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VPLT Magazin 94

Das VPLT Magazin informiert rund um die Medien- und Veranstaltungsbranche. Fachinformationen spielen bei seinen Lesern eine wichtige Rolle. Die Inhalte entstehen aus der Branche für die Branche - unter der Leitung des VPLT e.V. Jede Ausgabe des VPLT Magazins widmet sich außerdem einem aktuellen Schwerpunktthema. Zielgruppen sind: Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Dienstleister, Hersteller, Händler und Vertriebe der Medien- und Veranstaltungstechnik, Mitglieder des VPLT und weiterer Branchenverbände, Technik-Nachwuchs (Auszubildende & Studenten), Theater-, Kongress-und Veranstaltungszentren, Kammern und Behörden und weitere Multiplikatoren.

Das VPLT Magazin informiert rund um die Medien- und Veranstaltungsbranche. Fachinformationen spielen bei seinen Lesern eine wichtige Rolle. Die Inhalte entstehen aus der Branche für die Branche - unter der Leitung des VPLT e.V. Jede Ausgabe des VPLT Magazins widmet sich außerdem einem aktuellen Schwerpunktthema. Zielgruppen sind: Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Dienstleister, Hersteller, Händler und Vertriebe der Medien- und Veranstaltungstechnik, Mitglieder des VPLT und weiterer Branchenverbände, Technik-Nachwuchs (Auszubildende & Studenten), Theater-, Kongress-und Veranstaltungszentren, Kammern und Behörden und weitere Multiplikatoren.

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MAGAZIN

1|21 online

94 | September 2021 | online | 14925


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MAGAZIN

JOBMARKET

VPLT Service- und Verlags GmbH


editorial

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

VPLT Service- und Verlags GmbH

Wohlenbergstr. 6

30179 Hannover

Chefredaktion

Dominik Maaßen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Art Director

Sonja Luise Kupgisch

Grafik und Layout

Sonja Luise Kupgisch

der Nobelpreisträger und Physiker Niels Bohr soll angeblich

mal gesagt haben, dass Prognosen immer schwierig

seien, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

In dieser Ausgabe des VPLT Magazins wagen wir dennoch

einen kleinen Blick in die Glaskugel: Wir sprechen

mit Expertinnen und Experten unter anderem

über Facts und Figures, also Zahlen für die Veranstaltungswirtschaft,

die sie für ihre Teilnehmer, aber auch

Außenstehende ab sofort verständlicher und sichtbarer

machen. Das ifo Institut oder die Marktstudie

ZÄHL DAZU wollen zwar den Ist-Zustand analysieren,

aber daraus lassen sich Trends für künftige Entwicklungen

ableiten. Einige prognostizieren den hybriden

Veranstaltungen, also dem Mix aus Online- und Offline-Event,

eine rosige Zukunft. Wir schauen auf ihre

Vorteile und Herausforderungen und was braucht es,

damit sie erfolgreich sind.

Die Nachhaltigkeit mit ihren ökologischen, ökonomischen

und sozialen Aspekten ist weltweit der zentrale

Trend. Uns interessiert, wie diese erfolgreich in Unternehmen

umgesetzt werden können. Denn allein der

Green Deal der EU zwingt Firmen der Veranstaltungswirtschaft,

sich intensiver mit umweltschonenderem

Handeln und innovativeren Technologien auseinanderzusetzen.

Auch Hygiene wird künftig eine noch wichtigere

Rolle spielen – wie unterhalten uns mit Machern

von wissenschaftlich basierten Pilotstudien. Und dass

man aus Krisen gestärkt hervorgeht, wenn man es clever

anstellt, ist eine Binsenweisheit. Wir haben deshalb

Mitglieder befragt, wie sie die Pandemiezeit erleben

und welche Lehren sie daraus ziehen.

Viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht

• Autoren

Helge Leinemann

Randell Greenlee

Maria Kross

Sacha Ritter

Jochen Zenthöfer

Jörn Nettingsmeier

Laura van Haperen

Colja Dams

Hannelore Herz

Alexander Pietschmann

Nicole Behr

Linda Residovic

Timo Feuerbach

Axel Ballreich

Prof. Jens Michow

Henning Könnicke

Marcus Pohl

Dr. Klaus Wohlrabe

Prof. Dr. Claudia Winkelmann

Prof. Thomas Sakschewski

Martin Wieprecht

Jörg Gantenbein

Dr.-Ing. Wilhelm Engst

Markus Steffens

Thomas Schrey

Kay Messerschmidt

DPVT

IGVW

Prolight + Sound

• Bilder

Thomas Machoczek

Sonja von Brethorst TiHo Hannover

Sebastian Clobes

Ralph Larmann

Anthony Delanoix/www.unsplash.com

Adi Goldstein/www.unsplash.com

Sebastian Ervi/www.pexels.com

SBG-ADITUS-GmbH

Nicole Behr

Claudia Winkelmann

Thomas Sakschewski

Manuel Weidt

VOK DAMS

Messe Frankfurt/Prolight + Sound Guangzhou

Adam Hall Group

DPVT

DEAplus

Paul Schwendel

www.istockphoto.com

www.pixabay.com

Ihr Redaktionsteam

Soweit nicht anders angegeben, stammen die Bilder und

Beiträge jeweils von den auf der entsprechenden Seite

genannten Kampagnenträgern oder verantwortlichen

Institutionen. Diese sind verantwortlich für die jeweiligen

Beiträge und dazugehörigen Bilder.


notes

VPLT Magazin als E-Paper 6

Roadshow Beauftragung 7

PLASA Show 7

gme-Tage zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit 8

Supernasen als Virusdetektive 9

SOCIAL

Kolumne 11

Stimmen aus der Branche

Homöopathische Auftragslage 12

„Ein Restart baut auf Vertrauen auf“ 13

„Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“ 14

Kooperation mit Spezialisten 16

„Unter Auflagen muss jede Veranstaltung

wieder möglich sein” 17

Wieder on the road 18

MAGAZIN

1|21

TITEL

Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Foto: Thomas Machoczek

Education

„Wir unterstützen unsere Auszubildenden!“ 20

Von Handlungshilfen und Herzensthemen 22

Messe

Am Puls der Audiowelt 24

Rekordbrecher Prolight + Sound Guangzhou 26

Interessenvertretung

Allianz für den Schulterschluss 28

LEGAL

Standards

Dekorationsbau: Neue Qualitätsstandards der IGVW 32

Funkfrequenzen

Frequenzen und Kulturwirtschaft – im Wahljahr 2021 34

Interessenvertretung

Neue EU-Ökodesign-Richtlinien zu Lichtquellen 36

Arbeitssicherheit

Sicher im Re-Start: Hilfen zur Prävention 40

Arbeitssicherheit

Arbeitsmittel: Prüffristen in der Pandemie 42


TITEL

Zukunft Veranstaltungswirtschaft 44

Welche Folgen hat die Corona-Pandemie

auf die Veranstaltungswirtschaft? 46

Die Landkarte der Veranstaltungswirtschaft 52

Hygieia reicht die Hand 54

Ein Index vom ifo 58

Hybrid Events – Live und Digital verschmelzen

in einer spannungsgeladenen Einheit 62

ECONOMIC

Advertorial

Gelebte Nachhaltigkeit bei der Adam Hall Group 69

Sustainability

„Green Event Space Award“ 74

DPVT

Mit Sicherheit fit für den Neustart – DPVT 2.0! 76

malkus erhält DPVT-Zertifikat! 78

service + partner

press release 80

DEAplus 82

Neue Mitgliedschaften 91


notes

VPLT Magazin als E-Paper

Die Zukunft des Lesens ist digital. Leserinnen und Leser konsumieren Inhalte

längst auf Smartphones, Tablets oder am PC – überall, jederzeit, multimedial

und selbstverständlich wollen sie sie teilen. So wie Verlage auf diese neuen

Gewohnheiten ihrer Nutzer reagieren, möchte auch der VPLT mit seinem Magazin

im 21. Jahrhundert ankommen und es künftig zeitgemäßer und zukunftsorientierter

als E-Paper veröffentlichen. Dies ist ein wichtiger weiterer Schritt zu mehr

Digitalisierung von Content beim VPLT.

Die Vorteile: Wir haben im E-Paper künftig mehr Freiheit

in der Gestaltung. Der vertraute Überblick und

die Optik des bekannten Magazinformats bleiben. Wir

diskutieren journalistisch weiterhin mit Leserinnen und

Lesern auf Augenhöhe und machen komplexe Sachverhalte

verständlich. Dabei profitieren diese aber

nun von deutlich mehr Informationen. Denn gewohnte

Fachartikel können wir künftig um interaktive Inhalte

für mehr Lesegenuss bereichern. Außerdem möchten

wir uns künftig in jeder Ausgabe einem Schwerpunktthema

unserer Branche widmen und es umfangreicher

beleuchten. Auf aktuelle News können wir mit digitalen

Sonderausgaben schneller reagieren.

Auch unser Workflow gestaltet sich effizienter: Wir sparen

Zeit und Kosten und sind im Vertrieb umweltfreundlicher.

Mit Yumpu vertrauen wir einem professionellen,

europäischen E-Paper-Anbieter.

So sind die Seiten des Magazins auf allen Kanälen und

Devices intuitiv blätter- und angenehm lesbar.

Die Ausgaben des VPLT Magazins finden sich künftig

als E-Paper außerdem auf unserer Website. Darüber hinaus

senden wir den Leserinnen und Lesern per E-Mail

einen Link, mit dem die die jeweils aktuelle Ausgabe

des VPLT Magazins als Publikation im Browser öffnen

und lesen können.

MAGAZIN

1|21 online

www.yumpu.com/user/vpltorg

MAGAZIN

1|21 online

6 • VPLT MAGAZIN 94


Roadshow BEAUFTRAGUNG

Bei der Beauftragung von (Einzel-)Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft

ist für alle Vertragsparteien Rechtssicherheit wesentlich.

Das gilt besonders in Zeiten dynamischer Entwicklungen

in Recht und Rechtsprechung zum Thema „Scheinselbstständigkeit“,

die sich unmittelbar auf den Wirtschaftszweig

der Veranstaltungsbranche auswirken und

daher ständigen Anpassungsdruck auslösen. Mit seiner

Roadshow BEAUFTRAGUNG schreibt sich der VPLT dieses

Thema schon länger auf seine Fahnen. Die nächste

Roadshow soll mit einer virtuellen Veranstaltung im Oktober

2021 stattfinden. Uhrzeit und weitere Informationen

zur Veranstaltung werden zeitnah bekanntgegeben.

Diskutiert werden dort auch Updates zur Rechtsprechung

aufgrund neuer Urteile. Außerdem erstellt der

VPLT gerade mit seinen Mitgliedern die VPLT „Funktionstabelle“.

Sie soll unter anderem zu mehr Trennschärfe

und Abgrenzung bei den nach wie vor diffusen Berufsbezeichnungen

der Branche verhelfen. Wir möchten

so mehr dafür sensibilisieren, dass sich wirklich alle Beteiligten

vor. einer Beauftragung immer einer intensiven

Risikoanalyse für mehr Rechtssicherheit widmen.

notes

Zwei Messen

unter einem Dach

Die Professional Light and Sound Association (PLASA) und die Association of

British Theatre Technicians werden vom 5. – 7. September 2021 ihre Messen

gemeinsam auf dem Olympia-Gelände in London abhalten. Neben führenden

Unternehmen aus den Bereichen Audio, Beleuchtung, Rigging und AV-Technik

bietet das kostenlose Begleitprogramm der PLASA unter anderem Business-

Tipps, technische Themen und kreative Innovationen. Neben den üblichen

großen Marken und neuen Ideen steht auch die Sicherheit ganz oben auf der

Rechnung. Die Show wird in Übereinstimmung mit dem staatlich anerkannten

„All Secure Standard“ durchgeführt, der von der Association of Event

Organizers (AEO) veröffentlicht wurde.

VPLT MAGAZIN 94 • 7


notes

gme-Tage zu Digitalisierung

und Nachhaltigkeit

Wie können Digitalisierung und Nachhaltigkeit smart miteinander verknüpft

werden? Welche Chancen bietet der European Green Deal? Wie nachhaltig sind

hybride und räumlich-verteilte Veranstaltungsformate? Wie kann soziale Nachhaltigkeit

berücksichtigt werden? Wie sieht gelungene Nachhaltigkeitskommunikation

aus und welche Rolle spielen Zertifizierungen? Das sind in diesem Jahr die

Themen der greenmeetings und events Konferenz (gme).

Nach dem ersten erfolgreichen Termin am 28. Juli

können Interessierte nun noch am 14. September und

28. Oktober 2021 an den kurzweiligen interaktiven

Sessions teilnehmen. Matthias Schultze, Geschäftsführer

des GCB German Convention Bureau e.V., erwartet

einen regen Dialog über Zukunftsthemen rund

um Digitalisierung und Nachhaltigkeit, denn „Veranstaltungen

sind der ideale Ort zum Netzwerken und für

den Wissensaustausch. Gerade angesichts der digitalen

Transformation in der Veranstaltungswelt ist jetzt

der ideale Zeitpunkt, um über die smarte Verknüpfung

von Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu diskutieren.“

Auf die starke Unterstützung der neuen Partner ACB

Austrian Convention Bureau und VPLT - Verband für

Medien- und Veranstaltungstechnik e.V, die unter anderem

einzelne Sessions an allen gme-Tagen inhaltlich

mitgestalten, kann die greenmeetings und events Konferenz

auch im digitalen Format zählen. Die nächste

Konferenz als Präsenzveranstaltung ist für das Jahr

2023 in Osnabrück geplant.

Mehr Informationen und Anmeldung

8 • VPLT MAGAZIN 94


Sonja von Brethorst

Supernasen als Virus-Detektiv

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) prüft in Zusammenarbeit

mit Hannover Concerts und ProEvent, wie und ob Großveranstaltungen durch den

Einsatz von Corona-Spürhunden sicherer werden können. Für das Projekt „Back

to Culture“ stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur

1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Schon eine Pilotstudie der TiHo hatte gezeigt, dass

Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der

Lage sind, Speichelproben Sars-CoV-2-infizierter und

gesunder Patienten mit rund 94-prozentiger Sicherheit

zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch

Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind.

„Sollten Hunde ihre Treffsicherheit auch in dieser Studie

unter Beweis stellen, böte ihr Einsatz die Möglichkeit,

das Infektionsrisiko bei großen Konzerten oder

Festen zu minimieren“, so Niedersachsens Minister für

Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Ein Vorteil

am Rande ist – Hunde treffen ihre Entscheidung innerhalb

von Sekunden und sind damit sehr viel schneller

als die Antigen-Schnelltests.“

Das Projekt sieht vor, den Einsatz von Spürhunden

als Screeningmethode im Zusammenspiel mit Antigen-Schnelltests

und PCR-Testverfahren zu evaluieren.

Dafür sollen vier Konzerte unter unterschiedlichen Bedingungen

durchgeführt werden. Die Zahl der Studienteilnehmer,

der vorgeschriebene Mindestabstand und

ob ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, variieren

in den vier Test-Szenarien. In der letzten Phase

ist geplant, nach dem Motto „Zurück zur Normalität“,

ganz auf Masken und Abstände zu verzichten.

VPLT MAGAZIN 94 • 9


SOCIAL

Menschen im Mittelpunkt –

so lautet das Motto des VPLT.

Wir lassen sie ausgiebig zu Wort

kommen, ob zur Bewältigung

der Krise, neuen Allianzen

oder einer nachhaltigeren

Veranstaltungswirtschaft.

10 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Kolumne

Liebe Leserinnen und Leser,

weltweit und zu jeder Tag- und Nachtzeit

waren wir immer für Veranstaltungen

im Einsatz. Aber seit März letzten

Jahres herrscht so gut wie Stillstand.

Das Geschäft läuft eher schlecht als

recht. Einige haben neue Modelle im

Business entwickelt. Andere sind mit

dem Mut der Verzweiflung erfolgreich in

andere Branchen gewechselt. Dennoch

sind die meisten von uns daran interessiert,

endlich wieder in weiten Teilen

das berufliche Leben zu führen, das wir

kannten und schätzten. Aber es bleibt

nach wie vor das Problem der fehlenden

Nachfrage. Was können wir also tun?

Ich sprach kürzlich mit Olaf Lies, dem

Umweltminister in Niedersachsen, über

die Nöte der Veranstaltungswirtschaft.

Er hat mir grundsätzlich bestätigt, dass

unsere Branche weiter gewollt ist. Die

Menschen möchten endlich wieder auf

Events zusammenkommen und dort

miteinander kommunizieren – ob nun

in Kultur, Wirtschaft oder Politik. Ich

sprach mit ihm auch über die großen

Herausforderungen der Umweltpolitik,

denen sich nun unser Wirtschaftszweig,

wie jeder andere, stellen muss und in

deren Mittelpunkt der europäische

Green Deal steht. Im Übrigen muss auch

der kommuniziert werden – das geht

natürlich am besten über Live-Kommunikation,

also Veranstaltungen.

Der VPLT engagiert sich diesbezüglich

schon seit Jahren in der Lobbyarbeit,

zum Beispiel im Rahmen der European

Entertainment Ecodesign Coalition.

Während die EU den Energieverbrauch

senken möchte, müssen wir dagegen

aufpassen, künftig nicht als Branche von

Stromverbrauchern gesehen zu werden.

Wir sollten deshalb jetzt die Zeit nutzen,

um unsere Produkte und Dienstleistungen

nachhaltiger zu gestalten und die

Emissionen unseres wirtschaftlichen

Handelns messbar zu machen. Nachhaltigkeit

bedeutet ebenfalls mehr soziale

Gerechtigkeit: Denn Umweltpolitik

ist gleichzeitig immer Sozialpolitik und

unsere Branche muss beides verbinden.

Natürlich lässt sich eine gerechtere Zukunft

nicht gestalten, wenn uns nach

dieser langen Durststrecke die nötigen

Einnahmen fehlen. Diese Krise zeigt

uns, wie wir uns als Arbeitgeber verhalten,

auch im Vergleich zu anderen

Branchen. Gerade zurück aus einem

Call mit Vertreterinnen und Vertretern

anderer Wirtschaftszweige, sage ich

Euch, dass es genau in den Branchen,

in denen „unsere Leute“ während Corona

ein paar Euros nebenbei verdient

haben, brummt! Allein in der Energiewirtschaft

suchen sie zurzeit dringend

Techniker, die Solaranlagen auf Dächer

schrauben oder Windräder aufstellen.

Deshalb wird neben unseren speziellen

Arbeitsbedingungen auch der schnöde

Mammon künftig wirklich interessante

Fragen aufwerfen. Die Lebenshaltungskosten

werden für niemanden geringer

und geflügelte Worte wie „you pay peanuts,

you get monkeys“, die wir seit

Ewigkeiten kennen, klopfen nun als

Weisheit an unsere Tür – und zwar mit

der Faust!

In diesem Zusammenhang sprechen

jedoch viele Kolleginnen und Kollegen

bereits über den vermeintlichen Preiskampf

im kommenden Jahr. Lasst uns

lieber bemühen, genau diesen Kampf

untereinander zu vermeiden. Verlangt,

was Eure Arbeit wirklich wert ist – und

geht so positiv voran! Denn nur mit

vollem Tank können wir weiter auf der

Überholspur unserer geliebten Arbeit

nachgehen. Ich vermisse Live-Kommunikation,

den Stehtisch beim Event und

den Moshpit vor der Bühne. Wir sehen

uns hoffentlich bald.

Euer Helge Leinemann

Vorstandsvorsitzender

VPLT MAGAZIN 94 • 11


Homöopathische Auftragslage

Martin Wieprecht, DREIKLANG Mobil Studio & Sound Service

• Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen aktuell?

Aktuell ist unsere Auftragslage eher als „homöopathisch”

zu bezeichnen. Art und Inhalt der – wenigen

– Aufträge haben sich massiv verändert. Trotz sehr

schlanker Kostenstruktur meines Unternehmens ist

das erste Halbjahr 2021 allerdings leicht defizitär zu

Ende gegangen. Da ich glücklicherweise keine festen

Mitarbeiter habe, für deren Lebensunterhalt ich mit

verantwortlich wäre, bin ich diesbezüglich entspannt.

Und da ich privat in guten Jahren ordentlich vorgesorgt

habe, bin ich persönlich nicht existenzbedroht.

Sorgen mache ich mir allerdings um manche Kollegen,

die nicht mehr wissen, wie sie ihre Familie ernähren

sollen...

• Wie haben Sie die Corona-Krise und die Veranstaltungswirtschaft

darin bisher rückblickend erlebt?

Nach meiner Überzeugung hat die Veranstaltungswirtschaft,

wie viele andere Branchen auch, lernen müssen,

dass „Höher, Schneller, Weiter” ein jähes Ende

erfahren kann. Es zeigt sich in der Krise, dass es flexible

Unternehmer und Unternehmerinnen gibt, die auf

starke Veränderungen entsprechend reagieren können

und somit hoffentlich „mit einem blauen Auge davonkommen”

werden.

Erschreckend finde ich, dass es leider auch in unserer

Branche, die sich selbst immer als hochflexibel

beschreibt, viele gibt, die eigentlich doch nicht ausreichend

flexibel sind und deshalb aufgeben müssen.

Das entstandene „Wir” war wichtig und richtig: Die

Branche muss im Bewusstsein von Politik und Gesellschaft

viel mehr ankommen. Die Selbstreduktion einiger

Protagonisten und ihrer Aktionen auf den Ruf nach

staatlichen Hilfen, ähnlich wie in anderen Branchen,

empfinde ich jedoch, hier wie dort, zunehmend als unangenehm

bis peinlich. Andere Branchen nehmen sich

da aber nichts.

• Was lässt sich aus dieser Zeit bisher lernen und wie

kann ein Restart gelingen?

Ich hoffe inständig, dass gesamtgesellschaftlich und

auch in der Veranstaltungsbranche, die ja in unserer

Industrielandschaft noch relativ jung ist, solides

Wirtschaften mehr Gewicht bekommt. Krisen kann

nur überstehen, wer in guten Zeiten vorsorgt und in

schlechten Zeiten flexibel ist. Es wird keinen Restart

geben à la „Fader hoch und alles ist wie vorher”. Die

Rahmenbedingungen haben sich massiv verändert

und wir werden lernen müssen, mit kleineren und

eventuell auch anderen „Brötchen” klar zu kommen.

www.dreiklang.de

12 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Stimmen aus der Branche

„Ein Restart baut auf Vertrauen auf”

Jörg Gantenbein, Präsident im Vorstand des svtb

• Wie ist die Veranstaltungsbranche in der Schweiz

bisher durch die Corona-Krise gekommen?

Es war und ist alles ein Auf und Ab. Zu Beginn kamen

die betroffenen Branchen sehr schnell und unkompliziert

an Kredite. Das sicherte das erste Überleben. Auch

die Kurzarbeitsentschädigung verlief im vereinfachten

Verfahren gut und sie steht noch bis Ende 2021. Da

zu Beginn niemand dachte, dass die Schließungen so

lange dauern würden, kam es erst nach circa drei Monaten

zu den ersten Entlassungen. Die Teilöffnungen von

Juni bis Mitte Oktober, beziehungsweise je nach Region

Ende Dezember 2020, brachten etwas Hoffnung. Nach

den ersten großen Absagen für 2022 stieg jedoch wieder

die Zahl der Entlassungen. Seit Anfang April 2021

haben die Theater wieder geöffnet. Das schafft Zuversicht.

Praktisch kein Betrieb musste wegen der Krise

seine Tätigkeit einstellen. Dabei halfen zusätzliche Festinstallationen,

Hybrid-Events, reduziertes Personal sowie

Null-Investitionen.

• Was hat Sie in dieser Zeit überrascht?

