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Taxi Times München - März 2015

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TITELTHEMA »Unterm

TITELTHEMA »Unterm Strich gewinnen wir alle, wenn die Altstadt attraktiver wird.« Christian Greiner, Kaufhaus Ludwig Beck nen. Momentan existieren circa 1 500 Ausnahmegenehmigungen für Bewohner, Hofzufahrten, Ladetätigkeiten oder Pflege- und ärztliche Notdienste. Dazu kommen noch Berechtigungen für 600 Taxis und 400 Einsatzfahr zeuge. Mit den Pollern hat sich die Situation in der Salzburger Innenstadt deutlich beruhigt. Zählungen haben ergeben, dass durch sie täglich schätzungsweise 900 unberechtigte Einfahrten verhindert werden. Das entspricht einer Reduzierung des Autoverkehrs um circa 35 Prozent. Die Vorteile zeigten sich schnell: Die Plätze erstrahlen in ihrer ursprünglichen Würde, die Anwohner finden Stein des Anstoßes: Die Passage über den Marienplatz und der Taxistand vor dem Kaufhaus Ludwig Beck sollen der Fußgängerzone weichen. den Personentransport. Die Kunden werden dem Taxi kaum bis zum Stachus oder zum Isartor nachlaufen, sondern – soweit sie dazu in der Lage sind – auf andere Verkehrsmittel umstei - gen. Der größte Vorteil des Taxis, die Beförderung von Tür zu Tür, entfällt. Die Reaktion des Handels vor Ort ist geteilt. Während der Grünen-Vorschlag, alles innerhalb des Altstadtrings zur Fußgängerzone und Radler rennstrecke zu machen, von den meisten Betroffenen heftig abgelehnt wird, findet die von Schwarz-Rot beantragte Sperrung des Marienplatzes für jeden Autoverkehr überraschend prominente Befürworter. Georg Randlkofer, Seniorchef des Hauses Dallmayr, fragt sich, warum die Stadt das Thema nicht schon eher angegangen ist. Er wird den Taxistand vor dem Haus der Planung nach wohl behalten dürfen. Anders als Ludwig-Beck-Geschäftsführer Christian Greiner, der den Standortvorteil einbüßt, direkt vor der Tür einen Taxistandplatz zu haben. „Aber zum Tal ist es nicht weit, und unterm Strich gewinnen wir alle, wenn die Altstadt attraktiver wird“, sagt Greiner in der „Süddeutschen Zeitung“. „Allein ich werde schon mindestens zwei Mal am Tag von Radlern oder Taxlern überfahren. Es ist ein Wunder, dass bei diesem Gedränge nicht längst schon etwas passiert ist“, fügt er an. Kritik dagegen kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Der Marienplatz ist zentraler Umsteigeknoten zur U- und S-Bahn, mit einer Endstation woanders sind die Bürger zu langen Umsteigewegen gezwungen“, sagt Andreas Barth, Münchner Sprecher von Pro Bahn. Durch Verlagerung aller Verkehre in Richtung Viktualienmarkt seien dort neue Konflikte programmiert. Es reiche für eine Reduzierung der Feinstaub emissionen nicht aus, lautstark den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fordern, aber bestehende Angebote unnötig zu verschlechtern, so Barth weiter. Dass es anders gehen kann, zeigt das Beispiel Salzburg. 