbe 12,2%

Baugewerbe 3,1% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 12%

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 9,1%

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 3,2%

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2010:

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 1,5% • Verarbeitendes Gewerbe 10,6%

Baugewerbe 2,5% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 13%

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 9%

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 4,2%

Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen 2018:

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 1,2% • Verarbeitendes Gewerbe 11,8%

Baugewerbe 2,7% • Öffentliche und private Dienstleistungen: 14,4%

Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Information und Kommunikation: 10,1%

Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: 4,7%

25


WIKO

Auch in Weißenburg

hält die Corona-

Pandemie

alle in Atem

Jürgen Schröppel

Oberbürgermeister

der Stadt Weißenburg

Kommen unsere Unternehmen, Einzelhändler

und die Gastronomie

gut durch die Krise oder schlittert

der eine oder andere in die Insolvenz?

Ich bin zuversichtlich, dass Weißenburg

diese Herausforderung, wie

auch schon 2008, gut überstehen

wird. Uns zeichnet ein attraktives Angebot

aus und unsere Industrie ist sehr

diversifiziert aufgestellt. So hängen wir

nicht nur am Schicksal der Automobilzulieferindustrie,

sondern haben beispielsweise

mit dem Kosmetik- und

Stifteproduzenten vor Ort auch in anderen

Branchen leistungsstarke Player.

In der Stadtverwaltung haben die

negativen Begleitumstände der Corona-Pandemie

aber auch positive

Auswirkungen. So wurde der Prozess

der Digitalisierung enorm befeuert.

Homeoffice und Videokonferenzen

sind mittlerweile Alltag, wo sie vor einigen

Monaten nur schwer vorstellbar

waren.

Froh bin ich auch darüber, dass wir

mit unserer landkreisweiten Online-Plattform

www.in-altmuehlfranken.de

rechtzeitig die richtigen Weichen

gestellt haben. Der heimische

Einzelhandel und die Gastronomie

können damit die Einbußen, die der

seit Wochen andauernde Lockdown

mit sich bringt, in gewisser Weise abfedern.

In der Krise zeigt sich eindrücklich,

dass nur mit einem regionalen Zusammenhalt

die Herausforderungen

gemeistert werden können.

Der Wirtschaftskompass Altmühlfranken

leistet hierzu einen wertvollen

Beitrag, indem er das „Wir-Gefühl“

stärkt und die verschiedenen Akteure

der Region vernetzt.

x26


Anzeige

Mit einem digitalen Rathaus

zu mehr Bürgerservice

Neues Logo mit

Geschichte

Die ehemals freie Reichs- und alte

Römerstadt Weißenburg liegt lieblich

eingebettet zwischen Geopark

Ries, Naturpark Altmühltal und

Fränkischem Seenland im Herzen

der Region Altmühlfranken. Nun

schmückt ein neues Logo Schriftstücke

und Veröffentlichungen der

Das Online-Zugangsgesetz und eine

vom Freistaat Bayern in Aussicht gestellte

Förderung ebnen den Weg dafür,

dass auch die Stadtverwaltung

Weißenburg Angebote und Bürgerdienstleistungen

digital und online

anbinden kann. Ziel hierbei ist eine

einfache Kommunikation, wie es die

Bürger auch im Alltag, zum Beispiel

beim Online-Banking, gewohnt sind.

Dies bedeutet für

die Stadtverwaltung,

dass Strukturen

hinterfragt und neu

organisiert, Prozesse

standardisiert

werden müssen, um sie digital umzusetzen.

Damit verbunden ist auch die

Erschließung neuer Wege der Kommunikation.

Eine Herausforderung, die

insbesondere durch die Corona-Pandemie

an Dynamik gewonnen hat.

„Glücklicherweise haben wir bereits

vor Corona die Weichen in die

richtige Richtung gestellt“, sagt

Thomas Felber von der Stadtverwaltung

Weißenburg. Bereits 2019

wurde ein städtischer Mitarbeiter

als „Digitallotse“ ausgebildet und

beauftragt, sich genau dieses

Themas anzunehmen. Heute sind

über 20 Online-Anwendungen für

Anträge sollen

mobil und bequem

möglich sein.

den Bürger über die Website der Stadt

Weißenburg zu erreichen. Seit Jahresbeginn

können Eltern zum Beispiel

ihren Kinderbetreuungsplatz über das

Bürgerservice-Portal unter der Rubrik

„Kitaplatz“ beantragen. Meldedaten

können abgefragt werden, und auch

die Beantragung von Urkunden aus

dem Standesamt geht online.

Die Grundlagen hierfür müssen natürlich

auch innerhalb

des Rathauses

geschaffen werden.

Darum ist die Einführung

digitaler Akten

und eines Dokumen-

essenziell.

tenmanagementsystems

Besondere Herausforderung in der

Pandemiezeit war es, mit digitalen

Lösungen Austausch und Kommunikation

aufrechtzuerhalten. So wurden

die Grundlagen geschaffen, um ein

mobiles Arbeiten zu ermöglichen: Für

Stadt Weißenburg i.Bay.

Marktplatz 19• 917681 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 07 - 0

www.weissenburg.de

stadt@weissenburg.de

facebook.com/Stadt-Weißenburg-iBay

instagram.com/

weissenburg_in_bayern

MitarbeiterInnen: 300

Oberbürgermeister: Jürgen Schröppel

Stadt. Das als Römerhelm interpretierbare

neue versale „ß“ ist somit

sowohl Rückblick zu römischer

Vergangenheit, dem Alleinstellungsmerkmal

der Stadt Weißenburg,

als auch Ausblick und Offenheit

für Zukunft und Moderne.

interne und externe Informationsveranstaltungen,

Konferenzen und Besprechungen

können die Mitarbeiter

eine Videotelefonie-Software nutzen.

Und selbst die Neujahrsansprache

des Oberbürgermeisters musste zu

Jahresbeginn nicht komplett ausfallen

– sie wurde einfach kurzerhand als Videobotschaft

digital verbreitet.

„Freilich bleibt für den Bürger aber die

Möglichkeit erhalten, persönlich mit

seinem Anliegen im Rathaus vorzusprechen“,

bestätigt Felber. Mit rund

300 MitarbeiterInnen und 20 Auszubildenden

in verschiedensten Bereichen

ist die Stadt auch personell gut aufgestellt.

-klm

27


Anzeige

Ein moderner

Arbeitgeber

Altmühlfranken 2030 -

gemeinsam Zukunft gestalten

Verwaltungstechnisch bildet der

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

das Dach für 27 Städte,

Märkte und Gemeinden. Die Einsatzgebiete

der MItarbeiterInnen 2018

des Landratsamtes sind dabei

Gefeiert. Wird. Hier.

breit gefächert: vom Finanzwesen

Gefeiert. Wird. Hier.

über Soziales und Landschaftspflege,

Natur-, Umwelt- und Wasserrecht,

Abfallwirtschaft, Vete-

Kirchweihkalender

onen.

rmine

Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen

Bahnhofstr. 2 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 02 - 0

www.landkreis-wug.de

poststelle.lra@landkreis-wug.de

Gründung: 1972

MitarbeiterInnen: 500

Landrat: Manuel Westphal

rinär- und Gesundheitswesen bis

hin zu Bau- und Schulverwaltung.

Rund sieben Ausbildungsplätze

beziehungsweise Möglichkeiten

zum dualen Studium vergibt das

Landratsamt jährlich. Außerdem

können Interessierte verschiedene

Praktika in vielen Bereichen sowie

ein Freiwilliges Ökologisches

Jahr absolvieren.

dition in Altmühlfranken

www.altmuehlfranken.de/kirchweih

„Ich brauch‘ kein München und kein

Berlin. Ich brauch‘ kein Hamburg und

auch kein Wien. Alles was ich brauch‘,

hab ich hier ...“. So

werden Anrufer in

der Warteschleife

des Landratsamtes

Weißenburg-Gunzenhausen

seit 2020

musikalisch begrüßt. Mit dem Song

„Teil von mir“ konnte sich das Musikerpaar

Alexandra Seubert und Michael

Gabler im vergangenen Jahr erfolgreich

gegen 21 MitbewerberInnen

beim Songwettbewerb der Zukunftsinitiative

altmühlfranken durchsetzen.

Diese Art von Bürgerbeteiligung möchte

man am Landratsamt Weißenburg-

Gunzenhausen auch in Zukunft besonders

fördern. Im Mittelpunkt steht für

Landrat Manuel Westphal, der im Mai

2020 als Nachfolger für Gerhard Wägemann

angetreten ist, der Strategieprozess

„Altmühlfranken 2030“.

„Die Stärke unseres Landkreises

liegt in der Vielfalt“, sagt Westphal.

Deshalb sollen auch die

BürgerInnen die Zukunftsvision

des Landkreises gemeinsam mit

den PolitikerInnen gestalten. Per

Online-Bürgerbefragung wurden

Anfang des Jahres die Grundlagen

dafür eingeholt und im

Die Stärke unseres

Landkreises liegt in

der Vielfalt.

Rahmen der „Zukunftskonferenz altmühlfranken“

Arbeitskreise gebildet.

Diese Arbeitskreise werden konkrete

Projektideen für die

Region entwickeln,

die dann bestenfalls

im Herbst 2021 vom

Kreistag verabschiedet

werden können.

Informationen und Angebote aus Handel,

Handwerk, Dienstleistung und Gastronomie

können seit 2020 auf dem

Online-Portal www.in-altmuehlfranken.

de eingesehen werden.

Zusätzlich sorgt der neue Altmühlfranken-Gutschein,

der pünktlich zur

Weihnachtszeit Premiere feiern konnte,

dafür, dass die Kaufkraft in der Region

bleibt. Der Gutschein ist sowohl

online als auch vor Ort in vielen teilnehmenden

Läden einlösbar.

Zudem soll die neue Unternehmerinitiative

UNNA das Thema Nachhaltigkeit,

zum Beispiel durch Einsatz erneuerbarer

Energien oder mehr Transparenz

in Lieferketten regionaler Firmen,

vorantreiben. „Die Gesellschaft stellt

höhere Anforderungen an die Industrie,

aber auch die aktuelle Krise wird

ihre Spuren hinterlassen“, ist Westphal

überzeugt, der sich gleich nach Amtsantritt

im Corona-Jahr als Krisenmanager

beweisen durfte. -klm-

x

28


Anzeige

Made in Weißenburg auf allen fünf Kontinenten

OSSBERGER ist eine Weißenburger

Selbstverständlichkeit. Aber die Firma

hat auch ein anderes Gesicht. Die lokale

Verwurzelung der Produktion ist

das eine, die internationale Ausrichtung

des Vertriebs das andere.

Spricht man mit Firmenchef Dr. Karl-

Friedrich OSSBERGER über den Kernmarkt

seines Unternehmens – die kleine

Wasserkraft –, wird daraus schnell

eine Einführung in die internationale

Wirtschaftspolitik, wo alles mit allem

zusammenhängt.

Dreht Putin an der

Rubelschraube,

müssen die Armenier

nachverhandeln,

weil deutsche

Importe mehr

kosten. Bricht in

Bergkarabach ein Krieg aus, gehen

ein Dutzend OSSBERGER-Turbinen

in Flammen auf. Durch den Wechsel

der US-Präsidentschaft von Trump

zu Biden ist klar, dass mehr Lizenzen

für die Wasserkraft vergeben werden.

Begreift China Afrika als neues Vorzimmer,

wird der Markt für deutsche

Turbinenbauer schwierig.

Der Markt des Mittelständlers aus der

Weißenburger Otto-Rieder-Straße ist

die Welt. Mehr als 10.000 Anlagen

sorgen in mehr als 100 Ländern

für grünen

Global lokal: mehr als

10.000 Wasserkraftanlagen

in mehr als

100 Ländern.

Strom. Kein Kontinent ohne Wasserkraft

made in Weißenburg. Aber: Das

Business ist ein Projektgeschäft – und

braucht Nachschub. Deswegen hat

OSSBERGER ein weltweites Netz an

Vertretern aufgebaut, die zwischen

Südafrika und Guatemala, Kanada und

Kasachstan, der Schweiz und Italien

nach geeigneten Projektstandorten

Ausschau halten. Die Qualität und

Pflege dieses Netzwerks ist genauso

wichtig wie die Organisation der Produktion

vor Ort.

Das Bemerkenswerte

an dem Weißenburger

Mittelständler

ist aber

sein Mut und Wille

zur Innovation.

OSSBERGER ist

Weltmarktführer

in einem Bereich, hat aber nebenbei

noch zwei unabhängig funktionierende

und florierende Geschäftsbereiche

entwickelt. In den 1960er-Jahren

baute man aus dem Nichts eine Kunststoff-Abteilung

auf und schrieb wieder

eine Erfolgsgeschichte. Auch hier ist

man heute internationaler Marktführer

bei Faltenbälgen und Achsmanschetten

für die Autoindustrie.

2003 setzte man die nächste Erweiterung

aufs Gleis. Mit einem kreativen

Verfahren stieg man in die industrielle

Reinigungstechnik ein. Heute wird der

sogenannte Coli-Cleaner von Großkonzernen

als das Mittel der Wahl

in der Teile-Reinigung empfohlen.

Und die Geschichte ist nicht zu Ende:

Längst tüftelt man an neuen Ideen.

Weil Stillstand in der Wirtschaft eben

immer auch Rückschritt bedeutet. -js-

Nachhaltiger,

sauberer, leichter

Kreativität und Innovationskraft,

dafür steht die Firma OSSBERGER

seit ihren Anfängen im Jahr 1873.

Dabei lag der Fokus von Beginn

an auf innovativen und umweltverträglichen

Technologien im

Bereich des Maschinenbaus. Aus

der Wasserkraft im Jahr 1906

hervorgegangen, kamen über die

OSSBERGER GmbH + Co. KG

Otto-Rieder-Str. 5-11 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 77 16

www.ossberger.de • info@ossberger.de

facebook.com/OssbergerGmbH

Unternehmensgründung: 1873

MitarbeiterInnen: 135

Geschäftsführer: Dr. Karl-Friedrich Ossberger

Jahrzehnte neue Geschäftsfelder

hinzu: 1966 die Kunststofftechnik

und 2003 die Oberflächentechnik.

Heute steht OSSBERGER mit seinen

drei Unternehmensbereichen

für einen international erfolgreichen,

regional verwurzelten Mittelstand.

29


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Günstig & modern

in Weißenburg

wohnen

Die Wohnungsbaugenossenschaft Altmühlfranken

e.G. mit Sitz in Weißenburg

bewirtschaftet knapp 50 Immobilien

im Altlandkreis Weißenburg an

den Standorten Pleinfeld, Ellingen,

Weißenburg, Treuchtlingen bzw. Pappenheim

und wurde ursprünglich 1950

gegründet, um den damals zahlreichen

Heimatvertriebenen vor allem aus den

ehemaligen deutschen Ostgebieten

neue Wohnungen zu errichten.

Das Wohnungsunternehmen bietet

seinen Interessenten dabei moderne

2- , 3- und 4-Zimmer-Wohnungen an,

die auch Menschen mit geringerem

Einkommen anmieten können.

Für den Vorstand und den Aufsichtsrat

ist es wichtig, die Wohnungsbestände

kontinuierlich zu verbessern und so ein

attraktives Angebot zu schaffen, bei

dem selbstverständlich eine zeitgemäße

Infrastruktur, beispielsweise mit

leistungsfähigen Internetanschlüssen,

Kabelfernsehen und energieeffizienten

Heizungsanlagen, dazugehören.

In der nächsten Zeit wird in Weißenburg

ein neues Mehrfamilienhaus mit

zwölf öffentlich geförderten Wohnungen

entstehen, um für die derzeit hohe

Nachfrage nach geeigneten Wohnungen

einen weiteren Baustein zu schaffen.

-ms-

Wohnungsbaugenossenschaft

Altmühlfranken e.G., Weißenburg,

Schulhausstr. 9, Tel. 0 91 41 / 12 99,

www.wbg-wug.de

Wer passt auf den digitalen Aktenschrank auf?

Keiner legt mehr Akten an und sperrt

sie in den Schrank. Heute werden Daten

digital aufbewahrt. Aber wo stehen

die Server dieses digitalen Aktenschranks?

Wer hat die Schlüssel? Wer

darf mit den Daten arbeiten, wenn der

Schrank aufgesperrt ist? Und was passiert,

wenn er explodiert?

Klassische Fragen der Informationssicherheit,

die als Thema bei vielen Unternehmen

noch nicht angekommen

ist. Dabei ist sie die nette Schwester

des Datenschutzes. Denn beim Datenschutz

geht es aus Unternehmenssicht

darum, Daten für andere zu schützen,

bei der Informationssicherheit dreht

sich alles darum, die eigenen Daten

zu sichern. Von Bilanzen über Konstruktionszeichnungen

bis zum internen

Mailverkehr.

In Kooperation mit BUGL & KOLLEGEN

„Das ist ganz wichtig für die dauerhafte

Wertschöpfung“, erklärt Alexander

Bugl. Er ist der Experte der

Gunzenhäuser Kühleis Group, die sich

als Dienstleister für Datenschutz und

Informationssicherheit in der Region

etabliert hat. „Je kleiner

ein Unternehmen, desto

mehr Nachholbedarf gibt

es“, weiß Bugl. „Es geht

darum, eine Prozesskarte

zu zeichnen, um zu sehen, wer in einem

Unternehmen auf was zu welchem

Zeitpunkt wie Zugriff hat.“ Im Ergebnis

kann das nicht nur dafür sorgen, dass

Wissen dauerhaft im Unternehmen

bleibt, sondern vor allem, dass es niemand

Unbefugtem in die Hände fällt.

-js-

Mehr zur Kühleis Group und zum

Thema „Datenschutz” auf Seite 78.

x30


Anzeige

Elektro Kreißl: kleines Team,

kurze Wege, schneller Service

Regional

Handwerken

Als sein Arbeitgeber Mitte der 1970er

von Weißenburg nach München zog,

musste der junge Industrieelektriker

Siegfried Kreißl eine Entscheidung

treffen. Hätte er nicht kurz zuvor ein

Haus gebaut, vielleicht wäre er mit in

die Landeshauptstadt. So gründete er

eine eigene Firma, Elekro Kreißl.

Die steht heute vor

allem für Industrieelektrik.

Große Teile

des Weißenburger

Industriegebiets

hat das Unternehmen

mitaufgebaut. Ein Spaziergang

von den Anfängen der Industriestraße

bis zum Ende der Dettenheimer Straße

wird schnell zu einem Gang durch

die Firmengeschichte. „Das haben wir

gemacht, das geplant, das aufgebaut

…“, erzählt der Sohn des Gründers und

jetzige Chef Andreas Kreißl.

In vielen der Hallen, die sein Vater mit

Strom versorgte, ist sein Sohn heute

noch tätig. „Elektrik braucht Betreuung“,

erklärt er. Und die Unternehmen

brauchen jemanden, der

Mir geht es darum,

dass wir für unsere

Kunden da sind.

schnell vor Ort ist. Und das ist bei Elektro

Kreißl Teil des Markenkerns. „Wenn

es brennt, sind wir da“, stellt der Chef

knapp fest. Und zwar schnell.

Die Firma hat einen bemerkenswerten

Ansatz. Sie ist nicht nur spezialisiert auf

die Belange der Industrie, sie ist auch

noch extrem regional unterwegs. „Ich

habe die allermeisten

meiner Kunden

in einem Umkreis

von fünf Kilometern“,

erzählt Kreißl.

Steht irgendwo

eine Maschine still, kann er in Minuten

vor Ort sein. „Ich bin erreichbar, auch

wenn ich am Samstag gerade auf dem

Markt einkaufe“, sagt der 41-Jährige.

„Und das ohne den Speed-Zuschlag,

den die Monteure großer Maschinenbauer

verlangen“, fügt er

lächelnd hinzu.

Viel größer als mit seinen

sechs bis acht

Beschäftigten will er

nicht werden. „Mir

geht es darum, dass

wir unsere Arbeit auch

schaffen und für unsere

Kunden da sind.

Da ist die starke Regionalität

von Vorteil.“

Die Elektriker

von Andreas Kreißl

fahren schon mal

mit dem E-Lastenfahrrad

voller Werkzeug

zum Kunden ins

Industriegebiet. Sich re-

Elektro Kreißl GmbH

Lehenwiesenweg 82 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 97 45 73

www.elektrokreissl.de

info@elektrokreissl.de

Unternehmensgründung: 1976

MitarbeiterInnen: 7

Geschäftsführer: Andreas Kreißl

1976 in Weißenburg gegründet,

hat sich Elektro Kreißl in den letzten

Jahrzehnten beständig entwickelt.

Dabei versorgt man immer

noch auch den Privatmann,

ist mittlerweile aber zu einem

Spezialisten für die elektrischen

Belange der Industrie in der Region

geworden. Als Innungs- und

Ausbildungsbetrieb setzt man auf

fachliche Kompetenz. Dabei bietet

man den Mitarbeitern ein familiäres

Umfeld in einem kleinen Team,

das eigenverantwortliches Arbeiten

ermöglicht. Derzeit sucht man

einen Energieelektroniker als Ergänzung.

Das Arbeitsfeld ist spannend,

weil vielfältig. Elektro Kreißl

berät, plant und betreut Betriebe

vom Konzern bis zum Handwerker.

gional zu versorgen, ist auch im Handwerk

möglich.

Und es lohnt sich auch für die Region,

denn sein Unternehmen will der Stadt,

aus der es seine Aufträge bekommt,

auch etwas zurückgeben. Deshalb

unterstützt Andreas Kreißl seit einigen

Jahren mit großem Einsatz die

regionale Kulturszene. „Das bringt mir

in dem Sinne nicht direkt was, aber

macht mir unglaublich Spaß. Und es

ist mir wichtig, dass man vor Ort dafür

sorgt, dass Weißenburg spannend ist,

dass man einfach gerne hier lebt und

arbeitet.“-js-

31


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Nischenprodukte

höchster Qualität

aus Höttingen

Wer in Höttingen vom kalten Winter in

die Werkshalle der Rehwald GmbH tritt,

den begrüßt ein warmer Wind. Nach

Gemütlichkeit sieht es im Inneren aber

nicht aus: Auf 1300 Quadratmetern

herrscht reges Treiben, die Luft riecht

nach Metall und Lastenkräne heben

schwere Bauteile von einer Station zur

nächsten. Da wird gefräst, gedreht und

geschliffen. „Wir arbeiten hier mit größter

Sorgfalt“, sagt Geschäftsführer Jochen

Rehwald. „Nur wenn der Kunde

zufrieden ist, stimmt das Ergebnis. Da

scheuen wir keinen Aufwand.“

Vor allem Extruderschnecken stellen

die 15 MitarbeiterInnen im Unternehmen

her, 500 Stück verlassen das Werk

jedes Jahr. Daran hat auch Covid-19

nichts geändert. Jochen Rehwald:

„Unsere Auftragslage ist

stabil, wir fertigen hier

Nischenprodukte von

Extruderschnecken · Maschinenbau

höchster Qualität.“ Nische

hin oder her, die 200-kg-Schnecken

haben in vielen Branchen tragense

vom Großvater übernahm.

Manfred, der ihn einst in gleicher Weide

Bedeutung: Blasfolien, Kabelmäntel

„Der war begnadeter Konstrukteur“ erinnert

sich der Juniorchef. Und wenn

und Transportbeutel für Blutplasma

werden damit gefertigt.

er an die in Zukunft denkt? „Wir hatten

Wenn ein Auftraggeber Sonderwünsche

hat, findet der Chef das reizvoll:

„Wir haben hier immer neue Probleme,

die man lösen muss. Das macht die Arbeit

abwechslungsreich.“ Den Betrieb

führt er heute gemeinsam mit Vater

zuletzt ein grandioses Geschäftsjahr

und so soll es weitergehen!“ -sz-

Rehwald GmbH, Am Brückle 19,

Höttingen, Tel. 0 91 41 / 8 69 39 - 0,

info@rehwald.de, www.rehwald.de

Der Stadtmarketingverein

ist das

Bindeglied

.2020 09:55:45

x32

Jahrzentelang gab es in Weißenburg

die Werbegemeinschaft – nun gibt es

seit 2019 den Stadtmarketingverein.

Und obwohl bestehende Aufgabenfelder,

Konzepte und auch Mitglieder von

der Vorgängerorganisation übernommen

wurden, versteht sich

10 €

das Stadtmarketing

nicht als Werbegemeinschaft

2.0. Die Themenfelder haben

sich erweitert. „Wir sind das Bindeglied

zwischen Handel, Gastronomie, Wirtschaft,

der städtischen Verwaltung,

Kulturschaffenden und Tourismus. Wir

können moderieren,

verbinden und Synergien nutzen“,

erklärt Simon Sulk, Geschäftsführer

des Vereins. Das ist übrigens

auch neu: dass es neben dem ehrenamtlichen

Vorstand jemanden gibt, der

sich hauptamtlich um die Belange der

Mitglieder kümmert, Projekte entwickelt

und umsetzt und die Sichtbarkeit

des Stadtmarketings erhöht.

hn Euro

Dass nun neben Gewerbetreibenden

auch andere Branchen in eigenen Arbeitskreisen

repräsentiert werden,

beschert dem jungen

Verein auch guten Zulauf:

Bereits 110

Mitglieder hat das

Stadtmarketing, Tendenz steigend.

Und noch einen Erfolg konnte der Verein

im ersten Jahr verbuchen: Von den

beliebten WUG:schecks, die man in etlichen

Akzeptanzstellen in Weißenburg

einlösen kann, wurden heuer so viele

verkauft wie noch nie. Damit bleibt die

Kaufkraft besonders in der schweren

Corona-Zeit direkt in der Stadt. -miz-

Stadtmarketing Weißenburg,

Geschäftsstelle Pfarrgasse 2,

Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 8 11 99,

kontakt@stadtmarketing-weissenburg.de,

www.stadtmarketingweissenburg.

de


zu u

b

rech

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Die besten Köpfe für ein

Leben ohne Sorgen

Spezialisierung

in der Fläche

ihr rec

„Wir wollen der Partner für den Mittelstand

sein“, sagt Holger Pütz-von Fabeck.

„Und zwar da, wo der Mittelstand

auch ist. In der Fläche, nicht in der Metropole.“

Deshalb hat sich die Kanzlei

Meyerhuber mit Niederlassungen in

Weißenburg, Gunzenhausen, Ansbach,

Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Fürth

dezentral aufgestellt.

So ist man mit

persönlichen Ansprechpartnern

nah am Kunden und hat zugleich im

Kanzlei-Netzwerk die nötige Tiefe, um

Expertise in spezialisierten Rechtsgebieten

vorzuhalten. „Am Ende geht

es in einer Kanzlei immer auch um die

Köpfe“, sagt Pütz-von Fabeck. Und bei

Meyerhuber hält man sich einiges darauf

zugute, dass man nur die besten

dieser Köpfe an Bord holt.

Neben großstädtischer Exzellenz

in kleinstädtischer

Umgebung gehört zum

Markenkern von Meyerhuber

Rechtsanwälte ein

nachhaltiges

Der Mandant soll sich

mit seinen Problemen

angenommen fühlen.

Geschäftsmodell. „Es geht in der Zusammenarbeit

mit den Kunden darum,

im Vorfeld Ärger zu vermeiden.“ Bei

vielen Firmen der Region steht man

nicht erst im Konfliktfall auf der Matte,

sondern berät dauerhaft. Von Datenschutz

über Hygienerichtlinien und

Arbeitsrecht bis hin zur Firmenerweiterung,

Umstrukturierung

und Firmennachfolge.

„Langfristig ist

diese vorausschauende

Art der Zusammenarbeit

für Kunden und Anwalt das Beste“, sagt

Pütz-von-Fabeck. Er sitzt zwischen

einer raumhohen, indirekt beleuchteten

Bücherwand und großformatiger

Kunst im Besprechungsraum

der Gunzenhäuser Kanzlei. „Der

Mandant soll sich hier wohlfühlen,

sich mit seinen Problemen

ernst und angenommen fühlen.“

Die Kunst, die man an allen

Meyerhuber-Standorten

prominent findet,

ist Teil dieses Wohlfühlprogramms.

-js-

1977 gründet Dr. Alfred Meyerhuber

die Kanzlei und legt damit

den Grundstein für eine beeindruckende

Erfolgsgeschichte. Man

etabliert sich bald als erstklassige

Adresse in der Region in Sachen

Rechtsbeistand. Um die

Jahrtausendwende öffnet sich

die Kanzlei für Partner und baut

so kontinuierlich die Expertise

in spezialisierten Rechtsbereichen

aus. Dass dies der richtige

Meyerhuber Rechtsanwälte

Partnerschaft mbb

Nürnberger Straße 11 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 8 73 39 - 0

www.meyerhuber.de • wug@meyerhuber.de

Unternehmensgründung: 1977

MitarbeiterInnen: 74

Geschäftsführende Partner:

Harald Schwarz,

Holger Johannes Pütz-von Fabeck,

Ulrike Alt, Michael Schmidl,

Dr. Sylvia Meyerhuber, Christine Krieg,

Dr. Malte Schwertmann, Markus Pferinger

Schritt war, zeigt sich schnell. Es

beginnt ein Wachstumsprozess.

2000 wird eine Niederlassung in

Dinkelsbühl eröffnet, 2005 in Ansbach.

Es folgen Weißenburg und

Feuchtwangen sowie im vergangenen

Jahr Fürth. Mit dem Umzug in

eine hochwertig restaurierte Backsteinvilla

in Weißenburg wurde

2019 ein weiteres Bekenntnis zu einer

Zukunft in der Region abgelegt.

am dien

„der

re

fachan

am dien

in

w

mi

der

ode

33


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Holzbau Schmoll baut

Wohn(t)räume

Ob Carport, Gewerbebauten, Anbau

oder Aufstockung: Wenn es um Schönes

und Wertiges aus Holz geht, dann

ist Holzbau Schmoll die richtige Adresse.

Auch komplette Wohnhäuser

haben die Oberhochstatter im Portfolio.

„Ein Haus baut man in der Regel ja

nur einmal im Leben. Da ist es uns sehr

wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse

unserer Kunden exakt umzusetzen“,

erklärt Sonja Schmoll. „Wir schauen

uns also den Bauplatz mit seinen

Gegebenheiten genau an: Wie ist die

Lage und wie sind die Lichtverhältnisse?

Gibt es angrenzende Gebäude

oder Bepflanzungen?“

In enger Absprache mit dem Kunden

entsteht so ein individuell zugeschnittener

Eingabeplan – der erste Schritt

zum Traumhaus. Auch bei allen weiteren

Schritten steht Holzbau Schmoll

seinen Kunden zur Seite: „Von der Planung

über die Energieberatung bis hin

zur Fertigstellung bekommt man bei

uns alles aus einer Hand“, sagt Schmoll.

„Wir helfen auch beim Ausschöpfen aller

geltenden Fördermittel.“

Die gesamten Bauteile kommen bei

Holzbau Schmoll dann aus eigener

Herstellung. „Das machen wir in unserer

Fertigungshalle alles selbst“, erklärt

Sonja Schmoll stolz. „So können

Uns ist nichts zu klein

und nichts zu groß.

wir innerhalb von nur zwei Wochen ein

komplettes Einfamilienhaus aufstellen

– Garage inklusive!“ Gemeinsam

mit ihrem Ehemann, dem Geschäftsführer

und Zimmereimeister Christian

Schmoll, kümmert sich die Prokuristin

im Betrieb um Kundenbetreuung, Personal,

Buchhaltung sowie das Marketing

– und alles, was sonst noch so

anfällt.

Die Häuser von Holzbau Schmoll sind

im Landkreis ein echter Renner, das

liegt auch an der Auswahl. „Vom Blockbohlenhaus

bis zum Massivholzhaus

setzen wir jeden Kundenwunsch um“,

versichert Schmoll. Ob nordischer

Schwedenstil in Rot-Weiß, amerikanische

Varianten mit weitläufiger Veranda

oder das klassische Blockhaus: „Wir

möchten jedem unserer Kunden genau

das bieten, was zu seinen Bedürfnissen

und zu seinem Budget passt.“

Bei Holzbau Schmoll werden auf diese

Weise alle Wohnträume war, auch die

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ausgefallenen. „Wir

haben schon Hühnerställe,

Pferdeställe

und Hundehütten als

Sonderanfertigung

gebaut.“ Wie bitte? Ein

rustikales Holzhaus

für den Hund? „Na klar“, sagt Sonja

Schmoll. „Zweiseitig begehbar, mit

Sichtschutz und Ziegeldach. Wir lieben

hier alles aus Holz, da ist uns nichts zu

klein und nichts zu groß!“

Elf MitarbeiterInnen zählt der Betrieb

heute, darunter zwei Azubis. Sonja

Schmoll ist stets auf der Su-

che nach neuen Zimmerer- und

Schreinergesellen sowie nach Lehrlingen.

Die sind aber nicht leicht zu finden.

„Klar, den Job muss man mögen“, sagt

sie. „Die Kollegen sind ja oft bei großer

Hitze oder Kälte im Freien auf der Baustelle.

Für diese besondere Leistung

versuchen wir aber auch viel zu bieten,

das ist uns ganz wichtig.“ Damit meint

die Prokuristin nicht nur Prämienzahlungen

nach einem guten Geschäftsjahr,

eine eigene Physiotherapeutin,

gemeinsamen Betriebssport oder Getränke-Flatrates.

Es geht ihr auch um

Wertschätzung und

die Möglichkeit, mit

den eigenen Händen

etwas zu schaffen, das

einzigartig ist, mit jedem

Handgriff wächst

und das von Dauer ist. Um auch in der

Corona-Krise ein herzliches Miteinander

zu gewährleisten, hat sie für den

Betrieb sogar eine eigene App entwickeln

lassen. MitarbeiterInnen tauschen

sich da per Chat-Funktion aus,

finden zeitnah die neuesten Betriebsinfos

oder Corona-Verordnungen.

Rein wirtschaftlich gesehen war 2020

für Holzbau Schmoll ein gutes Jahr.

Auch die Prognosen für 2021 sind sehr

positiv. Das liegt zum Teil an den aktuell

hohen Zuschüssen bei Neubauten und

Sanierungen von bis zu 75.000 Euro,

aber natürlich auch an Zuverlässigkeit,

Qualität und der Liebe zum Handwerk,

die bei Holzbau Schmoll aus allen Produkten

spricht.

Das zieht Kreise: „Wir haben Kunden

zwischen München und Nürnberg“, so

Schmoll. Ihre Heimat trägt sie aber tief

im Herzen: „Wir konzentrieren uns hier

am liebsten

auf die Region!“

-sz-

Gutes Handwerk

zahlt sich aus

Anfang 2014 meldet Christian

Schmoll das Unternehmen

als Nebengewerbe an, die Geschäftsräume

kommen zunächst

bescheiden im eigenen Anwesen

unter. Die Folgejahre bescheren

starkes Wachstum: Bei der Umfirmierung

zur GmbH ist Ende 2015

bereits der erste neue Mitarbeiter

an Bord, bald sind sieben Tage in

der Woche Kunden im Haus. Mit

jedem Jahr kommen nun neue

Holzbau Schmoll GmbH

Forstweg 27 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 95 20 12

www.holzbau-schmoll.de

info@holzbau-schmoll.de

facebook.com/holzbauschmoll

instagram.com/holzbauschmoll

Unternehmensgründung: 2014

MitarbeiterInnen: 11

Geschäftsführer: Christian Schmoll

Arbeitskräfte hinzu, der Fuhrpark

wächst, und wenn ein Kunde nach

der Auftragsvergabe am eigenen

Projekt mitwirken möchte, kann

er dafür jetzt auch kostenlos Leihgeräte

nutzen. 2020 ziehen die

Büroräume endlich auch in ein

großräumiges Gebäude auf dem

Betriebsgelände am Forstweg 27.

Holzmuster, Materialausstellung

und ein moderner Besprechungsraum

inklusive. Im gleichen Jahr

eine ersehnte Anschaffung für

die MitarbeiterInnen: ein fahrbarer

Pausenraum mit Heizung, WC und

fließendem Wasser – natürlich alles

coronakonform.

35


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Qualität in dritter

Generation

Wolf Fliesen baut Wohnwelten

zum Anfassen

Fliesen | Naturstein | Öfen | Holzböden

In den 20er-Jahren gründet Großvater

Heinrich Wolf den Betrieb in

Pleinfeld als klassischer Ofenbauer.

Mit den Jahren verschieben

sich die Geschäftsfelder in den

Bereich Fliesen und Platten. Nach

der Übernahme durch Carolyn

Wolf und Matthias Heidrich-Wolf

findet 2010 auch eine Rückbesinnung

statt: Nach dem Motto

„back to the roots“ werden nun

auch wieder hochwertige Kamin-

Fliesen Wolf GmbH

Richard-Stücklen-Str. 16 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 90 12 50

www.woconcept.de

info@woconcept.de

instagram.com/woconcept

Unternehmensgründung: 1928

MitarbeiterInnen: 10

Geschäftsführer: Matthias Heidrich-Wolf

öfen angeboten. Mit dem Umzug

nach Weißenburg öffnet 2020

der „Woconcept Showroom“ seine

Türen, das Portfolio wird um

Parkett-, Laminat- und Vinylböden

erweitert. Im Bereich Fliesenund

Natursteinverlegung gehört

der Familienbetrieb heute zu den

Marktführern, auch jenseits der

Landkreisgrenzen.

In der Richard-Stücklen-Straße 16 in

Weißenburg kann man in die Zukunft

sehen - zumindest was den eigenen

Wohnraum angeht. Die Wolf Fliesen

GmbH hat hier eine Erlebniswelt zum

Anfassen aufgebaut: Im modernen

Showroom warten Natursteinwände,

Mauerverkleidungen

und Fliesen jeder

Form und Farbe

darauf, angesehen,

angefasst – oder

probeweise mit

nach Hause genommen zu werden.

„Wir geben unseren Kunden gerne

Materialproben mit, dann können sie

zu Hause genau sehen, wie unsere

Produkte in ihren individuellen Lichtverhältnissen

wirken. Das ist für die

Kaufentscheidung ja ganz wichtig“, erklärt

Inhaberin Carolyn Wolf.

Ein besonderes Highlight im Showroom:

elegante Kaminöfen aus Sandstein,

Natur- und Speckstein. Die dürfen

Besucher zum Ausprobieren zwar

nicht gleich mitnehmen, aber probeweise

anfeuern. Wer sich zu Hause

wohlfühlen möchte, dem zaubert Wolf

Fliesen damit die richtige Atmosphäre,

Sonderanfertigung inklusive: „Wir

sind im Landkreis die Einzigen, die

Kaminöfen zum Selbstgestalten anbieten“,

sagt Geschäftsführer Matthias

Heidrich-Wolf. „In unserem

Online-Konfigurator kann sich jeder

sein persönliches Wunschmodell

zusammenstellen. Bei uns ist jeder

Stein einzigartig und damit ein

naturgemachtes Unikat.“

Wir bieten

Kaminöfen zum

Selbstgestalten an.

