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KPM Magazin 2022

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KPM MAGAZIN N ọ 06

WEISS

EINFACH GENIAL –

Die LAB Kollektion

überzeugt mit

ihrer zeitlosen Ästhetik

KUNSTVOLL –

Immer ein Blickfang: Die

Vasen der KPM Berlin sind

so skulptural wie elegant

HÖCHST BELIEBT –

Die schönsten Geschenke

zur Hochzeit – und

natürlich für sich selbst!


EDITORIAL

COME TOGETHER!

Jörg Woltmann, Inhaber, und

Martina Hacker, Geschäftsführerin

Liebe Freundinnen und Freunde des Hauses KPM,

Porzellan – das ist das Schöne an unserem Werkstoff

– ist etwas, das verbindet. Bemerkenswert, denn

es gibt durchaus eine Menge Gegenstände, die trennen.

Als am meisten verbreitet wäre wohl das Mobiltelefon

zu nennen, hinter dem man sich allein verschanzt.

Doch Porzellan bringt Menschen zusammen

– in Cafés, an Abendbrottischen, auf Hochzeiten

oder im Museum: Und genau darum soll es in dieser

Ausgabe unseres WEISS Magazins gehen.

Ob verspielte und minimalistische Hochzeitsgeschenke

(S. 60), lustvoll oder elegant gedeckte

Festtagstafeln (S. 74) oder aber Vasen in einer Gastrolle

als fliegende Sport-Kegel (zu Hause bitte nicht

nachmachen! S. 22) – es geht um Liebe, Begeisterung

und Freunde bei der KPM Berlin. Letztere

möchten wir hier natürlich auch vorstellen. So ist

unser Chefdesigner Thomas Wenzel mit Künstler

Reiner Xaver Sedelmeier (S. 52) eine Liaison eingegangen,

um eine komplett neue Kollektion zu

gestalten. Eine weitere Beziehung zur Kunst stellen

wir Ihnen im Gespräch mit dem mittlerweile

über Deutschlands Grenzen hinaus erfolgreichen

Galeristen Johann König (S. 68) vor, mit dem die

KPM Berlin Porzellantorsi durch individuelle Teilglasur

in kunstvolle Unikate verwandelt. Und dass

Porzellan sogar die Zeiten, nämlich Vergangenheit

und Gegenwart, vereinen kann, erschließt sich

in der Schatzkammer (S. 34) unserer Archivarin

Claudia Tetzlaff.

In diesem Sinne wünschen wir auch Ihnen:

Zeiten voller Zusammensein.

Bild: Franz Grünewald

IHR

JÖRG WOLTMANN

IHRE

MARTINA HACKER

N°. 06 3 KPM Magazin


INHALTSVERZEICHNIS

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

NEWS

07–12

Neues bei der KPM Berlin: von der

Atelier Edition 2022 über Party-Highlights

bis zu einem beeindruckenden Fund

FINE DINING

15–20

Charmante Hotels und Restaurants mit

besonderen KPM Stücken

JETZT NEU!

Der Trageriemen

für den KURLAND

To-go Becher und

vieles mehr.

EIN HOCH

AUF DIE LIEBE

Tolle Geschenke

für Hochzeitspaare

KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

Berlin GmbH, Wegelystraße 1,

10623 Berlin

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Martina Hacker

MARKETING &

KOMMUNIKATION

Theresa Haala-Hirt

Jenja Carow

MANUFAKTUR

22 Umwerfend schön

Unsere Vasen-Klassiker in ungewohnter

Umgebung – eine Wucht!

28 Das gibt’s nur einmal!

Mitarbeiter:innen der Manufaktur

zeigen ihr KPM Unikat

34 Hüterin eines Schatzes

KPM Archivarin Claudia Tetzlaff

im Porträt

40 Raffiniertes Meisterwerk

Die Vase ATRIUM MARBRE

spielt mit unserer Wahrnehmung

42 Ein Tag im Leben von ...

... André Wehry, KPM Store

Manager in Hamburg

44 Immer hereinspaziert!

Die KPM Berlin im Überblick

LEBEN

48 Tradition meets Zukunft

LAB Porzellane sind so

multifunktional wie ikonisch

52 Einfach genial

Die neue KPM+ Edition des

Künstlers Reiner Xaver Sedelmeier

56 Best-of-Momente

Die KPM Berlin als Manufaktur

der Superlative

58 Im Küchenschrank vom ...

... WEISS Kundenclub. KPM Fans

zeigen ihre Sammlungen

60 Love is in the air

Zur Hochzeit eingeladen? Hier

gibt es viele Geschenkideen

56

MEHR GEHT NICHT

Am größten, beliebtesten und

nachhaltigsten: Superlative

aus der Welt der KPM Berlin

68

EINZIGARTIG

Mitarbeiter:innen

der Manufaktur und

ihre KPM Unikate

HAUSFREUNDE

68 Woltmann trifft ...

... den Berliner Galeristen

Johann König

74 Das Beste für Gäste

Originell gedeckte Tische für die

nächste Einladung zum Essen

80 Ein Traum in Schwarz-Weiß

Der ästhetische Blick der

Kreativdirektorin Fiona Dinkelbach

86 Ein großer Spaß

Zum Jubiläum der KPM

Mitmach-Manufaktur gibt es einen

besonderen Workshop

Cover: Stills & Strokes; Bilder: KPM, Gene Glover, Peter Rigaud, Studio Likeness, Stills & Strokes

PRODUZIERT VON

storyboard GmbH

Wiltrudenstraße 5

80805 München

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Dr. Markus Schönmann

(V.i.S.d.P.)

REDAKTIONELLE

LEITUNG

Sandra Djajadisastra

GRAFIK

Nina Breindl

Nina Heidtkamp

Claudia Homer

BILDREDAKTION

& PRODUKTION

Elina Gathof

Anika Frodl

REDAKTION

Ayla Amschlinger

Heike Gläser

Lena Kaeß

Alissa Selge

Sandra Winkler

PROJEKTMANAGEMENT

Barbara Webinger

ILLUSTRATION

Lisa Rock

SCHLUSSREDAKTION

Lektorat Süd

LITHO

eupro medientechnik GmbH

DRUCK

ARNOLD Group Druckerei GmbH

KPM Magazin 4 N°. 06

N°. 06 5 KPM Magazin


W

KPM Magazin

WEISS

N°. 06

NEWS

Engagiert für

Kunst und Kultur

KLAUS SIEGERS, VORSITZENDER DES VORSTANDES

DER WEBERBANK ACTIENGESELLSCHAFT

Künstlerin: G.L. Gabriel · Werk: Kammermusiksaal, 1993 · © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Kunst und Kultur verbinden Menschen. Als Privatbank der Hauptstadt fühlt sich die Weberbank eng mit Berlin und

seinen Menschen verbunden. Deshalb übernehmen wir Verantwortung in wirtschaftlichen und finanziellen Belangen.

Doch unsere gesellschaftliche Verantwortung reicht weit darüber hinaus. Diese nehmen wir wahr, indem wir in Berlin

förderungswürdige Aktivitäten und Initiativen unterstützen. Jetzt mehr erfahren: weberbank.de/engagement

Bild: Füsun Lindner

Die Privatbank der Hauptstadt.

07– 12


Gangnam Style

v. l.: Hans-Peter Hiepe, Jury-Mitglied, die Preisträger Gesche Weger und René Bernhardt

von Packwise, Carsten Schneider, Schirmherr des Wirtschaftspreises VORSPRUNG,

Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland

Im Showroom von H International in

Seoul – mitten im Luxusviertel Gangnam

– ist nun auch Porzellan der KPM

Berlin ausgestellt. Der südkoreanische

Einzelhändler ist bekannt für zukunftsorientiertes

Design mit einer langen

Tradition von Markenmöbeln. H International

legt großen Wert auf Qualitätsprodukte,

die ein Leben lang halten.

Klar, dass Porzellan der KPM Berlin

nicht fehlen darf. Bei den Koreaner:innen

sind besonders die Kollektionen

KURLAND, ARKADIA und URANIA

beliebt. Der Showroom regt an, wie

man sie zu Hause inszeniert.

Ausgezeichnete Ideen!

Sesam, öffne dich!

Die KPM Berlin gewährt mit ihrer

zweiten Atelier Edition Zugang zu den

Schätzen ihres Archivs. Mehr als 250

Jahre Manufakturgeschichte liegen darin

verborgen. Durch die Neugestaltung

einzelner Klassiker in einer limitierten

Edition erstrahlt das Porzellan

nun in neuem Glanz. Die Dekormalerei

ist eine von vier Malereidisziplinen

(Blumenmalerei, Landschaftsmalerei,

Figurenstaffage) der KPM Berlin. Es

bedarf jahrelanger Erfahrung, um in

der KPM Meistermalerei Editionen

wie die Atelier Edition 2022 zu kreieren.

Die Meistermaler:innen studieren

dafür jede Rundung und jeden Schattenwurf

des Porzellans. Mit feinem Pinselstrich

und zarter Federführung entstehen

somit einzigartige Dekore.

Jedes dekorierte Porzellanstück ist

dabei auf der Unterseite mit dem persönlichen

Signet des Gestalters oder

der Gestalterin versehen. Die diesjährige

Atelier Edition stellt fünf Dekore

vor: das KONTUR Dekor (Foto oben

links), das MÄANDER Dekor (Foto

oben Mitte und Mitte rechts), das

BÄNDER Dekor (Foto oben rechts),

das BLOCKSTREIFEN Dekor (Foto

oben Mitte) sowie das Dekor PALETTE

1956/2022 (Foto Mitte).

Zu sehen sind die

kunstvollen Vasen im

neuen Studio 1763

des KPM Berlin

Pavillons.

Bilder: Frank Hülsbömer, Holger Talinski, Land der Ideen Management GmbH/Felix Zahn, KPM

Innovation, starke Ideen, herausragendes unternehmerisches Handeln im

Osten Deutschlands: Das OWF (Ostdeutsche Wirtschaftsforum) vergibt

jährlich den VORSPRUNG-Award, um dieses Engagement zu würdigen. Dabei

werden sowohl junge, dynamische Start-ups als auch Traditionsunternehmen

ausgezeichnet, die die Zukunft des Ostens nachhaltig mitgestalten. Bei

der diesjährigen Verleihung erhielten die Preisträger:innen eine CADRE Vase

mit dem handgemalten Schriftzug VORSPRUNG 2022 und ihrem Namen.

Die Vase ist ein Klassiker aus der KPM Berlin. Designerin Trude Petri entwarf

sie im Jahr 1967 in der für sie typischen streng geometrischen Form.

Il Caffè Berlino

Die italienische Café-Bar gilt als Sehnsuchtsort. Mit Hingabe wird weltweit

Kaffeekultur zelebriert, auch zu Hause. Dazu passt die limitierte Edition

„Il Caffè Berlino“, die die KPM Berlin 2022 auf den Markt gebracht hat,

um den Design-Pionier Enzo Mari zu feiern. Der 2020 verstorbene

Objektkünstler und Gestalter wäre dieses Jahr 90 Jahre alt geworden.

Ihn verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit der KPM

Berlin. So entwarf er 1996 das ikonische Service BERLIN.

Dieses erstrahlt nun im Festtagsgewand. Die Illustratorin

Sharmila Banerjee setzte – inspiriert von Originalskizzen

Maris – fröhliche Gesichter und Porzellankonturen

auf Espressotassen und To-go Becher.

Hommage an Enzo Mari: Die

limitierte Edition „Il Caffè Berlino“

gibt es nicht nur auf KPM

Porzellan, sondern auch auf

T-Shirts und Stofftaschen.

KPM Magazin 8 N°. 06

N°. 06 9 KPM Magazin


Willkommen zurück!

Viel Raum für Kunst

Moderne Kunst in historischer Umgebung: Die Galerie Droste zeigte während

des Berliner Gallery Weekends Ende April die Gruppenausstellung

CHRONICLES 4 auf dem Gelände der KPM Berlin. Besucher:innen konnten

auf mehreren Stockwerken Malereien, Skulpturen und digitale Werke internationaler

Künstler:innen bewundern. Inmitten der geschichtsträchtigen Räumlichkeiten

entfalteten ganz unterschiedliche zeitgenössische Positionen ihre

volle Pracht. Bald gibt es bereits ein Wiedersehen: Im September 2022 kommt

die Ausstellung anlässlich der Berlin Art Week zurück in die KPM.

Achtung,

Verwechslungsgefahr!

Benoît François spielt mit den Geschmacksnerven.

Für die KPM Berlin

und das SZ Magazin entwarf der multidisziplinär

arbeitende französische

Künstler ein Salz- und Pfefferset. Die

limitierte Edition war im Nu ausverkauft.

„Not Salt“, „Not Pepper“ zieren

als Schriftzüge die weißen Streuer aus

Porzellan. Augenzwinkernd bringt er

die Nutzer:innen dazu, kurz innezuhalten:

Moment, welcher ist der richtige?

Eines der größten von der KPM Berlin gefertigten Wandbilder ist die „Germania

– Beschützerin der Wissenschaft und Kunst“. Die Manufaktur gestaltete es

1893 für den deutschen Pavillon der Weltausstellung in Chicago. Danach erfreute

es die Tänzer im Ballsaal des städtischen Germania Clubs. Nach dessen

Auflösung wurden die über tausend Einzelteile eingelagert und vergessen. Jahrelang

recherchierte Professor Reinhard Andress von der Loyola University

Chicago nach dem Kunstwerk. Vor vier Jahren wurde er auf dem Dachboden

eines Altersheims fündig. Nach langen Überlegungen entschloss er sich, es der

KPM Stiftung zu schenken. Nach 130 Jahren hat das Werk nun seinen Weg

nach Hause gefunden, wo es die nächsten zwei Jahre restauriert und danach

der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Das nennt man

Tragekomfort!

Für Mode-Fans gibt es jetzt KPM to

carry. In der Halterung aus hochwertigem

italienischem Leder ist der beliebte

KURLAND To-go Becher stilvoll aufgehoben,

wenn man beim Bummel

durch die Stadt oder den Park nicht auf

einen guten Kaffee verzichten möchte.

