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Taxi Times Berlin - 3. Quartal 2021

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E-MOBILITÄT NEWSTICKER

E-MOBILITÄT NEWSTICKER Der Mirai soll mit einer Tankfüllung bis zu 650 Kilometer weit fahren. DAS H2-TAXI Das erste Toyota-Mirai-Taxi steht derzeit beim Münchener Autohaus DIT. Der Japaner fährt elektrisch, der Strom für die E-Maschine kommt aber nicht aus der Steckdose, sondern wird an Bord von einer Brennstoffzelle erzeugt. Lokal emittiert der Mirai, genau wie andere BEVs (batterieelektrische Fahrzeuge), kein CO₂, sondern lediglich ein wenig Wasser. Bereits die erste Generation des Mirai konnte als Taxi geordert werden, mehr Sinn im Taxieinsatz ergibt aber die aktuelle Generation. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Reichweite größer und der Wagen ist für fünf Personen zugelassen. Rein optisch macht er einiges her. Kleine Details wie die eingezogene Dachlinie in der Fahrzeugmitte fallen erst beim zweiten Hinsehen auf. Der Mirai ist derzeit das einzige Brennstoffzellenfahrzeug auf dem deutschen Markt, das auch als Taxi umgerüstet werden kann. sg „ELECTRIC ONLY“ BEI MERCEDES Nachdem sich Volkswagen, Audi oder auch Volvo zur Elektromobilität bekannt haben, zieht jetzt auch der Stuttgarter Konzern nach. Anstatt wie bislang mit „Electric first“, also einer Vorrangstellung für elektrifizierte Fahrzeuge, lautet jetzt das neue Credo bei Mercedes „Electric only“. Die Marke mit dem Stern will ab 2025 alle neuen Fahrzeugstrukturen rein elektrisch auslegen. In der Praxis sollen drei neue Elektro-Architekturen geschaffen werden, die alle Bereiche von mittelgroßen Pkw bis hin zu leichten Nutzfahrzeugen abdecken sollen. Ziel der neuen Strategie ist es, bis zum Ende des Jahrzehnts, falls erforderlich, vollelektrisch zu werden. Natürlich lässt sich der Konzern bei einer so umfassenden Umstrukturierung nicht auf eine hundertprozentige Kehrtwende festnageln, denn wo es die Marktbedingungen nicht zulassen, elektrisch zu fahren, wird es wohl auch weiterhin Mercedes-Benz- Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geben. Ob allerdings auch die Taxiflotte diesem exklusiven Club angehören wird, kann angezweifelt werden. Mit Blick auf die IAA wird deutlich, dass der Strategie schnell Taten folgen. sg NEUES MITSUBISHI-TAXI Der Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in- Hybrid verfügt standardmäßig über einen Allradantrieb und kann bis zu 61 Kilometer rein elektrisch fahren. Mitsubishi setzt auf einen Benzin-Motor und zwei E-Maschinen. Besonders sticht dabei der auf Sparsamkeit getrimmte Verbrenner hervor, der trotz 2,4 Litern Hubraum lediglich 95 PS leistet. Unterstützung bekommt er von zwei weiteren E-Maschinen, jeweils eine pro Achse. Die Systemleistung wird vom Hersteller mit 188 PS angegeben. Als Taxi kann das SUV direkt beim Händler geordert werden. Der Umbau erfolgt bei Intax in Oldenburg. Dort kostet das Taxipaket inklusive Folierung 990 Euro. Inbegriffen sind eine Vorrüstung für Taxameter, Dachzeichen und Funkgerät sowie eine Taxinotalarmanlage und ein zentraler Innenlichtschalter. sg Hat das Model 3 ein Schiebedach, wird das Dachzeichen auf einem Dachträger montiert. MODEL 3 IN HELLELFENBEIN Mit der Auslieferung der ersten Tesla Model 3 mit Taxipaket hat der Taxi-Spezialist Intax erste Fotos der umgebauten Fahrzeuge veröffentlicht. Mit dem Model 3 ist jetzt neben Model S und Model X das dritte Tesla-Modell mit einem Taxi- oder Mietwagenpaket erhältlich. Das Taxi-Paket inklusive Folierung schlägt mit 2.450 Euro zu Buche. Wer keine Folierung benötigt, zahlt lediglich 1.250 Euro. Mittlerweile sind die Taxi- und Mietwagen-Pakete direkt über den sogenannten Tesla-Store bestellbar. Die Fahrzeuge werden dann bereits umgerüstet und mit voller Werksgarantie ausgeliefert. Wie bei allen Intax-Taxiumrüstungen ist eine komplette Rückrüstung ohne Probleme möglich. sg FOTOS: Taxi Times, INTAX 24 3. QUARTAL 2021 TAXI

