GO Fair in Mainz - ELAN

elan.rlp.de

GO Fair in Mainz - ELAN

Editorial

Liebe LeserInnen, liebe ELAN-Engagierte,

2008 geht zu Ende und eigentlich wäre in der

Adventszeit Langsamkeit angesagt.

Stattdessen ist das ELAN-Team in die neuen

Büroräume in die Frauenlobstraße in Mainz

umgezogen. Somit steht zum Jahresende noch

mal viel Arbeit an, bevor der Moment des Innehaltens

und Nachdenkens über Vergangenes im

Jahr 2008 erfolgen kann.

Und es hat sich viel in den letzten Monaten entwickelt:

ELAN ist im Gespräch mit der Landesregierung

zu verbindlichen Sozial- und Umweltstandards

und trägt das Thema in die breite

Öffentlichkeit. Die ELAN-Fairhandelsberatung

hat sich etabliert, RückkehrerInnen beginnen

sich in Netzwerken und für die Bildungsarbeit

zu engagieren. Wir haben die Regionalkonferenz

West zur Entwicklungspolitik in den Bundesländern

ausgerichtet, von der entscheidende

Impulse für die bundesweite Entwicklungszusammenarbeit

ausgehen. Und wir haben nicht

zuletzt durch eine große Fairhandelsaktion Lobbyarbeit

für unsere Themen im rheinland-pfälzischen

Landtag gemacht.

Im Oktober hat die ELAN-Mitgliederversammlung

die Bedeutung der im Land etablierten

Partnerschaften heraus gearbeitet: Partnerschaft

sind Lerngemeinschaften, in denen all

das, was die Welt heute bewegt, sichtbar wird.

Die Weltwirtschaftskrise rückt uns in Deutschland

näher, die Existenz unserer Partner in

den Entwicklungsländern ist aber bereits jetzt

gefährdet. Über die Partnerschaften verlieren

weltweite Probleme ihren abstrakten Charakter

und werden greifbar, sind nicht nur abstrakte

Mitteilungen in der Presse.

Eine Stärke der Aktionsgruppen und Vereine in

Deutschland liegt darin, die Anliegen ihrer Partner

im Süden hier im Land vor Ort weiterzutragen.

ELAN konnte auch in 2008 diese Arbeit finanziell,

organisatorisch und inhaltlich stützen.

Allen, die dabei ideell und materiell geholfen

haben, sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Das Team von ELAN und der Vorstand wünschen

ihnen einen guten Start ins Neue Jahr und freut

sich auf die vielen Kooperationen in 2009!

Achim Dührkoop

Vorstand ELAN

Rundbrief

Jahrestagung . . . . . . . . . . . . . 2

Entwicklung heißt Partnerschaft

Mitgliederversammlung . . . . . 3

Blick zurück und dann nach vorn

ELAN Projekte . . . . . . . . . . . 4-5

ELAN mobil, Rückkehrerprogramm

2/2008

Neue ELAN-Mitglieder . . . . . . . 6

Mitglied werden

Aktionen von Mitgliedern . . . . 7

Voll Gut – Mach mit, MALI-Hilfe

Und sonst? . . . . . . . . . . . . . . . 8

Literatur, Termine, Impressum

GO Fair in Mainz

von Stefanie Schaffer,

ELAN

Eine Stadtrallye rund um die Themen „Nach-

haltiges Beschaffungswesen“ und „Corporate

Social Responsibility“ steht im Mittelpunkt des

neuen Projekts „Der Blick hinter die Kulissen:

Wie fair beschaffen die Akteure unserer

Stadt?“.

Eröffnung des Projektes durch Oberbürgermeister Jens Beutel mit SchülerInnen der

Sophie-Scholl-Schule sowie VertreterInnen von ELAN und des Umwelt- und Bildungsministeriums

(Foto: Nora Trietsch)

Dabei treffen SchülerInnen mit VertreterInnen

der Stadtverwaltung und von Unternehmen zusammen.

Es gilt herauszufinden, was und wo öffentliche

Beschaffer einkaufen und unter welchen

sozialen und ökologischen Bedingungen

die Produkte hergestellt werden. Ziel des Projekts

ist es, für ein nachhaltiges Beschaffungswesen

zu werben.

Am 24. September 2008 eröffnete der Mainzer

Oberbürgermeister Jens Beutel das landesweite

Projekt. Sechzehn SchülerInnen der Sophie-

Scholl-Schule nutzten die Gelegenheit, einen

Blick hinter die Kulissen der Mainzer Stadtverwaltung

zu werfen. Bei der Stadtrallye „Go fair

in Mainz“ fühlten sie der Einkaufspraxis der

Verwaltung auf den Zahn: wird beim Einkauf

von Kaffee, Schnittblumen, Pflastersteinen und

Dienstkleidung auf die Einhaltung von Sozial-

und Umweltstandards geachtet?

In Mainz und Trier, wo das Projekt am Auguste-Victoria-Gymnasium

realisiert wurde, bemüht

man sich, nur Produkte einzukaufen,

die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt

wurden. Allerdings erachten es die Vertreter

beider Stadtverwaltungen als schwierig,

die Zusagen der Lieferanten, soziale Kriterien

einzuhalten, zu überprüfen.

In Alzey werden die SchülerInnen der 10. Klasse

des Gymnasiums am Römerkastell im Rahmen

der Stadtrallye der Einladung des Bürgermeisters

in den Stadtrat folgen. Dort wollen

sie die Stadträte von der Verabschiedung eines

Beschlusses gegen die Anschaffung von

Produkten, die aus ausbeuterischer Kinderarbeit

stammen, überzeugen. Dazu wollen die

SchülerInnen Informationsblätter erstellen,

eine Pressemitteilung verfassen und Unterschriften

sammeln. Schauplätze der sich anschließenden

Stadtrallyes sind Rockenhausen

und Andernach.

2009 soll das Projekt landesweit mit Schulen

in Kommunen realisiert werden. Wer Interesse

hat, meldet sich bitte in der Geschäftsstelle

von ELAN bei Stefanie Schaffer. •


2 ELAN-Rundbrief 2/2008 Jahrestagung

Entwicklung heißt Partnerschaft – auf Augenhöhe

Von Esther Kronsbein, Ehrenamtliche

Ganz unterschiedliche Modelle von Partner-

schaften wurden auf der ELAN-Jahrestagung

am 25. Oktober 2008 in Bad Münster am Stein

beleuchtet. „Entwicklung heißt Partnerschaft“

lautete das Tagungsthema, zu dem sich Vertre-

ter des Landes, der Nichtregierungsorganisati-

onen und der Kirchen auf der Ebernburg aus-

tauschten.

