Molenbau im 2 korrigiert-1 - Bildarchiv der Philipp Holzmann AG

holzmann.fh.potsdam.de

Molenbau im 2 korrigiert-1 - Bildarchiv der Philipp Holzmann AG

Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis...................................................................................................... 1

Einleitung.................................................................................................................. 2

Hauptformen für den Molenquerschnitt..................................................................... 3

Unterschied zwischen Seemolen und Wellenbrechern ............................................... 6

Philipp Holzmann Bauweise im Vergleich zu anderen Bauweisen............................. 7

Mole Carnot, Boulogne ............................................................................................. 8

Mole Im Hafen von Ponta Delgada auf den Azoren..................................................12

Mole in Gdingen ......................................................................................................13

Mole auf der Düne Helgoland ..................................................................................14

Mole für den Hafen Maceio/Brasilien.......................................................................15

Ostmole Wilhelmshaven ..........................................................................................16

Zusammenfassung....................................................................................................17

Quellen-Verzeichnis.................................................................................................18

Molenbau im 2. Welkrieg

1


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Einleitung

Mit dem Thema Molenbau im 2. Weltkrieg habe ich mich aufgrund der wesentlichen

Bedeutung des Hafenbaus zu Kriegszeiten auseinandergesetzt. Ich werde im Verlauf

meiner Arbeit auf die besonderen Merkmale der verschiedenen Bauweisen eingehen.

Das Hauptaugenmerk meiner Arbeit liegt auf der Mole Carnot (Boulogne), die sich in

Frankreich befindet. Die einzelnen Bauvorgänge werde ich anhand von Bildern

dokumentieren.

Des weiteren gehe ich auf die Bauweisen der Mole in Gdingen (1940/42), der Mole

im Hafen Ponta Delgada (1937/43), der Mole für den Hafen Maecelo/Brasilien

(1936-1940) und der Ostmole in Wilhelmshafen (1939/40) ein.

Das besondere an einigen dieser Bauwerken ist vor allem, dass sie im 2. Weltkrieg

gebaut oder fertiggestellt worden sind. Dabei sind die Bauarbeiten durch zunehmende

Luftangriffe erheblich erschwert worden.

Der Bau einer Mole im wesentlichen dazu die Kräfte der Wellen brechen und die

Hafenfläche gegen den Seegang schützen und weitestgehend abschirmen. Zudem

sollten sie ein ruhiges Liegen der Schiffe im Hafen gewährleisten und vor

Strömungen, die bei Tidenwechsel entstehen können, schützen.

Die Innenseite der Hafenmole kann auch als Liegeplatz für Schiffe oder Sportboote

genutzt werden.

Meist ist eine Mole Teil eines Hafen oder einer Kanaleinfahrt; aufgrund dessen sind

die Molenköpfe zur Orientierung der einfahrenden Schiffe mit einem Leuchtturm

ausgestattet, der auch als „Leuchtfeuer“ bezeichnet wird.

Die Länge einer Mole ist nicht festgelegt, von daher kann sie auch Hunderte von

Meter ins Wasser ragen, gerade oder gekrümmt gebaut sein.

Das Schwierigste beim Molenbau sind die Witterungsbedingungen während des Baus.

Deshalb ist ein entscheidender Faktor, welche Windstärke bei bestimmten Vorgängen

herscht. Ein Schwimmkasten kann z.B. nicht bei unruhiger See und Windstärke 6

eingesetzt werden. Auf diese wesentlichen Merkmale werde ich aber im Laufe meiner

Arbeit genauer eingehen.

Molenbau im 2. Welkrieg

2


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Hauptformen für den Molenquerschnitt

Anhand der Tiefe, der Stärke der Wellen und der allgemeinen Anpassung an die

äußeren Bedingungen entscheidet sich der zu wählende Querschnitt. Seit einigen

Jahrzehnten haben sich 3 Hauptformen für den Molenquerschnitt herausgebildet. Das

sind: die geböschte Form (Bild 1), die steile Form (Bild 2 und 3) und die gemischte

Form (Bild 4)

1. Die geböschte Form

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

Diese Bauweise wird bei mittlerer bis großer Wassertiefe angewandt.

