Sachbericht Jugend - Deutscher Kinderschutzbund Landau

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Sachbericht Jugend - Deutscher Kinderschutzbund Landau

Sachbericht

Jugend- und

Familienberatungsstelle

2011


1. Allgemeines Seite 3

2. Angebote Seite 4

2.1 Eltern-Familien und Einzelgespräche Seite 4

2.2 Gruppen- und Einzelbegleitung von Kindern und Jugendlichen Seite 5

3. Statistik Seite 6

3.1 Statistik Beratung 2011 Seite 7

3.2 Statistik Kindergruppen Seite 11

4. Falldarstellung Seite 11

5. Kooperationsstrukturen Seite 12

6. Arbeitskreise und Netzwerke Seite 12

7. Qualitätssicherung Seite 12

8. Besondere Entwicklungen in der Arbeit Seite 13

9. Familienbildung Seite 14

10. Netzwerk Familienbildung Seite 14

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1. Allgemeines

Die Jugend- und Familienberatungsstelle unterstützt Familien, Eltern, Kinder,

Jugendliche, junge Erwachsene bei ihren Fragen, Problemen, Sorgen.

Wir arbeiten auf der Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG):

• Beratung in allgemeinen Fragen der Erziehung und Entwicklung ( §16 SGB VIII)

• Erziehungsberatung als Hilfe zur Erziehung (§§27,28SGB VIII)

• Beratung und Unterstützung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und

Scheidung sowie bei Ausübung der Personensorge ( §§ 17, 18 SGB VIII)

• Unterstützung für junge Volljährige (§41 SGBVIII)

Wir wollen für Ratsuchende neutrale Ansprechpartner sein, in Konflikten vermitteln, für

Kinder und Jugendliche Entlastung schaffen.

Wir unterstützen und begleiten mit folgenden Angeboten:

- Eltern(teil) - Beratung

- Familienberatung

- Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene

- Einzelbegleitung von Kindern

- Kindergruppen für Kinder getrennt lebender Eltern

- Elternabende

- Infoabende zu ausgesuchten Themen

Wir sind da für Eltern, Elternteile, Stiefeltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Unsere Angebote sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht.

Beratungsanlässe

Neben dem Thema Trennung/Scheidung gibt es viele Anlässe, unsere Beratungsstelle

aufzusuchen. Häufig besteht bei den Eltern Unsicherheit darüber, welche

Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen „normal“ sind, wie man angemessen

darauf reagieren sollte.

Die Situation der Klienten und der Zeitpunkt, sich Unterstützung zu holen, ist

unterschiedlich, die Anlässe und Themen daher vielfältig. Menschen wenden sich an

uns,

• Wenn sie Fragen zum Thema Erziehung haben bzw. Probleme damit haben

• Wenn sie Unterstützung bei Konflikten und Entwicklungskrisen in der Familie suchen

• Wenn sie Beratung rund um das Thema Trennung/ Scheidung brauchen, sowohl für

sich in der Elternrolle als auch Begleitung für die Kinder und Jugendliche suchen

• Wenn sie Unterstützung suchen für Kinder und Jugendliche, deren Eltern(teil)

psychisch erkrankt sind

• Wenn sie Begleitung suchen für Kinder und Jugendliche, die eine wichtige

Bezugsperson verloren haben

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• Wenn es beim Zusammenleben in einer Patchwork Familie zu Schwierigkeiten kommt

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Beratungsstelle auf Angebote im präventiven

Bereich. Mit unseren Familienbildungsangeboten wollen wir Eltern in Ihrer

Erziehungskompetenz unterstützen und stärken.

Personelle Besetzung

Durch Umstrukturierung innerhalb des Kinderschutzbundes wurde es möglich und nötig,

neben den bestehenden beiden Teilzeitstellen eine 3. Teilzeitstelle zu besetzen. Unser

Team wurde ab dem 1.02.2011 durch Constanze Gerhold, Dipl. Psychologin erweitert.

Weiterhin arbeiten Christine Heeger-Roos, Diplom- Pädagogin und Christina Neuhaus,

Diplom-Sozialpädagogin (FH) in der Beratungsstelle.