Heimwerker oder Großbetrieb: Fliesen

Wolf bedient einen breiten Kundenstamm

mit einer umfangreichen

Produktpalette. Trotz Corona-Krise

herrscht im Unternehmen so kein Auftragsmangel.

Bedarf gibt es aber an

anderer Stelle: Auszubildende sind,

wie überall im Gewerbe,

spärlich gesät.

„Dabei bieten wir

eine spannende

Ausbildung und

gute Bezahlung“, sagt Heidrich-Wolf.

„Unsere Azubis sind ab Tag eins auf

der Baustelle dabei und werden in alle

Tätigkeiten eingebunden. Einer unserer

Lehrlinge hat es hier auch schon

zum Bauleiter

gebracht.“

-sz-

Ob Natursteine, Fliesen, Kaminöfen

oder Parkettverlegung - ob

x36


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Niemand wird alleingelassen

Hilfsorganisation

für alle

Bayerisches

Rotes

Kreuz

Kreisverband Südfranken

Will man das Bayerische Rote Kreuz

(BRK) als Arbeitgeber begreifen, hilft

ein Blick in die Geschichte. Ihren Ursprung

hat die Hilfsorganisation im

Ehrenamt. Mit wachsenden Anforderungen

entstanden

Bereiche, die in

ihrer Komplexität

über die Möglichkeiten

einer rein

ehrenamtlichen

Ausrichtung hinausgingen. Es entwickelte

sich eine Mischform aus den

klassisch ehrenamtlichen Aufgabenfeldern

wie z. B. Bevölkerungsschutz,

Wasserwacht und Jugendrotkreuz

(Nachwuchsorganisation des Roten

Kreuzes) und hauptamtlichen Hilfeund

Unterstützungsleistungen. 650

Menschen arbeiten im BRK-Kreisverband

Südfranken festangestellt in den

unterschiedlichsten Bereichen, vom

Rettungsdienst über die Verwaltung

bis zur Kita. Doch es ist genau dieser

Ursprung im und die enge Vernetzung

mit dem Ehrenamt, die dem Wohlfahrtsverband

seine ganz besondere

Philosophie gibt.

„Niemand ist bei uns auf sich allein

gestellt“, sagt Kommunikationsbeauftragte

Andrea Lehmann. „Es gibt immer

gegenseitige Hilfe, der Umgang

ist familiär und vertrauensvoll.“ Das

hat sich ganz besonders während der

heißen Phasen der Pandemie gezeigt.

Jeder hat zusätzlich zu seiner eigentlichen

Aufgabe noch dort angepackt,

Der Umgang ist

familiär und

vertrauensvoll.

wo es nötig war. Über alle Abteilungsgrenzen

hinweg haben die MitarbeiterInnen

und auch die Geschäftsführung

vor allem die besonders belasteten

Bereiche immer dort unterstützt, wo

dies möglich und

notwendig war.

Dieser Leistungsbereich

ist breit gefächert,

auch wenn

viele beim Roten

Kreuz als Arbeitgeber zunächst einmal

an den Rettungsdienst denken. Doch

die Aufgabengebiete und Berufsbilder

im Kreisverband Südfranken sind weitaus

vielfältiger. Als Träger von aktuell

15 Kindertagesstätten und mehreren

Schulbetreuungen beschäftigt das

BRK Erzieher und Kinderpfleger. In den

beiden stationären Pflegeeinrichtungen

in Heideck und Treuchtlingen sowie

den Tagespflegen und der ambulanten

Pflege sind alle Berufsbilder aus dem

Feld der Pflege und Hauswirtschaft

vertreten. Mit den weiteren Leistungsbereichen

Rettungsdienst, Integrierte

Leitstelle, Schulbegleitung, Hausnotruf,

Menüservice und Verwaltung ist

das BRK Südfranken ein Arbeitgeber

mit vielseitigen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Als Ausbildungsbetrieb in

den Bereichen Rettungsdienst, Pflege

und Verwaltung bietet das Rote Kreuz

jungen Menschen eine gute Perspektive.

Wer beim BRK Südfranken eine berufliche

Heimat findet, profitiert von einem

Bayerisches Rotes Kreuz

Kreisverband Südfranken

Rothenburger Straße 33 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 86 99 - 0

www.brk-suedfranken.de

info@brk-suedfranken.de

facebook.com/BRK-Kreisverband-

Südfranken

MitarbeiterInnen: 650

Geschäftsführer: Rainer Braun

Vor 17 Jahren fusionierten die

BRK-Kreisverbände Roth-Schwabach

und Weißenburg-Gunzenhausen.

Was zunächst als eine

vorübergehende Hilfestellung für

die vakante Geschäftsführerstelle

in Roth-Schwabach gedacht

war, ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte:

Der nun gemeinsame

BRK-Kreisverband Südfranken

zählt 18.000 Mitglieder, etwa

2.300 ehrenamtliche und rund 650

hauptamtliche Mitarbeiter und ist

damit einer der führenden Anbieter

im sozialen Dienstleistungsbereich

in der Region. Nicht nur

der Rettungsdienst, sondern auch

Kranken- und Linienfahrdienste,

Altenpflege, der Hausnotruf, ein

Menüservice oder Schulbetreuung

gehören zu den Angeboten.

Das BRK ist zudem Träger von 15

Kindertageseinrichtungen und betreibt

die Integrierte Leitstelle in

Schwabach.

stabilen Arbeitgeber mit eigenem Tarifvertrag

und einer Mitarbeitervertretung.

Und dann ist da natürlich noch

der soziale Aspekt, der alle Mitarbeiter

eint: „Wir sind so nah am Menschen,

dass es näher kaum geht. Das gibt unserer

Arbeit Sinn und davon profitieren

wir alle.“

-miz-

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Gore und die Früchte einer ganz

besonderen Unternehmenskultur

An ihrem 23. Hochzeitstag schmieden

Bill und Vieve Gore ganz besondere

Pläne. Nicht ferne Reisen oder opulente

Feste haben sie im Sinn, sondern

eine Unternehmensgründung: Im Keller

ihres Hauses in Delaware rufen sie

W. L. Gore & Associates ins Leben – im

Jahr 1958.

Dass die beiden damit den Grundstein

für ein bald marktführendes Unternehmen

legten, das heute mehr als

11.000 MitarbeiterInnen (Associates)

beschäftigt, wussten sie damals noch

nicht. Erste Anzeichen ließen aber

nicht lange auf sich warten: 1969 meldete

der gemeinsame Sohn Bob ein

bahnbrechendes Patent auf Polytetrafluorethylen

(PTFE) an. Hinter der

Erfolgsgeschichte von Gore steht aber

noch viel mehr als dieser chemische

Geniestreich.

Ebenso revolutionär wie die Eigenschaften

des neu entdeckten Fluorpolymers

waren im Hause Gore auch die

Vorstellungen von Mitarbeiterführung

und innovativer Unternehmenskultur.

Bill Gore hat es im Rückblick einmal

Unsere Produkte

helfen den Menschen,

das ist unser Antrieb.

schön beschrieben: „Mein Traum war

es, ein Unternehmen mit großem Potenzial

für alle zu schaffen, die dafür

arbeiten. Eine starke Organisation, die

persönliche Entfaltung fördert und die

Fähigkeiten jedes Einzelnen zu einem

Ganzen vervielfacht, das mehr ist als

die Summe der einzelnen Teile.“

Aus diesem Traum ist Wirklichkeit

geworden: Gore setzt heute vielfach

industrielle Standards, entwickelt

fortschrittlichste Technologien und

Materialien. Medizinische Produkte

bringen Menschen Heilung, komplexe

Filter reduzieren CO 2

-Emissionen und

widerstandsfähige Textilien schützen

ihre Träger auch im unwirtlichsten Klima

vor Gefahren wie Hitze und Kälte.

Selbst die Signale vom Mars-Rover

werden mithilfe von Gore-Technologien

zurück zur Erde gesendet.

Mit Produktionsstätten in Deutschland,

USA, Japan und China fertigt

Gore weltweit branchenführende Produkte.

Innovation, Erforschung und

Entwicklung spielen nach wie vor eine

tragende Rolle. Gore ist stets auf der

Suche nach Lösungen, die Leben verbessern

– auch jene der eigenen MitarbeiterInnen,

der Associates.

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„Alle Associates

bekommen bei uns

einen Teil ihres Gehalts

in Form von

Firmenanteilen“,

erklärt Pascal Wucher,

Werksleiter in

Pleinfeld. „Wenn die Geschäfte gut laufen,

profitieren wir so alle gemeinsam.“

Diese Teilhabe ist aber nicht alles, was

die Associates bei Gore eng zusammenhält.

„Das gute Betriebsklima geht

weit über den monetären Aspekt hinaus“,

sagt Armin Bieringer, Financial

Ideen weiterentwickeln.“

Gore zeigt sich so

auch in schwierigen

Zeiten robust:

Die Corona-Krise

machte

zwar manchen Sparten zu schaffen,

der Global Player konnte aber flexibel

ausgleichen. „Wir bedienen ein breites

Portfolio von Produkten und Märkten,

dadurch können wir uns auch in Krisen

gut positionieren und nachhaltig

behaupten“, sagt Armin Bieringer. „Wir

Ein Vordenker

mit einer Vision

Analyst bei Gore. „Wir sind stolz auf

unsere Produkte und können sehen,

wie sie den Menschen helfen. Das ist

ein großartiger Antrieb.“

Associates arbeiten bei Gore eigenverantwortlich

in flachen Hierarchien, der

direkte Austausch ist erwünscht, Raum

zur Entfaltung und für eigene Initiativen

ist immer vorhanden. „Auch das

ist das Erbe von Bill Gore“, sagt Pascal

Wucher. „Wir schauen unseren Associates

nicht ständig über die Schulter,

sie sollen Eigenverantwortung übernehmen

und ihre Bereiche mit neuen

haben aber auch frühzeitig erkannt,

wie wichtig es ist, dass wir Strukturen

haben, um virtuell zu arbeiten“, ergänzt

Pascal Wucher.

Virtuelle Meetings und netzbasierte

Kommunikation gehörten bei Gore

längst zum Alltag. „Damit waren wir

schon vor der Krise bestens vorbereitet.

Das war ein Riesenvorteil“, erinnert

sich der Werksleiter aus Pleinfeld.

Auch in Krisenzeiten hat man in Pleinfeld

das Miteinander nicht vergessen:

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht,

wie wir weiterhin ein Zusammenkommen

ermöglichen können“,

erinnert sich Madlin Bussinger,

HR Business Partner in

Pleinfeld. „Von gemeinsamen

Brotzeiten über

Kaffeepausen bis

zum Feierabendbier

– alles virtuell

natürlich. Das

Motto war immer:

Jeder ist

eingeladen!“

-sz-

W. L. Gore & Associates GmbH

Nordring 1 • 91785 Pleinfeld

Tel. 0 89 / 46 12 28 00

www.gore.com

recruiting@wigore.com

www.xing.com/company/gore

Karriere-

Seite

Unternehmensgründung der Gore

Tochtergesellschaft in Deutschland: 1966

MitarbeiterInnen: ca. 360 in Pleinfeld

Geschäftsführer:

Karsta Goetze und Volker Gronauer

Am 1.1.1958 gründeten Wilbert

Lee „Bill“ und Genevieve „Vieve“

Gore das Unternehmen im Keller

ihres Hauses in Newark, Delaware,

in den Vereinigten Staaten.

Der erfolgreiche Chemiker hatte

die Idee, neue Vermarktungsmöglichkeiten

für Flourpolymere zu

erschließen. Von Anfang an sollte

das Material gesellschaftlich sinnvoll

eingesetzt werden. Bei der

Unternehmensorganisation gingen

die beiden unkonventionell

vor, sie wollten möglichst viel kreatives

Potenzial bei ihren Mitarbeitern

ausschöpfen. 1969 fand

Sohn Bob Gore heraus, wie man

das Fluorpolymer PTFE zu einem

widerstandsfähigen, offenporigen

Material macht, ein entscheidender

Schritt für die Zukunft des Unternehmens.

Er bahnte damit den Weg

zum wasserdichten, atmungsaktiven

GORE-TEX Funktionsmaterial

und vielen weiteren Innovationen.

39


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Traditionelles Handwerk und moderne

Technik für Kunden und Klima

Ein starkes

Team seit 2005

Proofdruck für

1 StadtZeitung Werbeverlag

AuftragsNummer: 0000396928

Druck: 14.08.2020 14:50:53

Auftragsnummer: 0000396928

AuftragsPosition: 1

Rieger & Kraft

Zimmerei & Solar GmbH

Holzinger Hauptstr. 32 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 92 32 39

www.solar-rieger-kraft.de

www.zimmerei-rieger-kraft.de

kontakt@zimmerei-rieger-kraft.de

Unternehmensgründung: 2008

MitarbeiterInnen: 9

Geschäftsführer: Frank Rieger und Uwe Kraft

2005 gründen Frank Rieger und

Uwe Kraft zwei separate Trockenbauunternehmen.

Mit dem Pferdehänger

geht es damals zu den

ersten Baustellen, schweres Material

schafft ein Traktor an Ort und

Stelle. Die Nachfrage nach gutem

Handwerk ist hoch, also folgt 2008

der logische Schritt: Die Freunde

werden zu Geschäftspartnern und

gründen die gemeinsame Zimmerei

Rieger & Kraft GmbH. 2009 das

Bekenntnis zur Zukunft: Die Geschäftsfelder

werden mit der Solar

Rieger & Kraft GmbH grundlegend

erweitert. Mit den Jahren wachsen

Fuhrpark und Belegschaft: Mit

sechs Fahrzeugen und neun MitarbeiterInnen

ist man heute auch

größeren Projekten gewachsen.

In der Holzinger Hauptstraße 32 gehen

traditionelles Handwerk und

moderne Technik Hand in Hand. Die

Zimmerei Rieger & Kraft GmbH ist

hier zu finden, geführt von Frank Rieger

und Uwe Kraft. Hinter der Doppelspitze

steht inzwischen auch eine

Doppel-Firma: „Seit 2009 verkaufen

und installieren wir mit der Solar

Rieger & Kraft GmbH auch

moderne Photovoltaikanlagen

im ganzen Landkreis“,

sagt Uwe Kraft, der die

Solar-Sparte betreut.

Die Geschäftsführer

sind seit der Lehre

gute Freunde, 2008

haben sie ihre Trockenbaubetriebe

in

der gemeinsamen

Zimmerei zusammengelegt.

„Kunden

profitieren von unserer langjährigen

Erfahrung“, sagt Meister Frank

Rieger, der die Zimmerei führt. „Von

Anbauarbeiten über Sanierungen bis

zu Terrassen-Überdachungen und

Pferdekoppeln haben wir schon alles

Mögliche gebaut. Bei uns gibt es Beratung,

Planung und Montage aus einer

Hand.“

Auf die gleiche Expertise verlassen sich

Kunden der Solartechnik: „Wir bieten

hier Komplettlösungen an“, sagt Uwe

Kraft. „Wir schauen uns an, welchen

Strombedarf der Kunde wirklich hat,

Bei uns gibt es Beratung,

Planung und Montage

aus einer Hand.

ob es zum Beispiel eine Wärmepumpe

gibt oder ein E-Auto. So finden wir

immer eine Anlage, die ideal zum Kunden

und seinen Bedürfnissen passt.“

Ob landwirtschaftliche oder gewerbliche

Betriebe, Ein- oder Mehrfamilienhäuser

– das Hybrid-Unternehmen aus

Zimmerei und Solar ist eine

ideale Verbindung, die im

Großen und Kleinen hochwertige

und flexible Projekte

realisiert. „Unsere Kunden

wünschen sich heute

oft Photovoltaikanlagen

für den Eigenverbrauch,

die sie gar

nicht mehr ins Netz

einspeisen müssen.

Mit hochmodernen

Speicherlösungen

ist das kein

Problem“, erklärt Zimmerer Uwe Kraft.

Mehr als 4.000 Haushalte haben die

beiden schon mit Solaranlagen ausgerüstet.

„Damit leisten wir einen echten

Anteil am Energiewandel!“

Mit ihrer Heimat sind die Holzinger

eng verbunden. „Unsere Alu-Profile

kommen von der Gutmann AG, in der

Lebenshilfe lassen wir Kleinteile bearbeiten,

und schwere Bauteile bewegen

wir mit der Spedition Wüst“, sagt Rieger.

Auf den Baustellen arbeiten dann

Elektriker aus der Region. „So greift bei

uns alles ineinander.“

-sz-

x40


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Mit Pfefferbeißer, Landfrischkäse

und Leidenschaft zum Erfolg

Mit großer Innovationslust führt Sebastian

Struller die gleichnamige

Metzgerei bereits in dritter Generation.

Dass sie 2019 zum sechsten Mal in

Folge vom „Feinschmecker“-Magazin

zu einem der 500 besten Metzgereien

Deutschlands gekürt wurde, ist für

Struller die schönste Bestätigung –

neben den zufriedenen Kunden und

Mitarbeitern.

Ganz bewusst hat sich der 31-Jährige

nach erfolgreichem BWL-Studium

für die Ausbildung zum Metzger

entschieden. Vom Hörsaal in

die Wurststube gewechselt zu

sein, hat er bis heute keinen

Tag bereut. Als junger Geschäftsführer

kann er das

Erlernte perfekt kombinieren.

Die Leidenschaft für

Handwerk und Produktion

sowie den Vertrieb

hochwertiger Wurstund

Fleischwaren will

Struller nicht nur an

seine Mitarbeiter, sondern auch an die

junge Generation weitergeben.

Über soziale Netzwerke wie Instagram

und Facebook erreicht die Metzgerei

schon heute rund 2000 Fans. Nachwuchskräfte

können sich übrigens

auch initiativ bei der Metzgerei bewerben.

„Wenn sich jemand mit Feuer

in den Augen bei mir vorstellt, dann

finde ich meistens eine Möglichkeit“,

so Struller. Für neue Ideen der Mitarbeiter

ist man im Hause Struller generell

offen, ob in der Produktion oder im

Verkauf. War‘s früher der Presssack,

so sind es heute gefragte Steak-Varianten

wie „Secreto“ (Schwein), „Flat

Iron“ oder „Dry Aged Beef“ (Rind).

Wir stehen für

Handwerk, Qualität

und Frische.

Gute Fleischqualität ist für den Metzger

das A & O. Deshalb stammen alle Tiere,

die verarbeitet werden, von Bauern aus

der Region. Glaubt man den Kunden,

dann zählen die Strullerschen Pfefferbeißer

zu den Spezialitäten, aber auch

die geräucherten und fränkischen

Bratwürste. Und es soll Leute geben,

die kommen nur für den hausgemachten

Landfrischkäse in die Metzgerei.

Schließlich gibt es neben der Fleischund

Wursttheke auch eine breite Auswahl

an Käsesorten. Viele Kunden

schätzen das Kombinationskonzept

aus Metzgerei und Bäckerei, das in

65 Jahre Metzgerhandwerk

1955 gründet Joseph Struller gemeinsam

mit seiner Frau Betty die

Metzgerei Struller. Ab 1960 mit

eigenen Verkaufs- und Produktionsräumen

in der Galgenbergstraße

25. Nach dem Tod von Joseph

Struller senior 1979 übernehmen

Betty Struller und Josef Struller

junior. 1986 wird eine weitere Filiale

in Langenaltheim eröffnet.

Inge Struller steigt als Chefin und

Metzgerei Struller

Augsburger Str. 49 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 44 85

www.metzgerei-struller.de

info@metzgerei-struller.de

facebook.com/MetzgereiStruller

instagram.com/metzgereistruller

Unternehmensgründung: 1955

MitarbeiterInnen: 22

Seit 1955

Metzgerei & Partyservice

Geschäftsführer: Sebastian Struller

Thomas Struller als Produktionsleiter

in den Familienbetrieb ein,

der 1995 die dritte Filialöffnung

feiert: Das Hauptgeschäft in der

Augsburger Straße 49 geht in

Betrieb. Nach dem Tod von Inge

Struller 2016 und Josef Struller

2017 führt Sohn Sebastian Struller

die Metzgerei erfolgreich fort.

der Form in Weißenburg einzigartig ist.

Vom guten Arbeitsklima zeugen außerdem

Angestellte wie Walli Schnabel,

die seit sage und schreibe 40 Jahren

im Betrieb mitarbeitet. „Meine Mitarbeiter

und Kollegen sind es, die den Erfolg

mit begründen. Ich weiß, dass ich

mich auch in schweren Zeiten auf sie

verlassen kann“, sagt Struller. Nicht nur

den Kunden stehen sie schließich immer

hilfsbereit und mit einem Lächeln

gegenüber.

-klm-

41


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Ein städtischer

Dienstleister

findet Profil

Weißenburgs stiller Versorger:

Kunden im Herzen und die

Zukunft im Blick

er

Schlachthofstraße 19

91781 Weißenburg

1938 entstehen aus dem Gas-,

Wasser- Tel. 09141 und Elektrizitätswerk 999-0 die

„Städtischen

email@sw-wug.de

Werke Weißenburg

i. Bay.“. Mit der Eröffnung des Limesbades

1960 und der Übernahme

des städtischen Hallenbades

1974 haben die Werke fortan auch

Freizeitangebote im Programm.

encenter oder unter www.sw-wug.de

Stadtwerke. Für Sie da.

Stadtwerke Weißenburg GmbH

Schlachthofstr. 19 • 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 99 - 0

www.sw-wug.de • email@sw-wug.de

1976 wird die Minigolfanlage fertiggestellt,

der regionale Erholungswert

gewinnt weiter an Profil.

Man wendet sich nun der Modernisierung

zu: 1985 mit der Sanierung

des Limesbades, das im gleichen

Zuge auf Solarenergie umstellt.

1989 ist das Verwaltungsgebäude

in der Schlachthofstraße 19

an der Reihe, der Bau von 1913

erhält eine Generalsanierung.

1993 geht die erste eigene Solaranlage

in Betrieb. 1999 werden

aus den „Städtischen Werken

Weißenburg“ mit notariellem Beschluss

die „Stadtwerke Weißenburg

GmbH“, Gesellschafter ist die

Stadt. Im gleichen Jahr übernimmt

man die Stadtbuslinie und 2008

die Vermarktung von Holz aus dem

Stadtwald. 2012 dann das nächste

Bekenntnis zur Zukunft: Die Windräder

auf dem Höhenberg beginnen

ihre Arbeit.

André Goldfuß-Wolf ist ein ruhiger

Mann mit klarem Blick. Wenn der technische

Geschäftsführer der Stadtwerke

Weißenburg von der Energiewende

spricht, wird er lebhaft: „Der Umgang

der Menschen mit ihren Ressourcen

muss sich ändern“, sagt er. „Wir brauchen

sauberen Strom und sauberes

Wasser, ohne dafür unseren Lebensraum

in Bedrängnis zu bringen.“

An der Spitze der

Stadtwerke hat

er da genau den

richtigen Job:

Die Werke sind

im Landkreis der

größte Lieferant für Erdgas, Strom und

Wasser. Zusammen mit der Verwaltung

von Bädern und Buslinien kommt

so jede Menge Service aus einer Hand.

Das Selbstverständnis des stillen Versorgers

ist aber seit jeher ein zurückhaltendes:

Man drängt sich Kunden

nicht auf, protzt nicht mit Werbung.

Sichere Versorgung und

gute Beratung stehen

bei uns im Vordergrund.

„Sichere Versorgung und gute Beratung

stehen bei uns im Vordergrund“,

erklärt Goldfuß-Wolf. „Gleichzeitig wollen

wir unseren Beitrag zur Energiewende

leisten.“

Ein Blick auf die Webseite der Stadtwerke

verrät, was er meint. Besucher

finden da Infos zu Tarifen und Verbrauch

– aber auch viele Ratschläge,

um Strom, Wasser und Gas zu sparen.

Aber ist das kein

Widerspruch?

Wollen die Stadtwerke

etwa die

eigenen Produkte

nicht verkaufen?

Da muss Goldfuß-Wolf lachen:

„Wenn wir langfristig Energie sparen,

können wir dafür irgendwann auch etwas

mehr bezahlen, ohne dass es insgesamt

teurer werden muss.“ Seiner

Rechnung nach könnten so alle profitieren:

Verbraucher, Versorger und die

Umwelt.

Die Stadtwerke blicken heute auf über

80 Jahre Firmengeschichte zurück,

schauen stets aber auch in die Zukunft:

Man bietet Ökostrom-Tarife aus

regenerativen Quellen, betreibt eigene

Photovoltaikanlagen und unterstützt

die Elektromobilität im Landkreis. Auch

der Breitbandausbau läuft auf Hochtouren.

Goldfuß-Wolf: „Da nutzen wir

aktuell jede Baustelle.“

-sz-

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Moderne Haustechnik verspricht

höchsten Wohnkomfort

Fünfte Generation

Handwerk

Bereits 1882 hatte Wilhelm Mory

die Vision einer eigenen Schlosserei.

Der erste Meilenstein war

das eigene Ladengeschäft in

Pleinfeld in den 20er-Jahren. Aus

bescheidenen Anfängen entwickelte

sich das Unternehmen zu

einem Handwerksbetrieb, den

Ein Zuhause ist viel mehr als ein Dach

über dem Kopf. Es ist Ort der Erholung

und des Rückzugs, der Kern des Privatlebens.

Hier sollen, ja müssen wir

uns wohlfühlen. Mory Elektro Wärme

Bad in Pleinfeld hat

das verstanden und

längst zur Devise

gemacht: „Unseren

Kunden soll es zu

Hause gut gehen“, erklärt Rainer Mory.

„Sicherheit, Lebensqualität und Kostenkontrolle

– darum geht es bei uns.“

Der Geschäftsführer leitet den Familienbetrieb

in fünfter Generation mit

Bruder Bernd und Gerhard Schrank.

Höchster Wohnkomfort mit allem, was

dazugehört: Mory Elektro Wärme Bad

bietet moderne Lösungen für die gesamte

Energie- und Gebäudetechnik.

Von der heißen Dusche am Morgen

über das intelligente Smart Home bis

hin zum wohlig warmen Wohnzimmer

für einen gemütlichen Feierabend.

„Wir stehen für durchdachte Komplettlösungen

und Qualität“, sagt Rainer

Mory, „sicher verbaut und fachmännisch

installiert.“

Gutes Wohnen, das bedeutet bei Mory

auch Leben ohne Verschwendung. Für

In der Region sind wir

konkurrenzlos.

jedes Haus und jede Wohnanlage hat

man das passende Heizsystem parat.

Das Pleinfelder Unternehmen bedient

heute Kunden vom Altmühltal bis in

den Nürnberger Raum. „Dabei haben

wir als ganz normaler

Installationsbetrieb

angefangen“,

erinnert sich Rainer

Mory. „Heute bauen

wir auch Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen

und Hackschnitzelheizungen.“

Das Portfolio der Haustechnik-Profis

hat sich durch die Partnerschaft mit

der R & M Versorgungstechnik GmbH

aus Georgensgmünd noch einmal erweitert.

Jetzt stehen auch Klima- und

Belüftungstechnik auf dem Programm.

Zusammen mit Leistungen um Elektro,

Wärme, Hausgeräte und Bad bekommen

Kunden alles aus einer Hand. „Wir

sind Allesanbieter“, sagt Rainer Mory,

„das ist unsere Stärke und es macht

uns in der Region konkurrenzlos.“

Mory GmbH

Nordring 8 • 91785 Pleinfeld

Tel. 0 91 44 / 9 29 40

www.mory-haustechnik.de

info@mory-haustechnik.de

facebook.com/MoryHaustechnik

Unternehmensgründung: 1882

MitarbeiterInnen: 90

Geschäftsführer: Bernd Mory, Rainer Mory

und Gerhard Schrank

Fritz Mory im Jahr 2003 an seine

beiden Söhne Bernd und Rainer

Mory weitergab. Der über 135

Jahre alte Traditionsbetrieb wird

seitdem in bereits fünfter Generation

am Hauptstandort in Pleinfeld

weitergeführt.

Das junge Team aus 90 MitarbeiterInnen

ist bei Mory Elektro Wärme Bad

immer auf Achse. „Unser Team ist hoch

motiviert und wir haben alle ein gutes

Verhältnis“, versichert der Chef. Mory

bediente zuletzt auch einige Großkunden

aus dem Landkreis, unter anderem

den Neubau des Autohauses Schmidt

in Weißenburg. Auch Velovita nutzt die

modernen und energieeffizienten Installationen

aus Pleinfeld.

Die Geschäftsführung blickt bedacht

in die Zukunft: „Wir wollen erst mal

beständig weitermachen“, sagt

Rainer Mory, „Wachstum ist bei

uns nicht das oberste Ziel. Wir

wollen lieber die Betriebsabläufe

und den Kundenservice weiter

verbessern.“

-sz-

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EVS sorgt für mikroskopische Sauberkeit

Ein eigenes

Standbein

EVS Technology GmbH

Postleitenstraße 3 • 91785 Pleinfeld

Tel. 0 91 44 / 6 08 99 - 30

www.evs-gmbh.de • info@evs-gmbh.de

www.facebook.com/evsgmbh

www.instagram.com/evs_gmbh

Unternehmensgründung: 2005

MitarbeiterInnen: 17

Geschäftsführer: Erwin Schatz und

Benjamin Schatz

Wenn die fertigen Drahtgestricke

bei DGS in Ellingen aus der Produktionshalle

kommen, müssen

sie meist vor der Weiterverarbeitung

noch gereinigt werden. Anstatt

einen externen Dienstleister

zu beauftragen, hatte DGS-Juniorchef

Benjamin Schatz 2016

die Idee, die industrielle Reinigung

einfach selbst in die Hand zu nehmen.

Aus dem eigenen, ursprünglich

reinen Metallverarbeitungsbetrieb

EVS in Pleinfeld wurde so

ein Dienstleister für die professionelle

Reinigung von Industrieteilen.

Mittlerweile stehen dort drei

Reinigungsanlagen. Seit 2018 hat

EVS auch ein eigenes Labor für

technische Sauberkeit. Nach der

Reinigung werden die Teile dort

geprüft und anschließend termingerecht

für die Weiterverarbeitung

geliefert.

Es klingt kurios, macht aber Sinn:

Die idealen Fachkräfte im Labor für

technische Sauberkeit sind gelernte

Zahnarzthelferinnen.

„Sie sind es

gewohnt, gründlich

und genau zu

arbeiten, und zwar

mit kleinsten Teilen“,

erklärt Benjamin

Schatz. Er ist

der Geschäftsführer

von EVS, einem

Unternehmen, das

auf die industrielle

Teilereinigung spezialisiert

ist.

Vieles, was aus der

Produktion kommt, muss vor der Weiterverarbeitung

noch gereinigt werden.

Vor allem bei Fräs- oder Stanzteilen

gibt es aus dem Fertigungsprozess

Öl-, Fett- oder Partikelrückstände. Und

zwar solche, die man meist mit bloßem

Auge gar nicht erkennen kann,

sondern nur unter dem Mikroskop. Ein

perfekter Job für Zahnarzthelferinnen,

die eine neue Herausforderung

suchen, hat

Schon ein kleiner

Span kann einen Kurzschluss

verursachen.“

Benjamin Schatz verwundert festgestellt.

Zumindest hat er mehrere dieser

Quereinsteigerinnen mittlerweile in

seinem Labor beschäftigt.

Es ist vielen vielleicht

nicht bewusst,

aber die

Sauberkeit von Industrieteilen

kann

in der Praxis enorm

wichtig sein. Wenn

Metallteile lackiert

werden müssen,

sollten sie natürlich

fettfrei sein. Wenn

Material unter hohen

Temperaturen

zum Einsatz kommt – etwa in einem

Fahrzeugmotor – fängt es an zu stinken,

wenn es verunreinigt ist. Und vor

allem für Bauteile in der E-Mobilität ist

es enorm wichtig, dass diese frei von

Partikeln und Verschmutzungen sind.

„Andernfalls könnte ein kleiner Span

schon einen Kurzschluss und Brand

verursachen“ weiß EVS-Geschäftsführer

Benjamin Schatz.

-miz-

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Die maschinelle Strickliesel

Familienfirma

im Draht-Mekka

Gestricktes, darunter stellt man sich

meistens Socken, Pullover, Schals vor.

Aus den Produktionshallen von DGS

kommt auch Gestricktes, allerdings

aus Metall oder Kunststoff. „Man

kann sich das ein wenig vorstellen

wie eine maschinelle Strickliesel“,

veranschaulicht Geschäftsführer

Benjamin Schatz den Produktionsprozess.

Das Material

kommt von einer Spule und

wird in Maschen verknüpft.

Gern führt Schatz ein besonders

ungewöhnliches

Bei DGS werden

Drahtgestricke für

unterschiedliche

Einsatzbereiche

gefertigt.

Beispiel an, um die

vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

von

Drahtgestricken unter

Beweis zu stellen:

„Es gibt im Bergbau

spezielle Atemschutzgeräte,

die mit

Drahtgestricken von

uns ausgestattet

sind.“ Wenn unter Tage Sauerstofftabletten

eingesetzt werden müssen,

entsteht eine Hitze von über 400 Grad

– das kann man unmöglich einatmen.

Die Gestricke kühlen

die Luft ab, aber da muss

sehr präzise gearbeitet

werden. „Nur ein paar Gramm mehr

oder weniger können Temperaturunterschiede

von 20 Grad ausmachen“,

weiß Schatz.

Drahtgestricke kommen aber auch in

weit alltäglicheren Situationen zum

Einsatz, zum Beispiel in Lüftungsund

Abgasanlagen oder auch als

Filter gegen Schmutzpartikel.

Überall dort, wo etwa am

Arbeitsplatz geschweißt

oder geschliffen wird. In

Ölraffinerien oder in der

Erdgasaufbereitung werden

mithilfe der

Gestricke Gas-Flüssigkeitsgemische

getrennt. „Der mittlere

Osten ist deswegen

ein spannender

Markt für uns“,

erklärt Schatz. Die

meisten Kunden

des Ellinger Familienunternehmens

sitzen derzeit aber

in Deutschland, gefolgt vom europäischen

Ausland.

DGS ist ein Ausbildungsbetrieb,

bietet aber auch eine Mög-

1998 wagte Erwin Schatz den

Schritt aus dem Angestelltenverhältnis

heraus in die Selbstständigkeit

und gründete DGS – eine

Produktionsfirma für Drahtgestricke.

Was mit nur einem Mitarbeiter

begann, ist heute ein Familienunternehmen

mit rund 45 Angestellten,

das sich in Altmühlfranken

als „Mekka“ der Drahtverarbeitung

fest etabliert hat. Durch gute

Branchenkontakte konnte Erwin

DGS Drahtgestricke GmbH

Birkenweg 3 • 91792 Ellingen

Tel. 0 91 41 / 8 74 78 – 0

www.dgs-gmbh.de • info@dgs-gmbh.de

facebook.com/DGS Drahtgestricke GmbH

www.instagram.com/

dgs_drahtgestricke_gmbh

Unternehmensgründung: 1998

MitarbeiterInnen: 45

Geschäftsführer: Erwin Schatz und

Benjamin Schatz

Schatz die Firma immer weiter

ausbauen, 2005 zog DGS in ein

neues Verwaltungsgebäude und

neue Produktionshallen mit mittlerweile

2.500 Quadratmetern.

2005 gründete Schatz mit EVS in

Pleinfeld ein weiteres Unternehmen,

das auf industrielle Teilereinigung

spezialisiert ist. 2017 vollzog

sich der Generationenwechsel, als

mit Benjamin Schatz der Sohn die

Geschäftsführung übernahm.

lichkeit zum Quereinstieg aus anderen

Bereichen. Der Chef legt viel Wert auf

ein familiäres und lockeres Arbeitsklima

– und auf Inklusion. Mehrere Arbeitsplätze

wurden speziell für Mitarbeiter

mit Behinderung umgebaut. „Bei

uns kriegt jeder eine Chance.“ -miz-

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Niederschwellige

Hilfe für jeden

„Jeder, der ein Problem hat, kann zu

uns kommen.“ So versteht die Leiterin

der Caritas-Kreisstelle, Alexandra

Trögl, ihre Aufgabe – und die ihrer 16

Sozialpädagogen, Psychologen und

Fachkräfte. Allgemeine Sozialberatung,

Schwangerschaft, Finanzielle

Probleme, Ehe- und Familienprobleme

oder persönlichen Krisen: Wer fragt,

bekommt Rat, sowohl in Weißenburg

als auch in der Außenstelle in Gunzenhausen

und Wemding. „Das Angebot

ist sehr niederschwellig und jeder kann

es in Anspruch nehmen.“ Not sehen

und Handeln – das ist ja auch das generelle

Motto der Caritas.

Und Not gibt es, so traurig es ist, auch in

Altmühlfranken immer mehr. Ein großer

Schwerpunkt der Caritas-Kreisstelle

liegt in der rechtlichen Betreuung

– für rund 150 Fälle sind die Mitarbeiter

derzeit zuständig. Vor allem die

Zahl der jungen Menschen, die einen

gesetzlichen Betreuer als Vertretung

brauchen, ist in den vergangenen Jahren

gestiegen. In Not sind aber auch

Senioren, sei es durch Einsamkeit oder

Altersarmut. Essen auf Rädern, ein Seniorencafé,

Freizeitangebote oder ein

kostenloser Mittagstisch sollen hier

gegensteuern. Weil der Bedarf

an Beratung und Hilfsangeboten

stetig wächst – und damit auch die

Mitarbeiterzahl der Caritas – wird die

Kreisstelle in Weißenburg heuer noch

aus der Holzgasse in neue Räumlichkeiten

am Neulinger-Areal umziehen.

Ansonsten ändert sich nichts: „Für

uns steht immer der Klient im Vordergrund.“

-miz-

Caritas-Kreisstelle Weißenburg,

Holzgasse 12, Tel. 0 91 41 / 26 16,

kreisstelle@caritas-weissenburg.de,

www.caritas-kreisstelleweissenburg.de

Altenpflege auf Basis christlicher Werte

Hinwendung zu Hilfsbedürftigen und

die Solidarität mit den Schwachen: Das

ist das Leitbild der Caritas, dem Wohlfahrtsverband

der katholischen Kirche.

Und diese Werte sind es auch, die im

Caritas-Seniorenheim St. Walburg in

Weißenburg gelebt werden. Seit 1971

gibt es das Heim, damals bot es Platz

für 49 Bewohner und wurde von den

Dillinger Schwestern geleitet. Seit

1998 ist die Einrichtung unter „weltlicher“

Leitung – doch die Orientierung

an Nächstenliebe und christlichen

Werten ist geblieben.

