2021/04 - FRIZZ Magazin

suedwest.presse

APRIL 2021 · NR. 341 · UNBEZAHLBAR

STADTGESCHICHTEN

Im Ulmer Tierheim gibt’s

„Liebe auf vier Pfoten“. S. 24

STADTGESPRÄCH

Mental-Coach Baha Meier-Arian

über Beziehungen, Homeoffice und

Tristesse im Lockdown. S. 10

ALL YOU NEED

IS LOVE

Heiratsanträge auf dem Rapunzelturm,

Liebesschlösser mit Ablaufdatum und

Freundschaftspflege per Streaming. S. 14


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Bleiben Sie gesund!

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INHALT

IM APRIL

NICHTS ALS LIEBE

Ich liebe Ulm, Neu-Ulm, die Donau,

unsere Parks, die Altstadt, einfach alles.

Lauter schöne Ecken. Da geht mir

direkt das Herz auf. Hört sich schrecklich

kitschig an, ich weiß. Aber es

stimmt. Von mir gibt’s nur Liebe für die

Doppelstadt!

Wie passend, denn im Titelthema „All

you need is love“ dreht sich alles um

romantische Orte, Paare aus Ulm und

Neu-Ulm, die ihre Spuren hinterlassen

haben und das Kennenlernen in

Zeiten der Pandemie. Im Stadtgespräch

erzählt Mental-Coach Baha Meier-

Arian, was der Lockdown mit uns und

unseren Beziehungen macht. Um die

Liebe zum Tier geht es in den Stadtgeschichten.

Wir waren zu Gast im Ulmer

Tierheim und haben uns mit Tierpfleger

Jonas Galler unterhalten. Natürlich

kommen auch wieder viele andere

Menschen aus der Region zu Wort und

haben uns erzählt, was sie Gutes für

andere tun.

Das war es selbstverständlich noch

nicht. Wir werfen außerdem einen

Blick in die Küche des „Vini & Cucina

da Danilo“, erzählen euch, was es mit

den Pilzen aus dem Keller der Wilhelmsburg

auf sich hat und wann die

Venet-Haus-Galerie II eröffnet. Unsere

Studis von nebenan berichten diesen

Monat unter anderem darüber, wie

man Bierpong am Laptop spielt.

Liebt ihr es nicht auch, wenn das Heft

so randvoll mit tollen Inhalten ist?

Macht’s gut und bis demnächst,

14

24

Foto: K. Auernhammer

Foto: mhm Foto: S. Müller

04

Foto: Marc Hörger

10

30

04 STADTLEBEN

Alles rund um die Doppelstadt

Ulm/Neu-Ulm

10 STADTGESPRÄCH

Mental-Coach Baha Meier-Arian

14 ALL YOU NEED IS LOVE

Liebespaare und romantische Orte

in und um Ulm

20 NACHGEFRAGT

„Was tust du Gutes für andere?“

24 STADTGESCHICHTEN

Liebe auf vier Pfoten ¬ Katzen

streicheln im Tierheim Ulm

26 SPECIAL

Ausbildung, Studium und duales

Studium

30 KÜCHENZAUBER

Neu in der Stadt: Ramen ¬ einfach

nach Hause liefern lassen

32 FRIZZ-KIDS

Architekturführer für Kids

34 LETZTE SEITE

Das Letzte kommt zum Schluss |

Impressum

3

Foto: S. Müller


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

VENET-HAUS GALERIE

BEKOMMT ZUWACHS

ihr Team geplant, dort bereits Ende Januar zu eröffnen. Nach

mehreren coronabedingten Verschiebungen soll es nun Mitte

April endlich so weit sein. Nicht nur die Galerie selbst erweitert

sich, auch das Team wird größer. Verena Schneider hat sich

Saskia Leinhoss als neue Studiomanagerin und Norbert Leins

als Kunstberater mit ins Boot geholt.

Verena Schneider und Saskia Leinhoss vor der Venet-Haus Galerie II in der Ulmer

Sterngasse. | Foto: Janine Unsöld (buero ost)

Neue Ausstellungen, neue Künstler und neuer Standort. Die

2007 in Neu-Ulm gegründete Venet-Haus-Galerie bekommt

dieses Jahr Zuwachs. Sie wird um einen zweiten Standort, die

Venet-Haus-Galerie II in der Ulmer Sterngasse 14 erweitert.

Ursprünglich hatten Geschäftsführerin Verena Schneider und

Neue Künstler in der Galerie

Mit der zweiten Galerie soll Kunst nun noch erlebbarer gemacht

werden. „Die Kunst wird durch den neuen Standort zentraler.

Die VH II wird das Programm der VH I zwar fortsetzen, aber

hin und wieder wird es auch Sonderprojekte geben, welche sich

in den jeweiligen Galerien unterschieden“, so Schneider, die die

letzten Monate effektiv nutzte, um das Künstlerportfolio der

Galerie zu erweitern. „Wir sind sehr stolz Namen, wie Willi

Siber, Ottmar Hörl und Zhuang Hong in der Venet-Haus-Familie

willkommen heißen zu dürfen.“

Mit der Konzeptkunst des Wertheimers Ottmar Hörl geht es

in den Galerien ab Mitte April auch los. „Ottmar Hörl versucht

mit seiner Kunst neue ästhetische Regeln als Lebensmodelle zu

entwickeln. Diesen Ansatz fand ich in der aktuellen Pandemie-

Situation sehr spannend und es wird mit Sicherheit eine tolle

Ausstellung hervorbringen“, meint Verena Schneider. Mit Hörl

plant sie darüber hinaus auch noch ein ganz besonderes künstlerisches

Highlight. „Das kann ich jetzt aber leider noch nicht

verraten. Nur so viel: Reservieren Sie sich die letzten Tage im

September 2021“, sagt sie dazu.

Text: Dominik Schele

galerie-im-venet-haus.de

HUT AB

PILZE AUS DER BURG

„Wir wollen die Wilhelmsburg in die Stadt bringen“, haben sich

die beiden Ulmer Jochen Rank und Sven Gastrock vorgenommen.

Genauer gesagt wollen sie Pilze, die in den Gewölben der Ulmer

Wilhelmsburg wachsen, auf dem Ulmer Wochenmarkt verkaufen.

Auch Restaurants können die Burgpilze natürlich ab sofort als

neue regionale Spezialität bei den Pilzbauern bestellen.

4

Jochen Rank (rechts) und Sven Gastrock verkaufen ab April Burgpilze auf dem

Ulmer Wochenmarkt. | Foto: Stefanie Müller

Vegan und regional

Die Idee hatte Jochen Rank schon vor Jahren, allein wollte er es

aber nicht angehen. Dank einer beruflichen Veränderung stieg

Sven Gastrock im letzten Jahr mit ein. Sie bauten einen Teil des

Gewölbes der Wilhelmsburg so um, dass dort nun beste Bedingungen

für die Pilzzucht von Austernseitlingen und Limonenseitlingen

herrschen. „Die Pilze wachsen auf Biosubstrat, vegan und

regional“, so Sven Gastrock. „Danach geht das Substrat als Dünger

in die regionale Landwirtschaft, so schließt sich der Kreis.“ Geplant

ist auch, dass die beiden 40-Jährigen ihre Pilze bei Veranstaltungen

auf der Wilhelmburg anbieten. „Wir starten erst mal

mit zwei Sorten – weitere könnten folgen“, so Jochen Rank. Ab

April kann man die edlen Gewächse probieren, dann wird der

Stand des Start-ups auf dem Ulmer Wochenmarkt zu finden sein.

Text: Stefanie Müller

burgpilz.de


INTERAKTIV

DURCH LANGENAU

FKV‘DANCE

BLEIBT POSITIV

Thomas Reith ist der Mann hinter der Entdecker-App für Langenau. | Foto: privat

Spazierengehen ist in Coronazeiten ja Mega-Trend. Wem das

reine Rumspazieren und Natur-Angucken nicht reicht, der

sollte mal nach Langenau fahren. Handy und Kopfhörer nicht

vergessen! Denn in Langenau gibt es mittlerweile schon zwei

interaktive Stadtführungen per App – einmal den Robert-

Bosch-Weg im Stadtteil Albeck und die Langenauer Entdecker-

App. Bei beiden werden die Spaziergänger übers Handy zur

nächsten Station geleitet. Vor Ort informieren Stelen, und übers

Smartphone gibt es Zusatz-Content. Bei der Entdecker-App erzählt

etwa ein Mönch die Geschichte des ehemaligen Klosters.

Fotos, Filmaufnahmen, 360-Grad-Ansichten, animierte 3D-Figuren

und sogar AR-Technologie … coole Sache.

Durch Zufall zur App

Thomas Reith ist der Mann hinter den Apps. Der 34-jährige

Wirtschaftsinformatiker wohnt selbst in Langenau und hat hier

vor knapp zwei Jahren seine eigene IT-Firma gegründet. „Das

ist schon spannend, welche Möglichkeiten die moderne Technik

da bietet. VW hat auf Messen zum Beispiel solche Angebote

für ihre Präsentationen. Ich dachte mir, das könnte man doch

auch für eine Stadt gestalten.“ Und so klopfte Reith eines Tages

bei der Stadt Langenau an, mit einem auf eigene Kosten entwickelten

Prototyp. „Der Zufall wollte es, dass Langenau damals

auf der Suche nach einer Möglichkeit war, den Teilort Albeck

– als Geburtsort von Robert Bosch – besser in Szene zu setzen.

Gemeinsam mit dem Stadtmarketing entstand so der Robert-

Bosch-Weg, der 2020 eingeweiht wurde.“

Verena-Rosa Kraus blickt positiv in die Zukunft. | Foto: FKV‘dance

Aktuell geht es der Managerin von FKV’dance und Tänzerin Verena-Rosa

Kraus wie vielen anderen Kunstschaffenden – sie sitzt

auf dem Trockenen. Reist sie sonst für Auftritte oder TV-Shows

umher, geht zur Zeit bekanntlich nicht viel. Durch Corona liegen

die meisten Dinge nun brach. Wettbewerbe sind abgesagt oder

auf unbestimmte Zeit verschoben, Auftritte für die Städte Ulm

und Neu-Ulm ebenso. Workshops, Fitness- und Tanzkurse, alles

spielt sich nur noch digital ab. Den Trainerinnen und Trainern,

aber auch den Teilnehmenden verlangt dies einiges ab. Aber Verena-Rosa

bleibt positiv, denn der Frühling sorgt für gute Stimmung

und Aufschwung.

Tatsächlich sind auch bereits neue Projekte in Planug. Neben

einem Kinderprojekt mit Showbiz-Größen, einem Kinofilm, der

auf einer Hörspielreihe fußt, stehen auch Dreharbeiten für einige

„Conceptvideos“ an. „Es kommen neuerdings wieder Anfragen

rein und man traut sich langsam und zurückhaltend zu planen.

Auch örtliche Veranstaltungshäuser nehmen Kontakt für Konzerte

im Herbst und Winter 2021 auf“, so Kraus.

