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5/2007 – 10/2007

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Das Magazin für Bildung und Karriere im Ausland

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München – 5. Mai 2007

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Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Augsburg – 7. Mai 2007

Kongresshalle, Kongresssaal,

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Nürnberg – 8. Mai 2007

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Stuttgart – 10. Mai 2007

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Inhaltsverzeichnis

High School

Sprachkurse

Reisen & Arbeiten

Studium

Jobs & Praktika

Länderprofil

News

Im Land der Schafsköpfe und Elfen – Von Geistern und interessanten Essgewohnheiten auf Island 5

Austauschjahr in Frankreich? – Nein, in meiner Bretagne. 7

Extreme Activity – Six Months Walking Upside Down in New Zealand 9

Ab ins Ausland – und dann? – Die Wiedereingliederung in das deutsche Bildungssystem 11

Viel Sanuk in Thailand – Schulunterricht mit Mikrofon 13

Eine Welt in China – Kultureller Austausch in der Schule 15

Den Atlantik vor der Haustür – Cheering in den USA 16

It is always worth it! – Sprachreise nach Südengland 18

Sprachentests als Chance – Einige Fragen 20

Sprachtest unumgänglich? – Vorbereitung auf einen Studienaufenthalt im englischsprachigen Ausland 21

Volunteering – Vital to Meaningful Language Learning 24

Spanische Sprachzertifikate – DELE - Diplomas de Español como Lengua Extranjera 25

Viertausend Meter – Leben, Helfen und Reisen in Bolivien 28

Gap Year Continued – In and Out of Africa 30

An Experience like Nothing Else – Au Pair in den USA 33

A Wwoofer in the Kiwizone – Ein Kuhliesel-Dasein 35

Scharfsüßer Kulturencocktail – Sechs Monate Studium in Malaysia 38

Studieren auf hoher See – The Scholar Ship ist startklar für erste akademische Weltreise 40

Saint Mary´s University – Study in Nova Scotia – Home of Most Amazing Natural Wonders 41

Jura auf Französisch in Genf – Viel mehr als Schweizer Käse 42

Französisches Flair – Wirtschaft im Straßencafé 44

Innovative in the heart of Europe – Get to know five Maastricht University programmes 46

College-Contact.com – Auslandsstudium à la carte 48

Liberal Arts: A Philosophy – American College Life in the Netherlands 49

Das Land der guten Laune – Familiensinn und Arbeitsalltag in Mexiko 52

Herz in Lima gelassen – Musik im Blut mitgenommen 55

„Selemat Datang. Nama saya Yvonne.“ – Das war Indonesisch. 57

Arbeiten im Ausland – Welche Möglichkeiten gibt es? 59

Fernsehen am Mittelmeer – Arbeiten wo andere Urlaub machen 60

Gastfreundschaft bei Nacht – Entwicklungszusammenarbeit in Mali 62

Neuseeland – Bildungseinrichtungen 64

Neuigkeiten 66

Inhalt


Vorwort

Die Füße

jucken wieder!

Zu einer Weltreise der besonderen Art möchten wir auch diesmal

alle Auslandsbegeisterten einladen und sie auf unsere Tour rund

um den Globus mitnehmen. Den deutschen Schulhof, den heimi-

schen Hörsaal oder den routinierten Arbeitsalltag kannst du für die

Zeit der Lektüre getrost hinter dir lassen: Freu dich auf informative

und motivierende Berichte von jungen Weltenbummlern, die sich

ihren Traum von einem Auslandsaufenthalt bereits erfüllt haben

und profitiere von ihren Erfahrungen. Zusätzlich eröffnen dir Arti-

kel von Bildungsanbietern und Beratungsstellen neue Perspektiven

und enthalten wichtige Tipps zur Vorbereitung deines Aufenthaltes.

Welches Auslandsabenteuer und Gastland für dich in Frage kommt,

kannst natürlich nur du selbst bestimmen. Diese Ausgabe von

itchy feet“ führt dich jedoch vielleicht schon auf den richtigen

Weg. Unsere fünf Rubriken zeigen dir verschiedene Programmva-

rianten auf: High School, Sprachkurse, Reisen & Arbeiten, Studium

und Jobs & Praktika. Ob du dich nun über „Klassiker“ wie die Ver-

einigten Staaten von Amerika und England oder derzeit sehr be-

liebte Zielländer wie Neuseeland oder Kanada informieren willst

– wir nehmen dich mit auf alle Kontinente. Denn alternativ zu den

englischsprachigen Ländern stellen dir Weitgereiste auch ausge-

fallene Destinationen in Afrika, Lateinamerika und Asien vor.

Für die, die sich auf dem Heimatkontinent Europa am wohlsten

fühlen, gibt es ebenfalls spannende Einblicke, zum Beispiel in das

Leben in den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich oder Spanien.

Falls du schon im Ausland warst oder gerade bist, freuen wir uns

auf deinen Erfahrungsbericht und deine Fotos. Erstmal wünschen

wir dir viel Spaß beim Lesen und hoffen, dass dich die vierte Aus-

gabe von „itchy feet“ in ihren Bann zieht.

Thomas Terbeck

Magister Artium

Ramon Tissler

Dipl.-Kfm., M.B.A. (USA)


Im Land der Schafsköpfe und Elfen

Von Geistern und interessanten Essgewohnheiten auf Island

„Island? Ist es da nicht total kalt?“, fragten mich die meisten meiner

Freunde, als ich im elften Schuljahr stolz verkündete, dass ich dort ein

Auslandsjahr verbringen würde. „Wolltest du denn da hin?“, fragten mich

andere mitleidige Gesichter. Oh ja, das wollte ich – endlich in das Land

meiner Träume, das ich mir schon seit Jahren durch Bildbände und Bü-

cher näher gebracht hatte. Endlich Island, ganz nah! Gummi (sprich:

Gümmi), ein riesiger Glatzkopf, der mich und ein paar weitere Austausch-

schüler vom Flughafen abholte, prägte auf der Fahrt nach Garðabær

(sprich: Gathabei), einem Vorort von Reykjavík, unseren ersten Eindruck

von Island. Er zeigte uns die Landschaft, die nur aus großen Lavabrocken,

kleineren Felsen und Schafen zu bestehen schien und erklärte uns, dass

an dieser Straße der Geist eines alten Fischers wohnt. Schon gruselig,

aber ich hatte ja bereits gehört, dass es in Island von Geistern, Elfen und

Trollen nur so wimmelt. Es ist auch nicht so, dass Isländer an diese Natur-

geister glauben, nein, es ist eher so, dass sie wissen, dass diese existieren...

Am Tag nach der Ankunft im Arrivalcamp der Austauschorganisation ging

die Aufregung los: Die Gastfamilien kamen, um ihre Gastkinder abzuho-

len! Würde ich meine Gasteltern, Magnús und Anna, aufgrund der Bilder,

die sie mir geschickt hatten, erkennen? Würden Sie nett sein? Doch die

Sorgen waren unberechtigt: Sólveig, die während des Jahres meine Be-

treuerin sein würde, führte meine freudig lachenden Gasteltern zu mir

und schon ging es zu dem Haus los, das ich nun ein Jahr lang „heima“,

daheim, nennen würde... Dort angekommen wurde ich erstmal von Lárus

(7 Jahre), Þóra (10 Jahre), Sigrún (13 Jahre) und Neró (Hund) bestürmt

und freudig begrüßt. Haus gezeigt, ausgepackt, Gastgeschenke verteilt,

Abend gegessen... Die ersten Tage vergingen rasend schnell: Ich fuhr mit

meinen Geschwistern nach Reykjavík, ich ging mit meinem Pabbi (Gast-

vater) in die Schule, um meine Kurse für das kommende Schuljahr zu

wählen, ich lernte die umliegenden Orte kennen, fuhr mit der Familie raus

aufs Land und ließ mich von der atemberaubend schönen Landschaft be-

geistern, lernte die Verwandten kennen, und und und... Auch die grundle-

genden Besonderheiten des Landes wurden mir nahe gebracht: Hier duzt

man sich; man putzt sich nicht die Nase; man trinkt direkt aus dem Was-

serhahn, da hieraus nur feinstes Quellwasser sprudelt; und ohnehin sind

die Isländer die Besten, weil ihre Vorfahren Wikinger waren. Darauf sind

sie besonders stolz: Es gibt eine Biersorte namens „Viking“, Statuen be-

rühmter Wikinger und jährlich mindestens ein großes Wikingerfest.

Die ganzen neuen Eindrücke machten sehr müde und so verbrachte

High School – 5

ich die ersten Wochen damit, früh ins Bett zu gehen und spät aufzuste-

hen. Erst als die Schule losging, kam wieder Routine in mein Leben. Ich

wohnte in Garðabær und dort nur sieben Minuten zu Fuß von der Schule

entfernt. In Island gibt es zwei Schulsysteme, eines wie in Deutschland

mit vorgeschriebenem Fächerkanon und eines, in dem man eine Haupt-

richtung (Sprachen, Naturwissenschaften, etc.) wählt und dann Pflicht-

fächer und Wahlfächer hat. Letzterem System gehörte meine Schule an.

Als Austauschschülerin konnte ich frei wählen und stellte mir aus unge-


6 – High School

Auslands-

Schuljahr

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wöhnlichen Fächern wie Werken, Psychologie und

Anatomie-Zeichnen einen interessanten Stunden-

plan zusammen. Außerdem stand einmal im Monat

eine fünfstündige Wanderung des Wanderkurses

an, die zwar immer anstrengend, aber auch sehr

schön war, denn man erlebte die raue aber beein-

druckende Landschaft aus nächster Nähe. Die

Wandertouren boten gute Gelegenheiten, mit

Schulkameraden ins Gespräch zu kommen, und

so verkürzte ich mir die Zeit mit Diskussionen über

das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

Dabei konnte ich Isländisch zu Beginn nur bruch-

stückhaft. Die Sprache schien sehr schwierig und

ich fragte mich, wie ich dieses Kauderwelsch je

lernen sollte. Durch beständige Beschallung und

viel Üben stellte ich nach ungefähr fünf Monaten

jedoch fest, dass ich mich fließend in der Landes-

sprache unterhalten konnte. Ab da ging es auf-

wärts und ich fühlte mich jetzt vollkommen wie zu

Hause.

War ich nicht in der Schule, fand man mich meist

mit meinen isländischen Freunden oder anderen

Austauschschülern in einem der zahlreichen Cafés

Reykjavíks (Geheimtipp!). Nicht zu vergessen ist

auch die isländische Partykultur: Að djamma í

bænum, in der Stadt einen draufmachen, ging ich

oft, meist samstags, oder wenn die Schule wieder

ein Event organisiert hatte. Da vermutlich jeder

dritte Isländer in einer Band spielt, gab es zudem

jedes Wochenende kostenlose Konzerte. Außerdem

bot meine Austauschorganisation mehrmals im

Monat gemeinsame Unternehmungen wie Eislau-

fen, Parties oder DVD-Abende an, die besonders

im Winter die ständige Dunkelheit vertrieben und

viel Spaß machten. Besonders ein Kulturwochen-

ende, das Menningarhelgi, blieb uns Austausch-

schülern noch lange in Erinnerung. An einem

einzigartigen Strand sammelten wir so genannte

Energie-Steine, schüttelten dem Präsidenten

Islands die Hand und probierten Hai-Fleisch, das

schrecklich nach Ammoniak schmeckte. Die islän-

dische Küche wurde mir noch bei weiteren Gele-

genheiten nahe gebracht. Eine Bekannte lud mich

zu ihrer Großmutter ein, um das weihnachtliche

Fischgericht Skata zu essen, und meine eigene

Gastoma kochte mir traditionelle Schafsköpfe.

Als Mitte Mai das Schuljahr aufhörte und die drei

Monate langen Sommerferien begannen, hielt uns

die Austauschorganisation mit einer besonderen

Aufgabe auf Trab: Um wirklich einen umfassen-

den Eindruck vom Leben auf Island zu bekommen,

wurden wir auf Farmen überall im ganzen Land

verteilt. Dort halfen wir bei der Schafs- und Pfer-

dezucht und lernten so das Landleben kennen.

Zusammen mit Svenni und Ragnar, zwei alten

Männern, die aussahen wie zwei der dreizehn

isländischen Weihnachtsmänner (jólasveinar),

half ich den Schafen, ihre Lämmer zu gebären,

fütterte die Frischgeborenen mit Stärkungspillen

(was mir den Spitznamen „Pilla“ einbrachte),

markierte Lämmer und half schließlich dabei, die

Herden wieder raus auf die Bergweiden zu treiben.

Der Farmaufenthalt war ein so geniales Erlebnis,

dass ich ihn um zwei Wochen verlängerte.

Ende Juni schließlich saß ich dann nach langen

Abschiedsszenen von meiner Familie, meinen

neuen Freunden und den anderen Austausch-

schülern wieder im Flugzeug nach Deutschland,

plante meinen nächsten Besuch in Island und

freute mich trotz unzähliger unvergesslich schöner

Momente wieder auf daheim.

Luise Müller, 22 Jahre alt, studiert Anglistik und

Vergleichende Sprachwissenschaften an der

Universität in Mainz. Nebenbei arbeitet sie ehren-

amtlich für ihre ehemalige Austauschorganisation.


Austauschjahr in Frankreich?

Nein, in meiner Bretagne.

Jahrelang habe ich von einem Austauschjahr geträumt und Stunden damit

verbracht, die Bilder in den Broschüren der Organisationen anzugucken. In

der Zeit vor meinem Abflug war ich unglaublich nervös. Meine Stimmung

wechselte ständig. Wenn ich mehrere Tage keine Nachricht aus Frank-

reich von meinen zukünftigen Gastfamilien erhalten hatte, konnte das

schon mal zu einer halben Depression führen. Wenn ich dann wieder mal

eine lange E-Mail oder Fotos bekam, war ich überglücklich und zeigte sie

einfach jedem. Ich verbrachte schlaflose Nächte damit, mir Horrorszena-

rien auszudenken, um am nächsten Morgen aufzustehen und jedem freu-

destrahlend „Ich geh nach Frankreich, ich geh bald nach Frankreich!“

entgegen zu rufen.

Am Tag der Abreise war ich irgendwie benommen. Ich habe nichts wirk-

lich realisiert. Eigentlich war mir gar nicht bewusst, dass ich dabei war,

für zehn Monate zu gehen. Ich habe weder über das Weggehen noch

über die vor mir liegende Zeit nachgedacht. Erst als das Flugzeug in der

bretonischen Hauptstadt Rennes landete, ging mir durch den Kopf, dass

ich kurz davor stand, meine erste Gastfamilie zu treffen (aufgrund der

Programmstruktur habe ich nacheinander bei drei Gastfamilien gelebt).

Ich kam relativ spät am Abend an, deswegen legte ich mich auch sehr

bald hin und schlief sofort ein. Erst am zweiten Tag lernte ich die Familie

wirklich kennen. Richtig bewusst nahm ich zudem die Hitze war.

In Deutschland hatte es geregnet – in der Bretagne waren es 30°C.

Ich habe immer gedacht, dass Frankreich Deutschland sehr ähnelt, doch

das ist falsch. Es ist europäisch und unser Nachbarland, aber trotzdem

haben die Franzosen eine ganz andere Mentalität, einen anderen Tages-

ablauf und eine andere Lebensart als die Deutschen. Während des Jah-

res hatte ich die Möglichkeit, viel von dem Land zu sehen. In Frankreich

gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Regionen. Jede hat ihren

eigenen Akzent und Baustil, eigene Traditionen und Spezialitäten und

eine eigene Mentalität. In den ersten Wochen kam mir alles wie ein

Traum vor. In Briefen nach Deutschland schrieb ich oft ganz begeistert

„Ich glaube Frankreich ist das schönste Land der Welt!“ Die Menschen

bei denen ich lebte und die, die ich kennen lernte, waren unglaublich

herzlich, offen und banden mich sofort überall mit ein. Ich liebte die Stadt

in der ich lebte, unser Haus, die Region – einfach alles. Die Bretonen sind

die vielleicht patriotischsten aller Franzosen und ich wurde schon bald

mitgerissen. Ich sage öfter „Ich war in der Bretagne!“ als „Ich war in

Frankreich!“

In Frankreich fängt die Schule um 8:20 Uhr an und geht oft bis 17:55 Uhr.

Der Schulalltag läuft in ganz Frankreich gleich ab und ist, verglichen mit

Deutschland, eher unpersönlich. Die Lehrer kennen ihre Schüler manch-

mal nicht mit Namen, da mündliche Teilnahme so gut wie überhaupt

High School – 7

nicht gefragt ist und es dafür auch keine Noten gibt. Wer zu spät zu einer

Stunde kommt, muss zur Vie Scolaire, wo er einen Zettel ausgehändigt

bekommt, auf dem die Zeit vermerkt ist, zu der man wieder am Unterricht

teilnehmen darf. Vor jeder Stunde findet ein Appell statt und sollte man

abwesend sein, bekommen die Eltern einen Brief. Im vorletzten Schuljahr,

der Première, wählt man auf französischen Lycées eine bestimmte Fach-


8 – High School

richtung wie Literatur, Naturwissenschaften

oder Wirtschaft. Wer sich für den literarischen

Bereich entscheidet, hat in Französisch ein

sehr hohes Niveau; die restlichen Fächer aller-

dings sind oftmals nicht ganz so anspruchsvoll.

Ich musste mich sehr anstrengen, in meiner

Klasse Freunde zu finden. In den ersten Tagen

wurden ich und die andere Austauschschüle-

rin, eine Japanerin, zunächst wenig beachtet.

Nach ein, zwei Wochen änderte sich das jedoch.

Trotzdem war ich ein bisschen enttäuscht, weil

die anderen Franzosen, die ich durch meine

Gastschwester noch vor Schulbeginn kennen

gelernt hatte, offener waren. Für mich war das

Beste an der Schule die lange Mittagspause

mit dem Essen in der Kantine. Im Frühjahr und

Sommer lagen immer alle auf dem Schulhof in

der Sonne. Ich würde es sogar eine typische

Angewohnheit der Franzosen nennen: Man

setzt sich ständig auf den Boden.

Ich hatte Französisch bereits vier Jahre in der

Schule gelernt, weswegen es keine wirklich

großen sprachlichen Probleme gab. Am Anfang

allerdings hörten sich manche Sätze noch wie

ein einziges Geräusch an und ich hatte Schwie-

rigkeiten, die Jugendsprache zu verstehen, in

der aus „à tout à l’heure“ zum Beispiel „à t’al“

wird. Wenn ich jetzt an Frankreich denke, über-

kommt mich oft eine Art Heimweh. Ich habe

bestimmte Szenen vor Augen: eine Soirée mit

Freunden im Garten, der Innenhof der Schule,

der Stadtpark, dann das Gefühl, das ich hatte,

als ich zum ersten Mal das Meer bei St. Malo

gesehen habe, der erste Schultag, der Geruch

im Haus meiner ersten Gastfamilie, die langen

Abendessen bei der zweiten... Das ist mein

Frankreich.

Ich hatte vor meinem Austauschjahr gehört,

dass man, wenn man wiederkommt, selbststän-

diger und erwachsener sein würde. Das trifft

voll und ganz auf mich zu: Ich habe mich sehr

(positiv) verändert, sehe viele Dinge anders als

vorher, bin irgendwie reifer und habe andere

Wertvorstellungen bekommen. Innerhalb von

zehn Monaten bin ich unglaublich viel gereist,

habe sehr viel gesehen und sehr viele Men-

schen kennen gelernt. Ich habe eine Sprache

so sehr verinnerlicht, dass sie mir genauso ver-

traut ist wie meine Muttersprache. Wäre ich in

Deutschland geblieben, wären es einfach bloß

zehn Monate gewesen wie die zehn Monate

davor oder danach. Mein Aufenthalt in Frank-

reich war an manchen Tagen kompliziert, aber

ich habe mir nie gewünscht, es nicht getan zu

haben. Im Gegenteil: Ich würde es jederzeit

wieder tun. Ich kann jedem, der überlegt ein

Austauschjahr zu machen, nur dazu raten.

Patricia Trunsch ist mittlerweile 18 Jahre alt.

Sie hat die Leistungskurse Französisch und

Englisch belegt und wird 2008 Abitur machen.


Extreme Activity

Six Months Walking Upside Down in New Zealand

Nachts an einem Strand namens Aramoana. Der Sternenhimmel glitzert

nach Leibeskräften. Das Meer rauscht nicht minder beeindruckend.

Beinahe schon würde die Szenerie ins Kitschige abdriften, wäre da nicht

ein Stilbruch im Gesamtarrangement. Denn statt im nächtlich kühlen

Pazifik zu schwimmen, liege ich in einer von zwei alten, gusseisernen

Badewannen, die einige Neuseeländer und ich ein paar Stunden zuvor

vom Sperrmüll gerettet haben. Jetzt lodert unter ihnen ein Feuer und heizt

das Badewasser auf, in das wir gerade gestiegen sind. Aus meinem euro-

päischen bzw. aus meinem deutschen Blickwinkel wirkte das ganze

Unterfangen mehr als verrückt. Vor den Einheimischen mit meinem Aben-

teuer zu prahlen, gestaltete sich jedoch schwierig. Denn die meisten

Kiwis, wie sich die Neuseeländer selbst nennen, fanden daran so gar

nichts Außergewöhnliches. Entweder hatten sie schon einmal selbst an der

feierlichen Prozedur eines nächtlichen Bades im Freien teilgenommen oder

kannten zumindest jemanden, der sich regelmäßig auf ähnliche Weise

Rauchvergiftungen und Verbrennungen am heißen Metall der Wanne zuzog.

Das wiederum mag daran liegen, dass Kiwis offenbar generell einen

Großteil ihres Lebens im Freien verbringen: Ein mindestens 60-Liter-Ruck-

sack (back pack) steht in der Besenkammer jedes gestandenen neusee-

ländischen Haushalts. Wenn möglich, füllt man ihn mehrmals pro Jahr

mit Zelt, Schlafsack, Nüssen und gefriergetrocknetem Gemüse, um zu

mehrtägigen Wanderungen (tramps) durch die beeindruckende Natur

aufzubrechen. Denn der Kiwi ist ein hart gesottener Outdoor-Mensch:

Den Winter überlebt er ohne Zentralheizung, und im Schulfach Outdoor

Education lernt er, sich, nur mit Plastikplane und Kompass ausgestattet,

im Regenwald durchzuschlagen. Oder notfalls auch auf einem Gletscher.

Statt abends das Theater oder ein Konzert zu besuchen, grillt er beim ge-

mütlichen BBQ einen selbst gefangenen Fisch – natürlich im Garten des

selbst erbauten Wochenendhauses (crib) mit Blick aufs Meer. Austausch-

schüler werden in diese Aktivitäten integriert. Ich durfte also gemeinsam

mit allen anderen durch reißende Flüsse waten, mit 15 kg auf dem Rücken

steile Berge erklimmen und mich über gefährlich schwankende Hänge-

brücken tasten. Für einen Neuseeländer sind dies vermutlich lächerlich

einfache Übungen, ich aber fühlte mich heldenhaft.

Mein Alltag jedoch hatte mit solcherlei Abenteuern wenig gemeinsam, be-

stand er schließlich genau wie in Deutschland aus Schule. Als Schülerin

der Jahrgangsstufe 13 durfte ich aus einer hierzulande unvorstellbar brei-

ten Palette an Schulfächern fünf auswählen. Neben klassischen Natur-

und Geisteswissenschaften stehen an neuseeländischen Schulen nämlich

auch praktisch orientierte Fächer wie Woodwork, Food Technology oder

Photography zur Auswahl. Bekanntheit aber hat meine Schule, die

Logan Park High School, besonders im kreativen Bereich erlangt. Ganz

praktisch ist die künstlerisch-alternative Ausrichtung zum Beispiel so

spürbar: Schon in der zwölften Klasse darf man in mufty, also ohne Schul-

uniform, zum Unterricht erscheinen. Diese Freiheit nutzen vor allem die

Schülerinnen bis ins Extrem aus. Die Ansammlung Pink gepunkteter

Miniröcke, durchlöcherter Strumpfhosen, blauer Dreadlocks und Pier-

cings, die mir dort begegnete, findet sich sonst lediglich an anerkannten

Treffpunkten der lokalen Punkszene. Und das, obwohl die Schulordnung

maximal einen Stecker pro Ohr toleriert. Streng genommen zumindest.

Zwar wird dafür gesorgt, dass die Regeln jedem bekannt sind: Einmal pro

Woche versammelt sich die Schülerschaft nämlich zur so genannten

assembly, bei der sich der stattliche deputy principal hinter dem Redner-

pult aufbaut und Tantra-gleich Auszüge aus dem code of conduct vorträgt.

Tatsächlich aber gibt sich fast niemand mit solchen Kleinigkeiten ab.

High School – 9

Mit ihrem bunten, scheinbar chaotischen Treiben hat sich die Schule im


10 – High School

Grunde jedoch nur an ihre Stadt assimiliert.

Denn das 110.000-Einwohner-Städtchen Dune-

din an der Südspitze Neuseelands beheimatet

die University of Otago, eine der acht Hoch-

schulen des Landes. Ihr ist es zu verdanken,

dass die Stadt vor allem für ihre pubs, ihre gro-

ßen Studentenumzüge und für brennende Sofas

(eine in ihrem Sinn nicht vollständig ergründ-

bare Studentensitte) bekannt ist.

Viel wichtiger als der eigentliche Schulunter-

richt sind die extra-curricular activities: Im Pro-

beraum des Musiktrakts übt zur lunch time eine

der vier Schulbands. Das Kammerorchester

musste deswegen in die Aula ziehen. Und die

drama group bereitet ihr neues Theaterstück

vor, mit dem sie, so berichtet man immer wieder

stolz, Neuseeland auf einem Festival in Amerika

vertreten wird. Zugegeben: In einer Disziplin

auf Nationalebene aufzusteigen ist hier nicht so

schwer, wie es sich anhört. Neuseeland hat nur

circa vier Millionen Einwohner. Trotzdem wäre

es unfair zu behaupten, die Schule strenge sich

nicht an, um die Talente ihrer Sprösslinge zu för-

dern. Denn schon das zentralisierte Schulsys-

tem, das Prüfungen unabänderlich von oben

vorgibt, provoziert förmlich Kooperation zwi-

schen den Schülern und den Lehrenden. Beide

arbeiten zusammen – nicht gegeneinander. Die

Lehrer opfern ihre Nachmittage, um Sportmann-

schaften zu betreuen und ihre Freistunden, um

unentgeltlich Nachhilfe zu erteilen.

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Teilweise entspringt diese Selbstlosigkeit dem

Naturell der Neuseeländer. Ganz dem Klischee

entsprechend sind diese nämlich größtenteils

offen, freundlich, hilfsbereit, friedlich und ver-

trauensselig. Haustüren bleiben oft Tag und

Nacht unabgeschlossen und in Supermärkten

sind Diebstahlsicherungen praktisch nicht vor-

handen. Der typische Kiwi ist liberal eingestellt,

stolz darauf, dass sein Land 1893 als erstes der

Welt das Frauenwahlrecht eingeführt hat.

Außerdem ist er stolz auf seine Natur, die er

rigoros schützt. Gesellschaftliche Probleme

sind zwar vorhanden, scheinen in ihrem Aus-

maß im Vergleich zu denen anderer Staaten je-

doch fast unbedeutend. Selbst das Verhältnis

zwischen Pakeha, den europäisch-stämmigen

Neuseeländern, und Maori, dem ursprüng-

lich von den pazifischen Inseln eingewander-

ten „Ureinwohnern“, birgt nicht annähernd so

viele Konflikte wie vergleichbare Beziehungen

in Australien oder den USA.

Auf die Frage „How are you?“ erwartet man in

Neuseeland übrigens keine ehrliche Antwort.

Das mag oberflächlich erscheinen. Doch ge-

rade an Tagen, an denen einem überhaupt nicht

danach zumute ist, hilft es, spontan mit breitem

Lächeln und einer Lüge zu antworten: „Great!“

Großartig geht es mir. Und scheint das im ers-

ten Moment auch noch heuchlerisch, wird

die Welt im nächsten schon eine ganze Ecke

freundlicher aussehen. Versprochen.

Nadine Theiler, 19, macht gerade ihr Abitur und

schmiedet insgeheim schon neue Auslandspläne.

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Ab ins Ausland – und dann?

