Leseprobe Band 1, Buch II, Kapitel 3 - VEGA e.K.

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Leseprobe Band 1, Buch II, Kapitel 3 - VEGA e.K.

Leseprobe

Band 1, Buch II, Kapitel 3


Daniil Andrejew

ROSA MIRA

Die Weltrose

Band 1

(Bücher I – VI)

Vega e. K.

2008


Allen, die an der Vorbereitung dieses Buches mitgewirkt haben,

sei mein tiefempfundener Dank ausgesprochen. Ein besonderer

Dank gilt Frau Dr. Irmgard Scherer.

Alexander Sojnikow

Der Verleger

Zweite überarbeitete Auflage

© 2008 Vega e. K.

© 2005 Vega e. K.

Alle Rechte vorbehalten

Titel der russischen Ausgabe: Даниил Андреев „Роза мира“

Mit dem maschinenschriftlichen Original des Autors verglichen.

Übersetzung: Dr. habil. Björn Seidel-Dreffke

Nachdichtungen und Lektorat: Alexander Markow

Textbearbeitung: Thomas Seidel

Umschlag: Marina Gabriel

Druck: TZ-Verlag & Print GmbH

ISBN 978-3-9808919-7-4


Inhalt

Vorwort ......................................................................................................7

Das Leben Daniil Andrejews, erzählt von seiner Frau

Buch I

Rosa Mira und ihre Stellung in der Geschichte.......................................23

Rosa Mira und ihre nächstliegenden Aufgaben............................................25

Das Verhältnis zur Kultur...........................................................................57

Das Verhältnis zu den Religionen...............................................................77

Buch II

Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode ...99

Einige Besonderheiten der metahistorischen Methode............................... 101

Einige Bemerkungen zur transphysischen Methode................................... 123

Die Ausgangskonzeption.......................................................................... 145

1. Die Vielschichtigkeit............................................................................ 145

2. Die Herkunft des Bösen. Die Weltgesetze. Das Karma.......................... 150

3. Zur Frage nach der Willensfreiheit........................................................ 159

4. Das Sein und das Bewusstsein .............................................................. 165

5. Die verschiedenstoffliche Struktur des Menschen.................................. 167

6. Die Metakulturen.................................................................................. 169

Buch III

Die Struktur des Shadanakar. Die Welten der aufsteigenden Reihe..... 181

Die Sakuala der Erleuchtung..................................................................... 183

Die Satomisse .......................................................................................... 197

Die mittleren Schichten des Shadanakar.................................................... 231

Buch IV

Die Struktur des Shadanakar. Die Infraphysik..................................... 255

Die Grundlage.......................................................................................... 257

Die Welten der Sühne............................................................................... 269

Schrastren und Uizraoren ......................................................................... 289

Buch V

Die Struktur des Shadanakar. Die Stichialien ....................................... 307

Die dämonischen Stichialien..................................................................... 309

Die lichten Stichialien .............................................................................. 323

Das Verhältnis zum Tierreich ................................................................... 337

5


Buch VI

Die höchsten Welten des Shadanakar.................................................... 365

Bis zur Weltsalvaterra .............................................................................. 367

Der Logos des Shadanakar ....................................................................... 379

Die Weiblichkeit ...................................................................................... 405

Kurzes Glossar ....................................................................................... 423

der Namen, Termini und Bezeichnungen, die am häufigsten im Text

vorkommen

Alphabetisches Register ......................................................................... 435

der Namen, Termini und Bezeichnungen, die von Daniil Andrejew

eingeführt wurden

6


Buch II

Über die metahistorische und die transphysische

Erkenntnismethode


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Kapitel 3

Die Ausgangskonzeption

1. Die Vielschichtigkeit

Unsere physische Schicht ist als Begriff dem astronomischen Universum

gleichbedeutend und zeichnet sich bekanntermaßen dadurch aus,

dass sie über drei räumliche und eine weitere, zeitliche, Koordinate

verfügt. Diese physische Schicht nennt man in der Terminologie der

Rosa Mira E n r ó f . In der modernen Wissenschaft und in der

modernen Philosophie dauert der Streit über die Unendlichkeit oder

Endlichkeit des Enrof im Raum immer noch an, genau wie auch der

Streit über seine Ewigkeit oder Begrenztheit in der Zeit. Ebenfalls wird

darüber gestritten, ob der Enrof das gesamte Weltgebäude umfasst und

ob durch seine Formen alle Formen des Daseins ausgeschöpft sind.

Die Entdeckung der Antimaterie, die Entstehung von Elementarteilchen

aus dem physischen Nichts und sogar die künstliche Heraustrennung

jener Teilchen aus dem Nichts, die sich bisher in der Welt der

negativen Energie befanden, die experimentelle Bestätigung der Theorie,

die zeigt, dass die physische Leere des Enrof durch einen Ozean

von Teilchen anderer Stofflichkeit angefüllt ist, – diese Fakten sind

Meilensteine auf dem Weg, auf welchem die langsame Wissenschaft

sich von den Vorstellungen des klassischen Materialismus und der

alten idealistischen Philosophie löst und zu prinzipiell neuen hinschreitet.

Die Anhänger der materialistischen Philosophie tragen viel Verwirrung

in diese Problematik hinein, wobei sie all ihre Gegner der Revision

des Idealismus beschuldigen. Höchstwahrscheinlich ist das nur eine

Taktik im letzten Kampf des materialistischen Bewusstseins, in dem es

eine Position nach der anderen aufgibt und zur selben Zeit behauptet,

dass gerade dies schon immer vorhergesehen wurde und schon lange

von Klassikern des Materialismus bestätigt worden sei. Es wird übrigens

in naher Zukunft sehr interessant werden, die Verfeinerungen

dieser Philosophie zu beobachten, wenn sie unter dem Druck der Fakten

gezwungen sein wird, ihr Begriffsarsenal um den Begriff „Antimaterie“

zu erweitern.

145


Rosa Mira

Die Ursprünglichkeit der Materie gegenüber dem Bewusstsein, die

prinzipielle Erkennbarkeit des gesamten Universums – sind naive Thesen

des Materialismus, die alle anhand der vorangegangenen Stadien

der Wissenschaft ausgearbeitet worden sind. Sie können sich nur mühsam

und nur dank der Einmischung von Kräften halten, die weniger

der Philosophie und mehr dem Polizeisystem angehören. Allerdings

halten zahlreiche Thesen der klassischen Religionen der Prüfung durch

die moderne Wissenschaft ebenfalls nicht stand. Die neue Erkenntnis,

die metahistorisch und transphysisch ist, wird das Gebiet der wissenschaftlichen

Erkenntnis nicht beanspruchen und daher der Wissenschaft

im Grunde niemals widersprechen, sondern höchstens in einigen

Fragen deren Ergebnisse vorwegnehmen.

Der Begriff der Vielschichtigkeit des Universums bildet die Grundlage

der Konzeption von Rosa Mira. Unter einer jeden dieser Schichten

versteht man dabei eine materielle Welt, deren Stofflichkeit sich von

anderen entweder durch die Anzahl der räumlichen oder der zeitlichen

Koordinaten unterscheidet. Beispielsweise existieren neben der unseren

sozusagen ihre Nachbarwelten, deren Raum auch nach drei Koordinaten

bemessen wird, wobei aber die Zeit nicht nur eine, sondern

mehrere Dimensionen hat. In solchen Schichten fließt die Zeit in mehreren

Parallelströmen und ein Ereignis findet synchron in all den Zeitdimensionen

statt, wobei das Ereigniszentrum sich nur in einer oder in

zwei von ihnen befinden kann.

Sich dies bildlich vorzustellen, ist natürlich nicht einfach. Die Bewohner

einer solchen Schicht sind nur in einer oder zwei Zeitdimensionen

aktiv tätig, sie existieren jedoch gleichzeitig in allen von ihnen und

nehmen sie alle bewusst wahr. Diese Synchronizität bringt eine Fülle

ins Leben, die so bei uns nicht bekannt ist. Ich greife mit meinen Darlegungen

ein wenig vorweg und füge an dieser Stelle hinzu, dass eine

hohe Anzahl zeitlicher Koordinaten in Verbindung mit der minimalen

(eins, zwei) der räumlichen für die Bewohner solcher Schichten im

Gegenteil zu einer Quelle des Leidens wird. Dies ähnelt dem Bewusstwerden

der Begrenztheit eigener Mittel, wenn man von einer

machtlosen Wut gepeinigt wird, von der Erinnerung an die Möglichkeiten,

die das Subjekt nicht mehr nutzen kann. Einen solchen Zustand

würden einige von uns mit den Tantalusqualen vergleichen.

146


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Mit einigen seltenen Ausnahmen, wie sie zum Beispiel der Enrof darstellt,

übersteigt die Anzahl der zeitlichen Koordinaten um ein Vielfaches

die der räumlichen. Schichten, die mehr als sechs Raumdimensionen

aufweisen, sind mir im Shadanakar nicht bekannt. Die Zeitdimensionen

hingegen erreichen in den höchsten Schichten unserer Bramfatura

die große Anzahl von zweihundertsechsunddreißig.

Es wäre falsch, die Besonderheiten des Enrof auf andere Schichten zu

übertragen und zu glauben, dass alle Schichten voneinander genauso

stark getrennt sind wie der Enrof von den anderen Schichten. Es gibt

allerdings noch undurchdringlichere Grenzen und somit noch stärker

isolierte Schichten, aber deren sind wenige. Vielmehr gibt es aber solche

Gruppen, innerhalb derer der Übergang von einer Schicht zur anderen

lediglich eine besondere innere Regung eines Wesens erfordert

und nicht dessen Sterben oder eine schwierige materielle Transformation,

wie es bei uns der Fall ist. In einigen von ihnen ist der Übergang

in benachbarte Schichten kein größerer Kraftakt als, sagen wir, der

Übergang aus einem Staat des irdischen Enrof in einen anderen. Solche

Gruppen der Schichten bzw. Reihen von Welten habe ich mir angewöhnt,

mit dem indischen Terminus S a k u a l a zu bezeichnen.

Neben den Sakualas existieren somit auch Einzelschichten wie unser

Enrof.

Die Schichten und die Sakualas unterscheiden sich voneinander auch

in ihrer Ausdehnung. Bei weitem nicht alle verfügen über solche kosmischen

Dimensionen wie der Enrof. Man kann es sich zwar schwer

vorstellen, aber nur wenige Sakualas überschreiten in ihrer Ausdehnung

die Grenzen des Sonnensystems. Es gibt genug lokale Sakualas,

deren Lebensraum auf unseren Planeten beschränkt ist, und nicht wenige

solche, die nicht mit dem Planeten als Ganzem verbunden sind,

sondern nur mit einem seiner Teile oder mit einem seiner physischen

Elemente. In den Letzteren gibt es verständlicherweise nichts, was

unserem Himmel ähnlich wäre.

Alle Schichten eines jeden Himmelskörpers bilden ein großes, eng

miteinander verbundenes System. Sie weisen gemeinsame metahistorische

Prozesse auf, sie verfügen – in den meisten Fällen – über zwei

widersprüchliche geistige Pole. Ich habe schon darauf hingewiesen,

dass man solche Systeme Bramfaturen nennt. Die Gesamtzahl der

147


Rosa Mira

Schichten in einigen von ihnen beschränkt sich auf einige wenige, und

andere wiederum zählen einige Hundert. Außer dem Shadanakar, das

gegenwärtig aus zweihundertzweiundvierzig Schichten besteht, gibt es

im Sonnensystem noch die Bramfaturen der Sonne, des Jupiter, des

Saturn, des Uranus, des Neptun, des Mondes und auch noch einiger

Satelliten der großen Planeten. Die Bramfatura der Venus wird erst

geboren. Die übrigen Planeten und Satelliten sind ebenso tot in ihren

anderen Schichten wie im Enrof, sie verfügten entweder niemals über

Bramfaturen oder diese wurden von allen Monaden verlassen.