Text: Dominik Schele

fkvdance.de

Die ganze Bandbreite ausschöpfen

Weil die Zusammenarbeit so gut geklappt hatte, gibt es nun

quasi eine Fortsetzung – denn auch Langenau lässt sich mittlerweile

per App erkunden. Dafür wurden die seit 18 Jahren bestehenden

Stelen einbezogen, die zum 1.000-jährigen Bestehen

Langenaus aufgestellt wurden. „Mir war wichtig, dass es über

die App ganz verschiedene Zusatz-Features gab. Einmal ergänzenden

Text, dann Bilder, an der nächsten Stelle ein Video oder

ein 3D-Modell – ich wollte die ganze Bandbreite ausschöpfen.“

Insgesamt drei Monate saß Reith an dem Projekt – er recherchierte,

programmierte, stimmte Details mit dem Stadtarchiv

ab. Und natürlich musste er den Rundgang selbst testen –

„mehrmals“, wie er schmunzelnd sagt.

Text: Kerstin Auernhammer

app-langenau.de

5


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

BROT STATT PILLEN

STAIB ZIEHT IN DIE LÖWEN-APOTHEKE

Vor eineinhalb Jahren schloss Apotheker Andreas Maurer die

Löwen-Apotheke in der Neuen Mitte. Nun zieht neues Leben

in das alte Gemäuer ein. Marcus Staib, Geschäftsführer der

gleichnamigen Ulmer Bäckereikette, übernimmt die Räume.

Damit aber nicht genug, er wird auch einen Teil der alten Apothekeneinrichtung

in die neuen Verkaufsräume integrieren.

Staibs Wunsch wäre eine Eröffnung Ende April.

Alte Schätze im Keller

Bis dahin wird nicht nur beim Umbau gewerkelt, sondern es

werden auch die Schätze im Keller gesichtet. Dort lagern Artefakte

aus Generationen von Apothekerfamilien. Eine filigrane

Waage, goldene Löwen, Verkaufstische, Fläschchen, Döschen

und vieles mehr, was sich eben in über hundert Jahren so ansammelt.

„Das hat uns Herr Maurer alles dagelassen, wir möchten

das auf jeden Fall erhalten“, so Staib zu seinen Plänen. Viele alte

Stücke werden einen Ehrenplatz in der neuen Bäckerei bekommen.

„Wir schauen alles durch, reinigen es und dann kommt es

in Vitrinen. Sogar einen alten Schrank haben wir noch von der

Familie Maurer bekommen, der sicher ein Blickfang wird. Wir

möchten so die Tradition aufrechterhalten, auch wenn es jetzt

nicht mehr um Pillen, sondern um Backwaren geht“, so Staib.

Im Apothekenkeller findet Marcus Staib so manchen Schatz. | Foto: Stefanie Müller

Text: Stefanie Müller

baeckerei-staib.de

NEUER NAME FÜR

UNVERPAKT-LADEN

André Wieland im „Klare Kante“. | Foto: Dominik Schele

Letztes Jahr eröffnete André Wieland einen Ableger seines

plastikfreien Supermarkts „Klare Kante“ schräg gegenüber

vom Metzgerturm in Ulm. Nun hat Wieland bekannt gegeben,

dass er aus dieser Filiale wieder aussteigt. Der Laden läuft unter

neuem Namen weiter. Wielands Geschäftspartner Anthony

Saad wird ihn unter dem Namen „Ora d’Oro“ betreiben. Es

wird weiterhin unverpackte Ware wie Pasta, Haferflocken,

Linsen und Schokolade geben. Wielands Gründe für den Ausstieg?

Er habe sich von den beiden „Baustellen“ ausgelaugt gefühlt,

dadurch habe er immer das Gefühl gehabt, immer nur

halb bei der Sache zu sein, aber nie komplett. André Wieland

wird ab sofort nur im Klare Kante Weißenhorn zu finden sein.

6

Text: Stefanie Müller

klarekanteunverpackt.de


DRACULA AUF DER

WILHELMSBURG

FAMILIENZENTRUM

TO GO

„Stürmt die Burg“ findet auch 2021 statt. | Foto: Archiv

Pflock und Kruzifix wird man nicht brauchen – aber im Sommer

sind auf der Wilhelmsburg die Vampire los! Das Theater

Ulm spielt ab dem 11. Juni „Dracula“ als Open-Air-Musical.

Wegen Corona keine ganz einfache Entscheidung, wie die Verwaltungsdirektorin

des Ulmer Theaters, Angela Weißhardt,

zugibt: „Ich habe mich im letzten Herbst hingesetzt und alle

Szenarien grob kalkuliert. Da gab es viele Fragezeichen. Aber

wir sind dann in die Abstimmung gegangen und es wurde beschlossen,

wenn es nicht verboten ist, spielen wir.“

Dracula muss beißen können

Normalerweise gibt es pro Vorstellung 1.600 Sitzplätze, aktuell

können nur 470 angeboten werden. Je nach Lage werden

weitere freigegeben. „Der Vorverkauf ist gut angelaufen, ich

glaube, dass viele froh und dankbar sind, dass es wieder Kultur

gibt“, so Weißhardt. Mitte April sollen die Proben für das Musical

beginnen – wenn alles glatt läuft. „Schließlich muss Dracula

ja beißen können. Es wäre schwierig, mit einem Teleskop-

Gebiss zu arbeiten“, lacht Weißhardt. Und auch die beliebte

Sommerferien-Location „Stürmt die Burg“ steht in den Startlöchern.

Wie im letzten Jahr wird Nadine Vogelmann von CPN

die Organisation der Veranstaltung übernehmen. Konzerte in

Biergarten- und Lounge-Atmosphäre sind geplant.

Infos für junge Eltern „to go“ verpackt | Foto: Familienzentrum Neu-Ulm

Die ersten Tage und Wochen mit dem neugeborenen Kind sind

für frischgebackene Eltern meist sehr aufregend. Es ist allerdings

auch eine Zeit, die immer viele Fragen aufwirft. Durch

Corona entfallen Begegnungsangebote für Eltern, seien es Babycafés

oder Pekip-Kurse. Dadurch ist der Austausch mit anderen

Eltern oder erfahrenen Fachleuten recht schwer.

Informationen zum Abholen

Auch im Neu-Ulmer Familienzentrum sind aktuell keine Treffen

möglich. Um trotz Kontaktbeschränkungen für Familien

mit Neugeborenen da zu sein, haben sich die Mitarbeiter etwas

überlegt: das „Familienzentrum to go“. In einem kleinen

gepackten Täschchen finden junge Eltern Anregungen und

Informationen für den Familienalltag mit Baby. Das „Familienzentrum

to go“ ist für Neu-Ulmer Familien gedacht, deren

Kinder vor Kurzem auf die Welt gekommen sind. Einen Termin

zur Abholung bekommt man telefonisch oder per E-Mail.

Text: Dominik Schele

Tel.: 0731/6030991

info@familienzentrum-neu-ulm.de

Text: Stefanie Müller

theater-ulm.de

DAS

GEHEIMNIS

IST DIE

FLASCHEN-

GÄRUNG

FRISCHE HEFE

- FLASCHENGÄRUNG

guenzburger-weizen.de

7


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

DIE STUDIS

VON NEBENAN

TEIL 2

Direkt neben der FRIZZ-Redaktion

wohnen die Studenten

Sabrina, Felix und Tobias. Was

die drei außer studieren noch

so alles treiben, verraten sie jeden

Monat im FRIZZ.

Laptop designed by Freepik

Treffen und gemeinsam trinken geht auch virtuell – die Studenten haben‘s ausprobiert. | Foto: privat

HEUTE WIRD

GEZOCKT!

SABRINA

In Zeiten des Coronavirus und den damit

eingeschränkten Möglichkeiten sich zu treffen,

braucht es Kreativität, um die Zeit totzuschlagen.

Aber man weiß sich ja zu helfen!

„Meistens treffen wir uns auf Plattformen

wie Discord, Skype oder Teamspeak“, erzählt

Informatikstudentin Sabrina. Auch

online gibt es Möglichkeiten, Dinge gemeinsam

zu unternehmen. „Da zum Beispiel die

Party am Wochenende zurzeit ausfällt, trinken

wir ab und zu online miteinander. Dabei

können dann so viele wie wollen dazu kommen,

ganz coronakonform!“ Gegen die Langeweile

wird gemeinsam gezockt – hier die

Empfehlungen der Dreierclique:

Bierpong via Laptop. | Foto: privat

1. Virtuelles Bierpong

Das beliebte Trinkspiel spielt man eins gegen

eins oder auch in Teams gegeneinander.

Man versucht, Tischtennisbälle in die

gegnerischen Becher, gefüllt mit Bier, zu

treffen. Wird ein Becher getroffen, muss er

ausgetrunken werden. Wer zuerst alle getroffen

hat, gewinnt. Um dieses Spiel online

realisieren zu können, baut jede Partei das

Spielfeld bei sich zuhause auf und ein Laptop

dient zur Videoübertragung, sodass es

fast an „früher“ rankommt.

2. Online-Games z.B. Among Us

Among Us ist ein Multiplayerspiel mit maximal

10 Mitspielern. Das Szenario: Die

Crew versucht, ein Raumschiff zu reparieren.

Allerdings gibt es einen oder mehrere

Saboteure, „Imposter“ genannt. Die Crewmates

diskutieren zum Beispiel nach einem

Leichenfund miteinander, um rauszufinden

wer die Bösen sind. Die sollen dann rausgevoted

werden, bevor alle tot sind. Ab und zu

wird es ganz schön hitzig, wenn sich alle gegenseitig

beschuldigen.

FELIX

TOBIAS

8


LIEBE FÜR

ALLE

MASKENTRÄGER

BLEIBT GESUND!

frizz-ulm.de | swp.de/thema/frizz

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instagram.com/frizzulm

9


STADT

GESPRÄCH

LOCKDOWN –

WOHIN MIT UNS?

Was macht der Lockdown eigentlich aus uns und

unseren Beziehungen? Mental-Coach Baha Meier-Arian

aus Ulm plädiert für Dankbarkeit und Bewegung.

FRIZZ: Frau Meier-Arian,

was macht der Lockdown

aus uns?

Baha Meier-Arian: Im Homeoffice

wird der Esstisch

zum Arbeitsplatz, danach gibt

es da vielleicht noch Homeschooling,

dann werden Hausaufgaben

gemacht. Das engt

natürlich viele Familien sehr

stark ein. Flexibilität und individuelle

Freiräume entfallen,

was oftmals zu gereizter Stimmung

führt. Depressionen und

selbstverletzendes Verhalten,

Selbstmordgedanken, Ängste

aber auch familieninterne

Probleme steigen dramatisch

an. Junge Menschen trifft es

gerade besonders hart. Sie verspüren

oftmals den Drang, in

die Welt hinauszuziehen und

können vorerst das Elternhaus

nicht verlassen.