Die Wiedereingliederung in das deutsche Bildungssystem

Bundesweit ist für die kommenden Jahre die Verkürzung der Gymnasial-

zeit von neun auf acht Jahre geplant (G8). Während Abiturienten in eini-

gen neuen Bundesländern ihre Hochschulzugangsberechtigung schon seit

mehreren Jahren nach einer zweijährigen Oberstufenzeit erwerben, ist

Hamburg das erste der alten Bundesländer, das das Abitur nach 12 Schul-

jahren einführt. Die 9. Klassen der Hamburger Gymnasien stehen vor der

Frage: „Kann ich unter den neuen Bedingungen einen Auslandsaufenthalt

planen?“ Die Oberstufe umfasst nunmehr die Jahrgänge 11 und 12, was

das traditionelle Auslandsjahr im 11. Schuljahr unmöglich macht, will man

das Schuljahr nicht wiederholen. Was also tun? Die Hamburger Schulbe-

hörde unterstützt weiterhin das Bestreben der Schüler, eine Zeit lang im

Ausland zur Schule zu gehen – dies sogar finanziell. Präzise Vorgaben feh-

len allerdings, so dass nunmehr die Gymnasien der Stadt selbst dazu über-

gegangen sind, Empfehlungen auszusprechen. Sicher können die Vor-

schläge auch Schülern anderer Bundesländer als Anregung dienen:






Einjähriger Auslandsaufenthalt während der gesamten Klasse 10 für

Schüler mit einem Notendurchschnitt von 2,0 oder besser

Für alle, die es entspannt wollen: Einjähriger Auslandsaufenthalt nach

Klasse 10 mit Wiederholung eines Schuljahres

Halbjähriger Auslandsaufenthalt in der 10/2 für Schüler mit einem No-

tendurchschnitt von mindestens 3,0 in den Hauptfächern

Für alle anderen Schüler wird der halbjährige Auslandsaufenthalt in der

10/1 empfohlen. Für diese Schüler bietet sich ein Aufenthalt in Australien

oder Neuseeland an, da hier die Schule bereits im Juli beginnt, sodass

die hiesigen Sommerferien genutzt werden können.

Für die, die Angst haben, zu viel zu verpassen: In Zusammenarbeit mit

den neuseeländischen Schulen und einigen australischen Schulbehör-

den bieten sich „maßgeschneiderte“ Aufenthalte an, die den Zeitraum

vom Beginn der deutschen Sommerferien bis zum Ende der deutschen

Herbstferien umfassen.

Es gibt jedoch auch eine wachsende Zahl von Austauschschülern, die sich

bewusst gegen die Rückkehr an die Heimatschule entscheiden und so das

Problem der Wiedereingliederung in das deutsche Schulsystem gewisser-

maßen umgehen. 32 unserer Schüler, die wir seit Anfang 2005 nach Austra-

lien oder Neuseeland geschickt haben – zumeist mit dem Ziel eines halb-

oder einjährigen Aufenthaltes – haben sich bis jetzt dazu entschieden,

anstelle des Abiturs ihren Schulabschluss im Ausland zu machen. Das ist

eine Quote von fast 15%. Begründet wird dieser Entschluss in den meisten

Fällen damit, dass die Schüler sich von den Schulen in Australien und

Neuseeland in ihren individuellen Fähigkeiten besser gefördert fühlen als

an ihren deutschen Schulen und dass sie häufig die Möglichkeit haben,

bereits in der Schule berufsspezifische Qualifikationen zu erlangen. Real-

schüler sehen dort die Möglichkeit, ohne Wiederholung eines Schuljah-

res bei Übergang auf ein Aufbaugymnasium einen höher qualifizierenden

Schulabschluss bereits nach eineinhalb Jahren (anstatt nach drei Jah-

ren) zu erlangen. Allerdings hegen die meisten Schüler die Hoffnung, dass

der in Down Under erlangte Abschluss in Deutschland anerkannt wird und

hier zum Studium berechtigt. Obwohl dies grundsätzlich so ist, existieren

noch viele Unbekannten und es gibt nach unserer Erfahrung keine Stelle in

Deutschland, die verbindliche Auskünfte gibt, zumal jedes Bundesland ei-

genen Richtlinien folgen kann.

Wer ein Studium an einer Fachhochschule anstrebt, wird kaum Probleme

haben. Unsere Absolventen sind bereits in den verschiedensten Fachrich-

tungen zum Studium zugelassen worden. Fachhochschulen suchen ihre

Bewerber meistens nach anderen Kriterien aus als Universitäten.

Hier scheinen sogar die Auslandserfahrung, die guten Englischkenntnisse

und im Ausland erlangte fachspezifische Qualifikationen Pluspunkte zu

bringen. Ein grundsätzliches Problem beim Zugang zu Universitäten ist

die Forderung, dass 12 aufsteigende Schuljahre in Folge absolviert wor-

den sein müssen, damit der Abschluss zum Hochschulzugang berechtigt.

Schüler, die mit Beginn der 10/2 einen zweijährigen Kursus bzw. mit

Beginn der 11/1 einen eineinhalbjährigen Kursus bis zum Schulabschluss

absolvieren, können allerdings insgesamt nur 11 1⁄2 Schuljahre nachwei-

sen. Wir vermuten, dass sich für G8-Schüler (Schüler mit der auf acht

Jahre verkürzten Gymnasialzeit) diese Vorschrift ändern wird. Die größte

Chance für einen unproblematischen Einstieg in Deutschland bietet das

International Baccalaureate (IB), ein in über 80 Ländern anerkannter zwei-

jähriger Schulabschluss, der weltweit denselben Richtlinien folgt.

Alle Informationen zu diesem „internationalen Abitur“ gibt es unter

High School – 11


12 – High School

www.ibo.org. Der High School Abschluss in Neuseeland, der zum Studium

berechtigt, heißt „National Certificate of Educational Achievement“ (NCEA

3) mit „University Entrance“. In Australien haben die Abschlüsse je nach

Bundesstaat unterschiedliche Bezeichnungen (SACE, HSC, VCE etc.), die

Hochschulzugangsberechtigung erwirbt man im Zusammenhang mit dem

„Tertiary Entrance Statement“. Alle basieren auf einem so genannten

Credit Point System (Punktesystem). In jedem Kursus, den ein Schüler

belegt, kann er eine vorher festgelegte Anzahl an Credits erlangen.

Die Kurse wiederum haben je nach Schwierigkeitsgrad verschiedene

Level (1 bis 3 bzw. A, B, C). Für das neuseeländische NCEA 3 beispielsweise

benötigt der Schüler mindestens 42 Credits im Level 3 in insgesamt mindes-

tens drei voneinander unabhängigen allgemein bildenden Fächern, mindestens

14 Credits in Level 1 oder höher in Mathematik, mindestens 8 Credits in

Level 2 oder höher in Englisch. Das klingt komplizierter, als es ist. Aus den

Erfahrungen unserer bisherigen High School Absolventen haben wir vieles

gelernt und können folgende Empfehlungen weiter geben:


Jeder Schüler, der auch nur ansatzweise mit dem Gedanken spielt, sei-

nen Schulabschluss in Australien oder Neuseeland zu machen, sollte

sich vorab bei der für ihn zuständigen Schulbehörde bei der Stelle für

die Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse nach den dort gelten-

den Richtlinien erkundigen. Bei der Schulbehörde muss nach der Rück-

kehr nach Deutschland die Anerkennung beantragt werden.

Die im Ausland gewählten Fächer sollten weitgehend den Richtlinien

für die Qualifikationsphase und für das Abitur entsprechen. Das beliebte

Fach „Outdoor Education“ mag als gesellschaftswissenschaftliches

Fach anerkannt werden.

In Ausnahmefällen waren Schulbehörden bereit, Schülern mit sehr gu-

ten schulischen Leistungen schriftlich zu bestätigen, dass das neusee-

ländische oder das australische Abschlusszeugnis in Deutschland nach

nur 11 1⁄2 Schuljahren zum Hochschulzugang berechtigen wird, soweit

die geforderten Leistungen in den vorher festgelegten Schulfächern im

Abschluss erbracht werden.

Als „Hintertürchen“ bleibt allen High School Absolventen mit „University

Entrance“ bzw. „Tertiary Entrance Statement“ das Studium oder zumindest

das Grundstudium in einem der Commonwealth-Staaten, in den USA oder

in den Niederlanden, wo es die deutschen Anerkennungshürden nicht gibt.

Kristine Hausch

Staatliche Schulen in New South Wales



Hausch & Partner GmbH

040-4147580

info@hauschundpartner.de

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In Sydney und New South Wales können Sie unter mehr als 300 staatlichen Schulen die Schule

wählen, die den Lernbedürfnissen und fachlichen Interessen ihres Kindes am besten entspricht.

Die staatlichen Schulen in NSW bieten:

�� Einen wohldurchdachten Studienplan auf Basis akademischer Exzellenz

�� Lernen mit Hilfe von Computer, Internet und Multimedia

�� Spezialeinrichtungen für Wissenschaft, Sprachen, Design sowie bildende und darstellende Kunst

�� Sport als Teil des Studienplans sowie besondere Sportschulen

�� Kleine Klassengrößen und Programme zur persönlichen Unterstützung der Schüler

�� Intensive Unterstützung in der englischen Sprache

�� Verfügbare Programme ab Dauer eines Semesters

�� Hochqualifizierte, universitätsgeschulte Lehrer und Lehrerinnen

�� Eine sichere, freundliche, multikulturelle Lernumgebung

�� Abiturzeugnis (Hochschulreife) – Higher School Certificate zur Immatrikulation an der Universität

NSW Department of Education and Training (Schools) CRICOS Provider Code 00588M

Zum Anmelden oder für weitere Informationen

International Students Centre

PO Box 707 Broadway NSW 2007 Australia

Email: isc@det.nsw.edu.au

www.internationalschool.edu.au


Viel Sanuk in Thailand

Schulunterricht mit Mikrofon

„Thailand, warum denn gerade Thailand?“,

das war die mir am häufigsten gestellte Frage

vor meinem Abflug. „Thailand is the land

of smiles“, das ist die Antwort, die ich den

Thais gebe, wenn sie mich fragen, warum ich

nicht die USA, Japan oder England für mein

Auslandsjahr gewählt habe. In den ersten

fünf Monaten meines Aufenthaltes in Hatyai,

einer Großstadt im Süden Thailands, habe

ich eine unglaubliche Gastfreundlichkeit

und Offenherzigkeit der Thais erlebt. Aller-

dings hatte ich am Tag meiner Ankunft

sehr gemischte Gefühle. So war für mich

mein erstes Bild von der Stadt ziemlich

enttäuschend. Da ich im Regen ankam, ließ

sich das auch schlecht verhindern, denn

Städte in Thailand sehen bei schlechtem

Wetter eher trist aus. Als ich aber in meinem

neuen Zuhause ankam, habe ich mich sofort

sehr wohl gefühlt. Ein riesiges Plakat mit

der Aufschrift „Welcome to our home. For

Jarves!” bekam ich zu Gesicht, als ich die

Einfahrt betrat. Anschließend fand für mich

eine Willkommensfeier, bei der ich mehr

als fünfzig Leute begrüßte, statt. Da meine

Gastmutter Lehrerin ist, waren die Gäste

hauptsächlich ihre Arbeitskollegen bzw.

meine neuen Lehrer. Deshalb wurden mir

gleich sehr viele neue Vokabeln beigebracht.

Zu dem Zeitpunkt kam mir die Sprache vor,

als wäre sie in einem riesigen Safe versteckt,

den ich nie geknackt kriegen würde. Nach

gut drei Monaten jedoch konnte auch ich mir

den Safe von Innen anschauen. Der genialste

Moment war, als ich mich das erste Mal so

richtig auf Thai ausdrücken konnte. Es war

nicht nur ein super schönes Erfolgsgefühl,

sondern auch ein großer Schritt, mit dem

ich in die thailändische Gesellschaft einge-

gliedert wurde. Ich rate jedem, der einmal

nach Thailand kommt, so schnell wie möglich

Thai zu lernen, denn die Thais werden dich

dafür lieben!

Meine Schule ist mit 3.500 Schülern durch-

schnittlich groß. Anfangs war ich von dem

Frontalunterricht mit Mikrofon sehr schockiert.

Als ich nach einem Monat meine eigene

Deutschklasse hatte, habe ich auch mit

Mikro gesprochen, denn es ist sehr schwer,

eine große Zahl von Schülern ohne dieses

Hilfsmittel zu unterrichten. Da die meisten

Schüler aber sehr aktiv im Unterricht sind,

kommt es am Ende immer zu einem gemein-

samen Lernen mit dem Lehrer. Meine Klasse,

die aus 60 Schülern im Alter von elf und

zwölf Jahren besteht, ist mir schon richtig

ans Herz gewachsen. Die Schüler sind mir

jedes Mal unheimlich dankbar, wenn ich sie

unterrichte, und mir macht es einfach nur

Spaß, mit Händen und Füßen irgendwelche

Tiere nachzuahmen. „Sanuk mai?”, fragt

mich meine Mutter fast täglich, wenn ich aus

der Schule komme. „Hast du Spaß gehabt?”

Sanuk, die thailändische Version von Spaß

und Lebensfreude, ist eine der wichtigsten

Dinge im Leben eines Thais, also auch von

mir. Noch wichtiger allerdings ist das Essen,

das sich für mich anfangs als ungewohnt

erwiesen hat. Noch heute vermisse ich ein

Messer, denn ich muss mich ausschließlich

mit einem Löffel zufrieden geben. Als ich am

letzten Sonntag „Boulette mit Mischgemüse”

gekocht habe, kam dieses „große Etwas” aus

Schweinefleisch meiner Gastfamilie äußerst

exotisch vor, denn in Thailand wird fast nur mit

Geflügel gekocht. Vor allem ist das Essen hier

aber scharf! Ich stelle immer mal wieder fest,

wie mir die Küche meiner Mutter in Deutschland

fehlt.

Die Religion begleitet mich von morgens bis

abends. So kommt es vor, dass ich mit meiner

Schwester vom Frühstückstisch aufspringe

und nach draußen renne, um den Mönchen

warmen Reis, Gemüse und Fleisch zu geben.

In der Schule folgt das morgendliche Gebet

High School – 13


14 – High School

und am Abend der Besuch des Tempels. Die ständige Begleitung

durch die Religion war für mich anfangs sehr ungewohnt. Mittlerweile

plane ich, selbst einmal für zwei Wochen wie ein Mönch im Tempel zu

leben. Auch nach fünf Monaten ist es für mich immer noch sehr

lustig, wenn ich meiner Schwester mit Geisterimitationen einen

Schreck einjage. Der Glaube an Buddha, Geister und an ein Leben

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nach dem Tod ist in Thailand sehr verbreitet. Der Konflikt zwischen

den Buddhisten und den Moslems im Süden Thailands ist für mich

ein ständiges Gesprächsthema und macht mich sehr nachdenklich.

Durch meine Zeit hier in Thailand bin ich jetzt schon viel welt-

offener und unternehmungslustiger geworden. Die Erfahrungen

und vielen interessanten Begegnungen, die ich gemacht habe,

möchte ich nicht missen. Dennoch fehlen mir oft meine Freunde

und meine Familie in Deutschland. Die nächsten Monate sind aber

sicher mit viel Sanuk verbunden und das lässt mich in Heimweh-

situationen nach vorn schauen. Oft denke ich in einem Moment,

dass ich in einer anderen Welt lebe. Und im anderen Moment

komme ich mir wieder vor wie zu Hause in Deutschland, denn es

gibt doch eine ganze Menge gleiche Dinge. Was ist mein Zuhause?

Sogar diese Frage habe ich mir schon gestellt. Ich bin zu dem Ent-

schluss gekommen, dass ich jetzt auch in Thailand zu Hause bin.

Jarves Drechsler, 17 Jahre, hat gerade sein Jahr als Austausch-

schüler im Süden Thailands beendet und war tatsächlich als

Mönch im Tempel.

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Eine Welt in China

Kultureller Austausch in der Schule

Hongkong. „Yiiii Ha!“, ruft Nick (19), der in seiner Hand einen großen Stab

mit einer rotierenden Papierkugel hält. „Ho!“, donnert es aus einer Gruppe

von 15 Jugendlichen, die an Stangen einen chinesischen Drachen halten.

Nick schwingt die Kugel vor dem Kopf des Drachen, der zwinkernd und

schnappend hinter ihm herjagt. Er läuft und der Drachenschwanz türmt

sich zu einer großen Menschenpyramide der Drachenträger auf. Der Dra-

chen ist verwickelt, doch nicht besiegt und schon folgt er Nick und treibt

ihn schließlich von der Bühne! Als nächste Vorstellung sehen wir einen

afrikanischen Tanz. Merkwürdig nur, dass der Großteil der Tanzenden nicht

aus Afrika, sondern aus Asien, Europa und den Amerikas kommt. Melissa

(18) ist eine der Tanzenden. Sie stammt aus Hongkong und wie Nick aus

den USA ist sie Teil eines außergewöhnlichen Schulprojektes: Die United

World Colleges (UWCs) haben sich Völkerverständigung auf die Fahnen

geschrieben. „Es ist der tägliche Versuch, andere Kulturen kennen zu ler-

nen und Vorurteile zu überwinden. Ich lerne African Dance und dafür

bringe ich den Schülern aus Übersee chinesischen Fächertanz bei“, sagt

Melissa.

Wir sind im Hongkonger United World College. Für die letzten zwei Jahre

ihrer Schulzeit leben und lernen 250 Schüler dieser weiterführenden Schule

miteinander. Die Idee der United World führt zurück zum deutschen Erleb-

nis-Pädagogen und Salem-Gründer Kurt Hahn, der mit der Gründung des

ersten UWCs 1962 in Wales ein Zeichen gegen den Kalten Krieg setzen

wollte. Sein Gedanke der Verständigung zwischen Jugendlichen aller Län-

der als Weg zum Frieden ist noch immer die Leitidee der UWCs, die mittler-

weile aus zwölf Schulen auf fünf Kontinenten bestehen. Dabei steht neben

dem interkulturellen Austausch der Schüler aus über 60 Nationalitäten ein

anspruchsvoller Schulabschluss im Zentrum. Das „International Baccalau-

reate Diploma“ ist mit dem deutschen Abitur vergleichbar und wird welt-

weit von den meisten Universitäten anerkannt. Von anderen „IB“-Schu-

len unterscheiden sich die United World Colleges in ihrer klaren Botschaft:

„UWC makes education a force to unite people, nations and cultures for

peace and a sustainable future“, heißt es nicht bloß in der Präambel.

Das bedeutet, dass Schüler sich einbringen, nicht bloß in Tänze und künst-

lerische Darstellungen, sondern vor allem auch in ehrenamtliche Arbeit.

Veranstaltungen zu internationalen Themen sollen Quan Cai (Chinesisch für

„ganzheitliche Erziehung“) möglich machen. In einer Gemeinschaft von Pa-

kistanis und Indern, Israelis und Palästinensern, Chinesen und Japanern

entsteht so durch Dialog und Unterricht eine Kraft, Konflikte friedvoll zu

lösen. Auch wenn dieser transkulturelle Dialog meist auf Englisch stattfin-

det, legt das Hongkonger UWC einen besonderen Wert auf das Vermitteln

chinesischer Werte und Kultur. Mit chinesischem Fleiß lernen viele Schüler

aus Übersee Mandarin, andere belegen Chinese Studies, ein Schulfach

das alleine in dieser Schule angeboten wird. Fahrten nach China und regel-

mäßige Diskussionsveranstaltungen zu länderspezifischen Themen bieten

darüber hinaus eine ganz besondere Möglichkeit, China kennen zu lernen.

Ich selbst hatte zwei Jahre das Vergnügen, diese Schule besuchen zu

können, mehr über China zu lernen, sowie an der Kultur und den Gedan-

ken von Jugendlichen aus aller Welt teilhaben zu können. Sinn dieses Arti-

kels ist deshalb für mich, dieses Schulprojekt vorzustellen, in der Hoffnung,

dass du, wenn du Schüler/in der zehnten oder elften Klasse eines deut-

schen Gymnasiums bist, selbst vielleicht interessiert sein könntest, dich für

die Aufnahme in ein United World College zu bewerben. Auf dass auch du

eventuell eines Tages stolz die Drachenkugel trägst!

Dirk Heine, 20, besuchte von 2004-06 das Li Po Chun United World College

of Hong Kong. Anmerkung der Redaktion: An den United World Colleges

werden ausschließlich Schüler und Schülerinnen akzeptiert, die nicht nur

herausragende schulische Leistungen vorweisen können, sondern auch

ehrenamtlich, künstlerisch oder sportlich aktiv sind.

Deutsche Stiftung United World Colleges

Darmstädter Landstr. 110

60598 Frankfurt / Main

069-63307563

stiftung@uwc.de

www.uwc.de

High School – 15


16 – High School

Den Atlantik vor der Haustür

Cheering in den USA

„Schüleraustausch“ – das hört sich gut an,

aber was ist das eigentlich? Jedenfalls hat

dieses Wort meine Neugier auf einen Aus-

landsaufenthalt geweckt. Mehr spontan als

geplant entschloss ich mich kurzerhand,

eigene Erfahrungen zu machen. Bereits vier

Wochen nachdem ich die erste Broschüre

zu diesem Thema gesehen hatte, bewarb ich

mich für ein USA-Programm.

Genau wie meine Bewerbung verlief auch

der größte Teil meines fünfmonatigen Auf-

enthaltes in den USA: sehr spontan. Zunächst

musste ich allerdings warten, bis ich im März

endlich die erlösende Nachricht erhielt, dass

eine Gastfamilie für mich gefunden war. Und

mit diesem Tag trat das ein, was ich gar nicht

zu hoffen gewagt hatte: Ich würde in Manahawkin,

New Jersey, direkt am Atlantik wohnen! Der

Kontakt zu meiner Gastfamilie war schnell

geknüpft: zuerst per E-Mail, später dann

wöchentlich per Telefon. So verging die Zeit bis

zum Abflug sehr schnell. Schon während der

ersten Orientierungstage in New York wurde

es für mich spannend. Dort lernte ich auch

meine Betreuerin Shirley kennen. Später hat

sie für uns Austauschschüler tolle Ausflüge

nach New York City, Atlantic City und in Ver-

gnügungsparks organisiert. Im Anschluss an

die Orientierung flogen alle Teilnehmer zu ihren

Gasteltern. Alle? Nein, ein paar Glückliche,

darunter auch ich, wurden persönlich von

ihren Gasteltern abgeholt!

Eigentlich hatte ich noch anderthalb Wochen

Ferien. Da ich jedoch in den Cheerleadersquad

meiner High School aufgenommen worden war,

hieß es fast jeden Tag um sechs Uhr aufste-

hen, weil das Training früh morgens begann.

Der Cheerleadersquad war das Beste, was mir

passieren konnte. Nicht nur, weil es schon

immer mein Traum gewesen war, in einem

amerikanischen Squad zu „cheeren“, sondern

vor allem auch, weil ich durch die Trainingseinla-

gen viele Bekanntschaften schließen konnte,

noch bevor die Schule überhaupt anfing. Den

restlichen Teil meiner Ferien verbrachte ich

damit, am Strand zu liegen. Als die Schulzeit

begann, stand Cheerleading weiterhin hoch im

Kurs. Vormittags belegte ich Kurse wie Clothing

Studio, Algebra, U.S. History, French Honors,

English Advanced, Physical Education und

Fashion Merchandising. Nach dem regulären

Schulschluss gegen 14 Uhr hatte ich täglich

Training von 15 bis 16:45 Uhr. Ich kann nur

jedem Austauschschüler raten, sich irgend-

einem Sportteam anzuschließen. Auf diese

Weise habt ihr eindeutig größere Chancen,

ganz schnell Freunde zu finden.

Zur Schule kann ich nur so viel sagen:

Meiner Meinung nach ist die Southern Regional

die beste High School in ganz Amerika! Das

Schulsystem in Amerika machte es mir mög-

lich, teilweise sehr unkonventionelle Fächer zu

belegen, d.h. neben den „normalen“ Fächern

Französisch, Englisch und Mathe lernte ich

das Nähen und gewann einen Einblick in die

Modewelt. Darüber hinaus durfte ich einen

außergewöhnlich engagierten Geschichts-

lehrer erleben und erlernte jede erdenkliche

Ballsportart. Meine Schule war der absolute

Traum! Wie viele andere Austauschschüler

wurde ich als Junior (11. Klasse) eingestuft.

Meine Graduation hätte ich, da ich nur ein

Halbjahr blieb, sowieso nicht miterleben

können. In „meine“ Class wurde ich sehr gut

integriert und viele behandelten mich wie eine

echte amerikanische Schülerin, was ich

besonders schön fand. Ich lernte tolle Freunde

kennen, die mir in den USA viel halfen und teil-

weise noch heute mit mir in Kontakt stehen.

Ich hatte das große Glück, dass mich meine

Gastfamilie unterstützte, wo es nur ging.

Das fing schon an mit der Aufnahme in den

Cheerleadersquad. Auch unternahm sie sehr

viel zusammen mit mir: Wir besichtigten Bal-

timore, und ich war häufig bei den Trips ins

ländliche Maryland dabei, wo mein Gastvater

arbeitete. Der Höhepunkt war ein einwöchiger

Trip nach Disney World in Florida. Und so ver-

ging die Zeit wie im Flug: Das Cheerleading in

der Footballsaison neigte sich langsam dem

Ende zu und wir durften nun wieder im War-

men „cheeren“, diesmal für Basketball und


Wrestling. Bald stand auch schon Weihnachten vor der Tür. Die Ad-

ventszeit ging leider etwas unter, da meine Gasteltern anderes im Sinn

hatten. Sie planten seit langer Zeit, nach Pennsylvania umzuziehen,

damit mein Gastvater nicht weiterhin nur am Wochenende zu Hause

sein würde. Und tatsächlich verkauften sie das Haus in Manahawkin im

Dezember. Jetzt hieß es also: Wir ziehen um!

Damit ich die Schule nicht wechseln musste, wurde zunächst nach

einer Wohnung in der Umgebung gesucht. So kam es zum Höhepunkt

meines Aufenthaltes: ein Umzug nach Long Beach Island, in das kleine

Städtchen Beach Haven. Dort konnte ich beim ersten Blick am Mor-

gen aus dem Fenster den Atlantik sehen. An manchen Tagen kam man

nachmittags an der Bushaltestation sogar direkt damit in Berührung.

Denn sobald der Wasserspiegel nur ein wenig stieg, kam es zu sint-

flutartigen Verhältnissen. Die ganze Insel, die nur circa 250m breit und

zehn Kilometer lang ist, war häufig von Überschwemmungen betrof-

fen. So kam es nicht nur einmal vor, dass ich durch wadentiefes Atlan-

tikwasser waten musste. Allerdings entschädigte mich der Atlantik in

friedlichem Zustand für alles. Umso schwerer fiel es mir, mich von all

dem zu verabschieden. Denn der Tag meiner Abreise rückte immer nä-

her. Umgekehrt erging es so auch meinen neu gewonnenen Freunden.

Mein Cheerleadersquad veranstaltete sogar eine Überraschungsab-

schiedsparty für mich! Nachdem ich mich von Shirley, der besten

Betreuerin, die man sich vorstellen kann, und den anderen Austausch-

schülern bei einer Farewell Party verabschiedet und „meiner“ Insel auf

Wiedersehen gesagt hatte, hieß es für mich am Flughafen von Newark:

Back to Germany!

High School – 17

Meine Entscheidung, nur für ein halbes Jahr in die USA gegangen zu

sein, zahlte sich insofern aus, als dass ich ohne Probleme wieder in den

Schulstoff hineinkam und – kaum zurück – wieder im Karneval auftreten

konnte. Allerdings musste ich erst wieder mit der Tatsache klarkommen,

keinen Locker (Schließfach) und kein Cheerleading mehr zu haben.

Zusätzlich war es eine Umstellung, nicht länger auf eine gemischte

Schule zu gehen, denn in Deutschland besuche ich eine Mädchen-

schule. Alles in allem kann ich sagen, dass ich die Erfahrung auf keinen

Fall missen möchte. Nicht nur in schulischen Bereichen habe ich mich

verbessert, der weitaus größere Zugewinn durch meinen Auslandsauf-

enthalt ist eine Veränderung meiner Persönlichkeit. Wer für längere Zeit

im Ausland war, kann dies gut nachempfinden. So manche Einstellung im

Leben ändert sich. Ich kann jedem nur empfehlen, sich auf dieses Aben-

teuer einzulassen. Es lohnt sich auf alle Fälle!