Partnerschaft ist in der deutschen Sprache ein

vieldeutiger Begriff. Hierauf verwies Achim Dührkoop

, Gemeindedienst Mission und Ökumene,

bei seiner Einführung. In der Entwicklungspolitik

und Kirchenarbeit beinhaltet der Begriff

eine gegenseitige Lerngemeinschaft. Die Zusammenarbeit

muss unter den Prämissen des

Miteinanders, gegenseitigem Respekt und der

Solidarität stattfinden. Wirtschaftlicher Erfolgsdruck

darf ebenso wenig im Vordergrund stehen

wie unreflektierte Wohltätigkeit.

Das in Rheinland-Pfalz wohl bekannteste Partnerschafts-Modell

stellte die Geschäftsführerin

des Vereins Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Ruanda,

Marion Hilden-Ahanda, vor. Das Koordi-

ELAN-Schreibwerkstatt

zur Reportage

von Johanna Diehl,

Seminarteilnehmerin

Mainz. Samstagmorgen um 9 Uhr. Zwölf erwar-

tungsfrohe Engagierte aus dem entwicklungs-

politischen Umfeld trafen im Haus Maria Frie-

den in der Mainzer Innenstadt ein. Das Ziel

der Hochmotivierten: Im ELAN-Workshop das

Handwerk des Reportageschreibens zu lernen

oder zu perfektionieren.

Den journalistischen Input lieferte Stefan

Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers.

Er bot nicht nur umfassendes Wissen über

das Verfassen von Texten, sondern auch eine

nationsbüro in Kigali leistet Hilfe zur Selbsthilfe,

indem es Projektanträge der Einheimischen

prüft und die Realisierung begleitet. Diese Arbeit

sowie das Verteilen von Hilfsgütern wird

möglich durch die fachlich-organisatorische

und finanzielle Unterstützung des Mainzer

Vereins, der Landesregierung sowie Spender.

Gelebt wird die Partnerschaft in Begegnungen

zwischen rheinland-pfälzischen und ruandischen

Partnern im Rahmen von Schulpartnerschaften,

oder die von Vereinen oder Kirchen

organisiert werden.

Zu der seit 1960 bestehenden Bolivien-Partnerschaft

des Bistums Trier sprach Ludwig Kuhn

von der Diözesanstelle Weltkirche. Wichtige

Anliegen der Partnerschaft sind die Kooperation

in Entwicklungsprojekten und kirchlichen

Initiativen, insbesondere im ländlichen

Bereich, sowie das wachsende Bemühen um

Verständnis und Wertschätzung der kulturellen

wie religiösen Identität. Gegenseitige Begegnungsreisen

und die Gestaltung der jährlichen

Bolivien-Partnerschaftswoche haben dazu

viele Impulse gegeben. Wichtiger Aspekt ist

zudem die gesellschaftliche und politische

Mitverantwortung in der Partnerschaftsarbeit.

Gemeinsam von Trier und Bolivien aus haben

sich die Partner engagiert für einen weitreichenden

Erlass der Auslandsverschuldung. Der

Referatsleiter der Abteilung Weltkirche, Trier,

verwies des Weiteren auf den gegenseitigen

Austausch von Freiwilligen nach Deutschland

und Bolivien sowie das partnerschaftliche Engagement

für den Fairen Handel.

wunderbar leichte Art, dieses Wissen zu vermitteln.

Auf diese Weise hatten die TeilnehmerInnen

schon bald eine Vorstellung davon,

was eine gute Reportage ausmacht. Doch bei

der Theorie sollte es nicht bleiben. Die Lernwilligen

wurden in Kleingruppen in die Stadt

geschickt, um Interviews zu führen und Material

für den eigenen Text zu sammeln. Schnell

Chefredakteur Stefan Schröder (Foto: Mittler)

Über ein anderes Modell berichtete Prof. Dr.

Siegfried Englert, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen

Wirtschaftsministerium. Die

fast 20jährige Partnerschaft des Bundeslandes

mit der chinesischen Provinz Fujian beinhaltet

Reisen rheinland-pfälzischer Unternehmer

nach Fujian sowie den Austausch von

Studenten. Letzterer dient laut Englert vor allem

der Ausbildung chinesischer Fachkräfte,

die bereit sind, Reformen im eigenen Land

durchzusetzen.

Martin Klupsch, ELAN-Fairhandelsmentor für

das nördliche Rheinland-Pfalz, präsentierte

als ein Instrument der Partnerschaft den Fairen

Handel, konkret die Städtekaffees. Er verdeutlichte,

dass bei jeder Art von Handel eine

wechselseitige Abhängigkeit besteht, also Vertrauen

und Respekt gefragt sind.

Dr. Sabine Ferenschild vom Ökumenischen Netz

Rhein-Mosel-Saar sensibilisierte die Teilnehmer

für Menschenrechtsfragen in Nord-Süd-Partnerschaften,

zu deren Gunsten der Südpartner zu

einem vollwertigem Partner werden muss. Dies

bedeutet ihrer Ansicht nach, dass die Partnerschaftsmotive

des vermeintlich stärkeren Gegenübers

zu hinterfragen sind. Des Weiteren

ist der in der Regel größere Einfluss des Nordpartners

gegenüber Regierungen, internationalen

Organisationen und den Zivilgesellschaften

zu nutzen.

Als Fazit des Tages sind zwei entscheidende

Aspekte hervorzuheben: Partnerschaft muss

auf Augenhöhe erfolgen und von persönlichem

Kontakt geprägt sein.•

musste ein geeignetes Thema gefunden werden,

damit in der kurzen Zeit möglichst viele

Gespräche geführt werden konnten. Während

beispielsweise eine Gruppe einen obdachlosen

Mann interviewte, gingen andere vor den Dom

und befragten Besucher nach dem Stellenwert

christlicher Werte in ihrem Alltag.

Mit all den gesammelten Eindrücken und Gesprächsnotizen

ging es nach einem stärkenden

Mittagessen wieder weiter in der praktischen

Arbeit. Jeder durfte sich nun mit Laptop und

Notizzetteln daran versuchen, die erste eigene

Reportage zu formulieren. Hoch konzentriert

wurde nachgedacht, getippt und formuliert. Am

Ende des Nachmittags hatten alle einen Rohtext

ausgearbeitet, aus dem nach etwas Feinschliff

eine spannende Reportage wurde.