In Schwarz und größenverstellbar, passt

sich das Accessoire jedem Look mühelos

an. Wer es lieber bunter mag, muss

schnell sein. In diesem Jahr gibt es den

Carrier auch in Grün mit goldfarbener

Doppel stegschnalle – allerdings nur in

limitierter Auflage.

Kleine Künstler:innen

am Werk

Monty meets KPM

Die limitierte Vide Poche Possessions

behandelt die Faszination des Besitzes

und war nur 24 Stunden lang erhältlich.

Bei dem multidisziplinären Berliner Künstler Monty Richthofen alias Maison Hefner

dreht sich alles um das geschriebene Wort. Seine Kunst geht über das Visuelle

hinaus und nimmt die Form eines sozialen Kommentars an. Dabei variiert nur, auf

welcher Leinwand er seine Texte anbringt: im öffentlichen Raum, als Tattoo auf der

Haut oder seit Neuestem in Kooperation mit SLEEK auf dem Porzellan der KPM

Berlin. Richthofen ist fasziniert von der intimen Beziehung zwischen Mensch und

Objekt. Genau deshalb hat er sich bei der Beschriftung des KPM Berlin Porzellans

dem Thema Besitz gewidmet – und wie Objekte durch Rituale zu Artefakten mit

eigener Geschichte werden.

Bilder: KPM, Benjamin Zibner, Füsun Lindner

Eigentlich liegt die Dekormalerei in

den Händen der KPM Meistermaler:innen.

Nun bekommen die Profis

Unterstützung – und zwar von Ihren

Kindern. Das KPM Porzellan ist die

perfekte Leinwand für die Fantasie

der Kleinen. Egal ob Strichmännchen,

Tier- oder Selbstporträt: Das

fertige Kunstwerk können Sie ganz

einfach in den KPM Stores oder im

KPM Onlineshop in Auftrag geben.

Die Meistermaler:innen sorgen im Anschluss

dafür, dass das Motiv das Porzellan

wie den To-go Becher schmückt.

Ein perfektes Geschenk für Eltern,

Großeltern oder den 18. Geburtstag

der eigenen Kinder.

KPM Magazin 10 N°. 06


Erfrischend

unerschrocken

UNIQUE RESIDENCES

STILVOLLES WOHNEN

AUF ZEIT IN BERLIN

Der Papagei im Porzellanladen

Auch in diesem Jahr kooperierte die

KPM Berlin mit jungen Talenten der

Universität der Künste Berlin. Das

Motto lautete: Figurines. Wie können

plastische Figuren den Schritt ins 21.

Jahrhundert schaffen? Dafür entwickelten

die Studierenden Entwurfsprojekte,

die den Werkstoff Porzellan zeitgenössisch

interpretieren. Durch die

jahrhundertelange Erfahrung in der

Herstellung von Porzellan unterstützte

die Manufaktur bei der kreativen Gestaltung

der Ideen. Das Experimentieren

mit Form und Funktion ließ die

jungen Künstler:innen die Möglichkeiten

der Handwerkskunst erfahrbar

machen. Ein positiver Synergieeffekt

zweier traditioneller Berliner Institutionen,

der sich sehen lassen kann.

Kreativer Überfall: Porzellanentwürfe

von Kunststudierenden

Gibt es eine größere Künstlerin auf der Welt als die Natur? Auf der diesjährigen

Heritage Edition der KURLAND Kollektion sind verschiedene Papageien

dargestellt. Dabei handelt es sich um farbige Studien aus dem KPM

Archiv, die von Meistermaler:innen früherer Generationen entworfen wurden.

Hellroter Ara, Grünzügelpapagei, Gelbhaubenkakadu und Regenbogenlori

– die bunt gefiederten Vögel wurden mit großer Virtuosität auf dem

Porzellan abgebildet. Nicht nur für Hobby-Ornithologen eine Augenweide!

In Feierstimmung

Endlich, endlich! Vom 2. bis 3. Juli öffnete die Königliche Porzellan-Manufaktur

Berlin wieder ihre Tore fürs Hoffest. Die Feier auf dem Gelände der

KPM bot ein abwechslungsreiches, vergnügliches Programm: kostenfreie

Miniworkshops, Manufakturführungen, Live-Musik und natürlich kulinarische

Leckerbissen. Knapp 5500 Besucher:innen kamen und wurden nicht

enttäuscht. In persönlichen Gesprächen mit den Manufakturist:innen bestand

die Möglichkeit, hinter die Kulissen der KPM Berlin zu blicken und

mehr über das Handwerk zu erfahren. Ein voller Erfolg – mit großer Vorfreude

auf das Hoffest 2023.

KPM Magazin 12 N°. 06

Bilder: UDK Berlin, KPM, KPM/Neo Kaliske

Schinkelplatz 3

10117 Berlin

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Aufenthalt im historischen

Herzen Berlins

Genießen Sie Ihren Kurz- oder

Langzeitaufenthalt in Berlin-Mitte

mit einem unbeschreiblichen Blick

auf den historischen Stadtkern, den

Berliner Dom, das Berliner Schloss

und den Alex.

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Die 8 kunstvoll ausgestatteten

Unique Residences (156m 2 - 335m 2 )

im No.3 Schinkelplatz sind hochwertig

und mit Liebe zum Detail gestaltet.

Sie sind komfortable Rückzugsorte

und Ausgangspunkte für Streifzüge in

das kulturreiche Stadtleben Berlins.

Ihr unvergleichbares Zuhause.

Auf Zeit.


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STILSICHER GENIESSEN

ZEITLOS, ELEGANT, VIELSEITIG: Immer mehr Restaurants und Hotels der

deutschen (und italienischen!) Gastroszene entdecken KPM Porzellan für sich.

Ausprobieren ist erwünscht: Für kulinarische Erlebnisse mit Stil statten Sie am

besten folgenden Places to be einen Besuch ab

SodaZitron

DER WERT DES

WESENTLICHEN

Soda Zitron, Sprudelwasser mit Zitronensaft – ein Getränk,

das besonders nach anstrengenden Bergwanderungen so

erfrischend wie einfach ist. Selbiges trifft auch auf das Konzept

des gleichnamigen Restaurants zu, das seit diesem Jahr in der

quirligen Berliner Kollwitzstraße zu finden ist: österreichische

Küche in einem stilvollen, ruhigen Ambiente – neu interpretiert.

Ein hoher handwerklicher Anspruch an die alpenländischen

Gerichte zieht sich wie ein roter Faden durch das

Menü. So munkelt man, dass das Wiener Schnitzel mit seiner

No3 Schinkelplatz

Minimalistisches Design, roher Beton und überraschender

Fokus auf Details – in den SUITES AM

TACHELES konzentriert sich, wofür das neue Stadtquartier

AM TACHELES steht: Urbanes Leben auf

höchstem Niveau.

Nichts mehr hinzufügen wollen, nichts mehr weglassen

können – was so einfach klingt, ist ein intensiver

Prozess von Verdichtung und Reduktion, von mutigen

Entscheidungen, architektonischem Können und

großer Leidenschaft. Die Berliner Architekten von

Grüntuch Ernst treiben in ihrer Arbeit solche Denkund

Schaffensprozesse voran und beweisen mit den

SUITES AM TACHELES einmal mehr die große Kraft

der puren Form.

Im beeindruckenden Treppenraum kontrastiert die

grazile Eleganz einer über sechs Etagen hängenden

Lichtinstallation die raue Faszination des Sicht betons.

Nichts lenkt ab vom großzügigen Raumeindruck

in den klug geschnittenen Suites. Mit Raumteiler-

Möbeln, raumhohen Schiebetüren und bis ins Detail

perfekt konzipierten Manufaktur-Küchen schaffen die

Architekten Klarheit im Raum. Jedes Ausstattungsdetail ist

handverlesen.

Die konsequente Reduktion auf das Beste wird begleitet

von Concierge Service, Health Club and Spa mit Pool und

Saunen sowie Privatgarten.

Es ist diese Haltung, die das gesamte Stadtquartier AM

TACHELES prägt: Kompromisslose Ausgestaltung vom

Städtebau bis ins feinste Detail. Höchste Ansprüche an

Architektur und Design für Wohn- und Bürogebäude,

die keine Wünsche offenlassen. Eine architektonische

Gesamt-Komposition von Herzog de Meuron, die an

einem geschichtsträchtigen Ort ein vielfältiges, lebendiges

Stück Berlin-Mitte schafft.

Teilen Sie unsere Begeisterung für pures Design? Wir präsentieren

Ihnen gerne das Projekt: wohnen@amtacheles.de

Bilder: FRANKONIA Immobiliengesellschaft mbH, Pia Negri

Blick auf den Berliner Dom und das Schloss, eine luxuriöse

Ausstattung und ein Concierge-Service – die zehn exklusiv

eingerichteten Apartments am Schinkelplatz, benannt nach

Karl Friedrich Schinkel, lassen keine Wünsche offen. Wie

passend, dass die Gäste der Residenzen von KPM Porzellan

speisen. Schließlich prägte die klare Formensprache des

preußischen Baumeisters nicht nur die Architektur des klassizistischen

Preußens, sondern auch den Modellschatz der

KPM Berlin. Die von ihm entworfene Vase FIDIBUS wird

heute noch in aufwendiger Handarbeit in der Manufaktur

gefertigt und schmückt die Residenzen. Noch mehr exklusives

Porzellan gibt es in der Humboldt Lounge: Für dieses

Apartment gestaltete die KPM mit der Schinkelplatz-Edition

ein individuelles Service. www.no3-schinkelplatz.com

Gemütlich mit Pfiff

– das österreichische

Restaurant lädt zum

Genießen ein.

luftigen Panade das beste in der deutschen Hauptstadt sein

soll. Dazu begeistern ein gut gewürzter Erdäpfelsalat und

zum Abschluss marinierte Erdbeeren mit Butterstreuseln

und Vanilleeis oder ein karamellisierter Kaiserschmarrn.

Für eine mindestens genauso anregende Präsentation werden

die Speisen auf URANIA Porzellan der KPM Berlin

serviert. www.soda-zitron.de

www.amtacheles.de

N°. 06 15 KPM Magazin


Schöne Farbkontraste,

individuelle

Möblierung: Von den

65 Quadratmeter

großen Executive

Suites des KPM Hotel

& Residences hat man

einen fantastischen

Blick über Berlin.

Die Longstay

Apartments verfügen

über 36 verschiedene

Raumkonzepte, z. B.

Deluxe Suite (Foto

links), Living (Mitte),

Urban (Foto rechts).

KPM Hotel &

Residences

Exklusivität und höchster Komfort: Allen,

die länger in Berlin bleiben wollen

(etwa aus beruflichen Gründen), bietet

das KPM Hotel & Residences jetzt individuell

eingerichtete Longstay Apartments

mit voll ausgestatteten Küchen.

Unter dem Motto „Touch of Home“

sind sie mit klassischen KPM Dekoren

wie KURLAND, LAB und ARKADIA

und modernem Interior-Design so gestaltet,

dass man sich sofort zu Hause

fühlt. Sauna, Fitnessbereich und Playroom

sind natürlich inklusive. Gut möglich,

dass Sie gar nicht mehr wegwollen.

www.kpmhotel.de

Bilder: KPM Hotel & Residences Berlin

KPM Magazin 16 N°. 06

N°. 06 17 KPM Magazin


Ausblick auf den

Gendarmenmarkt. Im

neuen Hotel Luc gibt

es 70 stilvolle Zimmer

und 22 exklusive

Suiten.

Moderne Lebensart:

Das Ambiente ist so

entspannt wie feudal.

HERITAGE Berlin

Das HERITAGE Berlin im Hotel Luc ist

alles andere als „nur“ ein Hotelrestaurant.

Auch bei Einheimischen ist es seit seiner

Eröffnung im Februar sehr beliebt. Ebenso

wie im Luc ist hier alles im Sinne des preußischen

Erbes mit royalblauen Akzenten

gestaltet. Im Restaurant (mit hübscher Terrasse)

hat Küchenchef Florian Glauert das

Zepter übernommen. Er serviert hochwertige,

zeitgenössische, gut gelaunte Fusion-

Küche: von „Lucky You“ (Lachs mit Pink

Grapefruit) über „What a pick me up“

(pochiertes Rinderfilet) bis hin zum „I hate

chocolate“-Dessert. Neugierig? Nichts wie

hin! www.heritage-restaurants.com

Hotel Luc

Royale Wohlfühl -

residenz mit KPM

SCHINKELKORB in

der Hotellobby

Wie würde Friedrich der Große (1712–

1786) wohl heute wohnen? Wir finden:

Im Boutiquehotel Luc am Berliner

Gendarmenmarkt bekommt man einen

charmanten Eindruck, ist es doch ganz

im Geiste des preußischen Königs eingerichtet.

Geradlinige Formen, geometrische

Klarheit, nobles Preußisch Blau

in Kombination mit stilvoller Einrichtung.

Natürlich sind auch Werke der

KPM Berlin für den Komplett-Look

unverzichtbar: Im Jahr 1763 hatte

Friedrich II. die Manufaktur schließlich

gegründet. So entdecken Gäste nicht

nur KPM Vasenklassiker oder die KPM

Porträtbüste FRIEDRICH II., sondern

auch den SCHINKELKORB im Hotel.

Warum man darin Kartoffeln aus KPM

Porzellan mit Friedrich-Siegel findet?

Weil der König die Knolle salonfähig

machte, indem er sich um deren Anbau

bemühte. Sogar der Name des Hotels

ist ihm gewidmet: Der französische

Philosoph Voltaire, der häufig am Hofe

zu Gast war, nannte den König neckisch

Luc. Infos über www.marriott.com

Bilder: Hotel Luc, HERITAGE Berlin, La Pastorella

La Pastorella

Ankommen, durchatmen, genießen, das Leben feiern – klingt das

nach einem perfekten Urlaub? Dann legen wir Ihnen wärmstens

dieses zauberhafte, feine Hotel im Süden Italiens ans Herz: das La

Pastorella in Maierà. Die kleine Ortschaft in Kalabrien in unmittelbarer

Nähe des Mittelmeers ist ein wahrer Geheimtipp. Denn

trotz ihres Status als UNESCO-Kulturerbe ist sie touristisch bisher

wenig bekannt. Strand, Bergwanderungen oder doch Kulturausflüge?

Die Gegend lässt keine Wünsche offen. Falls Sie sich überhaupt

vom La Pastorella (was übersetzt „Schäferin“ bedeutet)

wegbewegen wollen: Die acht liebevoll eingerichteten

Zimmer und der atemberaubende Blick

auf das Meer bieten Entspannung genug.

Die Mahlzeiten des Hotels werden übrigens

auf dem Service ARKADIA der

KPM Berlin gereicht. Den Sonnenuntergang

beim Dinner auf der Terrasse

genießen – was macht eine laue

Sommernacht in Italien schöner?

www.la-pastorella-hotel.com

Im La Pastorella thront

man auf einem Hügel

mit Blick aufs Meer.

KPM Magazin 18 N°. 06

N°. 06 19 KPM Magazin


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KPM Magazin

WEISS

N°. 06

IM HERITAGE

BERLINist der Mann am Herd Küchenchef

Florian Glauert - gebürtiger Berliner mit über 24 Jahren Berufserfahrung

im In- und Ausland, ausgestattet mit kreativer Handwerkskunst und Liebe

zum Produkt. Seine Philo sophie korrespondiert perfekt mit dem Konzept

des HERITAGE, welches Ende Februar vor der einzigartigen Kulisse des

Gendarmenmarkts eröffnete. Wir trafen Florian Glauert auf der Terrasse

des Restaurants.

Wie beschreiben Sie das HERITAGE?

Fotos © Steffen Sinzinger

Im HERITAGE besinnen wir uns auf das, was wirklich zählt. Was Das Erstellen einer Speisekarte ist eine sehr persönliche Sache und neben dem

die Berliner lieben, teilen wir mit der Welt und laden sie ein, selbst Handwerk das Fundament unserer Arbeit. Dabei spielen Saisonalität und

Spuren zu hinterlassen. Das haben schon die Preußen so gehandhabt Regio nalität eine große Rolle. Lange bevor neue Gerichte auf die Karte kommen,

werden Ansätze auf einer Liste gesammelt, woraus mit der Zeit erste Ideen

– ohne Schnörkel, dafür mit Klarheit und ordentlich Kante. Beliebte

Klassiker bekommen hier einen neuen Auftritt, hier findet man das entstehen. Mit dem Probekochen einzelner Bestandteile tasten wir uns langsam

Neue im Altbekannten.

an neue Gerichte heran. Eines ist jedoch wichtig: Im HERITAGE verkaufen wir

besondere Erlebnisse. Dazu gehört guter Service genauso wie eine besondere

Sie wechseln die Speisekarte regelmäßig und immer sind

Stimmung, die nur durch Menschen gemacht werden kann. Nur gut kochen

spannende Kreationen und Namen dabei – „Salle á Manger“

reicht nicht!

– worum geht es Ihnen dabei?

MANUFAKTUR

UMWERFEND SCHÖN KPM Vasen-Klassiker Seite 22

EINMALIG Mitarbeiter:innen zeigen ihr KPM Unikat Seite 28

WANDELNDES LEXIKON Archivarin Claudia Tetzlaff Seite 34

MEISTERLEISTUNG Die Vase ATRIUM MARBRE Seite 40

ZU BESUCH im Hamburger KPM Store Seite 42

IMMER HEREINSPAZIERT! Die Manufaktur im Überblick Seite 44

Es gibt das HERITAGE im Le Méridien Hamburg, hier

in Berlin und seit kurzem im Marriott in Basel – sind die

Konzepte gleich?

Die Konzepte tragen den gleichen Gedanken – die Liebe zum Detail,

Respekt und hochwertige Produkte. Jedoch bin ich ein absoluter

Freund davon, Kreativprozesse nicht zu unterdrücken. Bedeutet:

Jeder unserer Küchenchefs im jeweiligen HERITAGE hat die Möglichkeit

seine eigene Handschrift einfließen zu lassen.

Sie haben seit der Eröffnung mehr oder weniger das gleiche

Team in der Küche und im Service. Wie machen Sie das?

Im HERITAGE schätzen wir, getreu dem Credo unseres Arbeitgebers

MHP ‚YOU MATTER‘ die Individualität, Diversität und

Authen tizität unserer Mitarbeiter. Hier geht es nicht nur um Wissen,

sondern um motivierte Teamplayer mit Vorstellungskraft, die hier

sind, weil sie hier sein wollen.

Bild: Benjamin ZIbner

www.heritage-restaurants.com

21 – 43


MANUFAKTUR

Voll

TREFFER

Die Vase HALLE 3 entwarf

die Bauhaus-Keramikerin

Marguerite Friedlaender im

Jahr 1931 für die KPM Berlin.

Der Designklassiker ist auch

im Museum of Modern Art in

New York ausgestellt.

JEDES DESIGN EIN GROSSER WURF: Diese Vasen-Klassiker der KPM

Berlin sind von so zeitloser Schönheit, dass sie sich spielend leicht in jeden

Wohnstil integrieren

Bilder:

STILLS & STROKES

N°. 06 23 KPM Magazin


Das Design der

CHINESISCHEN VASE

stammt von Modellmeister

Julius Wilhelm Mantel aus

dem Jahr 1860. Es gibt

sie in zwei Größen.

Inspiration für die LAB Vase mit konischer Kolbenform (270 mm hoch) waren Erlenmeyerkolben aus dem Chemielabor.

Thomas Wenzel, Chefdesigner der KPM Berlin, hat sie 2018 entworfen.

KPM Magazin 24 N°. 06 N°. 06 25 KPM Magazin


In der Vase FIDIBUS

kommen vor allem üppige

Blumensträuße perfekt zur

Geltung. Der Entwurf aus

dem Jahr 1820 stammt aus

der Feder des berühmten

preußischen Baumeisters

Karl Friedrich Schinkel.

In drei Größen erhältlich

Bilder: Xxxxxxxxxxx

KPM Magazin 26 N°. 06

N°. 06 27 KPM Magazin


MANUFAKTUR

HERZSTÜCK

BEI DER KPM BERLIN ENTSTEHEN STÜCKE in den

unterschiedlichsten Formen, Größen und Stilen. Und manchmal

auch Unikate mit ganz besonderer Bedeutung. Mitarbeiter:innen

der Manufaktur zeigen ihre Lieblinge

Text: ALISSA SELGE

Bilder: GENE GLOVER

Bilder: Xxxxxxxxxxx

macht sich jeden Vormittag vom grünen

Norden Berlins aus auf den Weg

in seine „Zauberkabine“ bei der KPM

Berlin. Sein Arbeitsplatz liegt etwas

versteckt in der Malerei, umgeben

von sogenannten Muffelöfen. Hier

gestaltet Daniel Keplin – mit einer

Spritzpistole und einem großen Repertoire

an Pinseln, Hölzern, Klingen,

Tupfern und Sandpapier aus gestattet

– Muster und Farbverläufe auf

Porzellan: „Kompressor an, Farbe

rein. Musik läuft, auf geht’s, ab geht’s!“

Klar, dass der ausgebildete Industriekeramiker

häufig experimentiert: Die

von ihm besprühten, wild gemusterten

BERLIN Frühstückstassen auf dem

Foto oben, die sich im Regal zu einem

kunstvollen 3-D-Kaleidoskop stapeln,

sind unverkäufliche Unikate. Der gebürtige

Berliner kam 1996 zur KPM

Berlin („ein Tipp meiner Familie!“)

und erklärt: „Es ist eine Auszeichnung

für mich, Teil dieser atemberaubenden

Wirkungsstätte zu sein: zwischen

Schinkel, Bauhaus und Coffee

to go!“

KPM Magazin 28 N°. 06

N°. 06 29 KPM Magazin


arbeitet seit Juli 2014 als Head of Sales

& Marketing bei der KPM Berlin. Als

im Dezember 2017 sein Sohn auf die

Welt kam, schenkten ihm die Kolleginnen

und Kollegen der Manufaktur eine

kleine „Berliner-Persönlichkeiten-Tafel“

mit Namen des Neuankömmlings. Angelehnt

ist diese Idee an die Gedenktafeln,

die in der ganzen Stadt an große

Persönlichkeiten erinnern und bei der

KPM Berlin gefertigt werden. Das Exemplar

von Yannik feiert die Geburt

eines Berliners und das Leben. Ein

sehr schöner Gedanke und ein sehr

persönliches, wertschätzendes Geschenk,

findet Jenja Carow. Denn „eigentlich

sind doch alle Berliner:innen

echte Persönlichkeiten“!

Bilder: Xxxxxxxxxxx

organisierte in ihrem Beruf als Eventmanagerin

Luxusveranstaltungen, unter

anderem in der Ringkammerofenhalle

der KPM Berlin. Die Manufaktur als besondere

Location ging ihr seitdem nicht

mehr aus dem Kopf. Als Saskia Pfeifer

schließlich auf eine Stellenausschreibung

stieß, zögerte sie nicht lange: Seit

2017 ist die gebürtige Bremerin als

Trade Marketing Managerin für die

KPM Berlin tätig. Jeden Morgen kommt

ihr Lieblingskollege Herr Haase vorbei

und erzählt einen Witz oder einen

Schwank aus seiner Jugend: „Das darf

nicht fehlen!“ Danach gibt es einen Kaffee

aus ihrem Lieblingsstück, einer Tasse

mit dem blauen Schriftzug „This is

KPM Berlin“, die Kolleginnen und Kollegen

extra zu ihrem 31. Geburtstag kreierten

und die vom Leiter der Produktion

höchstpersönlich mit einem Henkel

versehen wurde. „Die KPM gibt es seit

1763, fühlt sich aber so jung an wie ein

Start-up – das finde ich toll“, so Pfeifer.

KPM Magazin 30 N°. 06

N°. 06 31 KPM Magazin


ist seit 1996 bei der KPM Berlin angestellt

und seit 2015 in der Arbeitsvorbereitung

tätig. Kein Arbeitstag ist wie der

andere: Sie koordiniert Aufträge, bearbeitet

Anfragen und sucht häufig besondere

Stücke. Im Hintergrund lässt sie

dabei immer Musik laufen, auch der

Kaffee aus KPM Porzellan darf nicht

fehlen. Zum ersten Mal in Berührung

mit der Manufaktur kam die Berlinerin

auf einem Schulausflug beim Arbeitsamt:

Es wurden mehrere Handwerksberufe

vorgestellt – sie bewarb sich. Ihr

Lieblingsstück hat Mandy Legner selbst

angefertigt: die Vase MARI, entworfen

vom italienischen Designer Enzo Mari.

„Liebe Kollegen haben mir geholfen,

das Stück zu produzieren, deswegen ist

es etwas ganz Besonderes für mich.“

Das Unikat schmückt heute ihr Wohnzimmer.

„Es bedeutet mir viel, für die

KPM Berlin zu arbeiten“, sagt sie. „Meine

Kollegen und Kolleginnen sind wie

eine zweite Familie.“

Bilder: Xxxxxxxxxxx

Bilder: Xxxxxxxxxxx

KPM Magazin 32 N°. 06 N°. 06 33 KPM Magazin


MANUFAKTUR

HÜTERIN

DES KPM-

BERLIN-

SCHATZES

Text:

SANDRA WINKLER

Bilder:

GENE GLOVER

Bilder: Xxxxxxxxxxx

WOHL KAUM JEMAND kennt sich so gut mit der

Historie der KPM Berlin aus wie Claudia Tetzlaff:

Seit 15 Jahren leitet sie das umfangreiche Archiv

der Manufaktur – und erlebt dabei immer wieder

Überraschungen

WER ETWAS ÜBER DIE

GESCHICHTE DER KPM

BERLIN, ihre Werke oder

Persönlichkeiten erfahren möchte, dem

wird geraten: „Wenden Sie sich am

besten an Frau Tetzlaff.“ Die Berlinerin

mit akkuratem Dutt und strahlend grünem

Blazer hat einen geradezu unerschöpflichen

Wissensschatz, wenn es

um die Historie der Manufaktur geht.

Anhand von Porzellanfiguren, Tellern

oder Teetassen erklärt sie die Entwicklung

der Formen und Dekore vom Rokoko

bis zur Moderne. Sie weiß von

historischen Tafelsitten zu berichten,

kennt jedes Detail aus dem Leben der

sieben Könige und Kaiser, die über die

frühen Geschicke der Manufaktur entschieden

haben. Und fragt man sie zu

einer Sonderanfertigung der KPM Berlin

– wie ganz spezielle Urbino-Teetassen

aus den 1960er-Jahren –, dann hat

sie als Porzellanliebhaberin zwei von

diesen raren Stücken zu Hause und

erklärt: „Sie wurden mit solch dünnen

Scherben produziert, dass das königliche

Zepter der KPM durch den Boden

hindurchscheint.“

Die KPM Berlin kann auf eine über

250-jährige Firmengeschichte zurückschauen.

Claudia Tetzlaff behält den

Überblick. Seit 2007 leitet sie das Archiv

der KPM Berlin, das nach dem Zweiten

Weltkrieg in den Räumen der Manufaktur

am Berliner Tiergarten angelegt wurde,

ein weiterer Teil der Archivalien aus

dem 18. und 19. Jahrhundert befindet

sich in Potsdam und wird von der Stiftung

Das Gedächtnis der Manufaktur: Im Archiv

liefern wertvolle Veduten, Malvorlagen

und Skizzenbücher Einblicke in vergangene

Jahrhunderte.

Preußische Schlösser und Gärten Berlin-

Brandenburg betreut.

Im Keller der KPM Berlin lagern

vor allem Belegstücke von Porzellanen

aus der Nachkriegszeit. In zwei Archivräumen

sind die Schränke gefüllt mit

Verwaltungsakten, Skizzenbüchern, Gemälden,

gezeichneten Malvorlagen und

Dekoren. Mit weißen Handschuhen

nimmt Claudia Tetzlaff vorsichtig eine

Porzellanbildplatte mit Vedutenmalerei

aus dem Planschrank. Sie weiß, wie viele

Stunden Arbeit in solch einem Kunstwerk

stecken.

Ursprünglich kam Claudia Tetzlaff

als Porzellanmalerin zur KPM Berlin.

Das war vor 40 Jahren. Nach dem Abitur

wollte sie einen handwerklichen Beruf

erlernen und bewarb sich auf Zeitungsanzeigen,

mit denen die Königliche

Porzellan-Manufaktur damals Maler:innen

suchte. „Es gab einen dreitägigen

Test. Aus über 200 Bewerbern wurden

lediglich zwölf ausgewählt“, erinnert sich

Claudia Tetzlaff. „Entsprechend haben

wir gebangt und gezittert.“

Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung

spezialisierte sie sich auf Feldund

Wiesenblumen für die Kollektion

KURLAND. Was nach wenig Raum für

KPM Magazin 34 N°. 06

N°. 06 35 KPM Magazin


„Es ist unglaublich spannend, sich mit

der Geschichte der Manufaktur zu beschäftigen.

Ich lerne als Archivarin ständig dazu.“

Claudia Tetzlaff

kam vor 40 Jahren

zur KPM Berlin:

Sie wurde zur

Porzellanmalerin

ausgebildet.

CLAUDIA TETZLAFF

Entfaltungsmöglichkeiten klingen mag,

ist für die Porzellanmalerin bis heute

eine kreative Spielwiese: „Sie können

ja 1001 Blumen miteinander kombinieren,

zum Beispiel den Acker-Gauchheil

mit einer Winde und der Kornblume.

Wenn ich das Bukett immer wieder

anders aufbaue und neu zusammenstelle,

entsteht jedes Mal ein kleines

Unikat.“ Ihre Begeisterung für die gemalte

Kunst auf Tellern und Tassen gibt

sie auch heute noch weiter – Claudia

Tetzlaff ist auch die Leiterin der Ausbildungsmalerei

der Manufaktur.

In der Malerei der KPM Berlin sind

heute überwiegend Frauen beschäftigt

– obwohl die Arbeit körperlich anstrengend

ist, wie auch Claudia Tetzlaff

weiß: „Ich habe einmal 150 Platzteller

hintereinander bemalt. In der einen

Hand muss man dabei das Porzellan

stabil halten und mit der anderen feine

Pinselstriche ausführen. Das ist ermüdend.“

Früher hat man in der Malerei

bevorzugt Männer eingestellt. Allerdings

nicht, weil sie die kräftigeren

Armmuskeln hatten. „Frauen haben

damals jung geheiratet, bekamen Kinder

und blieben danach zu Hause. Sie

übten den Beruf nicht lange aus“, so

Claudia Tetzlaff. Dafür ist die Ausbildung

zu teuer und zu aufwendig. Heute

gebe es zum Glück ganz andere Möglichkeiten.

Den Mitarbeiter:innen wird

Der Rundgang durch die Manufaktur kommt

einer Entdeckungsreise gleich – inklusive

Zeitsprüngen zwischen Gestern und Gegenwart.

ein sehr flexibles Arbeitsangebot gemacht,

sodass sie nach einer Elternzeit

gern zurückkommen.

Von Anfang an war bei Claudia

Tetzlaff neben der Liebe zur Malerei

das Interesse an der Geschichte des

Unternehmens groß. „Schon als

Porzellan malerin habe ich mir privat

alle antiquarischen Bücher besorgt, die

ich über die Königliche Porzellan-Manufaktur

bekommen konnte.“ So entstand

bei ihr zu Hause eine kleine KPM

Bibliothek. Interessierten Einsteigern

legt sie das Standardwerk „Berliner

Porzellan“ von Erich Köllmann in der

Kurzfassung von Günter Schade ans

Herz. Hier erfährt man komprimiert

das Wichtigste zur Kunst- und Kulturgeschichte

der Berliner Manufakturen

im 18. und 19. Jahrhundert. Wer nach

Empfehlungen zu einem speziellen

Sammlungsgebiet sucht, für den hat

Claudia Tetzlaff eine lange Liste mit

Literatur zusammengestellt, die sie auf

Anfrage gern herausgibt.

„Es ist unglaublich spannend, sich

mit der Geschichte der Manufaktur zu

beschäftigen. Und ich lerne ständig

dazu“, sagt sie über ihre Leidenschaft.

„Die meisten Menschen wissen gar

nicht, was die KPM Berlin im Lauf der

Jahrhunderte alles hergestellt hat –

auch im technischen Bereich.“ Sie

selbst sei immer wieder überrascht und

beeindruckt davon, welche Produkte

in den alten Bestelllisten auftauchen.

So produzierte die KPM im 19. Jahrhundert

unter anderem Toilettenbecken,

Türgriffe und Teile für Autos der

Marke Horch.

KPM Magazin 36 N°. 06

N°. 06 37 KPM Magazin


Als Claudia Tetzlaff vor rund 15

Jahren das KPM Archiv von ihrem Vorgänger

übernahm, schaffte sie eine neue

Ordnung. Um Ausstellungen im Haus

verwirklichen zu können, gliederte sie

die Archivalien nach musealen Vorgaben

– und rettete Papiere und Pergamente

aus ihren Plastikhüllen: „Heute

weiß man, dass sich darin Weichmacher

befinden und wichtige Dokumente in

säurefreiem Papier gelagert werden

müssen“, so die Fachfrau.

Mit einer Kollegin begann sie, Führungen

durch die Manufaktur anzubieten

und Händler zu schulen. Auch

heute vermittelt sie gern ihr großes

Wissen. „Wenn Menschen zu uns kommen,

die forschen möchten – zum Beispiel

für ihre Doktorarbeit –, dann

legen wir ihnen entsprechende Unterlagen

und Gegenstände vor.“ Für

Kund:innen, die wissen möchten, welche

historischen KPM Stücke sie zu

Hause haben, ermittelt Claudia Tetzlaff

anhand von Fotos den Modellentwurf,

der dem Objekt zugrunde liegt.

Wandelndes Lexikon und Ermittlerin

zugleich: Claudia Tetzlaff spürt auch

Modellentwürfe von KPM Stücken auf,

die nicht mehr produziert werden.

Und manchmal kann die Archivarin

die Geschichte der KPM Berlin aus dem

Keller in die Gegenwart zurückholen:

Als sich vor Kurzem ein Kunde nach

Brottellern des Rokoko-Services

NEUGLATT erkundigte, das einst von

Friedrich dem Großen in Auftrag gegeben

wurde, ging sie ins Lager und fand

tatsächlich ein paar Exemplare. Die Teller

werden nun für den Kunden mit dem

historischen Dekor bemalt.

Rekordpreise

für KPM

AUKTIONEN IN BERLIN

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1845

Vase Münchner Sorte Nr. 2 mit acht Schinkel-Ansichten von Berlin Berlin, KPM, 1838. Entwurf und Dekor von Carl August Menzel

H 60 cm. Ergebnis: 275.000 €

KPM Magazin 38 N°. 06


XXXXXXXXXXX

MANUFAKTUR

DAS

besondere

STÜCK

IST DAS PORZELLAN? Die

KPM Maler:innen spielen mit

unserer Wahrnehmung, denn die

Vase ATRIUM MARBRE besteht

nur scheinbar aus Marmor.

Ein – im wahrsten Sinne –

vielschichtiges Meisterwerk!

Bilder: Xxxxxxxxxxx

Bild: Gene Glover

Moderne Form,

historisches Dekor,

raffinierte Illusion:

Die Vase ATRIUM

MARBRE gibt es in

Weiß und Schwarz.

K

KEIN ANDERER NATURSTEIN HAT

MEHR PRESTIGE als Marmor. Das

edle Material fasziniert durch seinen

Glanz und die für das Carbonatgestein

typische Äderung. Bereits in der Antike

haben die Römer und Griechen aus ihm

beeindruckende Bauwerke und Skulpturen

gefertigt. Doch als Werkstoff stößt

Marmor an seine Grenzen. Zum einen

ist er recht empfindlich, Alterungsprozesse

und Verschmutzungen verändern

ihn farblich, und er glänzt nur, wenn

man ihn entsprechend pflegt und poliert.

Zum anderen bringt Marmor einiges

an Gewicht mit sich und lässt sich

nicht einfach in jede beliebige Form

bringen. Geschirr aus Marmor zu fertigen,

ist daher nur schwer möglich. Um

trotzdem die faszinierende Optik des

Marmors auf Tellern, Tassen, Vasen bewundern

zu können, setzt die KPM Berlin

sie malerisch auf Porzellan um. Ein

Meisterstück in diesem Bereich ist die

rund 70 Zentimeter hohe Bodenvase

ATRIUM MARBRE mit Goldrand in

den Varianten Schwarz und Weiß.

Porzellan so zu bearbeiten, dass es

aussieht wie Marmor, ist ein aufwendiger

Prozess: „Die Maler:innen müssen

zuerst das Wesen des Materials erfassen,

sich genau anschauen, wie die Oberfläche

aufgebaut ist, um dann bei der

Herstellung die unterschiedlichen Tonwerte

zu treffen“, erklärt Matthias

Dotschko, Malereileiter der KPM Berlin.

Dafür werden zunächst mehrere

Flächen der Vase mit Farbe eingestrichen,

die danach stellenweise mit einem

Tuch oder Pinsel wieder abgenommen

wird. Die Porzellanmaler:innen ziehen

dünne Fäden über die nasse Oberfläche,

sodass eine feine Äderung entsteht.

Diese Vorgänge müssen mehrfach wiederholt

werden und brauchen Zeit.

Zwischendurch werden Brennproben

gefertigt, um das Ergebnis der Arbeit

abschätzen zu können.

Mit einer Marmorierung versehen,

vereint die Bodenvase ATRIUM MAR-

BRE Historie und Moderne. Ihre Form

stammt aus dem Jahr 1930 und wurde

von KPM Designerin Trude Petri im

Geiste der Neuen Sachlichkeit entworfen.

Bereits in der Antike interessierten

Menschen sich für unterschiedliche Materialien

und deren Nachbildung auf

anderen Untergründen. Zu den frühen

Beispielen gehören die Wanddekorationen

in Pompeji und Herculaneum, bei

denen Gesteinsarten, Säulen, Bauornamente

und Stoffe aufgemalt wurden.

Heute werden unter anderem Arbeitsplatten

für die Küche aus Kunststoff

verwendet, die vorgeben, aus Holz oder

Stein gearbeitet zu sein, oder Laminatböden

bekommen eine Holzoptik.

Materialimitationen auf Porzellan

waren besonders im späten 18. und frühen

19. Jahrhundert beliebt. Dabei ging

es nicht nur um Marmor. Durch die immer

raffiniertere Entwicklung der Metalloxidfarben

in dieser Zeit konnten Kaffeeoder

Teeservice wie Holz gemasert

werden oder glichen den bunten, gewebten

Ikatstoffen. „Bei der KPM Berlin

lassen wir uns immer wieder von unserer

eigenen Geschichte inspirieren“, erzählt

Matthias Dotschko. „Wir greifen altes

Wissen auf und entwickeln es weiter.“

Die ATRIUM Bodenvase mit

schwarzem oder weißem Marmorfond

wird von der Königlichen Porzellan-Manufaktur

auf Wunsch angefertigt. Wer

mit dem schönen Marmoreffekt liebäugelt,

aber wegen einer Sonderanfertigung

zögert: Es gibt – in einem viel handlicheren

Format – auch die KPM To-go Becher

und das Dinnerset von KURLAND

in der Ausführung ROYAL MARBRE.

KPM Magazin 40 N°. 06

N°. 06 41 KPM Magazin


MANUFAKTUR

Ein Tag im Leben von…

... André Wehry

Text:

ALISSA SELGE

Bilder:

CHARLOTTE SCHREIBER

Der gebürtige Berliner

ANDRÉ WEHRY leitet

seit 2019 mit großem

Enthusiasmus den

Hamburger Store in

der Mellin-Passage

Wie kamen Sie zur KPM Berlin? Ich

bin gelernter Buchhalter, stehe aber

seit 1985 hinterm Ladentisch und kann

so meine Begeisterung für besonders

feine Produkte weitergeben. Mit der

KPM Berlin kam ich während des

Hoffests 2018 in Berührung und war

überglücklich, knapp ein Jahr später

als Store Manager arbeiten zu dürfen.

Es hat einfach alles perfekt gepasst!

auf Facebook und Instagram gecheckt.

Pünktlich um zehn Uhr öffne

ich die Tür zum Store. Danach folgen

ein Update mit meinem Team, administrative

Arbeiten und natürlich

ganz viel Kundenkontakt.

Sie kümmern sich zu viert um die

Kundschaft in der Mellin-Passage.

Was zeichnet Ihr Team aus? Unsere

Begeisterungsfähigkeit! Bei uns

herrscht eine fantastische Stimmung.

Außerdem decken wir eine große

Bandbreite ab: Gisela Müsing ist vom

ersten Tag an, also seit mehr als 13

Jahren, hier vor Ort tätig. Sie betreut

viele Stammkundinnen und -kunden.

Olaf Schmidt ist ein geborener Netzwerker

und Margarita Lehmann holt

Das Hamburger Team

(v. l.) Olaf Schmidt,

Margarita Lehmann,

Gisela Müsing und

André Wehry.

Der Hamburger

Store liegt in der

Innenstadt in der

Mellin-Passage nahe

Alster und Rathaus.

mit ihrem frischen Esprit viel junges

Publikum in unseren Store.

