In uns allen ist Tatendrang - Diakonisches Werk Traunstein

diakonie.traunstein.de

In uns allen ist Tatendrang - Diakonisches Werk Traunstein

Jahresbericht 2012

In uns allen

ist Tatendrang

in Südost-

oberbayern

Kapitelthema Seitenthema 1

Diakonisches Werk

Traunstein e.V.

in den Landkreisen

Altötting, Berchtes-

gadener Land, Mühldorf

und Traunstein


2 Inhaltsverzeichnis

Inhalt

3 – 5 Leitartikel Vorstand

6 – 7 Fachbereich Kinder-, Jugend-

und Behindertenhilfe

8 – 9 Fachbereich Arbeit und Bildung

10 –11 Fachbereich Schulwesen

Wilhelm Löhe Förderzentrum

12 –13 Fachbereich Schulwesen

Fachakademien für Sozialpädagogik

in Mühldorf und Traunstein

14 –15 Fachbereich Seniorenhilfe

16 –17 Fachbereich Soziale Dienste

18 –19 Fachbereich Sozialpsychiatrie

20 –21 Interview Dekan Peter Bertram

22 – 23 Kuratorium

23 Förderstiftung

Jahresbericht 2012 des Diakonischen Werks

im Dekanatsbezirk Traunstein e.V.

Redaktion und Gestaltung:

Klaus Rieder, Dietmar Lange, Thomas Zugehör

Herausgeber:

Diakonisches Werk Traunstein e.V.

Crailsheimstraße 12, 83278 Traunstein

Tel. 08 61 98 98-0 · Fax 08 61 98 98 -123

Webseite: www.diakonie-traunstein.de

E-Mail: info@diakonie-traunstein.de

Für die einzelnen Texte sind die

Fachbereichsleitungen verantwortlich.

Das Titelbild entstand in unserem

Wilhelm Löhe Zentrum Traunreut.

Druck:

Wenninger-Druck GmbH, Bad Endorf

Liebe Leserinnen und Leser des Jahresberichts,

die Kreativität und die zahlreichen tollen Ideen unserer

ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden begeistern mich

täglich neu. Es ist wie eine unendlich sprudelnde Quelle:

„Wir möchten einen Chor mit Bewohnern und Mitarbeitenden

gründen“, „wenn unsere Idee aufgeht, helfen wir Kindern, die

wir sonst gar nicht erreichen können“, „Mädchen und Frauen,

die mit sexueller Gewalt konfrontiert waren, brauchen ein

professionelles Unterstützungsangebot“, „mit dieser Fotoausstellung

können wir zeigen, dass auch mit einer Demenz ein

würdiges Leben möglich ist“ und, und, und.

Vieles können wir als Diakonie bewegen und ermöglichen,

oftmals jedoch nur dank Ihrer tatkräftigen Hilfe. Dafür Ihnen

allen ein herzliches Vergelts Gott.

Auch in Zukunft hoffen wir auf Ihre Unterstützung, sei es

in Form von Spenden, ehrenamtlicher Mitarbeit oder einer

Mitgliedschaft im Diakonischen Werk Traunstein e.V.

Wir brauchen Sie!

Ihr Thomas Zugehör

Bankverbindung:

Kreissparkasse Traunstein

Kto.-Nr. 6 890

BLZ 710 520 50

IBAN: DE 16 7105 2050 0000 0068 90

BIC: BYLADEM1TST

VR-Bank Obb. Südost eG

Kto.-Nr. 8 260 826

BLZ 710 900 00

IBAN: DE 12 7109 0000 0008 2608 26

BIC: GENODEF 1BGL


Diakon

Thomas Zugehör

1. Vorstand

Geschäftsführer

In uns allen ist Tatendrang

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Jeder Mensch hat etwas, was ihn antreibt“, sagt der frühere

Fußballtrainer Dettmar Cramer in einem Werbespot. Im weiteren

Verlauf schildert der 87-jährige Fußballlehrer, wie er es in all den

Jahren versuchte, seine Aufgaben immer noch ein bisschen

besser zu machen und wie dieser innere Antrieb mehr und mehr

zu seinem Wesen wurde.

Diesen inneren Antrieb kennt auch die Lehrerin aus unserer

Förderschule, die einem kleinen Mädchen in der ersten Klasse

gerade den Buchstaben „H“ beibringt; ein schwer zu sprechender

Konsonant, gerade für ein Kind mit einer Sprachbehinderung.

Doch das Mädchen übt es immer wieder, auch auf der

Wippe, denn das Wippen und Sprechen im gemeinsamen

Rhythmus unterstützt die Übung. Die Lehrerin weiß, wie wichtig

die Sprache für die Entwicklung des Kindes ist. Mit Geduld und

Ausdauer spornt sie das Mädchen an – bis es schließlich klappt.

Das ist nur ein Beispiel unter unzählig vielen anderen aus unserer

diakonischen Arbeit, das unser diesjähriges Jahresthema

verdeutlicht: „In uns allen ist Tatendrang.“

Jeder Mensch – Sie, ich, das sprachbehinderte Mädchen und

die Lehrerin in unserer Förderschule – hat etwas, das ihn an-

treibt. Doch was ist für uns als Diakonie die entscheidende Trieb-

feder, die uns tätig werden lässt?

Vor allem möchten wir vom Beispiel Jesu Christi lernen, wie

wir unseren Tatendrang als Mitarbeitende in der Diakonie richtig

einsetzen und in guter Weise fördern können. Zu uns kommen

Menschen, die in ihrem bisherigen Leben und Tatendrang be-

hindert und verunsichert wurden. Oft sogar so sehr, dass dieser

beinahe erstickt wurde. Andere haben sich über ihre Kraftreserven

hinaus engagiert und Warnsignale ignoriert, bis der Tatendrang

versiegte und tiefe Erschöpfung entstand. Auch Mitarbeitende

der Diakonie sind davon betroffen.

Kapitelthema Leitartikel Seitenthema Vorstand 31

Von Christus lernen heißt auch hier, den Menschen in den

Mittelpunkt zu stellen und mit ihm zu fragen und danach zu

suchen, was ihn antreibt, motiviert und mit neuem Tatendrang

erfüllt.

In der Bibel gibt es viele Geschichten, die genau davon erzählen.

Eine der schönsten ist sicher die vom blinden Bartimäus:

„Sie kamen nach Jericho. Als Jesus die Stadt wieder verließ,

gefolgt von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge,

saß da am Straßenrand ein Blinder und bettelte. Es war

Bartimäus, der Sohn von Timäus.

Als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, der da vorbeikam,

fing er an, laut zu rufen: »Jesus, Sohn Davids! Hab

Erbarmen mit mir!«

Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch

lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«

Da blieb Jesus stehen und sagte: »Ruft ihn her!« Einige liefen

zu dem Blinden hin und sagten zu ihm: »Fasse Mut, steh auf!

Jesus ruft dich!«

Da warf der Blinde seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu

Jesus.

»Was willst du? «, fragte Jesus. »Was soll ich für dich tun?«

Der Blinde sagte: »Rabbuni, ich möchte wieder sehen

können!«

Jesus antwortete: »Geh nur, dein Vertrauen hat dir geholfen!«

Im gleichen Augenblick konnte er sehen und folgte Jesus auf

seinem Weg.“

An dieser Heilungsgeschichte beeindruckt mich besonders die

Dynamik, der Tatendrang, den Bartimäus antreibt. Er ruft laut um

Hilfe, und als die anderen ihn in seinem Tatendrang behindern

wollen, ruft er nur noch lauter. Seine Hoffnung auf Heilung und


2 4 Kapitelthema Leitartikel Vorstand Seitenthema

das Vertrauen in die Hilfe Jesu treiben ihn an. Und doch reichte

das Rufen nicht, würde es nicht auch jemand hören.