Nach dieser Eindrucksvollen Übung und mit

viel neuem Wissen über Reportagen werden

sicher alle Teilnehmer ganz neue Aspekte bei

ihrer Arbeit für Initiativen und Vereine nutzen

können. •

von Barbara Mittler, ELAN

Umzug!

Durch die konstante begleitende und unermüdliche

Arbeit des Vorstandes sowie einem

gut aufgestelltem MitarbeiterInnenteam konnten

schwierige Zeiten im Mainzer Büro bewältigt

werden. Denn was mit einem Wasserrohrbruch

in dem alten Bürogebäude im Juli 2008

startete, gipfelte in unzumutbaren Arbeitsumständen

im Herbst und fand einen guten Abschluss

im Dezember in wunderbaren neuen

Büroräumen in Bahnhofsnähe und in Bürogemeinschaft

mit der InWEnt GmbH.

Sozial- und Umweltstandards

Die Themen Öffentliche Beschaffung und Corporate

Social Responsibility (Verantwortliche

Unternehmensführung) zogen sich 2008 als roter

Faden durch die ELAN-Arbeit. Was im Jahr

2007 auf der Mitgliederversammlung angestoßen

wurde, fand nun in der täglichen Arbeit einen

festen Platz. Dazu zählen Beratungen und

Gesprächsrunden ebenso wie der Start des Stadtrallye-Projektes

an den Schulen des Landes.

Hier erforschen die SchülerInnen in ihren Stadtverwaltungen,

was öffentliche Beschaffer einkaufen

und unter welchen Bedingungen diese

Produkte hergestellt werden. Des Weiteren will

ELAN auch künftig gemeinsam mit dem Ökumenischen

Netz Rhein Mosel Saar die Sozialstandards

in der rheinland-pfälzischen Partnerprovinz

Fujian in China hinterfragen. Im Dialog

mit der Landesregierung ist ELAN bemüht, einen

Beschluss zur öffentlichen Beschaffung zu

bewirken. Anliegen des Landesnetzwerkes ist

es, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen

im Land sowie soziale und ökologische Kriterien

gesetzlich zu verankern.

Immer mehr Mitgliedsorganisationen widmen

sich diesen Themen. ELAN wird daher seine Aktivitäten

auf dem Gebiet in2009 ausweiten.

Halbzeit im Rückkehrerprogramm

Nach einer Befragung zu Beginn des Jahres

möchten 60 Rückkehrer am Programm mitar-

Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung 2008:

Der Blick zurück und dann nach vorn

beiten bzw. ihre Erfahrungen zur Verfügung

stellen. Das Netzwerk ist noch im Aufbau. In

vier Regionen des Landes haben Treffen stattgefunden.

Für Januar 2009 ist ein Landestreffen

geplant. Ziel bis Ende 2009 ist es, den Engagierten

Arbeitshilfen sowie Materiallisten zu

Methoden und Inhalten zur Verfügung zu stellen,

die sie in der schulischen und außerschulischen

Bildungsarbeit nutzen können.

ELAN-Fairhandelsberatung

Die Anforderungen an die MentorInnen der

ELAN-Fairhandelsberatung sind im letzten

Jahr stark gestiegen. Insbesondere die Bera-

tungs- und Serviceleistungen sollen 2009 weiter

ausgebaut werden. Besonders bedeutend

ist der hohe Grad der Vernetzung der Akteure

landesweit. So können Synergieeffekte besser

genutzt und Kräfte eingespart werden. Ein

herausragendes Ereignis 2008 war das Landestreffen

der Weltläden in Bingen. Ein weiteres

Treffen ist für Juni 2009 vorgesehen.

ELAN mobil

Die Einsätze von ELAN mobil sind im Jahr 2008

wie geplant rückläufig. Dennoch konnten 35

Einsätze stattfinden. Auch die neue Ausstellung

zu den Millenniumsentwicklungszielen

konnte vielerorts präsentiert werden. Mit der

so eingesparten Zeit konnte zum Beispiel die

Stadtrallye gestartet werden. Im Jahr 2009 will

ELAN mobil mit einer neuen Zielgruppe arbeiten:

mittels einer Schokoladenwerkstatt sollen

Kindergarten- und Grundschulkinder zum ersten

Mal bewusst mit dem Fairen Handel in Berührung

kommen.

Auch mit neuen Bausteinen zum Thema HIV/

Aids wird sich ELAN im kommenden Jahr an

den Schulen präsentieren. Im Januar läuft das

neue Projekt mit dem Titel „Aids – ein Fall für

internationale Solidarität“ an.

Kooperationsveranstaltungen

ELAN freut sich über die vielen Kooperationsveranstaltungen,

die 2008 stattfanden konn-

ELAN-Rundbrief 2/2008

ten. Viele dieser Veranstaltungen wurden mit

Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ,

über ein Capacity Building Programm finanziert.

Auch 2009 soll die Möglichkeit der finanziell

bezuschussten Kooperationen erhalten

bleiben.

Information, Beratung und Qualifizierung

Die ELAN Service- und Beratungsleistungen der

Geschäftsstelle sollen 2009 gemäß den Bedürfnissen

der Mitgliedsorganisationen ausgeweitet

werden. Schon in 2008 hat sich beispielsweise

ein verstärkter Bedarf an Dienst- und

Die zwei Seiten einer Mitgliederversammlung. Zunächst bei Wasser und Kaffee, etwas später dann bei Wein und Bier. (Fotos: Barbara Mittler)

Fortbildungsleistungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit

abgezeichnet. Aber auch die inhaltliche

Aufbereitung von aktuellen Themen

der Entwicklungszusammenarbeit steht in der

Wunschliste oben. Dabei kann ELAN auf die

langjährige fachliche Erfahrung seiner Mitgliedsorganisationen,

und hier insbesondere auch der

Kirchen, zurückgreifen.

Bundes- und landesweite Kooperationen

Die regionale und bundesweite Zusammenarbeit

gewinnt an Bedeutung. Ein wichtiges Instrument

zum regionalen Austausch zwischen

den entwicklungspolitischen Akteuren der Länder

sind die Regionalkonferenzen geworden.

Sie werden von den Landesnetzwerken koordiniert.

Wichtigster Partner von ELAN auf Bundesebene

ist die Arbeitsgemeinschaft der Eine-

Welt-Landesnetzwerke, agl. Hier tauschen die

16 Landesnetzwerke Erfahrungen aus und koordinieren

insbesondere ihre Lobbyarbeit gegenüber

der Bundesregierung.