Vielschichtige Systeme verschiedener Stofflichkeit, die in gewisser

Hinsicht den Bramfaturen ähneln, jedoch unvergleichlich größer sind,

umfassen einige Sterngruppen, zum Beispiel die Mehrzahl der Sterne

des Orion oder das Zweisternensystem mit vielen Planeten Antares.

Noch kolossaler sind solche Systeme im Rahmen der einzelnen Galaxien

oder des gesamten Universums. Dabei handelt es sich um

Makrobramfaturen mit einer riesigen Anzahl verschiedenartiger

Schichten – bis an die achttausend. In den Makrobramfaturen gibt es

nichts, was mit der äußerst geringen materiellen Dichte, der sogenannten

Leere des Enrof zu vergleichen wäre.

Man kann leicht nachvollziehen, dass die Makrobramfaturen auch für

die reinsten Menschenseelen unerreichbar sind. Außer fernen Vorahnungen

können wir über sie keinerlei konkrete Hinweise erhalten. Solche

Botschaften gelangen manchmal von wesentlich höheren Geistern

des Shadanakar zu uns, durch die Vermittlung der unsichtbaren Freunde

unseres Herzens. Dennoch sind diese übermittelten Botschaften für

unsere Wahrnehmung äußerst schwer zu verarbeiten. So habe ich kaum

die sonderbare und traurige Mitteilung begreifen können, dass es in

den Makrobramfaturen unserer Galaxis eine materielle Schicht gibt,

wo ein Raum ohne zeitliche Dimensionen existiert, – so etwas wie ein

Loch in der Zeit, welches in sich allerdings über eine Bewegung verfügt.

Das ist der Leidensort der großen Dämonen, das Reich der finsteren

Ewigkeit, aber auch nicht im Sinne einer endlos andauernden Zeit,

sondern im Sinne des Fehlens jeglicher Zeit. 24 Solch eine Ewigkeit ist

nicht absolut, da Zeit auch dort entstehen kann, und genau darin besteht

eine der Aufgaben der großen Zyklen des kosmischen Werdens.

24

Übrigens wurde der Unterschied der zwei Bedeutungen des Wortes „Ewigkeit“

bisher kaum von unserem philosophischen Gedanken erfasst. – Anm. des Autors

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Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Denn nur die Herausbildung der Zeit ermöglicht es, die großen Leidenden,

die dort eingekerkert sind, aus deren galaktischer Hölle zu

befreien.

Die Moleküle und einige Arten von Atomen sind Bestandteil winziger

Systeme – der Mikrobramfaturen, einige von ihnen sind äußerst kurzlebig.

Allerdings handelt es sich dabei um sehr komplizierte Welten

und wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass die Elementarteilchen

lebendige Wesenheiten sind und dass manche von ihnen über

einen freien Willen und Verstand verfügen. Doch weder eine Kommunikation

noch gar ein direktes Eindringen in die Mikrobramfaturen

würden uns gelingen. Es existiert in keiner Schicht des Shadanakar

auch nur ein einziges Wesen, dass dazu fähig wäre: Dies übersteigt im

Moment sogar die Kräfte des Planetaren Logos.

Nur in den Makrobramfaturen des Universums sind Geister von unvorstellbarer

Macht und Größe tätig, so dass sie dazu in der Lage sind,

sich gleichzeitig in eine Vielzahl von Mikrobramfaturen zu begeben.

Dafür muss sich ein Geist, seine Einheit bewahrend, gleichzeitig in

Millionen dieser kleinsten Welten verkörpern, muss dabei in jeder von

ihnen in seiner gesamten Fülle hervortreten, wenn auch in verschwindend

kleinen Zeitspannen.

Ich spreche die ganze Zeit über verschiedene Arten von materiellen

Schichten, da geistige Schichten als solche nicht existieren. Der Unterschied

zwischen Geist und Materie ist eher ein stadialer als ein prinzipieller,

obwohl der Geist nur durch Gott geschaffen wird, aus Ihm

emaniert, und die Materie durch Monaden geschaffen wird. In seinem

ursprünglichen Zustand, noch mit keinerlei materiellen Hüllen bedeckt,

stellt der Geist eine Substanz dar, die annähernd mit feinster Energie

zu vergleichen wäre. Geistig sind nur Gott und die Monaden – eine

unendliche Vielzahl von Gott geborener und von Gott geschaffener

höchster Ich, der unteilbaren Einheiten. Die Letzteren unterscheiden

sich voneinander durch die Stufen ihrer angeborenen potentiellen Größe,

durch die unendliche Vielfalt ihrer materiellen Ummantelungen

und Lebenswege.

Eine aufgestiegene Monade kann dort, hier und an vielen Stellen des

Universums gleichzeitig sein, aber sie ist nicht allgegenwärtig. Nur der

149


Rosa Mira

Geist Gottes ist wahrhaft allgegenwärtig. Er existiert auch dort, wo es

keinerlei Monaden gibt, zum Beispiel in den von allen Monaden verlassenen

Ruinen der Bramfaturen. Ohne Ihn kann nichts existieren,

auch das nicht, was wir als tote physische Materie bezeichnen. Und

wenn der göttliche Geist sie verlassen hätte, würde sie aufhören zu

existieren, nicht im Sinne eines Übergangs in eine andere Materieform

oder Energie, sondern voll und ganz.

2. Die Herkunft des Bösen. Die Weltgesetze. Das Karma

Betrachten wir den Mythos vom Aufstieg und Fall Luzifers in Bezug

auf die geistige Geschichte des Shadanakar, so verliert der Mythos

seinen Sinn. Es gibt keinerlei Ereignisse in der Metageschichte unseres

Planeten, die durch ihn widergespiegelt werden könnten. Einstmals,

vor sehr langer Zeit, ist etwas anderes geschehen, wovon die sehr verzerrten

Erinnerungen in einigen anderen Mythen erzählen, zum Beispiel

in der Legende vom Aufstand der Titanen. Darüber wird übrigens

in einem anderen Zusammenhang noch ausführlicher zu berichten sein.

Was die Legenden betrifft, die mit dem Aufstieg und Fall Luzifers zu

tun haben, so fanden diese Ereignisse einmal im Maßstab jener

Makrobramfatura statt, die alle Kategorien unseres Verstandes übersteigt

und das gesamte Universum umfasst. Es geschah etwas, was

dann von den Geistsehern des Altertums in die Ebene epochaler

menschlicher Begrifflichkeit übersetzt wurde und sich dann zu einem

Mythos zusammenfügte. Die epochalen Begriffe von damals starben

ab, die Maßstäbe unserer Vorstellungen erweiterten sich kolossal, und

wenn wir jetzt in diesem Mythos den unsterblichen und wahrhaften

Samen einer Idee einfangen wollen, müssen wir von allen epochalen

Einbrüchen darin absehen und uns nur auf die faktische Mitte des Mythos

konzentrieren.

Es ist verständlich, dass das Bewusstsein selbst der Weisesten von

damals hinter heutigen Vorstellungen über Umfang und Struktur des

Universums so weit zurückblieb, dass das Erahnen universeller Wahrheiten,

welches darin dank der Anstrengungen der unsichtbaren Freunde

unseres Herzens aufkeimte, in die Enge der empirischen Erfahrung

und des starken, doch wenig differenzierten Verstandes hineingepresst

wurde. Auch heute erscheint die Aufgabe kaum einfacher, in mensch-

150


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

lichen Begriffen und Worten wenigstens einen Abglanz des universellen

Geheimnisses vom Aufstand des sogenannten Djenniza 25 wiederzugeben.

Solch ein Versuch würde aus zwei Stadien bestehen: Man müsste aus

dem Ozean der Begriffe diejenigen heraussuchen, welche für die Beschreibung

der jenseitigen Realität vorzuziehen wären, und danach aus

dem Ozean der Worte diejenigen, welche ihrerseits diese kaum zu

fassenden Begriffe annähernd widerspiegeln. Aber solch eine Arbeit ist

mit einem harmonischen Wachstum der Persönlichkeit und ihrer universellen

Erfahrung verbunden und sollte nicht nach eigenem Gutdünken

forciert werden.

Ich spüre, dass ich mich erst im Anfangsstadium dieser Arbeit befinde.

Deswegen kann ich nichts über die Ereignisse von universeller Rangordnung

sagen, außer der bloßen Konstatierung eines vorhistorischen

Fakts: In weit zurückliegender Tiefe der Zeiten sagte sich einer der

größten Geister, Luzifer oder Djenniza genannt, von seinem Schöpfer

los, um ein anderes Universum nach den eigenen Vorstellungen zu

erschaffen. Er brachte damit seinen freien Willen zum Ausdruck, welcher

jeder Monade unabdingbar gegeben ist. Ihm schloss sich eine

Vielzahl anderer großer und kleiner Monaden an. Die Schaffung eines

neuen Universums begann in den Grenzen des gegenwärtigen. Die

infolgedessen erzeugten Welten erwiesen sich jedoch als unbeständig

und zerstoben, da die aufständischen Monaden auch die Liebe ablehnten

– das einzige zusammenschließende, festigende Prinzip.

Der universelle Plan der Vorsehung führt die Mehrzahl der Monaden

zur höchsten Einheit. Bei ihrem Aufstieg von einer Daseinsstufe zur

anderen vervollkommnen sich die Formen ihrer Gemeinschaft, die

Liebe zu Gott und zueinander bringt sie einander näher. Und wenn jede

von ihnen in die Weltensonne eingeht und Mitschöpferin von Ihm

wird, dann wird eine absolut vollkommene Einheit verwirklicht – die

Vereinigung mit Gott ohne Verlust des unwiederholbaren Ich.

Der universelle Gedanke Luzifers ist dem gerade entgegengesetzt. Jede

Monade, die sich mit ihm verbindet, ist nur seine Verbündete auf Zeit

25 Kirchenslawisch für Luzifer. – Anm. des Lektors

151


Rosa Mira

und sein potentielles Opfer. Jede dämonische Monade, angefangen von

den größten bis zu den allerkleinsten, hat einen Traum: Sie will Herrscherin

des Universums werden, der Stolz flüstert ihr zu, dass gerade

sie potentiell stärker sei als alle anderen. Sie wird durch eine Art „kategorischen

Imperativ“ angetrieben, der in etwa durch folgende Formel

ausgedrückt wird: Es gibt ein Ich und ein Nicht-Ich; alles Nicht-Ich

muss Ich werden. Um es mit anderen Worten zu sagen: Alles und alle

sollen durch dieses eine absolut selbstbezogene Ich aufgesogen werden.

Gott gibt sich hin; das gegen Gott gerichtete Element strebt danach,

alles in sich aufzunehmen. Deshalb ist ein dämonisches Ich vor allem

Vampir und Tyrann und deshalb ist eine tyrannische Tendenz nicht nur

jedem dämonischen Ich eigen, sondern sie stellt auch seinen untrennbaren

Bestandteil dar. Die dämonischen Monaden verbinden sich zwar

auf Zeit miteinander, aber im Grunde genommen sind sie Gegner auf

Leben und Tod. Wenn eine ihrer Gruppen lokal die Macht übernommen

hat, beginnt ein Kampf innerhalb dieser Gruppe, wobei die Stärkste

den Sieg davonträgt.

Tragisch ist für die Dämonen der Verlauf ihres kosmischen Kampfes

auch deshalb, weil Gott immer neue Monaden schafft, die Dämonen

aber nicht dazu in der Lage sind, auch nur eine hervorzubringen. Und

das Kräfteverhältnis verändert sich ständig nicht zu ihren Gunsten.

