Rahlstedter Leben April 2021

virginiesiems

Das Stadtteilmagazin in Hamburg Rahlstedt

6 x pro Jahr

Ausgabe April 2021

Das Stadtteilmagazin im Hamburger Osten

Rahlstedter

Leben

Mehr Gesundheit

Mehr Genuss

Mehr Lebensfreude

Das Herz von

Rahlstedt schlägt

am Puls der Zeit

JKI stellt vor:

die neuen

"Spitzen-Mieter"

im HSP1

„Ich freue mich

sehr auf den

jetzt noch

persönlicheren

Kontakt!“

Nina Klühn von

John Klüver Immobilien

Ist ein

Umdenken

bei der Gütertrasse

noch

möglich?

Seite 18

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An alle Haushalte in Rahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde (kostenlos)


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Treffpunkt:

Ortskern

Rahlstedt

Mittwoch und

Samstag

7-13 Uhr

saisonal,

regional,

uMWeltbewusst:

Plastikfrei

kaufen und

lecker essen!

Moin Rahlstedt,

Wir sind auch

im Lockdown für

euch da!

Frisch, frischer, Wochenmarkt Rahlstedt

Foto: Jens wehde

IMPRESSUM

Herausgeber (v.i.S.d.P.)

Virginie Siems

Eutiner Str. 2,

22143 Hamburg

Tel. 88 17 06 55

v.siems@rahlstedter-leben.de

www.rahlstedter-leben.de

Fotos: Jens Wehde

www.wehde.de

Titelfoto: Jens Wehde

Art Direction: Mone Beeck

Freie Autoren: Jasmin Bühler,

Jenny Frank Koppenhagen,

Dr. Matthias Marks, Alexander

Posch, Jessica Rother

Druck: GK Druck,

Gerth und Klaas GmbH & Co.KG,

Auflage: 25.000

Verbreitungsgebiet: Privathaushalte

in Rahlstedt. Veranstaltungstermine

werden kostenlos

abgedruckt, aber ohne Gewähr für

die Richtigkeit und Vollständigkeit.

Orte, Zeiten und Preise können

sich ändern. Das gesamte Magazin,

alle enthaltenen Beiträge und

Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jeglicher Nachdruck,

auch auszugsweise, ist nur mit

schriftlicher Genehmigung der

Herausgeberin und mit Quellenangabe

gestattet. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

kann keine Haftung übernommen

werden. Eine Veröffentlichungsgarantie

kann nicht gegeben werden.

Die nächste Ausgabe

erscheint im Juni 2021

Rahlstedter Leben 02/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

die Pandemie schreitet fort und schränkt uns ein, so dass wir

viel Zeit zum Innehalten haben und darüber nachdenken

können, was für uns wirklich wichtig ist: Wollen wir zurück in

unseren schnelllebigen Alltag? Wie wollen wir zukünftig leben?

Wie können wir Ökologie und Ökonomie besser in Einklang bringen?

Werden wir lernen, vorausschauender zu agieren und weniger

verschwenderisch mit wertvollen Ressourcen umzugehen?

Passend zu diesen Gedanken haben wir einen bunten Themenmix

für diese Ausgabe zusammengestellt: Wir stellen zunächst

ein junges Startup vor, das mit einem mutigen Businessmodell

gegen das Artensterben ankämpfen möchte. Außerdem mit

an Bord Svenja Furken von der IG Tunneltal, die sich für den

Naturschutz und Grabungsschutz im Tunneltal engagiert.

Zudem regt auf unserer Drehmoment-Seite, die wie immer zum

Umdenken einlädt, Claus-Peter-Schmidt von der Bürgerinitiative

an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck an, die geplante Gütertrasse

auf andere Bestandsstrecken umzulenken. Warum nicht

umdenken, solange es noch nicht zu spät ist?

Gerne lade ich Sie in dem Zusammenhang auch dazu ein,

den Bündnisbrief von neun Vereinen aus der Region zu lesen.

Gemeinsam sind sie stärker und wenden sich daher zusammen

mit einem ausdrucksstarken Appell an Verwaltung und

Politik: „Es reicht! Hände weg von den Flora-Fauna-Habitat

Gebieten Höltigbaum und Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal“

Ich bin überzeugt, dass wir das eine oder andere Ruder noch

rumreißen können,um unseren Kindern eine etwas bessere Welt,

als sie es heute ist, zu überlassen.

In diesem Sinne:

Denken Sie positiv,

bleiben Sie negativ!

3

Virginie Siems

www.rahlstedter-leben.de


02 | 2021

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06 28 14 18

Top tHema

Artenschutz

Junges Startup

mit großer

Mission _6

Buchtipp

von Ramona

Nicklaus

auf Seite 32

Rahlstedt + Umgebung

OrtsgESPRäch

Mein Ehrenamt

112 rufen,

wenn's brennt _8

Kunst & Kultur

Rahlstedts Meisterin

für Social Science

Fiction _10

Rahlstedter Kosmos

Dit & Dat _20

Auf nach Ahrensburg:

Potenzielles UNESCO

Kulturerbe_26

Mode zum

Selbermachen

Die fabelhafte Welt

der Hedi _28

Preisrätsel

Gutscheine vom

Wochenmarkt _34

Veranstaltungen

& offene Ateliers_35

Rubriken

LESEStoff

blog goes Print

"Tinderwonderland",

Jenny Frank

Koppenhagen_13

Erziehung ist super!

"Ist das 'ne sinnvolle

Regel?" Jessica Rother

+ Schlippes Momente_14

Kolumne

"Suchtfaktor Datingshow",

Jasmin Bühler_16

Pastor lässt

Kirche im Dorf

"Warum gibt's zu

Pfingsten eigentlich

keine Geschenke?" _30

Literatur

"Im Wendehammer",

Alexander Posch,

Buchtipp von

Ramona Nicklaus _32

Neue Serie

DREhmoMEnt

2 Gleise S4

+ 2 Gleise Güterzüge

= 100% Zerstörung _18

Ein neues

Wahrzeichen

für Rahlstedt

auf den

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Cxxxxxxxx

Artenschutz

Junges Start-Up

mit großer Mission

Mit Mode ein Statement

gegen das weltweite

Artensterben setzen

Text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde

Pascal Deinert aus Großlohe hat

zusammen mit Felicia Böhm ein

neues Modelabel gegründet: Relivors.

Das ist die Abkürzung für "Red List

Survivors". Es geht um vom Aussterben

bedrohte Tierarten. Sie begegnen diesem

ernsten Thema mit einer verspielten Idee.

Frei nach dem Panini-Sammelbilder- und

Stickeralbumkonzept, wecken sie die

Sammelleidenschaft mit sogenannten

Klettpatches, auf denen bedrohte Tierarten

abgebildet sind. Diese Klettpatches

werden nicht ins Album geklebt, sondern

an einen Hoodie oder ein T-Shirt geklettet.

Dank des Klettverschlusses sind die

Tierbilder abnehmbar und im Wechsel

tragbar. Der Clou: Man braucht nur ein

Kleidungsstück, mit dem man im Nu seinen

Look verändern kann. Tiger, Biene

oder lieber Koala? Am liebsten will man

natürlich alle Tierpatches besitzen. Das ist

aber gar nicht so einfach, denn analog zum

Panini-Konzept weiß man beim Kauf eines

Klettpatch-Tütchens nicht, was drin ist. So

entstehen Dopplungen und daraus wiederum

eine Tauschbörse, wo sich Menschen

bewusst mit den vom Aussterben bedrohten

Tierarten auseinandersetzen.

Das Ziel der beiden jungen Gründer ist,

das Thema Artensterben im Alltag sicht-

bar und begreifbar - im wahrsten Sinne

des Wortes - zu machen und gleichzeitig

Artenschutzprojekte mit dem Erlös der

Tierpatches finanziell zu unterstützen.

Wie kommt man bloß

auf diese Idee?

Pascal Deinert hat seine Kindheit und

Jugend in Rahlstedt verbracht. Er hat die

Grundschule Brockdorffstraße besucht

und 2014 sein Abitur an der Gyula Trebitsch

Schule absolviert. Mit fünf Jahren

ist er dem RSC beigetreten, wo er 14 Jahre

lang in seiner Freizeit Fußball gespielt

hat: ein echter Rahlstedter Jung! Nach

dem Abitur wollte er sich seinen Traum

von weiten Reisen verwirklichen, daher

hat er zunächst bei Anson‘s in der Mönkebergstraße

gejobbt, um sich das nötige

Geld zu verdienen. Danach ging es nach

nach Australien, Indonesien, Neuseeland

und Malaysia. Als er wieder zurück nach

Rahlstedt kam, war er reifer und nachdenklicher

geworden – auch seine soziale

Ader hat er in der Ferne entdeckt. Mit

diesen neuen globalen Erfahrungen musste

er erst lernen umzugehen. Wohin sein

Lebensweg ihn führen würde, war nicht

klar, so dass er wieder angefangen hat zu

jobben. Es ging ihm nicht immer gut in dieser

Zeit. Er hat viel gelesen, darunter das

Buch „Kopf schlägt Kapital“, was ihm Lust

auf das Gründen eines Unternehmens gemacht

hat. Mit einem Freund hat er über

den Wahnsinn diskutiert, sich einzig über

Kleidung zu identifizieren und auch über

den Hype von Modelabels, die nur wenig

verfügbare Ware auf den Markt bringen,

um Begehrlichkeiten zu wecken. Ein anderes

Mal hat er eine Naturdoku über

Felicia und Pascal,

die stolzen Gründer von

Relivors, mit Bienenund

Elefantenpatch

verschiedene Tierarten im Fernsehen geschaut

und dabei Tiere gezeichnet.

Doch all diese Gedankensplitter haben

sich erst zwei Jahre später kurz nach

Beginn seines Studiums der Sozialökonomie

in Hamburg zu einem großen Ganzen

zusammengefügt. Parallel zum Studium

hat seine Idee schließlich Form angenommen:

etwas Sinnstiftendes tun zu wollen,

Tiere retten, Entrepreneur sein. Es sollten

nicht einfach nur T-Shirts, mit einem netten

Spruch sein. Er wollte dem „Fast Fashion

Trend“ etwas entgegenstellen und

auf Nachhaltigkeit setzen. Und dann kam

eins zum anderen: auf einer Website mit

PREISE

Alle Textilien werden fair

und nachhaltig produziert,

zu 40% aus recycelten

PET-Flaschen und zu 60% aus

recycelter Bio-Baumwolle

T-Shirt, inkl. 1 Patch.......39,95 €

Hoodie, inkl. 1 Patch.........69,95 €

Tütchen mit 1 Patch.............9,95 €

(Großteil wird gespendet)

Wir liefern ein intelligentes,

modisches Konzept – also Mode, die

danach schreit, gesehen zu werden

Tierlogos hat er zufällig Tierbild-Aufnäher

entdeckt, der RSC hat ein vereinseigenes

Panini-Album herausgegeben und auf

einer weiteren Reise durch Kolumbien,

Thailand und Deutschland hat er Felicia

kennen gelernt. Er hat viele Menschen

auf seinen Reisen kennen gelernt, aber

Felicia hat ihn mit ihrem sozialen Engagement

schwer beeindruckt. Sie fand seine

Ideen nicht nur interessant, sondern hat

seine Vision weiter vorangetrieben und

zu ihrer eigenen Herzensangelegenheit

gemacht. Ab Januar 2020 wurde es immer

konkreter und am 9. Februar 2021 haben

sie schließlich gemeinsam die Relivors UG

gegründet – beim Notar in Rahlstedt.

Pascal ist weiterhin der kreative Kopf

von beiden. Er ist für die Produktion und

Logistik verantwortlich. Dabei spielt die

Nachhaltigkeit für ihn eine große Rolle:

„Unsere Textilien werden fair und nachhaltig

produziert und bestehen zu 40% aus

PET-Flaschen, welche aus dem Ozean und

den Küstenregionen stammen und zu 60%

aus recycelter Bio-Baumwolle.“ Außerdem

koordiniert und organisiert er, was drum

herum noch anliegt. Felicia kümmert sich

um alles, was mit Kommunikation zu tun

hat, so auch um die Werbetrommel für

ihre Crowdfunding-Kampagne auf www.

startnext.com. Bis Anfang April haben

sie fleißig Geld eingesammelt, um ihre

erste Kollektion in Auftrag geben zu können.

Ansonsten pflegt Felicia Kontakte

zur Presse und zu Partnerorganisationen.

Stolz zeigt sie das erste Social Patch, das

in Zusammenarbeit mit Viva con Aqua de

Sankt Pauli e.V. entstanden ist. „Neben

unseren Rescue Patches mit Tiermotiven

wird es auch Social Patches von Organisationen

geben, die sich sozial engagieren.

Im Klartext: Das bedeutet noch mehr

Abwechslung im Kleiderschrank unserer

Kunden!“ erklärt sie uns mit einem Leuchten

in den Augen.

Pascal beendet das Interview mit einem

kurzen, provokanten Fazit: „Wir nutzen

einfach nur den aktuellen Trend, dass

Menschen heutzutage Mode tragen, um

andere zu beeindrucken. Wir liefern dafür

ein intelligentes, modisches Konzept – also

Mode, die danach schreit, gesehen zu werden.“

Entspannt lehnt er sich zurück, denn

er hat seinen Weg gefunden, wie er die

Welt ein bisschen besser machen kann. n

Wir drücken die Daumen

und wünschen viel Erfolg!

www.relivors.com

6 Rahlstedter Leben 02/2021

7


Mein Ehrenamt

Sebastian Bierdel

liebt sein Ehrenamt

bei der Freiwilligen

Feuerwehr.

