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Taxi Times München - März 2015

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AUTOTEST AUTOTEST LEXUS

AUTOTEST AUTOTEST LEXUS GS 300H DER LUXUS-HYBRID Verbrennungsmotor Hubraum max. Leistung Elektromotor Typ max. Leistung 2 494 cm³ 181 PS Drehstrom-Synchronmotor 143 PS Die Toyota-Tochter bietet die bekannte Kombination aus Elektromotor und Benzin-Verbrenner jetzt auch im Premium-Segment als Taxi an. Von der Seite betrachtet ähnelt der Lexus GS 300h nicht seinem technisch verwandten Konzernbruder Toyota Prius Plus, sondern der E-Klasse vom Taxi-Marktführer Mercedes. Beides klassische Stufenheck-Limousinen, 4,85 Meter lang der Japaner, drei Zentimeter länger der Schwabe. Wenn man auf dem Fahrersitz des Lexus Platz genommen hat, im Ohr noch das satte Geräusch der zufallenden Tür, und das Auge über Sitze und Armaturen streifen lässt, drängt sich der Vergleich erneut auf. So sieht die automobile Oberliga aus. Der Eindruck setzt sich fort, wenn man anfängt, das Innere dieses Autos zu begreifen: ausschließlich hochwertige Materialien und makellose Verarbeitung. Die lederbezogenen und vielfach verstellbaren Sitze sind ein Traum. Details wie die Analog uhr mit LED-beleuchtetem Zifferblatt oder die nostalgisch anmutenden Radio-Dreh regler aus gebürstetem Metall bräuchte man nicht unbedingt, aber sie sind sehr schön und erinnern daran, dass man in einer Limousine aus dem eher gehobenen Preissegment sitzt. Und da sind wir schon wieder beim Vergleich mit dem Mercedes: Das Autohaus DiT in München, das mir den Testwagen zur Verfügung gestellt hat, verlangt inklusive Mehrwertsteuer und dem Taxi-Paket von Intax 39 757 Euro, das ist sogar etwas mehr, als Mercedes für den E 200 BlueTEC als Taxi nimmt. Beim Losfahren enden die Ähnlichkeiten mit dem Benz. Es gibt keinen Anlasser, sondern nur einen „Power“-Knopf, mit dem man das im Prinzip vom Prius bekannte Vollhybrid-System in Bereitschaft setzt. Stellt man den Gangwählhebel auf „D“, löst sich, wenn so vor eingestellt, automatisch die Park bremse. Ein sanfter Druck aufs Gaspedal setzt das Auto lautlos in Bewegung. Danach beginnt ein recht komplexes Zusammenspiel der beiden Antriebskomponenten: Mal sorgt der Elektromotor für den Vortrieb, mal der Verbrenner, mal beide zusammen. Man muss sich als Fahrer darum nicht kümmern. Das System ist bewährt und funktioniert reibungslos, ebenso wie die stufenlose Automatik. Wer sparsam unterwegs sein will, braucht sein gewohntes Fahrverhalten nicht zu ändern. Maßvoll beschleunigen, vorausschauend fahren, bei der Annäherung an eine rote Ampel frühzeitig vom Gas gehen. Im Schubbetrieb und noch stärker beim Bremsen kommt die Rekuperation zum Tragen, das heißt: Die Hybridbatterie lädt sich automatisch auf. Auf diese Weise bin ich bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt im Stadtverkehr mit 6,2 Litern Verbrauch ausgekommen. Wenn ich meine Hybrid-Erfahrungen mit dem Toyota Prius zugrunde lege, erreicht man im Lexus in der milden Jahreszeit leicht einen Durchschnitts verbrauch mit einer 5 vor dem Komma. Das ist ast rein für ein 1,8 Tonnen schweres Fahrzeug. Der Fahrer kann mit einem Dreh- und Drückregler auswählen, ob er im Eco-, Normal- oder Sport-Modus unterwegs sein möchte, aber die Auswirkungen sind in der Praxis nicht welt bewegend. Im Sport-Modus wird aus dem Lexus keine Rakete, im Eco-Modus keine Schnecke. Das Kombi-Instrument direkt im Blickfeld des Fahrers sieht auf den ersten Blick konventionell aus: zwei kreisrunde Anzeigen, rechts der Tachometer und links – wird es dann doch unkonventionell. Ist man im Modus Eco oder Normal unterwegs, sieht man eine Anzeige, die mit „Charge“ signalisiert, dass gerade die Batterie aufgeladen wird , mit „Eco“ anzeigt, dass man sparsam unterwegs ist, und mit „Power“, dass man gerade die Kraft reserven der Motoren mobilisiert. Im Eco“-Modus leuchtet überdies ein dezent blaues Hintergrundlicht. Im Sport-Modus wird das Licht glühend rot und die Charge-Eco-Power-Anzeige verwandelt sich wie von Geisterhand in einen Drehzahlmesser. Nach den ersten Fahr eindrücken steuere ich einen Parkplatz an und spiele ein bisschen