2010 wurde damit begonnen, die Altstadt links der Salzach für den Autoverkehr abzusperren. Dafür wurden rund um die Linke Altstadt und das Kaiviertel – beide Viertel liegen zwischen Salzach und Festungsberg – insgesamt 22 versenkbare Poller installiert, vier Ampel anlagen und Kontrollkameras. Während der sogenannten Ladezeit ist für Fahrzeuge ohne Sondergenehmigung an Werktagen von 6 bis 11 Uhr die Zufahrt über die vier Zufahrten mit Ampel anlage möglich. Zu- und abfahren können ab 11 Uhr nur noch die Inhaber einer Ausnahme genehmigung, die mit Hilfe einer Fernsteuerung die Poller außerhalb der Ladezeit versenken könleichter einen Parkplatz und die Gastronomen profitieren von der Ruhe, da in den Sommermonaten ihre Außenplätze deutlich begehrter sind. Außerdem war die gesamte Maßnahme erstaunlich kostengünstig: Die Stadt hat insgesamt 1,125 Millionen Euro in das gesamte Pollerprojekt investiert. Entscheidend ist, dass das Taxi gewerbe bei diesem Projekt nicht ausgeschlossen, sondern ausdrücklich mit eingeplant wurde. Jedes der 600 Salzburger Taxis besitzt eine Fernbedienung, mit der sich die Poller zu jeder Tages- und Nachtzeit versenken lassen. Die Versorgung der Restaurants, Hotels und Arztpraxen ist gewährleistet und auch Privatpersonen, die innerhalb der Absperrung wohnen oder zu Gast sind, können sich jederzeit ein Taxi bestellen. und Patienten werden von der Altstadt ausgesperrt. Selbst wenn sich die Taxifahrer durch die schon fast traditionelle überzählige Bereitstellung am Marienplatz die drohende Aufhebung des Beck- Stands auch selbst zuzuschreiben haben, trifft gerade diese Entscheidung das Taxi gewerbe hart. In Zeiten immer stärker auf den Markt drängender Konkurrenz gehören der Tür-zu-Tür-Transport und die festen Standplätze zu den wichtigsten Vorzügen des Taxis. Wenn das Taxi aus der Altstadt vertrieben wird, dann wird es sich schwertun, sich auf dem Markt zu behaupten. Denn wie heißt es so schön: Aus den Augen, aus dem Sinn. tb Seit 27 Jahren unter der Leitung von Sebastiano Fiorito ist das Tassilo da Sebastiano aus Haidhausen nicht mehr wegzudenken. Die Familie Fiorito bedankt sich bei ihren Stammgästen für die langjährige Treue und freut sich auf bekannte wie neue Gäste. Das Tassilo da Sebastiano Team. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag und Sonntag 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr warme Küche bis 14:30 Uhr 18:00 Uhr bis 24:00 Uhr warme Küche bis 23:00 Uhr Samstag 18:00 Uhr bis 24:00 Uhr warme Küche bis 23:00 Uhr Ristorante Tassilo da Sebastiano • Balanstr. 34 • 81669 München • 089 - 48 51 34 • www.tassilo-da-sebastiano.de • sebastiano.fiorito@tassilo-da-sebastiano.de FOTO: Landeshauptstadt München/muenchen.de GERECHTER INTERESSENAUSGLEICH Zugegeben: Im Verhältnis zu München kommt Salzburg mit einem deutlich kleineren Kreis von Zufahrtsberechtigten mit einer Poller-Fernbedienung aus. In der Mozartstadt wurden gerade einmal 3 000 Fernbedienungen an Berechtigte ausgegeben. Dazu zählen 1 500 Anwohner, 400 Einsatzkräfte wie Feuerwehren, Rotes Kreuz und Polizei und die 600 Salzburger Taxis. In München gingen schon mehr Fernbedienungen alleine an die Taxis. Trotzdem: Unmöglich wäre so ein System in München nicht. Das Beispiel soll zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, bei Maßnahmen, die zu einer Verkehrsberuhigung in der Altstadt führen sollen, auch die Interessen von Anwohnern, Gastronomen, Arztpraxen und Taxifahrern zu berücksichtigen. Die Altstadt sukzessive zuzupflastern und einfach zur Fußgängerzone umzuwidmen, berücksichtigt diese Interessen in keiner Weise. Im Gegenteil: Ausgerechnet Bürger mit Mobilitätsschwierigkeiten, Senioren Tassil-ch.indd 1 28.01.15 10:34 8 TAXI MÄRZ / 2015 9

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