112 rufen,

wenn’s brennt!

Sebastian Bierdel, 38, arbeitet hauptberuflich als

Elektromeister bei Hamburg Verkehrsanlagen

und ist Wehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr

Rahlstedt. Er erklärt uns das System Feuerwehr.

Text: Virginie Siems Fotos: Jens Wehde

Was bedeutet Freiwillige Feuerwehr?

Wir sind top ausgebildete Feuerwehrleute,

allerdings arbeiten wir unentgeltlich. Alle

Kameraden engagieren sich ehrenamtlich

und stehen in ihrer Freizeit zum Einsatz

bereit – oftmals auch nachts. Das erfordert

sehr viel Verständnis seitens der Familie

und Freunde. Je nach Arbeitgeber dürfen

sich die Kameraden auch während ihrer

Arbeitszeit zum Einsatz melden.

Wer kommt, wenn ich die 112 wähle?

Der Notruf geht bei der Rettungsleitstelle

zentral ein und die Freiwillige Feuerwehr

wird in ihrem Revier zeitgleich mit der Berufsfeuerwehr

alarmiert. Vor Ort arbeiten

beide Feuerwehren Hand in Hand. Für den

Laien ist kein Unterschied bemerkbar.

Wie groß ist der Anteil der Freiwilligen

Feuerwehrleute in Hamburg?

Hamburg hat eine der größten Freiwilligen

Feuerwehren: 86 Standorte sowie

ca. 2500 Freiwillige Feuerwehrleute. Auf

dem Land gibt es aus der Tradition heraus

„nur“ die Freiwillige Feuerwehr, die Kameraden

sind vor Ort jedem bekannt. In unserer

Großstadt verschwimmt das leider

immer mehr?

Wie oft wird die Freiwillige Feuerwehr

Rahlstedt zum Einsatz gerufen?

Mit unseren 38 aktiven Kameraden und 2

Löschfahrzeugen fahren wir ca. 180 Einsätze

jährlich.

Haben immer alle Bereitschaft?

Nein, tagsüber stimmen wir uns im Team

ab und stellen eine Einsatzbereitschaft mit

mindestens sechs Kameraden her. Zum

Feierabend sowie nachts und am Wochenende

ist dann der Großteil der Kameraden

auch einsatzbereit. D.h. wenn der Pieper

geht, machen sich die entsprechenden

Kameraden auf den Weg zur Wache und

dann zum Einsatzort. Mitunter sind die

Kameraden aus den umliegenden Straßen

schneller im Löschfahrzeug und am Einsatzort

als die Berufsfeuerwehr, die von

der Stein-Hardenberg-Straße zum Einsatz

nach Rahlstedt fahren muss.

Sie betonen den Begriff Kameraden. Was

bedeutet er für sie?

Nun ja, meine Kameraden sind mehr als

z.B. Kollegen. Man vertraut einander zu

1000 Prozent, denn im Notfall legt man

sein Leben in ihre Hand. Eine Kameradschaft

ist schon eine ganz besonders starke,

zwischenmenschliche Verbindung. Ich

bin gerne Teil dieser Gemeinschaft und

Verbundenheit – seit über 20 Jahren.

Was war ihr beeindrucktester Einsatz?

Ich war noch recht jung und es war ein Rettungseinsatz

am Bahnhof Rahlstedt. Ein

Mann war am damals noch beschrankten

Bahnübergang unter einen Zug geraten.

Wir waren sehr schnell am Einsatzort und

haben sofort gehandelt. Dem Mann wurde

der Arm abgetrennt und ich half unterm

Zug beim Umlagern auf das Rettungsbrett.

Das geht einem dann schon ganz schön

nahe. Doch es hat sich gelohnt. Ich habe

mich später gefreut zu hören, dass der

Mann dank unseres beherzten Eingreifens

überlebt hat. Meistens bekommen wir den

Ausgang unserer Rettungsaktionen aber

leider nicht mit.

Stimmt es, dass die Feuerwehrwache in

der Brockdorffstraße abgerissen werden

soll?

Ja, das ist richtig. Seit einigen Jahren erfüllen

unsere Schulungsräume unter dem

Dach nicht mehr die Brandschutzauflagen

und auch die knapp bemessenen Stellplätze

für unsere zwei großen Einsatzfahrzeuge

der neueren Generation sind im Grunde

nicht mehr zeitgemäß.

Vater und Sohn: "Wenn

ich mal groß bin, will ich

Feuerwehrmann werden"

Zwei? Sie haben aber doch vier Toreinfahrten,

oder?

Jein. Dazu muss man wissen, dass die

rechte Toreinfahrt der Berufsfeuerwehr

gehört. Dort steht ein Rettungswagen und

die Kollegen besetzen die Wache im ersten

Stock rundum die Uhr. Zu uns gehören die

anderen drei Tore, hinter denen sich aus

Platzgründen nur noch zwei Löschfahrzeuge

verbergen.

Gibt es eine Interimslösung für die Zeit

während des Neubaus?

Aktuell halten wir unsere Schulungen und

Treffen im Gemeindesaal an der Rahlstedter

Straße ab. Sobald unsere Wache abgerissen

wird, wird es einen Stellplatz für

unsere Fahrzeuge geben und wir werden

weiterhin einsatzfähig bleiben. Den genauen

Zeitplan, wann es losgehen soll, kenne

ich aber nicht.

Gibt es unter den Kameraden auch Frauen?

Danke, dass Sie danach fragen. Natürlich

sind auch Frauen bei uns im Einsatz. Aber

ehrlich gesagt handelt es sich überwiegend

um Männer. Das möchten wir gerne

ändern! Wir würden uns riesig freuen,

wenn wir wieder mehr Frauen bei uns im

Team hätten. Ein gesunder Mix macht unseren

Zusammenhalt noch stärker. n

www.ff-rahlstedt.de

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8 Rahlstedter Leben 02/2021

9


Kunst & Kultur

Katharina Joanowitsch hat für den

Kurzdramen-Wettbewerb UFF ein

neues Werk verfasst: Millenials.

Dabei handelt es sich um drei Textfragmente,

die von den verantwortlichen Dramaturgen

von Theater GegenStand und

weiteren Künstlern mit eigenen kreativen

Beiträgen fortgesponnen werden. Auf diese

Weise entsteht ein sanft-kontrolliertes

künstlerisches Crowd-Projekt.

Wie kamen Sie auf den Wettbewerb?

Ab und zu schaue ich auf die Seite der

Wettbewerstipps vom Schreiblust Verlag

Dortmund, bei dem ich als Gestalterin

für Buchcover mitwirke. Dort entdeckte

ich, eine Woche vor der Abgabefrist, den

Kurzdramen-Wettbewerb zum Thema „Social

Science Fiction“, der keine Altersbeschränkungen

hatte und so offen gehalten

war, dass ich Lust bekam, es zu versuchen.

Wie funktioniert das UFF-Konzept?

Ausgeschrieben ist der Wettbewerb vom

Theater GegenStand e.V. einer Produktionsgemeinschaft

für freies *, Theater in

Marburg. Von 2004–2015 gab es jährlich

einen bundesweiten Kurzdramenwettbewerb,

jetzt erstmals zum Thema Science

Fiction. Gesucht wurden dramatische

Kurzformen von der szenischen Skizze

über den klassischen Ein- oder Mehr-Akter

Die Grande Dame

der Rahlstedter

Kulturszene

Meine allererste Kurzgeschichte

„Verzählt“

wurde im Schreiblust

Verlag 2006 in der

Anthologie „Der Tod

aus der Teekiste"

veröffentlicht.

*

Infos von der Website des Theaters:

www.theater-gegenstand.de/uff/

Rahlstedts

Meisterin

für Social

Science

Fiction

Katharina Joanowitsch hat

beim Kurzdramen-Wettbewerb

UFF Utopia From Fragments

gewonnen.

Fragen: Virginie Siems

Antworten: Katharina Joanowitsch

Fotos: Jens wehde

bis hin zu experimentellen Stücken. Wichtig

war eine im weitesten Sinne Zuordnung

zum Genre der Science-Fiction und der Fokus

sollte auf mögliche Zukünfte unseres

Zusammenlebens liegen.

Phase 1 ist erreicht durch Auswahl von

drei Textentwürfen, nun folgt Phase 2:

Die in den Kurzdramen skizzierten Welten

oder „Universen“ werden explizit erweitert

und ausgestaltet. Dazu wird Theater

GegenStand mit weiteren Künstlern aus

verschiedenen Richtungen zusammenarbeiten,

welche die Kurzdramen als Grundlage

nehmen und mit eigenen kreativen

Beiträgen fortspinnen. Die verantwortlichen

Dramaturgen von Theater Gegen-

Stand gehen dabei in den digitalen Dialog

mit den Künstlern, wählen aus und begleiten

diese Erweiterung dramaturgisch,

sodass quasi ein sanft-kontrolliertes künstlerisches

Crowd-Projekt entsteht. Künstlerisch

aufgerufen wird z.B. zu Parallelerzählungen

und -drehbüchern, Fortsetzungen,

Spin-offs, Origin-Storys, literarischen oder

essayistischen Kommentaren, ebenso zu

Beiträgen anderer Kunstrichtungen (Grafik,

Song, Malerei, Video, Hörspiele, Improvisationen,

Performance.) „Utopia From

Fragments“ wird gefördert vom Hessischen

Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

ALLRound tALEnt

n Illustratorin und Schreibende

n 2009 Mitgründerin KulturWerk Rahlstedt

n 2013 Projektgruppe Filmabende FILM ab!

n Sie spielt Tenorhorn und gibt literarische

Kleinkunst als Sängerin zum Besten.

Worum geht es in Ihrem Kurzdrama?

Wir befinden uns in einer Welt mit dauerhaft

überfluteten Gebieten, Gebäuden auf

Stelzen mit virtuellen Fenstern in den Mini-Single-Wohnungen,

es gibt Indoor- und

Aquaponic-Farmen. In meinen drei Skizzen

steht in zwei Szenen ein Mensch im Focus

mit einem technischen ‚Gegenüber’. Da gibt

es Sofi und ihren Smart Speaker Jack, dann

gibt es Kilian und seinen Haushaltsroboter

Pepper, genannt Peppi. Die Frau (Szene 1)

und der Mann (Szene 2) haben eine Verabredung

mit diametral unterschiedlichen und

für den anderen verborgenen Gelüsten:

Spannend finde ich auch das Thema

„Identität“ und „Identitätsklau“

und das Leben in Vereinzelung.

Sofi will schwanger werden, Kilian braucht

für seine geheim entwickelte Sex-Robotine

Jaqueline ein hübsches Gesicht und eine

angenehme Stimme. Das dritte Textfragment

(Szene 3) zeigt Pat, die von einem Gericht

zu 2400 Stunden Netzsperre verurteilt

ist. Ihr Fehler: sie hat den – zufällig

entdeckten – Identitätsklau von Kilian bei

der Datenschutzbehörde angezeigt.

Wo haben Sie die Ideen hergenommen?

Ich wollte gerne etwas zum Thema

Sprachassistenten schreiben. Faszinierend

fand ich zu lesen, dass es tatsächlich Bestrebungen

gibt, die Stimme der Sprachassistenten

genderneutral zu halten. So wollte

ich die Genderdebatte anklingen lassen.

Spannend finde ich auch das Thema „Identität“

und „Identitätsklau“ und das Leben

in Vereinzelung.

AUSzug AUS DEM gEwinnERtext MILLEnIALS, FragMEnt III: chIPPIE

Angesichts des kalten

Auges der Überwachungskamera,

hockt Pat

ausdruckslos vor ihrem

Gaming-Tisch. Innerlich

wütet sie, tobt, schreit! Die

gesamte Smart-Welt ein

Scheißdreck, wenn alles auf

Null gestellt ist. Okay, sie

hat über die Stränge geschlagen,

sich reingemogelt,

Geheimnisse ausgespäht,

Darüber ist eine längere

Erzählung entstanden,

die 2020 im Literaturverlag

Josefine Rosalski

Berlin erschienen ist:

„Auf den Spuren der Theatertante

durch das Banat“

Mein Zugang zum Theater

Schon als Kind hörte ich bewundernd die

Geschichten über die Schwester meines

Vaters, die Schauspielerin am Deutschen

Staatstheater Temeswar in Rumänien war.

Auf Bühnenbrettern habe ich selbst schon

gestanden, zusammen mit meinem Mann

Peter Mittelberg (Klavier, Kompositionen)

tingelte ich mit einem Erich Kästner Programm

durch Kulturhäuser in Hamburg,

Stade, Hameln, Kiel, und Bederkesa. n

https://kajott.jimdofree.com

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aber dass das Gericht ein

so rigoroses Urteil sprechen

würde! Unfassbare

Zweitausendvierhundert

Stunden im Netz gesperrt!

Vom Strom gekappt! Genau

einhundert Tage lahmgelegt,

isoliert, abgeschnitten

von ALLEM! Pat starrt wie

blöde abwechselnd auf die

schwarzblinden Spiegel von

Smartphone, Tablet, Gadget,

Armband und zweier

Monitore: tot, alles tot. Seit

vierundzwanzig Stunden,

also grad mal ein Hundertstel

ihrer auferlegten Strafe!

Zur Untätigkeit verdammt!