Den Mitarbeitenden der Diakonie soll das gelingen: hinhören,

zuhören und den Hilferuf wahrnehmen. Dann aber nicht gleich

voll Tatendrang helfen, ohne die Interessen des Hilfebedürftigen

zu berücksichtigen, sondern erst nach der Energie und dem

Tatendrang des Anderen fragen.

»Was willst du?«, fragte Jesus. »Was soll ich für dich tun?« Es

geht also darum, gemeinsam mit dem Hilfesuchenden das Ziel

festzulegen, dem unser solidarischer Tatendrang dienen soll.

Unsere diakonische Kompetenz muss es sein, den Hilfesuchenden

aus seiner Abhängigkeit zu befreien, ihm Respekt zu

erweisen und seine Ressourcen und Stärken wachzurufen. Nicht

behandeln, sondern mit ihm handeln ist die diakonische Kompetenz,

die wir von Christus erlernen können.

Diese hat sich in der Geschichte der Diakonie im Laufe der Jahre

verändert, von einer reinen Fürsorge für Hilfebedürftige hin zur

Wahrnehmung Hilfesuchender als Partner und Gegenüber des

Helfenden. Deshalb hat das Diakonische Werk Traunstein in den

vergangenen Jahren in allen Unterstützungsbereichen die

Rahmenbedingungen verändert, z. B.

– in der Seniorenhilfe von großen, schwer überschaubaren

Einheiten und Stationen hin zu Wohngruppen,

– in der Jugendhilfe von großen stationären Einrichtungen hin

zu flexiblen, an der Lebenswelt der Betroffenen orientierten

Arbeits- und Lebensformen,

– in der Sozialpsychiatrie von isolierten Hilfebereichen hin zu

vernetzten gemeinwesenorientierten Strukturen.

So können die Bedingungen und Interessen des Einzelnen

individuell wahrgenommen und gefördert werden. Die Veränderung

von der Gewährung von Hilfeleistungen hin zur Befähigung

ist unser Beitrag zur Inklusion von Hilfebedürftigen.

Diese Entwicklung stellt einen hohen Anspruch an unsere

Mitarbeitenden und Leitungskräfte. Deshalb wird der Schwerpunkt

unseres internen Tatendrangs im kommenden Jahr auf der

Aus-, Fort- und Weiterbildung der Leitungskräfte – und damit der

Mitarbeitenden – liegen. „Wirksam Führen Lernen – gemeinsam

diakonisch leiten“, ist das Motto dieser Schulungen. Diakonische

Kompetenz ist keine eigene Fachkompetenz, sie soll vielmehr

die Grundkompetenzen durchdringen und ihnen Handlungstiefe

geben. In Anlehnung an den Diakoniewissenschaftler Martin

Horstmann möchte ich einige Aspekte benennen, die diakonische

Kompetenzen näher fassen:

• Die jeweilige Fachlichkeit bleibt erhalten, sie fußt auf dem

Dreischritt von Wahrnehmen, Deuten und Gestalten.

• Diakonische Sozialkompetenz besteht in der Fähigkeit, vom

Anderen her denken zu können und den Gedanken einer

existenziellen Gleichheit von Helfendem und Geholfenem als

Ausgangspunkt des eigenen Handelns ernst zu nehmen.

• Diakonische personale Kompetenz besteht in der Fähigkeit,

Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe in Balance zu bringen.

• Diakonische methodische Kompetenz vollzieht sich darin,

dem Wirken Gottes am Menschen Zeit und Raum zu geben.

• Die Spannung zwischen diakonischem Anspruch und diakonischer

Wirklichkeit gibt uns den Mut zu kreativen lebensnahen

Hilfen.

Diakonische Kompetenz zu erlernen ist notwendig, damit

Diakonie in Zukunft Dienstleistungen anbieten kann, die Hilfebedürftige

befähigt und Mitarbeitende stärkt.

Bisher wurden diese Kompetenzen in vielen Arbeitsbereichen

bereits umgesetzt und in besonderer Weise von dem Vorsitzenden

unseres Kuratoriums, Dekan Gottfried Stritar, vorgelebt.

Dekan Stritar hat unserem Aufsichtsgremium 16 Jahre vorgestanden

und die Arbeit des Diakonischen Werkes in besonderer

Weise mitgeprägt. Die von ihm entwickelte Losung für Kirche

und Diakonie im Dekanat Traunstein, „Den Glauben und das

Leben stärken“, haben seinem Wirken, der Kraft des Wortes

immer auch die liebende Tat an die Seite zu stellen, Ausdruck

verliehen. Dekan Gottfried Stritar ist zum 31. Mai 2012 in den

Ruhestand gegangen und hat damit das Kuratorium des

Diakonischen Werkes verlassen. Besonderes wichtig war ihm,

dass die diakonischen Arbeitsbereiche und Dienststellen

„kirchliche Orte“ sind, in denen – wie in unseren Kirchen – Christus

in Wort und Tat wirkt. Gemeinsam mit dem Dekanatsausschuss

werden wir kontinuierlich an der Weiterentwicklung

arbeiten.

Weitere langjährige Kuratoriumsmitglieder beenden 2012 Ihre

Aufgabe: Brigitte Eisenrieder, Dr. Jochen Imhoff, Diakoniepfarrer

Hans-Georg Bredull und auch der 2. Vorsitzende des Kuratoriums,

Fritz Stahl. Wir danken allen für das große Engagement

und für die langjährigen wichtigen und kompetenten Dienste.

Am 1. September hat Peter Bertram den Dienst als neuer Dekan

angetreten und wird in der diesjährigen Mitgliederversammlung

zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Wir freuen uns auf

die Zusammenarbeit und darauf, mit viel Tatendrang die diakonischen

Dienste weiter zu entwickeln.

„Jeder Mensch hat etwas, was ihn antreibt…“ Wir wollen unsere

diakonische Kompetenz in den Dienst der Menschen stellen, die

Unterstützung und Befähigung brauchen: „Fasse Mut! Steh auf,

Jesus ruft Dich!“ So wollen wir weiter „den Glauben und das

Leben stärken!“

In diesem Sinne danke ich Ihnen für die bisherige Unterstützung

und bitte Sie weiterhin um die wohlwollende Begleitung unserer

Arbeit.

Ihr Thomas Zugehör


Dekan Gottfried Stritar bei seiner Verabschiedung.

Kapitelthema Leitartikel Seitenthema Vorstand 35


2 6 Kapitelthema Fachbereich Kinder-, Seitenthema Jugend- und Behindertenhilfe

Margarete Winnichner

Fachbereichsleiterin

2. Vorsitzende

Fachbereich Kinder-, Jugend-

und Behindertenhilfe

Tatendrang braucht Empathie

„Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Aber wir überschätzen

die Kraft des Wissens, Probleme zu lösen. Die großen Bedrohungen…

sind nicht die Folgen von Wissensdefiziten, sondern

das Ergebnis des Mangels an Moral und gutem Willen.“

Dieses Zitat von Norbert Blüm aus der Zeit, Ausgabe Nr. 12,

passt sehr gut zum Thema unseres diesjährigen Jahresberichts

In uns allen ist Tatendrang“. Tatendrang – also etwas für not-

wendig und gut Erachtetes in die Tat umzusetzen – ist eine

wichtige Triebfeder für neue Projekte und dafür, bereits vorhandene

Angebote weiterzuentwickeln. Die Umsetzung von

Projekten oder neuen Strategien sollte jedoch nicht dem

Zeitgeist geschuldet sein, sondern vielmehr von der Erfahrung

geleitet werden, dass dafür der gute Wille aller Beteiligten

notwendig ist. In diesem Sinne sind unsere Angebote im

Zusammenhang mit einer funktionierenden Zivilgesellschaft zu

sehen, in der jede und jeder seinen Platz finden kann.