Die vielen Aktivitäten waren und sind auch in

Zukunft ohne Ihre und Eure finanzielle, ideelle

und fachliche Unterstützung sowie die vielfältigsten

Kooperationen nicht möglich. An dieser

Stelle daher ein herzliches Dankeschön •

Die nächste ELAN-Mitgliederversammlung und

Jahrestagung findet am 25. und 26. September

2009 auf vielfachen Wunsch diesmal im

Norden in Rheinland-Pfalz, in Vallendar statt.

3


4 ELAN-Rundbrief 2/2008 ELAN-Projekte ELAN-Projekte ELAN-Rundbrief 2/2008 5

ELAN mobil 2008: Zum Beispiel

an der Realschule in Ahrweiler

Denise Euler, Multiplikatorin ELAN

Um pünktlich am 21. Oktober 2008 zu unse-

rem Einsatzort zu kommen, mussten wir uns

schon sehr früh von Mainz aus auf den Weg

machen. Unser Ziel: die Realschule in Ahrwei-

ler, die einen Aktionstag für alle achten Klas-

sen geplant hatte.

Meine drei Kolleginnen und ich, teilten uns

auf die vier achten Klassen auf und deckten

so mit den SchülerInnen die Themen Welthandel,

Wasser, Kaffee und Fußball ab. Mein Thema

für diesen Tag: Die Entwicklungsprobleme

Katharina Schilling, ELAN

280 RückkehrerInnen, die in Rheinland-Pfalz

leben, wurden angefragt beim ELAN-Rückkeh-

rerprogramm mitzuarbeiten. 60 von ihnen ha-

ben Interesse bekundet.

Die Umfrage erstreckte sich von Angaben zu

Tätigkeiten und Ausreiseländern bis hin zu Interessensgebieten

und Themenschwerpunkten

im Bereich des Globalen Lernens. Wir wollten

erfahren mit welchen Zielgruppen die RückkehrerInnen

arbeiten möchten, welche Unterstützung

sie sich für ihr Engagement wünschen

und welches Zeitbudget sie zur Verfügung stellen

können und wollen. Die Antworten wurden

in eine Datenbank eingespeist. Damit ist

am Beispiele des Fußballes aufzuzeigen. In der

überwiegend mit Jungen besetzten 8d kam das

Thema gut an. Nach einer kurzen Einführung

konnte der Aktionstag starten. Die Klasse wurde

in fünf gleichgroße Gruppen aufgeteilt. Diese

bekamen „Forschungsaufträge“ ausgehändigt.

In denen sollten sie Fragen rund um das Thema

„Fußball, ein Tor für die internationale Partnerschaft“

beantworten. Die SchülerInnen und

Schüler durchliefen einen Lernparcours, welcher

aus fünf Stationen besteht. Sie mussten sich

unter anderem mit den Fragen: „Wie, wo und

Halbzeit im Rückkehrerprogramm

der Grundstein für einen umfangreichen Datenpool

gelegt.

Besonders wünschen sich die RückkehrerInnen

didaktisch-methodische Unterstützung

und Materialien, die bei der Bildungsarbeit

eingesetzt werden können. Daher werden

zurzeit Arbeitshilfen zum Themenkomplex

„Vielfalt der Werte, Kulturen und Lebensverhältnisse“

erarbeitet. Sie bieten fertige Konzepte

für entwicklungspolitische Bildungseinheiten,

denen die RückkehrerInnen nur

noch ihre eigenen Erfahrungen hinzufügen

müssen. So konzipiert bieten sie Anregungen

um eine gute Balance zwischen authentischen

Erlebnissen, entwicklungspolitisch

relevantem Stoff und didaktischer Vermittlung

zu finden.

Regionales Rückkehrertreffen am 12. November 2008 in Trier (Foto: Katharina Schilling)

unter welchen Bedingungen entsteht ein Fußball?“

beschäftigen. An der Station „Die FußballnäherInnen“

wurden sie selbst zur Näherin.

Zwischendurch machten wir einmal eine kleine

Pause auf dem Schulhof: dort konnten die fair

gehandelten Bälle dann auch gleich einmal auf

dem Spielfeld ausprobiert werden.

Zum Abschluss galt es in einem Kreativitätsworkshop

Plakate für ein fiktives Fußballturnier

zu gestalten. Der Aktionstag endete mit

einer abschließenden Diskussion über das an

diesem Tag Gelernte. •

Konzept, Struktur und

Einsatzmöglichkeiten der

Arbeitshilfen werden derzeit auf den regionalen

Rückkehrerveranstaltungen vorgestellt

und diskutiert. Erste Termine für die praktische

Anwendung stehen. Nach der Erprobung

werden die Arbeitshilfen gestalterisch aufgearbeitet

und inhaltliche sowie konzeptionelle

Verbesserungen vorgenommen.

Ein zusätzlicher Service ist die Zusammenstellung

einer Liste über bereits vorhandene inhaltliche

und methodische Materialien zu vielfältigen

Themen des Globalen Lernens. Aus ihr geht

hervor, wo es zu welchen Themen Bildungsmaterialien

welcher Art und zu welchen Konditionen

gibt. Diese Liste und die Arbeitshilfen

werden nach Fertigstellung auf der ELAN-Website

abrufbar sein.

Eine weitere zentrale Aufgabe liegt im Aufbau

eines Netzwerks. Hierzu gehört die Kontaktaufnahme

und –pflege mit allen Akteuren, der

Austausch auf Treffen, aber auch das Anlegen

des Datenpools, der allen Seiten die Vernetzung

unter einander erleichtern soll.

Die Stärkung des Netzwerkes, die Fertigstellung

der Bildungsmaterialien und die Motivation

zur aktiven Bildungsarbeit der RückkehrerInnen

bilden die Arbeitsschwerpunkte der

kommenden Monate. Melden Sie Ihr Interesse

an und ermöglichen Sie Ihren Mitgliedern einen

Einblick in eine fremde Welt.•

Faires Frühstück im Mainzer Abgeordnetenhaus

von Sabine Mock, Fairhandelsberaterin

„Doppelt gut! Bio im Fairen Handel“ – mit

diesem Motto wurde die Faire Woche 2008

bundesweit erstmalig auch in den Landtagen

eröffnet.

Am 16.9.2008 fanden sich Landtagspräsident

Joachim Mertes und Sozialministerin Malu

Dreyer im Foyer des Abgeordnetenhauses ein,

um an der von ELAN und dem Weltladen Unterwegs

gestalteten Auftaktveranstaltung der

Fairen Woche teilzunehmen. Sie sprachen über

ihre positiven Erfahrungen mit dem Fairen Handel

und forderten die anwesenden Landtagsabgeordneten

auf, von der Möglichkeit des Einkaufs

fair gehandelter Produkte Gebrauch zu

machen.