Wie kann man den Alltag im

Lockdown gemeinsam meistern?

Partner sollten sich gegenseitig

unterstützen und die

Aufgaben teilen. Auch wenn

die Partnerin oder der Partner

mehrmals hintereinander

das Gleiche kocht: einfach mal

„Danke“ sagen! Der Lockdown

kann im Übrigen auch zusammenschweißen.

Viele Paare

lernen sich jetzt inniger kennen.

Jeder sollte für sich eine

individuelle Abwechslung fin-

den. Sport hilft. Egal, ob Yoga

oder joggen: Turnschuhe an

und raus in die Natur!

Haben Sie eine schnelle

Übung gegen die Lockdown-

Tristesse?

Klar – autogenes Training!

Einfach und überall umsetzbar.

Vom unteren Bauchmuskel

tief Luft holen, im Brustbereich

kurz anhalten und

richtig kräftig ausatmen. Man

sollte möglichst ungestört dabei

sein. Die Atemübung bis zu

fünf Mal wiederholen.

Tipps für ein besseres

Homeoffice?

Verbringt man den ganzen Tag

mit Gammel-Look im Homeoffice,

sinkt die Motivation.

Deshalb rate ich, den Büroalltag

zuhause so zu gestalten, als

würde man das Haus verlassen.

So startet man mit einem

ganz anderen Mindset in den

Tag! Das stärkt das Wohlbefinden

und hindert die Monotonie

daran, im Alltag Einzug zu

halten.

Was raten Sie Menschen,

die in keiner Partnerschaft

leben und jetzt gerade mehr

oder weniger von der Außenwelt

abgeschnitten sind?

Dieses Alleinesein bedeutet,

sich mit den eigenen Gedanken

auseinandersetzen zu

müssen. Nützlich ist es, jetzt

seine eigenen Lebenskonzepte

oder die Jobsituation

zu überblicken, um neue Perspektiven

für sich zu gewinnen.

Wir können davonlaufen

oder uns selbst näherkommen.

Menschen, die ihre eigenen

Probleme unter den Teppich

kehren, finden allerdings auch

hier wieder Ausreden, um der

Selbstkonfrontation aus dem

Weg zu gehen. Die Aufgabe

des Lebens ist es, herauszufin-

„Charaktere des Alltags

– Wegweiser durch die

Suppe des Lebens“

Mental-Coach Baha

Meier-Arian analysiert die

Archetypen des Alltags.

Jetzt im Buchhandel!

10


Zur Person

Baha Meier-Arian wurde

im Iran geboren und

floh 1996 nach Deutschland.

Nach Erhalt der

deutschen Staatsbürgerschaft

schloss sie

die Ausbildungen „Psychologische

Beraterin“,

„Gesprächstherapie“

und „Traumatherapie“

ab und ist mittlerweile

niedergelassene Expertin

für Verhaltensanalysen

und Charakter-Coaching

bei „mental health

management“.

„Jeder bekommt im Leben

Karten zugeteilt.

Wir können nicht beeinflussen,

welche das sind.

Die Aufgabe des Lebens:

Eigene Ressourcen

zu erkennen, um die

Karten strategisch bestmöglich

auszuspielen.“

Foto: mhm

11


STADT

GESPRÄCH

12

Die Corona-Krise erfordert Kreativität, sagt Mental-Coach Baha Meier-Arian. Um nicht in eine Sackgasse zu geraten, gilt es

jetzt, persönliche Talente zu entdecken. „Es ist an der Zeit, auf eine ‚Schatzsuche‘ der eigenen Potentiale zu gehen.“ | Foto: mhm

den, welche Ressourcen einem

zur Verfügung stehen und wie

man diese am besten einsetzt.

Wir alle haben schlummernde

Talente. Viele Ulmer nutzen

die Zeit gerade, um einen Jobwechsel

anzugehen oder mit

einem neuen Hobby durchzustarten.

Wir können

davonlaufen

oder uns

selbst näher

kommen.

Schwimmbad, Biergarten,

Fitnessstudio: Leider gibt es

derzeit viele Dinge, die man

nicht machen kann …

Es findet sich doch leicht ein

Ersatz. Ich selber bin leidenschaftliche

Schwimmerin.

Solange die Bäder geschlossen

haben, gehe ich eben laufen.

Sie haben einen besonderen

Weg gefunden, der Lockdown-Tristesse

zu entkommen

– teilweise gemeinsam

mit Ihrem Partner, dem Orthopäden

Matthias Meier …

(lächelt) Ja. Mein Partner und

ich haben während des ersten

Lockdowns Bücher geschrieben.

Es geht um die vielfältigen

Charaktere, die uns begegnen

und beeinflussen und

wie man seine Wahrnehmung

schulen kann, um sich besser

durch den Alltag zu navigieren.

Mein Partner hat als

Co-Autor einige Fallbeispiele

dazu beigetragen. Auch er hat

sich ans Werk gemacht und

seine Beobachtungen über den

Ursprung chronischer Krankheiten

und die Anpassung des

Menschen niedergeschrieben.

Hier konnte ich als Co-Autorin

aus meinem Berufsalltag

einige Aspekte hinzufügen.

Gleich zwei Lockdown-Lektüren

also ... Wie steht es eigentlich

derzeit mit Paaren

in Fernbeziehungen?

Es gibt zweierlei Arten von

Fernbeziehungen. Bei der einen

haben sich beide Partner

unabhängig vom Lockdown

kennengelernt und warten zunächst

einmal ab, wie sich die

Beziehung weiterentwickelt.

Bei der anderen ist die Pandemie

ursächlich dafür, dass sich

die Partner über längere Zeit

hinweg nicht mehr sehen können.

Gerade beim ersten Lockdown

mussten viele lange Zeit

ohne den Partner ausharren.

Wie kann eine Fernbeziehung

funktionieren? Gibt es

ein Patentrezept?

Gegenseitiges Vertrauen ist

ein wichtiges Fundament

mental health management

Baha Meier-Arian

Ehinger Straße 25 | 89077 Ulm

Telefon: 0731 8507219-0

E-Mail: info@mental-hm.de

Internet: mental-hm.de

in jeder Beziehung. In einer

Fernbeziehung hat man mehr

Zeit, die man mit anderen

Dingen füllen muss. Der Freiheitsgrad

sollte jedoch immer

der gleiche sein. Wie gehe ich

mit der Freiheit des Anderen

um? Ansichten und Freiheitsansprüche

können von Partner

zu Partner verschieden

sein. Ein wichtiger Baustein

in jeder Beziehung ist daher

die Kommunikation – in einer

Fernbeziehung erst recht.

Man muss von vornherein

Klartext sprechen und nicht

abwarten, bis man sich wieder

trifft und Probleme vermeintlich

zur Lawine werden.

Kleine Rituale, wie regelmäßiges

Telefonieren, versüßen

den Alltag. Oder auch mal ein

Spontanbesuch. Unser Gehirn

freut sich über neue Dinge!

Ein Drittel der Männer und

40 Prozent der Frauen hätten

übrigens gerne eine Fernbeziehung

– zumindest vorübergehend


Was raten Sie bei größeren

Konflikten?

Wenn man sich nicht mehr

vernünftig unterhalten kann

und buchstäblich zwei verschiedene

Sprachen spricht,

macht eine Paarberatung Sinn.

Wie läuft die ab?

Der Therapeut trifft beide

Partner zunächst im Einzelgespräch.

Danach übernimmt

er die Rolle des Vermittlers

in einer gemeinsamen Runde.

Wichtig ist es, die eigene

Wahrnehmung zu aktivieren,

um verstehen zu können, was

in anderen vorgeht. Das ist es,

was ich meinen Patienten mit

auf den Weg gebe. Erkenne

dich selbst!

Text: Julia Haaga


ALL YOU

NEED IS LOVE

ALL YOU

NEED

IS LOVE

LIEBE HAT VIELE

GESICHTER

All you need is Love! Eine außergewöhnliche

Lovestory mit unseren Titelhelden Sarah, Franz

und Steffen auf Seite 17.

14


1967 brachten vier

Jungs aus Liverpool

mit „All you need

is love“ eines ihrer

bekanntesten

Lieder heraus.

Sie lagen damit nicht nur musikalisch

goldrichtig. Natürlich gehört

zum Leben ein klein wenig mehr,

aber wichtig ist sie schon, diese

Liebe. Wir alle lieben etwas. Die

Partnerin oder den Partner, die

Familie, unsere Freunde, unsere

Tiere, den Job oder Hobbys. Wenn

es um das Thema Liebe geht, denken

wir allerdings vermutlich nicht

als erstes an Ulm und Neu-Ulm. Die

Doppelstadt hat aber durchaus ihre

romantischen Seiten, Orte und Geschichten.

15 Foto:

Marc Hörger


ALL YOU

NEED IS LOVE

Romantischer Ort mit Einschränkungen: Ulms

„Rapunzelturm“. | Foto: Archiv

Knapp fünf Stunden dauert die Zugfahrt von Ulm in die

Stadt der Liebe. | Foto: Jonathan Borba

Liebesschlösser am Ulmer Rathaus sollen ewige Verbundenheit

symbolisieren. | Foto: Archiv

EIN PAAR PAARE

AUS DER DOPPELSTADT

Wer an Liebespaare denkt, hat vermutlich

direkt einige berühmte Vertreter vor

Augen. Seien es Romeo und Julia, Barack

und Michelle Obama oder Elton John

und David Furnish. Auch in Ulm und

Neu-Ulm gibt es einige Paare, die ihre

Spuren hinterlassen haben, zum Beispiel

Edwin Scharff und seine Frau Helene

Ritscher. Der 1887 in Neu-Ulm geborene

Edwin Scharff verschrieb sich schon früh

der Kunst. Das erkannte auch seine Mutter

und ermöglichte ihm ein Kunststudium

in München. 1919 heiratete Scharff

die junge Schauspielerin Helene Ritscher,

die ihm mehrfach als Muse diente.

Ihre jüdische Abstammung wurde dem

Paar im Dritten Reich zum Problem.

Scharff verlor seine Berliner Professur,

wurde nach Düsseldorf zwangsversetzt

und erhielt schließlich ein Arbeitsverbot.

In Neu-Ulm selbst haben die beiden

überraschenderweise nie gelebt, aber mit

dem Edwin-Scharff-Museum dennoch

ihre Spuren hinterlassen.

Ein Ulmer Paar, das sich ebenfalls mit

Kunst auskannte, waren

Inge Scholl und Otl Aicher.

Inge Scholl war die älteste

Schwester von Hans und

Sophie Scholl. Ihr ist es

nicht nur zu verdanken,

dass die Weiße Rose nicht

in Vergessenheit geriet,

gemeinsam mit Otl Aicher

tat sie sehr viel für Ulm.

Geheiratet haben Inge und

Otl 1952 – wenige Monate

nach dem Erscheinen von Inge Scholls

Buch „Die weiße Rose“. Doch nicht erst

mit der Heirat waren die beiden ein Paar,

das sich gegenseitig stärkte und unterstützte.