Wir wollen für Kinder, Jugendliche und deren Familien Lösungen

erarbeiten und anbieten, die sie in ihrem persönlichen

Gestaltungswillen unterstützen, damit aus Kindern eigenverantwortliche

Persönlichkeiten werden können. Der Beteiligungsgrundsatz

und das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern genießen

dabei oberste Priorität. Fachkompetenz und theoretisches

Wissen sind unerlässliche Voraussetzungen für unsere Tätigkeit.

Fachlichkeit reicht jedoch nicht aus, wenn nicht auch

Empathie für den einzelnen Menschen aufgebracht werden

kann.

Die sogenannte Sozialraumorientierung gilt als der „neue

Trend“ in der Sozialarbeit. So neu ist der Trend für uns jedoch

nicht. Vielmehr achten die Geschäftsbereiche unseres Fachbereichs

seit vielen Jahren darauf, sozialraumorientiert zu arbeiten,

also das Gemeinwesen (Gesellschaft, Vereine, Verbände

etc.) in die Hilfen für Familien einzubeziehen. Ohne diese

Maxime wäre die effektive und integrierende Arbeit unserer

ambulanten Dienste in der Behinderten- und Jugendhilfe gar

nicht möglich. Die Zusammenarbeit mit den Familienstützpunkten

im Landkreis Traunstein und mit den Kirchengemeinden

sind weitere Bausteine dazu.

Mit einem neuen Konzept, das vor allem die veränderten

Bedingungen im Sozialraum stärker berücksichtigt, erfolgte im

Mai 2012 die Wiedereröffnung der Jugendberatung. Büro und

Teeküche befinden sich nun in Traunstein, Triftweg 36.

Die Interdisziplinäre Frühförderung hat sich weiterentwickelt.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Harl.e.kin“, das vom Arbeits-

und Sozialministerium gefördert und von der Arbeitsstelle

Frühförderung Bayern begleitet wird. Harl.e.kin unterstützt

Familien von Frühgeborenen am Klinikum Traunstein. Diese

sogenannten „Frühen Hilfen“ realisiert die Traunsteiner Diakonie

trotz der problematischen Finanzierung der Frühförderung.

Eine erhebliche Erweiterung des Angebotsspektrums hat sich

unter dem Dach der Offenen Behindertenarbeit (OBA) entwickelt.

Zum klassischen Feld der OBA gibt es nun zusätzlich die

Bereiche Schulbegleitung für behinderte Kinder, Ambulant

Betreutes Wohnen und Betreutes Wohnen in Familien.

Bereits im September 2011 eröffneten wir gemäß des Bedarfsplans

der Stadt Traunstein eine Kinderkrippe im Gebäude der

Kindertagesstätte „Die Murmel“. Im Souterrain der Einrichtung

treffen sich seit dem Frühjahr 2012 regelmäßig alle „Wunschomas

und -opas“. Dieses Angebot entstand auf Initiative einer

sehr engagierten Person und basiert auf rein ehrenamtlicher

Arbeit. Innerhalb kürzester Zeit zeigte sich, wie hilfreich und

entlastend das Wirken der Wunschgroßeltern vor allem für

Alleinerziehende ist.

Im Wilhelm Löhe Heim Traunreut feierten gleich zwei Gruppen

ein Jubiläum: Die Familienwohngruppe „Wawuschels“ (20 Jah-


e) und die Jugendwohngruppe (15 Jahre). Der Besuch vieler

ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner bei der Jubiläumsfeier

dokumentierte, wie gut das Zentrum für eine gewisse Zeit

Heimat bieten konnte.

Mitglieder einer Arbeitsgruppe des Jugendhilfe- und Finanzausschusses

des Landkreises Traunstein besichtigten die Einrichtungen

der Jugend- und Behindertenhilfe im Wilhelm Löhe

Zentrum Traunreut. Für uns war das eine gute Gelegenheit,

Inhalte und Methoden unserer Arbeit sowie die dadurch

entstehenden Kosten transparent zu machen. Ziel ist eine

kontinuierliche Weiterentwicklung des Heimbereichs, auch im

Hinblick auf eine weitere Öffnung in die Gesellschaft hinein,

damit sich Kinder und Jugendliche besser in die Gesellschaft

einfinden und behaupten können. Dazu brauchen wir die

Unterstützung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Äußerst bedauerlich ist es, dass die Beratungsstelle gegen

sexuelle Gewalt noch immer nicht bezuschusst wird. Bei den

hohen Fallzahlen wäre seit langem eine staatliche Finanzierung

Fachbereich Kinder-, Jugend- Kapitelthema und Behindertenhilfe Seitenthema 37

angebracht, um dieses Angebot langfristig aufrecht erhalten zu

können.

Basierend auf den Erfahrungen der teilbetreuten Wohngruppe

für Mutter und Kind entwickelten wir eine Konzeption für eine

vollstationäre Einrichtung. Weitere fünf junge Mütter mit Kind im

„Haus am Triftweg“ konnten dadurch aufgenommen werden.

Damit ist sowohl die inhaltliche als auch die räumliche Umgestaltung

des Hauses vorerst abgeschlossen. Das Projekt wird

finanziell in erheblichem Umfang von der Fanny-Unterforsthuber-Stiftung

unterstützt.

Abschließend möchte ich allen Kooperationspartnern, Förderern

und Spendern für ihre Unterstützung danken. Den Mitarbeitenden

gilt mein Dank für die engagierte und verlässliche Arbeit.

Dies gilt ausdrücklich auch den jungen Nachwuchskräften, die

viele neue Ideen einbringen und unsere Arbeit bereichern.

Margarete Winnichner

In uns allen ist Tatendrang. Das Foto entstand bei einer Veranstaltung im Wilhelm Löhe Zentrum Traunreut.


8 Fachbereich Arbeit und Bildung

Margarete Winnichner

Fachbereichsleiterin

2. Vorsitzende

Fachbereich Arbeit und Bildung

Sozialpädagogische Methoden vertiefen Bildungsangebote

Im Fachbereich Arbeit und Bildung beschäftigen wir uns mit

den Hemmnissen, die einer gelingenden Integration in die

Arbeitswelt im Wege stehen.

Der Begriff „Arbeitsgesellschaft“, der aus der Soziologie

stammt, hat in unserer Gesellschaft einen hohen Wert. Demzufolge

wird es als ein gravierender Mangel angesehen, wenn

jemand – aus welchen Gründen auch immer – den Weg dorthin

nicht fi ndet.

Deshalb versteht sich der Fachbereich Arbeit und Bildung des

Diakonischen Werks Traunstein nicht ausschließlich als klassischer

„Bildungsträger“. Unser Selbstverständnis speist sich

vielmehr aus einem „ganzheitlichen Ansatz“ nach sozialpädagogischen

Grundsätzen.

In unserem Angebotsportfolio gibt es nach wie vor die traditionellen

Standbeine. Das sind die Ausbildungsbegleitenden

Hilfen (ABH) an den Standorten Bad Reichenhall, Berchtesgaden

und Freilassing und die Berufl iche Ausbildung in einer

außerbetrieblichen Einrichtung (BaE), die eine jährlich wiederkehrende

hohe Erfolgsquote in Form von abgeschlossenen

Berufsausbildungen nachweisen kann. Beide Angebote werden

durch die Agentur für Arbeit in Traunstein fi nanziert.