„Ziel der Akteure ist es, auf weltweit ungerechten

Handel hinzuweisen und für den Fairen Handel

und insbesondere für fair gehandelte Bio-Produkte

zu werben“, darauf wies Achim Dührkoop,

ELAN, in seinem Beitrag hin. Mit dem Kauf

von fair gehandelten Bio-Produkten kann der

Verbraucher im Norden seine Bedürfnisse nach

Lebensmitteln ohne Schadstoffe und Gentechnik

erfüllen und gleichzeitig zur Bekämpfung

der weltweiten Armut beitragen.

Während des Frühstücks regten Vertreter von

Nichtregierungsorganisationen an, den Fairen

Handel in die Ministerien zu tragen: Sozialministerin

Dreyer plant nun, in ihrem Ministeri-

um einen Eine-Welt-Kiosk mit Produkten aus

dem Fairen Handel aufzustellen. Und Landtagspräsident

Mertes erklärte: „Wir denken darüber

nach, künftig fairen Kaffee im Landtag zu

kochen.“ Diese Entscheidungen wären weitere

Schritte auf dem Weg zur Berücksichtigung

sozialer und ökologischer Kriterien bei der Vergabe

von öffentlichen Aufträgen und der gesetzlichen

Verankerung in einem entsprechenden

Landtagsbeschluss.

Zum Ausklang der Veranstaltung verteilten

die Akteure Frühstückspakete mit fair gehandelten

Produkten sowie Informationen über

Ziele und Hintergründe des Fairen Handels

Fair-Handels-Beratung: Erfolge und Perspektiven

von Angelika Stülb Vormbrock, Koordinatorin

Vieles von dem, was wir MentorInnen der

Fair-Handels-Beratung in den vergangenen

beiden Jahren begonnen haben, zeigt Erfolge.

Mit den regelmäßig in den vier Regionen statt-

findenden Regionaltreffen konnten alle Welt-

läden in eine regionale Vernetzung eingebun-

den werden.

Die Treffen werden je nach Bedarf für Fortbildungseinheiten

mit ReferentInnen oder für den

intensiven Austausch untereinander genutzt. Sie

schaffen Synergieeffekte und neue Motivation

für die WeltladenmitarbeiterInnen. Zum ersten

Mal konnte in diesem Jahr ein Landestreffen

der Weltläden und Aktionsgruppen stattfinden.

Damit ist ein wichtiger Punkt gesetzt für

die Schaffung einer gemeinsamen Identität der

Weltläden im Land. Da in Rheinland-Pfalz kein

Regionales Fair-Handelszentrum existiert, ist

die ELAN Fair-Handels-Beratung zu einer wichtigen

Kontaktstelle für Interessierte zu Fragen

des Fairen Handels geworden.

Landtagspräsident Mertes (4. von links) und Sozialministerin Dreyer (5. von links) halfen bei der

Verteilung der Fairen Frühstückspakete (Foto Achim Dührkoop)

Wir konnten den Weltläden in 2008 ein breites

Fortbildungsangebot bieten: Einführungsseminare

zum Weltladentag, Seminare zur Ladendekoration

und zum Vereinsrecht, Informationsveranstaltungen

mit EL Puente und zum „Eine

-Welt-Kiosk“ wurden gut besucht. Zahlreiche

WeltladenmitarbeiterInnen nahmen auch am

Diskussionsabend zur Zukunft der Weltläden

teil. Dabei wurde die Fragestellung des Weltladen-Dachverbands

an seine Mitglieder aufgegriffen,

wie Weltläden in Zukunft aufgestellt

sein sollten, um sich neben Discountern mit

Fair-Trade-Angebot profilieren zu können. Unser

Angebot zum „Grundkurs Weltladen“ wurde

noch eher zaghaft genutzt. Mehrere kleine

Schulungseinheiten konnten im Rahmen von

Ladenbesuchen realisiert werden. Da wir diese

Fortbildungsmöglichkeit für sinnvoll und wichtig

halten, möchten wir im kommenden Jahr

in jeder Region Seminare zu Grundkurs-Themen

anbieten.

Die meist ehrenamtlich arbeitenden MitarbeiterInnen

der Läden äußerten sich sehr positiv

zur Fair-Handels-Beratung. Sie sehen sich in

an alle rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten.

Dank der Unterstützung aller Beteiligten rückte

die Aktion „Doppelt gut! Bio im Fairen Handel“

fair gehandelte Bio-Produkte stärker ins

öffentliche und politische Bewusstsein. Damit

setzte die Faire Woche erstmals bundesweit

über alle Parteigrenzen hinweg ein Zeichen

für den Fairen Handel. Das macht Mut für ein

Engagement auch im Jahr 2009. Dann wird

die Faire Woche vom 14. bis 27.9.2009 mit

dem thematischen Schwerpunkt „Fairer Handel

schafft Zukunft“ stattfinden, hoffentlich

erneut auch im Landtag in Mainz! •

ihrer Arbeit unterstützt und um Kenntnisse erweitert.

Immer wieder werden die Vorteile der

persönlichen Beratung betont, durch welche die

individuelle Entwicklung der Läden gefördert

und die Professionalität gesteigert wird.

So hat sich die Fair-Handels-Beratung für 2009

ehrgeizige Ziele gesteckt: Die Vernetzung soll

ausgeweitet werden: Insbesondere sollen neben

den Weltläden auch die Aktionsgruppen

die Möglichkeit der Beratung erhalten. Es gibt

im Land ca. 200 Fair-Handels-Aktionsgruppen.

Von diesen sind nur teilweise Kontaktadressen

bekannt. Daher wären wir dankbar, wenn uns

die Weltläden an dieser Stelle unterstützen würden!

Für die Weltläden besteht selbstverständlich

weiterhin das Angebot der Unterstützung

bei inhaltlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen

Fragen und Problemen. Das Angebot

soll ausgeweitet und sich weiterhin an den

Bedürfnissen der Läden orientieren. •

Das nächste Landestreffen wird am 6. Juni

2009 in Mainz stattfinden – bitte den Termin

vormerken! Die weiteren Seminar- und Fortbildungstermine

der Fair-Handels-Beratung

werden demnächst auf der ELAN-Homepage

veröffentlicht.


