Magazin - Agentur für Text und Bild

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REGJO Leipzig / Halle

Das Regional-Journal für Mitteldeutschland

Stopp !

2/2010 4 EUR

ISSN 1614-2837

www.regjo-leipzighalle.de


Gute Grundlage. Made in Germany.

Für den Mittelstand in Mitteldeutschland.

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Deutschland, Mittelndorf

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C M Y CM MY CY CMY K

Zeit für Freiräume

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

regjo LeIPZIg/HALLe editorial 1

erst freie Zeit ermöglicht das Nachdenken über viele Dinge. Zum

Beispiel darüber, was man mit der freien Zeit überhaupt anfängt.

1865 tauchte der Begriff „Freizeit” erstmals in einem deutschen Wörterbuch

auf. Freizeit als arbeitsfreie Zeit, über die der Einzelne frei –

von bindenden Verpflichtungen – verfügen kann, ist ein relativ neues

Phänomen, das eine völlig neue Herausforderung mit sich bringt: Wie

verbringt man die ganze freie Zeit?

In dieser Sommerausgabe stellen wir

Ihnen viele Möglichkeiten vor, in der

Region Ihre freie Zeit zu gestalten. Vom

Gleitschirmfliegen über Reiten und Radwandern

an Elbe und Saale und dem entspannten

Urlaub in einem Biohotel bis

zum Segeln auf den mitteldeutschen Seen.

Doch zuerst suchen wir in unserem Essay

einen persönlichen Zugang zum sich verändernden

Umgang mit freier Zeit und zu

der Frage, was dies für unsere Gesellschaft

bedeutet.

Für die einen gehört Sport zur Freizeit,

für die anderen ist es ihr Beruf. Und der will bezahlt sein. Sponsoring

ist aus dem Leistungssport deshalb nicht mehr wegzudenken.

REGJO besuchte Vereine und Unternehmen und fragte nach den

Chancen und Risiken des Engagements.

Wie Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus

ihre freie Zeit verbrachten, steht in den Geschichtsbüchern. 1708

produzierten sie in Meißen das erste europäische Porzellan. REGJO

hat sich anlässlich des 300. Geburtstages der zwei Jahre später

gegründeten, berühmten Manufaktur mit der Geschichte und Gegenwart

des „weißen Goldes“ in Sachsen und Thüringen beschäftigt.

Eine wichtige strukturelle Neuerung möchten wir Ihnen nicht

vorenthalten: ab sofort unterliegen Auflage und Verbreitung des

REGJO der Prüfung durch die IVW (Informationsgemeinschaft zur

Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.). Viel Spaß beim

Lesen und möglichst viel freie Zeit wünscht Ihnen

Ihr Kai Bieler

Chefredakteur, E-Mail: k.bieler@regjo-leipzig.de

Die Ziele des regjo: Der Wettbewerb zwischen den Standorten in europa

wird schärfer. Die klare Positionierung und Profilierung einer region sichert

das Bestehen in diesem Wettbewerb. regjo berichtet mit überregionaler

Präsenz über Wirtschaft, Kultur und Leben aus der Wirtschaftsregion Leipzig-Halle.

Mit kompetenten Beiträgen und einprägsamen Bildern erhöht

regjo die Identifikation der Menschen mit der region. So gewinnt die

region als Standort weiter an Attraktivität. Bei Bewohnern und Investoren.


2 inhalt regjo LeIPZIg/HALLe

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24 Die Schürzen meiner Großmutter

oder warum freie Zeit nicht gleich Freizeit

bedeutet. ein essay in vier Aufzügen.

Thema

Vier Sterne für die Umwelt: In Mitteldeutschland

wetteifern vier Hotels um

das beste Nachhaltigkeitskonzept.

Interview: Die Reiterin und Pferdezüchterin

Susanne Rowehl vom Gestüt

in Radegast über ein Leben zwischen

Berufung und Beruf.

Seglerparadies: Immer eine Handbreit

Wasser unter dem Kiel: Die Segelreviere

Mitteldeutschlands bieten weitaus mehr.

SACHSEN Sail – Zehn Jahre im Wind:

Sächsische Unternehmer und Führungskräfte

gehen für den Freistaat auf Tour,

genauer gesagt: auf Törn.

So weit die Füße tragen: Vielfältige

Urlaubsangebote in Mitteldeutschland:

Geocaching, ein Spaziergang in den

Baumwipfeln oder einfach nur Wandern.

Service: Netzplan des Mitteldeutschen

Verkehrsverbundes (MDV)

Bildnachweis: Christian Hüller, LSoD gmbH; Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen gmbH; Flughafen Leipzig/Halle gmbH; Dieter grundmann

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Die Messlatte ist der Erfolg: Ein Ausflug

in die Welt des Sportsponsorings.

Meine Region, meine Sparkasse: Die

Sparkasse gehört zu den größten Unterstützern

des Sports in der Region.

Warum, erklärt Diana Petters von der

Sparkasse Leipzig.

Alles im Fluss: Wer Sport treibt, lebt

aktiver. Das jedenfalls sagt Thomas

Prochnow, Geschäftsführer des Universitätssportvereins

(USV) Halle, des größten

Breitensportvereins der Stadt.

Jedermann-Lauf: Tausende Läufer werden

zum Mitteldeutschen Marathon im

September in Sachsen-Anhalt erwartet.

Initiiert wurde er 2002 von Olympia-

Sieger Waldemar Cierpinski.

Sechseinhalb Minuten Freiheit: „Gleitschirmfliegen

ist eine Grenzerfahrung“,

sagt Fluglehrer Thomas Post. Ein Selbsterfahrungsbericht

von REGJO-Redakteurin

Nadine Juschkat.

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66 Kreatives Plagwitz

Kreatives Leipzig als Wirtschafts- und

Bildungsfaktor – gründergedanken zur

Leipzig School of Design.

Wirtschaft

Sachsen innovativ: Wirtschaftsminister

Sven Morlok lobt 16. Innovationspreis

Sachsens aus.

Wettbewerbsverzerrung beseitigen!

Biogas darf nicht regional Erdgas verteuern.

Ein Wälzungsbetrag soll daher

von allen Verbrauchern getragen werden.

Beach & Boat: Die Leipziger Messe geht

wieder ins und aufs Wasser.

Wirtschaftsförderer: Übersicht von

Kommunen und Institutionen

Schmuck-Stück für Stück: Nach jahrelangem

Leerstand saniert die Leipziger

Stadtbau AG das Hôtel de Pologne in der

Innenstadt.

Messekalender: Messen und Kongresse

in Mitteldeutschland

Kolumne: Klaus Wurpts, Geschäftsführer

der Wirtschaftsinitiative für

Mitteldeutschland, über mitteldeutsche

Unternehmen, die mit Innovationen der

Krise trotzen.


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80 Sachsens Glanz

Der Siegeszug des „Weißen goldes“

begann vor 300 jahren auf der

Albrechtsburg zu Meißen.

Kultur & Gesellschaft

Der Letzte macht das Licht aus: Kein

Bundesland leidet so stark unter Bevölkerungsschwund

wie Sachsen-Anhalt.

Dass weniger auch mehr sein kann, zeigt

die IBA Stadtumbau 2010.

Lust oder Frust – Kunst als Geldanlage?

Ein Gespräch über den Kunstmarkt mit

Detlef Bischoff, Geschäftsführer der

Connex Steuer- und Wirtschaftsberatung

GmbH.

Es brennt in Aschersleben: Im Rahmen

der Landesgartenschau 2010 zeigt

die Stadt in der Ausstellung „Von Vorn“

Arbeiten von 17 Meisterschülern des

Malerstars Neo Rauch.

Wo hört der Spaß auf? Dieser Frage geht

die Wechselausstellung „Spaß beiseite.

Humor und Politik in Deutschland“ im

Zeitgeschichtlichen Forum noch bis zum

24. Oktober nach.

Kulturkalender: Tipps und Termine aus

Mitteldeutschland

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50 Flughafen-Feuerwehr

Steffen Ludewig, stellvertretender Leiter

der Werkfeuerwehr des Flughafens

Leipzig/Halle, im gespräch.

Technik & Wissenschaft

Schöner arbeiten: Office 2010 ist die

neueste Version der Bürosoftware von

Microsoft. Dank besserer Übersichtlichkeit,

sinnvoller neuer Features und der

Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens

per Internet lohnt sich der Wechsel. Aber

nicht für jeden.

Willkommen in der 3. Dimension! Das

Innovationsforum 3D-Cinema und

Stereoskopische Medienproduktionen

beschäftigt sich mit den Potenzialen der

3D-Technologie für Kino, Musikindustrie,

TV und Computerspiele.

Ottos Gemahlin: Forscher sind sich

sicher: Die Gebeine aus dem Magdeburger

Dom stammen von Königin Editha.

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regjo LeIPZIg/HALLe inhalt 3

36 Freizeitpark Belantis

Mehr als eine halbe Million gäste pro jahr –

Belantis als wirtschaftlicher und touristischer

Motor Mitteldeutschlands.

Advertorial

Es entwickelt sich was: Der Geiseltalsee

als unbekanntes Naherholungsparadies –

das soll anders werden, meint Roland

Karge von der Geiseltaler Entwicklungs-

und Touristikgesellschaft.

Drehkreuz im Mittelmeer: Alan Camilleri,

Leiter der maltesischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Malta Enterprise

Corporation, im Gespräch.

Eine (Gourm-)Etage für Feinschmecker:

Das Wein- und Spirituosen Kontor aus

dem Leipziger Umland bietet alles, was

des Gourmets Herz begehrt – in speziellen

„Gourmetagen“.

Hotel mit Zwinger-Blick: Die TLG

IMMOBILIEN errichtet am Dresdner

Postplatz das Zwinger-Forum, in das

unter anderem das Motel One einzieht.

Fitnessprogramm für Demografiewandel:

Mit Bildung und Kreativität junge

Leute gewinnen und die Stadt Halle als

Stadt der Wissenschaft 2012 zukunftsfähig

machen.


Breuninger – Anders als die Anderen

Der Zeit sagt man nach, sie sei der wahre Luxus – vergänglich, kostbar und durch nichts zu ersetzen. Breuninger

schenkt Ihnen diesen Luxus: mit dem Breuninger Personal Shopping, dem einkaufserlebnis der besonderen Art.

e. Breuninger gmbH & Co., Markt 12, D-04109 Leipzig, Tel.: +49 (0) 341/24 39-0, www.breuninger.com

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Zeitlose Eleganz

Breuninger – das bedeutet, die schönen Dinge des Lebens genießen:

Mode, Lifestyle und einen exzellenten Service. Diese Expertise

bewährt sich seit nun mehr als 125 Jahren. Mit zehn Häusern

und über 4.500 Mitarbeitern hat sich Breuninger als

bedeutendstes Fashion- und Lifestylehaus Deutschlands etabliert.

Service par excellence

Über 125 Jahre Tradition vereint Breuninger in seiner Expertise.

Kunden- und Serviceorientierung stehen dabei an erster Stelle. So

bietet Breuninger in Leipzig im zweiten Obergeschoss anspruchsvollen

Kunden die Möglichkeit, vor ihrem Besuch von Stilberatern

eine persönliche Wunschkollektion auf Basis von Konfektionsgröße,

Stilvorlieben und Farbwünschen zusammenstellen zu lassen.

Diese kann dann in privater und exklusiver Atmosphäre erlebt

werden. Das Breuninger Personal Shopping – das Einkaufserlebnis

der besonderen Art für Sie und Ihn. Umfassend, unverbindlich

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Individueller Stil

Breuninger, als ein Haus der Begehrlichkeiten, bietet das Besondere

und ist Ausdruck und Ausweis eines ausgeprägten

Geschmacks und eines hohen Stilempfindens. In Leipzig vereinen

sich Mode, Parfümerie, Accessoires, Lingerie und Schuhe auf über

7.500 Quadratmetern zu einem einzigartigen Shoppingerlebnis.

Die unvergleichliche Markenauswahl von Breuninger kann auch

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Darüber hinaus verfügt das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen

Breuninger europaweit über das einzige hauseigene Maßatelier:

Hier werden aus den edelsten Stoffen von Pal Zileri und Scabal

Businessgarderoben für Herren angefertigt. Die Maßabteilung bei

Breuninger in Leipzig befindet sich ebenso im zweiten Obergeschoss.

(Tel. 0341 / 24 39 251)


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2 4 6

In der Trainingspause ...

1. andrea henkel, Biathlon-Olympiasiegerin

und Weltmeisterin: „Weil ich

während meines Trainings viel Zeit in

den Wäldern dieser Welt verbringe,

mache ich sehr gern mal einen Ausflug

nach Erfurt. Die Stadt ist wunderschön

geworden zum Bummeln, um in

einem der netten, kleinen Cafés zu sitzen

oder um am Abend sehr gut essen

zu gehen, zum Beispiel Sushi ... So ein

Ausflug bietet mir die nötige Entspannung,

um am nächsten Tag im Training

wieder vollen Einsatz zu bringen.“

2. robert Förstemann, Bahnradsportler

und Weltmeister im Teamsprint 2010:

„Wenn es mir mein enger Trainings-

und Wettkampfkalender erlaubt, dann

verbringe ich gern ein paar freie Tage

an der Bleilochtalsperre, einem der

„Thüringer Meere“ und dem größten

Stausee Deutschlands. Ich besuche

dort die Familie meiner Tante, genieße

gute Thüringer Küche, pure Natur, viel

Ruhe, Wald, herrliche sternenklare

Nächte und im Winter richtig viel

Schnee. Das Thüringer Schiefergebirge

bietet mir außerdem Gelegenheit zu

bergigen und damit intensiven Trainingseinheiten

auf dem Rad.“

3. theresa Michalak, deutsche Schwimmerin

und amtierende Deutsche Meisterin

im Kurzbahn-Schwimmen: „Mein

liebstes Ausflugsziel in der Region ist

Halle/Saale. Allgemein der im Zentrum

der Stadt liegende Markt mit all seinen

schönen, kleinen Gassen. Wie zum Beispiel

die Kleine Ulrichstraße und das

dazu gehörende Café „Roter Horizont“,

in dem man die beste Trinkschokolade

in ganz Halle genießen kann. Außerdem

ist auch die Kulturinsel Halle

erwähnens- und ebenfalls immer wieder

einen Ausflug wert ...“

4. Sebastian Keiner, Mittelstreckenläufer

beim Erfurter Leichtathletik-Center

e. V. (ELAC) und amtierender Vizemeister

über 800 Meter bei den Deutschen

Hallenmeisterschaften: „Mein liebstes

Ausflugsziel in Mitteldeutschland ist

Leipzig. Eine besonders schöne Stadt

mit netten Menschen, die durch die

Olympia-Bewerbung noch attraktiver

geworden ist. Leipzig lebt durch die

Universität und wirkt dadurch sehr

jung. In der Innenstadt ist immer etwas

los. Außerdem gibt es gute Möglichkeiten

zum Shoppen sowie fast malerische

Laufstrecken entlang der Elster.“

regjo LeIPZIg/HALLe Meinung 7

regjo fragt seine Leserinnen und Leser: In dieser Ausgabe beantworten Sportler aus der region die

Frage nach ihrem liebsten Ausflugsziel in Mitteldeutschland.

5. rico Schmitt, Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten

FC Erzgebirge Aue

e. V.: „Einen ganz speziellen Ausflugsfavoriten

habe ich nicht. Gerade im

Erzgebirge und ebenfalls in der Chemnitzer

Region gibt es meiner Meinung

nach viele schöne Anlaufpunkte zum

Entspannen und Erholen. Und da ich

durch den Fußball sehr viel auf Achse

bin, geht es bei den Ausflügen mit meiner

Familie auch meistens eher zu

nahe gelegenen Zielen.“

6. tina dietze, Sportsoldatin der Bundeswehr

in der Sportart Kanu-Rennsport:

„Da ich sehr viel mit der deutschen

Nationalmannschaft unterwegs

bin, bin ich dann doch daheim immer

am liebsten und da kommt mir der

Cospudener See bei Leipzig sehr gelegen.

Bei einem Eis oder am Strand in

der Sonne lasse ich am liebsten meine

Seele baumeln. Im Wassersportzentrum

bleibe ich zudem meinem Element,

dem Wasser, treu und somit sind

die täglichen Strapazen schnell vergessen.

Mit seiner Vielfalt an Angeboten

lädt der See einfach zu einem kleinen

Urlaub neben meinen umfangreichen

Trainingseinheiten ein.“

Bildnachweis: Niessing; privat; Mirko Seifert; Marcus Schöfisch; Foto-Atelier Lorenz, Zschorlau; Lydia Weber


8 Magazin regjo LeIPZIg/HALLe

thomas Schindler,

geschäftsführer der Firma

Asmus in Markranstädt,

nahm in Chicago den Merlin

Award in der Kategorie

„Best german Innovator“ entgegen. Das

sächsische Unternehmen wurde im Mai

von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer

für die entwicklung einer

rotorblattbefahranlage für Windkrafträder

ausgezeichnet.

Witri lestari erhielt in diesem

jahr als einzige Studentin

in Deutschland ein

Stipendium der Schlumberger

Foundation. Die

Indonesierin arbeitet als Doktorandin

bei Prof. Dr. evamaria Hey-Hawkins am

Institut für Anorganische Chemie der

Universität Leipzig. Die Stipendien werden

von der renommierten Faculty for

the Future vergeben.

dr. thomas Brockmeier

wurde im juni als Nachfolger

für den derzeitigen

Hauptgeschäftsführer der

IHK Halle-Dessau, Dr.

Peter Heimann, gewählt. Der promovierte

Volkswirt ist bereits seit gut zehn

jahren als geschäftsführer des

geschäftsfeldes Standortpolitik bei der

IHK tätig. Brockmeier wird das Amt ab

januar 2011 übernehmen.

dr. Jens trepte wurde am

22. juni als neuer Vorstandsvorsitzender

des

gemeinnützigen Vereins

rKW Sachsen rationalisierungs-

und Innovationszentrum e. V.

in radebeul bestimmt. Der gebürtige

Chemnitzer ist zudem seit Anfang des

jahres 2010 geschäftsführer der imk

automotive gmbH und seit 2006 im

Vorstand des rKW Sachsen e. V.

Peter höhne wurde zum

neuen Hauptgeschäftsführer

der IHK ostthüringen

gewählt und vertritt künftig

die IHK im Vorstand der

Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.

Der 50-jährige Thüringer ist

gelernter Instandhaltungsmechaniker

und löst mit der Übernahme des Amtes

Dr. Peter Heimann ab.

P r / M A r K e T I N g

„Klappe HHL“

Die Handelshochschule Leipzig wirbt

international mit innovativem Imagefilm.

Seit Anfang des Jahres liefen die Vorbereitungen

für den ersten Imagefilm der Handelshochschule

Leipzig. In Zusammenarbeit

mit der commlab GmbH entstand ein Film,

der Studierende aus dem In- und Ausland

informieren soll. Dabei geht es nicht nur um

das Studium an der HHL, sondern auch um

die Stadt Leipzig als Wohnort. Man wolle

Lust auf Leipzig machen, da die Stadt vielen

Studieninteressierten unbekannt sei, erklärt

Jana Vogel, die Marketingleiterin der Handelshochschule

Leipzig.

Der Film besteht aus sechs kurzen Episoden,

in denen jeweils ein studentischer

Protagonist zu Wort kommt. Die Besonderheit

des Projektes besteht darin, dass jeder

im Internet ein eigenes Foto in den Film einbinden

kann. Es erscheint dann im Video als

Zeitschriftencover oder in einem Bilderrahmen.

Für den Dreh waren die Studenten

und Studentinnen in ganz Leipzig unterwegs.

Gedreht wurde unter anderem auf

dem Uniriesen, in der Kletterhalle No Limit,

in der Straßenbahn, am Flughafen Halle/

Leipzig und im Richard-Wagner-Hain. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.hhl.de

I N N o V A T I o N

Sachsen innovativ

Wirtschaftsminister Sven Morlok lobt

16. Innovationspreis Sachsens aus.

Sachsen sucht auch 2010 die innovativsten

Firmen. Bereits zum 16. Mal können sich

Mittelständler mit neuen Verfahren und

Dienstleistungen bewerben. Schirmherr für

den Innovationspreis des Freistaats ist Staatsminister

Sven Morlok. Die Unterlagen sind

bei den IHK, den Handwerkskammern und

unter www.innovationspreis.sachsen.de

abrufbar. Einsendeschluss ist der 15. November

2010.

Bewerbungsberechtigt sind sächsische

Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten.

Die eingereichten Innovationen sollten

innerhalb der vergangenen zwei Jahre erfolgreich

am Markt eingeführt worden sein. Über

die Preise im Umfang von 50.000 Euro entscheidet

eine Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik. Erstmals vergeben die

Handwerkskammern einen 5.000 Euro-Sonderpreis.

Der Wettbewerb wird von ADT –

Bundesverband Deutscher Innovations-,

Technologie- und Gründerzentren, Fraunhofer

Gesellschaft, Commerzbank, KPMG, Roth

& Rau, Silicon Saxony und VON ARDENNE

Anlagentechnik unterstützt.

Sig

Weitere Infos finden Sie im Internet unter

www.innovationspreis.sachsen.de.


K o N g r e S S

Euregia

euregia 2010: globale Umbrüche,

regionale Lösungen.

Europa steht vor großen Herausforderungen:

Die aktuellen Entwicklungen erfordern innovative

und regionale Lösungen. Lösungen, die

nur in Kooperation mit Experten über alle

Grenzen hinweg erarbeitet werden können.

Vom 25. bis 27. Oktober treffen sich daher

zum 7. Mal internationale Standort- und

Regionalentwickler zur euregia. Im Kongress

und auf der Fachmesse können sich die Fachleute

einen Überblick über aktuelle Projekte,

Finanzierungsmodelle, Netzwerke und Initiativen

sowie EU-Programmlinien verschaffen.

Europäische Bürgerinitiativen und Vereine,

die sich für die Entwicklung ihrer Regionen

einsetzen, erhalten 2010 erstmals die

Chance, ihr Know-how zur euregia zu präsentieren.

Premiere hat zudem die Kontaktbörse

„Wissenschaft und Praxis“. Experten

aus Hochschulen und wissenschaftlichen

Instituten finden hier für ihre anwendungsorientierten

Themen erfahrene Gegenparts

aus der Praxis. Interessierte können sich

über das ausführliche Kongressprogramm ab

sofort unter www.euregia-leipzig.de/kongressprogramm

informieren. rj

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.euregia-leipzig.de.

F A M I L I e

Familienbewusst

Die VNg mit Sitz in Leipzig hat für ihr

Handeln ein Qualitätssiegel bekommen.

Dass die VNG Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft

familienfreundlich arbeitet, wurde ihr

in diesem Jahr von Staatsseite bestätigt. Bundesfamilienministerin

Kristina Schröder und

Peter Hintze, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium,

überreichten den Leipzigern

im Juni die Urkunde. Grund: VNG

bietet flexible Arbeitszeiten und fördert die

Gesundheit der Mitarbeiter durch ein betriebliches

Programm. Des Weiteren wurde erfasst,

worin Mitarbeiter noch mehr unterstützt

werden wollen. Die konkreten Maßnahmen

dafür flossen in eine Zielvereinbarung ein.

Jährliche Berichte dokumentieren, inwieweit

diese erfüllt werden. Nach drei Jahren werden

Ziele und Maßnahmen neu definiert.

Die Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft

ist eine internationale Unternehmensgruppe,

die aus Russland, Norwegen und

anderen Quellen Großkunden und Kommunen

mit Erdgas versorgt. In Deutschland ist

VNG unter den Erdgasimporteuren die

Nummer drei. 2009 erzielte sie mit rund 700

Mitarbeitern einen Umsatz von 4,8 Milliarden

Euro. FM

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.vng.de.

regjo LeIPZIg/HALLe regionale WirtSchaFt 9

leipzig bei Wohnqualität ganz vorne

eine Studie im Auftrag der eU ergab,

dass Leipzig europaweit den besten

Wohnungsmarkt zu bieten hat.

Im Test waren insgesamt 75 Städte aus

den 27 eU-Staaten sowie Kroatien und

die Türkei. Zu den Bewertungskriterien

gehörten neben gebäudezustand, Qualität

des Umfeldes und Mietpreis auch

das Sicherheitsgefühl der Bewohner und

die Sauberkeit der Stadt. obwohl der

Leerstand in Leipzig kontinuierlich sinkt,

punktet die Stadt vor allem mit einem

breiten Angebot an Wohnungen und den

seit jahren relativ stabilen Preisen.

Mit Dortmund (Platz 7), Berlin (Platz 10),

essen (Platz 11) und rostock (Platz 13)

befinden sich noch weitere vier der sieben

bewerteten Städte aus Deutschland

unter den Spitzenreitern. Berlin ist

zugleich die einzige Hauptstadt, die es

unter die Top 20 in Sachen Wohnungsqualität

geschafft hat.

Bundesland Mitteldeutschland

Sowohl Leipzigs oberbürgermeister Burkhard

jung (SPD) als auch die oberbürgermeisterin

der Stadt Halle/Saale Dagmar

Szabados (SPD) fordern eine Fusion

der drei Länder Sachsen, Sachsen-

Anhalt und Thüringen zu einem einzigen

Bundesland.

gründe für die Forderung sind der

demografische Wandel und der damit

verbundene rückgang der Bevölkerung

in der region. Zudem bestehen bereits

Kooperationen über Ländergrenzen hinweg,

die zum Teil durch uneinheitliche

Bürokratie behindert werden. Und

schließlich könnten durch ein Bundesland

Mitteldeutschland erhebliche

Kosten gespart werden, so Szabados.

Als Hauptstadt schlug die Politikerin aufgrund

der Lage und der bestehenden

wirtschaftlichen Kooperation die Kombination

Leipzig-Halle-Merseburg vor.

Bildnachweis: ASMUS Ag; Universität Leipzig; IHK Halle; BN; Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland; Dieter grundmann/Westend; Paarman Promotion; Mese Leipzig; VNg/Dirk Brzoska; Holger Karas


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e N e r g I e

Wettbewerbsverzerrung beseitigen!

Damit Biogaskosten nicht das erdgas regional verteuern, sollte ein bundeseinheitlicher

Wälzungsbetrag solidarisch von der gemeinschaft aller Verbraucher getragen werden.

Ralph Bahke, ONTRAS-Geschäftsführer

Netzvermarktung, ist beileibe kein Biogasgegner.

Für ihn und die Erdgasexperten der

ONTRAS GmbH in Leipzig ist klar, dass jeder

Kubikmeter Biogas im Netz anstelle von Erdgas

die Importabhängigkeit verringert und

vor allem die CO ² -Emissionen mindert.

Trotzdem bereitet ihm der perspektivisch

steigende Biogasanteil im Erdgas Sorgen.

Die Bundesregierung will bis 2020 bis

zu sechs Milliarden Kubikmeter Biogas ins

Erdgasnetz einspeisen. Die Netzbetreiber tragen

die Hälfte der Anschluss- sowie die

gesamten Wartungskosten, können diese

aber innerhalb ihres Marktgebietes wälzen.

Besonders viele Biogasanschlüsse entstehen

aufgrund struktureller Vorteile in den

neuen Bundesländern. Bis zum 30. April

hatte der Ferngasnetzbetreiber ONTRAS rund

110 Anfragen zu einem Biogasanschluss an

sein Netz und davon rund 50 offizielle Netzanschlussbegehren

vorliegen. Mit NAWARO

in Güstrow (unser Bild) ist das erste Vorhaben

bereits umgesetzt. Fünf weitere Erdgasanschlüsse

entstehen derzeit. Durch Biogaskosten

verteuertes Erdgas verzerrt jedoch den

Wettbewerb zwischen den Marktgebieten und

zu anderen Energieträgern. Zudem wird der

Biogas-Wälzungsbetrag in einigen Jahren

höher sein als die regulierten Ausspeisentgelte

der Ferngasnetzbetreiber.

All dies konterkariert mehrere energiepolitische

Ziele. Die Anreizregulierung soll

sinkende Netzkosten bewirken. Doch ein

steigender Biogasanteil beim Erdgas verteuert

den Transport und damit das Produkt. Die

Verbraucher weichen auf andere Energieträger

aus, der Gasverbrauch sinkt. Dadurch

steigen die spezifischen Netzkosten. Dies

steht dem politischen Ziel einer preiswerten

Gasversorgung entgegen. Zudem bringt ein

sinkender Gasverbrauch die Ziele für Klimaschutz

und Versorgungssicherheit in

Bedrängnis. Deshalb meint Ralph Bahke:

„Um all diesen potenziellen Folgen entgegenzuwirken

und die Wettbewerbsverzerrung im

Markt zu beseitigen, muss die Bundesregierung

für einen bundesweit einheitlichen

Biogas-Wälzungsbetrag sorgen. Idealerweise

sollte dieser analog zum Strom solidarisch

von der Gemeinschaft aller Verbraucher in

Deutschland getragen werden.“

Sig

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter www.ontras.com.de.

P r / M A r K e T I N g

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial 11

Good news

Westend. Public relations gmbH aus

Leipzig weiter auf erfolgskurs.

Mit aktuellen Erfolgen untermauert die Leipziger

Westend. Public Relations GmbH ihre

Position unter den führenden PR-Agenturen

Mitteldeutschlands. Seit Jahresbeginn konnten

die Leipziger Kommunikationsprofis

neue Kunden wie den Freizeitpark BELAN-

TIS (Leitagentur), die Kommunalen Wasserwerke

Leipzig (Corporate Publishing) und

die Solarion AG gewinnen. Als Projektaufträge

kamen das WM-Public-Viewing im

Zentralstadion, die Neo-Rauch-Ausstellung

und die Mendelssohn-Gala hinzu.

Unter dem Leitsatz „Kreative Kommunikation

auf allen Kanälen“ bietet die PR-

Agentur Westend maßgeschneiderte Kommunikationslösungen,

ganz nach den individuellen

Anforderungen der einzelnen

Kunden – von der strategischen Konzeption

bis zur operativen Umsetzung. Zu den Kernkompetenzen

zählen Public & Media Relations,

crossmediale Kampagnen, Unternehmenskommunikation,

Social Media, Event-

PR sowie Corporate Publishing (Kunden-

und Mitarbeitermagazine, Geschäftsberichte,

ePaper etc.). MM

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.westend-pr.de.

Bildnachweis: ontras gmbH; Westend. Public relations gmbH


12 advertorial regjo LeIPZIg/HALLe

K U N S T

Keine Spinnerei

Die alte Leipziger Baumwollspinnerei als

Wirtschaftsfaktor

Die Spinnerei ist im fünften Jahr ihrer „Auferstehung“

auf Erfolgskurs. Das belegen die

Besucherzahlen des Frühjahrsrundgangs:

15.000 Kunstinteressierte kamen, um die

aktuelle Produktion der zahlreichen Galerien

zu erleben. Ein Grund zum Freuen. Geschäftsführer

Bertram Schultze ist dabei für die

Unterstützung durch die Sparkasse Leipzig

dankbar: „Wir haben dort einen Kredit zu

regulären Konditionen aufgenommen. Aber

auch das ist nicht selbstverständlich, schließlich

winken viele Banken ab, wenn sie hören,

dass es um ein Kulturprojekt geht“. Natürlich

sei man als GmbH gewinnorientiert. „Aber ich

kenne keine Einrichtung dieser Art, die der

Allgemeinheit derart viel bietet wie die Leipziger

Baumwollspinnerei“, ergänzt Schultze

und das in vielen Fällen kostenlos, wie zum

Beispiel die oben genannten Galerierundgänge

im Frühjahr und Herbst eines jeden

Jahres. 2005 zogen die wichtigsten Galerien

der Stadt auf das Gelände der ehemals größten

Spinnerei der Welt. Inzwischen ist der

Kulturort einer der angesagtesten Umschlagplätze

für Gegenwartskunst.

FM

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.spinnerei.de.

S P o r T + F r e I Z e I T

Beach & Boat

Die Leipziger Messe geht wieder ins und

aufs Wasser.

Die Sachsen lieben das Wasser. Das zeigt sich

auch auf der Beach & Boat, die vom 17. bis 20.

Februar 2011 zum dritten Mal auf der Leipziger

Messe veranstaltet wird. Im Mittelpunkt

stehen die neuen Seenlandschaften rund um

Leipzig und in der Lausitz. Rund 150 Aussteller

zeigen Produkte und Dienstleistungen für

Erholung, Sport und Touristik am Wasser.

Zudem präsentieren zahlreiche Vereine ihre

Angebote, beispielsweise zum Segeln, Tauchen,

Angeln oder Kanufahren. Ein Höhepunkt

der Messe wird erneut der 550 qm

große Pool sein, auf dem verschiedene Wassersportdisziplinen

wie Surfen, Wakeboarden,

Opti-Segeln oder Stand-up-Paddling demonstriert

werden. Mitmachen ist erwünscht – im

Pool ebenso wie im Tauchturm, einem Novum

der Beach & Boat 2011. Unternehmer, Investoren

und Tourismusverbände sind eingeladen,

ihre Erfahrungen und Ideen in den Seenland-Kongress

„Beach & Boat Business“ einzubringen.

Der Kongress am 17. Februar 2010

lotet Chancen für Unternehmertum, Vermarktung

und Projektförderung in den

neuen Seenlandschaften aus. FM

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.beach-and-boat.de.

F r e I Z e I T

Es grünt so grün

Für die Landesgartenschau 2010 hat sich

ganz Aschersleben herausgeputzt.

Vom 24. April bis zum 10. Oktober wird

Aschersleben zum Mekka aller Pflanzenfreunde.

Während der 170 Tage hat die Kasse

von 9 bis 18 Uhr für alle Besucher geöffnet.

Im Vorfeld des Ereignisses hat die Stadt

rund 40 Millionen Euro investiert. Neue

Landschaftsgärten wurden angelegt,

moderne Gebäude errichtet sowie historische

Bauten restauriert. Der berühmte Forschungsreisende

Adam Olearis, selbst gebürtiger

Ascherslebener, bereichert die Landesgartenschau

mit Pflanzungen nach Tierkreiszeichen,

kuriosen Spielskulpturen und

künstlerischen Installationen.

Eine weitere Besonderheit der diesjährigen

Landesgartenschau ist die zentrale

Lage mitten in der Innenstadt. Verteilt auf

mehrere Grünflächen, wird sie nicht nur für

die Dauer der Ausstellung eine Bereicherung

für das Stadtbild. Unter dem Motto Erinnern,

Erlernen und Erholen kann Aschersleben

diesen Sommer neu entdeckt werden.

Rund um die Flora- und Faunaschau des

Jahres finden zahlreiche Veranstaltungen

wie Konzerte, Kabarett und Feste statt. FM

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter

www.landesgartenschauaschersleben2010.de.


M U S I K

„Schwarzgeld“

Das 19. Leipziger Wave-gotik-Treffen zieht

über 20.000 zahlende gäste in die Stadt.

Jedes Jahr zu Pfingsten wird Leipzig schwarz

– wenn das WGT Besucherscharen aus der

ganzen Welt nach Sachsen lockt. Doch nicht

nur wegen ihres friedfertigen und freundlichen

Benehmens werden die Anhänger der

dunklen Subkultur geschätzt; sie bringen

auch jede Menge Bares mit; Schätzungen

des DEHOGA zufolge zwischen 200 und 300

Euro pro Person bei über 20.000 Besuchern.

Axel Hüpkes, Vorstand des sächsischen

Hotel- und Gaststättenverbandes, weiß zu

berichten, dass alle 308 Zimmer des von ihm

als Geschäftsführer betreuten NH Hotels

ausgebucht waren, obwohl das Haus an der

Messe eher zentrumsfern liegt: „Fast alle

Hotels in Leipzig sind über Pfingsten ausgebucht“,

so Hüpkes, „und die Kundschaft

kommt aus aller Welt: Wir hatten Gäste aus

Oslo, Kanada, sogar Neuseeland. Das sind

auch Leute im fortgeschrittenen Alter, die

nicht mehr auf dem Zeltplatz übernachten

wollen.“ Doch auch der Einzelhandel profitiert

von den Besuchern; so manches Unternehmen

würde sich einen verkaufsoffenen

Pfingstsonntag wünschen. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.wave-gotik-treffen.de.

K U L T U r

Weltkultur

Feierlichkeiten zum 10. jahrestag im Weltkulturerbe-gartenreich

Dessau-Wörlitz.

Seit November 2000 zählt das Gartenreich

Dessau-Wörlitz zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf circa 142 Quadratkilometern vereinen

sich Schlösser, Parkanlagen, Gartenplastiken

und weitere Kleinarchitekturen zu

einem einmaligen Ensemble. Dieses Gesamtkunstwerk

geht vor allem auf das Wirken

von Fürst Franz von Anhalt-Dessau zurück.

Für Pflege und Erhalt der Anlagen ist

die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz zuständig.

Zusammen mit ihren Kooperationspartnern

bietet sie vielvältige Unterhaltung während

des „Gartenreichsommers 2010“. Von Mai

bis September wird das zehnjährige Jubiläum

begangen. Die Schlösser und Gärten

werden zu Bühnen für Konzerte, Theater

und andere Darbietungen. Am 21. und 22.

August erreicht das „Fest der Sinne“ mit

dem offiziellen Festakt seinen Höhepunkt.

An beiden Tagen finden Kremserfahrten,

Konzerte und Sonderführungen durch die

Parkanlagen und Gebäude statt. Gekrönt

werden die Feierlichkeiten am Abend durch

die Eruption des künstlichen Vulkans auf

der Insel „Stein“. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.gartenreich.com.

regjo LeIPZIg/HALLe Freizeit 13

Schönes, historisches leipzig!

Die Kulturstiftung Leipzig, der Passage-

Verlag und die Leipzig Tourismus und

Marketing gmbH haben in Kooperation

einen historischen Stadtplan für Leipzig

erstellt. Insgesamt wurden 82 Häuser

und gebäudeensembles aus den jahren

1871 bis 1918 in den Architekturstadtplan

aufgenommen. er spiegelt alle

Facetten des gründerzeitlichen Lebens

wider. Touristen und einheimische

haben so die Möglichkeit, die verschiedenen

Stadtviertel abseits der üblichen

touristischen routen zu erkunden: die

Arbeiterunterkünfte im osten, das bürgerliche

Wohnen im Waldstraßenviertel

oder die Industriearchitektur in Plagwitz.

Der Stadtplan informiert über die

gebäude mit Bildern und kurzen, prägnanten

Texten. Der historische Stadtplan

ist in vielen Buchhandlungen der

Stadt sowie in der Leipzig-Information in

der richard-Wagner-Straße 1 erhältlich.

Familienfreundliche Metropolregion

Die Metropolregion Mitteldeutschland

engagiert sich für ein attraktives und vor

allem familienfreundliches Umfeld.

Dazu hat die Ag „Familienfreundlichkeit

der Metropolregion Mitteldeutschland“

18 Leitlinien als Handlungsorientierung

erarbeitet. Da gute Bedingungen ein entscheidener

Standortfaktor sind, soll das

Angebot in den Bereichen „Kommunikation,

Beteiligung und Qualität“, „Vereinbarkeit

von Familie und Beruf“, „Wohnsituation

und -umfeld“, „Bildung und

Ausbildung“ sowie „Freizeit, Sport und

Kultur“ ausgebaut werden.

Die Leitlinien richten sich sowohl an politische

entscheidungsträger und Kommunen

als auch an öffentliche und private

Bildungsträger und

Wohnungsanbieter. Für Interessierte findet

am 20 oktober 2010 in Leipzig im

Neuen rathaus eine kostenlose Fachtagung

statt

Bildnachweis: Thomas riese; Messe Leipzig; Laga; KsDWBildarchiv, Heinz Fräßdorf; Stadtarchiv Dessau-roßlau / Sven Hertel


Vier Sterne für die Umwelt

In Mitteldeutschland wetteifern vier Hotels um das bessere Bio- bzw. Nachhaltigkeitskonzept. Umweltverträglich und in

schöner Lage sind sie alle.

Text: Marko T. Hinz

Fotografie: Naturresort Schindelbruch, Bio-Seehotel Zeulenroda, Bio- & Nationalparkhotel Helvetia

„Der Zimmerfernseher sollte mit dem Hauptschalter ein- und ausgeschaltet

werden“, bittet die Rezeptionistin des „Schindelbruch“ den

Gast. Dieser lässt gern den roten Knopf auf der Fernbedienung unberührt

– schließlich vermeidet er so den stromverschwendenden Dauerbetrieb

des teuren Flachbildschirms. Und die vielen Broschüren

über das Hotel und die Umgebung können natürlich dem Empfang

zurückgegeben werden, „wenn man sie nicht mehr braucht“. Das

Naturresort unterhalb des Auerbergs in Sachsen-Anhalt achtet auch

bei solchen Details auf Nachhaltigkeit. Zu Planwirtschaftszeiten war

das heutige Vier-Sterne-Superior ein Betriebsferienobjekt. 2008

wurde es nach kompletter Sanierung ein weitläufiges Resort – und

Das „Schindelbruch“ liegt inmitten des Biosphärenreservats Karstlandschaft

Südharz – und will seinen Teil zum Schutz der Umwelt beitragen.

nicht nur das. Die Eigentümer, die Jagd- und Forstgesellschaft Stolberg/Harz

mbH, ließen sich von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung

im brandenburgischen Eberswalde bei der klimaneutralen

Umgestaltung unterstützen. Die Professoren des Studiengangs Nachhaltiges

Tourismusmanagement entwickelten ein Konzept, wie der

Ausstoß des Treibhausgases CO ² verringert bzw. durch den Erwerb

von Zertifikaten für klimaschützende Projekte kompensiert werden

kann. Dieses Konzept führte zu messbaren Erfolgen, wie Hoteldirektorin

Sabine Waske stolz berichtet: „Bis zur Sanierung wurden vom

‚Schindelbruch‘ 500 Tonnen Kohlendioxid jährlich ausgestoßen, seit

2009 sind es nur 160 bis 170 Tonnen!“ Und das bei doppelter Fläche,

wie Waske betont. „Wir verbrennen Holzpellets statt Heizöl und setzen

auf Öko- statt Atomstrom“, zählt die Direktorin auf. Seit Mai ist

auch von außen ein wichtiger Schritt hin zur autarken Elektroenergieerzeugung

zu sehen: die Photovoltaik-Anlage mit einer sogenannten

elektrischen Scheinleistung von 100 Kilovoltampere. Damit will

man bis zu 65 Prozent des benötigten Stroms vor Ort produzieren. Die

Selbstversorgung geht noch weiter: „Wir bereiten unser Trinkwasser

aus Oberflächenwasser auf, Abwasser wird in einer hauseigenen

Anlage geklärt“, erläutert die Leiterin des Naturresorts. Auch bei den

Lieferanten achtet man auf umweltschonendes Wirtschaften. In der

Leipziger Wäscherei zum Beispiel, die für saubere Laken im „Schindelbruch“

sorgt, wurden in den vergangenen zwei Jahren 3,5 Millionen

Euro in neue Technik investiert. Ergebnis: ein um 600.000 Kilo-


Nachhaltig übernachten

Für umweltfreundliches reisen (ob mit oder

ohne Bioverpflegung) muss niemand mehr auf

Annehmlichkeiten verzichten. Sowohl das

„Naturresort Schindelbruch“ bei Stolberg als

auch das „Bio-Seehotel Zeulenroda“ und das

„Bio- & Nationalparkhotel Helvetia“ können

mindestens vier Sterne vorweisen(v.l.n.r.). Das

„Schindelbruch“ ist sogar ein Superior-Haus.

gramm geringerer Kohlendioxidausstoß pro

Jahr, 20 Prozent weniger Heizkosten, Elektroenergie-

und Erdgasverbrauch und ein

ebenso stark verringerter Waschmitteleinsatz.