Mich hat positiv überrascht, wie schnell die verschiedenen

Branchenverbände in der Schweiz erkannt haben,

dass sie nur gemeinsam für ihre Interessen einstehen

können. Wir haben mit der „Allianz Veranstaltungsbranche”

elf Verbände unter einem Dach – darunter finden

sich unter anderem Theater, Messen, Stadien, VA-Betriebe,

Veranstalter bis hin zu den Freischaffenden. Allerdings

war es eine Herausforderung, unsere politischen

Forderungen unter einen Hut zu bekommen. Erstaunlich

war auch, wie wenig unsere Branche in der Öffentlichkeit

und in der Politik bekannt ist. Die Krise hat wieder aufgezeigt,

dass auf vielen Seiten das Vertrauen fehlt. Allerdings

müssen wir selbstkritisch sein. Denn auch wir haben

zu Beginn nicht verstanden, dass in erster Linie das

Virus die Probleme verursacht und nicht die einzelnen

Akteure. Niemand war auf diese Pandemie vorbereitet

war. Irgendwann ist es allen aber gelungen, die Emotionen

rauszunehmen und so nicht zum Spielball der Politik

zu werden. Auf diese Weise konnten wir, zumindest bis

jetzt, große wirtschaftliche Schäden verhindern.

• Wie kann für die Branche nun ein erfolgreicher

Restart in die Zukunft gelingen?

Ein Restart baut genau auf diesem Vertrauen auf. Wir

müssen bei Produktionen unsere Künstler und Gäste

mit Hygienemaßnahmen schützen. Den Behörden

müssen wir uns als professioneller Wirtschaftszweig

präsentieren, der uns versteht. Wir dürfen nicht vergessen,

dass uns 18 Monate Praxis fehlen. Der Markt

hat sich in dieser Zeit aber weiterentwickelt. Unüberlegter

Aktivismus ist nicht das Heilmittel, sondern

kann uns ganz schnell überfordern. Fachkräftemangel

war schon vor der Krise ein großes Thema. Die Ausund

Weiterbildung sollten Freischaffende wie große

Unternehmen auf der Agenda ganz oben platzieren.

www.svtb.ch

VPLT MAGAZIN 94 • 13


SOCIAL Stimmen aus der Branche

„Wir müssen lernen,

mit dem Virus zu leben“

Dr.-Ing. Wilhelm Engst, Engst Kabel

• Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen aktuell?

Zurzeit liegt unser Hauptmarkt auf mobilen Stromanwendungen

für die Baubranche. Diese hat die Corona-Zeit

weitgehend unbeschadet überstanden. Unsere

Produktpalette macht das Arbeiten schneller,

leichter, effizienter und kostengünstiger, daher konnten

wir sogar trotz der Corona-Pandemie in den letzten

Jahren im deutlich zweistelligen Bereich wachsen.

Leider hat Corona unseren gerade gestarteten

Einstieg in die Veranstaltungsbranche in 2019 jedoch

praktisch im Keim erstickt.

Allerdings hatten wir gerade noch vor dem Lock-Down

einen schönen Auftrag für die Olympischen Spiele in

Japan abgewickelt. Der Einsatz kam jetzt erst.

• Wie haben Sie die Corona-Krise und die Veranstaltungswirtschaft

darin bisher rückblickend erlebt?

Für mich entstand der Eindruck, dass die Regierung

die besonderen Belange der Veranstaltungswirtschaft

bei der Gestaltung der Coronahilfen nicht erkannt

und berücksichtigt hat. Die hohe Anzahl von Soloselbstständigen

und Kleinunternehmen in diesem

Bereich hätte eine schnellere und wirksamere Überbrückungshilfen

erfordert.

• Was lässt sich aus dieser Zeit bisher lernen und wie

kann ein Restart gelingen?

Hoffentlich treten in der Zukunft ähnliche Situation

natürlich nicht so schnell wieder ein. Wir brauchen jedoch

differenziertere Hilfsmaßnahmen, die den branchenspezifischen

Belangen besser gerecht werden. Der

Restart muss sicherlich kontrolliert erfolgen und die

ersten Testveranstaltungen und Erfahrungen weisen in

die richtige Richtung. Es steht für mich außer Frage,

dass ein neuer Lock-Down verhindert werden muss. Es

braucht andere Kriterien als nur die Inzidenz. Nach wie

vor ist es wichtig, eine möglichst hohe Impfrate anzustreben.

Und wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.

www.engst-kabel.de

14 • VPLT MAGAZIN 94


Düsseldorf

expertise in audio media

Let‘s do it again!

Düsseldorf, Congress Center

03. – 06.11.2021

Fachkongress + Produkt-Ausstellung

Congress + Product Exhibition

Meet the experts in audio Highlights 2021

• Für Audioprofis, Produzenten, Künstler, Hersteller,

Ausrüster, Entwickler, Wissenschaftler und Hör-Fans

• Aktuelle Trends der Produktentwicklung,

Forschung und Anwendungspraxis

• Vielseitig und hochkarätig besetztes

Kongressprogramm mit großer Ausstellung

• Treffpunkt und Erfahrungsaustausch – von Rundfunk bis

Studio, von Bühne, Beschallung bis Film und Fernsehen

• Praxisnahe Informationen und Produkte

für die tägliche, professionelle Arbeit

• Hard- und Software-Produktion

• Studio, Recording & Postproduktion

• For audio professionals, producers, artists, manufacturers,

suppliers, developers, scientists and listening fans

• Current trends in product development,

research and application practice

• Versatile and top-class congress programme

with large exhibition

• Meeting point and exchange of experiences – from radio to

studio, from stage, sound reinforcement to film and television

• Practical information and products

for daily professional work

• Hardware & Software Production

• Studio, Recording & Postproduction

ff-design.de

www.tonmeistertagung.com

Veranstalter und Kontakt:

Bildungswerk des Verbandes

Deutscher Tonmeister GmbH

Am Brögel 1a in 42285

Wuppertal-Germany

E-Mail: info@BiW-vdt.de

Tel: +49 (0) 202 890 11 622

Web: www.BiW-vdt.de

CCD Congress Center - Düsseldorf Süd

Rotterdamerstraße 141

40474 Düsseldorf


„Unter Auflagen muss jede

Veranstaltung wieder möglich sein”

Markus Steffens, Geschäftsführer, CMS Congress Media Service GmbH & Co. KG de

• Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen aktuell?

Unsere Unternehmensstruktur ist, wie bei vielen anderen,

in verschiedene Betriebe aufgeteilt. Die staatliche

Hilfe hat daher nicht alle Unternehmen berücksichtigt,

obwohl sie voneinander abhängig sind. Zu Glück waren

wir vor der Pandemie wirtschaftlich gut aufgestellt. Wir

konnten daher mit den bisherigen Hilfen überleben, obwohl

unser Umsatz seit 16 Monaten um mehr als 90

Prozent eingebrochen ist. Ohne diese Hilfen hätten wir

allerdings unser Unternehmen nach mehr als 30 Jahren

schließen müssen. Ärgerlich bei den Hilfen ist allerdings,

dass wir als Geschäftsführer keinen Unternehmerlohn

im Rahmen der Unterstützung ansetzen können.

Gleichzeitig müssen wir aber trotzdem seit mehr als 16

Monaten unentgeltlich den Betrieb aufrecht halten.

• Wie haben Sie die Corona-Krise und die Veranstaltungswirtschaft

darin bisher rückblickend erlebt?

Der Fachkräftemangel wird in der Zukunft ein großes Problem

sein. Sowohl Freie, als auch Festangestellte sind

bereits in andere Berufe oder Festanstellungen mit geregelten

Arbeitszeiten abgewandert. Für unsere unternehmensinternen

Ausbildungsplätze gibt es kaum Bewerber.

Aber ohne Mitarbeiter können wir unsere Tätigkeit nicht

mehr ausüben. Als CMS haben wir uns bereits im Mai

2020 an einer Demonstration zur Durchführung von Veranstaltungen

unter Berücksichtigungen von Hygieneauflagen

beteiligt. Dafür hat man auf dem Roncalliplatz in

Köln eine Bühne mit kompletter Bestuhlung und Einlasskontrolle

aufgebaut. Gezeigt hat man, wie sich Veranstaltungen

sicher und verantwortungsbewusst durchführen

lassen. Mittlerweile sind fast 14 Monate vergangen. Wir

wünschen uns, dass die Politik mit den Fachverbänden

der Veranstaltungswirtschaft einen klaren Handlungsrahmen

erstellt. Nur so werden wir aus der Krise kommen.

Natürlich sollte das Event wirtschaftlich ablaufen. Aber

grundsätzlich muss jedes Veranstaltungsformat unter gewissen

Auflagen wieder möglich sein.

• Was lässt sich aus dieser Zeit bisher lernen und wie

kann ein Restart gelingen?

Wenn man in die Zukunft blickt, fehlt leider immer

noch die Perspektive für eine langfristige Planung mit

mindestens sechs Monaten Vorlauf. Die Politik muss

klare Vorgaben machen, unter welchen Bedingungen

eine Veranstaltung wieder möglich ist. Der Inzidenzwert

kann künftig kein Indikator dafür sein. Klare Konzepte

sind die Aufteilung in genesen, geimpft, getestet oder

die AHA-Regel. Wenn es keine gravierenden tödlichen

Verläufe in der Corona-Pandemie mehr gibt, ist das

letztendlich eine Krankheit wie eine Grippewelle. Wir

wünschen allen Kollegen, Künstlern und Veranstaltern

viel Glück, dass wir gemeinsam die Krise meistern.

www.congress-media-service.de

16 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Stimmen aus der Branche

Kooperation mit Spezialisten

Thomas Schrey, Geschäftsführer AUDIO concept Verwaltungs GmbH

• Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen aktuell?

Nach dem ersten Schock zum Beginn der Corona-Krise

haben wir schnell reagiert und unser Unternehmen

auf die neue Situation eingestellt. Dazu gehört unter

anderem www.5plus1.live. Eine Unternehmenskooperation

und interdisziplinäre Gruppe von Spezialisten,

mit der wir recht viel an möglichen Präsenz- und

Streaming-Veranstaltungen umgesetzt haben und immer

noch tun. Außerdem haben wir weitere Geschäftsbereiche

jenseits der Veranstaltungsbranche erschlossen,

für die wir aber unsere Veranstaltungstechnik nutzen

können. Generell geht es uns also recht gut und

wir kommen durch die Krise.

Wir haben keinen Mitarbeiter entlassen. Ganz im Gegenteil,

wir haben weitere Ausbildungsplätze geschaffen,

um das vermutlich fehlende Personal zu ersetzen.

Daher liegt während und nach Corona unser Hauptaugenmerk

auf gut ausgebildeten Fachleuten – das gilt

für unsere Mitarbeiter und Azubis.

www.audio-concept.com

• Wie haben Sie die Corona-Krise und die Veranstaltungswirtschaft

darin bisher rückblickend erlebt?

Ich dachte immer, dass unsere Branche schnell offen

für Neues ist. Mein Eindruck ist jedoch, dass sie

recht schwerfällig ist und bestehende Strukturen nicht

verändern kann. Ich vermisse den Zusammenhalt.

Dazu trägt auch die Vielzahl von Verbänden bei. Ich

wusste bislang gar nicht, dass es so viele gibt. Wir sind

eine riesige Branche, die nur leider keiner kennt beziehungsweise

wahrnimmt. Das muss sich ändern.

• Was lässt sich aus dieser Zeit bisher lernen und wie

kann ein Restart gelingen?

Das wichtigste in unserem Geschäft ist das Personal.

Mit ihm gelingt auch ein möglicher Restart 2022. Es

hilft niemandem, wenn die Lagerhalle mit teurem Material

voll ist, aber keiner da ist, um es auf- und abzubauen

oder zu bedienen.

VPLT MAGAZIN 94 • 17


SOCIAL Stimmen aus der Branche

Wieder on the road

Kay Messerschmidt, km-lighting – Ingenieurbüro für Licht- und Veranstaltungstechnik

Wie ein Kollege bei einer Demonstration zum Thema

Fördermittel sagte: Es geht uns nicht ums Geld, wir

wollen einfach wieder unserer Profession nachgehen.

Wer als Soloselbständiger ständig auf sein Portfolio

und seinen breit aufgestellten Kundenstamm achten

muss, hat nach meiner Erfahrung auch in Pandemiezeiten

nicht vollständig auf Aufträge verzichten müssen.

Er hat sich die Flexibilität offen halten und auch

diese Zeit durch den Ausbau noch aktiver Geschäftsbeziehungen

einigermaßen gut überstehen können.

• Was lässt sich aus dieser Zeit bisher lernen und

wie kann ein Restart gelingen?

• Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen aktuell?

Als Soloselbständiger und gleichzeitig festangestellter

Planungsingenieur in Stuttgart habe ich die Krise finanziell

unbeschadet überstanden. Weggefallen sind jedoch

zu 90 Prozent Jobs als freier Techniker. Als Referent

sind rund 50 Prozent meiner Tätigkeiten ausgefallen,

der Rest wurde weitgehend in die virtuelle Welt verlagert.

• Wie haben Sie die Corona-Krise und die Veranstaltungswirtschaft

darin bisher rückblickend erlebt?

Unsere Branche bedeutet mir, wie für viele andere,

mehr als nur Verdienst. Sie ist eine Lebenseinstellung

und mit den unterschiedlichen Menschen und Reisen

integraler Bestandteil meines Lebens.

Als Veranstaltungstechniker sind wir in vielen Bereichen

doch eher Generalisten. Eine Eigenschaft,

von der die Professionalität der Branche bisher sehr

stark profitiert hat. Aber auch eine Eigenschaft, die

nach einer so langen Pause dazu führen wird, dass

die „Besten“, die Fachkräfte, die sich aus existenziellen

Gründen haben umorientieren müssen, auch

zu einem Großteil langfristig für die Kreativwirtschaft

verloren gegangen sind.

Ich bin sehr gespannt darauf, wen ich im nächsten

Jahr noch auf gemeinsamen Jobs wiedersehen werde

und wen nicht. Ich wäre wahnsinnig gerne wieder on

the road. Wann das ist, bleibt aber so offen wie der

Ausweg aus der Pandemie.

www.km-lighting.de

18 • VPLT MAGAZIN 94


Live-online Seminare

Meister*innen Updates

Lernen im Fernen

Lebenslanges Lernen

Präsenzseminare

Deutsche Event Akademie GmbH

Tel. +49 (0) 511 270 747 71

www.deaplus.org/VPLT


SOCIAL Education

„Wir unterstützen

unsere Auszubildenden!“

Da aufgrund der Corona-Krise die

Ausbildungen in den Berufen der

Veranstaltungsbranche momentan nicht

wie gewohnt stattfinden, stellt die

IGVW seit Mai vergangenen Jahres die

e-Learning-Plattform IGVW 4 Education

zur Verfügung.

Die hier angebotenen Kurse sind kostenlos, sollen die

betriebliche Ausbildung unterstützen und bieten den

Auszubildenden vertiefende und ergänzende Lehrinhalte.

Das Motto: „Wir unterstützen unsere Auszubildenden!“

Als Dozenten fungieren ehrenamtlich Ausbilder aus

den betroffenen Ausbildungsbetrieben und Fachleute

der Veranstaltungsbranche. Die Kurse haben eine Länge

von 45 bis 120 Minuten. Ziel ist keine Bewertung,

die Lehrinhalte können die Auszubildenden jedoch für

anstehende Prüfungen fit machen.

Praxistipps und Fach-Dialog

In der Reihe „Was macht eigentlich…?“ stellen Kollegen

aus der Branche zum Beispiel ihre Berufe und

Berufsfelder vor. Ob Backliner, Stagemanagerin, Lichtdesigner

oder Inspizientin – die Macher zeigen den

Azubis durch diese Kursreihe die Vielfalt der Veranstaltungsbranche

und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung

auf. In den Formaten „Menschen und Methoden“

und „Meet your Makers“ treten die Tutoren mit

anderen Kollegen in den Fach-Dialog und besprechen

Praktiken und Technik.

Künftiger Anlaufpunkt für Lernende

Die e-Learning-Plattform gilt nun nicht mehr nur als

kurzzeitige Unterstützung während der Corona-Krise.

4 Edu soll sich zu einem festen Bestandteil der Ausbildung

in der Veranstaltungsbranche entwickeln und

auch nach dem Abschluss ein Anlaufpunkt sein, um

sich über die Möglichkeiten der Weiterbildung und

Spezialisierung zu informieren.

20 • VPLT MAGAZIN 94


26. – 29. 4. 22

FRANKFURT / MAIN

The Global

Entertainment

Technology

Show

for Light, Audio, Stage,

Media + Events


IGVW

Interessengemeinschaft

Veranstaltungswirtschaft

Von Handlungshilfen

und Herzensthemen

Studien, Neue Qualitätsstandards, überbetriebliche Ausbildung, Antworten auf den

Personalmangel und interdisziplinärer Fachgruppenaustausch sind unter anderem

Themen, die in den zurückliegenden Monaten auf der Agenda der IGVW standen.

Zahlen

Unsere Branche ist groß, unsere Branche ist Vielfalt:

Eines der großen Projekte der IGVW war die ZÄHL

DAZU Studie, die mit Hilfe vieler Unterstützer umgesetzt

werden konnte. In den kommenden Monaten

werden die Zahlen im Detail analysiert und für strategische

Entscheidungen der Branchenverbände aufbereitet.

Selbstverständlich werden die Ergebnisse auch

im Dialog mit der Politik ein wichtiges Tool darstellen.

Überbetriebliche Ausbildung –

ein Weg zu qualifiziertem Personal

Ein Herzensthemen unseres ehemaligen Vorstandsmitglieds

Karl-Heinz Mittelstädt war und ist die überbetriebliche

Ausbildung: Die IGVW hat sie inzwischen neu

gedacht, auch als Antwort auf die herausfordernden

Ausbildungsverhältnisse in der Coronapandemie. Ihr

Bildungsportal IGVW 4 Education hat sich längst zu

einer überbetrieblich und digital erfolgreichen Anlaufstelle

für Auszubildende entwickelt. Aufgrund aktuell

mehr als 125 Seminarangeboten und durchschnittlich

45 Teilnehmenden überlegt die IGVW, dieses Modell

weiterzuführen. In den kommenden Wochen soll die

Plattform mit einem neuen Angebot starten.

Neue Standards veröffentlicht –

weitere folgen

In Sachen igvw Qualitätsstandards hat die Interessengemeinschaft

in den vergangenen Monaten drei laufende

Projekte abgeschlossen und eine Vielzahl an neuen

Projekten gestartet: Veröffentlicht hat sie SQP7 – Dekorationsbau,

SQP8 – Brandschutz im Dekorationsbau

und SQQ8 – Sachkunde zum Nachweis von Brandeigenschaften

gemäß igvw SQP8. Alle Standards stehen

der Branche unter igvw.org zur Verfügung. Gleichzeitig

treibt die IGVW gerade intensiv die Themen „niederschwelliger

Zugang in den Arbeitsmarkt“ auf DQR Niveau

3 im Bereich Theater, Messebau und Eventbauten

voran. Alle sogenannten SQQ3x Qualifikationen

basieren auf ETTE (European Theater Technicians

Education): Dieses Qualifikationskonzept hat die DTHG

federführend im Rahmen eines europäischen Bildungsforschungsprojektes

mit Partnern entwickelt. Es dient

innerhalb der IGVW als Basis für alle zukünftigen Qualifikationen

im Bereich der Veranstaltungstechnik.

Interdisziplinär in Fachgruppen

Außerdem gibt es eine Vielzahl an neuen Fachgruppen:

Bis heute haben die zurzeit 19 deutschen und schweizerischen

IGVW-Mitglieder mehr als 200 Personen

in die 45 „Teams“ der IGVW entsendet. Sie arbeiten

interdisziplinär unter anderem an den sogenannten

Berufsspezialisierungen (DQR Niveau 5) im Bereich

Ton, Licht, Mechanik, Informations- und Kommunikationstechnik,

Sachkunden Anschlagmittel oder an der

Überarbeitung des SQQ2 – Sachkunde für Veranstaltungsrigging.

SQQ2 – Sachkunde für Veranstaltungsrigging

22 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Education

www.igvw.org

Engagement gegen den Personalmangel

Darüber hinaus arbeiten die Verbände innerhalb der

IGVW an Antworten und Lösungen auf den bereits existierenden

und sich verschärfenden Personalmangel in

der Branche: Helfen sollen der Aufbau einer Gesamtübersicht

der Tätigkeitsprofile beziehungsweise Karrierewege

in der Branche, der Ausbau der 100PRO.org

Ausbildungswebseite als Gesamtübersicht der Möglichkeiten,

eine bessere Visualisierung der Veranstaltungsbranche

durch die Fachkräfteroadshow nx-gen.de und

die angestrebte Zusammenarbeit mit der Allianz für

Aus- und Weiterbildung.

Intensiver Austausch der Verbände

Außerdem freut sich die IGVW, dass ihre Verbände-Calls

nun seit mehr als 15 Monaten jeden Mittwoch

mit vielen Teilnehmenden sehr erfolgreich sind

– dies ermöglicht zum ersten Mal einen schnellen

und direkten Austausch von Informationen aus allen

Bereichen der Veranstaltungswirtschaft.

Allianz Aus- und Weiterbildung

VPLT MAGAZIN 94 • 23


Am Puls der Audiowelt

Ein Gespräch mit Jörn Nettingsmeier, Vizepräsident im Verband Deutscher

Tonmeister e.V. (VDT), über die Tonmeistertagung 2021 in Düsseldorf.

Sebastian Clobes

Multikanal-Beschallung auf der tmt31 – eine Kooperation von VDT, d&b audiotechnik und Neumann & Müller.

• Vom 3. bis 6. November startet wieder die Tonmeistertagung.

Sie öffnet schon seit 70 Jahren ihre Tore.

Kannst Du etwas zu ihrem Hintergrund sagen?

Die tmt ist eine spannende Kombination aus Fachkongress

und angeschlossener Messe und zwar in dieser Reihenfolge.

Und das macht sie besonders. Heute docken

viele Messeveranstalter ein Schulungsprogramm an, um

die Attraktivität zu erhöhen. Bei uns war das von Anfang

an das Kerngeschäft.

Die Audio-Branche schätzt die tmt wegen des Niveaus

der Beiträge, der Möglichkeit, innovative Audioformate

zu erleben, und der Qualität der Ausstellung – hier

findet man schon mal die Entwickler der Firmen am

Stand, nicht nur das Sales-Team. Gleichzeitig wird

die tmt noch immer liebevoll als „Familientreffen“ der

Branche gesehen, das freut uns bei allem Wachstum

natürlich sehr.

• Für welche Zielgruppen ist die Tagung relevant?

Wegen des guten Rufs und der internationalen Ausstrahlung

der Tagung besuchen uns sehr viele Entscheiderinnen

von Studios, Theatern, Rundfunkanstalten,

Bildungseinrichtungen und Dienstleistern. Unsere Aussteller

danken uns das mit einem großen Engagement

– man kann in aller Ruhe die Spitzenprodukte führender

Hersteller in die Hand nehmen. Bei uns treffen sich gestandene

Profis mit Berufseinsteigerinnen, Hersteller mit

Künstlern und Anwender mit Grundlagenforscherinnen.

Gerade der Veranstaltungsbranche möchten wir die tmt

näherbringen – es gibt sehr viel zu entdecken, aber das

hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Für junge

Menschen ist sicherlich das Education Forum spannend,

wo sich Hochschulen aus ganz Deutschland mit

ihren Medienstudiengängen präsentieren, und auch Berufsbildung

soll ein Thema sein.

24 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Messe

Klar, der VDT, das sind die, die teure Mikrofone zentimeterweise

verschieben, bis alles stimmt, und mit Bleistift

in der Partitur ihre Schnitte planen. Aber wir sind auch

die, die 31 Motoren an 27 Punkte nageln, um innerhalb

einer Stunde von einem 3D-Lautsprecher-Layout zum

anderen zu wechseln.

Auch wenn ein Ende der Corona-Krise in Sicht scheint,

kann die Pandemie Event-Planungen in diesem Jahr

durcheinander bringen.

Wir haben natürlich auch Pläne B bis F, sind aber optimistisch.

Aktuell setzen wir nicht nur voll auf Präsenz,

sondern rechnen auch mit nur geringen Kapazitätseinschränkungen.

Natürlich fährt dieses Jahr jeder „auf

Sicht“ – wir haben deshalb monatliche Online-Treffen

mit unseren Ausstellern und Interessierten, um über aktuelle

Entwicklungen zu informieren, Verunsicherungen

anzusprechen und gemeinsam den Weg zu einer erfolgreichen

tmt31 zu gehen.

