17.06.2021 Aufrufe

Programmheft: "Beflügelt" - Online-Konzert Pforzheim 20. Juni 2021, 19:00h

gesendet aus dem CongressCentrum Pforzheim Janusz Wawrowski, Violine Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim Douglas Bostock, Leitung

gesendet aus dem CongressCentrum Pforzheim

Janusz Wawrowski, Violine
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Douglas Bostock, Leitung

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Live-Sendung!<br />

BEFLÜGELT<br />

Sonntag, <strong>20.</strong> <strong>Juni</strong> <strong>2021</strong><br />

Livestream aus dem CongressCentrum <strong>Pforzheim</strong><br />

Janusz Wawrowski Violine<br />

Douglas Bostock Leitung<br />

Sonntag, Andrzej 11. Oktober Panufnik 2020 Violinkonzert<br />

CongressCentrum<br />

Franz Schubert<br />

<strong>Pforzheim</strong>,<br />

„Der Tod<br />

Großer<br />

und<br />

Saal<br />

das Mädchen“<br />

www.swdko-pforzheim.de


3<br />

BEFLÜGELT<br />

Janusz Wawrowski, Violine<br />

Südwestdeutsches Kammerorchester <strong>Pforzheim</strong><br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

Andrzej Panufnik <strong>19</strong>14–<strong>19</strong>91<br />

Violinkonzert (<strong>19</strong>71)<br />

I Rubato<br />

II Adagio<br />

III Vivace<br />

Franz Schubert 1797–1828<br />

Streichquartett d-Moll op. D 810<br />

„Der Tod und das Mädchen“<br />

Bearbeitung für Streichorchester<br />

von Gustav Mahler 1860–<strong>19</strong>11<br />

I Allegro<br />

II Andante con moto<br />

III Scherzo, Allegro molto<br />

IV Presto<br />

Mit freundlicher Unterstützung durch


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Der erste drehbare Solitärring<br />

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Andrzej Panufnik<br />

Violinkonzert<br />

Alle haben gesagt: Das geht nicht. Ein Ring, der sich dreht, ohne<br />

dass sich der Diamantsolitär mitdreht. 16 Jahre lang investierten wir<br />

viel Leidenschaft, Herzblut und Präzision in die Entwicklung dieses<br />

besonderen Schmuckstücks und hörten erst auf, als es perfekt war. Der<br />

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Andrzej Panufnik gehört zu den Komponisten des<br />

<strong>20.</strong> Jahrhunderts, die sich im Dickicht immer neuer<br />

Systeme, die Aufbrüche bedeuten und spektakuläre<br />

Weiterentwicklungen in der Musik etablieren sollten,<br />

lieber keiner „Schule“ anschlossen, sondern aus sich<br />

heraus zu eigenen Antworten kamen. Schließlich:<br />

Panufnik war sozusagen selbst ein Experte im Entwikkeln<br />

von Systemen – Systemen, die geprägt waren von<br />

seiner großen Musikalität und seinem ausgeprägten<br />

Klangsinn, aber auch von seiner unbändigen Lust an<br />

geometrischen Figuren und strukturellen Symmetrien.<br />

Verwunderlich ist diese Kombination nicht: In einem<br />

Elternhaus, in dem die Mutter leidenschaftlich geigte<br />

und der Vater ebenso leidenschaftlich Geigen baute,<br />

war Panufnik natürlich früh von Musik umgeben. Von<br />

seinem Vater, der im Hauptberuf Ingenieur war, mag<br />

er aber auch die Liebe und Begabung zu Geometrie,<br />

kleinteiliger Strukturierung und technischer Finesse<br />

geerbt haben. Was seine Komponistenkollegen an<br />

musikalischen Systemen entwickelten, er durchdrang es,<br />

setzte es vielleicht auch gezielt und kurzzeitig in seinen<br />

Kompositionen ein … und ging dennoch immer sehr<br />

eigene Wege. So wurde er der guten alten Tonalität nie<br />

wirklich untreu, hielt sich immer an eine traditionelle<br />

Symphonik, streifte aber auch die Zwölftonmusik,<br />

mikrotonales Komponieren, sonoristische Effekte und<br />

verband scheinbar einander Entgegenstehendes zu<br />

schlüssigen Gesamtkomplexen mittels klug durchstrukturierter<br />

„Baupläne“, die darüber hinaus genau<br />

wussten, wie musikalisch-emotionale Effekte platziert<br />

werden müssen und dürfen.