Einen neuen Abfall von Gott gibt es nicht und wird es niemals geben,

dafür gibt es absolute Garantien, und ich bedaure nur, dass der besondere

Schwierigkeitsgrad dieses Problems mir nicht gestattet, es etwas

verständlicher darzulegen.

Auf jeden Fall sind alle dämonischen Monaden sehr alter Herkunft, sie

alle haben sich am großen Aufstand beteiligt. Sicher haben sich früher

Dinge vollzogen und vollziehen sich auch jetzt, die dem äußerlich

gleich sind und einer Abtrünnigkeit von Gott ähneln: Ein hochbewusstes

Wesen, manchmal sogar eine ganze Gruppe von ihnen, stellt sich

für eine bestimmte Zeit gegen den Willen der Vorsehung. Dieser antigöttliche

Akt wird nicht durch die Monade selbst vollzogen, sondern

durch die niederen Glieder ihres Ich, durch das seelische, begrenzte

Bewusstsein. Deshalb findet ihre antigöttliche Tätigkeit nicht in der

geistigen Welt statt, sondern in den materiellen Welten, die nach dem

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Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

eigenen Willen der Dämonen dem Gesetz des Karmas unterliegen.

Dadurch ist der Aufstand von Anfang an zum Scheitern verurteilt und

die ihn durchführende Monade betritt einen langen Weg der Sühne.

Nach und nach, im Verlaufe des Kampfes wurde den dämonischen

Kräften selbst die Erfolglosigkeit ihrer Versuche klar, ein eigenes Universum

zu erschaffen. Sie fuhren aber damit fort, einzelne Welten zu

errichten, verwendeten ungeheure Kräfte auf die Festigung ihrer Existenz

und setzten sich zur selben Zeit noch ein weiteres Ziel: Sie wollten

Welten beherrschen, die schon bestehen bzw. die gerade von den

Kräften der Vorsehung erschaffen worden waren. Nicht die Zerstörung,

sondern die Invasion ist ihr Ziel, aber die Zerstörung der Welten

ist eine objektive Folge einer solchen Vereinnahmung. Denn die Welten,

die ohne das einigende Prinzip der Liebe und des Mitschöpfertums

und nur durch das widersprüchliche Prinzip der Gewaltanwendung

zusammengehalten werden, können nicht lange fortexistieren.

Es gibt zerberstende Galaxien. Und wenn die astronomischen Beobachtungen

der außergalaktischen Sternenhaufen eine längere Periode

als jetzt umfassen werden, werden sich die Prozesse dieser Weltkatastrophen

dem Blick der Wissenschaft öffnen. Es gibt gestorbene und

sterbende Planeten: Mars, Merkur, Pluto – das sind die Ruinen von

Bramfaturen. Nach deren Einnahme durch die dämonischen Mächte

wurden alle Monaden des Lichts aus diesen Systemen vertrieben. Danach

geschahen die vollendenden Katastrophen, und die dämonischen

Herrscher trieben plötzlich unbehaust im Weltenraum dahin und suchten

ein neues Objekt, in welches sie eindringen könnten.

Aber es existieren Makrobramfaturen und ganze Galaxien, in die den

Aufständischen der Einlass verwehrt wurde. Innerhalb unserer Galaxis

existiert ein System, welches sich schon völlig vom dämonischen Einfluss

befreit hat, und zwar Orion – eine Makrobramfatura, die ein ungewöhnlich

mächtiges geistiges Licht ausstrahlt. Wer den großen Andromedanebel

mit dem Teleskop betrachtet, wird auch noch eine andere

Galaxie entdecken, die nie vom Eindringen dämonischer Mächte betroffen

war. Es handelt sich um eine Welt, die ununterbrochen die Stufen

der aufsteigenden Seligkeit erklimmt. Unter Millionen von Galaxien

des Universums gibt es nicht wenige solcher Welten, aber unsere

Galaxis gehört leider nicht zu ihnen.

153


Rosa Mira

Die schon seit langem aus der Makrobramfatura des Universums vertriebenen

aufständischen Kräfte führen in den Welten unserer Galaxis

einen unaufhaltsamen Kampf gegen die Kräfte des Lichts, welcher

Millionen von Formen annimmt. Zur Kampfarena wurde auch das

Shadanakar. Es wurde zur Kampfarena bereits in solch entfernten Zeiten,

als die Erde im Enrof eine halbfeste runde Schmelzmasse darstellte.

Die anderen Schichten des Shadanakar waren noch einstellig zu

zählen, – sie wurden gerade von den Großen Hierarchien der Makrobramfaturen

erschaffen. In jenen Welten gab es kein Gesetz der gegenseitigen

Vertilgung, dort herrschten Wesenheiten, welche jetzt unter

dem allgemeinen Namen Engel bekannt sind, dort herrschte das Prinzip

der Liebe und Freundschaft zwischen allen vor. Es gab keinen Tod:

Jede Wesenheit gelangte von der einen in die andere Schicht durch die

Transformation, die frei war von Leid und eine Rückkehr nicht ausschloss.

Jene Welten, die damals nur über drei räumliche Dimensionen

verfügten und die deshalb fast genauso dicht wie der Enrof waren,

unterlagen keinem Sühnegesetz: Die begangenen Fehler wurden durch

die höheren Kräfte bereinigt.

Erinnerungsfetzen daran, die sich aus der Schatzkammer des Tiefengedächtnisses

ins Bewusstsein der alten Weisen hoben, allerdings vom

Tagesbewusstsein erniedrigt und vereinfacht, führten zur Entstehung

der Legende vom verlorenen Paradies. In Wirklichkeit war hier nicht

das Paradies, sondern ein herrliches Morgenrot, das nicht über dem

irdischen Enrof leuchtete, der damals noch kein organisches Leben

aufwies, sondern über einer Welt, die man O l i r n a nennt. Die

Erinnerung daran erhielt sich im Gedächtnis jener wenigen menschlichen

Monaden, die ihren Weg im Shadanakar in seiner Entstehungszeit

begannen, dort, wohin die Mehrzahl der Monaden erst später gelangte.

Der Weg begann nicht im Enrof, sondern im Engelreich Olirna, und

diese Gemeinschaft der Urengel kann man in gewisser Hinsicht als die

erste Menschheit des Shadanakar bezeichnen.

G a g t u n g r , ein großer Dämon, einer der Verbündeten Luzifers,

drang mit seinen Truppen kleinerer Dämonen ins Shadanakar ein.

Es war ein sehr langer und hartnäckiger Kampf, und er brachte dem

Eindringling einen Teilsieg ein. Die Kräfte des Lichts aus der Bramfatura

zu vertreiben, gelang ihm nicht, aber er errichtete einige dämonische

Schichten und verwandelte sie in uneinnehmbare Zitadellen. Es

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Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

gelang ihm, sich in den Prozess der Entstehung und Entwicklung des

Lebens im irdischen Enrof einzumischen und auch dem Tierreich seinen

Stempel aufzuprägen. Die planetaren Gesetze, mit deren Hilfe die

Kräfte des Lichts damit begannen, das organische Leben im Enrof zu

erschaffen, wurden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Es ist falsch und gotteslästerlich, Gesetze vom gegenseitigen Vertilgen,

von Sühne, von Schmerz Gott zuzuschreiben. „Gott ist Licht und in

Ihm ist keine Finsternis.“ Von Gott kommt nur Rettung. Von Ihm

kommt nur Freude. Von Ihm kommt nur Segen. Und wenn uns die

Gesetze dieser Welt durch ihre Grausamkeit erschrecken, so geschieht

es deshalb, weil die Stimme Gottes sich in unseren Seelen gegen das

Schaffen des Großen Peinigers auflehnt. Der gegenseitige Kampf der

dämonischen Monaden, der Sieg des Stärksten und nicht desjenigen,

der im Recht ist, der Absturz des Besiegten in den Abgrund der Leiden

– das ist das Gesetz der luziferischen Mächte, und es spiegelte sich

auf dem Antlitz der organischen Welt des Enrof wider, in der Form

vom „Kampf ums Dasein“.

Jegliches Leiden eines Wesens, jeder Schmerz und jede seiner Qualen

erzeugen eine entsprechende Ausstrahlung, hier, im Enrof, wie auch

dort, in den jenseitigen Welten. Kein Gefühl, keine seelische Regung

kann spurlos vergehen. Bosheit, Hass, Gier, Wollust der Tiere und

Menschen strahlen in die dämonischen Schichten und kompensieren

dort bei einzelnen dämonischen Gruppen und Klassen ihren Kräfteverlust.

Allerdings nur bei einzelnen Gruppen. Aber die Ausstrahlung von

Leid und Schmerz – man nennt sie auch Gawwach – ist dazu in der

Lage, riesige Mengen von Dämonen fast aller Arten und Ränge zu

sättigen. Im Grunde genommen ist Gawwach ihre Nahrung.

Gagtungr legte seine Pranke auf die Gesetze des Shadanakar und verzerrte

sie zu erdrückenden und grausamen Formen, um Leid zu erzeugen

und Leidensarten zu vervielfältigen. Er verhinderte im Enrof das

Gesetz der Transformation, als Ergebnis seines Kampfes gegen Gott

entstand der Tod und wurde zum Gesetz. Er stellte sich dem Prinzip

der allgemeinen Freundschaft entgegen, als Resultante zweier Kräfte

entstand das gegenseitige Vertilgen und wurde zum Gesetz. Und

schließlich mischten sich die dämonischen Mächte in das Leben der

anderen Schichten Shadanakars ein, nämlich der Übergangsschichten

155


Rosa Mira

aller Wesen, die sich wenigstens einmal im irdischen Enrof verkörpert

hatten. Diese Schichten wurden in Welten der Sühne verwandelt, wo

Peiniger herrschen und ihre Nahrung, das Leid, mehren.

Unter den verschiedenen Arten des Gawwach ist diejenige von besonderer

Bedeutung, die mit dem Vergießen physischen Blutes verbunden

ist. Wenn Blut von Mensch oder Tier aus dem Organismus austritt, so

entsteht in den ersten Minuten eine brennende Ausstrahlung von besonderer

Kraft. Deshalb sind einige Dämonenarten nicht so sehr am

Tod von Lebewesen im Enrof interessiert und auch nicht am jenseitigen

Leiden ihrer Seelen, sondern vielmehr am Vergießen ihres Blutes.

Kein Blutvergießen in der Geschichte fand und findet ohne die Einwirkung

der Blutsauger aus den anderen Welten statt, obgleich diese Einwirkung

den Menschen nicht bewusst ist. Die blutigen Opfergaben

einiger alter Kulte waren nicht nur wegen ihrer Grausamkeit schrecklich,

sondern auch dadurch, dass sie nicht die Götter speisten, sondern

eben die Dämonen.

Um die Kräfte des Lichts aufzufüllen, wurde vom Planetaren Logos,

der ersten und größten Monade des Shadanakar, eine neue Schicht

geschaffen und auch eine neue Menschheit. Der Enrof wurde dem

Tierreich überlassen, die neue Schicht wurde von Titanen besiedelt, die

uns vom Aussehen her ähnlich waren, aber größer und herrlicher. In

einer noch in der Dämmerung befindlichen Welt, die dem Enrof ähnlich

war, bewegten sich ihre leuchtenden Figuren auf dem Hintergrund

eines blau-grauen, bleiernen Himmels, auf den Abhängen und Kämmen

der Wüstenberge, um sie zu vervollkommnen. Die Menschheit der

Titanen zählte einige Tausend. Sie waren geschlechtslos. Die Geburt

von Nachkommen beruhte nicht auf der Verbindung zweier Individuen.