Wir haben uns gesagt, wir nehmen jetzt das Risiko auf

uns, weil die Branche dieses Signal einfach braucht. Die

Aussteller ziehen mit und unser Gastgeber, das Congress

Center Düsseldorf, begleitet uns mit großer Solidarität,

Kulanz und Kooperationsfreude durch diese Krise. Auch

an den VPLT einen ganz großen Dank für eure fundierte

fachliche und politische Arbeit im letzten Jahr, von der

wir auch sehr profitiert haben. Wir hoffen, dass wir euch

über unsere Partnerschaft in der IGVW etwas zurückgeben

können.

Konzert und Installation ist dabei, genau wie Aufnahmetechnik,

Theater- und Filmton, „Soundscapes“ und

Sound Design.

In unserem Online-Event „vdt live!“ letzten Herbst hatten

wir ein ganz starkes Panel zu Audio-Netzwerken,

unter anderem mit den Systemern von Rammstein, die

von ihren sehr guten Erfahrungen mit MILAN erzählt

haben. Das wird neben Dante und Ravenna sicherlich

auch dieses Jahr ein Thema.

www.tonmeister.org/de/termine/vdt-live/beitraege

Vielleicht gibt es ja auch aus dem Kreis der VPLT-Mitglieder

spannendes zu berichten, z.B. eine innovative

Festinstallation oder ein spektakuläres Toursystem-Design?

Wir haben eine Vielzahl von Formaten und freuen

uns über Beiträge und Ideen an: programm@tonmeisterverband.org.

• Die Veranstaltung ist inzwischen von Köln nach Düsseldorf

umgezogen. Was ändert sich dadurch?

Kongress und Messe können räumlich noch enger verzahnt

werden, was die Attraktivität für die Aussteller

weiter erhöht – im CCD wird nun alles auf einer Ebene

stattfinden. Der Ausblick auf den Rhein während der

Kaffeepause ist sicherlich auch kein Nachteil.

Anmeldung und mehr Informationen:

• Was erwartet uns auf der kommenden Tagung?

Unser Dauerthema „Immersive Audio“ erweitert den

Blick von der Aufnahme und Wiedergabe, also Mikrofon-Arrays,

Mehrkanalsystemen, Binaural und Headtracking,

hin zu Anwendungen wie MPEG-H-Streaming

und Game Sound. Beschallung und System-Design für

www.tonmeistertagung.com

VPLT MAGAZIN 94 • 25


Rekordbrecher

Prolight + Sound Guangzhou

Ein neuer Rekord für die Prolight + Sound Guangzhou:

82.740 Besucher kamen zur Messe vom 16. bis 19. Mai 2021.

Messe Frankfurt/Prolight + Sound Guangzhou (3)

Illustre Welten: Showeinlage in den Messehallen.

Die Fachmesse bietet die größte Sourcing Plattform

in China für die professionelle Licht- und Audiobranche.

Ins Leben gerufen wurde sie von der International

Science and Technology Exhibition Company (STE). Auf

150.000 Quadratmetern, davon 15 Themenhallen und

drei neu eingeführte „Immersive Experience Zonen“,

entdeckten die Besucher vor Ort neueste Produkte und

knüpften persönliche Geschäftskontakte. Auch mit den

1.386 Ausstellern und vertretenden Marken vermeldet

die Messe eine Rekordbeteiligung.

26 • VPLT MAGAZIN 94


Die kommenden Shows sind

die Prolight + Sound NAMM

Russland vom 16. – 18. 9. 2021

in Moskau, die Prolight + Sound

vom 26. – 29. 4. 2022 in Frankfurt

und die Prolight + Sound

Mittlerer Osten im September

2022 in Dubai.

PROLIGHT + SOUND

WORLDWIDE

Endlich wieder fachlicher Austausch: Großer Besucherandrang in Guangzhou.

Produktshow bei der P+S: Technische Innovationen für Besucher.

VPLT MAGAZIN 94 • 27


Allianz für den Schulterschluss

Forum Veranstaltungswirtschaft – dahinter versammeln sich sechs Verbände

der Veranstaltungswirtschaft: der BDKV (Bundesverband der Konzert- und

Veranstaltungswirtschaft e.V.), der EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-

Centren e.V.), der FAMA (Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.), der ISDV

(Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in

der Veranstaltungswirtschaft), die LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in

Deutschland e.V.) und der VPLT (Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik

e.V.). Ein Ziel dieser Allianz ist seit Anfang 2020, Netzwerke, Kompetenzen und

Ressourcen zu bündeln, um damit bei der politischen Lobbyarbeit noch schlagkräftiger

zu sein. Wir haben die Macher nach ihrem kurzen Fazit gefragt:

Gebündelte Kräfte

Mit dem Forum Veranstaltungswirtschaft haben wir nun

zum ersten Mal eine Möglichkeit, die Branche mit einer

sehr starken Stimme politisch vertreten zu können. Die

Krise hat uns hier vereint. Natürlich müssen sich die einzelnen

Verbände in Teilbereichen weiter für die Interessen

ihrer Mitglieder engagieren, zum Beispiel in Normung,

Bildung oder Arbeitsrecht. Mit dem Forum existiert aber

nun eine schlagkräftige Allianz, mit der wir, über die Krise

hinaus, Kräfte bündeln, Themen setzen und für gemeinsame

Ziele der Branche kämpfen werden.

Linda Residovic

Geschäftsführerin VPLT Der Verband für Medien- und

Veranstaltungstechnik e.V.

www.vplt.org

Politisch starkes Netzwerk

„Die ISDV setzt auf starke Netzwerke. Das Forum

Veranstaltungswirtschaft ist mit seinem Fokus auf

diesen Wirtschaftszweig ein solch starkes politisches

Netzwerk. Es lässt jedem Verband die Autonomie und

die mitgliederspezifischen Themen, bündelt aber die

verbändeübergreifenden Themen. Dieser bewusste Verzicht

auf einen Alleinvertretungsanspruch verdeutlicht

den politischen Ansprechpartnern die Heterogenität der

Veranstaltungswirtschaft und die Authentizität in der

politischen Vertretung.“

Marcus Pohl

1. Vorsitzender ISDV e.V.

www.isdv.net

28 • VPLT MAGAZIN 94


SOCIAL Interessenvertretung

Gehör verschaffen als Wirtschaftszweig

Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist für uns Paradebeispiel

für zeitgemäßes Networking. „Die Veranstaltungswirtschaft“

kommt einem zwar leicht über

die Lippen, aber die Diversität ist erheblich. Allein innerhalb

der Messewirtschaft ist die Bandbreite schon

groß. Deshalb sehen wir hier einen enormen Gewinn für

alle Beteiligten. Wir haben untereinander Verständnis

und Vertrauen aufgebaut. Jeder kann seine Bedürfnisse

und Perspektiven einbringen und hat dabei kompetente

Sparringspartner mit Zugriff auf ein breites politisches

Netzwerk. Und darauf kommt es ja an: Dass wir uns als

Wirtschaftszweig Gehör verschaffen.

Henning Könicke

Vorsitzender Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.

www.fama.de

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

„Angesichts unserer unterschiedlichen Teilbereiche und

manchmal verschiedenen Ziele ist es mehr als beachtlich,

wie konstruktiv und eng wir im Forum bereits agieren.

Und selbst bei gegenläufigen Forderungen ist es

allemal besser, diese zunächst intern für Lösungen zu

besprechen. Denn erst dann treten wir in Kontakt mit

der Politik, mit der wir genauso vertrauensvoll für eine

positive Zukunft unserer Branche zusammenarbeiten.

Schließlich bleiben aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung

oder Nachhaltigkeit für die Veranstaltungswirtschaft

enorm.“

Timo Feuerbach

Geschäftsführer EVVC e.V.

www.evvc.org

VPLT MAGAZIN 94 • 29


SOCIAL Interessenvertretung

Gemeinsame Stimme

Einer der größten Wirtschaftszweige hierzulande, der

von Musikveranstaltungen bis zu Messen, von Technikprovidern

bis zu Tagungshäusern, von Musikclubs bis

zu soloselbständigen Dienstleistern reicht, hat durch

das Forum Veranstaltungswirtschaft erstmals eine gemeinsame

Stimme bekommen. Politischer Einfluss und

Koordination der gemeinsamen Ziele sind die wichtigsten

Aufgaben im Forum. Dazu kommt der Aufbau einer

Kommunikationsstruktur zwischen den unzähligen beteiligten

Akteuren.

Axel Ballreich

1. Vorsitzender bei LiveMusikKommission e.V.

www.livemusikkommission.de

Täglicher Kampf um Hilfe

Ich hoffe, dass der tägliche Kampf um optimalere Hilfsleistungen

des Bundes für unsere so am Boden liegende

Branche doch vielleicht irgendwann mit hoffentlich

nur einem blauen Auge zu Ende geführt sein wird und

der Wiederaufbau endlich beginnen kann. Dann wird es

erforderlich sein, die Opfer zu zählen. Für die Kulturveranstalter

stellt sich da natürlich schon jetzt die Frage,

welche Flurschäden Corona hinterlässt, unter denen der

Wirtschaftszweig noch längerfristig leiden könnte. Die

Frage, ob von dem Nachholbedarf an Kultur tatsächlich

alle Musikgenres profitieren werden. Ob Veranstalter:innen

Sound und Licht zukünftig selbst bedienen

müssen, da Tontechniker und Lichtdesigner in andere

Berufe abgewandert sind. Und letztlich die Frage, ob

wir es je schaffen, die Branche wieder auf das Niveau

zu hieven, auf dem sie sich vor der Pandemie jahrzehntelang

befand: an der Spitze der deutschen Entertainment-Märkte

mit jährlichen Zuwachsraten ohne einen

Cent staatlicher Unterstützung. Die Herausforderungen

werden – auch für uns im Forum Veranstaltungswirtschaft

– nach Corona wohl kaum abnehmen.

Prof. Jens Michow

Präsident Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.

www.bdkv.de

30 • VPLT MAGAZIN 94


Warten, warten, warten?

Jetzt vorbereiten für den Re-Start!

Aktuell läuft nichts. Oder nicht viel. Zeit, sich sorgfältig auf den Tag vorzubereiten, den wir

alle herbeisehnen: Den Re-Start für die gesamte Branche! Damit der für alle Beteiligten, für

deren Zukunft Sie Verantwortung tragen, sicher verläuft, unterstützen wir Sie mit unserem

vollen Programm: von konkreten SARS-CoV-2 Handlungshilfen für den Proben- und Vorstellungsbetrieb

über unsere kostenlose Software zur Gefährdungsbeurteilung (GEDOKU) bis hin zur

persönlichen Beratung rund um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf – wir sind gern für Sie da!

www.vbg.de/re-start


LEGAL

Interessenvertretung – das heißt

auch ganz dicke Bretter bohren.

Dem VPLT ist das für wichtige

Ausnahmeregelungen beim Ökodesign

mit seinen Partnern auf europäischer

Ebene gelungen. Und auch SOS Save

Our Spectrum kämpft weiter für den

Erhalt der Frequenzen für die Kulturund

Kreativwirtschaft.

Herausgeber

IGVW

Interessengemeinschaft

Veranstaltungswirtschaft

Dekorationsbau:

Neue Qualitätsstandards

der IGVW

Die igvw Qualitätsstandards (SQ = Standard der Qualität | Standard

of Quality) definieren das erforderliche Qualitätsniveau von

Dienstleistungen in der Veranstaltungswirtschaft. Sie berücksichtigen

die aktuelle Rechtslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und

beschreiben auf dieser Grundlage die speziellen Arbeitsverfahren

und notwendigen Kompetenzen. Sie enthalten eine Übersicht der

anzuwendenden Rechtsgrundlagen, Normen und Anforderungen zum

Arbeits- und Gesundheitsschutz. Inzwischen kann die IGVW weitere

Mitglieder in der SQ-Familie begrüßen.

32 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Standards

Jüngst veröffentlicht ist die SQP7: Der neue igvw-Standard

gilt für den Dekorationsbau in Veranstaltungs- und

Produktionsstätten für szenische Darstellung. Er behandelt

das Planen, Entwerfen, Konstruieren, Herstellen,

Verwenden und Entsorgen von Dekorationsbauten sowie

das Bereitstellen am Markt (Verkauf und Vermietung).

Neu ist auch der igvw Qualitätsstandard SQP8 – Brandschutz

im Dekorationsbau. Er beinhaltet die Vorgehensweise

bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung

hinsichtlich des Brandschutzes im Dekorationsbau für

Veranstaltungen. Er zeigt Möglichkeiten auf, wie Materialien

hinsichtlich der Brandgefahr bewertet und

klassifiziert werden können.

Weiterhin werden praxisgerechte Maßnahmen zur

Verhinderung einer Brandausbreitung in der Entstehungsphase

beschrieben. Es wird dargestellt, wie

unterschiedliche bauliche und anlagentechnische Voraussetzungen

von Spielstätten bei der Beurteilung der

Brandgefahr berücksichtigt werden können.

Der igvw Qualitätsstandard SQQ8 – Sachkunde zum

Nachweis von Brandeigenschaften gemäß igvw SQP8

beschreibt wiederum die Anforderungen an die Sachkunde

von Personen zur Durchführung der Prüfverfahren

nach igvw SQP8 zur Ermittlung der Brandeigenschaften

von Materialien, die im Dekorationsbau

verwendet werden.

Herausgeber

IGVW

Interessengemeinschaft

Veranstaltungswirtschaft

SQP7

Dekorationsbau

Stand 02/2021

Herausgeber

IGVW

Interessengemeinschaft

Veranstaltungswirtschaft

SQP8

Brandschutz

im Dekorationsbau

SQQ8

Sachkunde zum Nachweis

von Brandeigenschaften

gemäß igvw SQP8

Stand 3/2021

Stand 3/2021

VPLT MAGAZIN 94 • 33


Frequenzen und Kulturwirtschaft –

im Wahljahr 2021

Die Ansichten der möglichen nächsten Regierungsparteien

Am 26. September 2021 findet die Bundestagswahl

statt. Die politischen Karten werden neu gemischt. Verschiedene

Koalitionsmodelle sind möglich. An dieser

Stelle schauen wir, wie sich die Parteien zur Zukunft der

Kulturfrequenzen im TV-UHF-Band (Bereich zwischen

470 und 694 MHz) und darüber hinaus zur Kreativ- und

Kulturwirtschaft insgesamt positioniert haben. Dabei

konzentrieren wir uns auf Parteien, die eine Chance auf

den Einzug in den Bundestag haben und bereit sind,

sowie durch potentielle Partner auch fähig wären, an

einer künftigen Bundesregierung mitzuwirken.

Die Union hat laut der Umfragen wieder gute Chancen,

größte Fraktion zu werden. „Wir setzen alles

daran, dass bis zur Pandemie erreichte hohe jährliche

Wachstum der Kultur- und Kreativwirtschaft und

deren beeindruckende wirtschaftliche Dynamik wiederzugewinnen“,

heißt es im Wahlprogramm: „Diese

Branche mit ihren 1,8 Millionen Erwerbstätigen steht

wie kaum eine andere für kreative Erneuerung, aber

auch für kulturelle Vielfalt und künstlerische Qualität.“

Leider hatten CDU und CSU in der vergangenen Legislaturperiode

bei frequenzpolitischen Fragen eher

die Belange des Mobilfunks beachtet. Im Januar

diesen Jahres setzte sich dann aber die kulturpolitische

Sprecherin, Elisabeth Motschmann, für die

Kulturfrequenzen ein. Sie schrieb unter anderem an

die Bundesnetzagentur und erinnerte daran, dass die

Frequenzen „den kulturellen Nutzern drahtloser Produktionsmittel

bis 2030 zugesichert worden sind“.

Allerdings beendet Motschmann ihre politische Karriere,

dem nächsten Bundestag wird sie nicht mehr

angehören.

Gleiches gilt für Gustav Herzog, der sich innerhalb der

SPD für die Sicherung der Kulturfrequenzen stark gemacht

hatte. Seine Zeit im Bundestag endet im Herbst.

In den vergangenen Jahren hatte er unter anderem eine

Anhörung im zuständigen Ausschuss des Parlaments

durchgesetzt. Dabei konnten auch Vertreter vom VPLT,

dem Deutschen Kulturrat, dem Bühnenverein, dem

APWPT und der Initiative „SOS – Save Our Spectrum“

sprechen. Gemeinsam machten sie den Abgeordneten

deutlich, dass die Frequenzen für einen störungsfreien

Betrieb unverzichtbar sind. Zudem seien sie bislang

europaweit harmonisiert, was Tourneen einfacher

macht. Das, so der Tenor, müsse unbedingt erhalten

bleiben. Der Mobilfunk, der ein Auge auf den Bereich

zwischen 470 und 694 MHz geworfen hat, habe bereits

ausreichend Spektrum, das teilweise noch ungenutzt

ist. Ein „Diebstahl“ der Kulturfrequenzen durch

den Mobilfunk wurde abgelehnt. Die SPD spricht sich

dafür aus, das Frequenzband mindestens bis 2030 für

Kultur und Veranstaltungswirtschaft zu erhalten.

Sehr deutlich pro Kulturfrequenzen positionieren sich

Bündnis 90/Die Grünen. Verantwortlich für das Thema

ist die Abgeordnete und Ingenieurin Margit Stumpp, die

erneut in Baden-Württemberg für den Bundestag kandidiert.

Stumpp initiierte eine Reihe von Aktivitäten, unter

anderem die „Themenwoche Kulturfrequenzen“. Die

34 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Funkfrequenzen

Partei äußert sich wie folgt: „Wir GRÜNE setzen uns dafür

ein, dass der Sub-700-Bereich langfristig für Rundfunk

und PMSE (Programme Making and Special Events

= Veranstaltungswirtschaft) erhalten bleibt, so wie es

der Beschluss der Weltfunkkonferenz 2015 vorsieht.

Frequenzen sind ein öffentliches Gut. Wenn das reservierte

Spektrum für Funkanwendungen des Durchsageund

Reportagefunks sowie für drahtlose Mikrofone und

Kameras nicht ausreicht, muss die Bundesnetzagentur

zusätzliche Frequenzen freigeben.“

Kultur und terrestrischer Rundfunk seien auf das ihnen

derzeit zur Verfügung stehende Spektrum dringend angewiesen.

Es habe technische Eigenschaften, die andere

Frequenzbereiche nicht vorweisen können. Bislang sei

der Kultur das UHF-Band bis Dezember 2030 garantiert.

Vor diesem Hintergrund wurden viele Investitionsentscheidungen

getroffen. „Wir GRÜNE wollen, dass das

Garantieversprechen eingehalten wird. Aber auch nach

dem Jahr 2030 müssen störungsfreie Frequenzen für

Kultur und Medien im UHF-Band zur Verfügung stehen.“

Die FDP hatte mit den Bundestagsabgeordneten Thomas

Hacker und Christian Jung gleich zwei engagierte

Verfechter der Kulturfrequenzen. Jung ist allerdings

vor kurzem in den baden-württembergischen Landtag

gewechselt und hat daher die bundespolitische Bühne

verlassen. Beide luden 2019, vor der Pandemie, zu

einem Parlamentarischen Frühstück in den Bundestag

ein. Dort diskutierten sie mit Branchenvertretern über

die Frequenzpolitik, für den VPLT war Wolfgang Schöpe

dabei. Die FDP sieht sich als Unterstützer der Kulturund

Kreativwirtschaft. In ihrem Wahlprogramm heißt

es: „Wir stehen für eine lebendige Kulturszene und die

Entfaltung individueller Kreativität.“

Die Freien Demokraten setzen sich für eine starke Kultur-

und Kreativwirtschaft als wichtigen Wirtschaftszweig

in Deutschland ein. Sie wollen Förderprogramme

auch für kleinere Unternehmen und Solo-Selbstständige

der Kultur- und Kreativwirtschaft öffnen. Hacker

kandidiert für die bayerische FDP wieder für den Bundestag.

Nach derzeitigen Umfragen wird ihm der Einzug

in das Parlament erneut gelingen.

Bei der LINKEN haben die Kulturfrequenzen in Anke

Domscheit-Berg eine große Unterstützerin. Die Brandenburgerin

kandidiert wieder für den Bundestag. DIE

LINKE tritt dafür ein, dass Kulturförderung als Pflichtaufgabe

angesehen wird, das heißt, der Staat schützt

nicht nur Kunst und Kultur, sondern er fördert sie.

Im Wahlprogramm heißt es: „DIE LINKE tritt für eine

vielfältige, emanzipatorische und partizipative Kultur

ein, die allen zugänglich und für alle erschwinglich ist.

Kulturelle Vielfalt lebt von einem breiten Kulturbegriff.

Hierzu gehören partizipative Freiräume für Kinder und

Jugendliche, soziokulturelle Zentren, urbane Clubkultur,

Vereinskultur, kommunale Kinos und Theater, Orchester,

inter- und transkulturelle Orte kultureller Bildung, Bibliotheken

ebenso wie Räume für experimentelle Künste,

museale Einrichtungen und eine lebendige Gedenkkultur.

Dabei verstehen wir Kulturförderung weitergehend

auch als Infrastrukturförderung.“ Domscheit-Berg hat

mehrfach deutlich gemacht, dass die Kultur langfristig

sichere Frequenzzuweisungen für drahtlose Produktionsmittel

braucht.

Legislatur 2021 – 2025

Die Initiative „SOS – Save Our Spectrum” wird mit den

genannten Fraktionen auch in der nächsten Legislaturperiode

in engem Kontakt stehen, um die Belange der

Kultur- und Veranstaltungswirtschaft nach störungsfreien

Frequenzen zu vertreten. In diese Zeit fällt dann

auch die Weltfunkkonferenz 2023 in Dubai. Dort werden

unter dem Tagesordnungspunkt 1.5 weitreichende

Beschlüsse zur Zukunft des TV-UHF-Bandes erwartet.

Deutschland und Europa müssen für ihre kulturelle

Vielfalt kämpfen und sich entsprechend als Unterstützer

der Frequenzen für drahtlose Produktionsmittel

positionieren. Aus diesem Grund ist „SOS – Save

Our Spectrum” auch mit französischen Politikern und

Abgeordneten des Europaparlaments im fortlaufenden

Gespräch.

Jochen Zenthöfer

VPLT MAGAZIN 94 • 35


Neue EU-Ökodesign-Richtlinien

zu Lichtquellen

Den „Stromfresser“ Glühlampe hat die EU schon seit Jahren vom Markt verbannt,

um den Energieverbrauch zu senken. Jetzt rücken Lampen, Leuchten und Module

in ihren Fokus, weil diese die Mindesteffizienzgrenze ihrer EU-Ökodesign-

Verordnung nicht mehr erreichen. Ändern wird sich in diesem Zuge auch die

Energieverbrauchskennung. Dem VPLT ist es allerdings auf europäischer Ebene

gelungen, viele Ausnahmen für die Branche durchzusetzen. Für Halogenleuchtmittel

hätte dies sonst zum Beispiel bedeutet, dass die Branche Millionen von

funktionsfähigen Scheinwerfern nicht mehr hätte einsetzen können.

Bei den neuen Vorgaben aus Brüssel geht es um die

Energieeffizienz von Lichtquellen und Leuchtmitteln

und die Pflicht, Produkte entsprechend zu kennzeichnen.

Einige Leuchtmittel dürfen nicht mehr im gemeinsamen

Binnenmarkt der Europäischen Union in Verkehr

gebracht werden.