Seit nunmehr drei Jahren wird das Berufsvorbereitungsjahr

kooperativ (BVJ-k) an der staatlichen Berufsschule III von uns

sozialpädagogisch betreut. Mit dieser Maßnahme wird schwer

vermittelbaren Jugendlichen der Übergang von der Schule in

den Beruf erleichtert.

Einen breiten Raum nahm die Durchführung des Projektes

Ganzil/UVgA nach § 46 SGB III in Zusammenarbeit mit der

Agentur für Arbeit Berchtesgadener Land und AldA Berchtesgadener

Land ein. Das Projekt wurde mit sehr guten Vermittlungsquoten

äußerst positiv abgeschlossen. Eine Weiterführung war

aufgrund der fi nanziellen Rahmenbedingungen nicht möglich.

Das Projekt richtete sich an langzeitarbeitslose Erwachsene, die

mit Hilfe von Information, Beratung, Unterstützung und Vermittlung

durch eine qualifi zierte Berufspädagogin wieder an den

Arbeitsmarkt herangeführt wurden.

Die Bewertung der Vertieften Berufsorientierung (VBO) an den

Mittelschulen nach der bisherigen Variante (2011/2012) fi el

aufgrund des hohen Einsatzes an Personal sehr positiv aus.

Die neue Variante (2012) wird in Bietergemeinschaft mit den

Berufl ichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft

(bfz) Traunstein durchgeführt. Auch hier wurden positive

Ergebnisse erzielt. Die Kooperation mit dem bfz hat sich

bewährt und wird bei einer passenden Gelegenheit wiederholt.

In der Justizvollzugsanstalt für jugendliche Straftäter Laufen-Lebenau

gibt es bereits einen zweiten „Coaching“-Durchlauf. Was

als Experiment begann, da keinerlei Vorerfahrungen zugrunde

lagen, ist Dank der äußerst engagierten Kollegin so gut gelungen,

dass die Anstaltsleitung sich für einen zweiten Durchlauf

stark gemacht hat. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des

Justizministeriums. Ziel des Coachingprojektes ist es, wichtige

Schlüsselqualifi kationen zu fördern und die Teilnehmer darin zu

unterstützen, nach der Haftentlassung auch berufl ich wieder

Fuß fassen zu können.

Im Berichtszeitraum wurden neue Projekte entwickelt:

• Coaching für Ausbilder

Basierend auf der Annahme, dass durch den Lehrlingsmangel

auch Jugendliche eine Ausbildungsstelle erhalten können, die

früher nicht zum Zug gekommen wären, wurde ein Angebot

entwickelt, das sich an Ausbilder in der freien Wirtschaft

wendet. Dabei erhalten Ausbilder bei der Anleitung von

Auszubildenden Unterstützung in schwierigen Situationen.


• IdA (Integration durch Austausch) / ALIMA (Arbeiten und

Lernen im Ausland), ein transnationales Mobilitäts- und

Austauschprogramm, gefördert vom Bundesministerium für

Arbeit und Soziales, vom Europäischen Sozialfonds und der

Europäischen Union. Das Programm richtet sich an Jugendliche

im Alter von 16 bis 27 Jahren, die arbeitslos sind oder

berufl iche Erfahrungen im Ausland erwerben möchten.

• Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Trägerschaft des

Diakonischen Werks Traunstein hat sich im Landkreis

durchgesetzt. Unsere Fachkräfte begleiten Schüler an der

Berufsschule II und III und an der Mittelschule Waging. Für

neu ausgeschriebene Stellen an Mittelschulen im Landkreis

haben wir unsere Bewerbung bereits abgegeben.

Die Zukunft der traditionellen Angebote ABH und BaE schätzen

wir als Träger aufgrund der schwierigen Ausschreibungsbedin-

gungen als kritisch ein. Nach unseren betriebswirtschaftlichen

Berechnungen könnten wir ausschließlich mit geplanten

Defi ziten Haushalte für diese Geschäftsbereiche aufstellen, was

langfristig nicht realisierbar ist. Gleichzeitig müssen wir uns mit

den Sorgen der betreffenden Mitarbeitenden um ihren Arbeitsplatz

auseinandersetzen. Deren Wunsch, lieber auf eine sichere

Stelle zu wechseln, ist aus unserer Sicht nachvollziehbar.

Dadurch wird die Kontinuität der Arbeit jedoch erschwert.

Aufgrund dieser Bedingungen müssen wir für die Zukunft neue

Wege erschließen, um den Fachbereich aufrechterhalten zu

können.

Abschließend möchte ich allen Kooperationspartnern für die

vertrauensvolle Zusammenarbeit danken.

Margarete Winnichner

Aufbruch im Schneegestöber: Die erste Gruppe des IDA-Projekts startet zum Auslandseinsatz nach Slowenien.

Fachbereich Arbeit und Bildung 9


2 10 Kapitelthema Fachbereich Schulwesen

Seitenthema

Dr. Hans Straßer

Schulleiter

Wilhelm Löhe Förderzentrum

„Selbst entdeckendes Lernen“

Kindlicher Tatendrang ist bekannt, manchmal sogar „gefürchtet“,

für Eltern, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte oft

anstrengend und schweißtreibend, für die Entwicklung des

Kindes aber von unschätzbarem Wert.

Unter dem Schlagwort „selbst entdeckendes Lernen“ wird in

der Schule versucht, diesen Tatendrang in gezielte Bahnen zu

lenken und damit ein Optimum an Lernzuwachs, Lernfreude

sowie eine Steigerung des Selbstbewusstseins zu erzielen.

Eng verbunden mit dem Tatendrang ist auch der natürliche

Wunsch, sich mit anderen zu messen und in Wettbewerb zu

treten. Unter pädagogischer Begleitung kann man diesem

Wunsch auch im Schulalltag durchaus sinnvoll und gewinnbringend

nachkommen, wie das folgende beispielhafte Erlebnis

einer unserer SVE-Gruppen zeigt.

Unter dem Motto: „Wie schaut der Osterhase aus?“, veranstaltete

das Trostberger Tagblatt einen Ostermalwettbewerb. Mit

ihrer Lehrkraft Marianne Penn machten sich die Kinder unserer

Schulvorbereitenden Einrichtung mit großem Tatendrang daran,

den Osterhasen in einer Gemeinschaftsarbeit zum Leben zu

erwecken. Das Ergebnis war hoch erfreulich, denn neben

Preisen, die von Redaktionsleiter Karlheinz Kas persönlich

überreicht wurden, erschienen auch schöne Bilder auf der

Kinderseite im Trostberger Tagblatt.

Eine rundum gelungene Sache. Wir werden im Förderzentrum

natürlich alles daran setzen, Lernfreude und den unbeschwerten

kindlichen Tatendrang auch weiterhin anzuregen und nach

Kräften zu fördern.

Dr. Hans Straßer

Schulleiter


Fachbereich Kapitelthema Schulwesen Seitenthema 11 3

Das Foto entstand im Rahmen des beschriebenen Ostermalwettbewerbs. Foto: Trostberger Tagblatt


2 12 Kapitelthema Fachbereich Schulwesen

Seitenthema

Erwin Gäb

Schulleiter FAK Mühldorf

Michael Väth

Schulleiter FAK Traunstein

Fachakademien für Sozialpädagogik

in Mühldorf und Traunstein

Voneinander und miteinander lernen in Theorie und Praxis

In uns allen ist Diakonie – in uns allen ist Tatendrang. Gerade

für Fachakademien ist dies ein wichtiger Gedanke. Es genügt

nicht, die staatlich vorgegebenen Lehrpläne einer Ausbildung

zu erfüllen, sondern mit Tatendrang die Anliegen der Ausbildung

weiter in die Gesellschaft zu tragen. Aus diesem Grunde sucht

die Fachakademie in Mühldorf immer wieder Kooperationspartner

in der Praxis.