6 ELAN-Rundbrief 2/2008 Neue ELAN-Mitglieder

Aktivitäten von ELAN-Mitgliedern ELAN-Rundbrief 2/2008 2/2005 7

Steckbrief:

Eine-Welt-Gruppe e.V. Altenkirchen

Vorgeschichte

Lange bevor die „Eine-Welt-Gruppe e.V.“ entstand

waren der „Freundeskreis Chotanagpur“,

der „Aktionskreis Eine Welt-Handel e.V. Steinebach“

und einzelne Menschen im Westerwald

aktiv. Ihre Bildungsarbeit und ihre jahrelange

Standarbeit mit fair gehandelten Produkten

legten den Grundstein für die Arbeit in

Altenkirchen.

Beginn

1995 war es dann so weit. 15 Engagierte gründeten

den Verein und richteten mit der Rückendeckung

des evangelischen Kirchenkreises, einiger

Gemeinden und vielen Einzelspendern einen

kleinen Weltladen am Marktplatz ein. Der Laden

konnte von Anfang an kostendeckend arbeiten,

obwohl die Belastungen hoch sind. Dies

überraschte alle, da Altenkirchen mit circa 8000

Einwohnern eine sehr kleine Stadt ist.

Entwicklung

Nach sechs Jahren zog der Weltladen in die

Fußgängerzone um. Dies führte zu einer noch

Jetzt Mitglied werden bei ELAN e.V.

Seit diesem Jahr können auch Einzelpersonen

von der Vernetzungsarbeit des Entwicklungspolitischen

Landesnetzwerkes Rheinland-

Pfalz profitieren.

Als persönliches Fördermitglied können

Sie Beziehungen zu entwicklungspolitisch

engagierten Gruppierungen knüpfen und die

ELAN-Infrastruktur nutzen: Neben den Medien

An das Entwicklungspolitische Landesnetzwerk

Rheinland-Pfalz (ELAN e.V.), Frauenlobstr. 15–19, 55118 Mainz

Name

Adresse

Telefon

Organisation vertreten durch:

Name

Adresse

Telefon Fax

E-Mail

Datum Unterschrift

stärkeren Wahrnehmung, so dass viele neue

Kunden gewonnen wurden.

Die Arbeit wird begleitet von der Bildungsarbeit

in Schulen, Jugendgruppen, Gemeinden

und Vereinen. Dies führte dazu, dass mittlerweile

punktuelle Standarbeit in Gemeinden

selbstverständlich geworden ist. In vier Schulen

wurde die „Aktion Pausenbanane“ initiiert:

Die Schüler können jetzt in ihrer Pause Bananen

aus Fairem Handel kaufen.

Informationsveranstaltungen und Aktionen

werden in der Regel in Kooperation durchgeführt

– zum Beispiel mit der Ev. Landjugendakademie

Altenkirchen, dem Haus Felsenkeller,

dem Landfrauenverein oder den Kirchengemeinden.

Ebenso wird die Zusammenarbeit mit regionalen

Anbietern aus dem alternativen Anbau

gesucht.

Aktuell

Ein Team von ca. 25 Personen im Weltladen

und 50 Vereinsmitgliedern tragen heute die

Arbeit. Sie geschieht ausschließlich ehrenamtlich.


Rundbrief und Homepage können auch Weiterbildungsangebote

und Beratungen durch

die Geschäftsstelle angefragt werden.

Auch Organisationen können als beratende

Fördermitglieder tätig werden. So können

beispielsweise Stiftungen die Vorteile

von ELAN nutzen, ohne wahlberechtigtes

Mitglied zu sein.

Ich/wir interessiere(n) mich (uns) für eine Aufnahme in den Verein

Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN e.V.) als

ordentliches Mitglied (Organisation)

assoziiertes Mitglied (Organisation mit beratender und fördernder Funktion)

persönliches Fördermitglied (Einzelmitgliedschaft)

Neue ELAN-Mitglieder im Jahr 2008 sind

des Weiteren die Evangelische Kirche in

Hessen und Nassau sowie der Missionarisch

Ökumenische Dienst der Evangelischen

Kirche in der Pfalz. Beide Organisationen

werden sich im nächsten

Rundbrief vorstellen•

Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz

wird Fördermitglied

Die Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz

(HBS-RLP) ist die grünen-nahe Stiftung für

politische Bildung im Land mit Sitz in Mainz.

Sie hat sich seit ihrer Gründung 1987 stetig

entwickelt.

Ziel der Aktivitäten ist es, die individuelle Urteilskraft

der Menschen im Sinne einer lebbaren

Demokratie zu stärken. Damit möchte die Landesstiftung

zu einem gesellschaftlichen Wandel

beitragen, der sowohl soziale Gerechtigkeit fördert,

als auch künftigen Generationen Chancen

auf eine (er)lebenswerte Umwelt erhält.

Die Maßnahmen wie Vorträge, Workshops, Ausstellungen

sollen die Menschen informieren und

zur weiteren Beschäftigung motivieren. Insbesondere

für MultiplikatorInnen werden auch

Projekte angeboten, die sie für die weitere Arbeit

qualifizieren.

Um als kleine Organisation mit wenig Ressourcen

möglichst effektiv zu arbeiten, verfolgt die

Stiftung hauptsächlich drei Strategien:

1. Kooperation mit PartnerInnen insbesondere

mit Mitgliedsinitiativen an vielen Orten

im Land, z.B. 2008 eine 5-teilige Reihe zur

Friedenspolitik.

2. Einbindung in Netzwerke, z.B. ELAN, BUND, Böll-

Stiftungsverbund, Bündnis für Vielfalt.

3. Schwerpunktbildung – Migrationspolitik,

Geschlechterdemokratie, Umweltbildung

und Sozialpolitik.

So gelingt es, jährlich über 100 Einzelveranstaltungen

mit einem breiten inhaltlichen

Programm durchzuführen. Auf der Homepage

dokumentieren wir die geplanten und realisierten

Projekte•

Ministerpräsidentenbeschluss

zur Entwicklungszusammenar

beit der Länder

Die Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt Landesnetzwerke

in Deutschland e.V. (agl) als Dachverband

der 16 Eine-Welt-Landesnetzwerke begrüßt,

dass nach dem entwicklungspolitischen

Kahlschlag der letzten Jahre in den Ländern

mit dem neuen Beschluss das Thema Eine Welt

wieder auf der Tagesordnung der Ministerpräsidenten

der Bundesländer steht•

Der Beschluss kann von der ELAN-Homepage heruntergeladen

werden.