Gagtungr gelang es, die Titanen zum Aufstand gegen die Vorsehung

zu verführen. Sie wollten Samen und Kern eines neuen Weltenanfangs

werden, eines dritten, der sowohl gegen Gott als auch gegen die Dämonen

gerichtet gewesen wäre. Sie strebten nach der absoluten Freiheit

ihrer Ich, aber sie hassten die Grausamkeit und Bosheit der Dämonen.

Der Aufstand endete damit, dass die Kräfte Gagtungrs, indem sie

sich des Sühnegesetzes bedienten, die Seelen der Titanen in tiefe Leidenssphären

hineinzogen. Dort dauerte ihre Folter über eine Million

156


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Jahre an, bis es ihnen mit Hilfe der Kräfte der Vorsehung gelang, sich

aus der Gefangenschaft zu befreien.

Im Moment verkörpern sich die meisten von ihnen unter den Menschen

und dabei heben sie sich von den anderen durch die Größe ihrer

Persönlichkeit und ihr eigenartig schwermütiges, allerdings nicht dunkles

Kolorit ab. Ihr Schaffen ist von einer unklaren Erinnerung an den

gegen Gott gerichteten Aufstand durchdrungen, vom uralten Feuer

kaum merklich gezeichnet und besticht durch seine Gewaltigkeit. Von

den dämonischen Monaden unterscheiden sie sich dadurch, dass sie

dem Licht entgegen streben, das Niedrige verachten und Gottes Liebe

erringen wollen. 26

In den letzten Jahrtausenden vor Christus war die Macht Gagtungrs so

groß, dass der zeitlich begrenzte Charakter der Sühne in jenseitigen

Schichten vieler Metakulturen der Menschheit abgeschafft wurde. Der

Ausweg aus den Orten des Leidens war für die Leidenden verschlossen

und jede Hoffnung war ihnen genommen. Das Gesetz der Sühne ist ein

ehernes Gesetz von moralischen Ursachen und ihren Wirkungen, die

im gegenwärtigen Leben in Erscheinung treten können, in ihrer gesamten

Fülle jedoch erst nach dem Tod und sogar in den folgenden Inkarnationen

auftreten, – dieses Gesetz können wir mit dem indischen Begriff

K a r m a bezeichnen.

Das Karma ist ebenso wie die Gesetze vom Tod und vom Kampf ums

Dasein eine Resultante zweier einander entgegengesetzter Willen.

Wenn die dämonischen Mächte nicht ständig Widerstand begegnen

würden, wären unsere Bedingungen noch schlimmer, da das Ziel der

dämonischen Gesetzgebung darin besteht, Gawwach zu erzeugen und

die gefangenen Seelen des Lichts zu paralysieren. Die Gesetze verfügen

aber auch über eine andere Seite, haben eine reinigende Bedeutung.

Es handelt sich dabei um die Relikte, um die Nachwirkungen der

alten lichten Urgesetze von den weltschöpfenden herrlichen Hierarchien.

26

Von solchen Persönlichkeiten in der Weltkultur könnte ich hier einige nennen: Aeschylus,

Dante, Leonardo, Michelangelo, Goethe, Beethoven, Wagner, Ibsen, Lermontow,

Lew Tolstoi. – Anm. des Autors

157


Rosa Mira

Ziel dieser Hierarchien und aller lichten Kräfte ist die Erleichterung

und Erhellung der Gesetze, das Ziel der dämonischen Mächte ist deren

Verschlimmerung. Der Plan der Vorsehung ist es, alle Opfer zu retten.

Der Plan Gagtungrs ist es, alle in Opfer zu verwandeln. Die göttliche

Menschheit der nächsten Weltperiode wird der freiwillige Zusammenschluss

aller in Liebe sein. Die dämonisierte Menschheit – am Ende

der laufenden Periode wahrscheinlich nicht zu vermeiden – wird die

absolute Tyrannei eines Einzelnen darstellen. Der Kosmos ist das Wirkungsfeld

der werdenden Monaden. Der Antikosmos ist das weltenumspannende

Bündnis der Konkurrenten und eine Ansammlung gefallener,

in den dämonisch beherrschten Welten gefangener Monaden, denen

ihr Heiligstes – die Willensfreiheit – genommen wurde.

Gagtungr lässt sich nicht davon beirren, dass seine Größe sich nicht

mit Luzifers universeller Größe vergleichen lässt, wie alle dämonischen

Monaden versteht er seine Kleinheit nur als Stadium. Ein blinder

Glaube an sein unendliches Wachstum und den Sieg ist bei ihm untrennbar

mit seinem Ich verbunden. So glaubt jede dieser Monaden an

ihren baldigen makrogalaktischen Triumph, wie winzig sie auch gegenwärtig

sein und welch untergeordneten Platz sie in der Hierarchie

der Aufständischen einnehmen mag. Deshalb ist jede von ihnen, und

dazu gehört auch Gagtungr, ein Tyrann nicht nur von ihrem Ideal her

und nicht nur im gegebenen Augenblick, sondern sie ist es in jedem

Stadium entsprechend der Macht, die in diesem Stadium erlangt worden

ist. Die Tyrannei produziert einen solch gewaltigen Ausstoß an

Gawwach wie kein anderes Führungsprinzip. Und die Aufnahme von

Gawwach erhöht den Vorrat an dämonischer Stärke.

Wenn ein Dämon seinen Kräfteverlust mit Hilfe von anderen psychischen

Ausstrahlungen – Freude, Liebe, Selbstaufopferung, religiöser

Andacht, Entzückung, Glück – auffüllen würde, dies würde seine Natur

umstrukturieren, er wäre kein Dämon mehr. Aber gerade dies will

er nicht. Durch Tyrannei, nur durch Tyrannei, kann er die Fliehkraft in

den dämonischen Scharen zügeln, die ihm unterworfen sind. Eben

deswegen gibt es manchmal in der Metageschichte (und dies spiegelt

sich auch in der Geschichte wider) Akte des Abfalls und der Auflehnung

einzelner dämonischer Monaden gegen Gagtungr. Diese Aufstände

können von den Kräften des Lichts nicht unterstützt werden, da

jede rebellische Monade potentiell einen planetaren Dämon repräsen-

158


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

tiert: Wenn sie sich stärker als Gagtungr erwiese, würde sie zu einem

noch schlimmeren Peiniger werden.

Man sollte im Übrigen nicht vergessen, dass Fälle von Auflehnung

einzelner dämonischer Monaden nicht gegen Gagtungr, sondern gegen

die dämonische Weltenordnung an sich nicht ganz so selten sind. Diese

Aufstände sind nichts anderes als die Hinwendung der dämonischen

Monaden zum Licht, und es ist klar, dass ihnen dann die größtmögliche

Hilfe der Kräfte der Vorsehung zuteil wird.

Bei aller satanischen Weisheit sind die Weltenpläne Gagtungrs unsicher

eben infolge der oben erwähnten Gründe: Die Chancen, alle dämonischen

Monaden, Luzifer eingeschlossen, zu zähmen, sind für den

planetaren Dämon verschwindend gering. Doch das unaufhaltsame

Streben nach universeller Macht stellt die einzige Quelle ihm bekannter

Freuden dar: Solche Freuden verspürt er jedes Mal, wenn ihm auch

der kleinste Teilerfolg gelingt. Diese Erfolge bestehen in der Unterwerfung

anderer Monaden oder ihrer Seelen: der dämonischen als Halbverbündeter

und Halbsklaven, der lichten als Gefangener und Objekte

für die Gewaltanwendung.

Soweit Gagtungr sich seine universelle Zukunft vorträumen kann, sieht

er sich als eine Art Sonne, um die herum sich unzählige Monaden in

konzentrischen Kreisen bewegen, wobei eine nach der anderen hinabstürzt

und von ihm verschlungen wird. Und nach und nach soll das

gesamte Universum in eine Kreisbewegung um ihn herum geraten und

eine Welt nach der anderen soll sich an seine ungeheuerlich anschwellende

Hypermonade anschließen. Sich Weiteres auszudenken, dazu

fehlt es dem dämonischen Verstand an Kraft. Die kleineren dieser Monaden

sind nicht einmal dazu in der Lage, eine solche Apotheose zu

entwerfen. Trotzdem glauben sie ungebrochen an ihren endgültigen

Triumph im Universum und konzentrieren Willen und Gedanken auf

näher liegende, leichter vorstellbare Ziele.

3. Zur Frage nach der Willensfreiheit

Es existiert ein Vorurteil, eine besondere geistige Einstellung, die

heutzutage einer ziemlich großen Zahl von Menschen eigen ist, da man

sie ganze vier Jahrzehnte lang zielstrebig in das Bewusstsein vieler

159


Rosa Mira

Völker einbrachte. Diese Einstellung bewegt den Denkenden zu einem

Schluss, der immer mehr zu einem Axiom, zu einem Dogma, gerinnt:

Angeblich würde die Religion den Menschen seiner Freiheit berauben,

blinde Unterwerfung unter die höheren Kräfte fordern und ihn völlig

von diesen abhängig machen. Da es sich bei diesen aber nur um Hirngespinste

handele, würde in Wirklichkeit die Abhängigkeit von all den

realen menschlichen Institutionen zementiert, die danach streben, die

Unwissenheit der Massen auszunutzen. Darin läge die „religiöse Versklavung“

begründet, aus der sich die Menschheit durch Wissenschaft

und materialistische Philosophie befreien würde.

Die letzte Behauptung anzuzweifeln hieße, ein Traktat gegen die

Grundlagen der materialistischen Philosophie zu verfassen. Solche

Traktate gibt es schon, und wenn sie bisher in Russland noch nicht

genügend bekannt sind, so liegen die Gründe dafür in Umständen, die

weniger etwas mit der Philosophie zu tun haben als mit der Politik.

Was die Behauptung betrifft, dass jede Religion die Unterwerfung

unter die höheren Kräfte erfordere, so besteht kein Zweifel daran, dass

einige religiöse Doktrinen tatsächlich die Vorbestimmung verkündeten

und behaupteten, es gäbe beim Menschen keinerlei Willensfreiheit.

Das ist vorgekommen, und ich neige ganz und gar nicht dazu, beliebige

religiöse Formen zu verteidigen. Diese Eigenschaft auf alle Religionen

auszudehnen, wäre allerdings ebenso wenig gerechtfertigt wie zum

Beispiel zu behaupten, dass die gesamte Belletristik der Welt ihrem

Wesen nach reaktionär sei, und dabei auf einzelne reaktionäre Schriftsteller

und einzelne reaktionäre Schulen zu verweisen. Ich möchte

vorab zeigen, dass eine solche Beschuldigung in Bezug auf die Konzeption

von Rosa Mira keinen Bestand hat.

Zuerst erlaube ich mir mein Erstaunen zum Ausdruck zu bringen, dass

keine Wissenschaft und keine Philosophie 27 , die materialistische eingeschlossen,

die Abhängigkeit des menschlichen Willens von einer Vielzahl

materieller Gründe bestreitet. Gerade die materialistische Philosophie

beharrt auf der verstärkten Abhängigkeit des Willens von ökonomischen

Faktoren. Und dennoch regt sich niemand über eine solche

Erniedrigung des Menschen vor der natürlichen und historischen Notwendigkeit

auf. Niemand beschwert sich über eine sklavische Abhän-

27 Mit Ausnahme des subjektiven Idealismus. – Anm. des Autors

160


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

gigkeit des Menschen vom Gravitationsgesetz, vom Gesetz der Erhaltung

der Materie, vom Evolutionsgesetz, vom Gesetz des ökonomischen

Wachstums usw. Alle verstehen, dass im Rahmen dieser Gesetze

genug Freiheit für unseren Willen gegeben ist.

Dabei fügt die vorliegende Konzeption keinerlei zusätzliche Rahmenbedingungen

zu den bereits erwähnten hinzu, es liegt uns wohl auch

nicht so sehr an deren Zahl, sondern vielmehr an der Deutungsweise.