Bei der geböschten Form werden die Wellen gebrochen und zerteilt. Die

Energievernichtung erfolgt durch die raue und klüftige Oberfläche der

Außenböschung. Eine geböschte Mole sollte auf einem tragfähigen Baugrund

errichtet werden. Diese Bauweise gilt für besonders tiefe Gewässer.

Die Steine sollten möglichst eine einheitliche Größe haben, wobei das besondere

Augenmerk auf dem Unterbau liegen sollte, bei dem durch das Aufspülen der Wellen

Blöcke herausgerissen werden können. Von daher sollten besonders schwere

Betonblöcke aufliegen, die dieses verhindern. Der Vorteil an dieser Bauweise ist, dass

keine Facharbeiter für die Ausführung benötigt werden, sondern in erster Linie

Hilfsarbeiter ausreichen ( mit Ausnahme der Geräteführer). Für die Instandhaltung

sollten eventuelle Nachschüttungen für herausgerissen Blöcke durchgeführt werden.

3


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

2. Die steile Form

Bei der steilen Form werden die Wellen zum größten Teil durch die Gegenwirkung

der großen geschlossenen Masse und dem Gewicht des Molenkörpers reflektiert.

Dabei ist es besonders wichtig, dass der Aufbau fugenlos ist und somit die Wellen

keine Möglichkeit haben ins Bauwerksinnere zu gelangen.

Es gibt bei der steilen Form zwei verschiedene Bauformen, dies ist einmal die

Schwimmkastenbauweise und zum anderen die Spundwandbauweise.

Bei der Schwimmkastenbauweise wird ein härterer Bauuntergrund vorausgesetzt. Die

Molen mit Schwimmkästen bestehen aus einzelnen Stahlbetonkästen. Es wird

unterschieden zwischen Schwimmkasten ohne Boden, der hauptsächlich zur

Umschließung von Betonfundamenten im Wasser verwendet wird, und

Schwimmkasten mit Boden, der auch Cassion oder Senkschiff genannt wird.

Bevor der Kasten abgesenkt wird, sollte ein Planum geschaffen werden. Die Gefahr

bei dem Schwimmkasten sind insbesondere die Wassermassen, die bei starkem

Wellengang die Sohle unterspülen können. Diese Gefahr besteht besonders bei

weicheren Felsarten als Untergrund. Darüber hinaus besteht die Gefahr der

Kolkbildung. Von daher ist eine ausreichende Fußsicherung mittels entsprechender

Blockvorlagen oder Steinschüttungen notwendig. Außerdem ist die Grundfuge auf

dem Fels vollkommen verschlossen auszubilden. Der Untergrund sollte fester,

bindiger Boden oder Fels sein.

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(0-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

Molen in der Spundbauweise werden mit Schwimmrammen hergestellt.

Bei der Spundwandbauweise sollte ein geeigneter rammgünstiger Boden mit einer

tragfähigen Schicht für das Einrammen der Stahlspundwände vorhanden sein. Nach

4


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

der Verfüllung des Bodens werden die Wände gegenseitig verankert.

Dort besteht die Gefahr des Unterspülens, falls die Spundwände nicht hinterfüllt sind.

Durch die Wellenbeanspruchung schräg gegen das Bollwerk entstehen Kräfte, die

dazu führen können, dass die Spundbohlen im Laufe der Zeit durchbiegen.

Je tiefer die Spundwand ist, desto mehr nimmt der Wellenangriff ab. Aus dem Grund

ist es immer sinnvoll, die senkrechten Außenwände mindestens so tief bei ruhendem

Wasserspiegel zu gründen, wie es mindestens der doppelten Wellenhöhe entspricht.

Die besondere Schwierigkeit bei beiden Bauweisen ist die Wetterabhängigkeit.