„Die politische Zielrichtung ist klar“, sagt Randell

Greenlee, Bereichsleiter Politik & Internationales, beim

VPLT. „Die EU will den Energieverbrauch senken und

Käufer sollen sich informieren können, wie energieeffizient

Produkte wirklich sind. Die Ökodesign-Verordnung

ist Teil des Green Deals und ein gutes Beispiel für die

zukünftige ordnungspolitische Arbeit der EU zum Thema

Nachhaltigkeit.“

Die drei wichtigsten Veränderungen durch die neuen

Verordnungen:

1. Das Verbot der Inverkehrbringung

Ab dem 1. September 2021 dürfen nur elektrische

Lichtquellen (Lampen, Module und Leuchten) auf den

Markt gebracht werden, die die Ökodesign-Anforderungen

und entsprechende Mindestkriterien an die Umweltverträglichkeit

erfüllen. Damit sollen Verwender vor

dem Kauf besonders ineffizienter Produkte geschützt

werden. Wesentlich effizienteren LED-Lampen sollen

durch eine Verschärfung der Energieeffizienzanforde-

rungen Halogenlampen auf dem europäischen Markt

ersetzen. In den meisten Fällen erfüllen Halogenlampen

die vorgesehenen neuen Energieeffizienzanforderungen

nicht mehr.

2. Die veränderte Kennzeichnungspflicht

Die Anforderungen zur Kennzeichnung von Lichtquellen

mit und ohne integriertes Vorschaltgerät werden in der

Verordnung 2019/2015/EU reguliert, wenn diese entweder

separat oder in Leuchten in Verkehr gebracht werden.

Hier sind auch die vorgeschriebenen zu veröffentlichenden

Informationen festgelegt, wie Parameter des

Produktdatenblatts sowie der Inhalt der technischen

Dokumentation einschließlich Messdaten.

3. Die Pflicht, die Energieverbrauchskennzeichnung

im Internet zu veröffentlichen.

Mit der Verordnung (EU) 2017/1369 wird eine Produktdatenbank

mit der Bezeichnung „European Product

Registry for Energy Labelling“, kurz EPREL, in Europa

eingeführt. In der Datenbank müssen alle energieverbrauchsrelevanten

Produkte, die ein Energielabel tragen,

registriert werden, bevor sie in Europa in Verkehr

gebracht werden dürfen. Seit dem 1. Januar 2019 ist

EPREL über ein europäisches Internetportal zugänglich.

In Deutschland überwachen die Länder den Markt hinsichtlich

der Ökodesign- und Energielabelanforderungen.

36 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Interessenvertretung

Aufgrund der Startschwierigkeiten bei der Implementation

des Internetportals geht das Umweltbundesamt

davon aus, dass die Länder erst etwas später mit der

Kontrolle beginnen.

Einheitliche Energieeffizienzklassen

Im September 2021 soll auch die Umstellung auf das

neue Energielabel bei Lichtquellen vollzogen sein. Da es

Schwierigkeiten mit der Implementierung gab, dauert die

Umstellung wohl auch hier noch etwas länger. Die Energieeffizienzklassen

reichen nun einheitlich für alle Produkte,

die unter die Rahmenverordnung 1369/2017/EU

fallen, von G bis A. Neu ist, dass das Etikett einen QR-

Code enthalten muss, der die Verbraucher bei Bedarf

zum Produkteintrag der Lichtquelle in der Produktdatenbank

leitet. Das Energieetikett kann nicht mehr in Eigenverantwortung

generiert werden. Es wird ausschließlich

nach der Anmeldung auf dem EU-Portal von EPREL in

allen Amtssprachen der EU erzeugt.

„Es ist zu beachten, dass es kein Anwendungsverbot

gibt“, so Greenlee. „Anwender dürfen Lagerbestände

noch einsetzen und Produkte, die vor dem Stichtag

auf dem Markt sind, dürfen in ihm bleiben. Allerdings

wird sich der Markt aufgrund der neuen Verordnungen

sicherlich verändern. Irgendwann sind diese Produkte

nicht mehr verfügbar.“

Ausnahmen für die Veranstaltungswirtschaft

Wichtige Ausnahme: Aufgrund der erfolgreichen Lobbyarbeit

des VPLT in der European Entertainment

Ecodesign Coalition dürfen auch nach dem 01. September

2021 weiterhin viele Halogen-Lichtquellen mit

Sockeltypen, die speziell für die Szenenbeleuchtung

in Filmstudios, Fernsehstudios und Fotostudios oder

für die Bühnenbeleuchtung in Theatern, Diskotheken

sowie bei Konzerten und sonstigen Unterhaltungsveranstaltungen

ausgelegt und vermarktet werden, in Verkehr

gebracht werden.

VPLT MAGAZIN 94 • 37


„Im Bereich der Weißlichtquellen haben wir in Brüssel

wichtige Parameter für unsere Branche aufgenommen.

Außerdem konnten wir in der Verordnung einen Passus

durchsetzen, der Ausnahmen für den Betrieb von

vernetzten Lichtquellen (CLS) und vernetzten separaten

Betriebsgeräten (CSCG), also die Steuerung von

Scheinwerfern, garantiert.“

Ohne diese Interessenvertretung hätten ab September

dieses Jahres für viele Scheinwerfertypen, die noch im

Einsatz sind, keine passenden Leuchtmittel in der EU

in Verkehr gebracht werden dürfen. Ein Verbot wäre alles

andere als nachhaltig gewesen. Die Unternehmen

hätten sonst Millionen funktionierender Scheinwerfer

aus dem Betrieb herausnehmen müssen. Ein weiteres

Argument in den Verhandlungen: Dem erhöhten Energiebedarf

der Leuchtmittel standen künstlerische Aspekte

des Lichtdesigns und der eher minimale Bedarf

im Gesamtkontext der Energienutzung gegenüber.

Kommende Herausforderungen

Allerdings gelten diese Ausnahmen nur bis zum Inkrafttreten

einer nachfolgenden Ökodesign-Verordnung,

die die EU voraussichtlich im Jahr 2025 herausbringt.

Momentan verhandelt der VPTL in Brüssel zur

RoHS-Richtlinie (Restriction of Hazardous Substances/Beschränkung

der Verwendung bestimmter gefährlicher

Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten). Viele

Scheinwerfer setzen noch HMI- und HID-Leuchtmittel

ein. Diese sollten ursprünglich wegen ihr Quecksilberbestandteile

verboten werden. „Auch hier arbeiten wir

an einer Ausnahmeregelung“, sagt Greenlee. „In den

künftigen Verordnungen und Richtlinien zum Green

Deal werden immer mehr Regulierungen für die Veranstaltungswirtschaft

erfolgen. Nach der Corona-Krise

wird die Veranstaltungswirtschaft diesen Herausforderungen

begegnen müssen, in dem sie die marktregulierenden

Maßnahmen mitgestaltet.“

38 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Interessenvertretung

Teilnehmer der Meetings bei der EU-Kommission, von links nach rechts: Christian Allabauer, ÖTHG, Randell Greenlee, VPLT, Paule Constable, ALD,

Julian Bird, SOLT/UK, Nicky Greet, PLASA, Tomas Babicky, IALD, Silke Lalvani, PEARLE, Adam Bennette, PLASA + VPLT (ETC), Anita Debaere,

PEARLE, Ludwig LePage, PLASA (Robert Juliat) und Anders Larrson, Association of Swedish Lighting Designers.

Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.

EU-Regelungsverfahren = Durchsetzungsmaßnahme (DM)

2015-2017 2018 MAI DEZEMBER

2019 APRIL

04.04.2019

Seite 12

VPLT MAGAZIN 94 • 39


Sicher im Re-Start:

Hilfen zur Prävention

Für Unternehmen, die sich aktuell auf den Re-Start vorbereiten bietet die VBG

Unterstützung in Form von konkreten SARS-CoV-2 Handlungshilfen für den Probenund

Vorstellungsbetrieb über kostenlose Software zur Gefährdungsbeurteilung

(GEDOKU) bis hin zum Expertennetzwerk. Denn gerade Themen wie zum Beispiel

Gefährdungsbeurteilungen und Hygienekonzepte werden künftig noch wichtiger –

idealerweise können organisierte Abläufe und effiziente Betriebsprozesse

sogar Wettbewerbsvorteile bringen.

1. Aufrechterhaltung eines sicheren und gesunden Betriebs

im Unternehmen trotz Pandemie

Proben- und Vorstelltungsbetrieb:

Außenübertragung

2. Betreuungsmodelle für die sicherheitstechnische

und arbeitsmedizinische Betreuung

KPZ

SiFa.VT

40 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Arbeitssicherheit

3. Praxisgerechte Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften

für die Unternehmensorganisation und Veranstaltungsorganisation

4. Die wichtigsten DGUV Vorschriften und Regeln

DGUV Vorschrift 1

DGUV Vorschrift 17

DGUV Regel 115-002

5. Unternehmerversicherung bei der VBG – für die eigene Absicherung

6. Informationen und Praxishilfen für die Sicherheit bei Veranstaltungen

und Produktionen

7. Branchenkatalog/GEDOKU/Werkzeuge für die Gefährdungsbeurteilung

8. VBG Kampagne für sicheres Veranstaltungsrigging

VPLT MAGAZIN 94 • 41


Arbeitsmittel:

Prüffristen in der Pandemie

Ralph Larmann

Aufgrund des langen Stillstands der Branche standen in den vergangenen

anderthalb Jahren viele Arbeitsmittel und Maschinen ungenutzt im Lager.

Da liegt es nahe, Kosten zu sparen und die Prüfungen der Arbeitsmittel

dieses Jahr ausfallen zu lassen – man hat sie ja sowieso nicht verwendet!

Der Gedankengang ist einleuchtend – doch ist dies zulässig?

Prinzipiell lassen sich die Arbeitsmittel der Veranstaltungstechnik

in drei Kategorien einteilen: Maschinentechnische

Arbeitsmittel wie Kettenzüge, elektrische

Arbeitsmittel wie Scheinwerfer oder Lautsprecher sowie

Arbeitsmittel, die bestimmungsgemäß keine Maschinen

sind. Zu letzterem gehören zum Beispiel Anschlagmittel,

Lastaufnahmemittel oder Traversen.

Maschinentechnische Arbeitsmittel

Für maschinentechnische Arbeitsmittel gilt die neu

erschiene Fassung des DGUV Grundsatzes 315-390

„DGUV Grundsatz 315-390 Prüfung von maschinentechnischen

Arbeitsmitteln der Veranstaltungstechnik“.

Die Wiederkehrenden Prüfungen von Arbeitsmitteln

sollen den Erhalt des sicheren Zustands gewährleisten:

Denn Prüfer können Schäden rechtzeitig erkennen. Außerdem

sollten sie Verschleiß und Alterung für den weiteren

Betrieb beurteilen. Je nach Gefährdungsbeurteilung

müssen die Prüffristen verkürzt werden. Eine Fristverlängerung

um einige Wochen oder Monate hingegen,

wie sie früher möglich war, ist aus der überarbeiteten

Fassung explizit herausgenommen.

Unternehmer müssen maschinentechnische Arbeitsmittel

der Veranstaltungstechnik mindestens jährlich

durch eine sachkundige, sogenannte „zur Prüfung befähigte

Person“ prüfen lassen. Alle vier Jahre ist eine

Sachverständigenprüfung durch einen durch die VBG

Ermächtigten Sachverständigen vorgeschrieben. Wenn

es sich um ein Arbeitsmittel mit geringem Gefährdungspotential

handelt, darf auch die zur Prüfung befähigte

Person diese vierjährige Prüfung durchführen.

42 • VPLT MAGAZIN 94


LEGAL Arbeitssicherheit

Ein geringes Gefährdungspotential liegt nur dann vor,

wenn mit dem Arbeitsmittel keine Lasten über Personen

gehalten oder bewegt werden, die sicherheitsrelevanten

Elemente einfach überprüfbar sind und wenn der

Umgang mit dem Arbeitsmittel ein sehr kleines Gefährdungsrisiko

mit sich bringt. Beispiele für Arbeitsmittel

mit geringem Gefährdungspotential sind kleine Klemmstative

oder Webcam-Kamerabewegungssysteme.

Außerdem zu beachten sind weitere Prüfungen nach

jeder Montage vor der Benutzung am Betriebsort – je

nach Komplexität – durch eine zur Prüfung befähigte

Person.

Wichtige Prüfung nach

Nichtbenutzung

Und was passiert nach einer längeren Nichtbenutzung?

Hier braucht es einen Ermächtigen Sachverständigen

und seine außerordentliche Prüfung, bevor Unternehmer

ihre Arbeitsmittel wieder verwenden dürfen. Auch

hier gilt die Ausnahme für Arbeitsmittel mit geringem

Gefährdungspotential: Eine zur Prüfung befähigte Person

muss sie prüfen, bevor sie zum Einsatz kommen.

In diesem Zusammenhang hilft ein Vergleich zur TÜV

Prüfung eines Fahrzeugs: Auch hier kann der Besitzer

den Prüftermin nicht ohne weiteres aufschieben, nur

weil sein Auto einige Monate in der Garage stand.

Im Gegenteil kann eine bestimmte Lagerung, im Beispiel

das Abstellen auf einer freien Wiese, noch mehr

Schäden beziehungsweise Fehlerquellen erzeugen.

Wie auch beim Auto ist es möglich, Arbeitsmittel

vorübergehend „abzumelden“, sprich stillzulegen.

Allerdings ist vor einem erneuten Einsatz eine außerordentliche

Prüfung nötig. Und diese ist bei den

maschinentechnischen Arbeitsmitteln der Veranstaltungstechnik

in der Regel mit mehr Aufwand verbunden

als die jährliche Wiederkehrende Prüfung.

Ortsveränderliche elektrische

Arbeitsmittel

Wiederkehrend zu prüfen sind auch ortsveränderliche

elektrische Arbeitsmittel: Die Anforderungen sind in

der Betriebssicherheitsverordnung, der DGUV Vorschrift

3 und der VBG Schrift „Sicherheit bei Veranstaltungen

und Produktionen – Prüfung elektrischer

Anlagen und Geräte“ zu finden. Eine Elektrofachkraft

muss diese Arbeitsmittel jährlich überprüfen. Dieser

Richtwert muss je nach Beanspruchung laut den Tabellen

der VBG Schrift verkürzt oder kann verlängert

werden.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.

(DGUV) hat während der Corona Pandemie ein Schreiben

veröffentlicht, wonach der Unternehmer eine

Prüfung aussetzen und „innerhalb eines sinnvollen

Zeitraums“ durchführen darf. Daher kann davon ausgegangen

werden, dass auch für ortsveränderliche elektrische

Arbeitsmittel der Veranstaltungstechnik eine

Fristverlängerung möglich ist, wenn sie nicht benutzt

wurden. Selbstverständlich braucht es auch für sie vor

ihrem Einsatz eine Prüfung gemäß den einschlägigen

Vorschriften.

Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

oder Traversen

Unternehmer müssen auch Arbeitsmittel, die bestimmungsgemäß

keine Maschinen sind, wie zum Beispiel

Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel oder Traversen,

wiederkehrend prüfen lassen. Die DGUV Information

215-313 „Lasten über Personen“ schreibt vor, dass

sie ein Sachkundiger mindestens einmal jährlich prüft.

Für Anschlagketten ist zusätzlich alle drei Jahre eine

zerstörungsfreie Rissprüfung notwendig. Im Branchenstandard

SQP1 – Traversen wird jedoch abweichend davon

ausgegangen, dass der Unternehmer anhand einer

Gefährdungsbeurteilung andere Prüffristen festlegen

kann. Daher kann man davon ausgehen, dass der Unternehmer

für diese Art der Arbeitsmittel durch die pandemisch

bedingte Nichtbenutzung die Wiederkehrende

Prüfung vor dem nächsten Einsatz durchführen kann.

Fazit: Prüffristen gelten prinzipiell auch in der Pandemie.

Bei Arbeitsmitteln, die bestimmungsgemäß keine

Maschinen sind, ist während der Nichtbenutzung eine

Fristverlängerung möglich. Spätestens vor dem nächsten

Einsatz müssen die Prüfungen allerdings gemacht

werden. Sollen die Materialien womöglich schnell wieder

einsatzfähig sein, müssen diese unter hohem Zeitdruck

durchgeführt werden. Daher gilt der Ratschlag:

Unternehmer sollten sich an die vorgeschriebenen

Prüffristen halten und sich rechtzeitig vorbereiten –

so ist ihr Equipment termingerecht und ohne Stress

einsatzbereit.

Laura van Haperen

VPLT MAGAZIN 94 • 43


Zukunft

Veranstaltungswirtschaft


Ausstellung 320° Licht im Gasometer Oberhausen // Foto: Thomas Machoczek


Sebastian Ervi

Welche Folgen hat die Corona-Pandemie

auf die Veranstaltungswirtschaft?

Wie interagieren Menschen erfolgreich digital oder Face-to-Face? Welche Faktoren

prägen die Zukunft von Events? Diesen und anderen Fragen gehen aktuell mehrere

Studien der Veranstaltungsbranche auf den Grund.

So zeigt eine im März 2021 von Epson veröffentlichte

und europaweit durchgeführte Umfrage unter Verbrauchern,

dass es im Nachgang der Pandemie eine

sehr starke Nachfrage für die Veranstaltungsbranche

geben wird.

Aufholen nach COVID

Epson Umfrage zeigt,

dass der Bedarf nach

Veranstaltungen nach

Aufhebung des Lockdowns

stärker denn je sein wird.

Besucher vermissen Events

Laut dieser Studie wird in Europa post-covid eine Welle

sozialer Events wie Festivals, Konzerte, Live-Unterhaltung

stattfinden. Fast neun von zehn (89 Prozent) gaben

an, dass sie den Besuch von Veranstaltungen stark

oder sehr stark vermissen und mehr als neun von zehn

(92 Prozent) sagten aus, dass sie darauf warten, wieder

Geselligkeiten besuchen zu können.


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Ein sehr hoher Anteil (83 Prozent) plant, ebenso viele

oder sogar mehr Events zu besuchen als vor dem

Lockdown. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat während

des Lockdowns an die besuchten Veranstaltungen

gedacht und Erinnerungen geteilt. 51 Prozent räumen

ein, dass sie sich Konzerte und Ereignisse online oder

im Fernsehen ansehen, um den physischen Besuch von

Events zu ersetzen.

degefest-TrendAnalyse

Restart 2021/22

Durchstarten

nach der Krise

Studie des degefest, der

Fachverband für die Kongressund

Seminarwirtschaft

Neues Kompetenzniveau

bei digitaler Technik

Zu den Auswirkungen der Pandemie hat auch der

degefest Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft

e.V. eine aktuelle Studie initiiert und Mitglieder

aus den eigenen Reihen, die Veranstaltungshäuser

leiten, befragt: Erstellt wurde danach die Studie

„degefest TrendAnalyse – Restart 2020/21: Via Best

Practice aus der Krise“.

Die Covid19-Pandemie hat nahezu alle Befragten dazu

gebracht, sich hinsichtlich digitaler Veranstaltungsformate

entsprechende Technik, die dafür benötigte

Ausstattung im Haus und das Wissen über die Durchführung

anzueignen. Die Veranstaltungshäuser haben

in diesem Bereich damit ein hohes Kompetenzniveau

erworben. Dennoch sehen die Häuser

gleichzeitig die negativen Auswirkungen dieser

Erweiterung. Die Befragten befürchten, dass die

hybriden Veranstaltungen finanziell unrentabel

sein werden, vor allem aber wird der „gute“ und

direkte Kontakt zum Gast verloren gehen. Gerade

in der Lockdown-Zeit findet eine Gästeentfremdung

statt. Bei den Tagungsteilnehmern wird zudem

eine falsche Erwartung geweckt („…es wird

billiger…“). Mit der Erweiterung des eigenen Angebots

um hybride Formate entstehen zusätzliche

Kosten, die selten gedeckt werden. Andererseits

werden die interessanten Angebote (Gastronomie

etc.) weniger gebucht.

Umsatzeinbußen und mehr Investitionen

wegen Zusatzkosten

Der digitale Schub erfordert eine Investition, die

nicht unterschätzt werden darf. Tagungsstätten

werden sich fragen müssen, ob sie sich die benötigte

Technik kaufen oder durch einen IT-Anbieter

temporär anbieten müssen. Auch die Hygiene-Maßnahmen

kosten Geld. Nach Einschätzung

der Befragten sind aber die Kunden der Tagungshäuser

nur bedingt bereit den damit verbundenen

Mehr -und Kostenaufwand adäquat zu bezahlen.

Diese Ergebnisse sind fast deckungsgleich mit

denen des Vorjahres. Die Hygiene wird auch Auswirkungen

auf die Größe der Tagungsstätte haben.

Generell gilt: eine Tagungsstätte benötigt für

jeden Teilnehmer das Dreifache an Raum.

Die Umsatzeinbußen werden laut Einschätzung

der Teilnehmer auch im Jahr 2021 enorm hoch

sein: Knapp 85 Prozent der Befragten erwarten

im Jahr 2021 nicht mehr als 70 Prozent des Umsatzes

aus dem Jahr 2019. In den Jahren 2022

und 2023 erholt sich zwar der Veranstaltungsmarkt,

aber noch nicht vollständig. Generell lässt

sich aber sagen, dass die Befragten im Hinblick

auf die zukünftige wirtschaftliche Lage ihrer Tagungsstätte

positiv denken. Zwar rechnet kaum

jemand damit, dass das wirtschaftliche Niveau

des Rekordjahres 2019 schon bald erreicht wird;

eine klare Tendenz zur Besserung sehen aber die

meisten Befragten.

VPLT MAGAZIN 94 • 47


Hohe Bedeutung von persönlichen

Kundenkontakten

Eine im Juli 2021 von Accor herausgegebene Umfrage

unter 2.000 Mitarbeitern, die während der Pandemie

von zu Haus arbeiten, verdeutlicht den Wert von Face-to-Face-Meetings:

Demnach gehen Arbeitnehmer

von einem Viertel mehr Umsatz durch persönliche

Kundengespräche aus. Zudem schätzten die Befragten,

dass die direkte Interaktion zu durchschnittlich

23 Prozent mehr Geschäftsabschlüssen führe. Oder

anders formuliert: Ein einziges persönliches Treffen hat

die Strahlkraft von drei Video- oder Telefonkonferenzen.

Mehrwert im

Geschäftsleben

Eine aktuelle Umfrage von Accor

verdeutlicht den Wert von Face-to-

Face-Meetings: Arbeitnehmer gehen

von einem Viertel mehr Umsatz durch

persönliche Kundengespräche aus.

Der Grund dafür sei – so gab knapp ein Drittel (30 Prozent)

der Teilnehmer an – dass sich bei der virtuellen

oder telefonischen Kontaktaufnahme Körpersprache

und nonverbale Signale nur schwer deuten ließen. Auch

Small Talk und der Aufbau einer persönlichen Beziehung

wäre ohne Face-to-Face-Kontakt laut 22 Prozent

der Befragten schwieriger, stattdessen empfindet ein

Fünftel die Konversation über Telefon und Bildschirm

zu formell. Hinzu kam in den letzten Monaten die fehlende

Möglichkeit, sich außerhalb des Büros etwa zum

Lunch oder Abendessen mit Kunden und Geschäftspartnern

zu treffen, wie 18 Prozent konstatierten.

Weitere Ergebnisse: Es bleibt der Trend einer Kombination

von virtueller und „physischer”, persönlicher Teilnahme

über mehrere Standorte hinweg. Durch hybride

Meetings wird Konnektivität im Raum und am Bildschirm

ermöglicht. Das Bedürfnis, sich zu vernetzen und persönlich

zu treffen wird stärker sein als vor der Pandemie.

Einbußen im Messegeschäft

Der Lockdown für die Messewirtschaft führt inzwischen

zu massiven Folgen für die gesamte deutsche

Wirtschaft: Nach Berechnungen des AUMA auf der

48 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Basis einer Ifo-Studie haben Absagen von Messen

aufgrund von Corona-Maßnahmen bisher zu einem

gesamtwirtschaftlichen Verlust von 40 Milliarden

Euro geführt. Denn abgesehen von September und

Oktober 2020 durften seit März 2020 keine Messen

stattfinden und auch das 2. Quartal 2021 dürfte

weitgehend ausfallen.

So seien die erheblichen Umsatzrückgänge von Hotellerie,

Gastronomie, Bahn, Luftverkehr oder Taxis zu einem

erheblichen Teil auf die Stilllegung des Messebetriebs

zurückzuführen.

Messe-Lockdown

kostet bisher

40 Mrd. Euro

nach Berechnungen des

AUMA – Verband der

deutschen Messewirtschaft

auf der Basis einer Ifo-Studie.