Was mögen Sie am meisten an

Ihrem Beruf? Die tägliche Begegnung

mit Menschen. Wir bekommen oft

Dankeschön-Karten oder ein Foto von

Blumenarrangements in der bei uns erworbenen

KPM Vase. Sogar ein Päckchen

Gourmetkaffee war schon einmal

dabei und dazu der Satz: „Wenn Sie

uns nicht so super beraten hätten,

hätten wir jeden Morgen nur die halbe

Freude.“ Diese Resonanz auf unsere

Produkte und unsere Arbeit ist für

mich das größte Glück!

Ihr Lieblingsstück der KPM Berlin ...

... wechselt täglich! Die Initialzündung

bildete die LAB Kaffeestation. Mittlerweile

bin ich auf Originale umgestiegen,

die ich auf Antik- und Flohmärkten

suche. Zu Hause zaubern mir die

Vase FIDIBUS, mein KURLAND Becher

von Stefan Marx und viele weitere

Pro dukte ein Lächeln ins Gesicht – ich

kann mich also wirklich nicht festlegen.

Inwiefern? Ich komme ursprünglich

aus Berlin, die KPM ist also ein Stückchen

Zuhause und schafft eine wunderbare

Verbindung zwischen meinem

Beruf, meiner Heimat und meiner

Liebe zu Hamburg. Dass ich nun den

norddeutschen Kundinnen und Kunden

Berliner Kulturgut näherbringen

kann, finde ich einfach großartig.

Wie starten Sie in Ihren Arbeitstag?

Den ersten Kaffee gibt es zu Hause

gemeinsam mit meinem Mann aus

unseren LAB Bechern. Via Handy

werden auf meinem Weg in die Innenstadt

E-Mails gelesen und KPM

KPM Magazin 42 N°. 06

N°. 06 43 KPM Magazin


XXXXXXXXXXX

Illustration: Lisa Rock

Bilder: Xxxxxxxxxxx


Handgemacht

In der Manufaktur entsteht seit

fast 260 Jahren historisches

Kulturgut – mitten in Berlin

KPM Mitarbeiter:innen

gießen feine Formen

wie Figuren oder

Vasen in rotierende

Arbeitsformen aus Gips.

KPM Magazin

WEISS

N°. 06

LEBEN

Schalen, Tassen und

Teller werden in einer

speziellen, rotierenden

Produkt-Hohlform

ein- oder aufgedreht.

SCHÖN, FUNKTIONAL, ZEITGEISTIG Die LAB Serie und

ihre spannende Vergangenheit Seite 48

EXKLUSIV Die KPM+ Kooperation mit dem Künstler

Reiner Xaver Sedelmeier Seite 52

BESTLEISTUNG Die KPM als Manufaktur der Superlative Seite 56

IM KÜCHENSCHRANK von KPM Berlin Fans Seite 58

EIN HOCH AUF DIE LIEBE Geschenke für Hochzeitspaare Seite 60

Die KPM Berlin ist

berühmt für ihre

filigranen Dekore,

die in aufwendiger

Freihandmalerei

gefertigt werden.

WIR SCHREIBEN DAS JAHR 1763: Preußens

König Friedrich der Große wünscht sich ein

Unternehmen, das kostbares und repräsentatives

Porzellan fertigt. Er gründet die Manufaktur in

Berlin und gibt ihr nicht nur ihren Namen, sondern

auch ihr charakteristisches Markenzeichen, das kobaltblaue

Zepter. 1871 zieht sie in die Wegelystraße, die damals

noch am Stadtrand liegt. Wir spulen weitere 159

Jahre nach vorn: Rund 200 Mitarbeiter:innen arbeiten

nach wie vor in der Wegelystraße, die heute zum Zentrum

der Hauptstadt zählt, an Kollektionen, die laufend

erweitert werden. Bedeutende Designer:innen und

Künstler:innen schaffen in Kooperationen mit der KPM

Berlin moderne, ästhetische Kunstwerke. Eines jedoch

hat sich nicht geändert: Die KPM Berlin führt nach wie

vor ihr kulturelles Erbe fort und fertigt ihr Porzellan

fast ausschließlich in detail verliebter Handarbeit. Mit

der Jahrhunderte übergreifenden Erfahrung, aber auch

mit viel Geschick und Geduld entstehen die geliebten

Klassiker und aufregende Neuheiten. Um durch die

strengen Qualitätskontrollen zu kommen, durchläuft

jedes Stück sorgsam abgestimmte Prozesse. An einer

einzigen weißen KURLAND Tasse arbeiten zum Beispiel

25 Manufakturist:innen in 29 Arbeitsschritten 14 Tage

lang. Eine stetig wachsende Zahl an KPM Liebhaber:innen

zeigt, dass sich Tradition, Zeitgeist und Innovation

nicht ausschließen und dass hochwertige Handarbeit

nie aus der Mode kommt.

Rund 250.000 Stücke

entstehen pro Jahr in

der Wegelystraße 1 in

Berlin. Für Interessierte

gibt es regelmäßig

Führungen durch die

KPM Manufaktur.

Text: Alissa Selge, Illustrationen: Lisa Rock

Bild: Frank Hülsbömer

47– 66

KPM Magazin 46 N°. 06


LEBEN

GESTERN IM

LABOR, HEUTE

ZEITLOSE ÄSTHETIK UND

VOLLE FUNKTIONALITÄT:

Die puristische LAB Kollektion

ist eine Hommage an die KPM

Berlin Geschichte und überführt

Porzellan in eine neue Ära

IN DER KÜCHE

Text:

AYLA AMSCHLINGER

KPM Chefdesigner Thomas Wenzel ließ sich für die

Gestaltung der LAB Serie von seiner Leidenschaft für

technisches Laborporzellan inspirieren.

Bilder: Xxxxxxxxxxx

Bilder: KPM/Frank Hülsbömer, KPM/Benjamin ZIbner

W

WERTVOLL, LANGLEBIG UND VOR

ALLEM PRAKTISCH – dafür steht Porzellan

der KPM Berlin. Nichts neues

für Porzellan-Liebhaber:innen. Die

möchten es bei keiner Mahlzeit missen.

Auch als Accessoire in den eigenen vier

Wänden ist es ein Hingucker. Die

Sammlung, schön drapiert in der Küchenvitrine,

lässt Gäste und Gästinnen

oft staunen. Dort sollte es aber nicht

verstauben, keine Scheu vor dem weißen

Gold. Das hochwertige Porzellan

der KPM Berlin kann viel, wenn man

sich nur traut.

Die Vielfältigkeit des Materials

auszuschöpfen und es arbeitsfähig zu

machen, ist erklärtes Anliegen von Thomas

Wenzel, der seit 1993 die künstlerische

Entwicklungsabteilung der KPM

Berlin leitet. Seine puristische LAB

Kollektion soll nicht nur dem Werkstoff

Porzellan Rechnung tragen. Auch die

im Wandel begriffene Tisch- und Esskultur

spielte bei der Entwicklung der

Serie eine formgebende Rolle: „Heute

ist die Küche der zentrale Ort in der

Wohnung. Man kocht zusammen und

lässt sich nicht auftischen. Deshalb bin

ich gedanklich weg vom klassischen Service

und dem gedeckten Tisch. Ich wollte

Produkte aus Porzellan entwickeln,

die in der Anwendung stattfinden, wie

Werkzeuge“, erklärt Wenzel. Mörser,

Salz- und Pfeffermühlen, Kaffeefilter:

Neben den ikonischen LAB Bechern und

Tellern sind die porzellanenen Küchenobjekte

einzigartig im Portfolio der

KPM Berlin. Auch neu ist die Kombination

mit anderen Materialien wie

Holz, Stahl oder Glas. Die LAB Serie

darf gern multifunktional verwendet

werden und soll zu Hause ganz unkompliziert

in Gebrauch sein.

Inspiration fand Thomas Wenzel in

den Laborporzellanen vergangener KPM

Zeiten, die der Designer auch heute

noch gerne auf Flohmärkten aufstöbert.

Die klaren Formen dieses technischen

KPM Magazin 48 N°. 06

N°. 06 49 KPM Magazin


Porzellans ermöglichen volle Funktionalität,

ohne ästhetische Abstriche machen

zu müssen: „Für mich waren die

Laborgefäße eigentlich der Anreiz,

daraus eine entsprechende Linie zu

gestalten. Wenn ich als Gestalter etwas

Neues entwickle, frage ich mich, wie

ich das aus der eigenen Haus-DNA

herausfiltern kann. Ich habe die Historie

immer im Blick.“

Dass Porzellan ein universell einsetzbares

Material ist, beweist seine

Vergangenheit. Denn in der Geschichte

des „weißen Goldes“ geht es nicht

nur um fein bemalte, aufwendig dekorierte

Luxusobjekte, wie Claudia Tetzlaff,

Archivarin bei KPM Berlin, weiß:

Schon im 18. Jahrhundert erkannte

man, dass Porzellan aufgrund seiner

Eigenschaften wie Dichte und Festigkeit

einen hervorragenden Werkstoff

für den Apothekerbedarf darstellte –

viel langlebiger und säurebeständiger

als Steingut oder Keramik. „In den

Geschäftsbüchern der KPM Berlin findet

sich eine frühe Bestellung über mehrere

porzellanene Schmelztiegel mit

Deckel aus dem Jahr 1780 – in Auftrag

gegeben vom Chemiker Franz Carl

Achard. Ein florierender Geschäftszweig“,

berichtet Tetzlaff. Neben klassischem

Geschirr wurde fortan auch

Laborporzellan direkt in der Berliner

Manufaktur der KPM Berlin gefertigt.

Mit Gründung der Chemisch-Technischen

Versuchsanstalt 1878, die als Lehrund

Experimentierstätte der KPM Berlin

fungierte, wurde die Produktpalette

laufend erweitert – Experimente mit

Material und Form sorgten für ein noch

größeres Einsatzgebiet: Neben Laborgefäßen,

Tiegeln und Co. produzierte

man auch Nachtgeschirr, Toilettenschüsseln,

Zündkerzen sowie Hüftgelenke

aus Porzellan. Sogar der Berliner

Funkturm fußt auf Porzellan-Isolatoren

aus dem Hause KPM Berlin. Erst Mitte

der 1990er-Jahre fiel die bewusste Entscheidung,

sich von der Herstellung

technischen Porzellans zu trennen und

sich ganz der Fertigung von Kunstporzellan

zu widmen.

ANWENDUNGSORIENTIERT:

DIESE LAB HIGHLIGHTS SIND

BEREIT FÜR DEN KÜCHENDIENST

Technisch einwandfrei: Der

LAB Kaffeefilter garantiert perfekte

Durchlaufzeiten für Filterkaffee.

Küchen-Allrounder: Mit dem

LAB Mörser und Stößel-Set lässt sich

perfekt zerkleinern und mahlen.

Porzellan trifft Holz: Die

LAB Gewürzmühlen gibt es in

Eichen- und in Wenge-Ausführung.

Schnörkelloser Hingucker: Die

reduzierte Ästhetik der LAB Teller lässt

Puristen-Herzen höherschlagen.

Aus Alt mach Neu: Die LAB Serie

schlägt einen besonders kunstvollen

Bogen zwischen Tradition und Moderne,

indem sie Erinnerungen an eine

vergangene Epoche der KPM Berlin in

gegenwärtige Küchen überführt. „Man

soll die LAB Serie mit allen Sinnen erfahren.

Neben der Optik spielen daher

auch haptische Eindrücke eine Rolle“,

erklärt Thomas Wenzel. Der Wechsel

zwischen glatter Glasur und rauem

Biskuitporzellan macht die vielen

Facetten von Porzellan im wahrsten

Sinne spürbar. „Es ist das eine, die Idee

für eine poetische Form zu haben, das

andere, diese Form zweckmäßig, aber

auch wirtschaftlich und marktorientiert

zu entwickeln“, weiß Wenzel. „In die

LAB Serie konnte meine Faszination

für technische Porzellane und Gefäße

einfließen. Tatsächlich hat sich das

Designen wie eine Ingenieursleistung

angefühlt. Beim Kaffeefilter habe ich

etwa mit einem erfahrenen Barista

zusammengearbeitet. Denn da muss

ja nicht nur die Optik stimmen,

sondern das Produkt auch technisch

funktionieren.“

Während Fachleute, Modellwerkstatt,

Formgießerei und Dreherei für

einwandfreie Funktionalität sorgen,

liegt das entscheidende Urteil zur LAB

Serie letztlich in Kundenhand. Statt

von vornherein eine abgeschlossene

Kollektion kreiert zu haben, wie das

bei mehrteiligen Servicen der Fall ist,

behält Chefdesigner Wenzel ein offenes

Ohr für Feedback und spinnt neue

Ideen an den Bedürfnissen der Anwender:innen

entlang. So entstehen

immer wieder praktische Erweiterungen

der Linie, beispielsweise die „Neuzugänge“

Zuckerdose und Milchgießer.

Work in progress ist bei LAB Teil

des Konzepts, bestätigt Wenzel: „Es

geht uns auch um einen langen Lebenszyklus

im Manufakturbereich. Sprich:

Die LAB Serie ist eine universale Form,

die vollkommen neutral ist und in jede

Zeit passt. Das ist für mich auch der

Reiz ihrer Formgestaltung. Mal sehen,

was da noch so kommt!“

Bilder: KPM, Frank Hülsbömer, KPM Archiv, Studio Likeness

„Die LAB Serie soll man mit

allen Sinnen erfahren.

Daher spielt neben der Optik

auch die Haptik eine Rolle.“

THOMAS WENZEL

Die Herstellung von

Laborporzellan reicht bei der KPM

Berlin bis ins 18. Jahrhundert

zurück. Schmelztiegel,

Zündkerzen, ja sogar Hüftgelenke

wurden aus Porzellan gefertigt.

KPM Magazin 50 N°. 06

N°. 06 51 KPM Magazin


LEBEN

Einfach

genial!

DIE EXKLUSIVE KPM+ EDITION

bietet Raum für progressive Kreationen

und Kooperationen mit zeitgenössischen

Künstler:innen. Dieses Jahr entstand

eine spannende Zusammenarbeit

zwischen Reiner Xaver Sedelmeier und

KPM Chefdesigner Thomas Wenzel

Künstler Reiner Xaver Sedelmeier (links) und

KPM Chefdesigner Thomas Wenzel

Welche Objekte und Materia lien interessieren Sie?