Mit dem Franziskushaus Au am Inn, einer großen Einrichtung

für Menschen mit Behinderung, ist dies gelungen. Das Franziskushaus

baut eine bisher bestehende Kindertageseinrichtung

neu auf und verändert damit auch die Konzeption dieses Hauses.

In enger Zusammenarbeit unterstützt und begleitet die

Fachakademie diesen Prozess. Im Gegenzug hat die Fachakademie

die Möglichkeit, Studierenden „modellhaft“ die praktische

Erziehungsarbeit in dieser Einrichtung zu zeigen und in

den Lernprozess der Ausbildung mit einzubeziehen.

Die Fachakademie in Traunstein geht im September 2012 in das

vierte Jahr ihres Bestehens. Nach den ersten drei Jahren

Tatendrang“ in Form der Pionier- und Aufbauarbeit in der

Prandtnerstraße in Traunstein steht nun vor Beginn des neuen

Studienjahres im September 2012 ein Umzug an. Zukünftig

befi ndet sich die Traunsteiner Fachakademie auf dem Campus

des neuen Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales

(BGS) in der Herzog-Friedrich-Straße 6a in Traunstein. In enger

Nachbarschaft zu den Krankenpfl egeschulen Traunstein, zum

Gesundheitsamt und weiteren Einrichtungen, werden die zukünftigen

Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. Besonderer

Dank gilt hier unseren Kooperationspartnern, den Landräten

Hermann Steinmaßl und Georg Grabner und unseren weiteren

Ansprechpartnern in den beiden Landkreisen und Landratsämtern

Berchtesgadener Land und Traunstein. Und darüber

hinaus all denen, die unsere Ausbildung kooperativ begleiten

und unterstützen: Anleiterinnen und Anleiter unserer Studierenden

in den jeweiligen Praxisstellen, Träger und Verantwortliche

verschiedenster sozialpädagogischer Einrichtungen in unserer

Region, die sich bereit erklären, an der praktischen Ausbildung

unserer Studierenden tatkräftig mitzuwirken.

Voneinander und miteinander lernen in Theorie und Praxis und

sich auf einen gemeinsamen Lernweg begeben, der bereichern

kann – das ist die „Belohnung“ für manchen Tatendrang in uns.

Erwin Gäb

Schulleiter Fachakademie Mühldorf

Michael Väth

Schulleiter Fachakademie Traunstein


Fachbereich Kapitelthema Schulwesen Seitenthema 13 3

Voller Tatendrang: Studierende der Fachakademie Traunstein bei einer szenischen Darstellung während der Jahresabschlussfeier.


14 Fachbereich Seniorenhilfe

Kurt Schmoll

Fachbereichsleiter

Fachbereich Seniorenhilfe

„Ohne Tatendrang geht in der Pfl ege nichts!“

Für die Seniorenhilfe des Diakonischen Werks Traunstein ist

unser Jahresmotto „in uns allen ist Tatendrang“ sehr zutreffend,

denn ohne Tatendrang geht in unserem Bereich nichts.

Seit der Einführung der Pfl egeversicherung im Jahre 1995 hat

sich die Altenhilfe stark gewandelt. Viele neue Erkenntnisse

der Pfl egewissenschaft sorgten für eine Weiterentwicklung und

Veränderung des Pfl egealltags. Ausgearbeitete Expertenstandards

weisen auf vorbeugende Maßnahmen und potenzielle

Risiken im Pfl egealltag hin. Das deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung

in der Pfl ege (DNQP) hat bislang folgende Expertenstandards

entwickelt:

– Dekubitusprophylaxe

– Entlassungsmanagement

– Schmerzmanagement

– Sturzprophylaxe

– Harninkontinenz

– Chronische Wunde

– Ernährungsmanagement

Prüforgane, wie der Medizinische Dienst der Krankenkassen

(MdK) und die Fachstellen für Pfl ege- und Behinderteneinrichtungen

(FQA), legen bei der Prüfung ein großes Augenmerk auf

die Implementierung der Expertenstandards zur Qualitätsverbesserung

in der Einrichtung. Für die Umsetzung der Standards ist

die Pfl egedienstleitung mit Unterstützung der Pfl egefachkräfte

verantwortlich. Dauerhafte Qualitätsverbesserungen in der Pfl ege

können vor allem durch entsprechende Aus-, Fort- und Weiterbildung

der Pfl egekräfte sichergestellt werden. Die Ausbildung

künftiger Pfl egekräfte muss den aktuellen Kenntnis- und Wissensstand

der Pfl egewissenschaft vermitteln.

In unseren Einrichtungen bilden wir Alten- und Krankenpfl egekräfte

aus. Jedes Jahr sind bei uns rund zehn bis zwölf Auszubildende

für eine Praktikumszeit von sechs Wochen tätig. Die

Diakoniestationen sind als anerkannte Praxisstellen seit Jahr-

zehnten Kooperationspartner der Krankenpfl egeschule in

Traunstein. Als Praxisstelle werden ausschließlich Fachstellen mit

Ausbildern anerkannt, die eine entsprechende Zusatzqualifi kation

nachweisen können.

Der Fachkräftemangel im Pfl egebereich ist bereits seit Jahren

spürbar und wird sich rapide verschärfen. Unsere Einrichtungen

versuchen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie

junge Menschen für die Altenpfl ege begeistern möchten und

ihnen eine Ausbildung in der Pfl ege anbieten. Damit dies gelingt,

müssen vor allem die Rahmenbedingungen passen. In diesem

Sinne können wir uns den Forderungen nur anschließen, die der

Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pfl ege e.V.

voller Tatendrang stellt:

• Mitarbeitende sind es wert, dass sie nicht für Bürokratie und

Nachweise arbeiten, sondern für pfl egebedürftige Menschen.

• Regelungen für eine angemessene Personalausstattung sind

dringend notwendig, damit Berufszufriedenheit und ein langer

Berufsverbleib ermöglicht werden können.

• Es braucht eine Änderung des gesetzlichen Rahmens, damit

bei allen Trägern eine tarifgerechte Entlohnung der Mitarbeitenden

sichergestellt werden kann.

• Es braucht eine tatsächliche Entbürokratisierung der Pfl ege,

damit Mitarbeitende mehr Zeit für den Menschen haben.

• Die qualifi zierte Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden

muss auf eine ausreichende fi nanzielle Grundlage gestellt

werden.

Die Umsetzung dieser Rahmenbedingungen geht nicht ohne das

Engagement von uns allen - von Vorgesetzten, Mitarbeitenden

und all den Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen

Gremien. Für die bisherige Unterstützung und das tatkräftige

Engagement allen Beteiligten ein kräftiges Vergelts Gott.

Kurt Schmoll


Fachbereich Seniorenhilfe 15

„Leben im Augenblick“ heißt die Fotoausstellung, die Pfl egedienstleiterin Beate Hamm und der Münchner Fotograf Tom Zilker

konzipiert und Anfang 2012 mit großem Erfolg präsentiert haben. Die Bilder zeigen ausdrucksstarke Momentaufnahmen von

Menschen mit Demenz.


2 16 Kapitelthema Fachbereich Soziale Seitenthema Dienste

Robert Münderlein

Fachbereichsleiter

Fachbereich Soziale Dienste

Neue Perspektiven setzen Kräfte frei

In uns allen steckt Tatendrang.“ Worte wie diese gewinnen für

Menschen eine besondere Bedeutung, die von Arbeitslosigkeit,

Armut und sozialer Ausgrenzung persönlich betroffen sind. Nur

zu gern würden sie ihren Tatendrang durch erfolgreiches

berufl iches Wirken umsetzen. Manch einer glaubt bereits gar

nicht mehr daran, dass Tatendrang in ihm steckt.