Das Unermessliche und unendlich Vielfältige, im komplexen Begriff

„höhere Kräfte“ ausgedrückt, wirkt sich auf unseren Willen selten

durch übernatürliche Intervention aus, sondern mit Hilfe eben jener

Natur-, Evolutions- und anderen Gesetze, bei denen wir uns gerade

geeinigt haben, sie für objektive Tatsachen zu halten. Diese mannigfaltigen

Tatsachen werden zu prägenden Faktorenreihen für unser Bewusstsein

und darüber hinaus auch für das Unter- und das Überbewusstsein.

Von daher entwickeln sich auch jene Stimmen des Gewissens,

der Pflicht, des Instinkts usw., die wir in uns hören und die auf

sichtbare Weise unser Verhalten bestimmen. So funktioniert der Verbindungsmechanismus

zwischen den „höheren Kräften“ und unserem

Willen.

Natürlich geschieht ab und zu „Unnatürliches“, das subjektiv als Aufhebung

der Naturgesetze durch die höheren Kräfte gelten mag. Das

nennt man dann Wunder. Aber dort, wo solche Erscheinungen tatsächlich

vor sich gehen und keine Übertreibung darstellen, dort findet kein

Eingriff in die Naturgesetze durch „Willkür“ der höheren Kräfte statt,

sondern ein In-Erscheinung-Treten dieser Kräfte durch eine Reihe

anderer Gesetze, die von uns noch nicht erforscht sind.

Das, was uns oft als ein monolither, einfacher, unteilbarer Antrieb

unserer Taten vorkommt, zum Beispiel unser Gewissen, stellt in Wirklichkeit

die Resultante eines sehr komplizierten Zusammenwirkens

verschiedener Faktorenreihen dar. Die wirksamste davon ist die Stimme

unserer Monade. Doch ob und wie diese Stimme die Sphäre unseres

Bewusstseins erreicht, das hängt sehr wohl mit der Einwirkung der

anderen Faktorenreihen zusammen: So stellen beispielsweise äußere

Umstände, die irgendeinen Zufall hervorrufen, dank dessen die Stimme

unserer Monade von uns vernommen wird, eine Erscheinung der Vorsehung

dar, eine Regung providentieller Kräfte.

161


Rosa Mira

Man kann zusammenfassen, dass die Wahl des Menschen durch dreierlei

Faktorenreihen und die dahinter stehenden Kräfte bestimmt wird.

Durch die Kräfte der Vorsehung, die für ihre Ziele die Gesetze der

Natur und die Gesetze der Geschichte als Werkzeuge nutzen und diese

allmählich erleuchten; durch die dämonischen Mächte, die die nämlichen

Gesetze nutzen und diese stets erschweren; und durch den Willen

unserer eigenen Monade, den unser Bewusstsein durch die Stimmen

des Herzens und des Verstandes mit Hilfe der Kräfte der Vorsehung

vernimmt.

Ob wir also die Gesetze der Natur und der Geschichte als mechanische

seelenlose Notwendigkeiten auffassen oder als Werkzeuge dieser oder

jener lebendigen andersstofflichen oder geistigen Wesenheiten, davon

wird sich der Grad unserer Freiheit weder vergrößern noch verkleinern.

So ist das Maß an menschlicher Willensfreiheit vom Standpunkt der

Konzeption der Rosa Mira aus nicht geringer als von dem des Materialismus,

aber die Reihen der diese Freiheit bestimmenden Faktoren sind

anders durchdacht und genauer aufgeteilt.

Und wenn die Beschränkung unserer Freiheit durch völlig unpersönliche

und seelenlose Naturgesetze den Materialisten nicht beleidigt, wie

sollten wir uns dann erniedrigt fühlen in der Beschränkung unserer

Freiheit durch den Willen der Kräfte der Vorsehung? Uns kann nur die

Beschränkung unserer Freiheit durch die dämonischen Mächte erniedrigen,

und das tut sie, – aber dies ist gleichzeitig unser wichtigster Auftrag,

jene Mächte, unsere althergebrachten Feinde, zu zähmen, umzuwandeln,

zu erleuchten. Und die Erniedrigung werden wir nicht mehr

spüren, wenn wir uns für ihr Einwirken völlig unzugänglich machen.

Die Evolution des Lebens führt Reihen von Wesen zur höheren Freiheit.

Den einfachsten Formen entspricht das minimale Maß an Freiheit

(in das rudimentäre Bewusstsein einer Mikrobe dringt die Stimme der

Monade fast nicht vor und ihr Verhalten wird hauptsächlich durch

dämonische Mächte bestimmt, die sich dabei die Naturgesetze zum

Werkzeug machen). Die höheren Tiere sind schon viel freier als die

Mikroben, die Amplitude ihrer willkürlichen Handlungen ist viel breiter.

Beim Menschen wächst sie unvergleichbar stark an.

162


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Die Gegner der Religion als solcher weisen darauf hin, dass sie ein

Aufgeben des persönlichen Willens erfordere und die Unterordnung

unter den Willen Gottes, und in Bezug auf einige Religionen der Vergangenheit

haben sie Recht. Aber Rosa Mira ist keine religiöse Lehre

der Vergangenheit. Sie ist die religiöse sozial-ethische Lehre der Zukunft.

Rosa Mira fordert keinerlei „Unterordnung“ unter den Willen

des Herrn, denn wertvoll ist nur das, was der Mensch freiwillig tut und

nicht gezwungenermaßen. Nicht die Forderung nach sklavischem Gehorsam

wird aus den Heiligtümern der Religion der Endzeit erklingen.

Von dort wird der Ruf nach allumfassender Liebe laut werden und

nach freiem Gottesmitschöpfertum.

Gott ist das unveränderliche und unaussprechliche ursprüngliche Streben;

Gott ist die geistschöpfende Macht, die in allen Seelen wirkt, die

selbst in den Tiefen der dämonischen Monaden nicht verstummt und

Welten um Welten – von den Mikrobramfaturen bis hin zu den Supergalaxien

– zu etwas führt, was noch vollkommener ist als das Gute und

noch höher als die Seligkeit. Je weiter ein jedes Ich auf diesem Weg

ist, umso vollständiger fällt sein Wille mit dem schöpferischen Willen

Gottes zusammen. Und wenn dieses Ich seine kosmische Reise von

den einfachsten Formen der lebendigen Materie beginnend über das

Stadium des Menschen bis hin zu dem Demiurg der Völker, dem Demiurg

der Planeten und Sterne, dem Demiurg der Galaxis fortsetzt, so

wird es schließlich durch Gottes Sohn mit dem Vater vereint, – und

sein Wille wird vollständig mit dem Willen des Vaters zusammenfallen,

seine Kraft mit der Kraft des Vaters, seine Gestalt mit der des Vaters

und sein Schaffen mit dem des Vaters.

Das Gottesmitschöpfertum ist das lichte Schaffen aller aufsteigenden

Monaden des Universums, vom Menschen angefangen über die Stichialien

und die erleuchteten Tiere bis hin zu den Demiurgen der Galaxien,

Riesen von ungeheurer Größe. Das schöpferische Element ist der

Grund, warum hier so häufig der Ausdruck „Demiurg“ vorkommt, der

in den alten Religionen fast nicht gebräuchlich war: Demiurgen sind all

jene, die zum Ruhme Gottes schaffen, aus Liebe zur Schöpfung und

zum Urschöpfer.

Er ist absolut gütig. „Er ist allmächtig“, fügte die alte Theologie hinzu.

Doch wenn Er denn allmächtig wäre, so wäre Er auch für das Böse und

163


Rosa Mira

das Leiden in der Welt verantwortlich, und daraus würde folgen, dass

Er nicht gütig sei. Scheinbar gibt es keinen Ausweg aus dem Kreis

dieser Widersprüche.

Doch Gott schöpft aus Sich selbst heraus. Allen Monaden, die aus

Seiner Tiefe hervortreten, sind Eigenschaften dieser Tiefe untrennbar

eigen, und dazu gehört die absolute Freiheit. Auf diese Weise begrenzt

das göttliche Schaffen den Schöpfer selbst mit einer Eigenschaft, hinter

der Wille und Macht Seiner Schöpfungen liegen. Aber dafür ist die

Freiheit ja gegeben, dass sie die Potenzen unterschiedlicher Auswahlmöglichkeiten

impliziert. Und im Dasein vieler Monaden wurde sie

bestimmt durch ihre negative Wahl, ihre ausschließliche Selbstbehauptung,

durch ihren Abfall von Gott.

Daher rührt das, was wir als das Böse in der Welt bezeichnen, daher

rühren das Leiden und die hartherzigen Gesetze, und daher rührt aber

auch die Möglichkeit, dass dieses Böse und das Leiden überwunden

werden können. Gesetze bewahren eine jede Welt vor dem Chaos.

Selbst die Dämonen müssen sich den Gesetzen unterordnen, damit ihre

Welten nicht zu Staub zerfallen. Deshalb stürzen sie die Gesetze nicht

um, sondern erschweren sie. Gesetze sind blind. Erhellt werden sie

nicht sofort, nicht durch ein Wunder, nicht durch Gottes Eingreifen,

sondern durch einen sehr langen kosmischen Weg der Läuterung, auf

dem die von Gott abgefallenen Monaden ihren bösen Willen überwinden.

Gott ist die allumfassende Liebe und das unversiegbare Schöpfertum in

Einem: Alles Lebendige, der Mensch eingeschlossen, nähert sich Gott

durch die drei angeborenen göttlichen Eigenschaften: Freiheit, Liebe

und Gottesmitschöpfertum. Das Schöpfertum in Gott ist das Ziel, die

Liebe – der Weg und die Freiheit – die Bedingung.

Die dämonischen Monaden sind so frei wie alle anderen, aber ihre

Liebe ist tief im Verfall begriffen. Bei ihnen ist sie ausschließlich nach

innen gerichtet: Der Dämon liebt nur sich selbst. Und weil das gesamte

immense Liebespotenzial, das in seinem Geiste existiert, nur auf sein

Wesen konzentriert ist, liebt sich der Dämon mit einer solch gigantischen

Kraft, von der die Eigenliebe eines jeden Menschen meilenweit

entfernt ist. Auch die Fähigkeit zum Schöpfertum fehlt den dämoni-

164


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

schen Monaden nicht. Doch ein Schöpfertum mit Gott löst bei ihnen

nur eine Reaktion aus: die äußerste Feindseligkeit. Jeder Dämon

schafft nur um seiner selbst Willen in seinem eigenen Namen.

Das Schaffen des Menschen wird sich in ein Schöpfertum mit Gott

verwandeln, und zwar von dem Moment an, wenn sein unüberwindbarer

schöpferischer Impuls durch die Anstrengungen seines Willens und

Glaubens nicht auf das Erreichen dieser oder jener egoistischen Ziele

wie Ruhm, Vergnügen, Reichtum, Unterordnung unter die grausamen

und niederen Lehren gerichtet wird, sondern darauf, Gott in Liebe zu

dienen. Gerade diese drei Worte – Freiheit, Liebe, Gottesmitschöpfertum

– bestimmen das Verhältnis von Rosa Mira zur Kunst, zur Wissenschaft,

zur Erziehung, zur Ehe, zur Familie, zur Natur und auch zu

solchen durch viele Religionen vernachlässigten Elementen des Lebens

wie Wohlstand und Schönheit.