Mitgliederversammlung

des Ökumenischen

Netzes Rhein Mosel Saar

2008

von Dr. Sabine Ferenschild

Ende November trafen sich die Mitglieder des

Ökumenischen Netzes Rhein Mosel Saar e.V.

zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in

Polch.

Die Versammlung verabschiedete das in einem

einjährigen Diskussionsprozess entwickelte Papier

„Überlegungen zu Flucht und Migration“,

das sich mit der Realität von Flüchtlingen und

MigrantInnen innerhalb und außerhalb der Grenzen

Europas auseinandersetzt.

Die Netzmitglieder diskutierten außerdem

den u.a. von Kairos Europa vorgelegten Aufruf

„Frieden mit dem Kapital? Ein Aufruf wider

die Anpassung der Evangelischen Kirche an

die Macht der Wirtschaft“, der bei der jüngsten

EKD-Synode für einigen Wirbel gesorgt hatte.

Der Aufruf fordert die EKD auf, die vor einigen

Monaten vorgelegte Denkschrift „Unternehmerisches

Handeln in evangelischer Perspektive“

zu widerrufen.

Das Netz hat sich in den letzten Jahren intensiv

mit dem Bekenntnisprozess der Kirchen angesichts

der tödlichen Folgen der Globalisierung

(processus confessionis) auseinandergesetzt

und mit dem Papier „Das Ganze verändern“ einen

Diskussionsbeitrag zu diesem Prozess geleistet.

Die EKD-Denkschrift verhält sich zwar

nicht explizit zu diesem Prozess, kann aber, so

eine Teilnehmerin der Mitgliederversammlung,

als Kampfansage an den processus confessionis

verstanden werden.

Der Aufruf von Kairos Europa wurde nach einer

kurzen Diskussion einstimmig unterstützt.•

Mehr Informationen unter:

www.oekumenisches-netz.de

Neues von der MALI-Hilfe e.V.

Hungermarsch

Am 22. März 2009 findet der 21. Hungermarsch

in der Hunsrück-Moselregion statt. Unter dem

Leitgedanken „Gemeinsam Wege suchen“ beginnt

der Hungermarsch mit einem Ökumenischen

Gottesdienst in Wederath, führt über

Gonzerath und Heinzerath und endet in Rapperath.

Die Strecke beträgt 12 km. Gewandert

Voll Gut – Mach mit!

Gemeinsam für die Eine Welt

von Sabine Jung

„Voll gut – mach mit!“ lautet die Kampagne

der Evangelischen Jugend der Pfalz zum

50. Geburtstag von „Brot für die Welt“, die am

1. Advent eröffnet wurde.

Die Jugendlichen wollen mit ihrer Aktion das

Spaß mit dem Eine-Welt-Sparschwein. (Foto: Ingo Schenk)

evangelische Hilfswerk bei seinem Engagement

gegen weltweite Ungerechtigkeiten stärken. Denn

aufgrund der Verteilung der Güter dieser Welt

leben in den westlichen Ländern immer mehr

Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Allein

in Deutschland sind 20 Prozent aller Kinder

und Jugendlichen arm. In den sogenannten

Entwicklungsländern kämpfen über eine Milliarde

Menschen um ihr tägliches Überleben.

Auch hier sind besonders Kinder und Jugendliche

betroffen.

Die 18-jährige Laura Eder engagiert sich seit

ihrer Konfirmation bei der Evangelischen Jugend.

Auch für die Aktion „Brot für die Welt“

war sie schon unterwegs. 2007 fuhr sie mit dem

Rad und anderen Aktiven gemeinsam zum Kirchentag

nach Köln. Der Erlös kam einem Jugendprojekt

von „Brot für die Welt“ zugute.

Jetzt ist sie wieder mit von der Partie. Für die

Jugendliche ist klar, dass sie sich in der neuen

Kampagne der Evangelischen Jugend aktiv

wird für medizinische

Projekte in der Region

Nioro du Sahel in Mali.

www.hungermarsch.info

Mali-Haus in Longkamp eröffnet

Im Beisein des malischen Innenministers Kafougouna

Koné, des Vertreters der malischen

einbringen will: „In Zusammenarbeit mit Brot

für die Welt wollen wir Ursachen von Armut

aufdecken, Unrecht benennen und in zahlreichen

Aktionen Geld für ein Aidsprojekt in Südafrika

sammeln.“

Unterstützt wird die „Aids Foundation South

Africa“ (AFSA), eine Partnerorganisation von

„Brot für die Welt“. „AFSA kümmert sich um

annähernd 660 000 Waisenkinder, deren Eltern

an Aids gestorben sind“, erklärte Michael Borger.

Der Referent für Internationale Jugendarbeit

im pfälzischen Landesjugendpfarramt war

Ideengeber für die Kampagne und koordiniert

sie. Bei „voll gut – mach mit!“ kann jeder mitmachen.

Jede noch so kleine Tat ist hilfreich

und jeder Cent nützt.

„Brot für die Welt“ setzt sich seit 1959 für

Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika

ein. In 1200 Projekten leistet das Hilfswerk

der deutschen evangelischen Kirchen Hilfe zur

Selbsthilfe. So ermöglichte es seit Beginn der

Aktion Tausenden von Menschen ein Leben

in Würde. •

Kontakt: Landesjugendpfarramt der

Evangelischen Kirche der Pfalz, Michael Borger,

Tel: 0631/3642028.

Weitere Informationen unter:

www.voll-gut-mach-mit.de

Botschaft in Berlin und zahlreichen Vertretern

aller politischen Ebenen wurde das Mali-Haus

im August eröffnet. In dem kleinen Museum

wird das Land Mali und seine Menschen sowie

die Arbeit der Mali-Hilfe dargestellt. •

Besuch des Mali-Haus nach Absprache:

Tel.06531/6501 oder malihilfe@web.de

www.mali-hilfe.de


8 ELAN-Rundbrief 2/2008 Und sonst?

Kooperationsveranstaltungen mit

ELAN im Rahmen des „Capacity

Building Program“

Seminare, Informationsveranstaltungen von

Weltläden oder eine Afrikanische Nacht in

Worms: die 13 Kooperationen im Rahmen des

„Capacity Building Program“, welches vom

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusam-

menarbeit und Entwicklung bezuschusst wird,

waren erneut vielfältig und informativ.

Auch nächstes Jahr können wieder Workshops,

Seminare oder Diskussionsabende in Kooperation

mit ELAN e.V. realisiert werden: die Projekte

werden mit bis zu 500 EUR bezuschusst.