So hatte Otl Aicher Inge Scholl

die Gründung der Ulmer Volkshochschule

vorgeschlagen. Inge Scholl verwirklichte

die Idee 1946, wurde deren

FUN FACT:

Obwohl viele damit

gerechnet haben, hat

Corona bisher zu

keinem Babyboom

geführt.

Gründerin und leitete sie bis 1974. Das

Paar hatte weitere Ideen und gemeinsam

mit Max Bill wurde 1953 die Hochschule

für Gestaltung Ulm (HfG) gegründet. Als

Otl Aicher 1991 bei einem

Verkehrsunfall ums Leben

kommt, schrieb Inge Scholl:

„Der Freund meines Lebens

hat mich verlassen.“

Siyou Isabelle Ngnoubamdjum

und Hellmut Hattler

sind ein Paar, das noch

mittendrin ist im „Spuren

hinterlassen“. Obwohl beide

Vollblutmusiker und

Künstler sind und in Ulm

leben, haben sie sich nicht über die Kunst,

sondern über die Politik kennengelernt.

Beide waren 1999 auf der Liste der Grünen

zur Gemeinderatswahl in Ulm. Die

politische Laufbahn haben sie langfristig

zwar nicht eingeschlagen, aber sie sind

zu einem Paar geworden. Ein Paar, das

nicht nur die Liebe zur Musik verbindet.

Piktogramme designed by Freepik

16


ALL YOU NEED IS LOVE

All you need: A Rock-’n’-Roll-Lovestory

Ein Konzert der legendären Punkband „Die Kassierer“

(„Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“). Hier

lernten sich Sarah (28) und Steffen (30) an einem eisigen

Novemberabend 2019 in Stuttgart kennen. „Der Mann

mit dem riesigen Bart ist Bauunternehmer, irgendwo

zwischen Stuttgart und Ulm“, erinnerte sich Sarah, die

für das Konzert aus Altötting angereist war, am nächsten

Morgen. „Ich startete eine Suchaktion, doch konnte

den ,Bartbau‘ im Netz nicht finden.“ Überraschung!

Steffen meldete sich plötzlich. Er hatte den Kontakt von

einem Freund von Sarah. „Elf Monate später haben wir

geheiratet“, ergänzt Steffen, Geschäftsführer der Lindel

Bau GmbH in Hermaringen. Pläne zur Nesterweiterung?

„Das Grundstück ist schon bestellt.“

Unsere Titel-Models: Sarah und Franz (1). Beim Shooting

in der Friedrichsau ist der American-Stafford shire-

„Teenie“ in seinem Element. „Er bewundert Enten und

anderes Gefieder“, lacht Sarah. Vom Tiergarten wehen

die Rufe von Pfauen und Gibbons herüber. Dann

schwimmt auch noch ein Schwan vorbei. „So viele Eindrücke

– Himmel und Hölle für den Franz zugleich ...“

Wer hat den Teddy geklaut? Franz spitzt die Ohren und

setzt zum Sprung an. Ob Sarah und Steffen da mithalten

können? Eine Familie in Aktion!

Text: Julia Haaga | Foto: Marc Hörger

Neben ihrer gemeinsamen Band

Siyou‘n‘Hell, widmen sie sich auch eigenen

Projekten. Die Musik ist ihre Art der

Kommunikation und gibt beiden auch als

Paar Inspiration und Kraft. Diese haben

sie vor vier Jahren, als Hellmut Hattler

lebensbedrohlich erkrankte, dringend

gebraucht. Gemeinsam haben sie diesen

Tiefpunkt gemeistert.

Die Liste der Liebespaare ließe sich

selbstverständlich noch weiterführen.

Ob mit dem ehemaligen Theaterintendanten

Andreas von Studnitz und Schauspielerin

Tini Prüfert, die ihre Beziehung

allerdings lieber privat halten, ob mit Uli

Hoeneß, der mit Ehefrau Susi seit Schulsprechertagen

gemeinsam durch Höhen

und Tiefen geht, oder Oberbürgermeister

a. D. Ivo Gönner, der mit der Journalistin

Susanne Schwarzkopf-Gönner seit

Jahrzehnten verheiratet ist. In Ulm und

Neu-Ulm lässt es sich eben nicht nur gut

leben, sondern auch lieben.

JE T’AIME

AN DER DONAU

Wer an romantische Orte denkt, hat vermutlich

am ehesten so etwas wie den

Eiffelturm bei Nacht oder „Le mur des je

t’aime“, die „Ich-liebe-dich-Mauer“ im

Bezirk Montmatre vor Augen. Die Doppelstadt

mag vielleicht nicht den gleichen

Stellenwert haben wie Paris, aber trotzdem

können wir in Sachen Liebe und Romantik

ein paar Wörtchen mitreden.

Wer in Ulm mit dem/der Liebsten hoch

hinaus will, der kann das nicht nur auf

dem Münster, sondern auch auf dem Michelsberg.

Zur Wilhelmsburg

gehört nämlich der

König-Wilhelm-Aussichtsturm,

der in der Stadt auch

liebevoll „Rapunzelturm“

genannt wird. Saskia Kugler

mag den 16 Meter hohen

Turm ganz besonders, denn

ihr Mann hat ihr hier einen

Heiratsantrag gemacht.

„Wir waren spazieren und

er wollte unbedingt auf

den Turm steigen. Wer den Turm kennt,

weiß, dass der innen oft ziemlich eklig

ist. Da liegt allerhand Müll rum und es

stinkt. Aber der Ausblick über Ulm entschädigt

dann wieder“, erzählt die junge

Frau lächelnd. Thomas, ihr Mann fügt

hinzu: „Meine Idee war, dass der Turm

so ein bisschen die Ehe symbolisieren

soll. In guten wie in schlechten Zeiten.

Ich finde die Idee eigentlich immer noch

ganz gut.“ Saskia und Thomas sind seit

zwei Jahren glücklich verheiratet und

FUN FACT:

2020 wurde in Ulm

und Neu-Ulm etwa

genauso oft geheiratet

wie in den Jahren

zuvor.

steigen immer noch regelmäßig auf den

König-Wilhelm-Aussichtsturm. Eine

ebenfalls hübsche Location für einen

Heiratsantrag oder auch nur, um Hand

in Hand durchzuschlendern, ist der Rosengarten.

Direkt an der Donau zwischen

Herd- und Gänstorbrücke ist es hier vor

allem im Frühling und Sommer ganz besonders

romantisch. Über

200 verschiedene Rosenarten,

die teilweise auch

mit der Stadtgeschichte

zu tun haben, sind hier

angepflanzt, darunter die

Sophie-Scholl- oder die

Ulmer-Münster-Rose.

Alle, die es eher abgeschieden

mögen, sollten einen

Ausflug zur Gerd-Walter-

Linde in Betracht ziehen.

Der „einsame Baum“ auf dem Hochsträß

ist nicht nur ein herrlicher Ort für ein

Picknick, sondern hat auch eine schöne

Geschichte: 1950 pflanzte Gerd Walter

den Baum, nachdem er aus dem Krieg

zurückgekehrt war. Er kaufte den Jungbaum

mit den 1949 neu herausgegebenen

50-Pfennig-Münzen, auf denen eine

kniende Frau dargestellt ist, die einen

Baum pflanzt. Ein Symbol für den Wiederaufbau

des Landes nach dem Zweiten

Weltkrieg. Für Romantik sorgt nicht nur

17


ALL YOU

NEED IS LOVE

Ein Paar, das in Ulm und Umgebung seine Spuren hinterlässt: Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Hellmut Hattler. |

Foto: Volkmar Könneke

die Ruhe auf dem Hochsträß, sondern

auch die Aussicht auf das Donautal. Gerade

in der Abenddämmerung ist der Anblick

sehr hübsch und dann fällt es auch

nicht mehr so sehr ins Gewicht, dass man

hier auf ein Industriegebiet schaut.

LIEBESSCHLÖSSER MIT

ABLAUFDATUM

Liebesschlösser gelten als Zeichen ewiger

Verbundenheit. Wer selbst eins aufhängen

möchte, muss dazu nicht weit

fahren. In Ulm und Neu-Ulm gibt es verschiedene

Orte, an denen sie angebracht

werden. Sowohl am Rapunzelturm und

am Ulmer Rathaus als auch auf der Neu-

Ulmer Seite am Jahnufer und an der Eisenbahnbrücke

am Ulmer Ruderclub.

Petra Schilling und ihre Freundin sind

Fans der Schlösser. „Auch, wenn die

Schlösser nicht wirklich für immer hängen

bleiben, finde ich, dass das trotzdem

eine total süße Art ist, um ‚Ich liebe dich‘

zu sagen“, meint Petra. Und tatsächlich

werden die Schlösser, gerade an der Eisenbahn,

nach einigen Monaten wieder

entfernt. Die Pressestelle der Stadt Ulm

sagt dazu: „Durch die Schlösser wird die

Lackierung beschädigt. Dies führt mit der

Zeit dazu, dass die Geländer rosten. “ Es

muss also klar sein, dass die Symbole der

ewigen Liebe nur ein paar Monate hängen

bleiben. Petra Schilling ist das aber

egal. „Es muss ja nicht bei

dem einen Schloss bleiben.

Dann hängt man einfach

wieder ein neues hin und

freut sich wieder,“ sagt sie

grinsend.

Wer in der Doppelstadt

nun aber einfach keine Romantik

findet, muss möglicherweise

doch nach Paris.

Da trifft es sich gut, dass

vom Ulmer Hauptbahnhof

täglich Züge in die französische

Hauptstadt fahren.

Das Ganze dauert etwa fünf Stunden und

ist erstaunlich erschwinglich. Man möchte

fast sagen: Ulm ist vielleicht nicht Paris,

aber verdammt nah dran.

KENNENLERNEN IN

ZEITEN VON CORONA

Zurzeit ist es gar nicht so einfach, neue

Leute kennenzulernen. Die meisten

Orte, an denen ein erster Kontakt oftmals

stattfindet, sind geschlossen. Social

FUN FACT:

In den USA werden

jährlich etwa 500

Ehen online per Videocall

geschlossen. In Deutschland

undenkbar. Hier

muss das Paar immer

vor Ort sein.

Distancing und das Tragen von Masken

machen die Sache auch nicht einfacher.

Gut, dass wir in einer Zeit leben, in der es

Alternativen gibt. Auch wenn es für viele

immer noch etwas gewöhnungsbedürftig

ist: Freundschaften können online gefunden

und gepflegt werden. Hierfür gibt es

mittlerweile zahlreiche Apps und Plattformen,

wie z.B. die Freizeit-Community

„Spontacts“ oder „DogCha!“, eine App

fürs gemeinsame Gassigehen.

Aber auch diverse Internetforen oder

Face book-Gruppen bringen Menschen

mit ähnlichen Interessen zusammen.

Laura Reifscheider hat einen Teil ihres

Freundeskreises online kennengelernt.