Pat schlürft missmutig einen

kalt gewordenen Mate-Rest

und schlurft zu ihrem Ausguckposten,

starrt auf die

Recyclinghalden, die sich im

Graulicht verlieren. Aschewolken

des ausgebrochenen

isländischen Vulkans Eyjafjallajökull

hängen seit Tagen

über dem Land. Zugegeben,

sie hat es übertrieben. Sie

ist ein Nerd, ein Chipppie,

aber – Pat knetet ihre

Finger, die durch mangelnde

Beschäftigung taub wirken –

eigentlich gebührt ihr doch

Lob, dass sie diesen infamen

Identitätsraub aufgedeckt


10


Kunst & Kultur

blog goes print


und bei der Datenschutz-

Behörde angezeigt hat. Okay,

sie war illegal in ein privates

Netzwerk eingedrungen,

aber aus purem Zufall!

Immer auf der Suche nach

Neuigkeiten, hatte sie ein

UNESCO-Bericht, betitelt I’d

blush if I could – Reaktion

einer Sprachassistentin

auf sexuelle Belästigung –

neugierig gemacht. Im Netz

hatte sie daraufhin nach Negativ-Beispielen

gesucht und

überraschend eine Schwachstelle

entdeckt, durch die sie

in private Kamerasysteme

eindringen konnte. Und landete

ausgerechnet bei einem

Desktop Devil, der an der

Gefügigkeit eines weiblichen

Sex-Roboters herumwerkelte,

dabei kackfrech Gesicht

und Stimme einer vorher

ausgespähten Ahnungslosen

kopierte! Widerlich!

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Total blauäugig von ihr, auf

die strenge Hacker-Ethik

eines ChaosComputerClubs

zu vertrauen. Wenn ein

börsennotierter Globalplayer

wie German Bionik sich

aufspielt, sind die Machtverhältnisse

klar verteilt.

Pat tigert unruhig zwischen

Ausguck und Tisch hin und

her. Sie konnte grad noch

eine Botschaft an Mike

absetzen, bevor der Saft

abgestellt wurde. Wenn

der nicht bald vorbeikommt,

dreht sie durch.

Sie muss sich beruhigen,

runterkommen. Pat breitet

ihre Yogamatte aus und,

während sie in der Übung

„Herabschauender Hund“

verharrt, memoriert sie die

sechzig Optionen zur Geschlechtsidentität:

„androgyn,

bigender, trans, inter,

zwitter, wedernoch ...“ n

Bei Facebook

schreibt sie kess

zum Kommentar,

ob sie nun berühmt

wird: Das Ziel ist

die Erweiterung

des Horizonts.

Tinderwonderland

www.alltagsspagat.com

Ein Blog für alle, die etwas anfangen und verändern wollen.

Mit fast 40 hat es auch mich erwischt, das Dating-App-Fieber.

Zugegeben, neugierig war ich

schon. Deshalb kurzentschlossen eine App

installiert und auf das Wunder gehofft. Auch wenn mir

nicht klar war, was ich genau erwartet habe oder was

mich erwartet, bin ich mutig losgestürmt. Trotz Links-

Rechts-Schwäche habe ich das Prinzip schnell erkannt.

Nach einiger Zeit fühlte es sich wie ein Spiel an. Es war

ja auch spielend leicht zu bedienen. Die Männer, die mir

angezeigt wurden, haben sich zum Besten gegeben.


Was ich erwartet habe:

Ein Portrait, einen Steckbrief, Humor, Sexappeal und vielleicht

noch das Foto vom Haustier.

Was ich bekommen habe:

Verschwommene Aufnahmen von Gesichtern, die aus

ca. 2 cm Entfernung aufgenommen wurden, nackte Haut,

Strandbilder, Autobilder, Motorradbilder, witzige oder

sexistische Sprüche, keinen Steckbrief – oder aber die

eindeutige Aufforderung für ONS (One-Night-Stands) oder

die gepflegte Affäre.

Da ich ganz offen an diese Sache herangegangen bin,

habe ich die Jungs auch einfach links (zwinker) liegen gelassen,

sollen sie sich doch austoben. Ob die Ehefrau tatsächlich

diese Sache gutheißt, kann ja sein. War mir aber

auch egal. Ich habe mich auf keinen Typ Mann festgelegt.

Ok, eindeutig mehr Männer mit Bart waren dabei. Mag

ich eben. Die Größe war mir auch egal. Der Job war mir

egal und auch ob Hund oder Katze. Auch wenn es Kinder,

gerne als Altlasten bezeichnet, gibt, bin ich offen auf die

Männerwelt zu gerannt. Ja, rennen kann man es nennen.

Ich war vielseitig interessiert. Es waren sogar unglaublich

tolle Männer mit dabei. Es gibt sie also noch.

Es waren aber auch Männer mit dabei, die mich angepöbelt

haben oder die meinen Vornamen zu ostdeutsch fanden

oder die auf einer Wellenlänge mit mir lagen, mich

unglaublich attraktiv fanden, ihr Glück kaum fassen

konnten und mich versetzt haben.

Letztendlich fühlt es sich wie ein großer Sozialversuch

an. Die menschliche (männliche) Psyche unter die Lupe

genommen. Ich habe Altlasten, die habe ich sogar ziemlich

gerne. Ich habe mich nicht festgelegt. Ich weiß aber

was ich nicht will. Letztendlich haben sich diese Männer

mit einem Ziel bei solchen Dating-Apps angemeldet. Egal

text: Jenny Frank Koppenhagen

wie dieses Ziel aussehen mag. Mädels, an euch liegt es

schnell zu erkennen, welchen Typ Mann ihr vor euch

habt. Ich kann mittlerweile bestätigen, dass wenn der

Typ schon aussieht wie ein Schlitzohr, er auch eines ist.

Ich mag Männer nach wie vor, aber bilde mir sicher nicht

ein, dass ich sie verstehe. Ich habe tolle Dates gehabt,

unglaublich warmherzige Menschen kennengelernt. Ich

habe mir gerne ihre Wünsche und Werte angehört. Aber

ich habe auch erkannt, dass erst ich wissen muss was ich

will, damit es klappt. Nur zu wissen was man nicht will,

reicht zwar für eine schnelle Bauchentscheidung, dauert

aber bedeutend länger, als zu bekommen, was man will.

Auch ich bin nicht frei von Fehlern und falls ich den Herren

zu viel Hoffnung gemacht habe, tut es mir leid. Jungs,

entschuldigt bitte! Ich bin auch nur ein Mensch.

Ich bin dankbar für jede einzelne Erfahrung in den letzten

Wochen. Ich habe meine Komfortzone verlassen, war

mutig und naiv und manchmal auch echt dumm. Aber

ich vermisse diese Erfahrungen nicht, im Gegenteil. Es

gibt sicherlich Menschen, die darauf gut verzichten können

sich im digitalen Zeitalter der gesamten Öffentlichkeit

verletzlich und offen zu zeigen.

Auch ich habe nur bedingt Details von mir preisgegeben,

aus Angst verletzt zu werden. Das geht den Männern sicherlich

genauso. Aber alles, was ich gesagt und gezeigt

habe, habe ich frei heraus getan und würde es immer

wieder so tun. Das bin eben ich, zumindest ein kleiner

Teil, den ich gerne bereit bin zu zeigen.

Ob ich die große Liebe finden werde, weiß ich nicht. Ob es

jemals wieder so etwas wie Liebe geben wird in meinem

Leben, weiß ich auch nicht. Aber nichts tun und hoffen,

sie findet mich von alleine – auf keinen Fall.

Also die Damen, seit mutig, seit frech und liebreizend.

Haut die Männerwelt um und passt dabei verdammte

Scheiße auf euch auf. ♥

www.alltagsspagat.com

Jenny fRAnk KoPPEnhagen

Der Alltagsspagat von Jenny Frank-Koppenhagen:

Bloggerin, Kaffeetrinkerin, Frau, Mutter, Tochter

12 Rahlstedter Leben 02/2021

13


Erziehung ist super!

Ist das ‘ne sinnvolle Regel

oder kann die weg?

Regeln und Grenzen sind sinnvoll, damit wir Menschen friedlich und möglichst

gefahrlos durchs Leben gehen können. Von Kindern wird erwartet, dass sie sich

nicht nur zu Hause, sondern auch in Kita oder Schule, im Straßenverkehr, im

Spiel mit Freund*innen, bei den Großeltern, im Sportverein an die geltenden

Regeln halten. Selbstbestimmung kommt oft zu kurz. Text: Jessica Rother

K

ein Wunder, dass in der Familie

Regeln verhandelt, ausgedehnt

und diskutiert werden. Schnell entsteht

ein unschöner Machtkampf. Ich halte

viel davon, zu Hause ein paar Regeln zu

lockern oder ganz zu streichen. Denn das

kann unser Zusammenleben entspannen.

Wie reduzieren wir Regeln?

Erstens wir Eltern könnten darüber

nachdenken, welche Regeln wirklich

wichtig und sinnvoll für uns sind. Das

finden wir heraus, wenn wir unsere familiären

Anforderungen gut begründen

können. Ist dies nicht der Fall, könnte es

sich um eine Regel handeln, die sich aus

dem Umfeld oder aus der Kindheit „eingeschlichen“

hat, die quasi unreflektiert

übernommen wurde. Wenn wir eine Regel

nicht gut begründen können, wird es

schwerfallen, sie durchzusetzen. Das mer-

Fragen wir

uns einmal ehrlich:

Halten wir uns

selbst immer

an unsere Regeln?

Schlippes

Momente

Illustrator,

Kartonkünstler

und Cartoonist

www.b-vonschlippe.de

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ken Kinder. Sobald sie Spielraum wittern,

werden sie die Grenzen austesten oder

mit uns diskutieren. Schließlich möchten

Kinder einbezogen werden und mitbestimmen.

Haben wir dazu gerade keine Nerven,

kommt es schnell zum Streit.

Zweitens könnten wir uns fragen: Was

möchte ich damit erreichen? Welche Befürchtung

steckt hinter der Regel? Und ist

diese wirklich realistisch?

Ein Beispiel: Wenn ein dreijähriges

Kind am Tisch ruhig sitzen bleiben soll, bis

alle fertig gegessen haben, was möchten

wir erreichen? Soll das Kind gesellschaftliche

Normen einhalten lernen? Möchten

wir ihm stilles Sitzen mit Blick auf die

Schule frühzeitig beibringen? Befürchten

wir, ein „Zappelkind“ heranzuziehen, das

mit seiner wilden Art überall anecken

wird?

Haben wir Ziele und Befürchtungen aufgedeckt,

können wir uns fragen, wie realistisch

sie sind. Gesellschaftliche Normen

kann ein dreijähriges Kind rein kognitiv

noch nicht nachvollziehen. Stillsitzen und

Konzentrieren lernen Kinder in der (Vor-)

Schule auch. So könnten wir entscheiden,

dass das noch früh genug ist.

Stellen wir fest, dass wir diese Vorgabe

aus dem Elternhaus übernommen haben,

könnten wir uns drittens fragen, wie

wir es selbst fanden, sich daran halten zu

müssen? Was haben wir daraus gelernt?

Machen wir das heute noch so? Fühlen

wir uns dabei wohl? War es sinnvoll, dass

wir so früh dazu „erzogen“ wurden oder

hätten wir es später auch selbst gelernt?

Bemerken wir, dass eine Regel tatsächlich

aus unbegründeten Befürchtungen

oder aus der Kindheit stammt, könnten

wir uns entschließen, sie zu lockern

oder ganz aufzugeben. Es könnte zunächst

auch testweise ausprobiert werden, wie

es der Familie ohne die Regel geht. Vielleicht

macht das Abendessen plötzlich

mehr Spaß? Unsere Kinder müssen sich

in ihrem Alltag an so viele Regeln halten,

da kann es für alle entspannend sein, ein

paar Grenzen fallen zu lassen. Kinder

brauchen es, auch einmal nur „sein“ zu

dürfen, ohne dass wir ständig an ihnen

herummäkeln. Ganz bestimmt werden

sie dadurch nicht gleich zu gesellschaftlichen

Außenseiter*innen oder tanzen uns

dann nur noch auf der Nase herum.

Können wir eine Regel jedoch gut begründen

(Zähne putzen ist wichtig, weil

wir Karies verhindern wollen), ist sie für

uns sinnvoll und kann aufrecht erhalten

bleiben. Auch wenn das „Einfordern“

manchmal schwierig ist, werden wir hier

vermutlich konsequent bleiben, was Kindern

Klarheit bietet.

Sich viertens an die eigene Nase fassen:

Fragen wir uns einmal ehrlich:

Halten wir uns selbst immer an unsere

Regeln? Wenn wir selbst Sachen herumliegen

lassen oder zum Trödeln neigen,

können wir dann von unseren Kindern

Ordnung verlangen und dass sie morgens

pünktlich angezogen sind? Für geltende

Regeln sollten Eltern ein möglichst gutes

Vorbild sein, denn Kinder achten mehr

auf das, was wir tun, als auf das, was wir

sagen. Fällt es uns selbst schwer, uns nach

einer Regel zu richten, warum lassen wir

sie nicht weg? Soll sie bestehen bleiben,

tragen wir die gleichen Konsequenzen

wie die Kinder. Vergessen wir die Hände

vor dem Essen zu waschen, müssen wir

genauso noch einmal aufstehen und es

nachholen. Das ist fair. Mein Sohn hatte

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JESSIca RothER

Diplom-Pädagogin,

individualpsychologische

Beraterin und Logopädin.