Wichtig ist Waske bei allen klimaneutralen

Maßnahmen, dass kein Gast auf etwas

verzichten muss, was er an Luxus von einem

Oberklasse-Hotel erwarten kann.

Die aufwendigen Maßnahmen wurden

vom Land Sachsen-Anhalt gewürdigt – es

hat das „Schindelbruch“ im August 2009 als

erstes klimaneutrales Hotel des Bundeslandes

(und sogar Mitteldeutschlands) ausgezeichnet.

Sachsen-Anhalts erstes Biohotel heißt

„Erbprinzenpalais“ und befindet sich ebenfalls

im Harz, in Wernigerode. Das familiär

geführte Haus bietet wie das „Schindelbruch“

Wellness mit Naturkosmetik. Da in

Wernigerode der Bioaspekt im Vordergrund

steht, stammen alle Speisen aus biologischer

Landwirtschaft oder aus Wildfang bzw.

Wildsammlung. Das „Erbprinzenpalais“ ist

Mitglied des im österreichischen Tirol ansässigen

Vereins „Bio-Hotels“. Auf Nachhaltigkeit

wird auch im ehemaligen Wohnsitz der

Fürsten zu Stolberg-Wernigerode geschaut,

das heißt, sich möglichst von ortsansässigen

Biolandwirten beliefern zu lassen. Dies fördert

den Betreibern des jetzigen Vier-Sterne-

Hotels zufolge regionale Eigenheiten und

schont die Ressourcen durch kurze Transportwege.

Um den strengen Kriterien der

„Bio-Hotels“ Genüge zu tun, muss jeder Einsatz

von nicht biologisch erzeugten Lebensmitteln

genehmigt werden. „Für Hasseröder

Bier und Rotkäppchensekt mussten wir

einen Antrag stellen“, sagt Hoteldirektor

Lothar Schmidt. „Aber natürlich schenken

wir auch Neumarkter Lammsbräu aus, wenn

jemand Biobier wünscht.“ Wie haben sich

die Buchungszahlen verändert? „Positiv!

Ungefähr zehn Prozent unserer Gäste legen

Wert auf das Biosiegel“, freut sich Schmidt.

Das einzige Biohotel im Freistaat Sachsen

liegt im Elbsandsteingebirge, im Bad

Schandauer Ortsteil Schmilka, und nennt

sich „Bio- & Nationalparkhotel Helvetia“.

1894 als Wirtschafts- und Schankhaus der

benachbarten „Villa Waldfrieden“ errichtet,

wurde es 2009 Mitglied bei „Bio-Hotels“. Hat

sich der Umbau gelohnt? „Ja, es gab im Jahresvergleich

11 Prozent mehr Buchungen,

obwohl wir erst seit März 2009 Gäste nach

dem neuen Konzept empfangen“, sagt Anne

Jungowitz, beim Vier-Sterne-Haus für Pressearbeit

zuständig. Das von der ortsansässigen

Albergo GmbH betriebene „Helvetia“

Für das „Bio-Seehotel Zeulenroda“ steht Nachhaltigkeit

auf drei Säulen: Ökonomie, Ökologie

und soziales engagement.

hat seit der Umwidmung die Zimmerpreise

erhöht. Aber: „Dafür bekommt der Gast mehr

Leistungen. Das Frühstück ist jetzt reichhaltiger,

abends gibt es ein Vier-Gänge-Menü,

die hoteleigene Sauna ist auch kostenlos“, so

Jungowitz. Die meisten Stammgäste seien

geblieben und fänden das neue Konzept gut.

Auch der Freistaat Thüringen kann eine

nachhaltig wirtschaftende Herberge auf Vier-

Sterne-Niveau vorweisen: das „Bio-Seehotel

Zeulenroda“, betrieben von der – ebenfalls in

Zeulenroda ansässigen – Bauerfeind AG,

einem Hersteller medizinischer Hilfsmittel

wie Kompressionsstrümpfen, Bandagen und

Orthesen. Direktor Oliver Hasert betont, dass

regjo LeIPZIg/HALLe Freizeit 15

Zeulenroda das erste Biohotel in Deutschland

sei, das zugleich klimaneutral arbeite.

Als Messgröße dient dabei der sogenannte

„touristische Fußabdruck“ – so wie in anderen

klimaneutral wirtschaftenden Hotels. Er

beschreibt, wie viel Kohlendioxid durchs

Reisen entsteht. Dazu zählen das für die An-

und Abreise gewählte Verkehrsmittel, die

Beherbergung, die Verpflegung und die Aktivitäten

am Urlaubs- oder Tagungsort. Die

nicht vermeidbaren Restemissionen werden

schließlich durch den Kauf von CO ² - Zertifikaten

für Klimaschutzprojekte kompensiert.

Auf die angebotene Klimaneutralität legten

vor allem die Tagungsgäste Wert, erläutert

der Hotelchef: „Jeder Teilnehmer erhält von

uns eine Urkunde, in der die eingesparte

Menge Kohlendioxid aufgeführt ist. Ihre

Arbeitgeber können so eine bessere Klimabilanz

vorweisen.“ Das „Bio-Hotels“-Mitglied

habe für einen möglichst kleinen Klima-

Fußabdruck alle Prozesse im Blick. Dazu

gehörten Lebens- und Reinigungsmittel bzw.

Körperpflegeprodukte, des Weiteren die von

den Mitarbeitern auf ihren Arbeitswegen

benutzten Verkehrsmittel sowie die Logistik

der angelieferten Ware. „Wir kennen auch

den Kuhtransport unserer Lieferanten“,

beteuert Hasert. Die Kuh kommt natürlich

vom Biobauern, denn „Bio ist aktiver

Umweltschutz“. Und die lässt sich schützen,

indem man zum Beispiel den Fernseher

ordentlich ausschaltet – egal, ob zu Hause

oder im Hotel.

Weitere Infos unter www.schindelbruch.de,

www.erbprinzenpalais.de, www.hotelhelvetia.de

und www.bio-seehotel-zeulenroda.de.


Interview: regine Aselmann Fotografie: Christian Hüller

regjo LeIPZIg/HALLe intervieW 17

»Ohne Leidenschaft geht es nicht.«

Die reiterin Susanne rowehl über ihr Leben zwischen Berufung und Beruf auf dem gestüt in radegast. Verantwortlich für

die Pflege und Ausbildung der Pferde ist für sie die grenze zwischen Arbeit und Freizeit oftmals fließend.

Das glück der erde liegt auf dem rücken der Pferde, sagt man. Sind

Sie glücklich?

Seit ich zwölf Jahr alt bin, kann ich mir eigentlich nichts anderes

vorstellen, als mit Pferden zusammen zu sein und zu arbeiten. Neun

Jahre lang haben mein Lebensgefährte und ich das Gestüt gemeinsam

betrieben. Seit dem Unfalltod meines Lebensgefährte im vergangenen

Jahr bin ich nun zusammen mit der Familie Vogel für die Zucht

verantwortlich, und das ist manchmal schon auch hart. So sehr ich

die Arbeit mit den Tieren auch liebe, ist der Arbeitsalltag meist doch

eher von der Konzentration auf die Notwendigkeiten geprägt. Trotzdem

kann ich mir nur schwer etwas anderes vorstellen. Das hier ist

mein Leben. Und ich erfahre unglaublich viel Unterstützung, vor

allem in der Familie.

Das gestüt ist das ehemalige Landesgestüt von Sachsen-Anhalt.

Wie ist es zu dem Kauf gekommen?

Ursprünglich bestand das Landesgestüt aus zwei Betrieben: Radegast

und Prussendorf, wobei Prussendorf damals gar nicht dem Land

gehörte. Beide Betriebe aufrecht zu erhalten wurde irgendwann zu

teuer. Man beschloss Prussendorf zu kaufen und Radegast wegen

seiner Größe zu verkaufen. Neben den Hofgebäuden und standen in

der Ausschreibung auch 300 Hektar Land. Das rief natürlich auch

Spekulanten auf den Plan, aber letztendlich hat man sich dann für

die Familie Vogel, entschieden. Sie brachten nicht nur die notwendige

Erfahrung, sowohl im Bereich der Pferdezucht als auch in der Landwirtschaft,

sondern auch das ausreichende Herzblut mit. Das hat am

Ende wohl den Ausschlag gegeben. Vor allem die Zucht von Trakehnern

hat in der Familie Tradition. Ralph hat die Zucht von seinem

Vater quasi übernommen und ein paar richtig gute Pferde mitgebracht.

Und sein Vater stand uns immer mit seinem Rat zur Seite,

wenn wir mal nicht weiter wussten.

Seit etwa zehn jahren betreiben Sie nun das gestüt – und das mit

einigem erfolg…

Es lief und es läuft tatsächlich ganz gut für uns. Ich denke, wir haben

uns im Laufe der Jahre einige schöne Erfolge erarbeitet. Erst vor

einigen Monaten wurde unser zweiter Hengst gekört, also Zuchtzulassung,

gebracht. Das bringt uns weiteres Renomee und macht selbst-

verständlich auch ein bisschen stolz. Natürlich kostet es auch viel

Geld, das alles aufrecht zu erhalten, und immerhin stehen zu den

Hochzeiten um die 150 Pferde auf dem Hof - natürlich nicht alles

unsere. Reich kann man davon nicht werden, und ab und zu gehört

eben auch etwas Glück dazu. Es ist ein jahrelanger Prozess, bis die

Pferde verkauft werden können, da muss man schon auch einen

langen Atem haben. Erst nach drei Jahren, wenn wir sie zum ersten

mal reiten und fühlen, offenbart sich das tatsächliche Potenzial eines

Pferdes. Natürlich hat man sie drei Jahre lang im Auge, aber man

schaut sie sich bis dahin dann doch nicht so intensiv an. Und nicht

jedes Pferd, das die physischen Voraussetzungen mit sich bringt, ist

am Ende auch ein gutes Reitpferd. Es gehört ja nicht nur dazu, wie

gut es sich bewegt oder wie gut es springen kann, sondern auch, wie

gut es reitbar ist. Es gibt welche, die sich toll bewegen können, aber

schwer zu reiten sind. Andere haben einen ganz normalen Gang,

sind dafür aber super zu reiten. Die Kombination aus beiden positiven

Eigenschaften ist selten.

Haben Sie ein Lieblingspferd?

Das ist derzeit die Ostia. Auf ihr bin ich die letzten Turniere geritten.

Die Namensfindung war gar nicht so leicht. Die Trakehner werden

ja alle nach der Mutter benannt. Deswegen muss es immer was mit

„O“ sein. Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich da noch was

einfallen zu lassen.

Ist es schwer, sich dann wieder von einem Pferd zu trennen?

Das versuchen wir professionell zu sehen. Schließlich geht es in der

Pferdezucht genau darum: Großziehen und Verkaufen. Wir haben

uns zudem immer darum bemüht, die Pferde, die wir gezüchtet

haben, auch selber in den Sport zu bringen, und dann so schnell wie

möglich zu verkaufen. Vor allem die Wallache und die Hengste, bei

denen man absehen kann, dass es für die Körung nicht reicht. Die

Stuten behalten wir. Die reiten wir erstmal ein bisschen und züchten,

und gucken uns die Ergebnisse an. Erst dann stellt sich die Frage:

weitermachen oder verkaufen.

Das Ausbilden und reiten ist dabei Ihr Teil der Aufgabe?

Ja, aber ich versuche mich ein bisschen daraus zurück zu ziehen. Für


mich steht nicht das Turnier im Mittelpunkt,

sondern die Ausbildung der Pferde. Und wir

haben zwei wirklich tolle Lehrlinge, die mir

eine große Hilfe sind: Kenneth Domdey ist

bereits fertig, und ich hoffe dass er bleibt. Es

ist gar nicht so leicht talentierten männlichen

Nachwuchs zu finden. Seine Sparte ist die

Zucht. Er hat in den vergangenen Monaten

viel Verantwortung übernommen. Er ist erst

19, aber er macht das wirklich gut. Stefanie

Piep reitet sehr gut und ich habe ihr da jetzt

auch schon viel überlassen. Wir teilen uns

das. Ich reite zu Hause und sie reitet auf dem

Turnier. Ich mache das ja nun schon so lange,

und sie kann es auch, und soll und muss es

ja auch lernen. Ich freue mich für sie, wenn

sie Erfolge hat. Ich sehe mich da manchmal

selber vor 20 Jahren, als ich genauso gefördert

wurde.

Wie und wo haben Sie reiten gelernt?

Durch Learning by doing. Mit 12 Jahren hat

es angefangen. Schon damals war ich mich

ständig auf einem Hof in der Nähe unseres

Hauses, so ähnlich wie dieser hier. Meine

Eltern haben das nie verstanden, in unserer

Familie hat eben niemand etwas mit Pferden

zu tun. Ich habe trotzdem so gut wie meine

gesamte freie Zeit dort verbracht. So hat sich

das ergeben. Ich war wohl auch irgendwie

talentiert - und ich hatte Glück: durfte

anfangs mal ein Pferd putzen und dann ab

und zu auch mal reiten. So bin ich dazu

gekommen. Ich habe das einfach durchgezogen.

Mein Mentor, für den ich damals geritten

bin, hat irgendwann zu mir gesagt, ich

solle eine Ausbildung machen, aber nichts

mit Pferden, sondern einen richtigen Beruf

und dann solle ich mir das noch mal überlegen.

Ich habe dann bei einem Bekannten

eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau

gemacht, in diesem Beruf aber nie gearbeitet.

Ich bin immer irgendwo geritten, habe die

Pferde anderer Leute bewegt und ausgebildet

und mir damit mein Geld verdient.

Lange galt reiten ja als ein eher elitärer Sport.

Hat sich das geändert?

Der Reitsport ist inzwischen auch im Breitensport

angekommen. Viele Leute halten

sich hier ihre Pferde, auf einer kleinen Wiese

oder in einem Stall hinterm Haus, dadurch

ist das Pferd erschwinglich geworden. Von

Zuhause kenne ich das so gar nicht. Es gibt

hier einige, die ernsthaft Turniersport betreiben.

Die bezahlen für ein gut ausgebildetes

Pferd auch ein bißchen Geld. Wenn man Turniere

reiten will, dann spielt Qualität eben

eine Rolle, auch reiterlich.

Was unterscheidet diesen Sport von anderen

Sportarten?

Reiten bedeutet auch immer Verantwortung.

Wenn ich heute keine Lust habe Tennis oder

Fußball zu spielen, dann lasse ich es. Aber

wenn ich keine Lust habe, mein Pferd raus

zu holen, das geht eben nicht. Und am

Wochenende geht es dann auf die Turniere,

was ja auch mit Aufwand verbunden ist. Man

muss immer dran bleiben. Natürlich ab und

zu auch unter Anleitung. Mir ist ganz wichtig,

auch jetzt noch, dass immer mal einer

mit hinschaut. Früher hat das auch Ralph

gemacht. Da hab ich schon mal Mecker

gekriegt, aber es hilft. Und es ist gut, Leute

zu haben, zu denen man ab und zu zum Training

fährt. Das kommt allerdings selten vor,

vielleicht einmal im Jahr.


eiten Sie auch mal einfach aus oder fahren in den Urlaub?

Ich bin überhaupt kein Freund von „ins Gelände reiten“. Ich weiß

daher kaum, wie es hier rundherum so aussieht. Ich höre von vielen,

dass es ein paar sehr schöne Reitgegenden gibt, aber ich nutze das so

gut wie nie. Ich war mal an der Nordsee zum reiten, am Strand.

Herrlich. Ansonsten gab es jahrelang für uns eigentlich nichts anderes

als die Arbeit. Es war einfach selbstverständlich. Wir haben jede freie

Minute in den Hof gesteckt. Irgendwann haben wir uns dann auch

mal Zeit für Urlaub genommen und sind ein bisschen herumgekommen:

Österreich, Ungarn, Schweiz, Frankreich - aber meist nur

wenige Tage und auch das hatte meistens mit Pferden zu tun. Jetzt

versuche ich mir mehr und mehr ein paar Freiräume zu schaffen.

Mit einer Freundin war ich bereits drei mal in New York. Im Februar,

wenn es hier ein bisschen ruhiger ist. Ich liebe diese Stadt.

Nächstes jahr werden in Leipzig die Weltcup-Finals im Springreiten,

Dressurreiten und gespannfahren ausgetragen. Ist das für Sie etwas

besonderes? Und wie wichtig ist das für die region?

Das ist was ganz besonderes. Vor allem, weil dort alle Disziplinen

ausgetragen werden. Das gab es noch gar nicht. Wir haben auch

schon Karten und freuen uns schon sehr. Wichtig war und ist aber

auch immer das Turnier im Januar im Rahmen der Partner Pferd. Da

trifft man alle, die etwas mit Reitsport zu tun haben - nicht nur aus

der Region. Man redet viel und tauscht sich aus, die Halle ist immer

voll und es herrscht eine ganz tolle Stimmung. Das gehört irgendwie

einfach dazu.

Susanne Rowehl

regjo LeIPZIg/HALLe intervieW 19

wurde 1967 in osnabrück geboren. Als 12jährige entdeckte sie ihre Liebe

zu den Pferden. Auch eine Ausbildung als großhandelskauffrau hielt sie

nicht davon ab, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. 1995 kam sie auf

das gestüt in radegast - damals noch Landesgestüt von Sachsen-Anhalt.

Hier lernte sie Ihren späteren Lebensgefährten, den Pferdezüchter ralph

Vogel, kennen, der 1999 zusammen mit seinem Bruder Carsten das gestüt

übernahm. gemeinsam bewirtschaften sie das gestüt und züchten seither

erfolgreich Trakehner und Deutsche Sportpferde. Neben der Arbeit auf dem

Hof ist sie für die Pflege und Ausbildung der Pferde verantwortlich und präsentiert

diese auf Turnieren.

Sie verdienen bis heute Ihr geld mit dem, was andere als Hobby

betreiben und wovon Millionen junge Leute träumen. Aber Ist das

alles nicht auch manchmal einfach anstrengend?

Natürlich ist es manchmal belastend, wenn man auch am Sonntag

früh um 4 Uhr aufstehen muss, um auf die Turniere zu fahren, und

draußen gießt es in Strömen. Das ist schon manchmal eine Überwindung.

Es gab auch mal Tage, an denen wir zu Hause geblieben sind.

Aber das passiert vielleicht in einem von 50 Fällen. Das alles kostet

ja auch eine Stange Geld. Man muss Nenngeld bezahlen, die ganze

Vorbereitung, die Fahrerei und das Equipement - das muss man schon

auch rechtfertigen können. Jetzt im Sommer kutschiere ich am

Wochenende unsere Auszubildende, die Stefanie, zu den Turnieren,

schaue mir das an, helfe und gebe ihr Tipps, wie es zu machen ist.

Das ist dann unsere Freizeit. Wir Reiter untereinander sagen manchmal:

Wir sind so doof, wir rackern jeden Tag von morgens 6.30 Uhr

bis eigentlich um 16 Uhr, aber vor 18 Uhr geht eh keiner heim. Und

am Wochenende noch die Turniere… Der Lohn ist die Freude, durch

die Erfolge bestätigt zu sehen, dass die Arbeit hier während der Woche

richtig war.

Was machen Sie, wenn Sie einmal wirklich freie Zeit haben?

Wenn ich mal wirklich frei habe, dann beschäftige ich mich mit Hausputz,

Bügeln, Waschen, auf dem Sofa liegen und Fernsehen schauen.

Oder wir sitzen alle, die wir hier wohnen, zusammen und reden – wie

könnte es anders sein - über Pferde (lacht). Ohne Leidenschaft geht

es wohl nicht.


Reiheins

MUSICAL LANDSCAPES

SÜDAMERIKA

6. FEBRUAR 2011

USA

10. APRIL 2011

KARTEN & INFO: 0341.14 14 14

www.mdr-sinfonieorchester.de | www.mdr-rundfunkchor.de

POLEN

15. JANUAR 2011

ITALIEN 11. SEPTEMBER 2010 JAPAN 2. OKTOBER 2010

INDIEN 20. MÄRZ 2011

30. APRIL 2011

CHINA

4. JUNI 2011

SCHWEIZ


Seglerparadies

regjo LeIPZIg/HALLe theMa 21

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Die Segelreviere Mitteldeutschlands bieten weitaus mehr und

lenken die Aufmerksamkeit der Segelgemeinschaft auch mit internationalen Wettbewerben auf die region.

Text: Doris Schumann Fotografie: regine Aselmann

Mitteldeutschland entwickelt sich immer mehr zu einem

Paradies für Segler. Die Auswahl an bereits befahrbaren

Flüssen und Seen lässt das Seglerherz höher schlagen und

durch die ständig fortschreitende Umnutzung ehemaliger

Tagebaugebiete entstehen in den kommenden Jahren noch

weitere Reviere. In Thüringen lässt sich das Segeln mit dem

Genuß der Bergwelt verbinden. Eingebettet zwischen den

Hügeln des Thüringer Landes laden viele Talsperren zum

„Gebirgssegeln“ ein. Die Elbe ist das längste Segelrevier

Sachsens und Sachsen-Anhalts und ergänzt das große Segelangebot

der Seenlandschaften.

Im Lausitzer Seenland in Sachsen bietet der Senftenberger

See auf 13 Quadratkilometern hervorragende Segelbedingungen.

Das dortige Wassersportzentrum verfügt über

ca. 50 Land- und 34 Wasserliegeplätze. Einer der größten

Seen Mitteldeutschlands mit 12 Quadratkilometern ist der

Goitzschesee bei Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Dreh- und

Angelpunkt des Segelgeschehens ist die Marina Bernsteinsee

am östlichen Ufer. Über die 100 Wasser- und 40 Landliegeplätze

hinaus bietet die Marina noch Liegeplätze für Gäste

an. Seit 2008 existiert zudem eine Kooperation der ganz

besonderen Art, das sogenannte Seen-Hopping. Jeder, der

einen Liegeplatz bei der Marina Bernsteinsee oder am Cospudener

See gemietet hat, kann für vier Wochen im Jahr

sein Boot an den jeweils anderen See verlegen und ohne

weitere Liegekosten ein neues Revier befahren. Der ebenfalls

als Tagebaufolgelandschaft entstandene Cospudener See

im Süden von Leipzig ist mit 4,4 Quadratkilometern Was-

serfläche kleiner. Dennoch ist der See für Segler so gut

geeignet, dass er seit 2007 auch eine Wettkampfstätte des

internationalen BMW Sailing Cups bildet. Im Hafen am

Ostufer erwarten den Segelfreund 130 Wasser-, 100 Landliegeplätze,

Gästeplätze und weitere Freizeitangebote. Wie

auch die beiden anderen Marinas, bietet das Pier1 umfassende

Dienstleistungen rund um das Segeln. Dazu gehören

Reparaturen, Segelkurse, Strom- und Wasseranschlüsse an

den Liegeplätzen, Entsorgungsanlagen und ein gutes gastronomisches

Angebot. Die Leistungen der Krananlagen an den

drei Seen liegen zwischen 3,3 und 4 Tonnen. Mit der Erwei-

Das Seen-Hopping stellt eine kostengünstige Möglichkeit dar,

benachbarte Segelreviere kennen zu lernen.

terung des Leipziger Gewässerverbundes ab 2014 wird der

südlich gelegene Zwenkauer See in das Segelrevier mit eingebunden.

Ein weiterer Blick in die Zukunft zeigt das Entwicklungspotential

der Region im Bereich Wassersport. Noch in

diesem Jahr wird der größte künstliche See Deutschlands,

der Geiseltalsee bei Mücheln, nutzbar. Die Marina Mücheln

wird künftig Seglern ein großes Serviceangebot und 200

Wasserliegeplätze zur Verfügung stellen.

Weitere Info finden Sie im Internet unter www.segeln-tsv.de,

www.segeln-sachsen.de und www.lsv-sa.de.


SACHSEN Sail – Zehn Jahre im Wind

eine Seefahrt, die ist lustig ... Das wissen auch sächsische Unternehmer und Führungskräfte und gehen für den

Freistaat auf Tour, genauer gesagt: auf Törn.

Text: Frank Mayer Fotografie: Sachsen Sail Club Leipzig e. V.

In diesem Jahr wird es sie zum zehnten Mal geben: die SACHSEN

Sail. Seit 2000 bildet sich einmal im Jahr eine hochkarätige Mann-

bzw. Frauschaft aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Medien.

Die Segelfreunde gehen an Bord eines Windjammers, um den weißgrünen

Freistaat national und international bekannter zu machen –

und nicht zuletzt, um neue nützliche Kontakte zu knüpfen.

Die diesjährige Seereise findet rund um das schwedisch-deutsche

Wirtschaftstreffen vom 31. Juli bis 2. August statt. Weitere Ziele

Schweden ist und bleibt ein wichtiger Absatzmarkt für die deutsche

Wirtschaft.

des viertägigen Segeltörns sind das Businessforum zur 20. Hanse Sail

und das Baltic-Forum in Rostock-Warnemünde. Die Schirmherrschaft

über die segelnden Sachsen übernimmt Leipzigs Oberbürgermeister

Burkhard Jung, der auch beim Wirtschaftstreffen in Stockholm

dabei sein wird. Als eine der außergewöhnlichsten Plattformen

für kulturelles und ökonomisches Netzwerken in der Ostseeregion

bietet der renommierte Wirtschaftsclub Briggen Tre Kronor den

sächsischen Unternehmern sowie zahlreichen Persönlichkeiten aus

Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur anlässlich eines mariti-

men Abendempfangs am 1. August Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Einen Tag später ist ein Empfang im markantesten Wahrzeichen

Stockholms, dem repräsentativen Rathaus „Stadshuset“ und

Ort der alljährlichen Nobelpreisfeierlichkeiten, geplant. Am selben

Tag geht’s dann endlich an Bord – in diesem Jahr ist es die „Krusenstern“

(weltweit bekannt unter der englischen Transkription: „Kruzenshtern“,

siehe auch Infokasten).

Warum widmet sich die SACHSEN Sail 2010 einem nordeuropäischen

Markt? Einerseits ist und bleibt Schweden ein wichtiger

Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft. Andererseits ist Deutschland

sowohl Schwedens wichtigster Importeur als auch Exporteur.

Deutsche Unternehmen schätzen den Ostseeanrainer aufgrund der

industriellen Nachfrage, der Aufgeschlossenheit und der hohen

Kaufkraft der Abnehmer. Als Wachstumsbranchen und -märkte gelten

neben dem Energiesektor die Verkehrs- und Gebäudetechnik,

Medizintechnik, Pharmaindustrie, außerdem administrative, IT- und

technische Dienstleistungen. In der Energiebranche ist Schweden

besonders in der Netz- und Anlagenmodernisierung, bei erneuerbaren

Energien sowie mit Maßnahmen zur Energieeffizienz führend.

Dass Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen können,

beweisen „Kapitäne“ wie Hans-Jürgen Zetsche, Geschäftsführer von


Leinen los !

Sobald das Schiff von nichts als Wasser umgeben ist, wird der Kopf

frei für neue Visionen und der Blick für neue Horizonte geöffnet.

Taxi 4884 und Präsident des Sachsen Sail

Club Leipzig e.V. oder Hartmut Bunsen,

Geschäftsführer der Messeprojekt-Gruppe,

Präsident des Unternehmerverbands Sach-

Der Sachsen Sail Club Leipzig e. V. kümmert

sich um einen erlebnisreichen Törn.

sen und Vizepräsident der Industrie- und

Handelskammer zu Leipzig. Zetsche über die

SACHSEN Sail: „Die wesentliche Triebkraft

der SACHSEN Sail ist seit Jahren nicht nur

der Wind, auch wenn wir mit Segelschiffen

unterwegs sind. Sondern es sind in besonderem

Maße auch das Engagement, der Wille

und das Ziel der Teilnehmer aus Wirtschaft,

Wissenschaft, Kultur, Medien und Politik,

neue Erfahrungen zu sammeln und neue

Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu

vertiefen.“ Die SACHSEN Sail biete dazu

eine belastbare Plattform, so der Clubpräsi-

dent. Was daraus entsteht, könne und müsse

jeder Teilnehmer selbst gestalten. „Insofern

ist jede SACHSEN Sail von Einmaligkeit

geprägt und das nicht nur am jeweiligen Ziel

der Reise, sondern eben auch durch das entstehende

Netzwerk und die Freundschaften

während einer Tour.“

Kein Wunder, dass auf so einer Tour

zahlreiche Geschäftsbeziehungen und Projektideen

ihren Anfang nahmen und erfolgreich

zum Abschluss gebracht wurden. Zehn

Jahre im Wind bedeuten auch unvergessliche

Momente an Bord zwischen Takelage,

rauer See und stimmungsvollen Sonnenuntergängen.

Und der Sachsen Sail Club Leipzig

sorgt dafür, dass auch die Segeltour nach

Schweden zu einem Erfolg wird.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.sachsensail.de.

regjo LeIPZIg/HALLe theMa 23

Die „Krusenstern“ wurde 1926 als

„Padua“ auf der Werft j. C. Tecklenborg

in Bremerhaven-geestemünde als letzte

frachtfahrende Viermastbark gebaut.

1946 musste sie als Kriegsreparation der

Sowjetunion überlassen werden und

trägt seitdem ihren jetzigen Namen. Der

Viermaster wurde nach johann Adam

von Krusenstern benannt, einem russisch-baltendeutschen

Admiral und Leiter

der ersten russischen Weltexpedition.

Die 44 Teilnehmer segeln als

„Trainees“ zusammen mit 200 Kadetten.

Das bedeutet, sich an Bord eines militärischen

Schiffes zu befinden und sich

damit gewissen einschränkungen zu

unterwerfen wie dem restriktiven

Umgang mit Alkohol und festen Crew-

Mahlzeiten (vier pro Tag). Laut Veranstalter

haben aber sowohl der Kapitän

Michail Nawikow als auch der eigner,

die Baltische Staatliche Akademie der

Fischereiflotte Kaliningrad, ein „enormes

entgegenkommen“ zugesichert.

technische daten

Schiffstyp: Viermastbark

rufzeichen: UCVK

IMo-Kennung: 6822979

MMSI-Nummer: 273243700

Werft: j. C. Tecklenborg,

Wesermünde/

geestemünde

(jetzt Bremerhaven)

Baujahr: 1926

Flagge: russland

Heimathafen: Kaliningrad

Klassifikation: KM*[1], Special

Purpose Ship

Lüa: 114,50 m

rumpflänge: 104,30 m

LL: 95,15 m

Büa: 14,05 m

Breite auf Spanten: 14,02 m

Seitenhöhe: 8,48 m

Tiefgang: 7,17 m

Vermessung: 3.141 gT, 942 NT

Tragfähigkeit: 1.645 tdw

Segelfläche: 3.655 m²

Antrieb: zwei Festpropeller

geschwindigkeit: 15,2 kn

Schiffsrumpf: Stahl

Maschine: zwei SKL-8-

Zylinder-Motoren

mit je 1000 PS


Die Schürzen meiner Großmutter

oder warum freie Zeit nicht gleich Freizeit bedeutet. Der Versuch des Nachdenkens über Arbeit und

Urlaub, reisen und revolution, geld und Freundschaft – ein essay in vier Aufzügen.


egjo LeIPZIg/HALLe theMa 25


Text: Susanne Schulz Fotografie: Christian Hüller; iofoto – fotolia.com

regjo LeIPZIg/HALLe theMa 27

Es gab selten die Gelegenheit, meine Großmutter ohne eine ihrer

Schürzen zu sehen. Sie besaß sie in allen Farben, mit Blumenmuster,

gepunktet, vorne zum Knöpfen, hinten zum Binden, in Polyester

und Baumwolle. Die Schürze war ihre Arbeitskleidung. Gemessen

an der Zeit, die sie sie trug, arbeitete sie eigentlich immer. Zog sie die

Schürze aus, so war dies eine symbolische Handlung, die Arbeit klar

von Freizeit trennte. Zum Kaffeetrinken, bei Friedhofsbesuchen, auf

festlichen Anlässen und beim Friseur wurde keine Arbeitsmontur

getragen. Ansonsten schlief sie meist abends vor dem Fernseher in

der Schürze ein, um nach einer kurzen Weile im Nachthemd, bei

Tagesanbruch wieder in einer Schürze zu erscheinen. Sie verschlief

die Zeit, in der sie eigentlich frei hatte. Nun könnte man sagen, als

Hausfrau hat man eben nie frei. Aber wann hat wer überhaupt frei?

Ist man angestellt, traut man sich, angstgetrieben, angesichts

düsterer Überlebensprognosen jenseits dieses Arbeitsplatzes nicht

mehr, auf seiner gewerkschaflich erkämpften Freizeit zu beharren.

Hat man sie dann doch, muss man in dieser Zeit sein restliches Leben

und seine sozialen Kontakte organisieren. Ist man hingegen beruflich

wahnsinnig gut im Geschäft, heißt, in der Gehaltshierarchie im

oberen Bereich, sieht es meist knapp aus mit freier Zeit. Die muss

man dann effektiv nutzen und möglichst viel Geld dabei ausgeben.

Ansonsten hat man ja nie Zeit, das Geld, welches man die ganze Zeit

macht, auch mal richtig zu genießen. Dabei hat man sich seine Freizeit

hart verdient. Als kreativer Freiberufler mit freier Arbeitszeiteinteilung

arbeitet man auch immer. Selbst Kaffeetrinken wird zu einer

geschäftlichen Unternehmung, genauso wie abendliche Ausstellungseröffnungen,

weil man netzwerken muss, um neue Jobs zu

akquirieren. Oft macht man nebenher noch einen Brotjob, der so

heißt, weil er den Kühlschrank füllt. Die langen To-do-Listen wallen

nicht endend wollend über sämtliche Schreibtische.

Die Zeit hat sich verflüssigt, ist für viele zur gefühlten Zeitnot

verkommen. Die Frage ist nur, ob wir diesen Zeitmangel spüren, weil

er einem tatsächlichen Fehlen von freier Zeit entspringt, oder vielmehr

dem Leistungsdruck, den wir uns machen, Freizeit zu schaffen.

Was in den 1950er Jahren noch als Erholung nach getaner Arbeit

gesehen wurde, entwickelte sich immer mehr zu einer Begrifflichkeit,

die mit Konsum und sozialer Selbstdarstellung (1960/70er

Jahre), Ausdruck individuellen Lebenstils (1980er), oder mit Zeit der

inneren Einkehr und Selbstfindung gleichgesetzt wurde. Erholung


als Aufgabe, um schnell und effizient wieder

fit zum Arbeiten zu sein? Freizeitgestaltung

als Statusgewinn?

Traum

Ausflug zur Legende der Vergnügungsparks

Vor mir liegt ein großes Stück Strand.

Verdreckt. Fette Möwen gehen spazieren.

Hier am Ende von Brooklyn, auf der Kanincheninsel

– Coney Island – rottet ein ehemaliger

Ort des Vergnügens. Keine Massen

mehr, die Freizeit verbringen. Eigentlich gar

niemand, denn es ist wochentags und

bewölktes Wetter. Aber das macht nichts,

denn die Ödnis passt zu dem, was ich mir

vorstelle, hier hätte finden zu können, wenn

ich viele Jahre früher gekommen wäre. Violetta,

die Frau ohne Gliedmaßen, Zwergenmenschen,

kettensprengende Männer, geiles

Fleisch, Nervenkitzel, kriminelle Energie.

Ich streune unschlüssig umher und setze

mich dann neben dem WONDER WHEEL in

den feuchten Sand. Ein Ort der keine Erwartungshaltung

mehr erfüllt, ist sehr beruhigend.

Reisen ist kein Urlaub

Warum eigentlich weg?

Der Schwarzwald ist, das kann man in

der aktuellen, mittlerweile „26. Deutschen

Tourismusanalyse“ nachlesen, im „deutschen

Verteilungskampf“ um die Urlaubsziele

in Deutschland als klarer Gewinner hervorgegangen.

Reisten 2008 noch 2,9 Inlandsurlauber

in diesen Wald, waren es 2009 schon

3,7. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern

mussten Verluste hinnehmen, sind aber

immer noch die beliebtesten Urlaubsziele

der Deutschen in Deutschland. Überhaupt

reisen die Deutschen am liebsten in Deutschland.

Zwei von fünf Reisen bewegen sich in

unseren Grenzen.

Was sagt uns dieser Trend, den die Forscher

der BAT Stiftung für Zukunftsfragen

erhoben haben? – eine Stiftung die übrigens

auf Initiative von British American Tobacco

forscht, was man bezüglich eines allumfassenden

Blickes auf die Nutzung von freier

Zeit nicht unter den Tisch fallen lassen sollte.

Natürlich steht er für ökonomische Gegebenheiten.

Die Forscher sprechen von einer

„Spaltung der Gesellschaft“ in „die Mobilen“

und „die Immobilen“, gleichzusetzen mit

„Besserverdienenden“ und „Geringverdienern“.

Was man so interpretieren könnte,

dass der flexible, mobile Mensch, weil er

mehr verdient, in seiner freien Zeit wegfahren

kann, während der, der sich dem flexiblen

Arbeitsmarkt gewollt oder ungewollt

verweigert, nur nach „Bad Meingarten“

darf, wie die Forscher das Zuhauseurlauben

getauft haben.

Davon abgesehen, dass Geldknappheit

einen unbestrittenen Einfluss auf jegliches

Freizeitverhalten hat und die zunehmende

Beliebtheit des Schwarzwaldes auch als

Synonym für die Überalterung der deutschen

Bevölkerung gelesen werden kann –

auch stecken Ruheständler neben kinderlosen

Paaren das meiste Geld in ihren Urlaub

– steht der Hang zum Heimaturlaub vielleicht

ebenfalls für eine, fast revolutionär

aufkeimende Faulheit der Deutschen. Mal

angenommen, diese „neue Faulheit“ würde

regjo LeIPZIg/HALLe theMa 29

der Verweigerungshaltung entspringen, sich

immer wieder mit nicht abreißenden

Finanz- und Politikkrisen auseinanderzusetzen,

die keiner umfassend begreifen kann.

Anstatt also mühsam ein, der gefühlt kritischen

Lage angemessenes Urlaubsbudget

herauszufiltrieren, bleibt man Zuhause. Da

muss man nicht erst hinfliegen und man

muss sich auch auf nichts Unerwartetes einstellen.

Betrachtet man den Schwarzwald als

verlängerten Arm des Urlaubens in den eigenen

vier Wänden, dann ist er das Paradies.

Die roten Geranien, die sich so schön von

den knallweißen Wänden und dem dunklen

Braun der Fachwerkhäuschen absetzen, sind

die Perfektion dessen, was auf durchschnittlichen

deutschen Balkonen zu finden ist.

Kein Graffiti stört das Auge, die Straßen sind

stubenrein, kein Hundekot nirgends – ein

Nirvana unwirklicher Heimat strahlt aus

allen Ecken. Und dann noch dieser gemütliche

Sprachfluss der Bewohner, die uns in

urigen Schürzen ein neues Getränk herbeibringen.

Das ist Urlaub: Wenn wir uns wie

Zuhause fühlen müssen und andere für uns

arbeiten – immerhin arbeitet jeder Fünfte

bereits für das Wohl des daheim gebliebenen

Urlaubers, Tendenz steigend.

Wenn man weit reist, ist es anders. Eine

Reise muss man sich in jeglicher Hinsicht

erarbeiten, bedingt sie doch neben den

finanziellen Mitteln auch strategische Planung

und birgt oft den Anspruch des Bildungszugewinns

in sich. Reiserouten müssen

eruiert und Reiseführer beschafft und

gelesen werden. Oft bedarf es der Grundkenntnisse

einer neuen Sprache, um sich


selbst die Sicherheit zu geben, nicht völlig unterzugehen in der

Ferne. Und befindet man sich dann endlich in Neu-Dehli, kann von

Erholung keine Rede sein. Horizonterweiterung, andere Kultur kennenlernen,

fremdes Essen, Exotismus tanken: Ja! Urlaub nein!

Denn aktive Erholung ist ein Widerspruch in sich. Die Wurzeln

dieses Paradoxes liegen schon im 18. Jahrhundert, als man begann,

Zeit mit Leistung gleichzusetzen. Was heute vor allem bedeutet, dass

man freie Zeit auf keinen Fall verschwenden darf. Müßiggang als

aller Laster Anfang. Selbst ein Kurzurlaub auf Bildungsstädtereise,

Mini-Auszeiten im Spa-Ressort, Wildwasserrafting am Wochenende

und zwischen zwei Terminen gequetschte Ayurvedamassagen

machen da keine Ausnahme. Auch sie werden nach Kosten-Nutzen-

Faktoren geplant.

Deshalb ist vor allem auch der bei den Deutschen so beliebte

Urlaub im „All-inclusive-Segment“ mit Erfolgsdruck behaftet. DIE

zwei Wochen müssen die besten des Jahres werden. Hans-Werner

Prahl, Zukunftsforscher und Professor für Soziologie an der Universität

Kiel, spricht von zu leistender „Bräunungsarbeit“. Ein Begriff,

der ihm einfiel, als er auf dem Balkon des 15. Stocks eines auf der

Urlaubsinsel Rhodos stehenden Hotels seinen Blick schweifen ließ.

Der fiel auf halbnackte Menschen, die morgens nach dem Frühstücksbuffet

am Strand angetreten waren, ihren Nachweis zu erarbeiten,

im Urlaub gewesen zu sein. In wellenförmigen Bewegungen

drehte sich vor Prahls Auge alles, wie von Zauberhand geführt,

immer wieder von Bauch- auf Rückenseite und zurück.