4. Das Sein und das Bewusstsein

Das bisher Gesagte führt uns zu einem neuen Verständnis gegenüber

dem Jahrhunderte währenden Streit über das Primat von Bewusstsein

und Sein. „Das Bewusstsein bestimmt das Sein“, so formulierten es die

idealistischen Schulen. Auf der nächsten, nichtreligiösen Etappe der

Kultur wurde diese Formel umgedreht, doch das ihr zugrunde liegende

Material blieb unverändert. Das Material bestand in der Gegenüberstellung

zweier Elemente, und deshalb erbte die neue Definition die Primitivität

ihrer Vorläuferin. Die Frage aber ist komplizierter, als es diese

Definitionen auszudrücken vermochten. Und gleichzeitig ist sie aber

auch einfacher, als es die riesigen Konstruktionen von Voraussetzungen

und Schlussfolgerungen zeigten, die sich im 18. und 19. Jahrhundert

herausbildeten, um solch ein bescheidenes Resultat zu erhalten.

„Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ ... „Das Bewusstsein bestimmt

das Sein“ – Wessen Sein? Wessen Bewusstsein? Einer einzelnen konkreten

Persönlichkeit? Der Menschheit? Der Welt? Der bewusst seienden

Materie? Wie ist doch alles verworren und ungenau.

Das Bewusstsein einer einzelnen konkreten Persönlichkeit (der Einfachheit

halber werden wir nur vom Menschen sprechen) wird nicht

165


Rosa Mira

durch irgendjemandes Bewusstsein bestimmt und nicht durch ein allgemeines

Sein, sondern durch eine Summe von Faktoren. Das sind:

- ihr eigenes physisches Sein;

- das Sein ihres natürlichen und kulturellen Umfeldes;

- das Bewusstsein einer Vielzahl von Menschen, die gelebt haben

und leben und durch Anstrengungen ihres eigenen Bewusstseins

in bedeutendem Maße das kulturelle Milieu der gegebenen Persönlichkeit

prägen und auf ihr Sein und Bewusstsein einwirken;

- das Bewusstsein einer Vielzahl anderer Wesen, die auf das natürliche

Umfeld der Persönlichkeit wirken und es verändern;

- das Sein und das Bewusstsein der die Welten schaffenden Hierarchien;

- der überbewusste, aber individuelle Inhalt, welcher der Monade

der gegebenen Persönlichkeit angeboren ist;

- das Bewusst-Sein des All-Einigen, in Dem Sein und Bewusstsein

eins sind und keine unterschiedlichen, einander widersprechenden

Kategorien.

Wenn es nicht um eine einzelne Person mit ihrem Sein und Bewusstsein

geht, sondern um das Universum, genauer um das Erscheinen des

Bewusstseins in der organischen Materie irgendwelcher Welten, so ist

klar: Da das Universum vom All-Einigen bestimmt wird, wird die Gegenüberstellung

von Sein und Bewusstsein ausgeschlossen. Soweit das

Universum durch das Tun der von Gott geschaffenen Monaden bestimmt

wird, verliert die Hypothese vom Entstehen des Bewusstseins

aus einer „toten Materie“ an Sinn. Denn wenn es keine von Gott geschaffenen

Monaden geben würde, würde keinerlei Materie entstehen,

weder organische noch anorganische.

Über die Primitivität der klassischen Definitionen könnte man heute

gutmütig scherzen, wenn nicht eine von ihnen zum philosophischen

Dogma einer politischen Doktrin erhoben worden wäre und an unzähligen

Unglücken schuldig wurde, indem sie das freie Denken vieler

erstickte und die Geistigkeit aus der Sphäre ihres Bewusstseins vertrieb.

Die zweite klassische Definition war ebenso falsch, jedoch weniger

gefährlich, da sie geistiger war. Doch enthebt dies die alten Religionen

mit ihren Philosophemen nicht der Schuld, so viele Jahrhunderte

auf scholastische Tüfteleien verwandt und sich nicht einen Schritt der

166


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Frage nach dem Primat von Sein und Bewusstsein angenähert zu haben.

5. Die verschiedenstoffliche Struktur des Menschen

Unter den zahlreichen Welten des Shadanakar gibt es eine vielschichtige

Welt, wo sich menschliche Monaden aufhalten – als unteilbare

und unsterbliche geistige Einheiten, die höheren Ich des Menschen.

Die von Gott – und nur von Gott – geschaffenen und einige (sehr wenige)

von ihm auf geheimnisvolle Weise geborene Monaden, sie betraten

das Shadanakar, erst nachdem sie sich mit einer sehr feinen Materie

umgeben hatten, die man richtiger als Energie bezeichnen sollte: Es

handelt sich dabei um eine Substanz, die das gesamte Shadanakar

durchdringt und in die sich deswegen jeder individuelle Geist einhüllt,

der in unsere Bramfatura hineingeht. Die Welt, in der sich die Monaden

aufhalten, heißt I r o l n .

Die schöpferische Arbeit, die zur Erleuchtung des Universums führt,

ist Aufgabe aller Monaden außer der dämonischen, und unter den

Menschen gibt es keine dämonischen Monaden. Die menschlichen

Monaden vollbringen dieses Schöpfertum in den niederen Welten,

wobei sie während ihres Abstiegs die materiellen Hüllen für die Einwirkung

auf die entsprechenden Schichten erzeugen.

Zuerst schafft die Monade einen Schält aus der Stofflichkeit der fünfdimensionalen

Räume, dann einen Astralleib aus der Stofflichkeit der

vierdimensionalen Räume. Diese Hüllen vereinigen sich in unserer

Vorstellung häufig unter der Bezeichnung „Seele“. Der Schält ist ein

materielles Gefäß der Monade mit ihren göttlichen Eigenschaften und

gleichzeitig ihr erstes Werkzeug. Nicht die Monade selbst, die im fünfdimensionalen

Iroln verbleibt, sondern eben ihr Schält ist das Ich, welches

seine Wanderung durch die niederen Schichten beginnt. Der

Schält wird durch die Monade selbst geschaffen, an der Schöpfung des

Astralleibes ist das Große Stichial – M u t t e r E r d e –

beteiligt.

Die Mutter Erde wirkt am Astralleib aller Wesen des Shadanakar mit –

Menschen, Engel, Daimonen, Tiere, Stichialien, Dämonen und auch

der Großen Hierarchien, wenn Letztere in die Schichten herniederstei-

167


Rosa Mira

gen, wo ein Astralleib notwendig ist. Dieser ist das höchste Instrument

des Schältes. In ihm sind Fähigkeiten konzentriert wie geistiges Sehen,

geistiges Hören, geistige Geruchsempfindung, das Tiefengedächtnis,

die Fähigkeit zur Levitation, die Fähigkeit zur Kommunikation mit den

Sinkliten, mit den Daimonen, den Stichialien und den Engeln, die Fähigkeit

zur Wahrnehmung kosmischer Panoramen und Perspektiven.

Und weiter: Die Mutter Erde, die vom Sonnengeist geschwängert wird,

gebiert für die sich verkörpernden Monaden den Ätherleib. Ohne ihn

ist kein Leben in den drei- und vierdimensionalen Welten möglich.

Und wenn der Schält mit all seinen Hüllen, die ätherische eingeschlossen,

im Enrof das äußerste, zeitlich eng begrenzte und letzte seiner

Gefäße – den physischen Körper – verlässt, dann verbleibt im Enrof

lediglich eine Leiche. Der physische Körper aber wird für uns durch

die Engelshierarchien geschaffen, – sie schaffen die Materie selbst. Mit

Hilfe des Großen Stichials der Menschheit L i l i t h wird aus

dieser dreidimensionalen Stofflichkeit die Genealogienkette aufgebaut.

Die eigentliche Einwirkung der Monade besteht dabei darin, dass sie

mittels ihres Schältes einem bestimmten Glied in der genealogischen

Kette ihre Individualität verleiht.

Somit wird der Prozess des Abstiegs vollendet, es beginnt der Prozess

des Aufstiegs.

Die Monade kann sowohl nur einmal als auch mehrmals eine physische

Verkörperung erfahren. Der Ätherleib wird im letzteren Fall nur

dann neu geschaffen, wenn sein Träger durch das Karmagesetz genötigt

war, in die Kreise der großen Leiden hinabzusteigen. Beim aufsteigenden

Weg aber begleitet der Ätherleib seinen Träger durch alle Welten

der Erleuchtung bis hin zu den S a t ó m i s s e n , zum

Aufenthaltsort der erleuchteten Menschheit, zu den himmlischen Städten

der Metakulturen. Die Lebenssubstanz, aus welcher der Ätherleib

besteht, ist zwar nicht universell. Mit ihr sind jedoch alle drei- und

vierdimensionalen Welten angefüllt. Wenn man sich an die alten Offenbarungen

der Menschheit erinnert, wäre es wohl am gerechtfertigsten,

diese Substanz Arungvilta-Prana zu nennen.

Der Astralleib begleitet seinen Träger beim weiteren Aufstieg bis in

die Sakuala der Hohen Pflichterfüllung. Danach bleibt nur noch der

168


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Schält übrig, welcher, völlig erleuchtet, mit der Monade zu einer Einheit

verschmilzt. Und dann verlässt die Monade den Iroln und betritt,

vom äußerst verfeinerten Schält umhüllt, die Leiter zu den höchsten

Welten des Shadanakar. In den folgenden Teilen des Buches werde

ich, soweit es in meiner Kraft steht, auf diese von mir bislang nur erwähnten

Schichten näher eingehen. Und es tut mir Leid, dass ich nicht

imstande bin, die Fragen nach dem Zusammenwirken von verschiedenen

Hüllen der Monade, nach den Funktionen und nach dem Aufbau

einer jeden ausführlicher zu erläutern.

6. Die Metakulturen

Die Struktur des Shadanakar, zu deren breitester Problematik ich schon

bald übergehen möchte, wird in ihren Grundlagen unverständlich bleiben,

solange über solche Begriffe wie Metavolk, Metakultur und

Transmythos noch keine Klarheit herrscht.

Ein Metavolk ist die Gesamtheit von Nationen, die durch eine gemeinsam

geschaffene Kultur vereint sind, oder auch eine einzelne Nation,

wenn ihre eigene Kultur ein großes Maß an Klarheit und Individualität

erreicht hat. Dabei versteht es sich von selbst, dass es keine völlig isolierten

Kulturen geben kann, vielmehr bedingen sie einander. Und

doch ist jede solche Kultur einzigartig und ungeachtet des Einflusses,

den sie auf andere verübt, bleibt sie in ihrer gesamten Fülle der Reichtum

ihres Schöpfers, des Metavolkes.

Der letzte Begriff wäre in der vorliegenden Konzeption entbehrlich,

wenn er nicht neben einer historischen auch über eine metahistorische

Bedeutung verfügen würde. Die Rolle eines Metavolkes erschöpft sich

nicht in der kulturellen Sphäre des Enrof, sondern sie wird wirksam in

allen materiellen Schichten sowohl der aufsteigenden als auch der absteigenden

Reihe, bis dahin, dass einige Teile dieser Schichten vom

Einfluss ausschließlich dieses Volkes geprägt werden. Wir dürfen nicht

vergessen, dass einem Metavolk nicht nur seine heutigen Vertreter

angehören, sondern auch viele von denen, die ihm früher angehörten.

Einige von ihnen, die teilweise in der grauen Vorzeit gelebt haben,

bleiben in den transphysischen Schichten aktiv mit ihrem Metavolk

verbunden.

169


Rosa Mira

Über der Menschheit, über allen Metavölkern, erhebt sich eine Art

Leiter, deren Stufen einzelne Schichten des Shadanakar bilden. Aber

über jedem Metavolk haben diese Schichten andere Nuancen, eine

andere Physiognomie, einen anderen Inhalt. Mehr noch: Es gibt sogar

solche Schichten, die nur einem einzigen Metavolk zugeordnet sind.

Genauso steht es mit den dämonischen Welten der absteigenden Reihe,

die eine Art Leiter unter den Metavölkern darstellen. Auf diese Weise

betrachtet besteht ein erheblicher Teil des Shadanakar aus einzelnen

vielschichtigen Segmenten. Jedem dieser Segmente entspricht im Enrof

nur ein Metavolk mit seiner Kultur. Diese vielschichtigen Segmente

des Shadanakar tragen die Bezeichnung Metakulturen.

