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Taxi Times München - März 2015

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PERSONALIEN In München ein neues Gesicht, in Berlin ein alter Hase: Zentralenchef Hermann Waldner. ROBERT BIEGERT DER WIEDERHOLUNGSTÄTER · Taxivergangenheit als Student (1983 bis 1990) · Journalistenvergangenheit bei Print, Radio und Fernsehen (1985 bis 2007) · Taxigegenwart als Fahrer und Unternehmer (seit 2010), Elektromobil-Tester und Autor für die „IsarFunk News“ und die Münchner Lokalausgabe der Taxi Times · Außerdem: eine Gegenwart als Roman autor, Moderator und Coach HELMUT HACK DER GEISTER­ FAHRER Der einst weithin berüchtigte Wegstreckenverlängerer muss seinen Lebens unterhalt derzeit als Fachjournalist für High-End-Hi-Fi verdienen. Seit seiner letzten Nachtschicht plagen ihn Phantom schmerzen im Gasfuß und die Zentrale freut sich über einen Rückgang der Fahrgastbeschwerden um 80 Prozent. Als Gründer der „Manufaktur für Worte und Satzkonstruktionen“ strebt er ein deutschsprachiges Monopol auf sinnfreie Inhalte an. In der Taxi Times wird er die Aufgaben übernehmen, die sonst keiner haben will. DAS TEAM FLORIAN OSRAINIK DER EX-RENNFAHRER Die Kern-Redaktion der Münchner Regional ausgabe der Taxi Times: viermal fundierte Taxiund Journalismus- Erfahrung. Fuhr Ende der 90er-Jahre Rennen in der deutschen und österreichischen Formel Ford. Sammelte nach einer fundierten kaufmännischen Ausbildung erste Medienerfahrung bei Premiere. Bildete sich neben seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften zum Journalisten und Fotojournalisten weiter. Er schreibt als freier Journalist seit drei Jahren für Print und Online. Anfang letzten Jahres hat er ein Taxi- Unternehmen in München gegründet. In der Taxi Times München wird er sich vor allem um Wirtschaftsthemen kümmern. TOM BUNTROCK DER CHEF­ REDAKTEUR Fährt seit zwölf Jahren Taxi, meistens während der Tagschicht. Schreibt seit 2007 für verschiedene Taximagazine und war von 2010 bis 2013 Chefredakteur des Münchner Magazins „IsarFunk News“. Tom Buntrock ging letztes Jahr mit einem eigenen Taximagazin „Cab“ auf den Markt. Seine Erfahrungen als Redakteur, Chefredakteur und Herausgeber fließen jetzt in seine Arbeit als leidender Redakteur bei der Münchner Lokalausgabe der Taxi Times ein. Wenn er nicht fährt oder schreibt, engagiert er sich im Taxi gewerbe, zurzeit vor allem im Kampf gegen Uber. FOTOS: Frank Achim Schmidt, Florian Osrainik, Helmut Hack, Tom Buntrock FOTO: taxi.eu MIT SERVICE GEGEN UBER & CO In Berlin kämpft Hermann Waldner erfolgreich dafür, dem Taxi gewerbe ein neues Gesicht zu geben. Was bringt mehr Service? In Zeiten, in denen zunehmend branchenfremde Neugründer auf den europäischen Taximarkt drängen, ist Hermann Waldner eine erfreuliche Abwechslung. Denn der Chef der größten Berliner Taxi vermittlung kennt alle Seiten des Taxi gewerbes. So hat Waldner schon Anfang der 1980er-Jahre während seines Lehr amtsstudiums als Aushilfs taxifahrer gearbeitet. Mit von seinem Vater geliehenen 10 000 Mark hat er sich seinen ersten gebrauchten Mercedes gekauft, den er anfangs noch selber fuhr, und wurde Taxi- Unternehmer. Innerhalb weniger Jahre baute er ein Unternehmen mit 70 eigenen Fahrzeugen auf. Jetzt ist Hermann Waldner Chef der Taxi Berlin, einer Zentrale mit 5 700 angeschlossenen Fahrzeugen. Die Zen trale vermittelt acht Millionen Aufträge im Jahr. Neben Privatkunden bestellen viele Großkunden bei Taxi Berlin. Darunter 90 Prozent der Berliner Hotels, die meisten Restaurants und Bars sowie der Deutsche Bundestag. Vor einem Jahr startete Waldner eine Qualitäts offensive in der Bundeshauptstadt. Der Premium-Service wurde so intensiv nachgefragt, dass die Zentrale kaum mit der Weiterbildung der Fahrer nachkam. Der Erfolg dieser Maßnahme zeigt, wie das Taxi seine Stellung im Markt behaupten kann: mit Qualität und Service. Ähnlich der Fahrerschulung bei IsarFunk in München werden bei der Ausbildung zum „VIP Quality Taxi Service“-Fahrer verschiedene Inhalte vermittelt. Darunter Verkehrs- recht und Betriebssicherheit, aber auch Service und Dienstleistung, um den Fahrern die Werte zu vermitteln, die später für den Service am Kunden entscheidend sind. Auf der Internetseite zur VIP-Schulung heißt es: „Das Verständnis für den eigenen Beruf und die Klarheit darüber, dass jeder Taxifahrer wichtiger Bestandteil der Mobilitätsbranche ist, können den Service nachhaltig steigern und davon profitiert im Endeffekt der Fahrgast.“ Trotz des offensichtlichen Erfolges gab es zu Waldners Qualitäts konzept auch kritische Stimmen. So wurde bezweifelt, dass eine Aufteilung zwischen „VIP-“ und „normalen“ Taxis der Branche wirklich hilft. Außerdem würden in der kostenpflichtigen Schulung Inhalte vermittelt, die jeder gute Taxifahrer ohnehin schon beherrsche. Hermann Waldner kontert: „Uns geht es ausschließlich um mehr Qualität im Taxigewerbe. Unsere Branche ist kundenorientiert, mit einem Premium-Angebot richten wir uns nach den Bedürfnissen und Wünschen unserer besonderen Fahrgäste.“ Doch der Aufbau von Berlins größter Taxizentrale ist nur eines von mehreren Waldner-Unternehmen. Denn früh erkannte Hermann Waldner die Zukunfts chancen der digitalen Vermittlung. So kam es über die Jahre zu einer intensiven Zusammenarbeit mit fms und Austrosoft. Der Vorteil der neuen Vermittlungs technik: Die Österreicher mit Firmensitzen in Wien und Graz boten erstmals auf dem europäischen Markt Vermittlungshard- und -software aus einer Hand an. Die von Waldner und fms entwickelte Bestell-App taxi.eu verfügte von Anfang an über eine offene Datenschnittstelle, die jetzt eine Kooperation in größerem Ausmaß erlaubt. Unter dem Dach des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands BZP entstand für die Applikationen cab4me, Taxi Deutschland und taxi.eu eine vernetzende Datenschnittstelle und damit ein markt übergreifendes Bestellsystem. Jetzt tritt Waldner als einer von zwei IsarFunk Geschäftsführern auch in München an. Da die Münchner Taxi zentrale auf Service und Ausbildung setzt, wird die Umstellung zu Berlin kaum groß sein. Auf die Neuerungen, die auf IsarFunk zukommen, darf man gespannt sein. Auf jeden Fall wird München vom Know-how aus Berlin profitieren können. • tb TAXI MÄRZ / 2015 5

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