mit dem Bordcomputer herum, der mir seine Informationen über ein großes Farbdisplay übermittelt. Es FOTO: PR Lexus gibt die in dieser Klasse üblichen Ablese-, Einstell- und Programmier möglichkeiten, wobei an manchen Stellen mit den Entwicklern der Spieltrieb durchgegangen ist. Die Bedienung von Audio- oder Klimaanlage etwa ist ziemlich unübersichtlich. Was die jeweilige Funktion angeht, gibt es dafür nichts zu meckern. Der Sound ist bemerkenswert gut, die Klima anlage spricht schnell an und arbeitet leise. Meine Zwischenbilanz bis hierher: ein tolles Auto, in dem man sich wohlfühlt und souverän fährt. Aber jetzt geht’s ans Ein gemachte: Ist der Lexus GS 300h auch ein gutes Taxi? TAXITAUGLICHKEIT Eine schwierige Frage, denn das perfekte Taxi ist noch nicht erfunden worden. Irgendwas ist immer zu klein, zu teuer, zu unbequem, zu unpraktisch, zu reparatur anfällig. Fangen wir mit dem Schulterblick an. Unzählige Male während jeder Schicht schaut ein Taxler beim Rechts abbiegen nach hinten, um niemanden, der auf zwei Rädern oder zwei Beinen unterwegs ist, über den Haufen zu fahren. Der Blick nach hinten ist im Lexus bescheiden, so bescheiden, wie das bei Stufenheck limousinen mit breiter C-Säule leider meistens ist. Da sind Kombi-Fahrer im Vorteil. Wie sieht es mit den Ablagen aus? Nicht ideal, aber okay. Die Tür fächer und das Handschuhfach sind Durchschnitt. Vor dem Gangwählhebel findet sich standardmäßig ein Becherhalter, der im Testfahrzeug allerdings einem Funkgerät zum Opfer gefallen ist. Links unten neben dem Lenkrad gibt es ein Fach für Kleinigkeiten, wie es zum Beispiel Passat-Fahrer kennen, das Fach in der Mittelkonsole ist sehr groß, mit einer zusätzlichen verschiebbaren Schale für den Quittungs block. Dort befinden sich außerdem eine Zwölf-Volt-Steckdose, ein AUX- und ein USB-Anschluss. Die Aussparung vor dem mittigen Farb display ist so groß, dass man sogar ein Tablet hineinlegen kann. Die Tür öffnungen sind groß und hoch, sodass der Einstieg auch Fahrern und Fahrgästen, die es am Rücken haben, leicht fällt. Die vorderen Sitze sind, wie erwähnt, ein Traum, auch die äußeren beiden Sitze hinten sind sehr großzügig und bequem. Allerdings: Das Fleckchen in der Mitte verdient die Bezeichnung Sitz nicht. Es handelt sich vielmehr um einen schmalen, harten und hoch angesetzten Steg, und wenn jemand über 1,80 Meter Größe darauf Platz nimmt, stößt er sich den Kopf am Dachhimmel. Der Kofferraum: Das Volumen von 468 Litern ist nicht üppig, aber akzeptabel. Die Zugänglichkeit aber lässt durch die hohe La dekante und den kleinen Öffnungsausschnitt zu wünschen übrig. DAS FAZIT Der Lexus GS 300h ist ein bemerkenswertes Auto. Ausgefeilte und gleichzeitig ausgereifte Technik, sehr gut ausgestattet, sparsam, bequem, souverän und gut anzuschauen. Das hat allerdings seinen Preis. Für einen alleinfahrenden Unternehmer, der Wert auf einen hochwertigen Arbeitsplatz legt und anspruchsvolle Stammkunden hat, ist das Auto eine echte Versuchung. Für ein Flottenfahrzeug im alltäglichen Brot-und-Butter-Einsatz aber ist der Lexus ganz schön teuer und hat wenige, aber deutliche Nachteile bei taxi spezifischen Details. • rb Gesamtsystemleistung Hybridbatterie Kraftübertragung Antrieb Getriebe 223 PS Nickel-Metallhydrid (Ni-Mh) Hinterradantrieb Fahrleistungen Beschleunigung 0–100 km/h 9,2 Sekunden Höchstgeschwindigkeit 190 km/h Testverbrauch (Stadt) Gewicht Kofferraumvolumen Garantie Preis inkl. Taxipaket Hybrid Drive mit stufenlos variablem Automatikgetriebe (E-CVT) 6,2 l / 100 km ca. 1 800 Kilogramm 468 Liter 3 Jahre / 100 000 Kilometer 39 757 € inkl. MwSt. Ballnath Wir versichern das was wichtig ist Ballnath Assekuranz Versicherungsmakler GmbH Brudermühlstr. 48a 81371 München Tel.: 089/89 80 61-0 Fax: 089/89 80 61-20 Assekuranz Taxi-Versicherung (auch Neueinsteiger und Flotten) Rechtsschutzversicherung inkl. Forderungsmanangement Betriebs-Haftpflichtversicherung Taxi-Garantie-Versicherung Krankenversicherung Altersvorsorge Neu! Mit Sicherheit ein guter Partner info@taxiversicherung.de www.taxiversicherung.de 22 TAXI MÄRZ / 2015 23 TN_v1.indd 1 01.10.12 10:56

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