Gartenzwerge

Der Kleingarten als ort der revolution

Prahl hat auch viel zur Geschichte der Gartenzwerge geforscht.

Wenn man so will, lässt sich die halbe Weltgeschichte als Geschichte

dieser Zwerge erzählen. Zum Beispiel waren die bezipfelmützten

Wesen ab 1947 in der DDR verboten, weil man sie als Relikt des

Kleinbürgertums aus den sozialistischen Kleingärten bannen

wollte. Interessant daran ist nicht nur, dass man sie trotzdem produzierte,

um sie im Westen gegen Devisen einzutauschen, sondern

auch, dass man nicht den Kleingarten an sich abschaffen wollte.

Wahrscheinlich, weil man bewusst oder unterbewusst schon

wusste, dass es volkswirtschaftlich nicht schlecht war, wenn der

Bürger seine Speicher mit selbst angebautem Gemüse und Obst

füllte, das im Laden nicht zu kriegen war. Nur ein mit Vitaminen

versorgtes Mitglied der Gesellschaft ist ein leistungsfähiges. Aber

vor allem hätte der mentale Zusammenbruch der DDR wohl schon

viel eher stattgefunden, wenn es nicht den beschaulichen Hort der

Kleingartensparten gegeben hätte. Nischen, in die man sich in der

arbeitsfreien Zeit zurückziehen konnte. Denn Urlaub woanders war

ein wertvolles Gut, das nicht jedem vergönnt war. Da gab es die

Mauer, welche die Zahl der Urlaubsziele gehörig einschränkte, zu

wenige Plätze in den FDGB-Heimen und nur wenige hatten das

Geld, ins für ostdeutsche Verhältnisse teure Ungarn oder auf die

Krim zu fahren.


Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung

mit deutschem Freizeitverhalten

ist dies auch für unser jetziges Gesellschaftsmodell

relevant: der Trend geht metaphorisch

und praktisch wieder Richtung Kleingarten.

Oder wie die Forscher sagen zum „Cocooning.

Edition 4.0“. Anders als in den 1980ern

und 90ern, in denen man die Wohnstätte als

narzisstischen Ausdruck eines Lebensstils

zelebrierte, und auch anders als nach dem 11.

September 2001, wo der Rückzug ins Private

als gesteigertes Schutzbedürfnis interpretiert

worden war, gehen die Forscher 2010 von

einem „erzwungenen Cocooning“ aus. Die

Freizeitaktivitäten, die die Deutschen am

häufigsten betreiben, finden deshalb daheim

statt: Zeitunglesen mit 79 Prozent, gefolgt

von Zeit mit Familie mit 72 Prozent und Partner

(67 %) verbringen. Es wird Gedanken

nachgehangen, ausgeschlafen und nichts

getan, was die befragten Forschungsobjekte,

mit „Faulenzen“ beschrieben.

Die Rezession treibt uns also dazu, Zeit

mit den uns nächsten Menschen zu verbringen

und tatsächlich mal gar nichts zu

machen. Auch haben die Forscher herausgefunden,

dass die Geringverdienenden – unter

1.000 Euro monatliches Nettoeinkommen –

deutlich stärker innerhalb ihres sozialen

Netzes agieren als Leute mit höherem Einkommen.

Sie haben mehr Kontakt zu ihren

Nachbarn, treffen sich häufiger mit Freunden

und helfen sich verstärkt untereinander.

Außerdem fahren sie öfter Rad, Wandern

mehr und achten stärker auf ihre Gesundheit.

Sie sind also, wenn man die ganzen Statistiken

zusammenstreicht, die Menschen,

die mehr bei sich sind, auf sich selbst achten

und ihr Wohnumfeld verbessern. Und in

ihrem Kleingarten nicht nur Freunde begrillen

und gesunde Kräuter züchten, sondern

Nachdenken. Auf dieser Basis könnten neue

friedliche Revolutionen passieren. Denn nur

wer wirklich freie Zeit hat, kann, nachdem

er an sich und seine Nächsten gedacht hat,

auch mal an das große Ganze denken.

Erzwungene Faulheit als Chance?

Was sollen nun aber die machen, die

sich immer noch glücklich am oberen Ende

der arbeitsmarkttechnischen Nahrungskette

regjo LeIPZIg/HALLe theMa 31

wähnen? Sie könnten sich neue Vorbilder

suchen und ihre Ressourcen teilen. Und was

wäre, wenn wir nicht so hart darauf hinarbeiten

würden, uns zu entspannen, sondern

die freie Zeit nehmen, wie sie kommt?

Schon lange gilt es als eher billig denn

schick, mit Vermögenswerten zu protzen.

Und auch ein ökologisches Bewusstsein

beim Nachdenken über Urlaub sowie der

Auswahl seiner Freizeitaktivitäten ist vielen

sowieso schon lange nicht mehr fremd.

Wenn sich dies zu einem großflächigen

Umdenken ausweiten würde, träfen sich

bald alle im Schwarzwald. Natürlich nicht

auf den Hotelgängen, aber beim Wandern.

Dann würden sie feststellen, dass sie in der

gleichen Stadt wohnen und sich zum Grillen

einladen. Ihre Kinder sprängen gemeinsam

über den Rasen eines Kleingartens und

spielten mit den Gartenzwergen, Schneewittchen

und Bambi. Utopie?

Als meine Großmutter starb, habe ich

ihre Schürzen aus dem Lumpensack gerettet.

Sie liegen jetzt in einer Truhe und warten

darauf, getragen zu werden.


32 touriSMuS regjo LeIPZIg/HALLe

So weit die Füße tragen

Vielfältige Urlaubsangebote in Mitteldeutschland: Schatzsuche mit geocaching, ein Spaziergang in den Baumwipfeln

oder einfach nur Wandern und dabei Natur und Kultur erleben.

Text: Doris Schumann Fotografie: rüdiger Biehl

Längst hat das Wandern seinen Status als

„langweilige Rentneraktivität“ verloren. So

unternahmen 2009 nach Angaben des Deutschen

Wanderinstituts 12 Millionen Deutsche

einen Wanderurlaub. Diese Entwicklung nutzen

auch die Wanderregionen Mitteldeutschlands.

Sie locken mit sehenswerten Natur-

und Kulturlandschaften sowie einem breiten

Spektrum an Attraktionen und Aktivitäten.

Von dem Trend zu nachhaltigem Tourismus

profitieren neben bekannten Wandergebieten

wie Harz, Rennsteig oder Sächsische

Schweiz zunehmend auch andere

Ausflugszielen. So lädt das zum Nationalen

Naturerbe erklärte „Grüne Band“ entlang

der früheren innerdeutschen Grenze auf

knapp 1.400 Kilometern zu Entdeckungstouren

ein. Auch das Biosphärenreservat

Mittelelbe in Sachsen-Anhalt oder die 13

Naturparks Mitteldeutschlands entführen

den Erholungssuchenden in naturnahe

Landschaften und bieten ein großes Angebot

an Exkursionen und Veranstaltungen.

Bei solch großer Auswahl an Wandergebieten

und -routen fällt die Entscheidung

nicht leicht. Orientierung verspricht das

„Qualitätssiegel Wanderbares Deutschland“.

Das Prädikat erhalten nur Wege, die über 30

Kriterien erfüllen. Dazu gehören die Qualität

und Naturbelassenheit der Wege, die

Beschilderung oder das Erlebnispotenzial.

Thüringen, das „Grüne Herz" Deutschlands,

lockt den Wanderer mit rund 16.000

Kilometern Wanderwege, darunter auch

viele zertifizierte Strecken. So erwarten den

Wanderer unter anderem entlang des „Vogtland

Panorama Wegs“ und des „Kyffhäuserwegs“

sehenswerte Landschaften und Baudenkmäler,

zum Beispiel die weltgrößte Zie-

Das Vorkommen der seltenen Wildkatze zeigt,

wie naturnah Thüringens Wälder sind.

gelsteinbrücke über das Göltzschtal oder das

Bauhaus-Ensemble in Ruhla. Das Angebot

an Unterkünften reicht von Campingplätzen

und Pensionen bis hin zum Luxushotel und

extravaganten Quartieren wie der Burg

Großfurra oder dem ehemaligen Gefängnis

„Altes Knasthaus Fronveste“.

Ein Naturerlebnis der ganz besonderen

Art hält der Nationalpark Hainich bereit. Das

als UNESCO-Weltnaturerbe nominierte

Buchenwaldareal kann individuell oder im

Rahmen von Führungen erkundet werden.

Empfehlenswert ist der Besuch des Baum-

kronenpfades, der in einer Höhe von über

40 Metern ein einzigartiges Panorama und

unbekannte Einblicke in das Ökosystem

Wald bietet. „Zu den schönsten Zeiten

gehört die Bärlauch-Blüte im Frühling. Und

im Herbst die Laubfärbung“, findet der Nationalpark-Ranger

Helge Graßhoff. Ein Aufzug

ermöglicht auch Senioren und Rollstuhlfahrern

dieses Höhenabenteuer.

Wer das traditionelle Wandern mit den

Errungenschaften der Technik kombinieren

möchte, sollte die moderne Form der Schnitzeljagd

ausprobieren: das Geocaching. Mittels

eines GPS-Empfängers und der entsprechenden

Koordinaten können entlang der

Strecken versteckte „Schätze“ gehoben werden.

Entsprechend präparierte Routen gibt

es zum Beispiel in Erfurt und Gera, im Hainich

oder rund um Oberhof. Weitere Informationen

hält die Tourist Information Thüringen

in Erfurt bereit. Bei Bedarf können

hier auch GPS-Geräte gegen eine geringe

Gebühr ausgeliehen werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.thueringen-tourismus.de und

www.nationalpark-hainich.de


Von der Quelle bis zur Bake

Text: Doris Schumann Fotografie: Christian Hüller

„Aufgrund seiner abwechslungsreichen Landschaft und vieler kultureller

Highlights ist der Elberadweg laut einer Umfrage des Allgemeinen

Deutschen Fahrrad-Clubs bereits zum 6. Mal in Folge der

beliebteste Radfernweg Deutschlands“, erklärt Ina Kische vom Tourismusverband

Sächsische Schweiz. Jährlich nutzen rund 220.000

Fahrradfahrer diesen Radweg. Auch die Strecke entlang der Saale

wird stark frequentiert. Die AG Saale-Radwanderweg geht von etwa

300.000 Radtouristen jährlich aus. Ob Erholungssuchende eine

Tagestour oder eine längere Radreise planen, ob sie der sportliche

Ehrgeiz packt oder ein gemütlicher Familienausflug ansteht: die gut

beschilderten Radwege entlang der Flüsse Elbe und Saale bieten dafür

optimale Voraussetzungen.

Startet die Reise an der Quelle der Saale in Oberfranken, so führt

der Weg zunächst durch anspruchsvolles Gelände vorbei an Stauseen

und durch tiefe Schluchten bis nach Saalfeld mit seiner berühmten

Feengrotte. Ab hier ist die Route auch familientauglich, da es größtenteils

flach weitergeht. Das jungsteinzeitliche Sonnenobservatorium

Goseck zwischen Naumburg und Weißenfels ist ebenso einen Abstecher

wert wie die Kur- und Weinstadt Bad Kösen. Es lohnt sich, die

noch funktionierende Salineanlage aus dem 18. Jahrhundert zu

besichtigen und die heilenden Dämpfe der Sole einzuatmen. Gestärkt

geht es zu Fuß bergauf zu den benachbarten Burgen Saaleck und

Rudelsburg oberhalb des Kurortes. Zur Belohnung genießt man einen

weiten Blick über das burgenreiche Saaletal. Nach dem Abstieg folgt

der Urlauber dem Flusslauf durch das idyllische Weinbaugebiet Saale-

Unstrut. Vorbei an Halle/Saale und Bernburg gelangt er nach 427

Kilometern zur Mündung in Barby und dem dort kreuzenden Elberadweg.

Nun muss er sich für eine Richtung entscheiden.

regjo LeIPZIg/HALLe touriSMuS 33

Mit dem Drahtesel von den Bergen bis ans offene Meer: Kaum eine andere reiseform ist so flexibel und ermöglicht die

Kombination aus erholung in der Natur, sportlicher Freizeitgestaltung und dem Besuch von Sehenswürdigkeiten.

Wählt der Radreisende die nordwärts führende Route, so begleitet

ihn die naturnahe Auenlandschaft des UNESCO-Biosphärenreservats

Flusslandschaft Elbe über Wittenberge bis nach Geesthacht. Doch

bereits zuvor erreicht der Urlauber das erste Highlight auf dem Weg

zur Nordsee: Europas größtes Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg.

Besichtigungen sind zu Fuß oder per Boot möglich. Einen guten Blick

von oben bietet die höchste Erhebung der Gegend, die Salzhalde

„Kalimandscharo" bei Zielitz. Weiter geht es Richtung Tangermünde,

dessen mittelalterliche Altstadt zum Bummeln einlädt. Anschließend

führt der Weg in Richtung Hamburg. Hinter der Hansestadt radelt der

Reisende durch die flache Gegend des Alten Landes bis in das von

reizvolle Landschaften und viele Sehenswürdigkeiten laden entlang von

elbe und Saale zum Verweilen ein.

Backsteinarchitektur geprägte Städtchen Stade. Nach knapp 500 Kilometern

entlang der Elbe erreicht der Radler die Kugelbake an der

Mündung zur Nordsee, das Wahrzeichen Cuxhavens.

Der Radtourismus erfreut sich steigender Beliebtheit. Dementsprechend

groß ist das Angebot an individuellen und geführten

Radreisen. „Den Elberadweg kann ich nur empfehlen und würde ihn

jederzeit wieder befahren“, so das Fazit der begeisterten Radfahrerin

Sabine Langkau (25) aus Leipzig. Sie fuhr die 800 Kilometer von Bad

Schandau bis Cuxhaven in nur elf Tagen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.elberadweg.de und

www.saale-radwanderweg.de


Wirtschaft in Mitteldeutschland

Stadt Leipzig

Stadt Leipzig Wirtschaftsförderung

Dr. Michael Schimansky

Martin-Luther-ring 4-6, 04109 Leipzig

Tel.: 0341/ 123 58 10, Fax: 0341/ 123 58 25

wirtschaft@leipzig.de

www.leipzig.de

Stadt Halle (Saale) Wirtschaftsförderung

Dr. Heinz Friedrich Franke

Marktplatz 1, 06108 Halle (Saale)

Tel.: 0345 / 221- 47 60, Fax.: 03 45 / 221- 47 76

wirtschaftsfoerderung@halle.de

www.wifoe.halle.de

Landeshauptstadt Magdeburg –

Dezernat für Wirtschaft, Tourismus

und regionale Zusammenarbeit

rainer Nitsche

julius-Bremer-Straße 10, 39104 Magdeburg

Tel.: +49 391/ 540 2543,

Fax: +49 (0) 391/ 540 2619

rainer.nitsche@ob.magdeburg.de

www.magdeburg.de

Burgenlandkreis Naumburg-

Weißenfels-Zeitz Wirtschaftsförderung

Amtsleiter Thomas Böhm

Schönburger Straße 41, 06618 Naumburg

Tel.: 03445 / 73 13 08

geschäftsführer WFg mbH günther Wienhold

Tel.: 03442 / 261720

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Jena GmbH

Wilfried röpke

Markt 16, 07743 jena

Tel.: 03641/87300-30, Fax: 03641/87300-59

wifoe@jena.de

www.jena.de

Landkreis Saalekreis

Leiter referat Landrat/Wirtschaftsförderung

Uwe Lehmann

Domplatz 9, 06217 Merseburg

Tel.: 03461/ 40 10 05, Fax: 03461/ 40 10 12

uwe.lehmann@saalekreis.de

www.saalekreis.de

Landeshauptstädte

Sitz der Wirtschaftsförderer

Flughafen

Autobahn

mdv-Bereich

Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf

Vollständigkeit. Wenn Sie den regjo-Lesern Ihre

Kommune oder Institution auf der regjo-Karte der

mitteldeutschen Wirtschaftsförderer präsentieren

möchten, nennen wir Ihnen gern die Konditionen für

die kostenpflichtigen einträge. Unsere Kontaktdaten

finden Sie im Impressum dieser Ausgabe oder unter

www.regjo-leipzig.de.

Europastadt Görlitz-Zgorzelec GmbH

Christoph ellsel

Fleischerstraße 19, 02826 görlitz

Tel.: 03581/47 57-12, Fax: 03581/47 57-47

c.ellsel@europastadt-goerlitz.de

www.europastadt-goerlitz.de

Wirtschaftsförderung Stadt Aschersleben

Amtsleiter Matthias May

Markt 1, 06449 Aschersleben

Tel.: 03473 / 95 89 80, Fax: 03473 / 95 89 20

wirtschaft@aschersleben.de

www.aschersleben.de


Nebra

Zone Leipzig 110 bzw.

Zone Halle 210

Querfurt

Gültigkeit des neuen

Semestertickets im MDV

Saalekreis

Bad Kösen

Auswahl an Zugverbindungen

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gilt Ihr Verbundticket für

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Mitteldeutscher Verkehrsverbund GmbH

Prager Straße 8

04103 Leipzig

Tel: 01803 - 22 33 99

(0,09 / Min. inkl. Mwst. aus dem dt. Festnetz,

Mobilfunktarif max. 0,42 / Min.)

post@mdv.de

www.mdv.de

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IMG Investitions- und Marketing gesellschaft Sachsen-Anhalt mbh

Die IMg Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH ist die Ansiedlungs- und

Marketingagentur des Landes. Unsere Mitarbeiter bieten alle Leistungen rund um die Ansiedlung

von Unternehmen. Von der Standortsuche über die Investitionsberatung bis zum Behörden- und

Projektmanagement. Außerdem vermarkten wir das Land nach außen und entwickeln touristische

Konzepte. Überzeugen Sie sich selbst: Wir stehen früher auf!

IMg Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

Am Alten Theater 6, 039104 Magdeburg

Tel.: 0391/56 89 90, Fax: 0391/568 99 50

welcome@img-sachsen-anhalt.de

www.investieren-in-sachsen-anhalt.de

Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Die landeseigene Wirtschaftsförderung Sachsen gmbH (WFS) baut Brücken: Für Investoren auf

ihrem Weg nach Sachsen und für sächsische Unternehmen auf ihrem Weg in die Welt. Wir bieten

stets aktuelle Angaben zu Wirtschaftsdaten, unternehmensbezogene Standortangebote, Kontakte zu

regionalen entscheidern, Zugang zu Branchennetzwerken sowie Hilfestellung bei der erschließung

neuer Märkte und der Anbahnung von Kooperationen.

Wirtschaftsförderung Sachsen gmbH (WFS)

Bertolt-Brecht-Allee 22, 01309 Dresden

Tel.: 0351/213 80, Fax: 0351/213 83 99

info@wfs.saxony.de

www.wfs.sachsen.de

Waldheim

Döbeln

Gleisberg-

Marbach

Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ e.V.

Unter der Altenburg 1

06642 Nebra

Tel.: 034461/22086

Fax: 034461/22026

www.naturpark-saale-unstrut.de

info@naturpark-saale-unstrut.de

www.triasworld.de

Tourismus

Besucherzentrum zur Himmelscheibe von Nebra – Arche Nebra

residenzschloss Altenburg

Altenburger Tourismus GmbH

Friedrich-ebert-Str. 14

04600 Altenburg

Tel: 03447 / 51 13 40

Fax: 03447 / 51 99 94

e-Mail: info@altenburg-tourismus.de

Internet: www.altenburg-tourismus.de


Wirtschaftsfaktor Freizeitpark

jährlich mehr als eine halbe Million gäste, 300 Arbeitsplätze, 65 Millionen euro Investitionsvolumen – längst hat sich der

Freizeitpark BeLANTIS als wirtschaftlicher und touristischer Motor Mitteldeutschlands etabliert.

Text: Ulrike gierth Foto: Dieter grundmann


Erfolgreicher Testlauf

BeLANTIS-Chef Nikolaus job (rechts) ist

großer Achterbahn-Fan und glücklich

über die neue Investition „HUrACAN“.

Mit der Eröffnung der größten Neuattraktion

des Jahres unter allen 75 deutschen

Freizeitparks setzt BELANTIS nun ein mehr

als deutliches Zeichen für seine Region. Die

Mega-Achterbahn HURACAN ist die größte

Investition seit dem siebenjährigen Bestehen.

Als nationales Novum zeichnet sich

HURACAN durch die erstmalige Kombination

aus einem senkrechten Anstieg auf 32

Meter, dem anschließenden freien Fall aus

dieser Höhe und insgesamt fünf Überschlägen

aus. Dank des Liftturms mit seiner Nei-

Potential für eine ganze region

gung von 95 Grad, steiler als senkrecht, ist

der Rollercoaster eine der zehn steilsten

Achterbahnen weltweit. Und mit Beschleunigungskräften

vom bis zu Fünfeinhalbfachen

des eigenen Körpergewichts ist die

Attraktion die härteste Achterbahn Deutschlands.

„Alle Befragungen der letzten Jahre

waren eindeutig: Mehr als 90 Prozent

unserer Gäste wünschen sich als nächsten

Entwicklungsschritt eine große Achterbahn“,

so BELANTIS-Chef Nikolaus Job, der

mit 300 Beschäftigten zu den größten touristischen

Arbeitgebern Mitteldeutschlands

zählt. Dass solche Investitionen großes

Potential für eine gesamte Region birgt, zeigt

ein Blick auf die Freizeitpark-Branche. 28

Millionen Gäste begrüßen die 75 deutschen

Freizeitparks jedes Jahr, weltweit sind es

einige Hundert Millionen. Mit mehr als

500.000 Gästen im Jahr (vgl. 2009: 560.000)

ist BELANTIS bereits heute der größte Freizeitpark

Ostdeutschlands, bundesweit zählt

er zu den zehn größten. Das Einzugsgebiet

erstreckt sich, auch dank der hervorra-

genden Lage direkt an der Autobahn A38,

mittlerweile weit über die neuen Bundesländer

hinaus: Von Berlin bis Nürnberg, von

Göttingen bis Prag steht BELANTIS als Ausflugsziel

auf der Agenda vieler Familien.

Drei von vier reisen inzwischen aus einem

Umkreis von mehr als 50 Kilometern an. Die

neue Mega-Achterbahn wird die magnetische

Kraft des Freizeitparks weiter verstärken

und neue Zielgruppen erschließen,

davon ist Sachsens Staatsminister für Wirtschaft,

Arbeit und Verkehr, Sven Morlok,

überzeugt: „Wir haben das Projekt von

Anfang an unterstützt, da BELANTIS als

wirtschaftlicher Motor des Leipziger Neuseenlandes,

als Arbeitgeber und als Spitzen-

Destination der Freizeit- und Tourismuswirtschaft

für ganz Sachsen von großer Bedeutung

ist.“

Was viele nicht wissen: Der Freizeitpark

ist der größte Gastronom Leipzigs. Da

verwundert es nicht, dass der Freizeitpark

gern als Eventlocation gebucht wird. In den

Themenwelten lassen sich Veranstaltungen

jeder Art umsetzen – von der spanischen

rollercoaster als neue attraktive eventlocation

Nacht an der „Küste der Entdecker“ über das

magische Mittelalterfest im „Land der Grafen“

bis hin zum Mitarbeiter-Incentive auf

dem gesamten Areal. Im Zuge der Deutschland-Premiere

der neuen Achterbahn hat

BELANTIS für kurze Zeit einen Knüller im

Angebot: Unternehmen, Verbände, Vereine

und private Gruppen haben während der

Sommermonate die Möglichkeit, den Event-

und Gastronomie-Bereich in direkter Nachbarschaft

des Rollercoasters exklusiv anzumieten.

Die Gruppen von acht bis 200 Per-

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial 37

sonen erwartet Achterbahn fahren nonstop,

Barbecue, Musik und Entertainment. Das

Ticket kostet pro Person 19,90 Euro, darin ist

das gesamte Programm bereits enthalten.

Informationen erhalten Interessenten unter

der Telefon-Hotline 0341/91 03 41 20.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter

www.BeLANTIS.de, bei XINg oder bei Facebook

unter www.facebook.com/freizeitparkbelantis.

eine Weltreise voller abenteuer

Ein Besuch bei BELANTIS ist eine

Reise durch Raum und Zeit. Egal, ob

man sich für Antike, Mittelalter oder

das Leben der Indianer Nordamerikas

interessiert. Für Jung und Alt gibt es

etwas zu entdecken. Verschiedene

Themenwelten gruppieren sich mit

mehr als 60 Attraktionen rund um

ein kleines „Mittelmeer“ und den

„Atlantik“. Neben Klassikern wie

einer Wildwasserfahrt in Europas

größter Pyramide wartet mit dem

Götterflug eine Attraktion, die 2009

als Weltneuheit eröffnet wurde. Mit

der neuesten Investition bietet der

Freizeitpark zudem nun zwei Achterbahnen:

Adrenalin- und Geschwindigkeitsfans

kommen auf der härtesten

Achterbahn Deutschlands,

HURACAN, voll auf ihre Kosten, in

der Familien-Achterbahn „Drachenritt“

hingegen geht’s etwas gemütlicher

zu.


Treffer

Ohne die zahlreichen Sponsoren

wäre sie wohl nicht Deutscher

Meister. Katja Schülke vom HC

Leipzig.


Die Messlatte ist der Erfolg

RB Leipzig ist etwas ganz Neues. Nicht nur

eine ganz neue Mannschaft mit neuem

Management, und neuen Trainern und

Spielern, auch das Projekt „RB Leipzig“ ist

bislang einzigartig in der (deutschen) Welt

des Rasenballsports. RB ist der erste Marketingclub

der Republik. Denn anders als bei

den nahestehenden Vorbildern wie der TSG

Hoffenheim arbeitet Red Bull rein marktorientiert,

da er nicht nur durch einen Mäzen

oder eine Produktionsstätte („Werkself“)

unterstützt wird. RB Leipzig ist ein Hybrid,

Prototyp, dem nach Angaben des Herstellers

zehn Jahre und 100 Millionen Euro gegeben

werden für das Erreichen der Erstklassigkeit

und des internationalen Geschäfts. Eine

Chance für die Region? Ein reines Rechenspiel?

„Für den Leipziger Fußball ist das der

einzig gangbare Weg“, sagt einer, der es mit

einer anderen Ballsportart in diese Dimensionen

bereits geschafft hat. Kay-Sven Hähner

ist Manager des HCL (Handballclub Leipzig).

Die Damen gewannen in der gerade abgelaufenen

Saison zum 21. Mal die Deutsche

Meisterschaft (zum sechsten Mal seit 1998)

und verteidigten ihren Titel aus dem Vorjahr

erfolgreich.

Seit 11 Jahren gibt es den HC Leipzig,

1999 löste sich der Verein vom damaligen

VfB und orientierte sich mit professionellen

Strukturen neu. „Hauptamt, nicht Ehrenamt“

lautete die Devise. Gut 120 Sponsoren

stützen und finanzieren den Top-Club.

„Davon ist jeder einzelne wichtig“, sagt Hähner.

Die zehn Top-Sponsoren zahlen sechsstellige

Summen. Dabei geht es beim Sponsoring

nicht darum, dass einmal im Jahr zur

Kasse gebeten wird. Das Management strebt

eine längerfristige Bindung an und bietet

dafür verlässliche Strukturen, eine professionelle

Präsentation der Sponsoren und ein

Umfeld, „in dem sich unsere Förderer wie-

derfinden können“. Eine „Einbindung ins

System“ nennt das Hähner, und der wirtschaftliche

Erfolg gibt ihm recht. Dabei orientiert

der sich immer auch am sportlichen

Erfolg.

„Für das Unternehmen muss es sinnvoll

sein, Geld in Sponsoring zu investieren“,

sagt Anja Franck, wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Lehrstuhl für Marketing an der

TU Dresden. „Das Geld muss gewinnbringend

eingesetzt sein.“ Ein großes Problem in

der Praxis ist – wie auch in der klassischen

Werbung – die Messbarkeit des Erfolgs von

Sponsoring. „Zumeist wollen Unternehmen

wissen, wie sich ‚harte‘ Zahlen wie Absatz

und Umsatz durch ihr Sponsoring verändert

haben“, meint Franck. Ein Umsatzplus muss

allerdings nicht ausschließlich durch den

Effekt des Sponsorings bedingt sein, denn

zeitgleich können andere Marketing-Maßnahmen

gewirkt haben. Mit anderen Worten:

Der Sponsoring-Effekt lässt sich nicht

isolieren (sog. Zurechenbarkeitsproblematik).

Der Sponsoring-Navigator, ein von der

TU Dresden, Lehrstuhl für Marketing entwickeltes

Instrument zur Messung des Sponsoring-Erfolgs,

greift deshalb unter anderem

auf „weiche“ Erfolgskriterien wie Sympathie

und Nutzungsabsicht zurück.

Ob Sponsoring erfolgreich ist, hängt

von mehreren Faktoren ab. Zum einen sollte

das Produkt im Großen und Ganzen zum

Sport passen, der sog. „Produkt-Fit“ muss

stimmen. Wesentlich sind jedoch der „Zielgruppen-Fit“

und der „Image-Fit“. Bevor ein

Unternehmen sich für einen Sponsor-Nehmer

entscheidet, sollte es daher eingehend

prüfen, ob sich seine Zielgruppe unter den

Anhängern des Sports befindet und ob der

Sponsor-Nehmer über ein inhaltlich passendes

Image verfügt. Dies alles vorausgesetzt,

entscheidet schließlich der Auftritt des

Sponsors über Erfolg und Misserfolg. Im Idealfall

werden positive Imagemerkmale der

Sportart auf den Sponsor übertragen. Bei

einer Krise des Sponsor-Nehmers sieht die

Sache ganz anders aus.

regjo LeIPZIg/HALLe SPort 39

100 Millionen euro in zehn jahren und dann Champions-League-Sieger? Der Fußball spielt zumindest finanziell in Leipzig

wieder in den oberen Ligen. Kommt mit dem geld auch der erfolg? ein Ausflug in die Welt des Sportsponsorings.

Text: Thomas Magosch Fotografie: HCL, bluechip Computer Ag, Wolfgang Schoppe

„jeder einzelne Sponsor ist wichtig.“ Der HC

Leipzig wird von 120 Unternehmen unterstützt.

In so einer Krise befindet sich derzeit

der Radsport. Zwar werden die großen Touren

weiter betrieben als sei nichts gewesen,

aber in Deutschland und speziell in Sachsen

„läuft so gut wie nichts mehr“, wie Wolfgang

Schoppe, Vizepräsident im Bund deutscher

Radfahrer und Vorsitzender des Sächsischen

Radfahrerbundes etwas verbittert äußert.

„Radsport ist im Moment nicht in. Bis auf

wenige langjährige Partner sind alle Sponsoren

weggebrochen, ohne Begründung“,

sagt Schoppe. Die Gründe liegen offensichtlich

in den Dopingfällen von Ullrich & Co.

und der daraus resultierenden negativen

Die Leipziger radrennbahn modert trotz

Zusagen der Stadt weiter vor sich hin.

Berichterstattung, speziell in Deutschland.

Vor nicht allzu langer Zeit genügte ein Wort,

so Schoppe, und es interessierten sich Firmen

aus allen möglichen Bereichen für ein

Sponsoring. Und obgleich der Landesverband

ein ehrgeiziges Anti-Doping-Programm

aufgelegt hat und die Kinder- und Jugendarbeit

so erfolgreich wie noch nie zuvor ist,

findet sich kein Hauptsponsor. Selbst die

Leipziger Radrennbahn, deren Sanierung für

dieses Jahr von der Stadt zugesagt gewesen

sei, modert weiter vor sich hin. Am 1. März

sollte Baubeginn sein, bis heute ist nichts

passiert. Kleinsponsoren seien noch vorhanden,

kleinere Sportfeste könnten durchgeführt

werden, aber für eine solide Partnerschaft

gibt es derzeit keine Interessenten.

Von vielen vor allem kleineren Unternehmen

wird Sponsoring noch immer als

„Spende“ angesehen, die aufgrund persönlicher

Beziehung zum Verein oder einfach

„aus dem Bauch heraus“ passiere, meint die

Marketing-Expertin Franck. Erfolgreiches

Sponsoring braucht allerdings eine durchdachte

Strategie und diversifizierte Angebote,

Voraussetzungen also, die bisher oft

nur größere Vereine schaffen können.

Dem ZFC Meuselwitz ist so ein kleiner

Aufstieg gelungen. 1992, als das Engage-


40 SPort regjo LeIPZIg/HALLe

Der Mix macht´s

Während man in der bluechip-Arena in richtung Bundesliga kickt, sitzt der

radsport in Sachen Sponsoring derzeit eher auf dem Trockenen. Doch

BDr-Vorstandsmitglied Wolfgang Schoppe gibt die Hoffnung nicht auf.

ment der bluechip AG begann, kickten die Meuselwitzer noch in der

Kreisliga. Ohne „Herzblut“, wie es Vorstandsmitglied Jan Vollrath

nennt, sei so ein Engagement nicht zu stemmen. „Neben der Unterstützung

des Leistungssports Fußball fühlen wir uns auch verpflichtet,

uns sozial in der Region zu engagieren.“ Neben der Sanierung

Ziel in der Meuselwitzer bluechip Arena ist die Stabilisierung in der regionalliga

und vielleicht ja bald die 3. Bundesliga.

des Zipsendorfer Stadions, die insgesamt auf 3,3 Millionen Euro veranschlagt

wurde, lässt sich die bluechip AG die Namensrechte an der

Arena pro Jahr ca. 150.000 Euro kosten. Dabei geht es der Firma

aber nicht um „Eitelkeiten“ wie Vollrath das nennt. Der Verein wird

von 80 bis 90 Sponsoren getragen und könnte auch bestehen, falls

es bluechip einmal nicht mehr geben sollte. Doch davon spricht in

Meuselwitz niemand. In den nächsten Jahren steht die Stabilisierung

an, der ZFC spielt mittlerweile in der Regionalliga (vierthöchste

Klasse), und vielleicht ist ja bald auch mal die 3. Bundesliga drin.

„Nicht nur in Beine investieren, sondern auch in Köpfe“ nennt

das Hähner. Es sei relativ einfach, kurzfristig Erfolg zu haben, „aber

sich langfristig an der Spitze zu etablieren, das ist ein hartes Stück

Arbeit“. Und dieser Erfolg gründet sich beim HCL auf professionelle

Strukturen, Kontinuität in der Führung und eine Top-Spielstätte. In

den Pausen werden Nudelpakete ins Volk geworfen, ein Bärchen

verteilt Traubenzucker, es gibt den obligatorischen VIP-Bereich und

die Halle ist in allen möglichen Farben der Sponsoren geschmückt.

Ausschlaggebend ist der „richtige Mix“, so Hähner.

Der Unterhaltungsmaschinerie sind in Sachen Sponsoring

kaum Grenzen gesetzt. Vor allem bei den Publikumsmagneten wie

Fußball wird sich die Diversifizierung weiter fortsetzen. Mit Bandenwerbung

und Trikotsponsoring hat es angefangen, bei der Stadionbezeichnung

ist noch lange nicht Schluss. Sponsoring fördert den

Einfallsreichtum in Sachen Werbeträger. So gibt es ab der nächsten

Bundesligasaison auch in Deutschland einen einheitlichen „Ballsponsor“.

Gegen Werbung auf Hosen und Stutzen wehrt man sich bislang

erfolgreich. In Österreich ist das seit Jahren ganz normal. Im Wesentlichen

werden sich im Sponsoringbereich in Zukunft aber nur „technische

Dinge“ ändern, meint Hähner für seinen Verein. Anzeigensysteme,

Ausstattung, Komfort, eine Art Ausbau und zeitgemäße

Modernisierung der Infrastruktur.

Die Wissenschaftlerin Franck betont den derzeitigen Trend zum

Corporate Citizenship. Soziale Verantwortung wird zunehmend als

Beweggrund für Sponsoringengagement angegeben. Dieser Bereich

habe Zukunft, meint sie. Von einer immer größeren Einflussnahme

von Firmen auf das Sportgeschehen selbst nimmt sie Abstand. Diese

könne sich nur auf die Planung und die Zusammenarbeit beispielsweise

bei Events beschränken. Eine systematische „Abramowitschaftisierung“,

bei der der Clubeigner eigenständig Lieblingsspieler

einkauft, sieht sie nicht.

RB Leipzig als Einzelfall? Womöglich. Aber gesetzt den Fall, dass

Real Madrid oder Manchester United sich regelmäßig in der Red

Bull-Arena Leipzig ein Stelldichein geben werden, spätestens dann

wird das Beispiel Schule machen. Erfolg ist zumindest kalkulierbar,

keine Frage.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.hc-leipzig.de,

www.s-r-b.de und www.marketingverein.de.


Meine Region, meine Sparkasse

regjo LeIPZIg/HALLe SPort 41

Die Sparkasse gehört zu den größten Unterstützern des Sports in der region. Sie fördert auch und vor allem den

Breitensport. ein gespräch mit Diana Petters, stellvertretende Pressesprecherin der Sparkasse Leipzig.

Interview: Thomas Magosch Fotografie: Sparkasse Leipzig

Nach welchen Kriterien sucht sich die Sparkasse

Leipzig Werbeträger im Sport?

Als regional verankertes Kreditinstitut legen

wir bei unserem gesellschaftlichen Engagement

ein ganz besonderes Augenmerk

darauf, dass der Sponsoringpartner seinen

Sitz in unserem Geschäftsgebiet hat oder das

Projekt hier seine Hauptwirkung entfaltet.

Ebenso prüfen wir, ob das Vorhaben zum

Image der Sparkasse Leipzig passt. Viele Projekte

sind – und auch das ist ein Auswahlkriterium

– ein Aushängeschild für unsere

Region, von dem die hiesige Wirtschaft profitiert,

sei es durch zusätzliche Touristen oder

eine reichweitenstarke Standortwerbung in

den Medien. Ein Beispiel dafür ist Deutschlands

größte Pferdesportveranstaltung PART-

NER PFERD, bei der wir Sponsor der ersten

Stunde sind.

Wie kommt so eine Zusammenarbeit dann

zustande?

Entweder wird die Sparkasse Leipzig angesprochen,

was sehr häufig der Fall ist, da wir

einer der größten Sportförderer in der Region

sind. Oder wir sprechen gezielt Projektpartner

an, weil wir kontinuierlich beobachten,

was die Menschen in unserem Geschäftsgebiet

begeistert und bewegt. Grundsätzlich

sehen wir uns nicht nur als Sponsor, sondern

auch als Partner und bringen neben finanziellen

Mitteln häufig auch Know-how ein,

um ein Projekt weiterzuentwickeln.

Wie wird dabei Spitzensport vs. Breitensport

gewichtet? Wie würden Sie die unterschiedliche

Zielsetzung der beiden Segmente

beschreiben?

Rund 90 Prozent unserer Sportförderung

kommt dem Breitensport zugute. Nur aus

einem gut entwickelten Breitensport können

Spitzensportler hervorgehen. Diese wiederum

sind Vorbilder und motivieren den

Nachwuchs. Seit 2008 ist die Sparkassen-

Finanzgruppe – und damit auch die Sparkasse

Leipzig – offizieller Olympia-Partner

des Deutschen Olympischen Sportbundes

(DOSB). Darüber hinaus haben wir es uns

zur Aufgabe gemacht, die Entwicklung junger

Talente langfristig und systematisch zu

begleiten. Als Hauptförderer der Eliteschule

des Sports in Leipzig leisten wir einen nachhaltigen

Beitrag für die Nachwuchsförderung

in unserem Olympia-Team.

Warum ist die sehr ausgeprägte regionale

Förderung für die Sparkasse so wichtig?

Wir sind fest in unserem Geschäftsgebiet verwurzelt:

in der Stadt und dem Landkreis

Leipzig ebenso wie in Nordsachsen. Diese

Region wollen wir nachhaltig attraktiver für

die Menschen und die Wirtschaft gestalten.

Denn nur wenn es den Menschen gut geht,

geht es auch der Sparkasse Leipzig gut.

„Identifikation“ ist ein wesentlicher Begriff

beim Sponsoring. Wie identifiziert man sich

mit der Sparkasse Leipzig am besten?

Die Sparkasse Leipzig möchte ein zuverlässiger,

kompetenter, authentischer und vertrauensvoller

Partner und Förderer des

gesellschaftlichen Lebens in ihrem Geschäftsgebiet

sein – diese Werte verkörpern wir und

so möchten wir wahrgenommen werden.

Die Bandbreite unseres Engagements reicht

weit über die Förderung des Sports hinaus

und umfasst zusätzlich die Bereiche Kultur,

Kunst, Soziales und Bildung. Unser Ziel ist

es, dass für Einwohner unseres Geschäftsgebietes

ihre Heimat und die Sparkasse Leipzig

untrennbar zusammengehören: „Meine

Region, meine Sparkasse.“

Wie messen Sie den erfolg von Sponsoring?

Als Wirtschaftsunternehmen haben wir eine

sehr große Verantwortung gegenüber

unseren Kunden, ebenso wie als Arbeitgeber.

Aus diesem Grund kontrollieren und bewerten

wir regelmäßig alle Sponsorings anhand

verschiedener Methoden. Durch unsere regionale

Präsenz machen wir uns gern vor Ort

ein Bild und sammeln persönliche Eindrücke.

Zudem stützen wir uns auf Ergebnisse

der Marktforschung. Aber der wertvollste

Gradmesser sind für uns die Rückmeldungen,

die wir von unseren Kunden erhalten.

Wann und warum werden Sponsortätigkeiten

beendet, beispielsweise beim regionalen

radsport?

Trotz anhaltender Dopingproblematik im

Radsport und dem Rückzug vieler Sponsoren

hat die Sparkasse Leipzig ihr Engagement

ausgebaut und das Titelsponsoring für die

„Sparkassen neuseen classics – rund um die

braunkohle“ übernommen. Wir sind von

diesem Projekt überzeugt, weil es dem Neuseenland

guttut, den Menschen und der

Wirtschaft.

Auf der anderen Seite müssen wir – wie bei

der Sachsentour – manchmal auch schmerzhafte

Entscheidungen treffen und uns von

Partnern trennen. Das ist dann der Fall, wenn

ein Projekt trotz aller Unterstützung nicht

mehr an alte Erfolge anknüpfen kann. Im

Gegenzug geben wir neuen Projekten eine

Chance, da wir im Interesse unserer Kunden

und der Menschen in der Region bestrebt

sind, unsere Sportförderung so breit wie

möglich aufzustellen.