7<br />

BEFLÜGELT<br />

Perfektion, Kreativität und unbedingte Leidenschaft treiben<br />

uns an. Aber erst der Teamgeist verleiht uns die Flügel, die<br />

uns tragen und vorwärtsbringen, Sicherheit und Richtung<br />

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Industrie nicht anders als in der Musik.<br />

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Seine musikalischen Anfänge hatte Panufnik in Warschau,<br />

wo er <strong>19</strong>14 zur Welt kam. <strong>19</strong>31 wurde er zunächst in<br />

die Schlagzeugklasse des dortigen Konservatoriums<br />

aufgenommen, danach studierte er Dirigieren, Theorie<br />

und Komposition. Nach dem Examen und einer Phase<br />

des freischaffenden Komponierens von Hörspiel- und<br />

Filmmusiken ging Panufnik auf Wanderschaft und<br />

studierte bei renommierten Lehrern in Wien, Paris und<br />

London, lernte die 2. Wiener Schule ebenso kennen<br />

wie das bunt-brodelnde Pariser Musikleben. Zurückgekehrt<br />

nach Warschau, hielt er sich während der Zeit<br />

der deutschen Besetzung und des Krieges als Kaffeehaus-Pianist<br />

(viel auch im Duo mit keinem Geringeren<br />

als Witold Lutosławski) über Wasser. Dazu komponierte<br />

er unter einem Pseudonym „Lieder des Untergrundkampfes“.<br />

Die Unruhen um den Warschauer Aufstand<br />

gegen die deutsche Besatzungsmacht <strong>19</strong>44 erlebte er<br />

in persönlicher, aber auch in beruflicher Hinsicht als<br />

Leidtragender, da unter anderem etliche seiner Werke<br />

vernichtet wurden.<br />

Die Nachkriegszeit wurde so für Panufnik erst einmal<br />

eine Zeit des Aufbaus. Als Dirigent leitete er erst die<br />

Krakauer und dann die Warschauer Philharmonie. Als<br />

Komponist versuchte er möglichst viele seiner zerstörten<br />

Werke zu rekonstruieren, als engagierter Musiker setzte<br />

er sich für das Entstehen des polnischen Musikverlages<br />

PWM ein. Er avancierte schnell zu einer zentralen Frontfigur<br />

des polnischen Musiklebens im In- und Ausland<br />

und konnte so – trotz der zunehmenden Restriktionen<br />

des Ostblocklandes Polens – immer wieder ins Ausland<br />

reisen. <strong>19</strong>54 setzte er sich auf einer solchen Reise ab und<br />

ging nach London, wo er bis zu seinem Tod lebte und<br />

wirkte – zunehmend hoch dekoriert mit unterschiedlichsten<br />

internationalen Preisen. In seiner Heimat war<br />

er dadurch für über 20 Jahre ein Geächteter. Seine<br />

Werke wurden nun von Staats wegen vernichtet, die<br />

Zensur löschte alle Meldungen über ihn. Wirklich<br />

„zurückkehren“ als angesehener Komponist konnte<br />

er letztlich – nach einer Tauwetterphase ab <strong>19</strong>77 – erst<br />

beim Warschauer Herbst <strong>19</strong>89 – nun wieder als angesehener<br />

polnischer Künstler.<br />

<strong>19</strong>71 formulierte Panufnik seine Vorgehensweise bei<br />

der Entwicklung neuer Kompositionen so: „Zuerst der<br />

Zweck oder Grund, aus dem heraus ein Werk komponiert<br />

wird; dann die architektonische Struktur; dann<br />

das Material aus dem das Werk gebaut werden soll.“<br />

(Panufnik <strong>19</strong>71)