Jedes Metavolk verfügt über seinen eigenen Mythos. Dieser Mythos

wird nicht mit der Kindheitsperiode der Geschichte des Volkes abgeschlossen

– ganz im Gegenteil. Doch da die traditionelle Nutzung des

Wortes Mythos nicht mit der Bedeutung zusammenfällt, die ich hier

verwenden möchte, erkläre ich die Letztere ausführlich.

Wenn wir von streng koordinierten Systemen ideell aufgeladener

Symbole sprechen, die umfassende internationale Lehren verkörpern

und die ihren Ausdruck in den Überlieferungen und Kulten gefunden

haben, in Theosophemen und Philosophemen, in der dichterischen und

in der bildenden Kunst und schließlich im moralischen Kodex, dann ist

die Rede von den Mythen der großen internationalen Religionen . Es

gibt vier solche Mythen, den hinduistischen, den buddhistischen, den

christlichen und den moslemischen.

Wenn wir von streng koordinierten Systemen ideell aufgeladener

Symbole sprechen, die das Verhältnis der Metavölker zum Enrof, zu

den transphysischen und geistigen Welten bestimmen, von Systemen,

welche in bestimmte Religionen münden und in der Geschichte der

jeweiligen Metavölker eine zentrale Rolle spielen, sich aber kaum über

deren Grenzen verbreitet haben, dann sprechen wir von national-religiösen

Mythen einzelner Metavölker . Von solcher Art sind der ägyptische,

altiranische, jüdische, altgermanische, gallische, aztekische, japanische

Mythos und einige andere.

Wenn wir eine Symbolik betrachten, die genauso ideell angereichert ist

und die auch eventuell verbunden ist, wenngleich auch nicht so eng,

170


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

mit religiösen und ethischen Ideen, doch die noch kein strenges System

gebildet hat, wenn wir es also mit einer Reihe moralischer, transphysischer,

metahistorischer oder universeller Wahrheiten zu tun haben, die

gezielt mit den Gegebenheiten und Notwendigkeiten bestimmter Kulturen

verbunden sind, dann haben wir es mit allgemeinen Mythen der

Metavölker zu tun. Von solcher Art sind die Mythen des südwestlichen

(römisch-katholischen) Metavolkes, des nordwestlichen (germanischprotestantischen)

Metavolkes und des russischen Metavolkes. 28

Und schließlich muss noch die vierte und damit die letzte Gruppe betrachtet

werden – die allgemeinen nationalen Mythen . Dabei handelt es

sich um Mythen einzelner Völkerschaften, die den Metavölkern angehören

und zusätzlich zu den allgemeinen Mythen der Metavölker ihre

eigenen, sehr lokalen Mythen schaffen, die sich weder in strenge Systeme

noch in Religionen ummünzen lassen. Als Beispiele könnte man

die heidnischen Mythen der slawischen, der finnischen, der turkotatarischen

Stämme und auch noch die Mythen einiger vereinzelter und

zurückgebliebener Stämme Indiens anführen. Im Grunde genommen

kann man solche Mythen bei ziemlich vielen Ethnien vorfinden, allerdings

öfter im Keimzustand und seltener in einer deutlich ausgebildeten

Form.

Wir werden hier den Begriff „Mythos“ auf keine anderen Erscheinungen

der Kulturgeschichte anwenden. Die drei letzten Gruppen von

Mythen gehören damit der Spezifik einzelner Kulturen an. Die erste

Gruppe – das sind Mythen der internationalen Religionen, die mystisch

(bis auf einen) mit solch hohen Schichten des Shadanakar verbunden

sind, die bereits über den Segmenten liegen, die wir Metakulturen nennen.

Es scheint mir, dass der Begriff „national-religiöse Mythen“ ohne

Schwierigkeiten aufgenommen wird. Den allgemeinen Mythen der

Metavölker sollte man, für ein besseres Verständnis, nähere Definitionen

geben.

28

In einigen Kulturen, zum Beispiel in der griechisch-römischen oder babylonischassyrisch-kanaanäischen,

trat die Entwicklung der Mythen schon aus dem „allgemeinen“

Stadium heraus, ist aber noch nicht zu einem System verbunden worden, das

genügend stringent dafür wäre, um diese Mythen zur Gruppe der national-religiösen

Mythen der Metavölker zu zählen. – Anm. des Autors

171


Rosa Mira

Die induktive Definition:

Der allgemeine Mythos eines Metavolkes ist die Summe seiner Vorstellungen

über den transphysischen Kosmos, über die Beteiligung an

ihm der jeweiligen Kultur und jedes dieser Kultur angehörenden Ich. 29

Diese Vorstellungen werden durch die Kultur ausgearbeitet und manifestieren

sich in einem Zyklus religiös-philosophischer Ideen, in einem

Zyklus künstlerischer Gestalten, in einem Zyklus sozial-ethischer Begriffe,

in einem Zyklus staatlich-politischer Gesetze und schließlich in

einem Zyklus gesellschaftlicher Regeln, die im Ritus, im Alltag und im

Brauchtum gelebt werden.

Die deduktive Definition:

Der allgemeine Mythos eines Metavolkes ist die Bewusstwerdung seiner

zweiten Realität bei seinen führenden schöpferischen Vertretern.

Ein Teil des Volkes befindet sich bereits dort, in dieser über dem Volk

stehenden Realität, in der seine Führung und die Wurzeln seines

Schicksals verborgen sind. Diese Realität wird reflektiert, obgleich die

entstehende Vorstellung durch abseitige, aus der ungeordnetmenschlichen

Natur stammende Zusätze verdunkelt wird.

Diese zweite Realität, die zum Objekt der transphysischen und metahistorischen,

künstlerischen und philosophischen Aneignung wird,

bezeichnen wir hier mit dem Begriff T r a n s m y t h o s .

Es versteht sich von selbst, dass der Grad der Annäherung des Mythos

an den Transmythos ziemlich verschieden sein kann. Die Begrenztheit

jener, die den Transmythos durch Intuition, Träume, künstlerische

Versuche, religiöse Kontemplation oder metahistorische Erleuchtung

erfahren; die nationalen, epochalen, klassenmäßigen und persönlichen

Besonderheiten ihrer Bewusstseinsentitäten und jenes unterbewussten

Bereichs ihres Wesens, welcher am Erkenntnisprozess beteiligt ist; die

Unmöglichkeit, in Wort oder Bild der dreidimensionalen Kunst genaue

Analogien für die Realitäten andersstofflicher Welten zu finden: Führt

dies alles nicht etwa zu unzähligen Abweichungen, zur Überfrachtung

des Mythos mit Zufälligem, Ungenauem, Anthropomorphem, Primiti-

29

Dabei muss die „jeweilige Kultur“ nicht einmal genauer umrissen werden, als es

zum Beispiel bei den Griechen und Römern der Fall war, die sich der gesamten übrigen

Menschheit entgegenstellten und diese als Barbaren bezeichneten. – Anm. des

Autors

172


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

vem, selbst einfach nur fast Richtigem? Aber der Mythos ist dynamisch,

er fließt, verändert sein Gesicht, – und seine späteren Phasen

kommen in der Regel dem Transmythos näher, da im Laufe der Jahrhunderte

die aufnehmenden Bewusstseinsentitäten feiner, reicher,

wachsamer und breiter werden.

Doch gleichzeitig entwickelt sich auch der Transmythos selbst. Die

jenseitige Realität ist voll brodelnder Bewegung, von einer Statik kann

bei ihr keine Rede sein. Wie sich die Stadtfestungen der Merowinger

vom modernen Paris unterscheiden, so unterscheiden sich die Landschaft,

die Gebäude und der gesamte Inhalt der Transmythen zur Zeit

ihrer Entstehung von jenen am Ende ihrer metahistorischen Entwicklung.

Und auf allen Stadien der Entwicklung des Transmythos existieren

neben dem Metavolk des Enrof zwei andere Realitäten, zwei andere

Schichten, zwei Pole der metakulturellen Sphäre. Um diese herum und

zwischen ihnen befinden sich auch weitere Schichten, aber jede von

ihnen entstand später oder erfuhr schon grundsätzliche Veränderungen

(einige verschwanden ganz). Dauerhaft unzerstörbar sind nur drei Bereiche:

Im Enrof – das Metavolk, im jenseitigen Oben – seine erleuchteten

Seelen und seine heiligen Städte im himmlischen Land der Metakultur,

und im jenseitigen Unten, in den Welten der absteigenden Reihe,

– der Antipol dieses Himmlischen Landes, jene Zitadelle dämonischer

Mächte der jeweiligen Metakultur, die in den Schichten errichtet

wird, die mit dem tiefsten Inneren des materiellen Körpers des Planeten

verbunden sind.

Die himmlischen Gefilde heißen S a t ó m i s s e , die unterirdischen

Zitadellen – S c h r á s t r e n . Gewöhnlich sind in den

Mythen von diesen zwei Polen klarer und deutlicher eben die Satomisse

abgebildet. Die Bilder der Schrastren verdichten sich nicht zu irgendeiner

vollendeten Form. Die Satomisse aber, die Aufenthaltsorte

der Sinklite der Metakulturen, kann man in den Mythen aller Metavölker

finden, und zwar sowohl in den religiösen als auch in den allgemeinen.

So steht es mit dem Eanna der Babylonier: Die Zikkurat in der Stadt

Erech war nach den Auffassungen der Sumer-Akkader das Ebenbild

173


Rosa Mira

dieses Berges der Götter, des himmlischen Eanna, und später wird von

den Babyloniern ein ähnlicher Sinn im wichtigsten Kultgebäude ihrer

großen Stadt, dem siebenstufigen Tempel Esagil, gesehen. Von derselben

Art ist der Olymp der Griechen und Römer und auch das Sumera

(Meru) der Inder – der hinduistische Olymp, auf dessen Abhängen die

himmlischen Städte der Götter des Hinduismus erstrahlen. Von solcher

Art sind die Bilder des Paradieses – Edens – in der Byzantinischen und

Römisch-Katholischen Metakultur, Dshannet in der Arabisch-

Moslemischen, Shan-Ti in der Chinesischen, Montsalvat in der Nordwestlichen

und Kitesch in der Russischen Metakultur.

Wer versucht, durch die sich zusammenballenden Wolken der Künste

und Glaubenssysteme, Mythologien und Staatsgebilde das himmlische

Land der Nordwestlichen Metakultur auszumachen, der darf nicht eine

Minute lang vergessen, dass die Metavölker, solange sie im Enrof existieren,

niemals die Schöpfung ihrer Mythen vollenden. Es ändern sich

die Ausdrucksformen, neue Menschengruppen treten auf der historischen

Arena auf, von den anonymen Schöpfern der Folklore und des

Brauchtums geht die Aufgabe der Mythenschöpfung an die Denker

und Künstler weiter, deren Namen vom gesamten Volk geehrt werden.

Doch der Mythos lebt. Er lebt, wird vertieft und mit neuem Inhalt gefüllt,

er entdeckt in alten Symbolen einen neuen Sinn und führt neue

Symbole ein. Seine neue Symbolik entspricht zum einen dem höheren

Stadium der kulturellen Entwicklung der Rezipienten und zum anderen

der lebendigen metahistorischen Entwicklung des Transmythos selbst.