„Wir sind alle im gleichen Film-Forum

angemeldet und haben über die Jahre

immer wieder Diskussionen geführt

und uns auch gestritten“, lacht die Neu-

Ulmerin und erzählt weiter: „Irgendwann

haben wir untereinander auch angefangen,

uns privat zu schreiben. Aber

erst im letzten Jahr sind wir dann dazu

übergegangen auch mal Zoom-Meetings

abzuhalten. Mittlerweile treffen wir uns

mindestens alle zwei Wochen zum Quatschen

oder zu einem Spieleabend.“ Für

ihre digitalen Treffen nutzt die Gruppe

den „Tabletop Simulator“, der es den

Teilnehmenden ermöglicht, unterschiedliche

Brettspiele online zu spielen. Auch

Filmabende führt die Gruppe durch,

denn einige Streamingdienste bieten

mittlerweile die Möglichkeit, Filme gemeinsam

anzuschauen. „Das hat schon

was. Man schaut zusammen, aber wird

trotzdem nicht abgelenkt,

weil jemand redet oder

kurz den Raum verlässt.

Klar, manchmal schreiben

wir uns nebenher auch

kurze Kommentare, aber

im Normalfall schaut man

in Ruhe. Im Anschluss

tauschen wir uns dann per

Videoanruf darüber aus“,

erzählt die Filmliebhaberin.

Natürlich ersetzen digitale

Spiele- oder Filmabende,

Videoanrufe oder andere Online-Veranstaltungen

nicht den echten,

persönlichen Kontakt. Zum einen können

dadurch aber große Distanzen einfach

überbrückt werden und zum anderen

sorgt es in Zeiten wie diesen dafür,

dass Freundschaften aufrechterhalten

werden bzw. neue geschlossen werden

können.

Text: Dominik Schele

18


Spenden Sie und unterstützen Sie damit die Uuulmer Jugend:

Suchen Sie sich einen Sitzplatz aus und verewigen Sie sich mit

Ihrem Namen im OrangeCampus.

Mehr Infos unter bbu01.com/unterstuetzen/nimm-platz


FRAGE?

ANTWORT!

WAS TUST DU GUTES

FÜR ANDERE?

Ich habe früher semiprofessionell

Handball gespielt und war da für

den Verein in Schulen. Den Kids

den Sport näherzubringen, das hat

viel Spaß gemacht. Fürs Studium

musste ich dann ein Pflichtpraktikum

absolvieren, ich habe damals

meinen Bachelor in „Sport-, Kultur-

und Veranstaltungsmanagement“

gemacht, mittlerweile mache

ich in Österreich noch meinen

Master in „Green Marketing“.

Dem Ulmer Zelt bin ich seit damals

treu geblieben. Momentan

bin ich in der sechsköpfigen

Werbegruppe, wir organisieren

den Außenauftritt, erstellen den

Programmflyer und alles rundrum.

Das passt natürlich, weil ich

Expertise aus dem Studium einbringen

kann. Bis auf die Tatsache,

dass wir wegen Corona ganz

schön in der Luft hängen. Wir

wissen noch gar nicht, ob und wie

das Ulmer Zelt dieses Jahr stattfinden

kann.

Ich finde es toll, dass ich hier die

Institution Ulmer Zelt mitgestalten

kann, wir haben einen super

Zusammenhalt im Team. Und

dann gibt es ja als „Zuckerl“ auch

die Konzerte. Ich erinnere mich

an 2019, da trat der Bluessänger

Keb’ Mo’ auf – und hinterher hat

er für das Team noch ein Ständchen

am Lagerfeuer gegeben, das

war großartig.

Foto: privat

20

Auf jeden Fall möchte ich langfristig

beim Ulmer Zelt mithelfen.

Im April soll jetzt aber erstmal

mein Studium weitergehen.

Adrian, 28

aus Ulm

„ICH HELFE

BEIM ULMER ZELT.“

Foto: Julia Haaga

Hintergründe S. 28-31: mons.design / Freepik


??

Ich engagiere mich seit 2015 bei

„Menschlichkeit Ulm“, bin derzeit

die zweite Vorsitzende des

Vereins. Warum? Nun, uns hier

in Deutschland geht es so gut, das

möchte ich gern teilen. Ich habe

durch mein Ehrenamt wundervolle

Menschen kennengelernt,

mit einigen bin ich mittlerweile

gut befreundet.

„Menschlichkeit Ulm“ unterstützt

Geflüchtete mit verschiedenen

Projekten, darunter das Lerncafé,

wöchentliche Fußballspiele und

unser Buddy-Projekt, bei dem wir

Menschen mit ähnlichen Interessen

zusammenbringen.

2016 war ich für zwei Wochen als

Helferin in einem Flüchtlingslager

in der Türkei. Es war eine sehr

prägende Erfahrung, die Menschen

dort in einer provisorischen

Zeltstadt zu erleben. Wir haben

Hilfsgüter verteilt und mit den

Kindern gespielt. Es erschreckt

mich, dass es diese Lager auch

heute noch gibt, nur halt in Griechenland.

Wenn die Corona-Lage

wieder unter Kontrolle ist, möchte

ich gerne wieder in einem Lager

helfen.

Solange sammeln wir hier weiter

Spenden, die vor Ort benötigt

werden. Zuletzt haben wir gemeinsam

mit dem Flüchtlingsrat

Ulm Schlafsäcke, Isomatten und

Decken gesammelt und im Januar

nach Lesbos geschickt.

Jacqueline, 34

aus Ulm

„UNS GEHT ES HIER SO GUT,

DAS MÖCHTE ICH TEILEN.“

21 Foto:

Kerstin Auernhammer


FRAGE?

ANTWORT!

Gerade in der jetzigen Corona-

Krise sollten wir überlegen:

„Gibt es jemanden, den ich netter

begrüßen oder dem ich helfen

könnte? Sehr viele Menschen

sind derzeit mit ihrer Einsamkeit

konfrontiert. Sind vielleicht schon

älter, gehören zur Risikogruppe

und sitzen ganz alleine daheim.

Eine Nachbarin ohne Telefon habe

ich einmal gefragt, warum sie

denn keines besitzt. Sie antwortete,

dass niemand bei ihr anrufen

würde. Ich entgegnete: „Was ist

denn, wenn etwas passiert? Da

antwortete meine Nachbarin:

„Das interessiert niemanden ...“

Sollte uns das nicht nachdenklich

stimmen?

Ich bin kein Jurist, kein Arzt, kein

Politiker. Ich bin Rabbiner, was

bedeutet, dass es mir wichtig ist,

mich für mehr Toleranz, ein besseres

Miteinander und vor allem

Füreinander einzusetzen. Als ich

vor 21 Jahren aus Israel nach Ulm

kam, konnte ich kein Deutsch.

Mein größter Antrieb, die Sprache

zu lernen, war, dass ich die Menschen

verstehen und ihnen helfen

kann. Ich habe aber nicht nur für

meine jüdische Gemeinde (Anm.

d. Redaktion: rund 500 Mitglieder)

ein offenes Ohr. Jeder, der ein

persönliches Anliegen hat, dem

höre ich zu.

Rabbiner Shneur

Trebnik, 45

aus Ulm

Foto: Julia Haaga

22

„ICH SETZE MICH

FÜR EIN BESSERES

MITEINANDER EIN.“

Hintergründe S. 28-31: mons.design / Freepik


Ganz ehrlich? Ich finde, das ist eine

verdammt schwere Frage. Was

tue ich Gutes für andere? Keine

Ahnung. Ich bin Altenpfleger von

Beruf. Daher würde ich sagen,

dass ich da schon vom Prinzip her

Gutes tue. Zumindest versuche ich

es. Wir haben oft einfach nicht genug

Zeit, um jedem Bewohner und

jeder Bewohnerin die Zeit einzuräumen,

die der- bzw. demjenigen

zustehen sollte. Ich würde gerne

mit allen Bewohnern auf meiner

Station täglich Smalltalk führen,

aber das ist leider nicht drin. Der

Ablaufplan ist einfach zu strikt.

Trotzdem habe ich mir eine Art

System zurechtgelegt, sodass ich

– zwar nicht täglich, aber immer

wieder – mit den Bewohnern eine

kleine Session einlegen kann.

Dabei geht es zwar in erster Linie

darum, dass die Leute jemanden

zum Reden haben, aber auf der

anderen Seite bringt es mir ja auch

was. Die haben ja total viel erlebt,

viel gesehen und viel mitgenommen.

Dementsprechend kann so

ein Gespräch echt interessant

und lehrreich sein. Ich glaube,

das bringt schon etwas. Gerade

im Altenheim wäre es total hilfreich,

wenn die Pfleger mehr Zeit

hätten. Ich glaube, das wäre nicht

nur für die Bewohner von Vorteil,

sondern für alle.

Sebastian, 23

aus Illertissen

„ICH WÜRDE

GERNE TÄGLICH

SMALLTALK

FÜHREN.“

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei

sein? Dann schreib uns deine

Antwort mit Bild bis zum

11.04.2021 an mag@swp.de

mit dem Betreff

„NACHGEFRAGT“.

Die nächste Frage:

„Was ist dein

Lieblingsspiel?“

Foto: privat

23


STADT

GESCHICHTEN

LIEBE AUF

VIER PFOTEN

Die treuen Augen eines Hundes, das sanfte Schnurren einer Katze – für so

manchen Tierfreund gibt es nichts Schöneres. Ein Besuch im Tierheim Ulm.

Tierpfleger Jonas Galler vor einem der neuen Kunstwerke in und um das Ulmer Tierheim. | Foto: Kerstin Auernhammer

24

Am Fuße des Safranbergs, auf dem Gelände des Tierheims Ulm,

herrscht immer noch Baustelle. Arbeiter streichen, verputzen,

hämmern und bohren – Jonas Galler scheint das nicht zu stören.

Der Tierpfleger bewegt sich auf dem schon fertigen Boden des

neuen Betriebsgebäudes ebenso sicher wie auf dem rohen Estrich

der alten Gebäude nebenan. „Die Bauarbeiten haben sich

leider verzögert“, sagt der 31-Jährige. „Aber wir hoffen, für Besucher

schon in den nächsten Wochen wieder öffnen zu können. Je

nach Pandemielage natürlich.“

Änderungen bei der Vermittlung

Die Nachfrage ist in jedem Fall da, hat der Tierpfleger beobachtet.