Alles im Fluss

Wer Sport treibt, lebt aktiver. Das jedenfalls sagt Thomas Prochnow, geschäftsführer des

Universitätssportvereins (USV) Halle, des größten Breitensportvereins der Stadt.

Text: Dajana Trapp Fotografie: USV, Ulrike Haller

Schon Joseph von Eichendorff ist in

der Saale geschwommen. 100 Jahre

später fanden in dem Hallenser Fluss

die natio nalen Meisterschaften im

Langstreckenschwimmen statt. Und

auch heute gibt es sie wieder: die Freizeit-

und Profisportler, die beim Saaleschwimmen

einmal im Jahr dem Wetter

trotzen und 2.250 Meter für den

„Eichendorff-Pokal“ zurücklegen. „Wir

möchten zeigen, dass man in unserem

Fluss wieder schwimmen kann“,

erzählt der Organisator Klaus-Dieter

Gerlang.

Der 64-jährige Gerlang, der

zuletzt 13 Kilometer von Hildesheim

bis zur Mündung in den Mittellandkanal

schwamm, trainiert Triathleten im

Universitätssportverein (USV) Halle.

Von den Wurzeln des Vereins in der

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

kündet heute nur noch der

Name. Seit der Hochschulreform 1990

ist der Sportverein eigenständig und

widmet sich heute vorrangig dem Breitensport.

Die knapp 3000 Mitglieder

kommen aus allen Altersgruppen. Kinder

lernen hier schwimmen, Jugendliche

spielen Frisbee, Sportler mit Handicap

trainieren Leichtathletik und

Senioren betreiben Rehabilitations-

Im vergangenen jahr feierte der Universitätssportverein sein

60jähriges Bestehen.

sport. Der Verein nutzt über 60 Sportstätten

in Halle. „Das ist eine logistische

Herausforderung“, erzählt der Ge-

schäftsführer Thomas Prochnow. Die

einfacher zu handhaben sei, seitdem

man im vergangenen Jahr ein eigenes

Sport- und Gesundheitszentrum eröffnet

habe.

Seit zwei Jahren organisiert ein

Hallenser Reiseunternehmen, einer

der Sponsoren des Vereins, auch Reisen

für aktive Mitglieder und Interes-

senten. Die kostengünstigen Sportreisen

„fördern das Vereinsleben und

wecken auch bei Menschen mit einem

kleinen Budget die Lust am Sport“,

erklärt Thomas Prochnow. Das sei

nicht zuletzt auch ein Anliegen des

Sportvereins.

Trotz seiner Größe muss der Verein

derzeit sparen. „In den vergangenen

Jahren sind unsere Einnahmen stetig

gesunken, die Ausgaben aber gestiegen.“

So strich die Stadt Halle ihre

Zuwendungen zu Veranstaltungen des

USV. Das neue Gesundheitszentrum

hinterließ ein Defizit in der ohnehin

geschwächten Vereinskasse. „Inzwischen

ist es vollständig abbezahlt“,

erzählt der Vereinschef erleichtert. Ein

ausgeglichener Haushalt ist auch für

die geplante Fusion mit dem Sportverein

(SV) Halle notwendig. Anfang des

regjo LeIPZIg/HALLe SPort 43

Jahres unterzeichneten die Vorstände

eine entsprechende Absichtserklärung.

„Wenn sich die beiden größten Sportvereine

der Stadt zusammenschließen,

liegen die Vorteile auf der Hand,“ meint

Prochnow. Die Strukturen könnten

gestrafft, der Service verbessert und

weitere Sportstätten erworben werden.

Wenn die Mitglieder den Zusammenschluss

absegnen, ist es im Frühjahr

2011 soweit. Unstrittig ist, dass ein solcher

Großverein politisch an Einfluss

gewinnen wird. Damit kann auch der

Breitensport in Halle weiter ausgebaut

werden – auf das in Zukunft immer

mehr Hallenser den Sprung in die Saale

wagen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.usv-halle.de.


Der Jedermann-Lauf

Tausende Läufer werden zum Mitteldeutschen Marathon im September in Sachsen-Anhalt erwartet. er hat sich in den

vergangenen jahren zu einer der größten Laufveranstaltungen in der region entwickelt.

Text: Ines Christ Fotografie: run e.V.

Zehn Jahre war Waldemar Cierpinski alt, als er das erste Mal an eine

Teilnahme bei den Olympischen Spielen dachte. Da saß er vor dem

Fernseher, als der Äthiopier Abebe Bikila 1960 barfuß den Marathon

in Rom lief und wenig später die Goldmedaille gewann. „Da will ich

auch mal hinkommen“, dachte ich. „Aber nicht gerade als Läufer –

das war ja anstrengend“, erinnert er sich lächelnd. Aber irgendwann

kam sie doch, seine Begeisterung für das Laufen, und sie ist heute,

50 Jahre und zwei eigene olympische Goldmedaillen später, noch

immer ungebrochen.

Das wird besonders in seinem Engagement bei unzähligen Laufveranstaltungen

in Mitteldeutschland deutlich. Herzstück ist der

Mitteldeutsche Marathon, den Cierpinski 2002 im Rahmen der Leipziger

Olympiabewerbung auf der Strecke Leipzig – Halle initiierte.

„Dahinter stand ein einfacher Gedanke: einen Marathon in der

Region zu etablieren“, sagt der 59-Jährige, der in Neugattersleben in

Sachsen-Anhalt geboren wurde und seit mehreren Jahrzehnten in

Halle lebt. Und das Vorhaben gelang: „Wir erfahren hier eine wirklich

große Unterstützung.“ In diesem Jahr findet der Mitteldeutsche

Marathon bereits zum neunten Mal statt, die Veranstalter rechnen

am 4. und 5. September mit mehr als 5000 Teilnehmern.

Der Marathon orientiert sich dabei am historischen Vorbild: Im

Gegensatz zu vielen anderen Läufen werden keine Runden in einer

Stadt absolviert, sondern wird wie einst von Marathon nach Athen

von einem Ort zum anderen gelaufen. In den Anfangsjahren hieß das

zunächst von Leipzig nach Halle, „von Bach zu Händel“, so Cierpinski.

Auf dieser Strecke fanden 1925 die ersten Deutschen Meisterschaften

im Marathon statt, sie erwies sich jedoch aufgrund ihres

Profils als unzeitgemäß. Die neue Strecke führt quer durch das südliche

Sachsen-Anhalt und die mitteldeutsche Chemie-Region von

Spergau nach Halle. Entlang der Saale werden 15 Gemeinden passiert,

in denen die Läufer bei kleinen Volksfesten lautstark unterstützt

Die Stimmung an der Strecke und ein vielfältiges Programm sind Teil des

Konzeptes, eine Veranstaltung für alle Sportinteressierten zu bieten.

werden. Diese Stimmung und ein vielfältiges Programm sind Teil des

Konzeptes, eine Veranstaltung für alle Sportinteressierten zu bieten.

Der Marathon ist dabei nur eine Strecke, die gelaufen werden

kann. Ein Schnupperlauf über 1,3 Kilometer, ein Viertelmarathon und

verschiedene Staffeln sollen auch für ungeübte Läufer Anreiz sein, die


Turnschuhe zu schnüren und die Freude an

der Bewegung zu entdecken. Das fängt schon

bei den Kleinsten an, die beim Kita-Lauf parallel

zu den großen Sportlern kurze Staffelläufe

absolvieren. „Dieses Ereignis ist dafür

ein neues Projekt wird 2011 verwirklicht: Der

Himmelswege-Lauf in Sachsen-Anhalt.

prädestiniert, Lust am Sport zu machen“, ist

Cierpinski überzeugt. Dazu gehören auch

regelmäßige Neuerungen, in diesem Jahr ist

das neben dem Viertelmarathon der Total

Inline Race. „Für viele Skater wird das Rennen

auf der Original-Marathonstrecke von

Spergau bis Merseburg eine große Herausforderung“,

glaubt der Olympia-Sieger.

Eigentlich wollte er in diesem Jahr

beim Mitteldeutschen Marathon selbst über

42 Kilometer an den Start gehen und damit

gleich zwei Jubiläen feiern: „Ich werde kurz

vorher 60, außerdem ist mein zweiter Olympiasieg

von Moskau genau 30 Jahre her“,

erzählt der ehemalige Langstreckenläufer.

Die Zeit für ausreichendes Training fehlt ihm

jedoch, denn Cierpinski ist heute nicht nur

Geschäftsführer der gleichnamigen Sport

GmbH. Mit der deutschen Marathon-Nationalmannschaft

war er gerade drei Wochen

im Höhen-Trainingslager, und auch neue

Lauf-Projekte warten auf ihre Verwirklichung.

Eines hat bereits konkrete Formen

angenommen: Der Himmelswege-Lauf. „Er

wird im kommenden Jahr stattfinden und ist

eine riesige Chance für Sachsen-Anhalt,

denn Sport und Kultur werden auf außergewöhnliche

Art verbunden.“ Während Sportler

einen Dreifach-Marathon absolvieren,

können Senioren ebenfalls auf Tour gehen.

Sie sammeln ihre 42 „Punkte“ auf Burgen

Lauf-Vergnügen

Der Spaß an der Bewegung steht beim Mitteldeutschen

Marathon im Vordergrund, ob

es nun in Begleitung von olympia-Sieger

Waldemar Cierpinski (linkes Bild, Mitte)

über die Halbmarathon-Distanz oder als

große gemeinschaft auf eine der vielen

anderen Strecken geht.

regjo LeIPZIg/HALLe SPort 45

und Schlössern, wo sie kleine sportliche

Aufgaben lösen und ihre Kenntnisse der

Region unter Beweis stellen müssen. Am

Ende gibt es eine gemeinsame Siegerehrung.

Trotz des vollen Terminplanes wird

Waldemar Cierpinski auf einen Start beim

Mitteldeutschen Marathon nicht verzichten.

„Ich laufe wie im vergangenen Jahr den

Halbmarathon. Die Strecke führt unter

anderem an der Burg Giebichenstein vorbei

und ist einfach idyllisch.“ Gleichzeitig hofft

Cierpinski, dass möglichst viele Menschen

aus der Umgebung zum Mitteldeutschen

Marathon kommen. Schließlich sei jede Teilnahme

auch ein Sympathiebekenntnis zur

Region.

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.mitteldeutscher-marathon.de.


Sechseinhalb Minuten Freiheit

Ich hab die Hosen voll und schuld daran ist

mein Kumpel Christian. Er ist seit gut fünf

Jahren begeisterter Gleitschirmflieger. Und

neulich fragte er mich: „Willst du nicht mal

mitfliegen?“ Ich weiß nicht warum, aber

mein Mund antwortete einfach: „Super

Idee.“

Und jetzt habe ich den Schlamassel.

Festgegurtet an einen riesigen Sitzrucksack,

dem sogenannten Gurtzeug, auf dem Kopf

einen Helm, auf meiner Schulter ein piepen-

der Höhenmesser stehe ich hier. Hinter mir

auf der Wiese ausgebreitet liegt der Gleitschirm.

An meiner Hüfte zerrt ein kaum fünf

Millimeter dickes Seil. Christian sitzt am

anderen Ende, 1,2 Kilometer entfernt, auf

einer brummenden Seilwinde und wartet

auf das Startsignal. Gleich wird er das Seil

einfahren und mich so in die Luft ziehen.

Von wegen „super Idee“, denke ich

jetzt. Warum habe ich nur ja gesagt? Ich und

fliegen, das ist ganz und gar keine „super

Idee“. Vögel gehören in die Luft, Menschen

wie ich auf den Boden – da bin ich mir jetzt

ganz sicher. Doch was soll ich machen?

Kneifen gilt nicht.

Zum Glück muss ich nicht allein fliegen.

Thomas Post nimmt mich als Tandempartner

mit. Er ist ein erfahrener Gleitschirmpilot.

Vor über 20 Jahren ist er diesem

Sport in seiner Heimat Baden-Württemberg

verfallen. Damals war er noch Student,

Landschaftsarchitektur sein Fachgebiet.

Nebenbei arbeitete er als Fluglehrer. Ende

der 1990er Jahre kam er nach Leipzig. Hier

flatterte ihm 2004 die Ausschreibung für

den Zukunftspreis Südraum Leipzig auf den

Tisch. Thomas Post horchte auf. Denn schon

in seiner Diplomarbeit hatte er sich mit der

Freizeitnutzung der Bergbaufolgelandschaft

im Südraum von Leipzig beschäftigt. „Ich

habe die Arbeit wieder aus der Schublade

geholt, neu aufbereitet und das Projekt

‚Luftsportzentrum Neuseenland Leipzig‘ eingereicht.“

Er gewann, bekam Öffentlichkeit,

ein kleines Preisgeld und Unternehmensberatung.

Ein Jahr später eröffnete er seine

Flugschule. Das war gleichzeitig die Geburtsstunde

des Luftsportvereins Neuseenland

Leipzig und von Christians Flugleidenschaft.

Schließlich war er hier einer seiner ersten

Flugschüler.

„Wollen wir loslegen?“, fragt Thomas

Post. Er steht in voller Montur dicht hinter

mir. Durch Karabiner ist unser Gurtzeug

miteinander verbunden. In den Händen hält

er die Leinen, an denen das große Stück

Stoff befestigt ist, das uns gleich in der Luft

tragen soll. Neben uns wartet der Starthelfer

mit dem Walkie-Talkie auf unser Startsignal,

um es an Christian auf der Winde durchzugeben.

„Oh mein Gott“, denke ich und sage:

„Okay, was muss ich tun?“ Thomas Post

erklärt es mir: „Jetzt kommt gleich noch ein

regjo LeIPZIg/HALLe Freizeit 47

„gleitschirmfliegen ist eine grenzerfahrung“, sagt Fluglehrer Thomas Post. regjo redakteurin Nadine jukschat hat sich

an ihre grenzen gewagt und es ausprobiert. ein Selbsterfahrungsbericht.

Text: Nadine jukschat Fotografie: Tom Schulze

Fliegen ist etwas für Vögel. Wie konnte ich auf

die Idee kommen, das auch zu können?

Der schnellste Fahrstuhl der Welt: Mit fünf

Metern pro Sekunde geht die Fahrt gen Himmel.

bisschen mehr Zug auf das Seil. Wir bleiben

so lange stehen, bis es nicht mehr geht und

dann musst du laufen, laufen, laufen. Wenn

du aus Versehen ins Sitzen kommst, steh

wieder auf und laufe wieder. Ich sage dir,

wenn du aufhören darfst. Also wenn der

Boden weg ist, weiterlaufen.“ Na gut, denke

ich. Das kann ja nicht so schwer sein.

Dann geht es los. „Fertig“ ruft Thomas

Post dem Starthelfer zu. „Fertig“ spricht der

in das Walkie-Talkie. Und Christian bringt

mit der Winde Zug auf das Seil. „Und jetzt

lauf, lauf, lauf!“ Ich setze zum Sprint an und

kaum drei Schritte später zappeln meine

Beine bereits in der Luft. Es geht nach oben.

Warme Luft trägt den gleitschirm nach oben. Bis

zu den Wolken.

Tatsächlich, wir heben ab! Der Wind rauscht

und knattert laut in meinen Ohren.

„Jetzt kannst du dich reinsetzen und

genießen“, sagt Thomas Post. Ich versuche

es mir gemütlich zu machen und zu entspannen,

während wir mit fünf Metern pro

Sekunde in Richtung Wolken steigen. Meinen

Ohren geht die Fahrt zu schnell. Thomas

Post scheint meine Gedanken zu erraten

und sagt: „Schlucken hilft gegen den

Druck.“ Ein guter Tipp, doch mein Mund ist

vor Aufregung völlig trocken und will einfach

keinen Speichel produzieren. Ich versuche

es mit exzessivem Gähnen. Es klappt,

der Druck weicht. Die Anspannung bleibt.

Dafür ist die Aussicht phänomenal.

Unter uns erstrecken sich knallig gelbe Raps-


felder, dunkelgrüne Wiesen, kleine Waldstücke und der blaugrün

glitzernde Hainer See. In der Ferne rauchen die Schlote des Kraftwerks

Lippendorf. Bei gutem Wetter, sagt Thomas Post, kann man

bis ins Erzgebirge schauen. Heute reicht die Sicht allerdings gerade

einmal bis nach Leipzig.

Noch immer hängen wir an dem dünnen Seil. Rund 500 Meter

kann uns Christian damit hochziehen. Gut zwei Minuten nach dem

Start erreichen wir diese Höhe. Und Thomas Post fordert mich auf,

uns auszuklinken. Dafür muss ich an einem kleinen, roten, T-förmigen

Griff an meiner Hüfte ziehen. „Wirklich jetzt?“, frage ich und

Auf dem Weg nach oben wird es frisch. Pro 100 Meter Höhe sinkt die Temperatur

um je ein grad.

zögere einen Moment. „Ja, zieh.“ Die Schlaufe löst sich, das Seil fällt

ab und sinkt getragen von einem kleinen, sich im Flug wie ein Fallschirm

aufspannenden Stück Stoff langsam nach unten. Uns trägt

jetzt nur noch die Luft. Und die ist schon merklich kühler, als am

Boden. Denn mit jeden 100 Metern, die wir an Höhe gewinnen,

sinkt die Temperatur um ein Grad.

Um noch weiter nach oben zu gelangen, müssen wir jetzt Thermik

finden, warme aufsteigende Luft, die uns mitnehmen kann. Bei

guten Bedingungen können Gleitschirmflieger so bis zu 3.000 Meter

hoch fliegen – je nachdem, wie hoch die Wolken hängen. Denn an

der Wolkendecke ist Schluss. „Wenn man oben angekommen ist,

fliegt man hier im Flachland am besten mit Rückenwind so lange

geradeaus, bis es wieder hoch geht“, erklärt Thomas Post. Auf diese

Weise lassen sich weite Strecken zurücklegen. Flüge von über 100

Kilometern sind für geübte Piloten keine Seltenheit. Den Weltrekord

im motorlosen Gleitschirmfliegen hält der südafrikanische Pilot Nevil

Hullet. Am 14. Dezember 2008 flog er in Copperton, Südafrika,

501,1 Kilometer. „Es ist einfach irre, nur mit ein paar Leinen unter

so einem Stoff zu hängen und stundenlang zu fliegen. So weit, dass

man hinterher einen halben Tag braucht, bis man wieder zu Hause

ist“, beschreibt Thomas Post die Faszination des Gleitschirmfliegens.

Ich glaube, ich weiß, was er meint. Auf meinem Gesicht hat

sich inzwischen ein breites Grinsen eingemeißelt. Hat mich der Gleitschirmvirus

etwa auch gepackt? Ich könnte noch Stunden hier oben

bleiben.

Leider ist uns dieses Glück heut nicht beschieden. Die Wolken

sind dicht und hängen tief in knapp 1.000 Metern Höhe. Nur vereinzelt

zeigt sich ein bisschen blauer Himmel – nicht die besten

Voraussetzungen für einen langen Flug. „Ohne Sonne gibt es weniger

Thermik“, erklärt Thomas Post und zieht an den linken Brems-

14 Arbeitstage dauert die Ausbildung zum gleitschirmpiloten. Kosten: circa

1.200 euro. Die eigene Ausrüstung gibt es für 2.000 bis 4.000 euro.

leinen. Der Schirm dreht und wir fliegen zurück Richtung Startplatz.

Doch bevor wir zur Landung ansetzen, zeigt Thomas Post mir

noch ein paar Flugmanöver für fortgeschrittene Gleitschirmflieger.

Nicken und Rollen heißt das erste, bei dem er den Schirm vor und


zurück wippen lässt. Es ist eine Trainingsmaßnahme,

die dazu dient, ein besseres

Gefühl für den Gleitschirm zu bekommen.

Bei mir verursacht das Vor- und Rückwärtsschaukeln

ein wohlig-flaues Gefühl in der

Wie im Karussel: Zum Abschluss zeigt mir Thomas

Post Flugmanöver für Fortgeschrittene.

Magengegend, wie ich es zuletzt vor vielen

Jahren beim Breakdance fahren auf dem

Rummelplatz hatte.

Wie im Karussell fühle ich mich auch

bei der Steilspirale. Sie hilft beim Fliegen,

schnell Höhe abzubauen. In kleinen, engen

Kreisen bewegen wir uns abwärts. Dabei

scheint die schmale Gleitschirmseite fast den

Horizont zu berühren. Diese Flugfigur ist

nicht nur etwas für fortgeschrittene Piloten,

sondern auch für flugsichere Tandempartner

– denke ich und merke, wie mir langsam

schwindelig wird.

Wir sind inzwischen so weit gesunken,

dass ich die Gesichter der anderen Gleitschirmflieger

erkennen kann, die am Boden

auf ihren Start warten oder mit ihren Schir-

men Trockenübungen machen. Thomas Post

nimmt Kurs auf die Landebahn – den ins

Feld gemähten, etwa 50 Meter breiten

Grünstreifen, von dem wir zuvor auch

gestartet sind. Hätte ich die Steuerleinen in

der Hand, würden wir mit Sicherheit mitten

im kniehohen Raps direkt daneben landen.

Staunend beobachte ich, wie Thomas Post

uns zielsicher auf der Wiese zwischen den

Wartenden herunterbringt. Ganz sanft setzen

meine Füße auf dem Boden auf.

Ein Blick auf das Höhenmessgerät verrät,

wie lange wir in der Luft waren: exakt

sechseinhalb Minuten. Gerade lange genug,

um von dem Flugfieber angesteckt zu werden.

„Und wie war’s?“, fragt mich Christian,

der inzwischen von der Winde geklettert

und zum Startplatz gekommen ist, mit verschmitztem

Lächeln. Ich brauche nicht zu

antworten. Er hat das Leuchten in meinen

Augen längst gesehen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.klink-dich-aus.de sowie unter www.

luftsportverein-neuseenland.de.

regjo LeIPZIg/HALLe Freizeit 49

Dem Himmel so nah

„es ist einfach irre nur mit ein paar Leinen unter so

einem Stoff zu hängen und stundenlang zu fliegen.

So weit, dass man hinterher einen halben Tag

braucht, bis man wieder zu Hause ist“, beschreibt

Fluglehrer Thomas Post die Faszination des gleitschirmfliegens.

(Bild links)

Schlange stehen mit System

Warten gehört beim gleitschirmfliegen im flachen

Land dazu. Denn an der Winde können immer nur

zwei gleitschirmflieger starten. Die Zeit, bis die

Seile neu ausgelegt sind, überbrücken sie gern mit

Bodenübungen. Damit sie ihren Startplatz dabei

nicht verlieren, gibt es die Helmreihe. Sie ersetzt

das Schlange stehen.

gleitschirmfliegen als incentive-event

„gleitschirmfliegen ist auch für Unternehmen

interessant“, sagt Thomas Post.

Der erfahrene Fluglehrer bietet Firmen

mit seinen Kursen ein unvergessliches

Incentive-event zur Mitarbeitermotivation,

Persönlichkeitsbildung oder Teamfindung.

Das Spektrum reicht von halbtägigen

Schnupperkursen bis hin zu

einem ganzen Flugwochenende – erster

eigener Flug inklusive.

Die physischen Voraussetzungen sind

gering, denn beim gleitschirmfliegen

geht es nicht um Kraft und Motorik. Auf

gutes Teamwork, Konzentration und

Selbstbeherrschung kommt es an. Und

darauf, die eigenen Ängste in den griff

zu bekommen. „Sie nur wegzudrücken

funktioniert nicht, sondern man muss

damit arbeiten.“ Insofern ist gleitschirmfliegen

auch eine grenzerfahrung. es

formt die Persönlichkeit und es schweißt

die gruppe zusammen. „Und es ist

natürlich ein tolles erlebnis.“


Hier bringen wir jeden an seine Grenzen

Steffen Ludewig, stellvertretender Leiter der Werkfeuerwehr des Flughafens Leipzig/Halle, im gespräch über das neue

Ausbildungszentrum, den erweiterten Fuhrpark und über den Alltag der Airport-Feuerwehr.

Interview: Kai Bieler Fotografie: Flughafen Leipzig/Halle gmbH

Anfang juni wurde das neue Feuerwehrausbildungszentrum des

Flughafen Leipzig/Halle eröffnet. Wo liegen dessen Vorteile?

Die ICAO, die Internationale Zivilluftfahrtorganisation, schreibt vor,

dass jeder Feuerwehrangehörige eines zivilen Flughafens jährlich an

zwei Übungen unter realistischen Bedingungen teilnehmen muss.

Bislang besuchten wir andere Ausbildungszentren, etwa in Berlin,

in Holland oder in Großbritannien, um dies sicherzustellen. Mit der

Einrichtung des Trainingszentrums wurden jetzt optimale Ausbildungsbedingungen

hier am Standort geschaffen.

Welche Möglichkeiten bietet es für die rund 160 hauptberuflichen

und freiwilligen Angehörigen der Werkfeuerwehr des Flughafens?

Wir haben hier auf 5000 Quadratmetern vier Übungsstationen. Die

spektakulärste ist sicherlich unsere gasbefeuerte Boeing 747-Übungsattrappe.

Sie ist 35 Meter lang und verfügt mit dem Cargobereich,

dem Passagierdeck und dem Upperdeck über drei Ebenen. Die zweite

Station ist der holzbefeuerte mobile Brandcontainer, der ein realitätsnahes

Training der Brandbekämpfung in Gebäuden ermöglicht.

Hier können die Kollegen das gefährliche Phänomen des sogenannten

Flashover live erleben. Dabei entzünden sich durch Sauerstoffzufuhr

explosionsartig die in einem Raum vorhandenen Rauchgase.

Und sie lernen natürlich, das gezielt zu verhindern.

Die dritte Station ist unsere 50 Meter lange Kriechstrecke inklusive

Schrägen und Rohren. Diese müssen die Kameraden bei null Sicht

und unter Atemschutz durchqueren. Sie müssen sich gegenseitig

unterstützen, um als Team dort ordentlich durchzukommen. Dabei

werden sie permanent mit Wärmebildkameras überwacht, was nicht

nur die Sicherheit garantiert, sondern auch eine detaillierte Auswertung

ermöglicht. Das 14 Quadratmeter große Handfeuerlöscherbecken,

wo an Brandpuppen die schnelle Hilfe an Personen per Handfeuerlöscher

oder Löschdecke geübt wird, komplettiert die

Ausbildungsstationen unseres Zentrums.

Was ist das Besondere an der neuen Boeing 747-Attrappe?

An der Anlage können wir rund 25 Szenarien durchspielen, von der

Brandbekämpfung an Trieb- und Fahrwerken und der Flugzeugkabine

bis zum Flächenbrand und der Evakuierung von Passagieren.

Und das alles sehr realitätsnah und computergesteuert. So ist eine

detaillierte Auswertung möglich. Wie lange hat das Team für die

Erfüllung der Aufgabe gebraucht? Wie viel Löschmittel wurde verwendet?

Ist es an den richtigen Stellen aufgebracht worden? Das

Innere ist originalgetreu gestaltet, mit einem 120 Sitzplätze umfassenden

Zwischendeck und allen Einbauten wie Küchen und WCs.

Auch können wir einen Flashover und verschiedene Feuerstellen

zünden. Mit der Hitze und Rauchentwicklung sowie der baulichen

Enge sind das absolut realistische Bedingungen. So können wir jeden

unserer Leute wirklich bis an seine Grenzen bringen.

Auf der internationalen Leitmesse INTerSCHUTZ 2010 haben Sie

die Anlage erstmals öffentlich vorgestellt. Wie war die resonanz?

Das Interesse an der deutschlandweit einzigartigen Anlage ist immens.

Wir haben bereits sehr viele Nutzungsanfragen erhalten. Wenn alles


entsprechend eingerichtet ist und reibungslos

funktioniert, sind wir gern bereit, solche

Übungen auch extern anzubieten. Ich denke,

dass dies im Frühjahr nächsten Jahres der

Fall sein kann.

ebenfalls im juni wurden die beiden neuen

Feuerwachen West und ost in Betrieb genommen.

Warum war deren Bau notwendig?

Der Flughafen Leipzig/Halle ist als Verkehrsflughafen

in die höchste Kategorie 10 eingestuft,

da hier die größten Maschinen starten

und landen können. In dieser Kategorie muss

die Feuerwehr jeden Punkt des Flughafens

in maximal drei Minuten erreichen. Das ist

der Zeitraum, in welchem die Außenhaut der

Flugzeugkabine brennendem Kerosin standhält.

Mit den neuen Feuerwachen direkt an

den Rollbrücken erreichen wir diese Vorgabe.

Außerdem verfügen wir nun über genügend

Stellplätze für unsere neuen Fahrzeuge und

die gesamte Technik.

Auch beim Fuhrpark der Feuerwehr hat sich

ja einiges getan …

Ja, wir haben zwei Flugfeldlöschfahrzeuge

„Panther“ der neuesten Generation bekommen.

Diese sind mit Wärmebildkameras und

dem neuartigen Lösch-Arm „Stinger“ ausgerüstet,

der dreidimensionales Löschen, zum

Beispiel unter dem Flugzeugrumpf, erlaubt.

Außerdem verfügen sie über ein Piercing-

Tool. Damit können wir die Außenhaut des

Flugzeuges durchstechen und einen feinen

Nebel aus Wasser und Löschmittel einspritzen.

Und dank der 1.000-PS-Motoren können

wir überall sehr schnell vor Ort sein.

Zudem bekommen wir noch eine Rettungstreppe

für die schnelle Evakuierung von Passagieren.

Bei rund 4800 einsätzen pro jahr spielt die

Brandbekämpfung im Alltag der Flughafenfeuerwehr

aber eine untergeordnete rolle …

Ja, die Flugzeugbrandbekämpfung ist die

absolute Ausnahme. Aber sobald ein Pilot

einen technischen Defekt meldet, fahren wir

sofort in Stand-by-Position und sichern das

Flugzeug ab. Das kann schon eine kleine

Diode im Cockpit sein, die nicht leuchtet. Ein

Großteil unserer Einsätze entfällt auf den

Rettungsdienst. Dazu kommen unter ande-

regjo LeIPZIg/HALLe techniK 51

Steffen Ludewig

vor der neuen Boeing 747-Brandsimulationsanlage

am Flughafen Leipzig/Halle. Der gelernte

Kfz-Schlosser, Verwaltungsangestellte und studierte

Brandschutz-Ingenieur kam 1984 zur

Werkfeuerwehr im Petrolchemischen Kombinat

Böhlen. Nach Stationen bei der Berufsfeuerwehr

Leipzig und als Kreisbrandmeister im

Landratsamt Leipziger Land ging er 1997 zur

Werkfeuerwehr des Flughafens Leipzig/Halle.

Der 46-jährige Vater zweier Kinder ist seit 2007

stellver tretender Leiter der Flughafenfeuerwehr

und seit Kurzem Projektverantwortlicher für

das Fire-Training.

rem noch die intensive Ausbildung und die

typischen Brandmelde-Alarme. Sobald einer

der 3.770 Brandmelder in den Gebäuden des

Flughafens eine Störung meldet, rücken wir

aus.

jeder junge träumt davon, Feuerwehrmann

zu werden. Wie verwirklicht man diesen

Traum?

Mein Vater war 17 Jahre lang Wehrleiter in

einer kleinen, dörflichen Feuerwehr. Das hat

mir einfach gefallen. Ja, vielleicht war auch

ein Interesse für Technik und das Hilfleistungssystem

dabei. Ich wollte mich einfach

einbringen und fand die ganze Geschichte

gut. Durch meine Ausbildung als Kfz-Schlosser

hatte ich auch ein Faible für die Technik.

Nach meinen ersten Erfahrungen bei der

Werkfeuerwehr im PCK Böhlen wusste ich

sofort: Das ist mein Beruf und in dem möchte

ich weiterkommen. Daran hat sich bis heute

nichts geändert.

Mehr Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.leipzig-halle-airport.de


52 advertorial regjo LeIPZIg/HALLe

Gewinne ein Kinderlachen

Das Deutsche Institut für Humor hat einen Wettbewerb übers Kinderlachen ins Leben gerufen. Die ergebnisse sind noch

bis ende juli in Leipzig zu sehen.

Text: Frank Mayer Fotografie: Carmen jasmyn Hoffmann

Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene

zwölf Mal – und Tote gar nicht. „Selbst der

Laie erkennt da eine Tendenz“, wie Eckart

von Hirschhausen treffend sagt. Je besser

man über die Entwicklung von Humor

Bescheid weiß, desto gezielter kann man ihn

als Stärke bei Kindern ausbauen, weiß Eva

Ullmann, Gründerin des Deutschen Instituts

für Humor in Leipzig: „Kinder werden

selbstbewusster und handlungskompetenter,

wenn sie viel lachen dürfen“. Je mehr man

über konstruktiven Humor in der Weltsicht

und in der Kommunikation weiß, umso

gezielter kann man ihn einsetzen. Dies

beginnt schon in frühen Jahren. Das Deutsche

Institut für Humor nimmt diese

menschliche Verhaltensweise genauer unter

die Lupe, schließlich ist sie bisher eher wenig

erforscht worden, vor allem bei Menschen

unter 18. Worüber lachen Kinder in welchem

Alter? Wo hilft ihnen Humor, das

Leben und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen?

Wann wirkt Komisches als „Lernbeschleuniger“,

und wie kann es unseren Kleinen

dabei helfen, mit Niederlagen fertig zu

werden? Wirkt Humor auch bei kranken

Kindern, so dass sie schneller gesund werden?

Unterstützt von den Wirtschaftsjunioren

Leipzig hat das Deutsche Institut für

Humor einen Wettbewerb zur humorvollsten

Kinderanekdote ausgelobt. Zusammen

mit der Fotografin Carmen Jasmyn

Hoffmann wurden Geschichten, Anekdoten

und Fotos gesammelt. Einer Jury fiel die

schwere Aufgabe zu, aus über 70 Einsendungen

die vier besten auszuwählen.

Gewonnen haben: ein Mädchen mit einer

Creme-Aktion, ein Geschwisterpaar mit

einem Bett voller gestapeltem Spielzeug, die

Strafarbeit eines Fünftklässlers und die

Zeichnung einer Fünfjährigen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind

seit dem 01. Juni 2010 im Café Kowalski im

Leipziger Musikviertel zu sehen – noch bis

Ende Juli. Während der Ausstellungsdauer

werden „Humortagebücher“ verteilt, damit

das Projekt weitergehen kann. Damit auch

die Kleinen ihren Spaß haben konnten, gab

es zur Ausstellungseröffnung – passend zum

Internationalen Kindertag – eine Comic-

Station, einen Maskentisch und den größten

Kinder werden selbstbewusster und handlungskompetenter,

wenn sie viel lachen dürfen.

Zauberer der Welt (mit 2,05 Meter Körpergröße)

zu erleben. Und natürlich Eckart von

Hirschhausen, den bekannten Kabarettisten

im Arztkittel. Die stolzen Gewinner freuten

sich über ein Fotoshooting mit der ganzen

Familie, über zweimal hochwertiges Kinderspielzeug

und über drei Humortrainings für

je eine Person bei der Cornelsen Akademie

mitsamt einem Humorbuch von Eva Ullmann.

Wer ist eigentlich Eva Ullmann? Die

Gründerin des Deutschen Instituts für

Humor trainiert Firmen, wie z. B. die Sachsenbank

und die Uniklinik Leipzig, und sie

hält Impulsvorträge in Netzwerken, wissenschaftlichen

Instituten und der freien Wirtschaft.

Außerdem unterrichtet die Humorexpertin

an der Universität Leipzig Medizinstudenten

im Fach Gesprächsführung, in

praxis orientierter Umsetzung zu Themen

wie Aktivem Zuhören und Ich-Befinden,

mit Rollenbeispielen zu Arzt-Patienten-

Schwerpunkten. Dabei geht es um die

Erweiterung der Handlungskompetenzen

der Teilnehmer, nicht um bloße Wissensvermittlung.

Denn Ullmann zufolge gibt es

nichts Produktiveres „als das Lachen der

Teilnehmer“.

Weitere Infos unter www.humorinstitut.de und

www.gewinneeinkinderlachen.de.


Es entwickelt sich was

Text: Frank Mayer Fotografie: geT geiseltaler entwicklungs- und Touristikgesellschaft Ug(hb)

Wer in der Touristik erfolgreich sein will, sollte sein Zielgebiet

mögen. Oder zumindest von dort stammen. Roland Karge kann

beides für sich beanspruchen. „Ich bin in der Region, dem ehemaligen

Braunkohlenrevier, verwurzelt“, so der 51-jährige Gründer der

GET Geiseltaler Entwicklungs- und Touristikgesellschaft UG (haftungsbeschränkt).

Warum hat er – zusammen mit seiner Frau und

einer Marketinggesellschaft, mit der er seit Jahren kooperiert – eine

Entwicklungsgesellschaft gegründet? „Weil man etwas für die Region

tun muss, und wenn den Kommunen das Geld fehlt, sollten eben

Unternehmer die Initiative ergreifen.“

Karges GET rückt den ehemaligen Braunkohlentagebau in den

Blickpunkt, auch als Teil der neu entstandenen Seenlandschaft des 50

Kilometer entfernten Leipzig. Dort kennt man inzwischen den Cospudener,

den Markkleeberger und auch den (noch nicht vollends

gefluteten) Störmthaler See. Aber ins Geiseltal kamen bisher meist

nur die Bewohner des dortigen Umlands und radelten die eine oder

andere Runde um den See. Den gibt es zwar schon, er wird aber erst

Ende 2010 vollständig mit Wasser vollgelaufen sein. Um jetzt schon

touristische Attraktionen zu bieten, hat Roland Karge mit seinen

Geschäftsfreunden einen alten Robur aufgearbeitet und in Airbrush-

Technik lackieren lassen. „Der geht für das Geiseltal auf Tour.“ Mit

rollenden Werbeträgern kennt sich Karge aus: Der Geiseltalexpress ist

eine Bahn, die keine Schienen braucht und fünfmal täglich um den

See rollt. „Mit dem Express haben wir unsere Erwartungen weit übertroffen“,

freut sich der Sachsen-Anhalter. „Von April bis Mitte Juni

sind damit schon circa 4.500 Menschen gefahren.“ Die Bahn wurde

über einen regulären Kredit finanziert, ohne staatliche Beihilfen.

Karge betont, wie wichtig ihm die Zusammenarbeit mit den

Städten und Gemeinden der Umgebung ist. „Es gibt genug Fälle, in

regjo LeIPZIg/HALLe Freizeit 53

Der geiseltalsee als noch unbekanntes Naherholungsparadies – das soll anders werden, meint roland Karge von der

geiseltaler entwicklungs- und Touristikgesellschaft.

denen Entwicklungsgesellschaften an den Kommunen vorbeigearbeitet

haben und damit auf die Nase gefallen sind.“

Das soll der GET nicht passieren, daher arbeitet die Gesellschaft

zum Beispiel mit dem Interessen- und Förderverein „Geiseltalsee“

e. V. zusammen. Am 17. August 1990 wurde der IFV von zwanzig

Bergleuten, Verwaltungsangestellten und engagierten Bürgern

gegründet, also noch vor der Deutschen Einheit. Ein wichtiger Partner

ist auch Winzer Lars Reifert, der einen Weinberg direkt am See

bewirtschaftet – und das nach 300 Jahren Bergbau. Reifert nutzt die

südliche Ausrichtung, die 30-prozentige Steigung und die Spiegelung

des Sees als ein Qualitätsmerkmal, das in Deutschland wohl

kein zweites Mal auftritt. Neben der Entwicklung der Gegend als

Der geiseltalexpress ist nur eine der Attraktionen, die von der geT geplant

beziehungsweise bereits umgesetzt sind.

touristisches Zielgebiet vermarktet Karge Häuser am Geiseltalsee,

über die GEB Geiseltaler Entwicklungs- und Bauträgergesellschaft

mbH. Das sei aber nicht der Hauptgrund für Karges Engagement:

„Wir wollen der Jugend eine Perspektive geben, damit sie hier Arbeit

findet und nicht wegziehen muss.“ Er selbst geht mit gutem Beispiel

voran und bietet so auch in seiner Hauptfirma, der ARS Anlagen und

Rohrsysteme Betriebsführung & Service GmbH in Merseburg, Praktika

und Ausbildungsplätze an. Denn Karge ist jemand, der seine

Region mag.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter

www.get-geiseltal.de und www.weinbau-am-geiseltalsee.de.


Drehkreuz im Mittelmeer

Alan Camilleri, Leiter der maltesischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Malta enterprise Corporation, im gespräch

über die Vorteile des Standortes Malta für deutsche Unternehmen und seine Aktivitäten in Mitteldeutschland.

Interview: james Parsons Übersetzung: Manuela Kleindienst Bilder: Malta enterprise

Wie geht es aktuell Maltas Wirtschaft? Werden

wir in Zukunft ähnliche Schlagzeilen

lesen müssen wie über griechenland?

Trotz der internationalen Rezession entwickelt

sich Maltas Wirtschaft stabil und nachhaltig.

Dies hat mehrere Ursachen: Zuallererst

haben wir einen gesunden Branchenmix aus

verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistungen,

dem Finanzsektor, Handel und Tourismus.

Darüber hinaus war Malta einer von nur zwei

EU-Mitgliedstaaten, die es geschafft haben,

ihr Defizit im Jahr 2009 auszugleichen – mitten

in der Rezession. Zudem wurde das

Außenhandelsdefizit in den vergangenen

zwölf Monaten erheblich gesenkt. Möglich

war dies durch gestiegene Exporte und durch

Senkungen bei den Staatsausgaben.

Die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin auf einem

stabilen Niveau und die Zahlen für das erste

Quartal 2010 zeigen, dass unsere Wirtschaft

weiter wächst. Dazu tragen natürlich auch

ausländische Direktinvestitionen positiv bei.

Was sind die Vorteile, die Malta für deutsche

Unternehmen bietet?

Unser Land kann bei Investoren mit einer

Vielzahl an Vorzügen punkten. Dazu gehören

unter anderem die mehrsprachigen, hoch

motivierten und qualifizierten Arbeitskräfte,

die EU-weit niedrigsten Sozialversicherungskosten,

Lohnkosten, die nur rund 60 Prozent

von denen in Westeuropa betragen sowie ein

einfaches und transparentes Steuersystem.