Sie bietet Kurse, Coachings

und Supervision zu erzieherischen,

beruflichen oder

persönlichen Themen für

Fachkräfte und Eltern an.

Mit ihrer Familie lebt sie in

Rahlstedt.

Facebook: Jessica Rother

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neulich die Idee, ein Bild zu malen, dass

uns ans Hände waschen erinnert. Seit das

Bild hängt, passt er von sich aus auf, dass

diese Regel eingehalten wird, denn Kinder

lieben es, wenn sie einbezogen werden

und ihre Ideen Gehör finden.

Fünftens, Verständnis für unkooperatives

Verhalten aufbringen. Leider sehen

wir Eltern oft eher die Situationen, in

denen Kinder Regeln nicht einhalten. Dadurch

übersehen wir tolle Momente, in denen

Kinder kooperieren. Anziehen, Zähne

putzen, abwarten, bis die kleine Schwester

angezogen ist. Auch sehr kleine Kinder

kooperieren, wenn sie uns die Arme beim

Jacke Anziehen entgegenstrecken, uns die

Schuhe holen oder selbständig frühstücken.

Nachdem Kinder in Schule oder Kita

den ganzen Tag ihr Möglichstes getan haben,

um sich an die geltenden Regeln zu

halten, haben sie zu Hause das Bedürfnis,

sich selbst nicht mehr so stark regulieren

zu müssen. Oft bekommen sie dann Ärger,

weil sie „herumflippen“, turnen, laut werden,

nicht mehr mitmachen wollen. Dabei

geht es uns Erwachsenen manchmal ähnlich.

Wir kooperieren während der Arbeit

den ganzen Tag, schlucken vielleicht Dinge

herunter, mit denen wir nicht einverstanden

sind. Auch wir wollen zu Hause

gerne einmal Fünfe gerade sein lassen.

Den Blick auf die positiven Situationen

richten und die Perspektive wechseln

kann helfen, mehr Verständnis für Kinder

aufzubringen, wenn sie gerade nicht so

„funktionieren“, wie wir es gerne hätten.

Nicht zuletzt gibt es auch viele schöne

Regeln, nämlich unsere familiären

Rituale. Das gemeinsame Essen, Vorlesen

oder das Kuscheln am Abend. Von

solchen Regeln dürfen wir ruhig viele

aufstellen und sie gemeinsam in vollen

Zügen genießen. n

14 Rahlstedter Leben 02/2021

15


Kolumne

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Suchtfaktor

Haben wir Angst vor dem Leben, vor

unserer eigenen Lebendigkeit? Weshalb

sonst, wollen wir lieber vor dem Bildschirm

sitzen, anstatt die echte Verbindung

täglich zu erleben und unser Leben

wirklich zu feiern?

CROWDFUNDING

Zuschauen oder hinschauen, das ist hier die Frage.

Warum sind Dating Shows nur

so beliebt? Manche Menschen

scheinen sie sogar süchtig zu

machen. Sie sind Vergnügen, Unterhaltung,

Tratsch und Klatsch. Und wenn wir

Umfragen glauben wollen, interessieren

sich nicht nur die Frauen dafür. Wir alle

wollen daten. Wir wollen wissen, wer

kriegt wen? Unabhängig von Alter, Geschlecht

oder sexueller Orientierung. Wir

Menschen lieben Dating. Ob wir es zuge-

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Dating Show

text: Jasmin Bühler

JASMIn BühLER

Jasmin Bühler schreibt über sexy

Themen, weil es sonst keiner macht.

www.jasmin-buehler.com

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ben oder nicht, Menschen wollen sich verbinden,

wollen geliebt werden und sich

geborgen fühlen. Doch wonach suchen wir

genau? Ist es das Neue? Das Unbekannte?

Das Erotische? Das Exotische? Das andere?

Oder suchen wir uns in Wahrheit nur

selbst? Suchen wir jemanden der lebt, was

wir selbst nicht sind oder der uns und

unsere Lebensweise, unsere Sicht vom Leben,

bestätigt? Suchen wir die wahre Liebe,

oder suchen wir jemanden der unser

Konzept vom Leben teilt?

Ich frage mich, suchen die Menschen

wirklich? „Wer such(t)et der findet“, heißt

es schon in der Bibel. Bedeutet das dann

nicht, dass wir sie, die große Liebe, ihn,

den ersehnten Partner oder sie, die heiße

Partnerin finden würden, wenn wir wirklich,

wirklich danach suchten? Oder ist die

Suche interessanter als das Finden? Oder

wollen wir am Ende gar lieber zuschauen

anstatt wirklich hinzuschauen? Sind wir

überhaupt noch bereit, die Verbindlichkeit

einzugehen und die Verantwortung

zu übernehmen? Oder den Kompromiss zu

machen, nur für ein bisschen Liebe? Nur

für einen Partner an der Seite. Nur für etwas

Romantik, die sich ohnehin nach kürzester

Zeit in Luft auflöst. Ist es da nicht

einfacher am Bildschirm zu sitzen und

den Traum der anderen zu träumen? Zu

beobachten, zu bewerten, zu kritisieren.

Vordergründig die Menschen am Bildschirm,

in Wahrheit dich selbst. Doch das

ist uns meist nicht bewusst. Also richten

wir weiter die Aufmerksamkeit auf die anderen

und träumen, anstatt uns wirklich

einzulassen. Anstatt echte Nähe und Verbindung

einzugehen und anstatt wirklich

am Leben teilzunehmen. Wir tauchen ab

in die Welt der anderen und vergeuden

unser Leben. Das klingt hart. Vielleicht zu

hart. Doch für mich ist das so. Ich komme

gerade von einem langen Seminarwochenende

zurück, an dem 50 Menschen sich

wahrhaftig begegnet sind. Sie haben den

Blick vom Bildschirm genommen und haben

sich gezeigt. Mit ihren Ängsten, mit

ihren Geschichten und Erfahrungen und

sie haben sich befreit. Sie waren ehrlich

Das Leben der anderen

betrachten, während Stunde

um Stunde unseres eigenen

Lebens an uns vorbeizieht?

und haben sich dem Hässlichen gestellt

und dabei sich selbst entdeckt und wahre

Nähe erweckt. Sie haben Schönheit gesehen

und den Nährboden für echte Intimität

bereitet. Das braucht Mut. Denn die

Nähe und Verbindung, die wir Menschen

uns so sehr wünschen, entsteht nicht von

allein. Sie braucht Offenheit und Ehrlichkeit.

Sie braucht wahrhaftige Menschlichkeit.

Und erst wenn ich mich als Mensch

mit all meinem Mangel, all meinen Fehlern

und Verurteilungen annehmen kann,

dann kann ich Verbindung und Nähe

wirklich erzeugen und aushalten. Dann

kann ich mich aushalten. Denn am Ende

erlebe ich mich über dich. In dir begegne

ich mir. In mir begegnest du dir. Immer

und immer wieder. Auch am Bildschirm.

Doch das wollen wir meist nicht erkennen.

Können wir oft so nicht benennen.

„Es liegt nicht an ihm oder an ihr. Es

liegt an dir.“ Als ich das vor Jahren zum

ersten Mal gehört habe, war ich wütend.

Wütend auf mich selbst. Wütend auf die

Menschen um mich herum. Wütend auf

denjenigen der mich darauf aufmerksam

gemacht hat. Ich wollte es nicht wahrhaben,

dass es meine inneren Schutzmauern

waren, die ich über Jahre aufgebaut,

gehegt und gepflegt habe. Und schlimmer

noch. Ich habe mich nicht nur hinter diesen

Mauern versteckt. Ich habe mir selbst

ein inneres Gefängnis geschaffen, indem

ich fest saß. Auch wenn ich äußerlich vielleicht

gar nicht alleine war.

Was suchen wir nun wirklich? Weshalb

sind die Dating Shows so beliebt? Sehnen

wir Menschen uns nicht so sehr nach

dem Zustand tiefster Verbundenheit? Insbesondere

jetzt, in einer Zeit, in der wir

noch viel mehr als sonst auf uns selbst

zurückgeworfen sind. In der im Außen so

viel Unsicherheit und Umbruch entsteht.

Immer mehr Menschen wünschen sich

nichts sehnlicher als Nähe, Geborgenheit

und echte Verbundenheit. Doch wir verhindern

sie täglich selbst. Was uns von

intimen Begegnungen trennt, ist in uns. Es

ist nicht im TV. Es liegt nicht am fehlenden

Partner. Es ist das innere Gefängnis,

die innere Barriere. Wenn wir das erkennen,

dann wandeln sich schlagartig all

unsere Begegnungen und Verbindungen -

auf allen Ebenen. Körperlich, energetisch,

seelisch und emotional. Doch was wollen

wir wirklich? Wollen wir weiter am Bildschirm

sitzen? Und das Leben der anderen

betrachten, während Stunde um Stunde

unseres eigenen Lebens an uns vorbeizieht?

Während wir mit den anderen bangen

und hoffen, und zuschauen, wie sie

sich zoffen. Wollen wir wirklich Zaungast

bleiben und verstohlen zu den anderen

schielen, anstatt unser eigenes Spiel des

Lebens zu spielen? n

Haben Sie Fragen oder Wünsche

rund um das Thema Sexualität?

Dann schreiben Sie mir.

Ich gehe in der nächsten Ausgabe

sehr gerne auf Ihre Themen ein.

Herzlichst,

Jasmin Christina Bühler

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16 Rahlstedter Leben 02/2021

17


Drehmoment

Die Kanzlerin hat es vorgemacht: Sie hat sich für einen Fehler entschuldigt und ihre Entscheidung zurückgenommen.

Auch bei der Planung der S4 und der neuen Gütertrasse durch das Stadtgebiet und durch das Tunneltal wurden sowohl

Fehler gemacht als auch Alternativen übersehen. Das ist für alle Beteiligten nicht nur unangenehm sondern auch

teuer. Der Preis für den Bau aber auch der Preis für die Zerstörung der Natur muss gut kalkuliert sein … doch manchmal

muss man feststellen, dass eine Rechnung nicht aufgeht. Warum also an einem Plan festhalten, wenn man

UMDENKEN könnte? Gute alte Tugenden wie Ehrlichkeit – lieber spät als nie – stehen hoch im Kurs.

Wenn es noch nicht zu spät ist,

einen Fehler zurück zunehmen,

dann könnte man es tun.

2 Gleise S4

+ 2 Gleise Güterzüge

= 100% Zerstörung

Keine Güterzüge,

keine Baustelle: Natur

und Mensch werden

nicht belastet.

Herr Schmidt,

warum geben Sie

keine Ruhe?

DREI FRAGEN AN

CLAUS-PETER SCHMIDT

Foto: Jens Wehde

Innenstadt fahren wird. In Bargteheide

wird sich die Taktung mit der

S-Bahn im Berufsverkehr zwar verbessern,

aber zu allen anderen Zeiten

gegenüber heute sogar verschlechtern.

Und der allergrößte Hammer ist,

dass die vier neuen Gleise durch ein

Naturschutzgebiet geplant werden.

Welchen Stellenwert haben Schutzgebiete

heute eigentlich noch?

1. Vorsitzender BI

an der Bahnstrecke

Hamburg-Lübeck

Die Bauvorbereitenden Maßnahmen

für die S4 und die

Gütertrasse haben in Wandsbek

begonnen. Warum geben Sie

trotzdem keine Ruhe?

Wir haben vor dem Bundesverwaltungsgericht

in Leipzig geklagt und bleiben

zuversichtlich, dass der Bauwahnsinn

noch gestoppt werden kann. Selbst

wenn die neuen S-Bahnhaltestellen

Welches Ziel vertreten Sie?

Unsere Bürgerinitiative hat eine Alternativplanung

an der A1 vorgelegt. Inzwischen wissen wir aber

von der DB Netz AG, dass sämtliche Trassen aus

dem Hamburger Norden kommend über die Elbbrücken

führen. Dieses Nadelöhr gilt seit dem letzten

Herbst als überlastet, d.h. der zunehmende Güterverkehr

aus dem Fehmarn-Belt-Tunnel - egal ob im

bestehenden Gleisbett oder entlang der A1 - kommt

nicht über die Elbe. Interessant ist, dass die DB AG

selbst die Ausbaustrecke Lübeck-Lüneburg als Entlastungsstrecke

ins Spiel bringt und sagt: ‚Im Schienengüterverkehr

könnte dann der schon seit vielen

Jahren überlastete Knoten Hamburg umfahren werden.‘

Außerdem könnten die Seehafen-Hinterland-

Verkehre von und nach Lübeck und auch die Skandinavien-Verkehre

über die Fehmarn-Belt-Querung

ebenso über Schwerin in Richtung Stendal geführt

werden. Worauf ich hinaus will: Es gibt alternative

Strecken, die es zu prüfen gilt, bevor an einem Plan

festgehalten wird, der sich längst überholt hat.

Sie können mir glauben, wir werden nicht locker

lassen und die Bürger im Hamburger Osten sowie

im Kreis Stormarn weiter über diesen Bauwahnsinn

aufklären. Wir wollen rechtzeitig zur Bundestags-

aber auch zur Landtagswahl der Bevölkerung

Klarheit verschaffen. Bei der Wahl können die

Bürger schließlich mit ihrem Kreuz für oder gegen

diese Gütertrasse stimmen. Hoffentlich setzen die

Parteien endlich auf die richtigen Themen und sägen

nicht weiter an ihrem eigenen Ast – und auch

nicht an unser aller Überlebensast – der Natur.