Talent,<br />

Technik,<br />

Schnelligkeit<br />

Ultrapräzision<br />

Manches bleibt eben ...<br />

perfekt aufeinander abgestimmt!<br />

“Zweck oder Grund“ waren für Panufnik oft ideelle,<br />

patriotische oder religiöse Anliegen, aber nicht selten<br />

auch jemand, dem er – erbeten oder freiwillig – ein<br />

Werk zu eigen schreiben wollte. So entstand auch<br />

das Violinkonzert, das er <strong>19</strong>72 komponierte: „Als<br />

Yehudi Menuhin mich bat, ein Violinkonzert für<br />

ihn zu komponieren, dachte ich sofort an seine<br />

einzigartigen spirituellen und poetischen Qualitäten<br />

und ich hatte das Gefühl, ich sollte ein Vehikel bieten,<br />

das diese seltenen Gaben betont und seine tiefe<br />

innere Musikalität nicht durch virtuose Pyrotechnik<br />

verschleiern würde. Ich behandelte die Geige als<br />

Gesangsinstrument, und so konstruierte ich trotz<br />

meiner strengen, selbst auferlegten Disziplin der<br />

Klangorganisation ziemlich lange und ununterbrochene<br />

Melodielinien. Um den Solopart weiter<br />

herauszustellen und ihn immer hervorzuheben,<br />

sowie um eine bestimmte Farbe und Textur zu erreichen,<br />

entschied ich mich für ein Orchester, das<br />

nur aus Streichern besteht.“<br />

Die motivischen Keimzellen des <strong>Konzert</strong>es sind einmal<br />

die Verbindung einer kleinen mit einer großen Terz<br />

und dann ein Dreiklang aus zwei kleinen Terzen.<br />

Aus diesem zunächst schlichten Material entwickelt<br />

Panufnik ein beeindruckendes Gebilde: Im ersten<br />

Satz ‚Rubato‘ lotet zunächst die Violine in scheinbar<br />

freien Fantasien das musikalische Material aus. Auch<br />

im Folgenden ist dieser Satz so angelegt, dass dem<br />

Solisten viel Interpretationsspielraum bleibt. Der<br />

zweite, sehr schlichte Satz lässt ihn klanglich in<br />

den Vordergrund treten und der letzte Satz ist von<br />

diffizilen Rhythmus-Systemen, bis auf eine Mittelpassage,<br />

in der der Solist eine besondere Klanglichkeit<br />

in einer Kantilene auf der tiefsten Geigensaite<br />

entwickeln kann: „In diesem fast tänzerischen Satz<br />

wollte ich, dass der Solist die menschlichsten Gefühle<br />

von Fröhlichkeit, Vitalität und sogar etwas Humor<br />

vermittelt.“ (Panufnik)<br />

9<br />

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10 11<br />

Franz Schubert/Gustav Mahler<br />

„Der Tod und das Mädchen“<br />

Ein größerer Gegensatz als Panufniks Violinkonzert<br />

und Franz Schuberts Quartett „Der Tod und das<br />

Mädchen“ in Gustav Mahlers Streichorchesterfassung<br />

lässt sich kaum denken. Ist Panufnik ganz Technik<br />

und System, so ist Schubert ganz Gesang und schier<br />

unendliche Fortspinnung. Sein geradezu opulentes<br />

Streichquartett in d-Moll, das von der Nachwelt<br />

den Namen „Der Tod und das Mädchen“ erhielt,<br />

weil Schubert darin aus seinem gleichnamigen Lied<br />

zitiert, ist ein großartiges Beispiel dafür. Der äußere<br />

Anlass für dieses Quartett mag gewesen sein, dass<br />

der große Geiger Ignaz Schuppanzigh, der 1823 nach<br />

Wien zurückgekommen war, dort im darauffolgenden<br />

Jahr seine Reihe der Streichquartett-<strong>Konzert</strong>e<br />

wieder aufnahm. Schuppanzigh bot damit seinen<br />

beiden bevorzugten „Schützlingen“, Schubert und<br />

Beethoven, eine besondere Gelegenheit, sich auf<br />

diesem Gebiet wieder einmal zu bewähren.<br />