Durch seine Lage im Zentrum des Mittelmeers

bildet Malta ein Drehkreuz in der

internationalen Lager- und Logistikwirtschaft,

mit sehr guten Geschäftskontakten in

die Mittelmeerregion, nach Nordafrika und

in den Nahen Osten. Der Freihafen Malta,

drittgrößter Umschlaghafen im Mittelmeer,

ist mit 50 Mittelmeerhäfen und 100 Häfen

weltweit verbunden. Die meisten europäischen

Standorte sind über den Malta International

Airport in nur zwei bis drei Stunden

mit dem Flugzeug erreichbar.

Darüber hinaus unterstützt Malta die Ansiedlung

von Investoren durch eine Vielzahl an

Maßnahmen, wie finanzielle Unterstützung

für Investitionen oder die Weiterbildung von

Mitarbeitern.

Welche Branchen sind heute führend bei den

Direktinvestitionen in Malta?

Malta ist ein attraktiver Investitionsstandort

für eine Reihe von Branchen, besonders in

den Bereichen der Hochtechnologie und der

Dienstleistungen. Dazu gehören die Biotechnologie

und Pharmawirtschaft, die Fahrzeu-

gindustrie und die Luftfahrttechnik, die

Geschäftsfelder E-Business und iGaming,

Back-Office und Call-Center, Elektronik und

Software. Unter den Unternehmen, die sich

heutzutage in Malta ansiedeln, sind ebenso

Finanzdienstleister, Bildungsträger oder Hersteller

von hochwertigen elektronischen

Bauteilen zu finden. Viele Hochtechnologieunternehmen

sind in Malta mittlerweile

auch mit ihren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen

präsent.

Welche rolle spielt dabei die Arbeit von

Malta enterprise?

Wir wollen die wirtschaftliche Entwicklung

Maltas stärken durch die Anwerbung ausländischer

Direktinvestitionen und durch die

Unterstützung maltesischer Unternehmen bei

ihren Internationalisierungsbestreben. Wir

kennen unsere Kunden und ihr Umfeld, wollen

zu ihnen eine langfristige Beziehung aufbauen.

Wir unterstützen Investoren auf allen

Ebenen – ab dem ersten Kontakt und während

ihrer Zeit in Malta. Dazu planen wir gerade,

einen One-Stop-Business-Shop innerhalb des

Unternehmens einzurichten. Unser Ziel ist es,

den Anteil wissensbasierter Dienstleistungen

innerhalb der Wirtschaft Maltas durch gezielte

Ansiedlungen weiter auszubauen.


einer der Standortvorteile Maltas sind die niedrigen Steuersätze.

Können Sie uns ein Beispiel geben, wie das in der Praxis aussieht?

Wir haben in Malta keine Unternehmenssteuern, vergleichbar mit

der deutschen Körperschaftssteuer. Unternehmen müssen 35 Prozent

Steuern auf ihre Gewinne zahlen. Dieser Steuersatz kann sich aber

durch ein Steuergutschriftensystem, das für eine Reihe von Branchen

gilt, weiter reduzieren. Zudem gewährt unsere Gesetzgebung nichtansässigen

Anteilseignern bei Dividendenausschüttung eine Steuerrückerstattung

von bis zu 6/7 der gezahlten Steuer. Dadurch beträgt

der tatsächliche Steuersatz oft nur fünf Prozent.

In Malta ist bereits eine Vielzahl deutscher Unternehmen ansässig

– welche sind Ihre Lieblingserfolgsgeschichten?

Es gibt seit den 1960er Jahren einen kontinuierlichen Strom deutscher

Direktinvestitionen. Über 50 deutsche Produktionsunternehmen

arbeiten hier: von globalen Konzernen mit 1.500 Mitarbeitern

bis hin zu kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ein paar

Dutzend Menschen beschäftigen. Es ist schwierig, „die“ Erfolgsgeschichten

herauszuheben, da alle einen wesentlichen Beitrag zu

unserer Wirtschaft leisten. Aber natürlich sprechen wir gern über

Beispiele wie Playmobil und die Lufthansa Technik.

Warum sind Sie mit Malta enterprise auch in Mitteldeutschland

tätig?

Mitteldeutschland ist ein äußerst interessanter Markt für uns. Ein

besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Informations- und Kommunikationstechnologie

(IKT) und der Cleantech-Branche, also

allem, was mit dem Einsatz erneuerbarer Energien und Energieeffizienztechnologien

zu tun hat. Beide Wirtschaftszweige entwickeln

Alan Camilleri

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial 55

ist der Vorstandsvorsitzende von Malta enterprise und Malta Industrial

Parks. 1998 wurde Alan Camilleri Kommunikationskoordinator

beim Sozialministerium, vier jahre später wurde er außerdem zum

Direktor der Informationsverwaltung ernannt. In dieser Zeit baute er

die Abteilung für Informationsverwaltung und das Informationszentrum

für Sozialpolitik auf. Von 2004 bis ende 2006 fungierte Alan

Camilleri als Kommunikationskoordinator des Premierministers von

Malta. Von 2006 bis 2008 gründete und leitete Alan das nationale

Komitee zur euroumstellung. 2008 übernahm er die Position des

Vorstandsvorsitzenden (Ceo) der Dhalia gruppe, die er im Februar

2009 für seine derzeitige Stellung verließ.

sich am Standort Malta sehr dynamisch. Aufgrund der besonderen

Kompetenzen Mitteldeutschlands auf diesen Gebieten sind wir sehr

an einem Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen interessiert.

Welche aktuellen Projekte organisieren Sie zurzeit hier in der

region?

In Mitteldeutschland planen wir in Zusammenarbeit mit lokalen

Institutionen einige Workshops mit speziellen Branchenschwerpunkten

sowie die Teilnahme an Messen und die Organisation von

Geschäftsdelegationen, die Raum für Networking zwischen maltesischen

und deutschen Unternehmen schaffen. Wir verhandeln

außerdem mit einer Reihe potenzieller Investoren.

Unser Honorarkonsul für Sachsen und Sachsen-Anhalt, Detlef

Bischoff, leistet dabei Großartiges im Raum Leipzig. Auch von Seiten

des Leipziger Wirtschaftsbürgermeisters Uwe Albrecht erhalten wir

tatkräftige Unterstützung bei der Organisation eines weiteren Workshops

im Herbst diesen Jahres.

Einen Schwerpunkt unserer Aktivitäten werden zukünftig die

Bereiche Umwelttechnik und Biotechnologie bilden. Hier suchen wir

den verstärkten Dialog mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen

aus der Metropolregion Mitteldeutschland. Wir hoffen, bald

noch mehr Delegationen aus Wirtschaft und Politik in Malta begrüßen

zu können, um eine dauerhafte Zusammenarbeit zu verwirklichen

und das Zentrum des Mittelmeers und Mitteldeutschland einander

näher zu bringen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter

www.maltaenterprise.com.


Investieren auf der Insel

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial 57

Malta gehört seit jahrzehnten zu den wichtigsten Investitionsstandorten für deutsche Unternehmen. Die

Wirtschaftsfördergesellschaft Malta enterprise will diese intensiven Beziehungen weiter ausbauen.

Text: james Parsons Fotografie: Malta enterprise

Die Geschichte deutscher Investitionen

auf Malta begann bereits kurz nachdem

die Mittelmeerinsel im Jahr 1964

politisch unabhängig wurde. In den

1960er und 1970er Jahren eröffneten

deutsche Unternehmen wie der Brillenhersteller

Rodenstock Produktionsstätten

nach Malta. Playmobil, eines

der weltweit führenden Unternehmen

auf dem Spielzeugmarkt, errichtete seinen

Standort in Malta in den frühen

1970er Jahren und be-schäftigt heute

etwa 800 Mitarbeiter.

Die Aufnahme in die Europäische

Union im Jahr 2004 und die vier Jahre

später erfolgte Euroeinführung haben

die Bedingungen für Investoren weiter

verbessert. In jüngster Vergangenheit

zog es vor allem Unternehmen aus

dem Elektronik- und IKT-Bereich, der

Medizintechnik, Pharmaindustrie und

der Feinmechanik auf die Mittelmeerinsel.

Auch Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche

haben sich hier

angesiedelt. Darüber hinaus investierte

auch die Lufthansa Technik in größerem

Umfang am Standort. Das Unternehmen

beschäftigt hier rund 500

Vollzeitmitarbeiter.

Insgesamt arbeiten aktuell über

50 deutsche Herstellerfirmen in Malta

sowie zahlreiche Dienstleistungsunter-

Aktuell sind bereits über 50 deutsche Produktionsunternehmen

in Malta registriert. Tendenz weiter steigend.

nehmen. Der Bestand an deutschen

Direktinvestitionen in Malta beträgt

rund 24,5 Milliarden Euro (2007).

Damit nimmt die nur 316 Quadratkilometer

große Insel mit ihren 410.000

Einwohnern den zehnten Platz weltweit

ein.

Entsprechend wichtig ist der

deutsche Markt für Malta Enterprise.

Die Beratungsagentur unterstützt

deutsche Unternehmen bei Investiti-

onen in Malta. Die Kundenbetreuer

von Malta Enterprise helfen bei der

Wahl des richtigen Standortes, beraten

zu Genehmigungsverfahren und informieren

über aktuelle Förderprogramme.

Darüber hinaus organisiert

Malta Enterprise vierteljährlich zusammen

mit der deutschen Botschaft in

Malta einen Stammtisch für alle deutschen

Unternehmer, die sich für Malta

interessieren. Dieser findet im Gebäude

der Deutsch-Maltesischen Gesellschaft

in Valetta statt. Diese Treffen dienen als

Networking-Events für die deutsche

Geschäftswelt in Malta.

Um neue FDI-Projekte (Foreign

Direct Investment) in Malta zu realisieren,

unterhält Malta Enterprise nicht

nur ein Büro als Anlaufstelle für deutsche

Investoren im Raum München.

Auch persönliche Besuche in Unternehmen

und eine neue Vortragsreihe

dienen diesem Ziel. Dazu finden seit

Anfang 2009 Workshops in Leipzig,

Bochum, Hamburg, München, Dresden

und Karlsruhe statt, an denen

jeweils 20 bis 30 Unternehmen aus

verschiedenen Branchen teilnehmen.

Allein in den vergangenen fünf

Jahren haben so 14 deutsche Unternehmen

eine neue Geschäftstätigkeit

in Malta aufgenommen. Darüber

hinaus konnten 17 deutsche, bereits in

Malta ansässige Unternehmen mithilfe

von Fördergeldern durch Malta Enter-

Malta enterprise berät Investoren zu allen

Fragen rund um die Ansiedlung.

prise ihre Tätigkeiten auf der Insel

erweitern. Neue Investitionen aus

Deutschland sind ständig in Vorbereitung.

Das Unternehmen ist zuversichtlich,

dass die Wettbewerbsfähigkeit des

Standortes Malta auch in Zukunft dazu

beitragen wird, mehr deutsche Investoren

anzuziehen und so die bereits

hervorragenden Geschäftsbeziehungen

zwischen beiden Ländern weiter zu

vertiefen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.maltaenterprise.com.


Eine (Gourm-)Etage für Feinschmecker

Die Wein- und Spirituosen Kontor gmbH aus dem Leipziger Umland bietet alles, was des gourmets Herz begehrt –

in speziellen „gourmetagen“.

Text: Frank Mayer Fotografie: goUrMÉTAge gmbH

Gute Geschäfte reifen zuweilen wie gute

Weine. Der gebürtige Badener Roland Hippler

ist schon seit neun Jahren in Mitteldeutschland

im Handel mit geistigen

Getränken tätig. 1991 gründete er in Zwochau

bei Leipzig die Wein- und Spirituosen

Kontor GmbH (WSK). Und die wiederum

hat seit 2006 einen Einzelhandelszweig, die

Gourmétage.

Der Name sagt es: Hier finden Feinschmecker

alles, was sie für ihre Leidenschaft

brauchen. Zum Selbstverständnis der

Feinkostkette gehört, das Kunden mit

anspruchsvollen Gaumen aus einer Fülle

feiner Speisen, hochwertiger Zutaten, Spitzenweinen

auswählen können. Und dabei

fachkundig beraten werden. Egal ob es Serrano-,

San Daniele- oder Parmaschinken

sein soll, russischer oder iranischer Kaviar,

edle Käsesorten, Enten- und Gänseleber,

beste Olivenöle aus Italien, Griechenland

Die experten der gourmétage halten auch echte

raritäten vor, wie 30 jahre alten glennfiddich

oder 25 jahre alten Macallan Fine oak.

und Spanien, handgedrehte kubanische und

brasilianische Zigarren (aus dem begehbaren

Humidor). Die Auswahl geht weiter mit

einer Vielzahl an Kaffeespezialitäten wie die

kleine, feine (direkt importierte) italienische

Marke Compagnia del Caffé, oder die Eigenmarke

Gourmétage, die nach Vorgaben des

Hauses gemischt und geröstet wird und

höchste Ansprüche erfüllt. Teefreunde finden

fast 50 verschiedene Sorten, vom Früchtetee

über japanischen Grüntee hin zu ausgesuchten

Schwarztees. Liebhaber erlesener

Alkoholika finden hochwertigen deutschen

Sekt, französischen Champagner, Weine aus

den besten Anbaugebieten Europas und der

Welt: Bei Gourmétage gibt es alles, was

einen schönen Abend noch schöner macht.

Dazu gehören natürlich auch Whiskys. Der

Kenner bekommt nicht nur das Beste aus

Irland, Schottland, Wales, USA und Kanada,

sondern sogar aus Japan, und zwar (meist)

Single wie Blended Whisk(e)ys. Nur eins gibt

es nicht: Billigmarken wie im Supermarkt.

Natürlich findet man auch Grappas,

Liköre, Rum, Wodkas, Obstbrände in den

Regalen – von rauchig bis vollmundig, von

sanft bis bitter, von regional bis international

ist für jeden Geschmack etwas dabei. Apropos

regional: Teile des Sortiments aus Mitteldeutschland

zu beziehen, ist für Hippler

Ehrensache. Beispiele gefällig? Als da wären:

Beste Senfsorten in Bio-Qualität von der

Senfmühle Jörg Hühndorf aus Halle an der

Saale, Chursdorfer Käse und Salamispezialitäten

von Wasserbüffel, Schaf und Ziege,

Direktöle von Biowellfood (exklusiv in den

Filialen in Erfurt, Leipzig, Dresden und Berlin),

handwerklich hergestellte Nudeln der

Nachtigall Nudelmanufaktur, bestes Rindfleisch

von Limousin-Rindern aus dem Thüringer

Wald von Naturfleisch Oberweißbach

und (nicht aus der Region, aber ebenso fein)

Salami- und andere Wurstspezialitäten von

der Rügener Landschlachterei.

Elf Weingüter aus der Saale-Unstrut-

Region und dem Freistaat Sachsen liefern

ihre Erzeugnisse an die WSK. Unter anderen

gewährt das anerkannte Weingut Schloss

Proschwitz von Georg Prinz zur Lippe seit

1999 der WSK die alleinigen Vertriebsrechte

für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Firmengründer Roland Hippler hat

damit Geschäft und persönliche Vorliebe

verbunden, denn Weine aus Sachsen gehören

zu seinen Favoriten. Ein Fachmagazin

für Weinbau zitierte ihn mit den Worten:

„Vollendeter Weingenuss hängt vor allem

auch von der Stimmung und der Umgebung


egjo LeIPZIg/HALLe advertorial 59

ab. Im Allgemeinen liebe ich aber füllige, körperreiche Weine.“ Da

zum guten Tropfen passende Gläser gehören, hilft auch dabei die

Gourmétage-Mannschaft. Vom schlichten Korkenzieher bis zur

„Glasserie Libbey“ aus den USA reicht die Zubehörpalette.

Der Lohn für hochwertige Auswahl und Beratung bei der Gourmétage

sind Zertifikate renommierter Fachzeitschriften wie des

Weinmagazins „Feinschmecker Wein Gourmet“, „Weinwirtschaft“

oder „Der Whisky-Botschafter“. Häufig kommen Kunden und lassen

sich Weine empfehlen, nachdem sie den Gourmet-Experten beschrieben

haben, was bei ihnen zu Weihnachten oder anderen Anlässen

auf den Tisch kommt. Zur Beratung gehört das Einkaufserlebnis an

einem besonderen Ort. Daher finden sich die „Gourmetagen“ auch

immer nur in besten Lagen, bisher ausschließlich in ostdeutschen

Städten: Berlin – Wilmersdorfer Arcaden, Dresden – Neustädter

Markthalle, Erfurt – Breuninger-Haus, Halle – Stadtgalerie Rolltreppe,

Leipzig – Mädler-Passage und Promenaden im Hauptbahnhof.

Durch den Standort im Leipziger Hauptbahnhof brauchen Liebhaber

guten Essens und Trinkens auch dann nicht mehr auf hohe

Qualität zu verzichten, wenn sie auf Reisen – als in Eile sind. Die

dortige Filiale lockt mit Crêpes (süß oder herzhaft gefüllt), Bouilla-

Die gourmet-experten der gourmétage können Zertifikate renommierter

Publikationen wie „Feinschmecker Wein gourmet“, „Weinwirtschaft“ oder

„Der Whisky-Botschafter“ vorweisen.

baisse oder Riesengarnelen mit Aioli. Nicht zu vergessen: der Serrano-Schinken,

der für den Aufschnitt frisch vom Stück geschnitten

wird.

Für alle Filialen gilt, dass man die Köstlichkeiten an kleinen

Tischen gleich kosten kann. Um die fast 2.000 Weine, ebenso an die

2.000 Spirituosen, davon allein 500 Whiskysorten, zu probieren,

müsste man aber schon Wochen in den geschmackvoll eingerichteten

Filialen verbringen. Die Dependance in der Markthalle in Dresden-Neustadt

bietet ihren Kunden zusätzlich warme Spezialitäten.

Wer nicht das Glück hat, in der Nähe einer der „Gourmetagen“

zu wohnen, kann natürlich auch online bestellen: Ab 75 Euro kommen

die Leckereien versandkostenfrei, bei geringeren Bestellwerten

kosten Porto und Verpackung sechs Euro.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter

www.gourmetage.de.


Schöner arbeiten

office 2010 ist die neueste Version der Bürosoftware von Microsoft. Dank besserer Übersichtlichkeit, sinnvoller neuer Features

und der Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens per Internet lohnt sich der Wechsel. Aber nicht für jeden.

Text: Kai Bieler Fotografie: Microsoft Deutschland Ag

Nach dem Start von Windows 7 und drei Jahre nach Office 2007 ist

nun Microsoft Office 2010 auf dem Markt. Bislang scheint nach Einschätzung

verschiedener IT-Dienstleister das Interesse der Anwender

jedoch eher verhalten zu sein. Bevorzugen die einen die klare und

übersichtliche Oberfläche eines Office 2003, schwören die anderen

auf die kostenlosen Open-Source-Alternativen ohne Lizenzdschungel.

Doch anders als früher organisiert sich die moderne Arbeitswelt

zunehmend durch auf Kommunikation, Flexibilität und Mobilität

ausgerichtete Strukturen über traditionelle Bürogrenzen hinweg.

Wer also seinen PC nicht nur als Schreib- und Rechenmaschine

benutzt, sondern auf Teamarbeit, unbegrenzte Erreichbarkeit, Cloudfähigkeit

und auf ein professionelles Arbeiten in Grafik und Kommunikation

Wert legt, dem hat Office 2010 einiges zu bieten.

Konsequent öffnet Microsoft mit Office 2010 den Weg ins Internet.

So bieten die neuen Office-Web-Anwendungen (Web Apps)

abgespeckte Varianten von Word, Excel, PowerPoint und OneNote

und stehen damit in Konkurrenz zu Programmen wie Google Docs.

Zu OpenOffice dürfte die kostenlose, aber eingeschränkte Starter-

Version eine Alternative sein. Wer sich für eine lokale Installation

von Office 2010 entscheidet, kann zwischen drei Editionen wählen,

die Nutzung von Office Web Apps ist bei allen Versionen inbegriffen

(Preise siehe Infokasten).

In einem sind sich wohl alle einig: Der konsequent vereinheitlichte

Look & Feel, der aufgeräumte Backstagebereich, neue Druck-,

Speicher- und Versandoptionen bieten zwar längst überfällige, aber

komfortable Neuerungen, die den Arbeitsablauf erleichtern und für

professionellere Ergebnisse sorgen. Speichern, Weitergeben, Drucken,

Suchen und Veröffentlichen – über die Multifunktionsleiste

wird ein schneller Zugriff auf alle Befehle und die Anpassung der

Registerkarten an individuelle Arbeitsabläufe ermöglicht. Die meisten

Anwendungen erlauben darüber hinaus, Inhalte direkt als E-

Mail zu senden, im Internet zu veröffentlichen oder über Windows

live virtuell zu speichern und anderen Anwendern freizugeben.

Großgeschrieben ist in Office 2010 das Thema Teamarbeit. So

können mehrere Benutzer Dokumente nun auch online bearbeiten:

Von mehreren Orten und zur gleichen Zeit. Die Nutzung ist direkt

im Browser möglich, ohne dass Office auf dem Rechner installiert

sein muss. Auch über Office Mobile für Smartphones können

Anwender ihre Dokumente via Internet anderen Nutzern zur Verfügung

stellen, lesen und bearbeiten.

Templates, verbesserte Grafikfunktionen und erweiterte Bildbearbeitung

ermöglichen die selbstständige Erstellung von ansprechend

gestalteten Dokumenten. Office bietet eine Vielzahl von Entwurfsoptionen

und verbesserte Bildformatierungstools. Hinzu kommen

viele vorgefertigte Designs und SmartArt-Layouts. Zwar ist

office 2010 ist zwar kein ersatz für Adobe-Produkte, beeinhaltet aber

erweiterte Möglichkeiten der Bild- und Videobearbeitung.

Office 2010 kein Ersatz für Adobe Photoshop, doch auch hier erweitern

zusätzliche Funktionen die Bild- und Videobearbeitung. Personalisierte

Videos lassen sich in PowerPoint einfügen, anpassen,

schneiden und umfänglich bearbeiten. Prinzipiell ist das Einfügen

kopierter Inhalte durch zeitgleiche Vorschau komfortabler geworden.

So kann der Nutzer entscheiden, ob der Inhalt in alter Formatierung,

angepasst oder als reiner Text übernommen wird.


Auch Excel wurde um sinnvolle Visualisierungs-

und Datenanalysefunktionen

erweitert. So lassen sich mithilfe von Sparklines

Daten mithilfe von Mini-Diagrammen

klar und kompakt visualisieren, Trends ermitteln

und hervorheben. Mit Slicer können

eine unbeabsichtigte rundmail kann mit dem

neuen outlook nicht mehr passieren.

Pivot Tabellen in mehrere Schichten gefiltert,

segmentiert oder über eine Datenschnittfunktion

auf relevante Daten reduziert werden.

Die überarbeitete Version von Outlook

dürfte nun auch den letzten genervten

Lotus-Notes-Benutzer überzeugen. Zusätzlich

zu den besser strukturierten Funktionsleisten

wird das neue Mailtipp zukünftig

davon abhalten, eine Rundmail an die ganze

Firma zu schicken – der Mailtipp hat hierfür

den Verteiler überprüft. Dies funktioniert

aber nur bei Nutzung eines Exchange-Mailservers.

Die neue Bearbeitung von Threadmails

ist geradezu erfrischend. Kommentare

auf eine Anfrage können ausgeblendet,

komplett aus dem Posteingang entfernt oder

zu einer gemeinsamen Konversation zusammengefasst

werden. Damit wird das Postfach

deutlich übersichtlicher und die Lesbarkeit

und Archivierung verbessert. Und lang

ersehnt: Outlook 2010 prüft die Sicherheit

von Dateianhängen schon vor dem Öffnen.

Fazit: Bei Unternehmen, die bereits

Office 2007 nutzen, werden die Erweiterungen

des neuen Office 2010 willkommen

sein. Es ist gegenüber dem Vorgänger intuitiver,

konsistenter und homogener. Die Integrationsfähigkeit

mit zum Beispiel Exchange

oder Sharepoint macht Office 2010 zur zen-

Alles im Blick

Lange e-Mail-Konversationen, sogenannte

Threads, lassen sich im outlook 2010 nun

deutlich übersichtlicher organisieren und

archivieren.

tralen Informationsplattform und ermöglicht

die verbesserte Zusammenarbeit über die

Grenzen des Büro-Standortes hinaus. Wem

die Grundfunktionen der Textverarbeitung

oder Tabellenkalkulation im Arbeitsalltag

reichen, kann dagegen bei Office 2003 oder

OpenOffice bleiben. Generell läuft Office

2010 unter Windows 7 am schnellsten. Die

64-Bit-Version von Office 2010 bringt im

Vergleich zur 32-Bit-Version zwar Vorteile,

es ist aber zu klären, ob alle Makros, Add-

Ins, ActiveX-Controls oder selbstprogrammierte

Lösungen noch funktionieren. Das

Lizenzmodell von Office 2010 wurde vereinfacht,

allerdings lohnt sich ein genauer Blick

auf die Kosten und Nutzungsbedingungen in

virtualisierten Umgebungen.

Ausführliche Videos zu office 2010 unter:

www.youtube.com/user/Microsoftoffice2010

office 2010 in drei editionen

• office 2010 „Home and Student“ (Word,

excel, PowerPoint, oneNote, drei Lizenzen,

nur für Privatgebrauch): 139 euro

• office 2010 „Home and Business“ (zwei

Lizenzen, Word, excel, outlook, Power-

Point und oneNote): 379 euro

• office 2010 „Professional“ (zusätzlich

Publisher, Access, zwei Lizenzen): 699 euro

• Volumenlizenzen für Unternehmen in zwei

Versionen als „Standard“ und als „Pro

Plus“ (inklusive Nutzung von Access, Infopath,

einsatz auf Terminal Server oder

Sharepoint)

regjo LeIPZIg/HALLe itK 61

neues rechenzentrum

Die Telekom-Tochter

T-Systems wird in der

Nähe von Magdeburg bis

2015 das größte Hochsicherheits-rechenzentrum

eines IT-

Dienstleisters in Deutschland errichten.

Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts

2012 sollen im Salzlandkreis

rund 70 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Cloud Computing ist ein Wachstumsmotor:

Wenn die Intelligenz ins Netz

wandert, beziehen Kunden ICT-

Leistungen flexibel nach Bedarf. Heute

sind das überwiegend große Konzerne,

langfristig werden verstärkt kleine Firmen

und Privatkunden davon profitieren“,

so Telekom-Chef rené obermann.

innovation ausgezeichnet

Den IQ Innovationspreis

Mitteldeutschland 2010 im

Cluster Informationstechnologie

hat die ACX gmbH gewonnen.

Das Unternehmen aus dem sächsischen

Lichtenstein wurde für seine Softwarelösung

zur gebäudeautomation prämiert,

mit der sämtliche elektronisch kommunizierenden

endgeräte wie Heizungen oder

Klimaanlagen unabhängig vom Hersteller

miteinander verbunden werden können.

Die grafische Benutzeroberfläche von

„Vicione“ erlaubt die zentrale Konfiguration

von Licht und Beschattung, Lüftungs-

und Klimatechnik, Heizungsanlagen,

Sensorik und Sicherheitstechik.

it-gipfel in dresden

Die Vorbereitungen zum 5.

Nationalen IT-gipfel der

Bundesregierung, der am

7. Dezember 2010 in Dresden

stattfinden wird, sind angelaufen.

Die Arbeitsgruppe regionales zum

Thema „Mikroelektronik und IT-Cluster

Sachsen“ hat sich Mitte juni in Dresden

konstituiert. Die Arbeitsgruppe wird sich

mit den technologischen Chancen und

den wirtschaftlichen rahmenbedingungen

des Mikroelektronik- und IT-

Clusters Sachsen beschäftigen. Sie ist

mit hochrangigen Vertretern aus Industrie,

Politik und Wissenschaft besetzt.

Ihre ergebnisse wird sie im rahmen des

IT-gipfels präsentieren.


62 ruBriK regjo LeIPZIg/HALLe

Know how und Augenmaß für individuelle IT-Lösungen

Informationstechnologien sollen helfen, Arbeitsabläufe zu vereinfachen, Fehler zu vermeiden,

Ressourcen freizusetzen und Kosten zu sparen. Unser Anspruch ist es, diese Anforderungen im

Sinne unserer Kunden zu erfüllen. Deshalb legen wir Wert auf prozessorientierte Beratung,

die benutzerfreundliche Implementierung und Integration von IT-Lösungen sowie den sicheren

Betrieb kundeneigener oder ausgelagerter IT-Landschaften.

Mit der Verbindung von Branchenkenntnis und Produktkompetenz schaffen wir bedarfsgerechte

Softwarelösungen, die so einzigartig sind wie unsere Kunden - zu ihrem Vorteil

und für unseren gemeinsamen Erfolg.

perdata.de

perdata Gesellschaft für Informationsverarbeitung mbH | Martin-Luther-Ring 7–9 | 04109 Leipzig | Telefon +49 341 35522-0 | info@perdata.de

perdata - ein Unternehmen der Stadtwerke Leipzig Gruppe.


Text: Kai Bieler Fotografie: MMZ

Vor fast 20 Jahren öffneten Smudo,

Michi Beck, Thomas D und And.Ypsilon

dem deutschsprachigen Hip-Hop

die Tür in den kommerziell erfolgreichen

Mainstream. Ende September

werden die Fantastischen Vier erneut

ein neues Kapitel in der Geschichte des

Kinos und der Musikbranche in

Deutschland aufschlagen.

Dann findet anlässlich der Veröffentlichung

ihres achten Studioalbums

in Halle/Saale ein Sonderkonzert der

Band statt, das live und in 3D per Satellit

in rund 100 Kinos in Deutschland,

Österreich und der Schweiz übertragen

wird. Entstanden ist das deutschlandweit

einmalige Projekt im Rahmen des

Innovationsforums 3D-Cinema und

Stereoskopische Medienproduktionen,

eines Netzwerks von Experten aus den

Bereichen Kino, Film, Rundfunk und

Forschung unter der Leitung des Mitteldeutschen

Multimediazentrums

(MMZ) in Halle/Saale.

„Ziel ist, mit dem Konzert mehr

als 50.000 Zuschauer in drei Ländern

zu erreichen. Das verändert nicht nur

den künstlerischen Prozess, sondern

zeigt auch, wie sich das Kino der

Zukunft über den Film hinaus für

alternativen Content öffnen kann“, so

Katerina Hagen, Geschäftsführerin des

MMZ (Bild ganz rechts). Ob 3D sich als

Zukunftstechnologie durchsetzen wird,

ist für sie längst keine Frage mehr. „Das

ist im Kinobereich durch die Publikumserfolge

von ‚Ice Age‘ und ‚Avatar‘

beantwortet“, ist sich Katerina Hagen

sicher. Das bestätigt ein Blick auf die

Zahlen. Gab es Anfang 2009 deutschlandweit

nur 18 Kinosäle, die über die

digitale S3D-Projektionstechnik verfügten,

waren es am Jahresende schon

über 230. Mittlerweile sind Wartezeiten

für Digitalprojektoren von

einem halben Jahr keine Seltenheit.

Auf dem eigenen Fernseher wird

es dagegen noch etwas länger dauern,

bis sich 3D durchsetzt. Der hohe Preis

der ersten 3D-TV-Geräte ist dabei für

Nicht ob, sondern wie ist die große Frage

zur dreidimensionalen Zukunft der Medien.

Katerina Hagen nicht das entscheidende

Hindernis. Wichtiger sei die

Bereitstellung von entsprechendem

3D-Content, sei es auf Blu-Ray oder im

Fernsehprogramm. „Darüber hinaus

wird sich im TV- und Home-Entertainment-Bereich

vermutlich ein autostereoskopisches

System durchsetzen,

das die bisher notwendigen 3D-Brillen

überflüssig macht“, glaubt die MMZ-

Geschäftsführerin. Diese Technologie

präsentierte Nintendo im Juni auf der

Videospielmesse E3 erstmals für eine

mobile Spielkonsole.

Entsprechend wichtig ist für

Katerina Hagen, „dass wir in Europa

und Deutschland diese Entwicklung

nicht verschlafen, wie es im Kinobereich

der Fall war“. So werden die

ersten deutschen 3D-Produktionen frü-

regjo LeIPZIg/HALLe itK 63

Willkommen in der 3. Dimension!

Das Innovationsforum 3D-Cinema und Stereoskopische Medienproduktionen beschäftigt sich mit den

Potenzialen der 3D-Technologie für Kino, Musikindustrie, TV und Computerspiele.

hestens Ende 2010 oder Anfang 2011

in die Kinos kommen. Deshalb soll das

im Januar 2010 gestartete Innovationsforum

den Wissenstransfer zwischen

Experten im wissenschaftlich-technischen

und kreativen Bereich sowie

regionalen Unternehmen fördern und

die regionalen Kompetenzen bei der

3D-Technologie bündeln. Dafür gibt es

bereits zahlreiche Beispiele. So entstand

der europäische Tanzfilm „Streetdance

3D“, der Anfang Juni in die Kinos kam,

unter Beteiligung des halleschen Postproduktionsstudios

The Post Republic.

„Doch es geht uns nicht nur um

die Technologie, sondern auch um die

Analyse möglicher neuer Geschäftsmodelle

und das Erschließen weiterer

marktfähiger Wachstumspotenziale für

die Region“, umschreibt Katerina

Hagen die Zielstellung des Forums.

Darüber werden Ende September auch

Entscheider aus der Kino- und Filmbranche,

der Musikindustrie sowie der

Werbe- und Gamesbranche auf dem

Zukunftskongress in Halle/Saale diskutieren,

der den Abschluss des Innovationsforums

bildet. Beim 3D-Konzert

der Fantastischen Vier können sich die

Kongressteilnehmer dann ein plastisches

Bild von den Möglichkeiten

der 3D-Technologie machen. Willkommen

in der 3. Dimension!

Weitergehende Informationen finden Sie

im Internet unter www.3dif.de.


64 iMMoBilien regjo LeIPZIg/HALLe

Schmuck-Stück für Stück

Nach jahrelangem Leerstand wird ein fast vergessenes Schmuckstück der Innenstadt endlich herausgeputzt: Die

Leipziger Stadtbau Ag saniert das Hôtel de Pologne. Voruntersuchungen fördern erste Schätze im großen Saal zu Tage.

Text: Kristin Hensel Fotografie: Peter Franke/Punctum

Liebhaber (neo)barocker Architektur wird es freuen – die Leipziger

Stadtbau AG hat mit der Sanierung des traditionsreichen Hôtel de

Pologne begonnen. Das Gebäude in der Hainstraße 16-18 wurde

1847/48 errichtet und um 1890 umgestaltet. Bekannt geworden ist

es vor allem wegen seiner drei prunkvollen Ballsäle. 2011 soll es

wieder seiner eigentlichen Bestimmung – dem Hotelbetrieb – übergeben

werden. Neben der Schaffung von 100 Zimmern sind zeitgemäße

Einzelhandelsflächen geplant.

Im Mittelpunkt der ersten Bauphase stehen die Sanierung des

Großen Saals und die mit ihr einhergehenden Sicherungsmaß-

nahmen an Dach, Decke und Fassade. Neben der restauratorischen

Wiederherstellung der neobarocken Malereien und Stuckaturen an

Wänden und Decke werden von Hausschwamm befallene Elemente

im Bereich der Traufe und der Dachaufbauten erneuert. „Wir haben

die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, Leipzig ein einzigartiges

Kulturdenkmal zurückzugeben“, sagt Patrik Fahrenkamp, Vorstandsvorsitzender

des Projektentwicklers Leipziger Stadtbau AG,

„Mit dem denkmalschutzgerecht restaurierten Großen Ballsaal wird

das Hôtel de Pologne wieder eine der ersten Adressen für Festlichkeiten

und Begegnungen von Bürgern und Gästen der Stadt sein.“

Der Saal mit seinem historischen Ambiente wird am 12. September

2010, dem Tag des offenen Denkmals, erstmals wieder der Öffentlichkeit

vorgestellt. Er steht danach für Veranstaltungen mit bis zu

500 Besuchern zur Verfügung.

Im Rahmen der restauratorischen Wiederherstellung finden seit

Herbst 2009 umfangreiche Befunduntersuchungen im gesamten

Haus statt. In enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden

wurden von der Restaurierungs- und Kirchenmalerwerkstätte

o.pfister gmbh im Großen Saal eine so genannte Musterachse freigelegt

und erste kleine restauratorische Arbeiten an den Konsolen

DIe Voruntersuchungen brachten Portraits sowie Tier- und Pflanzenbilder

ans Tageslicht – zur großen Freude der restauratoren

im Gesimsband vorgenommen. „Mit Hilfe von Schwarz-Weiß-Fotografien

aus der Zeit um 1950 fanden wir unter fünf Farbschichten

sehr gut erhaltene Portraits, Tier- und Pflanzendarstellungen auf

elfenbein- und goldfarbenem Grund“, informiert Marion Gustrau,

Sprecherin der o.pfister gmbh, „Leider wurden bei der letzten

Restaurierung 1953/54 dekorative Elemente wie vollplastische

Figuren und gliedernde Stuckornamente vereinfacht oder komplett

entfernt.“ Der um 1890 ausgeführte Saal-Entwurf des Berliner

Architekten Ludwig Heim wurde auf Wunsch des Bauherren „auf

ein vernünftiges Maß beschränkt“ (Quelle: Bauaktenarchiv Leipzig,

Hainstraße 16-18, Band VI) und einfarbig überstrichen.

In den kommenden Monaten soll Vorhandenes erhalten und

ergänzt werden. „Wir legen großen Wert auf eine denkmalschutzgerechte

Sanierung der uns anvertrauten Objekte“, unterstreicht Fahrenkamp

die Intention der von der Leipziger Stadtbau AG entwickelten

Projekte, „Details und Schmuck prägen den Charakter eines

Hauses, heben es aus der Masse heraus und bieten seinen Nutzern

Möglichkeiten zur Identifikation.“ Dafür investiert die Unternehmensgruppe

finanzielle Mittel in einem Umfang, der über behördliche

Auflagen hinausgeht.

Mehr Informationen hierzu finden Sie im Internet unter www.stadtbau.com


Der Letzte macht das Licht aus

regjo LeIPZIg/HALLe iMMoBilien 65

Kein Bundesland leidet so stark unter Bevölkerungsschwund wie Sachsen-Anhalt. Dass weniger auch mehr sein kann, zeigen

jetzt 19 Städte auf der IBA Stadtumbau 2010 im Bauhaus Dessau.

Interview: Dajana Trapp Fotografie: IBA-Büro gbr, Michael Uhlmann

„Das Haus wird abgerissen!“ Ein Plakat mit

dieser Aufschrift klebte an allen Häusern der

Straße. Doch zunächst blieb eine Reaktion

der Mieter aus. In der Ludwigstraße in

Köthen sollten 15 Gründerzeithäuser abgerissen

werden, da die Nachfrage fehlte. Eine

Alternative zum Abriss fanden die Köthener

Stadtplaner nun in der Homöopathie.

Der Begründer der Homöopathie, Dr.

Samuel Hahnemann, praktizierte vor rund

200 Jahren in Köthen. Er entdeckte, dass die

kontrollierbare Verschlimmerung einer

„Die Stadt ist ein stabiles System, wenn sie flexibel

auf Störungen reagieren kann.“ (Ina rauer)

Krankheit einen Selbstheilungsprozess in

Gang setzen kann. Angenommen, der Patient

sei eine Straße, dann müsse dort gezielt

eine Krise hervorgerufen werden, um die

Selbstheilungskraft der Straße und ihrer

Bewohner zu aktivieren. Gemeinsam mit

homöopathischen Ärzten entwickelten die

Stadtplaner Maßnahmen, um die Ludwigstraße

zu „behandeln“.

Bei einer dieser Behandlungen schaltete

die Stadt für 15 Minuten das Licht ab.

Theaterscheinwerfer beleuchteten die Häuser,

die abgerissen werden sollten. „Das war

der Einstieg, um miteinander ins Gespräch

zu kommen“, erklärt Köthens Baudezernentin

Ina Rauer. An die 50 Vorschläge und

Anfragen zur Wiederbelebung der Straße

seien nach der Aktion in der Stadt eingegangen.

Die Ideen reichten von Nachbarschaftsgärten

über ein Rucksackhotel bis zu einem

Open-Air Kino. Anwohner kauften und

sanierten daraufhin Häuser.

Dieser Beitrag Köthens zur Internationalen

Bauaustellung (IBA) Stadtumbau

Sachsen-Anhalt 2010 zeigt: Aus den Betroffenen

wurden Beteiligte. Man habe nicht

viel gebaut, aber doch viel bewegt, resümiert

der Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander.

Anders als bei den früheren Internationalen

Bauausstellungen ist bei der IBA Sachsen-

Anhalt tatsächlich weniger neu gebaut und

stattdessen mehr umgebaut und abgerissen

worden. Insgesamt 171 Millionen Euro wurden

investiert, um eine Strategie für ein ganzes

Bundesland zu entwickeln, dessen

Bevölkerung langsam, aber stetig schrumpft.

So entstand in Aschersleben eine Freiluftgalerie

– wo ein Abriss notwendig war,

füllt jetzt zeitgenössische Kunst die Lücke.

Das Bauhaus Dessau präsentiert noch bis zum

16. oktober 2010 die ergebnisse der IBA.

Auch Halberstadt kultiviert die Leere. Um

den Blick auf das Wahrzeichen der Stadt zu

öffnen, holzte die Stadt den Domhang ab und

ließ ihn zum grünen Tableau umgestalten.

„Wir setzen bewusst nicht auf Leuchttürme

oder architektonische Ausrufezeichen“,

erklärt IBA-Geschäftsführer und

Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt. Vielmehr

stehe die Beziehung der Menschen zu ihrer

Stadt im Vordergrund. In den vergangenen

acht Jahren haben die 19 beteiligten Städte

ganz unterschiedliche Antworten auf die

Frage gefunden: Wie geht es weiter in einer

Stadt, wenn dauerhaft ein Fünftel der Bevölkerung

ausbleibt? Eines ist allen Lösungsansätzen

gemein: Sie konzentrieren sich auf

das Wesentliche und auf die Menschen, die

noch in den Städten leben. Einen Überblick

über den gesamten Prozess gibt die zentrale

Ausstellung im Bauhaus Dessau. Dort laden

ein breites Veranstaltungsprogramm, darunter

auch zahlreiche Fachkonferenzen, zu

einem Blick in die Zukunft ein. Denn dass

„weniger“ auch „Zukunft“ sein kann, ist

nicht nur der Ausgangspunkt der IBA Sachsen-Anhalt,

sondern auch die Botschaft

eines ganzen Bundeslandes an die Stadt von

morgen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.iba-stadtumbau.de.