„Auch und gerade in Coronazeiten.“ Die Vermittlung lief im

vergangenen Pandemiejahr fast wie gewohnt – 383 Tiere wurden

in ein neues Zuhause vermittelt, das waren 15 Prozent weniger

als im Jahr davor. „Das lag aber daran, dass wir drei größere

Kleintierbeschlagnahmungen hatten“, erklärt Galler. Die

Pandemiemerke man an anderer Stelle: „Zunächst herrscht bei

uns natürlich auch Maskenpflicht, wir haben überall Desinfektionsspender

stehen. Und die Öffnungszeiten mussten wir reduzieren.“

Wer sich für ein neues Haustier interessierte, konnte

sich weiterhin melden und vorbeikommen. „Das ist übrigens

ganz wichtig, dass man sich das Tier anschaut und auch schon

Zeit mit ihm verbringt“, sagt Galler. „Wir haben manchmal Anfragen

von Menschen, die ihrer Mutter oder ihrem Patenkind ein

Tier schenken wollen – das lehnen wir aber ab. Denn zwischen

Mensch und Tier muss die Chemie stimmen, das merkt man nur

bei der persönlichen Begegnung.“

Unklare Besitzverhältnisse sind problematisch

Neben der Vermittlung hat das Tierheim auch längerfristige „Gäste“.

Besonders problematisch ist es, wenn Besitzverhältnisse

ungeklärt sind, wie bei den etwa 20 Zwergspitzen, die vor einem

halben Jahr zusammen mit 50 weiteren Tieren bei einer Züchterin

im Raum Sigmaringen beschlagnahmt worden waren. Da

die Hunde in einer Dreizimmerwohnung gehalten wurden, sah

das Veterinäramt eine nicht artgerechte Haltung. Die Besitzerin

allerdings wehrt sich dagegen juristisch. „Wir haben für diese

Tiere bestimmt schon tausend Anfragen bekommen“, sagt Galler.

„Solche kleinen Rassen sind derzeit recht beliebt. Aber wir

müssen die Interessenten vertrösten.“ Dabei wäre das Tierheim

froh, wenn die Zwergspitze ein neues Zuhause bekämen – „die

sind jetzt gerade in einer Phase, wo sie gut sozialisiert werden

könnten.“ Eine Vermittlung würde außerdem das Personal entlasten,

das viel Zeit für die überwiegend kranken Tiere braucht.

Tierliebhaber im Einsatz

Für Entlastung sorgt immerhin eine ganze Zahl von Tierliebhabern

aus der Region. „Wir haben viele ehrenamtliche Gassigeher,

die regelmäßig mit unseren Hunden eine Runde drehen“, erzählt


Bild 1: Kater Tiger hat ordentlich Power und muss bespaßt werden. | Bild 2: Die Besitzverhältnisse der vor einem halben Jahr beschlagnahmten Zwergspitze sind ungeklärt. |

Bild 3: Jonas Galler im neuen Foyer des Tierheims. Es soll nach dem Umbau bald wieder öffnen. | Fotos: Kerstin Auernhammer & Volkmar Könneke

Piktogramme designed by Freepik

Galler. Die Tiere freuen sich meist sehr, an die frische Luft zu

kommen. „Einige werden auf dem Rückweg immer langsamer

und bleiben teilweise kurz vor dem Tierheim stehen, weil sie

die Zeit so genießen“, schmunzelt der Tierpfleger. Die Katzen

müssen natürlich nicht Gassi gehen, aber sie freuen sich sehr

über Besucher, die mit ihnen spielen und schmusen. Die 70-jährige

Renate ist so eine ehrenamtliche Katzenstreichlerin. Jeden

„Wer Interesse daran hat, sich bei

uns zu engagieren, kann sich

jederzeit gerne melden.“

Dienstag und Donnerstag kommt sie für zweieinhalb Stunden ins

Tierheim. Im Katzenhaus setzt sie sich nacheinander in jedes der

Zimmer und spielt und schmust mit den Samtpfoten. Seit fünf

Jahren macht sie das. „Ich hatte schon immer Katzen, schon als

Kind hatten wir welche“, strahlt die rüstige Seniorin. „Auch heute

habe ich eine Katze zu Hause. Aber ich denke, die Tiere hier

können ein bisschen Liebe gebrauchen. Bevor ich in Rente ging,

hab ich mir das vorgenommen – und ziehe es bis heute durch.“

Hilfe ist immer gern gesehen

Das Tierheim freut sich über solche ehrenamtlichen Helfer, wobei

die Mitarbeiter im vergangenen Jahr auch etliche Interessenten

wieder wegschicken mussten. „Die Hygienebestimmungen

haben uns da ausgebremst“, sagt Galler. „Wer aber Interesse hat,

sich bei uns zu engagieren, kann sich jederzeit gerne melden.“

Auch Spenden sind natürlich willkommen. „Die Bauarbeiten

gehen im Hintergrund noch weiter. Wenn die neuen Betriebsgebäude

fertig sind, investieren wir in ein neues Katzenhaus. Das

alte ist schon sehr in die Jahre gekommen.“ Galler selbst ist übrigens

ein absoluter Katzenmensch: „Ich bin mit Katzen groß geworden

und hatte leider auch ein Beißerlebnis mit einem Hund.

Von daher sind mir Katzen und Kleintiere lieber.“ Und wie viele

Katzen hat er selbst zu Hause? „Das mag jetzt vielleicht überraschen,

aber ich habe keine Haustiere“, sagt der 31-Jährige verschmitzt.

„Zum einen kann ich so immer wieder mal spontan

besonders pflegebedürftige Tiere mit nach Hause nehmen. Zum

anderen arbeite ich viel und mache abends gern Sport, da könnte

ich einem Haustier nicht gerecht werden. Und: Ich habe auf der

Arbeit so viel mit Tieren zu tun, dass es auch mal schön ist, kein

Tier um sich zu haben.“ Bei aller Tierliebe.

Tierheim Ulm

Örlinger-Tal-Weg 40 | 89081 Ulm

0731 / 979 231 50 | www.tierheim-ulm.de

Text: Kerstin Auernhammer

Spendenkonto

Sparkasse Ulm

Tierheim und Tierschutzbund Ulm/Neu-Ulm e.V.

IBAN DE31 6305 0000 0000 0544 10

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AUSBILDUNGS-

SPECIAL

IN DER MITTAGSPAUSE PRO

TISCH NUR EINE PERSON

Für Auszubildende ist die aktuelle Situation

nicht einfach, denn während der Corona-

Pandemie ins Berufsleben einzusteigen, ist

eine Herausforderung. Neben Homeoffice

bzw. Homeschooling und dem Tragen von

Masken gibt es, je nach Unternehmen, weitere

Vorschriften. Moritz ist Azubi im 1. Lehrjahr

und hat uns einige Fragen beantwortet.

FRIZZ: Moritz, welche Aufgaben gehören

zu deiner Ausbildung?

Moritz: Als angehender Industriekaufmann

gehört zu meinem Büroalltag, dass ich mich

um den Einkauf sowie Bestellungen, die

Rechnungen und die Kommunikation mit unseren

Lieferanten kümmere.

Wie hat sich dein Arbeitsalltag durch Corona

verändert?

Wenn ich meinen Arbeitsplatz verlasse oder

den Sicherheitsabstand zu den Kollegen

nicht einhalten kann, muss ich gemäß der

Coronavorschriften eine Maske tragen. Zudem

sitzt man nicht mit den Kollegen seiner

Abteilung in einem Büro, sondern „durchmischt“.

Das ist gut, denn sollte sich jemand

mit Covid infizieren und die Bürogemeinschaft

anstecken, fällt nicht gleich eine ganze

Abteilung aus.

Den Sicherheitsabstand muss man natürlich

auch in der Mittagspause einhalten. Hier

sitzt mittlerweile pro Tisch nur noch eine

Person. Es sind schon besondere Herausforderungen

momentan, das stimmt. Ich versuche

aber trotzdem, meine Arbeit ganz normal

zu erledigen.

Und abseits davon? Wie sieht es mit der

Berufsschule aus?

Zum Ausbildungsbeginn vergangenen September

konnte ich noch die Berufsschule besuchen,

jetzt mache ich dienstags und jeden

zweiten Freitag Homeschooling. Das hat am

Anfang nicht so gut funktioniert, allerdings

geht es jetzt viel besser. Und überhaupt erhalte

ich tolle Unterstützung von meinen Arbeitskollegen

– sie versuchen mich ganz normal

einzulernen.

Text: Heike Viefhaus

Foto: privat

MORITZ (16)

Ausbildung zum

Industriekaufmann bei

der „Schapfenmühle“

Wir suchen Dich!

Bewirb Dich jetzt auf unsere

offenen Ausbildungsstellen:

Fachkraft für Lagerlogistik

Verfahrenstechnologe /-in

Mühlen- und Getreidewirtschaft

Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Kaufmann / Kauffrau für

Marketingkommunikation

Weitere Informationen erhältst

Du auf unserer Homepage.

Mach dich vom Acker und komm in die Mühle.

26

SchapfenMühle GmbH & Co. KG | 89081 Ulm-Jungingen | Tel.: 0731 96746 - 40 | personal@schapfenmuehle.de

www.schapfenmuehle.de


GANZ EINFACH IM NETZ

INFORMIEREN

Wie ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt

in Ulm? Wir fragen jemanden, der es wissen

muss: Mathias Auch, Leiter der Agentur für

Arbeit in Ulm.

Seine Antwort: „Sowohl die Zahl der bei der

Agentur für Arbeit Ulm gemeldeten Ausbildungsstellen

als auch die der Bewerber ist

2020 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Dennoch ist der Ausbildungsmarkt

weiterhin ein Bewerbermarkt, soll heißen es

gab deutlich mehr gemeldete Stellen als Bewerber.“

Auchs Tipp: Wer auf der Suche ist,

soll sich jederzeit mit der Agentur für Arbeit

in Verbindung setzen.

Berufsberatung online

„Was willst du mal werden?“ - Gerade für

Schulabsolventen ist berufliche Orientierung

das A und O bei der Berufswahl. Allerdings

finden Berufsberatung und -orientierung

derzeit oft nicht wie gewohnt in

den Schulen und bei Messen bzw. Veranstaltungen

statt. Zudem können Betriebe die für

die Praxiserfahrung so wichtigen Praktika

und Schnupperwochen, wenn überhaupt,

nur mit Einschränkungen anbieten. Darum

initiiert die Berufsberatung der Agentur

für Arbeit Ulm unter dem Namen „Gut

(berufs-)beraten!“ jetzt eine Online-Veranstaltungsreihe

für Schulabsolventen, deren

Eltern und alle am Thema Interessierten.

Ziel der Veranstaltungen ist es, den Teilnehmenden

die aktuellen Möglichkeiten

zur beruflichen Orientierung vorzustellen.

Die Informationsveranstaltungen finden

im zweiwöchigen Rhythmus statt, die nächsten

Termine sind für 1. und 15. April geplant.

Jeweils von 17 bis 18 Uhr können sich

die Teilnehmenden über eine Online-Konferenzplattform

einwählen, zuhören und

natürlich auch Fragen stellen.