Die Beratungsstelle wird von Frau Heeger-Roos geleitet.

Die Mitarbeiterinnen haben unterschiedliche therapeutische Zusatzausbildungen:

Psychodrama, systemische Therapie, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin i.A.;

Im Bereich Familienbildung arbeiten Honorarkräfte bzw. Mitarbeiterinnen aus allen

Bereichen des Kinderschutzbundes.

2. Angebote

2.1 Eltern- Familien– und Einzelgespräche

In Einzelgesprächen mit den Erwachsenen der Familie versuchen wir, deren Anliegen zu

verstehen und machen Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise. Manchmal geht es vor

allem darum, die Eltern, den Elterteil darin zu unterstützen, Verhaltenssicherheit im

Umgang mit dem Kind/den Kindern (wieder) zu erlangen. Je nach Fragestellung werden

auch Gespräche mit Kindern, dem anderen Elternteil oder anderen Helfern anschließen,

bzw. Mutter /Kind, Vater /Kind Gespräche stattfinden.

Wenn Kinder oder Jugendliche selbst ein Anliegen haben, versuchen wir sie in

Einzelterminen zu unterstützen, zu entlasten und Lösungsmöglichkeiten für sie und ihre

Wünsche/ Probleme zu finden. Dabei werden die Eltern eingebunden.

Unsere Beratungsarbeit mit den Erwachsenen zum Thema Trennung/Scheidung

orientiert sich an der Leitfrage: Was trägt dazu bei, dass Eltern auch nach einer

Scheidung Eltern sein können?

Neben Informationen auf der Sachebene (was ist alles zu tun), und solchen über

familiendynamische sowie innerpsychische Aspekte, sind therapeutische

Beratungsgespräche hilfreich für die Gestaltung der familialen Beziehungen nach der

Trennung. Ziel ist es, gesunde Beziehungen zu den Kindern zu erhalten/zu entwickeln.

Dies gelingt vor allem dann, wenn grundsätzlich beide Elternteile bereit sind, solch ein

Hilfsangebot anzunehmen.

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2.2 Gruppen- und Einzelbegleitung von Kindern und Jugendlichen

Die Zahl der Kinder, die von der Trennung und Scheidung ihrer Eltern betroffen sind, ist

nach wie vor hoch. Die Trennung /Scheidung bedeutet für die Kinder eine tiefgreifende

Veränderung ihrer familiären Lebensumstände. Damit einher geht oft auch eine

Änderung des sozialen Umfeldes und eine Verminderung des Lebensstandards. Um den

Betroffenen möglichst frühzeitig helfen zu können, bietet die Beratungsstelle des

Kinderschutzbundes, neben der Trennungs- / Scheidungsberatung von Erwachsenen

und der Einzelarbeit mit Kindern, seit 1994 auch Kindergruppen an.

Um die Scheidung zu verarbeiten, brauchen Kinder Informationen und belastbare

Ansprechpartner; oft sind die Eltern damit überfordert. Dies will dieses Angebot

auffangen.

Kinder erleben die Zeit der Trennung und Scheidung ihrer Eltern meist als schwierig und

schmerzhaft. Sie fühlen sich ohnmächtig und hilflos in einer für sie unerwünschten und

nicht kontrollierbaren Situation. Der Besuch der Kindergruppe und/oder die

Einzelbegleitung hilft Kindern, das stressreiche Lebensereignis Trennung/Scheidung

besser zu bewältigen und die Anpassung an die neue Lebenssituation leichter zu

meistern.

Auch Einzeltermine mit Kindern und Jugendlichen haben das Ziel, dem Kind Begleiter

und Ansprechpartner zu sein, sowie hilfreiche Informationen zu geben.

Unerlässlich bei der Begleitung der Kinder ist die Elternarbeit.

• Vorgespräche

Die Vorgespräche mit den Eltern (-teilen) dienen dazu, ein erstes Bild über den Ablauf

und die Hintergründe der Trennung/Scheidung, die Situation des Kindes, die familiären

Veränderungen und Beziehungen, das Verhältnis zwischen den Eltern und die Probleme

und Auffälligkeiten des Kindes zu bekommen.