In seinem Freundeskreis ließ Schubert verlauten,<br />

dass er das Quartett geschrieben habe, um sich damit<br />

(formal) einzuüben in sinfonische Komposition großen<br />

Ausmaßes. Aber er wäre eben nicht Schubert, wenn<br />

er nicht auch hier, auf dem Weg zur großen Sinfonie,<br />

als Sänger unterwegs gewesen wäre. Und dies nicht<br />

nur, weil er einen Teil eines eigenen Liedes im langsamen<br />

Satz des Quartetts aufnahm, sondern weil er<br />

mit allen thematischen Details „singend“ umging.<br />

Wie eruptiv beispielsweise die Unisono-Introduktion<br />

des Quartetts, ein unglaublich unerbittliches Todes-<br />

Motiv, auch sein mag, Schubert löst die Dramatik<br />

sofort in eine kleine Kantilene auf, um scheinbar in<br />

eine weitere vom Rhythmus geprägte dramatische<br />

Passage überzugehen, aus der sich aber ebenfalls<br />

wieder eine lyrische Gesangspassage herauswindet.<br />

Schuberts Kompositionsstil suggeriert quasi einen<br />

ewigen Wechsel zwischen der Darstellung von<br />

Fakten und der sängerischen Reflexion darüber.<br />

Im d-Moll-Quartett erreicht dieser Stil einen besonderen<br />

Höhepunkt.<br />

Möglich, dass das Sujet – die Beschäftigung mit dem<br />

Widerstreit von Jugend und Tod, von Blühen und<br />

Vergehen – Schubert, der sich freilich immer und<br />

viel mit dem Tod auseinandergesetzt hatte, deshalb<br />

besonders anstachelte, weil er quasi selbst betroffen<br />

war: Im Jahr der Entstehung dieses Quartetts (1824)<br />

hatte er nach einem ersten schweren Krankheitsschub<br />

erfahren, dass er an Syphilis unheilbar erkrankt war.<br />

Dass ihm nur noch vier Jahre bleiben sollten, konnte<br />

er nicht genau wissen, aber durchaus erahnen. Kaum<br />

erstaunlich also, wenn er in diesem Quartett den<br />

Gegensatz von Jugend und Tod thematisiert. Von<br />

seinem Lied „Der Tod und das Mädchen“ zitiert<br />

Schubert jedoch nur den zweiten Teil, den statischen<br />

Gesang des Todes, mit dem der das junge Mädchen<br />

in sein Totenreich entführen will; die heftige und<br />

leidenschaftliche Gegenrede des Mädchens wird<br />

nicht wörtlich zitiert. Wohl aber kann der erste Satz<br />

als eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit<br />

dem Schrecken, der Angst und der Verzweiflung,<br />

vielleicht auch der Resignation des Mädchens als<br />

Sinnbild der Jugend gedeutet werden. Das Wechselspiel<br />

des Moll-Hauptthemas und des Dur-Zwischenspiels,<br />

die ausufernde Modulationsspirale, die<br />

Schubert in den ersten Takten seines Quartettes<br />

durchschreitet, während darüber immer neue Gesangslinien<br />

entstehen, spricht hier Bände. Der zweite Satz<br />

nimmt sich als Variationssatz den Gesang des Todes<br />

aus Schuberts Lied zum Thema, ein Thema, das an<br />

Schlichtheit und Unweglichkeit seinesgleichen sucht.<br />

Aus der scheinbaren Ruhe entwickelt Schubert in vier<br />

Variationen Kaskaden der Verzweiflung. Im Scherzo<br />

und im Finale lässt sich ein Totentanz assoziieren, der<br />

an Groteskheit und Skurrilität seinesgleichen sucht.<br />

Die Schärfen des Quartetts – nicht zuletzt hervorgerufen<br />

durch die Viererbesetzung – gehören zwar<br />

einerseits wesentlich zu seiner Aussage dazu. Doch<br />

haben verschiedene Musiker – allen voran Gustav<br />

Mahler, dessen Streichorchesterfassung in diesem<br />

<strong>Konzert</strong> erklingt – die Umsetzung durch ein Streichorchester<br />

propagiert, um einerseits die Klangbreite<br />

weiter aufzufächern (der Kontrabass liefert hier<br />

noch einmal ganz neue Dimensionen) und andererseits<br />

das Klangvolumen zu erhöhen. Eines der erschütterndsten<br />

Musikzeugnisse der Romantik bleibt<br />

„Der Tod und das Mädchen“ auch in dieser Fassung.<br />

Ruth M. Seiler


12<br />

JANUSZ<br />

WAWROWSKI<br />

13<br />

Janusz Wawrowski darf man als den derzeit<br />

wohl profiliertesten Geiger seines Heimatlandes<br />

Polen bezeichnen, für das Violinkonzert<br />

seines Landsmannes Panufnik ist er die Idealbesetzung.<br />

Seine Karriere führte ihn bereits<br />

zu den großen <strong>Konzert</strong>bühnen der Welt –<br />

von den Salzburger Festspielen über das<br />

Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau,<br />

die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie<br />

und den Musikverein Wien bis zum Arts<br />

Center in Seoul.<br />

Als Solist spielte Janusz Wawrowski mit<br />

dem Royal Philharmonic Orchestra London,<br />

den Warschauer Philharmonikern, dem Litauischen<br />

Nationalen Symphonieorchester, den<br />

Hamburger Symphonikern, dem Nationalen<br />

Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks,<br />

dem Simón Bolívar Symphony Orchestra<br />

in Venezuela und vielen anderen. Darüber<br />

hinaus ist Wawrowski begeisterter Entdecker,<br />

Interpret und Herausgeber von verloren geglaubten<br />

oder vergessenen Werken polnischer<br />

Komponisten wie Mieczyslaw Karlowicz,<br />

Karol Lipiñski und Zygmunt Noskowski.<br />

Für diese Leidenschaft hat ihn die Presse als<br />

„authentischen und zutiefst überzeugenden<br />

Anwalt für die Musik Polens“ (Huffington<br />

Post) gepriesen. Neben seiner Tätigkeit als<br />

Geiger gründete und leitete er internationale<br />

Kammermusikprojekte und ist Professor an<br />

der renommierten Chopin-Musik-Universität<br />

in Warschau.<br />

Bei Warner Classics erschien neben zwei<br />

Soloalben auch eine Einspielung von<br />

Wieniawskis Violinkonzert Nr. 2 und Bruchs<br />

Schottischer Fantasie. In Anerkennung seiner<br />

künstlerischen Leistungen wurde Janusz<br />

Wawrowski mit dem Verdienstorden der<br />

polnischen Kultur ausgezeichnet. Seit 2018<br />

spielt er die „Polonia“-Stradivari von 1685.


14<br />

15<br />

DOUGLAS<br />

BOSTOCK<br />

Der britische Dirigent Douglas Bostock wirkt seit<br />

Beginn der <strong>Konzert</strong>saison 20<strong>19</strong>/20 als Künstlerischer<br />

Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen<br />

Kammerorchesters <strong>Pforzheim</strong>.<br />

Zuvor war er von 2001 bis 20<strong>19</strong> Chefdirigent des<br />

Schweizer Sinfonieorchesters „Argovia Philharmonic“,<br />

das er in dieser Zeit mit frischen Konzepten und<br />

innovativen Formaten künstlerisch erfolgreich in<br />

der Orchesterlandschaft positioniert hat. Weitere<br />

Stationen seiner Laufbahn waren u.a. die Karlsbader<br />

Symphoniker, die Tschechische Kammerphilharmonie,<br />

die Münchner Symphoniker und das Tokyo Kosei<br />

Wind Orchestra.<br />

Sein breites Repertoire umfasst Werke aus allen<br />

Epochen einschließlich einer Vielzahl selten aufgeführter<br />

Werke, zeitgenössische Musik und Opern.<br />

Sein Temperament, sein unverkennbarer Stil und<br />

sein Kommunikationstalent führten ihn als Gast zu<br />

bedeutenden Orchestern in Europa, Amerika und<br />

Asien, darunter die Orchester der BBC, das London<br />

Philharmonic Orchestra, das Radio-Symphonie-<br />

Orchester Prag, das National Orchestra Washington,<br />

das Mexikanische Staatsorchester und das New<br />

Japan Philharmonic Orchestra.<br />

Beinahe 100 CD-Aufnahmen dokumentieren das<br />

künstlerische Profil und das vielseitige Repertoire<br />

von Douglas Bostock. Als Gastprofessor, u. a. in<br />

Tokyo, widmet er sich auch der Arbeit mit jungen<br />

Musikern und leitet Kurse und Meisterklassen für<br />

Dirigenten.<br />

Mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester<br />

<strong>Pforzheim</strong> arbeitete er seit 2012 bereits mehrfach<br />

als Gastdirigent zusammen und prägt und entwickelt<br />

nun als Künstlerischer Leiter Klang, Stilistik und<br />

Programmatik dieses ebenso traditionsreichen<br />

wie innovativen Ensembles weiter.


16 17<br />

DAS<br />

SÜDWESTDEUTSCHE<br />

KAMMERORCHESTER<br />

PFORZHEIM<br />

Ein frischer und packender musikalischer Zugriff<br />

und stilistische Vielfalt von der Alten bis zur<br />

Neuen Musik sind die Erkennungszeichen des<br />

Südwestdeutschen Kammerorchesters <strong>Pforzheim</strong>.<br />

Das in der Basis mit vierzehn Musikern aus sieben<br />

Nationen besetzte Ensemble ist eines der ganz<br />

wenigen „Full-time“-Kammerorchester: So wird<br />

eine außergewöhnliche Homogenität und Flexibilität<br />

des Klangbildes möglich, die auch in größerer<br />

Besetzung mit Bläsern und weiteren Streichern<br />

aus einem festen Musikerstamm erhalten bleibt.<br />

Gegründet wurde das Südwestdeutsche Kammerorchester<br />

im Jahr <strong>19</strong>50 von dem Hindemith-Schüler<br />

Friedrich Tilegant. Rasch fand das Ensemble<br />

internationale Anerkennung: Man sprach vom<br />

„Tilegant-Sound“, der bei den Festspielen in<br />

Salzburg, Luzern und Leipzig und auf weltweiten<br />

<strong>Konzert</strong>reisen zu hören war. Maurice Andre,<br />

Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen und Yehudi<br />

Menuhin waren nur einige der musikalischen<br />

Größen, mit denen das „Südwestdeutsche“ zusammenarbeitete.<br />

Nach der Tilegant-Ära wurde das<br />

Orchester vor allem durch Paul Angerer, Vladislav<br />

Czarnecki, Sebastian Tewinkel und Timo Handschuh<br />

geprägt. Mit Beginn der <strong>Konzert</strong>saison 20<strong>19</strong>/20<br />

übernahm der britische Dirigent Douglas Bostock<br />

die künstlerische Leitung und prägt und entwickelt<br />

seither Klang, Stilistik und Programmatik des<br />

Ensembles weiter.<br />

Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche<br />

Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen<br />

etwa 300 Schallplatten und CDs eingespielt,<br />

von denen eine ganze Reihe mit internationalen<br />

Preisen ausgezeichnet wurden. Zahlreiche Uraufführungen<br />

(Jean Francaix, Harald Genzmer, Enjott<br />

Schneider, Mike Svoboda) belegen seine Kompetenz<br />

auch für die zeitgenössische Musik.<br />

Auch in jüngerer Zeit musizierte das Kammerorchester<br />

mit international bekannten Solisten<br />

wie Nigel Kennedy, Andrea Bocelli, Mischa Maisky,<br />

Cyprien Katsaris, Christian Tetzlaff oder Lars Vogt<br />

und war in ganz Europa (Festival Prager Frühling,<br />

Schleswig-Holstein-Musikfestival, Schwetzinger<br />

Festspiele, Festival Euro Mediterraneo Rom, Oster-<br />

Klang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio Nacional<br />

Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA und in<br />

Japan zu Gast. Daneben erweiterte es seine Bandbreite<br />

durch neue Programmideen und Projekte in<br />

den Bereichen Weltmusik (Giora Feidman), Jazz<br />

(Nigel Kennedy, Sebastian Studnitzky), Crossover<br />

(Fools Garden), Musik und Literatur (Iris Berben,<br />

Senta Berger, Hannelore Hoger), Kabarett (Lars<br />

Reichow), Oper (Manfred Honeck), Tanz (Nina<br />

Corti, Bettina Castano) und Figurentheater.