Die zukünftige

Entwicklung von

Messen und

Veranstaltungen

Das Marketing-Foresight-Lab

der HSHL hat Auswirkungen der

Coronavirus-Pandemie untersucht

Adi Goldstein

Wirkung des Musikökosystems

Präsenzmessen müssen

Mehrwert bieten

Messen und Veranstaltungen sind für mittelständische

Unternehmen sehr wichtige Kommunikationsinstrumente.

Das Marketing-Foresight-Lab der Hochschule

Hamm-Lippstadt (HSHL) hat deshalb untersucht, inwieweit

die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie

dieses Werkzeug verändern werden. Ausgemacht haben

die Experten: Damit Präsenzmessen auch zukünftig

noch eine wichtige Rolle spielen, müssen sie einen

Mehrwert bieten, der digital nicht erreicht werden kann.

Möglichkeiten wie Matchmaking, Inhalte on demand,

Live-Chats und die digitale Vernetzung von Messeteilnehmern

werden zunehmend gefragt. Im Einzelfall werden

die Aussteller und Besucher genaustens prüfen, ob

die Reise zur Messe noch notwendig ist, denn durch

digitale Tools wird der Messeerfolg planbarer.

Für die Studie „Der Wert von Musik: Ökonomische Wirkungsanalyse

des Musikökosystems” haben sich die Städte

Augsburg, Bremen, Köln, München, Region Hannover,

Region Stuttgart und die Länder Bayern, Sachsen und

Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen, um den ökonomischen

Wert von Musik in den jeweiligen Gebieten zu berechnen

und vergleichbare Daten zu erstellen. Die Studie

ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Initiative Musik

gGmbH und dem Musikzentrum Hannover gGmbH.

Innerhalb der Studie wurden die Teilbereiche Kreative,

Veranstaltungen & Spielstätten, Musikaufnahmen & Musikverlage,

Musikschulen, Musikinstrumente, Hörfunk

und Audiogeräte & Lautsprecher betrachtet. Im Jahr

2019 waren die Akteure des Musikökosystems in den

betrachteten Gebieten für 10,51 Mrd. Euro Umsatz und

5,66 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung verantwortlich.

Insgesamt waren 84.601 erwerbstätige Personen im

Musikökosystem aktiv.

50 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Durch indirekte und induzierte Effekte löste das

Musikökosystem in den betrachteten Gebieten eine

weitere Bruttowertschöpfung von 8,02 Mrd. Euro

aus und führte zusätzlich zu 73.979 Erwerbstätigen.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die

ökonomische Bedeutung des Musikökosystems in

den betrachteten Gebieten.

Die Daten liefern laut den Machern der Studie den

Beweis, dass Investitionen in das Musikökosystem,

langfristiges und nachhaltiges Wachstum

garantieren. Im Hinblick auf die Musikkultur

werde im politischen Diskurs häufig vergessen,

welche ökonomische Bedeutung und Wertschöpfung

durch die Musikbranche generiert wird. Ein

vielseitiges musikkulturelles Angebot sei ein nicht

zu unterschätzender Standortfaktor für innovative

Unternehmen, die hochqualifiziertes und kreatives

Personal suchen. Wirtschaftliche, kulturelle oder

gesellschaftliche Relevanz stehen dabei nicht im

Gegensatz zueinander, sondern sie bedingen und

unterstützen sich gegenseitig.

Future Meeting Space

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-

Institut für Arbeitswirtschaft

und Organisation IAO untersucht das

GCB German Convention Bureau e.V.

die Herausforderungen

der Post-Corona-Epoche im

Forschungsprojekt Future

Meeting Space 2021.

Veranstaltungen der Zukunft

Der Wert von Musik –

Ökonomische

Wirkungsanalyse

des Musikökosystems

Die Studie ist ein Kooperationsprojekt

zwischen der Initiative Musik gGmbH

und dem Musikzentrum Hannover

Welche einzelnen Faktoren die Veranstaltungen der

Zukunft prägen, geht ein neues Whitepaper des Innovationsverbundes

Future Meeting Space nach. Zum

Forschungsschwerpunkt 2021 dreht sich daher alles

um eine zentrale These: Das Ökosystem von Veranstaltungen

wird sich massiv und nachhaltig verändern.

Ein prägnantes Beispiel ist die neue Lebens- und Arbeitswelt:

Homeoffice und virtuelle Kommunikation

haben Pendlermobilität und Geschäftsreisen zumindest

vorübergehend zu einem großen Teil abgelöst.

Im urbanen Kontext treten zudem neue Formen der

Mobilität, z. B. die Mikro- und Elektromobilität auf,

welche das Ökosystem der Mobilität beeinflussen werden.

In zehn Handlungsfeldern beschreibt der Innovationsverbund

anhand relevanter Einflussfaktoren die

Herausforderungen und Chancen der Veränderung, um

daraus Nutzungsszenarien für reale, hybride und virtuelle

Meeting Spaces herauszuarbeiten.

VPLT MAGAZIN 94 • 51


Die Landkarte der

Veranstaltungswirtschaft

Ein Gespräch mit Nicole Behr, Vorstandsmitglied in der IGVW, über den aktuellen

Stand bei der Marktstudie ZÄHL DAZU.

• Mit ZÄHL DAZU hat die IGVW „die größte Marktstudie

gestartet, die die deutsche Veranstaltungswirtschaft

jemals gesehen hat“. Wie ist der aktuelle Stand?

Wir konnten zur Finanzierung mehr als 50.000 Euro

sammeln und haben bundesweit eine erste Umfrage

gestartet. Die von uns beauftragten unabhängigen

Expertinnen und Experten der TU Chemnitz und das

R.I.F.E.L.-Institut sind nun dabei alle Daten zusammenzuführen

und auszuwerten. Ende August haben wir

erste Zahlen präsentiert. Sie machen sichtbar, wo wir

stehen, mit wem wir kooperieren, welche Märkte wir bedienen,

wie groß unsere Wirkungskreise sind und wie

viele Personen von der Branche abhängig sind. Die bisherige

Arbeit hat sich also gelohnt.

• Als Vorstandsmitglied in der IGVW hast Du das

Projekt federführend begleitet. Was hat Dich dabei

bisher überrascht?

Überrascht hat mich, wie schnell es ein großes Verständnis

innerhalb der Branche dafür gibt, wie wichtig

umfassende Zahlen sind. Das Thema ist ja nicht so richtig

sexy. Und dann brauchten wir zur Finanzierung auch

noch Geld aus der Branche, die sowieso schon zu kämpfen

hat. Aber ich hatte die ganze Zeit den Eindruck,

52 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

dass die Veranstaltungswirtschaft in ZÄHL DAZU ein

vereinendes Projekt gesehen hat. Ich habe immer versucht,

es als das zu kommunizieren. Es gab von vielen,

auch unerwarteten Seiten, ungefragt Unterstützung,

um der Kampagne zu mehr Reichweite und Relevanz zu

verhelfen. Ohne das hätte es nicht funktioniert. Als Verbände

müssen wie jedoch aufpassen, uns nicht zu verzetteln.

Nicht selten engagieren sich immer dieselben

Personen. Dann setzen wir, sicher aus der Not geboren,

so viele Themen, dass eine Übersättigung stattfindet.

Das können unsere Mitglieder beziehungsweise der gesamte

Markt gar nicht mehr aufnehmen. Ich weiß nicht,

wie viele Befragungen zum Beispiel zeitgleich zu ZÄHL

DAZU gelaufen sind. Da habe ich selbst manchmal den

Überblick verloren.

• Wie geht es weiter mit ZÄHL DAZU?

Aktuell steht die Auswertung im Mittelpunkt. Noch

denken wir ZÄHL DAZU im Raum DACH. Ein anderes

Ziel ist es, diese Erhebungen regelmäßig durchzuführen.

Wie andere Branchen transformiert sich auch die

Veranstaltungswirtschaft permanent. Ihre Landkarte

müssen wir dem immer wieder anpassen. Mit weiteren

Umfragen und Studien möchten wir konstant unsere

Branche analysieren und präsentieren. Wir wollen

dieses Selbstverständnis dauerhaft. Für uns selbst,

für die Märkte und die Politik. Das wird noch etwas

dauern. Aber es wird werden.

www.zaehl-dazu.de

VPLT MAGAZIN 93 • 53


Hygieia reicht die Hand

Wie gelingen Hygienekonzepte und Infektionsschutz in der Veranstaltungsbranche?

Dieser Frage geht das Projekt Hygieia nach. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Claudia

Winkelmann von der Alice Salomon Hochschule Berlin und Prof. Thomas

Sakschewski von der Beuth Hochschule für Technik Berlin über Feldstudien beim

Rave, die Gefahr ungewollter Wechselwirkungen und ihr Ziel eines wissenschaftlich

fundierten Leitfadens.

• Hygieia war nicht nur eine athenische Heilgottheit,

sondern ist auch der Namensgeber für Ihr interdisziplinäres

Forschungsprojekt. Können Sie kurz sein Ziel

umreißen?

Winkelmann: Hygieia stand vor allem für Prävention

und Förderung von Heilkräften. Exakt darum geht es in

unserem Projekt Hygienekonzept und Infektionsschutz

in der Veranstaltungsbranche, kurz Hygieia. Wir haben

es vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Maßnahmen

initiiert, die die Corona-Pandemie eindämmen.

Dabei sollen die Erkenntnisse aus der Medizin,

insbesondere der technischen Hygiene, und aus der

Veranstaltungsbranche sinnvoll verknüpft werden, um

letztlich Veranstaltungen in den verschiedenen Formen

und Settings wieder anbieten zu können.

Sakschewski: Die Pandemie hat uns alle durchgeschüttelt.

Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und

Beteiligte haben in den letzten einundeinhalb Jahren

viele neue Anforderungen und Verpflichtungen erfüllen

müssen. Verordnungen und Vorschriften wechselten in

einer Schlagzahl, die eine umsichtige Planung kaum

ermöglichten, ja sich häufig sogar widersprachen.

Ein wissenschaftlich fundierter Leitfaden für Veranstaltungen

mit SARS-CoV-2 fehlt. Es existiert keine

Richtlinie für genehmigende Behörden und Veranstalter

gleichermaßen, um in einem verlässlichen

Rahmen Infektionsschutz- und Hygienekonzepten zu

erstellen und zu überprüfen. Hier setzt Hygieia mit

dem Ziel an, ein Hygieia-Modell als Handreichung zu

entwickeln.

54 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

• Ihr Projekt hat drei Phasen – was unternehmen

Sie darin?

Sakschewski: Im ersten Schritt identifizieren und validieren

wir die Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen

in Produktions- und Veranstaltungsstätten. Die

Validierung ist damit von besonderer Bedeutung. Denn

wir überprüfen geforderte Maßnahmen hinsichtlich ihrer

Umsetzbarkeit und untersuchen deren Auswirkungen

auf Produktionsbedingungen und Arbeitsplätze.

• Können Sie das mit einem Beispiel verdeutlichen?

Bei der Feldstudie zu einer Open-Air Tanzveranstaltung

in einem bekannten Berliner Club haben unsere

Beobachterinnen und Beobachter festgestellt, dass die

Securities am Einlass regelmäßig gegen das Hygienekonzept

verstoßen haben. Sie haben nicht nach jeder

Personenkontrolle die Handschuhe desinfiziert, die sie

durchgängig getragen haben. Das war ein Verstoß. Aber

wie ist dieser zu bewerten? Das sind Fragen, die wir stellen

und im nächsten Schritt beantworten wollen.

Denn nach der Sammlung bewerten wir im zweiten

Schritt die Einzelmaßnahmen in einem mehrdimensionalen

Verfahren. Dabei berücksichtigen wir Kriterien

wie Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit, Kapazität, Sichtbarkeit,

Anwendbarkeit und bewerten die Schutzziele.

Wir untersuchen, ob das Übereinanderschichten von

Maßnahmen, also Schnelltest als Einlasskriterium

plus Abstand plus Mund-Nase-Bedeckung, die Wirksamkeit

erhöht. Oder womöglich erzielt es Nebenwirkungen

wie Verweigerung, Nicht-Akzeptanz oder

Ausweichstrategien. Wir untersuchen also die Wechselwirkungen

mit einer so genannten Cross-Impact

Analyse.

Im dritten und letzten Schritt versuchen wir auf dieser

Grundlage ein praxisnahes Modell für Hygienemanagement

und Infektionsschutz für die Veranstaltungswirtschaft

zu entwickeln – unser Hygieia-Modell.

Dabei beachten wir besonders den Schutz der

Beschäftigten und der Beteiligten sowie der Besucherinnen

und Besucher und die entsprechenden

Wechselwirkungen dieser Gruppen.

VPLT MAGAZIN 94 • 55


Manuel Weidt

• Wer profitiert von Hygieia und wer sind Ihre Zielgruppen?

Winkelmann: In erster Linie wendet sich das Projekt

an die Beschäftigten in der Veranstaltungsbranche. Wir

wissen, dass Gesundheit verschiedene, zusammenhängende

Facetten hat, so beispielsweise körperliche, psychische

und soziale. Der Arbeitsplatz oder der Sinn aus

einer Tätigkeit sind wesentliche Faktoren für psychische

und körperliche Gesundheit. Beschäftigte in der Veranstaltungsbranche

sind per se gefordert, mobil und grenzenlos

zu arbeiten, und stark abhängig von Aufträgen.

Auch das, die damit verbundene enorme Unsicherheit,

hat Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Schließung

von Veranstaltungsstätten gilt es also möglichst zu verhindern,

um Krankheit zu vermeiden. Sekundär richtet

sich Hygieia an Beteiligte und Besucherinnen und Besucher,

für die Kunst und Kultur auch im weitesten Sinne

Lebensqualität bedeutet.

Sakschewski: Mein Wunsch ist dabei, dass mit dem

Hygieia-Modell die Verunsicherung bei der Planung und

Umsetzung von Hygienekonzepten aufhört. Das Sicherheitskonzept

stand, anders als das Hygienekonzept,

schon vor der Pandemie, nämlich nach der Loveparade-Katastrophe

in 2010, in den Versammlungsstättenverordnungen.

Nun verpflichten die Behörden über die

Infektionsschutzverordnungen aber die Veranstalter zu

einem Hygienekonzept und Hygienebeauftragten, ohne

dass sie deren Aufbau oder Inhalt an irgendeiner Stelle

in einer Verordnung oder Vorschrift ausführen. Stattdessen

finden sich unterschiedliche zum Teil widersprüchliche

Empfehlungen. Wir brauchen hier ein klares Regelwerk.

Aktuell haben wir ein Flickwerk, das die Behörden

nach jedem neuen Infektionsverlauf verändern.

• Aktuell lief eine Studie von Hygieia in Berlin. Was

haben Sie wie untersucht – und was sind erste Ergebnisse?

Winkelmann: In der Tat haben wir im Juni eine erste

Pilotuntersuchung im Feld durchgeführt. Basis dieser

Machbarkeitsstudie war das Hygienekonzept des Veranstalters

ZKM Event GmbH für eine Open Air Veranstaltung.

Besonders war, dass der Veranstalter eine Tanzveranstaltung

plante und mit einer gewissen Stigmatisierung

umgehen musste. Es handelte sich um einen Rave

im Revier Südost im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick.

Während der Veranstaltung haben Studienassistentinnen

und -assistenten durch wissenschaftliche Beobachtung

analysiert, ob das äußerst gründlich entwickelte

Hygienekonzept eingehalten werden kann und welche

Optimierungen beziehungsweise steuernden Maßnahmen

der Veranstalter ergriffen hat.

56 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Sakschewski: Besonders war, dass wir nicht nur Besucherinnen

und Besucher sowie die Beschäftigten beobachtet

haben. Mit Hilfe der Firma ESG Mobility gelang

es auch, Kontaktdaten und, über räumliche Zuordnung,

auch Bewegungsdaten zu erfassen.

Winkelmann: Wir konnten mit der Methodik nachweisen,

dass das Hygienekonzept grundsätzlich umsetzbar war.

Die Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besucher

verhielten sich überwiegend regelkonform und entgegen

Vorurteilen sehr diszipliniert. Als konkrete Schwachstellen

identifizierten wir die Wegeführung, das Abstandhalten

vor dem Sanitärtrakt sowie die Sonderstellung der

Artists und deren Begleitungen. Dies sollte in künftigen

Konzepten konkret berücksichtigt werden.

• Welche weiteren Experimente sind geplant?

Sakschewski: Diese Pilotstudie gibt erste Erkenntnisse

zu Erfüllungsgraden einzelner Auflagen und zu organisatorischen

sowie subjektbezogenen Besonderheiten.

Und sie zeigt konkretes Optimierungspotenzial auf. Die

Ergebnisse des hier vorgestellten Pilotprojektes können

herangezogen werden, um im Kontext von Hygiene und

Infektionsschutz die Sicherheit von Beschäftigten der

Veranstaltungsbranche zu gewährleisten.

Weitere Veranstaltungen in Richtung Kapazitätsgrenze

dieses Areals sollten evaluiert werden. Darüber hinaus

finden bereits Gespräche mit weiteren Kooperationspartnern

in diesem Projekt statt, um weitere Veranstaltungsarten

und Produktionsstätten aufzunehmen.

• Unabhängig von Ihrem Projekt: Wenn Sie einen

Blick in die Zukunft von Events und Hygienekonzepte

werfen – wie werden diese künftig aussehen?

Winkelmann: Mit unserem Hygieia-Modell könnten wir

die Veranstaltungsbranche entlasten. Es soll möglich

sein, mit relativ geringem Aufwand evidente Hygienekonzepte

zu entwickeln. Veranstaltungen sollen damit

künftig im sogenannten New Normal wieder durchführbar

sein. Für Beschäftigte könnten Erweiterungen zum

Arbeitsschutz relevant sein, hier insbesondere die Gefahr

der Infektion durch Besucherinnen und Besuchern.

Wir sind hierfür mit unseren Kooperationspartnern

im Projekt, wie Clubcommission, mediapool sowie

satis&fy, im Austausch. Das Institut für angewandte

Forschung Berlin fördert und der VPLT unterstützt Hygieia.

Vernetzt haben wir uns außerdem mit anderen

Forschungskonsortien in Deutschland, die an ähnlichen

Fragen arbeiten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.hygieia-berlin.de

VPLT MAGAZIN 94 • 57


Ein Index vom ifo

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich das ifo

Institut in München mit der Analyse der

Wirtschaftspolitik und bringt unter anderem

monatlich den ifo-Geschäftsklimaindex

heraus. Und seit ein paar Monaten arbeitet

ifo nun auch enger mit den Verbänden der

Veranstaltungswirtschaft zusammen, um

die Branche genauer zu analysieren und für

mehr Fakten und Sichtbarkeit zu sorgen.

Ein Gespräch mit Dr. Klaus Wohlrabe,

Leiter der ifo-Umfragen, über den Stand

der monatlichen Konjunkturumfragen,

den geplanten Geschäftsklimaindex

für die Veranstaltungsbranche und die

unterschiedlichen Vorteile dieser Erhebungen.

• Seit einigen Monaten haben Sie mit monatlichen

Konjunkturumfragen innerhalb der Veranstaltungswirtschaft

gestartet. Wie ist der aktuelle Stand?

In der letzten Umfrage haben 210 Unternehmen aus

der Veranstaltungswirtschaft teilgenommen. Das ist

schon sehr ordentlich und erlaubt einen sehr guten Einblick

in die aktuellen Entwicklungen der Branche. Mehr

ist natürlich immer gut. Aber man darf nicht vergessen,

dass sich die Umfrage in dem Bereich noch im Aufbau

befindet. Wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt,

dass wir Richtung 500 Teilnehmer gehen wollen. Eine

hohe Teilnehmerzahl erlaubt es dann auch, detaillierter

in die Branche hinein zu zoomen und eventuell unterschiedliche

Entwicklungen zu untersuchen. Erste Ergebnisse

sind bereits in unsere Konjunkturumfrage Juni

2021 eingeflossen, in der es darum geht, wie viele Unternehmen

sich durch die Coronakrise in ihrer Existenz

bedroht fühlen. Immer noch besonders gefährdet sind

danach die Unternehmen der Veranstaltungsbranche

mit 70,4 Prozent. Sie stehen bei dieser Frage an der

Spitze vor allen anderen Branchen.

• Geplant ist eventuell auch ein neuer „Index Messeund

Veranstaltungswirtschaft“. Was ist das langfristige

Ziel?

Ja, es ist geplant, einen eigenen Geschäftsklimaindex

für die Branche zu entwickeln. Das genaue Prozedere

besprechen wir noch. Eine kontinuierliche Erhebung ist

wichtig, um auch langfristige Entwicklungen im konjunkturellen

Bereich abzudecken. Das ist bisher ein weißer

Fleck, auch in der öffentlichen Berichterstattung.

Man muss jetzt aber Geduld haben, da es im Gegensatz

zu den anderen Bereichen in unseren Umfragen noch

keine lange Historie gibt.

58 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

• Wo liegen die Herausforderungen generell bei solchen

Erhebungen?

Eine große Herausforderung war die große Heterogenität

der Veranstaltungswirtschaft. Darüber hinaus gibt

es in der offiziellen Statistik, an dem sich die ifo Umfragen

orientieren, diesen Bereich nicht. Er ist sozusagen

weiter verteilt in der offiziellen Klassifikation. Mit Hilfe

der Verbände aus der Veranstaltungswirtschaft haben

wir einen entsprechenden Katalog an Branchen zusammengestellt,

welche Bereiche abgedeckt werden sollen.

Wir haben intensiv diskutiert, wie zum Beispiel mit Hotels

und Restaurants umgegangen werden soll, welche

nicht immer explizit zur Veranstaltungsbranche zählen.

Der Bereich war bisher kein Schwerpunkt in den ifo

Umfragen, deshalb haben die Verbände uns auch intensiv

geholfen, neue Teilnehmer für die Umfrage zu

gewinnen. Das ist immer der schwierigste Part. In anderen

Branchen sind die Umfragen ja schon lange etabliert

und klar strukturiert. In der Veranstaltungsbranche

muss das alles erst geleistet werden

• Ähnlich erfolgreich sind Sie für den Geschäftsklimaindex

der Digitalwirtschaft vorgegangen. Können Sie

das schildern?

Der Bereich Digitalwirtschaft ist, ähnlich wie die Veranstaltungsbranche,

nicht eindeutig in der offiziellen

Statistik repräsentiert. Mit dem Bitkom-Verband haben

wir dann definiert, welche Bereiche abgedeckt werden

sollen. Dabei konnten wir aber bereits auf die Umfragedaten

aus unserer Datenbank zurückgreifen. Diese

kamen aus dem Dienstleistungssektor, Industrie und

auch dem Handel. Wir haben sie dann neu aggregiert

und einen entsprechenden Index definiert.

Der große Unterschied zur Veranstaltungsbranche war,

dass wir schon sehr viele Unternehmen in dem Bereich

hatten. Das heißt, wir mussten es nicht komplett neu

aufbauen. Der Bitkom-ifo-Digitalindex erfährt in den

entsprechenden Kreisen eine große Aufmerksamkeit.

Wir hoffen, dass dies in Zukunft auch für den Index für

die Veranstaltungswirtschaft der Fall sein wird.

• Welche Vorteile hat ein solcher Wirtschaftsindex?

Ein solcher Index erhöht zunächst einmal die Sichtbarkeit

der Branche, insbesondere in der öffentlichen

Wahrnehmung. Darüber hinaus ergibt sich eine neue

Facette für die generelle konjunkturelle Analyse der

Wirtschaft in Deutschland. Diese bezieht sich ja bisher

vor allem auf die klassischen Branchen wie Automobilbau

oder Maschinenbau. Somit können auch sogenannte

indirekte Effekte besser abgeschätzt werden.

So generiert zum Beispiel ein Konzert noch viel mehr

Wertschöpfung also nur das reine Konzert, was in offiziellen

Statistiken auftaucht. Dies können die Ausgaben

für Reisen, Übernachtungen, Restaurants etc. der Teilnehmer

sein. Das neue Aggregat der Veranstaltungswirtschaft

erlaubt es aber auch, dass wir unsere Sonderfragen

im Rahmen unserer regelmäßigen Umfrage

auch entsprechend auswerten können.