Das himmlische Land der Nordwestlichen Metakultur erscheint uns im

Bilde Montsalvats, dem Berggipfel des Ewigen Lichts. Hier bewahren

die gerechten Ritter Jahrhundert um Jahrhundert die Schale mit dem

Blut des verkörperten Logos auf, welches Joseph von Arimathia am

Kreuze gesammelt hatte und dem Pilger Titurel, dem Begründer Montsalvats,

überbrachte. Dort, von Montsalvat entfernt, erhebt sich ein

gespenstiges Schloss, welches vom Zauberer Klingsor geschaffen wurde:

als Zentrum der von Gott abgefallenen Kräfte, die mit nicht zu

beugender Hartnäckigkeit danach streben, die Macht der Bruderschaft

zu brechen – derjenigen, die die höchsten Heiligtümer und Geheimnisse

hüten.

174


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

Dies sind die zwei Pole des allgemeinen Mythos des nordwestlichen

Metavolkes, gestaltet durch die namenlosen Autoren der altkeltischen

Sagen über Wolfram von Eschenbach bis hin zu Richard Wagner. Die

Annahme, dass die Symbolik des Mythos durch Wagners „Parsifal“

vollendet wurde, ist bei weitem nicht unumstritten und wahrscheinlich

verfrüht. Der Transmythos von Montsalvat wächst, er wird immer

grandioser. Wir werden hoffen, dass sich aus der Masse der nordwestlichen

Völker noch Denker und Poeten erheben werden, denen es die

metahistorische Erleuchtung erlaubt, das heutige himmlische Land

Montsalvat zu erfahren und widerzuspiegeln.

Natürlich bleibt die Mehrheit der großen Heldengestalten des nordwestlichen

Mythos mit dem Symbol Montsalvats nicht direkt verbunden.

Wenn man eine unbedingte und direkte Verbindung erwarten

würde, würde dies bedeuten, dass man eine enge und formale Herangehensweise

und ein völliges Unverständnis dessen zeigen würde, was

einen allgemeinen Mythos des Metavolkes von seinem nationalreligiösen

Mythos unterscheidet. Mythisch ist letztendlich jedes

menschliche Symbol, welches durch einen großen Schriftsteller, Maler

oder Komponisten geschaffen wird und welches im Bewusstsein und

Unterbewusstsein von Millionen Menschen weiterlebt und zum inneren

Gut eines jeden wird, der dieses Symbol schöpferisch rezipiert.

Kriemhilde und Ophelia, Macbeth und Brand, Rembrandts Esther und

Goethes Margarethe, Egmont und Mr. Pickwick, Jean Christophe und

Jolyon Forsyte sind ebenso mythisch wie Lohengrin und Parzival.

Doch worin besteht die Verbindung sowohl der künstlerischen Symbole

als auch der philosophischen und sozialen Ideen der nordwestlichen

Kultur mit den Polen des nordwestlichen Mythos – mit Montsalvat und

dem Schloss Klingsors? Die Pole des Mythos eines jeden Metavolkes

sind von einer Vielzahl von Kreisen umgeben, von ganzen Symbolwelten,

deren Verbindung zur Mitte sich nicht in einer sujetbezogenen

Abhängigkeit von dieser offenbart, sondern in einer inneren Verwandtschaft

mit ihr und gleichsam in der Fähigkeit der Menschen, diese

Symbole im Prozess der metahistorischen Wahrnehmung als mythische

Symbole zu vergegenwärtigen.

Faust ist natürlich nicht Merlin, Byrons Kain nicht Klingsor, Peer Gynt

nicht Amfortas, und Hauptmanns Emmanuel Quint mit Parzival zu

175


Rosa Mira

vergleichen wäre mehr als nur sonderbar. Eine der zentralen Gestalten,

Kundry, hat offensichtlich keinerlei gleichwertige Parallelen an der

Peripherie des Mythos erfahren. Andererseits finden wir keinerlei Ursymbole

im Zentrum des nordwestlichen Mythos für solche Gestalten

wie Hamlet oder Lear, wie Margarethe oder Solveig. Aber ihr Blick ist

dorthin gerichtet, an ihren Gewändern flackert der rötliche Widerschein,

mag er vom Gral stammen oder von den zauberischen Flammen

Klingsors. Diese mächtigen Figuren, die sich auf den verschiedenen

Etappen des künstlerischen Realismus erheben, sich auf den verschiedenen

Stadien der mystischen Erleuchtung befinden, gleichen den

Skulpturen, die den Aufstieg in das Heiligtum schützen, zu dem höchsten

Geheimnis der nordwestlichen Völker, welches in die Länder, deren

Himmelsgewölbe sich gerade verfinstert, geistige Wellen der Vorsehung

und Seligkeit hineinträgt.

Erkennen wir den Widerschein dieses heiligen Lichts oder den Abglanz

von seinem mythischen Gegenpol, dem teuflischen Schloss

Klingsors, etwa nur auf den Legenden über die Ritter der Tafelrunde

und auf den Mysterien Bayreuths? Wenn Montsalvat aufhören würde,

für uns lediglich ein poetisches Symbol, ein bezauberndes Märchen

oder ein ebensolches Musikstück unter anderen zu sein, wenn Montsalvat

für uns seine wahre Bedeutung erlangen würde – die Bedeutung

von einer höheren Realität, dann würden wir seinen Widerschein auf

den gotischen Abteien entdecken und auf den barocken Bauten, auf

den Gemälden von Ruisdael und Dürer und auf den Landschaftsmalereien

aus der Donau- und Rheinebene, aus Böhmen und der Bretagne,

auf den Fensterrosen hinter den Altären der Kirchen und in dem

streng-kärglichen Kultus des Luthertums. Diesen Widerschein würden

wir deutlich in den gottlosen, seelenlosen Schlossparkanlagen des

Sonnenkönigs sehen und in den Konturen jener Städte, die hinter dem

Ozean gleich einem künstlichen Pamirgebirge emporragen. Wir würden

diesen Widerschein in der Lyrik der Romantiker und in den Werken

der großen Dramaturgen wahrnehmen, im Freimaurertum und

Jakobinertum, in den Systemen Fichtes und Hegels, selbst in den Doktrinen

Saint-Simons und Fouriers.

Es wäre eine spezielle Arbeit erforderlich, um darauf hinzuweisen,

dass die Errungenschaften der modernen Wissenschaft, die Wunder der

Technik, genau wie die Ideen des Sozialismus und sogar des Kommu-

176


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

nismus auf der einen und des Nationalsozialismus auf der anderen

Seite, von der Sphäre des Mythos über Montsalvat und Klingsor umschlossen

werden. Nichts, nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse

unserer Tage und nicht einmal die Beherrschung der Atomenergie,

führt die nordwestliche Menschheit aus den Grenzen heraus, die von

der prophetischen Symbolik dieses Mythos vorgegeben sind. Ich nehme

an, dass sich dem aufmerksamen Leser diese verborgenen Querverbindungen

noch erschließen werden.

Ich habe nur deshalb begonnen, über eine der Metakulturen mit ihrem

Mythos und Transmythos zu sprechen, um anhand der konkreten Bilder

die geäußerten Ideen zu verdeutlichen: die Vorstellungen über die

himmlischen Gefilde der Menschheit, die in den erleuchteten Schichten

auf den Gipfeln der Metakulturen existieren, und die Vorstellungen

über deren Antipoden, über die Zitadellen der von Gott abgefallenen

Elemente, die tätig ihren Antikosmos gestalten und mit den Kräften

des Lichts ringen, – in allen Metavölkern des Enrof, in allen Schichten,

in allen Zonen der Metakulturen.

Aber die Leiter der Schichten des Shadanakar endet nicht dort, wo die

Segmente der Metakulturen ihre Vollendung erfahren: Es erheben sich

dann die fünf- und sechsdimensionalen Welten, die auch ihre undeutliche

Widerspiegelung in den Mythen und Religionen der Menschheit

erfuhren. In diesem Sinn könnte man viele dieser Schichten auch als

„Transmythen“ bezeichnen. Aber im engeren und höheren Sinne wird

die Bezeichnung „Transmythos“ auf eine besondere Sakuala angewendet:

Dabei handelt es sich um ein System von Welten, die fünf räumliche

Dimensionen haben und eine riesige Anzahl zeitlicher Koordinaten.

Das sind fünf grandiose herrliche durchsichtige Pyramiden, die

wie fünf Sonnen aus sich heraus strahlen und unzerstörbar über dem

Enrof stehen.

Nicht nur der Enrof, sondern auch die himmlischen Gefilde der Metakulturen

erscheinen von da aus als tief unten, im Dunkeln liegend. Die

Welten dieser Sakuala sind die Höchsten Aspekte von drei (nicht vier!)

großen Weltreligionen und von zwei Religionen, die ihre nationale

Begrenztheit aus historischen Gründen noch kaum überwunden haben,

die aber vom Glanz ihrer Satomisse und dieser weitaus höheren Sakua-

177


Rosa Mira

la gezeichnet sind. Um diese Sakuala wird es ausführlicher in einem

der folgenden Teile gehen.

Vorher möchte ich noch eine Bemerkung machen. Ich denke, dass sich

bei vielen, die dieses Buch lesen, einige Verwunderung einstellen

wird: Warum werden die Länder der transphysischen Welt, die Schichten

des Shadanakar und auch die Bezeichnungen fast aller Hierarchien

mit neuen, nicht russischen Namen versehen? Dies geschieht deshalb,

da die Russische Metakultur eine der jüngeren ist. Als ihr Sinklit sich

herauszubilden begann, war alles schon vorher bezeichnet worden.

Meistens erinnert der Klang dieser Worte an Sanskrit, Latein, an Griechisch,

Hebräisch und Arabisch. Aber manchmal handelt es sich um

noch ältere Sprachen, die bisher keinem einzigen Philologen bekannt

sind. Es versteht sich von selbst, dass auch ich sie nicht kenne und

ebenso wenig ihre sonderbare phonetische Physiognomie einzuordnen

vermag.

Jetzt ist meines Erachtens die Einführung vollendet worden, ohne welche

die restlichen Teile des Werkes unverständlich bleiben könnten.

Vor uns liegen vier Teile, die fast völlig der Beschreibung der Struktur

des Shadanakar gewidmet sind: eine Art transphysischer Geographie.

Und dann erst, nachdem wir eine, wenn auch noch so unzureichende

Vorstellung von der Arena und den Helden des metahistorischen Mysteriums

werden bekommen haben, wird es möglich sein, zu den Teilen

überzugehen, die den metahistorischen Prozessen selbst gewidmet

sind, insbesondere der Metageschichte Russlands und seiner Kultur

wie auch der Metageschichte der Gegenwart.

Die Letztere wird mit den Aufgaben und dem konkreten Programm

von Rosa Mira zusammenhängen, mit der Beschreibung der historischen

Wege, welche die unblutige Vereinigung der Menschheit möglich

machen, zum allgemeinen Überfluss und zur Erziehung der Generationen

von edlen Menschen führen, die Umgestaltung des Planeten in

einen Garten und des Staates zu einer weltweiten Brüderlichkeit bewirken.

Von dort schlagen wir die Brücke zu den letzten Kapiteln: zu

einigen entfernten historischen Prognosen, zum Problem der apokalyptischen

Kataklysmen der Weltgeschichte und zum unausweichlichen,

wenn auch katastrophalen Übergang des Enrof in eine andere, höhere

Form der Stofflichkeit, in eine andere Schicht des Daseins. Den kosmi-

178


Über die metahistorische und die transphysische Erkenntnismethode

schen Perspektiven, die sich dabei eröffnen, sind die letzten Zeilen

gewidmet.

179


Im Verlag sind erschienen:

Daniil Andrejew. Rosa Mira. Band 1 (Bücher I – VI),

ISBN 978-3-9808919-7-4 (2. Auflage)

Daniil Andrejew. Rosa Mira. Band 2 (Bücher VII – X),

ISBN 978-3-9811767-2-8

Daniil Andrejew. Rosa Mira. Band 3 (Bücher XI – XII),

ISBN 978-3-9811767-3-5

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