Leipzig kommt in Plagwitz

Kreatives Leipzig als Wirtschafts- und Bildungsfaktor – gründergedanken von Thomas Schneider und Steve Hauswald

zur Leipzig School of Design in der Weißenfelser Strasse 84.

Interview: Anette ehlers Fotografie:

Leipzig nennt sich „creative city“ neben all den anderen Gesichtern

dieser Stadt. Wie wird das gelebt, was passiert da? Ist es die Universität,

sind es die Designers Open, die Kulturmeile der Karl-Heine-

Straße oder die Notenspur in der Stadt? Was ist kreativ, was fasst

man darunter, entstehen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und eine

wirtschaftlich tragende Säule für Leipzig? Es ist wohl die Mischung

aus Lehrenden, Lernenden, Aktiven und der Wirtschaft selbst. Alles

zusammen wollen Thomas Schneider (TH) und Steve Hauswald (SH)

mit ihrer jüngst gegründeten School of Design in Plagwitz zusammenführen.

Wir trafen beide und wollten einen Eindruck davon

bekommen, was sie auf die Idee gebracht hat und was Plagwitz

attraktiv gemacht hat. Und nicht zuletzt interessierte uns, wie sie als

Gründer in dieser Stadt unterstützt worden sind.

Wie haben Sie sich kennen gelernt?

SH: Ich kam 2008 aus USA, Las Vegas, nach Leipzig und lernte Thomas

zufällig kennen, als ich eine Kunstgalerie im WERK II für eine

Kneipe hielt und ein Bier bestellte – ein paar Meter weiter, dann in

einem Biergarten, kamen wir beim besagten Bier ins Gespräch und

stellten sehr schnell fest, dass wir dieselbe Idee in uns trugen und

beschlossen kurz darauf, diese gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Was war, respektive ist diese Idee?

TS: Die Anfangsidee bestand darin, ein Vorstudium für Studieninteressierte

im Bereich Design anzubieten. Wir wollen mehr als eine

Mappenschule sein und unseren Schülern eine fundierte Grundlagenausbildung

anbieten. Die Hochschulen beklagen seit Jahren die

gesunkene Eignung der Bewerber und leiden unter den verkürzten

Studienzeiten, weshalb einige Hochschulen eine Vorbildung voraus-

setzen. Deshalb bieten wir den Schülern an, die Grundlagen visueller

Gestaltung um die Beziehungen zwischen Formen und deren Formcharakter

methodisch zu ergründen, des weiteren werden die grundsätzlichen

handwerklichen Fähigkeiten vermittelt, vom Zeichnerischen

bis hin zu den berufsspezifischen Softwareanwendungen.

Abschließend entsteht auf dieser Grundlage eine individuelle Bewerbungsmappe,

um eine erfolgreiche Aufnahme an einer Kunst- und

Designhochschule zu ermöglichen und gut gerüstet zu beginnen.

SH: Mittlerweile hat sich unser Angebot erweitert und parallel zum

Vorstudium ist ein Weiterbildungsangebot für gestaltende Berufe aller

Couleur entstanden. Angefangen bei den älteren Semestern, welche

Kurse für den Einstieg in die digitale Welt von 2D bis 3D vorfinden.

Bis hin zu komplexen Kombinationskursen zwischen Handwerk und

Hightech, zum Beispiel Markerzeichnen in Verbindung mit Bild- und

Grafiksoftware.

Wie kommt man in der Ferne auf die Idee, nach Leipzig zu gehen?

Und: Wo kommen Sie ursprünglich her, wie war Ihr Werdegang bis

zu dieser Idee?

SH: Meine Verträge in den USA wollte ich nicht mehr verlängern,

diese Entscheidung ist über Jahre gereift. Eine erfolgreiche Karriere

als Luftfahrttechniker aufzugeben, um noch einmal Industriedesign

zu studieren, ist schließlich keine Alltagsentscheidung. Leipzig habe

ich als geborener Zwickauer logistisch (mitten drin) und inhaltlich

als noch unfertige Stadt gezielt ausgewählt.

Herr Schneider, und was hat Sie nach Leipzig geführt und Sie zu der

gründungsidee gebracht?

TS: Ursprünglich stamme ich aus dem Bergischen Land und die Leip-


Am Puls der Zeit

Stolz stehen beide da, in den hellen räumen ihrer Designschule; Thomas

Schneider und Steve Hauswald – deutsch-deutsch-kreative

Mischung vom Feinsten. Das Zuhause der Schule in Plagwitz neben

dem Da Capo, wo das Flugzeug auf dem Dach steht, Motivation durchzustarten

– denn der Blick aus dem obergeschoss geht auf den Flieger!

ziger Freiheit Anfang der 90er Jahre führte

mich her. Nach meinem Studium an der Burg

Giebichenstein in Halle an der Saale gründete

ich mit einigen ehemaligen Kommilitonen

ein Designbüro in Leipzig. Nach einigen

erfolgreichen Jahren löste sich diese Gemeinschaft

auf, da sich die Interessen eines jeden

anderweitig entwickelt hatten. Nach weiteren

Jahren als „Einzelkämpfer“ lief mir

Steve über den Weg und es war Zeit, das

berufliche Eremitendasein aufzugeben und

die Leipzig School of Design zu gründen.

Also eigentlich ein nicht ganz klassisches,

aber dennoch ein Start Up aus Uni und Praxiserfahrung!

Was bietet nun die LSoD an,

ist es eine Bildungseinrichtung oder mehr?

TS: Ja klar, wir starten mit genau dieser

Mischung aus Theorie, Praxis und Lebens-

und Auslandserfahrung durch; das macht

uns beide zusammen als Team auch aus! So

wissen wir, dass es zusätzlich zum Vorstudium

und der Weiterbildung fachbezogener

Symposien und Vorträge bedarf. Wir stellen

unsere Räume und Technik auch für Kursideen

Dritter zur Verfügung. Neben den Bildungsangeboten

bearbeiten wir in Kooperation

mit unseren Dozenten weiterhin

Designaufträge aus Industrie und Wirtschaft,

um weiterhin den Puls der Zeit zu erspüren

und eine den Erfordernissen des Berufs entsprechende

Aus- und Weiterbildung zu

gewährleisten.

SH: Und wir sind natürlich ziemlich großartig

vernetzt mit der ganzen Palette der medialen

und kreativen Szene weit über Leipzig

und Deutschland hinaus! Wir sind sicher,

dass Leipzig in Mitteldeutschland eingebunden

eine sehr durchsetzungsstarke Szene

bilden wird; Ansätze sind schon vielfach vorhanden.

gibt es Unterstützung? Wie sind private und

öffentliche Begleitungen; haben Sie derartiges

in Anspruch genommen?

TS: Das muss ich wohl als CFO; ich bin müde,

Businesspläne zu schreiben; und das über

neun Monate für minimale Kreditanfragen.

Es ist sehr aufreibend mit den örtlichen Kreditinstituten,

sie sind eben nicht unternehmerisch,

sondern doch sehr bürokratisch

unterwegs. Aber ich will nicht ungerecht sein,

denn eine so intensive Beschäftigung mit sich

selber ist ja wohl nie schädlich!

SH: So waren wir auch sehr froh über das

Angebot eines Mietvertrages in Plagwitz bei

Floreijn, die uns neben dem deutlichen Entgegenkommen

im Mietpreis fachliche und

regjo LeIPZIg/HALLe iMMoBilien 67

personelle Unterstützung in enger Abstimmung

mit der städtischen Wirtschaftsförderung

haben zukommen lassen! Ein ganz

wichtiger Grund, uns dort einzumieten!

TS: Und das Projekt „smile“ der Uni – ein

Studentenprojekt, eine tolle Unterstützung

nach einem Auswahlverfahren im gesamten

Marketingbereich. Eine fantastische Erfahrung!

Wann geht’s los und wo wollen Sie 2015 stehen?

SH/TS: Start ist am 1. August, wir sind voller

angespannter Freude auf diesen Tag! Unser

Ziel bis 2015 ist es, überregional in der Designszene

durch unser Angebot, die Qualität

und Qualifikation anerkannt zu sein und

dieser mit Symposien und Vorträgen, ein

neues Forum zu bieten. Speziell für Leipzig

ist es unser Ziel, eine Plattform für die Vielfalt

an Designern und deren Interessen zur Verfügung

stellen zu können, im Sinne eines

Mit- und nicht Gegeneinanders. Wir wollen

mit unseren Möglichkeiten neue zukunftsweisende

Projekte unterstützen und anstoßen.

Mehr Informationen unter www.lsod.de.


68 advertorial / iMMoBilien regjo LeIPZIg/HALLe

Form folgt Funktion

Design-Trends bei Shopping Centern am Beispiel der Höfe am Brühl in Leipzig. Kundenbedürfnisse prägen zunehmend

die Innenarchitektur moderner einkaufszentren.

Text: Dr. Marcus U. Hüttermann grafik: MfI Ag

Wie soll das Einkaufszentrum von morgen aussehen? Die Form

folgt heutzutage mehr und mehr der Funktion und steht dabei für

das Design und die Architektur. Bei der Funktion geht es im

Wesentlichen darum, Kundenbedürfnisse zu erfüllen, die sich

zunehmend wandeln und immer vielfältiger werden. So gibt es

inzwischen zahlreiche Ausgabeformate, die um die Gunst des Konsumenten

und Käufers ringen. Internet und Handy zeigen ständig

neue Möglichkeiten auf. Um aus den komplexer werdenden Anforderungen

auch künftig ein entsprechendes Design ableiten zu können,

müssen bei der Gestaltung von Shopping Centern neue Wege

gegangen werden.

Voraussetzung ist, dass die Kundenbedürfnisse möglichst detailliert

bekannt sind. Fest steht, dass die traditionellen Zielgruppenmerkmale

wie Alter und Einkommen in den vergangenen Jahren

stark an Bedeutung verloren haben. Kunden verlangen in immer

stärkerem Maße nach Produkte und Leistungen, die genau zu ihnen

passen. Außerdem weisen viele Kunden ein zunehmend hybrides

Konsumverhalten auf – das heißt, dass sie einerseits bei den täglichen

Lebensmitteln sparen, um sich auf der anderen Seite möglichst

oft mit hochpreisigen oder sogar Luxusartikeln belohnen zu

können. Ein weiterer Trend ist die Renaissance des Lokalen in der

globalen Welt. Viele Konsumenten bevorzugen Produkte aus der

jeweiligen Region und interessieren sich für die Herkunft der Produkte,

die sie erwerben.

Ein Beispiel für die neue Kundenansprache sind die geplanten

Höfe am Brühl inmitten der Leipziger Altstadt – ein Konglomerat aus

Gassen und Höfen, Glas und edlem Stein. Shop-Fassaden werden

hier über mehrere Etagen gehen. Die Deckenhöhe dieses hochmodernen

Einkaufszentrums beträgt fast 25 Meter. Geplant sind hier

unterschiedliche Hofsituationen, die auf spezifische Zielgruppen

fokussieren. Diese werden dabei nicht nach den herkömmlichen

Attributen Alter und Einkommen segmentiert, sondern nach dem

Selbstverständnis, der Mentalität und der Shopping-Kultur des Kunden

und dabei Namen mit historischen Bezügen haben.

So wird der Lattermanns Hof vor allem ein Fashion-, Glamour-

und Stil-orientiertes Publikum ansprechen. Bei Modeveranstal-

tungen kann die Dekoration während der Events variiert und an die

Veranstaltung angepasst werden – die Inszenierung des Events wird

damit so vielfältig wie die Mode selbst. Mit dem Modefokus wird die

Historie des Orts aufgegriffen: Das Shopping Center befindet sich an

einer der berühmtesten Handelsstraßen Europas, die seit Jahrhunderten

unter anderem für den Pelzhandel bekannt ist.

Der Goethehof sowie der Plauensche Hof zielen auf ein Wellness-orientieres

Publikum ab. Häufig handelt es sich dabei um wirtschaftlich

gut situierte Kunden im besten Alter, die sogenannten Best

Ager – jedoch nicht ausschließlich. Die Interessen dieser Zielgruppe:

Reisen, Sport, hochwertige Marken, auf Beratung und Service wird

großer Wert gelegt. Ökologie spielt eine besonders wichtige Rolle.

Dies spiegelt sich in einer Wasserwand mit Wasserbecken und integrierter

Sitzinsel im Goethehof wider. Im Plauenschen Hof ist eine

Grünwand geplant, die ebenfalls bis ins Obergeschoss ragen soll. Die

Materialien entsprechen der Einstellung der Zielgruppe: Echtes Holz

als Fahrtreppenverkleidung und Belag für die Sitzbereiche sowie

Naturstein als Bodenbelag.

Der Drey-Schwanen-Hof wiederum legt den Fokus auf trendige

Events und Multimedia. Geplant ist eine Medienfassade, auf der u.a.

Neuigkeiten oder Trends aus den angrenzenden Läden dargestellt

werden. Weiße Sitzelemente und multifunktional einsetzbare

Podeste im Hof werden vom Fußboden her blau angestrahlt. Die

Podeste dienen als Andockstation für den interaktiven Austausch –

so wird die gewohnte Netzwerk-Umgebung der Internet-Generation

in das Gestaltungskonzept integriert.

Die Fahrtreppe als verbindendes Element zwischen den

Geschossen wird voraussichtlich mit weißen, hochglänzenden Acrylkassetten

verkleidet, die in den Fugenbereichen ebenfalls blau hinterleuchtet

sind. Die Stimmung wird durch Lichtprojektionen unterstützt,

die den Hof insgesamt in eine Art Bühne mit wechselndem

Bühnenbild verwandeln.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter www.mfi.eu

oder www.phantastische-geschaefte.de.


Hotel mit Zwinger-Blick

Wer ab Sommer 2012 im neuen Motel One

am Dresdner Postplatz Quartier nimmt,

bekommt einen wunderbaren Ausblick

inklusive: Als Gast schaut man direkt auf

den Dresdner Zwinger und damit auf eines

der attraktivsten barocken Gebäudeensembles

in der Landeshauptstadt. Noch in diesem

Jahr beginnen die Bauarbeiten für das

designorientierte Low-Budget-Haus in

bester Citylage. Die TLG IMMOBILIEN

inves tiert hier 35 Millionen Euro, wovon 20

Millionen reine Baukosten sind. Das sechsgeschossige

Zwinger-Forum wird 23 Meter

hoch sein. Die Tiefgarage bietet 163 Plätze,

eine Straßenbahnhaltestelle in unmittelbarer

Nähe sorgt für die Anbindung an

öffentliche Verkehrsmittel. Neben dem Hotel

werden auch Büros sowie Einzelhandels-

und Gastronomie-Einrichtungen in den

Gebäudekomplex einziehen. Klaus-Dieter

Schwensen, Leiter der Niederlassung Süd

der TLG IMMOBILIEN: „Dresden als Wirtschafts-

und Kulturzentrum der Region ist

ein idealer Standort für Motel One.“ In der

exponierten Lage am Postplatz ist die Hotelkette

mit dem frischen Hotelkonzept de facto

ohne Konkurrenz. Angesichts der günstigen

Zimmerpreise werden vor allem junge Gäste

bei Motel One einchecken und so zur Belebung

der Dresdner Altstadt beitragen. Mit

dem Projekt zeigt sich die TLG IMMOBILIEN

einmal mehr auf der Höhe der Zeit: Indem

das Unternehmen einen innerstädtischen

Bereich revitalisiert, trägt es dem Trend zur

verstärkten Wiederbelebung der (Innen-)

Städte Rechnung.

Das Besondere des Gebäudekomplexes

– entworfen vom Dresdner Architekturbüro

Knerer & Lang – ist sein markant in den

Postplatz hineinragender Riegel. Dieser steht

auf fast zehn Meter hohen Säulen. Der

Grundriss des gesamten Quartiers ähnelt

einem Dreieck und wurde 1999 im Bebauungsplan

für den Postplatz, dem so genannten

Schürmann-Plan, festgelegt. Die TLG

IMMOBILIEN hatte mit dem Wilsdruffer

Kubus, der 2008 fertiggestellt wurde, den

Startschuss für die Bebauung des zentralen

Platzes gegeben. Sie ist auch an der Alt-

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial / iMMoBilien 69

Die TLg IMMoBILIeN errichtet am Dresdner Postplatz das Zwinger-Forum, in das unter anderem das Motel one einzieht.

Damit wird nicht nur die City attraktiver, sondern es werden auch junge Menschen angezogen.

Text: Dr. edith grether Bild: Visualisierung Knerer&Lang/TLg IMMoBILIeN

287 Zimmer bieten viel Design für wenig geld.

markt-Galerie beteiligt, die derzeit in Richtung

Postplatz erweitert wird. „Mit der

Errichtung von Motel One wird sich die weitere

Bebauung des Postplatzes beschleunigen“,

so Klaus-Dieter-Schwensen.

Trotz des günstigen Preises wird die

Ausstattung der 287 Zimmer im Motel One

funktional und hochwertig sein. Die Gäste

dürfen sich auf Flachbildfernseher mit iPod-/

MP3-Anschluss, ARTEMIDE-Leuchten,

Waschtischarmaturen von Dornbracht,

einen mobilen Arbeitsplatz mit W-LAN-

Zugang sowie eine Klimaanlage freuen. Die

Münchner Motel One Group führt deutschlandweit

27 Häuser und bietet ihren Gästen

an exponierten Standorten viel Design für

wenig Geld. Im April 2009 eröffnete das

Unternehmen im Herzen Leipzigs sein erstes

Haus in Sachsen. Für den Bau des Hotels

zeichnete sich ebenfalls die TLG IMMOBI-

LIEN verantwortlich, die rund zehn Millionen

Euro in das Projekt investierte.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet

unter www.tlg.de.

Zwinger-Forum

Am Dresdner Postplatz entsteht ein

Hotel- und Bürokomplex mit Motel one

als Hauptmieter. eine Besonderheit ist die

umlaufende Aufschrift auf dem Dach: „ein

Leben ohne Freude ist wie eine weite

reise ohne gasthaus.“


Fitnessprogramm für Demografiewandel

eine neue Symbiose von Wissenschaft und Wirtschaft verändert Halle. Das Ziel ist klar: Mit Bildung und Kreativität junge

Leute gewinnen und die Stadt zukunftsfähig machen. Perspektive: Stadt der Wissenschaft 2012.

Text: Inga gralow und olaf Kreße Fotografie: Falk Wenzel

Im eher nüchternen Zweckbau verweist ein schlichtes Schild auf die

Geschäftsräume der Elektrochemie Halle GmbH (ECH). Für deren

Geschäftsführer Dr. Michael Hahn, von Haus aus promovierter Chemiker,

ist die Arbeit mit jungen Leuten nicht nur Herzenssache, sondern

Teil seiner Erfolgsstrategie: „Frühes Interessieren und Fördern

hilft gemeinsam mit kreativem Klima und konkreten Angeboten

dabei, vor Ort die eigenen Chancen zu erkennen und beim Schopf

zu packen.“ Mit dieser Einstellung hat Hahn mehrmals Schülerteams

auf das Siegertreppchen der Wettbewerbe „Jugend forscht“ und

„Bundesumweltwettbewerb“ geführt und bislang selbst 15 eigenen

Auszubildenden Türen für einen guten Berufsstart in der Heimat

geöffnet.

1992 vom wissenschaftlichen Mitarbeiter der Martin-Luther-

Universität zum Unternehmer geworden, hat sich Dr. Michael Hahn

mit seinem Team inzwischen verschiedene Standbeine aufgebaut.

Eines davon ist das Anbieten von Lösungen für die Schwefelwasserstoffproblematik

in Abwässern. Das Ergebnis: keine Geruchsbelästigung

und keine Betonkorrosion mehr. „Ohne die enge Zusammenarbeit

mit der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH hätten

wir vieles nicht so zügig erreicht“, so Hahn.

Sein Weg ist typisch für viele Akteure auf dem Weinberg-Campus.

Im engen Zusammenwirken treiben Martin-Luther-Universität

Halle-Wittenberg (MLU), Technologie- und Gründerzentrum (TGZ),

Biozentrum und etliche renommierte Institute die technologische

oberbürgermeisterin Dagmar Szabados will Halle kreativ an die Spitze führen.

Entwicklung in Schwerpunktbereichen wie Materialwissenschaften

oder Biotechnologie voran und ebnen Gründern den Weg in die

berufliche Selbstständigkeit. Diese Netzwerke bringen Synergien und

Win-win Effekte.

In der Philosophie passgenauer Services für innovative Mittelständler

und Existenzgründer sieht TGZ-Chef Prof. Dr. Wolfgang

Lukas neben der engen Verzahnung zur Wissenschaft vor Ort den

Schlüssel, die Eigendynamik von Unternehmen wie ECH so zu fördern,

dass deren Wachstum zunehmend auch regionalwirtschaftliche

Effekte auslöst. Förderlich dabei: Sowohl die Investitionsbank

des Landes Sachsen-Anhalt als auch die örtliche Saalesparkasse legen

ihren Fokus seit Jahren intensiv auf die Optimierung der Infrastruktur

für Spitzenforschung und Hightech-Produktion sowie eine bessere

Verknüpfung verschiedenster Finanzierungsinstrumente.

Gerade in Krisenzeiten ein großes Pfund. Heute ist der Technologiepark

der größte in der Metropolregion Mitteldeutschland. Aber

Lukas meint: „Die Größe ist nebensächlich, auf den Inhalt kommt es

an. Vor allem haben wir das Risiko nicht gescheut, uns von Beginn

an wissenschaftliche Herausforderungen heran zu wagen.“ Im Jahr

20 der deutschen Einheit steht der Weinberg-Campus kurz vor dem

Durchbrechen der Schallmauer von einer Milliarde Euro Investitionen.

3.000 Arbeitsplätze sind hier entstanden, 5.000 Studenten und

Mitarbeiter der MLU betreiben auf dem Campus Lehre und Forschung

in naturwissenschaftlichen Disziplinen. Das Ganze eingebettet

in ein wissenschaftliches Umfeld aus sieben Forschungsinstituten

und rund 60 TGZ-Firmen. Dank dieser Verzahnung entsteht

ein einmaliger Wissens- und Technologietransfer, der zunehmend

die gesamte Wertschöpfungskette von Grundlagen- und angewandter

Forschung bis hin zu Produktentwicklung und Hightech-

Produktion abbildet.

Das ist ganz nach dem Geschmack von Halles Oberbürgermeisterin

Dagmar Szabados. Sie hat die Vision entwickelt, Halle zu einer

der TOP-20-Städte Deutschlands zu machen, wenn es um wirtschaftliche

und soziale Kreativität geht. „Dabei brauchen wir die Köpfe

und Herzen aller. Wir können es uns nicht leisten, Einzelne oder

sogar ganze Gruppen im Abseits zu lassen. Wissen, Bildung und

Motivation sind der Dreh- und Angelpunkt.“ Dagmar Szabados wird

nicht müde, in Stadt und Region immer wieder Mitstreiter zu aktivieren

und Halle als Stadt von Bildung und Wissen zu positionieren.

Lange bevor Familienfreundlichkeit in Mode kam, war Halle im

Deutschlandvergleich in Sachen Kinderbetreuung Spitze. Immerhin

besuchen 98 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und über die Hälfte


der unter Dreijährigen Kindergarten und

krippe. Modellprojekte wie der „Kita-Frühling“

mit McKinsey oder neue Wege der

Sanierung von Kindertagesstätten und

Schulen als öffentlich-private Partnerschaft

ziehen scharenweise Experten an, die diesen

Weg anderswo nachvollziehen wollen.

Rückenwind für die „Stadt der Bildung und

Wissenschaft“ bekommt Halle darüber

hinaus vom wissenschaftlichen Leben der

Saalestadt. Bereits heute gilt sie unter Insidern

als „heimliche Hauptstadt der gelehrten

Republik“ für Wissenschaftler und innovatives

Klima.

Einen regelrechten Schub gab es mit

der Ernennung der Leopoldina zur Nationalen

Akademie der Wissenschaften im Jahr

2008. Deren 1.300 Mitglieder bearbeiten

wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen

und vermitteln die Ergebnisse in Politik und

Öffentlichkeit. Ein Beispiel dafür ist die

Solartechnik: Klimawandel und Energiepolitik

sind Schwerpunkte der Leopoldina, auf

dem Weinberg-Campus agiert ein Forschungszentrum

für Silicium-Photovoltaik.

Parallel dazu entstehen neue Bildungsangebote

an der Martin-Luther-Universität. Dass

sich die größte Hochschule Sachsen-Anhalts

und älteste deutschsprachige Universität

Schub dank ernennung der Leopoldina zur Nationalen

Akademie der Wissenschaften.

erfolgreich in der deutschen Hochschullandschaft

positioniert hat, wurde vor wenigen

Wochen erneut deutlich. Halles Volluniversität

gewann den Hochschulwettbewerb

„Campus und Stadt erleben“. Auch dieser

Erfolg basiert auf Ideen, Innovationen und

Kooperationen zwischen Universität, der

Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH und der

Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst

und Design Halle. Mit messbarem Effekt:

Heute verzeichnet die Universität im dritten

Jahr nacheinander einen deutlichen Anstieg

der Studierendenzahlen. Im Wintersemester

regjo LeIPZIg/HALLe advertorial / StandortMarKeting 71

2009/2010 lernten hier 18.600 junge Menschen.

In die Stadt selbst und weit über die

Grenzen des Landes hinaus strahlen auch die

Franckeschen Stiftungen. 1698 gegründet,

sind sie im Geiste des Pietisten August Hermann

Francke heute wieder eine lebendige

Kultur- und Wissenschaftseinrichtung. Auf

dem 14 Hektar großen Areal des auf der Vorschlagsliste

für das UNESCO-Welterbe stehenden

historischen Gesamt-Ensembles versammeln

sich mitten in Halle pädagogische,

wissenschaftliche, soziale und kulturelle Einrichtungen,

die die Bildungsstufen von der

Kinderkrippe bis zur Universität vertreten.

Bildung, Wissenschaft und Kreativität auf

Schritt und Tritt, die gebündelt einfließen in

die Bewerbung Halles um den Titel „Stadt

der Wissenschaft 2012“.

Weitere Informationen unter www.uni-halle.de,

www.stadtmarketing-halle.de und www.weinbergcampus.de

Forschend wirtschaften

Bei der Neupositionierung der Saalestadt als

Stadt der Bildung und Wissenschaft bildet die

Martin-Luther-Universität (Foto links) den

attraktiven Mittelpunkt einer Vision. Auf dem

Weinberg-Campus finden Unternehmerinnen

wie Katja Heppe (zweite von links auf dem Bild

rechts) modernste Infrastruktur von der Forschung

bis zur Produktion.


72 advertorial regjo LeIPZIg/HALLe

Stabil wie eine ideale Verpackung

Der Weg in die Marktwirtschaft führte die Thüringer Fiber-Trommel gmbH rositz zu einer vielseitigen, interessanten

Produktpalette und auf den Spitzenplatz.

Text: Sigrid gaulrapp Fotografie: TFT gmbH

Die Frage, ob an der Spitze eines Betriebes

der Ingenieur auch der bessere Ökonom sei

oder ob der Ökonom auch besser mit der

Technik umgehen kann, wird wohl nie eine

eindeutige Antwort finden. Sie kann nur von

Fall zu Fall entschieden werden. Im Altenburger

Land hätte die formale Entscheidung

eines Bankers vor fast zwei Jahrzehnten beinahe

die Entwicklung eines inzwischen hervorragenden

Betriebes verhindert. Doch

Ingenieur Rainer Pöhlmann blieb hartnäckig.

So fand er das Vertrauen von weiteren

Banken, die sein Vorhaben unterstützten.

Damals war sein Betrieb der letzte und

schwächste unter acht Mitbewerbern, heute

ist er der erste von drei noch verbliebenen.

Doch der Reihe nach: Da gab es Ende

der 80er in der sächsisch-thüringischen

Kleinstadt Rositz einen volkseigenen

Betrieb, der Pappeimer und Trommeln herstellte

und sich auf Betreiben eines gewissen

Ingenieurs Pöhlmann aus dem herrschenden

Verpackungsmittelkombinat heraus gelöst

hatte, um ein sinnvolles Konzept bedarfsnah

durchzusetzen. Sonst war alles so, wie es

ganz zu Anfang galt es, 57 Stellen im Dach

abzudichten, durch die der regen tropfte.

immer als DDR-typisch beschrieben wird:

Veraltete, störanfällige Maschinen in heruntergewirtschafteten

Gebäuden, permanente

Materialprobleme bei übergroßem Bedarf

und eine Belegschaft, die trotz aller Querelen

zu ihrem Betrieb hielt.

Mit diesem Aktivposten und für das

wirtschaftliche Gepräge der Stadt und der

Region lohnte sich der Einsatz. Und Ingenieur

Pöhlmann spielte hoch, mit allem, was

er und seine Frau sich mühsam ersparen

konnten, einschließlich Einfamilienhaus.

Seit er 1992 den Betrieb von der Treuhand

kaufte, hat der Alleingesellschafter 30 Millionen

Euro investiert, die von 80 auf 19

herabgesunkene Beschäftigtenzahl auf 110

im Jahre 2000 und jetzt 190 erhöht. Und

natürlich den Kundenstamm ausgebaut: Fir-

men von Rang und Namen wie BASF, Dow

Chemical, Henkel, Höchst, die belgische Solvay

und Vattenfall zählen dazu.

Schritt für Schritt galt es, den Maschinenpark

zu modernisieren, die Produktpalette

sinnvoll zu erweitern, die Arbeitsbedingungen

für die Belegschaft spürbar zu verbessern,

eine zweckmäßige Logistik auf die

Beine zu stellen, Eigentum an Grund und

Gebäuden als (Banken-)Sicherheit für den

Betrieb zu erwerben, das Areal entsprechend

dem angestrebten Absatz zu erweitern

und die bröckelnde Bausubstanz zu

sanieren. Die im Prinzip soliden Backsteinbauten

lohnten den Aufwand und heben

sich rein äußerlich von den zweckmäßiguniformen

Industrieneubauten angenehm

ab. Bis unters Dach mit seinem noch

ursprünglich anmutenden Gebälk wurde

jeder Quadratmeter sinnvoll genutzt, so für

den Produktschauraum (Bild oben), der wie

ein Betriebsmuseum anmutet.

Trommeln werden parallel oder spiralförmig

aus mehreren übereinander verleimten

Papierbahnen gewickelt und auf

vernetzten Maschinenlinien mit unterschiedlichen

Böden und Deckeln versehen.

Ähnlich funktioniert das bei den Hülsen, sie

können rund oder quadratisch und in verschiedensten

Durchmessern, Querschnitten

und Längen hergestellt werden.

Rainer Pöhlmann, seit 1980 dem

Betrieb verbunden, ist um rund zwanzig

Jahre Bankenerfahrung reicher geworden

und hat inzwischen in der einheimischen

Sparkasse Altenburger Land auch einen

Partner gefunden, der aus Erfahrung weiss,

dass Ingenieure oft die besseren Ökonomen

sind, weil sie ein direkteres Verhältnis zum

Betrieb mit seinem Maschinenpark haben.

Ingenieur Pöhlmann seinerseits ist mit der

kommunalen Bank „sehr zufrieden. Sie bietet

faire Konditionen, ist kontaktfreudig,

berät gut, schätzt Klarheit und Mut.“

Sein Unternehmen sieht er auf ein solides

Fundament gegründet, das auch Krisenzeiten

überstehen kann. Im Dezember soll

eine neue Produktlinie in Betrieb gehen, für

das nächste Jahr ist eine neue Fertigungshalle

geplant.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.TFT-Verpackungen.com.


egjo LeIPZIg/HALLe advertorial 73

Das Umweltpaket zur Umweltzone

Die Volksbank Leipzig bietet jetzt ein spezielles Paket für Unternehmer und Selbstständige an. Damit lassen sich die

nötigen Investitionen in neue Fahrzeuge realisieren.

Text: Frank Mayer Fotografie: Volksbank Leipzig

Am 01. März 2011 kommt sie: die Umweltzone in Leipzig. Denn:

Trotz großer Anstrengungen werden in der Messestadt die von der

Europäischen Union vorgegebenen Grenzwerte für die Luftschadstoffe

noch immer überschritten. Die Stadt hat deshalb einen neuen

Luftreinhalteplan vorgelegt, der den alten Plan aus 2005 ersetzen

soll. Der neue Plan für bessere Luft umfasst knapp 40 Maßnahmen,

durch die die Schadstoffbelastung gesenkt werden soll. Neu sind

unter anderem die Ergänzung der Fahrzeugflotte der Leipziger Verkehrsbetriebe

(LVB) durch die Anschaffung von Hybridbussen und

die Aufforstung innerstädtischer Brachflächen.

Die wohl wichtigste Maßnahme, die das neue Vorhaben vorsieht,

ist die Einführung besagter Umweltzone. Ab dem Jahreswechsel

dürfen Fahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß das

Gebiet der Umweltzone nicht mehr befahren. In der Leipziger

Umweltzone sollen nur noch Fahrzeuge mit der Grünen Plakette

unterwegs sein dürfen. Das heißt, alle Pkw mit Ottomotor inklusive

geregeltem Katalysator sowie Dieselfahrzeuge mit Euro 4 und Euro

3 mit Partikelfilter und Pkw ohne Verbrennungsmotor können eine

Grüne Plakette bekommen.

Nach einer Prognose für das Jahr 2011 betrifft das Fahrverbot

in der Leipziger Umweltzone rund sechs Prozent der KfZ. Vom Fahrverbot

in der Umweltzone wird besonders die Halter von Nutzfahrzeugen

betroffen sein, denn rund 44 Prozent von ihnen dürfen dann

Mit dem Umweltpaket der Volksbank Leipzig lassen sich die Kosten der

Umweltzone leichter schultern.

nicht mehr in der Umweltzone unterwegs sein.

Aufgrund der Einführung der Umweltzone müssen viele Unternehmer

Ersatzinvestitionen in ihrem Fuhrpark vornehmen bzw. ihre

bestehenden Fahrzeuge teuer aufrüsten. Hier kommt die Volksbank

Leipzig ins Spiel.

Sie bietet ein spezielles Umweltpaket an. Darin enthalten sind:

Fahrzeug-Finanzierung mit einem günstigen Hausbankdarlehen,

easyCredit – jetzt auch für Selbstständige, eine ausführliche Beratung

zu Fördermitteln, die Möglichkeit, eine Kfz-Versicherung abzuschließen

und sich damit die Beitragsgarantie für 2011 zu sichern,

sowie die Wahl zwischen Leasing oder Mietkauf.

Mit Leasing investiert man, ohne Kapital zu binden – sogar

bilanzneutral! Denn Eigentümer des geleasten Objektes ist die Leasing-Gesellschaft.

Trotz zusätzlicher Investitionen bleiben Bilanz und

Eigenkapitalquote unverändert. Auch Kreditlinien und Sicherheiten

werden nicht belastet. Die Leasingraten werden zu Vertragsbeginn

vereinbart und während der Laufzeit nicht verändert. Sie sind als

Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar. Die Volksbank Leipzig

bietet zudem zusätzliche Services wie Maschinenversicherungen

oder Fuhrparkverwaltung.

Christoph Kothe – Vorstandssprecher der Volksbank Leipzig

Im Unterschied zum Leasing geht bei einem Mietkauf das wirtschaftliche

Eigentum sofort auf den Käufer über. Dies macht eine

Aktivierung im Anlagevermögen notwendig. Das juristische Eigentum

erwirbt der Käufer in der Regel nach der Zahlung der letzten

Rate. Der Mietkauf ist ein Mietvertrag, bei welchem der Vermieter

dem Mieter das Recht einräumt, innerhalb einer bestimmten Frist

durch einseitige Erklärung die gemietete Sache zu einem vorher

bestimmten Preis unter Anrechnung der bis dahin gezahlten Mieten

käuflich zu erwerben. Vor der Erklärung findet also auf den Vertrag

Mietrecht Anwendung. Nach der Erklärung handelt es sich um einen

Kaufvertrag, auf den Kaufrecht Anwendung findet. Für den Käufer

liegt der Anreiz zum Abschluss eines Mietkaufs in der leichteren

Finanzierbarkeit gegenüber dem Sofortkauf. Die Volksbank Leipzig

hilft gern bei der Entscheidung, welche Finanzierungsart die jeweils

günstigere ist.

Um das Umweltpaket der Volksbank Leipzig abzuschließen,

sind folgende Unterlagen notwendig: Gewerbeschein, die letzten

beiden Einkommenssteuerbescheide (der jüngste Bescheid darf nicht

älter als 15 Monate sein), Fahrzeugscheine sowie die letzten Beitragsberechnungen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter

www.volksbank-leipzig.de.


74 advertorial regjo LeIPZIg/HALLe

MUT-MACHER

Mehr als 80% Weiterempfehlungsbereitschaft unter Teilnehmern, Ausstellern und Sponsoren sprechen für sich: Auch in

diesem jahr wird der Mittelständische Unternehmertag Der Treff für die mitteldeutsche Wirtschaft werden.

Text und Fotografie: Paarmann Promotion

Bereits zum sechsten Mal wird der Mittelständische

Unternehmertag am 7. Oktober

2010 mehr als 2.500 Führungskräfte aus

ganz Deutschland im Congress Center an der

Leipziger Messe zusammenführen. Mit etwa

70 Seminaren, Workshops und Vorträgen,

Podiumsdiskussionen und offenen Diskussionsforen

sowie einer Auswahl aktueller Top-

Themen in den Kompetenzzentren bildet der

MUT mittlerweile eine der bedeutendsten

Kommunikations- und Informationsplattformen

für den Mittelstand in Deutschland.

MUTig – von Unternehmern für Unternehmer

weiter optimiert

Dabei sind die Teilnehmer und Aussteller

selbst die wichtigsten MUT-Macher. Auf

Basis einer zeitnah ausgewerteten Umfrage

wird das erfolgreiche Konzept – neueste

Informationen für Führungskräfte in kompakter

Form und verschiedenen Kommunikationsformen

– ständig weiter optimiert.

Wesentliches Kriterium ist dabei der reale

Nutzwert jedes Teilnehmers. Deswegen

wurde in diesem Jahr die Datenbank – mehr

als 25.000 Unternehmen werden jeweils

direkt angesprochen – gezielt um Netzwerke

produzierender Unternehmen, innovative

oder in ihrer Branche besonders erfolgreiche

Unternehmen erweitert, die anhand konkreter

Angebote für ihre Branchen spezifisch

angesprochen werden.

MUT zu neuen Kontakten!

Neben den bewährten Kontaktplattformen

wie Plaza oder Speed Connection,

wurde die Zahl der offenen Diskussionsforen

auf vier erhöht, mehr Seminare und Podiumsdiskussionen

finden so direkt in der Ausstellung

statt. Ein zweiter Businessclub steht

für individuelle Gespräche zur Verfügung.

Daneben können die Teilnehmer online

beziehungsweise direkt auf der Veranstaltung

selbst zahlreiche Kontaktmöglichkeiten – von

der Kommunikationsbörse bis zur direkten

Kontaktvermittlung – nutzen. Für erfolgreiche

Kontakte spricht der bereits jetzt hohe

Anmeldestand, sogar die Zahlen des Rekord-

jahres 2009 konnten übertroffen werden.

Dabei konnten zahlreiche interessante, neue

Partner – sowohl Unternehmen als auch

ganze Netzwerke gewonnen werden.

MUT wird anerkannt – AUMA Zertifizierung

macht Ausstellerförderung möglich

Erstmals in diesem Jahr können Aussteller

beim 6. Mittelständischen Unternehmertag

eine Messeförderung in ihrem Bundesland

beantragen. Mit der Anerkennung

durch die AUMA, den Ausstellungs- und

Messeausschuss der deutschen Wirtschaft

e.V., ist den MUT-Machern ein weiterer

wichtiger Schritt, insbesondere im Sinne

kleiner und mittelständischer Aussteller,

gelungen. Über konkrete Fördermöglichkeiten

der einzelnen Bundesländer können

sich Interessenten unter www.auma.de oder

direkt beim MUT informieren.

Weitere Infos hierzu finden Sie im Internet unter

www.mittelstaendischer-unternehmertag.de.


egjo LeIPZIg/HALLe advertorial 75

Lust oder Frust – Kunst als Geldanlage?

ein gespräch mit rechtsanwalt Detlef Bischoff über Passion und Profit im Kunstmarkt. Dem mitteldeutschen Kunstmarkt

prophezeit er eine große Zukunft.

Interview: C. P. Paulus Fotografie: CoNNeX

Wer Bilder sammelt, tut dies aus Leidenschaft.

gibt es aber auch Sammler, die Kunst

als reine geldanlage betrachten?

Gewiss, sie werden jedoch statistisch kaum

als Geldanleger erfasst. Andererseits liegen

Sammeln und Investieren dicht beieinander.

Verfolgt man die Geschichte, so waren Kunstgegenstände

niemals nur Trophäen, sondern

auch höchste Werte materieller Natur.

Der klassische Sammler ist jedoch kein klassischer

Investor. Er investiert in langfristige

Werte wie Kunst und Immobilien, selten in

Aktien und Fonds. Kunst als reines Investment

erscheint schwierig, sie verlangt hohen

Sachverstand und die Kenntnis der Hintergründe.

Ist der Kunstmarkt überhaupt vergleichbar

mit anderen Märkten?

Beim Aktien- oder Edelmetallmarkt schlagen

äußere Einflüsse direkt auf den Preis durch.

Dies ist der entscheidende Unterschied zum

Kunstmarkt, der trotz hoher Transparenz

finanztechnisch gesprochen „ineffizient“ ist.

Auf der Basis unverzichtbaren kunsthistorischen

Wissens sowie der Kenntnis regional

abgegrenzter Märkte können jedoch

zukunftsträchtige „Investments“ erreicht

werden.

Dabei gibt es zwei Sammlertypen, den kurzfristig

orientierten „Sammler“, der aus rein

finanziellen Gesichtspunkten „sammelt“ und

versucht, Trends auszunutzen. Der langfristige

Sammler geht antizyklisch vor: Er sucht

vernachlässigte Kunstgenres, kauft günstig,

um dann mit Gewinn zu verkaufen, wenn

seine Ideen aufgehen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ein Beispiel aus der mitteldeutschen Kunstszene

steht mir nicht zu unter Nennung des

Künstlers. Allerdings ist die sprunghafte Entwicklung

insbesondere der digital unterstützten

Fotografie typisch für ein junges

Gebiet, das seine Bewertungsmuster erst

noch erarbeiten muss.