• Wer profitiert von ihm und warum?

Zunächst profitieren die Unternehmen und Selbständigen

in dem Bereich. Denn sie können sich über die

aktuelle Entwicklung in ihrem Bereich informieren.

Einen solche Information gab es ja bisher nicht. Ein

ganz wichtiger Punkt ist auch, dass es die Sichtbarkeit

im politischen Entscheidungsprozess erhöht. Handfeste

valide Umfragedaten aus dem Bereich können den

politischen Entscheidungsträgern auf allen Ebenen zur

Verfügung gestellt werden. Die Corona-Krise hat gezeigt,

dass da noch einiges an Nachholbedarf besteht.

Der Index gibt der Branche sozusagen eine wichtige

Stimme. Letztendlich profitieren davon natürlich

auch die vielen Verbände in dem Bereich. Sie können

die Zahlen für ihre eigene Arbeit und Analysen

verwenden.

• Wir erfährt man über Neuigkeiten zu Ihren Untersuchungen?

Das Prinzip von ifo ist, dass wir unsere Zahlen allgemein

für jedermann zur Verfügung stellen. Auch

öffentliche Medien oder Verbände informieren dazu

über ihre Kanäle.

VPLT MAGAZIN 94 • 59


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

Adi Goldstein


Hybrid Events – Live und Digital

verschmelzen in einer

spannungsgeladenen Einheit

Hybride Eventformate sind nicht neu. Durch die Covid-19-Pandemie katalysierten

Entwicklungen von Digitalisierung haben Hybrid Events jedoch einen regelrechten

Boost erlebt und spielen die zentrale Rolle im Live-Marketing.

Während analoge und physische Live-Events vor allem

durch direkten und persönlichen Kontakt und

multisensuale Ansprache punkten, steht bei digitalen

Formaten bisher meist die Reichweite im Fokus. Das

ergibt sich vor allem daraus, dass digitale Formate in

aller Regel orts- und zeitunabhängig genutzt werden

und nahezu immer und überall verfügbar sind. Weitere

Argumente sind Nachhaltigkeit (zum Beispiel die Reduzierung

von Emissionen durch Reisen zu physischen

Treffen), Effektivität und Effizienz (beispielsweise durch

die Reduzierung der Reisezeit zu physischen Treffen)

sowie Convenience (es ist bequemer die Veranstaltung

auf dem eigenen Monitor zu verfolgen). Hybride Events

und entsprechende Konzepte verbinden das Beste aus

beiden Welten: Die Aspekte physischer Events (Multisensualität,

persönlicher Dialog) und die Vorteile der

digitalen Kommunikation (Reichweite, Nachhaltigkeit,

Effektivität und Effizienz, Convenience) begegnen

sich auf Augenhöhe. Als „Hybrid“ bezeichnet man

etwas, das gebündelt, gekreuzt oder vermischt wird.

62 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

In der Technik versteht man unter „Hybrid“ ein System,

bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert

werden. Dabei betont die vorangestellte Bezeichnung

„Hybrid“ ein aus unterschiedlichen Arten oder Prozessen

zusammengesetztes Ganzes. Die Besonderheit liegt

darin, dass die zusammengebrachten Elemente für sich

schon Lösungen darstellen, durch das Zusammenbringen

aber neue erwünschte Eigenschaften entstehen

können (Vgl. Wikipedia.de, Eintrag zu „hybrid“).

Und ebendies ist auch die Besonderheit von Hybrid

Events. Es sind eben nicht nur Events, bei denen sich

sowohl Live- als auch digitale Elemente finden, sondern

es sind Eventformate, bei denen das Digitale

mit dem physischen Vor-Ort-Erlebnis zu einem neuen

Ganzen verbunden wird. Hat man in der Vergangenheit

gern noch jederlei Einbindung von digitalen oder

virtuellen Elementen in eine Veranstaltung, seien es

Social Media-Posts oder digitale Abstimmungs-Apps,

als hybrid bezeichnet, so zeigt sich heute, dass Hybrid

Events weit mehr sind. Sie ermöglichen eine gleichzeitige

Teilnahme vor Ort (physical attendance) und

aus dem (Home-)Office (digital attendance), sie verschmelzen

digitale mit Vor-Ort- und Live-Formaten zu

einer neuen Einheit und ermöglichen echte Interaktionen

zwischen Teilnehmenden und Veranstaltenden –

unabhängig davon, ob diese physisch anwesend oder

digital zugeschaltet sind. Damit haben Hybrid Events

eine ganz neue Stufe in der Event-Evolution erreicht.

Augenhöhe, Interaktion, Simultanität und Flexibilität

sind die Kernbegriffe der neuen Hybrid Events. Durch

die Kombination der unterschiedlichen Eigenschaften

von „Live“ und „Digital“ lassen sich Synergien, aber

auch ganz neue Veranstaltungsformate und Kommunikationsstrategien

schaffen.

Auch wenn dies vielleicht zunächst einfach klingt, ist

es in der Umsetzung doch ein großer und häufig unterschätzter

Schritt. Hybrid Events benötigen ein Technik-

Know-how, das ebenfalls als ein Hybrid zwischen IT und

Eventtechnik-Expertise bezeichnet werden kann. Techniker*innen

müssen die interaktiven Notwendigkeiten

mit den digitalen Möglichkeiten durchdenken, entsprechende

Zugänge sicherstellen, sodass eine zeitgleiche

Kommunikation zwischen den Teilnehmenden vor Ort

und vor den Bildschirmen ermöglicht wird. Auf dieser

technischen Basis baut das Event-Konzept auf.

Legen diese technischen Voraussetzungen die Basis,

so sind nun Eventspezialisten und Kommunikationsexperten

gefragt. Denn ein Hybrid Event ist

keine Aneinanderreihung von digitalen Format-Feuerwerken,

sondern benötigt, mehr noch als ein

klassisches Event, eine stringente Dramaturgie,

eine smarte Storyline und durchdachte Formate. So

stellt ein Hybrid Event neue und besondere Anforderungen

an Eventdesigner und Konzeptioner. Hier

stehen die Interaktionsmöglichkeiten und Involvierungsformate

klar im Vordergrund.

Ein Hybrid Event muss Augenhöhe zwischen den

Teilnehmenden herstellen, egal, ob sie aus dem

Homeoffice, dem Urlaubsort, dem Büro oder vor

Ort teilnehmen – ihnen müssen gleichwertige Erlebnisse

und Involvierungsmöglichkeiten geboten

werden. Interaktion untereinander muss angeregt

und ermöglicht werden, Involvement der Teilnehmenden

eine aktive Auseinandersetzung mit den

Kernbotschaften und Eventzielen forcieren. Dies

erfordert neue Formate, neue Konzepte und ein Hybrid

aus digitalen und Live-Formaten, das die Teilnehmenden

immer wieder aktiviert und einbindet,

sodass gar nicht erst die Gefahr aufkommt, dass

sie sich als passive Empfänger*innen oder bloße

Zuschauende zurücklehnen oder ablenken lassen.

Das betrifft natürlich vor allen Dingen, aber nicht

nur, die Teilnehmenden an den Bildschirmen,

die noch mehr als die Teilnehmenden vor Ort

im „Working Mode“ bleiben und nebenher von

eingehenden Emails und möglichen anfallenden

Arbeitsaufträgen abgelenkt werden. Daher steht

das Hybrid Event immer auch ein Stückweit in

Konkurrenz zu den sonstigen Anforderungen an

die Teilnehmenden und muss kontinuierlich und

in verschiedenen Formatangeboten stets die Bereitschaft

wecken, sich auf das Event einzulassen

und aktiv teilzunehmen. Teilnehmende müssen

also noch stärker in das Geschehen eingebunden

werden, als es sonst die Regel ist. Hybride Events

stellen die Zielgruppe und deren Bedürfnisse in

den Mittelpunkt. Inhalte müssen an diese Bedürfnisse

angepasst sowie spannend, unterhaltsam

und professionell umgesetzt werden.

VPLT MAGAZIN 94 • 63


Buchverlosung

Die fortschreitende Digitalisierung wird das Veranstaltungsgeschäft

dramatisch verändern. Aktuell wirkt die

Pandemie wie ein Brandbeschleuniger, der die Dynamik

noch verstärkt. Wie sieht also „die Zukunft von

Messen, Kongressen und Events“ aus?

Antworten geben namhafte 28

Experten in dem gleichnamigen

243-seitigen Buch, das in

diesem Jahr bei der TFI-Verlagsgesellschaft

erschienen ist. Mit

ihrer freundlichen Genehmigung

publizieren wir daraus den neben

stehenden Artikel.

Wir verlosen außerdem zwei

Exemplare. Wer teilnehmen

möchte,meldet sich bis zum

20. September 2021 auf der Seite

https://www.vplt.org/verlosung an.

64 • VPLT MAGAZIN 94


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

#1 Involvement benötigt integrierende

Aktivierung

Um das Involvement der Teilnehmenden sicherzustellen

und immer wieder zu ermöglichen, benötigt es Formate

und Elemente, welche die Teilnehmenden sowohl im

digitalen als auch im Raum vor Ort aktiv einbinden und

zu Aktionen auffordern. Dabei muss die Integration von

digitalen Elementen so in den Eventablauf eingebunden

werden, dass die Unterschiedlichkeit zwischen Live und

Digital aufgelöst wird. Die Grenzen zwischen digitaler

und physischer Teilnahme vor Ort müssen aufgehoben

werden, digitale und live Formate integrativ ineinander

verwoben und als integrierend erlebt werden. Gelingt

dies, so steigert das die Wirkung im Vergleich zu reinen

Live-Events enorm und das weit über den eigentlichen

Veranstaltungszeitraum hinaus. Denn digitale Elemente

spannen auch lange nach der Veranstaltung einen kommunikativen

Rahmen. Auf aktive Integration muss daher

eins der Hauptaugenmerke von Hybrid Events liegen.

#2 Interaktion benötigt Augenhöhe

Wie bei physischen Events ist auch bei Hybrid Events

die Partizipation der Teilnehmenden ein wesentlicher

Erfolgsfaktor. Ein Hybrid Event muss deswegen immer

wieder die Interaktion mit den Teilnehmenden suchen.

Dies gelingt allerdings nur dann, wenn Augenhöhe der

Teilnehmenden untereinander ermöglicht und immer

wieder in den Fokus genommen wird. Dafür eignen

sich Formate, welche die Interaktion zwischen digitalen

und physisch-anwesenden Teilnehmenden nicht bloß

ermöglichen, sondern immer wieder einfordern. Dies

kann durchaus auf spielerische Weise geschehen. Da

ein wesentlicher Aspekt von Live-Events auch immer

der Wunsch nach Austausch und Netzwerken ist, gilt

es gerade solche interaktiven Formate zu kreieren, die

ebendies ermöglichen und fördern. Daher bieten sich

Co-Creation-Formate besonders für Hybrid Events an.

Dabei ist eines besonders zu beachten: Die einzelnen

Formate für die unterschiedlichen Teilnehmergruppen

müssen dabei nicht gleich, aber gleichwertig sein.

So werden die Teilnehmergruppen in „physical attendance“

oder „digital attendance“ unterschiedliche Erlebnisse

haben und unterschiedliche Formate nutzen,

die besonders auf ihr gewähltes Teilnahmeformat einzahlen

und die jeweiligen Themen in unterschiedlicher

Form darstellen.

#3 Insight benötigt authentischen

Mehrwert

Menschen gehen auch deshalb zu Veranstaltungen, weil

sie dort besondere Insights und Einblicke gewinnen.

Diesen Motivator gilt es auf Hybrid Events zu stärken,

um auch die Aufmerksamkeit der digitalen Teilnehmenden

zu binden. Ein gelungenes Hybrid Event bietet den

Teilnehmenden exklusive Insights und einen spürbaren

Mehrwert. Hierbei ist wichtig, dass der Exklusivitätscharakter

zwar spürbar ist, immer aber auch zum Absender

der Botschaften passen muss.

Exklusivität, wie man sie vor einigen Jahren noch mit

besonders ausgefallenen Buffets oder Dinner-Arrangements

zu betonen versuchte, ist auf einem Hybrid

Event fehl am Platz. Denn sie verschärft nur ein Ungleichgewicht

zwischen den Teilnehmenden vor Ort und

den digitalen Teilnehmenden. Ein Unternehmen muss

überlegen, welche Art der Exklusivität gut zu Marke

und Markenversprechen passt. Authentizität und Bodenständigkeit

sind hier wichtige Stichworte. Es gilt,

Exklusivität über besondere Insights, über Mehrwert in

Unterhaltung oder Netzwerken, über Zugang zu Wissen

oder Mitgestaltung zu schaffen.

Gerade wenn auch digitale Teilnehmende zugeschaltet

sind, liegt es nahe, dass sie Behauptungen oder Insights

sofort online recherchieren und überprüfen, daher ist es

bei Hybrid Events unabdingbar, dass die Storyline authentisch

und passgenau zum Markenkern beziehungsweise

dem Unternehmen entwickelt wird. Mehrwert ist

mehr als nur Exklusivität – und diesen Mehrwert müssen

Konzeptioner von Hybrid Events herausarbeiten und

erlebbar machen.

VPLT MAGAZIN 94 • 65


TITEL Zukunft Veranstaltungswirtschaft

#4 Potenziale heben

Anders als auf klassischen Events hinterlässt hybride

Eventkommunikation im digitalen Raum unzählige Spuren,

die durch den Einsatz von moderner Tracking- Software

im Rahmen von zum Beispiel Live+ Marketing Automation

zurückverfolgt, abgebildet und operationalisiert

werden kann.

Auf der quantitativen Seite kann durch die Messung von

Zugriffs-, Klick-, Zuschauer- und Downloadraten ein einfacher

Überblick über die Effektivität der Kommunikationsbestandteile

geschaffen werden. Hierdurch können

Inhalte später bestmöglich ausgewertet und an die jeweilige

Situation angepasst werden. Auf der qualitativen

Seite bieten zum Beispiel Social Media Monitoring-Methoden

eine Möglichkeit, Tonalität und Meinungen der

Zielgruppe übersichtlich abzubilden, um so einen tieferen

Einblick in die Welt und die Bedürfnisse der Interessentengruppen

zu erhalten.

Live+ Marketing Automation geht dabei noch einen

Schritt weiter: Live+ Marketing Automation oder auch

Data Driven Marketing ist die Erweiterung der Marketing

Automation durch Daten von Events und Live-Marketing.

Ziel ist erstens die intelligente Steuerung von Inhalten

über alle Touchpoints hinweg, um aktuelle und potenzielle

Kunden an jedem Punkt der Customer Journey

individuell abzuholen. Zweitens die Transparenz im Sales-Funnel:

Über die lückenlose Dokumentation wird der

Kampagnenerfolg messbar. Und drittens erfolgreiche,

datenbasierte Post-Event-Kampagnen.

Durch Hybrid Events lässt sich tiefgehendes Konsumentenwissen

zusammentragen, welches unter nicht-hybriden

Eventbedingungen im Verborgenen und damit nicht

nutzbar geblieben wäre. Letztendlich trägt dies gleichermaßen

zur Steigerung von Effizienz und Effektivität bei.

#5 Komplexität verlangt Öffnung

Eins wird zunehmend deutlich: Es werden sich nur Systeme

durchsetzen können, die eine einfache Integration bestehender,

spannender Lösungen im Netz ermöglichen.

Geschlossene Systeme kommen schnell an ihre Grenzen,

sie laufen Gefahr der Vereinfachung oder werden

sich an neue Entwicklungen kaum mehr integrativ anschließen

lassen. Gerade hier aber liegt ein großes Potenzial,

das kommunikativen Mehrwert schafft: durch

Schnittstellen und Zusammenbringen unterschiedlicher

Systeme und Lösungen, ganz neue Möglichkeiten

zu erschließen. Es muss also möglich sein, die besten

Anwendungen und Technologien zusammenzubringen

und immer wieder neu zusammenfügen zu können.

Auf „Open Platforms“ zusammengestellt können so

die einzelnen Anwendungen maßgeschneidert ausgewählt

und für den jeweiligen kommunikativen Nutzen

zusammengebracht werden.

RoE – Return on Event

Die Integration von virtuellen Kommunikationsbestandteilen

erfordert auf Seite der Unternehmen zwar zunächst

ein Umdenken und Neu-Denken. Allerdings sind

auch die Chancen deutlich, denn Hybrid Events generieren

zusätzliche Intensität und Reichweite.

Durch ihre zeitliche Unabhängigkeit vom physischen

Event können Hybrid Events eigenständige soziale

Strukturen schaffen, die vom Spannungsfeld aus

„Live“ und „Digital“ zusammengehalten werden und

im Idealfall niemals enden.

Einmal etabliert können hybride Eventstrategien von

Veranstaltung zu Veranstaltung weitergedacht und

ausgebaut werden, wodurch der Ressourcenaufwand

für Live-Marketing-Maßnahmen sinkt. Ebenso werden

durch soziale Netzwerke, mobile Applikationen und

Augmented Reality-Anwendungen weitaus größere

Lern- und Wissenseffekte erzielt, als dies rein physische

Events ohne digitale Bestandteile vermögen.

Dank zusätzlicher Aktivierung, höherem Involvement,

mehr Interaktion, Interaktivität und Insight stellen

Hybrid Events ein höchst wirkungsvolles Kommunikationsinstrument

dar, dessen Potenziale, Möglichkeiten

und Einblicke in ihrer Gesamtheit nur schwer

zu überbieten sind.

Colja Dams

CEO Vok Dams Events & Live-Marketing

66 • VPLT MAGAZIN 94


VPLT MAGAZIN 94 • 67


Adam Hall Group (3)

Die Adam Hall Rock n' Roll Library – Musikgeschichte erleben mit allen Sinnen

ECONOMIC

Von Alexander Pietschmann, CEO der Adam Hall

Group, wollten wir wissen, wie nachhaltiges

Unternehmertum in der Veranstaltungswirtschaft

gelingt. Mit der DEAplus startet das Unternehmen

außerdem im Weiterbildungsformat PROseminare

wieder durch. Mehr Sicherheit für den Neustart

erhalten Firmen, die einer Zertifizierung

durch die DPVT vertrauen.


ECONOMIC Advertorial

Gelebte Nachhaltigkeit bei

der Adam Hall Group

Ein Gespräch mit Alexander Pietschmann,

CEO der Adam Hall Group, über

erfolgreiche Nachhaltigkeit in

der Veranstaltungswirtschaft,

Eventtechnik im Experience Center

und den hilfreiche Einzug

von 30.000 Bienen.


ECONOMIC Advertorial

• Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß bei Adam Hall um

mehr als die Hälfte reduziert werden, bis 2050 wollt Ihr

komplett klimaneutral sein. In welchen Bereichen wird

bei Adam Hall zurzeit schon Nachhaltigkeit gelebt?

Im Frühjahr diesen Jahres haben wir unsere Photovoltaik-Anlage

um 3.500 Quadratmeter erweitert. Mit der

nun 10.000 Quadratmeter großen Anlage produzieren

wir jährlich rund 550.000 kWh Strom. Das entspricht

circa 60 Prozent unseres Energieverbrauchs

hier im Headquarter in Neu-Anspach. Die restlichen

40 Prozent decken wir durch zertifizierten Ökostrom

von Greenpeace Energy ab und sparen so insgesamt

etwa 300 Tonnen CO2 pro Jahr.

Wir versuchen aber auch im Kleinen Einfluss zu nehmen.

Wir haben Förderprogramme für E-Bikes sowie

E-Auto-Ladestationen. In unserem Betriebsrestaurant

„Come Together“ haben wir die „Initiative Restlos”

gestartet. Wir wollen auf eine Abfallmenge von weniger

als 50 Gramm pro Mahlzeit kommen, der Durchschnittswert

liegt bei 108 Gramm. Wir verringern Spülmittel,

führen Mehrwegsysteme, biologisch abbaubare

Verpackungen und in der Region abgefülltes Wasser

ein. Und im Juli diesen Jahres sind zudem 30.000

Bienen bei uns eingezogen. Mit unseren fleißigen Helferlein

tragen wir zum Erhalt des Ökosystems, der lokalen

Biodiversität und der Artenvielfalt bei.

2020 wurden wir als eines der ersten Unternehmen der

Eventtechnik-Branche in Deutschland mit der Green

Globe Zertifizierung ausgezeichnet. Das macht uns sehr

stolz. Wir haben ein „Team Green“ aus Kolleginnen und

Kollegen verschiedener Abteilungen. Es tauscht sich regelmäßig

mit dem firmeninternen „Sustainability Specialist“

aus. Wir fördern auch die soziale Nachhaltigkeit

mit Gesundheitsmanagementprogrammen und sind im

Austausch mit verschiedenen Nachhaltigkeitsinitiativen.

SUSTAINABILITY

FACTS | | Q1-Q2 2021

Team Green

Covering over over 60% 60%

A A total of of 10,000 mm 2 2

of of our our electricity

(6,500 m 2 m+ 2 + 3,500 m 2 m)

2 )

requirements

Producing over 550.000 kWh

Solar Solar Power per per Year Year

Adding 40% 40%

certified green electricity

to to save in in Total 300 300 Tonnes CO CO 2 2

per per YEAR

E-charging stations

at at our our headquarters:

A total A total of of 20 20

electric charging points

for for guests and and employees

Electric charging

stations for for e-Bikes

Der Sustainability

Rider

Results IN IN 100%

RENEWABLE ENERGY

POWERED HQ

Certified Certified with: with:

70 • VPLT MAGAZIN 94


Adam Hall Group (2)

Nachhaltige Lösungen: Mitarbeiter nutzen hauseigene

Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge.

• Wie gelingt es, Nachhaltigkeit in einem dynamischen

Unternehmen bei Mitarbeitern, Zulieferern und

Kunden zu etablieren?

Wir kommunizieren Nachhaltigkeitsthemen und -informationen

digital über das Intranet an alle Mitarbeiter

und ermutigen sie, ihre individuellen Ideen und Vorschläge

einzubringen. In 2019 haben wir zusammen

mit dem BUND einen National Geographic Info-Abend

in unserem Experience Center veranstaltet, an dem sich

interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region genauer

mit den Folgen des Klimawandels und möglichen

Handlungsstrategien auseinandersetzen konnten. Das

fand sehr großen Zuspruch. Viele unserer Kunden und

Partner stehen Nachhaltigkeitsthemen in der Eventbranche

positiv gegenüber und unterstützen unseren Ansatz.

• Was ist speziell für ein Unternehmen in der Veranstaltungsbranche

in Sachen Nachhaltigkeit zu beachten,

im Vergleich zu anderen Branchen?

Das Investment in hervorragende weltweite Handelsnetzwerke,

die über Jahre oder Jahrzehnte gepflegt

werden, ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren

für ein global agierendes Unternehmen wie die Adam

Hall Group. Wir vertrauen auf verlässliche Lieferanten

Die Bienenstöcke

der Adam Hall Group.

mit persönlichen Beziehungen aus der ganzen Welt.

Die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten und

Rohstoffen, zum Beispiel für die Chip-Produktion und

die in unseren Produkten verbaute Elektronik, stellen

uns in Sachen Nachhaltigkeit gleichzeitig vor große

Herausforderungen.

Gleichzeitig muss unsere Branche auch innerhalb ihrer

Kernkompetenz – der Planung und Durchführung

von Events und Großveranstaltungen – darüber nachdenken,

wie diese umweltfreundlicher gestaltet werden

kann. In diesem Zusammenhang sehen wir einen

deutlichen Trend hin zu regionaleren und kleineren

Event-Formaten.

VPLT MAGAZIN 94 • 71


„Ich bin sehr froh

darüber, dass wir

langsam wieder in die

echte Begegnung

kommen!”

• Auch die Digitalisierung kann Nachhaltigkeit unterstützen.

Du hast Anfang des Jahres die Branchentalks

„WE BELIEVE IN LIVE“ mit der Clubhouse App und

zahlreichen Gästen umgesetzt. Wie erfahrungsreich war

für Dich persönlich ein so völlig digitaler Talk?