Bei mir spielt das Material eine große Rolle, ich arbeite wahnsinnig

gerne mit Schutzblechen, aber nicht ausschließlich.

Mit Schutzblechen?

Vordergründig sind sie etwas Banales: einfache Wellbleche,

Bodenbleche, rutschfeste Riffelbleche. Wenn man dieses Material

nun aus der reinen Funktionsebene herausholt, erfährt es

eine ganz andere Wertschätzung. Ich kann das Material inszenieren,

es vom Boden wegholen und ein Möbel daraus machen

– und schon entsteht etwas Verstörendes. Ich habe mal eine

grüne Wellblechliege gemacht, die in einer deutschen Privatsammlung

zu sehen ist. Auf der kann man nicht wirklich liegen,

aber sie ist wunderschön. Durch diese Transformation entsteht

eine Ästhetik der Einfachheit – und das finde ich spannend.

Das sogenannte Mandorla -Blech hat es Ihnen besonders

angetan. Warum?

Weil die Mandorla eine sehr schöne Form ist. Eigentlich kommt

die Mandorla aus der sakralen Kunst. Alles, was in der Bibel

heilig war, wurde in die Mandorlaform gesetzt. Eine Madonna

mit dem Kind im Schoß wurde nicht nur mit Heiligenschein

dargestellt, sondern die schützende Form der Mandorla wurde

um die gesamte Figur gelegt. Allein diese Ästhetik hat für

mich schon einen zusätzlichen Reiz.

Bilder: KPM, Joris Haas, Holger Talinski

Sedelmeiers Kunstobjekt „Mandorla Stuhl” befindet

sich in einer Schweizer Privatsammlung.

Herr Sedelmeier, Sie sind ein Vertreter der „Functional Art“.

Worum geht es?

Es geht darum, Objekten ihre eigentliche Bestimmung zu

entziehen, sie also von ihrer Funktionalität zu befreien. Also

etwa zu fragen: Ist das ein Stuhl? Kann man darauf sitzen?

Oder vielleicht nicht? Ist es dann Kunst? Oder kann das weg?

Das kommt weniger aus dem Bereich des Designs, sondern

aus der Kunst, aus der Idee.

Und jetzt arbeiten Sie mit Porzellan statt mit Blech?

Das ist ein weiterer Transformationsprozess: diesen Kontrast

herzustellen zwischen dem schützenden Stahlblech und der

Fragilität des Porzellans. Es erzeugt ein Spannungsfeld im

Arbeitsprozess, im Denkprozess und im Betrachtungsprozess.

Und es erzeugt Aufmerksamkeit. Und auch darum geht es mir:

Menschen zumindest für einen Augenblick aus ihrem Alltag

zu holen, dass sie innehalten und einen Aha-Moment erleben.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der KPM Berlin?

Es ist einfach großartig, dass eine Firma wie die KPM Berlin

bereit ist, sich auf zeitgenössische Kunst einzulassen. Chefdesigner

Thomas Wenzel hat bereits im ersten Gespräch sofort

KPM Magazin 52 N°. 06

N°. 06 53 KPM Magazin


„Die Kunst ist für

mich ein Weg, um im

Kopf abzuhauen,

mich von Konventionen

zu trennen.“

REINER XAVER

SEDELMEIER

Hingucker: Die Vasen der limitierten KPM+ Reiner Xaver Sedelmeier

Edition strahlen in Neonfarben – oder setzen goldene Akzente.

verstanden, worum es mir geht. Und ohne die Kompetenz der

Manufaktur wäre das alles gar nicht denkbar. Das Einzige, was

ich liefern kann, ist der Gedanke und die Idee. Ich habe keine

Ahnung von Porzellan, aber ich habe in den letzten zwei Jahren

viel über Porzellan gelernt.

Welche Porzellanformen eignen sich für die Struktur der

Mandorla?

In enger Zusammenarbeit mit Thomas Wenzel haben wir uns

für zylindrische Formen entschieden, also eine Vase, eine

Karaffe und Becher. Mein Lieblingsprodukt ist der Becher,

weil neben der Transformation in Porzellan auch noch die

Haptik dazukommt. Man nimmt den Becher in die Hand

und spürt direkt die Struktur, über die man sonst mit den

Füßen läuft.

Die meisten Ihrer Kunstobjekte sind Unikate, die KPM

MANDORLA Kollektion geht in Serie. Ein neuer Schritt?

Ja, ein bewusster und gewollter. Das Blech ist ja ursprünglich

eine Massenware, dann wird es in ein Kunstobjekt transformiert

und nun wieder in eine Luxusware überführt. Noch so ein

Kontrast. Und die Kommerzialisierung hilft, den Gedanken,

die Idee populär zu machen.

Auf Ihrer Webseite ist zu lesen: „I don’t want to have to

explain my work.“ Gemessen daran, sind Sie doch sehr

auskunftsfreudig.

Ich bin ein Mensch, der furchtbar gern erklärt und diskutiert.

Ich suche immer die Herleitung, die Kraft der Idee. Das ist mein

Naturell. In meiner Kommunikationsagentur habe ich jahrzehntelang

argumentiert, gestritten und analysiert. Inzwischen habe

ich dieses Feld verlassen. Die Kunst ist für mich ein Weg, um

im Kopf abzuhauen, mich von Konventionen zu trennen. Wenn

mich jemand fragt, dann erkläre ich natürlich gerne, aber ich

möchte nicht erklären müssen. Das ist ein großer Unterschied.

Inspiriert von Reiner Xaver Sedelmeier,

entwarf KPM Chefdesigner Thomas Wenzel

die MANDORLA Kollektion.

Die Mandorlaform verleiht Becher, Krug und

Vase eine ganz besondere Haptik. Die Stücke werden

fester Bestandteil des KPM Sortiments.

REINER XAVER SEDELMEIER

geboren 1959, war nach Abschluss seines Studiums der

Kommunikationswirtschaft von 1985 bis 1990 in verschiedenen

Agenturen tätig. 1990 gründete er sein eigenes

Unternehmen für Kommunikation und Marketing.

Seit 2000 beschäftigt er sich mit Kommunikation aus

künstlerischer Perspektive. Vor fünf Jahren verkaufte er

seine Agentur und widmet sich seitdem ausschließlich

der Kunst. Er lebt und arbeitet in Stuttgart. Mehr Infos

unter www.instagram.com/reinerxaversedelmeier

Bilder: KPM, Frank Hülsbömer

Foto: Leon Kopplow

giro-Edition

Zwei kreisförmige konische Körper, ein runder

Stab aus reinem Messing, schraubenloses Design,

minimale Fugen und hochwertige Materialien:

die dimmbare Tischleuchte giro schafft ein kraftvolles

und doch dezentes Licht zum Lesen, Schreiben

und Entspannen.

Design: Serge & Robert Cornelissen

mawa‒design.de Made in Brandenburg

2020

KPM Magazin 54 N°. 06


LEBEN

DIE KPM

TOP TEN

DAS

AKKURA­

TESTE

Für das filigrane

Reliefmuster des

SCHINKELKORBS

werden von Hand um

die 3.000 feine einzelne

Schnitte gesetzt.

Das macht ihn zum

akkuratesten Objekt

der KPM Berlin.

DAS

SCHNELLSTE

L’or blanc (dt. weißes Gold) – hier ist

der Name des Autos Programm. Für den

Bugatti Veyron Grand Sports fertigte die

KPM Berlin zwölf Elemente aus Porzellan

an. Es ist das erste Auto, welches

sowohl im Innen- als auch im Außenbereich

mit Porzellan ausgestattet ist.

DAS

WERTVOLLSTE

Wenn Porzellan auf Diamanten trifft, wird es ausgesprochen exklusiv

und kostbar. Die KPM Berlin entwarf eine zylindrische Tasse mit

Henkel à la Grecque, die mit Diamanten aus der Diamant manufaktur

Freiesleben verziert ist: Jeweils ein Edelstein mit innovativem

Diamantschliff SPIRIT SUN findet sich auf Ober- und Untertasse.

ERSTAUNLICH, WELCHE

HÖCHSTLEISTUNGEN

Porzellan erbringen kann!

Hier sind zehn Superlative aus

der Manufaktur

DAS

HELLSTE

Es werde Licht! In Kooperation mit den Lichtexpert:innen

von mawa Design fertigt die KPM

Berlin luxuriöse Leuchtengehäuse. Nach 15 filigranen

Handarbeitsschritten und zehn Arbeitstagen

erstrahlen die Deckenleuchten-Klassiker im

typischen Porzellanweiß.

DAS BEQUEMSTE

Porzellan als Teil eines Schuhs, das geht? Und wie!

Gemeinsam mit BIRKENSTOCK hat die KPM

Berlin eine limitierte Auflage von Sandalen

ent worfen: mit goldfarbenem KURLAND Dekor

und einer handgefertigten Porzellanlinse verziert.

Bilder: Bugatti, KPM, BIRKENSTOCKxKPM Key Visual by VOGUE, Burmeister, Bottega Veneta, Benjamin Zibner

DAS

KLEINSTE

Mit 18 Millimetern Durchmesser

sind die MANSCHETTEN­

KNÖPFE das kleinste Stück,

das in der Manufaktur gefertigt

wird. Das kobaltblaue Zepter

malen die KPM Meistermaler:innen

von Hand auf. Auf

Wunsch auch Initialen oder

andere kleine Motive.

DAS

LAUTESTE

DAS

BELIEBTESTE

KURLAND ist bis heute die meistverkaufte

Kollektion der KPM Berlin. Besonderes Kennzeichen

ist die Reliefbordüre mit Schmuckelementen

des Klassizismus. Um 1790 gab Peter

von Biron, Herzog von Kurland (1724–1800),

das Tafelservice in Auftrag, um sein Schloss

Friedrichsfelde damit auszustatten. Nie gab es

in der mehr als 230 Jahre alten Geschichte der

Kollektion KURLAND eine Produktionspause.

Die KPM Berlin hat für Burmester Audiosysteme doppelwandige Porzellan-Bassreflexrohre

gefertigt, die im BC350-Lautsprecher eingebaut werden.

Die glatte Ober fläche minimiert u. a. akustische Verluste. Nicht nur der Klang

beeindruckt, auch die Maße des Lautsprechers sind beachtlich: zwei Meter

hoch, über 400 Kilogramm schwer.

DAS

MODISCHSTE

Die Zusammenarbeit zwischen der

KPM Berlin und dem italienischen

Luxuslabel Bottega Veneta ist ein

Erfolgsgarant. Das bisherige

Highlight: die Kollektion Intreccio

Svanito. Das URBINO Service

wurde mit dem für Bottega

typischen Flechtmuster dekoriert.

DAS

AUFWENDIGSTE

Die Herstellung der PRINZESSIN­

NENGRUPPE ist eine wahre

Meisterleistung: Knapp 90 einzelne

Porzellanteile werden von KPM

Mitarbeiter:innen gefertigt und zur

Skulptur zusammengefügt. Sie zeigt

die preußische Königin Luise mit

ihrer jüngeren Schwester Friederike.

Das Modell stammt vom Bildhauer

J.G. Schadow aus dem Jahr 1795.

Sein Original aus Marmor steht

heute in der Alten Nationalgalerie.

KPM Magazin 56 N°. 06

N°. 06 57 KPM Magazin


LEBEN

IM KÜCHEN-

SCHRANK VON ...

... MITGLIEDERN des WEISS

Kundenclubs: Was für eine Freude, unsere

KPM Stücke nicht nur täglich im Einsatz,

sondern auch heiß geliebt zu wissen!

Was das Porzellan-Herz

begehrt: Im Küchenbuffet

von Kevin J. ist für

„jeden Anlass etwas

dabei“: LAB, KURLAND,

URANIA, ARKADIA,

die Vase HALLE und,

und, und ...

Bilder: KPM, Privat

DAS LEBEN IST ZU KURZ für

schlechtes Porzellan“, findet

Kevin J. aus Fürstenwalde. Weshalb

er stapelweise Stücke aus der KPM

Berlin in seinem Küchenschrank (Foto

links) versammelt und diesen jeden Tag

mit großem Vergnügen öffnet. „Unser

Küchenschrank drückt aus, was Berlin

und die Produkte der KPM ausmacht:

Vielfalt. Altes und Neues aus allen Epochen,

klassische Formen und moderne

Sachlichkeit. Ob elegant bemalt oder

schlicht: Für jeden Anlass ist etwas dabei“,

so Kevin. Wir waren begeistert und

gerührt von Worten wie diesen. Wie er

waren viele WEISS Kundenclub Mitglieder

unserem Aufruf gefolgt, uns ihre

KPM Schatz kammern zu zeigen.

„Mein erstes KPM Teil war der große Kaffeebecher

der BERLIN Serie, mit dem

ich bei Freunden bewirtet wurde“, schrieb

Heike K., „ich war schockverliebt.“ Sie

tauschte das komplette Essgeschirr der

Familie durch Porzellan der KPM Berlin

aus, heute isst sie „von den wunderschönen

FELDBLUME Tellern“. Bei den meisten

KPM Kund:innen kommt KURLAND

auf den Tisch: Im Leben von Renate K.

und ihrem Mann spielt das Service seit 50

Jahren eine wichtige Rolle, überstand

mehrere Umzüge und stillte bei beruflichen

Auslandsaufenthalten das Heimweh

nach Berlin. Obwohl das Paar in Potsdam

lebt, verbrachte es vergangenes Jahr ein

Adventswochenende im KPM Hotel, „das

hatte ich meinem Mann zum Geburtstag

geschenkt. Es war wunderbar!“ Wir finden:

Mehr Lob geht nicht ...

„Schockverliebt“: So

beschreibt Heike K. ihre

erste Begegnung mit

KPM Stücken bei einem

Essen bei Freunden.