Die vorgefertigten Schwimmkästen können maximal bei Windstärke 3-4 überführt

und bei Windstärke 0-1 eingesetzt werden, weil für die Arbeiten Taucharbeiten

notwendig sind.

Bei den Baustoffen werden hochwertige Stoffe (geeignete Betonzuschlagsstoffe,

Zement, Schalungsmaterial, Baustahl, Stahlspundbohlen) verwendet.

Für den Bau können nur Facharbeiter und Spezialisten eingesetzt werden, da der Bau

sehr anspruchsvoll ist. Bei sachgerechter Ausführung ist keine laufende Unterhaltung

nötig.

3. Gemischte Bauweise

Die gemischte Bauweise setzt sich aus der geböschten Mole und der senkrechten

Mole zusammen. Es wird ein Steindamm unter dem Wasser geschüttet, der mit seiner

Kronenhöhe so tief liegt, dass er nicht mehr gefährdet werden kann. Auf dem Damm

wird dann entweder das senkrechte Bauwerk in Blockbauweise oder in

Schwimmkastenbauweise gebaut.

Neben den hydrostatischen und hydrodynamischen Beanspruchungen sind noch

weitere Kräfte wie z.B. der Erdruck, Nutzlasten, Stapellasten, Verkehr, Kranbahnen

zu berücksichtigen. Molen werden auch (gerade in Kaltzonen) durch Eisdruck

Molenbau im 2. Welkrieg

5


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

beansprucht. Speziell bei hervorspringenden Molenköpfen ist die genaue Größe der

dabei auftretenden Kräfte noch nicht wirklich nachweisbar.

Ein weitere wichtiger Faktor ist die Auswahl der Baustoffe gerade in dem Bereich des

Wassers. Einflüsse aus dem aggressiven Wasser und Böden, aus Sandschilf und

Muschelbefall müssen berücksichtig werden. Gerade für die Natursteine, die sich im

Unterwasserbereich befinden, wird ein harter, gegen Verwitterung und Abrieb

weitgehend unempfindlicher Fels benötigt, der sich auch in Zonen mit kalten Wintern

als absolut frostsicher erweist.

Seemolen sind ständig den Kräften der Natur, des Windes, der Wellen, Gezeiten,

gegebenenfalls auch des Eises ausgesetzt. Von daher lässt sich selbst bei der

gemischten Bauweise (die in der Regel als ziemlich sicher gilt), die eine oder andere

Panne nicht verhindern. Gegen die höhere Gewalt der Natur, ist selbst die beste

Planung und sorgfältigste Vorbereitung machtlos.

Die PHILIPP HOLZMANN Aktiengesellschaft weist eine lang jährige Geschichte

vor, in der sie sich mit dem Ingenieurbau, zu dem auch die Errichtung von vollständig

neuer Seehäfen im In-und Ausland gehört, auseinander gesetzt hat.

Dabei wurden durch die über die Jahre angesammelten Erfahrungen die Techniken

immer weiterentwickelt.

Unterschied zwischen Seemolen und Wellenbrechern

Der wesentliche Unterschied zwischen Seemolen und Wellenbrechern besteht darin,

dass bei der Mole eine Verbindung zum Hafen oder eine Landanbindung besteht,

während der Wellenbrecher ohne Landanbindung ein Bauteil im Wasser ist.

Molen sind dazu meist noch befahr- oder zumindest begehbar. Die Krone sollte

mindestens so hoch angesetzt sein, dass keine Gefahr der Überspülung besteht.

Bei den Wellenbrechern kann die Krone auch unterhalb des Ruhewasserspiegels

enden.

Von der Ausführung und der Funktion sind es aber ähnliche Bauwerke und sie

werden beide als Hafenschutzbauwerke bezeichnet.

Bei der Anordnung beider Bauwerke sollte die Beachtung der Streichlänge,

Windrichtungen und die Stärken der ermittelten größten Wellen berücksichtigt

Molenbau im 2. Welkrieg

6


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

werden. Hinzu kommen noch die topografischen Bedingungen des äußeren

Hafengebietes und die Forderung der sicheren Ein-und Ausfahrt bei Nebel und Sturm.