Die fünfmonatige Clubhouse-Reihe „WE BELIEVE IN

LIVE” war eine tolle Erfahrung und hat erneut gezeigt,

welche Leidenschaft und wie viel Kreativität in dieser

Branche vorhanden ist. Ich habe unglaublich viel gelernt

über das Zusammenspiel von Politik, Medizin und

Wirtschaft in der Corona-Pandemie, habe mit vielen

klugen und visionären Köpfen sprechen dürfen und alles

in allem ein sehr umfangreiches Stimmungsbild der

Live- und Event-Branche in Deutschland erhalten. Der

Erfolg dieses Social-Audio-Formats ist jedoch ganz

klar der Pandemie geschuldet beziehungsweise der

fehlenden Möglichkeit des direkten Austauschs.

• Das war bei Eurem Event „WE ARE LIVE“ bei Adam

Hall möglich: Wie ist die Botschaft zu verstehen?

Mit dem WE ARE LIVE-Event wollten wir ein Zeichen setzen

und den Restart der Branche zelebrieren – natürlich

unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen. Für uns

und alle anwesenden Gäste war es ein ganz besonderer

und gelungener Abend! Neben dem schönen Gefühl, viele

Gesichter endlich einmal wieder live zu sehen, sind

wir in einem hochkarätig besetzten Talk der Frage nachgegangen,

wie sich die Eventbranche 2021/22 entwickelt

und welche Hürden es im Spannungsfeld zwischen

Aufbruchsstimmung, Eventstau und Personalengpass zu

nehmen gilt. Gekrönt wurde der Abend schließlich mit

einem exklusiven Konzert von Gentleman. Für ihn selbst

war es das erste Live-Konzert seit einem Jahr.

Adam Hall Group (3)

WE ARE LIVE-Talk im Juni 2021

Showroom und kreative Begegnungsstätte

für Eventtechnik von morgen

WE ARE LIVE

72 • VPLT MAGAZIN 94


ECONOMIC Advertorial

• Immer mehr Menschen können jetzt in Eurem Experience

Center, wo Ihr gefeiert habt, „ihre kreativen Ideen

umsetzen, Emotionen teilen und inspirierte Momente

miteinander austauschen“. Kannst Du das konkreter mit

Beispielen beschreiben?

Zum einen können in unserem Betriebsrestaurant

„Come Together“ auch Externe zum Lunch zusammenkommen.

Zum anderen steht unser Auditorium Bands,

Musikern und anderen Künstlern als Räumlichkeit für

Proben, Rehearsals, Videodrehs und Veranstaltungen zur

Verfügung. Im Adam Hall Academy-Raum finden – in

Zusammenarbeit mit der DEAplus – regelmäßig Schulungen

zu verschiedenen Themen rund um die Veranstaltungsbranche

statt. Unser Showroom im Obergeschoss

des Experience Centers präsentiert 365 Tage im Jahr

unsere Produkthighlights und lädt Kunden und Interessierte

ein, sich mit allen Sinnen von unseren Produkten

zu überzeugen. Messe ist bei uns also das ganze Jahr.

• Mit dem Experience Center wollt Ihr als Pionier

nicht weniger als die „Zukunft von Eventtechnik“ darstellen.

Was bedeutet das?

In einem Teil des Experience Centers, der nicht öffentlich

ist, befinden sich die Büros der Produktmanager

sowie unserer Engineering-Teams und

die verschiedenen Labore zur Entwicklung unserer

Produkte. Hier entsteht die Eventtechnik von morgen,

während das Experience Center selbst, mit

der Rock‘n‘Roll Library und den zahlreichen historischen

Sammlerstücken, eine Art Museum der

Musik- und Eventtechnik-Geschichte ist. Das Gebäude

ist Inspirationsquelle, Ideenschmiede und

Co-Working Space für unsere Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in einem – und damit das Herzstück der

Adam Hall Group. Ob wir damit ein Pionier sind,

weiß ich nicht – es macht aber auf jeden Fall großen

Spaß, hier zu arbeiten.

Moderndes Betriebsrestaurant "Come Together" in Neu-Anspach

EXPERIENCE CENTER

VPLT MAGAZIN 94 • 73


„Green Event Space Award“

Nachhaltig handeln – und gleichzeitig eindrucksvolle Präsentationen schaffen. Dass

sich diese Ziele nicht ausschließen, möchte die Prolight + Sound mit dem „Green Event

Space Contest“ unter Beweis stellen. Gesucht wird ein detailliertes Konzept für den

multifunktionalen und nachhaltigen Showcase der Zukunft, der Ausstellungsfläche und

Event-Bühne kombiniert und dabei zur Schonung natürlicher Ressourcen beiträgt.

74 • VPLT MAGAZIN 94


ECONOMIC Sustainability

istockphoto

Im Rahmen des neuen Wettbewerbs sind

Planer, Architekten, Messebauer und Studierende

aufgerufen, sich mit ihren innovativen

Showcase-Ideen zu beteiligen.

Im Fokus der Konzepte sollen flexible und

zukunftsorientierte Event Spaces zur Messepräsentationen

stehen – ebenso soll

eine Bühnenfläche enthalten sein, die zum

Beispiel für Vorträge, Präsentationen oder

Empfänge nutzbar ist.

Nachhaltiges Handeln

Eine Bedingung beim Wettbewerb: Alle Konzepte

sollen dem gesellschaftlichen Ziel zu

mehr nachhaltigem Handeln Rechnung tragen.

Der Nachhaltigkeitsbegriff ist seitens

der Expertenjury breit gefasst und folgt dem

„Drei-Säulen-Modell“ mit ökologischer, sozialer

und ökonomischer Dimension:

• Ökologische Nachhaltigkeit:

zum Beispiel durch die Verwendung wiederverwertbarer

Materialien und energiesparender

Technik mit langer Lebensdauer

sowie Vermeidung von Abfall

• Soziale Nachhaltigkeit:

zum Beispiel durch Barrierefreiheit oder die

Möglichkeit zur Projekt-Mitwirkung für Menschen

mit Beeinträchtigungen

• Ökonomische Nachhaltigkeit:

zum Beispiel durch die Durchführbarkeit

des Projekts im wirtschaftlich tragfähigen

Rahmen und die Zugänglichkeit für Auftraggeber

mit begrenztem Budget

Auf welche Weise der Nachhaltigkeitsgedanke

im Konzept konkret aufgegriffen und umgesetzt

wird, ist den Ideengebern überlassen –

ebenso wie das Format der Einreichung. Die

Teilnahme ist noch bis 1. Oktober möglich.

Die Messe Frankfurt realisiert das Siegerprojekt

im Rahmen der Prolight + Sound

2022 als offen zugängliches Areal und trägt

sämtliche Kosten. Partner bei der Umsetzung

ist die L&S GmbH & Co. KG. Die Urheber

des Konzepts finden breite Erwähnung in

der Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit zur

Prolight + Sound 2022.

Erfahrene Expertenjury

Neben Mira Wölfel (Director Prolight + Sound)

werden Randell Greenlee (VPLT e.V.), Timo

Feuerbach (EVVC e.V.), Olaf Winter (Oper

Frankfurt) und Tobias Berghaus (L&S GmbH

& Co. KG) unter allen Einreichungen das Siegerprojekt

auswählen.

„Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Selbstverpflichtung,

sondern entwickelt sich mehr und

mehr zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor

bei Veranstaltungen“, sagt Randell Greenlee,

Bereichsleiter Politik & Internationales,

VPLT. „Die Verwendung recycelbarer Materialien

sowie sparsamer und langlebiger Technik

kann sowohl zu grüneren Events als auch

zur Kostenersparnis beitragen. Mit smarten,

digitalen Lösungen wird technisches Knowhow

wichtiger als Muskelkraft – das kann

nicht zuletzt den Weg zu mehr Diversity in

der Eventwirtschaft ebnen. All diese Kriterien

fließen in das Jury-Urteil für den Green

Event Space Contest ein.“

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VPLT MAGAZIN 94 • 75


Mit Sicherheit fit für

den Neustart – DPVT 2.0!

Die aktuelle Situation hat uns alle zweifelsohne vor große Herausforderungen

gestellt und die Lösungsstrategien waren und sind durchaus unterschiedlich.

Des Öfteren wurde uns nun schon die Möhre des Neustarts vor die Nase gehalten

und immer wieder kurzfristig weggezogen. Und mittlerweile sind wir so lange off,

dass die meisten von uns wohl wirklich neu anfangen müssen – oft mit neuem

Personal und/oder neuen Strukturen und veränderten Gegebenheiten.

Es stellen sich heute ganz andere Fragen, als noch

vor einem Jahr gedacht: Passen meine Strukturen

noch? Habe ich die richtigen Geschäftsfelder? Und

die richtigen Mitarbeiter dafür? Habe ich überhaupt

Mitarbeiter? Wie kompensiere ich die vielen nicht

mehr verfügbaren ehemaligen Solo-Selbständigen?

Trainings für Mitarbeiter stehen an, ähnlich wie nach

langer Krankheit eine Art Wiedereingliederung. Sind

alle Rigger fit genug für ihren Job? Sind alle Weiterbildungen

erfolgt? Ist das Material geprüft? Handgriffe,

die früher für alle selbstverständlich waren, müssen

neu eingeübt werden.

DPVT-Unternehmenszertifizierung

als Leitfaden

Für alle diese Themen ist die DPVT-Unternehmenszertifizierung

ein guter Leitfaden. Damit durchforsten

und überprüfen Sie das gesamte Unternehmen. Sie

nehmen alle Schnittstellen unter die Lupe und definieren

und arbeiten gegebenenfalls fehlende Positionen

nach. Denn: Mit der DPVT-Zertifizierung schauen Sie

nicht nur in einzelne Teilbereiche, sondern in Ihr Unternehmen

in Gänze.

76 • VPLT MAGAZIN 94


ECONOMIC DPVT

Unsere Kunden berichten einstimmig, wie sehr ihnen

dieser einmalige Prozess geholfen hat und wie viel

sie im Rahmen dieser Zertifizierung über ihr eigenes

Unternehmen gelernt haben. Gleichzeitig definieren

und hinterlegen sie alle wichtigen Prozesse, was zum

Beispiel die Eingliederung von neuen Mitarbeitern

deutlich erleichtert und verbessert. Und natürlich profitieren

auch alle Kurzarbeits-Rückkehrer von diesen

Unterlagen – oder kommen durch die Erarbeitung der

Prozesse gut wieder im Arbeitsalltag an. Von der Motivation,

seine eigenen Ideen einbringen zu können,

ganz zu schweigen. Last but not least ist die DPVT-Zertifizierung

für Kunden ein wichtiges Auswahlkriterium.

Denn mit der Beauftragung eines zertifizierten Unternehmens

werden sie ihrer Auswahlverantwortung gerecht

und vermindern ihr Haftungsrisiko.

Digitale Datenbank

Gleichzeitig hat die DPVT die Zeit der Lockdowns genutzt,

um sich technologisch und inhaltlich erheblich

weiterzuentwickeln: Wir haben den Fragenkatalog –

die Basis der gesamten Zertifizierung – mit dem Beirat

der DPVT überarbeitet und ergänzt. Diese aktualisierte

Version haben wir digitalisiert und in eine Datenbank

überführt, in der wir ab sofort arbeiten. Unsere

Kunden können dort immer und von überall zugreifen

– DPVT 2.0! Der Vorteil für die zu zertifizierenden Unternehmen:

Wir stellen ihnen eine deutlich verbesserte

Arbeitsumgebung zur Verfügung. Und es gelingt ihnen

nun leichter, alle Fragen an die jeweils zuständige

Fachabteilung zur Bearbeitung zu delegieren.

Selbstverständlich bleiben wir nicht stehen: Es gibt

neue Themen auf der Agenda und diese arbeiten wir

im nächsten Release in den Fragenkatalog ein. Dazu

gehören Nachhaltigkeit, Unternehmens- und Rechtsnachfolge

und weitere aktuelle Anpassungen.

Kerngedanke Sicherheit

Vor allem wollen wir aber den Kern der DPVT-Zertifizierung

nicht vergessen und der lautet Sicherheit!

Der Grundgedanke der DPVT war und ist immer die

Sicherheit – die der Mitarbeitenden auf den Produktionen

und die der Besucher. Beides geht Hand in Hand

und ist gleichermaßen wichtig. Und diesem Ziel hat

sich die DPVT verpflichtet: Sicheres Arbeiten in der

Veranstaltungswirtschaft.

Weitere Informationen unter

www.dpvt.org oder info@dpvt.org

VPLT MAGAZIN 94 • 77


malkus erhält DPVT-Zertifikat

Das Iserlohner Unternehmen malkus Veranstaltungstechnik hat die ruhigere

Zeit genutzt und sich dem Zertifizierungsprozess der Deutschen Prüfstelle

für Veranstaltungstechnik (DPVT) unterzogen. Bestehende Prozesse und

Abläufe wurden überprüft, gegebenenfalls optimiert und angepasst, neue

Prozesse im Team entwickelt und gemeinsam trainiert. Das DPVT-Siegel für

Dienstleistungsunternehmen der Veranstaltungstechnik wurde in Zusammenarbeit

mit führenden Experten der Branche entwickelt und geht somit – neben den

bekannten Kriterien für die Bewertung von Qualitätsmanagementsystemen –

auf die Regelwerke und Normen im Bereich der Veranstaltungstechnik ein.

78 • VPLT MAGAZIN 94


ECONOMIC DPVT

Sichere und regelkonforme Abläufe

Während des Produktionsaudits, das im Rahmen einer

Produktion in Dortmund stattgefunden hat, hat die

DPVT die Umsetzung und Konformität in Bezug auf geltende

Normen und Richtlinien als auch die Umsetzung

der bereits auditierten Prozesse bewertet. Die Zertifizierung

bescheinigt nun, dass die Mitarbeiter der malkus

GmbH auch im Arbeitsalltag professionelle, sichere und

regelkonforme Abläufe sicherstellen. Mit der Zertifizierung

präsentiert sich das Unternehmen als kompetenter

und sicherer Dienstleister in der Veranstaltungsbranche.

Objektive Qualitätsbewertung

Die unabhängige Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik

hat der malkus GmbH bescheinigt, dass

alle Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt werden.

Die DPVT hat die objektive Qualitätsbewertung durch

einen umfangreichen Fragebogen und drei unabhängige

Audits vorgenommen. Die Auditoren und der Fragebogen

betrachteten allgemeine Betriebsprozesse wie zum

Beispiel Projektmanagement und Projektplanung, aber

auch die Logistik und die Materialdisposition des Unternehmens.

Ein sehr wichtiger Bestandteil des Zertifizierungsprozesses

war außerdem die Planung und Umsetzung von

Qualifizierungsmaßnahmen sowie der Gesundheitsschutz

und die Arbeitssicherheit. Darüber hinaus sind

die Managementsysteme in Bezug auf Controlling und

Finanzplanung, Kalkulation und Lohnkosten Teil des

kaufmännischen Audits gewesen.

Zahlreiche Vorteile

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Mitarbeiter sind

in einem zertifizierten Unternehmen gut aufgehoben,

da die Arbeitnehmerfürsorge sichergestellt ist und bei

malkus als Teil der Unternehmensphilosophie gelebt

wird. Kunden haben Budgetsicherheit, weil malkus als

zertifiziertes Unternehmen seriös und sicher kalkuliert.

Auftraggeber können sich auf die Leistungsfähigkeit

verlassen, da das Siegel dokumentiert, dass sich das

Veranstaltungstechnik-Unternehmen der Auftragsverantwortung

bewusst ist und sich allen aktuellen Normen

und Qualitätsstandards verpflichtet. Dem Auftraggeber

ist das Siegel der DPVT-Zertifizierung somit eine wertvolle

Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Denn DPVT-zertifizierte

Unternehmen weisen nach, dass sie sich an

Normen und Qualitätsstandards halten, ihr Personal adäquat

qualifizieren, weiterbilden und bezahlen, Kunden

fair und kompetent beraten und alle Arbeiten mit der

gebotenen Sorgfalt ausführen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dpvt.org


TECHNIKER | STAGEHANDS | EVENTCREW | VENUE SERVICE

Werkvertragliche Komplettlösungen und Arbeitnehmerüberlassung

+49-711-4079 4484 DISPO@DIE-TEAM-SOLUTION.DE WWW.DIE-TEAM-SOLUTION.DE


Die leichte Revolution

der mobilen Stromversorgung

Gerade im Veranstaltungsbereich muss eine mobile Stromversorgung häufig

für nur kurze Zeit errichtet werden. Dafür müssen oft innerhalb enger Zeitpläne

einige hundert Meter Kupferkabel transportiert, ausgelegt und wieder eingeholt

werden. Wäre es da nicht wünschenswert, wenn diese Arbeiten leichter,

schneller, effizienter und kostengünstiger ausgeführt werden könnten?

Dieser Wunsch kann jetzt verwirklicht werden.

Das innovative Kabelkonzept ALUKAFLEX® macht

sich die Vorteile des geringen Gewichtes und niedrigeren

Preises von Aluminium zu eigen. Das Aluminium

wird zu hochflexiblen, feindrahtigen Leitern (entsprechend

dem Aufbau der Leiterklasse 5, nach DIN

VDE 0295, bzw. IEC 60228) verarbeitet. Hochwertige

Mischungen für Isolation und Mantel erlauben eine

Leitertemperatur bis zu 90°C. Als Mantelwerkstoffe

kommen spezielle, mechanisch hoch beanspruchbare

Gummi- oder PUR-Materialien zum Einsatz, die besonders

temperatur- und witterungsbeständig und – je

nach Ausführung – auch halogenfrei und flammhemmend

sind. Den Aluminium-typischen Eigenschaften

tragen zuverlässigen Verbindungstechniken Rechnung.

80 • VPLT MAGAZIN 93 94


ECONOMIC press release

Inzwischen hat sich das ALUKAFLEX® Kabelkonzept

seit über 5 Jahren in stationären und besonders

bei mobilen Stromversorgungen erfolgreich bewährt.

Die zahlreichen Anwender überzeugt zum einen die

hervorragende Flexibilität und zum anderen die Gewichtsvorteile

von bis zu 50% im Handling und beim

Transport. Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzept

ALUKAFLEX® war dabei die von Beginn an

umfassende und intensive Entwicklungsarbeit der

sicheren Verbindung- und Anschlusstechnik, die den

Eigenschaften von Aluminium Rechnung trägt.

Auf der Prolight & Sound 2019 wurde das ALU-

KAFLEX®-Konzept auch speziell dem Veranstaltungssektor

vorgestellt. Neben der Meterware und

den CEE-Verlängerungen wurde erstmals die ALU-

KAFLEX® CONNECT vorgestellt. Speziell entwickelte

und auf den feindrahtigen Aluminiumleiter abgestimmte

Bi-Metall Stecker-Vorrichtungen bilden in

Verbindung mit der einadrigen ALUKFALEX® Leitung

das innovative, Powerlock kompatible, Stecksystem

für 400A bzw. 600A Anlagen. Inzwischen wurde

den erhöhten Sicherheitserwartungen im Veranstal-

tungsbereich mit einer elektrischen Langzeitprüfung

Rechnung getragen. Hierzu wurden an der TU Dresden

Prüflinge mit den Leiter-Querschnitten 120mm²

und 240mm² zunächst über 3.500h mit den maximal

zulässigen Strömen belastet. In weiteren 500h

wurden die Prüflinge einer Dauerschwellbelastung bis

zum max. zulässigen Strom unterzogen. Eine Kurzschlussstromprüfung

rundet die Prüfreihe ab. Die

während der Langzeitprüfung wiederholt gemessenen

Widerstände der Crimp- und Steckverbindungen bestätigten

deren Standfestigkeit. Dabei konnte auch

die Forderung der VDE 0100-520 (Errichtung von

Niederspannungsanlagen) bestätigt werden, „dass die

Temperatur an einer Klemme (hier Pressverbindung)

zu begrenzen ist, damit die höchst zulässige Temperatur

der Leiterisolation der verwendeten Leitung nicht

überschritten wird“.

Diese Forderung ist bei der Verwendung einer Standard

Gummi-Kupferleitung H07RN-F mit zulässigen Leitertemperaturen

bis 60°C durchaus kritisch zu betrachten,

da die Temperaturen der Steckverbinder bei den

zulässigen Strömen deutlich höher werden können.

Kooperation


Adam Hall Group

Das Adam Hall Experience Center in Neu-Anspach: innovativer Veranstaltungsort für das Weiterbildungsformat PROseminare.

DEAplus + Adam Hall Group proud to present

Weiterbildungsformat PROseminare

2021: von der Branche für die Branche

Nach der pandemiebedingten Pause im vergangenen Jahr starten die Deutsche

Event Akademie und der Kooperationspartner Adam Hall Group ab Mitte August

2021 wieder gemeinsam durch.

Die Weiterbildungschancen im Experience Center

der Adam Hall Group im hessischen Neu-Anspach

in der Nähe von Frankfurt am Main sind gezielt ausgerichtet

auf die inhaltlichen und methodischen Anforderungen

der Veranstaltungsbranche. Im Mittelpunkt

steht die Weitergabe von zukunftsgerichtetem

Fachwissen und handlungsorientierte Kompetenzen

mit viel Praxisbezug.

Im Themenbereich Technik können Kenntnisse vertieft

und neues Know-how entwickelt werden; beispielsweise

in Medientechnik, Lichtdesign, zu Schallpegelmessungen

und dem Einsatz von LED Perimeter Systemen bei

Sportevents. Neu konzipiert ist das Meister Update zur

Umsetzung von Räumungs- und Evakuierungskonzepten.

Gefragte Zusatzqualifikation bietet die Weiterbildung

zur „Veranstaltungsleitung gemäß IGVW SQO6“.

82 • VPLT MAGAZIN 94


PARTNER DEAplus

Innovative Skills ergeben sich aus den Seminarworkshops

„Compliance in der Veranstaltungsbranche“,

„Kommunikation + Fehlerkultur“ und „Storytelling

live – online – hybrid“. Die Kooperation der Deutschen

Event Akademie mit der Adam Hall Group ermöglicht

neben fachlichen und räumlichen Gemeinsamkeiten

viele Synergien und bei Bedarf vielfältige Möglichkeiten

für die Kompetenzvermittlung der DEAplus, beispielsweise

ein voll ausgestattetes Auditorium, exzellente

Werkstätten sowie innovativ gestaltete Zonen für

Seminarpausen.

Das digitale PROseminare Programm 2021 inkl. interaktiver

Anmeldemöglichkeit steht für Interessierte unter

www.deaplus.org/PROseminare bereit. Einen kompletten

Einblick in alle DEAplus Weiterbildungschancen

gibt es auf der Website www.deaplus.org. Neue

Themen und Termine werden im Laufe des Jahres

ergänzt. Ein regelmäßiger Check des Links lohnt sich!

Dialogorientierte Pausenzonen und kreative Raumgestaltung im Adam Hall Experience Center sind der Rahmen für inspirierendes Weiterbilden.

Adam Hall Group

VPLT MAGAZIN 94 • 83


Free-Photos by pixabay

step2future: Mit Azubi-Workshops Step by Step zur praktischen Anwendung von Veranstaltungs-Know-how.

step2future –

Azubi-Workshops jetzt für alle

Eine Ausbildung zu beginnen, oder mitten in der Ausbildung den Boden unter den

Füßen weggezogen zu bekommen, ist nicht nur emotional eine Herausforderung

für Azubis und Ausbildungsbetriebe. Die Frage ist auch, ob diese Situation eine

Auswirkung auf die Bewertung des jeweiligen Abschlusses haben kann. Alle

verantwortungsbewussten Ausbildungsbetriebe haben in den Zeiten der Corona-

Pandemie so gut es ging versucht gegenzusteuern.

Im August 2020 haben in Hannover drei Kulturzentren

die Kooperation step2future mit der Deutschen

Event Akademie geschlossen und bis Juni 2021 insgesamt

52 Workshoptage für (angehende) Fachkräfte

für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufleute

durchgeführt. Mit ständig aktualisierten Schutz- und

Hygienekonzepten, den daraus resultierenden Maßnahmen

und nur einzelnen Ausnahmen konnten die

Workshops in der Praxis durchgeführt werden.