VORSCHAU<br />

<strong>19</strong><br />

Juli<br />

Samstag, 24. Juli <strong>2021</strong>, <strong>19</strong> Uhr<br />

Neulingen-Bauschlott – Open Air im Schlosshof<br />

Große Klasse!<br />

Werke von Beethoven, Haydn, Mozart<br />

Friedemann Breuninger, Violine<br />

Südwestdeutsches Kammerorchester <strong>Pforzheim</strong><br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

Karten: www.klotz-verlagshaus-shop.de<br />

Sonntag, 25. Juli <strong>2021</strong>, 18 Uhr und <strong>20.</strong>15 Uhr<br />

Neulingen-Bauschlott – Open Air im Schlosshof<br />

Ein Sommernachtstraum<br />

Werke von Mendelssohn, Rossini, Mozart, Fauré u.a.<br />

Südwestdeutsches Kammerorchester <strong>Pforzheim</strong> in<br />

großer Besetzung<br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

Karten: www.klotz-verlagshaus-shop.de


20 21<br />

SEIEN SIE<br />

DABEI!<br />

VEREIN ZUR FÖRDERUNG<br />

DES SÜDWESTDEUTSCHEN<br />

KAMMERORCHESTERS<br />

PFORZHEIM E.V.<br />

Der Förderverein<br />

Tradition trifft Innovation – diese drei Worte beschreiben<br />

„unser“ Kammerorchester perfekt: die<br />

Verankerung in der reichen klassisch-romantischen<br />

Orchestertradition ebenso wie die Aufgeschlossenheit<br />

für spannende Begegnungen mit Literatur, Jazz,<br />

Weltmusik oder Tanz.<br />

Um die erfolgreiche künstlerische Arbeit des Kammerorchesters<br />

für die Stadt <strong>Pforzheim</strong> und ihre Region<br />

weiter zu ermöglichen und auszubauen, ist privates<br />

Engagement unerlässlich. Im Förderverein sammeln<br />

sich daher Freunde und Mäzene, um die kulturellen<br />

Aufgaben des Orchesters ideell und finanziell mitzutragen.<br />

Seien Sie dabei!<br />

Mit seinen Mitteln leistet der Förderverein vielfältige<br />

Unterstützung, zum Beispiel<br />

• bei der Realisierung außergewöhnlicher <strong>Konzert</strong>und<br />

CD-Projekte<br />

• beim Engagement besonderer Solisten<br />

• bei Kinder- und Schulveranstaltungen<br />

• bei Tourneen und Gastspielreisen im In- und Ausland<br />

• bei der Förderung herausragender junger Musiker,<br />

die mit dem Orchester arbeiten<br />

Der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte<br />

Förderverein erhebt keine Mitgliedsbeiträge. Für<br />

Ihre steuerlich abzugsfähige Spende nach eigenem<br />

Ermessen erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.<br />

Unser Dankeschön:<br />

• Als Mitglied werden Sie regelmäßig über die <strong>Konzert</strong>e<br />

und Aktivitäten des Orchesters informiert.<br />

• Sie haben Gelegenheit, bei Proben „hinter die<br />

Kulissen“ der Orchesterarbeit zu schauen.<br />

• Wir laden Sie zu einem jährlichen, exklusiven<br />

Sonderkonzert für Mitglieder ein.<br />

Informationen: Tel. (0 72 31) 46 46 44<br />

www.swdko-pforzheim.de/verein<br />

Tradition trifft Innovation Seien Sie dabei!


W_Orchester_98x210_Saisonbro.pdf - Dec_04_20<strong>19</strong> 01_16_23<br />

CD-AUSWAHL<br />

23<br />

British Music for Strings I<br />

Edward Elgar,<br />

Gordon Jacob,<br />

Hubert Parry<br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

British Music for Strings II<br />

Granville Bantock,<br />

Christopher Wilson<br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

Antonio Rosetti<br />

Drei Violinkonzerte<br />

Lena Neudauer, Violine<br />

Johannes Moesus, Leitung<br />

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Johann Matthias Sperger<br />