Ab sofort können Nichtregierungsorganisationen

im Land Kooperationsvorschläge für 2009

einreichen. •

Info: Nora Trietsch, Geschäftsstelle ELAN

Fair oder nicht Fair?“ Neue Studie

zu Standards und Siegeln

Eine neue Studie des Forums Fairer Handel

zeigt auf, welche Produkte den international

anerkannten Kriterien des Fairen Handels ent-

sprechen.

Fair gehandelte Produkte sind derzeit in aller

Munde. Doch wie können die Verbraucher die

zahlreichen Siegel und Standards einordnen?

Jetzt hat das Forum Fairer Handel das international

anerkannte Fairtrade-Siegel in einer Studie

mit drei anderen „nachhaltigen“ Ansätzen

vergleichen lassen: mit dem brancheneigenen

Verhaltenskodex der Kaffeewirtschaft 4C, dem

Umweltmanagementsystem Rainforest Alliance

und dem „Hand in Hand“-Zeichen des Bio-Anbieters

Rapunzel.

Das Ergebnis der Studie überrascht: Die international

anerkannten Kriterien des Fairen Handels

werden von keinem der drei untersuchten

Ansätze berücksichtigt. •

Die Studie „Fair oder nicht Fair?“ sowie

Informationsmaterial gibt es unter:

www.forum-fairer-handel.de

Südwind-Analyse der Finanzkrise

Die von dem Zusammenbruch des US-amerika-

nischen Immobilienmarkts ausgehende welt-

weite Finanzkrise hat staatliche Eingriffe in

bisher nicht gekannter Größenordnung er-

zwungen, um notleidenden Banken das Über-

leben zu ermöglichen.

Aber die Finanzmarktkrise darf nicht als Bankenkrise

verstanden werden. Sie ist vielmehr

das Symptom einer umfassenden Systemkrise

des weltweit geltenden Wirtschafts- und Finanzsystems,

das das Streben nach Gewinn in den

Vordergrund rückt und dabei das Wohlergehen

der Menschen und der Umwelt vergisst.

Dabei werden die Finanzmarktkrise und der sie

begleitende internationale wirtschaftliche Abschwung

schwerwiegende Folgen für die Menschen

in Entwicklungs- und Schwellenländern,

aber auch für die Bevölkerung in den Industrieländern

haben. Die Hilfe darf sich nicht nur

Global Marshall Plan Initiative in

Rheinland-Pfalz

Die SPD-Fraktion hat einen Antrag im Landtag

zur Umsetzung der Millenniumsziele der Vereinten

Nationen eingebracht. Als Instrument

zur Umsetzung soll die Global Marshall Plan

Initiative dienen. Ziel ist es, einen Beitrag zu

einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft

zu leisten. •

Links:

www.spdfraktion-rlp.de (Aktuelles)

www.attac.at/uploads/media/GMP_

Position_von_Attac_04.pdf

Literatur:

Radermacher, Beyers: Welt mit Zukunft – Überleben

im 21. Jahrhundert. Der Global Marshall

Plan als Zukunftsoption. Hamburg, Murmann-

Verlag, 2007.

Projektstart 2009: Aids – ein Fall

für weltweite Solidarität

MultiplikatorInnen

gestalten an

Ihrer Schule einen

Projekttag zum Thema HIV/Aids mit besonderem

Augenmerk auf den Süden und Osten der

Welt. Zum Projektstart 2009 sind bei ELAN Bildungsbausteine

zum Thema erhältlich. •

Anfragen nach Projekttagen und Materialien an

die Geschäftsstelle.

IMPRESSUM

auf die Banken beschränken, sondern sie muss

auch den Armen in den Entwicklungsländern

zur Verfügung stehen, die indirekt von der Krise

betroffen sind.

Um eine nachhaltige Stabilisierung des Sektors

zu erreichen, muss die Bankenrettung durch

tiefgreifende Reformen auf den Finanzmärkten

ergänzt werden. Das SÜDWIND-Institut hat

in einer Analyse der Finanzkrise Verantwortliche,

Gewinner und Verlierer benannt und fordert

eine grundlegende Reform des internationalen

Finanzsystems und die Schaffung einer

stabilen Finanzarchitektur. Die Interessen der

Armen in den Entwicklungsländern und die

Unterstützung des Kampfes gegen die Armut

müssen die zentralen Aufgaben einer solchen

Finanzarchitektur sein. Bei allen Maßnahmen

muss die Frage im Mittelpunkt stehen, wie der

Markt wieder in den Dienst der Menschen gestellt

werden kann. •

www.suedwind-institut.de/downloads/2008-

11-10_SW-Analyse-zur-Finanzkrise.pdf

Malaria-Aktionstage 2009:

„STOP Malaria NOW!”

Action medeor bietet in Kooperation mit dem

Eine Welt Netz NRW Aktionstage für Eine Welt

Feste, Festivals, große Kongresse oder Messen

zum Thema Malaria an.

Jedes Jahr sterben bis zu 3 Millionen Menschen

an Malaria, 90% davon in Afrika südlich der

Sahara. Die afrikanisch-europäische Kampagne

„Stop Malaria Now!“ möchte die Öffentlichkeit

für das Thema Malaria sensibilisieren und

mobilisieren.

Ein Aktionstag mit dem Eine Welt Mobil bringt

das Thema Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

näher. Es entstehen keine Kosten, aber

Einsatzort, Auf- und Abbauhilfen sowie Werbung

müssen selbst organisiert werden. •

susanne.nielaender@eine-welt-netz-nrw.de

Regionalkonferenz West

Die Dokumentation der zweiten Regionalkonferenz

West zur Entwicklungspolitik (5. und 6.

Juni 2008 in Mainz) ist fertiggestellt und kann

von den ELAN-Mitgliedern als PDF-Datei angefordert

werden. •

Die 3. Regionalkonferenz West der Länder

Hessen, NRW, RLP und dem Saarland findet in

Frankfurt statt vom 25.–26. 6. 2009. Interessenten

wenden sich bitte an Barbara Mittler,

ELAN Geschäftsstelle

Herausgeber: Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk

Rheinland-Pfalz ELAN e.V., Frauenlobstr. 15–19, 55118 Mainz

Tel. 0 61 31/972 08 -67, Fax: 0 61 31/972 08 - 69

info@elan-rlp.de, www.elan-rlp.de

Redaktion: Barbara Mittler, Nora Trietsch

Layout: www.das-gestaltungsbuero.de

Druck: Knotenpunkt, Buch

Auflage: 1000, Dezember 2008

Gefördert von der Landesregierung Rheinland-Pfalz und

den Kirchen des Landes

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