Und wie stehen Sie zur S-Bahn?

Wir sind für die S-Bahn, nur ist die derzeitige

Planung eine reine Geldverschwendung. Näheres

erkläre ich in unserem zweiten Film, der voraussichtlich

im April fertiggestellt wird. n

in Wandsbek gebaut werden, muss

unbedingt verhindert werden, dass die Güterzüge

eine eigene Trasse im Stadtgebiet erhalten. Warum

auch? Die Güterzüge die vom Fehmarn-Belt Tunnel

kommen, fahren alle zum Rangierbahnhof nach Maschen

und nicht zum Hauptbahnhof. Deswegen war

von der DB Netz AG ursprünglich im Jahr 2012 die

Strecke Lübeck-Büchen-Lüneburg nach Maschen angedacht.

Aber durch politischen Druck aus Hamburg

wurde diese Planung zugunsten der „S4-Planung“

zurückgestellt und eine Mischkalkulation verhandelt:

Der Bund zahlt einen großen Teil der Baukosten

für die S4 und darf im gleichen Gleisbett parallel

eine Gütertrasse für den EU-Schwerlasttransport

im Hamburger Stadtgebiet bauen. Den Bürgern wird

dieser Coup aber nicht transparent erklärt. Es wird

immer nur von einer neuen S-Bahnlinie gesprochen.

Dass dabei auch Steuergelder verschwendet werden,

weil neu gebaute Brücken, Unterführungen

und ganze Bahnhöfe dafür wieder abgerissen werden

müssen, wird nicht erwähnt. Auch über die

Großbaustelle und den Schienenersatzverkehr für

5-7 Jahre wird nicht gesprochen – geschweige denn

über Naturzerstörungen oder über Enteignungen im

privaten und gewerblichen Bereich.

Dieses Projekt hat nichts mit den Erwartungen

der Bürger an eine bessere HVV-Anbindung zu tun.

Es geht hier um rein wirtschaftliche Interessen

der Stadt Hamburg, die nicht bereit ist, dem Osten

der Stadt eine S-Bahn zu finanzieren. Ergebnis: politisch

gewollt, koste es, was es wolle. Dazu haben

wir einen kleinen Film gedreht, den Sie auf unserer

Website abrufen können.“ (QR Code links) In einem

zweiten Film werden wir auf die Probleme der Strecke

in Schleswig-Holstein eingehen. Allmählich begreifen

auch dort die Politiker und Bürger, welche

Mogelpackung man ihnen untergejubelt hat: Eine

S-Bahn, die ab Ahrensburg doppelt so lange zum

Hauptbahnhof benötigt als der Regionalexpress,

der weiterhin in nur 12 Minuten in die Hamburger

Wieviele

Ahrensburger

fahren mit der

S4 zum Hbf,

wenn der

Regionalexpress

nur

12 Minuten

ohne Halt

benötigt?*

Foto: Jens Ode

100%

0%

S4

Regionalexpress

* Gefühlte Wahrheiten

der Redaktion

STEUERGELDER ADE

Abriss der neuen Brücke

Nach mehr als sechs Jahren

Bauzeit wurde die neue

Unterführung an der Hammer

Straße in Wandsbek im

Oktober 2019 für den Verkehr

freigegeben. 17 Monate

später wird sie für die S4

schon wieder abgerissen.

ZITAT

„Ehrlich währt am

längsten, sagt das

Sprichwort; aber mit dem

Schein der Ehrlichkeit

kommt man oft

sechsmal so weit.“

www.buergerinitiative-bahnstrecke-hh-hl.de

Mark Twain

Was spricht

GEGEN die

Umleitung?

???

Respekt für

Politiker, die

verantwortungsbewusst

und

zum Wohle der

Bürger agieren

1

TOP 5 Was spricht

2

füR die Umleitung

3

des Güterverkehrs

4

auf andere Bestandsstrecken?

5

Keine EU-

Naturschutz

Vermeidung von

Vermeidung

Schwerlasttransportbiet

und im

dungen bei Abriss

stelle mit Schie-

im Stadtge-

Steuerverschwen-

einer Großbau-

durch Wohn-

Naturschutzgebiet

und Bahnsteige

für 5-7

neuer Brücken

nenersatzverkehr

gebiete

Jahre


Rahlstedter

Martha Haus

Die neue

Pastorin Beate

Reinhard

stellt sich vor:

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin neu

in Rahlstedt und möchte mich Ihnen vorstellen:

Seit 1. Februar 2021 arbeite ich

als Pastorin für ‚Seelsorge im Alter‘ hier

in der Region. Mein Name ist Beate Reinhard.

Ich bin 48 Jahre alt. Meine Pfarrstelle

umfasst zwei Bereiche. Zum einen bin

ich die Pastorin für die Bewohner*innen

des Martha-Hauses (Martha Stiftung)

am Ohlendorffturm. Ich feiere mit ihnen

Gottesdienste, gratuliere zu Geburtstagen,

halte Andachten zu besonderen Anlässen

und Trauerfeiern für verstorbene

Bewohner*innen. Aber vor allem habe ich

ein offenes Ohr und nehme Anteil an dem,

was gerade im Haus wichtig ist.

Der zweite Teil meiner Stelle beinhaltet

die Aufgabe, Angebote im Themenfeld

„Abschiedlich Leben – Trauerbegleitung“

zu machen, insbesondere in Kooperation

mit dem Evangelischen Friedhof. Zusammen

mit Kolleg*innen und Ehrenamtlichen

möchte ich für Trauernde da sein.

Außerdem soll es thematische und kreative

Angebote geben, die helfen, mit Sterben

und Tod besser zurechtzukommen.

Ich wünsche mir, dass der Rahlstedter

Friedhof als ein guter Ort zum Abschiednehmen

und Verweilen erlebt wird.

Ich freue mich auf viele lebendige Begegnungen

und Gespräche mit Ihnen. Wenn

Sie Fragen haben oder Beistand benötigen,

wobei ich weiterhelfen kann, erreichen

Sie mich folgendermaßen:

Beate.Reinhard@martha-stiftung.de

DoreaFamilie-Rahlstedt

Essen ist Lebensqualität

In der DOREAFAMILIE-RAHLSTEDT wird Lebensqualität

in allen Bereichen großgeschrieben. Unsere hauseigene

Küche sorgt täglich für abwechslungsreiche Mahlzeitenangebote,

ob kulinarisch, vegetarisch oder traditionell. Durch

den regelmäßigen Austausch mit unseren Bewohnern, wird

der Speiseplan nach den Vorlieben und Abneigungen indivi-

Im duell Lockdown und jahreszeitenbedingt haben wir abgestimmt. alle mehr gekocht und Neues probiert: Sie auch? wird P In

Mit unserem Kochteam, bestehend aus Hr. Maurer (Küchenleitung),

Kitas und

Hr.

Schulen

Rogosch (Koch)

wird

und

Partizipation

Hr. Meyer (Koch), sind

von

wir

Kindern immer bedeutsamer. Auch artiihre

professionell Kinder aufgestellt. in ungen Die einzubinden. Vielfalt der Talente, Text: ob mit Jessica dem Rother

Herrichten toller Gerichte, die Gestaltung von vielen Köstlichkeiten

und das Backen von Leckereien, hier ist für jeden was

dabei. Wie heißt es so schön „Wo die Liebe den Tisch deckt,

schmeckt das Essen am besten“.

www.doreafamilie.de/hamburg-rahlstedt

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Sketching

Stephan Zörnig

zeichnet unser

Rahlstedt, hier die

Feuerwache in der

Brockdorffstraße.

Warum sie bald abgerissen

wird, lesen

Sie auf Seite 8.

Herr Trierweiler, es ist ein

ganz besonderes Angebot,

dass Sie Ihren Neukunden

Verträge ohne Laufzeiten

anbieten. Ist das nicht

ungewöhnlich?

Herr Trierweiler: Ja, das ist

es. Wir möchten gerne mit

unseren Mitgliedern gemeinsam

ihren Weg bis zu ihrem

Ziel gehen, doch durch die

Pandemie sind viele Fragen

aufgekommen: n Was ist,

wenn es wieder zu einem

Lockdown kommt? n Ist es

sicher in einem Fitness Studio

juka DOJO

Wir bieten Flexibilität und Qualität

zu trainieren? n Was für

Hygienemaßnahmen gibt

es im Studio? etc.

Daher bieten Sie jetzt

Ihre kostenlose Testphase

ohne Bindung an?

Ja, wir sind von unserem

Konzept überzeugt! Wir möchten,

dass die Interessenten

merken, wie wichtig der Sport

gerade zur jetzigen Zeit ist.

Wie meinen Sie das?

Herr Trierweiler: Naja, die

meisten von uns haben in den

letzten Monaten viel zu wenig

bewegt, man war mal spazieren.

Das ist natürlich gut, das

ersetzt aber ein Krafttraining

nicht. Je weniger man sich bewegt,

desto steifer wird man.

Man bekommt Beschwerden

wie z. B. Rücken-, Knie- oder

Schulterprobleme. Diabetiker

müssen höhere Dosen spritzen.

Und natürlich ist die Gefahr

an einem Herzinfarkt oder

Schlaganfall zu erkranken

höher, wenn man sich nicht

so viel bewegt. Viele haben

während dieser Zeit auch zugenommen.

Wir möchten vielen

Menschen zu einem besseren

Leben verhelfen.

Sie brennen also darauf, dass

sich Ihre Türen wieder öffnen

und Sie starten können?

Ja, selbstverständlich. Das

ist ja unsere Intension als

Trainer: glückliche, zufriedenere,

gesündere Menschen zu

schaffen. Und dafür standen

wir vor dem Lockdown und

dafür stehen wir jetzt natürlich

auch weiterhin. Unser

Team freut sich riesig und

ist hoch motiviert, für jeden

einzelnen da zu sein.

Wie sieht es denn mit der

Ansteckungsgefahr aus?

Da wir keine Klimaanlage,

sondern eine Lüftungsanlage

mit Frischluftaustausch haben,

haben wir einen guten Luftaustausch

in unserem Club.

Hinzu kommt, dass wir jetzt in

jedem Raum zusätzlich Luftreinigungsgeräte

aufgestellt

haben. Zwischen den Geräten

stehen häufig Glaswände

und natürlich gibt es überall

Desinfektionsmittel-Tücher.

Sie sind also gut vorbreitet.

Ja, jeder Interessent kann sich

auch jetzt schon einen Beratungstermin

bei uns sichern

oder sich telefonisch beraten

lassen. Wir freuen uns über

jeden Anruf.

Vielen Dank Herr Trierweiler

Tel. 040 - 677 88 66

20 Rahlstedter Leben 02/2021

21


Rahlstedter Kosmos

Corona macht erfinderisch! Viele Rahlstedter lassen sich in der

Pandemie nicht unterkriegen und werden kreativ – im Job,

im künstlerischen Bereich und bei der Urlaubsplanung. Das

sonst so schnelle Hamsterrad unseres Alltags dreht nicht

mehr so schnell. Wir haben wieder mehr Zeit zum Nachdenken

und Umdenken. Dadurch kann viel Neues entstehen.

WOHnmobile Michael

Reisemobile

zum Wohlfühlen

Wohnmobile und Camper

haben derzeit Hochkonjunktur,

denn sie sind

beliebte Begleiter in

der Corona-Saison.

Sie eignen sich ideal für

Wochenendtrips und

ausgedehnte Reisen. Wir

bieten Ihnen für Ihren

Traum vom Glück eine

große Auswahl an neuen

und gebrauchten Wohnmobilen

und Campern.

Egal ob Kastenwagen,

Alkoven, Integrierter oder Luxus-LKW. Bei uns finden Sie die richtigen

Angebote. Auch Ihr "Altes" nehmen wir gerne in Zahlung und kaufen es

auch dann, wenn Sie kein neues Wohnmobil bei uns erwerben wollen.

Der Einbau von Zubehör wie z.B. Rückfahrkamera, Navigation, Solar, TV,

Fahrradträger, usw. gehört bei uns natürlich zum Service dazu. Bei den

Citycamper T5/T6 Ausbauten erfahren Sie qualitativ hochwertige Handarbeit

und viel Liebe zum Detail für den maßgeschneiderten Komfort

in Ihrem mobilen Traumurlaub. Und in unserem Movera Camping Shop

finden Sie alles vom Camping Stuhl bis zur Dachmarkise. Mit nur einem

Anruf kommen Sie Ihrem Sehnsuchtsort schon ein kleines Stückchen

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Die Kamera

ist optimal

auf das

Rednerpult

ausgerichtet.

Rahlstedter FrieDHOF

Live-Stream

von Trauerfeiern

Aktuell können 25 Personen mit

Abstand in der historischen

Kapelle von 1906 gemeinsam

Abschied nehmen. Für alle weiteren

Trauernden bietet der Live-Stream

eine pragmatische Lösung, um ebenfalls

an der Trauerfeier ihrer Liebsten

teilzunehmen. Damit gibt es auch

endlich eine Lösung für z.B. bettlägerige

Angehörige, die bisher von Beerdigungen

ausgeschlossen waren.

Kurz vor der Trauerfeier erhalten die

Angehörigen einen Link zu einem

privaten, verschlüsselten Livestream,

mit dem sie sich komfortabel von zu

Hause aus hinzuschalten können.

Geschäftsführer Matthias Habel hat

sich ausgiebig mit den Datenschutzrichtlinien

befasst und sorgt für

einen datenschutzkonformen Live-

Stream, d.h. es gibt keine Aufzeichnung

und dank der geschickten Anbringung

der Kamera an der Decke

über der Empore wird nur der Blick

auf den/die Redner möglich, die vorab

ihr Einverständnis abgegeben haben.

Die Gäste der Trauerfeier sind

nicht im Bild und die Server stehen

im Friedhofseigenen Keller. Bereits

vor vier Jahren hatte Matthias Habel

den Live Stream von Trauerfeien

einführen wollen, doch zu dem Zeitpunkt

war die Bereitschaft in den

Gremien noch nicht gegeben. Heute,

in Zeiten von Corona, ist es ein Segen

und logische Konsequenz, dass die

Digitalisierung auch bei Beerdigungen

zum Einsatz kommt.

Hans Braxmeier/Pixabay

1Zahlen, bitte

Alle Coronaviren auf der ganzen

Welt würden in eine einzige Coladose

passen. Der Mathematiker

Kit Yates von der Universität of

Bath hat dies in einer Modellrechnung

ausgerechnet. Yates

ging von einer Größe von durchschnittlich

100 Nanometern

(ein Millionstel Millimeter) aus.

Quelle: www.n-tv.de

Braaker Mühle

Brot- und Müsli-Automat

Der Familienbetrieb war seiner

Zeit voraus und ist jetzt

in der Pandemie mit seinem

Back-Drive perfekt aufgestellt.

Getoppt haben die jungen

Bäcker ihren Service mit einem

kontaktlosen Brot- und

Müsli-Automaten - modernes

Geschäftsmodell gepaart mit

traditioneller Backkunst.

Back-Drive, Braaker Bogen 33, 22145 Braak

Upcycling

Shipping weltweit ist

möglich, ein Paar Ohrringe

ist schon nach

Kalifornien gegangen.

Spacegirls

Schmuck

made in Rahle

Die beiden Rahlstedterinnen

Laura und Sophia

haben das Runterschalten

im Lockdownwinter

genutzt, um einen Etsy-

Shop zu gründen.

Handgemachte Ohrringe,

Ketten und Ringe sind seit

Januar online erhältlich.

Das Angebot reicht von

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22 Rahlstedter Leben 02/2021

23


Rahlstedter Kosmos

CrOWDFunding für ein Kunstwerk

Die erste "Säule der

Verbundenheit"

muss nach Rahlstedt

V

iele Menschen engagieren sich dafür,

dass der Hamburger Künstler

Björn von Schlippe mit der „Säule

der Verbundenheit“ ein Symbol für mehr

Miteinander in der Welt schafft: Die erste

kann mit Deiner Unterstützung mitten im

Stadtteil Hamburg-Rahlstedt stehen. Und

die nächsten auf allen Kontinenten - mit

Platz zum Treffen und Zusammenkommen

- und als sympathische Erinnerung

bei jeder Begegnung, dass unsere Verbundenheit

als Menschheitsfamilie die Basis

von allem ist.

Ein Wahrzeichen für Rahlstedt! So haben

wir vor einiger Zeit einen Artikel überschrieben,

in dem der Künstler erstmals

seine Idee der Öffentlichkeit präsentierte.

Aus der Idee einen Ersatz für den abge-

lOckDOWn Rezepte

Mitten in Rahlstedt,

und auch bald an

anderen Orten,

denn die Idee passt

wunderbar auch in

andere Stadtteile

und Städte.

Minikäsekuchen

Am zweiten Tag noch besser,

schreibt Frau B. aus Alt-Rahlstedt

rissenen Ohlendorffturm zu schaffen, entwickelte

sich die „Säule der Verbundenheit“!

Nun geht er aufs Ganze und ruft alle

Rahlstedter auf mitzumachen: Sein Plan

ist es, eine über 7 Meter hohe beleuchtete

Stahlsäule zu installieren, die mit einem

treppenförmigen Podest, zum Treffen,

Sitzen und Reden einlädt. Das besondere

an der Säule: in ihr werden 72 Profile

der Menschen aus dem Stadtteil zu sehen

sein, die einen Querschnitt durch unsere

Gesellschaft zeigen. Der Begriff „Verbundenheit“

ist in vielen Sprachen im Sockel

zu lesen. „In Zeiten der Polarisierung, Spaltung

und Trennung in vielen Bereichen

unserer Gesellschaft, ist die Besinnung

auf Verbundenheit ein zentraler Aspekt

unseres Lebens.“ meint Björn von Schlippe

und möchte diesen Aspekt erlebbar

machen. Um die erste Säule zu finanzieren

hat er nun ein Crowdfunding initiiert. Zeig

Profil und setze mit Deiner Unterstützung

ein Zeichen für mehr Miteinander!“ n

Hier geht es direkt zum

Crowdfunding: www.startnext.com/

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Rahlstedts schöne Schwester

Grabungsschutzgebiet

seit 1977

Auf nach Ahrensburg

Das aHrensburger Tunneltal

Potentielles UNESCO-Welterbe

Mit der Entdeckung der eiszeitlichen Rentierjägerkulturen wurde das

Tunneltal zu einer international bedeutenden Fundstätte: Herausragende

Spuren der Menschheits- und Naturgeschichte liegen hier verborgen.

Text: Virginie Siems Foto: sVenja Furken

© Rien Poortvliet Museum, NL

Seit 1976 erinnert ein

Rentiergeweih im Stadtwappen

von Ahrensburg

an die Entdeckung der

Rentierjägerkulturen.

Rentierjäger 3x so alt

wie die Pyramiden!

Die Rentierjägerkulturen vom Ende

der Eiszeit sind gut dreimal so alt

wie die berühmten Pyramiden

von Gizeh oder das legendäre

Stonehenge. Sie haben spektakuläre

Fundstücke hinterlassen, wie den

Stab von Poggenwisch, eines der

ältesten Kunstobjekte Nordeuropas

– und die weltweilt ältesten Pfeile

der Menschheitsgeschichte!

KONFlikt

Großbaustelle im Grabungsund

Naturschutzgebiet

Im Zuge des Gleisausbaus für die Gütertrasse und

die S4 sollen mitten im Ahrensburger Tunneltal neue

Gleise gebaut werden sowie eine Brücke für den Straßenverkehr,

um den beschrankten Bahnübergang

Brauner Hirsch zu ersetzen. Die Deutsche Bahn hat

angeboten, eine Grabungsstätte finanziell zu unterstützen.

Im Gegenzug darf sie ihre Gleise bauen und

dabei aber zahlreiche weitere Fundorte überbauen.

Der Schutz der Natur hingegen wird völlig außer

Acht gelassen und den wirtschaftlichen Interessen

geopfert... Welchen Stellenwert haben Schutzgebiete

eigentlich noch?

Neuntöter

Brauner Hirsch

Wenn man sich mit Svenja Furken

unterhält, wird Geschichte lebendig.

Sie erzählt anschaulich

und temporeich, wie die Rentierjäger

im Tunneltal gelebt haben und welche

Bedeutung sie heute für uns haben: Sie

gelten als die ersten anatomisch modernen

Menschen die den Norden Europas

erreichten. Sie schafft es auch das Zusammenspiel

von Archäologie, Natur und

Klima einfach zu erklären: Durch die optimale

Konservierung im Feuchtboden

ist das Ahrensburger Tunneltal einer der

Svenja Furken leitet naturkundliche

und archäologische Führungen

wenigen Orte weltweit, an dem sich organisches

Material wie Knochen, Holz, Horn

und Geweih aus der Altsteinzeit erhalten

hat! Analysen der Tier- und Pflanzenreste

aus den Feuchtbodenschichten ermöglichen

zudem die Rekonstruktion der Klima-

und Umweltbedingungen der letzten

15.000 Jahre und stellen für heutige und

zukünftige Forschergenerationen ein sehr

wertvolles Archiv dar.

Svenja Furkens Faszination ist mitreißend

wie auch ihr Engagement zum

Schutz des Tunneltals, was sich als großes

Politikum erweist. Man könnte meinen

der Naturschutz sei ein hohes Gut, doch

tatsächlich wurde Deutschland Anfang

des Jahres von der EU-Kommission wegen

Nichteinhaltung der Fauna-Flora-Habitat

Richtlinie vor dem Europäischen Gerichtshof

verklagt. 70% aller FFH-Gebiete

in Deutschland weisen einen schlechten

Erhaltungszustand auf. Als weiteren Rettungsversuch

setzt die EU-Kommission

noch einen drauf: 30% der Land- und Meeresgebiete

in Europa sollen bis 2030 unter

Schutz gestellt werden! Doch wie wollen

wir dieses Ziel jemals erreichen, wenn

wir es noch nicht einmal schaffen, unsere

bestehenden FFH-Gebiete dauerhaft vor

Großbaustellen zu schützen?

www.tunneltal.de

Die Interessensgemeinschaft (IG) Tunneltal

wurde 2015 von Naturschützern

und Archäologen gegründet. Ziel ist,

die Wahrnehmung des Tunneltals als

schützenswerten Ort zu verbessern und

gleichzeitig einen wertvollen Beitrag

zum Natur- und Kulturbewusstsein zu

schaffen. Mehr Infos: www.tunneltal.de

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Foto: Museum für Archäologie Schloss Gottorf

1930er Jahre Alfred Rust hat zwei Rentierjägerkulturen entdeckt

Alfred Rust hat mit dem Fund von Rentiergeweihen und Flintwerkzeugen den Beweis

erbracht, dass hier im hohen Norden während der Eiszeit Rentierjäger lebten.

Er hatte damals mit Bedacht nur einen kleinen Teil des „eiszeitlichen Schatzes“

gehoben, um zukünftigen Forschergenerationen mit besseren Grabungstechniken

weitere Ausgrabungen zu ermöglichen. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern

kämpfte er dafür, dass das Ahrensburger Tunneltal 1977 zum Grabungsschutzgebiet

und später zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Auf einer Fläche von 1.000 m² konnten 1935/36 sagenhafte 30.000 Fundstücke geborgen werden.

Neben seltenen

Vogelarten

und Amphibien

kommen hier

30 Libellenarten

vor.

26 Rahlstedter Leben 02/2021

27


Mode zum Selbermachen

Im flotten Plauderton erklärt Nina,

wie man mit einfachen Schnitten

und himmlischen Stoffen lässige

Mode selber machen kann.

Text: Virginie Siems Fotos:Jens Wehde

Der kleine Eckladen an der Brockdorffstraße Ecke Ohlendorffturm

macht mit seiner bunten Sitzecke im Schaufenster

neugierig. Wir sind diesem Ladenidyll auf den

Grund gegangen: Es ist kein Café und keine Änderungsschneiderei!

„Es ist das Büro und Lager zu meinem

Onlineshop für Schnittmuster und passende

Accessoires“, erklärt uns Nina Verhoeven – eine

bescheidene Antwort. Man sieht auf Anhieb,

dass mehr dahinter steckt. Nina Verhoeven, 42,

weiß, was ihr gefällt und hat ihre eigene Modelinie

kreiert, die ganz nach ihrem Geschmack ist,

nämlich alltagstaugliche Kleidung, die sie

selber tragen mag. „Alle Schnitte spiegeln

meinen eigenen Style wieder – denn

neue Schnitte designe ich hauptsächlich

für mich, weil ich mir dieses

Eins von vielen Accessoires

aus dem Onlineshop

Die fabelhafte

Welt der Hedi

Seit Herbst 2020 im

kleinen Eckladen

in Rahlstedt:

Nina Verhoeven.

Kleidungsstück wünsche. Ich mag einfache, lässige

Schnitte, die schnelle Erfolgsergebnisse garantieren

und nicht auf den ersten Blick selbst genäht aussehen.“

Manchmal, wenn sie sich bei einem Schnitt

nicht ganz sicher ist, fragt sie ihre Freundin und

Mitstreiterin Miri. Wenn diese lächelnd antwortet:

„Wenn es dir passt, wenn es dir gefällt, dann wird es

gut!“, dann weiß Nina, dass sie ihr neues Schnittmuster-E-Book

und den Papierschnitt herausgeben und veröffentlichen kann.

Die einfachen Schnitte sind auch für NähanfängerInnen geeignet.

Doch das eigentliche i-Tüpfelchen ihrer Mode entsteht durch

die ausgefallenen Stoffe, die aus ihren unkomplizierten Schnitten

echte Hingucker zaubern. Diese einzigartigen Stoffe bezieht

sie z.B. auch von ihrer Freundin und Designerin Susanne Firmenich,

die unter dem Label „Hamburger Liebe“ besser

bekannt ist. Die Stoffe und Schnittmuster sind

übrigens inzwischen auch bei der „Glücksmarie“

im Rahlstedt Center erhältlich!

„Das Geheimnis meines Styles ist, dass ich mir

nicht einfach einzelne Kleidungsstücke anziehe,

sondern in kompletten Outfits denke, bei denen

alles perfekt zusammen passt“, erzählt uns Nina.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass auch

bei ihrem Onlineshop alles perfekt zusammen

passt: Die Hedi-Welt ist bunt, die Schnittmuster

sind grafisch gut aufbereitet und spiegeln den Hedi-Look

wieder. Jedes Kleidungsstück trägt einen

eigenen Namen, z.B. die Strickjacke Frau Lexi, der

Mantel Frau Ava oder das Kleid Frau Jette.

Aber warum verkaufen

sich ihre Schnittmuster

wie geschnitten Brot?

Weil Nina Verhoeven gelernte Kommunikationsmanagerin

ist und viele

Jahre als PR Beraterin gearbeitet

hat. Sie weiß ihre Produkte zu inszenieren und Storys zu erzählen.

Sie hat eine Hedi-Welt geschaffen, einen vollständigen

Lifestyle, mit dem sie ihre Fans auf ihren Social Media Kanälen

begeistert. Sie gibt viel von sich persönlich preis, spricht über

Wellness-Beauty-Auszeit-Abende, teilt ihre Erfahrungen bei

der Ernährungsumstellung, usw. Sie wirkt immer authentisch,

plaudert über dit und dat und zieht die User in ihren Bann. Ihr

Blog ist so sympathisch geschrieben, dass man gar nicht wieder

davon loskommt. Eigentlich will man ja nur ein Schnittmuster

bestellen. Dann findet man aber im Shop beispielsweise an Aktionstagen

auch eine limitierte Stoffauswahl oder passende fertig

genähte Accessoires. Neu dabei sind jetzt auch Stoffe für T-Shirts

und Sweater mit Aufdrucken. Nina wäre nicht Nina, wenn sie

die Aufdrucke nicht selber entwickeln würde – kesse Sprüche,

die ihr aus der Seele sprechen, designed von einer Grafikerin. Alles

immer ein bisschen exklusiv aber bodenständig. Egal, was sie

macht, sie kommuniziert regelmäßig wie der Stand der Dinge ist,

wann es wieder Stoff gibt, ob eine Lieferung verloren gegangen

ist, baut einen Spannungsbogen auf, was als nächstes kommen

wird und sprüht nur so vor Ideen über, die sie mit ihren Followern

auf Instagram und Facebook teilt. Inzwischen bietet sie

auch Nähcamps an. Mit bis zu 90 TeilnehmerInnen hat sie sich in

den Zeiten vor Corona übers Wochenende in einer Jugendherberge

getroffen, um Hedi-Mode zu nähen. Unter all den begeisterten

Hedi-Näherinnen sind einige zu Probenäherinnen herangewachsen.

Sie prüfen die Schnitte auf Herz und Niere und passen das

Originalmodell von Ninas Figur für andere Größen an.

Das Nähen war ursprünglich nur ein Hobby:

Als ihre Zwillinge noch ganz klein waren, hat sie einen Nähkurs

besucht, um für sich selbst und die Mädchen Kleidchen nähen

zu können. Sie hatte Spaß daran und hat in dieser Zeit ihren

Look entworfen. Und dann hat sich das ganze Projekt verselbständigt.

2013 hat sie ihren Onlineshop für ihre Schnittmuster

eröffnet. Im Herbst 2020 hat sie schließlich das Ladengeschäft

bezogen, um mehr Platz zu haben, wenn für ihre beliebten Aktionstage

wieder unzählige Kartons mit Stoffen angeliefert werden

und sie die zahlreichen Bestellungen ihrer KundenInnen mit

Miri und Carola zusammen versandfertig umverpackt. Die Hedi-

Community wächst und wächst und fragt immer mehr nach ...

Man kann sagen, dass Nina Verhoeven der Traum vom eigenen

Business wirklich geglückt ist.

www.hedinaeht.de

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28 Rahlstedter Leben 02/2021

29


Pastor lässt Kirche im Dorf

Warum gibt’s zu Pfingsten

eigentlich keine Geschenke?

Matthias Marks: Tja, Pfingsten ist eben

nicht Weihnachten.

VS: Wenn man bedenkt, wie die anderen

christlichen Feste gefeiert werden: Weihnachten

beginnt ja praktisch schon im

August, wenn die ersten Schokoladen-

Nikoläuse in den Supermarkt-Regalen

stehen. Heiligabend überhäufen wir uns

mit Geschenken. Und auch Ostern kündigt

sich schon Wochen vorher in der

Fastenzeit an. Bunte Plastik-Eier werden

in die Sträucher gehängt und Schokoladen-Osterhasen

lachen uns schon im Januar

an. Im Vergleich dazu geht Pfingsten

ganz schön leer aus. Woran liegt das?

MM: Das Pfingstfest hatte es noch nie

ganz leicht. Nach der Advents- und Weihnachtszeit,

Ostern und Himmelfahrt erscheint

es wie das fünfte Rad am Wagen.

Man denkt an Frühling, plant für das

verlängerte Wochenende vielleicht einen

Ausflug mit Picknick, genießt die Natur.

Aber warum wir Pfingsten feiern, könnten

viele heute kaum noch sagen. Also

warum dann Geschenke?

VS: Liegt es vielleicht daran, dass Pfingsten

so wenig greifbar ist? Der Schokoladen-Nikolaus

signalisiert klar: bald ist

Advent, der belichterte Tannenbaum

klar: bald ist Weihnachten, die Schokoladen-Eier

klar: bald ist Ostern. Diese Feste

haben ihre Symbole und Erkennungsmerkmale.

Was soll man zu Pfingsten

schmücken? Welche Süßigkeiten würden

zu diesem Fest passen?

MM: Ja, eine echte Marktlücke. Ich wüsste

allerdings auch nicht, wie der Heilige

Fragen: Virginie Siems Antworten: Matthias Marks Foto: pixabay

Geist aus Schokolade aussehen könnte.

Und wenn jemand auf die Idee käme, sich

– ähnlich so wie Weihnachten einen Stern

– zu Pfingsten eine Taube ans Fenster zu

hängen, käme wohl kaum ein Passant auf

den Gedanken, dass die wegen Pfingsten

dort hängt.

VS: Aha, die Taube. Ja, ich erinnere: die

ist öfter in Kirchenfenstern zu sehen.

Und auch in dem Taufbecken, in dem

unsere Kinder getauft wurden, ist sie abgebildet.

Da haben wir doch ein Symbol!

Aber – mmh, ich könnte jetzt aus dem

Stehgreif nicht sagen, warum die Taube

etwas mit Pfingsten zu tun hat.

MM: In der Bibel gibt es eine Geschichte,

die erzählt, wie Jesus von Johannes dem

Täufer im Jordan getauft wird. Dort heißt

es dann: „als Jesus aus dem Wasser stieg,

sah er, dass sich der Himmel öffnete und

der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.“

(Markusevangelium, Kap. 1). Die Taube

steht also symbolisch für den Heiligen

Geist, den Gott jedem Menschen schenkt

und damit die Beziehung stiftet. Dafür

steht die Taufe als Zeichen und Siegel.

VS: Gehört die Taube nicht eigentlich zu

den Raubvögeln? Warum wird gerade sie

mit dem Heiligen Geist verglichen? Doch

sicher nicht, weil Tauben so andächtig

gurren, oder?

MM: Trotzdem hat die Taube es bisher

nicht in die Supermarkt-Regale geschafft.

Eher lassen die Leute die fröhlich bunten

Eier von Ostern bis Pfingsten hängen.

VS: Tja, ob es ihnen bewusst ist oder

nicht: damit setzen sie ein bedeutungs-

Fragen

an Pastor

Matthias Marks

Ev.-Luth.

Kirchengemeinde

Alt-Rahlstedt

volles Zeichen, sehr im Sinne der christlichen

Tradition. Die Osterzeit geht ja offiziell

auch bis Pfingsten, genauer gesagt:

An Pfingsten vollendet sich das österliche

Geheimnis, kommt dort eigentlich

erst ans Ziel.

MM: Tja, ob es ihnen bewusst ist oder

nicht: damit setzen sie ein bedeutungsvolles

Zeichen, sehr im Sinne der christlichen

Tradition. Die Osterzeit geht ja offiziell

auch bis Pfingsten, genauer gesagt:

An Pfingsten vollendet sich das österliche

Geheimnis, kommt dort eigentlich erst ans

Ziel.

VS: Wenn das die Supermarkt-Betreiber

wüssten!

MM: Ja, mit Fug und Recht könnten sie

alle Oster-Artikel viel länger zum Verkauf

anbieten, eben bis in die Pfingstwoche hinein.

Ostern und Pfingsten sind eigentlich

gar nicht zu trennen. Ursprünglich waren

es ja auch nicht zwei, sondern mit Christi

Himmelfahrt dazwischen ein in sich

zusammenhängendes großes Fest über

50 Tage. Daher der Name: Pfingsten (von

griech. pentekosté, fünfzig). Nach der Erzählung

des Lukas geschah 50 Tage nach

Ostern ein großes Sprach-Wunder, das bis

heute als die Geburtsstunde der weltweiten

Kirche gilt.

VS: Die Weihnachtsgeschichte kennen

alle. Dagegen führt die Pfingstgeschichte

wohl eher ein Schattendasein.

MM: Es ist eine Geschichte voller Merkwürdigkeiten.

Ein Brausen in der Luft

und Feuerzungen zeigen das Kommen des

Geistes an. Luft und Feuer sind im Spiel.

Matthias Marks

ist Pastor in

der Ev. Kirchengemeinde

Alt-Rahlstedt

seit Oktober

2019

Später kommt noch das Wasser dazu: dreitausend

lassen sich taufen. Licht, Trost

und Lebenskraft sind die Phänomene, die

alle Anwesenden gleichermaßen zu spüren

bekommen. Kein Hirngespinst, keine

Einbildung. Menschen aus aller Herren

Länder, die von ihrer Herkunft, Sprache,

Kultur, Religion usw. so was von verschieden

sind, können sich auf diese Erfahrung

hin einander verstehen und verständigen,

fühlen sich durch diesen Geist miteinander

verbunden wie Geschwister. Schnell

merken sie, was das mit Ostern zu tun hat:

die Auferstehung Jesu von den Toten ist

echt und für uns geschehen; das Geschenk

des neuen Lebens hat Strahlkraft; wir selber

können jetzt im Glauben daraus schöpfen

und hoffnungsvoll leben. Die Macht

der Liebe Gottes ist stärker als die Macht

des Todes. Das ist uns bleibend bewusst

geworden.

VS: Also wenn ich das so höre, wundert

es mich nochmal mehr, warum es zu

Pfingsten keine Geschenke gibt. Weihnachten

in allen Ehren und auch Hut ab

vor Ostern. Aber was bleibt von diesen

Highlights unter den christlichen Festtagen,

wenn es Pfingsten nicht gäbe?

MM: So ist es. Man kann sagen, von Pfingsten

her haben wir eigentlich erst den Sinn

und Verstand für Ostern und Weihnachten.

Die Festtage stehen falsch herum in

unseren Kalendern. Mit Pfingsten müsste

es beginnen; von daher leuchtet dann als

erstes der Sinn von Ostern ein; und weil

der gekreuzigte und auferstandene Jesus

Christus auch irgendwann einmal geboren

sein muss, kommt zum Schluss Weihnachten.

Verkehrte Welt, sage ich da nur.

VS: Wie verbringen Sie persönlich die

Pfingsttage?

MM: Wenn das Wetter mitspielt, steigen

wir – meine Frau und ich – nach dem Gottesdienst

mit Picknicksachen auf die Fahrräder

und fahren ohne Plan drauflos. Auf

diese Weise haben wir schon oft traumhafte

Plätzchen entdeckt und uns gewundert,

dass es so etwas in Hamburg gibt.

VS: Etwas Neues entdecken – das hat ja

auch mit Pfingsten zu tun.

MM: Und wie! Das Leben ist ja voll davon

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Ich wüsste allerdings

auch nicht, wie der

Heilige Geist aus Schokolade

aussehen könnte.

und beschenkt uns unaufhörlich. Man

muss es nur sehen lernen.

VS: Soll einer sagen, zu Pfingsten gäbe

es keine Geschenke. Vielen Dank, Pastor

Marks, für das anregende Gespräch.

MM: Gern. Frohe Pfingsten! n

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30 Rahlstedter Leben 02/2021

31


Alexander Posch

Im Wendehammer

Flammend blühen die Fuchsien im Sonnengleiß“ rezitiert

Wuttke.

„Oh! Rainer Maria Rilke!“, sage ich. „Das habe ich lange

nicht mehr gehört.“

„Der olle Rilke“, lächelt Wuttke. Wuttke ist ein Studienfreund

meiner Frau.

Wir stehen im Wendehammer am Ende unserer Straße. Im

Hammerrund blühen die großartigsten Forsythien des Hamburger

Ostens. Ein Traum in Gelb. Davor die beiden schwarz ausgebrannten

Autos. Die haben sich im vergangenen Monat zu einem

Ich lege sie nicht in Salz,

sondern in Zucker ein: Kandierte

Nacktschnecke zum Tee.

kleinen Hype auf Instagramm entwickelt. Jugendliche fotografieren

sich vor den Autoleichen, Jogger, Großmütter mit Hunden.

Einige kommen aus Schleswig-Holstein angereist. Weltgeschichte

en miniature.

Trotz des Feuers, der Löschspuren und des Polizeiabsperrbands

sind die Fabrikate leicht zu identifizieren: Ein Porsche Cayenne

und ein Ford Mustang. Das Kühlerpferd ist noch gut zu erkennen.

Beide gehören dem Radiologen Dr. Islinghausen. In den letzten

Jahren zogen immer mehr Wohlhabende an den Ostrand der

Stadt.

Wuttke, meine Frau und ich beobachten einen Zaunkönig, wie

er etwas Füllung aus der schräg in den Himmel ragenden, unversehrten

Heckklappe von Islinghausens Porsche pickt.