Um dem steigenden Bedarf an Pflegeplätzen

gerecht zu werden, erweiterte

man die Einrichtung 2007 um einen

Neubau, auch das Haupthaus wurde

generalsaniert. Das helle, freundliche

Gebäude bietet nun 67 vollstationäre

Pflegeplätze, die von fast ebenso vielen

Mitarbeitern betreut werden. Auch

Kurzzeit- und Tagespflege ist möglich

und es gibt einen offenen Mittagstisch.

„Das Besondere an unserem Haus: Wir

haben eine eigene Küche, kochen also

alles selbst vor Ort“, sagt Einrichtungsleiterin

Kerstin Will. Beliebt bei den Senioren

ist auch der große Garten – und

die fußläufige Nähe zur Innenstadt, die

eine Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben ermöglicht.

Zu bieten hat das Caritas-Seniorenheim

St. Walburg auch als Arbeitgeber

im Pflegebereich einiges: „Wir stellen

einen sicheren Arbeitsplatz in einem

attraktivem Umfeld, eine leistungsgerechte

Vergütung nach Tarif und zusätzlich

eine betriebliche Altersvorsorge“,

zählt Kerstin Will auf. „Außerdem

gibt es natürlich für unsere Mitarbeiter

Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung.“

-miz-

Caritas-Seniorenheim St. Walburg,

Augsburger Straße 9a, Weißenburg,

Tel. 0 91 41 / 8 51 30, seniorenheim@

caritas-weissenburg.de

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WIKO

Die Monate der Wahrheit im Kampf

um die Innenstädte

VON JAN STEPHAN

Wie schlimm die Corona-Krise die Wirtschaft in Altmühlfranken getroffen hat,

wird sich in diesem Frühjahr zeigen. Die ersten Ergebnisse machen Hoffnung

und Sorge zugleich.

Es war die wirtschaftliche Frage 2020

und es bleibt die entscheidende für

2021: Wann ist das alles zu Ende und

wenn ja, wie viel ist dann noch übrig?

Wir sind im März 2021 angelangt und

es ist zu früh für finale Antworten.

Aber: Es ist auch zu spät für schulterzuckendes

Abwarten. Denn es lassen

sich bereits Aussagen treffen, wie es

mit der altmühlfränkischen Wirtschaft

nach der Krise aussehen wird.

Wir haben uns durch die Branchen im

Landkreis gearbeitet. Mit Industriellen,

Händlern, Gastronomen, aber auch

Verbänden, Wirtschaftsförderern,

Bankern und Einzelhandelsexperten

gesprochen. Das Ergebnis: Es sieht

besser aus, als man befürchten musste

– das ist die gute Nachricht. Aber

– und das ist die schlechte Nachricht -

die entscheidenden Monate der Corona-Zeitenwende

kommen jetzt. Es wird

ein Frühjahr der Wahrheit, das weniger

die Industrie als mehr die Innenstädte

und einen Teil unseres Selbstverständnisses

bedrohen wird.

Das Frühjahr wird zeigen, ob der Wechsel

in die warme Jahreszeit das Virus

ähnlich abbremst wie das 2020 der

Fall war. Dazu wird man sehen, ob die

Impfkampagne endlich schneller vorankommt

und inwieweit die Impfung

nicht nur vor Erkrankung schützt, sondern

auch die Weitergabe des Virus

unterbindet. Und natürlich machen die

Mutanten Sorgen, große Sorgen.

Die genannten Entwicklungen werden

für die Politik ein Spielfeld der Möglich-

keiten abstecken, auf dem sie agieren

muss. Dabei muss ihr vor allem eines

gelingen: endlich wieder stabile wirtschaftliche

Perspektiven eröffnen.

Immerhin: Es zeichnet sich schon

jetzt ab, dass die Krise keine des industriellen

Mittelstands ist. Beim Aluminium-Verarbeiter

Gutmann in Weißenburg

blickte man 2020 auf solides

Wachstum und bei Gore in Pleinfeld

freut man sich über „ein Rekordjahr“.

Das sind gute Nachrichten für Altmühlfranken,

denn der industrielle

Mittelstand ist das wirtschaftliche

Rückgrat der Region. Es gibt in Weißenburg-Gunzenhausen

wenig Filialen

internationaler Konzerne, dafür

viele inhabergeführte Unternehmen

mit relativ diversifizierter Struktur –

sieht man von einer Ballung im Kunststoffsektor

rund um die Automobilzulieferersituation

ab. Diese Struktur

könnte sich in der Krise als Glücksfall

❱Fortsetzung nächste Seite❱

47


WIKO

erweisen, weil im Mittelstand mehr

Reserven stecken als in renditegetriebenen

Aktienunternehmen. Weil

der Mittelstand stärker in einer Region

verwurzelt und deswegen auch bereit

dazu ist, Krisen durchzustehen.

Außerdem zeigen sich längst Anzeichen

der Erholung. Anders als im ersten

Lockdown sind die internationalen

Lieferketten, in die auch der lokale Mittelstand

ganz selbstverständlich integriert

ist, wieder angelaufen, erklärt

Karin Bucher, die Leiterin der IHK-

Geschäftsstelle Westmittelfranken.

„International ist die Nachfrage gut.

Da gibt es keine Probleme. Deswegen

geht es auch den Betrieben ganz gut“,

weiß sie.

Das ist auch eine Folge der Politik, die

Bildung, Privatleben und Handel massiv

einschränkte, aber die industrielle

Produktion weiterlaufen ließ. Aus rein

wirtschaftlicher Sicht war das sinnvoll,

denn die Industriebetriebe sind es

auch in Weißenburg-Gunzenhausen,

die der Mehrheit der Menschen einen

Arbeitsplatz und damit das Geld bescheren,

das sie in naher Zukunft möglichst

lokal ausgeben müssen.

Aber die Krise wird in den Zentren einschlagen.

Will heißen, vor allem Einzelhandel,

Gastronomie und Kleinstunternehmen

sind die Sorgenkinder. Damit

trifft es Branchen, die bereits unter

Druck waren, in denen nur wenige dicke

Fettschichten für schlechte Zeiten

angesetzt haben. „Für uns konnte es

eigentlich nicht schlimmer kommen“,

fasst Claudiu-Cosmin Demeter, der

Wirt des Cancún in Weißenburg, knapp

zusammen.

Das Wohl und Wehe dieser Wirtschaften,

Buchhandlungen, Boutiquen, Cafés

oder Kosmetikstudios wird nicht

über die Zukunft der altmühlfränkischen

Wirtschaft entscheiden. Sie

sind nicht so systemrelevant wie die

Fabriken mit ihren Tausenden Arbeitsplätzen,

aber sie sind für das Selbstverständnis,

die Identität und die Attraktivität

der Region entscheidend.

Und deshalb steht im Zuge dieser Krise

eben doch sehr vieles auf dem Spiel.

Nicht zuletzt die Frage, wie wir in Zukunft

in Altmühlfranken leben wollen.

Denn es geht in den kommenden Jahren

sozusagen um das Frontoffice der

altmühlfränkischen Wirtschaft. Während

es der industriellen Werkbank ordentlich

geht, herrscht an Tresen und

Verkaufstisch Depression. „Es sind

eher die, die vorher schon zu kämpfen

hatten, denen ihre Läden nicht gehören,

die auch jetzt Pacht zahlen müssen,

weil es vielleicht auch dem Vermieter

nicht gut geht“, glaubt Sabine

Unterlandstättner, die Chefin der Wirtschaftsförderung

am Landratsamt.

„Als gesundes Unternehmen hältst du

das ein Jahr aus“, sagt auch der Chef

der Felsenbräu-Brauerei, Walter Gloßner,

und schiebt gleich nach: „Ein zweites

aber definitiv nicht.“

Nur ging es in Einzelhandel und Gastronomie

eben etlichen schon vor der

Krise nicht glänzend. Die übermächtige

internationale Online-Konkurrenz,

die überallhin liefert, aber nirgends

Steuern zahlt, nagt seit Beginn des

Jahrtausends an den Umsätzen des

Einzelhandels. Die Flucht nach vorne

– ins „lokale Internet“ - sind viele Einzelhändler

der Region aber nicht gegangen

(siehe Seite 55-57).

Andreas Haderlein, Projektmanager

des Online-Kaufhauses „In Altmühlfranken“

und deutschlandweit renommierter

Experte für den Einzelhandel,

hat einige steile Thesen aufgestellt.

„Allein der Handel wird es in den Innenstädten

auf Dauer nicht mehr richten

x48


WIKO

können“, ist er überzeugt. „Wir müssen

Unternehmen und Nutzung in die

Zentren zurückholen, die in die Gewerbegebiete

vertrieben worden sind.

Handwerker, Fitnesscenter, aber auch

Kindertagesstätten sollten und müssen

wieder Räume bekommen.“

Auf lange Sicht dürfte die Zukunft des

innerstädtischen Einzelhandels nicht

in der Grundversorgung liegen, sondern

in Nischen. Das ist als Gedanke

nicht neu, aber wäre in der Praxis doch

revolutionär, immerhin waren die vergangenen

Jahrzehnte von der Eroberung

der Innenstädte durch uniforme

Einzelhandelsketten geprägt. Und jetzt

die Umkehr?

„Ich sage, dass Corona dafür sorgen

wird, dass der Einzelhandel in den Städten

wieder individueller wird“, zeigt sich

Haderlein überzeugt. „Es bieten sich

Chancen für Läden mit hoher Aufenthaltsqualität

und Erlebnisorientierung,

bei denen die Kunden auch eine emotionale

Verbindung aufbauen.“ Das ist

der Grund, warum in Weißenburg und

Gunzenhausen längst auch Buchhändler

und Haushaltswarenläden schicke

Cafés betreiben und eigene Veranstaltungen

anbieten. Stichwort Buchhandlung

Meyer in Weißenburg oder S-Kultur

in Gunzenhausen.

Große Probleme könnte dagegen vor

allem der textile Einzelhandel in den

Zentren bekommen. Das liegt an ihrem

Geschäftsmodell. Zum einen ist in der

Branche die Online-Konkurrenz am

stärksten. Zum anderen ist hier Usus,

weit im Voraus Kollektionen einkaufen

zu müssen. Bei vielen Einzelhändlern

liegt nun die Winterware in den geschlossenen

Geschäften.

Dass es gerade textile Ketten sind, die

Schlagseite bekommen könnten, muss

mit Blick auf Gunzenhausen und noch

viel mehr auf Weißenburg Sorgen machen.

Denn die Textilkette Steingass

aus dem schwäbischen Heidenheim

hat mit Abstand die größten Quadratmeterzahlen

in den beiden großen

Städten im Landkreis. Bekommt

das Unternehmen Husten, hat die

Weißenburger Innenstadt Fieber. Das

Frühjahr markiert nicht nur wegen des

weiteren Verlaufs der Pandemie, sondern

auch aus wirtschaflicher Sicht die

Monate der Wahrheit. „Die Reserven

der Unternehmen sind aufgebraucht.

Wenn im April die Bilanzen kommen,

die Nachzahlungen von Steuer und

Co und wenn das Insolvenzrecht nicht

mehr ausgesetzt ist, dann wird es sich

zeigen“, sagt Wilfried Wiedemann,

Vorstand der Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen.

„Es werden sicher

nicht alle überleben“, stellt auch

IHK-Frau Karin Bucher fest. „So traurig

das ist.“

Handwerk und Dienstleister scheinen

eher nicht in Gefahr. „Normal bis gut“

sei 2020 gelaufen, bilanzierte etwa

Haustechnik-Installateur Rainer Mory,

der mit 80 Mitarbeitern in Pleinfeld einer

der größten Handwerksbetriebe

der Region ist. Und beim IT-Dienstleiszer

Amro aus Weißenburg blickt man

auf das umsatzstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte

zurück.

Kurzfristig scheint es darum zu gehen,

in den Innenstädten und Ortskernen

zu retten, was zu retten ist. Und das

geht vor allem über die Frequenz. „Davon

leben die Einzelhändler“, bestätigt

Bucher. Und da brauche es nun Impulse.

„Die Folgen von Corona werden uns

in Einzelhandel und Gastronomie noch

Jahre begleiten und können die Struktur

unserer Innenstädte grundlegend

verändern“, ist die IHK-Frau überzeugt.

Fragt man vor Ort nach, stellt sich die

Lage noch nicht dramatisch dar. „Im

Moment herrscht Ruhe bei uns“, so

Andreas Zuber von der Wirtschaftsförderung

in Gunzenhausen. „Aber die

Ruhe ist vielleicht ein bisschen trügerisch“,

räumt er ein. Man habe bislang

keine konkreten Geschäftsaufgaben

gehabt, aber zweifelsohne rechne man

damit, dass möglicherweise nicht alle

zurückkommen. „Es kann schon sein,

dass Leute jetzt aufhören, die das in

ein paar Jahren geplant hatten“, sagt

Zuber. In puncto Frequenz blickt man

in Gunzenhausen mit sorgenvoller Erwartung

auf den Tourismus. „Der muss

in diesem Jahr wieder weitgehend

ohne Einschränkungen möglich sein.

Der ist für den Einzelhandel in Gunzenhausen

sehr, sehr wichtig.“

Auch in Weißenburg sei bislang wenig

von existenziellen Sorgen zu hören,

bestätigt Simon Sulk, Geschäftsführer

des Weißenburger Stadtmarketingvereins.

„Aber viele leiden leise“, gibt

Mathias Meyer zu bedenken, einer der

Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins.

Dass man in Altmühlfranken

regional aufgestellt sei, könnte jetzt

zu einem Vorteil werden. Etwa bei den

Banken: „Da wird sich die nächsten

Monate viel entscheiden und da wird

es wichtig sein, dass die ein verlässlicher

Partner für die lokale Wirtschaft

bleiben“, so Meyer. „Ich bin heilfroh,

dass wir da bei uns noch mit Leuten zu

tun haben, die mein Geschäft kennen,

und ich nicht irgendeinem Sachbearbeiter

in Frankfurt erzählen muss, was

ich für einen tollen Laden habe.“

So wird die Krise am Ende vielleicht

auch zu einer Bewährungsprobe für

die regionale Struktur der altmühlfränkischen

Wirtschaft. Der starke, ortsgebundene

Mittelstand, die regionalen

Banken, die inhabergeführten Einzelhändler

und nicht zuletzt Kunden, die

eben nicht nur Konsumenten sind,

sondern auch solidarische Unterstützer

eines Systems, das man der Einfachheit

halber vielleicht schlicht Heimat

nennen könnte.

49


WIKO

Digitalisierung ist der Schlüssel

VON MIRIAM ZÖLLICH

Auch im sozialen Sektor gibt es durch den Corona-Digitalisierungsschub

Chancen für einen langfristigen Wandel.

Altenheime kann man nicht einfach zumachen.

Rettungsdienst geht nicht im

Homeoffice. Und Notlagen kann man

nicht verschieben. Soziale Dienste

konnten in der Corona-Pandemie nicht

einfach die Lockdown-Notbremse ziehen:

Sie mussten die Flucht nach vorn

wagen, Abläufe von einem auf den anderen

Tag umstellen, Strukturen ruckartig

aufbrechen und neu aufstellen.

Denn egal ob Caritas, Diakonie oder

Rotes Kreuz: Der Dienst am Menschen

kennt keinen Aufschub. Und so geriet

eine Branche, die ohnehin schon mit

Problemen wie schwindendem Ehrenamt

oder stellenweise auch Fachkräftemangel

zu kämpfen hat, noch

zusätzlich unter Druck. Zugleich ist der

soziale Sektor ein großer Arbeitgeber

in der Region: Die Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen

hat mehr als 350

Beschäftigte, der BRK-Kreisverband

Südfranken über 650, die Awo Mittelfranken-Süd

stellt 1.800 Arbeitsplätze

von Cronheim bis Wengen, von Solnhofen

bis Schwabach.

„Wir konnten die Menschen ja nicht

alleinelassen“, sagt etwa Diakonie-Geschäftsführer

Martin Ruffertshöfer.

Von heute auf morgen mussten Entscheidungen

getroffen werden, um

die Mitarbeiter vor einer Ansteckung

zu schützen und dennoch eine Versorgung

der Menschen zu gewährleisten.

Und gerade zu Beginn der Pandemie

gab es keine Bedienungsanleitungen,

keine Fahrpläne, keine Orientierung.

„Wir mussten selbst Lösungen suchen.“

Oft waren die Krisenteams rund

um die Uhr im Einsatz, haben Absprachen

in Videokonferenzen getroffen,

individuelle Lösungen für die vielen

Teilbereiche erarbeitet oder fieberhaft

versucht, Material aufzutreiben. Denn

ein ganz praktisches Problem stellte

sich gleich zu Beginn der Pandemie im

Frühjahr 2020: Schutzausrüstung für

die Mitarbeiter musste her, und zwar

schnell und reichlich. Ohne Masken

und Einweghandschuhe ging es nicht,

weder im ambulanten Pflegedienst

noch im Rettungsdienst.

Auch mussten Wege gefunden werden,

um die Beratungsstellen aufrechtzuerhalten

– denn Lebenskrisen fallen

ja in der Pandemie nicht einfach weg,

ganz im Gegenteil. Schuldnerberatung,

Schwangerschaftsberatung, sozialpsychiatrischer

Dienst: All diese Angebote

mussten weiterhin stattfinden,

man behalf sich oftmals mit digitalen

Kommunikationswegen oder Telefonaten.

Dennoch stand auf der anderen

Seite die Erkenntnis, dass es Menschen

gibt, die von den Hilfen der sozialen

Einrichtungen nicht mehr erreicht werden

können. „Alleinlebende Senioren

etwa drohen während der Lockdowns

stark zu vereinsamen“, hat Alexandra

Trögl von der Caritas-Kreisstelle

in Weißenburg beobachtet. Angebote

wie das Seniorencafé oder der offene

Mittagstisch konnten oft über längere

Zeit nicht stattfinden.

Besonders belastet wurden durch Corona

und die damit verbundenen oftmals

sehr kurzfristigen Reaktionsfens-

x50


WIKO

ter auch die Schnittstellen zwischen

Verwaltung und den einzelnen Leistungsbereichen,

hat man beim Bayerischen

Roten Kreuz (BRK) Kreisverband

Südfranken beobachtet. Die mehr

als 650 MitarbeiterInnen sind etwa in

den Bereichen Rettungsdienst, Pflege,

Kinder- und Seniorenbetreuung

tätig. „Man muss sich verstärkt um die

Menschen kümmern, um die Folgen

der Pandemie im emotionalen Bereich

abzumildern, gleichzeitig kommen

neue Herausforderungen, die mit einem

großen Aufwand verbunden sind.

Das war nur zu bewältigen, weil wir alle

abteilungsübergreifend zusammengeholfen

und überall dort angepackt haben,

wo es nötig war“, berichtet Rainer

Braun, Geschäftsführer im Kreisverband.

Man musste besonders flexibel

reagieren, neue Regelungen von heute

auf morgen umsetzen, personelle Ressourcen

umplanen und dort einsetzen,

wo es am dringlichsten war.

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen

hat alles erstaunlich

reibungslos funktioniert, freut sich

Andrea Lehmann, Ansprechpartnerin

der Medien in Corona-Zeiten. „Für die

Kolleginnen und Kollegen war und ist

die Situation freilich sehr belastend,

aber umgeworfen hat das niemanden.

Rettungsdienst

und Pflege sind mit

emotional schwierigen

Situationen ja

auch im Tagesgeschäft vertraut. Und

bei uns fährt auch der Geschäftsführer

mal eine Rettungsdienstschicht mit,

wenn Not am Mann ist“, sagt Andrea

Lehmann. Eine Selbstverständlichkeit,

wie es scheint: anpacken, wo es

nötig ist, niemanden hängen lassen,

zusammenhalten. Womöglich ist es

die Stärke gerade im sozialen Bereich,

um dem Druck der Pandemie standzuhalten?

„Mehr noch als sonst macht es

sich bemerkbar, dass bei uns niemand

alleingelassen wird“, findet Andrea

Lehmann. „Und ich denke, es ist der

Ursprung des Roten Kreuzes im Ehrenamt

und unsere starke Ausrichtung an

hilfebedürftigen Menschen, was unter

den Kollegen besonders in solchen Situationen

zu einem festen Zusammenhalt

führt.“

Freilich ist aber die Belastung in Pandemiezeiten

deutlich höher als sonst

und bringt – wie in anderen Branchen

auch – Probleme mit sich. Eine neue

Tagespflege-Einrichtung des BRK in

Abenberg muss kurz nach der Eröffnung

pandemiebedingt in den Lockdown,

die Tagesgäste können nicht

betreut werden. Corona wirkt wie eine

Lupe, die die Schwachstellen in unserer

Gesellschaft und der sozialen Infrastruktur

unbarmherzig vergrößert.

Da ist zum Beispiel die Sache mit dem

Ehrenamt. Es ist kein Geheimnis, dass

organisationsgebundenes

Ehrenamt in nahezu allen

Bereichen Deutschlands

seit Jahren abnimmt, von der Feuerwehr

bis zur Wasserwacht. „Wir haben

2000 Ehrenamtler, das hört sich

zunächst einmal viel an, ist aber nicht

unbedingt luxuriös“, so Andrea Lehmann

vom BRK. Denn die freiwilligen

Kräfte sind im BRK Südfranken für eine

große Fläche verantwortlich, und auch

die Altersstruktur beeinflusst das ehrenamtliche

Gefüge vor allem in der

Pandemie. Durch den Wandel der Arbeitswelt,

die immer mehr Flexibilität

und Mobilität fordert, fehlen jüngere

Ehrenamtliche, die über ein planbares

Zeitkontingent verfügen. Viele finden

erst im Rentenalter Zeit und Energie für

freiwillige Arbeit. Die Diakoniekaufhäuser

im Landkreis etwa werden zu einem

nicht unerheblichen Anteil durch

ehrenamtliche Mitarbeiter gestemmt,

die als Senioren aber zur Corona-Risikogruppe

gehören und dadurch oft

nicht mehr zum Einsatz kommen.

Eine Chance sieht Rainer Braun vom

BRK in der Digitalisierung. Das klingt

zunächst verwunderlich – schließlich

kann ein Pflegedienst nicht „via Fernwartung“

arbeiten. Aber ein Paradebeispiel,

wie sinnvoll Digitalisierung

auch im sozialen Sektor sein kann: Verpflichtende

Fort- und Weiterbildungen

in Form von Präsenzveranstaltungen

haben in der Vergangenheit enorme

personelle, zeitliche und finanzielle

Ressourcen gebunden. Nun finden die

Seminare und Fortbildungen digital

statt.

Digitialisierung ist eine Chance und

ein Wandel, hat man beim Roten Kreuz

erkannt. Etwa auch, indem man die

Möglichkeiten der Digitalisierung für

die Verwaltungsaufgaben nutzt und so

die KollegInnen der operativen Bereiche,

die direkt am Menschen arbeiten,

entlastet und durch weiter optimierte

Schnittstellen zukünftig noch flexibler

und mit weniger Kraftakt auf solch

große Herausforderungen reagieren

kann. „Es ist nicht selbstverständlich,

dass meine Leute diesen Kraftakt gerade

jetzt stemmen, wo schon die Alltagsaufgaben

unter erschwerten Bedingungen

laufen müssen“, freut sich

der Geschäftsführer darüber, dass die

MitarbeiterInnen sich einig waren und

solch grundlegende Schritte nicht nur

mittragen, sondern den Wandel auch

maßgeblich selbst mitgestalten.

51


WIKO

Und plötzlich

ging es doch VON

MIRIAM ZÖLLICH

Die Corona-Pandemie gibt dem Homeoffice einen ordentlichen Schub. Doch

die anfängliche Euphorie weicht der Erkenntnis: Die Erfahrungen sind vielfältig,

das Meinungsbild diffus, und das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.

Es ist wahrlich keine gewagte These,

wenn man sagt: Ohne Corona-Pandemie

wäre das Homeoffice für Tausende

Arbeitnehmer noch ein ähnlich sagenumwobener

Ort wie Atlantis. „Vor Corona

gab es ganz selten mal eine Nachfrage

nach Homeoffice-Lösungen“,

sagt Jürgen Reutelhuber, Chef des

Weißenburg IT-Dienstleisters Amro.

Reutelhuber und sein Team betreuen

etliche Unternehmen und Verwaltungen

in der Region mit IT-Lösungen,

haben also einen ganz guten Einblick.

Und der ist: „Homeoffice gab es früher

höchstens mal für Außendienstler

oder für den Chef, der von zu Hause

mal was nachschauen wollte.“

Wer jetzt denkt, das liegt an der ländlichen

Struktur im beschaulichen Altmühlfranken,

hat weit gefehlt: Auch

bundesweit war die Arbeit von zu Hause

bis 2020 nur eine Randerscheinung.

Die Hans-Böckler-Stiftung forscht seit

Jahren zum Thema Homeoffice. Und

trotz des technischen Fortschritts

konnten vor Corona gerade einmal vier

Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland

die Flexibilität genießen, ihren Job

von zu Hause aus zu erledigen.

Warum das so ist, lässt sich halbwegs

valide mutmaßen. Kein Chef und keine

Chefin gibt gerne zu, in Wirklichkeit

nicht genug Vertrauen in die Eigenverantwortlichkeit

der Mitarbeiter zu

haben. Dass Arbeitgeber gerne die

Kontrolle behalten wollen, erfährt

man aber durch sekundäre Daten: So

hat die Hans-Böckler-Stiftung festgestellt,

dass die Hersteller von Überwachungssoftware

derzeit hohe Zuwachsraten

verzeichnen. Und in einer

Umfrage aus Prä-Corona-Zeiten gaben

70 Prozent der Arbeitnehmer an,

sie würden nicht von zu Hause aus arbeiten,

weil „Vorgesetzte Anwesenheit

erwarten“.

Hört man sich in Altmühlfranken um,

so bestätigen Angestellte aus unterschiedlichsten

Branchen diesen

Eindruck. Da war Homeoffice in den

Chefetagen gar nicht gern gesehen.

Körperliche Abwesenheit wurde nur in

seltenen Ausnahmefällen mal toleriert

oder mit ein bis zwei Tagen pauschal

im Monat gedeckelt. „Die denken halt,

wir tun daheim weniger“, so die Einschätzung.

Dann kam das Virus und

mit ihm der erste Lockdown, was wie

ein Brandbeschleuniger für die mobile

Arbeit wirkte. Fast ein Drittel der deutschen

Arbeitnehmer wechselte ins

Homeoffice. Auch in Weißenburg-Gunzenhausen

wurde hektisch umgestellt,

Amro und andere IT-Dienstleister

konnte sich vor Kundenanfragen kaum

retten. Glücklicherweise ist der Schritt

zum mobilen Arbeiten nur klein, wenn

die IT von vornherein professionell aufgesetzt

wird.

x52


WIKO

Ein Beispiel: Das Landratsamt startete

bereits 2019 eine einjährige Testphase

mit zehn Beschäftigten zum mobilen

Arbeiten, um erste Erfahrungen zu

sammeln. „Ziel war es, technische, organisatorische

und rechtliche Fragestellen

zu klären“, erläutert die Behörde.

Wohl auch dank dieser Vorarbeit

konnte in der Corona-Krise die Zahl

der Arbeitsplätze im Homeoffice verzehnfacht

werden, etwa 100 MitarbeiterInnen

im Landratsamt – also mehr

als ein Fünftel – können derzeit mit

Laptops von zu Hause aus arbeiten.

Da ist allerdings noch Luft nach oben:

Es könnten noch mehr Sachbearbeiter

ins Homeoffice wechseln, wenn Anträge

nur noch digital gestellt, bearbeitet

und zugestellt werden könnten. Wenn

also auch die gesamte Aktenführung

digitalisiert wird.

„Am Homeoffice-Standort der Mitarbeiter

muss ein geeigneter Internetanschluss

zur Verfügung stehen,

was selbstverständlich Grundvoraussetzung

ist“, räumt Pressesprecherin

Claudia Wagner ein. Dass es im Landkreis

stellenweise noch Probleme mit

Breitbandversorgung gibt, hat auch

Amro-Chef Reutelhuber festgestellt.

Aber das seien Einzelfälle. Im Großen

und Ganzen habe man für die meisten

Unternehmen die Arbeitsplätze

zu Hause schnell realisieren können.

Eigentlich erschreckend, wie schnell

und umkompliziert die Umstellung auf

Homeoffice technisch dann doch einzurichten

war – also scheinen die Hürden

zuvor tatsächlich eher im „Wollen“

als im „Können“ gelegen zu haben.

War vor Corona das Arbeiten zu Hause

ein schwer zu erreichendes Ideal, so

zeigen sich nun, da man es vorläufig

erreicht hat, zwar die vielen Vorteile –

aber auch ein paar Probleme. Die guten

Nachrichten zuerst: Profitieren können

vom Homeoffice vor allem Pendler.

Wer im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

wohnt und einen Arbeitsplatz

in Nürnberg hat, kann ein Klagelied

davon singen, wie viel Lebenszeit

im wahrsten Sinne des Wortes auf der

Strecke bleibt. Sei es im Stau auf der

A6 oder wartend an der Bahnsteigkante,

weil mal wieder ein Zug Verspätung

hat. Die vormaligen Pendler berichten,

dass sie nun im Homeoffice viel

entspannter an die Arbeit gehen und

glücklich über die gewonnene Lebenszeit

sogar freiwillig noch die eine oder

andere Überstunde dranhängen. Ganz

klar: ein Punkt fürs Arbeiten von zu

Hause.

In der Gesamtbetrachtung ist das

ein Vorteil nicht nur für den einzelnen

Arbeitnehmer, sondern für den

Wirtschaftsstandort Altmühlfranken.

Räumliche Distanzen zwischen Unternehmenssitz

und Mitrbeiterwohnsitz

werden aufgeweicht. Qualifizierte

Arbeitskräfte können einfacher im

ländlichen Raum bleiben oder dort

hinziehen, wenn die ständige Präsenz

im Büro in der Großstadt nicht mehr

notwendig ist. Und wer nicht im teuren

Speckgürtel von München oder

„der Audi“ wohnen muss, sondern mit

seiner Familie in Altmühlfranken lebt,

hat mehr Zeit und mehr Geld zur Verfügung,

um es auch in der Region auszugeben.

Und Steuern zahlt er hier auch

noch.

Andersherum eröffnen sich den Firmen

mit Sitz in Weißenburg-Gunzenhausen

ganz neue Märkte auf der Suche

nach Fachkräften. Ob das Personal

nun in Gunzenhausen, Pappenheim

oder Pleinfeld wohnt oder in Nürnberg,

München oder Augsburg, spielt mit

der Möglichkeit zum Homeoffice keine

Rolle mehr. Es hat allerdings erst Corona

kommen müssen, damit erste lokale

Firmen diese Möglichkeit tatsächlich

erkennen und nun verhalten anfangen,

sie auch zu nutzen.

Im Wandel ist auf individueller Ebene

auch die Struktur und Qualität des Arbeitens.

Vor allem jene Arbeitnehmer,

die vor der Corona-Krise im Großraumbüro

saßen, schätzen derzeit die Ruhe

zu Hause. „Ich kann viel konzentrierter

arbeiten“, ist ein Satz, den man häufig

hört. Der ständige Geräuschpegel aus

Telefonläuten, Gesprächen und Bewegungen

fällt weg – und das wird als

sehr wohltuend empfunden.

Ein zweischneidiges Schwert scheint

das Homeoffice für Eltern zu sein. Zwar

profitieren sie grundsätzlich von der

Flexibilität, was auch die Hans-Böckler-Stiftung

in einer Umfrage aus 2020

bestätigt: Von den rund 6.300 befragten

Erwerbstätigen gaben 77 Prozent

an, dass sie Beruf und Familie mit der

Arbeit von zu Hause aus besser vereinbaren

können. Aber gerade mit zusätzlichem

Homeschooling oder dem

coronabedingten Wegfall der Kinderbetreuung

durch die Großeltern steigt

bei einigen Eltern auch die Belastung.

Ein konzentriertes Arbeiten zu Hause

❱Fortsetzung nächste Seite❱

53


WIKO

ist nicht immer möglich, „ich kann meine

Kinder ja nicht im Schlot aufhängen,

während ich am PC sitze“, so der

lakonische Kommentar einer Mutter zu

dem Thema.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit

oder Erwerbsarbeit und Care-Arbeit

weichen auf. Und nicht immer ist

das von Vorteil. Die Arbeitszeit wird oft

entzerrt, auf den Abend verlegt oder

verlängert. 37 Prozent arbeiten im

Homeoffice mehr Wochenstunden als

im Büro, fand die Hans-Böckler-Stiftung

heraus. 53 Prozent sagen, dass

sie durch das mobile Arbeiten für Arbeitgeber,

Kollegen oder Kunden länger

erreichbar sind als vor Corona.

Mehr als ein Drittel gab zu, die Arbeit

im Homeoffice anstrengender zu finden.

Hier müssen klare Betriebsvereinbarungen

her. Das Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen etwa hat

Mitte 2020 die Arbeitsgruppe „Berufe

und Familie“ eingerichtet. Flexibilität

als Wettbewerbsvorteil – aber

in einem klar gesteckten Rahmen.

Hier war bisher ein Aufgabenschwerpunkt,

mit der Erstellung einer Dienstvereinbarung

die arbeitsrechtliche

Voraussetzung für Homeoffice zu

schaffen.

Wie wird es langfristig weitergehen?

Wird das Homeoffice seinen festen

Platz in der Arbeitswelt einnehmen?

Sind Großraumbüros künftig verwaist?

So einfach ist es offenbar nicht. Zu

schnell scheinen Arbeitgeber und

Arbeitnehmer wieder in die alten

Muster zurückzufallen.

Ein Blick auf

die Zahlen:

Während des

ersten Lockdowns

im Frühjahr

2020 erledigten der Böckler-Stiftung

zufolge fast 30 Prozent der Angestellten

ihren Job aus dem Homeoffice.

Man könnte nun meinen, im

„Lockdown light“ im November waren

es noch mehr; schließlich hatte man

inzwischen genug Zeit, sich umzustellen.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Nur

noch 14 Prozent der Beschäftigten arbeiteten

von zu Hause aus.

Nach mehreren Monaten Corona-Krise

wissen die Vorgesetzten mittlerweile,

welche ihrer Mitarbeiter tatsächlich

im Homeoffice „abtauchen“,

dort unstrukturiert, unproduktiv oder

abgelenkt sind. Nicht alle sind für

das eigenständige Arbeiten geeignet

und werden besser ins Büro zurückbeordert.

Das erzählen die Chefs in

vertraulichen Gesprächen und fühlen

sich zumindest in diesen Einzelfällen

in ihrem Misstrauen bestätigt. Doch

viele Arbeitnehmer kehren auch gerne

ins Büro zurück. Fast 40 Prozent gaben

in der Hans-Böckler-Umfrage an,

nach Corona wieder weniger Heimarbeit

zu machen. „Ich merke, dass ich

mich weniger

mit dem Unternehmen

identifiziere“, gesteht eine

Angstellte, die derzeit fast ausschließlich

im Homeoffice sitzt. Und von fast

allen hört man, dass der Austausch

mit Kolleginnen und Kollegen fehlt.

Und damit ist nicht der belanglose

Plausch gemeint, sondern auch die Innovationskraft,

die im kommunikativen

Miteinander steckt. Es ist ein offenes

Geheimnis: Die besten kreativen Ideen

entstehen nicht in der Konferenz, sondern

in der zwanglosen Atmosphäre

am Kaffeeautomaten.

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo

in der Mitte. Es hilft vielleicht, das

Homeoffice nicht wortwörtlich als

Schreibtisch in den eigenen vier Wänden

zu verstehen, sondern stellvertretend

für den Wunsch nach einer

neuen Arbeitskultur: weg vom starren

Nine-to-five-Bürojob, hin zu individuellen

Lösungen mit mehr Flexibilität,

mehr Freizeit und Vereinbarkeit von

Beruf und Familie. „So ein Zwischending“

ist das, was sich die Angestellten

als langfristigen Corona-Effekt erhoffen.

Heimarbeit dann, wenn sie es wünschen

und brauchen. Und dennoch hin

und wieder der persönliche Kontakt zu

den Vorgesetzten, zu Kollegen und Geschäftspartnern.

Dazu braucht es aber

klare Vereinbarungen und Regelungen,

damit das mobile Arbeiten nicht auf

Kosten der Mitarbeiter geht.

Für eine euphorische Bilanz in Sachen

Homeoffice ist es also zu früh, wir stecken

noch mitten im Diskurs. Doch die

Karten sind neu gemischt: Die Angestellten

sind in einer deutlich besseren

Verhandlungsposition, um flexible Arbeitsmodelle

durchzusetzen. Corona

hat gezeigt, was alles möglich ist.

x54


WIKO

Die Revolution ist ausgefallen –

es lebe die Revolution!

VON JAN STEPHAN

Obwohl genau im richtigen Moment ein schwer gefördertes Online-Shop-Projekt

im Landkreis zur Verfügung stand, fanden nur wenige Einzelhändler in

der Corona-Krise den Weg ins Netz. Der Online-Handel-Vordenker Andreas

Haderlein wundert sich, und manche sprechen von einem Henne-Ei-Problem.

Stell dir vor, es ist Digitalisierung und

keiner geht hin. Das ist überspitzt, aber

es trifft. Zumindest Teile des Einzelhandels

im Landkreis. Nicht, was die

schnellen, improvisierten Lösungen

angeht: Bestellungen per WhatsApp,

mit Videoanruf durch den Baumarkt,

Beratung per Videochat im Modehaus

… Sehr wohl aber, was die großen Lösungen

angeht: sprich, den Aufbau

eines eigenen Online-Geschäfts. Mit

sauberem Shop, funktionierender Logistik

und gutem Marketing.

Das Kuriose an der Situation: Genau in

dem Moment, in dem die größte Krise

des Einzelhandels über Altmühlfranken

hinwegfegte, stand ein mit Hunderttausenden

von Euro gefördertes

Pilotprojekt parat. Sein Auftrag: alle

willigen Händler des Landkreises in

die Online-Welt zu heben. Mit einer Art

Rundum-Sorglos-Paket, das von Software

über Bezahlung bis hin zur Auslieferung

reichte. Mit wenig Aufwand und

geringen Kosten konnte man binnen

Tagen online sein.

Ein historischer Glücksfall, könnte

man denken und erwarten, dass die

altmühlfränkische Einzelhandelswelt

dem neuen Online-Kaufhaus die nicht

existierenden Türen einrennt. Immerhin

wusste ja im März 2020 keiner, wie

lange diese vermaledeite Pandemie

noch für den Ausnahmezustand sorgen

würde. Ein stabil funktionierendes

Tool für kontaktfreie Umsätze sollte da

doch eigentlich wie gerufen kommen.