Außerdem werden den Eltern die Ziele, das Vorgehen und der geplante Ablauf erläutert.

In diesen Erstgesprächen wird aber auch die große Bedeutung einer engen

Zusammenarbeit zwischen Kinderschutzbund und den Eltern betont. Die Sorgen und

Nöte der Erwachsenen finden hier Gehör und die Eltern erhalten fachliche Unterstützung

in Bezug auf den Umgang mit ihren Kindern in dieser schwierigen Situation.

• Elternabende (bei Gruppen)

Den Eltern werden die verschiedenen Phasen einer Trennung und ihre

Entwicklungsaufgaben als Erwachsene vermittelt. Außerdem erhalten sie Informationen,

wie Kinder eine Trennung erleben und was ihnen bei der Verarbeitung hilft. Ziel der 4

Abende ist es, die Eltern bei der Reduzierung innerfamiliärer Spannungen zu

unterstützen und die elterliche Erziehungskompetenz zu stärken. Nicht zuletzt sollen die

Eltern befähigt werden, die Kindergruppenarbeit und den Transfer der neuen

Kompetenzen des Kindes in den Alltag zu unterstützen.

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• Nachgespräche

Hier tauschen sich Eltern und Fachkraft über Veränderungen im Verhalten des Kindes

aus. Informationen, die das Kind freigegeben hat, werden an die Erwachsenen

weitergegeben und mit ihnen besprochen.

Darüber hinaus wollen wir die Eltern für die schwierige Situation, die Gefühle und

Probleme ihrer Kinder sensibilisieren und ihnen so helfen ihre Kinder besser zu

verstehen, auf sie einzugehen und ihnen die Unterstützung zu geben, die jedes einzelne

zur erfolgreichen Bewältigung dieser Lebenskrise braucht.

Die Eltern erhalten für ihre bisherigen Bemühungen um das Kind aber auch Bestätigung

und positive Rückmeldung, was zur Steigerung und Stabilisierung des Selbstwertgefühls

beiträgt und sie ermutigt auch in Zukunft neue, konstruktivere Wege zu gehen.

Zeitlicher Rahmen der Gruppen

Es finden in der Regel 2 Gruppen pro Jahr statt. Es werden 1 –2 Vorgespräche, 12

Gruppennachmittage à 2 Stunden, 4 Elternabende und 1-2 Nachgespräche durchgeführt.

Bei beiden Angeboten helfen wir den Kindern bei folgenden nötigen Schritten der

Verarbeitung:

- Das Scheitern der Ehe der Eltern anzuerkennen und zu verstehen

- Bearbeitung von Verlust-, Ablehnungs- und Schuldgefühlen

- mit Zorn umgehen

- Trauer zulassen

- Akzeptieren der Dauerhaftigkeit der Scheidung und Loslassen von nicht erfüllbaren

Wünschen

- den Eltern verzeihen

- die eigene Handlungsfähigkeit stärken

- das Selbstwertgefühl stärken

- zum eigenen Lebensstil und zu Gewohnheiten zurückfinden

- positive Zukunftsperspektiven finden

-

Beratung von Scheidungsfamilien kann, besonders in strittigen Verfahren, viel Geduld

und Arbeitsaufwand erfordern. Nichts desto Trotz brauchen diese Familien eine

Hilfestellung, die sich von der weitgehend üblichen parteiischen Unterstützung

unterscheidet. Die einzige Parteinahme, die nötig ist, ist die Parteinahme für die

Kindesinteressen. Es gilt immer wieder, die Bedürfnislage der Kinder herauszuarbeiten.

Wir sehen unsere Aufgabe nach wie vor mit darin, das Kind davor zu schützen, sich für

einen Elternteil entscheiden zu müssen. Und wir versuchen, Eltern mit unseren

Angeboten zu helfen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und im Sinne ihrer Kinder zu

entscheiden und zu handeln.

3. Statistik

3.1 Statistik Beratung 2011

Im folgenden geben wir einen Einblick darüber,

• woher die Ratsuchenden 2011 kamen, die persönlich beraten wurden

• die Verteilung der unterschiedlichen Beratungstypen

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• was die Beratungsanlässe waren,

• wie viele Kinder betroffen waren,

• das Alter der Kinder,

• mit wem vorrangig gearbeitet wurde

• wie lange die Beratungen dauerten

• wir erfassten den Migrationshintergrund in den Familien

168 Familien wurden 2011 persönlich beraten,

davon kamen 97 aus dem Kreis, 62 aus Landau, 3 aus dem Kreis Germersheim, 2 aus

Neustadt, 3 Sonstige.

Neben der persönlichen Beratung mit Termin gab es telefonische, meist anonyme

Einmalberatungen sowie Beratungen in der offenen Sprechstunde der Beratungsstelle.

Diese findet mit Ausnahme der Schulferien seit 2011 jeden Donnerstag Vormittag von 9-

11 Uhr im Mehrgenerationenhaus neben dem Eltern-Kind-Treff statt. Sie wird vor allem

von Besucherinnen des Eltern Kind-Treffs genutzt, aber auch Andere nutzen die

Möglichkeit, ohne Termin eine Ansprechpartnerin für Erziehungsfragen zu finden. In den

33 Sprechstunden im Jahr 2011 fanden 20 Beratungsgespräche statt.

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3.2 Statistik Kindergruppen

2011 bekamen 12 Kinder Unterstützung in einer Kindergruppe.

Es fanden 3 Kindergruppen statt:

• „ Die 5 Freunde“ (2 Jungen und 3 Mädchen der 3. und 4. Klasse)

• „ Die Elefantenbande“ (4 Mädchen der 3. und 4. Klasse)

• „Die schnellen Wölfe“ (3 Mädchen der 3.Klasse)

Bei den beiden ersten Kindergruppen wurden die 4 Elternabende abgehalten, bei den

schnellen Wölfen gab es ausschließlich Einzelgespräche mit den Eltern(-teilen). In 7(?)

von den 11 Familien erreichten wir beide Eltern durch Elternabende bzw.

Einzelgespräche. In 4 (?) Familien nahmen die Väter das Informations- bzw.

Beratungsangebot nicht wahr.

In den Auswertungsbögen am Ende der Gruppen äußerten alle TeilnehmerInnen, dass

sowohl die Kindergruppe, als auch die Elternabende eine wertvolle Hilfe für sie

dargestellt haben.

4. Falldarstellung (anonymisiert)

Aus Gründen des Datenschutzes entfernt!

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5. Kooperationsstrukturen

Auch 2011 gab es (unter Wahrung der Schweigepflicht oder mit

Schweigepflichtentbindung) Kooperationen mit anderen Stellen, mit dem Ziel, den

Ratsuchenden effektiver helfen zu können. Mit folgenden Institutionen und Personen

kooperierten wir im Einzelfall:

• Eltern/Kind Treff: hier wurden die Zeiten der offenen Sprechstunde 2011 erweitert

auf 1x pro Woche 2 Stunden

• KSD: Überschneidungsfälle werden miteinander abgesprochen oder gemeinsam

betreut

• Mehrgenerationenhaus; dort kann auch außerhalb der offenen Sprechstunde

Beratung vor Ort stattfinden, wenn der Weg zur Beratungsstelle zu weit ist oder

Kleinkindbetreuung nötig ist

Jugendämter

• Gericht

• Rechtsanwälte

• Schulsozialarbeiter

• Andere Beratungsstellen wie AWO, Caritas, Pro familia

• Ergotherapeuten

• Kitas

Zum Arbeitsbereich Familienbildung kooperieren wir mit dem anderen

Familienbildungsträger in Landau, dem Haus der Familie und weiteren Institutionen und

Dienstleistern, wie z.B. Kitas, der AOK, den Hebammen, Caritas, den Jugendämtern.

6. Arbeitskreise und Netzwerke

Folgende Arbeitskreise bzw. Netzwerke wurden auch 2011 mitgestaltet:

• Arbeitskreis Trennung/Scheidung

• Netzwerk Familienbildung

• Netzwerk Kindesschutz

8. Qualitätssicherung

Folgende Übersicht soll einen Einblick in die Qualitätssicherung 2011 geben.

• Bereichsleitung der Beratungsstelle (Dienst/Fachaufsicht)

• Wöchentliche Teambesprechungen zur Info und Fallbesprechung

• Bereichsleiterinnenkonferenzen monatlich

• Einzelgespräche der Leitung mit dem Geschäftsführer nach Bedarf

• Fall- und bereichsübergreifende Besprechungen mit dem KSD

• Mitarbeitergespräche

• Weiterentwicklung und Pflege des Netzwerks Familienbildung mit dem Haus der

Familie; dazu regelmäßige Treffen

• Team-Supervision der Beratungsstellenmitarbeiterinnen (5x)

• Teamsupervision der Bereichsleiterinnen

• Ausbildung einer Mitarbeiterin zur Kinder und Jugendlichen Psychotherapeutin in

Bad Dürkheim

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• Teilnahme am Fachtag zum Thema „Familienkompetenz stärken-

Kindergesundheit fördern“

• Teilnahme an der LAG Konferenz der Beratungsstellen in Rheinland Pfalz,

• Teilnahme an der Netzwerkkonferenz Kindesschutz mit Fortbildungsveranstaltung

zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“

• Teilnahme an der Veranstaltung “Qualifizierung von Fachkräften in

Familienbildungsstätten“

• Teilnahme an der Fachtagung: „Hilfen für Kinder in schwierigen Situationen“in

Mainz

• Teilnahme an 3 tägiger Fortbildung :“Prävention von Essstörungen“ in Alzey

• Kontakte zur Regionalgruppe Psychodrama

• Dokumentation des Arbeitsbereiches (Protokolle, Sachbericht, Statistik)

• Teilnahme an den Fachgesprächen des Netzwerkes Familienbildung mit dem

Ministerium in Mainz

9. Besondere Entwicklungen in der Arbeit- eine Momentaufnahme

• Im Laufe der letzten Jahre hat sich unser Beratungsspektrum immer mehr

erweitert. Neben dem Schwerpunkt der Trennung-/Scheidungsberatung gibt es

eine Bandbreite von anderen Themen, zu denen wir um Unterstützung gebeten

werden.

• Wir haben unsere Öffentlichkeitsarbeit in diesem Jahr erweitern können und u.a.

einen neuen flyer entwickelt

• Wir bemerken eine zunehmende Anzahl von psychischen Erkrankungen bei

Elternteilen, und Familien, die in der Erziehung sehr stark verunsichert sind, sei

es in zusammen lebenden Familien, Scheidungsfamilien oder Patchwork-

Familien.

• Einzeltermine mit Kindern müssen immer später angeboten werden, da durch

Ganztagsschulunterricht erst nach 16 Uhr die Möglichkeit besteht, Termine zu

vereinbaren.

• Immer mehr Ratsuchende wenden sich per mail an uns, weil sie vom

Beratungsangebot per homepage erfahren haben.

• Wir sehen einen großen Beratungsbedarf für Patchwork-Familien; deshalb haben

wir uns 2011 Gedanken zu einem speziellen Kursangebot für die Erwachsenen aus

Patchwork/Stieffamilien gemacht und werden das ab 2012 anbieten

• Wir bemühen uns um eine gute Kooperation mit den Schulsozialarbeiterinnen in

den Grundschulen und gehen bei Bedarf auch vor Ort, bzw. die

Schulsozialarbeiterinnen ebnen den Weg zur Kontaktaufnahme mit uns.

• Durch unsere regelmäßigen wöchentlichen offenen Sprechstunden im

Mehrgenerationenhaus machen wir ein unkompliziertes Beratungsangebot, dass

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vorwiegend junge Mütter nutzen, die während der Beratung ihre Kinder nebenan

betreuen lassen können.

• Wir beobachten nach wie vor, dass in hochstreitigen Trennungsfamilien die

Auseinandersetzungen der Eltern zu einer psychischen Misshandlung der Kinder

führen. Wir bemühen uns weiterhin um eine engmaschige Zusammenarbeit mit

den anderen Professionen durch Schweigepflichtentbindungen. Zusätzlich

werden wir ab 2012 in Kooperation mit dem Kinderschutzdienst ein

therapeutisches Kindergruppenangebot (Psychodrama) konzipieren und

durchführen, an dem Kinder, die in beiden Fachbereichen wegen hoher familiärer

Belastungen vorgestellt werden, teilnehmen können

• Gerichte können Eltern in Beratung schicken. Bei einem solchen Termin können

wir die Eltern aber erst mal nur darüber informieren, welche Hilfe wir anbieten

können. Ob die Eltern nach so einem „verordneten“ Erstkontakt die Hilfe

annehmen und sich darauf einlassen, bleibt die Entscheidung der Eltern. Wenn

Eltern den Termin nur wahrnehmen, weil sie befürchten, sonst bei Gericht

schlecht dazustehen, aber sonst keinerlei Veränderungsbereitschaft zeigen,

können wir leider nichts ausrichten.

10. Familienbildung

Neben dem Schwerpunkt der Trennungsberatung liegt der zweite Schwerpunkt der

Beratungsstelle im präventiven Bereich. Mit Angeboten in der Rolf Müllerstr. und vor

allem im Mehrgenerationenhaus sollen Eltern und deren Kindern möglichst früh und

niederschwellig Hilfen zur Erziehung an die Hand gegeben werden, die sie unterstützen,

als Familie besser zusammen zu leben.

Für dieses umfangreiche Angebot „Familienunterstützender Maßnahmen“ ist der DKSB

Landau seit 2005 als Familienbildungsstätte anerkannt.

Neben Pekip und Elternkursen „Starke Eltern - Starke Kinder“ gibt es vor allem im

Mehrgenerationenhaus viele Einzelveranstaltungen rund um das Thema Familie (siehe

Bericht MGH).

11. Netzwerk Familienbildung/Erziehungspass

Seit 2007 ist der Kinderschutzbund neben dem Haus der Familie beauftragter

Koordinator vom Landesministerium, um das Netzwerk Familienbildung weiter zu

entwickeln, dass folgende Zielsetzungen hat:

• Stärkung der Familienkompetenz

• Optimierung und Abstimmung der Angebote der Familienbildung,

• Schaffung niedrigschwelliger Zugänge

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• Dauerhafte Vernetzung der relevanten Bildungsträger, Beratungsstellen und

Institutionen

• Abstimmung und Kooperation

• Konzeption und Umsetzung gemeinsamer Projekte


Familienbildung wird im präventiven Sinne verstanden, sie soll Familien befähigen,

ermuntern und stärken und Fehlentwicklungen vermeiden helfen.

Der Kinderschutzbund hat in der Vergangenheit in Kooperation mit dem HdF seinen - aus

Kapazitätsgründen - lange „in der Schublade liegenden“„Elterführerschein“ – nun

„Erziehungspass“ konzipiert und auf den Weg gebracht. Die Idee des Erziehungspasses

ist es, mehr Familien als bislang mit Bildungs- und Kommunikationsangeboten zu

erreichen, deren Erziehungs- und Beziehungskompetenz zu stärken und die aufgebaute

Netzwerkstruktur zu verstetigen:

Der DKSB und das HdF entwickelten ein gemeinsames Konzept für ein vernetztes,

abgestimmtes, ganzheitliches Angebot (verschiedene Träger, an unterschiedlichen

Orten) an Kursen, Informationsveranstaltungen und offenen Treffs für werdende Eltern

und junge Familien, die Entwicklungsphasen von der Schwangerschaft bis zur Pubertät

des Kindes berücksichtigen und die grundlegende Erziehungs-, Beziehungs- und

Alltagskompetenzen vermitteln. Durch den Erziehungspass wird die Familienbildung in

Landau und Südliche Weinstraße präsenter,„griffiger“ und bekannter. Er will als

ganzheitliches, vernetztes und niedrigschwelliges Angebot breite Wirkung erzielen und

primärpräventiv wirken. Über das Bonussystem und die Vernetzung der Anbieter wird die

Erfolgskontrolle gesteuert. Der Erziehungspass ist langfristig auch ein Instrument zur

Qualitätsentwicklung in der Familienbildung.

Zur Arbeit im Netzwerk gibt es einen gesonderten Sachbericht für 2011.

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