Unser Ziel ist es, möglichst allen Menschen in unserer Gesellschaft

die Chance zu geben, ihre Existenz aus eigener (Arbeits)

Kraft zu sichern und ihre Fähigkeiten zu entfalten. Trotz aller

guten Meldungen über steigende Beschäftigungszahlen und

sinkende Arbeitslosenquoten gibt es auch in unserer Region

Menschen, die bereits über ein Jahr ohne Arbeit sind und

deshalb als schwer vermittelbar gelten. Immer wieder bewahrheitet

sich: Je länger ein Mensch ohne Job ist, desto schwieriger

wird es für ihn, eine neue Arbeit zu fi nden.

Vermutlich können nur Betroffene ermessen, was es heißt, über

einen langen Zeitraum ohne Arbeit zu sein: Soziale Kontakte

gehen verloren, die Finanzen entwickeln sich desaströs und auf

Hilfe der Allgemeinheit angewiesen zu sein, nagt am Selbstwert.

Jede weitere erfolglose Bewerbung verstärkt die ohnehin schon

übermächtigen Selbstzweifel. Oftmals gehen große gesundheitliche

Probleme mit der belastenden Situation einher, Resignation

und Hoffnungslosigkeit werden zum bestimmenden Lebensgefühl.

Das gemeinsam mit Kirchengemeinden und Jobcenter Traunstein

konzipierte Zuversichtsprojekt KLARA gibt langzeitarbeitslosen

Menschen neue Hoffnung. Mit einer Kombination aus

einer stundenweisen Beschäftigung und einem persönlichen

Coaching erhalten die Teilnehmer tatkräftige Unterstützung. In

den vergangenen dreieinhalb Jahren gelang dadurch 41 von

117 betreuten Personen der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt.

Weitere 11 Personen entschieden sich für eine weiterführende

Maßnahme, um die Chancen auf eine erfolgreiche

Wiedereingliederung zu verbessern. 24 Teilnehmer schieden

aufgrund von Krankheit aus. Bei 32 Personen gelang zwar keine

Vermittlung in Arbeit, dafür stabilisierte sich jedoch die persönliche

Situation wesentlich.

Einer, dem es gelungen ist, die quälenden Jahre der Arbeitslosigkeit

zu überwinden, ist Florian Horndasch. Bereits seit fünf

Jahren ist er nun in einer renommierten Brauerei im Landkreis

Traunstein tätig, mittlerweile sogar mit einem unbefristeten

Arbeitsvertrag. „Ich bin so froh über meine Stelle, denn ich will

arbeiten“, sagt Florian Horndasch und betont: „Ohne das

Projekt KLARA hätte ich es nicht geschafft; ich wäre in ein tiefes

Loch gefallen!“

Zusätzlich dazu wurden im Berichtszeitraum 13 langzeitarbeitslose

Menschen im Rahmen von Bürgerarbeit eingestellt. Sie


helfen bei der Betreuung von behinderten Kindern, bei Behördengängen

und bei der Traunsteiner Tafel und arbeiten im

Möbellager der Diakonie.

Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofl er und Anette Farrenkopf,

ehemalige Leiterin der Agentur für Arbeit Traunstein,

tauschten für einen Tag die Rollen und halfen beim Abholen der

Lebensmittel für die Traunsteiner Tafel. „Die Tafeln lösen bei mir

immer sehr ambivalente Gefühle aus“, gestand Bärbel Kofl er,

„einerseits bin ich voll der Bewunderung, ob des herausragenden

Engagements der vielen Helferinnen und Helfer. Zudem

sind Tafeln eine dringend notwendige Unterstützung für einkommensarme

Menschen. Andererseits jedoch empfi nde ich es als

Fachbereich Kapitelthema Soziale Seitenthema Dienste 17 3

ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass es eine Einrichtung

wie diese braucht.“ Beide waren jedoch von dem persönlichen

Kontakt mit langzeitarbeitslosen Mitarbeitern beeindruckt.

„Ich habe heute sehr engagierte Mitarbeiter erlebt“,

sagte Anette Farrenkopf und hob hervor, was ihr an dem

KLARA-Projekt besonders gefalle: „Hier werden zwei Dinge

miteinander verbunden: Das soziale Engagement für benachteiligte

Menschen in der Region und die Integration von langzeitarbeitslosen

Menschen, denen mit diesen geförderten Arbeitsgelegenheiten

der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt

erleichtert werden soll.“

Diakon Robert Münderlein

Anette Farrenkopf und Dr. Bärbel Kofl er beim Arbeitseinsatz für die Traunsteiner Tafel.


2 18 Kapitelthema Fachbereich Sozialpsychiatrie

Seitenthema

Josef Ramstetter

Fachbereichsleiter

Fachbereich Sozialpsychiatrie

Die individuelle Lebenslage und den Sozialraum im Fokus

Wenn wir Zugang zu unserem Tatendrang haben und uns selber

als wirksam erleben, fühlen wir eine wichtige Ressource für

unser seelisches Wohlbefinden.

Wie erlebt ein Mensch in depressiven Phasen seinen Tatendrang,

wenn er voller innerer Unruhe gleichzeitig wie gelähmt

ist? Wie empfindet ein Mensch mit Zwangsstörungen seinen

Tatendrang, wenn er kaum seine Wohnung verlassen kann, weil

er sich wieder und wieder die Hände waschen muss? Welchen

Tatendrang verspürt ein Mensch in einer psychotischen Phase,

wenn er in seiner Gewissheit von fremden Mächten verfolgt wird

und sich auf atemloser Flucht befindet? Wie beurteilt ein

Mensch in der Erstarrung einer Angst- und Panikattacke seinen

Tatendrang?

Kennen auch Sie Phasen oder Situationen in Ihrem Leben, in

denen Sie Ihren eigenen Tatendrang für verloren gehalten

haben? Und wie haben Sie schließlich wieder Zugang zu Ihrer

Kraft gefunden?

Wie erlebt ein Mitarbeiter oder Kollege seinen Tatendrang, wenn

er nach Jahren kraftvollen Engagements in sich nur noch

Erschöpfung, Müdigkeit, Entmutigung und Überdruss wahrnimmt?

Wie viel ungeheuchelte Solidarität und Wertschätzung

erfährt er dann in der Unternehmenskultur?

In allen psychosozialen Beratungen und Begleitungen oder in

unseren Arbeitsprojekten werden wir zu Verbündeten der oft

verschütteten Lebensressourcen. Mit jedem Betroffenen

begeben wir uns auf eine Reise zu den Möglichkeiten, die eigene

Wirksamkeit bei sich und im Spiegel sozialer Interaktion neu zu

entdecken und real zu erfahren.

Für das Wachstum und die Stabilisierung von Gesundheit

gestalten wir Alltagserfahrungen und „gießen“ dabei folgende

drei „Heilpflanzen“ (vgl. – Antonovsky – Salutogenese):

1. Die Verstehbarkeit – ich verstehe dem Grunde nach, was in

mir und um mich herum los ist und bin den Dingen nicht

ohnmächtig ausgeliefert.

2. Die Handhabbarkeit – im Großen und Ganzen habe ich die

Mittel und Wege, um meine Aufgaben zu bewältigen.

3. Die Sinnhaftigkeit – es gibt Bereiche und Menschen in mei-

nem Leben, die mir wichtig sind und für die sich meine An-

strengung lohnt.