„Wir nutzen täglich

KURLAND oder

KURLAND Blanc

Nouveau“, so Irene A.

aus Berlin. Nicht im

Bild ist ihr jüngster

Neuzugang, eine

URBINO Tasse mit

Untertasse im Dekor

Marokko: „Sie

verschönert mir jeden

Tag im Homeoffice.“

Teller, To-go Becher

und natürlich die

Currywurstschale:

Peter-Andreas L. ist

dem Bestseller der

Manufaktur zugetan:

„Unsere KPM Bestände

sind KURLAND-lastig.“

KPM Magazin 58 N°. 06

N°. 06 59 KPM Magazin


LEBEN

LOVE

is

FÜR PURISTEN

Vase BULB in Mint und Weiß. Becher-Set

No. 2B. Aufbewahrungsdose No. 50 mit Deckel

(gibt es auch im Set). Kaffeefilter (in 2 Größen).

Bowl. Mörserbrett aus Eiche.

Alle Stücke sind aus der Kollektion LAB.

Bilder:

STUDIO LIKENESS

Text:

LENA KAESS

in the

AIR

EIN HOCH AUF DIE LIEBE! Manche Paare heiraten elegant, manche

schlicht, andere kunterbunt. Wie gut, dass sich das Porzellan der KPM

Berlin zu jedem Stil schenken lässt

KPM Magazin 60 N°. 06

N°. 06 61 KPM Magazin


FÜR KLASSIK-LIEBHABER

To-go Becher KURLAND BLANC NOUVEAU in

dunklem Grün. Bürotasse KURLAND BLANC

NOUVEAU. Müslischale KURLAND.

Speiseteller KURLAND BLANC NOUVEAU,

groß. Vase KURLAND. Konfektschale/

Butterplättchen KURLAND BLANC NOUVEAU.

Dessertteller KURLAND BLANC NOUVEAU.

Speiseteller KURLAND BLANC NOUVEAU,

klein. Speiseteller KURLAND BLANC

NOUVEAU, groß. Eierbecher KURLAND

BLANC NOUVEAU. Bürotasse KURLAND

BLANC NOUVEAU in Pastellfond Mandarine

FÜR FARBEN-FANS

Vogelfigur MEISE MIT BEERE, handbemalt,

95 mm hoch. Espressountertasse und

Espressotasse halbhoch URBINO Multicolore

Eisenrot mit Goldstaffage. Espressotasse hoch

URBINO Multicolore Rosa mit Goldstaffage.

Kaffeeuntertasse URBINO Multicolore Eisenrot

mit Goldrand. To-go Becher KURLAND in

Blau. Kaffeeuntertasse URBINO Multicolore

Rosa mit Goldrand. Frühstückstasse, Colors

of BERLIN, Köpenick. Frühstückstasse, Colors

of BERLIN, Wedding

KPM Magazin 62 N°. 06


Ein Geschenk bis in alle Ewigkeit?

Aber ja! Bei der KPM Berlin

finden Sie Hochzeitsgeschenke, die

nachhaltig Freude bereiten –

und den Geschmack jedes Brautpaars

treffen

FÜR TREND-LOVER

Linke Seite: Brotteller URANIA. Vase CADRE 3

Introspectus Zeloot. Mokkakanne oval URANIA.

Rechte Seite: KRÖTE in Grün, handbemalt.

Brotteller URANIA. Kaffeetasse URANIA.

Brotteller URANIA. Vase CADRE 1 Introspectus

Zeloot. Dessertteller URANIA. Frühstückstasse

URANIA. Speiseteller klein URANIA. Vase

CADRE 2 Introspectus Zeloot

Bilder: Xxxxxxxxxxx

KPM Magazin 64 N°. 06

N°. 06 65 KPM Magazin


KPM Magazin

WEISS

N°. 06

SCHENKEN

KANN SO

SCHÖN SEIN

Vase FIDIBUS (gibt

es in 3 Größen).

Vase HALLE (in 4

Größen). Vase

TROMPETENFORM

(in 5 Größen)

Einzigartig, individuell,

zeitlos: Das Porzellan

der KPM Berlin

bietet den perfekten

Start in ein stilvolles

Eheleben. Also:

„Tischlein, deck dich“

V

ERLIEBT, VERLOBT und im

Nu flattert die Einladung zur

Hochzeit ins Haus. Eine elegant

geschwungene Schrift verheißt in

großen Lettern: „Wir heiraten“. Neben

der Freude auf die Feier kommt der

kleine „Huch, was schenken wir?“-

Schreck. Selbstverständlich möchte

man, dass das eigene Geschenk aus der

Fülle an Hochzeitspräsenten hervorsticht

– man hat sich Gedanken gemacht.

Was passt zu den beiden? Worüber

werden sie sich freuen? Das

Präsent sollte etwas Edles haben, gerne

auch nützlich sein und lange halten,

genau wie man es der Ehe wünscht.

Kurzum: Porzellan der KPM Berlin ist

perfekt, weil es alle Ansprüche in sich

vereint. Mit der Eheschließung beginnt

ein neues Lebenskapitel – warum es

nicht bei jeder Mahlzeit feiern? Darum

bietet die KPM Berlin nun Hochzeitslisten

an. Das Brautpaar gibt an, was

ihm gefällt, die Schenkenden wählen

daraus aus und die KPM Berlin kümmert

sich um Verpackung, Grußkarte

und Zustellung. Die Krönung: Ihr Geschenk

bekommt eine besonders persönliche

Note, wenn unsere Meistermaler:innen

Ihr Wunsch-Monogramm, die

Namen der frisch Vermählten oder das

Hochzeitsdatum auf das Porzellan malen.

So entsteht wirklich Einzigartiges.

Und kann man von einem Geschenk

etwas Schöneres behaupten?

KPM Magazin 66 N°. 06

Bilder: Peter Rigaud

HAUSFREUNDE

JÖRG WOLTMANN im Gespräch mit dem Berliner

Galeristen Johann König Seite 68

DAS BESTE FÜR GÄSTE Zwei zauberhaft gedeckte Tische

für ein Essen mit Freunden Seite 74

SO ZEITLOS WIE GEGENWÄRTIG Die avantgardistische

Ästhetik der Kreateurin Fiona Dinkelbach Seite 80

67 – 85

N°. 06 67 KPM Magazin


HAUSFREUNDE

WOLTMANN trifft …

JOHANN KÖNIG

Interview:

SANDRA WINKLER

Bilder:

PETER RIGAUD

Haare & Make up:

FELIX STÖSSEL/BASICS BERLIN

KPM Magazin 68 N°. 06 N°. 06 69 KPM Magazin


GEMEINSAM MIT DEM BERLINER GALERISTEN JOHANN KÖNIG und

dem Künstler Erwin Wurm hat die KPM Berlin eine Vase in Form eines

Männertorsos entworfen. Manufaktur-Eigentümer Jörg Woltmann sprach mit

König über Entschleunigung, die Liebe zum Brutalismus und Einstecktücher

„Entschleunigung gewinnt an

Relevanz. Ich bin es gewohnt, schnell

Ideen umzusetzen. Das ist mit

Porzellan nicht möglich, musste

ich feststellen.“

JOHANN KÖNIG

J

JÖRG WOLTMANN: Herr König, als wir anfingen, über

eine Zusammenarbeit zwischen Ihrer Galerie und der KPM

Berlin nachzudenken, brachten Sie sofort den österreichischen

Bildhauer Erwin Wurm ins Gespräch. Warum?

JOHANN KÖNIG: Erwin Wurm schien mir der Richtige zu

sein, um etwas Interessantes und Unerwartetes aus Porzellan

zu schaffen. Er ist ein Verformalist. Er verformt Gegenstände,

bläst sie auf, verschmilzt Handtaschen mit Frauenbeinen, biegt

LKWs, verschmälert Häuser. Seine Bronzestatue „Big Mutter“,

eine riesige Wärmflasche auf zwei Beinen, stand vor meiner

Galerie in Berlin-Kreuzberg – und ich konnte beobachten, wie

fasziniert und begeistert die Passanten von seiner Arbeit waren.

JÖRG WOLTMANN: Erwin Wurm hat für die KPM Berlin

eine Vase in Form eines Männertorsos entworfen, dem Blumen

aus dem Kragen wachsen …

JOHANN KÖNIG: … eigentlich hätte ich gern gleich eine

ganze Reihe verschiedener Wurm-Produkte entstehen lassen.

Ich habe eine große Leidenschaft dafür zu produzieren. Wir

machen viel Glasguss, stellen Kunstwerke aus Bronze und

Edelstahl her. Ich bin es gewohnt, schnell Dinge anzugehen,

Ideen umzusetzen. Das ist mit Porzellan aber nicht möglich,

musste ich lernen.

JÖRG WOLTMANN: Nein, Porzellan ist ein kompliziertes

Material. Der Formenbau für jedes Produkt ist komplex,

die Herstellung sehr aufwendig. Wir müssen uns Zeit lassen.

Dafür ist das, was entsteht, exklusiver.

JOHANN KÖNIG: Mein Team und ich gehen gerade den fast

gegenteiligen Weg. Wir veranstalten zum Beispiel 24-Stunden-Drops.

Dafür machen Künstler einen Entwurf, der gedruckt

und handüberarbeitet einen Tag lang in unbegrenzter

Zahl über unsere Website misa.art gekauft werden kann. So

wollen wir versuchen, den Kunstmarkt der breiten Masse zu

öffnen, mit Kunst möglichst einfach und schnell viele Leute

zu erreichen. Aber ich glaube auch, dass in dieser ultradigitalisierten

Zeit in anderen Bereichen die Entschleunigung an

Relevanz gewinnt. Handwerk lässt sich eben nicht skalieren

– und das macht es zu etwas Besonderem. Ich habe in Ihrer

Manufaktur mal eine Werkstattführung mitgemacht und war

sehr beeindruckt. Ich hatte immer angenommen, da gibt es

eine Gussform, in die das Porzellan hineingeschüttet wird

– und fertig.

JÖRG WOLTMANN: Ich kenne KPM ja bereits seit meiner

Kindheit. Bei uns kam es nur sonntags auf den Tisch. Wann

sind Sie das erste Mal mit KPM in Kontakt gekommen?

Der Galerist Johann

König und KPM Inhaber

Jörg Woltmann wählten

als Ort für ihr Interview

die Gießerei der

Manufaktur.

Der international

erfolgreiche Bildhauer

Erwin Wurm, der den

Vasentorso für die

KPM Berlin entwarf, ist

einer der Künstler, die

Johann König in seiner

Galerie vertritt.

KPM Magazin 70 N°. 06

N°. 06 71 KPM Magazin


Stadt. Man muss nur etwas daraus machen. Dass meine Frau

und ich zum Beispiel mitten in Berlin das Gemeindezentrum

St. Agnes kaufen und in eine Galerie umbauen lassen konnten

… so etwas wäre in London oder Paris gar nicht möglich gewesen.

War der Kauf der KPM Berlin für Sie ein Akt von Lokalpatriotismus?

JÖRG WOLTMANN: Auch. Aber vor allem wollte ich dieses

großartige Kulturgut bewahren. Sie engagieren sich in ähnlicher

Weise auf einem anderen Gebiet: Sie retten Brutalismus-Gebäude

vor dem Abriss. Auch die St.-Agnes-Kirche

wurde in diesem Baustil errichtet und durch Sie zu neuem

Leben erweckt. Was fasziniert Sie am Brutalismus, dessen

raue Betonoptik viele Menschen ja nicht besonders ansprechend

finden?

JOHANN KÖNIG: Die Ehrlichkeit. Brutalismus-Gebäude

dienten in der Regel immer dem Gemeinwohl und verfolgten

eine utopische Idee des dienenden Staates. Sie waren Schulen,

„War der Kauf der KPM Berlin ein

Akt von Lokalpatriotismus? Auch.

Vor allem aber wollte ich dieses

großartige Kulturgut erhalten.“

JOHANN KÖNIG

Geb. 1981 in Köln. 2002 gründete er seine Galerie für

zeitgenössische Kunst in Berlin und zählt heute zu den

wichtigsten Kunsthändlern und Galeristen weltweit. Die

KÖNIG GALERIE in der ehemaligen Kirche St. Agnes

vertritt über 40 Künstler:innen, darunter Katharina Grosse,

Jorinde Voigt, Norbert Bisky und Erwin Wurm. König veröffentlichte

2019 seine Biografie „Der blinde Galerist“,

betreibt drei Kunst-Podcasts und veranstaltet unter der Marke

misa.art ARTIST FAIR regelmäßig Messen, begleitet von

einem ganzjährigen Onlineangebot auf misa.art.

JÖRG WOLTMANN

JOHANN KÖNIG: Ich bin in keinem bürgerlichen Haushalt

groß geworden. Mein Großvater war zwar Unternehmer, mein

Vater konnte seine bürgerliche Prägung aber nicht leiden. Und

deshalb haben wir mit Sicherheit von Ikea-Geschirr gegessen.

Ich habe die KPM Berlin erst später kennengelernt. Heute

steht sie für mich für großartiges Handwerk und Qualität.

JÖRG WOLTMANN: Ich bin der festen Überzeugung,

dass die Menschen heute vermehrt nach dem Besonderen

suchen. Das merken wir zum Beispiel an den Hochzeitslisten,

die wieder zunehmend geführt werden. Auch junge

Leute legen Wert auf Tischkultur. Ein KPM Slogan lautet ja

auch: Einmalige Geschenke für einzigartige Momente.

JOHANN KÖNIG: Und wir können jeden unserer Männertorsos

noch einmaliger machen. Ich bin begeistert von der Idee, dass

wir manche Teile wie Revers, Tasche, Gürtel, Kragen glasieren

und andere Biskuit lassen. Da gibt es Hunderte von Kombinationsmöglichkeiten.

So machen wir aus den Stücken Unikate.

Wenn wir dann vielleicht noch mit Farben arbeiten … Was

mir bei Ihnen auffällt: Tragen Sie das Einstecktuch eigentlich

immer farblich passend zur Krawatte?

JÖRG WOLTMANN: Ja, immer.

JOHANN KÖNIG: Gefällt mir!