Victoria Markewitz, 18, stammt aus Bendorf in Rheinland-Pfalz. Sie

besucht die Oberstufe und wird im Frühjahr 2008 ihr Abitur machen.

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18 – Sprachkurse

It is always worth it!

Sprachreise nach Südengland

Leider hatte sich mein Plan an einem Schüleraustausch meiner

Schule teilzunehmen, nicht in die Tat umsetzen lassen. Somit ent-

schied ich mich für eine organisierte Sprachreise. Mein Traumziel

war schnell gefunden: England. Zwei Wochen würde ich in Exmouth

im Süden des Landes verbringen. Nach 28 Stunden Zug, Bus und

Fähre war ich dann endlich am Ziel, das für zwei Wochen mein Zu-

hause sein sollte. Schon im Bus lernte ich ein anderes Mädchen

kennen, das mit mir zusammen bei einer Gastfamilie wohnen würde.

Wir beide wurden auch sofort nach unserer Ankunft von Tracy und

Kevin mit ihren beiden Kindern Gemma und Sophie, acht und sechs

Jahre alt, abgeholt. Alle bemühten sich, deutlich zu sprechen. Trotz

der Bedenken, die ich am Anfang bezüglich der Sprachschwierigkei-

ten hatte, verlief alles sehr gut, weil sich jeder Mühe gab, sich ver-

ständlich zu machen. Zu Hause angekommen wurden wir erstmal

vom Hund Buffy begrüßt. Bei der Führung durchs Haus folgte er uns

auf Schritt und Tritt. Tracy hatte uns schon Sandwiches gemacht,

und wir saßen in der Küche und unterhielten uns über die Regeln,

die ihrer Familie wichtig waren, sowie über den Speiseplan und die

Bustickets für die nächsten zwei Wochen.

Der Tagesablauf sollte für uns immer gleich aussehen: morgens auf-

stehen, den Kindern ein paar Wörter Deutsch beibringen, frühstü-

cken, zur Bushaltestelle rennen (da man mal wieder zu spät war),

anschließend von 9-12 Uhr Unterricht in der Sprachschule, Mittag-

essen in der Stadt, Ausflüge in der näheren Umgebung, Treffen mit

Freunden und schließlich wieder mit dem Bus zurück „nach Hause“,

wo die Familie schon mit dem Essen wartete. Bezüglich des Essens

muss ich sagen, dass es gar nicht so schlecht ist, wie immer be-

hauptet wird. Meine Familie fragte uns, ob wir mit diesem oder je-

nem Essen einverstanden wären und wenn es uns nicht schmeckte,

mussten wir es nicht essen. Im Gegenteil: Die Gastmutter kochte

uns dann einfach zusätzlich etwas anderes. Auch das Frühstück be-

stand nicht aus Würsten mit Speck und Ei. Wir bekamen, was wir

wollten. Wie mir meine Freunde aus der Sprachschule erzählten,

ging es ihnen ähnlich.

Ebenso problemlos lief es in der Schule ab. Wir wurden nach einem

kleinen Eignungstest, um den mehr Zirkus gemacht wurde, als ei-

gentlich nötig war, in zwei Gruppen eingeteilt. Ich muss sagen, dass

ich in den zwei Wochen wirklich intensiv Englisch gesprochen und

auch geschrieben habe. Und dazu hat der Sprachkurs eine Menge

beigetragen. Wir lernten allerlei lustige, aber auch nützliche Dinge,

wie zum Beispiel Redewendungen, verschiedene Lieder und Gram-

matik. Da unser Lehrer, ein Native Speaker, zwei Semester lang Ger-

manistik studiert hatte und schon für längere Zeit in Deutschland

gewesen war, konnten auch wir ihm einige Dinge beibringen. Ge-


meinsame Ausflüge führten uns zu den verschiedensten Orten.

Einmal besuchten wir einen Irish Pub, der eigentlich nur für Erwach-

sene war. Wir erkundeten den Strand mit seinen hohen Klippen,

sahen uns die Stadt Exeter mit ihren vielen Einkaufsmöglichkeiten

an oder spielten in einer Spielhalle Pool. Man sieht, dass sich die

Reiseleitung viele Gedanken zu den individuellen Wünschen der

einzelnen Teilnehmer gemacht hatte und diese auch umsetzen

konnte.

Durch die vielen Ausflüge, die wir nach dem Unterricht unternah-

men, kam man schnell mit den anderen deutschen Schülern in

Kontakt, was zu viel Spaß und auch Freundschaften führte.

Insbesondere der Ausflug nach London brachte uns einander näher,

da sich etwa fünf von uns im Straßengewirr Londons verirrten und

erst nach endlosen Telefonaten den richtigen Weg wiederfanden.

Aber nicht nur unter den Deutschen konnten Freundschaften ge-

knüpft werden. So kam ich prima mit meiner Gastfamilie und vor

allem mit den beiden Kindern klar. Sie luden mich abends in ihr Zim-

mer ein und zeigten mir ihre geheimsten Verstecke. Ich konnte kaum

glauben, dass sie so schnell Vertrauen zu mir aufbauen konnten und

das in weniger als zwei Wochen. Während der morgendlichen

Busfahrt konnten weitere, wenn auch nur flüchtige Kontakte zu

einheimischen Jugendlichen meines Alters geknüpft werden, da

diese jeden Morgen mit dem gleichen Bus fuhren und man sich

somit immer sah. Ich muss sagen, dass die Briten sehr aufgeschlos-

sen und offen für Neues sind. Man kann sich super mit ihnen

unterhalten. Selbst wenn das Englisch nicht ganz perfekt ist,

helfen sie einem und versuchen deutlich zu sprechen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der gesamte Sprach-

kurs super verlief, dass es keine Schwierigkeiten gab und dass ich

England gerne wieder besuche. Auch wenn der Aufenthalt in

Exmouth nur zwei Wochen gedauert hat, bin ich fest davon über-

zeugt, dass selbst eine so kurze Zeit in jedem Fall etwas bringt.

Nicht nur meine Aussprache und meinen Wortschatz habe ich

verbessert und erweitert. Nein, ich habe auch mein Selbstbewusst-

sein gestärkt, neue Leute kennen gelernt, neue Freundschaften

geschlossen und eine sichere Anlaufstelle gefunden, zu der ich

jederzeit gehen kann, wenn ich in England bin. Deshalb rate ich

jedem, der die Möglichkeit hat, so etwas zu tun: Geh auf jeden Fall,

auch wenn es nur wenige Wochen sind, denn: It is always worth it!

Catharina Meyer besucht die 11. Klasse des Gymnasiums in Singen.

Für die Zeit nach ihrem Abitur plant sie eine sechsmonatige Welt-

reise und hofft, dass sie danach an einem Au Pair Programm in

England teilnehmen kann.

103-02-07_Anzeige-ItchyFeet-RZ 15.02.2007 12:17 Uhr Seite 1

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Sprachentests als Chance

Einige Fragen

Sorgfältig wurde der Auslandsaufenthalt ge-

plant, ein Kribbeln stellt sich kurz vor dem Tag X

im Bauch ein. Und plötzlich taucht die Frage auf:

„Wird alles so, wie ich mir das vorgestellt habe?“

So geht es vielen, die sich den Traum erfüllen, das

bekannte Terrain zu verlassen, um einige Zeit in

einer fremden Umgebung zu verbringen, die Spra-

che zu lernen, ein Praktikum zu machen oder ein-

fach nur aus Freude am Unbekannten, Neuen.

Die eigenen Soft-Skills verbessern

Auslandserfahrungen machen Spaß und je nach

Zielland werden die Sprachkenntnisse verbessert.

Gerade für den späteren Beruf gewinnt man so

genannte Soft-Skills, die durch zunehmende inter-

nationale Wirtschaftsbeziehungen immer mehr

vorausgesetzt werden. So fördert der Aufenthalt

die Eigeninitiative und die interkulturelle Kompe-

tenz, das heißt die Fähigkeit, sich auf die andere

Kultur im Miteinander einzustellen. Man gewinnt

an Mobilität, denn beruflich ist man nicht mehr an

einen festen Ort gebunden. Auch der eigenen Fle-

xibilität kommt die Erfahrung zugute, wenn man

sich auf unterschiedliche Situationen und Anfor-

derungen einstellen kann.

Englisch ist die Arbeitssprache

Für eine Karriere im Ausland, besonders im wirt-

schaftlichen Bereich, ist Englisch die Arbeits-

sprache. Bei der Bewerbung auf eine Stelle

mit internationalem Bezug ist es von Vorteil,

wenn die englischen Sprachfähigkeiten durch

ein Sprachenzertifikat belegt werden. Viele

Unternehmen setzen einen Sprachnachweis

bei Einstellungen von Bewerbern voraus.

Denn nur so können sie entscheiden, ob der

Bewerber auch sprachlich für den Job geeignet

ist. Darüber hinaus können sie ihn besser im

Unternehmen integrieren und beurteilen, ob

ergänzend Sprachschulungen notwendig sind.

Aber auch persönlich profitieren die Bewerber

durch ein Zertifikat. So werden sie gleich zu

Beginn mit einer Aufgabe betraut, die sie weder

über- noch unterfordert und die den eigenen

Qualifikationen entspricht.

Was muss beachtet werden?

Die Kosten für einen Sprachentest variieren je

nach Anbieter. Daher sollte man sich vor der Ent-

scheidung für eine Prüfung über folgende Punkte

informieren:








Von wem wurde der Test entwickelt? Erfüllt er

alle Kriterien, die an einen guten Test gestellt

werden (Validität, Objektivität, Fairness)?

Wird der Test in dem Zielland anerkannt? Be-

komme ich ein Zertifikat, das international gül-

tig ist?

Wie werden die Sprachfähigkeiten gemessen?

Welches Testverfahren wird verwendet?

Wie setzt sich das Ergebnis auf dem Zertifikat

zusammen (beispielsweise schriftliches Ver-

ständnis, Hörverständnis)?

Welche Sprachfähigkeiten werden gemessen?

Allgemeinsprache oder berufsbezogene Sprache?

Aus welchen Themenbereichen kommen die

Testfragen? Gilt er für alle Berufe oder nur für

bestimmte Kommunikationssituationen?

Gibt es Vorbereitungskurse oder Unterlagen für

den Test?

Nicht selten ist das Resümee eines Auslandsauf-

enthaltes: „Das war die schönste Zeit und Erfah-

rung, die ich in meinem Leben gemacht habe.“

Und in vielen Fällen ist die Erinnerung an den Auf-

enthalt der Anstoß, die berufliche Karriere dort zu

beginnen oder weiterzuführen.

Holger Creutzburg

Associate Director, Marketing & Communication

ETS Europe / TOEFL und TOEIC

030-24046793

contact-de@etseurope.org

www.etseurope.org


Sprachkurse – 21

Sprachtest unumgänglich?

Vorbereitung auf einen Studienaufenthalt im englischsprachigen Ausland

Es gibt viele gute Gründe für einen Studienaufenthalt in Großbritannien,

den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Neuseeland oder auch

in anderen Ländern der großen weiten Welt, an deren Hochschulen

auf Englisch gelehrt wird. Während des Studiums bietet sich oft die

Möglichkeit, ein oder zwei Semester im englischsprachigen Ausland

zu studieren, um ein fremdes Studiensystem kennen zu lernen, inter-

nationale Kontakte zu knüpfen und zu reisen. Und dann ist da ja noch

die Auffrischung, Verbesserung oder Perfektionierung der Sprachkennt-

nisse... Das Schulenglisch ist meist eingerostet, und nur vereinzelt ist

man an der deutschen Heimathochschule bisher über englischsprachige

Texte gestolpert oder auf Gastdozenten angloamerikanischer Univer-

sitäten gestoßen – es sei denn, man studiert ausgerechnet Englisch. Um

später im Arbeitsalltag eine Chance zu haben und um sich als Global

Player beweisen zu können, muss – so hat man gehört – der Lebenslauf

die ein oder andere Fremdsprachenkenntnis aufweisen. Let’s get started:

Let’s apply at a University or College where courses are taught and

lectures are held in English!

An diesem Punkt angekommen, sind viele deutsche Studierende zu-

nächst überrascht, dass sie als Zulassungsvoraussetzung einen

Englischsprachtest vorweisen müssen. Die Sprachkenntnisse können

und sollen natürlich vor Ort ausgebaut werden, eine gewisse Grund-

lage muss allerdings vorhanden sein. Leider reichen die in der Schule

erworbenen Kenntnisse oftmals nicht aus, und viele Studierende

müssen in Kauf nehmen, die Sprachtests nicht beim ersten Anlauf

mit der notwendigen Punktzahl zu bestehen. Eine frühzeitige Planung

des Tests und eine intensive Vorbereitung sind deshalb meist unum-

gänglich. Auch aus organisatorischen Gründen ist es wichtig, sich

frühzeitig über die bestehenden Möglichkeiten zu informieren. Die

Anmeldung zum Sprachtest sollte man zwei bis drei Monate vor dem

gewünschten Testtermin in Angriff nehmen, da die Testzentren der

großen Anbieter oft langfristig ausgebucht sind. Zudem dauert die

Auswertung einiger Tests mehrere Wochen, und das manchmal

nicht vermeidbare Versenden der Ergebnisse an die ausländische

Hochschule auf dem Postweg nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch.

Vor allem aber sollte man sich zunächst erkundigen, welcher Test

verlangt bzw. von der Gasthochschule akzeptiert wird und welche

Punktzahl erforderlich ist. Der TOEFL-Test, der IELTS-Test sowie die

Sprachzertifikate Certificate in Advanced English und Certificate of

Proficiency in English von Cambridge sind sicherlich die geläufigsten

Sprachtests, die von englischsprachigen Hochschulen als Nachweis

anerkannt werden. Die genauen Sprachanforderungen sind in der Regel


22 – Sprachkurse

den Institutionen und Organisationen bekannt, mit deren Hilfe man seinen

Auslandsaufenthalt plant.

TOEFL

Der Test of English as a Foreign Language, kurz TOEFL, basiert auf

dem amerikanischen Englisch und ist in die vier Bereiche Listening,

Reading, Speaking und Writing unterteilt. Mittlerweile existiert nur noch

die Internet-based Form des Tests (TOEFL iBT), den man in einem Test-

zentrum des Educational Testing Service (ETS) absolviert. Insgesamt

können 120 Punkte erzielt werden; jeweils 30 pro Teilbereich. Der TOEFL

kostet derzeit 155 US$ und das Ergebnis ist nur zwei Jahre lang gültig.

Der Sprachtest kann in verschiedenen deutschen Städten abgelegt

werden. Sollten die Wunschtermine in Deutschland schon ausgebucht

sein, kann man sich auch für ein Testzentrum in einem Nachbarland (z.B.

den Niederlanden) anmelden. Auf das Zertifikat wartet man mindestens

drei bis vier Wochen, leider oft länger. Zwar ist das Ergebnis schon bald

online einsehbar, die ausländischen Hochschulen verlangen jedoch

oft einen Official Score Report, der direkt von ETS an die Universität

geschickt werden muss. Dieses Exemplar bestellt man bei ETS und

benötigt hierfür den Institution Code der Gasthochschule.

(-> www.toefl.org)

IELTS

Dem IELTS-Test (International English Language Testing System) liegen

das britische Vokabular und die britische Grammatik zugrunde. Bei

der Anmeldung wählt man zwischen dem Academic und dem General

Training Module; es ist wichtig, sich hierbei für das Academic Module

zu entscheiden, da nur dieses Modul von den englischsprachigen Hoch-

schulen akzeptiert wird. Wie der TOEFL-Test, besteht auch der IELTS-Test

aus vier Teilbereichen: Hörverstehen (40 Minuten), Leseverstehen (eine

Stunde), mündlicher Ausdruck (15 Minuten) und Schreiben (eine Stunde).

Pro Bereich können höchstens 9.0 Punkte erlangt werden. Die maximale

Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Durchschnittsnote der vier Ab-

schnitte. Der IELTS-Test hat eine Gültigkeitsdauer von zwei Jahren. In

Deutschland kostet der Sprachtest derzeit 170,- € und wird vom British

Council und den Carl Duisberg Centren verwaltet. In Berlin, Bremen,

Hamburg und Leipzig wird der IELTS vom British Council angeboten. Für

die Städte Köln, Dortmund, Hannover, Mannheim, München, Radolfzell

und Freiburg ist das Carl Duisberg Centrum in Köln zuständig. Auf das

Ergebnis wartet man circa zwei bis drei Wochen. Wie beim TOEFL-Test

kann man sein Resultat direkt an die ausländische Hochschule schicken

lassen. Manchen Studierenden liegt der IELTS-Test besser als der

TOEFL und umgekehrt. Falls die Gasthochschule beide Sprachprüfungen

akzeptiert, sollte man genau überlegen, ob man mit dem britischen oder


dem amerikanischen Englisch besser vertraut ist,

bevor man sich für einen der beiden entscheidet.

(-> www.ielts.org)

Certificate in Advanced English und Certificate of

Proficiency in English

Die Tests zur Erlangung des Certificate in Advanced

English (CAE) und des Certificate of Proficiency in

English (CPE) gehören zu den English for Speakers of

Other Languages (ESOL) Examinations der University

of Cambridge. Sie decken fünf Bereiche ab: Lesever-

ständnis, schriftlicher Ausdruck, Strukturen und Wort-

schatz, Hörverständnis sowie freies Sprechen. Das

Ergebnis jedes Teils macht 20% der Gesamtnote aus.

Bestanden hat man, wenn man das Ergebnis A, B oder

C erzielt. Mit der Note D oder E ist man durchgefallen.

Beide auf dem britischen Englisch basierenden

Tests dauern rund sechs Stunden. Das überprüfte

Sprachniveau des Certificate of Proficiency ist etwas

höher als das des Certificate in Advanced English.

Anders als das IELTS- und das TOEFL-Ergebnis verlieren

die Zertifikate CAE und CPE ihre Gültigkeit nie. Die

beiden Sprachprüfungen können deutschlandweit an

einer Vielzahl von Testzentren abgelegt werden, wobei

die Kosten für die Prüfungen von Zentrum zu Zentrum

variieren. Die Tests finden weltweit an den gleichen

Terminen statt, sodass es sinnvoll ist, sich rechtzeitig

über diese Daten zu informieren. Das Ergebnis wird

einem nach ungefähr sechs Wochen zugestellt.

Vorbereitungsmaterialien sind zum Beispiel im

Buchhandel oder im Internet erhältlich. Oft verfügen

übrigens die deutschen Universitätsbibliotheken über

Übungsmaterial aller großen Sprachtestanbieter.

(-> www.cambridge-exams.de)

DAAD-Test

Eine gute Alternative zu den bisher beschriebenen

Sprachexamen bietet das so genannte DAAD-

Sprachzeugnis, entwickelt vom Deutschen Akade-

mischen Austausch Dienst. Es gibt eine Reihe von

englischsprachigen Hochschulen, z.B. in Australien

und Neuseeland, die den DAAD-Sprachtest als Sprach-

nachweis anerkennen. Der Test kann in der Regel

kostenlos an der deutschen Heimathochschule absol-

viert werden. Das Formular erhält man beim Akade-

mischen Auslandsamt oder International Office

und die Prüfung selbst wird meist am Englischen

Seminar oder am Sprachenzentrum abgelegt.

Der etwa einstündige Sprachtest ist in die vier

Teilbereiche Verstehen, Sprechen, Schreiben und

Leseverstehen eingeteilt. Die Benotungsskala reicht

von A bis F. Von der Gastuniversität werden meist die

Noten A und B gefordert. In Bezug auf den DAAD-

Test bleibt zu beachten, dass dieser nicht für alle

Hochschulen oder Programme ausreichend ist, und

dass dieses Sprachzeugnis meist nur in Kombination

mit bestimmten Englischnoten aus der Schulzeit

gilt, die man über das Abiturzeugnis nachweisen

kann. Von vielen Studierenden wird der DAAD-

Test als kostengünstige und gut zu bestehende

Sprachtestvariante geschätzt. Termine können oft

kurzfristig mit den Dozenten vereinbart werden.

Neben den beschriebenen Sprachprüfungen gibt

es natürlich weitere Möglichkeiten, seine Englisch-

kenntnisse nachzuweisen. So brauchen Deutsche,

deren Muttersprache Englisch ist, keinen Test

abzulegen. In der Regel entfällt ein Test ebenfalls,

wenn man sein Erststudium im englischsprachigen

Ausland absolviert hat. Finden die Lehrveranstal-

tungen des deutschen Studiums zu 100% auf

Englisch statt, können die Studenten meist eine

offizielle Sprachprüfung umgehen. Auch über

Absprachen zwischen der Heimathochschule und

einer Partneruniversität sowie über fachspezifische

Sonderreglungen sollte man sich informieren.

Annike Hüske

weltweiser ® – der unabhängige

Bildungsberatungsdienst

02306-978113

info@weltweiser.de

www.weltweiser.de

Sprachkurse – 23


24 – Sprachkurse

Volunteering

Vital to Meaningful Language Learning

When language lessons taught in a classroom are connected to real-

world situations, students learn more in a shorter time, with less

effort. That is why both service-learning and community service are

ideal opportunities for students to develop stronger language skills.

Both of them offer situations that encourage and provide students

with opportunities to become active participants in their communities.

Service-learning provides students with “learning” opportunities

while they perform a “service” for their community. These activities

generally require a regular commitment of one to four hours per week

for a semester or even a year. They offer many ways for students

to serve. Every week, students might go to an elementary school, a

tutoring center, a Habitat for Humanity building site, or a retirement

community. They may share information about culture and language

with children, tutor in math or computer literacy, help build homes

for the poor, or assist seniors with their grocery shopping. These are

all incredibly empowering experiences which create a meaningful

context for the students’ language learning and at the same time,

foster their personal growth by developing confidence and creating

feelings of great accomplishment.

Community service provides volunteering opportunities to students

who cannot make long-term commitments. These activities are often

annual events that require as little as a few hours or only last as long

as a week. Students might help with festivals, city beautification

projects, or charitable fundraising activities that depend on volunteers

for their success. They may take tickets at a music or film festival,

beautify park facilities, set up local holiday displays, or help at a fund-

raising marathon. Though short-term, these service activities also

build confidence and reward them with a feeling of accomplishment.

In both service-learning and community service students go out into their

communities and use what they learn in class to help people, and bring

what they learn in their community back to the classroom. As a result,

their language learning tasks are no longer sterile, isolated or tedious,

but real responses to issues of personal relevance.

This is the type of meaningful learning that leads to greater language

development!

Cass Piotrowski

Studies in American Language

San José State University

San José, California, USA

001-408-924-2660

sal@salmail.sjsu.edu

www.sal.sjsu.edu


Spanische Sprachzertifikate

DELE - Diplomas de Español como Lengua Extranjera

Freiwilliges Engagement während der Schullaufbahn und der Studien-

zeit wird in der Arbeitswelt immer mehr zu einem nicht zu unter-

schätzenden Auswahlkriterium bei Bewerbungen. Dazu gehört

mit Sicherheit auch das Erlernen einer Fremdsprache. Eine gute

Möglichkeit, sich seine Spanischkenntnisse zertifizieren zu lassen,

bieten die Diplomas de Español como Lengua Extranjera, kurz DELE.

Da die DELE-Zertifikate vom spanischen Ministerium für Erziehung

und Wissenschaft vergeben werden, kann man sich einer weltweiten

Anerkennung sicher sein. Plant man z.B. ein Studium an einer spa-

nischen oder lateinamerikanischen Hochschule, erleichtern einem

die DELE-Diplome in vielen Fällen den Zugang zur gewünschten Bil-

dungseinrichtung. Darüber hinaus stellen sie sich auch bei der

Vergabe von Stipendien und Praktikumsplätzen als hilfreich heraus.

Die DELE-Zertifikate bescheinigen auf drei Niveaustufen Kenntnisse

in den Teilfertigkeiten Lesen, Hörverstehen, Schreiben und Sprechen

sowie im Bereich Grammatik und Wortschatz. Die drei Zertifikatsstufen

orientieren sich am „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für

das Lehren und Lernen von Sprachen“ (GER).



Das Diploma de Español - Nivel Inicial

Gilt als Nachweis über Grundkenntnisse der spanischen Sprache,

die zur mündlichen und schriftlichen Verständigung notwendig

sind und es erlauben, einfach strukturierte Gespräche zu führen.

Es entspricht der Kompetenzstufe B1 des GER, der insgesamt

zwischen sechs solcher Stufen unterscheidet. Das DELE - Nivel

Inicial para Escolares richtet sich speziell an Jugendliche und ist

auch thematisch auf diese Zielgruppe abgestimmt. Es empfiehlt

sich insbesondere für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangs-

stufe 11 (Spanisch ab Klasse 9) und der Jahrgangsstufe 13

(Spanisch ab Klasse 11).

Das Diploma de Español - Nivel Intermedio

Gilt als Nachweis über gute allgemeine Kenntnisse der spanischen

Sprache, die in üblichen Alltagssituationen benötigt werden und

entspricht der Kompetenzstufe B2 des GER. Es richtet sich somit

u.a. an Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Leistungskurses

Spanisch in der Jahrgangsstufe 12 sowie an die Kursteilnehmer

eines aus Klasse 9 fortgeführten Grundkurses Spanisch in der

Stufe 12 bei guten bis sehr guten Leistungen.


Sprachkurse – 25


26 – Sprachkurse

• Das Diploma de Español - Nivel Superior

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für

Gilt als Nachweis über fundierte Kenntnisse, die

eine Verständigung auf einem gehobenen Niveau

ermöglichen und ist in die Kompetenzstufe C2 des

GER einzuordnen. Die Bewerberinnen und Bewer-

ber für das DELE - Nivel Superior müssen bei der

Anmeldung das 16. Lebensjahr vollendet haben.

In Zusammenarbeit mit dem Instituto Cervantes wer-

den die Prüfungen für die Diplome von der Universi-

dad de Salamanca erstellt und ausgewertet. Je nach

Zertifikatsstufe muss man mindestens drei bis vier

Stunden Zeit für die verschiedenen Übungen der

Prüfungen einplanen. Wenn die Teilnehmer in allen

Bereichen (Lesen, Hörverstehen, Schreiben und Spre-

chen, Grammatik und Wortschatz) jeweils 70% der

Höchstpunktzahl erzielt haben, gilt die Prüfung als

bestanden. Es ist nicht möglich, Teilprüfungen nur in

einzelnen Bereichen abzulegen.

Die DELE-Prüfungen können in Spanien und weiteren

90 Ländern zweimal jährlich jeweils im Mai und No-

vember abgelegt werden. Es finden jedoch nicht an

allen Orten jeweils alle drei Prüfungen statt. Die Prüfungs-

gebühren variieren je nach Zertifikat zwischen 95,- und

150,- €. Die schriftlichen und mündlichen Prüfungen für

das Jahr 2007 finden in mehreren deutschen Städten

am 11. Mai oder am 16. November statt. Je nach Anzahl

der Bewerber kann es erforderlich sein, mündliche Einzel-

prüfungen am Folgetag fortzusetzen. Weitere Informationen

über die Zertifikate, Prüfungen und Prüfungsorte gibt es

unter www.cervantes.de.

Sprachen

Eine gemeinsame Basis für das Lernen von Fremd-

sprachen in Europa ist der „Gemeinsame Europä-

ische Referenzrahmen für Sprachen“, kurz GER.

Vom Europarat erarbeitet, hat der GER das Ziel, die

Mehrsprachigkeit in Europa zu fördern. Damit soll

die Kommunikation und Interaktion zwischen Euro-

päern unterschiedlicher Muttersprache verbessert

werden, um dadurch die Mobilität in Europa zu unter-

stützen. Der GER ist eine international anerkannte

„Maßeinheit“ für Sprachkompetenz. Hauptziel ist es,

Transparenz und Vergleichbarkeit der unterschied-

lichen Abschlüsse und Zertifikate zu ermöglichen.

Mit Hilfe des GER wird die Sprachkompetenz auf eine

gemeinsame Grundlage gestellt und damit länderüber-

greifend messbar.

Der GER definiert insgesamt sechs Niveaustufen:

A Elementare Sprachverwendung

A1 (Breakthrough)

A2 (Waystage)

B Selbstständige Sprachverwendung

B1 (Threshold)

B2 (Vantage)

C Kompetente Sprachverwendung

C1 (Effective Operational Proficiency)

C2 (Mastery)


Elementare Sprachverwendung

Stufe eins und zwei werden der grundlegenden Sprachverwendung

zugeordnet und mit A1 (Breakthrough) und A2 (Waystage) bezeichnet.

Lerner in diesen Niveaustufen verfügen über Basiskenntnisse der

Sprache und können sich nicht immer fehlerfrei ausdrücken. Darü-

ber hinaus können sie nicht alles verstehen, was ihnen gesagt wird.

Sie können die Sprache noch nicht problemlos eigenständig an-

wenden. Vertraute, alltägliche Ausdrücke und einfache Sätze sind

ihnen bekannt.

Selbstständige Sprachverwendung

Mit B1 (Threshold) und B2 (Vantage) bezeichnet man die nächsten

beiden Stufen. Hier spricht man von einer selbstständigen Sprach-

verwendung. Die Lerner besitzen ein zunehmend breiteres Reper-

toire an sprachlichen Mitteln. Sie können über Erfahrungen und

Ereignisse berichten und zu Plänen und Ansichten kurze Begrün-

dungen oder Erklärungen geben. B2-Absolventen können sich klar

ausdrücken und auch die Anwendung der Grammatik fällt ihnen im-

mer leichter. Kleinere Fehler werden nur noch vereinzelt gemacht.

Kompetente Sprachverwendung

Verfügt man über umfangreiche Sprach- und Grammatikkenntnisse,

kann man in den letzten beiden Stufen C1 (Effective Operational

Proficiency) und C2 (Mastery) den Sprachgebrauch perfektionieren.

Am Ende von C2 erstreckt sich die Bandbreite sprachlicher Mittel

auch auf den umgangssprachlichen und idiomatischen Gebrauch

der Sprache. Man kann sich sehr spontan, sehr flüssig und genau

ausdrücken. Auch bei komplexeren Sachverhalten können feinere

Bedeutungsnuancen deutlich gemacht werden. Das Lesen nahezu

aller Texte stellt kein Problem mehr da.

Jens Hirschfeld

weltweiser ® – der unabhängige Bildungsberatungsdienst

02306-978113

info@weltweiser.de

www.weltweiser.de

Sprachkurse – 27

301-02-07_Anzeige-ItchyFeet-RZ 20.02.2007 16:43 Uhr Seite 1

Deutscher

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28 – Reisen & Arbeiten

Viertausend Meter

Leben, Helfen und Reisen in Bolivien

Manchmal ist es schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte

das Abitur in der Tasche und stellte mir die Frage: Welche der vielen

Freiheiten will ich nutzen? Ich wollte ins Ausland. Nicht nur, um zu

relaxen, sondern auch, um eine gemeinnützige Aufgabe zu erfüllen

und eine völlig andere Kultur kennen zu lernen. Was mir das bringen

sollte? Ich wollte neue Menschen treffen, Situationen erleben, die

mich in meinen Ansichten bereichern sollten, mich in eine völlig fremde

Kultur eingliedern und mich mit anderen über meine eigene Kultur

austauschen. Nachdem ich ein halbes Jahr Bewerbungen geschrieben

hatte, bekam ich meine Chance. Ich hatte eine Arbeitsmöglichkeit für

deutsche Freiwillige in Bolivien gefunden. Genauer gesagt in einer der

höchstgelegenen Städte der Welt, in El Alto auf 4.000m Höhe. Meine

Arbeitsstelle war das Frauenhaus Sartasim Warmi, das in einem ehema-

ligen Armenviertel liegt. Dort sollte ich die Sozialarbeiterinnen, die

Psychologin und die anderen Mitarbeiterinnen unterstützen. Doch

zunächst begann meine Zeit in Cochabamba, der Stadt des ewigen

Frühlings, wo ich fünf Wochen lang eine Sprachschule besuchte und

meinen Sprachschatz von einem kärglichen „Hola“ auf ganze Sätze

ausweitete. Bei strahlendem Frühlingswetter konnte ich mich langsam an

die Höhe, das Spanisch und die Menschen um mich herum gewöhnen.

In den ersten Tagen war ich auf der ganzen Bandbreite überfordert. Mit

meiner Gastfamilie, bei der ich in den ersten vier Wochen wohnte, konnte

ich mich nicht unterhalten und musste, um zum Beispiel ein Hühnchen zu

imitieren, gackernd durch die Küche rennen. Der Verkehr, die Umgebung,

der Schmutz, die Gesichter mit vollkommen fremden Zügen beängstigten

und faszinierten mich. Doch schon nach einer Woche hatte ich in der

Sprachschule einen gewissen Rhythmus gefunden. Mit den ersten

spanischen Worten kam Sicherheit und der Umgang mit den anderen

Freiwilligen in der Sprachschule half mir, mich ebenfalls wohl zu fühlen.

Nach zwei Wochen unternahm ich den ersten großen Ausflug und zwar

in den Regenwald. Mit Säbeln schlugen wir uns durch das Gestrüpp.

Dabei fühlte ich zum ersten Mal was wirkliche Schwüle ist, denn die

lange Kleidung, die wir zum Schutz gegen Insekten trugen, klebte am

ganzen Körper. Mit dem ersten Ausflug kam auch mein erstes Tief, denn

ich brach mir das Ellenbogengelenk. Trotz der verzwickten Situation

hatte ich nicht das Bedürfnis, zurück nach Deutschland zu fliegen. Denn

zwei Wochen Sprachschule und ein Armbruch waren nicht das Einzige,

was ich mit nach Hause nehmen wollte. Also machte ich mich nach

fünf Wochen mit Koffer, Rucksack, eingegipstem Arm und meiner guten

Freundin Anna nach El Alto auf. Natürlich mit dem Bus, dem absolut

populärsten Transportmittel in Bolivien, dem nicht selten der angeklebte

Auspuff abfällt.


In der Stadt angekommen, erwarteten mich die bolivianischen Nonnen,

die das Frauenhaus leiteten, und die weiteren Mitarbeiterinnen. Die

Bolivianer, die in der Höhe leben, sind aus meiner Sicht verschlossene

Charaktere und so musste ich mich selbstständig organisieren und

zurechtfinden. Ich habe immer wieder einsehen müssen, dass von mir

gemachte Fehler von den Bolivianern nicht offen kritisiert wurden. Dies

kann für einen Ausländer, der nicht darauf eingestellt ist, oft anstrengend

und frustrierend sein. Allerdings gebietet es jedoch die Höflichkeit,

jemanden nicht öffentlich bloß zu stellen. Kennt man den Grund, bringt

man viel leichter Verständnis für das Verhalten auf. Wenn Frauen oder

besser gesagt „Cholitas“, die traditionell gekleideten Bolivianerinnen,

in das Büro kamen und um Aufnahme ins Frauenhaus baten, setzte ich

mich regelmäßig zu der zuständigen Sozialarbeiterin. Nach einiger Zeit

konnte ich sogar ins Gespräch mit den betroffenen Frauen kommen

und teilweise sogar mehr über die Hintergründe der Gewalttaten, die

meist der Grund für den Aufenthalt waren, erfahren. An manchen

Arbeitstagen gab es auch außerhalb des Frauenhauses Aufgaben zu

erledigen. So besuchten wir Frauen, die sich in der Vergangenheit im

Frauenhaus aufgehalten hatten und jetzt wieder zu Hause lebten. Diese

Hausbesuche sollen den Frauen die Sicherheit geben, nicht mehr so

schnell Opfer von Gewalt werden zu können, da die Mitarbeiterinnen des

Frauenhauses weiterhin einen Einblick in die Lebensverhältnisse haben

und Hilfestellung leisten. Zudem wollen die Mitarbeiterinnen durch den

fortgeführten Kontakt erwirken, dass die Frauen auch in ihrer indigenen

Aymarakultur Eigenständigkeit oder zumindest Selbstschutz lernen –

Dinge, die sie durch ihre meist sehr traditionelle Erziehung nie vermittelt

bekommen haben.

Nach einiger Zeit der Eingewöhnung fing ich an, Bolivien und die angren-

zenden Länder Chile und Peru zu erkunden. Mit dem Bus erreichte ich

einen Landstrich nach dem anderen. Bolivien ist ein Land das unzählige

verschiedene Vegetationszonen hat: Über die Hochlandgebiete wie zum

Beispiel den Altiplano, wo man Tagestouren über befahrbare Salzseen

machen kann, bis hin zu den tropischen Gebieten des Amazonas

gibt es die Faszination Natur zu entdecken. Das Einzige was fehlt, ist

vielleicht das Meer, aber als Ersatz kann Bolivien mit dem Titicaca-

See aufwarten und seinen ganz eigenen Charme verbreiten. Die größte

Insel des Sees, die „Isla del sol“, ist einer der wenigen aber beliebten

Backpackertreffpunkte des Landes. Kein Wunder, denn die Insel ist

traumhaft schön und wirkt durch die Einwohner, die sich nur mit wenigen

Dingen über Boote versorgen können, sehr geheimnisvoll. In der am See

gelegenen Stadt Copacabana wird immer gefeiert, sei es ein Stadtfest

oder die Einweihung eines neu gekauften Wagens. Die faszinierende

und überall präsente Kultur kam an jedem Platz Boliviens anders zum

Ausdruck. In Tiwanaku, wo Zeugnisse der indianischen Kultur zu sehen

sind und in den Regenwäldern, wo viel angebaut wird, kann man den

Fotoapparat kaum noch aus der Hand legen. Ein kurzer Abstecher mit

Reisen & Arbeiten – 29

dem Fahrrad über die berühmte Panamericana in Peru durfte natürlich

auch nicht fehlen und verpasste meiner Reisezeit, neben dem größten

Chaos, auch den größten Spaß. Die überladenen Fahrräder hatten

schon nach zwei Kilometern die ersten Pannen, sodass wir mit Hilfe

von Taschenmessern ein Schutzblech absägen mussten. Zu guter Letzt

verkauften wir dann innerhalb von 20 Minuten drei Fahrräder auf der

Straße.

Anfang Dezember wechselte ich mein Projekt und arbeitete nun noch

intensiver mit Frauen aus den Randgebieten von El Alto zusammen. Sie

arbeiteten in einer kirchlichen Gruppe, wo sie durch die Herstellung von

fair gehandelten Filzprodukten etwas Unabhängigkeit und finanzielle

Unterstützung erlangten. Ich half dort bei der Arbeit und versuchte

mit den mir gegenüber doch sehr verschlossenen Frauen zu reden, zu

scherzen oder nach einiger Zeit sogar über persönliche Probleme zu

sprechen. Es gibt bisher wirklich kaum einen Lebensabschnitt, der mir

so viel Geduld und Toleranz abverlangt hat und mich dazu gebracht hat,

meine eigenen Werte nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. War ich

beispielsweise zu aktiv, ging zu schnell und mit zu vielen Worten auf die

Frauen zu, gingen diese wieder einen Schritt zurück. Dabei war es doch

das, was ich in Deutschland immer gelernt hatte: Offenheit. Was wollte

ich doch gleich im Ausland? Freiheit? Einsicht? Bekommen habe ich

alles, was ich mir erhofft habe und oben drauf Gefühle und Erinnerungen,

die mir niemand mehr nehmen kann. Es gab Familien, die mich innerhalb

von Sekunden mit strahlenden Gesichtern empfingen und glücklich

waren, dass ich bei ihrer traditionellen Familienfeier mitmachte und mit

ihnen tanzte. Schuhputzende Kinder mit einer Mütze über dem Gesicht,

die mir im Gespräch erzählt haben, dass sie nicht in die Schule gehen,

weil sie erst Geld für die Familie brauchen oder sogar ihr Studium damit

finanzieren. All diese Erfahrungen sind das, was einen Auslandsaufenthalt

unersetzbar macht und meine Reiselust am Leben hält.

Hanna Hielscher, 20, ist Studentin der Politikwissenschaften, Kultur- und

Sozialanthropologie in Münster.

103-02-07_Anzeige-ItchyFeet-RZ 20.02.2007 16:05 Uhr Seite 2

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30 – Reisen & Arbeiten

Gap Year Continued

In and Out of Africa

Well, a few months have passed since my last article about my Gap

Year in „itchy feet“ #3. At that time, I was teaching children in an Early

Childhood Development Centre in Accra/ Ghana. I just loved Ghana.

Being a volunteer makes you get to know the people and places bet-

ter than you could ever have imagined and after a while you feel like

part of the family. After two weeks out of my six-week stay, I was

given a Ghanaian name by my host-family: Instead of being called

Obroni (meaning white lady) they started calling me Amivi, which is

the expression for Saturday-born-girl and a common name in Ghana.

Nearly everybody in Ghana is named after the day of the week he or

she was born on! Kofi Annan, if I remember it correctly, is a Tuesday-

born-boy.

As I said, I was teaching in a Daycare Centre called Little Angels for

four weeks. My class was Lily Class and the oldest of the lot. The

children were five years old and very hard to teach. They had a very

short attention span, but nonetheless I managed to teach them the

sounds of the letters, to count to 20 and a couple of songs. The youngest

children at the Daycare were only one year old. But still they had to

wear a yellow uniform with a Little Angels Emblem on the front. And

they looked really cute in their uniforms. We teachers had to do 15

minutes of exercise with them each morning, just stretching arms and

legs and generally singing all the songs they knew. Before they went

to class, however, they had to sing their school’s anthem and march

around the playground. As it is for the upper class, Little Angels can-

not be regarded as a typical Ghanaian Daycare Centre. School Fees

applied, and those who could not afford the 150.000 Cedis (approx.

15,- €) could not send their children there.

We were seven people in the family (Reverend Ezekiel, his wife

Martha Osofomami, their children). On top of those seven sharing two

of the three rooms in the house, they took in six volunteers! We had

a bunk bed and a couch in our room, which we had to share between

five girls. Because girls and boys just do not mix in a Reverend’s house-

hold, the only boy had a room next door in the neighbour’s house. As

you can imagine, our house was crowded! We shared the yard out

front with two other families, as well as the toilet and the shower.

Running water was a luxury we did not have. We had to fetch our

water each time we wanted to shower or use the toilet, and water

shortage became a common issue. Electricity was known in our com-

munity in Achimota, North Accra, but it got turned off every two days

for twelve hours, either at 6am or 6pm. But it is easy to adapt to those

circumstances because there is just no way it could ever be changed!


And complaining does not help either! I was

really sad when my six weeks in Ghana came

to an end, and I had to board the plane to go

to South Africa for another work placement.

First, I was placed in Johannesburg for three

weeks. I was living in Reiger Park, one of the

coloured communities of Johannesburg. I did

not have a good start in South Africa as my

luggage got lost in Lagos/ Nigeria on the way.

So I was standing in a foreign country, with-

out local money, without an address to go to

and without my luggage. I felt genuinely lost.

Well, needless to say that all I wanted to do

at that moment was to enjoy the Ghanaian

hospitality some more. In Johannesburg, I

tried to learn some words in Afrikaans, which

was quite easy as it is so similar to German

and Dutch. I also tried to get a placement in

the media sector, which I did not get after

all. Because I had done teaching in Ghana, I

was supposed to teach in a primary school,

but I soon quit that job and translated my

organization’s website into German.

Reiger Park was not the safest area, and

I was locked in my host-family’s house at

5:30pm every night, to be picked up at 8am

the next morning. My host-family and I did

not get along well. Thus, I decided to move

into a hotel. I made friends with most of the

staff and one of the staff members was even

playing with the thought of accompanying

me around the world. I made good friends at

work. But to be honest, I was quite happy to

leave Johannesburg to go to Cape Town for

five weeks. On my arrival at Cape Town, the

paperwork at my work placement had not

been processed yet. That gave me one week

of sightseeing in the city. My new family con-

sisted of a 79-year-old lady. In a way it was

nice living with her. I had my own room, she

loved to have someone around to cook for

and she was not so lonely in her big house.

But we were living in one of the suburbs. I

had to take the train for 30 minutes every day

Reisen & Arbeiten – 31

to go to work, and all there was in the neigh-

bourhood was a corner store. I was working

for a newspaper called the Daily Voice, the

Cape Town version of the German BILD news-

paper. Finally, I was working in proper jour-

nalism. The Daily Voice writes in English and

Afrikaans, and I joined the reporting team.

Although they let me do paperwork for the

first few days, I helped with quite a few artic-

les and photo-shootings over the four weeks

I was actually working for them. This gave

me a great insight into journalism. As the

Daily Voice was the newspaper for the coloured

community, I got the chance to accompany

reporters into the suburbs and townships, re-

porting about quite a few shocking things. It

is amazing to see how people can live under

these circumstances!

Although I enjoyed my stay in Cape Town, I

could not wait to leave it behind for Christ-

mas. I joined a four-week overland-safari tour

across East Africa from Johannesburg to


32 – Reisen & Arbeiten

Nairobi/ Kenya. I had a great time on that trip mostly because I had

an awesome group to go with. What we saw, however, was not the

Africa I was longing to see. We truly were tourists on that tour. We

went on quite a few safaris, for example in Kruger National Park in

South Africa and in Chobe in Botswana, where we saw the Big Five:

lions, rhinos, hippos, elephants and leopards. On this trip, we cam-

ped every night and we got really good at pitching our tents. Our

first tour was from Johannesburg to Livingstone in Zambia, where

our tour split up and rejoined with other travellers to see the Victoria

Falls. In Zimbabwe, we had the chance to walk with lions, which was

great. Christmas was spent in Malawi on a beachside campsite and

since we were such a big group none of us got homesick. Other bon-

ding experiences included four days on the island of Zanzibar over

New Year’s with a celebration on the beach, and going to the Seren-

geti. Seeing the Serengeti and Ngorongoro Crater had always been a

dream of mine, and so I took the chance and went hot air ballooning

over a part of the endless plains that no tourist can ever see from the

street. It did not last long, but I guess that balloon ride was my favourite

moment of the trip.

The four weeks flew by, and after 20 weeks in total on the African

continent, I left Africa behind and made my way to Australia. I have

been Down Under for a week now, meeting up with some Austra-

lian guys I had met in Africa. They let me stay with them in the heart

of Sydney and showed me around. By now, I am in the middle of New

South Wales in a small country town, about to begin a Jackaroo/ Jilla-

roo course, the Australian equivalent to a Cowboy/ Cowgirl school. I

will learn how to throw a Lasso, how to shear sheep and how to mus-

ter cattle, so I can go around Australia and work on farms afterwards.

I cannot wait! As a born and bred city girl, I really want to get to know

the farmer’s life in the Outback.

The last 21 weeks have shown that I can travel alone and be comfor-

table about it. I just meet so many nice people on the way that I never feel

alone. Each bend of the road holds an adventure. By now I’m pretty

confident about what I’m doing, and I know that I can handle more

strange situations than I thought I could. I will let you know how my

Cowgirl-Life in Australia went! Until then, Happy Travels!

Cornelia Kaufmann, 19 years old, is currently taking a Gap Year. After

several weeks in Africa, she arrived in Australia.


An Experience like Nothing Else

Au Pair in den USA

Die Idee ins Ausland zu gehen, entwickelte ich zum Ende der Abiturphase.

Ich wollte studieren, das war klar, aber nicht bevor ich den Teil der Erde

gesehen hatte, nach dem ich mich sehne seitdem ich denken kann. So-

mit wandelte sich ein Traum zu einem konkreten Plan: Ich würde als Au

Pair für ein Jahr nach Amerika gehen. Die Zeit bis zur Abreise verbrachte

ich mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite war die Vorfreude sehr

groß und auf der anderen war ich traurig, mein Zuhause für eine lange

Zeit zu verlassen. Nach einer großen Abschiedsfeier ging es mit dem Ziel

New York City los. Als mir die Stadt mit all ihren funkelnden Lichtern, riesi-

gen Autos und überragenden Gebäuden entgegenblickte, war ich überwäl-

tigt. Nun hatte ich zum ersten Mal begriffen, wo ich angekommen war. Das

Abenteuer konnte beginnen. Ich war so aufgeregt! Eine Woche lang soll-

ten die einreisenden Au Pairs in den Umgang mit amerikanischen Kindern

und den American Way of Life eingewiesen werden. Gegen Ende der Wo-

che wurde die Stimmung kribbelig, und alle fieberten dem Treffen mit ihren

Gasteltern entgegen. Auch ich war etwas nervös. Wir wurden mit Bussen

zu einem Treffpunkt gefahren. Alle drückten sich die Nasen an den Fenster-

scheiben platt, um zu sehen, ob die eigene Familie schon da war. Ich stieg

aus und der Bus fuhr ab. Im gleichen Moment näherte sich ein riesengro-

Reisen & Arbeiten – 33

ßer Amischlitten und hielt direkt vor meiner Nase. Die Tür wurde aufgeris-

sen und meine Gastmutter kam mir mit einem breiten Grinsen auf dem Ge-

sicht entgegen und umarmte mich – so eine tolle Familie, ich schwebte auf

Wolke sieben. Auf der Fahrt nach New Jersey wurden alle möglichen In-

formationen ausgetauscht, und meine zukünftigen Kids schienen mich auf

Anhieb zu mögen. Jason (8 Jahre) stellte mir pausenlos Fragen und war

total fasziniert von meinem Harry Potter Buch, das ich gerade las. Carly

(3 Jahre) hingegen zeigte mehr Interesse an meinen Armbändern. Zu-

hause angekommen führten mich die Kids im ganzen Haus herum und zeig-

ten mir alles. Ich packte meine Sachen aus und übergab die typisch deut-

schen Geschenke, die das Eis noch mehr zum Schmelzen brachten. Meine

Gastmutter hatte das Zimmer, das für ein Jahr meins sein sollte, sehr ge-

mütlich eingerichtet. Noch am gleichen Abend sind wir einkaufen gefah-

ren und ich habe den Ort gesehen. Als wir wieder zurückkamen, klingelte

schon das Telefon. Ein paar Au Pairs fragten, ob sie mich abholen könnten.

So sind wir in das berühmt berüchtigte Eisrestaurant „Friendly´s“ gefahren

und ich habe meine ersten „American Ice Cream“-Erfahrungen gemacht.

Mmmhhh, danach habe ich nie wieder anderes Eis gegessen.


34 – Reisen & Arbeiten

Am folgenden Tag gab es das nächste Highlight. New York City stand auf

dem Programm. Das durfte ich natürlich nicht verpassen. Auch wenn ich

noch viele Male die Weltstadt gesehen habe, an das erste Mal mit meiner

Gastfamilie erinnere ich mich noch ganz genau: Ich kam aus dem Staunen

nicht mehr heraus. Nun konnte ich die Stadt einmal ganz persönlich mit

eingefleischten New Yorkern besuchen. So lebte ich mich also die ersten

paar Wochen mit vielen Unternehmungen ein. Die ersten drei Tage beglei-

tete mich meine Gastmutter noch überall hin. Dann habe ich mich mit einer

Straßenkarte und Beschreibungen von meinem Gastdad durchgeschlagen.

Ich war fasziniert von den riesigen Einkaufszentren mit so gigantischen

Parkplätzen, dass man eine Kleinstadt drauf bauen könnte. In den ersten

Wochen gab es jeden Tag etwas neues Interessantes zu erleben und nette

Leute zu treffen. Unter der Woche war ich von 7 Uhr morgens bis 16 oder 17

Uhr mit den Kindern zusammen. Jason war bis nachmittags in der Schule

und danach habe ich ihn zum Fußball, Schwimmen oder zu Freunden ge-

fahren. Oft sind wir seiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: Game-

cube spielen. Carly war drei Tage in der Woche morgens in der Vorschule

und die anderen zwei Vormittage bei der Gymnastik und beim Ballett. Die

Zeit habe ich meistens genutzt, um ins Fitnessstudio zu gehen und zu jog-

gen. Wenn ich sie mittags abgeholt habe, hatten wir uns den Mittagsschlaf

wohlverdient. Nachmittags sind wir öfters noch in eine Buchhandlung ge-

gangen, auf den Spielplatz oder zu einem so genannten „Playdate“. Die

Mamas von den Kindern haben mich dabei mindestens genauso gut mit

Eis und Soda versorgt wie die Kids selbst. Nebenher habe ich den neusten

Klatsch und Tratsch aus dem Dorf erfahren. Es war immer sehr amüsant.

Dienstags stand College für mich auf dem Programm und ich habe einein-

halb Stunden etwas über American Geography gelernt. Der Kurs war sehr

interessant und hat mir im Nachhinein an der Uni geholfen, abgesehen da-

von, dass ich viele amerikanische Jungendliche getroffen habe.

Die Wochenenden habe ich, wenn ich nicht gerade mit meiner Gastfami-

lie unterwegs war, mit drei Mädels verbracht: Billy und Maren, zwei Deut-

schen, und Sofie, einer Schwedin. Wir haben uns viele Städte angeschaut,

waren auf Partys oder haben uns einfach nur getroffen, um die Hunde

auszuführen. Wir haben den Hafen von Baltimore, das Weiße Haus in

Washington D.C., das Empire State Building in New York, die Liberty Bell in

Philadelphia, die berühmte Princeton University und vieles mehr gesehen

und waren außerdem am Strand in Atlantic and Ocean City. Weniger spek-

takuläre aber auch gemütliche Wochenenden haben wir in den Malls ver-

bracht, nachdem wir herausgefunden hatten, dass man in Amerika auch

sonntags einkaufen gehen kann. Und abends haben wir uns oft noch in

einem der vielen gemütlichen Starbuckscafés getroffen. Ohne die wären

die USA gar nicht denkbar. Im Frühling sind meine Schwester und meine

beste Freundin zu Besuch gekommen und haben mit mir zwei Wochen lang

ein super Sightseeing-Programm an der Ostküste genossen. Schon im Mai

fing es an, richtig warm zu werden und wir haben viel Zeit draußen ver-

bracht. Auch mit den Kindern war ich oft am Pool, im Garten und auf dem

Spielplatz. Sofie, Billy, Maren und ich haben einige längere Touren unter-

nommen und uns dabei die Niagara Fälle von der kanadischen Seite ange-

schaut und den großen National Park in Upstate New York erkundet.

Atemberaubend war das – und ein Paradies für Fotografen.

Die Ideen für Unternehmungen gingen uns nie aus, doch leider waren

die zwölf Monate fast vorbei. Nun war ich traurig, Amerika und all meine

Freunde erst einmal für einen Weile verlassen zu müssen. Doch bevor das

geschah, wollte ich den letzten Monat noch zum Reisen nutzen. Mit Billy

buchte ich eine Zelttour durch den ganzen Süden Amerikas. In San Fran-

cisco ging es los, weiter durch die Wüste von Nevada nach Las Vegas

und von dort durch die Staaten Arizona, Utah, Colorado und New Mexiko,

um ein paar der schönsten National Parks zu sehen, die das Land zu bie-

ten hat. Einer meiner Lieblingsparks ist der Arches National Park, der nach

den vielen natürlichen steinernen Brücken und Bogen benannt ist. Von dort

aus ging es nach Santa Fé, Del Rio, San Antonio und weiter nach New

Orleans, wo wir das Nachtleben genossen. Nach drei Wochen endete die

Tour in Orlando, Florida und wir mussten uns schweren Herzens von den elf

anderen Teilnehmern und dem Tourführer verabschieden. Ein super Erleb-

nis, das ich sicher nie vergessen werde. Wenn ich meine dreizehn Monate

in den USA jetzt rekapituliere, kann ich sagen, dass es ein Jahr voller

„Action“ und vieler neuer Erfahrungen war, welche mich sehr geprägt

haben. Zu den meisten der Leute, die ich in den USA kennen und schätzen

gelernt habe, habe ich noch heute Kontakt und plane Reisen nach Kanada,

Schweden, England und Südamerika, um alle wieder zu sehen.

Yvonne Kohl, 23, studiert Englisch und Mathematik auf Lehramt in Münster.

Nebenbei jobbt sie bei der Au-Pair-Agentur, mit der sie in den USA war.


A Wwoofer in the Kiwizone

Ein Kuhliesel-Dasein

Man sollte die Schreiber der Guidebooks verklagen, die das Märchen

vom Kiwi in Gummistiefeln und Holzfällerhemd, umzingelt von Schafen,

erzählen. Hier in Auckland gibt es die bessere Mode, den trendigeren

Style: Röhrenjeans und lange Stiefel sind in, riesige Sonnenbrillen (im-

merhin: Die hab ich auch dabei), Nietengürtel, Seitenscheitel, Kamm in

der Tasche: Rockabilly. Auckland grooves! In meinem Trainingsanzug-

Bauchtaschelook kann ich hier jedenfalls keinen Blumentopf gewinnen.

Aber immerhin habe ich es geschafft, ein Konto zu eröffnen, Mitglied

der Bibliothek zu werden und meine SIM-Karte zu wechseln. Ich bin

also gut angekommen am anderen Ende der Welt. Und hier werde ich

das nächste halbe Jahr bleiben, reisend und arbeitend. Meinen ers-

ten Abend verbrachte ich dann auch gleich beim Quiz im Irish Pub bei

einem Gingerbeer mit Gleichgesinnten. Die Fragen habe ich nur zur

Hälfte verstanden, entsprechend fielen auch meine Antworten aus.

Da ich aber meine intellektuelle Brille trug, erkannte man am Anfang

nicht gleich meine Inkompetenz und so hatte unsere Gruppe den sieb-

ten Platz von neun möglichen ergattert. Quiz-Veranstaltungen in Pubs

scheinen hier üblich zu sein. Ein netter Einstieg für mich und Geldfluss

für die Kneipen, in denen im Übrigen nicht geraucht werden darf, was

ich als Pluspunkt empfinde.

Auckland hat riesige Highways und Skyscraper im amerikanischen Stil.

Hier treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Vor allem die Asiaten

haben Auckland als neue Heimat für sich entdeckt. Aber die Mentali-

tät scheint insgesamt sehr europäisch. In Neuseeland herrscht Links-

verkehr, sodass es für mich jedes Mal wie ein Wunder ist, die Straße

lebend überquert zu haben. Wie ich hier meine Fahrpraxis erweitern

soll, bleibt mir noch ein Rätsel. Es ist kein Gerücht, dass sich die Leute,

wenn sie aus dem Bus steigen, beim fröhlich pfeifenden Fahrer bedan-

ken, dass sie dich auf der Strasse ansprechen und fragen, wo du her-

kommst und ob man dir helfen kann, dir geduldig und lächelnd alle For-

malitäten zum zehnten Mal erklären, wenn du es nicht begriffen hast,

oder dir Adressen von ihren Freunden geben, bei denen du mal klingeln

kannst, wenn dir langweilig ist. Das macht alles viel einfacher. Außer-

dem stolpert man hier über viele Deutsche in ähnlicher Situation. Mein

Englisch holpert so vor sich hin. Besonders beeindruckend können die

Gespräche mit mir nicht sein. Beim dritten Missverständnis lächle ich

nur brav, in der Hoffnung, dass mein Gegenüber mir keine Frage gestellt

hat. Aber man versichert mir immer wieder, dass mein Englisch „pretty

good” sei, auch so eine Höflichkeit der Kiwis: Sie würden lieber lügen,

als dich zu kränken. Mit der Lupe auf der Landkarte kann man sie er-

kennen: die Weima Hills im Norden Neuseelands, nahe bei Kaikohe.

Und sie sind atemberaubend. Nichts gegen die deutsche Alm, aber hier

Reisen & Arbeiten – 35

gibt es Farne so groß wie Palmen. Und die Obstbäume blühen hinterm

Haus. Und mir unbekannte Vögel singen Balzlieder. Und der Ozean ist

nicht weit. Aber um nicht nur Exotisches aufzuzählen, sondern bei der

Vorstellung einer Alm als Hilfestellung auch an Bekanntes anzuknüpfen,

erwähne ich, dass ich bei Ursel und Erwin, einem ursprünglich bayri-

schen Paar mit zwei blonden Kindern auf einer Rinderfarm wohne und

arbeite. Und hier wird auch ordentlich gebayert. Ade, mein hart er-

kämpftes Englisch der ersten Tage. Dabei war ich doch gerade soweit,

einen Austin-Powers-Film ohne Wörterbuch zu verstehen. Heute

konnte ich nicht einmal mehr ein Rezept für Brownies enträtseln. Denn

das sind meine Hauptaufgaben: backen und kochen, Kinder bespa-

ßen, Rasen mähen. Und morgen repariere ich den Hühnerstall. Letzte-

res scheint komischerweise eine nicht seltene Arbeit für Wwoofers, die

Willing Workers on Organic Farms, zu sein, zu denen ich derzeit gehöre.

In meinem Neuseelandbuch habe ich kürzlich darüber gelesen. Mit den

Rindern selbst hatte ich bisher noch nicht viel Kontakt, abgesehen von

der Dominanz an Wurst und Fleisch im Kühlschrank, der surrenden rie-

sigen Tiefkühltruhe direkt hinter meiner Zimmerwand und den auf der


36 – Reisen & Arbeiten

Wiese verstreut liegenden Schädeln und ganzen Skelettteilen für die

Hunde. Erst heute bin ich den Genuss gekommen, diese vor dem Rasen-

mähen wegzuräumen.

Wie schön ist es doch, in der Morgensonne auf der Terrasse zu sitzen

– mit Sonnenhut, versteht sich – seinen Tee zu genießen und auf die

blauen Berge zu sehen. Erwin arbeitet auf der Farm. Uschi wienert die

Küche. Was für ein herrliches Wwooferleben! Nach knapp zwei Wo-

chen, die ich nun schon bei den Eisenmanns bin, kann ich mich ganz

selbstbewusst als Kuhliesel bezeichnen. Ich habe Weidezäune gezo-

gen, in der „butchery“ das Fleisch von den Knochen gepellt, Würste

verknotet, alles in Tüten gepackt und zusammen mit Uschi auf dem

Markt verkauft. Nicht nur meine Hemden, auch Poren und Haare tragen

den süßlichen Duft des Fleisches glücklich gestorbener Kühe. Und

jeder Abend endet mit einer deftigen Auswahl der vielseitigen Variationen

vom Rind: Hackbällchen, Gulasch, Würstchen, Steak, Corned Beef,

Hackbraten und wieder Hackbällchen. Die Familie mitsamt ihrem Ge-

tier ist mir ans Herz gewachsen. Aber jedes schöne Kuhliesel-Leben hat

auch sein Ende. Und so ziehe ich weiter zu Alfred, dem Metzger. Er ist

ein Freund der Familie und hilft Uschi in der „butchery“. Umgeben von

Fleisch und Knochen lud er mich zum gemeinsamen Forellenfischen ein.

Das ist wahrscheinlich äußerst spannend. Wir werden stundenlang im

Boot auf dem Lake Waikere sitzen und ins Wasser starren. Aber Alfred

ist ein echter Kiwi mit dunkelschwarzem Humor. Und der Lake Waikere

soll wunderschön sein. Er ist auf der Nordinsel an der Westküste un-

weit vom Waipoua Forest zu finden. In diesem Naturgebiet gibt es noch

uralte riesengroße Kauri-Bäume, die selten gewordenen Könige der

Wälder Neuseelands. Seit seine Frau gestorben ist, lebt Alfred alleine

in der Nähe von Omapere, keine 200 Meter vom Strand entfernt. Hier

werde ich also die nächsten Tage verbringen, mit Alfred im Pub Kara-

oke singen, am Meer entlang spazieren, fischen gehen und große Bar-

becue-Sessions zusammen mit den Eisenmanns auf Alfreds Veranda

abhalten. Ich freu mich drauf.

Sabine Dressler, 27, setzt derzeit ihren Aufenthalt in Neuseeland fort.

So arbeitete sie als Zimmermädchen im Hotel und war anschließend für

Greenpeace im Bereich Fundraising tätig.


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38 – Studium

Scharfsüßer Kulturencocktail

Sechs Monate Studium in Malaysia

Allahu Akbar, Gott ist groß. Es ist kurz nach fünf, der Ruf zum Morgenge-

bet schallt vom Minarett der Moschee über die Dächer. Im Nebenzimmer

wird meine Mitbewohnerin nun aufstehen, sich den großen weißen Gebets-

schleier überziehen und den Teppich in Richtung Mekka ausrollen. Als

ich einzog hat Hasniyati gleich zwei Bedingungen aufgestellt, die ihr sehr

wichtig waren: kein Schweinefleisch und kein Alkohol im Haus. Ursprüng-

lich hatte sie aus praktischen Gründen am liebsten mit anderen muslimi-

schen Malaiinnen zusammen wohnen wollen, aber die ersten, die sich auf

ihren Aushang meldeten, waren Sheena und ich. Sheena ist Malaysierin

indischen Ursprungs und Hindu. In Malaysia leben viele verschiedene eth-

nische Gruppen und Religionen zusammen und bewahren ihre kulturellen

Bräuche. So steckt Hasniyati jeden Morgen ihr Kopftuch fest und Sheena

trägt den Salwar Kameez, eine lange Bluse mit einem Schal über einer

lockeren Hose. Mit ihrer Familie spricht sie das südindische Tamil, mit

Hasniyati Malaiisch und mit mir Englisch. In der Kolonialzeit brachten die

Engländer viele Inder und Chinesen ins Land, um Rohstoffe zu gewinnen.

Die Plantagen- und Mienenarbeiter ließen sich hier nieder, brachten ihre

Familien mit und sind Teil der malaysischen Gesellschaft.

Nach Malaysia wollte ich schon lange. Ich studiere Politikwissenschaften

und Südostasienstudien im fünften Semester und wollte gerne einmal eine

andere Sichtweise auf Themen wie Globalisierung und Internationale

Beziehungen kennen lernen. Malaysia ist dafür ein spannendes Land, da

die Menschen hier einerseits sehr modern sind und andererseits oft kri-

tisch westliche Einflüsse hinterfragen. Nicht nur Traditionelles und Moder-

nes stehen in einem dauernden Spannungsfeld; es brodelt auch intern zwi-

schen den vielen ethnischen Gruppen. Genau diese Vielfalt hat mich hier-

her gezogen: Wir feiern das chinesische Neujahrsfest und sehen kurz

danach einer indischen Prozession zu, lassen uns von unseren Kommilito-

ninnen die Vorteile des Kopftuchs erklären und essen dabei mit Stäbchen

und trinken indischen Tee. Morgens esse ich mit Hasniyati malaiisches

nasi lemak, in Kokosnussmilch und Chili gekochten Reis, und mittags gehe

ich zusammen mit meinen europäischen und japanischen Freundinnen in

die indische Mensa und esse Curry mit Naanbrot. Gleichzeitig macht es ge-

rade die Vielfalt ethnischer Gruppierungen schwierig, den Einheimischen

nahe zu kommen. Da die Gruppen meistens unter sich bleiben, landete ich

anfangs schnell in der „Weißen-Ecke”. Man muss sich in Malaysia, ähnlich

wie in Deutschland, selbst um Freundschaften bemühen und darf nicht er-

warten, dass man bei der Hand genommen und herumgeführt wird.

An der Uni werden alle Kurse auf Malaiisch oder Englisch unterrichtet. Es

gibt viele private Universitäten die ihren Unterricht komplett auf Chinesisch

oder Englisch anbieten, doch die Technische Universität Malaysia (USM)

ist eine staatliche Einrichtung und dementsprechend dominiert die malai-

ische Sprache. Die „International Students” können dennoch aus einem

großen Angebot an englischsprachigen Kursen wählen. In diesem Semes-

ter sind etwa 150 internationale Studierende aus allen möglichen Ländern

hier. Insgesamt sind etwa 35.000 Studentinnen und Studenten eingeschrie-

ben und die USM ist damit die größte Uni in Malaysia. Einige deutsche

Fachhochschulen haben Verträge mit der Uni, so dass die Studiengebüh-


en der Studenten übernommen werden. An-

dere, so wie ich, nehmen ein Urlaubssemester

und schreiben sich individuell ein. Das bedeutet,

dass wir die vollen Gebühren zahlen. Wenn man

kein Stipendium bekommt, ist das recht teuer,

aber man kann dies durch die geringen Lebens-

haltungskosten ausgleichen. So liegen die Ge-

bühren für ein Semester bei knapp 800,- €, die

Miete im Studentenwohnheim beträgt dafür nur

30,- € und man kann sich für zwei Euro pro Mahl-

zeit satt essen. Das Studentenwohnheim ist bei

den meisten europäischen Studierenden aller-

dings nicht besonders beliebt, da es strenge Re-

geln und nur zwei Badezimmer pro Etage gibt.

Dafür lernt man im Fernsehraum und in der Cafe-

teria natürlich am schnellsten Leute kennen.

Bevor man hierher kommt, sollte man sich über-

legen, welche Art von Erfahrungen man machen

will. Ob man zum Beispiel schon scheinfrei ist

und mehr wegen der Sprache, des Spaßes oder

der Kultur herkommt oder ob man tatsächlich

Stoff mitnehmen will, entscheidet anfangs über

den Stundenplan. Im Nachhinein stelle ich fest,

dass ich sehr viel mehr hätte lernen können,

wenn ich mir vorher einen konkreten Plan ge-

macht hätte. Die Qualität der Vorlesungen und

Seminare ist leider nicht immer so gut wie in

Deutschland, sodass man sich bemühen muss,

wenn man etwas lernen und nicht nur von der

Tafel abschreiben und auswendig lernen will.

Andererseits nehmen sich die Dozenten in ihren

Sprechstunden viel Zeit, wenn sie merken, dass

man tatsächlich interessiert ist. Das Fach „Inde-

pendent Studies” ermöglicht die individuelle Be-

treuung durch eine Lehrkraft bei einem selbst

gewählten Projekt. So konnte ich mit einem mus-

limischen Yale-Doktoranden über das Verhält-

nis von Islam und Demokratie diskutieren und

habe dabei vermutlich mehr gelernt, als ich es

in Deutschland jemals hätte können. Wenn man

von Büchern und Theorien genug hat, muss man

sich nicht faul an den Strand legen. So haben

wir gleich die ersten paar Wochen mit Tanz-

proben verbracht und bei einer Univeranstaltung

dem König und der Königin einen traditionellen

malaiischen Tanz vorgeführt. Andere machten

lieber beim Tauchclub mit oder fuhren mit der

Astronomiegruppe zum Sternegucken an den

Strand. Wenn man Initiative zeigt und herum-

fragt, bietet die Uni viel. Die Verständigung ist

dabei fast nie ein Problem, da der Großteil der

Leute sehr gut Englisch spricht. Die Organisation

ist zwar oft anstrengend und chaotisch, aber

letztendlich klappt eben doch das meiste. Man

ist hier nicht so perfektionistisch. Liebhaber

von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sollten

wohl lieber nicht in einem Land wie diesem

studieren. Man braucht in Malaysia viel Geduld.

Die Einheimischen nennen ihr Zeitkonzept

„Gummizeit.“ Zeit ist hier flexibel und dehnbar.

Fünf Minuten können eine halbe Stunde werden

und „morgen“ bedeutet niemals der nächste

Tag, sondern irgendwann in naher Zukunft. Die

meisten ausländischen Studierenden erleben

zwischendurch frustrierende Momente. Vier

Wochen nach Semesterbeginn fühlte ich mich

danach, einfach alles hinzuschmeißen und lieber

irgendwo ein Praktikum zu machen, blieb dann

aber, um dem Ganzen noch eine Chance zu geben.

Ich denke, nur wenn man eingrenzen kann

wonach man sucht, kann man die Initiative ent-

wickeln und alles selbst ein bisschen steuern.

Will ich meine Zeit mit Einheimischen oder ge-

nerell mit internationalen Studierenden verbrin-

gen? Will ich die Wochenenden zum Reisen

nutzen und die Region erkunden oder will ich zu

Hause bleiben und den Unialltag erleben? Will

ich meine Zeit mit Recherche und Hausarbeiten

verbringen oder lieber nur die Mindestanforde-

rungen erfüllen und stattdessen ins Theater ge-

hen und reisen und alles im nächsten Semester

zu Hause nachholen? Dafür hilft es, sich mit an-

deren auszutauschen, die schon ein Auslands-

semester hinter sich haben. Natürlich kann man

auch einfach losfahren und sich überraschen

lassen, falls man dafür flexibel und tolerant ge-

nug ist. Wenn man nicht alles bis ins Letzte plant,

bleibt Platz für Wendungen und Überraschun-

gen. Nun packe ich schon langsam meine Sa-

chen zusammen und bin etwas traurig über den

nahenden Abschied. Ich werde das Essen und

die bunte ethnische Mischung auf Malaysias

Straßen vermissen. Der morgendliche Gebets-

ruf vom Minarett wird mir ebenfalls fehlen. Ich

freue mich aber auch schon darauf, an Deutsch-

land Seiten zu entdecken, denen ich bisher nicht

viel Beachtung geschenkt habe. So werde ich

die Zuverlässigkeit zu schätzen wissen und öfter

mal bei dem türkischen Restaurant um die Ecke

reinschauen. Denn schließlich haben wir auch in

Deutschland unsere spannenden Minderheiten,

von denen wir interkulturell profitieren können.

Das Wichtigste beim Auslandsaufenthalt scheint

mir zu sein, seinen Blick zu ändern: den Blick auf

die Welt und das eigene Leben. Und das kann

man natürlich umso besser, je weiter man sich

von seinem gewohnten Leben entfernt.

Wieder zurück in Berlin: Ich esse morgens noch

immer Reis mit Chilisauce und spare, damit ich

möglichst bald wieder nach Malaysia oder Indo-

nesien kann.

Saskia Louise Schaefer, 23, ist Studentin der

Südostasienstudien, Politikwissenschaft und

Germanistik in Berlin.

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Studium – 39


40 – Studium

Studieren auf hoher See

The Scholar Ship ist startklar für erste akademische Weltreise

Nur noch fünf Monate, dann legt The Scholar

Ship zu seiner ersten akademischen Weltreise

mit 600 Studenten und Absolventen aus der

ganzen Welt für 16 Wochen ab.

Die Idee

Interkulturelle Kommunikation, globale Themen,

internationale Beziehungen nicht nur studieren,

sondern auch erleben und leben. Das Erlernte

gleich in die Praxis umsetzen. Vor Ort diskutie-

ren, worüber andere zu Hause lesen und spe-

kulieren.

Die Reise

An einem interkulturellen akademischen Pro-

gramm teilzunehmen, während man die Welt

an Bord eines Passagierschiffs bereist, ist eine

außergewöhnliche Gelegenheit. Das Scholar

Ship läuft zweimal im Jahr zu einer einsemestrigen

Reise rund um die Welt aus, beginnend im Sep-

tember 2007 und danach jeweils im Januar und

September. Die Reiserouten variieren, sind

jedoch alle konzipiert, um umfassende Lerner-

fahrungen durch die Hafenprogramme zu bie-

ten, die den Lehrplan an Bord ergänzen. Dieser

schwimmende Campus dient als Plattform ei-

nes ununterbrochenen interkulturellen Treffens,

welches auf einem Festland-Campus nahezu

unmöglich wäre.

Zusammenschluss akademischer Förderer

Ein Zusammenschluss führender, hochklassiger

Universitäten trägt zum Programm des Scholar

Ships bei, beaufsichtigt die Qualität seiner aka-

demischen Angebote und stellt sicher, dass es

strenge akademische Standards befolgt. Als

Teil dieses Konsortiums, besteht die Rolle der

Universitäten auch darin, Standards zur Durch-

führung des Unterrichtens, Lernens, Führens

und der Studentenbetreuung zu kontrollieren

und zu verbessern. Die auf dem Scholar Ship an-

gebotenen akademischen Programme weisen

dieselben Qualitätsstandards auf wie die auf dem

Campus der angeschlossenen Universitäten.

Landprogramm

Das Landprogramm des Scholar Ships kommt

seiner Verpflichtung zu einem auf Erfahrungen

beruhenden Lernmodell nach. Die Reiseroute

wird sehr sorgfältig geplant, um sicherzustel-

len, dass jeder angelaufene Hafen und jedes

Land umfangreiche Ausbildungmöglichkei-

ten für Studierende bereit hält. Während genü-

gend Zeit für Freizeit und Erholungsaktivitäten

zur Verfügung steht, ergänzen die Studierenden

ihre Erfahrung mit der Teilnahme an einem der

drei verschiedenen Möglichkeiten des Land-

programmes: akademische Landprogramme,

Küstenexkursionen und eigenständiges Reisen.

Das Leben an Bord

An Bord des Scholar Ships bilden individuelle

kulturelle Hintergründe, Glaube, Werte und vor-

herige Lebenserfahrungen die Basis unserer

internationalen Lerngemeinschaft. Diese Bord-

gemeinschaft integriert akademische, kulturelle

und soziale Erfahrungen in Programmen, die

die persönliche und berufliche Entwicklung der

Studenten fördern. Mitglieder dieser inter-

nationalen, unterschiedlichen Gemeinschaft

werden zusammenwachsen, voneinander ler-

nen und unschätzbare lebenslange Beziehun-

gen auf der ganzen Welt entwickeln.

Undergraduate (Studenten) Programme

Während des Bachelor, Diplom oder Magister-

studienganges müssen/ können Studenten ein

Auslandssemester absolvieren. Nach erfolgrei-

chem Abschluss des The Scholar Ship Programmes

erhalten die Studenten das Certificate in Inter-

cultural Leadership und mindestens 30 ECTS

Punkte. Sie können sich aus fünf verschiede-

nen Schwerpunkten einen auswählen:

International Business and Communication,

Sustainable Development, Conflict Studies,

Global Cultures and Social Changes, Worlds of

Art and Culture.

Postgraduate (Absolventen) Programme

Für Absolventen gibt es neben dem „einfachen“

Auslandssemester nach dem Bachelorstudium

(Postgraduate Certificate in International

Communication) viele Möglichkeiten, um einen

Masterstudiengang in Zusammenarbeit mit

unseren Partneruniversitäten zu absolvieren.








Master in International Relations

Master in International Communication

Master in International Business

Master of Commerce in Business

Maestría en Comunicación

Master of International Studies and

Diplomacy

Sowie auch doppelte Masterabschlüsse

The Scholar Ship

Nicole Niedack – Regional Manager

0172-314 87 56

NNiedack@TheScholarShip.com

www.TheScholarShip.com


Saint Mary’s University

Study in Nova Scotia – Home of Most Amazing Natural Wonders

Founded in 1802, the university has a long tradition of academic

excellence in teaching and research. Saint Mary’s University is a

thoroughly modern urban university with a population of 8.800 students.

Graduates and students from around the world, including Germany,

describe it best when they talk about the spirit of the Saint Mary‘s

community and school pride, the quality of the programs, and the

individual attention that students receive. With a population of 1.300

international students from 94 countries Saint Mary’s University campus

has a distinctly international flavour, where students learn to become

true global citizens.

Arts, Commerce and Science

The Faculty of Arts provides a supportive learning environment for you.

Getting a Saint Mary’s comprehensive and innovative Arts education

ensures you have the right qualities for today’s workforce. With more

than a 200-year tradition our professors and researchers will work with

you to ensure that you reach your education goals.

The Sobey School of Business is accredited by the prestigious AACSB

International (www.aacsb.edu). Recognized internationally, AACSB

accreditation ensures that employers and graduate schools around

the world recognize the quality of Sobey School graduates. The Sobey

School is a world-class business school, ranked 4th in Canada, with

state-of-the-art facilities and educational tools designed to make it easier

for you to study and succeed.

Saint Mary’s Faculty of Science will help you develop your skills for

analyzing complex situations or data. You will have the chance to

participate in cutting-edge research either as a summer student or in an

honours project. Saint Mary’s is also proud to offer the only astrophysics

undergraduate, Master’s and PhD programs in Atlantic Canada. The

Astronomy Department operates the Burke-Gaffney Observatory, which

houses a 40cm telescope, used for teaching, public tours, and research

projects which include searching for extra-galactic supernovae, and

charting the orbits of asteroids in the solar system.

One University. One World. Yours

Saint Mary’s University’s active presence on the international scene

is an exceptional advantage for students. It has been argued that

internationalization – integrating a stronger international/ intercultural

dimension into teaching, research and community service – may well be

one of the “mega trends” in university education in many countries for

the 21st century. There is a high level of consensus among universities

that the key rationale for internationalization efforts is to “prepare

graduates who are internationally knowledgeable and interculturally

competent.”

Please note that Saint Mary’s has a number of programs that are

“international” by their very nature. These include:






International Development Studies (graduate and undergraduate)

Asian Studies

Women’s Studies (graduate)

Global Business

Modern Languages (Arabic, Mandarin, Japanese, French, Spanish,

German, Italian)

Programs such as Environmental Science, Geography, Criminology, and

Studium – 41

Marketing, just to name a few, also have major portions of their programs

which are internationally focused. Saint Mary’s Teaching English as a

Second Language (TESL) centre offers students the option to upgrade

their language skills before moving into academic programming.

Monica Wood

Director, Student Recruitment

Saint Mary‘s University, Canada

001-902-420-5070

monica.wood@smu.ca

www.smu.ca


42 – Studium

Jura auf Französisch in Genf

Viel mehr als Schweizer Käse

Folgender französischsprachiger Ort schien die Voraussetzungen für

ein interessantes Austauschsemester zu erfüllen: Genf, die Stadt am

letzten Zipfelchen der Schweiz, 20 Minuten zu Fuß von unserem altbe-

kannten Nachbarn und Euroland Frankreich entfernt. Schon während

der Semesterferien zog ich nach Genf, um die angebotene Hausarbeit

im Bürgerlichen Recht für Fortgeschrittene zu schreiben. Die Erstellung

der schriftlichen Arbeit beanspruchte circa fünf Wochen Zeit, sodass

mir neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem gestellten Sach-

verhalt auch ein wenig Zeit blieb, mich vor Semesterbeginn auf eine

neue Stadt einzustellen. Nebenbei beschäftigte ich mich mit den mir bis

dahin unbekannten, aber durchaus delikaten Unterschieden zwischen

den französischen und schweizerischen Vokabeln. Denn bereits die

erste Bestellung eines Café au lait wurde mit leichtem Unverständnis

quittiert und der Begriff des „Renversés“ prägte sich mir bald ein.

Aufgrund ihres enormen Angebots an Veranstaltungen, Vorlesungen

und Seminaren im internationalen Rechtsbereich, ihres guten Rufs und

nicht zuletzt auch wegen der französischen Unterrichtssprache hatte

ich mich für die Universität Genf entschieden. Ferner bildete auch der

bereits erwähnte Schein im Bürgerlichen Recht für Fortgeschrittene,

der an allen deutschen Universitäten anerkannt wird und auch mein

letzter sein sollte, einen weiteren Grund für meine Bewerbung. Für mich

bot sich in Genf die interessante Möglichkeit ohne Zeitverlust sowohl

mein reguläres Studium studienplanmäßig zu absolvieren, als auch

gleichzeitig einen Einblick in ein anderes Rechtssystem zu erlangen.

Die Übung im Bürgerlichen Recht für Fortgeschrittene stellte sich dabei

als große Herausforderung dar: Aufgrund der kleinen Gruppen (circa

20 Personen) bot sich erstmals die Gelegenheit, viele Fragen in und au-

ßerhalb der Vorlesung stellen zu können und die volle Aufmerksamkeit

des Professors bei Verständnisschwierigkeiten zu bekommen. Ferner

wurden die Hausarbeiten und Klausuren mit derselben Gründlichkeit

und Sorgfalt korrigiert, sodass jeder Teilnehmer eine detaillierte Ana-

lyse seiner Arbeiten erwarten konnte. Diese umfassend intensive und

aufmerksame Betreuung durch den Professor und die Assistenten hat

mich sehr beeindruckt. Ebenso haben wir in den Übungen einige exa-

mensrelevante Klausurfälle besprochen, durch die wir ein wenig an die

Examensvorbereitung herangeführt werden sollten.

Neben der Übung im Bürgerlichen Recht besuchte ich ausschließlich

Vorlesungen in französischer Sprache. Da ein Grund für mein Auslands-

semester in Genf die Vertiefung meiner Französischkenntnisse in fach-

spezifischer Richtung darstellte, entschied ich mich, an einem Seminar

über Menschenrechte teilzunehmen. Dieses lief über das ganze Semes-

ter und bot mir die Möglichkeit, mich mit vielfältigen Texten in französi-

scher Fachsprache, den entsprechenden Termini auseinanderzusetzen

und auch eine Seminararbeit anzufertigen. Das Thema konnte ich bis

zu einem bestimmten Grad selbst wählen und wurde hierbei, wie auch

beim späteren Anfertigen der Arbeit, in jeglicher Hinsicht von dem lei-

tenden Professor sowie seinem Assistenten unterstützt. Durch diese

Seminararbeit bekam ich nicht nur die Chance, einen tieferen Einblick

in die Arbeitswelt einer internationalen Organisation zu erhalten, son-

dern auch, juristische Gutachtentexte auf Französisch zu verfassen.

Neben meiner Wissenserweiterung im Bereich des fachspezifischen

Französisch, konzentrierte ich mich auf die Verbesserung meiner Fran-

zösischkenntnisse an sich, weshalb ich noch einen Grammatik- und

einen Mediensprachkurs besuchte. Letzterer beschäftigte sich vor

allem mit der Alltagssprache von Zeitungen und Fernsehen, sodass

ich auch auf diesem Gebiet meinen Wortschatz umfassend erweitern

konnte und diesen dann auch in regelmäßigen Referaten aktiv anwen-

den musste. Dieser Sprachkurs war für mich von zentraler Bedeutung,

da er mir insbesondere im Rahmen von zwanglosen und freien Unter-

haltungen mit Professoren wie mit anderen Studenten extrem geholfen

hat. Seitens der Universität Genf werden diverse Sprachkurse auf ins-

gesamt drei unterschiedlichen Niveaus angeboten, die Gebiete wie Gram-

matik, Sprechen und Schreiben sowie spezifische Themen abdecken.


Rückblickend auf die fünf Monate kann ich trotz größerer und

kleinerer Widrigkeiten sagen, dass es sowohl in fachlicher als

auch in persönlicher Hinsicht eine Bereicherung war. Hinsicht-

lich des Studiums würde ich Jurastudenten jedoch empfehlen,

ein ganzes Jahr anstatt nur ein Semester zu bleiben. Durch die

Ausarbeitung meiner Seminararbeit, die ich mehr oder weniger

parallel zu meinem großen Schein im Bürgerlichen Recht absol-

vierte, hatte ich stets Zeitprobleme in Bezug auf die anderen

Fächer und war oft dem starken Druck ausgesetzt, allen An-

forderungen gerecht zu werden. Ich kann einen einsemestri-

gen Aufenthalt nur denjenigen empfehlen, die bereits vor ihrer

Ankunft in Genf sowohl im deutschen Zivilrecht als auch in der

französischen Fachsprache ein sehr fundiertes Wissen besitzen

und auch bereit sind, konsequent zu arbeiten.

Das Leben im Ausland stellt sich gerade am Anfang eines Aus-

tauschjahres als durchaus kompliziert dar. Man muss sich nicht

nur im Alltag einer anderen Kultur organisieren und dabei ler-

nen, sich und seinen gewohnten Tagesablauf zu integrieren,

sondern auch die neue Umgebung in sein Leben einzubringen.

Aufgrund der permanenten Nähe von anderen Austauschstudie-

renden aus aller Welt, musste ich jedoch nur selten das Gefühl

von Heimweh erleben und konnte bereits am Anfang feststel-

len, dass sich alle letztendlich über dieselben Fragen den Kopf

zerbrechen. Schließlich kann ich jedem ein Auslandssemester

bzw. ein Auslandsjahr an der Universität in Genf nur empfehlen.

Unerwähnt sollten dabei für alle Wintersportler wie Sommer-

freunde nicht die Nähe zu den Alpen und die perfekten Segel-

und Rudermöglichkeiten auf dem Lac Léman bleiben. Für Kul-

turfreunde gibt es eine erstaunlich große Auswahl an Museen,

Theater- und Opernaufführungen sowie alle Kinofilme in Origi-

nalsprache! Natürlich ein Muss für alle Gourmets unter uns: ge-

schmolzener Käse als Schweizer Nationalgericht. Fondue-Käse,

Raclette-Käse und auch Rivella sind für den adaptierten Aus-

tauschstudenten nicht mehr wegzudenken. Zu guter Letzt ist

eins ganz sicher: In Genf ist man niemals ein Ausländer.

Aufgrund der großen Anzahl an Hauptsitzen von internationalen

Organisationen ist Genf nicht unbedingt eine Projektion einer

traditionellen Kleinstadt in der Schweiz, dafür aber das Ebenbild

von Internationalität.

Die Jurastudentin Martina Terzic, 23 Jahre, hat im Anschluss an

ihr Semester in Genf ein zweites Auslandssemester in Spanien

begonnen.

SSA07 München Anz 109x268 16.02.2007 9:36 Uhr Seite 1

V E R A N S TA LT E R :

STUDIUM,

AUSBILDUNG,

KARRIERE:

START

SCHUSS

ABI

Studium – 43

DIE INFO-VERANSTALTUNG

FÜR SCHÜLER

IN DER OBERSTUFE

27.10.2007 RUHRGEBIET

1 7.11.2007 STUTTGART

DEINE CHANCEN IN STUDIUM UND BERUF

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44 – Studium

Studies in

American

Language

www.sal.sjsu.edu

• Academic and

TOEFL Prep English

Semester at SJSU

• MBA Preparation

• Communication and Culture

San José, California

San José State University

Foundation

Französisches Flair

Wirtschaft im Straßencafé

Wir sitzen in einem kleinen Straßencafé und trin-

ken Espresso. Die Augen folgen den Passanten,

ab und zu fällt ein kurzer Kommentar. Eigentlich

sind wir zu träge zum Reden, die milde Oktober-

sonne macht uns schläfrig. Das Straßencafé

liegt an der Place Erlon, die Place Erlon befindet

sich in Reims, und Reims wiederum ist eine

kleine Stadt in Frankreich, etwa 180 km östlich

von Paris.

Meine Mitkaffeetrinker und ich studieren seit ein

paar Monaten hier. Der Studiengang nennt sich

Internationale Betriebswirtschaftslehre. Begon-

nen habe ich ihn vor etwa zwei Jahren an der

European School of Business in Reutlingen. Das

Studienprogramm sieht drei Studiensemester so-

wie ein Praxissemester in Deutschland und das-

selbe noch einmal im Ausland vor. Die Tatsache,

dass ich jetzt im fünften Semester hier in Frank-

reich bin, ist ein Eingeständnis an meine Fran-

zösischkenntnisse. Aber eigentlich schlage ich

mich ganz gut durch. Den Lehrern zu folgen ist

seltsamerweise überhaupt kein Problem, was

daran liegen mag, dass sie alle bezüglich lang-

samer und deutlicher Aussprache instruiert wor-

den sind. Das selbstständige Schreiben gestal-

tet sich etwas schwieriger, aber wozu hat man

denn seine französischen Mitstudenten? Etwa

die Hälfte der circa 150 Studierenden in mei-

nem Semester sind Franzosen, die anderen kom-

men aus Italien, Großbritannien, Spanien, Irland,

den USA, Mexiko, Australien, China und natür-

lich Deutschland.

Bis vor einer halben Stunde waren meine Mitkaf-

feetrinker und ich noch fleißig mit unseren Lap-

tops beschäftigt. Hausarbeiten werden hier sehr

groß geschrieben. In multinationalen Gruppen.

Bei uns heißt das: zwei Deutsche, ein Chinese,

eine Mexikanerin und der Quotenfranzose fürs

Korrigieren. Diesmal war es eine vom Umfang

her recht kleine Hausarbeit im Bereich Mar-

keting. Alle hatten sich gut vorbereitet, sodass

ein Samstag genügte, um eine druckfertige Ver-

sion zu produzieren. Jetzt also die verdiente Er-

holung im Café. Für heute Abend stehen noch

die Übungsaufgaben für Finanzierung in meinem

Terminkalender, für den morgigen Sonntag ab

10 Uhr wieder Gruppenarbeit. Mit einer anderen

Gruppe, für ein anderes Fach. Ein Zuckerschle-

cken ist es nicht, das Studium am CESEM, dem

Centre d’Etudes Européennes de Management.

Der Stundenplan variiert von Woche zu Woche,

manchmal haben wir bis zu zehn Zeitstunden

Vorlesung am Tag. Dazu kommen die zahllosen

Hausarbeiten und natürlich die Prüfungsvorbe-

reitung. Das ist dann der Hammer am Ende des

Semesters: zehn Prüfungen, Dauer zwischen

eineinhalb und drei Stunden, an nur vier Tagen.

Gleichzeitig müssen wir uns für das im An-

schluss anstehende Praxissemester bewerben.

Viel geschlafen wird also nicht in den fünf Mo-

naten hier in Reims.

Der Unterricht selbst erinnert mich sehr an

meine Schulzeit. So richtig mit Aufzeigen, wenn

man was fragen will. Unser Semester ist in drei


feste Klassen eingeteilt, nur für den Sprachunterricht ändern sich die

Gruppen. Diese Verschulung der Uni ist ganz normal in Frankreich und

mag daran liegen, dass die Franzosen deutlich jünger als wir Deutschen

sind, wenn sie mit dem Studium beginnen. Ein bisschen Drill wird darum

für nötig erachtet. Das verschulte System hat aber auch große Vorteile.

Wer sich etwas schwer mit der Selbstdisziplin beim Lernen tut, dem

wird hier jede Sorge abgenommen, da man ständig mit Hausarbeiten

beschäftigt wird. Außerdem weiß man immer ganz genau, was in den

Prüfungen abgefragt wird; genau wie in der Schule, eben der im Unter-

richt durchgenommene Stoff und nichts darüber hinaus.

Die Herbstsonne blinzelt, wir blinzeln auch. Am Nebentisch wird

Champagner serviert. Ein Handy piepst. Ob wir heute Abend noch mit-

wollen, Treffen um 23 Uhr im Café Latino. Nun ja... wenn ich mich mit

meinen Übungsaufgaben beeile... Man studiert schließlich nur einmal.

Carpe diem!

Friederike von Redwitz, 25, hat ihr Studium im Sommer 2006 abge-

schlossen. Derzeit macht sie in München ein Volontariat in der

Pressestelle einer großen Consulting Group.

summer @ UCLA

email: international@summer.ucla.edu

tel: 310.825.4101, 9am - 5pm, Monday - Friday

w w w . s u m m e r . u c l a . e d u

Studium – 45

Internships

More than 500 courses

selected from the

regular curriculum

that carry full UCLA

academic credit

Wide range of courses

open to high school

students in

grades 10-12

Convenient six- and

special eight- and

ten-week sessions

Convenient on-campus

housing available with

and without meal plans

07


46 – Studium

Innovative in the

heart of Europe

Get to know five Maastricht

University programmes through

the stories of the students below

Maastricht University, or Universiteit Maastricht (UM) in Dutch, has

a strong European and international outlook, as you will immediately

realise from its broad range of internationally-oriented study

programmes. During your studies you will work using Problem-Based

Learning, an educational model that is centred on you, the student.

Another thing that makes UM special is its academic research, which

is focused on current issues in today’s modern, globalised society.

Then you have the location, Maastricht, one of the oldest cities in the

Netherlands that sits at the crossroads of different cultures and in the

heart of Europe. The city is also known for the Maastricht Treaty (1992),

which marked the establishment of the European Union. Europe has a

special significance for the university, and this is reflected in every area

of its operations.

For more information about the UM programmes, please visit:

www.unimaas.nl and the Extra Open Day of Maastricht University:

Wednesday 6 June 2007

European Law School

The European Law School programme gives you the opportunity to get

to know the different legal systems of the most influential European

countries, and to gain an insight into both American and international

legal systems. This knowledge will make it possible to choose where you

want to work once you’ve graduated.

It worked out perfectly

“I’m German, and lots of people ask me why

I chose to study in Maastricht. They ask me

if it’s possible to go study in the Netherlands

with a non-Dutch diploma. Of course it is! They

also wonder how I ended up here. I started

studying law at a university in Germany,

but I was somehow disappointed with the

educational system there because it consists

mostly of lectures. I also had to take minors that were not specifically

aimed at law. When I heard of Maastricht University and the European

Law School I was very interested. The educational system in Maastricht

is very different, dealing with practical legal problems in small groups.

That was exactly what I was missing in Germany. So I took a chance –

and transferring to Maastricht has worked out perfectly for me!”

Peter Birk, Germany

Third-year European Law School student


Faculty of Economics and Business Administration

For years, programmes offered by Maastricht University have achieved

top-rankings in Dutch magazines like Elsevier, but also by the Dutch

Government inspection. Next to these national proofs of quality, the Faculty

of Economics and Business Administration has additional proof of offering

top quality education on an international level, as it has been accredited

by both the American AASCB and the European Equis, two international

accreditation organizations. Only about forty universities in the world can

say the same thing!

Ranked and accredited as one of the best

“During my study in International Business,

I have learned to work in teams because of

our small scale education system, and have

become used to studying and working in an

international atmosphere due to the many

international students and my study abroad

period in Hong Kong. And now, as I am close

to the end of my studies and have started to look for a challenging job to

begin my professional career, I experience that especially international

companies value these skills of Maastricht graduates. The rankings and

accreditations help me proof to a future employer, also to those abroad,

that my education at Maastricht University has been an ideal preparation

for a successful international career!”

Faculty of Health, Medicine and Life Sciences

Colin Bom, the Netherlands

Third-year International Business student

The merger of the faculties of Health, Medicine and Life Sciences has created

a unique profile and a synergy between medical, molecular life sciences

programmes. The bachelor programmes offered include General Health

Sciences, Medicine, Molecular Life Sciences and European Public Health.

My vision is to improve the health of

Europeans

“European Public Health is a very

practical study which combines biological,

psychological and social health with

organisation and integration of health systems

in Europe. Students work with real life

problems about European health issues.

Polish people have not yet fully become part of Europe and do not have the

same perception of such illnesses like stress and burnout as they do in the

Netherlands for example. I want to break down the walls between Eastern

and Western Europe in the field of public health and I really have the

feeling that I, as a graduated European Public Health graduate, will be able

to achieve this as a result of the education received here in Maastricht!“

Ania Mikolajec, Poland

First-year European Public Health student

Faculty of Psychology

Psychology is about everything people do, feel and think. Psychologists

Studium – 47

want to understand, explain, predict and, if necessary, change how people

think and what they do. Think of anything you like and psychologists will

have studied it! If you come to Maastricht to study psychology, you’ll get

an introduction to all these different approaches. The distinction between

this and other psychology programmes is that the further on you get in your

programme, the more emphasis there will be on two important approaches,

namely cognitive psychology and biological psychology.

Psychology is the thing for me!

“Psychology in Maastricht is the ideal study for

me. There is a great atmosphere at the faculty, the

three-year bachelor’s programme is compact and

there are many master specialisations to choose

from. The bachelor’s programme covers a vast

variety of topics within psychology. Knowledge

about human behaviour, the functioning of the

brain, and the different theories that psychologists

have are some of the topics discussed. I am especially interested in human

behaviour and how this is affected by the brain. I am also looking forward to

the Research Practical that will take place at the end of the second year. Then I

can set up my own research with a few other fellow students. Another positive

aspect of this study is that there are many possibilities to go abroad. I intend to

follow some electives in Spain during my third year.”

Knowledge Engineering and Computer Science

Johanna Hauke, Germany

Second-year Psychology student

Knowledge is the most important factor in modern society. We see many

problems that are very complex and are awaiting talented people. The

Knowledge Engineering programme trains students to come up with

solutions using the latest technological insights. The programme offers a

thorough foundation in application-oriented mathematics and computer

science and trains students to deal with projects in groups.

The ideal combination of applied mathematics

and computer science

“From the beginning I knew that I would like to study

mathematics or computer science. In Knowledge

Engineering I found the ideal combination of applied

mathematics and computer science. You are

working with exact sciences and can apply them

immediately. You are in fact a problem solver who,

with the help of techniques from artificial intelligence and mathematics, can

translate existing information in organisations into useful knowledge. You work

particularly on real problems in projects. That is one of the nicest parts of the

education programme for me. You immediately put what you have learned into

practice and therefore you remember everything much better.”

Jordi Heijman, the Netherlands

Third-year Knowledge Engineering student


48 – Studium

College-Contact.com

Auslandsstudium à la carte

College-Contact.com ist 1997 als erstes privat organisiertes Unternehmen

zur Unterstützung junger Menschen bei der Umsetzung ihrer Studien-

vorhaben im Ausland gegründet worden. Mehrere hundert Studierende

und Schüler der Oberstufe nutzen mittlerweile jedes Semester unsere

Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten zu Universitäten weltweit. Unsere

mehr als 130 Partnerhochschulen finanzieren dabei unser Marketing und

unsere für die Interessenten und Bewerber völlig kostenlosen Dienstleis-

tungen.

Der Sitz von College-Contact.com befindet sich im Zentrum für internati-

onale Bildung und Karriere in Münster zusammen mit anderen führenden

Unternehmen der Bildungsbranche.

Unsere Philosophie

Wir möchten ergänzend zu staatlichen und universitären Austausch-

programmen mit unseren Dienstleistungen mehr jungen Leuten die Mög-

lichkeit bieten, mit Hilfe eines akademischen Auslandsaufenthalts ihren

eigenen Horizont zu erweitern und beruflich konkurrenzfähiger zu wer-

den. Durch ein ständig wachsendes Angebot an Partnerhochschulen

weltweit möchten wir jedem Interessenten kostenlos ein individuell

zugeschnittenes Studienprogramm vermitteln können und somit den per-

sönlichen und akademischen Erfolg des Auslandsaufenthalts sicherstellen.

Unsere Angebotspalette

Folgende Studienprogramme kann College-Contact.com in seinem Unter-

nehmensnetzwerk weltweit anbieten:







Studiengänge mit Bachelor-, Master- und Ph.D.-Abschlüssen in allen

Fachbereichen an staatlichen und privaten Hochschulen

Semesterprogramme mit umkompliziertem Bewerbungsverfahren und

flexibler fachbereichsübergreifender Kurswahl

Summer Sessions für Schüler, Studierende, Berufstätige und Interes-

sierte

Aufbaustudiengänge und Weiterbildungen für alle Zielgruppen

Prüfungsvorbereitungskurse, spezialisierte Seminare und Trainings für

Berufstätige (Einzelpersonen und Gruppen)

Möglichkeiten zum Studium ohne Abitur

Kontakt & Informationsmöglichkeiten

Mit www.college-contact.com betreuen wir eine umfangreiche und er-

folgreiche Internetseite zum Thema „Studieren im Ausland“ auf der Inte-

ressierte Informationen zu allen Themen rund um das Auslandsstudium

finden:

Detaillierte Profile unserer Partnerhochschulen mit ausführlichen

Informationen zu Studienangeboten sowie Bildergalerien und

Videopräsentationen, Broschüren und Bewerbungsformulare,

Studien- und Hochschulführer für zahlreiche Länder, Erfahrungsberichte

ehemaliger Auslandsstudenten, Neuigkeiten, Foren und Artikel zum

Auslandsstudium als auch Veranstaltungshinweise und Tipps.

Unser kompetentes Team von Studienberatern, die alle selbst über Aus-

landsstudienerfahrung verfügen, helfen gern bei der Auswahl einer pas-

senden Hochschule und eines geeigneten Programms. Wir sind täglich

sowohl per Telefon, per Email und natürlich vor Ort in unserem Beratungs-

zentrum erreichbar und freuen uns darauf, euch bei eurem Weg ins

Ausland zu begleiten und zu unterstützen.

College-Contact.com

Zentrum für internationale Bildung und Karriere

Geiststraße 49

48151 Münster

Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 - 12.30 und 13.30 - 17.00 Uhr

0251-53959524

beratung@college-contact.com

www.college-contact.com


Liberal Arts: A Philosophy

American College Life in the Netherlands

None of my friends knew where Middelburg is

located. As a matter of fact, very few people

seem to have heard of this small yet charming

town. This excludes Dutch people. However, they

usually shake their heads when they find out I go to

college there. And I have to admit, they do have a

point. Middelburg is not a typical, vibrating student

town such as Berlin, where I am originally from. It

lacks a boosting nightlife, museums and cultural

diversity, but it has its own captivating charm

housing a small harbor, a busy marketplace and

picturesque Graachten. It is one of those towns

that have kept their authenticity. Yes, there is a

McDonalds and an H&M, but next to these chains

are cute little shops owned by local people, passed

on over centuries, selling local goods. Middelburg

is home to Roosevelt Academy, a small Liberal

Arts College with an international atmosphere.

It consists of four departments: Academic Core,

Arts and Humanities, Science, and Social Science.

Liberal Arts Colleges can mainly be found in the

USA or Canada. When I was an exchange student

in Alaska, I got to know the university system

and was very much impressed by the freedom of

choice in courses that is typical for the Liberal Arts

system. Unfortunately, the tuition fees in those

countries are exceptionally high. The Netherlands

therefore presented an excellent alternative to

the Northern American countries. Three Liberal

Arts Colleges, designed after their counterparts

in the United States, were founded over the last

few years: The University College of Maastricht,

the University College of Utrecht and Roosevelt

Academy. The tuition fees for any university in

the Netherlands amounts to about 1.500 Euros a

year. Each year EU-students can apply for study

financing (Studiefinanciering) through the IB-

Groep (Informatie Beheer Groep, similar to the

German ZVS). The Dutch government then usually

refunds about 1.000 Euros.

My first semester at Roosevelt Academy ended in

December, and thus it was time for a little resume

of the first months of time-consuming studies,

cultural adaptation and intense socializing. Soon

after I had sent my application to Middelburg, I

was called for an interview by the Dean. During

our conversation I was questioned about my

Curriculum Vitae and my study habits as well as my

attitude towards studying. The Dean immediately

told me that I was accepted. Shortly after, I

received my new address and packed my bags to

move to the Dutch province called Zeeland. When

I started university in late August, I already knew I

was interested in the great variety of courses the

Social Science Department offered. The academic

year started of with an Introduction Week for all

freshmen organized and run by students. Through

BBQs, bar hopping, games and beach days we

got to know the town and the university. We thus

Studium – 49

UDMHSC is a WHO listed and

internationally accredited

medical school. We offer foreign

students medical foundation,

M.D., D.M.D. and Doctor of

Pharmacy graduate programs,

and M.Sc. in Public Health

master programs. The language

of instruction is exclusively

English!

At present some 1200

international students enrolled

in our programs represent

countries from around the world,

particularly:








Canada

Germany

Israel

Scandinavia

USA

Korea

Vietnam.

University of Debrecen,

Medical and Health Science

Center (UDMHSC)

General Medicine & Dentistry &

Pharmacy Programs

International Educational Center

University of Debrecen,

Medical and Health Science Center

H-4032 Debrecen,

Nagyerdei Krt.98, HUNGARY

Tel: +36 52 447 751

Fax: +36 52 414 013

Web: http://www.edu.dote.hu

E-mail: info@edu.dote.hu


50 – Studium

Edith Cowan University

Perth, Australia

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• Over 300 courses at Bachelor and

Masters level, including Study Abroad

programs

• Key strengths in Business, Computing,

Health Sciences, Education,

Communications and the Arts

• Perth - a friendly city with beautiful

beaches, offering a great lifestyle

quickly settled into our new homes and became acquainted with our

roommates. An important part of the student culture is partying, and we

did a lot of that during the first week of the semester.

All of us had to take an English test so we could be placed in an English

course appropriate to our language proficiency. As all classes at the

university are taught in English, students are required to meet certain

language requirements. Those who have trouble expressing themselves

properly can take English courses during the summer. After the English

tests were evaluated, we finally got our class schedules. Students take

four courses each semester. A few of them, such as Statistics offered

by the Academic Core Department, are compulsory for every freshman.

When I heard that I had to take four courses only, I did not believe I

would end up with such an immense workload. During the interview the

Dean had told me that I was expected to work about 56 hours a week on

my studies and that it probably would not be possible to have a part-time

job. Back then I thought he was exaggerating. A couple of weeks into the

semester though I noticed that I needed those hours if I wanted to keep

up with the many reading assignments and homework in my classes.

I also had to prepare presentations, write papers, essays and reviews,

do research and interviews for projects and so on.

The first half of the semester demanded a lot of time and self-disci-

pline. In order to receive a sound education, students at Roosevelt

Academy are required to take classes from different fields of studies:

The Science Department includes subjects such as Chemistry, Phy-

sics and Biology. Politics, Anthropology and Psychology for example

are offered by the Social Science Department. Creative minds longing

for an education in the fields of Theater, Music, Art, History and Religion

strive for a major in Arts and Humanities. Students have to choose a

major at the beginning of their second year. Keeping in mind certain

restrictions and regulations, they are able to design their own programs.

Study...and explore!

A U S T R A L I A

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CRICOS IPC 00279B


Interesting for many students are interdisciplinary majors: The so-

called tracks (i.e. one track equals three courses in Sociology) are not

merely completed in one department but in two or three.

Roosevelt Academy is a small institution. By next year about 600 students

will be enrolled. All students are required to live on campus for the whole

three years as the residential experience is believed to engage the

students more deeply in the academic experience. The campus consists

of three university buildings called Theodore, Eleanor and Franklin and

three student dormitories scattered around town, all within ten minutes

reach of the main buildings. Living on campus enables students to keep

a close relationship with the faculty members. Learning is fundamentally

characterized by active student involvement, regular efforts to link

theory and practice, frequent faculty contact, ongoing assessment and

feedback. Classes are small; the maximum number of students in one

class is 30. That keeps the lectures personal and allows room for intense

discussions. As a unique and interesting institution, the Academy puts

emphasis on the development of the whole person. In Europe, Liberal

Arts Colleges are not yet well known. In America though the number

of Liberal Arts Colleges increases continuously and because their

graduates are generally balanced, flexible, creative and prepared for

constant learning, businesses and industrial enterprises are more and

more interested in hiring them.

In the beginning, a newly founded College struggles with problems of

course. Even though the Academy is an English-speaking institution,

many Dutch students keep on talking in their mother tongue. This

especially annoyed me in the beginning as it always excludes one

from conversations and makes you feel as if you do not belong to the

community. There are many administrative problems, which eventually

will be solved over time, but as for now they can be awfully frustrating.

An aspect that particularly upsets me is the required high Grade Point

Average needed to be allowed to attend exchange programs during

the 4th or 5th semester. For international students the high rent and the

badly-equipped dorm rooms present a further problem. Many arrive by

plane and have difficulties affording the necessary furniture, transporting

it or constructing it themselves.

Attending a College that is modelled after an American institution

involves fun activities such as Proms, Halloween parties and the

existence of sororities or fraternities. Motivated teachers and students

organize field trips around the country and help to explain the Dutch way

of life to international students. Traditions like Sinter Klaas (the Dutch

“Nikolaus“) were unknown to me and daily trips to the supermarket or

bank presented a linguistic challenge. Luckily, most Dutch people speak

English very well, are friendly and willing to help. To make the cultural

adaptation as smooth as possible, international students are required

to take a Dutch language course for at least one semester. So far,

Roosevelt Academy has taught me a lot. I learned to think critically, argue

logically and think open-mindedly when it comes to new ideas. I can now

structure essays, deliver a high-quality presentation and express myself

academically. During the last months I learned a lot about myself. All the

challenges I have overcome have been worth the effort and have been a

great learning experience.

Jasmin Reitzig, 21, studies Human Geography at a Liberal Arts &

Studium – 51

Sciences University College, the Roosevelt Academy, in the Netherlands.

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52 – Jobs & Praktika

Das Land der guten Laune

Familiensinn und Arbeitsalltag in Mexiko

Mexiko ist ein Land voller Farben, mit täglichem Sonnenschein und vielen

Feiern. Ich hatte das Glück, meine Träume Realität werden lassen zu

können und zu erfahren, wie es sich im Alltag mit den Mexikanern lebt

und arbeitet. Als Teil meiner praktischen Ausbildung zur approbierten

Apothekerin verbrachte ich sechs Monate in der pharmazeutischen

Industrie bei BAYER de México. Indem ich telefonisch Kontakt zu phar-

mazeutischen Unternehmen aufnahm, von denen ich einige in der Metro-

pole Mexiko Citys vermutete, habe ich das Praktikum selbst organisiert.

Bereits der Landeanflug auf diese im Tal gelegene Stadt ist ein Erlebnis

für sich und lässt ihre pulsierende Energie spüren. Jeden Tag faszinierte

mich die Masse an Autos und Verkehrsspuren sowie das Alter der öffent-

lichen Busse aufs Neue. Die mexikanische Gelassenheit bekam ich vom

ersten Tag an bei der Beförderung zu spüren. Für umgerechnet acht Cent

ließ ich mich täglich bei ungefähr 15km/h durchruckeln und schmollte

den Busfahrer an, der alle 50m hielt, um neue Fahrgäste mitzunehmen.

Auch wenn es in Mexiko möglich ist, an jedem beliebigen Punkt einzu-

steigen, sollte man dabei jedoch nie vergessen, den Arm auszustrecken.

Man stünde sich sonst die Beine in den Bauch! Für mich war bereits in

den öffentlichen Verkehrsmitteln die klassische Arbeiterschicht erkenn-

bar: Wer es sich leisten kann, und das können bei dem Verkehr in Mexiko

anscheinend sehr viele, kauft sich ein Auto. Eine Führerscheinausbildung

gibt es nicht, man macht nur eine Fahrprüfung und erhält die Licencia.

Damit ist das Verkehrschaos vorprogrammiert, und es wird von den vie-

len alten Autos noch gefördert. Den TÜV-Test würden diese Fortbewe-

gungsmittel vermutlich nicht bestehen.

So wenig Wert die Mexikaner auf ihre Autos legen, beim Umgang mit

Ausländern konnte ich nur eine ausgeprägte Freundlichkeit feststellen. In

der Firma begegnete ich jeden Tag fremden, jedoch stets lächelnden Ge-

sichtern und einem freundlichen „Buenos Días!“ Als Nichtmexikanerin

wurde ich in dem relativ kleinen Produktionsstandort schnell identifiziert.

Aber das hatte nur unglaubliche Hilfsbereitschaft und sofortige Verfüg-

barkeit bei Fragen meinerseits zur Folge. Da ich im Unternehmen sowohl

im Büro arbeitete als auch direkt der Produktion beiwohnen konnte,

musste ich mich schnell in verschiedene Teams einordnen. Englisch wird

in Mexiko, wenn überhaupt, nur wenig oder schlecht gesprochen. So

blieb mir nichts anderes übrig, als mich in der Landessprache verständ-

lich zu machen. Das stellte jedoch überhaupt kein Problem dar. Denn mit

einigen Grundkenntnissen und der klaren Aussprache war kaum ein Ver-

ständigungsproblem vorhanden. Da die Mexikaner ein sehr kommunika-

tives Volk sind, wird gern und viel erzählt und wenn nötig, mehrmals wie-

derholt. Ich habe auch in dieser Hinsicht die Mexikaner sehr für ihre

Geduld bewundert.

In den sechs Monaten durchlief ich drei Stationen. Während ich im Büro

eigene kleinere Aufgaben am Computer erledigte und mich mit umfang-


eichen spanischen Texten auseinandersetzen

musste, konnte ich bei der Produktion die Her-

stellungsleiter an den Maschinen begleiten.

Sofort nahm sich jeder Ansprechpartner Zeit,

mir alles zu erklären, sei es, wie eine Anlage

auf ein neues Präparat eingestellt oder mit wel-

chen Problemen gerade gekämpft wurde. Als

ich zum Schluss selbst nach spanischen Nach-

weisvorschriften im Labor arbeiten durfte, war

ich mit der Organisation des Praktikums sehr

zufrieden. Ich konnte nach dem halben Jahr

bestätigen, dass die Arzneimittel in Mexiko ge-

nauso sicher auf den Markt kommen wie in

Deutschland und die gleiche Sorgfalt Beach-

tung findet, wie es die weltweit geltenden Re-

geln zur Herstellungspraxis verlangen. Da ich

während des Mittagessens nicht nur Fachge-

spräche mit den Mexikanern führte, erfuhr ich

viel über das Arbeitsleben. Herrscht doch in

Deutschland oft die Ansicht der Mexikaner

arbeite nicht viel, so muss ich dagegen halten:

Ein Arbeitsverhältnis beginnt mit null Tagen

Urlaub, der Urlaubsanspruch steigert sich

im ersten Jahr auf sechs Tage und wird jähr-

lich um nur zwei Tage erhöht. Erst mit mehr als

zwanzig Jahren Betriebszugehörigkeit hat man

Anrecht auf etwa drei Wochen Urlaub im Jahr.

Allerdings gibt es in fast jedem Monat einen

Feiertag und es scheint, dass an solch einem

Tag ganz Mexiko auf den Straßen ist. Mit nur

wenigen Stunden Entfernung zum Pazifik und

dem besonders aus den achtziger Jahren als

Luxusurlaubsort bekannten Acapulco, erweisen

sich die Mexikaner als äußerst reisefreudiges

Völkchen. Dass für einen Wochenendausflug

für eine Strecke bis zu sechs Stunden Fahrzeit

hier in Deutschland wohl kaum denkbar.

Der Familie gehört das Wochenende, welches

gern auf dem Zucalo verbracht wird. Als zen-

traler Platz, vorhanden in wirklich jeder noch

so kleinen Stadt, ist er der Tummelplatz vieler

Paare und Familien. Mir gefielen besonders die

Pavillions um die früher flaniert wurde, um zu-

künftige Ehen zu arrangieren. Das sonntägliche

Familienessen ist in Mexiko eine Selbstverständ-

lichkeit. Apropos Essen, eines der Hobbys

schlechthin! Der Mexikaner kocht gerne und

noch viel lieber vertreibt er sich die Zeit mit

Essen. Neben all der Vielfältigkeit der Gerichte

– leider konnte ich mir bei aller Freude an der

Sprache die Namen nie merken – können ich

unbekümmert in Kauf genommen werden, wäre und meine Waage bestätigen, dass das Essen

isa-anzeige itchy 07 210x60+3 08.02.2007 13:35 Uhr Seite 1

ungemein lecker ist. Zudem ist es auf der

Straße sehr billig und – entgegen aller Befürch-

tungen – verträglich. Denn welches Bakterium

kann sich schon hundert Grad heißem schmo-

renden Fett widersetzen? Nachdem mich meine

Kollegen an einem Freitag die Tacos de Bistek

(mit Rindfleisch gefüllt) probieren ließen, gab

es für sie kein Erbarmen mehr. Ich bestand ab

diesem Zeitpunkt jede Woche aufs Neue auf

meine Tacos. Tortillas auf der Straße sind für

die Mexikaner wie die Currywurst für uns

Deutsche. Das Weihnachtsfest und das Jahres-

ende wird mit einem üppigen Mahl gefeiert,

allerdings zu so später Stunde, dass einem der

Magen bereits in den Kniekehlen hängt. Es gibt

zwei Bräuche zu dieser Zeit: das vorweihnacht-

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Jobs & Praktika – 53

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54 – Jobs & Praktika

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lich stattfindende Zerschlagen der Piñata und das Essen von zwölf Wein-

trauben zur mitternächtlichen Stunde der Silvesternacht. Bei der Piñata

handelt es sich um selbst gebastelte Figuren aller Art und Größe, die mit

Süßigkeiten gefüllt sind. In einer geselligen Runde fröhlicher Mexika-

ner werden die Figuren zerschlagen, um sich danach auf den Inhalt zu

stürzen. Auf der Arbeit präsentierte übrigens jede Abteilung ihre eigene

Piñata, welche hoch in die Luft an eine Schnur gehangen und dort zer-

schlagen wurde. Besser und lustiger konnte Weihnachten gar nicht be-

ginnen.

Die Familie spielt im gesamten Leben eine sehr große und wichtige Rolle

in Mexiko. Für mich ungewohnt, lebt man bis zur Heirat mit Eltern, Groß-

eltern und Tanten etc. unter einem Dach, bis man eine lang andauernde

Beziehung ehelicht und erstmals zusammenwohnt. Die Mexikaner mach-

ten jedes Mal große Augen, wenn sie von mir hörten, was in Deutsch-

land Gang und Gäbe ist. Allerdings habe ich mit großem Erstaunen auch

feststellen müssen, dass das Durchschnittseinkommen deutlich unter

dem deutschen liegt, Preise für Grundnahrungsmittel in den Supermärk-

ten und Mieten proportional jedoch nicht niedriger sind. Dass es somit

zweier Einkommen bedarf, um sich ein Haus zu leisten und zu unterhal-

ten, wurde mir schnell klar. So lernte ich das Land von der Familien- und

Arbeitsseite her kennen und bewunderte im Allgemeinen die fröhliche

und, wie mir schien, unkomplizierte Mentalität der Mexikaner. Werden

Pläne gemacht, heißt es noch lange nicht, dass sie auch wirklich reali-

siert werden. Nachdem ich immer wieder mit neuen Ideen zum Thema

Geld oder Reisen meiner teilweise noch studierenden Freunde konfron-

tiert wurde, quittierte ich diese nach einiger Zeit nur noch mit einem Lä-

cheln und einem begeisterten „Ist ja toll! Klingt ja wirklich super...!“ In-

nerlich fragte ich mich schmunzelnd, wer denn wirklich seine Ideen um-

setzen und zur Realität werden lassen würde. Geredet und kommuniziert

wird viel, aber in Mexiko gilt wirklich das Motto: heute ist heute, morgen

ist morgen. Das machte das Leben für mich ein wenig unbekümmerter

und ließ mich lernen, den Blick nicht immer nur gen Zukunft zu richten,

sondern das Heute und Jetzt mit gutem Gewissen genießen zu können.

Wanda Guschel, 26, arbeitet mittlerweile bei einem französischen

Pharmaunternehmen und ist aus beruflichen Gründen viel im Ausland

unterwegs.


Herz in Lima gelassen

Musik im Blut mitgenommen

„Lima, was willst du denn dort?“, fragte mich ein Lehrer erstaunt,

als ich ihm erklärte, weshalb ich kurz vor dem Abitur nicht Mathe,

sondern Spanisch büffelte. „Weißt du denn nicht, dass die Stadt

nicht nur Hauptstadt Perus, sondern auch die des Drecks, des

Smogs und der Kriminalität ist?“ Um ehrlich zu sein, diese Frage hat

mich damals ziemlich erschrocken. Trotzdem oder vielleicht gerade

deswegen klammerte ich mich an die Vorstellung von dem Idyll der

Berge, Lamas und Inkas und beschloss, die Schauergeschichten

einfach zu verdrängen. Immerhin hatte ich schon zugesagt, als Frei-

williger ein Jahr lang an einer peruanischen Schule für behinderte

Kinder zu unterrichten. Einen Rückzieher zu machen, kam für mich

nicht in Frage. Als ich mich dazu entschloss, nach Peru zu gehen,

stand ich gerade mitten im Abitur. Mein Ziel war es damals, endlich

Abstand zu den Büchern, den Klausuren und mir selbst zu gewinnen

und das Leben einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Außerdem lockte das Abenteuer, etwas mir völlig Neues und Unbe-

kanntes kennen zu lernen. Der Umstand, dass hierzulande so wenig

über Peru bekannt ist, verstärkte meine Neugier und den Wunsch,

das Land zu entdecken.

Mein erster bleibender Eindruck von Lima war tatsächlich der Ge-

stank. Der Küstennebel, welcher die Stadt im Winter bedeckt hält,

verstärkt den Smog und belastet die Atemorgane. In der Anfangs-

zeit litt ich etwas unter diesen Bedingungen, doch bald schon ge-

wöhnte sich mein Körper daran, genau wie an das Essen von der

Straße, von dem ich anfangs wochenlang Durchfall bekam. Bei der

Ankunft am Flughafen begrüßte mich Elvira, die Lehrerin der Klasse

für die ich eingeteilt war. Dann chauffierte uns ein älterer Taxifahrer

in halsbrecherischem Tempo durch die Stadt, bis wir schließlich im

staubigen Stadtteil Chorrillos vor dem Eingangstor des Colegios

standen. Als sich das schwere hölzerne Schultor öffnete, glaubte

ich meinen Augen nicht zu trauen. Hier eröffnete sich uns ein riesi-

ger Garten. Eine Oase, die im scharfen Kontrast zu den staubigen

Straßen und halb verfallenen Gebäuden des Stadtteils steht.

Zunächst war ich für den Unterricht in der Unterstufe eingeteilt.

Zusammen mit Elvira und einem deutschen Zivi hatte ich vier Kin-

der im Alter von fünf bis dreizehn Jahren zu betreuen, davon zwei

mit Down-Syndrom und eine Schülerin im Rollstuhl. Der Unterricht

zielte darauf ab, möglichst spielerisch an den Schwächen der Kin-

der zu arbeiten, zum Beispiel in Form von einfachen Ball- und Brett-

spielen. Außerdem wurde ich dazu angeregt, viel Gitarre zu spielen

und mit den Kindern Lieder zu singen. Neben dem Schulunterricht

bietet die Christoferus-Schule auch Therapien an. Der momentane

Stolz des Colegios ist die neue Pferdetherapie. Leider können nicht

alle Schüler davon profitieren, da die Stunden viel Geld kosten und

somit für die meisten Familien unbezahlbar sind. Deshalb wurde ein

Fond ins Leben gerufen, der es allen ermöglichen soll, bei Bedarf

an einer solchen Therapie teilzunehmen. Bedauerlicherweise er-

hält die Schule keinerlei Unterstützung vom Staat, die Finanzierung

läuft deshalb ausschließlich über Spenden und Schulgebühren. Zum

Glück stehen diese im Verhältnis zum Einkommen der Eltern.

Manche bekommen auch die Möglichkeit, auf andere Art und Weise

etwas für die Schule zu tun, wie die Mutter einer Schülerin, die

jedes Wochenende die Klassenzimmer putzt. Für deren Familie sind

die regulären Schulgebühren unbezahlbar. Sie entsprechen in etwa

dem Monatsverdient ihres Mannes. Leider ist nicht sichergestellt,

dass dieses System auch weiterhin funktionieren wird. Die Schule

hat ernsthafte finanzielle Probleme und es besteht die Gefahr, dass

in Zukunft nur noch die Kinder wohlhabender Eltern aufgenommen

werden können.

Jobs & Praktika – 55

Dank der Herzlichkeit, mit der ich empfangen wurde, verging die

Phase der Eingewöhnung wie im Flug. Auch mein Spanisch verbesserte

sich rasch. Zwischen den sechs deutschen Praktikanten bildeten sich

schnell die ersten Freundschaften. Während jener Zeit zogen wir

oft zusammen los, um das Nachtleben Limas zu entdecken oder

quetschten uns in einen der winzigen Minibusse, um in ein Viertel

zu fahren, das wir noch nicht kannten. Mich faszinierte während

der ersten Wochen vor allem das Salsatanzen. In Peru existiert

eine Tanzkultur, die es hier in Deutschland so nicht gibt. Auf jeder

Party und jedem Familienfest wird getanzt. Schon die Kinder lernen


56 – Jobs & Praktika

das Tanzen auf eine natürliche Art und

Weise, als ob es eine Selbstverständlichkeit

wäre, wie die Fähigkeit zu sprechen oder

zu laufen. Neben dem Tanzen habe ich

während meines Aufenthalts außerdem

sechs Monate lang dreimal die Woche

abends einen Capoeirakurs (brasilianische

Kampfkunst) besucht. In Deutschland hätte

ich Probleme gehabt, den Kurs zu finanzieren.

In Lima kostete er nur 15,- € pro Monat.

Überhaupt ist das Leben in Peru sehr günstig.

Allerdings kann man dort nicht damit rechnen,

ein hohes Taschengeld gezahlt zu bekommen.

In meinem Fall mussten Kost und Logis aus-

reichen, zusammen mit etwas Essensgeld für

die Wochenenden und die Ferien. Um mir

etwas dazuzuverdienen, unterrichtete ich

eine Zeit lang in einer Art Volkshochschule

im Zentrum Limas Englisch.

Anfang Januar rückten die lang erwarte-

ten zweimonatigen Sommerferien näher. Während

der Ferien reiste ich als Backpacker durch

den Norden Perus, Ecuador, Kolumbien und

Venezuela. Höhepunkt der Reise war die

Teilnahme am Weltsozialforum in Caracas,

der wichtigsten Gegenveranstaltung zum

Weltwirtschaftsgipfel. Schon damals zeichnete

sich die Spaltung Venezuelas in Anhänger und

Gegner des charismatischen Präsidenten Chavez

ab. Ein Großteil der verarmten Bevölkerung

Venezuelas setzt große Hoffnungen darauf,

dass unter ihm endlich die gravierenden so-

zialen Ungleichheiten beseitigt werden.

Auch Peru hat mit sozialen Problemen zu

kämpfen. Die wohl größte Herausforderung

sind das Stadt-Land-Gefälle und die damit

verbundene Verelendung der Landbevölke-

rung. Die bekam ich vor allem im Laufe einer

Reise in das Hochland um Huaraz zu spüren.

Eingeladen von einem Freund, besuchten

wir dessen Eltern in einem kleinen Berg-

dorf namens Piscobamba. Die dort lebenden

Campesionos sind sehr arm und ihr Leben

unterscheidet sich kaum von dem ihrer Vorfah-

ren, der Inkas. Im Haushalt unserer Gastfamilie

gab es weder Toiletten noch fließendes Wasser

und im Garten traf man auf Hühner, Schafe,

Ziegen und Meerschweinchen. Während der

Osterfeier wurde ein Großteil der Tiere ge-

schlachtet. Für unsere Gastfamilie war das

ein ganz besonderes Ereignis, denn im All-

tag besteht deren karges Essen nur aus

Mais, Weizensuppe und gelegentlich etwas

Obst. Trotz des einfachen Lebens genoss ich

die Zeit und war froh darüber, dem hekti-

schen Alltag Limas für eine Weile entfliehen

zu können. Zurück im Colegio gab man mir

die Möglichkeit, die letzten zwei Monate in

einer anderen Klasse zu verbringen.

Dort hatte ich nun nicht mehr Kinder im

Grundschulalter, sondern sieben bereits

erwachsene Behinderte zu betreuen. Bald

war der Juni gekommen und das Ende mei-

nes Aufenthalts rückte unaufhaltsam

näher. Im Colegio verbrachten wir die Tage

vor allem damit, mit den Schülern das Thea-

terstück „Die Bremer Stadtmusikanten“

einzuüben. Die Proben nahmen viel Zeit in

Anspruch. Das Ergebnis war eine Auffüh-

rung, von der alle begeistert waren, allen

voran die Eltern. Ich selbst erlebte diesen

letzten Höhepunkt mit gemischten Gefühlen,

denn der Tag der Aufführung war gleichzei-

tig mein letzter Schultag und mir wurde be-

wusst, dass ich „meine“ Kinder an jenem

Abend zum letzten Mal sehen würde. Ehe

ich mich versah, saß ich auch schon im

Flugzeug und blickte wehmütig auf die Stadt

zurück, die mir zur zweiten Heimat gewor-

den war. Bis heute habe ich das Gefühl, ein

Teil meines Herzens befinde sich noch in

Lima. Die Fülle an Erfahrungen hat mich be-

reichert und meinen Horizont erweitert,

gleichzeitig aber vor das Problem gestellt,

meinen Platz und mein Leben in Deutsch-

land wieder neu definieren zu müssen.

Manchmal überkommt mich das Fernweh.

Dann höre ich tagelang Salsa, betrachte die

verstaubten Fotos und verliere mich in Erin-

nerungen an eine wunderschöne Zeit.

Jonas Nonnenmann ist 20 Jahre alt und seit

einigen Monaten freier Mitarbeiter bei einer

Regionalzeitung im Schwarzwald. Er hat ge-

rade sein Philosophie- und Englischstudium

aufgenommen.


„Selemat Datang. Nama saya Yvonne.“

Das war Indonesisch.

Nach einem endlosen Flug und einigen Zwischenstopps war ich in Ja-

karta gelandet. Eine heiße und tropische Luft strömte mir außerhalb des

Flughafens entgegen, genauso wie unzählige Gepäckträger, die in Mas-

sen auf westlich aussehende Menschen zustürmten und unbedingt das

Gepäck tragen wollten. Diesen Andrang überwunden und um einige Ru-

piah (Landeswährung) erleichtert, ging es im klimatisierten Auto zur Un-

terkunft. Aufgrund der knapp neun Millionen Einwohner, können auch

kurze Strecken sehr lang sein und es scheint, dass alle Einwohner am

Straßenverkehr beteiligt sind. Anders als in Deutschland ist hier jedes

Mittel recht, um als erster sein Ziel zu erreichen. Es wird gehupt, Licht-

hupe gegeben und bei Bedarf einfach auch eine weitere Spur eröffnet,

sodass aus einer zweispurigen plötzlich eine vierspurige Fahrbahn wird.

Das Beste dabei: Niemanden stört es. Naja, dementsprechend sehen

auch die meisten Autos aus. Und weil Platz Mangelware ist, passt auch

schon mal eine vierköpfige Familie auf ein Moped. Überall sind außerdem

Minibusse zu sehen, die kreuz und quer für wenig Geld durch die Stadt

düsen. Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch an die täglichen Staus und

die rasante Fahrweise gewöhnt und langweilig wurde es nie.

Das erste von insgesamt zwei Praktika absolvierte ich bei der Firma

Telkom, ähnlich der Deutschen Telekom. Die Arbeit befand sich circa

eineinhalb bis zwei Stunden von meiner Unterkunft entfernt mitten im

Zentrum Jakartas. Die Abteilung Datacom, der ich zugeordnet war,

beschäftigte sich mit der Organisation und dem Vertrieb der hauseigenen

Produkte für den Internetzugang. In dieser Abteilung arbeiteten zehn

Angestellte, die mehr recht als schlecht Englisch konnten. „Selemat

Jobs & Praktika – 57

Datang. Nama saya Yvonne“ (Guten Tag, mein Name ist Yvonne) war

deshalb auch der erste indonesische Satz, der mir beigebracht wurde.

Im Unternehmen gehörte ich zu den ersten ausländischen Studenten

überhaupt, und so war ein langsames Herantasten notwendig. Nachdem

die Produkte anhand aufwendiger Präsentationen vorgestellt worden

waren und mir die Abläufe transparenter erschienen, zeichnete sich

auch eine sinnvolle Aufgabe für die nächsten zwei Monate ab. Mit Hilfe

verschiedener Methoden bzw. Programme bereitete ich die Auswertung

von Kundendaten vor. So weit, so gut. Die Schwierigkeit bestand hierbei

vorwiegend in der Kommunikation. Der Verantwortliche, der jeden

Monat diese Auswertungen vornahm, sprach nämlich ausschließlich

Bahasa Indonesia. Doch das gehört eben in einem fremden Land dazu.

Man glaubt gar nicht, was man mit Händen und Füßen alles erklären

kann. Übrigens können nicht sehr viele Indonesier Englisch. Somit ist es

ratsam, Bahasa Indonesia zumindest ansatzweise zu lernen. Die Sprache

an sich ist sehr einfach: Die Wörter werden aneinandergereiht, Fälle und

sonstige Deklarationen gibt es nicht.

Auf der Arbeit habe ich sehr viele Eindrücke bezüglich der Kultur gewinnen

können. Jeden Morgen gab es eine Art Appell, bei dem der Abteilungs-

chef jeden zu seinen Aufgaben und deren Fortschritten befragte. So wurden

alle Probleme besprochen und mit dem Slogan „Telkom – go, fight, win“

wurde einstimmig in den Tag gestartet. Im Gegensatz zur deutschen

Mentalität geschieht der gesamte Tagesablauf etwas gemütlicher.

So ist es nicht verwunderlich, dass ab und an ein Fernseher läuft und

schmachtende Soaps zeigt. Die Religion ist auch während der Arbeitszeit


58 – Jobs & Praktika

fester Bestandteil. Mehrmals am Tag wird ge-

betet und über Lautsprecher, die in jedem Zimmer

angebracht sind, wird daran erinnert. Freitags

ist es den Männern vorbehalten, in eine nahe

gelegene Moschee zu gehen und dort eine

Stunde zu beten. Ansonsten ist die Atmosphäre

ähnlich der in deutschen Büros. Am Mittag

geht man oftmals in umliegende Lokale oder

Imbissbuden und auch die Arbeitszeit von 8 bis

16 Uhr ist mit unserer vergleichbar. Letztendlich

wurde ich herzlich aufgenommen und aktiv in

das Arbeitsleben integriert.

Das zweite Praktikum führte mich für den Zeit-

raum von einem Monat an die Swiss German

University, die sich etwas außerhalb der Haupt-

stadt befindet. Es ist eine sehr modern einge-

richtete Universität mit Wireless Lan und einer

insgesamt sehr guten Ausstattung. Studenten

lernen neben den eigentlichen Studieninhalten

vor allen Dingen Fremdsprachen. So konnte ich

mit den meisten Studenten, mit denen ich zu-

sammen in einem Studentenwohnheim gelebt

habe, Deutsch reden und oft genug über eine

nahezu perfekte Aussprache staunen. Diejeni-

gen, die an dieser Universität studieren dürfen,

kommen aus der Oberschicht Indonesiens. Sie

haben ihr eigenes Auto, gehen jeden Abend es-

sen und sind insgesamt gesehen besser situiert

als viele deutsche Studenten. Während des

Praktikums bestand meine Aufgabe darin, eine

bereits eingesetzte Software, die für die Ver-

waltung aller Kontaktdaten der Universität

genutzt wird, zu optimieren. Dazu wurden zu-

nächst die Mitarbeiter nach ihren Wünschen

befragt, die mit dieser Software arbeiten. Im

Anschluss konnte für jeden eine eigene Struk-

tur mit den für ihn relevanten Daten erstellt

werden. Die Aufgabe war innerhalb der vier

Wochen sehr gut zu bewältigen. Besonders ge-

fallen hat mir die selbstständige Arbeitsweise.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Eindrü-

cke und Empfehlungen zum Essen und dem Rei-

sen weitergeben. Die Esskultur an sich war

anfangs ungewöhnlich, aber eine Erfahrung

wert. Es gibt viel Fisch, Hühnchen, Rind, Reis

und Nudeln – natürlich alles sehr sehr scharf.

Auf Schwein wird aus religiösen Gründen ver-

zichtet. Wem das Angebot nicht reicht, der fin-

det in den riesigen Einkaufszentren bestimmt

das passende Essen. Da gliedert sich ein west-

licher Essensstand an den nächsten, sodass

man nicht verhungern muss. Während der

Ramadan Zeit, in der Muslime vier Wochen

lang von morgens bis abends nichts essen und

trinken dürfen, werden die Fenster einschlägi-

ger amerikanischer Ketten zugehängt, sodass

niemand beim Fasten gestört wird. Auch sonst

ist während der Ramadan Zeit nicht viel los,

außer dass Restaurants und Imbisse mit be-

sonders günstigen Angeboten locken und alle

Malls wie leergefegt sind. Viel gearbeitet wird

in diesen Wochen nicht, da man nur nachts es-

sen und trinken darf. Nach dieser Zeit wird

drei Tage lang gefeiert und gegessen was rein

passt. Und im nächsten Jahr auf ein Neues.

Die letzten vier Wochen meines Aufenthaltes

habe ich für Reisen genutzt, um Indonesien von

all seinen zahlreichen Seiten kennen zu ler-

nen. Indonesien hat außerhalb der oft etwas

verdreckten Städte eine wunderschöne Land-

schaft zu bieten. So empfiehlt es sich, mit dem

Zug von Jakarta nach Bandung zu reisen und

die unzähligen Reisplantagen zu bewundern.

Die Reisekosten an sich sind sehr günstig.

Ein unbedingtes Muss sind auch die Thousand

Islands. Hierbei handelt es sich um viele kleine

Inseln vor der Küste, die ein wenig das „Para-

dies-Feeling“ vermitteln – leere Strände,

klares Wasser und einfach Seele baumeln las-

sen. Tja, und dann gibt es ja auch noch Bali.

Wer möchte nicht als Student auf Bali schnor-

cheln gehen? Man muss sich übrigens bewusst

sein, dass man mit seinem westlichen Aussehen

immer und überall auffällt. Nicht selten kam

es vor, dass ich angesprochen wurde, um ein

Foto machen zu lassen. Das kommt jedoch nur

in den weniger touristischen Gegenden vor. In-

donesier verbinden wohl mit einer hellen Haut

auch einen entsprechenden Reichtum. In der

Werbung werden sogar Produkte angepriesen,

die anstatt zu bräunen, die Haut aufhellen, was

bei indonesischen Mädchen sehr beliebt ist.

Alles in allem ist Indonesien ein interessantes

Land und bietet viele Gegensätze zu Europa.

Die gemachten Erfahrungen möchte ich nicht

missen und würde mich wieder für Indonesien

entscheiden.

Yvonne Leifer, 26 Jahre alt, hat gerade den

Masterstudiengang eBusiness an der

TU Cottbus begonnen.


Arbeiten im Ausland

Welche Möglichkeiten gibt es?

Auch in diesem Jahr schließen wieder viele

junge Menschen die Schule ab und wissen

noch nicht, welchen Weg sie in Zukunft ein-

schlagen sollen. Die Entscheidung für oder

gegen ein Studium oder eine Ausbildung muss

getroffen werden. Da viele Jugendliche diesen

Schritt nicht überstürzt machen wollen und si-

cher gehen möchten, das zu finden, was ihnen

wirklich Spaß macht, nimmt der Wunsch nach

einer „Auszeit“ nach der Schule stetig zu. Doch

welche Möglichkeiten gibt es?

Jeder Jugendliche hat unterschiedliche Ansprüche

und Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen.

Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen

Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt

zu kennen und die richtige Wahl zu treffen.

Was passt am besten zu dir: AuPair, Praktikum,

ein Hoteljob, eine Sprachreise oder ein Sprach-

helferaufenthalt? Alle Angebote haben unter-

schiedliche Inhalte, verfolgen jedoch dieselben

Ziele: Verbesserung der Sprachkenntnisse und

damit erhöhte Jobchancen bei der Rückkehr

nach Deutschland, Kennen Lernen neuer Kultu-

ren und Menschen und das Sammeln von

Erfahrungen im Berufsleben bei der Arbeit in

einem anderen Kulturkreis.

Zu den Aufgaben eines AuPairs gehören das

Betreuen der Kinder einer ansässigen Gastfa-

milie. Ein AuPair muss bereits erste Erfahrun-

gen in der Kinderbetreuung gesammelt haben,

belastbar sein und Freude am Umgang mit Kin-

dern haben. Für aktive junge Menschen, wel-

che die Gesellschaft von Erwachsenen und

Kindern lieben und Lust auf eine intensive Er-

fahrung mit einer Gastfamilie haben, bietet sich

diese Art von Auslandsaufenthalt an.

Ein Praktikum im Ausland eignet sich besonders für

Personen, die Erfahrungen in einer bestimmten

Berufssparte sammeln möchten, z.B. als Vor-

praktikum für ein Studium oder als „Test“ für

eine bevorstehende Ausbildung. Je nach Länge

deines Praktikums assistierst und be-

obachtest du oder wirst in verschiedene Pro-

jekte und Abläufe eingebunden. Während des

Praktikums perfektionierst du die Sprachkennt-

nisse für die Arbeit und den Beruf und

lernst die Arbeitsabläufe im Ausland

kennen. Die Praktika sind oft unbezahlt.

Ein Praktikum ist einer Aus- und Weiterbil-

dung gleichzusetzen und eine Investition in

deine Zukunft und die Karriere.

Möchtest du dir den Aufenthalt im Ausland

durch einen bezahlten Job finanzieren? Dann

bewirb dich in der Hotellerie! Du erhältst für

deine Tätigkeit im Service, an der Bar, an der

Rezeption oder als Zimmermädchen den lan-

desüblichen Lohn. Kost und Logis sind frei oder

werden gegen eine geringe Gebühr zur Verfü-

gung gestellt. Du hast noch nie in der Gastrono-

mie gearbeitet? Macht nix! Es ist wichtig, dass du

gut darauf vorbereitet bist. Zum Arbeitsplatz im

Ausland gehört mehr Wissen und Information als

zu einer Reise. Die Kurse an der European Hotel

Academy in Heppenheim beinhalten ein intensi-

ves berufsbezogenes Sprachtraining, Workshops

zum Thema „Leben im Ausland“ sowie ein prakti-

sches Service- und Rezeptionstraining. Allen Be-

werbern, die am Kurs teilnehmen, wird ein Job in

der Hotellerie vermittelt, die Abreise erfolgt direkt

nach Kursende und du bist bestens vorbereitet!

Als Sprachhelfer lebst du bei einer Gastfami-

lie und erteilst 15 Stunden Deutschunterricht pro

Woche. Als Gegenleistung hast du freie Kost und

Logis und genügend Freizeit, um Land und Leute

kennen zu lernen und deine Sprachkenntnisse

zu verbessern. Ein pädagogischer Abschluss ist

nicht erforderlich – du solltest Freude am Lehren

und Spaß an der eigenen Sprache mitbringen.

Wenn du zusammen mit deiner Familie deine

Sprachkenntnisse verbessern willst und eine

neue Kultur kennen lernen möchtest, aber nicht

ins Ausland reisen kannst, empfehlen wir die Auf-

nahme eines Gastschülers

oder eines Sprachhel-

fers aus einem anderen

Jobs & Praktika – 59

Land. Als Gastfamilie bietet man freie

Kost und Logis und erhält dafür als

Gegenleistung 15 Stunden Sprachunterricht.

Wenn du zwischen Schule und Studium oder

Ausbildung nur wenig Zeit hast, raten wir dir

zur Teilnahme an einer Sprachreise. Während

der Reise besuchst du halbtags oder ganztags

eine Schule, an der die Sprache deines Reise-

landes unterrichtet wird. Durch die internati-

onale Gruppenzusammensetzung und die

Unterkunft in der Gastfamilie bist du intensiv

in den Alltag und die Sprache des Reiselandes

eingebunden und kannst schnell deine Sprach-

kenntnisse perfektionieren.

The European Hotel Academy e.V.

in Zusammenarbeit mit DFSR

06252-689397

www.europeanhotelacademy.de

info@europeanhotelacademy.de


60 – Jobs & Praktika

Fernsehen am Mittelmeer

Arbeiten wo andere Urlaub machen

Dieser Sommer sollte etwas ganz Besonderes werden: Einerseits wollte

ich in Ferienstimmung versetzt werden, andererseits meine Semesterfe-

rien auch sinnvoll nutzen. Die perfekte Mischung fand ich in Barcelona,

wo ich mich erfolgreich um ein dreimonatiges Praktikum beim Fernseh-

sender TV3 beworben hatte. Somit würde ich meine vorlesungsfreie Zeit

in der wunderbaren katalanischen Stadt am Mittelmeer verbringen.

Da ich bereits zuvor im Spanisch sprechenden Ausland gelebt hatte, gab

es keinerlei Sprachschwierigkeiten und das Abenteuer konnte beginnen.

Nachdem ich ein Zimmer in einer WG gefunden hatte, bereitete ich mich

auf meinen ersten Arbeitstag vor. Solche Tage sind ja leider eher unan-

genehm, da erstmal alles neu und ungewohnt ist, aber den Katalanen ge-

lingt es, jegliches mulmige Gefühl bereits nach kurzer Zeit zu beseitigen.

Meine Chefin meinte gleich zu Beginn: „Unsere Praktikanten hier arbei-

ten nie mehr als vier Stunden pro Tag, schließlich soll noch genug Zeit blei-

ben, um an den Strand zu gehen, das Meer und die Sonne zu genießen.“

Dem hatte ich natürlich nichts entgegenzusetzen...

Mit dem Ziel, möglichst viele Abteilungen des Fernsehsenders kennen

zu lernen, war mein Praktikum in drei Teile gegliedert: Den ersten Monat

verbrachte ich in der Medienforschung. Meine Aufgabe bestand darin,

die deutsche Medienlandschaft zu analysieren und für TV3 einen Bericht

darüber anzufertigen, wie weit Deutschland mit der Verbreitung des digi-

talen Fernsehens ist, welche Sendungen, Serien und Talkshows beson-

ders erfolgreich sind und wie deren Aufbau ist. Ziel dieses Unterfangens

war es, neue Ideen und Anregungen für das Programm des Senders zu

gewinnen. Die Katalanen waren insbesondere von den deutschen Flirt-

shows sehr angetan: Ob „Herzblatt“, „Nur die Liebe zählt“ oder „Liebe,

Lisa!“, eine dieser Unterhaltungsshows wird es, nach deutschem Vor-

bild, in einer ähnlichen Form sicher bald auf TV3 geben. Während meines

zweiten Monats war ich Teil des Produktionsteams des Tochtersenders

von TV3, einem Nachrichtensender. Dort lernte ich, wie man an Meldungen

von internationalen Agenturen herankommt, wie Videos über Satelliten

bestellt werden, wie Live-Sendungen aufgebaut werden, wie Dolmetscher

eine Pressekonferenz aus dem Ausland simultan übersetzen und

vieles mehr. Die Regie und die Redaktion eines Nachrichtensenders sind

für mich besonders faszinierend: Alles muss schnell gehen, die Informati-

onen müssen so aktuell wie möglich sein und die dazugehörigen Bilder

müssen den Text perfekt untermalen. So ruhig und ausgeglichen der

Nachrichtensprecher die aktuellen Geschehnisse verliest, so hektisch

und chaotisch geht es derweil hinter den Kulissen zu, wo noch schnell

ein Stück fertig geschnitten und in den Ablaufplan eingeschoben wird.

Eine spannende Welt!

Eine Besonderheit des Fernsehsenders TV3 ist übrigens die Tatsache,

dass jeder Text der über den Äther geht, erst an die Linguistik-Abteilung

geschickt werden muss, die diesen auf Fehler in der katalanischen Gram-

matik untersucht. Die Katalanen hegen und pflegen ihre Sprache nämlich

besonders und möchten eine hohe Sprachqualität fördern. Derzeit absol-

viere ich meinen letzten Monat bei TV3 in der Abteilung Dokumentarfilme

und Reportagen. Hier werden sowohl Kurz- als auch Langzeitproduktio-

nen hergestellt: Das können Reportagen über politische Themen, die Tier-

welt, die Umwelt oder über ferne Länder sein. Entweder werden bereits

fertige Dokumentationen auf Katalanisch vertont oder eigene Kamera-

teams liefern das Material für einen neuen Beitrag, der dann in diesem

Bereich so bearbeitet wird, dass er gesendet werden kann. Dieses Prak-

tikum ist auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung. Die Katalanen sind sehr

geduldig, erklären und teilen ihr Wissen und ihre Kenntnisse sehr gerne mit

Praktikanten. Ich kann jedem, der sich für einen Beruf im journalistischen

Bereich interessiert, ein Praktikum im Ausland wärmstens empfehlen,


weil man die Arbeits- und Denkweisen mit denen in Deutschland vergleichen

kann und außerdem viele neue Ideen aus dem Gesehenen und Erlebten

schöpft.

Doch es soll nicht der Eindruck entstehen, dass Barcelona nur ein Ort

ist, an dem man arbeitet. Vielmehr hat man in Barcelona ständig das Ge-

fühl, Teil einer großen Feier zu sein: In der Stadt ist immer was los, es

gibt Bars und Restaurants en masse, das kulturelle Angebot ist immens

und auch alle Sportbegeisterten kommen auf ihre Kosten. Aber der Reihe

nach: Es empfiehlt sich natürlich, sich einen möglichst aktuellen

Barcelona-Führer zu kaufen, denn Barcelona ist eine Stadt im stetigen

Wandel. Orte, die gerade noch „in“ waren, sind schnell wieder „out“,

oder Clubs, in denen früher tolle Musik lief, gibt es vielleicht schon gar

nicht mehr. Für alle Kunst- und Architekturinteressierten ist Barcelona

das absolute Paradies: Architekten wie zum Beispiel Gaudí haben hier

außergewöhnliche Werke im Jugendstil hinterlassen, die das Stadtbild

Barcelonas prägen. Von paradiesischen Verhältnissen kann man auch

sprechen, wenn es um die Vielfalt der Museen und Galerien geht. Vom

Mittelalter bis zur Neuzeit sind hier sämtliche Epochen vertreten. Beson-

ders empfehlenswert finde ich das Museum der zeitgenössischen Kunst

von Barcelona, das sich im Stadtviertel Raval befindet und das stets

extravagante Ausstellungen modernen Künstler bietet. Wer die klassi-

sche Kunst bevorzugt, ist besser im nationalen Kunstmuseum von Katalo-

nien aufgehoben. Bedeutende Werke der Gothik, der Klassik und des

Barocks sind ebenso vertreten wie Bilder aus dem 20. Jahrhundert.

Nach so viel geistiger Nahrung sollte man auf jeden Fall wieder die Seele

baumeln lassen. Der stadtnahe Strand namens Barceloneta eignet sich

dafür perfekt. Wer Lust hat, kann sich von den „fliegenden Verkäufern“

eine Auswahl an Schmuck zeigen oder sich von Masseusen den Rücken

durchkneten lassen. Wenn man am Strand spazieren geht, entdeckt man

noch weitere Sehenswürdigkeiten: das riesige Casino Barcelonas, das

gleich neben dem olympischen Dorf gelegen ist. Während der Olympi-

schen Spiele 1992 waren hier Sportler aus der ganzen Welt einquartiert.

Ahh, ich könnte natürlich noch weiter von dieser Stadt schwärmen, aber

der beste Rat ist wohl: Bewerbung schreiben, Praktikum beginnen und

selbst auf Entdeckungsreise in Barcelona gehen!

Patricia Czarkowski, 27 Jahre alt, ist Studentin der Kulturwissenschaften

und der Interkulturellen Kommunikation an der Universität des Saarlan-

des in Saarbrücken.

Jobs & Praktika – 61


62 – Jobs & Praktika

Gastfreundschaft bei Nacht

Entwicklungszusammenarbeit in Mali

Für viele Hochschulabsolventen stellt die Entwicklungszusammenarbeit

die lukrativsten Arbeitsplätze. Wer träumt nicht davon, bei schönem

Wetter in exotischen Ländern und malerischen Landschaften zu arbei-

ten, Auslandszuschlag zu kassieren und dabei das Gefühl zu bekommen,

Menschen zu helfen? So auch ich. Durch mein Studium der Angewand-

ten Afrikastudien in Bayreuth hatte ich bereits allerlei Interessantes über

Afrika gehört und fühlte mich vorbereitet genug, erste praktische Erfah-

rungen zu sammeln. Ich begann, einen Praktikumsplatz zu suchen und

nahm über Beziehungen meiner Professoren direkten Kontakt zu Nicht-

regierungsorganisationen auf. Nach einem Telefonanruf eines Dozenten

in Mali hatte ich meine Praktikumsstelle. Ich verließ das Büro mit einem

breiten Grinsen, denn schließlich war ich mit einem Fuß schon in Afrika.

Mein Arbeitgeber war ein Verein, der sich um den Erhalt der einzigarti-

gen Tradition des Nomadenvolks der Tuareg bemüht. Projekte wie Brun-

nen- bzw. Schulbau, die Einrichtung von Dokumentationszentren und die

Ausbildung von Krankenschwestern sollen dem Volk der Tuareg helfen,

mit den Herausforderungen der globalen Welt besser umgehen zu können.

Das Besondere an dem Verein ist, dass er nur mit der lokalen Bevölke-

rung zusammenarbeitet, somit die Kreativität und Lösungskompetenzen

dieser fördert und durch den Verzicht auf ein Büro in Mali Ausgaben für

den Verwaltungsapparat spart. Einen Großteil meiner Vorbereitungen

widmete ich der Geschichte der Tuareg, den Begebenheiten des Landes,

den Aktivitäten des Vereins und den Richtlinien der Entwicklungszusam-

menarbeit. Nach mehreren ärztlichen Untersuchungen, zahlreichen Imp-

fungen und letzten unabdingbaren Besorgungen wie einem Moskitonetz,

dem Buch „Wo es keinen Arzt gibt“ von David Werner und Medikamen-

ten, war ich bereit, in einem der ärmsten Länder der Welt mein erstes

Praktikum anzutreten.

Nach der Landung in Bamako hatte ich zunächst drei Tage Zeit, mich an

mein neues Leben in dem schwülen Klima Malis zur Regenzeit und an die

Auswirkungen des Kulturschocks zu gewöhnen. Das Vorhaben, ein halbes

Jahr in einem fremden Land zu bleiben, verbunden mit der menschlichen

Angst vor dem Fremden, wirkte ziemlich ermüdend auf den Körper. So

verbrachte ich die ersten Tage mit Lesen und Schlafen auf meinem Hotel-

zimmer. Doch irgendwann packte mich die Neugier und ich begann, mir

meine Arbeitswelt zu erschließen und mir einen groben Plan zu erstellen.

Meine Arbeitsaufgabe war schon in Deutschland klar: Ich würde bereits

existierende Projekte des Vereins begutachten und dokumentieren,

darüber Interviews mit der lokalen Bevölkerung führen, Modifikationen

aufnehmen und in Projektvorschläge umformulieren. Mein Arbeitsplatz

waren die von den Tuareg bewohnten und nur schwer zugänglichen

Wüstengebiete im Südosten und Norden des Landes. In diesen Regionen

gibt es keine Infrastruktur. Dort wo eine Straße sein sollte, ist meistens

nur eine Piste, wenn diese nicht während der letzten Regenzeit weg-

geschwemmt wurde oder überschwemmt ist. Die schlechten Straßen-

verhältnisse erlauben es nur Allradwagen und LKWs in diese Gebiete

zu gelangen. Vorne in der Kabine gibt es zwei Plätze für vier Passagiere,

die restlichen dreißig nehmen oben auf der Ladefläche Platz. Platz neh-

men heißt, sich irgendwo hinzusetzen, sein Gepäck irgendwo festzubin-

den, und sich mit allen möglichen Körperteilen die ganze lange Fahrt über

festzuhalten. Dank der schlechten Straßenverhältnisse fährt man nicht

schnell. Man hat gute Chancen, heil aus der Sache heraus zu kommen.

Fahrpläne gibt es nicht, nur Richtwerte und Routen, über die aber fast je-

der in der Stadt Auskunft geben kann. Wartezeiten von fünf bis 20 Stun-

den muss man schon einplanen, falls man sich überhaupt so etwas wie

einen Plan gemacht hat. Die Dauer der Fahrt für eine Strecke von 200km

kann zwischen zehn Stunden und drei Tagen dauern.

Als ich nach zehn Stunden in Ménaka ankam, war die Nacht schon vor-

angeschritten und es gab keine Beleuchtung in dem 3.000-Seelen-Dorf.

Ich bat einen Mitreisenden, mich zu dem Haus des „chef de village“ zu

führen, denn Hotels gab es in diesem Dorf keine und ich wollte nicht auf

der Straße neben den Kühen übernachten. Trotz meiner Dreistigkeit emp-

fing mich die Hausherrin sehr herzlich. Sie bot mir ein Bett, etwas zu Es-

sen und eine Dusche an. Am besten vergegenwärtigt man sich diese

Gastfreundschaft, wenn man die Situation auf ein Dorf in Deutschland

überträgt. Ein Afrikaner klopft nachts an der Tür des Bürgermeisters und


ittet um eine Übernachtungsmöglichkeit. Wie

wäre die Reaktion hierzulande? Bei Tageslicht

sorgte meine Anwesenheit für Furore und im

Laufe des Tages kamen viele Menschen vorbei,

um mich zu begrüßen. Die Neugierde meiner-

seits war ebenfalls groß, und die Zeit bis zum

Essen verging wie im Flug. Berührungsängste

muss man hinter sich lassen und pingelig darf

man auch nicht sein, wenn man mit der lokalen

Bevölkerung leben möchte. Besteck gibt es nur

bedingt, gegessen wird mit der rechten Hand,

zumeist Reis oder Hirse mit ein wenig Fleisch.

Es ist wirklich unglaublich wie lecker etwas

so Einfaches sein kann! So schnell das auch

mit der kulturellen Eingewöhnung ging, an die

Arbeitsumstände konnte ich mich mit meiner

deutschen Pünktlichkeit nur bedingt gewöhnen.

Oft kam es vor, dass Verabredungen nicht ein-

gehalten wurden oder ein Arbeitstreffen nicht

das erreichte, was ich wollte. Lange Mittags-

pausen sind besonders beliebt und Termin-

treue ist eher selten. Das berühmte Sprichwort

„In Europa haben sie Uhren, in Afrika haben wir

Zeit“ kann ich bestätigen. Eine Schuldzuwei-

sung wäre jedoch fehl am Platz. In Mali können

Meetings abends beim Lagerfeuer abgehalten

werden und zur Besprechung besonders wich-

tiger Dinge gibt es sehr starken grünen Tee.

Einen geregelten Arbeitsalltag hatte ich nicht,

da meine Arbeit immer orts- und situationsge-

bunden war. Es gab jedoch einige Parallelen in

den Tagesabläufen. Aufgestanden wurde gene-

rell bei Sonnenaufgang, damit man das Tages-

licht ausnutzten konnte. Schon beim Frühstück

mit dem „chef de village“ kamen die ersten

Dorfbewohner vorbei und erläuterten ihre

Probleme oder unterbreiteten Vorschläge.

Weil vieles in der Sprache der Tuareg besprochen

wurde, konnte ich leider nicht besonders viel

verstehen. Nach dem Frühstück begleitete ich

den „chef de village“ häufig bei seinen Fahrten

im Dorf und manchmal auch ins Nachbardorf.

Dort wurden überregionale Angelegenheiten

besprochen, wie beispielsweise der Besuch

des Premierministers in der Bezirkshaupt-

stadt. Dies geschah immer in Anwesenheit vie-

ler Dorfbewohner und bei noch mehr Tee oder

beim Mittagessen. Manchmal wurde ein ge-

meinsames Mittagsnickerchen gehalten. Am

Nachmittag folgten weitere Besprechungen.

Ab und zu schauten wir uns Schulen oder Korn-

speicher an, schätzten Schäden und erstellten

Kostenvoranschläge. Dadurch, dass ich oft mit-

genommen wurde, bekam ich einen sehr gu-

ten Einblick in die politische Struktur des Volkes

der Tuareg. Die Leute antworteten mir immer

und ausführlich auf meine Fragen. Die Ant-

worten konnte ich dann in meine Abschluss-

berichte und Projektvorschläge aufnehmen.

Eine meiner Hauptaufgaben war es, eine bes-

sere Wasserversorgung für das Dorf Andé-

ramboukane zu erarbeiten. Dazu wertete ich

Projektvorschläge anderer Nichtregierungs-

organisationen aus, setzte die vorhandenen

Brunnen in Proportion zu den Haushalten, be-

fragte die Leute nach dem Stand und der Quali-

tät des Wasser aus dem angrenzenden See und

erstellte eine Liste der Krankheiten für Mensch

und Tier, die durch sauberes Wasser verhin-

dert werden würden. Ich dokumentierte alles

mit einem Diktiergerät und meinem Fotoappa-

rat. Abends machte ich mir Notizen, die es zu

verarbeiten galt, sobald ich einen Computer zur

Hand hatte. Kurz nach 19 Uhr wurde es dunkel

und wir versammelten uns für das Abendessen.

Mit der etwas süßlichen Kamelmilch wurde das

Essen abgerundet.

Luxus war, wenn wir abends den Generator an-

machten und ein wenig fernsehen konnten.

Um einen kleinen Fernseher saßen circa zwan-

zig Leute, die alle kollektiv zurückschreckten,

wenn ein Krokodil auf die Kamera zulief. Sehr

beliebt waren Seifenopern aus Südamerika und

natürlich auch die Nachrichten. Insgesamt war

mein Praktikum in Mali eine überragende Er-

fahrung. Die einzigartige Kultur der Tuareg und

die, trotz der Kargheit, pittoresken Landschaf-

ten haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt.

Die Welt aus einer anderen Perspektive wahr-

zunehmen war das Beste, was ich mir je hätte

Jobs & Praktika – 63

erträumen können. Im Sinne Joseph Conrads

möchte ich mit dem Satz abschließen: „Eine

Reise in das Innere Afrikas, ist eine Reise zum

inneren Selbst.“

Artur Beifuß, 24, ist an der Universität Bayreuth

eingeschrieben. Er schließt dort gerade den

Bachelorstudiengang „Angewandte Afrika-

studien: Kultur und Gesellschaft Afrikas“ ab

und möchte im Oktober in Berlin ein Master-

programm aufnehmen.


64 – Länderprofil

Neuseeland

Bildungseinrichtungen

Aotearoa, Neuseeland, ist ein faszinierendes Land und hat

für einen Aufenthalt viel mehr als nur eine atemberaubende

Landschaft zu bieten. Neuseelands Bildungssystem ist von

hoher Qualität. Die Institutionen legen den Schwerpunkt auf das

Vermitteln von Fähigkeiten und Kenntnissen, die sowohl für eine

Karriere als auch für die persönliche Entwicklung notwendig

sind. Ein Bildungsaufenthalt in Neuseeland gibt jungen Leuten

die Möglichkeit, eine andere Kultur kennen zu lernen, eröffnet

berufliche Perspektiven und erweitert den Horizont.

Schulen der Sekundarstufe (Secondary Schools)

Diese Schulen werden als High Schools, Grammar Schools und

Colleges bezeichnet. Es gibt über 400 Sekundarschulen, die ein

breit gefächertes Angebot bereithalten. Fast alle Einrichtungen sind

staatlich. Die meisten sind gemischte, so genannte Co-educational

Schools. Etwa 10% sind reine Mädchen- oder Jungenschulen.

Das Schuljahr beginnt im Januar und endet im November. Es ist in

vier Quartale (Terms) eingeteilt. Ausländische Schüler haben die

Möglichkeit, sich zu jedem Term einzuschreiben. Deutsche Schüler

bevorzugen den Einstieg im Januar oder Juli. Zu empfehlen ist

ein Schulaufenthalt von mindestens zwei Terms, um die Sprache

ausführlich zu lernen, Freundschaften zu festigen und sich bei

der neuen Familie einzuleben. Deutsche Schüler haben auch

die Option, den Schulabschluss in Neuseeland zu machen. Das

neuseeländische Äquivalent zum deutschen Abitur nennt sich

National Certificate of Educational Achievement (NCEA). Der

Abschluss wird international anerkannt und auch von einigen

deutschen Universitäten als Zugangsberechtigung akzeptiert.

Hochschulen (Tertiary Institutes)

In Neuseeland gibt es acht staatliche Universitäten an sechs

Standorten. Die Universitäten bieten Bachelor-, Certificate-,

Diploma- und Masterabschlüsse sowie Doktorandenprogramme

(PhD) in den Natur- und Geisteswissenschaften an. Vor dem

eigentlichen Studium kann man Grundlagenkurse (Foundation

Studies) belegen, die Studierende mit fehlenden Kenntnissen

auf das Erststudium in einem bestimmten Fach vorbereiten.

Viele der Universitäten haben sich auf Fachgebiete wie Jura,

Medizin, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Agrarwirtschaften,

Technologie oder Umweltforschung spezialisiert. Die Semester

beginnen in der Regel im Februar und im Juli. Zusätzlich erfreuen

sich Sommerprogramme zunehmender Beliebtheit, da diese

den Studenten eine dritte Studienperiode bieten. Neben den

Universitäten hat Neuseeland 21 staatliche Fachhochschulen

(Polytechnics) und Technische Hochschulen (Institutes of

Technology, ITPs). Die Abschlüsse dort nennen sich Certificates


und Diplomas. An vielen ITPs werden zudem Bachelorabschlüsse

sowie Foundation Studies und Sommerprogramme angeboten.

Private Hochschulen, die sowohl akademische als auch berufs-

bildende Studiengänge im Programm haben, sind oft auf bestimmte

Fachbereiche wie Tourismus, Design, Flugausbildung, etc.

spezialisiert. Für deutsche Studierende, die bereits einen Hoch-

schulabschluss haben oder die eine bestimmte Semesteranzahl

nachweisen können, reduzieren sich an neuseeländischen

Hochschulen die Studiengebühren: Die „international fees“

entfallen und die Studenten zahlen nur die Gebühren, die auch für

die Einheimischen gelten.

Sprachanbieter (English Language Provider)

Englischkurse werden in Neuseeland von Universitäten, Fach-

hochschulen, Technischen Institutionen und ca. 100 privaten

Sprachschulen angeboten. Die Auswahl der Kurse ist sehr groß.

Es können allgemeine Englischkurse, Prüfungsvorbereitungskur-

se und fachspezifische Englischkurse wie z.B. Business English

belegt werden. Die Klassen sind mit in der Regel weniger als

zwölf Teilnehmern eher klein und werden für Einzelpersonen und

Gruppen angeboten. Darüber hinaus können Sprachkurse mit

Freizeitaktivitäten gewählt werden, die nach dem Unterricht eine

Vielzahl von Sportaktivitäten bereithalten. Die meisten Sprachkurse

beginnen jeden Montag und sind nicht an die allgemeinen Ferien-

zeiten gebunden. Oft ist die Unterbringung in Gastfamilien möglich.

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Entdecke die Möglichkeiten! Entwickle dich weiter!

Wachse an Herausforderungen!

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Neuseeland: www.newzealandeducated.com/germany

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Länderprofil – 65


66 – News

Neuigkeiten

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Copyright: International Education Network GmbH & Co. KG

Redaktion: Jens Hirschfeld, Annike Hüske, Angelina Rauber,

Thomas Terbeck, Ramon Tissler

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Druck: westermann druck GmbH, Braunschweig

Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH und eigene Auslieferung

Bildquellen: www.photocase.de, www.stockxpert.de

CIVC, Epernay

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