Vom Geist der wechselseitigen Selbstwirksamkeit und des

dialogischen Lernens – wir nennen sie auch Win-Win-Situationen

– sind alle unsere Projekte der neueren Generation

geprägt.

Menschen, die zu ihrem Tatendrang wieder Zugang gefunden

haben, scheinen selber zu einem ansteckenden Gesundheitsfaktor

zu werden.

Frau M. wagte vor drei Jahren erste Schritte ins Tageszentrum,

ließ sich dann auf die Mitarbeit im Zuverdienstprojekt ein und

wurde vor Kurzem von unserem Industriekunden als feste

Mitarbeiterin abgeworben.

Herr L. machte sein Hobby zum Beruf: vom Schauspiel im

integrativen Theaterprojekt zum Job im Landestheater.

Psychiatrieerfahrene werden zu Lehrenden im Schulprojekt

„Lernpaket psychische Gesundheit“.

Die jahrzehntelange Heimbewohnerin Frau S. aus M. wird im

Stützpunkt Wohnen zur ganz normalen Nachbarin am Neuöttinger

Stadtplatz.

Acht junge Klienten tauschen regelmäßig ihre Konsumorientierung

gegen den Klettergurt aus.

Herr E. will nicht länger Klient sein. Er kauft jetzt über das

persönliche Budget als Auftraggeber die nötige Assistenzleistung

bei uns ein.


Im gemeindepsychiatrischen Fachbereich begleiten die Mitarbeitenden

bei rapide steigenden Fallzahlen jährlich über 1000 Klien-

ten und deren Angehörige mit einem differenzierten Verbund von

passgenauen Leistungen zur Wohnassistenz, vier Tageszentren

mit breit gefächerten Trainings- und Arbeitsmöglichkeiten und

zwei Sozialpsychiatrischen Diensten mit vielfältigen Beratungsangeboten.

Jenseits von traditionellen institutionsbezogenen Denkmustern

und über Einrichtungsgrenzen hinweg, rücken unsere Fachkräfte

die individuelle Lebenslage und den Sozialraum jedes Klienten in

den Fokus.

Aber auch in den besten therapeutischen Dienstleistungen bleibt

der Klient in der Rolle des „Verbrauchers“. Unser Ziel sind

Lebensbedingungen, in denen jeder mit Würde und auf Augen-

Verstehbarkeit,

Handhabbarkeit und

Sinnhaftigkeit – drei

„Heilpflanzen“ für

Wachstum und

Stabilisierung von

Gesundheit.

Beispielsweise

durch die Arbeit im

Zuverdienstprojekt.

Eine sinnvolle Tätigkeit: Der Mensabetrieb am Kurfürst-Maximilian-Gymnasium

durch das Tageszentrum Burghausen.

Fachbereich Kapitelthema Sozialpsychiatrie Seitenthema 19 3

höhe unverzichtbarer notwendiger Teil in einem größeren Ganzen

ist.

In der professionellen Weiterentwicklung, hin zu einer menschengerechten

Gestaltung unserer Lebensfelder in Gemeinden und

Unternehmen, finden wir uns zunehmend in Rollen als Beziehungsstifter,

Lebensweltenverbinder, Erwachsenenbildner,

Moderatoren von menschlichen Kommunikationsprozessen und

manchmal vielleicht auch als Friedensarbeiter und Virusträger

ansteckender Gesundheit.

Vergelts Gott allen beteiligten Weggefährten für ihr Vertrauen, ihre

Unterstützung und die menschliche Solidarität.

Sepp Ramstetter

In der psychosozialen Begleitung eigene Möglichkeiten

erfahren.


2 20 Kapitelthema Interview Dekan Seitenthema Peter Bertram

Am 30. September 2012 wurde Pfarrer Peter Bertram feierlich in sein Amt als Dekan eingeführt.

In dem Interview berichtet er über besonders prägende Erlebnisse seiner Jugendzeit, über die

Bedeutung der Familie und worauf er sich als Dekan des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks

Traunstein ganz besonders freut. Das Gespräch führte Öffentlichkeitsreferent Klaus Rieder.

Herr Bertram, wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Als munteren lebensfrohen Menschen, der gerne in Kontakt mit

anderen ist und gemeinsam etwas auf den Weg bringt.

Sie sind in Rosenheim aufgewachsen, hier verwurzelt und

sprechen bairisch – wie wird man mit dieser Voraussetzung

evangelischer Dekan?

Ein evangelischer Oberbayer, der in der bayerischen Landeskirche

seinen Weg macht, ist tatsächlich nicht die Regel. Prägend

waren für mich Personen und viele Fragen, auf die es keine

einfachen Antworten gibt. So kam eins zum anderen.

Entschieden Sie sich aufgrund eines besonderen Erlebnisses

dazu, Pfarrer zu werden?

Die Entscheidung zum Pfarrer war ein längerer Prozess, den ich

unter die Überschrift Sinnsuche stellen würde. Bereits als

knapp 20-Jähriger habe ich im Rettungsdienst hautnah existenzielle

Situationen erlebt. Nahezu automatisch stellten sich da

Fragen nach dem Warum und Wieso. Diese Fragen waren die

Triebfeder, Theologie zu studieren. Es gab also kein einzelnes

Bekehrungserlebnis, sondern ein In-den-Glauben-Hineinwachsen.

Sie haben sich schon in der Jugendzeit ehrenamtlich

engagiert?

In der Jugendzeit machte ich sehr viel Sport. Darauf folgte die

ehrenamtliche Tätigkeit beim Bayerischen Roten Kreuz mit sehr

prägenden Erlebnissen im Rettungsdienst. Das hat mir unendlich

viel gegeben.

Sie sind verheiratet und haben vier Kinder – was bedeutet

Ihnen persönlich Familie?

Familie ist Heimat und Kraftquelle, aber auch ein Ort, an dem

Kräfte gebunden werden und man in der Verantwortung steht.

Familie ist ein sozialer Lernort ohne Ende, einfach nur bereichernd!

Was haben Sie von ihren Kindern gelernt?

Vor allem einen jeweils aktuellen Lebensbezug. Kinder halten

einen am Puls der Zeit und sind kritische Begleiter.

Was sind Ihre inneren Antreiber?

In erster Linie Fragen sowie Menschen, die mich mit Fragen

konfrontieren. Es ist schön, Wegbegleiter sein zu können. Es

liegt mir sehr am Herzen, Ziele mit großer Leidenschaft zu

verfolgen und die Wegbegleitung durch Kirche und Diakonie in

guter Weise zu gestalten.

Auf was freuen Sie sich als Dekan?

Ich freue mich auf die Gestaltung von Lebensräumen und

möchte da sein, wenn Unterstützung gebraucht wird. Besonders

schön finde ich es, die bunte Vielfalt an Menschen und

Facetten in Kirche und Diakonie erleben zu können.

Die Vielgestaltigkeit unserer Kirchengemeinden in den vier

Landkreisen ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Als Dekan hoffe ich,

gute Rahmenbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen im

Gemeindepfarramt schaffen zu können.

An Ihre neue Aufgabe als Dekan gedacht – haben Sie vor

etwas Angst?

Angst habe ich keine, Respekt jedoch vor vielem.

Was verbinden Sie mit dem Diakonischen Werk

Traunstein e.V.?

Leidenschaftlicher Einsatz für die Lösung von Problemen und

die Fähigkeit, aus einer großen inneren Kraft heraus Hilfen

anzubieten. Es fallen mir sofort viele segensreiche Einrichtungen

und Beratungsstellen ein, die eng verzahnt mit den

verantwortlichen kommunalen Stellen und mit den Kirchengemeinden

vor Ort tätig sind.