Lässt sich ein Verhältnis zwischen ideellem

Wert und Marktwert von Kunstwerken

bestimmen?

Es gibt keinen objektiven Wert für Kunst. So

wurde der Jugendstil in Sammlerkreisen

nach dem Zweiten Weltkrieg als Kitsch angesehen,

bis diese Auffassung durch die Spekulationswelle

der Japaner in den 80er Jahren

aufgelöst wurde. Keine Epoche, kein

Künstler, hat einen vom Zeitgeist unabhängigen

Wert.

gibt es finanztechnische regeln, die der

Sammler beachten sollte?

Man sollte sich Gebiete suchen, die für den

eigenen Geldbeutel bezahlbar bleiben und

antizyklisch kaufen, auch wenn man dafür

belächelt wird. Der größte Vorteil der Kunst

ist, dass man sich direkt an ihr erfreuen kann.

Die Befriedigung dieser Passion steht für

nahezu alle Sammler vor allem anderen.

Welchen einfluss haben äußere einflüsse,

etwa Spekulationen aus dem Ausland, auf

den Kunstmarkt?

Gewinne an den Aktienmärkten wurden in

den 80er und 90er Jahren auch in Kunst

investiert. Man glaubte, dass der Kunstmarkt

mit dem Aktienmarkt „mitläuft“.

Heute weiß man, dass gerade dies nicht

stimmt und beide Märkte mit leichter

Gegenläufigkeit getrennt voneinander existieren.

Bei hohen Investments der Aktienanleger

in Kunst gerät im Fall eines Liquiditätsverlusts

des Kapitalmarktes der

Kunstmarkt – auch ein regionaler – zeitversetzt

in Probleme.

gibt es im Moment eine ähnliche gefahr?

Im Augenblick ist der Markt nicht spekulativ

überfrachtet, jedoch zumindest angeheizt –

in der Breite des Marktes dominiert jedoch

der Sammler. Das ist wichtig, denn Preise

steigen nur dann, wenn das Verhältnis zwischen

den Möglichkeiten der Sammler und

den Preisen stimmt.

Detlef Bischoff

ist rechtsanwalt und geschäftsführer der

Connex Steuer- und Wirtschaftsberatung gmbH

mit Hauptsitz in Halle (Saale) sowie Sprecher der

rechtsanwaltskanzlei Hümmerich & Bischoff –

und Kunstfreund.

Deutschland ist ebenfalls wirtschaftlich unter

Druck und staatlicherseits zumindest hoch

verschuldet. Welche Chancen geben Sie

dem Kunstmarkt vor diesem Hintergrund?

Der Kunstmarkt ist in den letzten Jahren

trotz Wirtschaftskrise erstaunlich stabil

geblieben. Es scheint eine neue Qualität ins

Spiel zu kommen: das Interesse für Kunst

aus anderen als rein wirtschaftlichen Gründen.

In schwachen Zeiten ist zwar wenig Geld

vorhanden, die Menschen neigen aber dann

eher dazu, sich zu verwirklichen – etwa mit

Kunst. Kommt es zum wirtschaftlichen Aufschwung

und daran glaube ich fest – kann

das für den Kunstmarkt große Gewinne

bedeuten.

Der Kunstmarkt Mitteldeutschlands hat unter

diesem Gesichtspunkt eine große Zukunft,

allerdings müssen noch mehr professionelle

Vermarkter und Markteintrittskatalysatoren

für die hervorragenden Künstler aus Leipzig,

Halle und Dresden bereitstehen.


Es brennt in Aschersleben

Im rahmen der Landesgartenschau 2010 zeigt die Stadt vom 30. Mai bis zum 10. oktober 2010 in der Ausstellung

„Von Vorn“ Arbeiten von 17 Meisterschülern des Malerstars Neo rauch.

Text: esther Niebel grafik: Stadt Aschersleben, 2010

„Sie sind alle schon groß“, sagt Neo Rauch über die Absolventen und

Studenten seiner Meisterklasse. Mit dieser Aussage bezieht er sich vor

allem auf zwei Aspekte: Einerseits zeigt die Ausstellung „Von Vorn“

17 Künstler, die bereits ihre eigene künstlerische Sprache gefunden

und sich insofern bereits von ihrem Lehrmeister emanzipiert haben.

Andererseits verweist er damit auf die Rolle, die er im Vorfeld als

Kurator der Ausstellung gespielt hat. Inhaltlich habe er keine Vorgaben

gegeben, lediglich zum Schluss sei er bei der Bildauswahl das

Zünglein an der Waage gewesen. Und natürlich war er es, der seine

Schülerinnen und Schüler nach Aschersleben geholt hat, an das ihn,

wie er sagt, Vielfältiges bindet. Die Begeisterung der Meisterschüler

und angehenden Meisterschüler für das Projekt kam dann bei der

ersten Besichtigung der Ausstellungsfläche vor Ort. Der Bau des

Architekten Arno Lederer, in dem von Mai bis Oktober die Ausstellung

gezeigt wird, besticht durch seine schlichte Großzügigkeit. Auf

zwei Etagen ist nicht nur reichlich Platz, sondern auch nichts was von

den Exponaten ablenkt. Durch eingezogene Wände werden Abgrenzungen

vorgenommen, um die Autonomie der einzelnen künstlerischen

Positionen zu betonen. Gleichzeitig entstehen durch die

Abtrennungen neue Sichtachsen, die die unterschiedlichen Werke

wiederum in Beziehung zueinander setzen. So ergibt sich eine umfassende

Schau der Studenten, die bei Neo Rauch die Meisterklasse

besucht haben, beziehungsweise noch besuchen. Der erste Jahrgang

von Meisterschülern bei Neo Rauch begann 2005 das Studium. Zu

dieser ersten Generation, die 2008 ihren Abschluss machte und mittlerweile

alle selbst schon von Galerien vertreten werden, gehören

Ondrej Drescher, Katrin Heichel, Franziska Holstein, Kerstin Pfefferkorn

und Jochen Plogsties. Ein Jahr danach nahmen Stefan Guggisberg,

Irene Bisang, Maria Sainz Rueda, Johannes Rochhausen und

Kathrin Thiele ihren Abschied von der Hochschule, um als freischaffende

Künstler Fuß zu fassen. Noch in der Ausbildung bei dem mitt-

„Man muss sich als Künstler immer selbst behaupten, egal von wem man

protegiert wird.“ (Maria Sainz rueda)

lerweile als Honorarprofessor exklusiv Meisterklassen betreuenden

Neo Rauch sind die restlichen 7 der insgesamt 17 Ausstellenden:

Christian Bussenius, Martin Galle, Tino Geiß, Friederike Jokisch,

Heide Nord, Robert Seidel und Mirjam Völker.

Alle in der Ausstellung „Von Vorn“ zu sehenden Werke sind

überwiegend in den Jahren 2009 und 2010, teilweise sogar gezielt für

diese Ausstellung, entstanden. Trotz der vielen teilnehmenden Künstler

bietet der Riegel mit 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche ausreichend

Platz, um von allen Beteiligten so viele Werke zeigen zu


können, dass der Besucher einen Eindruck

der jeweiligen künstlerischen Handschrift

vermittelt bekommt. Das macht die Ausstellung

in Aschersleben so einzigartig. Während

bei vielen Meisterschülerausstellungen nur

ein Jahrgang zu sehen ist, und oft auch nur

mit ein bis zwei Werken pro Künstler, zeigt

Aschersleben eine umfassende Schau aller

Rauch-Meisterschüler. Somit können hier

besonders gut Schnittstellen beziehungsweise

Eigen- und Besonderheiten der Schüler

im Vergleich untereinander sowie auch in

Bezug auf den gemeinsamen Lehrer aufgespürt

und verfolgt werden.

Der Titel der Ausstellung „Von Vorn“

sei auf demokratischem Wege im Zuge der

Ausstellungsvorbereitung entstanden, so

Neo Rauch. „Von Vorne“ steht hierbei für

viele Aspekte der Gruppenausstellung.

Zunächst ist es die frontale Begegnung mit

dem Bild, der zweidimensionalen Leinwand

oder einem anderen flachen Bildträger wie

Im Dialog

Meister und Meisterschülerinnen: Neo

rauch unterhält sich am rande der

Pressekonferenz mit Kathrin Heichel

und Mirjam Völker, zwei Absolventinnen

der Hochschule für grafik und

Buchkunst Leipzig.

Papier oder Holz. Auf jeden Fall ist es ein

Verweis auf Malerei als Kunstgattung, für

die Leipzig und besonders Neo Rauch

bekanntlich berühmt geworden sind. „Von

Vorne“ steht aber auch und in diesem Sinne

immer wieder von neuem für einen Schöp-

„es ist ein Idealzustand, wenn Malerei zu sich

selbst findet.“ (Neo rauch)

fungsakt. Eine Idee, die zunächst zu einem

neuen Bild inspiriert, und wenn der Maler

Glück hat, sich auch tatsächlich im fertigen

Werk manifestiert. Egal ob dies gelingt oder

nicht – die Arbeit geht nach Vollendung so

oder so wieder von vorne los.

Der dritte Aspekt ist der einer Vorhut,

die Künstler gegenüber anderen Menschen

einnehmen. Vorhut nicht nur im progressiven

Sinne des Voranschreitens, sondern

vielmehr in Hinblick einer medialen Vorreiterschaft

an den „Grenzen des Wahrnehm-

regjo LeIPZIg/HALLe Kultur 77

baren und des Übersinnlichen“, wie Neo

Rauch es ausdrückt. Der zur Ausstellung

erschienene Katalog gibt in dem von Neo

Rauch selbst verfassten Vorwort detailliert

Auskunft über die Hintergründe des Ausstellungstitels.

Der grafisch ansprechende Katalog

kann für 12 Euro vor Ort erworben werden.

Hier kann man noch mal in Ruhe die

einzelnen künstlerischen Positionen auf sich

wirken lassen, vielleicht gemütlich auf einer

Bank im Bestehornpark, der den Ausstellungsort

umgibt.

Der Eintrittspreis für die Ausstellung ist

bereits im Preis für die Landesgartenschau

Aschersleben 2010 enthalten. So kann der

Besucher die Ausstellung bei einem Spaziergang

durch die blühenden Gärten nachwirken

lassen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter

www.landesgartenschauaschersleben2010.de.


Porzellan für die Sinne

Führungen durch die moderne Porzellanproduktion

Erleben Sie eine spannende

Mischung aus Handarbeit

und hochmoderner Technologie.

Wagen Sie einen Blick in die Öfen.

Führung jeden Freitag

um 10.30 Uhr.

Individuelle Gruppenführungen

nach Voranmeldung möglich.

Werksverkauf

Vielfältiges Angebot an Porzellankollektionen

und Geschenkartikeln

zu Schnäppchenpreisen.

Geöffnet Montag - Samstag

9.30 bis 18.00 Uhr.

Betriebsrestaurant mit 50 Plätzen,

frische Thüringer Küche.

KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH

Christian-Eckardt-Str. 38

07768 Kahla

Tel. +49 (0) 3 64 24 / 79 - 200

Fax +49 (0) 3 64 24 / 79 - 201

contact-kahla@kahlaporzellan.com

www.kahlaporzellan.com


B e N e D I K T B r A U N , P e e P I N o C C H I o , 2 0 1 0

Verlängerung

Wer hat eigentlich den Längsten? Das Spiel

mit der Freiheit eines „artiste maudit“.

„Kunst ist die bessere Art der Selbstbefriedigung.“

Wieso? Benedikt Braun erlangt

durch sie den permanenten Glückszustand.

Unter dem Deckmäntelchen der Kunst darf

er jederzeit alles. Aus der Videokunst kommend

und in 25 Bildern pro Sekunde arbeitend

setzt Braun seine Ideen ohne Rücksicht

auf Geschmack und Qualität um.

Es ist ein Spiel mit Materialien und Alltäglichkeiten,

die er verwendet, verdreht

und zu neuen ironischen und bissigen Kommentaren

verwandelt. Das Stilmittel der

Verlängerung seiner Objekte nimmt nunmehr

den Platz des Loops seiner früheren

Videoarbeiten ein, die copy & paste-Arbeitsweise

schwappt von der Virtualität in die

Wirklichkeit. Inspiriert von Alfred Jarrys

’Pataphysik sind Brauns Arbeiten Parodien

auf alle und jeden, besonders aber auf sich,

den Künstler, selbst.

Benedikt Braun, 1979 geboren in Konstanz,

2001 bis 2009 Studium der Visuellen

Kommunikation und Freien Kunst an der

Bauhaus-Universität Weimar. Lebt und

arbeitet in Weimar. MN

Weitere Informationen zu Benedikt Braun finden

Sie im Internet unter www.benediktbraun.de.

K A T H r I N H e N S C H L e r , N I C H T W e I T e r , 2 0 0 9

Hinter Glas

rätselhafte Szenen in einer Welt bestehend

aus Licht und Schatten.

Lichtblitze erhellen die dunklen, teerigen und

erdigen Welten von Kathrin Henschler. Einzelfiguren

oder Personengruppen erscheinen

schon beinahe bedroht von den einschneidend

grellen Lichtkegeln. Mittels ungewöhnlicher

Technik, der Hinterglasmalerei, steigert

sie ihre mystischen und geheimnisvollen Szenen,

bis dem Betrachter der Farbauftrag aus

Teer schon fast haptisch erfahrbar wird.

Hinter Glas malt sie, damit sich sowohl

sie selbst als auch der Betrachter stets darin

widerspiegeln. Das Glas bildet dabei gleichermaßen

Projektionsfläche wie auch Barriere.

Die Zeichnung ist für sie die maßgebende

Grundlage der Malerei. So baut sie auch ihre

Arbeiten zeichnerisch auf und verleiht den

Figuren aufgebrochene Konturen. Die Zeichnung

ist für sie ein unmittelbarer Weg, ihren

Bildwelten einen Raum zu schaffen.

Kathrin Henschler, geboren 1980 in

Naumburg/Saale, studierte 2002 bis 2005 an

der Burg Giebichenstein in Halle Malerei,

2005 bis 2009 an der HGB Grafik und Malerei,

2008 am Camberwell College of Arts,

London. Lebt und arbeitet in Leipzig. MN

Weitere Informationen zu Kathrin Henschler

finden Sie unter www.pilotenkueche.de.

regjo LeIPZIg/HALLe KunSt 79

A N N - K r I S T I N H Ö r e N Z , F L U C H T , 2 0 0 9

Zarte Zauberei

eine äußerst sinnliche und feine Betrachtung

der menschlichen Figur.

Es geht Ann-Kristin Hörenz stets um den

Menschen. So zart und sinnlich arbeitet sie

ihre Figuren heraus, dass sie auf die Leinwand

gehaucht zu sein scheinen. Sie sind zwar da,

aber vielleicht flüchten sie auch gleich wieder

vom Bildträger zurück in die Fantasie, der sie

entsprungen sind. Einerseits stellt sie ihre

Menschen in die Natur sich selbst be- und

hinterfragend, andererseits setzt sie sich in

Porträts mit Individuen auseinander, deren

seelische Ausdruckskraft sie zu finden, auszuloten

und zu übersetzen versucht.

Für Ann-Kristin ist die „Malerei als

sinnliche Wiederverzauberung zu verstehen,

welche unserem wissenschaftlich rationalisierten

Zeitalter gegenübergestellt ist.“ So

sammelt sie zwar Ideen aus ihrem Leben,

zeichnerisch im Skizzenbuch oder fotografisch,

doch die Malerei entsteht dann intuitiv

und im Prozess.

Ann-Kristin Hörenz, 1974 in Leipzig

geboren, studierte von 2001-09 Malerei an

der Hochschule für Grafik und Buchkunst

Leipzig, Fachklasse Arno Rink und Neo

Rauch. Lebt und arbeitet in Leipzig. MN

Weitere Informationen zu Ann-Kristin Hörenz

finden Sie unter www.moderne-kunst.de.


Sachsens Glanz

Der Siegeszug des „weißen goldes“ begann vor 300 jahren auf der Albrechtsburg zu Meißen und bahnte

sich über die Leipziger Messe weltweit den Weg auf die Tische und in die Vitrinen von Adel und Bürgertum.

Die jubiläums-Kollektion zeugt von der ungebrochenen Schöpfungskraft der MeISSeN-Manufaktur.


egjo LeIPZIg/HALLe Kultur 81

Text: Sigrid gaulrapp Fotografie: Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen gmbH

Wer würde nicht gerne etwas besitzen, worum ihn sogar etliche

Museen weltweit beneiden? An diesen Traum hat die Manufaktur

Meissen mit ihrer Jubiläums-Kollektion zum 300. Geburtstag angeknüpft

und 35 exquisite Stücke zusammengestellt, die in kleinen

Auflagen in neuer Ausformung angeboten werden.

Einer der skurrilsten Klassiker des Meissener Barocks ist die

ursprünglich aus 21 Figuren bestehende Affenkapelle. An Haltung

und Mimik der schon 1753 von Johann Joachim Kaendler geschaffenen

(und 1765/66 zusammen mit dem Modelleur Peter Reinicke

überarbeiteten) Figuren kann man bei jedem Hingucken wieder

neue amüsante Details erkennen. Eine Satire, die aus antifeudaler

Geisteshaltung geschaffen wurde und sich am vernünftigen freien

Bürger orientiert. Im Jahr 2006, zu Kaendlers 300. Geburtstag,

erhielt die Kapelle ihr 22., im Kaendlerschen Sinne von heutigen

Manufaktur-Meistern geschaffenes Mitglied – einen Tamburinspie-

Von Kaendler bis Danielczyk reicht die Palette der jubiläums-Kollektion zu

Meissens 300. geburtstag.

ler. Von der 300-er Auflage bewahrte die Manufaktur 30 Exemplare

für ihr 300-jähriges Jubiläum auf. Sie ergänzen nun die Kapelle, die

damit dreißigmal einmalig ist. Denn die Form wurde absichtsvoll

zerschlagen, was absolut nicht Meissener Manier entspricht. Rund

800.000 Formen aus der bewegten Geschichte des Hauses stehen für

neue Abformungen zur Verfügung.

So können jetzt, einen entsprechenden Kontostand vorausgesetzt,

ganz unterschiedliche Träume erfüllt werden. Das ausgefallenste

und auch teuerste Stück ist „Chronos 300“; von den nur zehn

Exemplaren haben schon viele ihren Liebhaber gefunden. Die

Tischuhr in der architektonischen Form von 1728 zeigt Chronos als

Figur der Vergänglichkeit auf der Erde, sie verweist auf die meisterliche

Staffage Hörolds. Hier ist das künstlerische Erbe der Manufaktur

bereit, mit der Zeit auf unsere Zukunft zu verweisen.

Das Bestreben, das Schöne noch schöner, das nicht Vorstellbare

vorstellbar zu verewigen, kommt auch im Mokkaservice mit Tulpenmuster

zur Geltung. Es wurde 1736 für Graf von Brühl entworfen

und stellt einen Höhepunkt der Blumenmalerei in Anlehnung an


kolorierte Kupferstiche von Maria Sybilla

Merian dar. Das Mokkaservice wird im

handgefertigten Lederkoffer insgesamt 25

Mal zum Kauf angeboten. Wessen Traum die

in mühsamer Handarbeit bossierten Schneeballblüten

sind, wird sich eventuell für eine

der fünfzig Teekannen mit Schneeballblüten

erwärmen. Wer für mehr Gold schwärmt,

kann sein Geld vielleicht für eines der fünfzig

reich bemalten Tee-Dejeuners „Chinoiserien“

ausgeben. Gerade in Krisenzeiten

erkennen viel mehr Menschen als erwartet

Kunst und Porzellan vom Meissener

Anspruch als eine sichere Wertanlage mit

markanten Steigerungsraten. Das gilt nicht

nur für historisches Porzellan, sondern

bereits für Ausformungen und Schöpfungen

des letzten Jahrzehnts. Meissener Porzellan

präsentiert sich heutzutage auf der Leipziger

Messe „Le Gourmet“.

Am 15. Januar 1708 konnten der Apothekergehilfe

Johann Friedrich Böttger und

Über die Leipziger Messe gelangte das „weisse

gold“ auch in die reichen Bürgerhäuser.

der Wissenschaftler Walter Ehrenfried von

Tschirnhaus nach jahrelangen systematischen

Versuchen aus der Dresdner Jungfernbastei

vom ersten gelungenen Brand

eines weißen Porzellans berichten. Am 28.

März 1709 meldete Böttger August dem

Starken die Erfindung des „guthen weißen

Porzellans sambt der allerfeinsten Glasur“.

Schon ein knappes Jahr später, am 23.

Januar 1710, teilt die sächsische Hofkanzlei

in einem „allerhöchsten Dekret“ die Gründung

einer Porzellan-Manufaktur mit.

Bereits fünf Monate danach wird die Albrechtsburg

zu Meißen erste Produktionsstätte

europäischen Porzellans. Schon zur

Ostermesse in Leipzig hatte es August der

Starke der staunenden Weltöffentlichkeit

präsentiert. Hier begann der Siegeszug

ohnesgleichen.

Vom „neuen“ weißen Porzellan waren

allerdings vorerst nur Proben nach Leipzig

gekommen. Verkauft wurde das rote Porzellan,

das später sogenannte Böttgersteinzeug.

Als die Manufaktur im selben Jahr aus

Geheimhaltungsgründen von der Dresdner

Jungfernbastei auf die Albrechtsburg in Meißen

zog, war damit der Name geboren. Die

gekreuzten Schwerter aus dem kurfürstlichen

Wappen in Kobaltblau als Marke gab

es ab 1722. Zum Kauf wurde weißes Meissen-Porzellan

erstmals auf einer Messe 1713

in Leipzig angeboten.

300 Jahre Meissener Porzellan bedeutet

also auch 300 Jahre Handel mit dem

„weißen Gold“ auf der Leipziger Messe. Diesem

Thema widmet sich seit 30. April bis 5.

September eine Ausstellung im Stadtgeschichtlichen

Museum Leipzig (Neubau).

Etwa 400 Exponate vermitteln dem Besucher

einen lebendigen Eindruck von der Fas-

zination des Meissener Porzellans. An dem

umfangreichen Projekt beteiligten sich, jeder

auf seine Art, neben der Meissen Manufaktur

verständlicherweise die Leipziger Messe

GmbH, die Verbundnetz Gas AG und – last,

not least Bodo Zeidler, Inhaber des autorisierten

Fachgeschäftes Meissen Porzellan im

Alten Rathaus zu Leipzig.

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts

hatten vor allem holländische Kaufleute ostasiatisches

Porzellan nach Europa gebracht.

Asiatische Fürsten waren, ähnlich wie

August der Starke „porzellansüchtig“ und

die neue Erfindung von der Albrechtsburg

glich einer Sensation. Der Kurfürst ließ es

sich nicht nehmen, die Schau unter seine

„Gnädigste Beobachtung“ zu stellen. Auch

Auf der Albrechtsburg in Meißen: Ausstellung

„Der Stein der Weis(s)en“ bis 31. oktober 2010.

Katharina die Große ließ sich nach einigen

Überlegungen nicht mehr davon abbringen,

ihre Festtafel statt mit dem bis dato üblichen

vergoldeten oder silbernen Geschirr zukünftig

mit „weißem Gold“ aus Sachsen, dem

Nachbarland ihrer anhaltinischen Heimat

Zerbst, zu schmücken.

1719, im Todesjahr Böttgers, der – so

wäre unser heutiger Sprachgebrauch - die

Überführung seiner gemeinsam mit Tschirnhaus

getätigten Erfindung in die Produktion

erfolgreich gemeistert hat, kommt Höroldt


1722 aus Wien nach Meissen und 1731 folgt der ebenso legendäre

Bildhauer Kaendler in die Manufaktur. Das ist die Blütezeit an der

Geburtsstätte des europäischen Porzellans, in der auch das berühmte

Schwanenservice für Graf Brühl entsteht und 1739 das nicht minder

berühmte „Zwiebelmuster“ in blauer Unterglasurmalerei kreiert

wird. 1831 wird in Leipzig „am Markt unter dem Rathause im Erdgewölbe

von der Grimmaischen Straße herein“ eine Niederlassung

In Dresden lockt das japanische Palais bis 31. oktober 2010 mit dem

"Triumph der blauen Schwerter" über die ersten 100 Manufakturjahre.

der Manufaktur eingerichtet. 1863-65 zeiht die Manufaktur in die

neuen Produktionsgebäude im Meißner Triebischtal um, wo sie noch

heute ihren Sitz hat. Seit 1963 kassierte Meissen in Leipzig mit

schöner Regelmäßigkeit „Messegold“. 1969 wird in die Rotunde der

Mädlerpassage ein Glockenspiel aus Meissener Porzellan eingebaut.

Obwohl auf die Prachtstücke der Jubiläums-Kollektion bewusst

verzichtet wurde, wird in der Leipziger Ausstellung ein höchst anerkennenswerter

Überblick über die Entwicklung des wertvollen Gutes

gegeben. Die Ausstellung zeigt Leipziger Bodenfunde von chinesischen

Reisschalen aus der späten Wan Li-Periode (bis etwa 1619),

stellt Böttgersteinzeug vor, das als „Jaspisporzellan“ als Vorläufer der

Erfindung gilt, verfolgt die Geschichte der gekreuzten blauen

Schwerter als Markenzeichen und beleuchtet das Messegeschehen

durch die Jahrhunderte. Weitere Kapitel in der Ausstellung befassen

sich mit dem in Jena geborenen Johann Gregorius Höroldt, der als

Chemiker und Porzellanmaler eine Glanzzeit in der Porzellanmalerei

einleitete, sowie mit Johann Joachim Kaendler und der Marcolini-

Zeit (1774–1813). In umfassender Weise werden in der Ausstellung

die „Klassiker“ des Meissener Porzellans, wie etwa das Zwiebelmuster,

Weinlaub und die Blumenmalerei gezeigt. Meissens Weg in die

Moderne wird anhand der großartigen Schöpfern Richard Riemerschmid,

Henry van de Velde, der Hentschel-Brüder, Max Esser, Paul

Kostbarkeiten von reinem Weiß

regjo LeIPZIg/HALLe Kultur 83

Die Meissener jubiläums-Kollektion bildet einen Streifzug durch die

300-jährige geschichte des edelsten Porzellans. Aus der Kaendlerzeit

stammt die Affenkapelle (vorige Seiten). Zu diesem Zeitpunkt

war auch die Blumenmalerei, links am Moccaservice „Tulpen“

ersichtlich, auf ihrem Höhepunkt. Den Harlekin mit dem goldenen

Vögelchen fertigte der Plastiker jörg Danielczyk speziell für das

jubiläum an. Historisch zitiert diese Figur sowohl die Hofnarren

August des Starken als auch Peter Strangs „eulenpiegel“ vom ende

des vorigen jahrhunderts.

Für das „Sushi de Luxe“-Set dagegen wurde eine ältere Schreibschalenform

verwendet und modern bemalt und mit runden Soßenschälchen

sowie Fischchen als Stäbchen-Ablage ergänzt. ganz im

Sinne der jüngeren generation, die die japanische raffinesse in ihr

Kultprogramm integriert hat. Zum gleichen Zeitpunkt, als das Meissener

Porzellan entwickelt wurde, setzte sich auch das Sushi in edo,

dem heutigen Tokio, durch.

Scheurich, Paul Sommer und Gerhard Marcks, Willi Münch-Khe,

Ernst Barlach sowie der Tierplastiker August Gaul, Erich Oehme und

Otto Pilz beschrieben. Eine Würdigung erfahren in der Ausstellung

auch Ludwig Zepner, Peter Strang und Heinz Werner, die ab der

Mitte des 20. Jahrhunderts das Bild Meissens prägten und noch bis

heute tätig sind. Ein weiteres Kapitel der Ausstellung befasst sich mit

dem derzeitigen Design Chef Jörg Danielczyk, dem neuen Talent in

der Porzellan-Malerei Silvia Klöde sowie dem Service „Wellenspiel“

von Sabine Wachs.. Besonders liebenswert wird das Thema „Original

Leipzig“ präsentiert. Neben einem Glanzstück, dem Preis der Dokfilmwoche

„Goldene Taube“ (Jörg Danielczyk) wird hier die verdienstvolle

Arbeit von Bodo Zeidler, dem autorisierten Fachhändler

„Porzellan Meissen“ im Alten Rathaus verdeutlicht. Die meisten dieser

Stücke entstanden nach seinen Ideen im Zusammenarbeit mit

den Künstlern der Manufaktur, so die beiden Thomaner, ein Leipziger

Löwe, ein witziger Bach, Figuren zu Goethes Faust, eine Schale

für Leipziger Lerchen und vieles mehr. Bodo Zeidler, der gerne und

nicht ohne Stolz darauf hinweist, dass „wir Sachsen das Glück haben,

dass speziell in unserer Region ein wesentlicher Beitrag zur europäischen

Tisch- und Tafelkunst geleistet wurde“, meint, dass Meissener

Porzellan in jedem sächsischen Haushalt seinen Platz finden könnte.

Denn neben den höchstpreisigen Stücken der Jubiläums-Kollektion

2010 gibt es durchaus erschwingliche Figuren (z.B. die Dreierkombination

Faust, Mephisto, Gretchen für 49 Euro) und insbesondere

die eleganten weißen Vasen, von rund 30 bis etwa 100 Euro, sowie

als beliebtes 10-Euro-Souvenir Münzen und Medaillen in Böttgersteinzeug

und klassischem Weiß. Mit dem „Landkartenverkäufer“

hat der engagierte Händler mit einem Prachtstück zu der empfehlenswerten

Ausstellung beigetragen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.meissen.com,

www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de und www.bodo-zeidler.de.


Weißes Gold vom „grünen Herz“

Innovation trifft Motivation – Spitzenrüschen und samtenes Porzellan, Kobalt-gold-Kombination und Schockfarben

formen das Profil.

Text: Sigrid gaulrapp Fotografie: jürgen Postel/Stadtmuseum Weimar, Schlossmuseum der Stadt eisfeld, Kahla/Thüringen Porzellan gmbH

Heutzutage gilt der Rat, man solle das Rad

nicht zweimal erfinden. Hätten die Thüringer

Mitte des 18. Jahrhunderts schon so

gehandelt, gäbe es diesen schönen Grund

zum Feiern jetzt nicht: 250 Jahre Thüringer

Porzellan. 50 Jahre früher hatte der angebliche

Goldmacher Johannes Böttger, zusammen

mit dem Wissenschaftler Tschirnhaus,

in Meißen das europäische Porzellan erfunden.

Das Geheimnis seiner Herstellung

wurde streng geschützt, in keiner der Thüringer

Residenzen gelang es je, einen Arkanisten

abzuwerben. Selbst Stöltzel, der Verräter,

kam aus Wien zurück und brachte

Höroldt, den Farben-Chemiker und Porzellanmaler,

zur Versöhnung mit. In Gotha, wo

der Beginn der Porzellanherstellung mit

1757 angegeben wird, führte man den

Weißegrad und die Reinheit des Scherbens

erst später ein. Was die Gothaer nicht daran

hinderte, im 19. Jahrhundert zu einer Blüte

der Porzellankultur vorzustoßen, von der

man sich im dortigen Schlossmuseum Friedenstein

überzeugen kann.

So hat es 50 Jahre gedauert, bis es Georg

Heinrich Macheleid (1723 –1801), einem studierten

Theologen und passionierten Naturforscher,

nach jahrelangen Versuchen 1760

gelungen war, Porzellan herzustellen. Dazu

verwendete er „Sand“ aus einem Steinbruch

bei Königsee. Glaubt man der Überlieferung,

hatte ihm eine arme alte Frau diesen Sand

Macheleids „Weißmacher“ Kaolin war „Sand“ aus

einem Steinbruch im nahe gelegenen Königsee.

verkauft. Noch im gleichen Jahr gründete er

in Sitzendorf die erste Porzellanmanufaktur

Thüringens, die schon wenige Jahre später

nach Volkstedt bei Rudolstadt umzog – heute

bekannt als Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur.

Macheleid stand mit seiner

Manufakturgründung bereits unter Konkurrenzdruck.

Denn nahezu gleichzeitig mit ihm

hatten weitere Thüringer den Dreh raus: im

nahen Katzhütte Wolfgang Hammann

(1713 –1785) und in Limbach am Rennsteig

Johann Gotthelf Greiner (1732 –1792). Die

Zeit war eben reif für diese Erfindung und das

Glasmacherland mit seinen Bodenschätzen

und kreativen Menschen dafür prädestiniert.

Macheleid hatte mit seinen Unternehmungen

eine nicht immer glückliche Hand.

Aber in seinem ersten Standort blüht das

Gewerk in der 1850 gegründeten Sitzendorfer

Porzellanmanufaktur immer noch dank

einer Besonderheit – den Rüschenröckchen

der Ballerinen aus in Porzellan getauchter

hauchzarter Spitze, vor allem aus dem vogtländischen

Plauen. Auf dem Gelände seiner

nächsten Produktionsstätte, einem Fabrikgebäude

aus dem 18. Jahrhundert, haben sich

die Werkstätten und Manufakturen Unterweissbach,

Schwarzburg, Scheibe-Alsbach

und Plaue zu einer „gläsernen Porzellanmanufaktur“

zusammengeschlossen. Sie bietet


Touristen eine Führung und den Blick über die Schulter der Porzelliner

bei ihrer Arbeit.

Nach Macheleid benannt ist die Schauporzellanmanufaktur in

Cursdorf, auch in der Porzellanmanufaktur Reichenbach gibt es eine

gläserne Produktion. Porzellanhersteller, Tourismus und Kultur – die

Thüringer Museen arbeiten eng zusammen und haben sich in diesem

Jubiläumsjahr noch fester zusammengeschlossen. Davon zeugen

viele Sonderausstellungen, aber auch beliebte Feste.

Der Wermutstropfen im Freudenbecher ist die akut gefährdete

Existenz der Firmen aus dem Lichtetal. Wallendorf mit seiner

200-jährigen Tradition wurde durch seinen qualitätsvollen Scherben,

schlichtes edles Design und hochwertiges figürliches Porzellan,

wie auch durch die von Jürgen von Woyski gestaltete „Stunde der

Musik“ bekannt. Lichte Porzellan, 1822 gegründet, hat es als eigen-

Mit seinen Dekoren in Kobalt und gold liegt Weimar-Porzellan immer noch

ganz auf der Traditionslinie.

ständige GmbH ehemaliger Mitarbeiter besonders schwer. Die Neue

Porzellanfabrik Triptis konnte sich über Wasser halten, weil Eschenbach

und Winterling aus Bavaria sowie Freiberger Porzellan aus

Sachsen zu ihr stießen.

Zwei Betriebe mit gegensätzlichen Firmengrundsätzen bewiesen

dennoch, dass es auch beim hochsensiblen Produkt Porzellan ein

Erfolgsrezept geben kann. Es heißt Tradition und/oder Innovation.

Weimar-Porzellan, von 1790 bis heute in Blankenhain bei Weimar

beheimatet, lässt den barocken Glanz auch heute wieder aufleben,

z.B. mit seinem prachtvollen Service „Katharina“ in Kobalt und

Gold. Unter seinem Geschäftsführer Turpin Rosenthal, in der sechsten

Generation in der Porzellanbranche tätig, hat sich das inzwischen

zu Könitz Porzellan gehörende Unternehmen seinen Platz auf dem

Markt gesichert mit hochwertigem Geschirr, teilweise in verschwenderischer

Pracht und oftmals von passendem Besteck mit Porzellan-

Starkes Design

regjo LeIPZIg/HALLe Kultur 85

Links: Weimar-Porzellan extravagant mit

dem Mokkaservice “St. Pauli“ aus dem

jahr 1956, zu sehen im Stadtmuseum Weimar.

Mitte: Wallendorfer Porzellanfabrik witzig

zur „Stunde der Musik – Sänger und

Pianist“ aus dem jahr 1963, modelliert von

dem Bildhauer jürgen von Woyski. Ausgestellt

im Schlossmuseum der Stadt eisfeld.

griffen ergänzt.

Die Kahla/Thüringen Porzellan GmbH wendet sich eher an

junge Nutzer, mit ausgefallenen Formen und auch so genannten

„Schockfarben“, wie beipsielsweise das Modell „Touch“. Mit seinem

Zum Kahlaer Innovationsmarathon gehört neben Öko-Strategie auch samtbeschichtetes

Porzellan.

Hotelporzellan „Tao“ kann Kahla, gegründet 1844, besonders am

Persischen Golf punkten. Das vor einem halben Jahr eröffnete

Luxushotel „Formel Eins“ in Abu Dhabi, das sich durch seine ausgefallene

Architektur auszeichnet, orderte für seine vier First-Class-

Restaurants ganz selbstverständlich „Tao“. Zu Kahlas Firmenphilosophie

gehört es nicht nur, „Porzellan mit Mehrwert“ zu produzieren,

sondern auch „Porzellan für die Sinne“. Dabei zeigt sich „Kahla

pro Öko“, mit Qualitätssiegel. Das Porzellan ist schadstoffgeprüft aus

natürlichen Rohstoffen, hergestellt in Deutschland, fair und sozial.

Ein verringerter CO ² -Ausstoß und die Einsparung von jährlich Millionen

von Litern Wasser sind Ergebnis seiner Investitionen und Teil

einer zukunftsorientierten Firmenstrategie.

Eine nahezu unglaubliche Erfindung ist ein samtiges Kahla-

Porzellan. Die dreidimensionale Oberfläche mildert Aufprall, isoliert

gegen zu viel Wärme, dämpft Geräusche, ist lebensmittelecht, spülmaschinen-

und mikrowellenfest. Und sieht dabei noch ganz toll aus,

vor allem in Kombination mit Gold. Ideen muss man haben, am

besten ein ganzes Feuerwerk davon, wie die Kahlaer von sich

behaupten. Dann besteht man in der Marktwirtschaft, und kommt

dennoch ins Museum. Die Leuchtenburg bei Kahla hat sich schon

zu einem Porzellanmuseum entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kahlaporzellan.de,

www.thueringer.porzellanstrasse.de und www.weimar-porzellan.de.


C

M

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CM

MY

CY

CMY

K

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Eine Initiative des BVMW

MACHER

Dabei sein am 7. Oktober 2010,

Congress Center Leipzig,

Neue Messe

- 200 Firmenpräsentationen

- 70 Seminare und Workshops

- 4 Podiumsdiskussionen

- hochkarätiges Plenum

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Hilfe zur Selbsthilfe

regjo LeIPZIg/HALLe Kultur 87

Uwe Schmidt, geschäftsführer der Torpedo Leipzig - Agentur für Design und Kommunikation gmbH über

die gründe für sein engagement bei den Leipziger Kulturpaten.

Text: regine Aselmann Fotografie: Christian Hüller

Mehr als 30 KulturPatenschaften gibt

es bereits in Leipzig und täglich wächst

dieses praktische Netzwerk zwischen

Unternehmern und Künstlern. Die Initiative

der Leipziger Kulturpaten setzt

die einfache Idee „Tue Gutes und rede

darüber!“ für den regionalen Mittelstand

in die Tat um. Zahlreiche Kultureinrichtungen

erhalten dadurch konkrete

und vertrauenswürdige Unterstützung.

Die Profis aus der Wirtschaft

lieben die nachhaltige und kreative

Paten-Arbeit für Kulturschaffende und

Kunstprojekte, auch die Wertschätzung

und öffentliche Anerkennung ist

motivierend. Langfristig profitieren die

Stadt, der Wirtschaftsstandort und die

Szene gleichermaßen. Gründer Jörg

Müller (Ideenquartier) und Projektleiterin

Gudula Kienemund akquirieren,

vermitteln und beraten die Kulturpaten.

Uwe Schmidt ist Mitinitiator und

Förderer der ersten Stunde.

Herr Schmidt, wie entstand die Idee

und warum engagieren Sie sich bei den

Leipziger Kulturpaten?

In unserem Umfeld gab und gibt es eine

ganze Reihe Kreativer und Projekte,

denen es sicher nicht an guten Ideen,

oft aber an Wissen und Know-How zur

Umsetzung fehlt - besonders im Bereich

der nichtkommerziellen Kultur. Die

Idee, diese durch privates Engagement

zu ermöglichen, ist ja nicht neu und lag

angesichts dessen, dass von offizieller

Seite immer weniger Hilfen zur Verfügung

stehen, einfach nah. Auch Kulturbetriebe

müssen mehr und mehr

unternehmerisch funktionieren. Ziel ist

es, die Selbstorganisation in diesem

Bereich nachhaltig zu stärken. Mir

gefällt, dass diese Initiative ganz ohne

Zuschüsse auskommt, und abseits der

öffentlichen Wege seine ganz eigenen

Akzente innerhalb der Kulturszene setzen

kann.

Welche Vorteile ergeben sich aus Ihrer

Sicht für die Unternehmen einerseits

und die Kulturszene andererseits?

Für die Unternehmen ist es eine schöne

Möglichkeit, aktiv öffentliches Leben

zu gestalten, und sich und seinen Mitarbeitern

neue Sichtweisen und Handlungs-Perspektiven

zu eröffnen. Der

Austausch von Erfahrung und Wissen

bildet den Kern jeder Patenschaft. Die

Initiative führt Ideen und Menschen

zusammen, die sich auf anderem Wege

vielleicht niemals gefunden hätten. So

erfahren auch solche Projekte Unterstützung,

die nach herkömmlichen Kriterien

keine Chance hätten, überhaupt

wahrgenommen zu werden. Der Grad

des persönlichen Interesses und die

Intensität des Engagements jedes Einzelnen

bilden dabei die Basis der

Zusammenarbeit, und entscheidetnmaßgeblich

über den Erfolg eines jeden

Vorhabens.

Was wünschen sie sich für die Zukunft

der regionalen Kulturlandschaft?

Ich wünsche mir ein wachsendes

Bewußtsein darüber, was möglich ist,

wenn man zusammenrückt. Im Optimalfall

ensteht so ein selbstorganisiertes,

kleinteiliges Netz aus Kreativen

und Unterstützern, das von gegenseitigem

Verständnis füreinander, und im

Ergebnis von einem breiten Kulturangebot,

und somit mehr Lebensqualität

für alle, geprägt ist.

Mehr Infos unter www.torpedoleipzig.de

oder www.leipzigerkulturpaten.de.


88 Magazin regjo LeIPZIg/HALLe

Z e I T g e S C H I C H T e

Wo hört der Spaß auf ?

Dieser Frage geht die aktuelle Wechselausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

noch bis zum 24. oktober 2010 nach.