❱Fortsetzung nächste Seite❱

55


WIKO

Ein Jahr später ist man nicht so wahnsinnig

viel schlauer, was die Frage

angeht, wie lange diese ärgerliche

Pandemie noch unser Leben durcheinanderbringt.

Erheblich weiter ist man

bei der Einschätzung, wie es mit der

Digitalisierung des Einzelhandels vorangegangen

ist. Eher mau, kann man

sagen. Die Revolution ist ausgefallen.

Während Oma und Opa längst skypen

und mitunter versiert in der Administratoren-Betreuung

von Mebis,

Padlet und Teams sind, ruft man bei

den meisten lokalen Einzelhändlern

vor Ort im Lockdown immer noch an,

um blind etwas zu bestellen, das man

anschließend abholt. Oder man ruft

eben nicht mehr an. Weil dieses große

Internet-Versandhaus einem im Internet

nicht nur hübsche Bilder von dem

zeigt, was man gerne haben will, sondern

es einem auch noch vor die Tür

fährt. Was in diesen Zeiten nicht mehr

in puncto Bequemlichkeit, sondern

auch in puncto Gesundheit ein Vorteil

sein kann.

Während Amazon und Co sich während

der Lockdowns die Taschen füllten,

geht es dem altmühlfränkischen

Online-Kaufhaus so lala. „Wir sind gewachsen.

Aber vor allem in den Schaufensterprofilen“,

stellt Andreas Haderlein

auf Nachfrage fest. Der Mann gilt

deutschlandweit als Experte und Pionier

des lokalen Online-Handels und

betreut in Weißenburg-Gunzenhausen

im Auftrag des Landkreises den Aufbau

des Online-Kaufhauses. „Insgesamt

muss man schon sagen, dass

sich zu wenig Händler getraut haben,

in die Produktwelt einzusteigen“, räumt

er nach einem Jahr Krise ernüchtert

ein.

Man sei aber nicht unzufrieden, erklärt

er dann und liefert nachvollziehbare

Argumente dafür, dass die Zahlen soweit

in Ordnung sind. Und das wären

sie auch, wenn es ein normales Jahr

gewesen wäre. Die Entwicklung des

Online-Kaufhauses war ehrgeizig, man

hat sie umgesetzt, sie funktioniert stabil

und hat eine Chance zu bleiben. Das

war mehr, als manch einer dem Projekt

zu Beginn zugetraut hätte.

Aber mal ehrlich: Es waren keine normalen

Umstände. Ein öffentlich dick

subventioniertes Online-Kaufhaus in

Zeiten von Pandemie und Lockdown

aufzubauen, das sollte ein bisschen so

sein wie die Vermarktung eines Wasserlochs

in der Wüste. Kurzum: nicht

so wahnsinnig schwierig.

Die Wahrheit ist aber eine andere. Und

deshalb ist Haderlein dann doch ein

bisschen enttäuscht. „Als Berater fragt

man sich schon, was denn eigentlich

noch passieren muss, dass die Händer

erkennen, dass die Digitalisierung

nicht mehr weggeht.“ Nun, eine weltumspannende

Pandemie mit monatelangen

Ladenschließungen ist es

jedenfalls nicht, was passieren muss.

Die hat man mit vergleichsweise geringem

Digitalisierungs-Echo hinter sich

gebracht. Und arg viel größer als in den

vergangenen Monaten dürfte der Anreiz

oder die Not kaum mehr werden.

Klar, es sind inzwischen 56 Händler auf

der Plattform, davon 20 mit Produkten.

Man kann sich dort mittlerweile auch

eine Mahlzeit mit Wurst, Käse, Brot,

Kaffee, Bier oder Saftschorle zusammenbestellen,

man kann Motorsägen

ordern, Parfüms, Möbel, Rasenmäher

oder Bücher bestellen … Aber es ist

immer noch eher so, dass man auf

In-Altmühlfranken.de eher etwas Interessantes

finden kann, als dass man

etwas Bestimmtes erfolgreich suchen

würde. Und der Unterschied ist im Online-Handel

der entscheidende, wenn

es darum geht, ob eine Plattform nice

to have ist oder ein fester Anlaufpunkt

für abendliche Erledigungen vom Sofa

aus. Und Letzteres ist in puncto In-Altmühlfranken.de

eben ganz eindeutig

noch nicht der Fall.

Das Problem ist, dass der Erfolg des

Einzelnen auf der Plattform vom Engagement

der Vielen abhängt. Nur,

wenn das Angebot auf der Plattform

so prall ist, dass man wirklich viele

Dinge, die man will, dort findet, fangen

die Leute flächendeckend das Suchen

an. Solange vergleichsweise wenig

Händler auf dem Portal sind, bleiben

für die Wenigen auch die Umsätze

überschaubar, weil das Portal mangels

Masse nicht attraktiv genug ist. Also

rentiert es sich für neue nicht aufzuspringen

und damit ... Es ist ein Teufelskreis,

den es zu durchbrechen gilt.

Und immerhin: Es gibt ja auch Erfolgsgeschichten.

Der kleine Weißenburger

Bastelladen Kreativ am Hof etwa. Antje

Wolf war eine der Ersten, die voller

Begeisterung auf der Online-Plattform

x56


WIKO

mitmischte. Und bei ihr beginnen die

Umsätze relevant zu werden. Zumindest

in einzelnen Monaten. Bemerkenswert

aus ihrer Sicht, sie hat nun

Kunden in Hamburg und Berlin sitzen,

die sie über die übergeordnete Plattform

Atalanda finden. „Ich denke, das

hat Potenzial und ist eine gute Sache“,

sagt Wolf. Allerdings sieht sie im Moment

auch zwei wesentliche Probleme.

„Es wissen einfach viel zu wenige

Menschen davon. Da muss unbedingt

größer Werbung dafür gemacht werden.

Und es sind viel zu wenig Händler

im Shop.“ Dabei sei das System für die

Händler absolut niederschwellig und

es gebe jederzeit Ansprechpartner bei

Problemen.

Mancher Kollege wolle aber nur mitmachen,

wenn es sofort Ernte einzufahren

gibt. „Aber bevor ich was ernten kann,

muss ich erst mal investieren“, sagt

Antje Wolf. Und in diesem Fall besteht

der Invest weniger in Geld als in Mühe,

die man sich mit dem Online-Auftritt

im Shop geben muss. Aber das ist ja

mit dem Schaufenster im echten Leben

auch nichts anderes. Wer etwas

verkaufen will, muss es in Szene setzen.

„Mir war klar, dass das nicht von

Anfang an die dicken Verkäufe gibt“,

erzählt die umtriebige Geschäftsfrau.

Und hofft nun darauf, dass sich bald

noch weitere Kollegen dem Shop anschließen.

„Ein Problem war sicher, dass wir wegen

Corona wenig Präsenzveranstaltungen

machen konnten“, glaubt Online-Experte

Haderlein. „Das ganze

Change-Management hat nicht so

funktioniert wie üblich. Das ist eine

Sache, die einfach auch stark von der

Motivation lebt. Und die lässt sich am

besten in Präsenzveranstaltungen vermitteln.“

Auch im Marketing erkennt er

deutlichen Nachholbedarf. Speziell die

Bekanntheit des Portals im Landkreis

müsse ausgebaut werden.

Aber die Probleme liegen auch in den

Läden. „Ein paar sind bei solchen Sachen

sofort dabei, ein paar kannst du

durch Reden überzeugen und ein paar

erreicht man einfach nicht“, erzählt

Andreas Zuber, der Wirtschaftsförderer

der Stadt Gunzenhausen. Zum Teil

sei es auch eine Frage der Generation,

und mit Betreiberwechseln in den

kommenden Jahren würden solche Initiativen

stetigen Zuwachs bekommen.

Dass Gunzenhausen bei der Beteiligung

am Online-Kaufhaus noch hinterherhinkt,

hat aus seiner Sicht damit zu

tun, dass man in der Stadt bereits ein

eigenes Einkaufsportal hatte. Allerdings

eines, auf dem es keine Einkaufsfunktion

gibt, sondern die Geschäfte

sich lediglich darstellen konnten. Zuletzt

habe man aber aus Gunzenhausen

auch einige Beitritte auf der Landkreis-Seite

zu vermelden gehabt.

Neben der Generationenfrage sieht

Mathias Meyer, Buchhändler aus Weißenburg

und stellvertretender Vorsitzender

des lokalen IHK-Gremiums,

auch ganz handfeste Gründe für die

Zurückhaltung des Einzelhandels in

Sachen Digitalisierung. „Wer da vor

der Krise noch nicht angefangen hatte,

der kam da in der Krise auch nicht

mehr dazu.“ Die Vorstellung, dass die

Geschäftsleute im Lockdown däumchendrehend

in ihren Geschäften sitzen

würden, sei grundlegend falsch.

Hinter den Einzelhändlern lägen harte

Monate. Das Hin und Her bei den Hygieneregelungen,

die Entwicklung eigener

Hygienekonzepte, der Versuch,

sein jeweiliges Geschäftsmodell coronakonform

zu bekommen, und die

Organisation der Mitarbeiter hätten

viele Kräfte gebunden. Dazu Umstrukturierungen,

Beantragung von Hilfen,

Kurzarbeitergeld …

Bei allem Verständnis sieht Meyer

aber auch das Risiko, in das sich Einzelhändler

begeben, die während der

Lockdwons komplett weg waren. „Die

Gefahr ist einfach, dass das zunehmend

Richtung online geht. Dass die

Kunden, die jetzt mal auf die großen

Online-Anbieter ausgewichen sind,

nicht mehr zurückkommen.“ Deshalb

war die eigene Online-Aktivität seiner

Buchhandlung für ihn nicht nur Umsatzbringer,

sondern auch Mittel der

Kundenbindung.

Und hier liegt – online hin, online her –

auch eine der ganz großen positiven

Erfahrungen dieser Krise. „Die Kunden

sind absolut solidarisch gewesen“, erzählt

der Buchhändler. „Wir haben sogar

neue Kunden gewonnen, die uns

ganz bewusst unterstützen wollten.“

Die Leute hätten auch gemerkt, wie

schön und wichtig es doch eigentlich

ist, sich vor Ort, schnell und einfach

versorgen zu können.

„Die Wertschätzung ist schon gewachsen“,

glaubt auch Weißenburgs Stadtmarketing-Geschäftsführer

Simon

Sulk. „Weil die Leute gemerkt haben,

wie wichtig der Einzelhandel auch als

sozialer Treffpunkt ist und wie weh es

tut, wenn man nicht mal eben beim Einkaufen

immer wieder Leute trifft.“ Das

ist eine Erkenntnis, die für den Einzelhandel

in den Städten noch Gold wert

sein kann. Frei nach dem Motto: Erst

wenn der letzte Tante-Emma-Laden

geschlossen hat, werdet ihr feststellen,

dass man bei Amazon niemandem

zum Ratschen trifft. Oder so ähnlich.

57


WIKO

Chancen zum

Wandel nutzen

Dr. Dr. Kristina Becker

Erste Bürgermeisterin

der Stadt Treuchtlingen

Auch in der zweiten Ausgabe des

Wirtschaftskompass ist die Stadt

Treuchtlingen mit dabei. Das Thema

„Wandel“ ist angesichts der noch

immer andauernden Corona-Pandemie

besonders aktuell – handelt es

sich bei den dadurch hervorgerufenen

Veränderungen doch insbesondere

um solche, die potenziell komplexe

und qualitative Auswirkungen für die

Zukunft nach sich ziehen können. Oft

spricht man nicht mehr vom Normalzustand,

der sich am Ende der Pandemie

einstellen wird, sondern vom „neuen

Normal“.

Aber Wandel bedeutet auch Chance,

hier zur Reorientierung und

Restrukturierung. Die Digitalisierung

hat Fahrt aufgenommen, nicht

nur in den Unternehmen, Schulen

und Hochschulen, sondern auch in

unserer Verwaltung. Im Bereich der

Nahversorgung mit Strom und Wärme

soll die Energiewende vorangetrieben

werden. In Treuchtlingen

und den Dörfern

produzieren bereits

viele private

PV-Anlagen Strom aus Sonnenkraft.

Um die Akzeptanz der Bürger für den

Netzausbau und für den Ausbau von

Erzeugungskapazitäten zu erhöhen,

sollen Bürger über Genossenschaften

oder Anteile am Gewinn beteiligt werden,

zusätzlich sollen Wege gefunden

werden, um regional erzeugten Strom

auch regional zu verbrauchen. In diesem

Zusammenhang denken wir bereits

aktiv über neue Speichertechnologien

nach.

Der Gesundheitstourismus wird

auch weiterhin einen Schwerpunkt

bilden mit einer etwas aktiveren

Ausrichtung. Mit unserer frisch modernisierten

Altmühltherme,

dem Kurpark, der Kur- und

Touristinfo inklusive Informationszentrum

Naturpark

Altmühltal,

mit beliebten Rad- und Wanderwegen,

den Mountainbike-Trails, Bootstourismus

auf der Altmühl, mit vielfältigen

Präventionsangeboten und therapeutischen

Einrichtungen kann Treuchtlingen

schon jetzt einiges bieten. Die

bereits bestehenden Therapiezentren

werden ergänzt durch eine neue psychosomatische

Klinik mit 140 Betten

und ca. 70 Arbeitsplätzen: Ab April

2021 rollen dafür die Bagger, die

Fertigstellung erfolgt voraussichtlich

2025.

Insgesamt gilt es jetzt, den Blick nach

vorne zu richten und Chancen zum

Wandel zu nutzen! Wichtig ist es mir,

dass sich möglichst viele einbringen

mit klugen Ideen und Vorschlägen für

die Herausforderungen der Zukunft –

zusammen können wir Kompromisse

finden und Zukunft aktiv gestalten.

x58


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Mit Offenheit und Transparenz in eine neue Zeit

Im Treuchtlinger Rathaus liegt Dynamik

und Aufbruchstimmung in der Luft. Politik

wird transparent, Entscheidungsprozesse

sind weitgehend öffentlich,

und in vielen Bereichen werden die

Bürger um ihre Meinung gefragt.

Treuchtlingen will sich nicht neu erfinden,

aber seine unbestrittenen Vorzüge

bei den Bürgern, Touristen und

auch bei der Wirtschaft in den Köpfen

verankern. Seit der letzten Kommunalwahl

steht mit

Dr. Dr. Kristina

Becker erstmals

eine Frau an

der Spitze der

Treuchtlinger

Stadtverwaltung, die ihren ganz eigenen

Stil einbringt. Die Bubenheimerin

legt großen Wert auf ein gutes Miteinander

und eine offene Kommunikation

zwischen Politik, Verwaltung und

Bürgern. Damit alle an einem Strang

ziehen, wurde in einer Klausur des

Stadtrats sowie in der Stadtverwaltung

eine „Compliance“-Richtlinie für die Zusammenarbeit

erstellt. Ein Hauptfokus

liegt dabei auf offener Kommunikation

bei gegenseitigem Respekt.

Zusammen mit den

Bürgern Zukunft

aktiv gestalten.

„In Treuchtlingen gibt es viel zu tun“,

sagt Becker. So gilt es, das frisch sanierte

und neu konzipierte Thermalbad

mit riesiger Saunalandschaft und

besonderem Heilwasser nun im Gesundheits-

und Wellness-Markt gut

zu positionieren. Die Ansiedlung einer

Fachklinik für Psychosomatik, deren

Bau dieses Jahr startet, wird ebenfalls

eine Rolle spielen. Der Tourismus soll

nach einer aufwendigen Bürgerbefragung

neu ausgerichtet und genau auf

Zielgruppen fokussiert werden. „Die

Stadtentwicklung

ist eine immerwährende

Aufgabe“, so die

Bürgermeisterin.

Aus all diesen

Gründen ist derzeit ein Markenentwicklungsprozess

im Gange. Der ganze

Außenauftritt der Stadt wird professionalisiert.

Dazu wird für den Bereich

Marketing eine Stelle geschaffen.

Die Digitalisierung wird weiter vorangetrieben,

Verwaltungsvorgänge vereinfacht.

Auch hierfür konnte in der

Stadtverwaltung eine neue Stelle geschaffen

werden. Wobei Treuchtlingen

in Sachen Breitbandversorgung bereits

sehr gut aufgestellt ist: Schnelles

Internet gibt es bis fast in den letzten

Weiler. Und nicht zuletzt wird der Ausbau

von erneuerbaren Energien in den

nächsten Jahren eine größere Rolle

spielen. Ziel ist es vor allem, die Lebensqualität

der Bürger vor Ort weiter

zu verbessern. Auch wegen des Bahnknotens

ist Treuchtlingen attraktiv für

Neubürger und neue Gewerbeansiedlungen.

-klm-

Knotenpunkt

in Bayern

Die Stadt Treuchtlingen als staatlich

anerkannter Erholungsort mit

Heilquellen-Kurbetrieb zählt rund

13.000 Einwohner. Sie ist nicht

nur zentraler Bahnknoten des

Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Hier kreuzen auch die

Bahnstrecken Nürnberg-Augs-

Stadt Treuchtlingen

Hauptstraße 31 • 91757 Treuchtlingen

Tel. 0 91 42 / 96 00 - 0

www.treuchtlingen.de

info@treuchtlingen.de

facebook.com/Stadt.Treuchtlingen/

instagram.com/treuchtlingen.tourismus

MitarbeiterInnen: 260

Erste Bürgermeisterin: Dr. Dr. Kristina Becker

burg-München und Würzburg-

Ansbach-Ingolstadt. Zusätzlich eröffnet

die geplante Stärkung des

Schienenverkehrs durch den

„Deutschlandtakt“ neue Horizonte

für die Stadtentwicklung.

59


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Meisterliches Handwerk im

Familienbetrieb mit Herz

Was ist an einem Fenster eigentlich so

besonders, macht man damit nicht nur

ein Loch zu? Friedrich Kipf lacht: „Das

kann man schon so sagen. Dann vergisst

man aber, was heute technisch

alles möglich ist.“ Ein Fenster ist eben

mehr als ein Stück Glas zwischen innen

und außen. „Fenster werden heute viel

mehr beansprucht als früher“, erzählt

der Geschäftsführer von KIPF in Markt

Berolzheim. „Von der Farbgestaltung

über die Wärmedämmung bis hin zur

Sicherheitstechnik ist da in den letzten

Jahren sehr viel passiert. Manche

Kunden haben auch sehr ausgefallene

Wünsche, die wir natürlich bedienen.“

Der gelernte Schreinermeister weiß,

wovon er spricht.

Wenn Kunden mal wieder

besonders exotische

Ideen haben,

dann fährt er mit seinen

Leuten auch persönlich

zur Baustelle

– selbst wenn die 80

km entfernt liegt. „Das

macht doch gutes

Handwerk aus“, sagt der Geschäftsführer

bescheiden. „Wenn das Ergebnis

stimmt und der Kunde zufrieden ist,

dann ist unser Team auch glücklich.“

Wir begegnen

uns hier alle

auf Augenhöhe.

Der Erfolg des Unternehmens, und das

ist Friedrich Kipf wichtig, geht nicht

nur von der Chefetage aus. Entscheidend

ist auch das familiäre Klima und

ein warmes Miteinander: „Wir begegnen

uns hier alle auf Augenhöhe, vom

Betriebsleiter bis zur Reinigungskraft.

Wenn bei uns jemand ein Anliegen hat,

dann wird das immer ernst genommen.“

KIPF ist auf Haustüren und Fenster

spezialisiert, mit vielen kreativen Ideen

wird das Portfolio aber stetig erweitert.

So geht es im Bereich „OutdoorLiving“

heute auch um schöneres Leben im

Freien. Innovative Terrassendächer,

individuell gestaltete Wintergärten

und technisch ausgereifte Markisen

machen da jedes Zuhause zu etwas

Besonderem. „Wir konzentrieren uns

auch auf den Außenbereich“, sagt

Friedrich Kipf, „das wird mehr und

mehr nachgefragt.“

Die Auftragslage im

Familienbetrieb ist

aktuell sehr gut. „Wir

waren Anfang 2020

zwar auch verunsichert“,

erinnert sich

der Geschäftsführer,

„die Aufträge sind

bei uns aber nie eingebrochen,

ganz im

x60


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Gegenteil.“ Kunden

werden zwischenzeitlich

mit

drei bis vier Monaten

Vorlauf bedient.

„Das hatten

wir so noch nie“, sagt Friedrich Kipf

stolz.

Türen und Fenster werden technisch

immer raffinierter, hohe Ansprüche

an die Wärmedämmung machen sie

aber auch schwerer. Mit einer eigenen

Montageabteilung reagiert man im

Unternehmen auf die steigenden Anforderungen

beim Einbau. „Das ist uns

sehr wichtig“, sagt der Geschäftsleiter,

„wir wollen unseren Qualitätsanspruch

beim Kunden auf jeden Fall erfüllen.“

Dabei geht es nicht nur um die technischen

Herausforderungen bei der

Montage, der Fensterbauer hat seine

Kunden auch als Menschen im Blick:

„Wir arbeiten beim Kunden ja oft auch

in privaten Räumen, da müssen die

MitarbeiterInnen sensibel sein.“ Um

das zu gewährleisten, gibt es bei KIPF

regelmäßig Schulungen. Das Selbstverständnis,

aufeinander zu achten,

bringt ohnehin jeder mit. „Wir sind

hier eine große Familie“, sagt der Geschäftsführer.

Zur Philosophie

im Unternehmen

gehört es

deswegen auch,

dass man neue

MitarbeiterInnen

nicht gleich auf Kunden „loslässt“.

Die ersten drei Monate sind Angestellte

im Vertrieb nur innerhalb des

Hauses unterwegs. „Wir machen das,

damit unsere Leute die betrieblichen

Abläufe, aber auch ihre Kollegen kennenlernen

können“, erklärt Kipf.

Enger Zusammenhalt und höchster

Qualitätsanspruch, dafür stehen bei

KIPF alle 73 MitarbeiterInnen. Um das

auch in Zukunft zu gewährleisten,

wird im Betrieb handwerklich

und kaufmännisch

ausgebildet. Lehrlinge

bleiben der Firma

gerne treu, für manche

wird bei dem mittelfränkischen

Fensterbauer

ein Traum

war: „Eine unserer

Azubis hat vor zehn

Jahren hier als Bürokauffrau

gelernt“, erinnert sich

Friedrich Kipf, „und heute ist sie die

Vertretung unseres Betriebsleiters.“

Die MitarbeiterInnen stehen bei KIPF

Schulter an Schulter, das verspricht

ein produktives und familiäres Betriebsklima,

in dem sich jeder entfalten

kann. Auch beim Kunden kommt

solcher Zusammenhalt gut an, immer

wieder gibt es Lob, der Chef ist zufrieden:

„Wir haben hier eine tolle Mannschaft

mit einem guten Bauchgefühl.

Das macht richtig Spaß!“

Den kommenden Jahren blickt der Unternehmer

mit Zuversicht entgegen:

„Wir haben unsere Ziele schon abgesteckt

und wollen demnächst

unsere Standorte in

Markt Berolzheim zusammenlegen.“

Unter anderem

sollen Büro- und Ausstellungsgebäude

dann der

Fertigung angeschlossen

werden. Friedrich Kipf: „Unsere

Leute arbeiten dann

wie früher wieder unter

einem Dach.“ Macht Sinn,

schließlich gehört eine Familie

zusammen. -sz-

60 Jahre gutes

Handwerk

KIPF Fenster. Türen.

OutdoorLiving. GmbH

Wettelsheimer Str. 18 + 21

91801 Markt Berolzheim

Tel. 0 91 46 / 94 14 - 0

www.kipf.de • info@kipf.de

facebook.com/kipfgmbh

instagram.com/kipf_und_sohn

MitarbeiterInnen: 73

Geschäftsführer: Friedrich Kipf

Heinz Kipf startete 1961 mit seiner

Schreinerei in Markt Berolzheim.

Er fertigte Holzfenster, Türen, Sonnenschutz

und Rollläden – und

Lehrmittel für Schulen. Anfang

der 80er-Jahre erkannte Kipf den

aufkommenden Trend für Wintergärten.

Der Betrieb wuchs stetig,

ab 1991 entstanden Kunststofffenster

in der neu gebauten Fertigungshalle.

Seit 2010 entwickelt

und baut Kipf ein eigenes System

für Terrassendächer. Das 50-jährige

Jubiläum geht 2011 mit der

Eröffnung der neuen Fertigungshalle

in der Wettelsheimer Straße

einher. 2019 kam eine eigene

Alu-Produktion und -Bearbeitung

hinzu. Mittlerweile wird der Familienbetrieb

mit mehr als 70 Angestellten

von Friedrich Kipf geführt.

61


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da-Folientechnik

macht Oberflächen

zum Blickfang

Mit Daniel Angermaier kann man kaum

fünf Minuten reden, ohne dass sein Telefon

klingelt. Meistens ist ein Kunde

dran, man berät sich, tauscht Ideen

aus. „Was getan ist, ist getan“, sagt er

beim Auflegen und sieht zufrieden aus.

Der direkte Draht zum Kunden ist ihm

wichtig, er ist deswegen auch immer

per WhatsApp erreichbar.

da

FOLIENTECHNIK

Angermaier ist Folienspezialist

und Geschäftsführer

von da-Folientechnik,

seinem eigenen

Ein-Mann-Unternehmen.

„Ich drucke, schneide und

klebe Folien“, sagt er. In

der Praxis hat das viele

Facetten, seine Leistungen

reichen von Werbezwecken

über Carwrapping bis zur

Wohnraumgestaltung. In den letzten

13 Jahren hat er mehr als 3.500 Quadratmeter

Folie verarbeitet. „Bei der

Gestaltung gibt es bei mir kaum Grenzen.

Von einfachen Schriftzügen

bis zu großflächigen

und fotorealistischen Grafiken

ist alles möglich.“

Wer sich beim Anblick seiner

Küchenzeile langweilt,

einem ramponierten Kleiderschrank

den verlorenen

Look wiedergeben will

oder wenn das Auto die falsche Farbe

hat: Daniels Folien verschönern den

Wohnraum, schützen Furniere und Lacke

vor Kratzern oder filtern UV-Strahlung

am Küchenfenster. Sogar Treppen

macht er damit trittfest. „Meine Leistungen

sind viel günstiger, als etwas

zu entsorgen und neu zu kaufen“, sagt

er. „Außerdem freut sich die Umwelt!“

-sz-

da-Folientechnik, Johann-Lindner-

Straße 3b, Treuchtlingen, Tel. 01 77 /

4 55 20 19, info@da-folientechnik.de,

www.da-folientechnik.de

Vanella Security: Sicherheit ist Vertrauenssache

Claudio Vanella hat schon viel erlebt.

Der Geschäftsführer von Vanella Security

bietet mit seinen IHK-zertifizierten

MitarbeiterInnen seit 2015 umfangreiche

Sicherheitsdienstleistungen an:

komplett in Eigenregie, aber auch in

flexiblen Kooperationsstufen mit vorhandenen

Sicherheitskräften. „Wir haben

Brandstifter gestoppt, Einbrecher

ertappt und Autodiebe überführt“, erzählt

er. Die Erfahrung hat ihn geprägt,

er ist sachlich

und seriös – legt

für seine Arbeit

aber echte

Begeisterung

an den Tag.

Vanella Security stellt Leistungen vom

Veranstaltungsschutz über Alarmverfolgung

bis zum Werk- und Objektschutz.

„Für den Revierschutz haben

wir unser eigenes System entwickelt.

Da nutzen wir moderne Technik und

professionelle Software“, sagt Vanella.

Die raffinierte Methode kommt tags

und nachts zum Einsatz: Bei Kontrollgängen

um Werkshallen, Museen oder

Wohnhäuser patrouillieren er und seine

Leute damit vorab installierte

Scanpunkte. Wo diese

GPS-gestützten Chips angebracht

werden, legen Kunden

auch selbst fest. „Im Protokoll sieht

der Auftraggeber dann genau, wann

und wo wir kontrolliert haben. Das verspricht

maximale Transparenz.“

Auch Baustellenschutz ist bei Vanella

Security Kernkompetenz. „Wir schaffen

Arbeitssicherheit, kontrollieren

Fahrzeuge und Personen, bieten aber

auch logistische Unterstützung.“ Ob

Strom- und Wasserversorgung, das

Beschaffen von Bauzäunen oder die

Anlieferung von Zement: „Wir garantieren

tagsüber einen reibungslosen Ablauf

und können das Gelände nachts

mit Revierfahrten überwachen.“

Sicherheit ist für Vanella mehr als Bewachung,

es ist Schutz der Interessen

seiner Auftraggeber. „Sicherheit ist bei

uns Vertrauenssache.“

-sz-

Vanella Security, Schwarzfeldstraße

40, Treuchtlingen,

Tel. 01 57 / 58 49 79 39,

info@vanella-security.de,

www.vanella- security.de

x62


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Rummel Kunststofftechnik wächst

– auch an Herausforderungen

Tief in der Materie

seit 1983

1983 gründete Wilhelm Rummel

das Unternehmen Rummel Kunststofftechnik

als Dienstleistungsbetrieb

in der kunststoffverarbeitenden

Industrie. Spezialisiert war

die Firma zunächst auf Vertrieb

und Service sowie Sonderlösungen

für Spritzgießmaschinen und

Produktionsperipherie. 1987 folgte

die Umwandlung des Einzelunternehmens

zu einer GmbH. Die

Schwerpunkte des familiengeführten

Betriebs erweiterten sich 2004

Im beschaulichen Möhrenbachtal geht

ein innovativer Familienbetrieb seinen

eigenen Weg: Rummel Kunststofftechnik.

1983 als einfacher Dienstleister

gestartet, hat Familie Rummel das Unternehmen

über die Jahre konsequent

erweitert und mit klarem Bekenntnis

zur Zukunft auf neue Märkte ausgerichtet.

Heute liefert man Produkte und

Leistungen in die ganze Welt.

Der kleine Global Player ist spezialisiert

auf die Optimierung von Spritzgießprozessen,

digitale Prozessüberwachung

und die Herstellung

eigener Produkte

für die Temperiertechnik.

Auf dem

Weltmarkt ist das

gefragt: „Wir sind in

den vergangenen Jahren konstant gewachsen“,

so Geschäftsführer Daniel

Humpf. „Wir haben das Betriebsgelände

erweitert und immer wieder neues

Personal eingestellt.“

Die Corona-Krise ging 2020 auch

an Rummel Kunststofftechnik nicht

spurlos vorbei, man wusste sich aber

Ohne die Krise

wären wir da wohl nie

draufgekommen.

zu helfen: Die Geschäftsführung ist

dem Ausfall von Zulieferern, logistischen

Widrigkeiten und dem Rückzug

mancher Auftraggeber genauso

selbstbewusst begegnet, wie man es

mit Herausforderungen in der Unternehmensgeschichte

immer getan hat.

„Wir haben das ernst genommen, uns

zusammengesetzt und uns neue Lösungen

einfallen lassen.“

Manchen Nachteil hat man so einfach

zum Vorteil verkehrt: „Als der internationale

Warenaustausch weitgehend

zum Erliegen kam,

haben wir uns nach

neuen Zulieferern

umgesehen und

prompt gute Kontakte

geknüpft. Unsere

Versorgungslage haben wir damit

sogar verbessert – ohne die Krise wären

wir da wohl nie draufgekommen.“

Trotz Kurzarbeit lief so auch die Produktion

reibungslos weiter. Klar: So viel

Flexibilität ist nur möglich, wenn im Unternehmen

der Teamgeist stimmt. „Unsere

MitarbeiterInnen schätzen das fa-

Rummel

Kunststofftechnik GmbH

Möhrenbachtal 5 • Treuchtlingen/Möhren

www.rummel-gmbh.com

info@rummel-gmbh.com

Unternehmensgründung: 1983

Geschäftsführer: Daniel Humpf und

Manuela Schöniger

durch den Einstieg der nachfolgenden

Generation, nun rückten

auch Eigenproduktionen vermehrt

in den Fokus. Die Kernkompetenz

der Rummel Kunststofftechnik

besteht heute in der Prozessoptimierung

von Spritzgießprozessen

sowie der Prozessüberwachung

durch Digitalisierung und der Herstellung

von Produkten für die

Temperiertechnik.

miliäre Betriebsklima. Statt Monotonie

haben wir hier Herausforderungen und

abwechslungsreiche Aufgaben.“

Zehn MitarbeiterInnen zählt Rummel

Kunststofftechnik heute und man hat

noch viel vor: „Wir denken an den Ausbau

der Räumlichkeiten, wollen das

Personal aufstocken und unser Vertriebsnetz

erweitern“, verrät Daniel

Humpf. Man merkt: Das Bekenntnis zur

Zukunft ist noch da.

-sz-

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Familienbetrieb

seit 25 Jahren

Leiritz realisiert - vom Einzelstück

bis zur Komplettlösung

Leiritz Maschinenbau GmbH

Langenaltheimer Str. 2-4 • 91788 Pappenheim

Tel. 0 91 43 / 8 37 89 - 0

www.leiritz-maschinenbau.de

info@leiritz.de

facebook.com/LeiritzMaschinenbau

Unternehmensgründung: 1997

MitarbeiterInnen: 35

Geschäftsführer: Alexander Ehard und

Sebastian Ehard

1997 übernimmt Familie Ehard die

Firma „Wilhelm Leiritz & Co.“, die

einst mit Spezialmaschinen für

die Steinbearbeitung begonnen

hatte. Die Umfirmierung erfolgt

im gleichen Jahr, die „Leiritz Maschinenbau

GmbH“ wird zügig um

Betätigungsfelder im Sondermaschinenbau

und der Fördertechnik

erweitert. 1999 und 2012 entstehen

neue Fertigungshallen, Krankapazität:

20 Tonnen. 2002 nimmt

die erste CNC-gesteuerte Werkzeugmaschine

ihren Dienst auf, es

folgen zahlreiche Hersteller-Zertifizierungen

für Schweißbaugruppen.

2017 und

2020 dann stolze

Anschaffungen:

Großfräsmaschinen

der neuesten

Generation.

„Der Kunde gibt das Ziel vor, wir ebnen

den Weg“, sagt Alexander Ehard,

kaufmännischer Geschäftsführer bei

der Leiritz Maschinenbau GmbH. „Wir

bieten komplette Maschinenbau-Lösungen

von der Projektierung bis zur

Inbetriebnahme.“ Auch die Auftragsfertigung

gehört zur Kernkompetenz:

„Von der technischen

Klärung über

die Herstellung von

Schweißbaugruppen

inklusive Großbauteil-Zerspanung

bis zur Montage.“

Innovation ist bei den Profis für Sondermaschinenbau

in Pappenheim

quasi Alltag. Man hat einen

eigenen Wendetisch entwickelt,

den „Tool

Mover“. Das raffinierte

Gerät kann

schwere und wertvolle

Werkstücke sicher und

ergonomisch wenden.

Das entlastet Fachkräfte,

gewährleistet Arbeitssicherheit

und beschleunigt

Fertigungsprozesse.

„Unser Tool Mover ist europaweit

im Einsatz“, sagt

Alexander Ehard stolz.

Der Kunde

gibt das Ziel vor,

wir ebnen den Weg.“

Der Wirtschaftsfachwirt führt den Betrieb

seit 2015 gemeinsam mit Bruder

Sebastian, der sich als Konstruktionsleiter

um die technischen Facetten im

Unternehmen kümmert. Die beiden

sind erst um die 40 Jahre alt – wie viele

im Betrieb: Im Schnitt kommt die Belegschaft

auf 34 Jahre.

Als 2020 die ersten

Wellen der Corona-Krise

übers

Land rollten, zeigte

man sich unbeeindruckt.

„Rein

wirtschaftlich sind wir mit 2020 sehr

zufrieden“, sagt Alexander Ehard.

„Wir haben sogar Stunden aufgebaut,

alle Azubis übernommen und keine

betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen.“

Auf das mit den Azubis ist

er besonders stolz, sie liegen ihm am

Herzen. „Wir versuchen unsere Lehrlinge

immer zu übernehmen und finden

hier für jeden den richtigen Platz.“

Nicht nur bei der Ausbildung denkt

Alexander Ehard an die Zukunft: Eine

neue Werkzeugmaschine ist bereits

bestellt und Bauanträge für die nächste

Halle laufen. „Wir haben schon alles

beantragt, was hier auf der Fläche noch

möglich ist. Wir wollen kontinuierlich

wachsen, aber mit Bedacht.“ -sz-

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Die Kfz-Werkstatt, die alles

macht – und ein bisschen mehr

Keine Scheu

vorm Anpacken

Motorensound, Benzinaroma und konzentrierte

Blicke: In der Ansbacher

Straße 34 in Treuchtlingen herrscht reges

Treiben. Die zehn MitarbeiterInnen

von Auto Felleiter & Schmidt GmbH

reparieren und warten hier Fahrzeuge

aller Hersteller, führen Inspektionen

und Abgasuntersuchungen durch, tauschen

Windschutzscheiben. „Wir machen

hier nahezu alle Reparaturen, für

jede Marke“, versichert Geschäftsführer

Thomas Felleiter.

Der Kfz-Mechatroniker-Meister

leitet

die Werkstatt im

Norden der Eisenbahnerstadt

seit

2013 gemeinsam

mit seinem Kompagnon

Peter

Schmidt. Die zwei

verbindet eine lange Freundschaft.

„Ich wollte mich schon immer selbstständig

machen“, sagt Schmidt, „nur

eben nicht alleine.“ Beim Fußball spielten

sich die beiden auf dem Bolzplatz

früher die Pässe zu, beim gemeinsa-

Autoreparatur ist

Vertrauenssache.

Guter Service ist für die beiden nur die

halbe Miete. „Autoreparatur ist Vertrauenssache“,

sagt Schmidt. „Da wollen

wir mit den Kunden auf Augenhöhe

bleiben.“ Damit das auch in Zukunft

klappt, hat man den Fuhrpark kürzlich

um zwei Elektroautos aufgestockt. „So

bleiben wir am Puls der Zeit.“ -szmen

Arbeitgeber gab man sich später

den Schraubenschlüssel in die Hand.

Aus Kameraden sind so schnell gute

Geschäftspartner geworden.

Die Werkstatt ist für beide mehr als ein

Beruf, es geht um Leidenschaft. „Für

uns ist das hier nicht nur Handwerk.

Die Ansprüche an Reparatur und Wartung

sind in den letzten Jahren stark

gestiegen, Autos sind heute fast fahrende

Computer“, sagt Peter Schmidt.