Rund zwei Drittel der Mitarbeitenden unseres Diakonischen

Werks sind katholisch. Wie bewerten Sie diese Tatsache?

Das ist Chance und Bereicherung zugleich. Karitatives und

diakonisches Handeln hat eine große Schnittstelle. In Fragen

der Seelsorge spielen konfessionelle Grenzen eine sehr

untergeordnete Rolle, weil wir dabei den Menschen mit all

seinen Chancen und Grenzen im Blick haben.

Was möchten Sie Mitarbeitenden der Diakonie gerne mit

auf den Weg geben?

Jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter ist ein

Schatz für unsere Kirche. Ihr Einsatz, sei es in der Beratungsstelle,

im Heim, in der Pflege oder in der Arbeit mit schwerstbehinderten

Menschen, ist nicht hoch genug wertzuschätzen.

Oftmals entspricht weder die Entlohnung noch die öffentliche

Anerkennung dem Wert der erbrachten Leistung. Das stellt uns

vor eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Ohne eine

hohe innere Motivation kann man diesen Dienst langfristig nicht

tun.

Da ist es gut, dass die Diakonie selber ein verlässlicher Arbeitgeber

ist, der diese Problematik genau sieht und die Rahmenbedingungen

verbessern will. Ich denke hierbei an Fortbil-

dungen und an die wertschätzende Atmosphäre in den Einrichtungen

des Diakonischen Werks Traunstein. Das war auch am


Diakoniesonntag erlebbar, als langjährige Mitarbeitende in der

Kirche im Beisein ihrer Angehörigen geehrt und danach festlich

bewirtet wurden. Das sind wichtige Zeichen der Wertschätzung.

Der Dienstgeber muss zudem auf die physische und psychische

Gesundheit seiner Mitarbeitenden aufpassen und

Fürsorgeverantwortung wahrnehmen. Bei allem ökonomischen

Druck kommt es auch auf solche weichen Faktoren an.

Auf was werden Sie als Vorsitzender des Kuratoriums

besonders Wert legen?

Es geht um ein Diakonisches Werk, in dem der christliche Geist

von Wertschätzung und Annahme spürbar lebt. Das soll sich im

Tun widerspiegeln.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bitte vervollständigen Sie die Sätze:

Die Bilder entstanden beim Gespräch im Büro sowie am Tag der kirchlichen Einführung.

Interview Kapitelthema Dekan Peter Seitenthema Bertram 21 3

Am schönsten finde ich es als Dekan...

vielen unterschiedlichen Menschen begegnen zu können.

Kritik ist für mich...

etwas, was mich nachdenklich macht.

Eine besondere Freude machen mir Menschen, die...

Lust auf Leben machen.

Am Dekanat Traunstein gefällt mir...

die bunte Vielfalt der Regionen.

Diese drei Werte sind mir im Leben besonders wichtig:

Liebe, Glaubwürdigkeit und Gerechtigkeit.

Am liebsten unternehme ich in meiner Freizeit...

etwas an der frischen Luft.

Wenn ich 2029 in Ruhestand gehe, möchte ich von mir

sagen können:

Das, was mir Gott an Talenten gegeben hat, habe ich so

gut ich konnte eingebracht.


22 Kuratorium

Kuratorium

In der Funktion als Aufsichtsrat berät und entscheidet das

Kuratorium über die Zielrichtung und die strategische Orientierung

des Gesamtunternehmens, den jährlichen Haushaltsplan

sowie den Investitions- und Instandhaltungsplan.

Folgende Personen bilden das Kuratorium in dieser Legislaturperiode:

1. Vorsitzender des Kuratoriums:

Dekan Gottfried Stritar

Beschließende Mitglieder des Kuratoriums:

Brigitte Eisenrieder

Dr. med. Regine Roeder

Hans-Georg Bredull

Dr. Jochen Imhoff

Fritz Stahl

Beratende Mitglieder des Kuratoriums:

Dieter Pape

Klaus Schultze

Birgit Schiller

Margarete Winnichner

Thomas Zugehör

Dekan Gottfried Stritar:

„Wer diesen Tatendrang

spürt, der sollte auch etwas

tun – getreu dem Motto von

Erich Kästner: „Es gibt nichts

Gutes. Außer man tut es.“

Brigitte Eisenrieder:

In uns allen ist Tatendrang,

den Benachteiligten unserer

Gesellschaft zur Seite zu

stehen, so wünsche ich mir

die Diakonie.“

Dr. med. Regine Roeder:

„Stillstand ist Rückschritt.“

Pfarrer Hans-Georg Bredull:

Tatendrang der Traunsteiner

Diakonie – nicht immer leicht

gemacht – und doch nicht zu

bremsen: für Menschen, die

unsere Hilfe notwendig

brauchen.“


Dr. Jochen Imhoff:

Tatendrang ist besonders

dann von Segen, wenn er

diakonisch professionell und

in Verbindung von Tat und

Wort Leib und Seele betrifft.“

Wirtschaftsprüfer Dieter Pape:

In uns allen ist Liebe.

Ohne sie bewirkt unser Leben

nichts.“

Klaus Schultze:

„Der Dienst am Nächsten

schließt die Selbstsorge ein,

Diakonie folgt Mt. 22,

Vers 38,39. Auf See heißt es:

Eine Hand für den Mann und

eine Hand für das Schiff.“

Fritz Stahl:

„Ich bin fest davon überzeugt,

dass wir für ein gutes Leben

beides brauchen:

das Fest-auf-dem-Boden-der-

Tatsachen-Stehen und das

Träumen. Wer nicht träumt,

versucht nicht Barrieren zu

überwinden, wer nur träumt,

bleibt stehen, obwohl er nur zu

gehen bräuchte. Die gute

Mischung wünsche ich weiter

unserer Diakonie.“

Kuratorium | Förderstiftung 23

Förderstiftung

Die Förderstiftung des Diakonischen Werks Traunstein

widmet sich diakonischen Anliegen.

Alle Spenden an die Förderstiftung bleiben als

Stiftungskapital erhalten und stärken damit langfristig

und nachhaltig den Zinsertrag der Stiftung. Mit

den Zinsen wird die Arbeit der Diakonie für Menschen

gefördert, die auf Hilfe und Zuwendung

angewiesen sind.

Zudem lobt die Förderstiftung den Dietrich-Bonhoeffer-Preis

aus. Der Preis richtet sich an Jugendliche,

die mutig für die Würde anderer eintreten und für

Gerechtigkeit streiten. Bewerbungen und Vorschläge

sind jeweils von November bis Mai eines laufenden

Schuljahres beim Diakonischen Werk Traunstein e.V.

einzureichen.

Stiftungsvorstand:

Gottfried Stritar, Dekan i. R.

Fritz Stahl, Alt-Oberbürgermeister i. R.

Stiftungsrat:

Rainer Krick, Vorsitzender

Burghilde Schweiger, stellv. Vors.

Heide Bär

Franz Werner

Thomas Zugehör

Förderstiftung des

Diakonischen Werks Traunstein

Crailsheimstraße 12

83278 Traunstein

Telefon: 08 61 98 98-0

Telefax: 08 61 98 98-123

Bankverbindung:

Evang. Kreditgenossenschaft eG

BLZ 520 604 10

Kto.-Nr. 3 404 005


4 Kapitelthema Seitenthema

Diakonisches Werk

Traunstein e.V.

83278 Traunstein

Crailsheimstraße 12

Tel. 08 61 98 98 - 0

Fax 08 61 98 98 -123

www.diakonie-traunstein.de

info@diakonie-traunstein.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag

8.00 – 12.00 und 13.00 – 16.00 Uhr

Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

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