Satire als Kritik- und Protestform, Satire als

Instrument der Politik, Satire als Kunstform

und Satire als Teil der Spaßgesellschaft: Die

Austellung „Spaß beiseite. Humor und Politik

in Deutschland“ präsentiert die verschiedenen

Facetten dieser humoristischen Spielart.

Über 800 Exponate erwarten den

Besucher, darunter interaktive Installationen

sowie viele Film- und Tondokumente.

Das bekannte Zitat „Was darf Satire?

Alles.“ von Kurt Tucholsky ist auch heute,

fast 100 Jahre später noch aktuell. Die Besucher

des Zeitgeschichtlichen Forums sehen

sich mit dieser Fragestellung während des

Rundgangs konfrontiert. Die Ausstellung

wirft einen Blick auf die Entwicklung satirischen

Schaffens seit dem Zweiten Weltkrieg

und der sich wandelnden Beziehung

zur Politik. Sie zeigt die Versuche des SED-

Regimes, die Satiriker des Landes für sich zu

instrumentalisieren. Ebenso das Bestreben

der Bevölkerung, sich mit den selben Mitteln

zu wehren. Parallel dazu wird die Entwicklung

in der BRD dargestellt. Nach der

Wende wurde die unterschiedliche Auffassung

von Humor in Ost und West deutlich.

Die satirische Zeitreise nimmt den Besucher

mit in die 1990er Jahre, als das Kabarett

durch Shows im Privatfernsehen boomte. In

dem Bestreben immer stärker zu provozieren

oder auch immer höhere Einschaltquoten

zu generieren, schien es bald keinerlei

Tabus mehr zu geben. Doch sah sich die

„Spaßgesellschaft“ spätestens 2006 mit

neuen Tabus konfrontiert, als der Konflikt

um die Karikaturen Mohammeds entbrannte.

Diese neueren Tendenzen der

Satire sind ebenso Bestandteil der Schau wie

Kabarett und Karneval.

Die Ausstellung macht deutlich, dass

Satire mitunter ein Verfallsdatum besitzt

oder auch ihre Form ändert. Wie etwa die

einst als Kritik angelegte Erzählung „Gullivers

Reisen“, die heute eher als Geschichte

für Kinder betrachtet wird. Vielleicht werden

auch einige Ausstellungsstücke gerade

den jüngeren Besuchern nicht zwangsläufig

ein Schmunzeln entlocken, weil ihnen die

Protagonisten, der Anlass oder die Begleitumstände

unbekannt sind. Die Ausstellung

ist so zugleich ein Beitrag gegen das Vergessen.

Denn da hört der Spaß auf. DS

Der eintritt ist frei. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Internet unter www.hdg.de.

o P e r

Jubiläum der Oper

Im oktober 2010 feiert das Leipziger

opernhaus seinen 50. geburtstag.

Am 9. Oktober 1960 wurde der Neubau der

Leipziger Oper feierlich mit einer Premiere

von Richard Wagners „Die Meistersinger

von Nürnberg“ eröffnet. Anlässlich des 50.

Jahrestages wird am 9. Oktober 2010 die

Premiere einer Neuinszenierung der Meistersinger

unter der Leitung von Axel Kober

in der Oper erklingen. Einen Tag später feiert

die Oper mit einem Jubiläumskonzert weiter

und zeigt dazu historisches Bild- und Filmmaterial.

Zudem erscheint im Herbst ein

Jubiläumsband über fünf Jahrzehnte Leipziger

Opernhaus.

Gefeiert wurde bereits im März und

April mit den Premieren von G. F. Händels

„Admeto, König von Thessalien“ und C. W.

Glucks „Alkestis“. Eine Gegenüberstellung

zweier Werke mit dem selben Thema – passend

zum Leitmotiv „Veränderung“ in der

Spielzeit 2010/2011. Die Premiere der Oper

„Alkestis“ war zugleich der Auftakt eines

Gluck-Zyklus mit insgesamt vier Opern.

Anlässlich des 200. Geburtstags des Leipzigers

Wagner soll ab 2013 „Der Ring des

Nibelungen“ als Inszenierung folgen. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.oper-leipzig.de.


A U S S T e L L U N g

Glas für Dresden

Dauerausstellung von gerhard richter im

frisch renovierten Albertinum in Dresden.

Mit der Wiedereröffnung des Dresdner Albertinums

erfüllte sich für Gerhard Richter ein

Traum. Ihm stehen in dem frisch renovierten

Gebäude zwei Räume für eine Dauerausstellung

zur Verfügung. Der Maler, Bildhauer

und Fotograf gestaltete den für ihn reservierten

Bereich höchstpersönlich. Einer der

Räume zeigt mit zwölf ausgewählten Werken

Richters einen Querschnitt seiner Arbeit seit

1963. Die Ausstellungsstücke sind zum Teil

Leihgaben des Künstlers selbst. Eine Glas-

Stahl-Konstruktion von 2008 und eigens für

Dresden geschaffene Hinterglasbilder sind im

zweiten „Richter-Raum“ platziert. Richters

Engagement zeigt seine Verbundenheit mit

seiner Geburtsstadt, die ihn bis heute in seinem

künstlerischen Schaffen prägt.

Anlass für die umfassende Renovierung

des Albertinums war das Hochwasser von

2002, das den wertvollen Bestand des Museums

bedrohte. Der komplett neu konzipierte

Komplex steht seit dem 20. Juni wieder für

Besucher offen. Das zweigeteilte Gebäude

beherbergt die „Galerie Neue Meister“ und

die Skulpturensammlung.

DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.skdmuseum.de.

M U S I K S T A D T

Musikstadt Halle

Die Ausstellung „Musikstadt Halle“ ergänzt

die Sammlung „Händel der europäer“.

Die diesjährigen Händel-Festspiele vom 03.

bis 13. Juni waren der passende Anlass für

die Eröffnung der neuen Dauerausstellung

„Musikstadt Halle“. Samuel Scheidt, Georg

Friedrich Händel, Robert Franz sowie Wilhelm

Friedemann Bach und weitere Komponisten

prägten die musikalische Vergangenheit

und Gegenwart der Stadt Halle. Während

der Festspiele wurde im Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus

auf circa 150 Quadratmetern

ein Stück von Halles Musikgeschichte

wieder lebendig. Neben Exponaten aus dem

Leben und Schaffen Hallenser Komponisten

zeigt die Sammlung auch die Geschichte des

Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert.

Der frühere Hausherr Wilhelm Friedemann

Bach wäre dieses Jahr 300 Jahre alt

geworden. Die Stiftung „Händel-Haus Halle“

nahm dies zum Anlass, das Gebäude zu

sanieren. Um die Arbeiten abschließen zu

können, wurde die Ausstellung nach dem 13.

Juni nochmals geschlossen. Ab Herbst 2010

wird sie ein fester Bestandteil der Museumslandschaft

Halles sein und Besucher stets

Freitags und Samstags empfangen. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.halle.de.

regjo LeIPZIg/HALLe Magazin 89

Michaela Schweiger, Vertretungsprofessorin

an der

Hochschule für Kunst und

Design Halle, erhielt den

Marler Video-Kunst-Preis

2010. Ihr Video „Begleiter“ setzt sich

mit Arbeits- und Lebenswelten von

Frauen verschiedener generationen

auseinander. 2011 ist im Skulpturenmuseum

Marl ihre einzelausstellung zu

sehen.

Jana richter und ricke

holtz aus Magdeburg wurden

für ihren Dokumentarfilm

mit dem großen Preis

der jury beim Filmfestival

„Frauen im Focus“ in Argentinien ausgezeichnet.

„Cholita Libre: Wer nicht

kämpft, hat schon verloren“ thematisiert

das Frauen-Wrestling in Bolivien. Die

Produktion wurde von der Kunststiftung

Sachsen-Anhalt gefördert.

ingo garschke war Professor

an der Hochschule

für grafik und Buchkunst

in Leipzig. Am 27. April

2010 verstarb der gebürtige

Thüringer. Nach Studium und Arbeit

in Dresden wechselte er 1998 an die

Leipziger HgB. Bekannt wurde er

deutschlandweit durch die Bergung und

Montage eines Pottwallskeletts in den

jahren 2002 bis 2004.

guy Königstein gewann

den Designpreis Halle

2010. Der mit 5.000 euro

dotierte Preis war diesmal

zum Thema reisen ausgelobt.

Der Niederländer überzeugte die

jury mit seinem Film „Die rückreise“.

Insgesamt standen 166 Beiträge aus 13

Ländern zur Wahl. Der nächste Designpreis

Halle wird 2013 verliehen.

daniel heinze und Friederike

ursprung wurden

mit dem „rundfunkpreis

Mitteldeutschland - Hörfunk

2010“ ausgezeichnet.

Ihre Beiträge „Schuld und Sünde - Was

bedeutet das heute?“ und „Das Paradies“

gewannen in der Kategorie

„Bester Beitrag“. Die Kirchenredakteure

von radion PSr beleuchten jeden

Sonntag Themen aus christlicher Sicht.

Bildnachweis: ZFL/CDS gromke e. K.; LTM-Andreas Schmidt; SKD, David Brandt; Händel-Haus/Thomas Ziegler; Matthias ritzmann; Patricia Vidangos Schulze; Sebastian Kissel & Sascha Hermann; Michael Deutsch; AML*


90 Magazin regjo LeIPZIg/HALLe

A U S S T e L L U N g

Werke von Beuys

Sein Markenzeichen war ein Hut. eine Ausstellung

in Halle zeigt Werke von Beuys.

Mit dem „Phänomen des Raumes“ in der

Bildhauerei des 20. Jahrhunderts setzt sich

das Jahresprogramm des Kunstvereins „Talstraße

e. V.“ in Halle auseinander.

Den Auftakt dafür bildet die aktuelle

Ausstellung über Joseph Beuys, deren

Schirmherrschaft die Kultusministerin Sachsen-Anhalts,

Prof. Dr. Brigitta Wolff, übernommen

hat. Vom 24. Juni bis 29. August

sind rund 100 Werke des bedeutenden

Künstlers in den Räumlichkeiten des Kunstvereins

zu sehen. Neben seinen grafischen

Arbeiten werden auch Objekte und Fotografien

von Joseph Beuys ausgestellt. Die Exponate

stammen aus privaten Sammlungen

und wurden für die Ausstellung zur Verfügung

gestellt. Beuys beschäftigte sich in seinem

Schaffen mit Fragestellungen des

Humanismus, der Sozialphilosophie und der

Anthroposophie. Ein Schwerpunkt seines

politischen und gesellschaftlichen Engagements

war die Bildungspolitik. Auf ihn geht

zudem eine Definition des „erweiterten

Kunstbegriffs“ zurück, ebenso prägte er den

Begriff der „plastischen Theorie“. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.kunstverein-talstrasse.de.

A U S S T e L L U N g

Luther im Dom

Die Lutherbibel von 1541 aus rudolstadt

wird erstmals öffentlich präsentiert.

Derzeit gastiert die Wanderausstellung

„Durchs Wort sollen wir gewinnen“ im Dom

zu Naumburg. Das Prunkstück der Ausstellung

ist eine zweibändige Medianausgabe der

Lutherbibel aus dem Jahr 1541. Die großformatige

Bibel ist reich bebildert und einzigartig

durch handschriftliche Eintragungen von

Martin Luther, Philipp Melanchthon und

weiteren Wittenberger Reformatoren. Dieses

Werk wird als Abschluss der Übersetzungsarbeit

Luthers betrachtet und stammt aus den

Beständen der historischen Bibliothek der

Stadt Rudolstadt. Im Rahmen der Kabinettausstellung

wird die Bibel erstmals außerhalb

von Thüringen öffentlich präsentiert.

Die Ausstellung wird als Kooperationsprojekt

von den Vereinigten Domstiftern zu

Merseburg und Naumburg, dem Kollegiatstift

Zeitz, der Stiftung Luthergedenkstätten

in Sachsen-Anhalt sowie den Städten Rudolstadt

und Zeitz realisiert. Noch bis zum 1.

August gastiert die Ausstellung im Naumburger

Dom. Weitere Stationen bis 2010 sind

das Geburtshaus Luthers in Eisleben und die

Stiftsbibliothek Zeitz. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.vereinigtedomstifter.de.

A r C H Ä o L o g I e

Ottos Gemahlin

Forscher sind sich sicher: Die gebeine aus

dem Magdeburger Dom gehören editha.

Im November 2008 machten Archäologen

im Dom zu Magdeburg eine erstaunliche

Entdeckung. Sie fanden einen Bleisarg, der

Knochen und Textilien enthielt. Der Sarginschrift

zufolge handelt es sich dabei um die

sterblichen Überreste von Königin Editha.

Die englische Königstochter heiratete im

Jahr 929 den späteren deutschen Kaiser

Otto I., den ersten ostfränkischen Kaiser.

Eineinhalb Jahre nach dem Fund sind

sich die Forscher einig: Alle Indizien deuten

darauf hin, dass der Sarg tatsächlich die

letzte Ruhestätte der 946 verstorbenen

Königin ist. Die Ergebnisse der in Mainz und

Bristol durchgeführten Knochen- und

Gewebeanalysen stimmen mit der Biographie

Edithas überein. Ebenso deutet die

prunkvolle Sargausstattung darauf hin, dass

es sich um eine adlige Person handelt. Die

letzte der mindestens vier Umbettungen des

Leichnams fand 1510 statt. Magdeburgs

Oberbürgermeister Lutz Trümper kündigte

an, dass die Wiederbestattung der als mildtätig

bekannten Königin noch in diesem

Jahr im Dom erfolgen soll. DS

Weitere Informationen hierzu finden Sie im

Internet unter www.lda-lsa.de.


A r C H I T e K T U r

Lauter Mäuse im Museumscafé

Die Moritzburg Halle, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, erhielt Architekturpreis

für „Beste atmosphärische Wirkung“ und wird Wohlfühlgehäuse auf Zeit für die Maus.

Eine „Kleine Nike“, eine Nike-Zeichnung

des Bildhauers Wieland Förster, schmückt

seit kurzem den Eingangsbereich des Museums

Moritzburg. Dr. Katja Schneider, Direktorin

der Stiftung Moritzburg, und ihr Team

fühlen sich durch den Architekturpreis des

Bundes Deutscher Architekten für die „Beste

atmosphärische Wirkung“ bestärkt, mit

ihrem Team „genau diese einmalige Atmosphäre

unseres Hauses in die Öffentlichkeit

zu tragen“. Die Moritzburg, seit dem 30-jährigen

Krieg teilweise Ruine, war im Spätherbst

2008 nach spektakulärer Rekonstruktion

mit erweiterten Ausstellungen eröffnet

worden. Sie ist in der deutschen Museumslandschaft

ein wichtiges Zentrum für die

expressionistische Kunst.

Während in der ersten Etage Franz

Marcs „Weiße Katze“, eines der populärsten

Gemälde der Sammlung, seelenruhig auf

ihrem gelben Kissen schläft, hat „Die Maus“,

ein deutscher Fernsehstar, für die Zeit vom

17. Juli bis 1. August ihr Quartier im Museumscafé

im Erdgeschoss gebucht. Dort werden

bei freiem Eintritt auch die Geheimnisse

ihrer Geburt verraten. Denn sie hat hand-

feste mitteldeutsche Wurzeln. Ihre Erfinderin

Isolde Schmitt-Menzel wurde vor achtzig

Jahren in Eisenach geboren und hat vor

rund sechzig Jahren an der Burg Giebichenstein,

Hochschule für Kunst und Design, in

Halle studiert. Ihre ersten Bildergeschichten

zeichnete sie ab 1968 für den Hessischen

Rundfunk und dann für den WDR, mit dem

zusammen sie die „Sendung mit der Maus“

entwickelte. 1971 erstmals ausgestrahlt,

wurde sie weltweit populär wie kaum eine

andere Kindersendung.

Isolde Schmitt-Menzel schrieb und illustrierte

über 35 Kinderbücher. 1998 setzte der

Porzellanhersteller Rosenthal ihre Mausbilder

in Porzellansets um. Sie lebt heute in

Texas/USA. „Maus & Friends“ gibt nicht nur

Einblick in das künstlerische Werk der Gestalterin,

sondern zeigt auch an Entwürfen von

Studierenden der Richtung Spiel- und Lerndesign,

wie unverwechselbare Charaktere

entstehen. Das Ausstellungsprojekt wurde

von Burg-Professorin Karin Schmidt-Ruhland

initiiert und betreut.

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren

ist auch der Museumsbesuch frei. Sig

Weitere informationen finden Sie im internet unter www.kunstmseum-moritzburg.de.

regjo LeIPZIg/HALLe Magazin 91

dresden zeigt sein weißes gold

Im 300. jubiläumsjahr des Meißner Porzellans

ist in Dresden neben der großen

Porzellanausstellung der Staatlichen

Kunstsammlung eine weitere Sammlung

im japanischen Palais zu sehen. Die

exponate von „Fragmente einer

Legende. Weißes gold aus grabungen.“

belegen die geschichte des sächsischen

Porzellans. Dabei liegt einer der Schwerpunkte

auf alltäglichen Stücken aus dem

bürgerlichen Alltag. einen besonderen

Stellenwert nehmen Funde aus jüngsten

grabungen auf dem Meißner Burgberg

ein. Neben der ursprünglichen Porzellanmanufaktur

wurden Produktionsabfälle

gefunden. Diese Fragmente veranschaulichen

den Produktionsprozess im 18.

und 19. jahrhundert. Weitere gezeigte

Fundstücke stammen aus Dresdner Kaffeehäusern

der Vorkriegszeit.

www.skdmuseum.de.

urgestein Manfred Martin

Der Nestor der konkreten Malerei in

Leipzig wurde 80. erst mit mehr als 60

jahren konnte Manfred Martin die Aufmerksamkeit

gewinnen, die ihm schon

längst gebührt hätte. Aufgrund seiner

„dekadenten“ Kunstauffassung musste

er 1950 sein Studium vorzeitig abbrechen.

Seine Kunst beruht auf dem spielerischen

Umgang mit geometrischen

Formen, wobei der Farbe eine primäre

Bedeutung zukommt. er lässt die Formen

aber auch gestalt annehmen, Figur

werden. Dafür stehen seine gaukler,

Harlekine und gekreuzigte ab ende der

Achtziger. In den letzten jahren

beschäftigen ihn vor allem Städtebilder.

Die galerie Süd In Leipzig zeigt noch bis

7. August Werke von Manfred Martin

gemeinsam mit eberhard Hertwig. Bildnachweis: Vg Bild-Kunst, Bonn 2010; Uwe Köhn/Halle/Saale; Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, juraj Lipták; Isolde Schmitt-Menzel; Dietmar Fischer


92 Magazin regjo LeIPZIg/HALLe

22. August:

„Late Night Jazz“

gewinner des jazz-echo roy Hargrove

spielt modernen jazz in der Semperoper

Dresden. (www.semperoper.de)

Musik, Theater & Tanz

25. juni bis 20. August

„Klassik in grün“

open-Air-Konzertreihe am idyllischen Muldenufer

mit zahlreichen europäischen gastspielen.

grimma, Denkmalschmiede Höfgen

www.hoefgen.de

1. bis 4. juli

„Faust ohne Worte“

Show aus Pantomime, Clownerie, Tanz und

gesang zum beliebten Klassiker Faust.

Dresden, kleines Haus

www.staatsschauspiel-dresden.de

2. juli

„Sounds of Hollywood“

Musikalische Beiträge zu Filmausschnitten auf

einer großleinwand und Höhenfeuerwerk.

20 Uhr, Waldheim, Kreuzfelsen

www.acappella-online.de

5. juli bis 30. August

„Montagskonzert am Bachdenkmal“

Namhafte Solisten und ensembles spielen Musik

von Bach bis Blues bei freiem eintritt.

jeden Montag 19 Uhr, Leipzig, Bachdenkmal

www.thomaskirche.org

8. juli

„Boogie Brothers“

Die kleinste Big Band der Welt spielt Boogie

Woogie, rock n roll, rhythm&Blues und Swing.

20 Uhr, Machern, Schloß Machern

www.boogies-leipzig.de

19. August bis 10. September:

„Mendelssohn-Festtage“

Alljährlich wirft Leipzigs Mendelssohn-Fest

neues Licht auf unterschiedliche Aspekte im

Leben des Künstlers. (www.gewandhaus.de)

8. bis 11. juli

„4. Leipziger Straßentheatertage“

Spannendes Theaterspiel rund um die Uhr unter

freiem Himmel auf öffentlichen Plätzen.

Leipzig, Leipziger Innenstadt

www.knalltheater.de

10. juli bis 22. August

„Cabaret“

große operettengala spielt „Best of“ aus

klassischen operetten und Musicals.

Kriebstein, Seebühne Kriebstein

www.seebühne-kriebstein.de

14. juli

„Abba da Capo“

Das Sommerspektakel lässt die 70er und 80er

des letzten jahrhunderts wieder aufleben.

19 Uhr, Borna, Marktplatz

www.borna.de

16. juli

„Mondscheinfahrt auf der Mulde“

Unvergessliche Augenblicke erleben bei Fahrten

auf der Mulde mit romantischer Musik.

Wurzen, Fähre Dehnitz

www.meinmuldental.de

6. August bis 3. September

„Torgauer orgelsommer“

Traditionelles orgelspiel auf klangvoller

Schusterorgel von namhaften organisten gespielt.

Freitags 19.30 Uhr, Torgau, Kirche St. Marien

www.evkirchetorgau.de

Bildnachweis: Sächsische Staatsoper Dresden, Autor: Matthias Creutziger, gewandhaus zu Leipzig, Stiftung Bauhaus Dessau, Landesgartenschau Aschersleben 2010 gmbH

27. August

„Nacht der Kirchen“

23 Kirchen in und um jena laden mit individuellem

Programm zum Feiern ein.

19 Uhr, jena, Stadtkirche „St. Michael“

www.kirchenkreis-jena.de

28. August

12. Seekonzert – „Liebe und goethe“

Aufgeführt vom Streicherensemble der

Anhaltinischen Philharmonie und Schauspielern.

18 Uhr, Dessau, Wörlitzer Anlagen

www.anhaltisches-theater.de

3. September

„1. Magdeburger Taschenlampenkonzert“

Swingendes Abendkonzert und Musiktheater

für die ganze Familie.

19.19 Uhr, Magdeburg, elbauenpark

www.rumpelstil.de

4. September

„Volkssolidarität Halle-Saalekreis“

Feiern für den guten Zweck – Klassische

Benefizkonzerte zu gunsten der Stiftung.

15 Uhr, Halle, Konzerthalle Ulrichskirche

www.vshalle.de

12. September

„Konzert zum Tag des offenen Denkmals“

Musikalischer gottesdienst im Naumburger Dom

und in der Dorfkirche großjena.

Ab 10 Uhr, Naumburg

www.vereinigtedomstifter.de


8. Mai bis 16. Oktober: „Internationale Bauausstellung

Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010“

ganz Sachsen-Anhalt erprobt neue Werkzeuge

und wird so zum Labor für die Stadt

von morgen. (www.iba-stadtumbau.de)

Messen, Kongresse & Tagungen

10. April bis 16. oktober

„Weniger ist Zukunft“

Ausstellung im Bauhaus Dessau gibt einblicke

in geschichte, gegenwart und Zukunft.

10 bis 18 Uhr, Dessau, Bauhaus Dessau

www.bauhaus-dessau.de

2. juli

„Lange Nacht der Wissenschaften“

Verschiedene Forschungseinrichtungen laden

in Labore, Institute, Museen und Kliniken ein.

18 bis 2 Uhr, Halle

www.wissenschaftsnacht-halle.de

8. bis 11. juli

„games Convention online“

Alljährliche internationale Messe informiert über

die Zukunft des Computerspiels.

Leipzig, Leipziger Messe

www.leipziger-messe.de

11. juli

„Fischmarkt“

ein Marktbummel mit Schnäppchen und vielem

anderen kann niemals langweilig sein.

9 Uhr, Magdeburg, Stadthalle

www.weisseflotte-magdeburg.de

11. juli

„13. Curbici Veterano“

Das gut Mößlitz veranstaltet ein oldtimer-Treffen

mit Wettbewerb und Siegerehrung.

Zörbig, Marktplatz

www.gut-moesslitz.de

13. juli

„Vortrag zu Karl gutbier“

Thema: ein Leben für die Merseburger Häusergeschichte

und Abschlusspräsentation der IBA.

17 Uhr, Merseburg, Dom

www.iba-stadtumbau.de

12. August bis 19. September

„So sehe ich das ...“

Fotografien, Collagen und Texte über die

Meinungen von Künstlerinnen und Künstlern.

Dresden, Dreikönigskirche

www.hdk-dkk.de

20. bis 22. August

„Kunst und genuss an der elbe“

Alljährliches Dresdner Stadtfest lädt zu

kulinarischen und kulturellen Highlights ein.

Dresden, verschiedene orte

www.dresden.de

27. bis 29. August

„Laternenfest“

größtes Volks- und Heimatfest Mitteldeutschlands

an der durch Laternen beleuchteten Saale.

Halle, Peißnitzinsel

www.laternenfest-ev.de

27. August bis 25. September

„Magdeburger Literaturwochen“

Zahlreiche Lesungen und Veranstaltungen unter

dem Titel „Zeitlos im Literaturhaus“.

Magdeburg, verschiedene orte

www.magdeburg.de

regjo LeIPZIg/HALLe Kalender 93

24. April bis 10. Oktober:

„Landesgartenschau“

Aschersleben veranstaltet verschiedene

Ausstellungen zur gartenschau. (www.

landesgartenschau-aschersleben.de)

3. bis 5. September

„Le gourmet – Der Treffpunkt für genießer“

Die Messe zur neuesten Kochkunst und allem

Anderen rund ums essen.

Leipzig, Leipziger Messe

www.gourmet-leipzig.de

3. bis 5. September

„AIr Magdeburg“

Die Messe für Luftsport, Privat- und geschäftsluftfahrt

zeigt spektakuläre Flugshows.

Magdeburg, Messegelände

www.air-magdeburg.de

5. September

„5 jahre jena Kultur – open-Air“

Die jenaer Philharmonie spielt Beethoven und

Schumann unter dem Dirigenten Marco Cornin

20 Uhr, jena, Marktplatz

www.jenaer-philharmonie.de

11. bis 13. September

„Sachsenback“

Fachmesse für das Konditor- und Bäckerhandwerk

lädt gäste nicht nur zum Probieren ein.

Dresden, Messegelände

www.backwelt.de

24. bis 26. September

„Salzfest“

Traditionelles Markt- und Kulturfest seit 1995

spricht Alt und jung gleichermaßen an.

Halle, Marktplatz

www.halle.de


94 Kalender regjo LeIPZIg/HALLe

24. bis 25. Juli:

„Leipziger LVB Triathlon“

27. Triathlon mit den klassischen Disziplinen:

Schwimmen, radfahren und Laufen.

(www.leipziger-triathlon.de)

Freizeit & Sport

2. bis 4. juli

„Anglerfest“

Mitmachaktionen für Kinder und jugendliche

des Angelvereins „Vergißmeinnicht“.

Bitterfeld, Vereinsgelände Angelverein

www.sandersdorf.de

25. juli

„5. race Day Dresden“

radrennen mit bis zu 2.000 Teilnehmern auf 44,

88 oder 122 Kilometer im elbsandsteingebirge.

Dresden, elbsandsteingebirge

www.raceday-dresden.de

27. bis 28. August

„Deutschland bewegt sich“

open-Air-event mit Teilnahmegarantie, Informationsveranstaltungen

und experten-Tipps.

Ab 14 Uhr, jena, eichplatz

www.barmer.de

4. September

„Landessportspiele für Behinderte und Freunde“

Behinderten- und rehabilitationsverband

veranstaltet Wettkampf und Informationstag.

Ab 10 Uhr, Magdeburg, elbauenpark

www.bssa.de

18. September

„Kulturnacht – die Fünfte“

Museen und Bibliotheken laden zu Spiel

und Spaß in alten gemäuern ein.

18 bis 24 Uhr, Naumburg

www.mv-naumburg.de

Bildnachweis: oSTrALe, Wojciech Tracewski, Leipziger Triathlon e.V.

27. August bis 13. September:

„OSTRALE´010 – Dresden“

Die renommierte internationale Ausstellung

zeitgenössischer Künste zeigt Perspektiven

von 150 Künstlern. (www.ostrale.de)

Bildende Kunst

27. März bis 31. oktober

„Vom Tode – Max Klinger 1920/2010“

Anlässlich des 90. Todestages wird zum ersten

Mal der Zyklus „Vom Tode. erster Teil.“ gezeigt.

Naumburg, Max-Klinger-Haus

www.mv-naumburg.de

1. bis 24. juli

„9. Kunstsommer & Quetzer Ferienspiele“

Ferienspiele zwischen Atelier-Bühne und

Spielfeld geben Kulturlandschaft neue Impulse.

Bitterfeld, Schloss und Dorf

www.landlebenkunstwerk.de

10. juli

„Museums-Sommernacht-Dresden“

46 Museen öffnen den gesamten Abend die Türen

mit Sonderausstellungen und Führungen.

Dresden, Museen und Sammlungen

www.dresden.de

15. juli

„Kinder-Workshop mit Michael Nitsche“

Unter Anleitung des Künstlers können Kinder

eigene Tierplastiken bauen.

15 Uhr, jena, Stadtmuseum

www.stadtmuseum.jena.de

25. juli bis 29. August

„Dozentenausstellung“

Dozenten der Leipziger Sommerakademie stellen

aus: H. Aichinger, W. ebersbach, j. ernert, K.

Kunert.

Kaditzsch, Denkmalschmiede Höfgen, galerie

www.hoefgen.de

Bis 30. August

„Hermann Haindl-Tarot“

Die Ausstellung „Wege zur Weisheit“ zeigt

originale des berühmten Tarot-Decks.

Altenburg, Schloss Altenburg

www.hermannhaindl.de

3. September

„Louise Bourgeois“

Die New Yorker Künstlerin zeigt Personagen

aus Bronze und Stoff sowie Papierarbeiten.

20 Uhr, jena, Stadtmuseum

www.stadtmuseum.jena.de

10. bis 12. September

„Tapetenwerkfest & galerienrundgang“

Tapetenwerkfest und Vernissagen in allen

galerien und Ateliers mit Musik, Tanz und

essen im Hof.

Leipzig, Tapetenwerk

www.tapetenwerk.de

11. bis 12. September

„Herbstrundgang der Spinnerei-galerien“

Leipziger galerien gewähren exklusive einblicke

und öffnen die Türen.

Leipzig, Spinnereigelände

www.spinnerei.de

23. September bis 3. oktober

„F/SToP“

Das 4. internationale Fotografiefestival erforscht

die entwicklungen der zeitgenössischen

Fotografie.

Leipzig, Tapetenwerk

www.fstop.zwo-null.de


Innovationskraft macht Hoffnung

Viele Unternehmen in Mitteldeutschland trotzen der Wirtschaftskrise mit neuen, erfolgversprechenden

Produkten und Verfahren.

Die schlimmste Phase der Wirtschaftskrise

für die Region Mitteldeutschland scheint

vorüber. Es geht wieder bergauf, ist man

geneigt zu sagen, lässt man die unfassbaren

politischen Querelen und die anhaltende

Unsicherheit über die Entwicklung des Euro

einmal außer Acht. Nein, es gibt gute

Gründe für berechtigte Hoffnung. Und

besonders zuversichtlich stimmt dabei, dass

neben dem Wachstum in der Industrie vor

allem die Innovationskraft der Unternehmen

– trotz der nach wie vor kleinen Budgets

für Forschung und Entwicklung – ungebrochen

ist.

Zwar wirkt sich das zögerliche Wirtschaftswachstum

im Gegensatz zu westdeutschen

Metropolregionen wie München noch

nicht signifikant auf die Arbeitsmärkte aus.

Auch ist noch nicht alles überstanden. Statistisch

gesehen steigt die Kaufkraft zwar stärker

als im Westen, doch gilt es vor zu frühen

Jubelrufen zu warnen vor allem mit Blick

auf die nach wie vor dünne Kapitaldecke

zahlreicher Mittelständler. Zu Recht werden

die Verbände nicht müde, auf die nach wie

vor vorhandenen Finanzierungsprobleme

einiger ihrer Mitglieder zu verweisen.

Hoffnung für Mitteldeutschland aber

macht die anhaltende Innovationskraft

kleinerer und mittlerer Unternehmen. Jahr

für Jahr bildet sich hier ein neuer deutscher

Mittelstand heraus. Der Anteil ostdeutscher

Unternehmen mit neuen Produkten am

Markt – insbesondere in den strukturbestimmenden

regionalen Clustern – ist hier zum

Teil höher ist als in den westlichen Bundesländern.

Auch beim Wettbewerb um den IQ

Innovationspreis Mitteldeutschland ist die

Zahl der Bewerber – trotz Krise – in diesem

Jahr mit immerhin 126 in etwa auf dem

Niveau der Vorjahre geblieben. Dabei überzeugt

nicht nur die Quantität – auch die

Qualität der Bewerbungen zeigt, dass die

Unternehmen die Zukunftsmärkte im Blick

haben und marktorientiert agieren.

Am meisten Zuversicht stiftet sicherlich

der diesjährige Hauptpreisträger, das Biotech-Unternehmen

Probiodrug. Man stelle

sich vor: Das zukünftige Mittel gegen die

Alzheimer-Krankheit wurde in Mitteldeutschland

entwickelt. Immerhin: An Tieren

konnten die Hallenser Forscher ihren

neuartigen Therapie-Ansatz bereits nachweisen,

das hat noch keiner vor ihnen

geschafft. Ab dem Jahr 2012 soll der neue

Ansatz erstmals am Menschen getestet werden,

so dass in sechs bis acht Jahren ein

Medikament zur Verfügung stehen könnte.

Neben dieser herausragenden, weit

über die Region hinweg wahrgenommenen

Innovation machen aber auch die Gewinner

aus den übrigen Clustern Mitteldeutschlands

Hoffnung. So wurde in Jena ein neuartiges

Konzept für die Rahmengestaltung für

zukünftige Elektroautos vorgestellt, das den

schwierigen Spagat zwischen Sicherheitsanforderungen

und Gewichts reduzierung meistert

und in einem Jahr für unter zehntausend

Euro auf der Straße stehen soll.

Dank eines neuen Verfahrens zur Qualitätskontrolle

von Silizium-Wafern, das im

sächsischen Freiberg entwickelt wurde, können

künftig in der Solar- und der Mikrochip-

Industrie erhebliche Qualitätsverbesserungen

und Kosteneinsparungen erzielt und

somit die Cluster in Mitteldeutschland insgesamt

vorangebracht werden.

In Halle wurde die weltweit leistungsstärkste

Ultraschall-Parabolsonde zur Ermittlung

von Leckagen in Rohrsystemen entwickelt,

in Jena gewann ein Verfahren, mit

dem Linsen oder Spiegel auf eine weltweit

einmalige Genauigkeit von weniger als ein

Nanometer (zehn Millionstel Millimeter)

geschliffen werden können, und eine Lichtensteiner

Firma hat eine Softwarelösung zur

Gebäudeautomation entwickelt, mit der erst-

Klaus Wurpts

regjo LeIPZIg/HALLe Meingung 95

ist geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für

Mitteldeutschland. Darin engagieren sich strukturbestimmende

Unternehmen sowie Kammern

und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und

Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer

nachhaltigen entwicklung und Vermarktung der

Wirtschaftsregion Mitteldeutschland.

(www.mitteldeutschland.com)

mals sämtliche in Gebäuden integrierte,

elektronisch kommunizierende Endgeräte

wie Heizungen oder Klimaanlagen unabhängig

vom Hersteller miteinander verbunden

werden können, um so Energiekosten zu

sparen. Und so weiter und so fort… - Genügend

Grund zur Hoffnung in Mitteldeutschland…

Bildnachweis: Uwe Frauendorf


96 Kultur und geSellSchaFt regjo LeIPZIg/HALLe

Wussten Sie, ...

Denkwürdiges, Sonderbares und Wissenswertes – Schlafen im Koffer, königliche

Pralinen, j. S. Bach nur „dritte Wahl“ und englisches gold in Nebra.

... dass das kleinste hotel der Welt, das

„Kofftel“, in Sachsen steht?

In Lunzenau bei Chemnitz steht das Kofferhotel

von Matthias Lehmann. Es bietet auf 3,36 (!)

Quadratmetern Platz für zwei Übernachtungsgäste

im Etagenbett. Zudem beeinhaltet die

ungewöhnliche Unterkunft Waschbecken und

WC sowie Ablagen und einen kleinen Safe.

Gefrühstückt wird auf der eigenen Terasse von

original MITROPA-Geschirr und mit Blick auf

die Mulde. Der Koffer zieht seit Jahren Touristen

aus dem In- und Ausland an.

... dass die hochzeitspralinen für die

trauung von victoria von Schweden aus

halle geliefert wurden?

Monatelang hat die Halloren Schokoladenfabrik

zusammen mit dem Hoflieferanten Cloetta

die perfekten Das Logo Füllungen und Firmierung entwickelt. Seit April

sind die Pralinen namens „The Wedding Chocolate“

Die auf Größen dem skandinavischen Markt. Die

Schachtel ist mit einem Bild des zukünfigen

Königspaares verziert und enthält Pralinen in

den Geschmacksrichtungen Blaubeer-Panacotta,

Preiselbeer-Wodka und Nuss-Nougat.

Das Logo liegt in zwei kleinen und einer mittleren Variante vor.

Von einer Verwendung des Logos unter 8 mm Höhe ist abzusehen,

da sonst die Bedeutung des weißen Schriftzuges auf

rotem Fond verloren geht. Ab einer Logohöhe von 16 mm ist die

mitgelieferte mittlere Variante zu benutzen.

... dass Johann Sebastian Bach gar nicht

für die Stelle als thomaskantor vorgesehen

war? Gemeinsam mit der Firmierung wird das Logo als eine festste-

Im Jahr hende 1722 Einheit musste eingesetzt. der Posten Zwei des Anordnungen Thomas- sind in der kleinen

kantors Variante in Leipzig zulässig neu – unter besetzt dem werden. Logo und Nach rechts daneben.

dem ersten Probespiel wurde einstimmig Georg

Philipp Um Teleman Beispielsweise gewählt, Stifte der zu aber beschriften, aus finanzi- wird die längere Varianellen

Gründen te, also bei ablehnte. der die Firmierung Favorit der rechts zweiten daneben angeordnet ist,

Anhörung empfohlen. war Johann Diese kann Christoph aber wiederum Graupner. ungünstig bei Drucksa-

Auch chen, er lehnte wie Flyern ab. So oder wurde Ähnlichem J. S. sein. Bach Dort als sollte die Variante

dritte Wahl

angewendet

der neue

werden,

Thomaskantor.

bei der die

Diese

Firmierung

Stel-

unter dem Logo

lung machte ihn und Leipzig berühmt.

steht.

... dass das gold der himmelsscheibe von

Der Zeilenumbruch ist notwendig, da die Firmierung immer,

nebra englischer herkunft ist?

Neueste auch Materialanalysen in sehr kleinen Größen, belegen, gut lesbar dass sein die muss, um das Logo

Goldanteile zu ergänzen. der weltweit Die Schrift ältesten in der Sternenabbil-

selben Größe, ohne einem Zeidung

aus lenumbruch Cornwall in der stammen. Firmierung, Eine würde Forscher- nicht mehr eindeutig mit

gruppe dem aus Logo Halle korrespondieren hatte rund 300 und Goldlagerstät- harmonieren.

ten in ganz Europa untersucht. Demnach

unterhielt Die mittlere Mitteldeutschland Variante des Logos bereits kann in stufenlos, der aber immer pro-

Bronzezeit portional, engere vergrößert Beziehungen werden. mit Strecken England oder Stauchen ist nicht

als bisher erlaubt. angenommen. Die 3.600 Jahre alte

Himmelsscheibe gilt als einer der wichtigsten

archäologischen Funde der Menschheit.

Für die mittlere Variante wird zur werblichen Firmierung des

Logos auch eine rechtliche Version mitgeliefert. Empfohlen

wird diese Variante, aber nur wo diese Bezeichnung tatsächlich

erforderlich ist.

Bildnachweis: Wiegand Sturm; Halloren Schokoladenfabrik; LTM/Andreas Schmidt; Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, juraj Liptak

impressum:

6. jahrgang, Ausgabe 21

ISSN 1614-2837

Hauptredaktionsschluss: 18. juni 2010

Anzeigenschluss: 21. juni 2010

herausgeber: regjo – Verlag für regionales

Marketing gmbH, Marbachstraße 2, reCLAM-

Haus, 04155 Leipzig, Telefon: (0341) 975 32 44,

Telefax: (0341) 590 38 59, www.regjo-leipzighalle.de,

e-Mail: info@regjo-leipzighalle.de

regjo ist eine eingetragene Marke (39867052) der

regjo − Verlag für regionales Marketing gmbH

chefredaktion: Kai Bieler (V.i.S.d.P.)

(k.bieler@regjo-leipzighalle.de)

redaktionsmanagement: regine Aselmann

(r.aselmann@regjo-leipzighalle.de)

autoren: regine Aselmann (rA), Nadine jukschat

(Nj), Thomas Magosch (TM), Susanne Schulz,

Sigrid gaulrapp (SIg), Klaus Wurpts, Anette ehlers,

Kai Bieler, Doris Schumann (DS), Dajana Trapp

(DT), Ines Christ (IC), Marko Hinz (MH), esther Niebel

(eN), james Parsons (jP), Claus-Peter Paulus

Kultur talente & Kalender: Carolin Modes &

esther Niebel (MN)

lektorat: André Hille, Manuela Winkler,

Alexander Nym, Christine Fische

art direction & layout: Astrid Stieler

(layout@abcreativ.de)

Fotografie: Christian Hüller, Tom Schulze,

Sebastian Willnow

titelfoto: Christian Hüller

anzeigen/advertorials: Steffi emde,

Philipp Thorwirth, Claus-Peter Paulus

Projektmanagement: Christian Mascher

(c.mascher@regjo-leipzighalle.de)

Business development: Sven Liebetanz

verlagsrepräsentanz: Kleine reinhard Variante Artus, des Steffi Logos

emde

internationale Beziehungen/Übersetzungen:

james Parsons (ICC Sprachinstitut)

verlagsassistenz: Katja 8 mmTrumpler

(k.trumpler@regjo-leipzighalle.de)

100 %

geschäftsführung: Claus-Peter Paulus

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gbr, Dittrichring 17, 04109 21,5 Leipzig, mm Telefon: (0341)

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e-Mail post@abcreativ.de, www.abcreativ.de

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