„Zaunkönige bauen jedes Frühjahr bis zu neun Nester. Ihre

Weibchen sind sehr wählerisch“, sagt Wuttke. „Die Autos - war

das ein gelangweilter Feuerwehrmann?“

„Ich glaube, das ist nur ein Kollateralschaden“, sage ich. „Erst

hat das Schilf gebrannt, dann hat das Feuer auf die Autos übergegriffen.“

„Hier gibt´s überhaupt kein Schilf“, sagt meine Frau. „Und warum

sollte etwas, das es gar nicht gibt, gebrannt haben?“

„Die Behörde brennt die Rahlstedter Schilfbestände ab. Denn

das Schilf ist der Ort, in den sich die Wildschweine gerne zurück

ziehen. Und um die Afrikanische Schweinegrippe einzudämmen,

wird es abgebrannt“, sage ich.

Geschichten aus Rahlstedt

Text: Alexander Posch Foto: pixabay

„Ich sehe hier nur Forsythien“, unterstützt Wuttke meine Frau.

„War ja nur so`ne Idee“, sage ich. „Jedenfalls weiß niemand,

wer das gewesen ist. Seit einem Monat suchen die schon. Bei

uns haben die auch geklingelt. Aber die Autos brannten nachts,

und da haben wir geschlafen“, erzähle ich Wuttke.

Wir haben ein Jugendhaus in unserer Straße, in dem die Polizei

den Täter vermutete. G20 und so. Außerdem durchsuchte sie

die Wohnungen einiger ortsbekannter Neonazis. Zwar hätte man

denen die Anschläge nicht zugetraut, aber man wollte deutlich

machen, dass man sie auf dem Schirm hat. So stand es in der

Zeitung. Gefunden hat die Polizei in vier Wochen nichts.

Wuttke geht zu einem der Laternenpfähle im Wendehammer.

Dort hängt ein Plakat: „Rahlstedter, Mitbürger, Freunde!“, liest

er vor. „Wir, ihre Polizei, wussten von einem möglichen Brandanschlag

in der Stadt. Aber dass der Plan soweit abseits des Zentrums

umgesetzt werden würde, überraschte uns. Wer Angaben zu

den Tätern machen kann, melde sich. Herzlich Ihre Polizei. Und

dann eine Telefonnummer. Wer hat das denn formuliert?!“

Inzwischen ist wieder eine Gruppe Fahrradfahrer angekommen,

die sich vor den Autos verewigt. Und wie jeden Tag spaziert

der alte Herr mit seinem Spaniel durchs Wendehammerrund. Ein

Anwohner, der seinen Hund täglich die angeschmolzene Felge

markieren lässt.

Wir gehen rüber in unseren Garten. Es ist sonnig, es hat genügend

geregnet. Ideal für ein Erblühen des Gartens - allein: Wir

haben eine Nacktschneckenplage. Alles Angepflanzte ist bis auf

wenige Zentimeter abgenagt.

Wuttke weiß ein Rezept gegen Nacktschnecken, hatte mir meine

Frau gesagt. Deshalb ist er zu Besuch gekommen. Während er

zur Bestandsaufnahme in unser abgefressenes Staudenbeet tritt,

erzählt mir meine Frau: „Wuttkes Rezept sind nicht die üblichen

indischen Laufenten. Die vertilgen zwar die Schnecken, aber die

verunreinigen unseren Garten mit ihrem gipsartigen Kot. Keine

Ornithologin wird dir jemals indische Laufenten empfehlen“,

zwinkert sie mir zu. „Thomas´ Methode stammt von dem Stamm,

bei dem er gelebt hat. Wo warst du nochmal, Thomas?!“

Wuttke kommt aus dem Kahlfraßbeet zurück auf den Rasen.

„Ich war ein Jahr im Hochland von Neuguinea bei den Enga. Einige

von denen lassen einen Wurm für sich jagen. Den Neuguinea-

Plattwurm. Aber der frisst dann wirklich ALLE Schnecken. Und

dann muss man dem Wurm die Schnecken wieder irgendwie

abjagen. Kein Spaß! Na, jedenfalls fangen die

Enga Schnecken und lassen die dann vier Tage lang hungern,

damit sich der Darm entleert. Später salzen sie sie ein

und verspeisen sie bei Ritualen in der Gruppe. Eine Delikatesse!

Ich lege sie nicht in Salz, sondern in Zucker ein: Kandierte Nacktschnecke

zum Tee.“

„Oder zum Espresso?“, schlage ich vor. Wuttke nickt und holt

eine Plastikdose aus seinem Rucksack.

„Ein hermaphroditisches Wesen / wär’ mir was Apartes gewesen,/da

fand ich ’n Ding / das bei mir nicht verfing, /an diesem

befremdlichen Wesen“, rezitiert er schon wieder ein Gedicht.

„Wieder Rilke?“, frage ich.

„Shakespeare“, antwortet er und lächelt schelmisch. „Wollt ihr

mal probieren?!“ Mit spitzen Fingern nimmt er etwas Ingwerwurzelartiges

aus der Dose.

„Ich mach uns mal schnell ‚nen Espresso“, sage ich und verschwinde

im Haus.

Abends sehen meine Frau und ich wie immer die Regionalfernsehsendung

‚Der Tag in Hamburg‘.

„Guck mal, unser Wendehammer“, sage ich. Eine Stimme aus

dem Off sagt, dass ein 67 Jahre alter Rentner im Rahlstedter Supermarkt

mit seinen Taten geprahlt hat. So ist man dem Täter auf

die Spur gekommen. Aus Neid hat er die Autos angezündet.

Vor der gelb glühenden Blütenwand, vor der wir heute selbst

mit Wuttke standen, wird eine alte Dame interviewt. Die Stimme

aus dem Off sagt: Der Brandstifter von Rahlstedt ist gefunden und

hier ist seine Frau im Exklusivinterview.

„Wie konnte es dazu kommen?“, wird die Frau von einem Reporter

gefragt. Sie antwortet: „Unverdient sei Dr. Islinghausen an

den Porsche gekommen, hat mein Mann gesagt. Der ist doch korrupt,

der Islinghausen, hat er gesagt. Wie kann der sich denn ständig

neue Luxuskarossen leisten?! Der ist doch auch nur Arzt. Und

als er mit Karl-Gustav, unserem Spaniel, die nächtliche Runde

machte, und dabei im Wendehammer schon wieder neue Modelle

stehen sah, da ist es wohl über ihn gekommen. Aber er hat es

mir auch erst eine Woche später gestanden.“ Die Frau schüttelt

den Kopf. „Dass er sich auch immer mit den anderen vergleichen

muss. Und dann vom Gefühl her schlecht abschneidet. Ich habe

nur den alten Daimler und immer dieselbe graue Frau, statt junger,

blonder Freundinnen, sagt er immer. Ich dachte, dass er das so im

Spaß sagen würde. Manfred ist doch immerhin Ingenieur. Uns

geht es doch gut!“

Dann sieht man den Reporter mit dem Sprecher der Polizei.

„Die Verhandlung über den bislang nicht Vorbestraften wird voraussichtlich

im nächsten Monat stattfinden“, sagt der Polizeisprecher.

Als meine Frau den Fernseher ausschaltet, frage ich sie, ob ich

noch eine von den Zuckerschnecken haben kann.

„Was für ein apartes Ding sich bei mir verfing“, zitiert meine

Frau Shakespeare oder Wuttke und reicht mir die geöffnete

Dose. n

ALExanDER

Posch

gebürtiger Hamburger, Jahrgang

'68, Autor und Familienvater

aus Rahlstedt

Nur

noch wenige

Exemplare

direkt beim

Kult-Autor zu

beziehen.

Buchtipp

von

RAMona nIcKLAUS:

"Totenweg"

Autorin: Romy Fölck

www.kielfeder-blog.de

Ich las lange Zeit lieber Thriller, als Krimis. Sie waren

für mich spannender, abwechslungsreicher, fesselnder

und vor allem überraschender. Und dann entdeckte

ich die Krimis von Romy Fölck. Da ich euch ja immer

nur ein Buch empfehlen kann, beginne ich bei ihr

mit Teil 1 ihrer Elbmarsch-Krimis. Mittlerweile gibt

es schon 4 Bände. Die Bücher spielen alle in und um

Hamburg und einige Ecken erkennt ihr bestimmt

sofort beim Lesen. Totenweg habe ich verschlungen.

Mir brannten nachts die Augen, denn ich konnte

einfach nicht aufhören. Die Stimmung ist düster und

die Geschichte mitreißend und sie konnte mich sogar

als geübte Leserin überraschen. Ich warte seither

immer sehnsüchtig auf neue Fälle und wenn ihr gerne

Spannung lest, dann müsst ihr Romy Fölck unbedingt

kennen!

Ich verrate euch an dieser Stelle nicht, welcher

Elbmarsch-Krimi mein Lieblingsband ist. Schreibt mir

gerne, wenn ihr euren Lieblingsband gefunden habt,

dann können wir uns austauschen.

Lübbe, 416 Seiten, 11 Euro

Literatur

StUBEnhocKER

Die Kunstzeitschrift mit

sieben neuen Geschichten

von Lars Dahms und Alexander

Posch und Illustrationen

von Thomas Tannenberg

ist für 10 € (+ Porto 1,45 €)

direkt beim Autor erhältlich:

appoche@gmx.de

32 Rahlstedter Leben 02/2021

33


Preisrätsel

Frisch,

frischer,

Wochenmarkt

Rahlstedt

5x 50€

Einkaufsgutscheine

zu gewinnen!

1. Was gibt es bei Hedi?

2. Was muss für die S-Bahn

gebaut werden?

3. Gegen was engagieren

sich die Gründer von

Relivors?

4. Was kann bei Jessica weg?

5. Welcher Lyriker wird

gleich zu Beginn bei Alex

Posch zitiert?

6. Wo datet sich Jenny?

7. Welches Tier steht

für Pfingsten?

8. Wo liegt der Schatz

aus der letzten Eiszeit

begraben?

9. Wie heißt die preisgekrönte

Kurzgeschichte?

10. Wer kommt, wenn

man 112 wählt?

11. Vorbild der Patches-

Sammel-Tütchen

12. Was wird am 29.

+30. Mai offen sein?

13. Wie heißt die

7

Meisterin der

Kurzgeschichten

mit Nachnamen?

14. Wieviel Monate

dauert die Sommerzeit?

15. Wird eine neue

Güterzugtrasse im Naturschutzgebiet

geplant?

Bitte schicken Sie das

Lösungswort mit Ihrer

Anschrift per E-Mail an:

v.siems@rahlstedter-leben.de




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50 €


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Jeder Besuch auf dem Rahlstedter Wochenmarkt

wird zu einem ganz besonderen Erlebnis. Hier trifft

man Erzeuger aus der Region mit frischem Obstund

Gemüse, Fleisch und Fisch, zahlreichen Blumen

und Pflanzen bis hin zu fröhlichen Marktbeschickern

mit modischer Kleidung und Alltagsgegenständen.

Kommen und schlendern Sie über den Markt, klönen

Sie mit den Händlern oder treffen Sie Freunde und Bekannte

und gönnen Sie sich einen leckeren Imbiss für

zwischendurch.

Unter allen richtigen Einsendungen wird der Gewinner per Los ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinner aus Heft 01/21: Dorit J. und Fiona N.

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Einsendeschluss:

14. Mai

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erstellt mit: www.xword-generator.de

AktUELLE tERMIne untER www. RahLStEDtER-LEBEn.DE

Auf unserer Website können Sie selbständig und kostenfrei Ihre Veranstaltung ganzjährig eintragen!

Hingehen, wo die Kunst entsteht

Die Veranstaltung möchte Sie dazu einladen, in

die Besonderheit einer Atelieratmosphäre einzutauchen.

Bei der Premiere 2019 waren über 600

Kunstinteressierte unterwegs, um unfertige und fertige,

zwei- oder dreidimensionale Werke aus der Malerei, Fotografie,

Druckgrafik, Enkaustik und Skulpturen sowie

Mixed Media und experimentellen Techniken zu entdecken,

noch bevor sie in einer Galerie oder Ausstellung

gezeigt werden. Weitere Information auf der Webseite:

www.KulturWerk-Rahlstedt.de/OffenesAtelier

Sabine-Kisvari

34 Rahlstedter Leben 02/2021

35

Hildegard

Huza

Gesine

Milbradt-Behrens

Dora Heyenn

Anne Saalfeld

Christl Ivell Singer

Am 29. + 30. Mai 2021 ist es so weit.

Zum zweiten Mal öffnen bildende

Künstlerinnen und Künstler aus Rahlstedt,

darunter viele Mitglieder des KulturWerks

Rahlstedt, ihre Ateliers.

n Ausstellung im KulturWerk

Rahlstedt, 19. Mai - 4. Juni 2021

mit allen am Offenen Atelier

Rahlstedt 2021 teilnehmenden

KünstlerInnen im Boizenburger

Weg 7, 22143 Hamburg.

Die Öffnungszeiten werden

noch bekanntgegeben.

n Offenes Atelier Rahlstedt

2021, 29./30. Mai 2021. Treffen

Sie die KünstlerInnen jeweils

von 12 - 18 Uhr in den privaten

Atelierräumen. Wir wünschen

allen Kunstschaffenden und

Besuchern ein eindrucksvolles

und anregendes Wochenende!

Eine Broschüre mit allen KünstlerInnen und Lageplan ist im KulturWerk erhältlich.

Björn von Schlippe

Elisabeth Gross

Beate Kratt

Corinna Unterborn

Karin

Ritschel

Veranstaltungen

Renate Schlägel

Barbara Koch

Sonja Mosick

Heike Fischer-Nagel

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