JÖRG WOLTMANN: Danke. Ist der Standort Berlin für Sie

wichtig?

JOHANN KÖNIG: Ja, absolut. Er ist für mich essenziell. Berlin

ist eine wahnsinnig facettenreiche und möglichkeitsstarke

Universitäten, Krankenhäuser und Kirchen, ganz selten wurden

sie als Bürogebäude oder Firmenzentralen genutzt. Viele Architekten

dieser Gebäude sind gar nicht namentlich identifizierbar.

Besonders spannend finde ich persönlich ihre Schnörkellosigkeit

und dass man jedes konstruktive Element, das

verwendet wurde, sehen kann.

JÖRG WOLTMANN: Sie haben eine Initiative zur Rettung

des Gebäudes der Forschungseinrichtung für experimentelle

Medizin der Charité, ehemalige Zentrale Tierlaboratorien

der Freien Universität Berlin, gegründet. Was haben

Sie vor?

JOHANN KÖNIG: Mit unserer Initiative haben der Architekt

und Stadtplaner Arno Brandlhuber und ich es zunächst einmal

geschafft, dass der sogenannte Mäusebunker und das

benachbarte Hygiene-Institut nicht abgerissen werden. Nun

wollen wir das Gebäude erwerben, um es später anderweitig

zu nutzen. Wir verfolgen die Idee, daraus ein Kulturzentrum

zu machen. Wir haben bereits ein Angebot gemacht und sind

im Gespräch. Natürlich ist das unternehmerisch ein Irrsinn.

Aber das kennen Sie ja als Inhaber der KPM

JÖRG WOLTMANN: Ja, allerdings. Seitdem ich die KPM

Berlin gekauft habe, weiß ich: Geld macht nicht glücklich.

JÖRG WOLTMANN

Geb. 1947 in Berlin. Nach dem Abitur absolvierte er

eine Lehre zum Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre

in Berlin. 1979 gründete Woltmann

die Privatbank ABK Allgemeine Beamten Bank. Im Februar

2006 übernahm er als Alleingesellschafter die

KPM Berlin. Woltmann ist Träger des Bundesverdienstkreuzes

am Bande und wurde 2015 mit dem Verdienstorden

des Landes Berlin ausgezeichnet.

KPM Magazin 72 N°. 06

N°. 06 73 KPM Magazin


HAUSFREUNDE

DAS BESTE

FÜR GÄSTE

Bilder:

AILINE LIEFELD

Set Design:

NINA LEMM

BUNTE RUNDE ODER EDEL WEISS: Über einen originell

gedeckten Tisch freut sich jeder Besuch. Zeigt er doch: Man

hat ihn extra fein gemacht. Wir haben zwei Ideen für das

nächste Essen mit Freunden

KPM Magazin 74 N°. 06 N°. 06 75 KPM Magazin


Ton in Ton, selbst beim Tischschmuck tanzt

keine Farbe aus der Reihe. Das opulente

Blumenbouquet besteht aus Flamingoblume,

Orchidee, Calla und Chrysantheme. Schöner

Nebeneffekt: Getrocknete Ruscus- und

Silbertaler- Zweige setzen filigrane Akzente

ENSEMBLE IN WINTERWEISS

KURLAND Suppentasse mit Deckel komplett.

KURLAND Dessertteller. KURLAND Speiseteller.

LAB Teller 26. LAB Teller 19. KURLAND

Weißwein- und Wassergläser. Figur

SCHIMPFENDER SPATZ

KPM Magazin 76 N°. 06

N°. 06 77 KPM Magazin


Buntes Miteinander: Köstliche

Sommerfrüchte, knallgelbe

Deko-Vögel und ein farbenfroher

Blumenstrauß bringen

Sonnenstrahlen auf den Tisch!

MIX & MATCH MIT GUTER LAUNE

URBINO Multicolore Kaffeetasse, Sahnegießer,

Espresso-Untertasse, Dessertteller. KURLAND

Speiseteller durchbrochen, Dekor 26. URANIA

Platzteller Multicolore. KAKADU mit

aufgestelltem Kamm, handbemalt. GELBER

PIROL, handbemalt. Vogelfigur MEISE MIT

BEERE, handbemalt

KPM Magazin 78 N°. 06

N°. 06 79 KPM Magazin


XXXXXXXXXXX

HAUSFREUNDE

IM FOKUS EIN

SCHIMMER

ES IST MEHR ALS NUR DER GLANZ VERGANGENER DEKADEN,

den die Kunsthistorikerin Fiona Dinkelbach in ihren Aufnahmen und

Kompositionen aufleben lässt. Als Kuratorin und Kreativdirektorin für

ihr eigenes Magazin The Dashing Rider porträtiert und inszeniert

sie Ikonen des Designs, Orte voller Geschichte und stilprägende

Handwerkskunst. Ihr Gespür für zeitlose Ästhetik hat sie auch in die

Königliche Porzellan-Manufaktur nach Berlin geführt

Text: WILKIN SCHRÖDER

Bilder: FIONA DINKELBACH

In deinem Online-Magazin TDR

beschäftigst du dich mit Themen

aus den Bereichen Luxus & Lifestyle,

Kunst, Design und Kultur. Wonach

wählst du aus, was für das Magazin

passend ist?

Die Visual Stories und Themenauswahl

für TDR sind sehr individuell und persönlich.

TDR und meine Social-Media-

Präsenz sind ein ganzheitliches Universum,

welches sich aus meinem

persönlichen Interesse, einer klaren

Formensprache und einer bestimmten

Ästhetik zusammensetzt. Alles muss eine

Linie haben und zueinanderpassen. Ich

lasse mich sehr stark von der Vergangenheit

inspirieren. Die späten 1960erund

die 1970er-Jahre sind eine wichtige

Inspirationsquelle für meine Arbeit,

viele Aspekte dieser Dekaden faszinieren

mich – zum Beispiel architektonische

Bewegungen, eine Schriftart, ein Möbelstück

oder einfach ein Ort, den ich

mit einer bestimmten Sehnsucht verbinde.

Dabei geht es weniger um das, was

man vielleicht als 1970er-Jahre-Kitsch

kennt, sondern vielmehr um zeitloses

und klares Design. TDR verwebt all

diese Einflüsse und aktuelle Themen zu

einer charakteristischen Ästhetik.

Für deine Beiträge setzt du auf analoge

Schwarz-Weiß-Fotografie. Was

macht hier den Reiz für dich aus?

In meinem Kunstwissenschaftsstudium

hatte ich mich bereits theoretisch sowie

praktisch mit analoger Fotografie auseinandergesetzt.

Sie war schon immer

ein Medium, welches mich sehr interessiert

hat. Durch die zeitlose und von

den 1970er-Jahren inspirierte Ästhetik

von TDR war es fast eine logische Konsequenz,

ebenfalls mit Techniken dieser

Dekade zu arbeiten. Besonders Schwarz-

Weiß-Film (sowohl 35 mm als auch

Mittelformat) gibt dem Ganzen eine

ästhetische Zurückhaltung und passt

ganz wunderbar zu meinen Themen.

Deine Motive sind geprägt von Zeitlosigkeit.

Verstehst du deine Bildsprache

auch als Entschleunigung von der

temporeichen Überflutung an Impressionen

in der Digitalwelt?

Absolut. Ich benutze zwar digitale Plattformen,

würde mich jedoch nicht als

digitalen Menschen bezeichnen. Ich

finde allerdings die Verbindung sehr

faszinierend: ein analoges Medium, das

unmittelbar an vergangene Jahrzehnte

KPM Magazin 80 N°. 06

N°. 06 81 KPM Magazin


von E-Mails, die ich gebündelt am

nächsten Morgen verschicke. Dann

habe ich das aus dem Kopf, kann alle

Messenger und E-Mail-Programme

schließen und mit meiner „richtigen“

Arbeit beginnen. Diese umfasst unter

anderem: Projektplanung, Konzeption,

Shootingumsetzung, Postproduktion,

Recherche, Texten. Gefolgt von digitalen

und physischen Terminen, Telefonaten

und wieder neuen E-Mails. Oftmals

gibt es in der Woche mehrere

Abendveranstaltungen, die ebenfalls

Teil meiner Arbeit sind. Ungefähr alle

zwei Wochen steht eine Pressereise

oder ein Business-Trip mit meinen Geschäftspartnern

an.

„Ich möchte visuellen Input geben, der

auch in 30 Jahren noch funktioniert.“

Auf TDR lassen sich viele Manufakturbesuche

entdecken. Auch in der KPM

Berlin warst du bereits hinter den

Kulissen. Gibt es Einblicke, die dich

überrascht haben?

Ganz besonders hat mir die Ruhe gefallen.

Ich hätte nicht gedacht, dass es doch

so leise in einer Manufaktur sein kann.

Auch der Bereich der Porzellanmalerei

hat mich sehr beeindruckt. Mit welch

einer Präzision das feine Porzellan verziert

wird, war für mich neu.

FIONA DINKELBACH

erinnert (und meiner Vorliebe für die

1970er-Jahre entspricht), in eine digitale

Welt zu bringen. Die typische digitale

Ästhetik ist oft sehr laut, bunt und hektisch.

Was leider auch für die gängigen

sozialen Netzwerke gilt. Ich mag es sehr

gerne, dort etwas Ruhe, Zeitlosigkeit

und damit auch Entschleunigung reinzubringen.

Als klarer Kontrast zu den

populären digitalen Trends, die dann

doch oftmals nach kurzer Zeit überholt

sind. Ich möchte visuellen Input geben,

der auch in 30 Jahren noch funktioniert.

Wie können wir uns so einen klassischen

Arbeitstag bei dir vorstellen?

Den klassischen Arbeitstag gibt es bei

mir nicht. Meine Arbeit ist so vielseitig,

dass es gar nicht möglich ist, einen strikten

Tagesablauf zu verfolgen. Mein Arbeitstag

beginnt in der Regel bereits am

Abend davor: mit dem Vorschreiben

Die Porzellanmalerei

der KPM Berlin hat Fiona

Dinkelbach besonders

beeindruckt, vor allem

die Präzision, mit der

hier gearbeitet wird.

KPM Magazin 82 N°. 06

N°. 06 83 KPM Magazin


„Ich habe mich schon immer sehr für

die Beständigkeit der Dinge interessiert

und bereits früh angefangen,

in zeitloses Design zu investieren.“

FIONA DINKELBACH

Welche KPM Stücke haben bei dir

ein Zuhause gefunden?

Natürlich passen zu mir und meiner Einrichtung

die minimalistischen Designs

am besten. Ich habe das URBINO Tafel-Set

mit schwarzem Rand zu Hause.

Die reduzierte Ästhetik und die Zeitlosigkeit

der Formengestaltung gefallen

mir besonders gut. Ich mag auch, dass

das Design zu den Dauerexponaten des

Museum of Modern Art in New York

gehört. Vereinzelt finden sich bei mir

zudem auch einige Vasen der KPM Berlin.

Eine große Bodenvase, gestaltet von

Trude Petri im Jahr 1951, ziert ein Podest.

Ein weiterer Favorit ist eine von

der japanischen Klarheit inspirierte Vase

aus der „KPM for minimum“ Kollektion,

die lediglich mit einer vertikalen schwarzen

Linie dekoriert ist.

Fiona Dinkelbach

fotografiert analog, nach

Möglichkeit schwarzweiß.

Sie liebt Design mit

einer klaren Formen -

sprache wie bei der

JAPANISCHEN VASE

(hier mit minimum Linie)

oder den runden Formen

des Tafelservice URBINO,

das Trude Petri vor

mehr als 90 Jahren im

Stil der Neuen

Sach lichkeit entwarf.

Hat sich dein Verständnis für handgefertigte

Dinge durch die Arbeit für

TDR verändert?

Ich habe mich schon immer sehr für

die Beständigkeit der Dinge interessiert

und bereits früh angefangen, in zeitloses

Design zu investieren. Durch meine

Arbeit für TDR hat sich das nochmals

geändert – ganz besonders durch die

Einblicke in die unterschiedlichsten

Manufakturen. Erst dadurch wurde

mir bewusst, wie viel Arbeit, Expertise

und auch Geschichte in den einzelnen

Produkten und historischen Unternehmen

stecken.

@fionadinkelbach @tdrmag

www.thedashingrider.com

KPM Magazin 84 N°. 06


LETZTE SEITE

EIN GROSSER SPASS

Saskia Pehl, stellvertretende Leiterin

der KPM Welt, erweckte vor fünf Jahren

die Mitmach-Manufaktur zum Leben.

ZUM GEBURTSTAG DER KPM

MITMACH-MANUFAKTUR

können Sie jetzt Vasenklassiker

mit einem Gesicht verzieren.

Diese und noch viele andere

Gelegenheiten, Porzellankunst

hautnah zu erleben, bieten die

Workshops der KPM Berlin

Gendarmenmarkt, wo Preußen

das moderne Berlin trifft.

DIE KPM MITMACH-MANU-

FAKTUR HAT GRUND ZU

FEIERN: Seit fünf Jahren

können Interessierte Manufakturluft

schnuppern und unter Anleitung ihr

kreatives Talent im Umgang mit Porzellan

testen. Zum Jubiläum wurde ein

ganz besonderer Workshop entwickelt.

Unter dem Motto „Happy birthday,

happy faces“ kann man KPM

Vasenklassikern ein eigenes Gesicht

verleihen, der Fantasie sind – fast – keine

Grenzen gesetzt. Unsere Porzellanexpert:innen

erklären dabei, wie aus

der rohen Masse ein fertiges Stück entsteht:

wie Formen gegossen, Rohporzellan

bearbeitet und Einzelteile zusammengefügt

werden. Ein großer Spaß

– das garantieren wir. Alle Workshops

können über die KPM Berlin Webseite

gebucht werden.

KPM Magazin 86 N°. 06

Hotel Luc, Autograph Collection

Charlottenstraße 50-52 | 10117 Berlin

T 030 5870 9771 0 | hotel-luc.com


Schutzgebühr: 8€

k pm-ber lin.com

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