Die Anmeldung zur Veranstaltungsreihe

„Gut (berufs-)beraten!“ erfolgt telefonisch

über die regionale Berufsberatungshotline

unter 0731 160-777 oder direkt per Mail an

Ulm.BIZ@arbeitsagentur.de.

arbeitsagentur.de

MATHIAS

AUCH

Leiter der Agentur

für Arbeit in Ulm

Foto: Lars Schwerdtfeger

-Anzeigeder

guide für

ulm und die region

egal ob stadtgeschehen,

kultur oder freizeit,

wir wissen wohin.

frizz-ulm.de/magazin-wohin

27


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

-Anzeige-

DUALE AUSBILDUNG

HAT ZUKUNFT

Eine duale Ausbildung bietet jungen Menschen sehr gute Perspektiven, denn der

Fachkräftebedarf ist hoch. | Foto: katemangostar/freepik.com

Viele Schülerinnen und Schüler stehen vor der konkreten Berufswahlentscheidung.

Bedingt durch die Corona-Pandemie

können sie aber nur sehr schwer auf Berufsorientierungsangebote,

Praktika oder Ausbildungsmessen zurückgreifen. Viele

lokale Berufsinformationsmessen oder Tage der Berufsorientierung

an den Schulen sind nicht möglich. Reale Erfahrungen

mit der Berufswelt zur Entscheidungsfindung fehlen.

Hervorragende Perspektiven

Damit junge Menschen und Unternehmen trotzdem zusammenfinden,

bietet das Bildungsnetzwerk Schule/Wirtschaft

der IHK Ulm Unterstützung an. Denn trotz aller Unsicherheiten

bietet eine duale Ausbildung jungen Menschen hervorragende

Perspektiven und auch die Ausbildungsbereitschaft

der Unternehmen ist immer noch hoch. Das ist ein wichtiges

Signal. „Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der

Fachkräftebedarf nach der Krise wieder ein großes Thema

sein, deshalb ist die Entscheidung für eine Ausbildung nach wie

vor die richtige“, so Max-Martin W. Deinhard, Hauptgeschäftsführer

der IHK Ulm. „Die duale Ausbildung hat Zukunft – auch

in Zeiten von Corona.“

Die IHK Ulm hilft Jugendlichen bei der Entscheidungsfindung.

Die Angebote wie der IHK-Kompetenzcheck oder Bewerbungsseminare,

die derzeit digital angeboten werden, helfen

den persönlichen Karriereweg und den richtigen Weg zum

Ausbildungsplatz zu finden.

Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, ist bei der IHK-Lehrstellenbörse

richtig. Hier findet man über 330 Ausbildungsplatzangebote

mit Start zum Ausbildungsbeginn 2021.

ihk-lehrstellenboerse.de

28


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STUDIUM MIT VIEL

SPIELRAUM

Das familiäre Umfeld prägt das Studium an der Hochschule Biberach. Die HBC

versucht mit vielen digitalen Angeboten, den persönlichen Kontakt nicht abreißen

zu lassen. | Foto: HBC/iStock

Wir machen Hochschule.

Machst du mit?

Start2Study in Biberach!

Das familiäre Umfeld, die fußläufigen Entfernungen und das

Miteinander zwischen Studierenden, ProfessorInnen und Mitarbeitenden

machen den Studienalltag an der Hochschule Biberach

so besonders – unabhängig davon, für welche fachliche

Studienrichtung du dich entscheidest.

Im Studium selbst findest du jede Menge Spielraum für deine

Zukunftspläne. Möglich macht dies ein neues Studienkonzept,

mit dem die HBC Veränderungen in der Arbeitswelt begegnet,

aber auch den Wunsch nach Wahlmöglichkeiten aufgreift.

Denn: Wer heute eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, der

darf sich auf viele Herausforderungen freuen, die im Laufe eines

Arbeitslebens entstehen. Um diese Möglichkeiten ausschöpfen

zu können und mögliche Krisensituationen zu meistern, ist Flexibilität

gefragt, nicht nur in Zeiten von Corona. Das Studium an

der HBC soll dafür Spielwiese und Trainingsfeld sein.

Insbesondere in den Studienrichtungen BWL sowie Architektur/Energie-Ingenieurwesen

bietet die HBC dir deshalb

zunächst ein breites Grundstudium mit viel Raum für Orientierung;

die Entscheidung, ob du dich auf einen bestimmten

Schwerpunkt spezialisieren möchtest, erfolgt erst im zweiten

Abschnitt. Dieses flexible Programm ist aufgrund der Themenfelder

der HBC möglich, die viele sinnvolle Schnittmengen und

viele spannende Einblicke in die jeweils anderen Disziplinen

bieten.

Wer sich über das Studienangebot der Hochschule Biberach in

den Themenfeldern Biotechnologie, Energie, Bauwesen und

BWL informieren möchte, der findet viele wichtige Informationen

auf der Homepage. Am 12. Mai bieten wir zudem einen Studieninformationstag

an – digital und dennoch möglichst nah am

Campusleben. Schon heute kannst du dich auf unserer Homepage

orientieren, den Interessenfinder ausprobieren und uns

auf Instagram folgen. Wir machen Hochschule. Machst du mit?

Studieninformationstag

12. Mai an der Hochschule

Schau vorbei!

Der nächste Studieninformationstag findet am 12. Mai ab 14 Uhr

statt!

hochschule-biberach.de

29


KÜCHEN

ZAUBER

Lass uns heute mal Essen bestellen! Dieser

Satz gehört wohl zu einem der meistgesagten

der letzten Monate. Klar hat hier

jeder seine Lieblingsrestaurants – die Auswahl

ist ja auch riesig groß. Wer aber mal

was Neues ausprobieren will, der sollte Ramen

testen. Nachdem es lange überhaupt

keine Ramen in der Doppelstadt gab, freuen

sich Fans der japanischen Klassiker, dass in

Ulm die Ramenläden aus dem Boden schießen.

Wer sich nun fragt: „Ramen – was soll

das denn sein?“, dem sei es ganz einfach

übersetzt: Nudelsuppe! Japanfans wissen

aber: Ramen sind viel mehr als nur eine einfache

Nudelsuppe. Das fängt schon bei der

Brühe an, geht über die richtige Konsistenz

und Dicke der Nudeln und das marinierte

Ei (Ajitsuke Tamago) bis hin zur richtigen

Einlage, damit das Ganze dann eine richtig

leckere Sache (Oishi) wird.

Übrigens ...

... ganz stilecht isst man Ramen natürlich

mit Stäbchen, auch eine lustige Herausforderung

für das Gemeinschaftsessen … Und

wer es wirklich echt japanisch machen will,

der schlürft auch noch dabei. Wobei das natürlich

– wie auch die verschiedenen Ramen-Varianten

der Ulmer Lieferanten – reine

Geschmackssache ist.

KUKKU

RAMEN

FAHRENDE SUPPEN

NEU IN DER STADT: RAMEN

AYUMI

THE RAMEN FACTORY

Oliver Gomez, Betreiber der Vorglühbar,

liefert unter dem Namen

„Ayumi Ramen“ in Ulm und Neu-

Ulm die leckere Nudelsuppe.

Bereits vor Corona hatte er überlegt,

Ramen in Ulm zu etablieren:

„Jetzt kann ich ausprobieren,

ob das Konzept in der Stadt

tatsächlich funktioniert.“ Um

sein Team vorzubereiten, hatte

Gomez einen befreundeten Koch

aus Berlin eingeladen und einen

Workshop organisiert. Dabei

lernten die Köche verschiedene

Rezepte, wie die Brühe angesetzt

und wie das Fleisch gegart wird.

„Anfangs war es eine Herausforderung,

aber inzwischen sind wir

echt gut“, erzählt er. Bestellt wird

per WhatsApp (0170 4559895),

bezahlt per PayPal.

Kronengasse 12 | 89073 Ulm

Facebook: ayumiramen

Neu am Markt ist „Kukku Ramen“.

Hier kann man online seine Nudeln,

Kimchi (Chinakohl) oder Matcha

Moschi (japanischer Süßkram) bestellen

und dann sogar verfolgen, wo

der Fahrer gerade mit den Nudeln

im Gepäck fährt. Die Bestellmaske

ist noch etwas fragil, aber am Ende

stehen auch hier dampfende Ramen

auf dem Tisch.

www.kukku.de

GOHAN

SUSHI AND ASIANFUSION

Schon länger gibt es bei „Gohan Sushi and

Asianfusion“ am Willy-Brandt-Platz die

beliebte Nudelsuppe. Hier kann man als

Besonderheit dicke oder dünne Nudeln

wählen. Bestellt wird am einfachsten über

Lieferando.

30

Schwambergerstr. 35 | 89073 Ulm

www.gohan-sushi-ulm.de


BLICK IN

DIE KÜCHE

VINI E CUCINA

ITALIENER

HEIDENHEIMER STR. 3-5

89073 ULM

Danilo Morello ist Koch aus

Leidenschaft. Angefangen hat

alles in seiner Kindheit im sizilianischen

Licata mit der Küche

von Mamma. Ursprünglich

– wie in früheren Zeiten – ist

auch Danilo Morellos Arbeitsweise.

Nach seinem Lieblingsutensil

in der Küche gefragt,

kommt schnell die Antwort:

„Die Hände sind das wichtigste

Werkzeug.“ Spricht’s

und befreit gare Ofenpaprika

mit den Händen von Häuten

und Strunk, um sie für die feine

Antipasto-Platte vorzubereiten.

Natürlich ganz schlicht – gemäß

seiner Küchenhandschrift

– mit Olivenöl mariniert, jede

Zutat ist herauszuschmecken.

Ristorante Vini e Cucina

Aktuelle Öffnungszeiten

abrufbar über:

0731 492 534 35

E-Mail:

info@vini-cucina-ulm.de

Webseite:

www.vini-cucina-ulm.de

Typisch mediterran:

schlicht und lecker

Wenn er doch ein Küchenutensil

nennen muss, dann ist es das

Messer – schließlich können

Hände nicht alles bewerkstelligen.

Und eigentlich ist es ja wie

ein verlängerter Arm. Spaßig

ergänzt er: „Als Sizilianer muss

ich ja schließlich auch Messer

sagen.“ Mit seinem Werkzeug

schneidet Danilo die Kalbsleber

für die venezianische Leber

und Scheiben vom Kalbsrücken,

um später mit den Händen

feine sizilianische Kalbsröllchen

zu kreieren. Es ist zu

schmecken, dass er auch bei der

Füllung mit Brot, Rosinen und

Pinienkernen viel „Fingerspitzengefühl“

eingesetzt hat.

Die Hände sind sein wichtigstes Werkzeug, ab und zu braucht Danilo Morello in der Küche des „Vini e Cucina“ aber auch ein

Messer als „Verlängerung“.

Text und Fotos:

Petra Starzmann

31


FRIZZ

KIDS

32

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei sein? Dann schreib

eine E-Mail an mag@swp.de mit dem Betreff

„Kids Fragebogen“.