So konnten nicht nur die praktischen Handlungskompetenzen

gestärkt werden. Genauso wichtig für die

Azubis war der betriebliche und berufsübergreifende

Austausch untereinander. „Du hast aus den Corona-

Zitronen die sprichwörtliche Limonade gemacht!“,

fasste Christoph Lubrich, Technischer Leiter und Ausbilder

im hannoverschen Kulturzentrum Pavillon sein

Feed-back an DEAplus Geschäftsführerin Anke Lohmann

zusammen.

84 • VPLT MAGAZIN 94


PARTNER DEAplus

Tatsächlich hat step2future auch Begehrlichkeiten bei

anderen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben

der Veranstaltungsbranche geweckt, die nicht bei dieser

„geschlossenen Gesellschaft“ dabei waren. Darum

startete die DEAplus im Juni die step2future Workshops

für alle Auszubildenden in allen Ausbildungsbetrieben

mit den ersten fünf Steps.

Für die zweite „step2future“ Workshop-Runde gibt es

bereits wieder neue Termine für September, Oktober

und November. Und weitere Themen und Termine

sind zurzeit in Planung. Soviel ist sicher: step2future

wird erhalten bleiben, auch wenn die pandemiebedingten

Einschränkungen (hoffentlich) bald nicht mehr so

gravierend sind. Schließlich kann nicht jeder Ausbildungsbetrieb

die ganze Bandbreite der Ausbildungsverordnungen

vollumfänglich abdecken. Und manchmal

hilft auch ein „frisches Gesicht“ im Sinne von

erfahrenen Trainerinnen und Trainern. Und nicht zu

unterschätzen das Lernen in der Peergroup.

Alle Informationen zu den geplanten step2future

Azubi-Workshops stehen auf der DEAplus Website

bereit. Weitere Themenwünsche, Zusatzinformationen

sowie Antworten auf die ergänzenden Fragen

von Ausbildungsverantwortlichen und Auszubildenden

gibt es per E-Mail an info@deaplus.org sowie

telefonisch unter +49 (0)511 27074771.

Azubis stellen im fachübergreifenden step2future Veranstaltungsprojekt ihre neuen Kompetenzen unter Beweis.

Paul Schwendel

VPLT MAGAZIN 94 • 85


Gerd Altmann by pixabay.com

Nach der Sommer-Uni ist vor der Winter-Uni

DEAplus Programmplanung gestartet – Themenvorschläge erwünscht

In 2020 als „Notmaßnahme“ geboren, haben sich die

Live-Online-Seminare und -Workshops im Programm

der Deutschen Event Akademie inzwischen fest etabliert.

Und viele Teilnehmende haben sich bei der 16.

Sommer Uni für dieses Seminarformat entschieden.

Die Mehrheit hat allerdings bewusst die Präsenzform

gewählt und das Wiedersehen und den direkten Austausch

mit Kolleg*innen geschätzt.

Mit diesen Erfahrungen hat die Planung für das Programm

der 7. DEAplus Winter Uni Fahrt aufgenommen. Vom 13. bis

17. Dezember 2021 wird es wieder einen Mix aus Live-Online-Seminaren

und Präsenzveranstaltungen geben.

Persönlichkeit, Technik, Sicherheit, Organisation und Best

Practice sind die Kategorien der Angebote für alle Beteiligten

der Veranstaltungsbranche und natürlich haben die Wiederholungsunterweisungen

für die Sachkunde Anschlagmittel

und Verwendung von Persönlicher Schutzausrüstung gegen

Absturz auch wieder ihren festen Platz.

Anregungen und Themenwünsche sind erwünscht und werden

gerne angenommen.

Voraussichtlich ab Mitte September steht das Winter Uni

Programm unter www.deaplus.org/Winter zum Download.

Interessierte, die die Veröffentlichung nicht verpassen möchten,

können sich per E-Mail an info@deaplus.org vormerken

lassen und bekommen direkt bei Erscheinen des Winter Uni

Programms den Link zugeschickt.

Vorfreude auf Weiterbildungschancen bei der DEAplus Winter Uni 2021

86 • VPLT MAGAZIN 94


Weiterbildungschancen auf www.deaplus.org checken

Weiterbildungs-Highlights der Deutschen Event Akademie im 2. Halbjahr 2021,

bei denen derzeit – Redaktionsschluss 30.7.2021 – noch (Ihr) Platz frei ist:










Der Vorbereitungs-Lehrgang auf die Prüfung „Meister*in für Veranstaltungstechnik“ wird aufgrund hoher

Nachfrage in diesem Jahr ein drittes Mal angeboten. Start: 18. Oktober 2021

Beim „Upgrade zur Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ gibt es Know-how entsprechend IGVW

SQQ1 kompakt für Elektrofachkräfte nach VPLT SR 4.0 oder Fachkräfte für Veranstaltungstechnik

nach der Ausbildungsverordnung von 2002. Start: 18. Oktober 2021

Die dreitägige Qualifizierung zur „Aufsicht führenden Person“ gemäß DGUV I 215-322 bereitet auf

den in Zusammenarbeit mit einer Bühnen-/Studiofachkraft festgelegten Rahmen vor, Proben zu beaufsichtigen

und einfache Aufführungen durchzuführen, bei denen keine szenischen Veränderungen

vorgenommen werden. Start: 6. Oktober 2021.

Rettungsrigger*in – Ziel der fünftägigen Weiterbildung ist es, Spezialist*innen auszubilden, die unter

größtem physischem und psychischem Stress in der Lage sind, Rettungen in Höhen speziell in der

Veranstaltungstechnik durchzuführen. Start: 25. Oktober 2021

Upgrade für Elektrofachkräfte nach igvw SQQ1: Mobile Stromerzeuger. Dieses Erweiterungs-Modul

für Elektrofachkräfte für Veranstaltungstechnik vermittelt die notwendige Mindestkompetenz für den

Einsatz mobiler Stromerzeuger in der Veranstaltungstechnik. Start: 10. Oktober 2021

Für alle, die die Kompetenz zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel (Arbeitsmittel) benötigen, jedoch

nicht über Kompetenz als Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik verfügen, wurde diese dreitägige

Qualifizierung in Absprache mit den Unfallkassen konzipiert. Start: 15. November 2021

Basiswissen Veranstaltungstechnik ist für alle diejenigen konzipiert, die regelmäßig mit Veranstaltungstechnik

in Berührung kommen und sich fundiertes Basiswissen zu Fragen des Einsatzes und der Sicherheit

aneignen möchten. Start: 15. November 2021

VectorWorks SPOTLIGHT, viertägiger CAD-Grundlagen-Workshop für effiziente Planung im Bereich

Bühne + Beleuchtung. Start: 30. November 2021

Wiederholungsunterweisungen – regelmäßig vorgeschriebene Auffrischung von Know-how, für Elektrofachkräfte,

Befähigungsscheininhaber*innen nach §20 SprengG, Brandschutzbeauftragte und Aufsicht

führende Personen. Termine auf der DEAplus Website

DEAplus exklusiv:

(Fast) alle Seminare, Workshops, Trainings und Wiederholungsunterweisungen können auch direkt vor Ort

mit individuellen, an die eigene Unternehmenssituation angepassten Konzepten durchgeführt werden.

Individuelle Beratung zu den Zulassungsvoraussetzungen und finanziellen Fördermöglichkeiten (zum Beispiel

für Meister*innen-Fortbildungen) gibt es beim DEAplus Team per E-Mail info@deaplus.org und telefonisch

+49 (0)511 27074771.

VPLT MAGAZIN 94 • 87


eady4future:

Impulse für die Veranstaltungsbranche

DEAplus koordiniert EU-Weiterbildungsprojekt

Während in der weltweiten Krisensituation,

ausgelöst durch die Corona-Pandemie,

die internationale Veranstaltungswirtschaft

weitestgehend zum Erliegen

gekommen ist, wird im transnationalen

Erasmus+-Projekt ready4future an der

Identifizierung der in Zukunft essenziellen

Kompetenzen von Soloselbständigen

in der Veranstaltungsbranche

gearbeitet. Auf nationaler und internationaler

Ebene haben inzwischen virtuelle

Konferenzen, digitale Kaminabende,

hybride Meetings und Workshops sowie

spezielle Event-Formate stattgefunden.

Zentrale Themen und Fragestellungen

des EU-Projektes sind: Welche Auswirkungen

hat die Corona-Krise auf die

Eventwirtschaft? Welche europäischen

Lösungswege unterstützen Fachkräfte

auf ihrem Weg in die berufliche und

unternehmerische (Branchen-)Zukunft?

Wie kann die persönliche und auch die

Resilienz der Veranstaltungsbranche

erhöht werden?

Ergebnisbericht: Hybrides

Projektmeeting in Brüssel

und ganz Europa

Ursprünglich als Präsenzveranstaltung

geplant, wurde das transnationale Partnermeeting

Anfang Juli 2021 als Hybrid-Event

durchgeführt. So war es allen

Projektmitwirkenden – unabhängig von

Reisebeschränkungen – möglich, aktiv

an den Workshops, Diskussionen und

Arbeitsgruppen teilzunehmen. Konkrete

Einblicke in die aktuelle Arbeit in Kultur-

und Dienstleistungsunternehmen

sowie die Situation von Selbständigen

und Freelancern brachten zum Teil

geradezu erschütternde Erkenntnisse

über die persönliche und berufliche

Situation der Branchenzugehörigen.

Andererseits weckten bzw. verstärkten

diese Erkenntnisse die Motivation

der Projektbeteiligten mit konkreten

Impulsen und zielgruppenspezifischen

(Beratungs- und Weiterbildungs-)Angeboten,

das innovative Know-how und

das Beschreiten von neuen Wegen für

die (Branchen-)Zukunft zu ermöglichen.

Synergien mit weiteren

wichtigen EU-Projekten der

Veranstaltungswirtschaft

Wie die meisten der geplanten Projekttermine

wurde auch die Konferenz

„Learning to be“ im Rahmen des parallel

laufenden EU-Projektes TeBeVAT

live-online durchgeführt. Europäische

Bildungsexpert*innen wie Prof. Mark

Brown vom National Institute for Digital

Learning der Dublin City University

gaben wertvollen Input für digitales

Lernen und innovative Bildungskonzepte.

Im Mittelpunkt stand das Nachweisen

von Qualifikationen, die in kurzen,

transparenten Kursen oder Modulen

erworben werden (Microcredentials).

Der Live-Online-Austausch im Rahmen

der Konferenz „Learning to be“

lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Gerade für die Veranstaltungsbranche

sind die Überlegungen zu den

Microcredentials so elementar wichtig,

weil sie sich an der Lebens- und Berufsrealität

der Fachkräfte orientieren.

Eine wichtige Chance, Lernen flexibel

zu gestalten und vorhandene fachbereichsübergreifende

Fähigkeiten und

Fertigkeiten besser darzustellen.

Projektimpulse für das

Programm der DEAplus

Gezielt wirken sich Ergebnisse und

noch laufende Prozesse des EU-Projektes

ready4future auf das Weiterbildungsprogramm

der Deutschen Event

Akademie aus. Zielgruppenspezifische

Kurse, beispielsweise für Existenzgründer*innen

in der Veranstaltungsbranche

sowie die Weiterentwicklung

von Fortbildungskonzepten resultierten

aus der Projektarbeit.

88 • VPLT MAGAZIN 94


PARTNER DEAplus

Durch das fachbereichsübergreifende,

transnationale Partnernetzwerk sind

umfassende Impulse aus der Beratungs-

und Bildungsarbeit in Zeiten

der coronabedingt herausfordernden

wirtschaftlichen Situation spezieller

Branchen entstanden. Insbesondere

Art und Formate für das Erlebbarmachen

von neuem Wissen können aufgrund

konkreter Praxisimpulse in das

branchenspezifische Weiterbildungsprogramm

der DEAplus einfließen.

Einjähriges Projekt stellt

prekäre Lage Selbständiger

in den Mittelpunkt

Mit dem Ziel, insbesondere die prekäre

Lage selbständiger Einzelunternehmen

der Veranstaltungsbranche

intensiv zu beleuchten, ist das europäische

Netzwerkprojekt ready4future

im Oktober 2020 gestartet. Das Projekt

ist auf die fachliche Qualifizierung

und ergänzende Skills für Selbständige

und Ein-Personen-Unternehmen in

der Messe- und Veranstaltungswirtschaft

ausgerichtet. Die Koordination

des transnationalen Projektes liegt

in den Händen der Deutschen Event

Akademie.

Das zunächst einjährige EU-Projekt

wird kofinanziert durch das Programm

Erasmus+. Projektpartner sind Branchenvereinigungen,

Hochschulen, Beratungsunternehmen

und Bildungseinrichtungen

aus Belgien, Deutschland,

Liechtenstein, den Niederlanden und

Österreich. Expertinnen und Experten

aus der Berufsbildung sowie der unternehmerischen

Praxis werden aktiv in

den Projekt-Prozess eingebunden.

Wir bieten Beratung und

Versicherungsschutz rund um

die Veranstaltungswirtschaft

UMFASSEND, INDIVIDUELL, UNABHÄNGIG

Was?

- Betriebshaftpflicht

- Equipment, sowie sonstige

berufliche Risiken

- Betriebliche Altersvorsorge u.v.m.

Für wen?

- Vom Einmann- bis zum Großbetrieb

- Verbände, Vereine, etc.

Branche:

- Veranstaltungs- und Messewirtschaft etc.

www.vdmv.de • 0511 336 52 990

info@vdmv.de

VPLT MAGAZIN 94 • 89


Workshops/Seminare/Fortbildungen 2021

Workshops / Seminare / Fortbildungen 2021

DEAplus - Deutsche Event Akademie GmbH

Stand: 27.07.2021

Kurstitel Dauer Ort Preis

Preis für

Partner

Lernen im Fernen

diverse Themen 1/2 Tag Online 66 € 66 €

Azubi Workshops - Step2future für alle

STEP 2 VK - Technische Veranstaltungsplanung 1 Tag Hannover 210 € 210 €

STEP 3 VT - Der gute Ton 3 Tage Hannover 495 € 495 €

STEP 1 VT - Elektrischer Strom 3 Tage Hannover 495 € 495 €

STEP 1 VK - Gefährdungsbeurteilung in der Praxis 1 Tag Hannover 210 € 210 €

Meister*in für Veranstaltungstechnik und Zertifikatslehrgänge

Meister*in für Veranstaltungstechnik 75 Tage Hannover 8.750 € 7.875 €

Ausbilder-Eignung Prüfungsvorbereitung AEVO KOMPAKT

10 Tage

inkl. Prüfungen!

Hannover 595 € 536 €

Fachmeister*in für Veranstaltungssicherheit (TÜV/DPVT) 20 Tage Hannover 3.950 € 3.950 €

Vorbereitungskurs "Externe Prüfung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik" -

Modulare Buchung möglich!

62 Tage Hannover 3.245 € 2.921 €

Technische Kompetenzen

Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik nach SQQ1 30 Tage Hannover 2.550 € 2.295 €

Kompetenz zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel (Arbeitsmittel) 3 Tage Hannover 475 € 428 €

Veranstaltungsrigging nach SQQ 2 - Level 1 16 Tage Hannover 1.995 € 1.796 €

Veranstaltungsrigging nach SQQ 2 - Level 2 15 Tage Hannover 1.795 € 1.616 €

Rettungsrigger*in 5 Tage Hannover 1.100 € 990 €

Sachkunde für Anschlagmittel und Traversensysteme 3 Tage Hannover 450 € 405 €

Sachkunde Verwendung PSA gegen Absturz 5 Tage Hannover 950 € 855 €

Sachkunde Prüfen von PSA gegen Absturz (DGUV Grundsatz 312-906) 3 Tage Hannover 590 € 531 €

Technische Veranstaltungsplanung - Grundlagen Ton-, Licht-, und Videotechnik 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Basiswissen Veranstaltungstechnik 10 Tage Hannover 1.250 € 1.125 €

Einsatz von LED-Perimeter Systemen bei Sportevents 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Grundlagen Lichttechnik 5 Tage Hannover 510 € 459 €

Die schlauen Luxe 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Grundlagen Tontechnik 5 Tage Hannover 510 € 459 €

PA Sound Optimierung 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Sachkunde Schallpegelmessung 2 Tage Hannover 450 € 405 €

Sachkunde Schallpegelmessung 2 Tage Neu-Anspach 450 € 405 €

VektorWorks Spotlight 4 Tage Hannover 590 € 531 €

(Wunder-) kerze vs. Brandschutz 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Grundlehrgang für den Umgang mit Bühnenpyrotechnik (T2) 5 Tage Hannover 1.095 € 1.095 €

Updates und Upgrades

Upgrade für Elektrofachkraft nach SQQ1 - mobile Stromerzeuger 3 Tage Hannover 395 € 356 €

Rigging update 1 Tag Hannover 295 € 266 €

Wiederholungsunterweisung für Elektrofachkräfte 1 Tag Hannover 210 € 189 €

Wiederholungsunterweisung für Elektrofachkräfte 1 Tag Neu-Anspach 210 € 189 €

Wiederholungsunterweisung für das Verwenden von PSA 1 Tag Hannover 111 € 111 €

Wiederholungsunterweisung für Anschlagmittel 1 Tag Hannover 111 € 111 €

Wiederholungsunterweisung für Aufsicht führende Personen 1 Tag Hannover 210 € 189 €

Wiederholungsunterweisung für Brandschutzbeauftragte*r 1 Tag Hannover 210 € 189 €

Wiederholungslehrgang Pyrotechnik 2 Tage Hannover 380 € 330 €

Veranstaltungssicherheit, - recht & Arbeitssicherheit

Gefährdungsbeurteilung 1 Tag Hannover 111 € 111 €

Pyrotechnik update - für Behörden und Institutionen 2 Tage Hannover 550 € 495 €

Veranstaltungsleitung gemäß SQQ6 2 Tage Neu-Anspach 550 € 495 €

Aufsicht führende Person 3 Tage Hannover 520 € 468 €

Brandschutzbeauftragte*r gem. DGUV Information 205-003 8 Tage Hannover 1.595 € 1.436 €

Grundlagen Brandschutz Tag Hannover 210 189 Betreiberverantwortungen und Delegation 1 Tag Hannover 111 € 111 €

Vermischtes

Mathe-Angleich-Kurs 2 Tage Hannover 210 € 189 €

Arbeitsschutzkoordination + störende Faktoren bei Veranstaltungen 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Fliegende Bauten 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Compliance in der Veranstaltungsbranche 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Story Telling: Unterschied Live - online - hybride 1 Tag Neu-Anspach 395 € 356 €

Zusammenarbeit bei Veranstaltungen = Kommunikation + Fehlerkultur 1 Tag Neu-Anspach 295 € 266 €

Sommer Uni pro Tag Hannover 111 € 111 €

Winter Uni pro Tag Hannover 111 € 111 €

Infos Weitere und Seminare, Anmeldung: Termine, www.deaplus.org

Inhouse/Outhouse Schulungen und individuelle Coachings auf Nachfrage!

Weitere Seminare, Termine, Inhouse/Outhouse-Schulungen

Alle Preisangaben ohne Prüfungsgebühren und ggf. Ust.

E-Mail: info@deaplus.org

und individuelle Coachings auf Nachfrage.

Telefon: Infos und +49 Anmeldung: 511 270 747 www.deaplus.org 71

Alle E-Mail: Preisangaben info@deaplus.org ohne Prüfungsgebühren und ggf. Tel: Ust. 0511 270 747 71

Termin

in Planung

06.09.

06.09. - 08.09.

04.10. - 06.10.

05.11.

18.10. - 29.10. + 15.11. - 26.11.2021 + 07.03. -

18.03.2022 + 18.04. - 29.04. + 23.05. - 03.06. +

11.07. - 22.07. + 22.08. - 02.09. + 19.09. -

23.09.2022

07.06. - 15.06.2022

29.11. - 10.12. + 07.02. - 18.02.2022

in Planung für 2022

in Planung für 2022

15.11. - 17.11.

in Planung für 2022

25.10. - 12.11.

25.10. - 29.10.

08.09. - 10.09.

04.10. - 08.10.

15.09. - 17.09.

11.11.

15.11. - 26.11.

20.09.

11.10. - 15.10.

21.09.

13.09. - 17.09.

in Planung

27.10. - 28.10.

01.09. - 02.09.

30.11. - 03.12.

24.11.

in Planung für 2022

10.11. - 12.11.

in Planung

24.11.

16.08.

während der Winter Uni

während der Winter Uni

26.11.

25.11.

25.10. - 26.10.

während der Winter Uni

10.06. - 11.06.

20.10. - 21.10.

06.10. - 08.10.

in Planung

18.10.

in Planung für 2022

23.09.

13.10.

08.09.

14.10.

22.09.

19.07. - 23.07.

13.12. - 17.12.

90 • VPLT MAGAZIN 94


Lebenslanges Lernen –

bei der DEAplus keine leeren Worte

Die Deutsche Event Akademie steht mit ihrem Programm für Lebenslanges Lernen,

und auch intern werden die Mitarbeitenden und Dozierenden kontinuierlich über

den aktuellen Bedarf hinaus fortgebildet: Bildung just-in-time.

Die Bedarfsermittlung erfolgt über Gespräche mit

den Mitarbeitenden, eigene Anregungen und Wünsche

der Beschäftigten, Aufgabenänderungen innerhalb

der Organisation und somit des Anforderungsprofils

bzw. Tätigkeitsbeschreibungen sowie rechtlichen

Grundlagen.

So haben alle im Team der DEAplus beispielsweise

auch die Möglichkeit während der Sommer- und

Winter-Uni bis zu zwei Tagesseminare entsprechend

ihren Wünschen und Anforderungen zu wählen, oder

an Vorträgen im Rahmen von Messen und Fachtagungen

teilzunehmen.

Mit Fort- und Weiterbildungen werden Mitarbeitende

gezielt befähigt, derzeitigen und zukünftigen Anforderungen

an ihrem Arbeitsplatz und in der Firmenstruktur

noch besser gerecht zu werden und die berufliche Entwicklung,

sowie die Motivation zu fördern.

Den Dozierenden der DEAplus werden mindestens

einmal jährlich speziell konzipierte Schulungen angeboten.

In den Train-the-Trainer-Weiterbildungen

2021 lag der Fokus auf neuen Methoden und didaktischen

Impulse für Live-Online-Seminare mit

Claudia Borowy. Denn für die Vermittlung von Weiterbildungsinhalten

in Live-Online-Seminaren müssen

andere Strukturen der Aufbereitung gewählt und

verfeinert werden als im Präsenzunterricht.

Neue VPLT-Mitglieder seit Mai 2020

Ordentliche Mitgliedschaft

• Lightworx Eventtechnik

• SPG system provider Production Group GmbH

• EMT Event-Media-Tec GmbH

• soliri GmbH

Angeschlossene Mitgliedschaft

• Jens Sievers

• Klaus Schäfer

• Marc Raymond

• Kevin Schröter

• Alexandra von Samson

• Martin Höfling

VPLT MAGAZIN 94 • 91


Eine ganzheitliche

Interessenvertretung

im Sinne der

Veranstaltungswirtschaft!

MITGLIED WERDEN!

Wir alle profitieren von einer Mitgliedschaft: Dienstleister, Entwickler,

Vertriebe, Hersteller, Systemintegratoren, die Auszubildenden und

Studenten der Medien- und Veranstaltungstechnik.

Der VPLT steht seit mehr als 35 Jahren an der Seite der Menschen

und Unternehmen, die die Grundlagen für Unterhaltung und

Information schaffen.

www.vplt.org

Wir fördern die Aus- und Fortbildung

Wir arbeiten an der Erstellung technischer Richtlinien

Wir sind die Interessenvertretung gegenüber Medien und Messen

Wir bieten den Rahmen für integrative Zusammenarbeit

Wir liefern Informationen über technische Neuerungen

Wir betreiben Imagepflege durch intensive Öffentlichkeitsarbeit

Wir vermitteln Kontakte und knüpfen Netzwerke

Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.

Wohlenbergstr. 6

30179 Hannover

✆ 0511 270 747 4

info@vplt.org

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