Philipp Holzmann Bauweise im Vergleich zu anderen Bauweisen

Im Allgemeinen betrachtet sind die Bauweisen anderer Ingenieurfirmen im Vergleich

zur Holzmann AG ähnlich. Somit werden überall die drei unterschiedlichen

Bauweisen (1. geböschte Bauweise, 2. senkrechte Bauweisen, 3. gemischte Bauweise)

ausgeführt. Ein Unterschied besteht darin, dass ggf. andere Baustoffe verwendet

werden und dass es z.B. bei der senkrechten Bauweise weitere Ausführungen gibt als

die klassische. Dazu gehören die monolitische Betonkörperbauweisen (Bild-a),

Caisson-Bauweise (Bild-d), Blockbauweise (Bild-b), Caisson-Bauweise mit geneigter

Krone (Bild-e), Fangedammausführung (Bild-c) und die Caisson-Bauweise mit der

perforierten Wand(Bild-f) . Diese verschiedenen Ausführungen haben sich im Laufe

der Jahre weiterentwickelt bezogen auf die Wellenwirkung und die Strömungen.

Im weiteren Verlauf meiner Arbeit werde ich auf die wesentlichen Merkmale der

Seemolen von der PHILIPP HOLZMANN AG zwischen den Jahren 1936-1943

eingehen, wobei ich auf die genauen Merkmale der verschiedenen Bauweisen ein-

gehen werde.

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

7


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Mole Carnot, Boulogne

Baujahr:1941-43

Bei den Arbeiten zu der Mole Carnot, handelt es sich um den äußersten Teilabschnitt

einer Aussenmole , der von ca. 360 m Länge geschlossen werden musste.

Die Seemole bestand an sich schon vor dem ersten Weltkrieg und hat eine

Gesamtlänge von 2800 m. Im Laufe der Jahre wurde der Querschnitte geändert. Von

seiner Bauweise gilt sie als gemischter Typ, der den Hafen nach Südwesten und

Westen abschirmt.

Bei den heftigen Stürmen, die vor der Küste wehen, erreichen die Wellenbrecher oft

Höhen von 25-35 m , wobei der die Nipptide eine Spanne von 4,30 m hat und die

Springtide ungefähr 8,00 m beträgt.

Der Grundkörper der Mole besteht aus einer Steinschüttung und reicht mit seiner O.K.

bis +2,50 m NN, darüber hinaus ragt der Grundmolenkörper +10,90 m bzw. 12.30 m

NN heraus, der aus Bruchsteinmauerwerk besteht.

Weil die Seeseite weitaus mehr beansprucht wird als die Landseite, wurde zum

Schutz durch die starken Belastungen der unterschiedlichen Wasserstände und die

Kraft Wellen noch zusätzliche Betonquader vorgesetzt, die auch gleichzeitig das

Unterspülen verhindern sollten.

Die ersten Arbeitsschritte waren es die Steinschüttungen des Unterbaus in die richtige

Höhe zu bringen, um dann die Blockvorlagen einzubauen.

Die Steinschüttungen wurden mit Hilfe eines 50-t Schwimmkran aufgeschüttet und

die Blockvorlagen wurden mittel einer Kippschute platziert.

Durch den Tidehub war für die Betonierung des unteren Teils nur eine sehr kurze Zeit

vorhanden, von daher musste die Einbaumenge beschränkt werden und hinterher

sofort mit Hilfe der Betonblöcke abgesichert werden. Somit konnten dann Blöcke aus

Bruchsteinmauerwerk von etwa 3,00-3,50 m hergestellt werden und auf den

Grundkörper mit einem genau festlegten Schema versetzt werden.

Die Steine die für den Bau verwendet wurden, kamen aus einem Kalksteinbruch, der

ungefähr 18 km vom Hafen entfernt lag.