X

X

X

...ICH HABE GESCHWISTER

...ICH MALE GERNE

...ICH MACHE GERNE SPORT

...ICH LESE GERNE

...ICH TEILE GERNE

...ICH HÖRE GERNE MUSIK

...ICH PUZZLE GERNE

...ICH MAG AUSFLÜGE

...ICH PUTZE GERNE ZÄHNE

...ICH VERKLEIDE MICH GERNE

X

X

X

X

X

Illustrationen: rawpixel.com / Freepik


Von Anfang an glücklich

KINDER

SCHMÖKERN

ARCHITEKTUR

FÜR KIDS

Der kleine Esel

Liebernicht

Martin Baltscheit

ISBN: 978-3-7432-0731-8

ab 4 Jahren

14,00 Euro

Diese Geschichte handelt von einem kleinen, sturen Esel mit

dem Namen Liebernicht, der zusammen mit seinen Freunden,

dem Schwein, der Kuh, dem schwarzen Schaf, dem Zicklein

und den Hühnern auf einem alten Bauernhof lebt. Als die

junge Claire aus der Stadt den malerischen Bauernhof übernimmt,

machen sich die Tiere große Sorgen: Claire besitzt

keine Gummistiefel und hat auch keinen Schimmer, wie man

einen Hof führt. Was soll jetzt nur werden? Doch dann kommt

ein kleiner, blauer und ziemlich eigensinniger Esel auf die

Welt und erobert Claires Herz im Sturm. Den Hof jetzt noch

abgeben? Lieber nicht!

Seit zwei Jahren steht das vom Architekten Richard Meier

entworfene Ulmer Stadthaus mittlerweile im Denkmalbuch

des Landes Baden-Württemberg. Um auch Kindern

die Stadthausarchitektur näher zu bringen, ist jetzt ein Architekturführer

erschienen. Das Buch mit dem Titel „Von

Schwimmbadleitern und fliegenden Teppichen“ lädt mit

seinen anschaulich illustrierten Informationen zum Stöbern

und Erforschen ein. Die Erklärungen sind dabei alles andere

als trocken.

Der größte Schatz der Welt

Andrea Schütze

ISBN: 978-3-473-44674-2

ab 3 Jahren

13,00 Euro

Affenjunge Mono möchte für seine Mama den größten Schatz

der Welt suchen. Den ganzen Tag ist er im Dschungel unterwegs,

doch Gold und Diamanten sind nirgendwo zu finden.

Als das Glühwürmchen ihn abends nach Hause bringt, erwartet

Monos Mama ihren Sohn schon sehnsüchtig. Und sie hat

eine Überraschung für Mono: Sie hat ihren größten Schatz

nämlich längst gefunden. Was das wohl sein mag?

Ein tolles Buch zum Thema Liebe. Es vermittelt auf schöne

Weise die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Spiele Programmieren

supereasy

Carol Vorderman, Jon Woodcock

ISBN: 978-3-8310-4012-4

ab 10 Jahren

16,95 Euro

Auch für Erwachsene geeignet

Über verschiedene Fragestellungen aus unterschiedlichen

Blickwinkeln wird immer wieder die Aufmerksamkeit auf

spezielle Aspekte im Schaffen des Stadthaus-Architekten

Richard Meiers gelenkt. Zwar richtet sich der Architektur-

Führer in erster Linie an Kinder und Jugendliche, aber auch

Erwachsene können noch das ein oder andere lernen.

Der Architektur-Führer (auch online) ist im Stadthaus bei

der Tourist-Information sowie im Buchhandel erhältlich.

Kostenpunkt: 10,00 Euro.

Text: Dominik Schele

Freuen Sie sich auf:

- Individuelle Kundenbetreuung

- Babybekleidung ab Größe 44

- Kindermode bis Größe 104

- Große Spielwarenabteilung

- Vom Schnuller bis zum Kinderbett

- Autositze, Möbel, Reisebetten, Kinderwagen uvm.

H O P P A L A

stadthaus.ulm.de

Am PC ein eigenes Computerspiel programmieren – klingt

kompliziert? Ist es aber nicht! Mit diesem Kindersachbuch und

Scratch 3.0 bauen Kinder ab 10 Jahren Autorennen, Labyrinthe

und viele weitere kreative Spiele und Apps. Mit anschaulichen

Illustrationen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen können acht

witzige Projekte sofort umgesetzt werden. Dabei lernen die

Kids spielerisch den Umgang mit dem PC kennen.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10.00 - 18.00 Uhr I Sa: 10.00 - 16.00 Uhr

Wegenerstr. 2 | 89231 Neu-Ulm | Tel. 0731 87400 | info@neher-hoppala.de | www.neher-hoppala.de

33


LETZTE

SEITE

Familie Mustermann, bestehend aus

Mutter Monika, Vater Max und den

beiden Kindern Maxi und Moni, liebt

den Samstag. Am Samstag, da haben sie

sich vorgenommen, werden sie einkaufen

gehen. Rein in den SUV und los geht’s.

Den Wagen parken

Bereits aus der Ferne bietet sich ein

seltsames Bild. Familie Mustermann

kann sich nicht erklären, was los ist.

Fast scheint es, als hätten außer ihnen

noch andere Menschen die Idee gehabt,

den Samstag für den Einkauf zu nutzen.

Monika Mustermann besorgt einen

Einkaufswagen, die Familie betritt den

Supermarkt und der ganze Laden ist

vollgestopft mit Menschen. Warum zum

Teufel gehen die Leute ausgerechnet heute

einkaufen, fragt sich Max. Das ginge doch

auch unter der Woche. Kopfschüttelnd

bewegt er sich im Schneckentempo

vorwärts. Monika studiert eingehend die

Einkaufsliste und legt dann und wann

etwas in den Wagen. Unterdessen sind die

Kinder verschwunden. Monika hat bald

keine Lust mehr, den Wagen zu schieben

und beschließt, diesen abzustellen.

Als Stellplatz wählt sie die Mitte eines

Ganges. Vater Max ist inzwischen an der

Wursttheke angekommen. Ein Ort, an

dem er sich besonders männlich fühlt.

Irgendwann ist er an der Reihe und der

Wurstwarenfachverkäufer fragt ihn, was es

denn sein dürfe. Max Mustermann scheint

just in diesem Moment zu bemerken, dass

er vor der Wursttheke steht und überlegt

nun, was er kaufen möchte. Um seine

Überraschung zu überspielen, stellt er

eine Gegenfrage: „Äh, ja. Also, was ist das

denn für eine Salami da?“ Nach einigen

weiteren Rückfragen gibt er schließlich

seine Bestellung auf. Aus den Schatten

des Supermarktes schälen sich plötzlich

die beiden Kinder der Mustermanns und

gesellen sich zu ihrem Vater. Mit großen

Augen schauen sie den Verkäufer an,

welcher den beiden fast automatisch je

eine fette Scheibe Lyoner in die kleinen

Hände drückt. Genauso schnell wie sie

da waren, sind Maxi und Moni wieder

verschwunden.

Richtung Kasse

Monika Mustermann hat den Wagen

unterdessen in der Mitte eines anderen

Ganges platziert und wundert sich, dass

das Paket, welches Max in der Hand

hat, recht klein aussieht. Nach kurzem

Austausch kehrt Papa Mustermann zur

Metzgertheke zurück, um das zu kaufen,

SAMSTAG

I ♥ YOU

was auf der Einkaufsliste steht. Unterwegs

entledigt er sich der falschen Wurstwaren,

indem er sie kurzerhand in ein Regal

packt, in dem bereits ein ähnliches Paket

abgelegt wurde. Mutter Mustermann

schnappt sich den Wagen, macht sich in

Richtung Kasse auf und fährt der Person

vor ihr unsanft in die Hacken. Diese stellt

sich doch tatsächlich als Monikas gute

Freundin Monika heraus. Toll! Monika

und Monika stellen ihre Einkaufswagen

längs voreinander in den Gang und

schaffen dadurch das internationale

Zeichen für: „Bitte großräumig umfahren.

Hier wird jetzt geredet!“ Gemeinsam

regen sich die beiden darüber auf, dass die

Leute ausgerechnet heute nichts Besseres

zu tun haben als einkaufen zu gehen. Als

Max Mustermann wieder zu seiner Frau

stößt, steht er einige Zeit da wie bestellt

und nicht abgeholt, bis Monika sich von

Monika verabschiedet. Zeit zu bezahlen.

Auf dem Weg zur Kasse werden sie kurz

aufgehalten, da irgendein Idiot seinen

Einkaufswagen doch tatsächlich mitten im

Gang abgestellt hat. Leute gibt’s ...

Ich hab’s passend

An der Kasse angekommen, sehen sie

sofort, dass es an dreien nur langsam voran

geht. Bestimmt zahlt wieder jemand mit

haufenweise Kleingeld. Die Mustermanns

entscheiden sich also für Kasse Nummer

vier, als sich aus den Untiefen des Ladens

ihre Kinder manifestieren. Irgendwann

sind sie am Kassenband angelangt und

beginnen damit, ihre Waren aufzulegen.

Als der Kassierer die Zucchini über den

Scanner zieht und sich nichts tut, teilt

er Monika mit, dass man das Ganze

wiegen müsse. Frau Mustermann ist

sichtlich verwirrt ob dieser unerwarteten

Information und stapft dann zur nicht

sehr weit entfernten Waage. Nur wenige

Minuten später ist alles im Wagen verstaut,

der Kassierer nennt den Preis und Monika

holt ihr Portemonnaie hervor. Akribisch

zählt sie den Betrag ab. Dummerweise

fehlen ihr 17 Cent. Max Mustermanns

großer Moment ist gekommen und er ruft:

„Moment, ich glaub ich hab’s passend“,

während er in seiner Hosentasche

herumwühlt und eine gigantische Menge

an Kleingeld hervorzaubert. Langsam

zählt er ab, bis er dem Kassierer stolz

17 Cent präsentiert. Nach Erhalt des

Kassenbelegs hält Monika noch einmal

kurz inne, um ihren geschulten Blick über

diesen gleiten zu lassen. Mustermanns

verlassen den Supermarkt und können

auf dem Parkplatz nur den Kopf schütteln.

Falls möglich, sind es nun sogar noch mehr

Autos geworden. Dass diese Leute nicht

einfach unter der Woche einkaufen gehen!

Unglaublich ...

Dominik Schele

34

IMPRESSUM

FRIZZ, das monatliche Stadtmagazin,

Herausgeber:

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Tel: 0731 156-529

E-Mail: info@frizz-ulm.de

Internet: frizz-ulm.de

Verlagsleitung:

Stefan Schaumburg (verantwortlich),

Anschrift wie Verlag,

Yasmin Tan (Objektleitung)

Redaktionsleitung:

Stefanie Müller (verantwortlich),

Dominik Schele

SVH GmbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Gestaltung:

Tamara Saß (mediaservice ulm)

Titelbild:

Marc Hörger

Datenschutz:

datenschutz@swp.de

Druck:

fec - druck+medien GmbH & Co. KG

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn

Redaktionsschluss: 14.04.2021

Anzeigenschluss: 09.04.2021

Erscheinung: 03.05.2021

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Wenden Sie sich an:

Yasmin Tan

Tel: 0731 156-529

Mobil: 0151 24091787

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