E-MOBILITÄT Voraussichtlich bald häufiger zu sehen: E-Taxen an Ladesäulen (hier in der Persiusstraße). Viele Fragen beantwortet die eMO in den „FAQ“ ihrer Internetseite. 15.000 EURO FÜR JEDES NEUE BERLINER E-TAXI Der Senat fördert E-Taxen in der gleichen Höhe wie Inklusionstaxen. Kombiniert man beide Innovationen, so kann man einschließlich BAFA- Förderung für ein neues Taxi bis zu 39.000 Euro abgreifen. FOTO: Leszek Nadolski Das Förderprogramm Wirtschaftsnahe Elektromobilität (WELMO), mit dem der Berliner Senat den Anteil elektrisch angetriebener Gewerbefahrzeuge möglichst schnell erhöhen möchte, umfasst seit Anfang Juli auch ein Taxi-Modul. Wie Birgit Heckmann vom Fachgebiet Mobilität der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWEB) bei einem Webinar Anfang Juli erläuterte, gibt es die Förderung in Höhe von 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, also dem Netto-Angebotspreis ohne BAFA-Förderung (maximal 15.000 Euro je Fahrzeug) für batterieelektrisch und mit Brennstoffzellen betriebene Taxis mit bis zu acht Fahrgastplätzen. Plug-in-Taxis werden nicht gefördert. Voraussetzungen für die Förderung sind: Betriebssitz oder Niederlassung in Berlin; Fahrzeug muss auf den Antragsteller zugelassen sein und (überwiegend in Berlin) als Taxi (nicht als Mietwagen) eingesetzt werden; Mindestzulassungsdauer: 12 Monate. Auch die Ladeinfrastruktur ist in Berlin förderungsfähig: Für normale Ladesäulen auf privaten betrieblichen Flächen in Berlin bezahlt das Land 50 Prozent der Gesamtkosten (maximal 2.500 Euro pro Ladepunkt). Der Anschluss an das Niederspannungsnetz wird ebenfalls mit 50 Prozent der Kosten (maximal 2.500 Euro pro Ladepunkt) bezuschusst. Auch Schnellladesäulen werden mit 50 Prozent der Gesamtkosten bedacht, wobei hier der Höchstbetrag bei 30.000 Euro pro Schnellladepunkt liegt. Der Anschluss an das Mittelspannungsnetz wird hier mit ebenfalls 50 Prozent der Kosten (maximal 55.000 Euro pro Schnellladepunkt) gefördert. Was die Ladeinfrastruktur betrifft, so müssen die zu fördernden Ladepunkte im Stadtgebiet errichtet werden und den Strom ausschließlich aus regenerativer Energie beziehen. VERLÄNGERUNG DER FÖRDERUNG WÄRE WICHTIG Der Fördertopf soll zunächst bis Jahresende offenstehen. Heckmann hofft auf eine Fortsetzung, konnte aber angesichts der bevorstehenden Abgeordnetenhauswahl keine verbindliche Prognose über den weiteren Verlauf abgeben. Die eMO berät interessierte Unternehmer in zwei Stufen: In der Potentialberatung kann der Interessent Aufschluss darüber erhalten, welche Antriebsart für sein Unternehmen sinnvoll erscheint. In der Realisierungsberatung wird genauer erörtert, welche Fahrzeugmodelle für das Unternehmen in Betracht kommen, welchen Anforderungen die Ladeinfrastruktur gerecht werden muss und welche Kosten durch die Elektrifizierung eingespart werden können. Die kostenpflichtige Beratung wird ebenfalls gefördert. Manuel Roddelkopf von der Inno2Grid GmbH, einem Anbieter für nachhaltige Mobilitätslösungen und Beratungsunternehmen bei WELMO, rechnet bei den Betriebskosten mit einer jährlichen Einsparung von 5.000 bis 6.250 Euro pro Fahrzeug für den Unternehmer, nicht zuletzt aufgrund der geringeren Wartungskosten (kein Ölwechsel usw.). Er erwartet eine Verfünffachung der E-Mobilität bis 2025, wofür seiner Einschätzung nach ein enormer Ausbau der Ladeinfrastruktur und eine teilweise Verlagerung der Ladestellen in den privaten Bereich erforderlich ist. ar WICHTIGE REIHENFOLGE BEI DER ANTRAGSTELLUNG Äußerst wichtig ist die Reihenfolge von Angebotseinholung, Förderanträgen und Fahrzeugkauf: 1. Angebot des Händlers einholen 2. WELMO-Antrag stellen und Zuwendungsbescheid abwarten (ist man antragsberechtigt?) 3. Fahrzeug kaufen oder leasen 4. Antrag auf Umweltbonus beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen und Auszahlung erhalten 5. WELMO-Auszahlung beantragen und erhalten. Darüber informiert die IBB Business Team GmbH auch auf ihrer Internetseite. Die Antragstellung erfolgt elektronisch, das heißt, per Mausklick auf der Internetseite. Die IBB meldet sich etwa zwei Wochen nach Antragstellung. Mit der Einhaltung der Abfolge lässt sich ein Verlust des Förderanspruchs vermeiden. ar TAXI 3. QUARTAL 2021 25

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