Nachdem diese Vorgänge abgeschlossen waren, wurde das Bruchsteinmauerwerk

Molenbau im 2. Welkrieg

8


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

verschalt und die Zwischenräume mit Beton ausgegossen. Auf den Dammkopf wurde

dann eine Art Estrich aufgebracht. Als nächstes kam die nächste Lage des

Bruchsteinmauerwerks, wonach die erste Lage auf etwa 2/3 der Höhe einbetoniert

wurde. Dieser Vorgang ging dreimal von statten, bis eine Höhe von +8,50 m erreicht

war.

Die Transportwege über die Mole selbst konnten wegen den Sturmfluten nicht genutzt

werden, von daher sind die Baustoffe mit Hilfe der Schiffe transportiert wurden.

Ebenso wie die Herstellung des Betons, der auch auf schwimmenden Stationen

gemischt wurde.

Drei Sommer zog sich der Bau hin, bis der Molenkörper die Endhöhe von +10,90 m

NN erreicht hatte.

Die Arbeiten zogen sich sehr lange hin, da der Bau aufgrund der Wetterlage immer

wieder unterbrochen wurden musste und selbst während der eigentlichen Bausaison

(März bis Oktober) nur an jedem zweiten Tag betoniert werden konnte.

Für die Arbeiten wurden vorrangig Hilfsarbeiter eingesetzt, weil der Bau an sich,

nicht sehr anspruchsvoll war. Lediglich für die Geräteführer musste qualifiziertes

Fachpersonal eingesetzt werden.

Die Mole Carnot bestand schon vor dem ersten Weltkrieg. Im Laufe der Jahre kam es

zu Veränderungen, wozu die Breite des Querschnittes gehörte.

Die Nordmole wurde eigentlich von dem Ingenieur „Outrey“ im Jahr 1930 geplant.

Sie wurde dann aber nicht von ihm umgesetzt, sondern im Jahre 1941 von der Philipp

Holzmann AG.

Aus den Bildern geht heraus, dass die Außenmole an die schon vorher bestehende

Schüttsteinmole angeschlossen worden ist.

Die Schüttsteinmole wurde auf einer Holzpfahlgründung errichtet, bei den die

gespülten Pfähle verzimmert worden. Um das Unterspülen zu verhindern, wurde der

Fußbereich mit einer Packlage ausgefüllt.

Auf der Schüttseinmole führte ein Schienenweg entlang, der bis zum „Loreley-

Felsen“ ging. Der Loreley Felsen war gleichzeitig die Anschlussstelle zwischen der

Schüttseinmole und der Außenmole.

Molenbau im 2. Welkrieg

9


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Bild 1: Lageplan der Mole Carnot aus dem Jahre 1930 wo der Außenbereich noch

nicht durch die Außenmole geschlossen war

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

Bild 2: Zustand der Mole 1930 Bild 3: Geplanter Umbau der

Mole und des Querschnittes

Nach 1930

10


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Bild 3: Einbau der Bockvorlage auf der Seeseite der Böschung mittels Kippschute

Bild 4: Das Bruchsteinmauerwerk wird mit Hilfe einer schwimmenden Betonstation

verdichtet

Bild 5: Die Mole im Querschnitt und dessen Aufbau im Überblick

Molenbau im 2. Welkrieg

11


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Mole Im Hafen von Ponta Delgada auf den Azoren

Baujahr: 1937-43

Bauherr: Portugiesische Regierung

Bei der Mole von Ponta Delgada handelt es sich um eine gemischte Bauform mit

senkrechten Schwimmkasten.

Die Schwierigkeit beim Bau der Mole war die zunehmende Länge und das tiefer

werdende Wasser. Bei dem Bau selbst wurden 6 Schwimmkästen die als Quader

angeordnet waren auf den Kai betoniert und mit Hilfe des Schwimmkrans eingesetzt.

Vor dem Einsetzen der Schwimmkästen wurden Schüttungen aus verschiedenen

Steingrößen vorgenommen, um einen sicheren Untergrund zu gewährleisten und

wegen der Wassertiefe.