„Mit neuen Aufträgen kommen deswegen

oft auch spannende Herausforderungen

ins Haus.“ Die Begeisterung

für Fahrzeugtechnik teilen sich die Geschäftsführer

mit dem ganzen Team:

„Hier kommen alle gern zur Arbeit.

Jeder Tag bringt etwas Neues und die

Auftragslage hält

uns auf Trab.“

Thomas Felleiter

freut sich, wenn

er mit Kunden ins

Gespräch kommt:

„Jeder Kunde ist

anders, mit eigenen

Ideen und Vorstellungen.

Wir bieten hier aber auch

viel an, worüber man reden kann.“ Damit

verweist er auf umfangreiche Service-Leistungen

wie das Kalibrieren

verschiedener Assistenzsysteme vom

Abstandshalter bis zum Spurhalteassistenten.

Der Verkauf von

Neu- und Jahreswagen

ist im Betrieb der

zweite Geschäftszweig.

„Da haben wir

alle Marken“, sagt Peter

Schmidt und betont:

„Beim Fahrzeugverkauf

ist es uns wichtig, auch

2013 übernehmen Peter Schmidt

und Thomas Felleiter die alte

Werkstatt von Auto Meeh, Tankstellenvordach

inklusive. Das betagte

Gebäude erweist sich bald

als marode: Die Heizung fällt aus,

Wasser sickert in den Keller und

die Fenster laufen im Winter an,

bis man nicht mehr hinaussehen

kann. Sanierungen sind also unumgänglich:

2014 wird eine neue

Auto Felleiter & Schmidt GmbH

Ansbacher Str. 34 • 91757 Treuchtlingen

Tel. 0 91 42 / 53 51

www.felleiter-schmidt.de

info@felleiter-schmidt.de

facebook.com/felleiterschmidt/

Unternehmensgründung: 2013

MitarbeiterInnen: 10

Geschäftsführer: Thomas Felleiter

und Peter Schmidt

Heizung installiert und die Fenster

werden getauscht. 2015 muss das

alte Tankstellendach weichen, und

2016 wird der Hof rundum erneuert,

inklusive neuem Ölabscheider.

2019 eine stolze Erweiterung: der

Bau einer neuen Werkstatthalle

mit vier Hebebühnen.

unser technisches Know-how miteinfließen

zu lassen, damit der Kunde die

bestmögliche Beratung bekommt. Nur

so können wir sicher sein, dass es uns

auch in 20 Jahren noch gibt.“

65


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Flexible Metallbearbeitung

in

höchster Präzision

Etwas versteckt, aber nichts zu verbergen:

Ins östliche Osterdorf schmiegt

sich die Schwill GmbH Metall-Technik,

ein hoch spezialisierter Familienbetrieb.

Wenn es um Schweißkonstruktion,

Blechbearbeitung oder Metallzerspanung

geht, ist man für Kunden auch

im Ausland die erste Adresse.

„Wir liefern einbaufertige Teile aus einer

Hand“, erklärt Geschäftsführer

Thomas Schwill. „Das ist unsere Stärke.

Qualität, Liefertreue und ein faires

Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Hochwertige

Unikate, Serienteile, komplette

Baugruppen und Speziallösungen hat

das Unternehmen im Portfolio.

Dabei hat hier auf der Jurahochfläche

alles ganz anders angefangen: 1978

gründete Vater Adolf Schwill das Unternehmen

als Landmaschinen-Handel.

1990 wechselten Vater und Sohn

Thomas das Geschäftsfeld und stellten

auf Fertigung um, ein aufwendiges

Unterfangen. „Das war eine echte Herausforderung“,

erinnert sich Thomas

Schwill. Mit einer Abkantpresse und

einer Blechtafelschere beginnen die

ersten Metallarbeiten.

Im Rhythmus weniger Jahre entstehen

drei neue Werkshallen, das Fertigungsgelände

wächst auf stolze 3.000

m 2 . Fräs-, Dreh- und Lasermaschinen

beschäftigen bald 37 MitarbeiterInnen.

Kunden kommen aus ganz Deutschland

und dem nahen Ausland. „Wir sind

flexibel und vielseitig“, sagt Thomas

Schwill. „Auch ausgefallene Kundenwünsche

empfinden wir hier immer als

Herausforderung.“

-sz-

Schwill GmbH Metall-Technik,

Osterdorf 73, Pappenheim,

Tel. 0 91 43 / 6 05 55 - 0, info@

schwillgmbh.de, www.schwillgmbh.de

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26.03.2022

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WIKO

Die Zeit der Silberrücken im

Chefsessel geht zu Ende

VON JAN STEPHAN

Die Generation Y fordert Mitsprache, Verantwortung und Freiräume. Das setzt

sich immer mehr auch in Altmühlfranken durch. Bei Gore seit Jahrzehnten aus

Überzeugung, bei manch anderem auch nur aus der Not heraus.

Verantwortung ist der springende

Punkt, in dem sich neue und alte Arbeitswelt

unterscheiden. Früher war

Verantwortung die Währung des Aufstiegs.

Eine Karriere bemaß sich danach,

wer für wie viel Bereiche, Mitarbeiter

und Budget verantwortlich war.

Wer sich Zuständigkeiten erarbeitet

hatte, achtete darauf, sie nicht aus

der Hand zu geben. Verantwortung ist

Macht und Macht wird gut bezahlt. So

die Überlegung der alten Arbeitswelt.

Und heute? Wie stellen sich die aktuellen

Managementlehrbücher die

Führung in Unternehmen vor? Sehr

anders, kann man sagen. War der Vorgesetzte

früher der Boss, soll er heute

eine Art Coach für die Mitarbeiter seines

Teams sein.

Er fällt jetzt nicht mehr im Fünf-Minuten-Takt

staatstragende Entscheidungen

vom Schreibtisch aus, sondern ist

vor allem dafür verantwortlich, dass

die Entscheidungsfindung in einer Art

Schwarmintelligenz quer durch das

Unternehmen stattfindet. Und zwar

immer da, wo die Kompetenz für eine

Entscheidung am größten ist.

Das ist anstrengend für Chefs. Früher

stellte sich keiner die Frage nach

der Motivation eines Mitarbeiters: Er

wurde bezahlt, also hatte er zu arbeiten.

Das war der Deal. Und das ist er

schon immer noch in den meisten Unternehmen

der Region. Im ländlichen

Altmühlfranken lässt man die Trends

der Managementlehre in aller Regel

erst mal ein bisschen abhängen, um zu

sehen, ob sie was taugen. So hat man

sich über die Jahrzehnte auch einigen

Blödsinn erspart.

Blödsinn, der einfach wieder vorbeigeht,

das ist die neue Art der Führung

aber eben nicht. Auch wenn sich das

manche Chefs von altem Schrot und

Korn vielleicht wünschen. Es gibt gute

Gründe anzunehmen, dass es sich

beim Wandel in der Führung nur um

die Spitze des Eisbergs eines gesellschaftlichen

Wandels handelt.

Punkt eins: Die Gesellschaft hat sich in

den vergangenen Jahrzehnten weiter

demokratisiert, Mitsprache ist in allen

Bereichen selbstverständlich geworden.

Warum sollte das im Job anders

sein? Punkt zwei: Mit steigendem

❱Fortsetzung nächste Seite❱

67


WIKO

Wohlstand hat sich die Rolle der Arbeit

gewandelt. Vor 50 bis 60 Jahren

war Arbeit existenzieller Broterwerb.

Viel mehr als Lohn erwartete man davon

nicht. Heute will die sogenannte

Generation Y mehr vom Beruf. Er soll

gutes Geld bringen, das schon, dabei

aber auch Sinn stiften, Teil des eigenen

Lebensentwurfs sein und zudem nicht

die Freizeit ruinieren. Denn Job und

Karriere sind längst nicht mehr das,

wofür man lebt. Familie, Freunde und

der individuelle Lebensentwurf haben

an Bedeutung gewonnen.

So viel zur Theorie. Die Praxis auf Arbeitgeberseite

sieht mitunter noch

etwas anders aus, weiß Holger Pützvon

Fabeck. Als Partner in der Kanzlei

Meyerhuber kennt der Gunzenhäuser

Wirtschaftsanwalt die Firmenlandschaft

der Region. Mit der Delegation

von Verantwortung tun sich manche

Firmenchefs und Vorgesetzten noch

schwer, weiß er. „Man muss das zulassen

können. Das Homeoffice ist ein

gutes Thema, da muss man als Chef

auch Vertrauen in seine Mitarbeiter haben,

dass die da jetzt nicht nur daheim

sitzen und Latte macchiato schlürfen,

sondern dass die auch tatsächlich was

arbeiten.“

Aber es tut sich was. Auch in Altmühlfranken.

„Das sei allerdings nicht

immer nur auf innere Einsicht zurückzuführen“,

vermutet Pütz-von Fabeck.

„Es gibt auch Druck durch den Arbeitsmarkt.

Früher hatte man für eine Stelle

dutzende Bewerber, heute sucht man

qualifiziertes Personal händeringend.

Selbst wenn man das also wollte,

könnte man sich gar nicht mehr als der

Diktator aufführen, der mancher Unternehmer

vielleicht noch gerne wäre“,

fasst er die Situation auf dem Arbeitsmarkt

mit einem humorvollen Lächeln

zusammen.

Das mit dem allmächtigen Chef ist

vielleicht bald endgültig vorbei. Denn

die Situation wird sich so schnell nicht

ändern. Weil die Babyboomer aus dem

Job ausscheiden und die neuen geburtenschwachen

Jahrgänge von unten

zu knapp in den Beruf hineinwachsen.

Das heißt: Man wird an den Wünschen

der Generation Y nicht vorbeikommen.

Sonst machen sie ihre 35-Stunden-Woche

mit Job-Rad und Sabbatical-Anspruch

eben woanders. Bei

den Arbeitgebern komme das immer

stärker an, weiß der Gunzenhäuser

Wirtschaftsanwalt. Stück für Stück

würden Führungskulturen bereits verändert.

Aber es gebe schon auch noch

Unternehmen, die einen anonymen

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WIKO

Kummerkasten für die Mitarbeiter für

eine gelungene Form der Kommunikation

halten. Pütz-von Fabeck: „Dabei

ist es wirklich kein gutes Zeichen, wenn

sich die Mitarbeiter nur anonym trauen,

ihren Vorgesetzten zu beschimpfen.“

Ortswechsel, Pleinfeld, das Werk von

Gore. Knapp 400 Menschen arbeiten

hier in der fränkischen Niederlassung

des amerikanischen Konzerns, der

ein Profi für innovative Werkstoffe ist,

an Medizintechnik und Autoindustrie

liefert, aber auch Funktionstextilien

herstellt. Hier ist alles schon so lange

anders, dass es längst normal ist. Über

die „modern Leadership“ kann man bei

Gore nur milde lächeln. Hier praktiziert

man diese Art der Unternehmensführung

seit mehr als einem halben Jahrhundert.

Und zwar aus Überzeugung.

Dafür wurde man lange belächelt. Gore

galt in Wirtschaftskreisen als die exzentrische

Hippie-Tante, die es in jeder

Familie gibt. Nicht unsympathisch,

aber schon auch anstrengend.

Die Zeiten sind vorbei. Gore wird derzeit

deutschlandweit als leuchtendes

Beispiel moderner Mitarbeiterführung

gepriesen. Und das mit gutem Grund.

Immerhin hat der Konzern bewiesen,

dass flache Hierarchien, Eigenverantwortung

der Mitarbeiter und Unternehmenswerte

wie Fairness im harten

Wirtschaftsalltag keine rosaroten

Träumereien sind, sondern am Markt

funktionieren. Und zwar ohne dass der

Markt Sympathiepunkte für Nettigkeit

vergeben würde.

Das System Gore funktioniert nicht

trotz des Social-Management-Gedöns

so hervorragend, sondern tatsächlich

deswegen. Vier Milliarden Euro Umsatz

und 11.000 Mitarbeiter in mehr als 25

Ländern sprechen für sich. Gore zählt

zu den 200 reichsten Unternehmen

der USA in Privatbesitz.

Und wie sieht die neue Arbeitswelt

am Standort in Pleinfeld aus? Lauter

Kreative im freien Austausch der Ideen?

„Nein, nein, wir haben hier schon

auch eher administrative Tätigkeiten“,

stellt Madlin Bußinger schmunzelnd

im Gespräch mit unserem Magazin

fest. Sie will vermeiden, dass man

Gore als Raumschiff sieht, das abgehoben

durch die Weiten der Arbeitswelt

schwebt. Bußinger ist Human-Re-

sources-Managerin am Pleinfelder

Standort des Konzerns. Ihr Job ist es

gerade, die Gore-Welt zu erklären. Und

das beginnt mit einem über das Interview

verteilten Sprachkurs. Denn bei

Gore gibt es eigentlich gar keine Mitarbeiter,

sondern Associates, keine

Aufgaben, sondern Commitments und

keine Vorgesetzten, sondern Sponsoren.

Die Philosophie des amerikanischen

Firmengründers Bill Gore aus

Delaware wird auch an der Rezat hochgehalten.

Man kriegt hier nicht

ständig gesagt,

was man tun muss.

Was hinter diesen Anglizismen steht,

ist ein schlankes und einleuchtendes

Konzept, das wieder zum Anfang dieses

Textes führt. Denn auch hier geht

es um Verantwortung. Die Menschen,

die bei Gore arbeiten, sollen nicht nur

einen Job machen, sondern sich als

Teil des Unternehmens fühlen. Und

damit das nicht nur schöne Worte

sind, gibt es sehr handfeste Anreize.

Die Mitarbeiter bekommen Anteile am

Unternehmen, erklärt Bußinger. Es gibt

eine Art firmeninternen Aktienkurs,

der anzeigt, wie es dem Unternehmen

geht, und der auch festlegt, was die

Anteile der Mitarbeiter wert sind. Im

Grunde arbeitet jeder Gore-Mitarbeiter

also nicht nur für das Unternehmen,

sondern auch für sich selbst. Vom

Unternehmer im Unternehmen ist die

Rede.

„Das ist aber nur ein Baustein unserer

Philosophie“, betont Bußinger. Denn

die Gore-Idee ist ja gerade, dass es

nicht nur ums Geld geht, sondern auch

um Begeisterung und Leidenschaft. Es

gibt ganz flache Hierarchien und man

legt Wert auf kleine Teams, die sich für

spezielle Fragestellungen neu zusammenfinden

und vieles selbstständig

entscheiden. „Man kriegt hier nicht

ständig gesagt, was man tun muss,

sondern organisiert sich selbst“, erklärt

die Human-Resources-Managerin.

Ein Umstand, mit dem nicht jeder

zurechtkommt, wie der Pleinfelder

Werksleiter Pascal Wucher einräumt.

„Gerade wenn neue Mitarbeiter aus

klassischen Hierarchien zu uns kommen,

wollen die immer ganz genau

wissen, was sie jetzt tun sollen.“ Aber

so funktioniert Gore nicht. „Wir setzen

stark auf Freiräume und die Möglichkeit,

sich selbst zu entfalten.“ Allerdings

muss man sich dafür auch selbst

führen können, weiß der Werksleiter.

Der „Cultural Fit“ zwischen Mitarbeiter

und Unternehmen sei bei Gore deshalb

von entscheidender Bedeutung, räumt

Personalerin Bußinger ein. Wem mehr

an klaren Vorgaben als an der Chance

zur Selbstorganisation gelegen ist,

die am Ende ja auch eine Pflicht ist,

sei vielleicht bei einem anderen Unterenehmen

besser aufgehoben. Bei den

Bewerbungsgesprächen würden aber

beide Seiten meist schnell feststellen,

ob sie zusammenpassen oder nicht,

hat die Gore-Personalerin festgestellt.

Und wenn es passt, wird man auch

ein bisschen Teil einer neuen Familie.

Denn bei Gore wird zum Beispiel aus

Überzeugung geduzt. Das sei Teil der

Begegnung aller auf Augenhöhe und

ein Ausdruck der Idee, dass man Kollegen

und Mitarbeitern mit Vertrauen

begegnet. Dazu gibt es rund ums Unternehmen

auch Freizeitaktivitäten,

die die Firmengemeinschaft zusammenschweißen

sollen.

„Aber das ist natürlich keine Pflicht,

sondern nur ein Angebot“, lacht Madlin

Bußinger. „Es hat ja auch nicht jeder

Lust, nach Feierabend eine Runde joggen

zu gehen.“ Na immerhin, ein paar

Konstanten gibt es zwischen alter und

neuer Arbeitswelt dann doch noch.

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WIKO

Zwischen Holzzeitalter und der

Angst vor dem Loch

VON JAN STEPHAN

Eine neue grünere Wirtschaft

muss mit den Rohstoffen beginnen.

Wir haben Wald und Stein

in Altmühlfranken auf ihre wirtschaftlichen

Chancen in der

Zukunft geprüft. Eine Geschichte

von chinesischen Villen, der

Laubholz-Frage und T-Shirts aus

Holz.

Die neue Wirtschaft soll in Zukunft

grün und nachhaltig werden. Na ja,

genau genommen muss sie grün

und nachhaltig werden, sonst ist es

mit der Zukunft vielleicht nicht weit

her. Der neue Green Deal dürfte die

Entwicklung des noch jungen Jahrhunderts

werden. Eine, die alle Bereiche

unseres Lebens durchdringt und

vieles auf den Kopf stellt. Viel stärker

wird in Zukunft gefragt sein, wie Produkte

hergestellt und welche Ressourcen

dabei verbraucht werden.

Am Beginn allen Zählens stehen die

Rohstoffe.

Für uns ein Anlass, nachzusehen,

welche Rohstoffe es vor der altmühlfränkischen

Haustür gibt. Und

wie ihr Chancen-Risiko-Mix

in einer neuen, grünen Wirtschaft

aussieht. Eine Geschichte von

Holz, aus dem in Zukunft T-Shirts gemacht

werden könnten. Und eine Geschichte

von Stein, der international

für Furore sorgt, sich aber zu Hause

schwertut.

ROHSTOFF HOLZ:

Eine runde Milliarde Euro. So viel sind

Altmühlfrankens Wälder wert. Wenn

man die Preise, die auf dem Markt

für kleinere Flächen gezahlt werden,

auf die knapp 34.000 Hektar Wald

umrechnet, die es in Altmühlfranken

gibt und die immerhin rund 1,3 Prozent

des bayerischen Waldes ausmachen.

Das mag nicht ganz realistisch

sein, gibt aber eine

Ahnung, wie groß

die wirtschaftliche

Bedeutung

des Walds vor Ort ist.

In der öffentlichen Debatte spielt diese

Dimension nur eine kleine Rolle.

Das liegt wohl daran, dass es so viele

andere Themen gibt, um die man

sich zwischen Baum und Borke in die

Haare bekommen kann. Der Wald

nämlich ist ein Kampfgebiet der Ansprüche.

Sehr viele Menschen aus sehr unterschiedlichen

Richtungen haben sehr

klare Vorstellungen, wie er auszusehen

hat, dieser Wald. Förster, Jäger,

Umweltschützer, Spaziergänger,

x

x70


WIKO

Mountainbiker… Längst weiß auch

der Wald nicht mehr so recht, was er

eigentlich sein soll. Holzfabrik, Naturschutzreservat,

Sehnsuchtsort …

Fabian Röhnisch kennt das. „Wirklich

recht machen können wir es allen eigentlich

nie“, sagt er. Zusammen mit

Gernot Handke leitet er die Forstbetriebsgemeinschaft

(FBG) Franken

Süd. Gemeinsam sind sie für fast die

Hälfte des altmühlfränkischen Walds

zuständig, den die 2.800 Mitglieder

zur Beratung und Holzvermarktung in

die FBG einbringen. Wenige kennen

sich zwischen Gunzenhäuser Stadtwald

und Jura-Fichtenforst in Sachen

Wald besser aus.

Man trifft sich im neuen Verwaltungsgebäude

an der Treuchtlinger Heusteige.

Zwischen Holz und Naturstein.

Die beiden passionierten Waldmenschen

wissen von jeder Holzdecke,

jedem Holzboden, jeder

Holztür, wo es einst als Baum

wuchs. Also: Wie steht es

denn um den Wald in der

Region?

Wenn man es gerne groß

mag, könnte man sagen:

Dieses Jahrhundert

könnte für den Wald

das der Wahrheit sein.

Wenn man nicht alles

ganz weit oben aufhängen

muss, klingt es bei Gernot

Handke immer noch so: „Wir stehen

vor einem dramatischen Umbruch.“

Klar, der Klimawandel, an ihm kommt

kein Text über den Wald vorbei. Er

ist längst da, aber seine Auswirkungen

noch zart. „Die Katastrophe wird

kommen“, stellt Fabian Röhnisch klar,

„die Frage ist nur wann.“ In benachbarten

Gebieten – so viel lässt sich

sagen – ist die Katastrophe weiter. Im

Ansbacher Land haben an einzelnen

Standorten große Kiefernbestände

schon den Geist aufgegeben.

Das ist der Anfang der „Katastrophe“.

Sie wird weitergehen, indem mehr

Schädlinge kommen, die leichteres

Spiel mit den geschwächten Bäumen

haben. Das Resultat werden mehr Löcher

in dem Meer aus Wipfeln sein.

Und in dieses Mehr an Löchern werden

dankbar die Stürme greifen, die

dank Klimawandel immer häufiger

und heftiger werden. Es ist ein Teufelskreis,

in dessen Mitte ein Wald

steht, der einen Mehrfrontenkrieg

führt.

Und ein Holzmarkt, der zunehmend

auf die Seite der Abnehmer ausschlägt.

Denn: Die Schädlings- und

Unwetterereignisse spülen immer

wieder Holz in großen Mengen auf

den Markt, das wegmuss. Das Ergebnis

ist erwartbar: Dumpingpreise

für einen Rohstoff, der eigentlich ein

wichtiger Teil einer nachhaltigeren

Zukunft sein müsste.

Was kann langfristig helfen? Der Umbau

des Waldes. Zumindest, was den

Klimawandel betrifft. Klar, hört man ja

seit zwei und läuft hinter den Kulissen

seit vier Jahrzehnten. Weniger Nadelbäume

und Monokulturen, mehr

Mischwälder und Laubbäume.

Klingt gut, ist aber ein Problem. Zumindest

wirtschaftlich. Denn Nadelholz

wächst nicht nur schneller und

gerader, es hat auch die besseren

Materialeigenschaften und lässt sich

– etwa als Bauholz – einfacher wirtschaftlich

verwerten.

Das erklärt, warum der Waldumbau

nicht von selbst in die Gänge kam,

sondern erst unter den Schmerzen

der aufziehenden Katastrophe stattfindet.

Wirtschaftlich betrachtet ist

er erst mal eine ziemlich blöde Idee.

Man muss Geld investieren, um als

Resultat ein Ergebnis zu bekommen,

das in Zukunft weniger wert ist. Das

ist nicht gerade aus dem Bilderbuch

der Betriebswirtschaftslehre.

ALSO, ALLES TRÜBSAL IM WALD?

Nein, überhaupt nicht. Denn es gibt

mächtige Gegenbewegungen, die

Hoffnung machen. „Das Holzzeitalter

ist gerade angebrochen“, sagt etwa

Martin Neumeyer, der Vorsitzende

der Bayerischen Staatsforsten, in

zahlreichen Interviews. „Weil Holz ein

immer gefragterer Wertstoff ist, der

unschlagbare ökonomische und ökologische

Eigenschaften hat“, schiebt

Bayerns Oberförster hinterher. „Wald

und Holz können Antworten auf wichtige

Zukunftsfragen geben. Wie die

Energieversorgung oder die Substitution

von fossilen Energieträgern.“

Das klingt doch gleich ganz anders.

Und tatsächlich: Wenn die Klimabilanz

in Zukunft stärker in Produkte eingepreist

wird, führt kein Weg am Holz

vorbei. Nicht nur, dass es fast von

selbst wächst und kaum CO 2

-Emission

bei seiner Produktion verursacht,

nein, es bindet in seinem natürlichen

Wachstum sogar Kohlenstoffdioxid.

Viel besser könnte man sich einen

Rohstoff für die gewünschte Dekarbonisierung

der Wirtschaft kaum erfinden.

Verbrennt man das Holz, bekommt

man Energie, die zumindest nur das

CO 2

freisetzt, das sie vorher der Umwelt

entzogen hat. Erheblich besser

ist die stoffliche Verwertung von

Holz. Deshalb soll der Holzbau in Zukunft

nicht nur der Waldwirtschaft

einen stärkeren Absatzmarkt bieten,

sondern auch für einen „zweiten

Wald“ in Städten und Dörfern sorgen.

Fest verbaut könnte dort das Holz zu

einem gigantischen CO 2

-Speicher

werden, der zugleich viel energieintensiver

hergestellte Baustoffe wie

etwa Beton ersetzt. Ein doppelter

Gewinn sozusagen. Ach was, ein dreifacher,

denn im Wald braucht es Platz

für die nächste Generation Pflanzen,

die neue Tonnen CO 2

aus der Atmosphäre

holt.

So schön das in der Theorie alles

klingt, in der Praxis ist das „Holzzeitalter“

noch nicht angekommen.

Beispiel Holzbau: Es wird zwar in

Deutschland immer mehr mit Holz

gebaut, aber im Vergleich zu Skandinavien

oder Kanada ist die Quote

nach wie vor überschaubar. Schaut

man in den Landkreis, sieht man vor

❱Fortsetzung nächste Seite❱

71


WIKO

allem Einfamilienhäuser aus Holz.

Das ist gut und wichtig, aber was ist

mit größeren Gebäuden? Bislang

Fehlanzeige. Mietshäuser werden

weiter aus Beton gebaut. Und öffentliche

Großbauten mit Holz als Vorzeigebeispiele?

Gibt es nicht. Die Weißenburger

Vierfachhalle als Holzbau?

Nie diskutiert. Der Neubau der Senefelder-Schule?

Schnell abgewunken.

Dabei geht Holzbau auch in ganz

Groß, wie vor allem in den Metropolen

bei mehrstöckigen Mietshäusern

gezeigt wird.

Allerdings wird es auf lange Sicht

auch Entwicklungsleistungen brauchen,

denn auch hier gilt bislang: Vor

allem Nadelholz landet im Bau. Beim

FBG-Gebäude an der Treuchtlinger

Heusteige aber hat man vorgemacht,

dass auch die Buche als Leimholzbinder

funktioniert und zudem noch weniger

Material braucht.

Es werden auf Dauer mehr Absatzmöglichkeiten

für das Laubholz geschaffen

werden müssen, das im

Zuge des Waldumbaus gerade in die

bayerischen Wälder kommt. Die Bauwirtschaft

ist eine Option, als außergewöhnlich

spannend gilt aber ein

ganz anderer Markt. Die sogenannte

Bioökonomie. Dahinter verbirgt sich

die Idee eines Wirtschaftsmodells,

das seine Ressourcen möglichst

weitgehend aus erneuerbaren Rohstoffen

deckt. Bei der Zulieferung an

Rohstoffen wäre neben der Landwirtschaft

vor allem die Forstwirschaft

gefragt. Zahlreiche Forschungsprojekte

laufen. T-Shirts und Pullover

aus Holzfasern sind längst Realität,

auch Plastik-Ersatz, Biogas oder sogar

Biotreibstoffe können aus Holz

gewonnen werden. In Politik und

Wissenschaft gilt dieser Bereich der

Verwendung von Holz als eine der Zukunftsperspektiven.

Das eröffnet den

Waldbesitzern auf dem Land interessante

Absatzmärkte.

Zumal das wirtschaftliche Potenzial

nicht nur bei der Tiefe der Wertschöpfung,

sondern auch bei der Menge

groß ist. In Deutschland gilt die Bewirtschaftung

der Wälder als nachhaltig.

Tatsächlich wachsen seit Jahren

die Holzvorräte in den Wäldern

sogar wieder an, und in Deutschland

hat der Wald in den letzten 50 Jahren

sogar um 1,5 Millionen Hektar zugenommen,

wie das Bundesministerium

für Landwirtschaft feststellt. Auch

in Altmühlfranken dürfte mehr Holz

wachsen als geerntet wird. „Vor allem

in den Privatwäldern wachsen die

Vorräte“, glaubt Gernot Handke. Ohnehin

sei der Wald in der Region eher

älter und könnte zielgerichtete Ernte

in den meisten Fällen gut vertragen.

Und das sei letztlich auch aus Klimaschutzsicht

wünschenswert. „Dazu

brauchen wir einen bewirtschafteten

Wald“, erklärt Handke. Damit altes

Holz verwertet wird – idealerweise

als dauerhafter Speicher – und

neue Baumgenerationen neues CO 2

aufnehmen können. In der ganzen

Diskussion ist allerdings klar: Die

Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit

des Walds liegen in

der Unversehrtheit seines Ökosystems,

das eben neben der Holzproduktion

noch andere, sehr wichtige

Aufgaben hat.

Hier aber glauben die beiden FBG-

Förster an Vereinbarkeit. Gerade in

Altmühlfranken seien die Wälder heute

aus ökologischer Sicht in einem

besseren Zustand als etwa nach den

beiden Weltkriegen. Das liegt nicht

zuletzt daran, dass es vor Ort viele

Klein- und Kleinstwaldbesitzer gibt,

die sehr unterschiedlich mit ihren

Wäldern umgehen. Das mag aus der

Bewirtschaftungsperspektive nicht

ideal sein, bringt aber Vielfalt. Dort

wird viel gemacht, hier gar nichts und

da gibt es einen Liebhaber, der seinen

Wald voller Nistkästen gehängt

hat. Diese kleinteilige Struktur tut

der Biodiversität eher gut. Genauso

wie die Tatsache, dass der Nutzungsdruck

nicht brutal ist. Frühere Generationen

hätten den Wald ausschließlich

als Rohstofflager gesehen und

ihn komplett ausgeräumt. Bis hin zum

Waldboden, der als Streu in den Ställen

landete.

Dass der Wald als wirtschaftliche

Komponente vor Ort allerdings keine

große Rolle spielt, liegt auch daran,

dass er zwar viele Köpfe, aber keine

Gesichter hat. Will heißen: Es gibt

zwar Tausende von privaten Waldbesitzern

in Altmühlfranken, vielleicht

einige Dutzend Firmen für Waldarbeiten,

einige Handvoll Zimmerer

und eine Handvoll kleiner Sägewerke,

aber große Weiterverarbeiter gibt es

nicht. Die Wertschöpfung des Walds

verteilt sich eben auf 34.000 Hektar

und nicht auf einige Hunderttausend

Quadratmeter Fabrikgelände, wie das

bei der Industrie der Fall ist.

Dürfte man sich etwas wünschen,

wäre es sicher, dem forstwirtschaftlichen

System vor Ort noch mehr Perspektive

in der Veredelung und damit

Tiefe in der Wertschöpfung zu geben.

Das würde dem Wald auch als Arbeitgeber

mehr Respekt bringen. Nicht

x72


WIKO

umsonst ist mit Blick auf den deutschen

Forst von einem schlafenden

Riesen die Rede.

Aber wer weiß, vielleicht eröffnet die

Bioökonomie ja Gelegenheiten für

Start-ups, die mit frischen Gedanken

dem Wald neue Ideen verschaffen.

Politischer Rückenwind ist vorhanden:

„Unternehmen, die da Ideen haben,

einfach bei uns melden, wenn

wir das irgendwie fördern können,

tun wir es“, hat Bayerns Wirtschaftsminister

Hubert Aiwanger zuletzt

voller Euphorie für Innovationen in

der Bioökonomie geworben. Na dann

steht dem Holzzeitalter ja doch nicht

mehr so viel im Wege.

ROHSTOFF STEIN:

Man steht am Rande dieses gigantischen

Lochs in der Landschaft und

staunt. Ein Meer aus Stein. Der Vergleich

ist passend, weil dieser Stein

ja tatsächlich mal Meer war. Also genauer:

Meeresboden, der sich über

150 Millionen Jahre zu Stein verpressen

ließ. Der Blick schweift, man verliert

schnell die Dimension. In dieser

Stein-Landschaft ist alles gewaltig.

Gegen die Steinbrech-Bagger mit ihren

50 Tonnen wirken handelsübliche

Baufahrzeuge wie aus der Spielzeugkiste.

Jens Geiger lächelt. Für ihn ist der

Steinbruch Arbeitsumfeld, aber er

freut sich auch ein bisschen über die

Faszination des Besuchers. Der kaufmännische

Leiter und Prokurist des

Schotter- und

Steinwerks Weißenburg (SSW) kann

sie nachvollziehen. „Stein ist wirklich

eine coole Sache“, sagte er und

beginnt mit einer Komplettführung

durch das steinerne Meer.

„Diese Lage da wird gerade viel in

China als Fassade an Villen verbaut“,

erzählt er und zeigt auf ein steinernes

Band in der steinernen Wand. „Das

hier sind die Mauersteine“, ergänzt er

und deutet auf lange Pallettenreihen.

„Da sind wir Qualitätsführer.“ Sie werden

im Garten und Landschaftsbau

verwendet. „Und hier wird geschottert“,

lässt Geiger wissen und klettert

flinken Schritts in eine mietshausgroße

Anlage hinauf, die Steinblöcke

schluckt und Schotter ausspuckt.

Teurer Werkstein für Fassaden, Böden,

Fensterbänke. Günstigerer Mauerstein

für Trockenmauern und Landschaftsbau.

Billiger Schotter für Fundamente

und Straßen. Das ist der

Dreiklang der regionalen Steinwirtschaft

im Bereich Juramarmor. „Von

einer Tonne Stein gehen hier 999

Kilo als genutztes Material raus“, sagt

Geiger. „Es gibt praktisch keinen Abfall.“

Das ist ihm wichtig, weil die Natursteinindustrie

vor Ort ein Umweltproblem

hat. Allerdings vor allem ein

gefühltes, wie die Steinunternehmen

im Süden des Landkreises finden.

Denn: Stein hat im Vergleich zu vielen

anderen Baustoffen eine starke

Klimabilanz. Aus einem einfachen

Grund: Er ist kein Rohstoff, aus dem

man mit aufwendigen und energieintensiven

Verfahren

erst noch das eigentliche

Produkt

machen muss, er

❱Fortsetzung

nächste Seite❱

73


WIKO

liegt schon fertig im Boden. Gut,

aus dem muss man ihn rausholen

und ihn zum Kunden transportieren,

aber dann hat man ein biologisches,

vielseitig einsetzbares und unverwüstliches

Baumaterial. In vielen

historischen Gebäuden liegen Natursteinböden

aus den hiesigen Brüchen

seit Jahrhunderten. Das schafft

kein Teppich, kein Linoleum und kein

Parkett.

Deshalb ist im Innenbereich die Verlegung

eines Natursteinbodens im Vergleich

zu einem Teppich klimatechnisch

die erheblich bessere Wahl.

Die Natursteinindustrie hat sich das

über einen langen Nutzungszeitraum

für Gewerbeimmobilien ausrechnen

lassen. Das Ergebnis war beeindruckend:

Der Teppich war mehr als 200-

mal schädlicher für die Umwelt als ein

Natursteinboden.

Ähnliches – wenn auch weniger umfassend

– gilt für Fassaden. Auch hier

gibt es eine Studie, die zeigt, dass Natursteinfassaden

erheblich nachhaltiger

sind als Glasfronten. Und zwar

in allen relevanten Dimensionen von

Primärenergiebedarf bis Sommersmogpotenzial.

Der geringe Energieverbrauch bei

der Herstellung, seine Unverwüstlichkeit

und die erheblich bessere

Wärmedämmung ergeben beim Stein

im Resultat einen guten ökologischen

Fußabdruck. Als hinterlüftete Fassade

sorgt er dafür, dass sich Gebäude

im Sommer weniger schnell aufheizen

und im Winter weniger schnell

auskühlen. Ganz ohne Energieeinsatz.

Mit Blick auf einen nachhaltigeren

Umgang mit Ressourcen kann man

beim Naturstein grünes Licht geben.

Als Rohstoff der Zukunft macht er in

vielen Fällen Sinn. Aus ökologischen

Gesichtspunkten hat man mit Blick

auf die Zukunft aber in der hiesigen

Natursteinindustrie ein ganz anderes

Problem: die Angst vor dem Loch.

Denn wo Stein aus dem Boden geholt

wird, ist der Boden eben erst mal fort.

Und mit ihm die Wälder, die Pflanzen

und die Tiere auf ihm. So zumindest

sahen das auch Tausende von Altmühlfranken,

die vor rund zehn Jahren

dem hiesigen Bund Naturschutz

folgten und mit Unterschriften gegen

die Ausweitung von Steinabbauflächen

protestierten. Früher oder

später wird die Diskussion wieder geführt

werden müssen.

Im Prinzip sei der Steinabbau nur eine

Zwischennutzung, argumentiert Jens

Geiger vom SSW. „Unser Steinbruch

wandert als Loch durch den Wald. Wo

wir fertig sind, füllen wir wieder mit

Erde auf und forsten mit Tausenden

von Bäumen auf“, erzählt er und deutet

auf einen Lkw. Der fährt ein paar

Hundert Meter weiter gerade wie bestellt

an eine Abbruchkante und kippt

Erde einen Hang hinunter. „Das ist unbelasteter

Erdaushub, den kann man

sich auch in den Garten schütten“,

erklärt Geiger.

Wie das nach einigen Jahren aussieht,

kann man bei einem Spaziergang

beobachten. Es geht ein paar

Hundert Meter einen Waldweg entlang,

steil nach oben, dann ums Eck.

Man steht in einem jungen Mischwald,

Lärchen, Buchen, Elsbeeren, dazu

ein paar lichte Flächen, auf denen

Sträucher und Gräser gedeihen. „Vor

zwei Jahrzehnten war hier ein Bruch“,

erzählt Geiger. „Jetzt hat die Natur

es sich mit unserer Hilfe wieder zurückgeholt.“

Ein Teil des alten Bruchs

blieb sogar mit Absicht stehen.

Die blanke Felswand

sollte Lebensraum

für Felsbrüter wie

den Uhu schaffen.

Längst ist sie zart

bewaldet und bietet

mitten im Weißenburger

Stadtwald eine Kulisse wie in

einem Alpental.

Geigers Kollege Holger Weisel von

der Solnhofen Stone Group (SSG)

geht sogar noch weiter. Für ihn ist

nämlich auch die Zwischennutzung

nicht das Problem. „Unsere Steinbrüche

sind artenreicher als der Wald,

der daneben wächst“, sagt Weisel.

Er kann auf Uhus, Apollofalter, Amphibien

und anderes mehr verweisen,

die den extremen Lebensraum

Steinbruch schätzen und hier ihre

Nischen finden. Im vergangenen Jahr

hat die Stone Group in einem Bruch

in Gundelsheim bei Treuchtlingen ein

Schutzprojekt für die seltene Gelbbauchunke

gestartet. Die findet in

den in Steinbrüchen entstehenden

Tümpeln nämlich Laichplätze, die es

in freier Natur kaum mehr gibt. Steinabbau

und Umweltschutz geht aus

Sicht der beiden Steinmänner zusammen.

Auch wenn die Löcher martialisch

in der Landschaft klaffen.

Einen ökologischen Aspekt sieht

man auch darin, dass man aus dem

Aufwand, den man betreibt, das Maximum

herausholt. Was beim Rind

„From Nose To Tail“ ist, das ist beim

Juramarmor vom Block bis zum

Schotter. Es sind eben nicht nur chinesische

Villen oder kanadische

Wolkenkratzer, die mit Jurastein verkleidet

werden, es sind auch „100

Prozent der Straßen in einem Umkreis

von 40 Kilometern auf Schotter

aus den regionalen Brüchen gebaut“,

sagt Geiger. „Regionaler geht es

nicht.“ Der Schotter macht in Summe

das meiste Material aus, das aus

den Brüchen geholt wird.

x74


WIKO

Und der Hunger nach Schotter ist

groß. Wo gebaut wird, braucht man

festen Boden, den man am besten

mit zerkleinerten Steinen hinbekommt.

Der Juramarmor ist dafür gut

geeignet, weil er sich mechanisch

kontrolliert in verschiedene Körnungen

brechen lässt. Je nachdem, was

man als Fundament in der Verdichtung

braucht.

Während es im Schotterbereich auf

lange Sicht keinerlei Absatzprobleme

geben wird, ist es im Premiumsegment

komplizierter. Auf dem

deutschen Markt fühlt man sich in

der hiesigen Steinbranche nicht genug

wertgeschätzt. „Was andernorts

längst out ist, fängt man hier jetzt

wieder an: die großen Glasfassaden“,

ärgert sich Holger Weisel von

der SSG. Vielleicht sogar ein historisches

Problem. „Ein Professor hat mir

mal erzählt, dass er glaubt, dass das

Bauen mit Naturstein in Deutschland

auch wegen der Nazis heute wenig

verbreitet ist”, erläutert Weisel. Die

Monumentalität der großen Nazibauten

hätten den Stein verdächtig gemacht.

Ein zumindest interessanter

Gedanke, denn im Moment wächst

der internationale Markt für den Juramarmor

unter anderem in den USA,

in Kanada, China, dem Nahen Osten

oder Russland, in Deutschland aber

geht es eher ruhig zu.

Auf dem internationalen Markt mache

man sich langfristig keine Sorgen

um den Absatz, sondern eher um die

Konkurrenz. Die kommt aus Portugal,

Griechenland, der Türkei oder

China. Weisel: „Wir haben das beste

Produkt, aber die internationale Konkurrenz

setzt die Preise.“ Oft sind die

Arbeitskosten der Konkurrenz günstiger

und die Umweltauflagen geringer.

Wohin das führen kann, hat man

in der Branche gesehen. So pflastern

landauf, landab die Kommunen ihre

Marktplätze mit billigem Chinagranit,

selbst wenn sie direkt vor der Haustür

eigene Abbaugebiete haben. Das

gilt für Berlin genauso wie für Gunzenhausen

oder Weißenburg.

Und dass der Preis einen ganzen

Zweig einer Branche in die Knie zwingen

kann, weiß man speziell im Altmühltal.

Dort ist neben dem Juramarmor

der Solnhofener zu Hause. Jene

feinen Platten, in denen man nicht nur

den Urvogel Archäopteryx gefunden

hat, sondern die auch jahrhundertelang

als edler Fußbodenbelag galten.

Aus dem einstigen Vorzeigeprodukt

der hiesigen Steinindustrie ist aber

längst ein Sorgenkind geworden. Der

Grund ist schlechtes Marketing und

ein Strukturproblem.

Die Solnhofener Platten müssen in

Handarbeit aus den Brüchen geklopft

werden. In einem Land, in dem

Handarbeit teuer ist, müssen sie am

Ende der Produktion notgedrungen

in einem hochpreisigen Segment zu

Hause sein. Es braucht für Bauherren

also gute Gründe, um in die Mehrkosten

zu investieren. Die Optik war lange

einer dieser Gründe. Nur hat man

es im Marketing verpasst, dem Stein

ein modernes Image zu geben. Wohl

auch, weil das Geschäft lange von alleine

lief.

Heute gilt der Solnhofener in manchen

Bereichen als etwas angestaubt.

Bauphysikalisch hat er allerdings

ein paar Vorteile, die ihm dann

noch eine Zukunft bescheren könnten.

Er kann Wasser aufnehmen und

wieder abgeben und beeinflusst so

das Raumklima positiv. Und er hat

eine hervorragende

Wärmeleitfähigkeit. Ein Umstand,

der gerade als Belag für Fußbodenheizungen

wichtig ist. „Der

Stein wird einfach um ein Vielfaches

schneller warm als etwa Fliesen oder

Laminat“, erklät Holger Weisel. Dem

Abgesang auf den Solnhofener, dessen

Abbau früher das gesamte Altmühltal

zwischen Treuchtlingen und

Eichstätt prägte, will er deshalb nicht

folgen. „Klar, es gab Absatzeinbrüche,

es gab Betriebsschließungen,

aber ich sehe langfristig schon eine

Zukunft auch für den Solnhofener.

Er wird wieder kommen“, ist Weisel

überzeugt. Auch durch die zunehmende

Bedeutung des ökologischen

Bauens, der unbehandelten Natursteinen

neue Wertschätzung bringen

könnte.

Am Ende dieser Bestandsaufnahme

der lokalen Steinindustrie ist es

dann verblüffenderweise der neue

Wert der Ökologie, der gleichermaßen

Hoffnung wie Sorgen macht.

Hoffnung, weil er dem Naturprodukt

Stein entgegenkommt. Sorgen, weil

der Abbau des Steins unter immer

größerem Verdacht steht. Zwischen

diesen beiden Polen wird die Zukunft

der Steinindustrie in der Region verhandelt

werden.

75


WIKO

Wir suchen

immer nach

Alternativen

Karl-Heinz Fitz

Erster Bürgermeister

der Stadt Gunzenhausen

Der Wirtschaftskompass Ausgabe

2 ist da. Bei Erscheinen des ersten

Hefts hätte man wahrscheinlich

nicht zu hoffen gewagt, dass

WIKO weit über das Heft hinaus Wellen

schlägt. WIKO wird gesehen, wird

als kompetenter Partner in Schulen

und Wirtschaftsverbände eingeladen,

wirkt an Workshops mit. Und dies, obwohl

das erste WIKO-Jahr nicht nur für

unsere Region, sondern für die ganze

Welt ein schwieriges war.

Das Jahr 2020 wird als ein Jahr der

Einschränkungen und des Verzichts

für die Menschen und ein

wirtschaftlich äußerst angespanntes

für die Unternehmen in die Geschichte

eingehen.

Ich stimme jedoch nicht in den Jammergesang

anderer ein. Auch während

der Pandemie hat sich gezeigt,

dass unser Netzwerk aus Stadtmarketingverein,

Citymanagement und

Wirtschaftsförderung allen Beteiligten

unschätzbare Vorteile gebracht hat.

Ich schaue nach vorne und bin überzeugt,

dass wir die Folgen der Pandemie

schneller kompensieren werden

als gedacht.

Corona hat uns deutlich gemacht,

wie wichtig es ist, nicht einzig und

alleine auf Lieferanten aus dem

Ausland zu bauen, sondern viel

stärker auf Regionalität zu setzen,

wo es möglich ist. In dieser Beziehung

ging in diesem Jahr ein Ruck in die

richtige Richtung.

AAuch in Sachen Digitalisierung

ging es rasant vorwärts. Wir haben

uns viel schneller als unter normalen

Umständen an Online-Konferenzen,

virtuelle Vorstellungsgespräche

und vieles mehr gewöhnt. Damit wird

auch künftig so manche Geschäftsreise

nicht mehr stattfinden müssen,

weil viele Gespräche online stattfinden

können. Die Vorteile liegen

auf der Hand: Die Unternehmen

sparen Zeit und Geld. Der größte

Gewinner dabei ist aber unsere

Umwelt.

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Gunzenhausen – die Stadt, die einfach macht

„Wir als Stadt Gunzenhausen suchen

immer nach Alternativen. Wir sagen

nicht ‚Wegen Corona fällt jetzt alles

aus’, sondern schauen eben, was man

irgendwie doch auf die Beine stellen

kann“, sagt Bürgermeister Karl-Heinz

Fitz. In einer für alle herausfordernden

Situation habe man durch die enge Verzahnung

von Stadtmarketing, Citymanagement

und Wirtschaftsförderung

mit BürgerInnen und Unternehmen vor

Ort versucht, für alle verträgliche Lösungen

zu finden.

Und so wurde die beliebte Gunzenhausener

„Kerwa“ beispielsweise im Corona-Jahr

2020 nicht komplett abgesagt.

Nach Rücksprache mit Festwirten und

Schaustellern wurden entzerrt – über

die Sommerferien hinweg – Angebote

gemacht.

Mit dem Online-

Marktplatz ingunzenhausen.de

hatte

man schon weit

vor Corona Trends

erkannt. „Es ist wichtig, dass wir uns

auch im Netz als attraktive Einkaufsstadt

präsentieren“, sagt Jeanette

Holzschuh vom Stadtmarketing Gunzenhausen,

und Wirtschaftsförderer

Andreas Zuber ergänzt: „Wir wollen die

Kaufkraft vor Ort binden.“

Auch in der Corona-Zeit lief die Dreifach-Baumaßnahme

an der Altmühlpromenade

mit Abwasserpumpwerk,

Hochwasserschutz, Renaturierung der

Wir wollen die

Kaufkraft vor Ort

binden.

Altmühl mit Freiraumgestaltung weiter.

Sie ist jetzt in der letzten Bauphase angekommen.

Ab 2022 steht Bürgerinnen

und Bürgern wie auch Gästen eine

stadtnahe Erholungslandschaft in unmittelbarer

Nachbarschaft der Altstadt

zur Verfügung.

Die neue Pumptrackanlage

in Gunzenhausen

wird vor

allem von Kindern

und Jugendlichen

sehr gut angenommen.

Der Rundenzähler zeigt nach einem

Jahr der Nutzung über 350.000

zurückgelegte Runden. Das bedeutet

51.000 gefahrene Kilometer.

Die neue Stadthalle musste wenige

Monate nach der Eröffnung aufgrund

der Pandemie ihren Tagungs- und Kulturbetrieb

einstellen. Gleichwohl ist es

ein Gewinn, gerade während der Corona-Pandemie

auf die Stadthalle für

vielfältigste Sitzungen des Stadtrats,

dessen Ausschüsse, des Kreistags

und auch anderer Nutzer zurückgreifen

zu können und ihre Qualität in jeder

Hinsicht zu beweisen.

Mit dem Kauf des Bahnhofs in Gunzenhausen

geht die Stadt einen nächsten

großen Schritt: Entstehen soll ein

modernes Mobilitätszentrum als „Eingangstor

zur Stadt“ mit Fahrradvermietung,

Carsharing, Reisebüro und

Bistro, wie Bürgermeister Fitz verrät.

Durch Teilnahme an Investitionsförderprogrammen

des Freistaats, u. a.

für barrierefreies Bauen, erstrahlt nach

umfangreicher Sanierung auch der

Nordflügel des Rathauses in neuem

Glanz.

-klm–

Im Dienste

der Stadt

Als attraktiver Arbeitgeber bietet

die Stadt vielseitige und zukunftsorientierte

Arbeits- sowie Ausbildungsplätze.

Die Möglichkeiten

reichen dabei von Tätigkeiten im

Bereich der Verwaltung, der Pflege

und Hauswirtschaft über Kultur

und Tourismus bis hin zu Stadtwerken

und Kläranlage. Neu ist

Wirtschaftsförderung

Stadt Gunzenhausen

Andreas Zuber

Marktplatz 23 • 91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 5 08 - 1 31

www.gunzenhausen.de

wifoe@gunzenhausen.de

Bürgermeister: Karl-Heinz Fitz

seit 2018 auch die Stelle eines

Mitarbeiters im EDV-Bereich, der

ein duales Studium mit Ausbildung

in Hof absolviert. Außerdem wirbt

die Stadt ganz besonders um Auszubildende

und Arbeitskräfte im

Bereich der Pflege.

77


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Kompetente

Service-Profis mit

Engagement

In Wolfsbronn bei Meinheim kümmern

sich 30 MitarbeiterInnen von NQ-Service

GmbH um Wartung und Service

von landwirtschaftlichen und gewerblichen

Biogasanlagen – bundesweit

und im benachbarten Ausland. Auch

Blockheizkraftwerke zur Erzeugung

von Strom und Wärme in Mehrfamilienhäusern,

Gewerbe, Landwirtschaft

sowie in klärtechnischen Anlagen gehören

zum Portfolio (siehe Foto).

„Wir bieten für jede Anlage Wartung,

Kundendienst, Ersatzteile, Nachrüstungen

sowie biologische Beratung“,

sagt M.Sc. Philipp Fleischmann, der

zweite Geschäftsführer, und ergänzt:

„Fachliches Know-how und individuelle

Beratung sind uns sehr wichtig.“

Es gibt auch mal außergewöhnliche

Arbeitszeiten, denn

defekte Anlagenkomponenten

verlangen eine zügige Reparatur, auch

am Wochenende. Für Störfälle außerhalb

der Geschäftszeiten

steht deswegen

ganzjährig ein 24h-Notdienst

zur Verfügung.

Das Firmengelände mit

zwei Werkstätten, Lager,

Labor und Verwaltung lässt

heute kaum noch darauf

schließen, wie hier einmal

alles angefangen hat: Im

Keller des elterlichen Bauernhofes

baute Firmeninhaber

und Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH)

Andreas Niederlöhner 1992 für seine

Diplomarbeit eine eigene Biogasanlage

und brachte damit ein BHKW

zum Laufen. Er versorgte damit Haus

und Hof mit Strom und Wärme.

Mit der Firma wuchs auch die Biogasanlage:

Sie versorgt heute das Dorf mit

Nahwärme und dient der Forschung

und Entwicklung im Betrieb. -sz-

NQ-Service GmbH, Wolfsbronn 17,

Meinheim, Tel. 09146/94242-0, info@

nq-service.de, www.nq-service. de

Professioneller

Datenschutz

braucht Profis

Datenschutz ist für viele Unternehmer

wie ein eingewachsener Zehennagel.

Ein Thema, mit dem man sich ungern

beschäftigt und wenn, dann meistens

erst, wenn es wehtut. Dabei können

Pannen in puncto Datenschutz teuer

werden. Und Fehler macht jeder. Das

Gebiet ist zu unübersichtlich, um es

nicht von Profis abarbeiten zu lassen.

Hier kommt die Gunzenhäuser Kühleis

Group ins Spiel. Der erste reine Datenschutz-Dienstleister

Altmühlfrankens.

Stefan Kühleis hat das Unternehmen

gegründet. Der Gunzenhäuser, der

In Kooperation mit BUGL & KOLLEGEN

nach Jahren im Management internationaler

Konzerne gerne wieder in Altmühlfranken

tätig ist, sieht großes Potenzial

auf dem lokalen Markt. Und das

zu Recht: Binnen kürzester Zeit hat er

sich mit seinem Expertenteam vor Ort

etabliert und zählt große Unternehmen

der Region zu seinen Kunden.

„Datenschutz ist eigentlich gar nicht

schlimm, wenn man sich auskennt“,

erklärt Experte Alexander Bugl, der mit

der Kühleis Group zusammenarbeitet.

„Es stimmt

nicht, dass viele Dinge

wegen des Datenschutzes

nicht gehen. Mit dem

Datenschutz geht alles, man muss es

nur richtig machen. Was dann immer

noch nicht geht, braucht auch keiner.“

Kühleis und Bugl sehen sich jedes

Unternehmen individuell an, zeigen

Verstöße und Problemfelder und übernehmen

auch die Rolle des Datenschutzbeauftragten.

Das gibt Sicherheit

für den Unternehmer, den Kunden

ein gutes Gefühl und schützt vor teuren

Überraschungen.

-js-

Kühleis Group, Hubertusstr. 14, Gunzenhausen,

Tel. 0 98 31 / 8 84 74 96,

stefan.kuehleis@kuehleisgroup.de,

www.kuehleisgroup.de

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„Der Kunde kann das manchmal

gar nicht glauben.“

Erstes Büro im

Kinderzimmer

In Theilenhofen steht eine frischgebackene

Firma: Expresslogistik Reinwald

GmbH. Richtig neu ist seit Jahresbeginn

nur das „GmbH“ – blitzschnelle

Transportlösungen buchen Kunden

hier schon lange. „Wir haben uns das in

15 Jahren aufgebaut“, erzählt Firmengründer

Gerhard Reinwald stolz.

Was Vater Gerhard

und Sohn Tobias

mit ihrem Gespür

für Logistiklösungen

erreicht haben,

kann sich sehen

lassen: Aus einem Ein-Mann-Betrieb

ist über die Jahre ein bemerkenswert

agiler Logistiker entstanden. „Wenn

das Telefon klingelt, dann können das

Kunden aus dem Landkreis sein, aber

auch aus Hamburg oder Madrid.“

Ob Inland oder Ausland: Wer hochpreisige,

empfindliche oder zeitkritische

Waren nicht innerhalb von Tagen,

sondern binnen

Wir haben uns

deutschlandweit einen

Namen gemacht.

Stunden durch Europa bewegen will,

dem stellt Expresslogistik Reinwald

das richtige Fahrzeug – mitsamt professionell

geschultem Fahrer. Und das

quasi sofort.

„Manchmal ist das ganz witzig“, sagt

Tobias Reinwald. „Da fragt schon mal

ein potenzieller Kunde, ob wir tags darauf

etwas in Berlin

abholen können

oder ob das zeitlich

zu eng ist. Wenn ich

dann sage, wir sind

in einer Stunde da,

dann kann der Kunde das manchmal

gar nicht glauben.“

Derart zeitnaher Service funktioniert

nur im Netzwerk mit zuverlässigen

europäischen Partnern. „Wenn bei

uns ein Kunde anruft, dann bekommt

er nach fünf Minuten einen Preis und

nach 15 Minuten eine Lösung.“

Solche Lösungen können abenteuerlich

ausfallen: wenn ein Automobilzulieferer

im 2.000 km entfernten

Madrid dringend ein

Expresslogistik Reinwald GmbH

Gewerbegebiet 1 • 91741 Theilenhofen

Tel. 0 98 34 / 7 92 20 - 33

www.expresslogistik-reinwald.de

info@expresslogistik-reinwald.de

Unternehmensgründung: 2005

MitarbeiterInnen: 10

Geschäftsführer: Gerhard und Tobias Reinwald

2005 ruft Gerhard Reinwald mit

Ehefrau Karin die Firma ins Leben.

Das erste Büro findet in der

alten Kinderstube des künftigen

Juniorchefs Tobias Platz. Anfangs

sitzt der Familienvater noch selbst

am Steuer, zunehmend wird seine

Kompetenz aber im Planen und

Steuern zeitkritischer Transportlösungen

gebraucht. 2019 folgt

der Umzug ins neue Gebäude im

Gewerbegebiet in Theilenhofen –

Hausnummer 1. Die Anschrift hat

Prestige: Das neue Firmengelände

ist nicht nur die erste Adresse im

Areal, dem örtlichen Gewerbegebiet

hat Expresslogistik Reinwald

damit auch Leben eingehaucht.

Ersatzteil für eine ausgefallene Spritzgussmaschine

braucht, das Teil aber

noch beim Lieferanten in Dortmund

liegt. Dann klingelt bei Expresslogistik

Reinwald das Telefon. „Innerhalb einer

Stunde holen wir das Ersatzteil ab, am

nächsten Tag läuft die Maschine in

Spanien wieder.“ Tausende Euro Ausfallkosten

werden so vermieden.

Sind normale Speditionen zu langsam

oder geht es um empfindliche Ware,

dann kommt Expresslogistik Reinwald

zum Zug. „Dabei sind wir gar nicht unbedingt

teurer“, stellt Tobias Reinwald

klar. „Aber schneller und sicherer – das

sind wir auf jeden Fall.“

-sz-

79


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Werkstatt mit Wohlfühlfaktor

Nur 700 Meter Luftlinie vom Altmühlsee

entfernt, befinden sich die großzügigen

Räumlichkeiten der Diakoneo

in Laubenzedel, einem idyllischen

Ortsteil von Gunzenhausen. Rund 105

Beschäftigte mit Handicap arbeiten in

den Werkstätten in unterschiedlichen

Bereichen.

„Wir schauen im Verlauf, wo der Beschäftigte

seine Fähigkeiten und Neigungen

hat. Und was er selbst gerne

machen möchte“, erläutert Friedrich

Burkhard, Leiter der Diakoneo-Filiale in

Laubenzedel. Deshalb durchlaufen alle

Neuankömmlinge nach einem dreimonatigen

Eingangsverfahren zuallererst

den zweijährigen Berufsbildungsbereich.

„Da kann man dann schon erkennen,

ob der- oder diejenige überhaupt

für die Werkstatt geeignet oder doch

besser in einem anderen Bereich aufgehoben

ist“, sagt Burkhard.

Auch die Kulturtechniken – Lesen,

Schreiben, Rechnen – werden vor Ort

mit geschultem Personal geübt. Durch

diese gezielten, zusätzlichen Angebote

werden die Leistungsfähigkeit er-

weitert und die Persönlichkeit gestärkt.

Zusätzlich gibt es therapeutische Angebote

und arbeitsbegleitende Maßnahmen

wie Musizieren, sportliche

Betätigungen und kreative Angebote

sowie Entspannungsstunden.

Die Menschen sollen

sich hier einfach

wohlfühlen.

„Am wichtigsten ist es, dass die Menschen

eine Tagesstruktur haben, ein

soziales Umfeld, Freundschaften

pflegen und sich einfach wohlfühlen

können“, so Burkhard, der seit

über 44 Jahren für Diakoneo tätig

ist, seit 1985 als Leiter in Laubenzedel.

Die angelernten Tätigkeiten

reichen dabei von Verpackungsarbeiten,

Montage

und Konfektionierung für die

Kfz- und Elektroindustrie bis

hin zur Garten- und Landschaftspflege

oder künftig

auch dem schonenden

Dampfreinigen von Wabenrähmchen

für Imker. Aber auch der Bereich der

Aktenvernichtung ist gefragt: 130

Tonnen Akten werden in Neuendettelsau

jährlich zu Konfetti verarbeitet

und gepresst, um anschließend in einer

Papiermühle wiederaufbereitet zu

werden.

Die Werkstatt verfügt über gute Verbindungen

zu heimischen Firmen,

darunter Bosch, Schaeffler, Schwan-

Stabilo und Müller + Ziegler. Aber auch

Zubehörteile für Daimler in Stuttgart

oder Volvo in Schweden setzen die

Beschäftigten in Laubenzedel zusammen.

Als Werkstätte für Behinderte

gehe man dabei den umgekehrten

Weg wie die

Industrie, erläutert

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Burkhard, der als

gelernter Maschinenbauer

über

den Zivildienst im

sozialen Bereich gelandet ist. Damit

möglichst viele Menschen beschäftigt

werden können, teilt man Aufträge in

möglichst kleine Arbeitsschritte auf.

„Der eine Beschäftigte nimmt dann

zum Beispiel nur das Teil aus dem Karton,

das der nächste weiterverarbeiten

kann, und der letzte kontrolliert nach

einem Muster das Ergebnis.“

2020 hatte man vor, zusammen mit den

Beschäftigten, auch eine gastronomische

Dienstleistung anzubieten: den

Verkauf von Crêpes auf Festivals und

Märkten. Der eigens dafür angeschaffte

Anhänger mit Grill- und Crêpes-Platten

musste im Corona-Jahr allerdings

erst einmal in der Halle ausharren,

bevor er hoffentlich 2021 seine Premiere

im Straßenverkauf feiern darf.

„Wir versuchen, auch den Leuten mit

schwerer Behinderung eine Chance

auf dem Arbeitsmarkt zu geben“, sagt

der Diakoneo-Leiter in Laubenzedel. Im

Berufsbildungsbereich der Werkstatt

werden deshalb alle TeilnehmerInnen,

die mit einer angelernten Tätigkeit beginnen,

auf ihre Aufgabe in der Werkstatt

sowie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

vorbereitet. Unterstützt und

betreut werden sie durch 20 ausgebildete

Fachkräfte und HeilerziehungspflegerInnen.

Bei Außenarbeitsplätzen

werden die Beschäftigten durch einen

Jobcoach begleitet, der dauerhaft

als Ansprechpartner zur Verfügung

steht. Zusätzliche Unterstützung gibt

es temporär durch Sozialpädagog-

Innen und den

Psychologischen

Dienst. Initiativbewerbungen

sind in

Laubenzedel jederzeit willkommen.

In Gremien wie dem Werkstattrat und

der Werkstattversammlung können

Beschäftigte mit Handicap an der

Weiterentwicklung ihrer Arbeitsstätte

mitwirken. Daneben gibt es eine Frauenbeauftragte

für die Belange der weiblichen

Beschäftigten. Und auch bei der

Musikauswahl, die in den hell erleuchteten

Werkräumen aus den Lautsprechern

dringt, dürfen alle mitbestimmen.

Nicht jeder in Laubenzedel

stehe eben auf deutschen Schlager,

wie ein Beschäftigter grinsend verrät.

Burkhard und seinem Team ist es

wichtig, dass die Menschen in Laubenzedel

eine lebendige Gemeinschaft

finden, in der sie, neben der Arbeit,

auch kreativ werden können, etwa

beim Singen, Kochen, Malen oder

Sporttreiben. Bei den Nationalen

Special Olympics Winterspielen etwa

war das Sportteam Polsingen-Oettingen-Gunzenhausen

mit sieben Athleten

unter 900 Sportlerinnen und

Sportlern mit und ohne geistige Behinderung

vertreten.

Mit den Diakoneo-Angeboten werden

Menschen mit Handicap auf ihrem

Weg in ein gelingendes, sinnerfülltes

und selbstbestimmtes Leben

unterstützt. „Bei uns steht nicht nur

die Arbeit, sondern vor allem das

Miteinander im Fokus“, sagt Burkhard.

In Zeiten von Corona keine

leichte Herausforderung, die man

aber dank individuellem Hygiene- und

Schutzkonzept in den Diakoneo-Einrichtungen

gut bewältigen konnte.

-klm-

Diakoneo

Laubenzedel

Wilhelm Löhe gründete 1854 in

Neuendettelsau die erste bayerische

Diakonissenanstalt. Löhes

Vision war der Aufbau eines flächendeckenden

Netzes von Gemeindestationen

für die häusliche

Kranken-, Alten- und Behindertenpflege.

1866 wurden in Polsingen

im ehemaligen Wöllwarthschen

Schloss die erste Filiale des Diakonissenwerks

eröffnet und

100 Menschen mit Behinderung

Diakoneo - Werkstatt

Laubenzedel

Laubenzedel 58 • 91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 88 41 11

www.diakoneo.de

Friedrich.Burkhard@diakoneo.de

facebook.com/diakoneo2019

instagram.com/diakoneo.karriere

Unternehmensgründung: 1866

MitarbeiterInnen: 104

Leiter: Friedrich Burkhard

betreut. Um Polsingen zu entlasten,

entstand 1985 im ehemalige

Schulhaus in Laubenzedel bei

Gunzenhausen eine Schwesterfiliale.

Mitte 2019 schlossen sich

die Diakonien Neuendettelsau und

Schwäbisch Hall zu einer der fünf

größten Diakonischen Unternehmen

in Deutschland, zusammen.

„Diakoneo“ ist heute ein zukunftsorientiertes

und christlich ausgerichtetes

Sozialunternehmen.

Dabei bilden die Förderung und

Unterstützung von Menschen mit

Behinderung nach wie vor den

Schwerpunkt der Arbeit.

81


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Das Herz kauft mit: Bei Edeka Höfler

ist jeder Besuch etwas Besonderes

Wer in einer der drei Filialen von Edeka

Höfler einkauft, der merkt sofort,

dass er seinen Einkaufswagen hier

nicht durch einen Discounter schiebt.

In lichtem Ambiente, zwischen Regalen

mit regionalen Produkten, trifft man

hilfsbereite MitarbeiterInnen, die gerne

mal ein Lächeln schenken – auch wenn

man das unter der Maske zurzeit nur an

den Augen erkennt.

„Wir haben keine kurzen Ablaufbänder

an der Kasse und unsere MitarbeiterInnen

nehmen sich Zeit für unsere Kunden.

Jeder soll hier in aller Ruhe einkaufen

können und sich wohlfühlen“,

sagt Fabian Höfler, der die Märkte in

Gunzenhausen und Pleinfeld mit Bruder

Frederik und seinen Eltern leitet.

Unser Anspruch ist es,

gute Lebensmittel an den

Verbraucher zu bringen.

Diese Wertschätzung der Kunden

überträgt Familie Höfler auch auf ihre

Angestellten: „Wir haben hier immer

geügend MitarbeiterInnen auf der Einkaufsfläche,

bei uns muss niemand auf

110 Prozent laufen“, so Frederik Höfler.

„Wir verzichten auch auf verkaufsoffene

Sonntage und halten nichts von längeren

Öffnungszeiten.“ Mit dieser Philosophie

maximiert man vielleicht nicht

immer den Umsatz, die Arbeit macht

den Geschäftsführern so aber mehr

Spaß, den Angestellten sowieso. „Das

Arbeitsklima ist auf Augenhöhe einfach

besser. Wir sehen hinter den Personalkosten

immer den Menschen.“

Wo es geht, bestückt man das Sortiment

im Familienbetrieb mit Waren

aus der Region. „Das kommt beim

Kunden gut an“, sagt Frederik Höfler.

„Wir haben hier immer Produkte

von mindestens 40 regionalen

Lieferanten, je nach

Saison auch mehr.“ Ob Honig

aus Weißenburg, Nudeln

aus Thalmässing oder Wurst

aus Neuendettelsau: Familie

Höfler liegt ihre Hei-

mat am Herzen. „Das ist auch besser

für die Ökobilanz und so bleibt mehr

Geld in der Region.“

Nicht nur die Herkunft, auch die Qualität

der

Waren ist für

Familie Höfler

entscheidend.

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nung. „Das ist butterweich“, schwärmt

Fabian Höfler. Mehrere lokale Metzger

beliefern die Märkte mit Fleischwaren,

darunter ein Schäfer.

Sechs Metzgermeister bereiten an den

Standorten viele Fleischwaren täglich

zu. „Wir haben einen Räucherofen, stechen

eigene Schaschlik-Spieße und

machen unsere Würste gerne selbst“,

sagt Frederik Höfler stolz.

Mit einer großen Auswahl vegetarischer,

veganer und glutenfreier Artikel

Das sieht man

nicht zuletzt an

der Fleischtheke.

Im neuen Edeka-

Center in der Industriestraße

7A

in Gunzenhausen erwartet Besucher

trocken gereiftes Longhorn-Rind, abgehangen

in der eigenen Filiale. Der

Lieferant kommt aus 15 km Entferwill

man Kundenwünsche

auch

jenseits vom

Standard bedienen,

Bio natürlich

inklusive. „Wir

wollen einen Großteil unserer Waren

auch als Bio-Produkte anbieten“, sagt

er. Die Auswahl wird da jedes Jahr

reichhaltiger.

Ein echtes Highlight ist in der 2020

eröffneten Filiale auch die Sushi-Bar,

ein Shop-im-Shop vom Betreiber Eat-

Happy. „Das kommt bombenmäßig

an“, verrät Frederik Höfler. Die professionell

gerollten Maki, California Rolls

und Nigiri gibt es mit Fleisch, Fisch

oder vegetarisch. „Da wird jeder fündig.“

Exotische Desserts runden das

Geschmackserlebnis ab: süße Reisbällchen

mit Fruchtfüllung - ein echter

Gaumenschmaus. Kunden lassen sich

hier gerne ganze Servierplatten legen.

Auf 2500 Quadratmetern nimmt sich

Familie Höfler manchen Kundenwunsch

zu Herzen. Dazu gehört neuerdings

auch ein begehbares Kühlhaus

mit Erfrischungsgetränken wie Limonade

und regionalen Biersorten. „Das

lieben Touristen genauso wie unsere

Einheimischen“, verrät Fabian Höfler.

Familie Höfler ist seit 1936 im Lebensmittelhandel

tätig, von der Uroma bis

zu den Brüdern Fabian und Frederik

reicht eine lange Tradition. Auch in

vierter Generation bleibt man aber bodenständig:

„Unser Anspruch ist es,

gute Lebensmittel an den Verbraucher

zu bringen, nicht mehr Zweigstellen

zu eröffnen. Heute ist in jeder unserer

Filialen immer ein Höfler anzutreffen

und so soll es bleiben!“

-sz-

Gründergeist in

4. Generation

1936 beginnt Babette Höfler, die

Uroma von Frederik und Fabian, mit

einem kleinen Tante-Emma-Laden

in der Schloßstraße in Ansbach.

Großvater Johannes baut das Geschäft

1972 um 400 Quadratmeter

aus, es bleibt ein klassischer

Selbstbediener. Vater Günter

gründet 1985 die erste Filiale in

Gunzenhausen: in der Weißenburger

Straße 49. Mit 600 Quadratmetern

und 20 Parkplätzen wird es

Edeka Höfler

Filiale Gunzenhausen:

Weißenburger Str. 108 • 91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 48 09

Filiale Pleinfeld:

Dieselstr. 1c • 91785 Pleinfeld

Tel. 0 91 44 / 9 27 08 12

www.hoefler-edeka.de

edeka-hoefler@t-online.de

facebook.com/Edeka-Hoefler

instagram.com/edeka.hoefler

Unternehmensgründung: 1936

MitarbeiterInnen: 180

Geschäftsführer: Günter Höfler,

Fabian Höfler & Frederik Höfler

dort bald zu klein, man wechselt

zu doppelter Verkaufsfläche in

die Hausnummer 108. Mit einem

Anbau von 400 Quadratmetern

wächst dort 2009 auch das Sortiment.

2014 folgt die Filiale in Pleinfeld

und 2020 öffnet in der Industriestraße

in Gunzenhausen das

bisher größte Center seine Türen –

mit stolzen 2500 Quadratmetern.

83


WIKO

Das einzig Unrealistische ist die

Hängematte am Strand VON MIRIAM ZÖLLICH

Digitale Nomaden brauchen nur einen PC und Internet und können so von überall

aus arbeiten. Ist dieser Lifestyle das Vorbild für eine neue Arbeitskultur?

Ortsunabhängiges Arbeiten in

Deutschland wurde quasi nebenan

erfunden. Conni Biesalski, eine gebürtige

Donauwörtherin, ist eines der

prägendsten Vorbilder der deutschen

digitalen Nomadenszene. Etliche junge

Menschen wollen ihren Lebensentwurf

kopieren, und die Frage, wie man mit einem

Online-Business ortsunabhängig

arbeitet, ist mittlerweile selbst zu einem

Business geworden. In Podcasts,

Konferenzen, Workshops, Büchern

und Blogs kann man lernen, wie man

ein digitales Unternehmen gründet

und überall auf der Welt Geld verdient.

Mit dem Laptop in der Hängematte am

Strand – mit diesem Bild werben digitale

Nomaden für ihren Lifestyle. Arbeiten,

wo andere Urlaub machen, oder

vielmehr: permanent Urlaub machen

und nebenher arbeiten.

Der Realität entspricht dieses Bild mitnichten.

„Das geht schon allein wegen

der Sonne und der Bildschirmhelligkeit

nicht“, zerstört Kathrin Lucia Meyer

den weit verbreiteten Nomadentraum.

Die gebürtige Pleinfelderin arbeitet

seit zehn Jahren ortsunabhängig als

Journalistin, Seminarleiterin und Social-Media-Managerin.

Sie nimmt die

Verabredung zum Videocall über das

Thema „Digitale Nomaden” zwar in

Fuerteventura an, wo sie derzeit überwintert.

Allerdings nicht am Strand,

sondern in einem Coworking-Space,

wo man temporär Arbeitsplätze mieten

kann. „Einen bequemen Bürostuhl, eine

gute Internetverbindung: Das braucht

man schon, wenn man acht oder mehr

Stunden am Tag arbeitet. Hängematte

am Strand – das ist völlig unrealistisch.“

Das ist die schlechte Nachricht.

Der Rest aber stimmt: Kathrin kann

arbeiten, wo und wann sie möchte.

„Der größte Vorteil ist: Ich habe die

Flexibilität, mir meinen Tag selbst zu

gestalten.“ Wann sie in Fuerteventura

eine Pause eingelgt und einen Spaziergang

am Meer macht, entscheidet

sie selbst. Wenn sie in München

ist, geht sie zwischendurch mal einen

Kaffee trinken. Und wenn sie zu Hause

in Erlingsdorf arbeitet, einem kleinen

Weiler bei Allmannsdorf, dann geht

sie eben mal schnell an den See, wenn

ihr danach ist. „Lieber arbeite ich eben

abends mal eine halbe Stunde länger“,

sagt sie. Es liegt in ihrer Verantwortung.

„Man muss sich eben selbst gut

organisieren können.“

Eigenverantwortung und Selbstorganisation:

Eigenschaften, die deutsche

x84


WIKO

Arbeitgeber ihren Mitarbeitern offenbar

nur sehr bedingt zutrauen. Nicht

umsonst stimmen viele dem durch Corona

auferlegten Homeoffice nur zähneknirschend

zu und möchten nach

dem Ende der Pandemie schnellstmöglich

wieder alle ins Präsenzbüro

zurückbeordern (siehe Artikel S. 52-

54). Dabei könnten sich die Unternehmen

von digitalen Nomaden einiges

abschauen, findet Kathrin Lucia Meyer.

Als Erstes: „Dezentrales Arbeiten ist

kostensparend.“ Unternehmen brauchen

weniger Büroflächen, die Mitarbeiter

sparen sich Fahrtkosten. „Das

ist auch noch umweltfreundlicher“,

zeigt die freiberufliche Journalistin auf,

„und die Arbeitnehmer sind entspannter,

wenn sie nicht pendeln müssen.“

Insgesamt zufriedener, ausgeglichener,

motivierter, ja sogar gesünder?

„Ich habe kaum Krankheitstage, auch

nicht im Winter – da bin ich ja dann eh

im Süden.“

Surf-and-Work-Camps in Südspanien,

Coworking-Spaces auf den Kanaren,

Yoga- und Business-Retreats

in Thailand: Das gibt es, aber nicht

immer muss ortsunabhängiges Arbeiten

so aussehen. Mathias Hertlein

etwa sitzt in seinem Arbeitszimmer in

Markt Berolzheim. 2016 zog der Software-Entwickler

von Berlin zurück in

seine altmühlfränkische Heimat, die

allerdings nicht gerade als Mekka der

IT- und Softwarebranche gilt. Zudem

wünschte er sich Freiheit, Flexibilität

und abwechslungsreiche Projekte.

Also wagte Hertlein den Schritt in die

Selbstständigkeit und schuf sich seinen

maßgeschneiderten Arbeitsplatz

in der Provinz eben selbst. Während

andere Softwareentwickler in Chiang

Mai an ihren Laptops arbeiten, sitzt

Mathias Hertlein zufrieden in seinem

neu gebauten Haus mit Frau und Kind

in B-Heim.

So wird ortsunabhängiges Arbeiten

auch zum Vorteil für die Region. Qualifizierte

Arbeitskräfte bleiben hier oder

kommen zurück, zahlen hier Steuern,

kaufen hier ein, gründen hier ihre Familien.

Zwar sind es meistens die Branchen

Medien, Marketing und IT, in denen

digitale Nomaden zu finden sind.

Doch theoretisch funktioniert das

Modell auch in anderen Berufen. „Das

ist ein ganz großes Potenzial, das man

auch nutzen sollte“, findet Hertlein. Und

aktiv unterstützen. Denn eine gute, flächendeckende

Breitbandversorgung

ist das A und O. Videokonferenzen,

internetbasierte Anwendungen, Dateitransfers:

Ohne die entsprechende

Internet-Infrastruktur geht es nicht.

Ganz ohne Menschen geht es aber

auch nicht. „Für manche Dinge ist der

persönliche Austausch enorm wichtig“,

hat Mathias Hertlein festgestellt.

Die Auftraggeber einmal analog kennenlernen,

an Team-Meetings teilnehmen,

Netzwerk-Treffen besuchen:

„Das ist wichtig für das Zwischenmenschliche,

aber im persönlichen

Austausch steckt auch viel Kreativität

und Innovationskraft.“ Kathrin Lucia

Meyer braucht ebenfalls den sozialen

Kontakt und sucht ihn meistens in

Coworking-Spaces. „Dort kann ich

mich mit Gleichgesinnten austauschen,

aber auch mit Menschen aus

anderen Branchen – und dadurch ganz

neuen Input und Perspektiven bekommen.“

Digitales Nomadentum, ortsunabhängiges

Arbeiten: Was derzeit noch

wie eine Nische für Individualisten erscheint,

könnte auch die Arbeitskultur

in Unternehmen dauerhaft verändern.

Mathias Hertlein hofft auch auf eine

Trendwende weg von starren Zeitmodellen

hin zum flexiblen, ergebnisorientierten

Arbeiten. Außerdem freie

Wohnortwahl, bessere Vereinbarkeit

von Familie, Freizeit und Beruf, Selbstverwirklichung,

Eigenverantwortung.

Umfragen bestätigen: Das sind die Dinge,

die sich die Arbeitnehmer zunehmend

wünschen. Kathrin Lucia Meyer

ist überzeugt: „Solche Arbeitsmodelle

können in Zukunft für Unternehmen ein

Wettbewerbsvorteil sein.“

85


WIKO

Lieber künftiger Arbeitgeber …

VON MIRIAM ZÖLLICH

Ermutigung zum „Herumspinnen“ in der Schule: Die WIKO-Projektklasse durfte

ihre Utopie vom perfekten Unternehmen entwickeln

Unternehmen haben meist sehr genaue

Vorstellungen davon, wie ihre

Azubis oder künftigen Angestellten

sein sollten. Welche Qualifikationen

und Soft Skills sie mitbringen sollten,

was ihre Aufgabengebiete sein werden,

wo ihr Platz im Unternehmen ist.

Doch auch die jungen Menschen haben

bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt

gewisse Vorstellungen. Vorstellungen

etwa vom idealen Chef, vom passenden

Arbeitsumfeld, von den individuellen

Herausforderungen. Was wünschen

sich Schülerinnen und Schüler,

die an der Schwelle zum Berufsleben

stehen? Wie sieht in den Köpfen der

künftigen Azubis das perfekte Unternehmen

aus?

Der Wirtschaftskompass Altmühlfranken

hat genau das herausfinden wollen

und daher die WIKO-Projektklassen

gestartet. Abschlussklassen von der

Gunzenhäuser Wirtschaftsschule und

der Weißenburger Mittelschule wurden

ausgewählt und sollten während

der Projektstunden ihre ganz persönliche

Utopie vom idealen Arbeitsplatz

entwickeln. „Es ist eine richtig gute

Idee, dass die Arbeitgeber erfahren:

Wie tickt denn eigentlich so ein Jugendlicher?

Diese Stimmen sollten gehört

werden“, findet Wolfgang Förtsch,

Schulleiter der Wirtschaftsschule

Gunzenhausen.

Der Wirtschaftskompass ist – so

selbstbewusst darf man sein – durchaus

eine geeignete Plattform, um sich

mit dieser Frage zu beschäftigen.

Bietet es doch den Schülerinnen und

Schülern eine recht gute Übersicht

zum regionalen Arbeitsmarkt. „In unserer

Schule haben wir mit dem Magazin

schon sehr intensiv gearbeitet“, bestätigt

auch Markus Scharrer, Schulleiter

der Weißenburger Mittelschule.

Er konnte beobachten, dass die Jugendlichen

den persönlichen und realen

Bezug zur lokalen Wirtschaft begeistert

angenommen haben. „Gerade

in unserer Schulart ist es am realistischsten,

dass die jungen Leute nach

dem Abschluss in der Region bleiben.

Darum ist es wichtig, dass sie die örtliche

Wirtschaft kennen – aber auch,

dass die Betriebe unsere Schule und

unsere Schüler kennen.“ Und auch,

dass die Gunzenhäuser Wirtschaftsschule

an dem Projekt teilnimmt, passt

für Wolfgang Förtsch gut in ihr Gesamtkonzept.

„Praxisbezogene Arbeit

und praxisbezogenes Unterrichten ist

ein Wesenszug unserer Schule, wir

haben an vielen Stellen immer wieder

x86


WIKO

Bezug zur lokalen Wirtschaft.“ Gerade

in der jetzigen Zeit, in der zum Beispiel

die Berufsausbildungsmesse

abgesagt werden musste, ist das eine

Möglichkeit, wie die Unternehmen mit

potenziellen Azubis und Fachkräften

in Kontakt kommen können, hat auch

WIKO-Projektleiter Kevin Ruff festgestellt.

„Genau deswegen ist der Wirtschaftskompass

für uns viel mehr als

nur ein Magazin. Es ist ein Netzwerk

der lokalen Wirtschaft mit einem ganz

besonderen Spirit, und dazu gehören

selbstverständlich auch die Arbeitnehmer

von morgen.“

EINFACH MAL RUMSPINNEN

Die WIKO-Projektklasse soll diesen

Austausch und die Beschäftigung

junger Menschen mit der lokalen

Wirtschaft nun noch weiter vertiefen.

Regelmäßig durften die Schülerinnen

und Schüler nun in einer Schulstunde

eigenständig ihre Visionen und Vorstellungen

vom idealen Unternehmen

erarbeiten. Und zwar mit möglichst

wenig Einmischung der Lehrkräfte.

„Wir lassen uns überraschen“, freute

sich Wolfgang Förtsch, Schulleiter der

Wirtschaftsschule Gunzenhausen, auf

die Ergebnisse. Er wünschte sich, dass

die Jugendlichen „einfach mal das

Spinnen anfangen“. Aus der Erfahrung

weiß er, dass man gerade aus solchen

Spinnereien am Ende eine konkrete

Idee in der Hand hat. Neue Impulse aus

den SchülerInnen herauskitzeln, sie

ermutigen, kreativ und neu zu denken

– das alles erblüht gerade in solchen

Projektformaten abseits des Regelunterrichts.

Freilich haben die pandemiebedingten

Einschränkungen des Unterrichts

teilweise einen Strich durch die Rechnung

gemacht und den Schulalltag

ordentlich durcheinandergewürfelt.

An der Weißenburger Mittelschule haben

mehrere Quarantänefälle und der

Lockdown das intensive Arbeiten mit

dem Projekt fast im Keim erstickt, sehr

❱Fortsetzung nächste Seite❱

87


WIKO

zum Bedauern von Schulleiter Markus

Scharrer. Er ist überzeugt, dass die

jungen Leute am Ende spannende Ergebnisse

im WIKO hätten präsentieren

können. „Wenn man ihnen diese Möglichkeit

gibt, können sie sehr kreativ

sein“, weiß er.

Scharrer nutzt gerne Chancen an seiner

Schule, um die Lernkultur ein wenig

zu verändern und das Selbstbewusstsein

der Mittelschule zu stärken. Bei

ihm rennt man mit solchen Projekten

parallel zum regulären Lehrplan offene

Türen ein. Weit offene Türen. So gibt

es an der Mittelschule etwa seit Jahren

eine erfolgreiche Schülerfirma, in

der Produkte wie Flaschenöffner und

Schmuck hergestellt und verkauft werden.

Über den Daumen gepeilt einmal

im Monat findet eine Schülervollversammlung

statt, die von den Jugendlichen

selbst initiiert und zu einem

selbst ausgewählten Thema gestaltet

wird. In der Mountainbike-AG, gemeinsam

mit Velovita (S. 6), treffen Sport

und Fahrrad-Know-how aufeinander.

Und einmal im Jahr steigt mit „Miniwug“

ein riesiges Planspiel-Projekt, in

dem die Kinder und Jugendlichen die

regionale Wirtschaft für eine Woche

nachstellen. Sie erwirtschaften Spielgeld

und bringen es in den Wertschöpfungskreislauf

ein. Der Schulleiter

glüht für diese Art von lebensnahem

Vermitteln: „In dieser einen Woche lernen

manche Schüler mehr als in einem

ganzen Schuljahr.“

NETTE KOLLEGEN SIND SEHR

WICHTIG

Die WIKO-Projektklasse in Gunzenhausen

hatte mehr Glück und es sich nicht

nehmen lassen, ihre Utopie vom perfekten

Arbeitgeber zu entwickeln. Zunächst

wurde grundlegend erfragt, wie

es für die Jugendlichen nach dem Abschluss

weitergeht. Mehr als drei Viertel

der 20 SchülerInnen haben bereits

konkrete Pläne: Sie beginnen Ausbildungen

im kaufmännischen Bereich,

im gewerblich-technischen Bereich,

im sozialen Sektor oder in der Pflege

oder gehen auf eine weiterführende

Schule. Zwei Branchen hingegen sind

in der WIKO-Projektklasse in keinem

konkreten Zukunftsplan enthalten: die

Landwirtschaft und die Gastronomie

beziehungsweise Hotellerie.

Leider sind nicht alle künftigen Jobs

auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen:

Nur knapp ein Drittel

der SchulabgängerInnen der Projektklasse

bleibt hier, der Rest geht

nach Ansbach, Roth-Schwabach oder

anderswohin. Nur das Donau-Ries

scheint kein beliebter Standort zu sein

– dorthin verschlägt es niemanden aus

der WIKO-Klasse. Generell sind die

Jugendlichen bereit, für den Traumjob

ihre Zelte abzubrechen: Von den

20 Befragten wären acht bereit, den

Landkreis dauerhaft zu verlassen, vier

würden auch das Bundesland wechseln

und drei sogar Deutschland den

Rücken kehren. Nur fünf sähen es als

Option, für den Job zu pendeln. Hier

kann man eine wichtige Botschaft an

die Wirtschaftsregion Altmühlfranken

herauslesen: Sich nahbar und attraktiv

für hier aufgewachsene und ausgebildete

junge Leute zu präsentieren, kann

langfristig Arbeits- und Fachkräfte im

Landkreis halten.

Interessant wird es bei der Frage, was

die Teenager von ihrem Traumjob erwarten.

Denn nicht etwa ein gutes

Gehalt oder Aufstiegschancen sind

die wichtigsten Faktoren. Mehr als ein

Drittel der Befragten gab an, dass ein

sicherer Arbeitsplatz am wichtigsten

ist, gefolgt von netten Kollegen bzw.

einem guten Arbeitsklima (ein Viertel).

Berechnet man die Zweit- und Drittstimmen

aus der Umfrage mit hinein,

sind nette Kollegen sogar auf Platz

eins – noch vor dem guten Gehalt, das

immerhin im Durchschnitt aller Priorisierungen

dann auf Platz zwei landet

(siehe Grafik). An dritter Stelle der Ge-

x88


WIKO

samtnennungen kommt die Nähe zu

Freunden und Familie – viele Jugendliche

scheinen eine gute Portion Heimatverbundenheit

mitzubringen.

Die Schülerinnen und Schüler formulierten

zudem eine Art „Wunschzettel“

an die künftigen Arbeitgeber. Etwas,

das im „richtigen“ Leben natürlich undenkbar

wäre: bei einer Bewerbung

einfach mal einen Wunschzettel abgeben,

was man sich vom Unternehmen

erwartet. Doch in der WIKO-Projektklasse

darf gewünscht werden. Im

gewerblichen und kaufmännischen

Bereich stehen ganz oben auf der Liste:

regelmäßige Mitarbeitergespräche,

ein gutes Arbeitsklima, nette Kollegen,

flexible Arbeitszeiten und „coole“ Firmenevents.

Außerdem bezahlte Weiterbildungsmöglichkeiten,

Aufstiegschancen

und finanzielle Anreize wie

etwa Leistungsprämien, Urlaubsgeld,

ein Firmenwagen oder Fahrradleasing.

Außerdem eine breite Ausbildung mit

Einblick in unterschiedliche Bereiche,

kurzum: Spaß und Abwechslung im

Beruf.

Im Bereich Soziales und Pflege zeigt

sich anhand der Wunschliste deutlich,

wo die Knackpunkte in dem Sektor liegen:

Es geht um Wertschätzung und

Finanzielles. Die künftigen ArbeitnehmerInnen

stellen sich einen sicheren

Arbeitsplatz mit besserer Bezahlung

vor, eine Fahrtkostenerstattung (etwa

für die Aus- und Weiterbildung) oder

auch regelmäßig neue Arbeitskleidung.

Auch eine größere Flexibilität

bei den Arbeitszeiten und Vereinbarkeit

von Beruf und Familie stehen auf

dem Wunschzettel. Das Miteinander

im Team sollte kollegial sein und der

Chef oder die Chefin sollte „nicht nur

anschaffen, sondern mitarbeiten“.

Und dann wurden schon auch spezielle

Wünsche genannt. Etwa ein schöner

Arbeitsplatz, im Sinne von ansprechend

gestaltet. Rücksicht auf die

Umwelt, Verwendung neuer Technologien

und Homeoffice. Eine gute Work-

Life-Balance ohne Wochenendarbeit,

dafür aber mit Berücksichtigung familiärer

Belange und Arbeitszeiten, die

sich dem Lebensalter beziehungsweise

Lebensabschnitt anpassen. Mehr

Akzeptanz für Piercings und Tattoos

stehen auf dem Zettel. Und: kostenlose

Pizza als Belohnung einmal in der

Woche. Wunschzettel ist halt Wunschzettel.

Unterm Strich aber zeigt sich:

Das, was sich die meisten jungen Menschen

von ihrem künftigen Job wünschen,

sind eigentlich alles andere als

unmögliche Utopien. Sondern selbstbewusste,

ehrliche Wünsche an die

Arbeitswelt.

DAS „ECHTE LEBEN“ IN DIE

SCHULE BRINGEN

Auch wenn es mit der WIKO-Projektklasse

heuer aufgrund von Corona

nicht geklappt hat: Die Kinder auf diese

Arbeitswelt und das Leben überhaupt

vorzubereiten, sieht Weißenburgs Mittelschule

generell als ihre wichtigste

Aufgabe. „Das ist das echte Leben, und

das müssen wir in die Schule reinbringen“,

ist Schulleiter Markus Scharrer

überzeugt. „Wir sind doch so entscheidend

für die Biografie unserer Schüler.“

Um immer wieder neue Ideen zu entwickeln,

wie man den Lehrplan anreichern

könnte, ist die Mittelschule auch

recht umtriebig in Sachen Netzwerken.

Durch die Bildungspartnerschaft mit

der Hermann Gutmann Stifung steht

man in Kontakt mit 15 weiteren Schulen

in ganz Mittelfranken, die Aufnahme

in die Deutsche Schulakademie

brachte auch einen „ordentlichen

Schub“, freut sich Scharrer. Wenn er

einen Wunschzettel schreiben dürfte,

stünde darauf wohl ein Umdenken in

der Bildung – weg vom Notendruck,

hin zum Menschen als Ganzes. „Ich

bin überzeugt: Die Arbeitswelt braucht

kreative Leute, kritikfähige Leute. Menschen,

die über Resilienz verfügen, mit

Leidenschaft, Visionen, Mut und guter

Selbsteinschätzung. Alles andere werden

künftig Algorithmen übernehmen.“

89


WIKO

Immer nur nach dem Staat rufen,

kann nicht die Lösung sein! VON JAN STEPHAN

Die Weißenburger Rednerin Margit Hertlein spricht über ihre Corona-

Zeit und appelliert an alle: „Zuerst muss man sich selbst retten!“

Wenn man sein Geld als Rednerin

vor vielen Menschen verdient, ist

die Corona-Krise doch irgendwie

ein ziemlich strukturelles Problem,

oder?

Ja, meine normalen Verdienstmöglichkeiten

waren Ende März 2020 weg.

Und das sind sie bis heute. Mir war

da schon klar, dass sich das Thema

nicht so schnell erledigt. Mein Mann

hat immer gesagt: 2020 ist der Trailer

für 2021. Und ich fürchte, er hat recht.

Das ist noch nicht vorbei.

Sie machen uns Angst. Wie schaffen

Sie es, so ruhig mit der Situation

umzugehen? Ist das für eine Selbstständige

mit Angestellten nicht eine

bedrohliche Situation?

Ich habe mich nie existenzbedroht gefühlt,

eher existenzbewegt. Das liegt

auch an meiner Einstellung. Ich habe

einen Glaubenssatz, der heißt: Man

weiß nie, wozu es gut ist. Ich versuche

Dinge eher als Herausforderung denn

als Bedrohung zu sehen. Also habe

ich mir im März 2020 gedacht: Wenn

es so wie bisher nicht mehr geht, wie

könnte es dann gehen …

Wie funktioniert das wirtschaftlich?

Ich hatte eine Menge Kunden, bei denen

die vergangenen Monate nicht die

Weiterbildung im Mittelpunkt stand.

Die hatten andere Probleme. Ich bin

erst mal dankbar, dass es in Deutschland

Kurzarbeit gibt. So konnte ich

meine Mitarbeiter halten. Aber ich

bin Unternehmerin. Und das

heißt, dass ich vor allem für

mich selbst verantwortlich

bin. Wenn ich in einer solchen

Situation nichts unternehme,

habe ich den Namen „Unternehmer“

nicht verdient. Aber damit

hatten viele ein Problem. Mich hat es

geärgert, in Zoom-Calls Kollegen zu

erleben, die nur nach dem Staat gerufen

haben. Da denke ich mir schon: Ihr

steht sonst vorne dran und sagt den

Unternehmern, das musst du tun und

das musst du tun. Und dann kommt ihr

selbst nicht in die Gänge …

Aber für viele waren und sind diese

Zeiten schon auch eine emotionale

Herausforderung …

x90


WIKO

Wir hatten vor Corona

eher First-World-Problems.

Und jetzt standen

auf einmal Leute

auf der Straße und waren

existenziell bedroht.

Wenn ich sage, für mich

war die Zeit nicht existenzbedroht,

ist das meine Perspektive.

Aber jemand, der

einen Sachbearbeiter-Job

hat, der versteht sich nicht

als Unternehmer oder als

Künstler. Corona hat vielen

Menschen eine Scheiß-Angst

gemacht. Da gibt es nichts

schönzureden. Ich werde jetzt

nicht kommen mit „Denkt halt

ein bisschen positiver“. Wichtig

ist, dass man selbst aktiv bleibt. Denn

wenn ich darauf warte, dass mich irgendjemand

rettet, dann macht es

vielleicht am Ende keiner.

Herausforderungen gab es während

der Pandemie aber nicht nur im

Job.

Ja, gerade mit Blick auf die Familien

war das mitunter bitter. Das wurde

öffentlich nicht so gesehen, was das

für Herausforderungen waren. Dass

man in einer Intensivstation während

Corona Stress hat, leuchtet jedem ein.

Aber dass es für die Mutter mit Job,

Kindern und Homeschooling sehr,

sehr hart ist – und da bleibt wieder mal

der größte Zeiteinsatz bei den Frauen

– war nicht so präsent. Dabei ist

es doch die eigentliche Herausforderung,

ein Leben mit Kindern zu meistern

und nicht auf irgendeinem Achttausender

herumzukraxeln oder eine

Wüste zu durchqueren.

Sie sind viel in Kontakt mit unterschiedlichen

Ebenen der Wirtschaft.

Wie ist man da mit der Krise

umgegangen?

Das kann ich nicht flächendeckend

beantworten, weil ich fast ausschließlich

die Gesundheitsbranche als Kunden

habe. Kliniken, die Pflegenden,

Apotheken, Ärzte, Pharmaunternehmen.

Das waren die Branchen, die

sich im vergangenen Jahr stark umorganisieren

mussten. Was der Pflege

❱Fortsetzung nächste Seite❱

91


WIKO

unheimlich gutgetan hat, war die öffentliche

Anerkennung. Bitter ist, dass

sich diese Anerkennung nicht auch im

Geldbeutel ausgezahlt hat. Und wenn

du schuftest bis zum Umfallen, magst

du irgendwann auch nicht mehr nur

beklatscht werden.

Seit rund einem Jahr herrscht jetzt

ein fortwährender Ausnahmezustand.

Glauben Sie, dass es im Zuge

der Corona-Pandemie auch zu einer

Zunahme der psychischen Erkrankungen

wie Burn-out etc. kommen

wird?

Ja, wird es. Jeder hat eine persönliche

Belastungsgrenze, ab der er sagt: ich

kann einfach nicht mehr. Da werden

Leute zusammenklappen Ich habe

eine Online-Gruppe mit 500 PTAs.

Und die Geschichten, die ich da gelesen

habe, da muss ich sagen: Holla

die Waldfee. Das war schon sehr fordernd.

Allgemein kann man sagen, so

unterschiedlich die Menschen sind, so

unterschiedlich sind auch Apotheken,

Ärzte, Kliniken mit den Anforderungen

umgegangen. Ein Rettungssanitäter,

eine Intensivkraft, ein Intensivmediziner,

die haben den Sturm in ihrem täglichen

Geschäft erlebt und haben sich

auch in der Krise leichter getan. Aber

Menschen, die bisher weit weg von

solchen Notsituationen ihren normalen

Job gemacht haben, für die waren

das extreme Herausforderungen.

Was raten Sie den Menschen unter

diesen Bedingungen? Wie kann es

gelingen, dauerhaft stabil zu bleiben

und vor allem auch gut mit sich umzugehen?

Was ich schon vor der Pandemie gesagt

habe: Achtet auf euch, sorgt für

euch. Ich habe einen Vortrag, der heißt

„Druckabfall – und dann?“. Zu Beginn

des Vortrags fällt eine Sauerstoffmaske

herunter. Wie im Flieger. Und dann

erzähle ich, dass auch bei den Sicherheitsunterweisungen

gesagt wird, zuerst

selbst die Maske aufsetzen und

atmen, erst danach den anderen Menschen

helfen. Das ist der Punkt. Wir

können anderen nur helfen, wenn es

uns selbst gut geht. Aber dem steht

unsere Mentalität entgegen: Geht

schon, geht schon, da beißen wir uns

jetzt durch, heißt es dann … Aber dadurch

wird es nicht besser.

Schaffen Sie das immer?

Zumindest habe ich im August meine

Sommerpause gemacht, obwohl ich

das Jahr viel daheim war. Ich habe lange

überlegt, aber dann habe ich mir gedacht,

nein, du machst das, was du anderen

rätst, und zwar Pause. Und das

war ein guter Moment zum Innehalten.

Ich habe zum Beispiel erst da gemerkt,

was ich in den vergangenen Monaten

alles gelernt hatte. Das fiel mir auf, als

ich meinen Schreibtisch aufgeräumt

habe. Da sind mir meine Notizen von

den ersten Online-Workshops in die

Hände gefallen, die ich selber belegt

habe, um mich digital fit zu machen.

Und da habe ich erst mal herzhaft

gelacht. Weil auf den Zetteln standen

absolute Selbstverständlichkeiten. Da

wurde mir erst bewusst, wie ahnungslos

ich noch ein paar Wochen vorher

war und wie viel ich dazugelernt hatte.

Und das war ein Super-Gefühl, direkt

zu sehen, was man geschafft hat. Und

das ist ein allgemeiner Ratschlag: Die

Leute sollten sich Zeit nehmen und es

greifbar machen, es visualisieren, was

sie schon alles geschafft haben. Weil

ansonsten schaut man nicht darauf,

was man schon getan hat, sondern

darauf, was man noch alles nicht getan

hat, und das ist nach wie vor eine ganze

Menge.

Was kann im Alltag konkret helfen?

Es braucht neue Bahnen und Wege

im Kopf. Corona hat viele Gewohnheiten

erledigt. Und Gewohnheiten

sind wichtig für uns, weil sie unserem

Gehirn helfen, Energie zu sparen. In

Bezug auf Sauerstoff- und Nährstoffverbrauch

ist unser Gehirn ganz schön

fordernd. Es kann bis zu 20 Prozent

des gesamten Energieverbrauchs

des Körpers für sich beanspruchen –

mehr als jedes andere Organ, obwohl

es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse

ausmacht. Also jedes fünfte

Stück Schokolade wird komplett zum

Hirnfutter. Corona hat uns ganz gezwungen,

ständig neue Trampfelpfade

anzulegen. Und das kostet Kraft. Wir

brauchen neue Routinen, und

wenn neue Routinen

da sind, spart das

Energie, tut uns

gut und gibt

Sicherheit, in

einer Zeit, in

der nichts sicher scheint. Und natürlich

hilft auch Humor, wenn einem das

Wasser bis zum Hals steht.

Sie haben sogar einen Preis gewonnen

für Ihr persönliches Krisenmanagement?

Ja, das hat mich sehr gefreut. Der

BDVT, der größte deutsche Trainerverband,

hat einen Sonderpreis ausgelobt

für Trainer, die besonders kreativ durch

die Krise gekommen sind. Das war der

Dandelion-Award. Dandelion ist ja auf

Englisch der Löwenzahn und der steht

auch dafür, überall irgendwie durchzukommen.

Egal wie oft du ihn ummähst.

Wofür genau war der Preis?

Für eine Videoreihe. Ich habe – als

das mit Corona anfing – mit meinen

Zielgruppen telefoniert und versucht

rauszukriegen, was die brauchen. Und

dabei hat sich gezeigt, dass ein ganz

wichtiges Thema für die Menschen in

den Gesundheitsberufen die Arbeitsbelastung

war. Und damit verbunden

die Motivation. Also habe ich mit einer

Apothekerin Videobotschaften

für PTAs produziert. Mit dramaturgisch

einfachsten Mitteln haben wir

da immer wieder für einen Schmunzler

im Alltag gesorgt. Das war nicht

high-sophisticated, sondern sollte

eine Art Humorschüttler für die Mittagspause

sein. Diese Videoserie ist

x92


WIKO

wöchentlich an 20.000 Apotheken in

Deutschland gegangen. Die Resonanz

war großartig. Am Anfang war es noch

ein bisschen komisch für mich, ohne

Publikum in die Kamera zu sprechen.

Aber inzwischen ist das Normalität,

ich habe im vergangenen Jahr um die

180 Videos gedreht. Ich halte auch Online-Vorträge.

Und ich liebe es, bei den

Online-Vorträgen mir immer wieder

ein neues Setting auszudenken. Klar,

die neutrale, weiße Wand mit Firmenlogo

geht immer. Deshalb gibt es eine

Videokolumne „Gruß aus der Küche“,

bei der ich beim Gemüse-Schnippeln

aus meiner Küche zum Publikum spreche.

Die Küche war bei Partys schon

immer ein toller Ort für gute Gespräche.

Das bricht das Eis und löst diese

klassische Online-Vortrags-Situation

auf. Und man hat danach jede Menge

klein geschnittenes Gemüse …

Wie haben Sie denn die Stimmung

bei den Menschen erlebt? Die Corona-Zeiten

sind ja auch Monate der

hitzigen Diskussion.

2020 war auch mein Jahr der Desillusionierung.

Da haben sich Vorhänge

gelüftet. Ich fand es schlimm, welch

abstruse Überlegungen da angestellt

wurden. Auch von Menschen, die ich

bisher für lebenserfahren und klug

hielt. Ich bin erschrocken, was da alles

kam. Wie viel Menschen aus der Friede-Freude-Eierkuchen-Abteilung

an

so einen Mist glauben. Leute, die wirklich

meinen, dass Bill Gates versucht,

die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Woran liegt dieses strukturelle Misstrauen

der Menschen?

Wenn Menschen sich bedroht fühlen,

handeln sie nicht rational. Dann suchen

viele nach Sicherheit. Und einfache

„Wahrheiten“ geben Sicherheit.

Schon in der Bibel wird erzählt, dass

es Menschen gab, die um ein goldenes

Vieh getanzt sind. Obwohl sie ja schon

einen ganz vernünftigen Gott hatten.

Und nach wie vor ist es einfacher, sich

einen Schuldigen zu suchen, als sich

um Lösungen zu kümmern.

Warum trauen die Menschen der

Wissenschaft nicht mehr?

Es gab viele, die bei bestimmen Entscheidungen

gesagt haben: Da habe

ich ein komisches Gefühl. Aber was

heißt denn das, ein Gefühl? Ich erkläre

das mit dem Unterschied zwischen

langsamem und schnellem Denken.

Das schnelle Denken kennen wir auch

unter dem Begriff „Intuition“ oder

Bauchgefühl. Mit dem schnellen Denken

rufen wir blitzschnell unsere Erfahrungen

ab. Das langsame Denken ist

das, was die Wissenschaftler machen.

Das ist Pro und Kontra, Try and Error,

Thesen aufstellen, überprüfen, nächste

These … Im Alltag brauchen wir das

schnelle Denken, weil man nicht jede

Entscheidung über das Mittagessen

mit wissenschaftlichen Methoden

treffen kann oder will. Aber: Wenn es

um Leben und Tod und eine Pandemie

geht, kommen wir mit Gefühlen nicht

weiter. Außerdem fehlen uns die Erfahrungswerte

im Umgang mit Pandemien.

Dann brauchen wir das langsame

Denken, aber das fühlt sich halt nicht

so gut an. Menschen, die noch halbwegs

offen sind, denen kann man das

auch erklären.

Gute Kommunikation ist als Trainerin

für sie auch Kernkompetenz. Wie

lief es denn bislang in der Krise zwischen

Politik und Bürger?

Dieser Anspruch, wenn jemand gewählt

wird, deswegen ist er oder sie

viel gescheiter als wir, viel integrer als

wir, viel stressresistenter, das ist überzogen.

Die Politik spiegelt im Kleinen

wider, was wir im Großen auch haben.

Egal, wie top weltweit Politiker agiert

hätten, wenn wir in unseren Köpfchen

beschließen, dass uns bei solchen Entscheidungen

die Sicherheit fehlt, dann

holen wir uns woanders die Sicherheit.

Ob die nur Sicherheit verspricht oder

auch tatsächlich bietet, ist dann auch

schon egal. Hauptsache wir fühlen

uns wieder gut und unser schnelles

Denken ist zufrieden. Aber ich fand

das letztes Jahr wirklich müßig, dass

sich die Menschen darüber beschwert

haben, dass es ein Hin und Her in der

Politik gab. Das lag einfach daran, dass

man viel nicht gewusst hat und trotzdem

Entscheidungen treffen musste.

Und der Schaden für die Wirtschaft

Ach, diese ganzen Debatten, dass man

jetzt sofort alles öffnen muss, damit

die Wirtschaft nicht kaputtgeht … Es

ist doch genau andersrum: Die Wirtschaft

geht kaputt, wenn wir dieses

Virus nicht eindämmen. Das ist doch

der Punkt.

Margit Hertlein ist eine preisgekrönte

Rednerin und Trainerin.

Nach Ethnologie- und BWL-Studium

gründete die Weißenburgerin

frisch von der Uni einen Zubehörversandhandel

für VW-Busse und

übernahm später für ein Jahrzehnt

die Geschäftsführung in einem

Autohaus. Nach Jahren als Musikerin

wechselte sie 1997 in die

Trainer- und Fortbildungsbranche.

Heute arbeitet sie für internationale

Konzerne genauso wie für kleine

Mittelständler. 2013 wurde sie von

der German Speakers Association

(GSA) zur Vortragsrednerin des

Jahres gekürt und ist dort mittlerweile

auch Vorstandsmitglied.

Von ihrem Büro im Weißenburger

Ortsteil Hagenbuch aus hat sie die

Corona-Krise hautnah miterlebt.

Und sie hat ein paar Ratschläge:

für Unternehmer wie für alleinstehende

Mütter.

93


WIKO

Green Business im Landkreis –

Ideen mit Perspektive

VON JAN STEPHAN

Nachhaltige Energieversorgung ist ein Megatrend. Wir haben uns im Landkreis

umgesehen, wer hier spannende Ideen zu bieten hat. Und wir sind fündig

geworden. Heizomat, Ossberger, Dezony und ihr Blick auf die Zukunft.

Automobilindustrie und Maschinenbau

– das ist das wirtschaftliche Rückgrat

der Republik. Über Jahrzehnte

bescherten sie Wohlstand und Jobs.

Auch in Altmühlfranken hängen eine

Menge Arbeitsplätze über Zulieferbetriebe

direkt an VW, Daimler und Co.

Die großen Konzerne aber müssen

sich gerade neu erfinden.

„Schuld“ an dem Druck ist eine Einsicht,

die nicht mehr weggehen wird: dass

die Menschheit nämlich seit eineinhalb

Jahrhunderten auf Pump wirtschaftet,

dass sie Ressourcen schneller verbraucht,

als sie entstehen, dass sie

mit ihrer Art zu leben den Planeten aus

dem Gleichgewicht bringt.

Wir wollen in dieser Geschichte aber

nicht von schmerzhaften, aber keineswegs

aussichtlosen Transformationsprozessen

der alten Industrie erzählen,

sondern den Blick auf diejenigen werfen,

die sich gar nicht erst verändern

müssen, um in die Zukunft zu passen.

Wie ist Altmühlfranken im Bereich des

neuen Green Business aufgestellt?

Ortstermin bei drei Unternehmen der

Region. Wir beginnen in Maicha und

Heidenheim. In Orten, die ein wenig

abseits liegen. Und das ist ganz passend,

denn auch Heizomat, das in

diesen beiden Orten ein kleines Imperium

des Heizens mit Holz aufgebaut

hat, war lange ein bisschen abseits.

Als Robert Bloos senior das Unter-

nehmen 1982 gegründet hat, war Heizen

mit Holz mehr Vergangenheit als

Zukunft. Heute hat das Unternehmen

270 Mitarbeiter, gerade zehn Millionen

Euro in ein neues Gebäude investiert

und muss im Moment den Export nach

Kanada und Japan reduzieren, um auf

dem deutschen und europäischen

Markt hinterherzukommen.

„Potenzial am Markt hätten wir wahrscheinlich

das Zehnfache, wenn ich auf

die Bestellungen schaue“, sagt Robert

Bloos junior und schnauft kurz durch.

Er teilt sich die Geschäftsführung mit

seinem Vater. Und er stellt gerade

wieder einmal fest, dass Erfolg auch

anstrengend ist. Erst recht, wenn er

der eigentlichen Leidenschaft im Weg

x94


WIKO

steht, Dinge immer noch ein kleines

bisschen besser zu machen. Durch

Entwickeln, Tüfteln und Erfinden.

„Im letzten Jahr hatten wir kaum Zeit

für Entwicklung und Innovation, weil

wir uns um die Produktion kümmern

mussten“, erzählt Bloos junior. „Aber

wir haben gemerkt, dass das nicht gut

für uns ist.“ Der Erfolg der Gegenwart

kann dafür sorgen, dass der Erfolg der

Zukunft zu kurz kommt. Dieses Jahr

hat man sich fest vorgenommen, wieder

mehr Zeit im Zukunftslabor zu verbringen.

Im Moment steht Heizomat international

vor allem für zwei Dinge: Biomasseheizungen

und Holzhackmaschinen.

„Da sind wir einfach besser als die anderen“,

sagt Bloos auf die Frage, warum

denn Kanadier Holzheizungen aus

Maicha und Heidenheim bestellen. „Wir

setzen auf Fertigung in Deutschland

und hohe Qualität. Das überzeugt die

Kunden.“ Außerdem können die „Heizomaten“

in vielen Fällen mehr als die

Konkurrenz. Von Anfang an ging es Robert

Bloos senior darum, eine nachhaltige

Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

In der wandern keine wertvollen Stämme

in den Heizkessel, sondern Holzreste.

Dieser Ansatz legte den Grundstein

für robuste Heizungssysteme,

die man mit den verschiedensten Materialien

befeuern kann. „In Spanien

haben wir Anlagen, die mit Olivenkernen

betrieben werden, und in Afrika

sind Kakaoschalen ein Riesenthema“,

erklärt Robert Bloos junior. Längst

geht es nicht mehr nur um Holzpellets,

das in den Kesseln zu Energie

gemacht wird, sondern viel allgemeiner

um Biomasse. In Europa sind das

etwa Rinde, Durchforstungsholz oder

sogenanntes Straßenbegleitgrün, in

anderen Ländern eben Olivenkerne

oder Kakaoschalen.

Das klingt einfacher, als es ist. Was alles

an technischen Klein- und Kleinst-

Innovationen in den Heizomat-Anlagen

steckt, ahnt man erst, wenn man

sich durch die technischen Neuerungen

liest, die in steter Regelmäßigkeit

aus der Ideen-Werkstatt von Heizomat

kommen. Die ist ein elementarer Teil

des speziellen Erfolgs dieses Unternehmens.

Denn Heizomat hat zwar

eine eigene Entwicklungsabteilung,

aber Ingenieur ist bis heute kein Einziger

angestellt. „Wir sind immer noch

ein Handwerksbetrieb“, sagt der Juniorchef.

Und an dem Tonfall merkt

man, dass man hier einen nicht verhandelbaren

Punkt entdeckt hat, einen

Teil der Heizomat-Identität.

Man kommt nicht von der klassisch

deutschen Ingenieurs-Entwicklung,

sondern aus dem gut ausgebildeten

und klugen Handwerk. Hier wird weniger

gerechnet und gezeichnet, hier

wird gebaut, geschraubt und in der

Praxis ausprobiert. „Das ist Learning

by Doing mit Visionen“, formuliert

der Junior das Geschäftsprinzip.

Bei dem setzt man vor allem

auf Handwerker, die

etwas können und dazulernen

wollen. Allerdings

gibt es die kaum mehr

auf dem Arbeitsmarkt,

weil immer mehr Jugendliche

den Weg

ins Studium wählen. „Wir kriegen im

Monat 50 Bewerbungen von Studenten

oder technischen Zeichnern, aber

wir brauchen Schlosser, Schweißer,

Schreiner, Lackierer, Maurer, Monteure

…“, so Bloos.

Hinter den Kulissen ist man längst in

der Entwicklung neuer Themen. Während

die eigene Lkw-Linie eher eine

Liebhaberei ist und man das automatisch

drehende Solar-Paneel aus Kapazitätsgründen

zurückgestellt hat,

richtet man das Augenmerk auf eine

der Techniken der Zukunft: die Speicherung

von erneuerbaren Energien in

Wasserstoff. „Da sind wir schon dran“,

sagt Bloos. „Wir sind ja nicht mit dem

Holz verheiratet, sondern unser Thema

sind die Elemente, die uns Energie

schenken.“

Ortswechsel, Besuch in Weißenburg,

auf dem Werksgelände der Firma Ossberger

am Rande der Weißenburger Innenstadt.

Hier ist ein Weltmarktführer

im Bereich der kleinen Wasserkraft zu

Hause. Nirgends baut man Turbinen,

die es besser verstehen, mit unterschiedlichen

und schwankenden Wassermassen

zurechtzukommen. Kein

Kontinent, auf dem nicht Wasserkraft

made in Weißenburg steht.

Und diese Energieform hat weltweit

noch eine Menge Potenzial, wie Studien

zeigen. Ihr großer Vorteil ist, dass

sie planbares Energievolumen liefert.

❱Fortsetzung nächste Seite❱

95


WIKO

Anders als Sonnenschein oder Windstärke

lässt sich mit dem Durchstrom

eines Gewässers vergleichsweise konstant

rechnen. Die Kehrseite der Medaille

ist, dass dieses konstante Energievolumen

auch dann anfällt, wenn es

gar keine großen Abnehmer für diese

Energie gibt, etwa nachts.

Hier kommt ein neues Geschäftsfeld

ins Spiel, das man bei Ossberger

in Weißenburg gerade in den Blick

nimmt. Von der Wasserkraft zum Wasserstoff

ist es nicht weit und Wasserstoff

ist das Thema der Stunde. Die

Bundesregierung hat milliardenschwere

Förderpogramme aufgelegt,

um Deutschland zum Wassrstoff-Land

zu machen. Man glaubt, dass das Gas

der Energieträger der Zukunft sein

wird. Und die Bundesregierung ist

ganz offenbar nicht die Einzige, die diesen

Glauben pflegt. An den Börsen begeistern

sich Anleger gerade nahezu

blind für alles, was mit dem Gas zu tun

hat, aus dem die Träume sind.

Das hat einen nachvollziehbaren

Grund: Wasserstoff verbrennt nahezu

emmissonsfrei und ist zudem fast

endlos vorhanden. Der Traum von

der grünen, von der nachhaltigen,

von der dekarbonisierten neuen Wirtschaft

scheint greifbar. Ein verlockendes

Szenario, weil es nahelegt, dass

man doch gar nicht so viel ändern

müsste, wenn man nur den Grundenergieträger

austauscht. Wasserstoff

statt Erdöl und die Sache ist erledigt?

So einfach ist es allerdings nicht. Die

Sache hat einen nicht unerheblichen

Haken. Wasserstoff kommt nahezu

ausschließlich in gebundener Form

vor. Und zwar als H 2

O, also Wasser.

Um ihn aus dieser Verbindung zu lösen,

braucht es Energie. Erheblich

mehr Energie als man nachher über

die Verwertung des Wasserstoffs in

einer Brennstoffzelle wieder zurückbekommt.

Ist die Wasserstoffwirtschaft

also im Grunde eine dumme Idee?

Natürlich nicht, sie muss aber richtig

aufgezogen werden. Und damit wären

wir wieder in Weißenburg und bei der

Firma Ossberger. „Die Wasserstoffwirtschaft

macht nur dann Sinn, wenn

man den Wasserstoff auch mit nachhaltigen

Energien erzeugt“, erklärt Geschäftsführer

Dr. Karl-Friedrich Ossberger.

Bei diesem Ansatz bleiben die

erneuerbaren Energien – Wind, Sonne,

Wasser – die eigentliche Rettung,

aber Wasserstoff ist das Medium, das

die Speicherung dieser Energie ermöglicht.

Eine Art Batterie in Gasform.

Nur dass man für die Produktion dieser

„Batterie“ nicht endliche Rohstoffe

verbraucht, tonnenweise CO 2

und Müll

produziert, von dem man noch nicht so

recht weiß, wie man ihn entsorgt.

Ossberger denkt nun über dezentrale

Wasserstoff-Produktionsanlagen

nach, die mit den eigenen Wasserkraftwerken

gekoppelt sind. Tagsüber

wird der Strom von den Besitzern der

Turbinen selbst genutzt oder zu guten

Preisen ins Stromnetz eingespeist,

nachts aber, wenn den Strom keiner

haben will, nutzt man ihn für kostenlose

Produktion von Wasserstoff.

Mit dem kann man dann die eigene

Fahrzeugflotte betreiben, ihn an Wasserstofftankstellen

verkaufen oder

auch gleich selbst eine eröffnen. Firmenchef

Ossberger ist mit Nachdruck

an dem Thema dran und baut sich ein

Netzwerk, das erste Impulse für die

Entwicklung geben soll. „Dass das

Zentrum für Wasserstoff in Bayern in

Nürnberg beheimatet ist, bietet gute

Chancen für Kooperationen“, ist Ossberger

überzeugt. Zumal sein Unternehmen

bereits zweimal bewiesen hat,

dass man sich aus eigener Innovationskraft

heraus diversifizieren kann.

Man gründete in den vergangenen

Jahrzehnten mit der Kunststoff- und

der Oberflächentechnik zwei Bereiche

fast aus dem Nichts, die heute längst

eigenständig funktionieren und wichtige

Teile des Unternehmens sind.

Warum sollte das in einer Weiterentwicklung

im historischen Kernbereich

der Firma nicht funktionieren, wo

man in Sachen Know-how so gut aufgestellt

ist wie kaum einer auf der

Welt? Und das noch in einem Gebiet,

in dem gerade nichts weniger als die

Zukunft der weltweiten Wirtschaft verhandelt

wird.

In Gunzenhausen kümmert man sich

im Moment eher um die Zukunft des

Individualverkehrs, die man nicht im

Wasserstoff, sondern in der E-Mobilität

zu Hause sieht. 2018 hat sich in

der Altmühlstadt das Start-up Dezony

gegründet. Die Idee: eine intelligente

Ladestation für Einfamilienhäuser, die

die Energiewende vom Dach in den

Tank bringt. „Das Zuhause ist unsere

Nische“, erklärt Marco Schomber,

der zusammen mit Rüdiger Sonntag

und Davide Di Bella als Gründer hinter

dezony steht. „Der Markt bei den

Ladesäulen im öffentlichen Bereich

kommt stark, da sind auch große

Unternehmen schon drin. Aber da

wurden vor allem Allzwecklö-

x96


WIKO

sungen entwickelt“, analysiert

Schomber. „Unser

System aber ist von der

ersten Schraube bis zum

letzten Algorithmus ausschließlich auf

das Einfamilienhaus ausgelegt.“

Klingt gut, aber gibt es zu Hause nicht

schon eine Vorrichtung, aus der Strom

kommt und mit der man E-Autos laden

kann? Besser bekannt als Steckdose?

Schomber lacht, er hört diesen

Einwand nicht zum ersten Mal. Dann

beginnt er schnell und strukturiert mit

der Erklärung, warum die Dezony-Ladestation

von einer Steckdose so weit

entfernt ist wie die Fackel von der LED.

Beginnen wir bei der Strommenge.

„Früher konnte man sein E-Auto wirklich

noch mit der Steckdose laden,

aber mittlerweile sind die Akkus so

groß, dass man da teilweise 40 Stunden

bräuchte.“ Bald kamen deshalb

die ersten sogenannten Wallboxen

auf den Markt, die E-Auto-Ladungen

mit Starkstrom zu Hause möglich

machten. „Die sind dann einfach stur

mit 11 kW ins Auto, komme, was da

wolle.“

Hier setzt Dezony an. Ihre Ladestation

ist nämlich nicht nur eine technische

Einrichtung zur Abgabe von Strom,

sie ist auch eine umfangreiche

und komplizierte

Softwarelösung. Die zielt

vor allem darauf ab, eigenen

Strom in die Autobatterie zu

bekommen. Mit Photovoltaik auf dem

Dach wird die Dezony-Station zur Solar-Tankstelle.

Und zwar ohne – für den

Hausbesitzer teuren – Umweg über

das allgemeine Stromnetz.

„Unsere Station ist intelligent, das

heißt, sie kommuniziert mit der PV-Anlage

auf dem Dach und dem Speicher

im Keller“, erklärt Schomber. So viel

wie möglich eigener Strom, so wenig

wie möglich Netzstrom soll im Akku

landen.

Aber das ist nicht alles an Intelligenz,

was die Säule zu bieten hat. Denn eines

der Hauptprobleme der individuellen

E-Mobilität wird die Kapazität der

Stromversorgung auf den letzten 200

Metern sein. Also von der Trafostation

ins Einfamilienhaus. Schomber: „Auf

der Strecke sind die Energieversorger

praktisch blind.“ Nicht unproblematisch,

denn wenn in einigen Jahren

in einer Wohnsiedlung am Abend die

Hälfte aller Autos 20 Kilowatt aus ihrem

Starkstromanschluss ziehen, kann

es in der Straße schnell dunkel werden.

„Wir haben die Technik und die Software,

das zu verhindern, weil unser

System auch in die Richtung kommunizieren

kann“, so Schomber. Eine Sache,

die auch für lokale Energieversorger

noch sehr spannend werden kann.

Wie genau die technischen

und die Softwarelösungen für

ihre Dezony- Station aussehen,

dazu wollen sich die drei

Gründer nicht äußern.

Das ist zentrales Geschäftsgeheimnis.

Fakt ist, dass Technik

und Software funktionieren: Es

gibt bereits eine Testanlage in

Gunzenhausen. Jetzt muss der

fertige Prototyp noch für die serielle

Fertigung fit gemacht und ein

Vertriebssystem aufgebaut werden.

„Dazu braucht es Geld und einen Investor“,

erzählt Schomber. 700.000

Euro will man einsammeln, um diese

Schritte gehen zu können.

Und es sieht gut aus. „Wir haben bereits

einen an Bord, nun brauchen

wir noch einen zweiten. Wir gehen

davon aus, dass wir das in den nächsten

Monaten closen können“, so der

Gunzenhäuser Unternehmer. Schon

im dritten oder vierten Quartal soll die

Ladestation als Ergänzung zur PV-Anlage

auf dem Dach dann auf dem Markt

sein. Im Vertrieb will man auf Automobilkonzerne,

PV-Installateure und Online-Portale

setzen. Auch hier laufen

die Gespräche.

„Produktion und Firmensitz sollen in

Gunzenhausen sein“, stellt Schomber

klar. „Wir alle drei kommen aus Gunzenhausen

und wir wollen hier zeigen,

dass man als Start-up auch auf

dem Land erfolgreich sein kann.“ Ein

Nachteil sei ein möglicher Sitz auf dem

Land nicht. „Im Gegenteil: Wir haben

es nicht weit nach Nürnberg, München

und Augsburg und es gibt schon

starke Industrie im Kunststoff.“ Und

außerdem ist die Region einfach wunderschön,

sagt Schomber und lacht.

Wenn es an etwas fehlt, dann vielleicht

an guten Strukturen für Gründer. Aber

da wollen sie ja jetzt mit gutem Beispiel

vorangehen. Mit einer Ladestation, die

die Energiewende nach Hause bringt

und die der Beginn eines dezentralen,

intelligenten Stromnetzwerks sein

könnte.

97


WIKO

Qualifizierung

heißt das

Zauberwort

Claudia Wolfinger

Vorsitzende der Geschäftsführung

Agentur für Arbeit

Ansbach-Weißenburg

Arbeitsmarkt im Wandel – das ist ja

eigentlich fast nichts Neues. Klingt

fast schon abgedroschen. Digitalisierung,

Arbeit 4.0 usw. sind Schlagworte,

die nirgendwo fehlen, wenn

heute über den Arbeitsmarkt diskutiert

wird.

Neu ist, dass durch die Corona-Einschränkungen

vieles auf den Kopf

gestellt wird. Da werden Entwicklungen

beschleunigt, aber es leben

auch uralte Probleme wieder auf.

Beschleunigt wird alles, was mit Digitalisierung

und Technik zu tun hat.

Ganz banal: Heute arbeiten Menschen

im Homeoffice, die sich früher

nicht mal getraut hätten, danach zu

fragen. Und es funktioniert. Technisch,

aber auch strukturell. Die Leute arbeiten

tatsächlich, Chefinnen und Chefs

lernen loszulassen. Da zieht ein neuer

(Führungs-)Stil ein, der von einem Mehr

an Eigenverantwortung geprägt ist.

Beschleunigt wird durch Corona aber

auch, dass angeschlagene Betriebe

erst recht ums Überleben kämpfen.

Dank Kurzarbeit und anderer staatlicher

Unterstützung merken wir das

nicht sofort. Aber dass es Entlassungen

und Betriebsschließungen gibt

und noch geben wird, ist leider unausweichlich.

So passiert etwas, was wir zum Glück

lange nicht kannten: Wir sind nach

vielen „guten Jahren“ wieder mit

steigenden Arbeitslosenzahlen konfrontiert.

Betroffen vom Schicksal des

Arbeitsplatzverlusts sind überdurchschnittlich

viele ältere Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer, Leute mit

gesundheitlichen Problemen oder solche,

die ohne formale Ausbildung jahrelang

einen guten Job gemacht und

in Mehr-Schicht-Modellen wirklich geschuftet

haben. Für diese Menschen

ist Arbeitslosigkeit besonders bitter,

weil sie in der Konkurrenz zu anderen

leicht ins Hintertreffen geraten.

Es ist unsere große Herausforderung

als Gesellschaft und speziell auch

als Agentur für Arbeit, dass uns hier

etwas einfällt. „Qualifizierung“ heißt

das Zauberwort. Aber wohin und wie

und mit wem genau? Wo sind die Arbeitsplätze

der Zukunft (im Landkreis),

was nützt wirklich? Und wenn ich das

weiß, wo finde ich das passende Bildungsangebot?

Dass viele Kurse heute

(auch eine „Errungenschaft“ der Corona-Krise)

online angeboten werden,

hilft uns hier enorm.

Das alles herauszuarbeiten, was für

die betroffenen Menschen, aber

auch für den Arbeitsmarkt passend

ist, ist DIE AUFGABE schlechthin, der

wir uns stellen. Die Arbeitsagentur

hat sich darauf schon vor der Krise

spezialisiert. Mit der Förderung von

Weiterbildungen, mit einer neu installierten

Berufsberatung für Erwachsene

(offizieller Name: Berufsberatung

im Erwerbsleben) und der Qualifizierungsberatung

für Arbeitgeber im Arbeitgeber-Service.

Wandel ist etwas Kontinuierliches,

Corona hat das Tempo verschärft.

Unser Ziel ist, die Unternehmen

beim Wandel zu begleiten und zu unterstützen

(auch finanziell). Ziel ist

außerdem, damit Arbeitslosigkeit zu

beenden oder im besten Fall zu verhindern.

Dazu braucht es Arbeitgeber, die

umdenken, Personalentscheidungen

nicht nur von Lebenslauf und „Papierform“

abhängig machen, sondern auf

den Menschen schauen, was er kann

und was er will. Und es braucht Arbeitgeber,

die ihre Beschäftigten und

damit ihr Unternehmen durch Weiterbildung

laufend fit halten.

Wenn dieser Wirtschaftskompass

in seiner zweiten Ausgabe hier einen

Beitrag leistet, es gar schafft,

dass regionale Firmen gemeinsam mit

uns passende Qualifizierungen auf

die Beine stellen, dann hat er seinen

Zweck bereits erfüllt.

Wir freuen uns über jeden Anruf

(0 91 41 / 8 71 - 4 40) und auf die Zusammenarbeit.

Bundesagentur für Arbeit

Agentur für Arbeit

Ansbach–Weißenburg

x98


..

WIKO

JOBBORSE

STELLENANGEBOTE | AUSBILDUNG | PRAKTIKUM | DUALES STUDIUM

Anlagenmechaniker

für Sanitär-, Heizungs- & Klimatechnik

• Ausbildungsplätze: Mory Haustechnik

(S. 43).

Anlagenmechaniker • Stellenangebote:

NQ-Service GmbH (S.

78); • Ausbildungsplätze: NQ-Service

GmbH (S. 78).

Applikationsingenieur Kabel-

& Kabelbaugruppe • Stellenangebote:

W. L. Gore & Associates (S. 38/x39).

Bauhaupt-/

Baunebengewerbe

(Recyclinghöfe/Hausmeister)

• Stellenangebote: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28).

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit

wurde auf die geschlechtsneutrale

Differenzierung verzichtet. Sämtliche

Berufsbezeichnungen gelten im Sinne

der Gleichbehandlung grundsätzlich

für alle Geschlechter (männlich/weiblich/divers).

Bauingenieur

Schwerpunkt

Hoch- und Tiefbau • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28).

Baumaschinenführer

• Stellenangebote: Schotter- und

Steinwerk Weißenburg (S. 9).

Baustellengehilfe • Stellenangebote:

Holzbau Schmoll (S. 34/35).

Einzelhandelskaufleute

• Ausbildungsplätze: Fliesen Wolf (S.

36).

Elektroniker für Energie- und

Gebäudetechnik • Stellenangebote:

Elektro Kreißl (S. 31); • Ausbildungsplätze:

Mory Haustechnik (S. 43); Elektro

Kreißl (S. x31).

Elektroniker für Betriebstechnik

• Ausbildungsplätze: W. L. Gore &

Associates (S. 38/39).

Elektroingenieur im Bereich

Kabel- & Kabelbaugruppe • Stellenangebote:

W. L. Gore & Associates (S.

38/39).

99


WIKO

Elektroanlagenmonteur

• Ausbildungsplätze: Mory Haustechnik

(S. 43).

Fachinformatiker • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Ausbildungsplätze:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Praktikum: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen (S. 28).

Fachkraft für Abwassertechnik

• Ausbildungsplätze: Stadt Gunzenhausen

(S. 77); • Praktikum: Stadt Gunzenhausen

(S. 77).

Fachkraft für Kreislauf- & Abfallwirtschaft

• Stellenangebote: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28).

Fachkraft für Lagerlogistik

• Ausbildungsplätze: W. L. Gore &

Associates (S. 38/39).

Fachlagerist • Ausbildungsplätze:

W. L. Gore & Associates (S. 38/39).

Feinwerkmechaniker

• Ausbildungsplätze: Rehwald GmbH

(S. 32).

Fertigungsspezialist für den

Bereich Rundkabel Inspektion • Stellenangebote:

W. L. Gore & Associates

(S. 38/39).

Fleischerei-Fachverkäufer

• Stellenangebote: Metzgerei Struller

(S. 41); • Ausbildungsplätze: Metzgerei

Struller (S. 41); • Praktikum: Metzgerei

Struller (S. 41).

Fliesenleger • Ausbildungsplätze:

Fliesen Wolf GmbH (S.36); • Stellenangebote:

Fliesen Wolf GmbH (S. 36).

Gießereimechaniker

• Ausbildungsstellen: Krause Präzisions-Kokillenguss

GmbH (S. 7).

Hauswirtschafter

• Ausbildungsplätze: Stadt Gunzenhausen

(S. 77); • Praktikum: Stadt Gunzenhausen

(S. 77).

Hochbautechniker • Stellenangebote:

Landratsamt (S. 28).

Industriekaufleute • Ausbildungsplätze:

W. L. Gore & Associates

(S. 38/39/);

Industriemechaniker

• Ausbildungsplätze: W. L. Gore &

Associates (S. 38/39).

Industriemechaniker Fachrichtung

Maschinen- und Anlagentechnik

• Ausbildungsplätze: Ossberger

(S. 29).

Industriekaufleute • Ausbildungsplätze:

Ossberger (S. 29).

Informatikkaufleute • Ausbildungsplätze:

W. L. Gore & Associates

(S. 38/39).

Kaufleute

für Tourismus und

Freizeit • Ausbildungsplätze: Stadt

Gunzenhausen (S. 77).

Konstruktionsmechaniker

Fachrichtung Feinbaublechtechnik

• Ausbildungsplätze: Schwill Metall-

Technik (S. 66).

Konstruktionsmechaniker

• Ausbildungsstellen: Edelstahlverarbeitung

Schatz GmbH (S. 44/45).

Land- und Baumaschinenmechaniker

• Stellenangebote:

Schotter- und Steinwerk Weißenburg

(S. 9)

Maschinen- und Anlagenführer

• Stellenangebote: W. L.

Gore & Associates (S. 38/39); Ausbildungsplätze:

W. L. Gore & Associates

(S. 38/39);

Mechatroniker • Ausbildungsplätze:

W. L. Gore & Associates (S.

38/39).

Metzger • Stellenangebote: Metzgerei

Struller (S. 41); • Ausbildungsplätze:

Metzgerei Struller (S. 41);

• Praktikum: Metzgerei Struller (S. 41).

Pflegefachleute • Ausbildungsplätze:

Stadt Gunzenhausen (S. 77);

• Praktikum: Stadt Gunzenhausen (S.

77).

Rechtsanwaltsfachangestellte

• Ausbildungsplätze: Dres.

Schacht & Kollegen (S. 13).

Schlosser • Stellenangebote:

Schotter- und Steinwerk Weißenburg

(S. 9).

Schreinergeselle • Stellenangebote:

Holzbau Schmoll (S. 34/35).

Schreinermeister • Stellenangebote:

Holzbau Schmoll (S. 34/35).

Sozialpädagoge • Praktikum

im Rahmen des Studiums der Sozialen

Arbeit sowie Schülerpraktika:

Caritas (S. 46).

Sozialpädagoge • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-

Gunzenhausen (S. 28); Praktikum:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28).

Straßenbau (Bauhöfe) • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28).

Steuerfachangestellte/

Steuerfachwirt • Stellenangebote:

Löffler, Wulff + Partner Steuerberatungsgesellschaft

mbH (S. 12).

Straßenwärter • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Ausbildungsplätze:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Praktikum: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen (S. 28).

Tiefbautechniker • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-

Gunzenhausen (S. 28).

Umweltingenieur Fachrichtung

technischer Umweltschutz, Abfall,

Naturschutz • Stellenangebote:

Landratsamt (S. 28).

100 x


WIKO

Verfahrensingenieur

Produkt- und Prozessentwicklung

• Stellenangebote: W. L. Gore & Associates

(S. 38/39).

Verwaltungsfachangestellte

• Stellenangebote: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Ausbildungsplätze:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Stadt

Gunzenhausen (S. 77); Praktikum:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Stadt Gunzenhausen (S. 77).

Verwaltungsfachwirt

• Stellenangebote/Praktikum: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen (S. 28).

Verwaltungswirt Beamter

2. QE Fachlaufbahn Verwaltung und

Finanzen • Stellenangebote: Landratsamt

(S. 28); Ausbildungsplätze:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Praktikum: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen (S. 28).

Diplom-Verwaltungswirt

Beamter 3. QE Fachlaufbahn Verwaltung

und Finanzen • Stellenangebote:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Ausbildungsplätze:

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

(S. 28); Praktikum: Landratsamt

Weißenburg-Gunzenhausen (S. 28).

Produktdesigner

• Ausbildungsplätze: Ossberger (S. 29).

Werkzeugmechaniker

• Ausbildungsplätze: Krause Präzisions-Kokillenguss

GmbH (S. 7).

Zerspanungsmechaniker

• Ausbildungsstellen: Krause Präzisions-Kokillenguss

GmbH (S. 7); Rehwald

GmbH (S. 32).

Zerspanungsmechaniker

Fachrichtung Dreh- & Frästechnik

• Ausbildungsplätze: Schwill Metall-

Technik (S. 66).

Zimmerermeister

• Stellenangebote: Holzbau Schmoll

(S. 34/35).

Zimmerergesellen

• Stellenangebote: Holzbau Schmoll

S. 34/35); • Ausbildungsplätze: Holzbau

Schmoll (S. 34/35).

Zimmerergehilfe

• Stellenangebote: Holzbau Schmoll

(S. 34/35).

DUALES STUDIUM

Verbundstudium:

W. L. Gore & Associates (S. 38/39).

FREIWILLIGES

SOZIALES JAHR

Praktikum: Landratsamt Weißenburg-

Gunzenhausen (S. 28).

IMPRESSUM Herausgeber/Verlag: Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Verlag Weißenburger Tagblatt, Wildbadstraße 16-18,

91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 85 90 90, wiko@weissenburger-tagblatt.com; Projektleiter: Kevin Ruff (Kontakt: wiko@weissenburger-tagblatt.com);

Redaktion: Kathrin Lucia Meyer, Steffen Zellfelder, Miriam Zöllich, Uwe Ritzer, Jan Stephan; Layout & Design: Sven

Katheder (be media); Lektorat: Ingrid Philipp; Verteilung: Beilage im Weißenburger Tagblatt, Treuchtlinger Kurier und Altmühl-Bote; Erscheinung:

1 x jährlich (März); Auflage: ca. 25.000; Druck: Buch- und Offsetdruckerei Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Wildbadstraße 16-18,

91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 85 90 90, druckerei@weissenburger-tagblatt.com; Bildnachweise: Titel (Einzelbilder: Ralph Goppelt),

(Fotomontage: Sven Katheder); S. 2 Bilderwand (Montage: Sven Katheder); S. 3 Manuel Westphal (Landratsamt Weißenburg); S. 4 oben

Altmühl-Bote, Mitte Jan Stephan, unten Envato Elements/Andor Bujdoso; S. 5 oben proHolz Bayern, Mitte Kevin Ruff, unten Andreas Benz;

S. 6 Velovita; S. 7 Krause Präzisions-Kokillenguss; S. 8 Max Balz; S. 9 SSW; S. 10 Cancún; S. 11 Bräustüberl Zur Kanne; S. 12 Löffler I Wullf +

Partner; S. 13 Dres. Schacht & Kollegen; S. 14/15 Burning Bird Media; S. 16 Ton Hurks; S. 17 Weißenburger Tagblatt; S.18/19 Panoramabild

Walther König, S. 18 Mitte Envato Elements, rechts Envato Elements/Igor Stevanovic; S. 19 Mitte Envato Elements/Dmitry Rukhlenko; S.

20 Weißenburger Tagblatt/Kaufmann; S. 22/23 Panoramabild Rudi Beringer/limes-luftbild.de; S. 23 Altmühl-Bote; S. 24 Naturpark Fränkisches

Seenland; S. 26 oben Ralph Goppelt, unten Rudi Beringer/limes-luftbild.de; S. 27 oben Robert Renner, unten Stadt Weißenburg; S. 28

Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen; S. 29 Ossberger; S. 30 oben Ralph Goppelt, unten Archiv Weißenburger Tagblatt; S. 31 Elektro

Kreißel; S. 32 oben Rehwald, unten Stadtmarketing Weißenburg; S. 33 oben Meyerhuber Rechtsanwälte, unten Jan Stephan; S. 34 oben

Holzbau Schmoll, unten Ralph Goppelt; S. 35 Holzbau Schmoll; S. 36 Fliesen Wolf; S. 37 Onur Alagöz; S. 38/39 W. L. Gore & Associates; S. 40

oben Rieger & Kraft, Mitte Rainer Lentz; S. 41 Metzgerei Struller; S. 42 Stadtwerke Weißenburg; S. 43 Mory; S. 44/45 Ralph Goppelt; S. 46

oben Caritas-Kreisstelle Weißenburg, unten Caritas-Seniorenheim St. Walburg; S. 47 oben Weißenburger Tagblatt, unten Walther König; S.

48 oben Altmühl-Bote, unten Weißenburger Tagblatt; S. 49 Weißenburger Tagblatt; S. 50 BRK; S. 51 Caritas; S. 52/53 Envato Elements; S. 54

Grafik Hans-Böckler-Stiftung, unten Unsplash; S. 55 Vorlage Envato Elements/Montage Sven Katheder; S. 56 oben Envato Elements, unten

Jan Schmiedel; S. 57 Shutter Noise Photography; S. 58 oben/unten Stadt Treuchtlingen, Mitte Dietmar Denger; S. 59 Stadt Treuchtlingen;

S. 60/61 Kipf Fenster.Türen.OutdoorLiving. S. 62 oben da-Folientechnik, unten Vanellas Security; S. 63 Rummel/Sikov - Stock.adobe.com;

S. 64 Leiritz; S. 65 Auto Felleiter & Schmidt; S. 66 oben Schwill Metall-Technik, unten Envato Elements/be media; S. 67 Envato Elements;

S. 68 oben Jan Stephan, unten Envato Elements/Photographee.eu; S. 69 W. L. Gore & Associates; S. 70/71 proHolz Bayern; S. 72 Rainer

Retzlaff Photographie/proHolz Bayern; S. 73 oben SSW, unten Jens Geiger; S. 74/75 Hintergrundbild Thomas Geiger; S. 74 oben SSW,

unten Adi Geyer; S. 75 oben Stephan Müller-Naumann, Mitte/unten Solnhofen Stone Group; S. 76/77 Stadt Gunzenhausen; S. 78 oben

NQ-Service, unten Kühleis Group; S. 79 Reinwald; S. 80/81 Diakoneo; S. 82/83 Edeka Höfler; S. 84 Kathrin Lucia Meyer; S. 85 oben Kathrin

Lucia Meyer, unten Mathias Hertlein; S. 86/87 Wirtschaftsschule Gunzenhausen; S. 88/89 Mittelschule Weißenburg; S. 90/91 Studio-Hellhoerig;

S. 92 Margit Hertlein; S. 93 oben Studio Hellhörig, Mitte rechts J. W. Starbuck; S. 94 Envato Elements; S. 95 Heizomat; S. 96 Giulia

Iannicelli; S. 97 Benz & Heinig; S. 98 oben Onur Alagöz, unten Bundesagentur für Arbeit; S. 99 Envato Elements; S. 100 Bundesagentur für

Arbeit; S. 102 Ralph Goppelt; S. 103 WIKO-Team: Kathrin Lucia Meyer, Steffen Zellfelder (Christian Belzer), Jan Stephan (Onur Alagöz), Uwe

Ritzer (Droemer Knaur/Markus Röleke), Miriam Zöllich (Onur Alagöz), Sven Katheder (Onur Alagöz), Ingrid Philipp (Onur Alagöz); Umschlag

Rückseite Burning Bird Media.

Die mit Namen oder Zeichen versehenen Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der WIKO-Redaktion wieder. Aus Gründen der einfacheren

Lesbarkeit wird auf die geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Sämtliche Rollenbezeichnungen gelten im Sinne der

Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlages gestattet. Datenschutzhinweis nach

DSGVO. Das Magazin und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieser Zeitschrift darf

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101


WIKO

Wir haben uns während des ersten Lockdowns die Frage gestellt, ob es in dieser für uns alle

neuen Situation der richtige Zeitpunkt ist, eine weitere Ausgabe zu veröffentlichen.

Dieses nicht planbare Ereignis zeigt nämlich ganz deutlich, wie schnell das Gefühl von Machtlosigkeit

nicht nur auf unser Gemüt schlägt.

Trotzdem darf ich vorwegnehmen: Es hätte keinen besseren Zeitpunkt gegeben.

Denn am Ende bleibt uns nur, unabhängig davon was richtig oder falsch ist (was wiederum immer im

Auge des Betrachters liegt), zu lernen, mit der Situation umzugehen.

Erst dann entsteht doch ein Wandel, der impliziert, dass wir uns weiterentwickeln.

Wenn wir uns an die ersten Momente auf dem Fahrrad zurückerinnern, sind es eben diese Momente,

die uns das Fahrradfahren gelehrt haben.

Gedanken, ob wir hinfallen und welche Verletzungen ein Sturz nach sich ziehen kann, haben unweigerlich

dazu geführt, dass wir hinfallen oder erst gar nicht auf das Fahrrad steigen.

Warum vergessen wir immer wieder, dass wir genau wegen dieses Sturzes heute nicht mehr auf die

Stützräder angewiesen sind?

Sich mit den Ursachen und nicht nur mit den Symptomen zu beschäftigen, zeichnet die hier vertretenen

unternehmerischen, institutionellen und politischen Angehörigen über das vergangene Jahr

hinaus auf verschiedene Art und Weise aus.

Dieses gemeinsame Ziel hat dazu geführt, dass aus dem im letzten Schlusswort genannten „Forum für

Gleichgesinnte [...]“ mittlerweile eine kleine WIKO-Familie entstanden ist.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich bei allen Beteiligten für den erbrachten

Einsatz jeglicher Form bedanken, der kaum in Worte zu fassen ist.

Auf den vorherigen Seiten haben wir versucht, Ihnen die Philosophie von WIKO – „Mut. Qualität.

Leidenschaft. Gemeinschaft.“ – näherzubringen.

Hierbei wäre der Wirtschaftskompass Altmühlfranken ohne die Möglichkeiten der in der vorangegangenen

Ausgabe thematisierten Digitalisierung wohl nicht das, was er ist.

Belebt wurde das Magazin aber vor allem durch die persönlichen Gespräche.

Sie stellen fest, dass der Grundtenor immer wieder derselbe ist.

Daher möchte ich auf meine Frage mit dem Fahrrad zurückkommen, Ihnen

die Antwort überlassen und das Schlusswort mit den Worten des

Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt beenden: „In der

Krise beweist sich der Charakter.”

Kevin Ruff,

Projektmanager WIKO Altmühlfranken

Zur Person: Kevin Ruff hat eine Ausbildung als Kaufmann

für Marketingkommunikation absolviert und

ist seit der Gründung des Wirtschaftskompass Altmühlfranken

als Projektleiter für das Weißenburger

Tagblatt tätig.

102 x


Kathrin Lucia Meyer arbeitet als Journalistin und Social-Media-Managerin

u. a. für ARD/BR, Bayerisches Ärzteblatt, Deutsche Presse-Agentur (dpa) – und,

wenn die digitale Nomadin mal im Lande ist, auch für die Nürnberger Nachrichten

und den Wirtschaftskompass. Als freie Dozentin und Mentorin für berufliche Orientierung

und digitale Medien leitet sie Seminare, u. a. beim Naturpark Altmühltal

und an der Uni Eichstätt-Ingolstadt, wo sie Journalistik, VWL und Unternehmensethik

studiert hat.

Steffen Zellfelder ist Diplom-Technikjournalist (FH) und arbeitet als Freelancer

in der alten Bundesstadt Bonn. Mit Veröffentlichungen von den Nürnberger

Nachrichten bis zum Kölner Stadtanzeiger, in verschiedenen Blogs und in Fachmagazinen

wie PC-Welt bedient er ein breites publizistisches Feld. Auch Werbetexte

und PR-Profile zählen zu seinem Portfolio. Nachdem er als Praktikant beim

Weißenburger Tagblatt vor 15 Jahren erste redaktionelle Erfahrungen gesammelt

hat, kehrte er zur Unterstützung des WIKO-Teams bei der aktuellen Ausgabe in seine

Heimatstadt zurück.

Jan Stephan hat Politikwissenschaft und Geschichte in Augsburg studiert

und wechselte aus dem Studium ins Weißenburger Tagblatt. Dort ist er seit knapp

15 Jahren als Redakteur tätig. In dieser Zeit gründete er das Kulturmagazin

Carpe diem, konzipierte das Musikfestival Heimspiel und initiierte das Theaterprojekt

„Lebkuchenmann“. Journalistisch veröffentlichte er u. a. auch für die Süddeutsche

Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, Wirtschaft in Mittelfranken oder

Archäologie in Deutschland. Als Ghostwriter schrieb er mehrere Bücher.

Uwe Ritzer ist einer der erfolgreichsten Witschaftsjournalisten Deutschlands.

Er volontierte bei den Nürnberger Nachrichten, war als Redaktionsleiter

lange Jahre beim Weißenburger Tagblatt und wechselte 2005 zur Süddeutschen

Zeitung. Dort recherchierte er u. a. den Schmiergeldskandal bei Siemens, die Mollath-Affäre

oder Manipulationen beim ADAC. Ritzer hat für seine Recherchen unter

anderem den Henri-Nannen-Preis und den Wächterpreis verliehen bekommen.

Miriam Zöllich hat einen Magister in Religionswissenschaft, Kommunikationswissenschaft

und Soziologie. Sie durchlief das Journalistische Förderprogramm

der Hanns-Seidel-Stiftung und absolvierte ein Volontariat bei münchen.tv,

wo sie die Online-Redaktion aufbaute. Nach Stationen bei Focus Online,

lokalen Fernsehsendern und einem Exkurs in den Bereich Tourismusmarketing

und Öffentlichkeitsarbeit landete sie als Redakteurin beim Weißenburger Tagblatt,

dem sie bereits seit 2009 freiberuflich verbunden ist. Nebenbei arbeitet sie als

Bloggerin, freie Texterin und als Dozentin für verschiedene Bildungseinrichtungen.

Sven Katheder ist Mediengestalter und Designer. Er hat als Layouter und

Bildbearbeiter Aufträge für TVDirekt, Madeleine, den Kicker oder die Cosmopolitan

bearbeitet. Seit 2005 ist er für Gestaltung und Design verschiedener Printprodukte

des Verlags Braun & Elbel zuständig und entwickelte die Marken Carpe

diem und Wirtschaftskompass Altmühlfranken federführend. Seit 2020 ist er der

Leiter Grafik und Design der Werbeagentur be media, die ein neuer Teil des Hauses

Braun & Elbel ist.

Ingrid Philipp hat nach dem Abitur Lehramt für Realschulen (Deutsch, kath.

Religion) in Bamberg studiert. Nach dortigem erfolgreich abgeschlossenen Ersten

Staatsexamen folgten einige andere berufliche Tätigkeiten (u. a. Flughafen,

Nachhilfe-, psychologisches Marktforschungsinstitut). Mittlerweile ist sie seit

2001 hauptberuflich im Lektorat/Korrektorat des Verlags Braun & Elbel (Weißenburger

Tagblatt und Akzidenzdruckerei) beschäftigt.

DAS WIKO-TEAM


Wir sind der PARTNER

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