Kontrabasskonzerte<br />

Roman Patkoló, Kontrabass<br />

Douglas Bostock, Leitung<br />

Joseph Wölfl<br />

Drei Klavierkonzerte<br />

Nataša Veljković, Klavier<br />

Johannes Moesus, Leitung<br />

Bestellen Sie hier zum Sonderpreis:<br />

Geschäftsstelle (0 72 31) 46 46 44, info@swdko-pforzheim.de<br />

<strong>Online</strong>shop: www.swdko-pforzheim.de/cd<br />

Privates Vermögensmanagement<br />

Ein Unternehmen der LBBW-Gruppe<br />

Z_BW_Orchester_98x210_Saisonbro.pdf - Dec_04_20<strong>19</strong> 01_16_23


25<br />

HEUTIGE<br />

KONZERTBESETZUNG<br />

Leitung<br />

Douglas Bostock<br />

Violine I<br />

Friedemann Breuninger, <strong>Konzert</strong>meister<br />

Michael Ewers<br />

Moritz von Bülow<br />

Andrea Langenbacher<br />

Petra Grevesmühl<br />

Violine II<br />

Izabela Wiza-Kochann, Stimmführerin<br />

Eleonore Bodendorff<br />

Vera Kleimann<br />

Claudiu Rupa<br />

Viola<br />

Dariusz Wasiak, Solo<br />

Tomasz Korniluk, Stv. Solo<br />

Cheryl Swoboda<br />

Violoncello<br />

Yotam Baruch, Solo<br />

Konstanze Bodamer<br />

Josef Viorel Dragus<br />

Kontrabass<br />

Matthias Botzet, Solo


Am Hauptgüterbahnhof 26 · 75177 <strong>Pforzheim</strong><br />

Telefon 07231 5800-0 · Fax 07231 5800-580<br />

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Abgestimmte Einsätze,<br />

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Wunderbares erschaffen.<br />

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Schreibwaren<br />

Scherer<br />

Karl-Günter Scherer<br />

Öffnungszeiten<br />

Montag bis Freitag<br />

8.30-13.00 Uhr<br />

14.30-18.30 Uhr<br />

Sa: 9.00-13.00 Uhr<br />

[So schön kann Bauen sein!]<br />

24.07.2009 13:24:39 Uhr<br />

Wir sind<br />

gute Nachbarn:<br />

Im Haus des<br />

Kammerorchesters!<br />

Westliche 257 a<br />

75172 <strong>Pforzheim</strong><br />

07231/451132<br />

07231/4438523<br />

Beratung ist uns wichtig: Bürobedarf, Schule, Papeterie, Schreibkultur,<br />

Geschenkideen, Kopier- und Faxservice und mehr<br />

KONTAKT<br />

Geschäftsstelle<br />

Unsere Geschäftsstelle ist derzeit für den<br />

Publikumsverkehr geschlossen. Bitte kontaktieren<br />

Sie uns telefonisch oder per Mail und nutzen Sie<br />

für CDs die <strong>Online</strong>-Bestellmöglichkeiten.<br />

Südwestdeutsches Kammerorchester<br />

<strong>Pforzheim</strong> gGmbH<br />

Westliche Karl-Friedrich-Straße 257a<br />

D-75172 <strong>Pforzheim</strong><br />

Telefon: (0 72 31) 46 46 44<br />

Telefax: (0 72 31) 46 46 43<br />

info@swdko-pforzheim.de<br />

www.swdko-pforzheim.de<br />

Management<br />

Andreas Herrmann, Geschäftsführer<br />

Anne-Katrin Mücke, Projektmanagement,<br />

Künstlerisches Betriebsbüro, Marketing<br />

Sekretariat, Verwaltung, Kartenservice<br />

Silvia Arnone, Frau Mätschke,<br />

Julia Nemeth (FSJ Kultur)<br />

Bankverbindung<br />

Sparkasse <strong>Pforzheim</strong> Calw<br />

IBAN: DE26 6665 0085 0000 6422 58<br />

BIC: PZHSDE66XXX<br />

IMPRESSUM<br />

27<br />

DESIGN MANAGEMENT<br />

Kallhardtstraße 46 75173 <strong>Pforzheim</strong> info@landauer-design.de<br />

produktdesigngrafik<br />

www.landauer-design.de<br />

Redaktion<br />

Andreas Herrmann<br />

Anne-Katrin Mücke<br />

Gestaltung<br />

Landauer Design Management, <strong>Pforzheim</strong><br />

Fotos<br />

Sebastian Seibel<br />

Regine Landauer<br />

Christoph von Zepelin<br />

Lisa Lorsch<br />

Wolfgang Schmidt<br />

Michal Mutor<br />

Georg Moritz (<strong>Pforzheim</strong>er Zeitung)<br />

Künstler-Agenturen<br />

Redaktionsschluss<br />

2. <strong>Juni</strong> <strong>2021</strong>


Bis zum<br />

nächsten<br />

Mal.<br />

A rr ll ii n g e rr<br />

Baugenossenschaft<br />

www.arlinger.de

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