„Zum Schutz des Molenkörpers wurden an seiner Außenseite über 5 t große Steine aus

dem 2 km entfernten Steinbruch böschungsmäßig aufgebaut und darauf betonblöcke von

86t Gewicht in teils regelmäßigen, teils unregelmäßigen Verband verlegt.“ 1

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(0-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

1 Dr.-Ing. Wolfram Schenk ( September 1964): S.42

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

12


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Mole in Gdingen

Baujahr: 1940-42

Bauherr: ehem. Marinehafenbauamt, Gotenhafen

Bei dieser Mole handelt es sich um eine Außenmole und Wellenbrecher, die als

Stahlbeton-Schwimmkasten in senkrechter Bauweise hergestellt wurde.

Der Kasten liegt auf einer abgeglichenen Kies mit Schotterunterbettung. Ihr Fuß ist

zusätzlich durch Steinschüttungen gesichert.

Der Senkkasten wurde direkt vom Ufer durch eine vom Bagger präparierte Schräge

ins Wasser abgesenkt, wobei die Sohle schon vorher betoniert worden ist.

„Auch hier haben Taucher das Schotterbett vor dem Absetzen der Kasten genau

abgeglichen, unterstützt durch zwei Lehren aus schweren Eisenbahnschienen, die auf der

Schüttung abgesetzt und auf der vorgeschriebenen Höhe der Bettung einnivelliert

wurden“ 2

Foto: Absenken des Schwimmkasten über Schräge die durch den Bagger in

in ein Winkel von 25-30 Grad präpariert wurde

2 Dr.-Ing. Wolfram Schenk (September 1964): S.45

Molenbau im 2. Welkrieg

13


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Mole auf der Düne Helgoland

Baujahr:1939-42

Bauherr: ehem. Marinehafenbauamt Helgoland

Eine noch unvollendete zum Teil auch zerstörten Mole, die in senkrechte Bauweise

mit Spundwänden errichten wurde.

Der Untergrund besteht aus Fels. Die Mole wurde mit Hilfe eines Stahlhilfsgerüst,

dass eine Breite von 5 m hatte gebaut. Daraufhin wurden die Jochpfähle 2-3 m tief mit

Hilfe einer Ramme eingerammt.

Es konnte nur zu Hochwasser-Stauzeit gerammt werden, da bei den auf und

ablaufenden Wasser die Strömungen zu stark waren, um die Pfähle senkrecht zu

stellen.

„ Für die Wandschalung wurden anfangs 20cm dicke gefalzte oder gespundete

Stahlbetonbohlen verwendet, die mittels besonderer Klemmvorrichtungen an den

Trägerflanschen unverrückbar befestigt waren. Schweren und langanhaltenden Stürmen

zeigten sich aber trotzdem nicht gewachsen.“ 3

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

3 Dr.-Ing. Wolfram Schenck (September 1964):S.60

14


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Mole für den Hafen Maceio/Brasilien

Baujahr: 1936-40

Bauherr: Brasilianische Regierung

Die Mole Marceio wurde nicht selbst von der Philipp Holzmann AG augeführt,

sondern von der Tochtergesellschaft „die Companhia Geral de Obras e

Construccoes,S. Rio de Janero.“

Sie wurde aus senkrechten Stahlspundwänden errichtet, wobei der Untergrund aus

sehr feinem Sand bestand.

Die Bohlen wurden von einem Innengerüst aus gerammt. Bei Abständen von 80 m

kamen zwischen die Stahlspundwände noch Querwände, die gegen die teils heftigen

Stürme entgegenwirken sollten.

Nachdem die Spundwände gestellt wurden, wurden sie zusätzlich durch einen

Stahlrahmen ausgesteift, was speziell durch den Rundstahlanker (der zum Absichern

der gesamten Konstruktion noch mit Spannschlössern gesichert war) geschehen ist.

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(0-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

15


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Ostmole Wilhelmshaven

Baujahr: 1939-40

Bauherr: Marinehafenbauamt 1

Die Ostmole Wilhelmshaven wurde in einzelnen Abschnitten in senkrechter

Bauweise errichtet.

Die Spundwände wurden mittels Rammpfählen (die aus Stahlkastenpfählen

bestanden) vom festen Gerüst aus gesetzt. Am Molenkopf musste eine Kreisrammung

vorgesehen werden. Der Untergrund bestand aus Feinsand. Das Rammgerüst, was

sich hinter den Spundwänden befand, wurde bewährt und die Spundwände zusätzlich

verankert. Im Anschluss wurde betoniert.

Die Ostmole Wilhelmshaven hat den zweiten Weltkrieg nur kurz überlebt. Von der

verfügten Zerstörung aller Marine-Anlagen wurde auch sie betroffen. Viele Jahre sollten

die gebliebenen Reste an die steinernen Häupter auf der Osterinsel erinnern.“ 4

Im Jahr 1961/62 kam es zum Wiederaufbau des östlichen Einfahrtbauwerkes am

Vorhafen der 4. Einfahrt in Wilhelmshaven.

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

4 Dr.-Ing. Wolfram Schenck (September 1964):S.82

Molenbau im 2. Welkrieg

!"#$%&#'() *+, *

,($-'./(00-/

*/( +((,(, 1- 0(( 12#0 .#$1"/(3

Bild: Kreisrammung im

Molenkopf

16


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Zusammenfassung

In meiner Arbeit habe ich zunächst verschiedene Formen des Molenbaus dargestellt

und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bauformen erörtert.

Ich bin auf die von der Philipp Holzmann AG weiterentwickelten Bauweisen

eingegangen und hab eine kurze Darstellung der Belastung und Bemessung von

Hafenbauwerken gegeben

Anschließend habe ich einige konkrete Projekte des Molenbaus in den dreißiger und

Vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts vorgestellt.

Diese Molen sind zum Teil im 2. Weltkrieg – auch in Kriegsgebieten - entstanden

Der 2.Weltkrieg hatte jedoch keine konstruktiven Auswirkungen auf den Molenbau.

Die Molen, die im 2. Weltkrieg errichtet worden sind, sollten weder zum Schutz vor

Bombenangriffen noch als eine Art Schutzmauer dienen. Sie sollten einzig und allein

gegen die Kraft der Wellen, der Strömungen und Tidewechsel wirken.

Dass diese Molen im oder kurz vor dem 2.Weltkrieg errichtet wurden, steht aber vor

einem besonderen politischen Hintergrund.

Molenbau im 2. Welkrieg

17


Bildarchiv der Philipp Holzmann AG Ingenieurprojekt Felix Grammes

Molenbau im 2. Weltkrieg

Quellen-Verzeichnis

1. Lattermann, Eberhard. (2000). „Wasserbau-Praxis“ Band 2. Bauwerk Verlag GmbH.

ISBN 3-934369-13-8

2. Lattermann, Eberhard (1999). „Wasserbau-Praxis“ Band 1.Bauwerk Berlag GmbH

ISBN 3-934369-12-X

3. Schenck, Dr-Ing. Wolfram. „Technische Berichte Philipp Holzmann Aktiengesellschaft

September 1964“. Heft 1: Seemolen

4. Pawlowski, Auguste. „Le Genie Civil“. Nr.2499. 5 Juli 1930, S.1-6

5. Brinkmann, Birgitt. (2005). „Seehäfen“ Springer Verlag Berlin Heidelberg 2005

ISBN 3-540-20587-X

6. „Jahrbuch der Hafenbautechnischen Gesellschaft“ Springer-Verlag Berlin/Göttigen/

Heidelberg 1951“ Neunzehnter Band 1941-1949

7. Das Bildarchiv der Philipp Holzmann Aktiengesellschaft

8. http://de.wikipedia.org/wiki/Mole

9. http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Schwimmkasten

Molenbau im 2. Welkrieg

18

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine