Geschäftsbericht 2006 (pdf) - Flughafen München

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Geschäftsbericht 2006 (pdf) - Flughafen München

Geschäftsbericht

2006


Längst hat sich der Flughafen München als

Luftverkehrsdrehkreuz etabliert. Er ist

Drehscheibe für Verbindungen in alle Welt,

Treffpunkt von Menschen aller Nationen –

über Grenzen und Kontinente hinweg.

Und er steht für Wachstum – und damit für

eine Entwicklung, die vor allem auch die

Menschen von morgen im Fokus hat.

Internationalität und Zukunft – wie besser

könnten sie symbolisiert werden als durch

Kinder aus aller Herren Länder, die Sie durch

diesen Geschäftsbericht begleiten werden.


Einführung

Vorwort

Highlights

Geschäftsführung und

Leiter der Geschäftsbereiche

Flughafen in Zahlen

Verkehrszahlen

Geschäftszahlen

FMG-Konzernstruktur und

Geschäftsentwicklung

Konzernstruktur

Umsatzanteile Aviation/Non-Aviation

Aviation

Aviation

Ground Handling

Non-Aviation

Immobilienmanagement

und -entwicklung

Retail und Services

Terminal 2

Personal

Ausbauplanung

Kommunikation und Umlanddialog

Flugverkehr und Klimaschutz

Safety und Security

Wirtschaftliche Entwicklung

und Jahresabschluss 2006

Wirtschaftliche Entwicklung

des FMG-Konzerns

Konzern-Jahresabschluss 2006

Bericht des Aufsichtsrates

Konzernlagebericht

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und

Verlustrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Konzernanhang

Bestätigungsvermerk

Ergänzende Angaben

3

4

9

10

12

13

13

16

20

26

28

30

32

36

40

44

46

50

53

54

62

64

65

66

67

77

78


Vorwort

Beim Blick auf das Jahr 2006 springen zunächst

zwei Großereignisse ins Auge, die am Flughafen

München sicher lange in Erinnerung bleiben

werden: Sowohl bei der Fußballweltmeisterschaft

als auch beim Besuch von Papst Benedikt XVI.

war der Airport einer der Schauplätze, die national,

aber auch weltweit mit großer Aufmerksamkeit

bedacht wurden. Bei beiden Ereignissen

präsentierte sich der Flughafen in Bestform.

Bestnoten gab es auch von den meisten unserer

Passagiere: Zum zweiten Mal in Folge wurde der

Münchner Flughafen bei der weltweit größten

Fluggastbefragung zum besten Airport Europas

gewählt und verbesserte sich dabei im internationalen

Ranking sogar vom vierten auf den

dritten Platz!

Die grenzüberschreitende Wertschätzung des

Münchner Flughafens manifestierte sich 2006

auch in einem neuen Rekordergebnis beim

Passagieraufkommen: Mit 30,8 Millionen Fluggästen

– 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr –

wurde erstmals die Marke von 30 Millionen

überschritten. Kein anderer deutscher Airport

verzeichnete eine derart große Zunahme der

Passagierzahlen! Aufgrund dieser positiven

Entwicklung verbesserte sich der Münchner

Flughafen auch im europäischen Ranking der

führenden Drehscheiben auf den siebten Platz.

Auch der Frachtboom hält an. Wie in den vergangenen

Jahren wurden 2006 wieder zweistellige

Zuwachsraten erzielt. Ausschlaggebend

für die überproportionalen Steigerungen ist vor

allem der forcierte Ausbau des Langstreckenverkehrs

am Flughafen München.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Flughafen

München GmbH ist ebenfalls sehr zufriedenstellend.

Unter Einbeziehung der Beteiligungsunternehmen

wurde für den gesamten Konzern ein

Umsatzvolumen von über 900 Millionen Euro

erzielt, rund neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Gesamtergebnis nach Steuern wurde im

Jahr 2006 ein deutliches Plus von mehr als

50 Millionen Euro erreicht.

Die wohl anspruchsvollste Aufgabe, die sich

momentan hinsichtlich der wirtschaftlichen

Entwicklung unseres Unternehmens stellt,

betrifft die Sanierung des Geschäftsbereichs

Ground Handling. Ziel des im letzten Jahr

etablierten Konzepts, das allen unseren Mitarbeitern

sehr viel Flexibilität und Einsatzbereitschaft

abverlangt, ist es, den Bodenverkehrsdienst

für die hohen Anforderungen eines schärfer

werdenden Wettbewerbs fit zu machen.

Letztendlich jedoch ist der Schlüssel zur langfristigen

Sicherung von Arbeitsplätzen am Flughafen

München natürlich die Fortsetzung des

Verkehrswachstums. Damit sich der Luftverkehr

in München auch künftig dynamisch entwickeln

kann, müssen rechtzeitig die richtigen Weichen

gestellt werden. Das mit Abstand wichtigste

Ausbauprojekt, das es dafür zu realisieren gilt,

ist die dritte Start- und Landebahn, die den

Flughafen München dazu befähigt, statt der jetzt

möglichen 90 planbaren Starts und Landungen

pro Stunde mindestens 120 Flugbewegungen

abzuwickeln.

Nach eingehender Untersuchung von mehr

als 30 Standorten wurde die Bahnlage ausgewählt,

die im Hinblick auf die für das Umland

zu erwartenden Belastungen am verträglichsten

erscheint. Mit dieser Vorzugsvariante wurde

im vergangenen Sommer das Raumordnungsverfahren

beantragt, das inzwischen von der

Regierung von Oberbayern im Februar 2007

positiv abgeschlossen wurde. Damit liegen wir

voll im Zeitplan, der die Inbetriebnahme der

dritten Bahn ab 2011 vorsieht.

Das Fazit für 2006 kann daher nur lauten:

Die Flughafen München GmbH blickt auf ein

ausgesprochen erfolgreiches Jahr zurück.

Der Münchner Airport konnte seine Position als

eine der führenden europäischen Luftverkehrsdrehscheiben

nicht nur behaupten, sondern weiter

ausbauen. Wir sind dem Ziel, den Münchner

Flughafen bis 2010 zum attraktivsten und effizientesten

Hubflughafen Europas zu entwickeln,

damit wieder ein gutes Stück näher gekommen.

Dr. Michael Kerkloh

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Flughafen München GmbH

3


Highlights

1. Januar 2006

Die neue EU-Richtlinie, nach der Beschäftigte

nun auch an den Zufahrten zu den Vorfeldern

einer physischen Kontrolle unterzogen und

deren Fahrzeuge an den Toren zum Sicherheitsbereich

inspiziert werden müssen, ist weitgehend

reibungslos angelaufen. Betroffen von den

neuen Sicherheitskontrollen sind am Münchner

Flughafen rund 20 000 Mitarbeiter verschiedenster

Unternehmen.

25. Februar 2006

Nach knapp viermonatiger Umbauzeit wird das

Informationszentrum im Besucherpark des

Münchner Flughafens wieder eröffnet. Auf rund

700 Quadratmeter Fläche können sich Besucher

an zehn Themeninseln mit elektronischen Infokiosken

und einem 15 Quadratmeter großen

Funktionsmodell über Wissenswertes rund um

den Airport informieren. Den kleinen Gästen

werden an speziellen Kiosken die Betriebsabläufe

am Flughafen in kindgerechter Form erläutert.

Der Eintritt in die Ausstellung ist ebenso

kostenlos wie der Besuch des neuen Kinos, in

dem Filme zu Themen des Luftverkehrs gezeigt

werden.

26. März 2006

Mit Beginn des Sommerflugplans wird der Luftverkehr

auf den Langstrecken ab München weiter

ausgebaut. Die Deutsche Lufthansa erweitert

ihr Angebot nach China, so dass Hongkong und

Peking nunmehr täglich angeflogen werden.

Star-Alliance-Partner Thai Airways International

bedient weiterhin fünfmal pro Woche die Strecke

nach Bangkok. Auch Air China fliegt von München

nach Peking – ab 1. August sogar einmal

4

täglich. Dreimal pro Woche hebt die brasilianische

Varig Richtung Sao Paulo ab. Neu sind

die beiden wöchentlichen Flüge von Air Transat

nach Vancouver, das auch von LTU bedient

wird. Etihad Airways fliegt fünfmal pro Woche –

ab Juli täglich – nach Abu Dhabi. Insgesamt

haben die Airlines bis zum 28. Oktober 2006

über 257 000 Starts und Landungen angemeldet,

das sind um drei Prozent mehr als im Vorjahr.

29. März 2006

Der mögliche Standort für die dritte Start- und

Landebahn am Flughafen München wird dem

Nachbarschaftsbeirat, der den Planungsprozess

seit Sommer 2005 begleitet, präsentiert. Demnach

würde die Bahn, die die geringsten Belastungen

für Mensch und Umwelt erwarten lässt,

zur bestehenden Nordbahn einen Achsabstand

von 1 180 Metern und einen Schwellenversatz

um 2 100 Meter aufweisen. Die anderen möglichen

Varianten wurden aufgrund ihrer nicht

ausreichenden Kapazität bzw. offensichtlicher

Raumkonflikte ausgeschlossen.

19. April 2006

Die Flughafen München GmbH (FMG) eröffnet

eine eigene Repräsentanz in Brüssel, um so

den Kontakt zu den für die europäische Luftfahrt

maßgeblichen Stellen innerhalb der Europäischen

Union zu intensivieren. Das Büro in

Brüssel trägt dazu bei, dass die FMG die verantwortlichen

Mandats- und Entscheidungsträger

besser als bisher beraten und informieren kann.


26. Mai 2006

Für ihr „Ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement”

wird die FMG vom Bayerischen

Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit

und Verbraucherschutz mit einem Zertifikat

in Silber ausgezeichnet. Der Maßnahmenkatalog,

mit dem die FMG die Gesundheit ihrer Mitarbeiter

fördert, reicht vom Arbeitsschutz über

Prävention bis hin zu betrieblichen Angeboten

zur körperlichen Aktivität und dem gesundheitsfördernden

Führungsverhalten der Vorgesetzten.

Weitere Schwerpunkte sind Aktionen zu gesundem

Ernährungsverhalten und professionelle

Hilfe bei der Sucht- und Stressbewältigung bzw.

bei sozialen Problemen.

Juni 2006

Beim „World Airport Awards 2006” wird der

Flughafen München wie bereits im Vorjahr erneut

zum besten Flughafen Europas gekürt. In

der weltweiten Rangfolge rückt er gegenüber

2005 noch einen Platz vor und platziert sich

hinter den Flughäfen Singapore Changi Airport

und Hong Kong International Airport auf dem

dritten Rang. Der Award basiert auf einer Befragung

des unabhängigen Luftfahrtforschungsinstituts

Skytrax von 7,2 Millionen Reisenden aus

93 Nationen unter anderem zu Servicequalität,

Dienstleistungsangebot und Drehscheibenqualität.

Juni 2006

Dass der Flughafen München Deutschlands

bester Airport ist, ermittelt die Zeitschrift

Capital in einer vergleichenden Studie. In ihrem

Auftrag hatte die auf Tourismus und Freizeitwirtschaft

spezialisierte Unternehmensberatung

Treugast die deutschen Flughäfen nach Servicequalität

und Passagierkomfort untersucht.

15. Juli 2006

Die FMG kündigt einen Ausgleichsfonds an, der

jenen Bürgern und Gemeinden zugutekommen

soll, die durch den Bau einer dritten Start- und

Landebahn besonders belastet werden. Bei

dem Fonds handelt es sich um eine freiwillige

Maßnahme, die über jene Kompensationsleistungen

hinausgeht, die der Flughafen aufgrund

gesetzlicher, genehmigungsrechtlicher oder

gerichtlicher Verpflichtungen ohnehin tragen

muss.

19. Juli 2006

Die Flughafen München GmbH präsentiert ein

neues innovatives Technologieprojekt: Sie wird

bis Ende 2007 rund 500 ihrer insgesamt 1 400

Vorfeldfahrzeuge von Diesel- auf Rapsölbetrieb

umstellen. Die erforderlichen Investitionen zur

Umrüstung der Motoren werden sich innerhalb

von zwei Jahren amortisieren, da Rapsöl um

mehr als ein Drittel günstiger als Dieselkraftstoff

ist. Von der Umstellung der Fahrzeuge

werden Landwirte und Produzenten von Rapsöl

aus dem unmittelbaren Flughafenumland profitieren.

5


27. Juli 2006

Erstmals wird der IT-Service-Managementbereich

eines Flughafens erfolgreich zertifiziert.

Die FMG erhält als weltweit erster Flughafenbetreiber

das renommierte Gütesiegel nach der

Norm ISO 20000. Der IT Service gewährleistet

einen schnellen und präzisen Datenfluss, der

für die Steuerung der komplexen Abfertigungsvorgänge

an einem internationalen Verkehrsflughafen

unabdingbar ist.

25. August 2006

Die Regierung von Oberbayern leitet das Raumordnungsverfahren

für eine dritte Start- und

Landebahn am Münchner Flughafen, das von

der Flughafen München GmbH am 31. Juli 2006

beantragt worden war, ein.

5. September 2006

Im Rahmen einer Feierstunde wird dem Vorsitzenden

der Geschäftsführung der Flughafen

München GmbH, Dr. Michael Kerkloh, der Titel

„Bester Airport-Manager des Jahres” verliehen.

Durchgeführt wurde die Wahl im Auftrag der

renommierten Luftfahrt-Fachzeitschrift „Touristik

Report”. Die Jury hatte sich aus Vertretern der

Luftfahrt-Presse, Unternehmensberatern und

Airline-Managern sowie aus den nominierten

Flughafendirektoren zusammengesetzt.

6

29. Oktober 2006

Für den Winterflugplan haben die Airlines über

161 000 Starts und Landungen am Münchner

Airport – rund zehn Prozent mehr als in der

Winterflugplanperiode 2005/2006 – angemeldet.

Condor bietet einen Flug nach Sansibar via

Mombasa an, Air Mauritius fliegt ab Anfang

Dezember wieder von München nach Mauritius

und LTU legt einen zweiten wöchentlichen Flug

nach Kapstadt auf. Egypt Air bedient nunmehr

viermal wöchentlich die Strecke nach Kairo

und Hapagfly fliegt erstmals von München über

Fuerteventura nach Sal auf den Kapverden.

Deutlich ausgebaut wird im Winter der Asien-

Verkehr. So fliegt die Deutsche Lufthansa

nunmehr täglich nach Tokio und nach Dubai,

ebenfalls täglich bedient Star-Alliance-Partner

Thai Airways International ab Anfang Dezember

Bangkok. Qatar Airways verbindet täglich

München mit Doha und LTU fliegt dreimal pro

Woche nach Bangkok und zweimal wöchentlich

nach Phuket.

6. November 2006

Ab diesem Datum gelten an den europäischen

Flughäfen neue EU-Sicherheitsbestimmungen

für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck.

Die Umstellung auf die neuen Richtlinien

ist am Flughafen München weitgehend

reibungslos angelaufen, da der Großteil der

Fluggäste aufgrund umfangreicher Informationen

gut auf die verschärften Kontrollen vorbereitet

war.


16. November 2006

Die Ergebnisse der jüngsten Arbeitsstättenerhebung

werden präsentiert. Demnach wurden an

Bayerns zweitgrößter Arbeitsstätte zum Stichtag

30. Juni 2006 insgesamt 27 400 Beschäftigte

bei 554 am Flughafen tätigen Unternehmen und

Behörden gezählt – über 4 000 Arbeitnehmer

bzw. rund 18 Prozent mehr als bei der letzten

Erhebung Ende 2003. Größter Arbeitgeber am

Airport ist nach wie vor der FMG-Konzern. Die

Anzahl der Mitarbeiter in der FMG und ihren

Tochterunternehmen stieg gegenüber dem Jahr

2003 um zwei Prozent auf 7 415. Insgesamt

624 Nachwuchskräfte – 23 Prozent mehr als im

Jahr 2003 – werden am Münchner Flughafen in

24 Berufsgruppen ausgebildet. Mit 234 Jugendlichen

ist der FMG-Konzern zugleich auch der

größte Ausbildungsbetrieb am Airport.

28. November 2006

Am Münchner Flughafen wird eine Kindertagesstätte,

die erste auf einem deutschen Airport,

eröffnet. Die Einrichtung der Flughafen München

GmbH, die täglich bis zu 36 Kinder aufnehmen

kann, vereint in sich die Funktionen von Kinderkrippe,

Kindergarten und Hort und bietet außerdem

Hausaufgabenbetreuung an. Geöffnet ist

sie an 348 Tagen – einschließlich der Wochenenden

sowie während der Ferien – zwischen

6.00 Uhr und 21.00 Uhr.

15. Dezember 2006

Der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH

verlängert den im Sommer 2007 auslaufenden

Vertrag des Vorsitzenden der Geschäftsführung,

Dr. Michael Kerkloh, um weitere fünf Jahre.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Staatsminister

Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, würdigt in der Sitzung

die Leistungen des 53-jährigen Flughafen-Chefs,

der seit September 2002 an der Spitze der

Flughafengesellschaft steht und zugleich das

Amt des Arbeitsdirektors bekleidet.

22. Dezember 2006

Erstmals wird am Flughafen München innerhalb

eines Jahres die 30-Millionen-Marke bei den

Fluggästen übersprungen. Der Jubiläumspassagier

wird mit Blumen, Blasmusik und attraktiven

Geschenken begrüßt.

7


Geschäftsführung

Dr. Michael Kerkloh

Vorsitzender der Geschäftsführung

und Arbeitsdirektor

Walter Vill

Kaufmännischer Geschäftsführer,

Stellvertretender Vorsitzender

der Geschäftsführung

Peter Trautmann

Geschäftsführer Verkehr und Technik

Leiter der

Geschäftsbereiche

Rainer Beeck

Prokurist

Leiter Geschäftsbereich Immobilienmanagement

und -entwicklung

Wolfgang Hammerstädt

Prokurist

Leiter Geschäftsbereich Ground Handling

Andreas von Puttkamer

Prokurist

Leiter Geschäftsbereich Aviation

Dr. Karl Heinz Schwarzmeier

Prokurist

Leiter Geschäftsbereich Terminal 2

Walter Vill

FMG-Geschäftsführer,

komm. Leiter Geschäftsbereich Retail

und Services

9


Verkehrszahlen

Luftverkehrs-Kennzahlen

10

Passagieraufkommen gesamt

– gewerblicher Verkehr

– Linien- und Charterverkehr

Flugzeugbewegungen gesamt

– gewerblicher Verkehr

– Linien- und Charterverkehr

Luftfracht-Umschlag gesamt (t)

– geflogene Luftfracht (t)

– Trucking (t)

Luftpost-Umschlag (t)

MTOM (Höchstabfluggewicht)

gewerblicher und

nicht gewerblicher Verkehr (t)

10-Jahres-Übersicht

Passagiere (an+ab+Transit)

(gewerblicher Verkehr) in Millionen

31

30

29

28

27

26

25

24

23

22

21

20

19

18

17

16

15

14

13

17,89

97

19,32

98

21,28

99

23,13

23,65

00 01

23,16

02

24,19

03

26,81

04

28,62

05

30,76

06

2006

30 778 352

30 757 978

30 727 363

411 335

399 460

386 128

404 409

224 409

180 000

13 667

12 049 518

400

390

380

370

360

350

340

330

320

310

300

290

280

270

260

250

240

230

220

2005

28 639 104

28 619 427

28 591 429

398 838

386 841

374 626

356 844

202 844

154 000

15 205

11 319 219

Flugzeugbewegungen

(gewerblicher Verkehr*) in Tausend

253 109

97

262 446

98

280 067

99

302 412

321 756

330 888

343 027

370 534

386 841

00 01 02 03 04 05 06

* ohne Überführungsflüge

2006 / 2005

+ 7,5 %

+ 7,5 %

+ 7,5 %

+ 3,1 %

+ 3,3 %

+ 3,1 %

+ 13,3 %

+ 10,6 %

+ 16,9 %

- 10,1 %

+ 6,5 %

399 460


München im Vergleich

Verkehrsergebnisse der deutschen Flughäfen im Jahr 2006 (gewerblicher Verkehr)

Frankfurt

München

Berlin (gesamt)

Düsseldorf

Hamburg

Stuttgart

Köln/Bonn

Hannover

Nürnberg

Hahn

Leipzig/Halle

Dortmund

Dresden

Bremen

Münster/Osnabrück

Saarbrücken

Erfurt

Gesamt

Passagiere

(an+ab+Transit)

52 810 683

30 757 978

18 506 506

16 590 055

11 954 117

10 104 958

9 904 236

5 699 299

3 961 458

3 704 633

2 339 989

2 019 651

1 836 068

1 697 883

1 551 173

420 221

356 378

174 215 286

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)

Flugzeugbewegungen

482 399

399 460

224 039

206 893

145 572

144 759

139 096

76 255

61 972

37 006

33 610

32 785

29 394

31 837

31 745

10 980

8 268

2 096 070

geflogene

Luftfracht (t)

2 031 311

224 409

17 791

59 327

31 571

19 456

685 563

5 068

12 101

112 291

26 519

37

573

1 006

141

7

4 816

3 231 987

Passagierergebnisse der Top Ten der europäischen Flughäfen im Jahr 2006 (gewerblicher Verkehr)

London-Heathrow

Paris-Charles de Gaulle

Frankfurt/Main

Amsterdam

Madrid

London-Gatwick

München

Rom-Fiumicino

Barcelona

Paris-Orly

Quelle: Airports Council International (ACI)

Stand: März 2007

Rang

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Passagierzahlen (in Mio.)

67,5

56,8

52,8

46,1

45,5

34,2

30,8

30,1

30,0

25,6

2006 / 2005

- 0,6 %

+ 5,6 %

+ 1,1 %

+ 4,4 %

+ 8,1 %

+ 4,2 %

+ 7,5 %

+ 5,2 %

+ 10,5 %

+ 3,1 %

Luftpost (t)

96 485

13 667

9 895

106

6 048

9 782

5 548

10 589

0

0

0

0

0

14

0

0

0

152 134

11


Geschäftszahlen

FMG-Konzern

Finanz-Kennzahlen

Konzernumsatz

und Ergebnisse (Mio. €)

700

675

650

625

600

575

550

525

500

475

450

425

400

375

350

325

300

275

250

12

Konzernumsatz

EBITDA *)

EBIT *)

Konzern-Jahresüberschuss

Rentabilitätskennzahlen

EBITDA-Marge (%)

EBIT-Marge (%)

ROCE (%)

442,9

97

455,6

98

494,0

99

529,8

557,5

00 01

555,5

02

593,3

03

2006

920,1

324,8

169,1

61,5

35,3

18,4

Flughafen München GmbH (FMG)

628,4

04

656,2

05

844,3

257,6

104,9

698,1

2005 2006 / 2005

06

3,6

30,5

12,4

3,1

+ 9,0 %

+ 26,1 %

+ 61,2 %

+ > 100,0 %

+ 15,7 %

+ 47,9 %

+ 67,7 %

*) EBITDA excl. Leasingaufwand Gebäude 51 Mio. € 2006 (2005: 48 Mio. €),

EBIT excl. Zinsanteil Leasing.

Die Werte 2006 enthalten einen einmaligen Sondereffekt durch Auflösung

einer Rückstellung (27 Mio. €).

Personal 2006 2005 2006 / 2005

Personalaufwand

(Mio. €) 294,3 285,8 + 3,0 %

Mitarbeiter

(Jahresdurchschnitt) 7 186 6 775 + 6,1 %

10-Jahres-Übersicht

5,2

10-Jahres-Übersicht

Konzern-Außenumsatzerlöse in Mio. €

950

925

900

875

850

825

800

775

750

725

700

675

650

625

600

575

550

525

500

Umsatzerlöse in Mio. € Umsatzerlöse in Mio. €

532,9

97

555,8

98

601,4

99

646,7

679,7

00 01

2006

Personal 2006 2005 2006 / 2005

Personalaufwand

(Mio. €) 226,4 226,0 + 0,2 %

Mitarbeiter

(Jahresdurchschnitt) 4 739 4 827 - 1,8 %

Mitarbeiter

(Stand 31.12.2006) 4 747 4 789 - 0,9 %

Durchschnittliche

Mitarbeiterkapazität 4 179 4 278 - 2,3 %

672,7

02

714,1

03

2005

Umsatz

Flughafen München GmbH 698,1

656,2

788,0

04

844,3

05

920,1

06

2006 / 2005

+ 6,4 %


Konzernstruktur

Konzernbereiche

Geschäftsbereiche Aviation

Servicebereiche

Finanzen und Controlling

Personal

Unternehmenskommunikation

Recht und Sicherheit

Unternehmensentwicklung und Umwelt

Immobilienmanagement

und

-entwicklung

Die Konzernstruktur der Flughafen München

GmbH beruht auf einer Aufteilung aller wesentlichen

Unternehmensfunktionen in strategische

Geschäfts-, unterstützende Service- und übergreifende

Konzernbereiche.

Während die eigenverantwortlichen Geschäftsbereiche

am externen Markt operieren und

Umsätze erwirtschaften, agieren die Servicebe-

Retail und

Services

Technik

IT

Corporate Services

Security

Ground

Handling

Terminal 2

Umsatzanteile Aviation/Non-Aviation

2006

2005

Anteile AV 53 % 53 %

Anteile Non-AV 47 % 47 %

Im FMG-Konzern bleibt die Entwicklung der Umsatzanteile

von Aviation und Non-Aviation im

Vergleich zum Vorjahr konstant. Das Wachstum

des Non-Aviation-Geschäftes liegt im Vorjahresvergleich

leicht über dem des Aviation-Geschäftes.

reiche primär intern und stellen den Geschäftsbereichen

ihr Know-how und ihre Dienstleistungen

zur Verfügung. Die Konzernbereiche sind

für die übergeordnete Steuerung des Konzerns

verantwortlich.

2006

Anteile Aviation Anteile Non-Aviation

Weiterhin dominierend ist allerdings das Aviation-

Geschäft im FMG-Konzern.

13


Aviation

15


Aviation

Neue Höchstmarken am Münchner Airport

Mit einem Rekordergebnis von rund 30,8 Millionen

Fluggästen – das sind 7,5 Prozent bzw. über

zwei Millionen Passagiere mehr als im Vorjahr –

hat der Flughafen München im Jahr 2006 seinen

Aufstieg fortgesetzt und zugleich den mit Abstand

höchsten absoluten Passagierzuwachs unter den

deutschen Verkehrsflughäfen erzielt.

16


Dank dieses überproportionalen Verkehrswachstums

konnte sich der Münchner Airport in den

Top Ten der passagierstärksten Flughäfen Europas

um einen Platz verbessern und liegt nun vor

Rom auf Rang 7. Zugleich ist der FMG-Konzern

damit seinem strategischen Ziel, den Münchner

Airport bis 2010 zum attraktivsten und effizientesten

Hubflughafen Europas zu entwickeln, wieder

ein gutes Stück nähergekommen.

Auch bei den Starts und Landungen kann der

Flughafen einen Rekord vorweisen: Mit knapp

400 000 Flugbewegungen im gewerblichen Verkehr

nahm das Aufkommen im Vergleich zum

Vorjahr um über drei Prozent zu.

Zahl der Umsteiger weiter gestiegen

Ein Indiz für die zunehmende Anziehungskraft

des Drehkreuzes München ist die Zahl der Umsteiger,

die im Jahr 2006 erstmals bei über zehn

Millionen lag und damit gegenüber dem Vorjahr

um 7,2 Prozent bzw. rund 700 000 Passagiere

gestiegen ist. Der Anteil der Umsteiger am Gesamtpassagieraufkommen

betrug – wie im Jahr

2005 – 34 Prozent. Um 7,8 Prozent bzw. 1,4 Millionen

Fluggäste nahm auch der so genannte

Originärverkehr zu.

Deutliche Zuwächse im Interkontinentalverkehr

Umsteiger wie Passagiere aus dem Einzugsgebiet

des Flughafens profitierten von dem attraktiven

Streckennetz in alle Welt. So stieg die

Anzahl der Langstreckenflüge um rund 13 Prozent.

Mit 3,8 Millionen Fluggästen – das sind

9,0 Prozent mehr als im Vorjahr – entwickelte

sich auch das Passagieraufkommen auf den

interkontinentalen Strecken überdurchschnittlich

gut.

Damit hat sich das Aufkommen auf den Langstrecken

in den vergangenen zehn Jahren mehr

als verdreifacht und auch künftig ist mit Steigerungen

– nicht zuletzt aufgrund weiterer attraktiver

Ziele – zu rechnen. Die meisten Fluggäste

wurden 2006 auf den Verbindungen nach Dubai,

Chicago, Washington und Bangkok gezählt.

Italien im Kontinentalverkehr ganz vorne

Auch der Kontinentalverkehr, also der Verkehr

mit dem europäischen Ausland sowie den afrikanischen

und asiatischen Mittelmeerstaaten, hat

zugenommen. Während die Zahl der Starts und

Landungen um 3,6 Prozent wuchs, verzeichnete

das Passagieraufkommen einen Anstieg um

9,9 Prozent. Vor allem das Fluggastaufkommen

von und nach Osteuropa legte mit einem Plus

von knapp 17 Prozent überdurchschnittlich zu.

Drei Viertel des Kontinentalverkehrs entfielen

auf Verbindungen mit Zielen in der Europäischen

Union, auf denen 13,3 Millionen Passagiere gezählt

wurden – um 10,7 Prozent mehr als 2005.

Mit einem Aufkommen von mehr als 2,5 Millionen

Fluggästen – rund 450 000 bzw. über 20 Prozent

mehr als im Vorjahr – liegt Italien in dieser

Kategorie an erster Stelle.

Wie schon im Jahr 2005, so waren auch 2006

die Strecken nach London-Heathrow (über 1,02

Millionen Passagiere), Paris-Charles de Gaulle

(rund 719 000) und Palma de Mallorca (über

568 000) die passagierreichsten, gefolgt von

Rom-Fiumicino (rund 512 500 Fluggäste), das

sich damit von Platz 8 auf Rang 4 verbessern

konnte.

Zuwächse auch im Low-Cost-Verkehr

Deutliche Zuwächse konnte auch der Low-Cost-

Verkehr mit insgesamt 4,6 Millionen Fluggästen

verzeichnen – das sind rund eine Million Passagiere

mehr als im Vorjahr und entspricht knapp

15 Prozent des gesamten Passagieraufkommens.

Inlandsverkehr mit leichter Steigerung

Während die Zahl der Starts und Landungen im

Inlandsverkehr bei rund 119 000 lag und damit

auf dem Niveau des Vorjahres stagnierte, flogen

auf den innerdeutschen Strecken 9,3 Millionen

Fluggäste – dies bedeutet eine leichte, aber doch

unterdurchschnittliche Steigerung um 3,1 Prozent.

17


Die meisten Passagiere wurden auf der Verbindung

nach Hamburg registriert (1,6 Millionen),

gefolgt von Berlin-Tegel und Frankfurt.

Täglich über 84 000 Passagiere im Durchschnitt

Mit Höchstmarken kann die Statistik 2006 aufwarten:

Der 5. Juli hatte mit 1 311 Starts und

Landungen im gewerblichen Verkehr die meisten

Flugbewegungen zu verzeichnen (2005 lag der

Rekord bei 1 257). Der aufkommensstärkste Tag

war mit 112 314 Passagieren der 29. September

(2005 waren es maximal 112 355 Fluggäste gewesen).

Im Tagesdurchschnitt wurden 84 268

Passagiere (2005: 78 409) und 1 094 Starts und

Landungen (2005: 1 060) gezählt.

Insgesamt 108 Fluggesellschaften verbanden

im Jahr 2006 den Münchner Airport regelmäßig

mit 246 Destinationen – davon 22 inländischen

und 224 ausländischen – in 71 Ländern.

Landeentgelte deutlich gesteigert

Die Erlöse aus Start-/Lande- und Abstellentgelten

konnten 2006 gegenüber dem Vorjahr deutlich

um 11,7 Prozent auf 275 Millionen Euro gesteigert

werden. Ursachen waren Preisanpassungen

jeweils im Oktober 2005 und 2006, das Passagierwachstum

um 7,5 Prozent und der Anstieg

der gewerblichen Flugbewegungen um 3,3 Prozent.

Aufgrund gestiegener Sicherheitskosten für

die erweiterte Beschäftigtenkontrolle sind auch

die Sicherheitsentgelte im Februar 2006 angehoben

worden.

Die variablen Start-/Landeentgelte sind mit 25,5

Prozent stärker gestiegen als die gewichtsabhängigen

Start-/Landeentgelte. Grund hierfür war

die weitere Fortsetzung einer strukturellen

Verschiebung zugunsten der variablen und zu

Lasten der fixen Start-/Landeentgelte. Für das

Terminal 1 liegen die Erlöse aus Zentraler Infrastruktur,

z.B. für die Gepäckförderanlage, im

Wesentlichen aufgrund des Bewegungsrückgangs

geringfügig unter dem Vorjahresniveau.

Die Erlöse aus Zentraler Infrastruktur im

Terminal 2 gehen an das Beteiligungsunternehmen

Terminal 2 Betriebsgesellschaft und erscheinen

deshalb nicht im Einzelabschluss der

Flughafen München GmbH.

Marketing: Unterstützung für Airlines

Mit dem Ziel, die Reisemittler im In- und Ausland

über Neuerungen im Flugplanangebot zu informieren

und Airlines bei der Vermarktung neuer

Strecken zu unterstützen, führte das Marketing

auch im Jahr 2006 Road Shows sowie Sales-

Blitz- und Sales-Call-Aktionen durch. Promotet

18

wurden auf diese Weise unter anderem Air Mauritius,

Air Transat, Condor und die CSA Czech

Airlines. Flankierend dazu wird seit Anfang 2006

fünfmal im Jahr ein E-Mail-Newsletter an mittlerweile

4 000 Empfänger aus der Reiseindustrie

verschickt.

Messen, Schulungen und ein neuer Film

Die Teilnahme an Messen sowie die Durchführung

von Workshops und sonstigen Veranstaltungen

halfen, Kontakte zur internationalen

Reiseindustrie aufzubauen bzw. zu vertiefen.

Beispiele sind die Präsenz in Südamerika – unter

anderem in Sao Paulo – und in Osteuropa. So

war der Flughafen München vor dem Hintergrund

des wachsenden Passagieraufkommens

aus der Ukraine erstmals mit einem Messestand

auf der „Ukraine International Tourism and

Travel Exhibition” (UITT) in Kiew vertreten. Der

Promotion neuer Strecken von Russland nach

München dienten ferner Workshops und Bayerische

Abende in Tjumen und Woronesh.

Die Serviceeinrichtungen und die Infrastruktur

des Flughafens München – insbesondere aber

auch dessen „Unique Selling Points”, wie zum

Beispiel die Umsteigerfreundlichkeit – standen

im Mittelpunkt von Lufthansa Call-Center-Schulungen,

die in Berlin, Brünn, Istanbul, Dublin,

Peterborough (Kanada), Melbourne und Shanghai

durchgeführt wurden.

Für Schulungen dieser Art, aber auch für Workshops

und sonstige Veranstaltungen produzierte

das FMG-eigene Filmteam nach Marketing-

Vorgaben einen Film im DVD-Format mit dem

Titel „30 Minutes Minimum Connecting Time at

Munich Airport”, mit dem in lockerer und unterhaltsamer

Weise vermittelt wird, wie einfach,

bequem und schnell das Umsteigen in München

ist.

Auszeichnung für bestes Marketing

Bereits zum achten Mal innerhalb von neun

Jahren gewann die Flughafen München GmbH

auf der „Routes 2006”, der internationalen

Konferenz für Flughäfen und Fluggesellschaften,

die diesmal in Dubai stattfand, den begehrten

„Airport Marketing Award”. Sie erhielt die

Auszeichnung für das beste Marketing in der

Kategorie der Flughäfen mit über 25 Millionen

Passagieren trotz starker Konkurrenz und teilte

sich den ersten Rang mit dem Flughafen

Amsterdam. Bewertungskriterien waren die

Qualität der Marketingleistungen wie Präsentation

und Akquisition sowie Kundenorientierung,

Kundenpflege und -betreuung.


Darüber hinaus wurde die Marketingarbeit der

FMG auf der Konferenz der Pacific Asia Travel

Association (PATA) für ihre herausragenden

Leistungen bei der Betreuung von Fluggesellschaften

mit dem PATA Gold Award 2006 ausgezeichnet.

Die PATA ist eine Organisation,

die den Tourismus in der asiatisch-pazifischen

Region fördert und Unternehmen aus der Reiseund

Tourismus-Branche vertritt.

Consulting – made by FMG

Basierend auf dem umfangreichen Know-how

der gelungenen Inbetriebnahme des neuen

Münchner Flughafens im Jahr 1992 wurde von

der Flughafen München GmbH ein Konzept

entwickelt, das mittlerweile fester Bestandteil

von Flughafengroßprojekten ist: ORAT (Operational

Readiness and Airport Transfer).

Dieses Beratungsprodukt, das die reibungslose

Inbetriebnahme von Passagierterminals und

ganzen Flughäfen gewährleistet, hat die Flughafen

München GmbH zum internationalen Marktführer

auf diesem Spezialgebiet werden lassen.

Auch im Jahr 2006 konnten wieder mehrere

Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden.

Ein Großprojekt war – im Auftrag des thailändischen

Flughafenbetreibers AOT – die Inbetriebnahme

des neuen Flughafens Bangkok-Suvarnabhumi

am 28. September, der ein ebenfalls von

der FMG geplanter und organisierter Umzug

vom 50 Kilometer entfernten alten zum neuen

Standort und ein umfangreicher Probebetrieb

vorangegangen waren.

Weitere Projekte waren die Unterstützung von

Thai Airways International, die an diesem

Flughafen operiert, und die Inbetriebnahme

des Terminals 4 mit Satellit für 35 Millionen

Passagiere am Flughafen Madrid-Barajas.

Im Jahr 2006 erhielt die FMG zudem neue Aufträge

für die Inbetriebnahme von Passagierterminals

der Flughäfen Barcelona, Alicante und

Malaga sowie für die Unterstützung des britischen

Flughafenbetreibers BAA bei der Erarbeitung

der Umzugsstrategie für das neue Flughafenterminal

T5 am Flughafen London-Heathrow.

Hinzu kommt die Inbetriebnahmeplanung für

den neuen Flughafen Hyderabad im indischen

Bundesstaat Andhra Pradesh.

MediCare: im Dienste der Gesundheit

Das Beteiligungsunternehmen MediCare Flughafen

München Medizinisches Zentrum GmbH,

das dem Geschäftsbereich Aviation zugeordnet

ist, betreibt das Medizinische Zentrum und

die AirportClinic M am Flughafen. Die Gesellschaft

ist zuständig für die medizinische Notfallversorgung

und erfüllt arbeitsmedizinische und

betriebsärztliche Aufgaben. Außerdem ist sie

eine Vermittlungs- und Anlaufstelle für ausländische

Patienten am Flughafen München. Die

AirportClinic M bietet ambulante und stationäre

Behandlungen für Patienten aus dem In- und

Ausland. Seit 1. Juni 2006 steht sie auch Kassenpatienten

offen. Insgesamt deckt die MediCare

mit ihren Geschäftsbereichen den kompletten

medizinischen Bedarf sowohl des Flughafenpersonals

als auch der Passagiere und Besucher

des Airports ab.

Bei der MediCare, die 2006 einen Gesamtumsatz

von 4,2 Millionen Euro erzielte, waren im

Berichtsjahr 38 Festangestellte und knapp

40 weitere Mitarbeiter mit Miniarbeitsverträgen

beschäftigt. Gesellschafter sind die Flughafen

München GmbH mit 51 Prozent sowie die

MAHM-GmbH, ein Zusammenschluss von teilweise

am Flughafen München niedergelassenen

Ärzten, mit 49 Prozent.

19


Ground Handling

Angebote eines „Full Service Providers”

Das Angebot des Geschäftsbereiches Ground

Handling umfasst das gesamte Spektrum landund

luftseitiger Bodenabfertigungsdienstleistungen,

also die vorfeldseitige Flugzeugabfertigung,

die Gepäck- und Frachtabfertigung sowie den

Passagier- und Crewtransport. Zusammen mit

den Leistungen der FMG-Tochtergesellschaften

aerogate (Passagierabfertigung/Operations/

Supervision), Cargogate (Frachtabfertigung),

mucground Services (Flugzeugabfertigung/

Gepäckservice) und EFM (Push Back/Towing/

Deicing), die im Zuge der Reorganisation des

FMG-Konzerns seit Anfang 2005 im Ground

Handling integriert sind, bietet der Geschäftsbereich

Ground Handling somit als „Full Service

Provider“ den Luftverkehrsgesellschaften sämtliche

Bodenabfertigungsleistungen aus einer

Hand an.

20


Flexibilität, Professionalität und Sicherheit

Die Kernkompetenzen des Ground Handling

liegen in der zuverlässigen und zeitgerechten

Erbringung und Vernetzung komplexer und

zeitkritischer Abfertigungsprozesse. Hierzu

gehört die vorfeldseitige Sicherstellung der Hub-

Funktion des Terminals 2 für die Star-Alliance

ebenso wie die Abwicklung der touristischen

Drehkreuz- und Punkt-zu-Punkt-Verkehre von

Condor, LTU, Hapagfly oder Air Berlin und der

anspruchsvollen Langstreckenverkehre z.B.

von Emirates, Etihad und Delta Airlines im

Terminal 1.

Aber auch volumenstarke Low-Fare-Carrier wie

die dba sowie renommierte Linienfluggesellschaften

wie Turkish Airlines, Aeroflot und El Al

zählen zu den langjährigen Kunden des Ground

Handling. Die Sicherstellung minimaler Umsteige-

und kurzer Turn-Around-Zeiten sowie ein

Höchstmaß an Flexibilität, Professionalität und

Sicherheit bei der Flugzeugabfertigung bilden

die Basis für die vertrauensvolle und dauerhafte

Erfolgspartnerschaft des Ground Handling mit

den Airline-Kunden.

Seinem Anspruch als Qualitäts- und Innovationsführer

wird das Ground Handling am Flughafen

München, das seit 1994 – als erster Abfertiger

an einem deutschen Airport – nach DIN EN ISO

2001 und seit 2003 auch nach IATA AHM 804

zertifiziert ist, durch kontinuierliche Prozessoptimierungen,

ein ausgereiftes Total Quality

Management-System sowie bedarfsorientierte

Neuentwicklungen von Dienstleistungsprodukten

(z.B. Baggage Reconciliation-Leistungen,

Direct Transfer Services) gerecht, wobei die

individuellen Anforderungen und Wünsche der

Airline-Kunden immer im Vordergrund stehen.

Umfangreiche Schulungen im Ground Handling

Ein zentraler Aspekt des Ground Handling ist

der eigene Trainings- und Schulungsbereich, der

ein fortlaufend hohes Qualifizierungsniveau der

Mitarbeiter sicherstellt und die reibungslose

Umsetzung von Prozessoptimierungen gewährleistet.

Im Jahr 2006 wurden 613 Seminare mit

2 545 Teilnehmern durchgeführt, die mit einer

durchschnittlichen Bewertung von 1,3 den Fortbildungsmaßnahmen

durchwegs eine hohe

Qualität bescheinigten. Die Zahl der Teilnehmertage

stieg gegenüber 2005 um acht Prozent auf

7 333.

Schwerpunkte der Fortbildung waren mit mehr

als 1 000 Teilnehmern Schulungen im Gepäckidentifizierungssystem

Eagle und im Gerätetraining,

über 400 Mitarbeiter qualifizierten sich für

den Prozess der integrierten Abfertigung und

bisher insgesamt 740 Ground-Handling-Mitarbeiter

absolvierten die Ausbildung zu Ramp-

Agenten und zu IHK-geprüften Flugzeugabfertigern.

Qualitätskontrolle und zufriedene Kunden

Mit Hilfe eines umfassenden Qualitätskontrollsystems

werden die vom Ground Handling

erbrachten Dienstleistungen hinsichtlich ihrer

Güte, Schnelligkeit und Kundenzufriedenheit

gemessen, wodurch die Prozesse an die Bedürfnisse

der Kunden angepasst und Verbesserungsmaßnahmen

gezielt und schnell eingeleitet

werden können. Die Kunden wissen dies zu

schätzen. So kürte die Fluggesellschaft El Al den

Flughafen München hinsichtlich seiner Ground-

Handling-Leistungen wie Pünktlichkeit der

Gesamtabfertigung, Freundlichkeit am Abfertigungsschalter

und geringe Gepäckverluste zu

einer ihrer besten Stationen weltweit und bei

einer Befragung von 7,2 Millionen Passagieren

durch das renommierte Londoner Meinungsforschungsinstitut

„Skytrax” belegte der Münchner

Flughafen auch in der Kategorie „Gepäcktransport”

Platz 1 in Europa.

21


Trotz der Öffnung des Marktes für Bodenabfertigungsleistungen

im Jahre 1999 und dem damit

verbundenen Markteintritt von Drittdienstleistern

am Flughafen München konnte das Ground

Handling der Flughafen München GmbH im Jahr

2006 einen Marktanteil von rund 90 Prozent

behaupten. So wurden 2006 mit rund 2 000 Mitarbeitern

insgesamt 171 106 Flugzeugabfertigungen

erbracht, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr,

und 27 334 268 Passagiere (+ 4,8 Prozent) abgefertigt.

Das MTOM-Volumen stieg um 4,6 Prozent

auf 21,2 Millionen Tonnen und die umgeschlagene

Luftfracht um 9,2 Prozent auf 238 076 Tonnen.

Der harte Preiskampf und der durch den Boom

der Low-Cost-Airlines und ihrer Billigangebote

hervorgerufene massive Verfall der Flugticketpreise

führten zu einem Preisdruck der Airline-

Kunden auf die Bodenverkehrsdienstleistungen

und verschärften damit in den vergangenen

Jahren zunehmend die Wettbewerbssituation im

Ground Handling. Die FMG reagierte darauf mit

tief greifenden Prozessoptimierungen sowie

Produktivitäts- und Flexibilitätsverbesserungen.

Ziel ist es, dadurch einen jährlichen Verfall der

Abfertigungspreise um durchschnittlich etwa

fünf Prozent zu kompensieren.

Sanierungskonzept verabschiedet

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Ground Handling

langfristig zu sichern und Leistungen weiterhin

zu marktfähigen Preisen anbieten zu können,

wurde die im Jahr 2005 begonnene Sanierung

auch 2006 gemeinsam mit dem Betriebsrat konsequent

fortgesetzt. So wurde durch die Gremien

der FMG ein Sanierungskonzept ausgearbeitet

und verabschiedet, das die wirtschaftliche

Situation des Geschäftsbereiches Ground Handling

in den nächsten Jahren kontinuierlich verbessern

soll.

Eckpfeiler der Sanierung sind vor allem die Einführung

flexibler Arbeitszeitmodelle (Anpassung

der Dienstzeiten an das Flugaufkommen), die

Durchführung von Prozessoptimierungen (z.B.

integrierte Abfertigung, Integration Gepäck/

Fracht) sowie das Ausschöpfen von Kosteneinsparungspotenzialen.

Unabhängig von den notwendigen

internen Optimierungsmaßnahmen

hängt der Sanierungserfolg im Ground Handling

jedoch maßgeblich davon ab, dass langfristig

wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen geschaffen

und nachhaltig konkurrenzfähige Kostenstrukturen

etabliert werden können.

22

aerogate: Ticketdienstleistungen nehmen zu

Aufgabe der aerogate München – Gesellschaft

für Luftverkehrsabfertigung mbH, einer hundertprozentigen

Tochter der FMG, ist es, die Abfertigung

von Passagieren und Flugzeugen in jenen

Bereichen, die nicht bereits vom Bodenverkehrsdienst

abgedeckt werden, sicherzustellen. Hinzu

kommen unter anderem ein Gepäckzustelldienst

sowie Ticketdienstleistungen, die in den letzten

Jahren wirtschaftlich an Bedeutung gewonnen

haben.

Trotz der verstärkten Tätigkeit mehrerer Konkurrenzunternehmen

sowie von Airlines, die sich

selbst abfertigen, ist es der Gesellschaft gelungen,

im Jahr 2006 Außenumsatzerlöse in Höhe

von 7,1 Millionen Euro zu erzielen. Die 258 bei

aerogate unter Vertrag stehenden Mitarbeiter

haben rund 1,2 Millionen Passagiere und 16 006

Flüge abgefertigt.

Cargogate: Nummer 1 bei der Luftfracht

Der Cargogate Flughafen München Gesellschaft

für Luftverkehrsabfertigungen mbH, deren Anteile

zu hundert Prozent die FMG hält, obliegt

die Abfertigung von Luftfracht am Flughafen

München. Neben dem Umschlag und der Lagerung

von Frachtgütern gehört auch die Dokumentation

zum Aufgabenspektrum der Gesellschaft.

Kunden haben außerdem die Möglichkeit,

ausgewählte Teilleistungen in Anspruch zu

nehmen. Cargogate blieb auch im Jahr 2006

trotz der immer stärker werdenden Konkurrenz –

der größte unabhängige Luftfrachtabfertiger

am Standort und führte für die überwiegende

Anzahl der München anfliegenden Luftverkehrsgesellschaften

das Frachthandling durch.

Die Gesellschaft erledigt derzeit für 83 Fluggesellschaften

den Frachtumschlag, für 51 von

ihnen außerdem auch noch die Dokumentenabfertigung.

Mit ihren 226 Mitarbeitern erwirtschaftete

Cargogate im abgelaufenen Geschäftsjahr

Außenumsatzerlöse in Höhe von 10,6 Millionen

Euro. Insgesamt wurden über 100 400 Tonnen

Frachtgüter umgeschlagen – um rund 5 400 Tonnen

mehr als im Vorjahr.

EFM: für den A 380 gerüstet

Die EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen

am Flughafen München mbH,

eine Beteiligungsgesellschaft der GlobeGround

Deutschland GmbH (51 Prozent) und der Flug-


hafen München GmbH (49 Prozent), ist vor allem

zuständig für die Flugzeugrangierdienste auf

dem Vorfeld und im Wartungsbereich sowie für

die Enteisung der Flugzeuge auf dem Münchner

Flughafen, aber auch für die Klimatisierung von

Flugzeugen. Und sie ist für die Zukunft gerüstet,

denn schon jetzt zählen zu ihren insgesamt

23 Enteisungsfahrzeugen auch zwei, die für die

Enteisung des Airbus A 380 geeignet sind.

Aufgrund des außergewöhnlich strengen und

langen Winters 2005/2006 konnte die EFM mit

ihren 120 Mitarbeitern im letzten Geschäftsjahr

erneut einen Rekordumsatz von 27,4 Millionen

Euro erwirtschaften. Insgesamt wurden 2006

knapp 135 000 Rangiervorgänge sowie annähernd

10 000 Enteisungsvorgänge durchgeführt.

mucground: Abfertigung und noch mehr Service

Mit ihren im Jahresdurchschnitt 383 Mitarbeitern

erfüllte die mucground – MUC Ground Services

Flughafen München GmbH, eine hundertprozentige

Tochter der Flughafen München Holding

GmbH, ihre Aufgabe, den Geschäftsbereich

Ground Handling in den Verkehrsspitzen bei der

Be- und Entladung der Luftverkehrsfahrzeuge

sowie bei der Gepäckabfertigung in der Gepäckförderanlage

zu entlasten. Insgesamt führten die

mucground-Mitarbeiter rund 33 580 Abfertigungen

durch.

Aufgrund ihrer wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen

können von der mucground auch

weitere Serviceleistungen, wie unter anderem

der HON-Limousinenservice für HON- und First-

Class-Passagiere der Deutschen Lufthansa,

durchgeführt werden – bei bester Kundenzufriedenheit.

Nach der Gründung des Unternehmens

im Jahr 2005 wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr

bereits ein Umsatzvolumen in Höhe von

19,0 Millionen Euro erwirtschaftet.

Luftfracht: zweistellige Zuwächse

Mit zweistelligen Zuwachsraten kann erneut der

Frachtverkehr aufwarten. Das Frachtaufkommen

stieg 2006 gegenüber dem Vorjahr um 13,3

Prozent auf über 400 000 Tonnen an. Davon

entfallen auf die geflogene Luftfracht rund

224 000 Tonnen, das sind 10,6 Prozent mehr als

im Vorjahr, und auf die getruckte, also per Lkw

beförderte Fracht 180 000 Tonnen, was einer

Steigerung um nahezu 17 Prozent entspricht.

Pro Tag wurden 2006 durchschnittlich 615 Tonnen

geflogene Luftfracht (2005: 556 Tonnen)

umgeschlagen.

Wachstum durch Interkontinentalverkehr

Ausschlaggebend für die überproportionalen

Zuwächse bei der Luftfracht ist insbesondere der

Ausbau des Langstreckenverkehrs am Münchner

Flughafen. Über 70 Prozent der geflogenen Luftfracht

werden – meist als Beiladefracht – auf

Fernstrecken befördert. Und so führte die deutliche

Zunahme des Interkontinentalverkehrs um

rund 13 Prozent auch zu einer Kapazitätssteigerung

für den Frachttransport, die wiederum von

den exportorientierten bayerischen Unternehmen

in hohem Maße genutzt wurde.

Die meiste Luftfracht wurde auf den Strecken

nach China und Hongkong transportiert, es

folgen die Nordatlantik-Verbindungen in die

USA und nach Kanada sowie die Strecken in

die Golfregion.

Luftpost: bundesweit rückläufig

Wie schon seit Jahren, so war auch 2006 das

Luftpostaufkommen am Flughafen München

rückläufig, was der allgemeinen Situation an

deutschen Flughäfen entspricht. Insgesamt

waren 13 667 Tonnen und damit um 10,1 Prozent

weniger als 2005 zu verzeichnen. Pro Tag wurden

durchschnittlich 37 Tonnen Luftpost (2005:

42 Tonnen) umgeschlagen.

Ursachen für den Rückgang sind die modernen

Kommunikationsmedien sowie die Tatsache,

dass ein Teil der Luftpost nun als Luftfracht auf

den Maschinen der stark expandierenden Fracht-

Expressdienste transportiert wird.

23


Non-Aviation

25


Immobilienmanagement und -entwicklung

Abflugwarteräume im Terminal 1

Großzügige und übersichtliche Warteräume in

den Modulen A und B des Terminals 1 sind das

Ergebnis einer zweijährigen Umbauphase. Vor

allem die neuen Gastronomieeinheiten mit Blick

auf das Vorfeld werden von den Passagieren

hervorragend angenommen – ebenso wie das

erweiterte Einzelhandelsangebot, der vergrößerte

Duty-Free- und Travel-Value-Bereich und der

neu etablierte Multilabel Modeshop. Dass sowohl

das Gastronomie- als auch das Einzelhandelssegment

im Jahr 2006 erneut eine positive

Umsatzentwicklung vorweisen können, ist in

erster Linie auf die nun abgeschlossenen Umgestaltungsmaßnahmen

in allen vier Abflugbereichen

des Terminals 1 zurückzuführen.

Zentrale Lage für Mietwagen und neue Lounge

Im April 2006 wurde im Zentralbereich das neue

Mietwagenzentrum mit den Fahrzeugbereitstellungs-

sowie Fahrzeugrückgabeflächen im P6

eröffnet. Es liegt somit zentraler und ist von beiden

Terminals aus gleichermaßen gut erreichbar,

außerdem kann die Angebotspalette der einzelnen

Mietwagenfirmen – beispielweise für Kunden

der First-, VIP-, Preferred- sowie Gold-Club-

Segmente – differenzierter als bislang positioniert

werden. Die Schaltereinheiten wurden

von den Mietwagenfirmen individuell gestaltet

und sind gekennzeichnet durch eine prägnante

Markeninszenierung.

26

Im Juni 2006 eröffnete die in Dubai beheimatete

Fluggesellschaft Emirates ihre Lounge für Passagiere

der First- und Business-Class sowie Skywards

Gold Members im Modul C des Terminals 1

und dokumentierte damit die Bedeutung des

Münchner Flughafens für ihr weltweites Streckennetz.

Die Fläche von circa 620 Quadratmeter

gliedert sich in drei Bereiche: In der Relax-Zone

kann der Gast auf bequemen Ledersesseln entspannen,

die Restaurant-Zone bietet Getränke

aller Art sowie kalte und warme Gerichte, die

höchsten Ansprüchen gerecht werden. Die Entertainment-

und Business-Zone hält eine Vielzahl

technischer Einrichtungen wie Telefone, Faxgeräte,

Kopierer, Scanner, elf Internetzugänge, fünf

PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang und Fernseher

mit DVD-Geräten bereit.


Verkehrswachstum bedingt Neubauprojekte

Die anhaltenden Zuwächse bei der Luftfracht

machen einen erneuten Ausbau der Frachtanlagen

erforderlich und so wurde 2006 mit den

Planungs- und Vorarbeiten für ein neues Spediteursgebäude

mit angegliedertem Parkhaus

begonnen. Die Eröffnung ist für Ende 2007 vorgesehen.

Ein weiteres Bauprojekt betrifft die Hotellerie

am Flughafen München, die aufgrund der

steigenden Reisetätigkeit im Tourismus- und

Geschäftssegment in absehbarer Zeit an ihre

Kapazitätsgrenze stoßen wird. Geplant wird

in einem ersten Schritt die Errichtung eines

zweiten Hotels mit rund 250 Zimmern in der

Drei-Sterne-Kategorie.

Sommermärchen und Wintermarkt

Das zentrale Marketinginstrument der Werbegemeinschaft

der am Flughafen München ansässigen

Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe

bilden die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen

im Forum des München Airport Center

(MAC). Ein Highlight war im Sommer 2006 ein

großer Biergarten sowie eine riesige LED-Wand,

an der zahllose Fans die Spiele der Fußballweltmeisterschaft

verfolgten.

Mehr als 700 Tonnen Sand waren nötig für

drei Beachvolleyballplätze, auf denen in Kooperation

mit dem von der FMG gesponserten Damenvolleyball-Bundesligisten

„Rote Raben” die

Bayerischen Meisterschaften sowie die „smart

Beach Tour” ausgetragen wurden. Aufgrund des

großen Erfolges wird Beachvolleyball auch 2007

wieder zu den Attraktionen im MAC zählen.

Weitere Highlights des Jahres 2006 waren die

Veranstaltung „Flughafen live”, ein Blick hinter

die Kulissen des Flughafens, und der nun schon

traditionelle Weihnachtsmarkt mit seiner beliebten

Kunsteisbahn, der erstmals bis zum Ferienende

am 7. Januar 2007 verlängert wurde und

als „Wintermarkt“ auch ein Ferienprogramm für

Kinder bereithielt.

Online-Werbung auf Flughafen-Webseiten

Bedingt durch die steigenden Zugriffszahlen auf

die Webseiten des Flughafens konnte auch das

erweiterte Angebot an Online-Werbeplätzen gut

am Markt platziert werden. Sämtliche Werbemöglichkeiten

sind unter www.munich-airport.de

„Werbemedien” dargestellt.

Werbemedien – marktgerecht und erfolgreich

Zwar wurden auf dem Werbesektor – insgesamt

betrachtet – die für das Jahr 2006 vor allem aufgrund

der Fußball-WM prognostizierten Erlöse

nicht erzielt, doch war am Flughafen München

ein deutliches Umsatzplus im Bereich „airport

media“ zu verbuchen – nicht zuletzt dank des

weiter forcierten Einsatzes marktgerechter Werbeträger.

Speziell die Installation hochwertiger

Leuchtkästen führte zu einer hohen Auslastung

und ermöglichte die Akquisition neuer Werbekunden

insbesondere aus der internationalen

Modebranche.

„Munich Airport Award” – eine Institution

Eine steigende Zahl an Wettbewerbsteilnehmern,

die hohe Qualität der Einsendungen und

die Zahl von über 1 000 Gästen aus der Medienund

Werbeszene bei der Preisverleihung sind

Beleg für die hohe Akzeptanz des „Munich

Airport Award”, der im Jahr 2006 bereits zum

neunten Mal vergeben wurde. Die intensive

Pressearbeit im Umfeld des Awards führte zu

einer ausführlichen Berichterstattung in den

Fachmedien – ein Indiz für das steigende Interesse,

das Flughafenwerbung bei der werbetreibenden

Wirtschaft genießt.

27


Retail und Services

Parken und Services: Angebote für die Kunden

Das Geschäftsfeld Parken und Services bewirtschaftet

sämtliche Parkflächen und Parkhäuser

am Flughafen München und somit insgesamt

über 32 000 Stellplätze, die von Passagieren

sowie Mietern und Flughafenbeschäftigten genutzt

werden. Im Jahr 2006 wurden über 5,6

Millionen Fahrzeuge geparkt, rund 100 000 mehr

als 2005. Zu den Serviceleistungen, die von den

Kunden ausgesprochen gut angenommen und

vom Parkservice ständig weiterentwickelt werden,

zählen das Komfort- und Sicherheitsparken,

das XXL-Parken mit seinen extra breiten Stellplätzen,

das Valet Parking und die Möglichkeit,

Restplätze mit Rabatt via Internet online zu

buchen.

Anfang 2006 rückte die Mietwagenrückgabe noch

näher in das Zentrum des Flughafens, indem sie

von P5 nach P6 verlegt wurde – ein Umzug, der

ohne Beeinträchtigung des operativen Geschäfts

abgewickelt werden konnte.

Der Profit des Bereiches Parken und Services

wird im Wesentlichen von den Originärpassagieren

bestimmt, deren Zahl im Jahr 2006 um

7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.

Demgegenüber nahm der Umsatz im Vergleich

zu 2005 um 12,1 Prozent überproportional zu.

Allresto: Gastronomie für jeden Geschmack

Die Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten

GmbH betreibt am Flughafen München

Restaurants und Bars in den beiden Terminals,

vier Mitarbeiterkantinen (Casinos), den Schnellimbiss

„Burger King”, das Kongresszentrum

„municon” sowie das von Kempinski geführte

Flughafenhotel. Während für den Hotel- und

Casinobereich Betriebsführungsverträge abgeschlossen

sind, bewirtschaftet Allresto die

28


Gastronomie direkt. Mit ihren 543 Mitarbeitern

erzielte die Gesellschaft im Jahr 2006 einen

Außenumsatz von 61,3 Millionen Euro – das sind

13,1 Prozent mehr als 2005 – und ist damit das

drittumsatzstärkste Beteiligungsunternehmen

der Flughafen München GmbH.

Im Terminal 1 werden aufgrund seiner dezentralen

Struktur in den Ankunfts- und Abflugbereichen

jedes einzelnen Moduls Bars vorgehalten.

Hinzu kommen Snackbars und verschiedene

gastronomische Einrichtungen wie das „Airbräu”,

„Käfer” und „Il mondo”. Im Terminal 2 betreibt

Allresto die Restaurants „Airbräu“, „Käfer“, eine

italienische Piazza sowie Bars im Pierbereich.

Um den Kundenbedürfnissen in einem noch

höheren Maße gerecht zu werden, wurden 2006

sämtliche Bars in den Ankunftsbereichen des

Terminals 1 komplett modernisiert. Im Terminal 2

wird die ursprüngliche Pierbar im Pier Nord nun

unter dem Namen „Adelholzener Bar” betrieben,

zugleich wurde – wie auch in der Piazza – das

Sitzplatzangebot erweitert. Im Zentralbereich

bietet das in einem weiten Umkreis bekannte

und beliebte „Airbräu”-Restaurant den optimalen

Rahmen für Veranstaltungen aller Art und

insbesondere für Kleinkunst.

Das Angebotsspektrum von Allresto wurde im

Frühjahr 2006 mit der Eröffnung des Thai-Restaurants

„BaMee” im Modul C des Terminals 1 um

ein weiteres Highlight ergänzt. Darüber hinaus

hat Ende 2006 der Umbau des „Café Treffpunkt”

im Zentralbereich begonnen, das 2007 als Restaurant

unter dem Namen „Leysieffer” wieder

eröffnet wurde und rund um die Uhr Köstlichkeiten

aus aller Welt bietet.

eurotrade: attraktive Angebote für die Kunden

Im Jahr 2006 ist es dem Handelsunternehmen

eurotrade erneut gelungen, sich mit dem Standort

Flughafen München deutlich besser darzustellen,

als die wirtschaftliche Lage im gesamten

Deutschland dies erwarten ließ. Mit 732 Mitarbeitern

erzielte die Gesellschaft Außenumsatzerlöse

von 120,9 Millionen Euro – eine Steigerung

gegenüber dem Vorjahr um 16,8 Prozent – und

ist damit das zweitumsatzstärkste Beteiligungsunternehmen

der Flughafen München GmbH.

Hervorzuheben sind insbesondere die beachtlichen

Umsätze im Souvenirsegment, die auch

auf die Fußballweltmeisterschaft und den Besuch

von Papst Benedikt XVI. in Bayern zurückzuführen

sind.

Die eurotrade Flughafen München Handels-

GmbH betreibt am Flughafen München Duty-

Free- und Travel-Value-Shops, Presse-, Reisebedarf-

und Souvenirläden sowie Geschäfte für

Kosmetik, Kleidung und Spielwaren. Außer diesen

Shopping-Möglichkeiten bietet sie zusätzlich

gastronomische Einrichtungen, die den Flughafen

München zu einem unverwechselbaren

Erlebnisraum machen.

Im Terminal 1 werden aufgrund der dezentralen

Aufteilung Duty-Free-/Travel-Value- und Pressegeschäfte

in jedem einzelnen Modul vorgehalten,

während diese im Terminal 2 überwiegend

zentral platziert sind. Den sich ständig verändernden

Kundenbedürfnissen der Privat- und

Geschäftsreisenden entsprach eurotrade im Jahr

2006 durch den Umbau, die Renovierung, Neueröffnung

und fortlaufende Optimierung von

Läden in den öffentlichen und nicht-öffentlichen

Bereichen beider Passagierabfertigungsgebäude.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der offen

gestaltete „Event Shop” im Terminal 2, der im

zweimonatigen Wechsel Produkte verschiedener

Firmen anbietet.

Mit neuen Konzepten bzw. Ladenschließungen

und -verlegungen hat eurotrade flexibel und

kurzfristig auf die verschärften Sicherheitskontrollen

sowohl für Passagiere als auch für deren

Handgepäck reagiert.

29


Terminal 2

Joint-Venture für das Terminal 2

Zum Geschäftsbereich Terminal 2 gehören die

FM Terminal 2 Immobilienverwaltungsgesellschaft,

Eigentümerin des Terminalgebäudes, und

als Betreiberin des Terminals die Terminal 2 Betriebsgesellschaft

mbH & Co. An beiden Gesellschaften

sind die FMG mit 60 und die Lufthansa

mit 40 Prozent beteiligt.

Leistungen koordinieren

Mit dieser Kooperationsform haben die FMG

und Lufthansa Neuland betreten. Weltweit zum

ersten Mal übernahmen ein Flughafenbetreiber

und eine Airline die gemeinsame unternehmerische

Verantwortung für Errichtung und Betrieb

einer Flughafeninfrastruktur-Einrichtung.

30

Die Terminal 2 Betriebsgesellschaft wird nicht

selbst operativ tätig, vielmehr stellen die Mütter

ihre jeweiligen Leistungen – insbesondere die

klassischen land- und luftseitigen Abfertigungsleistungen

– bereit. Ebenso werden andere für

den Betrieb und die Vermarktung des Gebäudes

benötigten Dienstleistungen zugekauft, hauptsächlich

von der FMG. Der gemeinsamen Gesellschaft

obliegt die wichtige Rolle, die Leistungen

zu koordinieren, zu integrieren, Prozesse zu optimieren,

neue Entwicklungen anzustoßen und in

Gang zu setzen.


Die Partnerschaft bei Bau und Betrieb des neuen

Terminals, das der ausschließlichen Nutzung

durch die Deutsche Lufthansa und ihre Konzerngesellschaften

sowie deren Partner-Airlines –

insbesondere der Star-Alliance – dient, kommt

beiden Seiten zugute. Die Lufthansa konnte ein

auf Kundenbedürfnisse und ihre Abfertigungsprozesse

zugeschnittenes Abfertigungsgebäude

mitentwickeln und sie kann auch auf die weitere

Entwicklung unmittelbar Einfluss nehmen. Sie

und ihre Partner innerhalb und außerhalb der

Star-Alliance genießen die Vorteile eines modernen

Abfertigungsgebäudes, das auf die spezifischen

Bedürfnisse einer internationalen Drehscheibe

ausgerichtet ist. Die FMG ihrerseits

verfügt nunmehr über erhebliche Kapazitäten

für die Flugzeug- und Passagierabfertigung,

bindet gleichzeitig die größte nationale Airline

langfristig an den Standort und vermittelt ihr

Impulse für weiteres qualifiziertes und nachhaltiges

Wachstum.

Terminal 2 mit 31 Airlines

Das Terminal 2 steht damit für eine einzigartige

Erfolgsstory. Mit der Inbetriebnahme dieser modernen

und überaus leistungsfähigen Abfertigungseinrichtung

verdoppelte der Münchner

Flughafen seine Kapazität auf 50 Millionen Fluggäste.

Die Umsteigezeit im Terminal 2 von 30

Minuten nimmt im internationalen Vergleich einen

absoluten Spitzenplatz ein. Darüber hinaus

gilt die Anlage als architektonisch überaus gelungen,

übersichtlich und benutzerfreundlich.

Das Terminal 2 verfügt über ein vielfältiges

Angebot attraktiver Geschäfte und gastronomischer

Einrichtungen. Es ist daher nicht weiter

verwunderlich, dass das Terminal von Airlines

und Passagieren begeistert aufgenommen wird.

Das moderne Terminal 2 hat maßgeblichen

Anteil daran, dass der Münchner Flughafen bei

einer Befragung des unabhängigen Instituts

Skytrax von 7,2 Millionen Reisenden zum besten

Flughafen in Europa gekürt wurde – ein Erfolg,

der sich auch in einem steilen Wachstum der

Verkehrszahlen widerspiegelte.

Diese Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2006

weiter fort, in dem über das Terminal 2 insgesamt

287 200 Starts und Landungen abgewickelt

wurden, 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch

deutlicher fiel die Steigerung bei den Passagierzahlen

aus: Rund 21,7 Millionen Fluggäste benutzten

das Terminal 2, ein Plus gegenüber dem

Jahr 2005 von 12,0 Prozent.

Durch ein neues Kooperationsabkommen mit der

Lufthansa wechselte Egyptair – künftig ein Vollmitglied

der Star-Alliance – 2006 ins Terminal 2.

Insgesamt wickeln mittlerweile mehr als 30 Airlines

ihren Verkehr über das Terminal 2 ab und

bieten zusammen 169 Destinationen an: 20 im

innerdeutschen, 108 im Europa- bzw. Mittelmeerverkehr

und 41 im Interkontinentalverkehr.

Shops, Gastronomie und Lounges

Insgesamt 84 Einzelhandelsgeschäfte und

Dienstleistungseinrichtungen (davon 28 im öffentlichen

und 56 im nicht-öffentlichen Bereich)

sowie 18 gastronomische Betriebe (sechs im

öffentlichen und zwölf im nicht-öffentlichen Bereich)

standen den Fluggästen Ende 2006 im

Terminal 2 zur Verfügung. Eröffnet wurden im

vergangenen Jahr in den nicht-öffentlichen Bereichen

die eurotrade-Einheiten Private by Beate

Uhse, der Event- und der Behringer/Burberry-

Shop, neu ist ferner der Multitronics-Laden.

Erweiterungen gab es auf dem Gastronomiesektor

bei Seafood Sylt, Piazza Monaco und der

Pierbar Nord, während im Bereich Einzelhandel

und Service die Shops Travel Value, Cartier und

Valleverde vergrößert wurden.

Im Zuge der Errichtung der Lufthansa First Class

Lounge musste die gastronomische Einheit

„Wiener´s Café” geschlossen werden. Die exklusive

und repräsentative Lounge erstreckt sich

über zwei Ebenen und wird voraussichtlich im

August 2007 eröffnet.

31


Personal

Beschäftigtenzahl leicht gesunken

Die Zahl der bei der Flughafen München GmbH

Beschäftigten betrug zum Stichtag 31. Dezember

2006 insgesamt 4 747 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und ist damit gegenüber 2005 um 0,9

Prozent gesunken. Von diesen 4 747 Beschäftigten

– im öffentlichen Dienst wird seit der Einführung

des neuen Tarifvertrages zum 1. Oktober

2005 nicht mehr zwischen Angestellten und Arbeitern

unterschieden – hatten 4 531 einen unbefristeten

Arbeitsvertrag.

32


Die Zahl der ausländischen Mitarbeiter lag bei

698 – das sind 14,7 Prozent der Gesamtbelegschaft.

Die meisten von ihnen – insgesamt

433 – stammen aus der Türkei, gefolgt von 51

Mitarbeitern aus Österreich und 43 aus Italien.

Im FMG-Konzern waren insgesamt 7186 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beschäftigt, um 6,1

Prozent mehr als im Vorjahr.

Abschluss des Großprojektes M-Power

Im Jahr 2006 wurde das Umstrukturierungsprojekt

M-Power abgeschlossen, nachdem zwei Jahre

lang Maßnahmen entwickelt und umgesetzt

worden waren, die den gesamten FMG-Konzern

im Blickfeld hatten und darauf ausgelegt waren,

die Produktivität zu steigern.

Auswirkungen hatte das Projekt auch auf die

Personalkapazität, da im Jahr 2006 erneut eine

eher restriktive Politik verfolgt wurde und Fluktuationen

insbesondere in den operativen Bereichen

nur in eingeschränktem Maße ersetzt wurden.

Infolgedessen ging die Personalkapazität

der FMG im Jahr 2006 um insgesamt 99 Mitarbeiterjahre,

also um 2,3 Prozent, zurück und lag

bei 4 179 Mitarbeiterjahren. Andererseits wurden

3,1 Prozent mehr Flugzeuge und 7,5 Prozent

mehr Passagiere abgefertigt als im Vorjahr.

Der Personalaufwand erhöhte sich gegenüber

2005 um 0,4 Millionen Euro bzw. 0,2 Prozent.

Verantwortlich für diesen Anstieg ist insbesondere

die Entwicklung der Rückstellungen für

die Altersversorgung der Belegschaft sowie für

Dienstjubiläen und Urlaubs- und Zeitguthaben.

Bestandteile des Personalaufwandes

(in Millionen €)

2006

2005

Löhne und Gehälter

(inklusive Aufwendungen

für Fahrtkostenerstattung

und Essensgeldzuschüsse) 176,5 176,9

Soziale Abgaben

und Aufwendungen

für Altersversorgung

und Unterstützung 49,9 49,1

Personalaufwand gesamt 226,4 226,0

FMG-Konzern mit 234 Auszubildenden

Insgesamt 86 Schulabgänger starteten im September

2006 ihre Ausbildung bei der Flughafen

München GmbH und deren Beteiligungsunternehmen.

50 Nachwuchskräfte waren es bei

der FMG, die damit ihr Engagement im Ausbildungspakt

zwischen Bundesregierung und

Wirtschaft erneut unter Beweis stellte, 36 bei

den „Töchtern” aerogate, Cargogate, eurotrade

und Allresto. Während der FMG-Konzern 2006

insgesamt 234 Auszubildende beschäftigte,

kamen auf die FMG selbst 154 junge Leute.

33


Neu: „Bachelor Luftverkehrsmanagement”

Zum 1. September 2006 erweiterte die FMG ihr

Ausbildungsportfolio um den Beruf „Bachelor

Luftverkehrsmanagement”, den sie als eines

von gegenwärtig sechs kooperierenden Unternehmen

federführend konzipiert hat. Als bundesweit

einzigartiges Modell integriert dieser

branchenspezifische Studiengang erstmals

die drei Systempartner des Luftverkehrs, also

Airports, Flugsicherung und Airlines. Das dreijährige

Studium findet im Wechsel in den jeweiligen

Unternehmen und an der Fachhochschule

in Frankfurt am Main statt.

Die FMG engagiert sich mit diesem Studiengang

für die Ausbildung von eigenen Nachwuchskräften,

die sowohl über ein fundiertes betriebswirtschaftliches

Wissen verfügen als auch

Problemstellungen und Projekte der Luftverkehrswirtschaft

aus übergreifender Perspektive

beurteilen können.

EQJ und Austauschprogramme

Auch 2006 beteiligte sich die FMG an dem Projekt

„EQJ – Einstiegsqualifizierung Jugendlicher”,

das Schulabgängern ohne Ausbildungsplatz

Möglichkeiten für einen Berufseinstieg

bietet – mit Erfolg, denn alle 19 Jugendlichen,

die bei der FMG und ihren Tochterunternehmen

Cargogate und Allresto eingesetzt waren, konnten

in ein Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnis

übernommen werden.

Für einen internationalen Verkehrsflughafen

wie München ist eine global ausgerichtete Ausund

Weiterbildung seiner Mitarbeiter von großer

Bedeutung. Im Rahmen des europäischen Bildungs-

und Kulturprogramms „Leonardo da

Vinci” hatten daher 20 Auszubildende die Möglichkeit,

ihre Kenntnisse an den Partnerflughäfen

Wien, Malta, Helsinki, Turku, Lissabon und Faro

zu vertiefen. Auch Mitarbeiter aus dem Technik-

Bereich konnten am Flughafen Lissabon wertvolle

Erfahrungen sammeln.

34

Umgekehrt erhielten Beschäftigte anderer internationaler

Flughäfen – zum Beispiel Retail-Experten

der portugiesischen Flughafengesellschaft

ANA – Aeroportos de Portugal, Mitarbeiter aus

dem IT-, Passagier- und Verkehrsbereich des

Malta International Airport und Auszubildende

der Flughafen Wien AG – Einblicke in die Arbeitsbereiche

des Münchner Airports. Weiter

vertieft wurden schließlich auch die Kontakte

zu japanischen und chinesischen Flughäfen

bzw. der Luftverkehrsbranche durch Workshops,

Managementprogramme und Besuche von

Delegationen.

FMG Träger des Pilotprojektes EncourAGE

Im Rahmen von „Leonardo da Vinci” engagierte

sich die FMG darüber hinaus als Träger des

Pilotprojektes EncourAGE, für das ihr von der

Europäischen Union Fördermittel in Höhe von

rund 340 000 Euro bewilligt wurden. Dabei geht

es im Wesentlichen darum, zusammen mit

den Projektpartnern neue Personalinstrumente

zu entwickeln, um für den demographischen

Wandel – weniger junge Nachwuchskräfte, mehr

ältere Mitarbeiter – strategisch richtig aufgestellt

zu sein.

Vermittlung der Zielkultur

Auch im Jahr 2006 unterstützte die Personalund

Organisationsentwicklung die Unternehmensbereiche

bei der Einführung einer Zielkultur

nach den Perspektiven der Balanced Score Card

(BSC). In diesem Zusammenhang wurde das

Medium der Kommunikationsboards geschaffen,

mit deren Hilfe die Unternehmensziele sowie

deren Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung

der FMG-Mission jedem Mitarbeiter verständlich

und nachhaltig vermittelt werden können.


Führungskräfte-Feedback und Förderkreis

Unternehmensweit wurde 2006 das so genannte

180°-Führungskräfte-Feedback durchgeführt, bei

dem die Mitarbeiter und der Vorgesetzte anhand

eines Fragebogens die jeweiligen Führungskräfte

anonym beurteilen konnten. Diese erhielten

die Ergebnisse in Form einer Präsentation. Des

Weiteren wurden mit ihnen Feedbackgespräche

geführt und Maßnahmen zur Weiterentwicklung

besprochen. Die nächste Stufe ist das papierlose,

also IT-basierte 270°-Führungskräfte-Feedback,

bei dem zusätzlich auch noch die Kollegen

der Führungskräfte befragt werden.

Mit dem Förderkreis konzipierte die FMG ein

weiteres Instrument der Personalentwicklung

speziell für „High-Potentials”, die sich in ihrer

derzeitigen Position weiterentwickeln und sich

auf die Aufgaben der Zukunft interdisziplinär

vorbereiten wollen. In enger Kooperation mit der

Fachhochschule für angewandtes Management

in Erding sind die Lerninhalte ausgerichtet auf

den Bereich der Luftfahrtwirtschaft, auf die

Anforderungen des Flughafens, aber auch auf

die persönliche Kompetenzentwicklung der Kandidaten,

die mit Hilfe von Assessment-Centern

ausgewählt wurden.

Weiterbildung für interne und externe Kunden

Auch im Jahr 2006 lag der Fokus auf einer bedarfsorientierten

Mitarbeiterentwicklung. Dazu

zählte neben dem Weiterbildungsprogramm zunehmend

die individuelle Bildungsberatung mit

maßgeschneiderten Inhouse-Seminaren.

Dem Ziel, ein enges Netzwerk an Wissen durch

den Erfahrungsaustausch mit anderen Flughäfen

und Firmen aufzubauen, ist die FMG im

Jahr 2006 ein gutes Stück näher gekommen.

Indiz dafür ist die Steigerung im Seminarbereich

von 5 850 Teilnehmertagen im Vorjahr auf 7 132

im Jahr 2006, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen

ist, dass die FMG ihr Leistungsangebot

auch anderen Flughäfen zur Verfügung stellte.

In Trauer und Dankbarkeit gedenken wir der im

Jahr 2006 verstorbenen Mitarbeiter. Wir werden

ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.

Lajos Baranyai † 18.02.2006

Alexandra Keller † 03.08.2006

Albrecht Fischer † 30.08.2006

Johann Hacker † 19.11.2006

Renate Bader † 02.12.2006

35


Ausbauplanung

Planung für die Zukunft: die dritte Bahn

München zählt zu den Top Ten der europäischen

Flughäfen und genießt weltweit ein hohes Ansehen

bei Flughafenorganisationen, Airlines und

Passagieren. Dieses Renommee verschaffte dem

Airport in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches

Wachstum. Die Anzahl der Flugbewegungen

stieg 2006 im Vergleich zum Vorjahr

um 3,1 Prozent auf über 410 000 und auch das

Fluggastaufkommen verbuchte eine Steigerung

um 7,5 Prozent, so dass erstmalig die 30-Millionen-Grenze

überschritten werden konnte.

36


Dieses Wachstum wird auch zukünftig seine

Fortsetzung finden: Nach Prognosen des unabhängigen

Beratungsunternehmens Intraplan

Consult GmbH im Raumordnungsverfahren wird

die Zahl der Flugbewegungen bis zum Jahr 2020

auf 610 000 und das Passagieraufkommen auf

annähernd 56 Millionen steigen.

Zweibahnen-System reicht nicht aus

Durch die kontinuierlichen Verkehrszuwächse

der vergangenen und kommenden Jahre stößt

der Flughafen München mit dem bestehenden

Zweibahnensystem und seinen gegenwärtig 90

planbaren Flugbewegungen pro Stunde in den

Spitzenzeiten regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen.

Nennenswerte Steigerungen – mit denen

die Slotnachfragen der Airlines befriedigt

werden könnten – sind selbst unter Berücksichtigung

möglicher Optimierungsmaßnahmen

nicht mehr zu erreichen. Somit drohen bereits

in naher Zukunft erhebliche Wartezeiten und Verspätungen,

die eine bedarfsgerechte Verkehrsabwicklung

nicht mehr ermöglichen.

Anforderungen der Zukunft gerecht werden

Um die weitere dynamische Entwicklung des

Münchner Flughafens zu einem international

konkurrenzfähigen Drehkreuz und zugleich

zu einem leistungsfähigen Beschäftigungs- und

Wirtschaftsmotor zu stärken, muss ein Kapazitätsziel

von mindestens 120 Starts und Landungen

pro Stunde angestrebt werden – ein Wert,

den das bestehende Zweibahnensystem nicht

erreichen kann.

Antrag auf Raumordnung

Am 26. Juli 2005 legte die Geschäftsführung der

Flughafen München GmbH (FMG) dem Aufsichtsrat

und der Gesellschafterversammlung

die absehbaren Kapazitätsengpässe, die die Notwendigkeit

eines Ausbaus begründen, dar. Die

Gesellschafterversammlung erteilte daraufhin

der FMG die Freigabe, die Planungen zur Erweiterung

des bestehenden Start- und Landebahnsystems

aufzunehmen sowie zeitnah ein

entsprechendes Raumordnungsverfahren vorzubereiten

und einzuleiten.

37


Belastungen am geringsten

Nach einer vertiefenden Untersuchungsphase

und dem Abschluss der Konfigurationsanalyse

des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

ergaben sechs der insgesamt 31 überprüften

Bahnlagen das erforderliche Kapazitätsziel

von mindestens 120 planbaren Bewegungen

pro Stunde. Aus diesen kristallisierte sich – nach

einer weiteren Analyse und Auswertung der

Auswirkungen – die Bahnlage 5b (mit einem

Achsabstand von 1 180 Metern und einem

Schwellenversatz von 2 100 Metern zur Nordbahn;

die Länge beträgt 4 000 Meter) als jene

Variante heraus, die die geringsten Belastungen

für Mensch und Umwelt aufweist.

Gutachten und Studien

Mit dieser Bahnlage ging die Flughafen München

GmbH am 31. Juli 2006 in das Raumordnungsverfahren,

welches am 24. August 2006 von der

Regierung von Oberbayern nach Prüfung der

Antragsunterlagen eröffnet wurde. Beigefügt

wurden dem Antrag neben einer detaillierten

Begründung der geplanten Ausbaumaßnahme

insgesamt 18 Gutachten und Planungsunterlagen,

darunter eine Luftverkehrsprognose,

Kapazitätsgutachten, eine Umweltverträglichkeitsstudie,

Studien zur technischen Planung,

zu wasserwirtschaftlichen Belangen und zur

Landschaftsplanung sowie Gutachten zu möglichen

Auswirkungen auf Lärm, Lufthygiene und

Klima.

38

So sollte vor allem abgesichert werden, dass

die ausgewählte Vorzugsvariante nicht nur aus

Kosten- und Kapazitätsaspekten sondern vor

allem auch hinsichtlich der Belastungen für die

Flughafenregion die beste Lösung darstellt. Die

Unterlagen umfassten acht Aktenordner mit

mehreren tausend Seiten und mehr als hundert

Plänen.

Positive landesplanerische Beurteilung

Am 21. Februar 2007 schloss die Regierung von

Oberbayern das Raumordnungsverfahren für

den Bau einer dritten Start- und Landebahn ab.

Die positive landesplanerische Beurteilung,

in welcher die Regierung explizit auf die Bedeutung

und Tragweite der leistungsfähigen Anbindung

des Flughafens München an das weltweite

Luftverkehrsnetz hinweist, wurde der FMG am

8. März 2007 übergeben.

Die in der landesplanerischen Beurteilung durch

die Regierung von Oberbayern angeführten Maßgaben

fließen unmittelbar in die Vorbereitungen

der Unterlagen für den Antrag auf Planfeststellung

ein.


Antrag auf Planfeststellung

Im Gegensatz zum Raumordnungsverfahren,

dessen Prüfung sich auf die Belange der Raumordnung

beschränkt, werden im Planfeststellungsverfahren

alle durch das Bauvorhaben berührten

öffentlichen und privaten Belange sowie

alle hervorgerufenen Auswirkungen einschließlich

der Umweltverträglichkeit berücksichtigt.

Es wird über die Relevanz und Zulässigkeit des

Vorhabens einschließlich seiner notwendigen

Folgemaßnahmen abschließend entschieden.

Die erforderlichen Maßnahmen, insbesondere

zum Schutz der Bevölkerung und Umwelt,

werden vom Gesetzgeber bzw. der Planfeststellungsbehörde

verbindlich festgelegt.

Die FMG beabsichtigt, noch im Laufe des Jahres

2007 den Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens

einzureichen. Die geplante

Inbetriebnahme einer dritten Start- und Landebahn,

die einen wichtigen Baustein für einen

zukunfts- und wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort

München darstellt, wäre voraussichtlich

ab 2011 möglich.

Dialog mit dem Umland

Bei dem Ausbauvorhaben legt die Flughafen

München GmbH großen Wert auf einen offenen

und konstruktiven Dialog mit der Anrainerregion.

Um den berechtigten Interessen der Anwohner

Rechnung zu tragen, wurde das Ausbauprojekt

von Anfang an durch den Nachbarschaftsbeirat

begleitet, dem neben der FMG die Landräte,

Bürgermeister und Interessenvertreter der Region

sowie Vertreter der Luftfahrt und der örtlichen

Wirtschaft angehören. Dieser bietet den

Beteiligten kontinuierlich Informationen über die

laufende Ausbauplanung und die Möglichkeit

des Einbringens eigener Interessen und Anregungen

im Zusammenhang mit der zukünftigen

Kapazitätserweiterung.

Das gilt sowohl bei Verkehrsprojekten im Umland

als auch für den von der FMG und ihren Gesellschaftern

im Zusammenhang mit dem Erweiterungsvorhaben

stehenden zusätzlichen und

freiwilligen Fonds zum Ausgleich von Härten

und besonderen Belastungen in der Region.

Die Festlegung konkreter Projekte und Maßnahmen

wird unter maßgeblicher Mitwirkung des

Nachbarschaftsbeirats erfolgen.

39


Kommunikation und Umlanddialog

Pressearbeit für ein breites Publikum

Die Entwicklung am Flughafen München, seine

Bedeutung für den Luftverkehr und die Region

sowie aktuelle Ereignisse einer breiten Öffentlichkeit

zu kommunizieren war auch im Jahr

2006 eine bedeutsame Aufgabe der Unternehmenskommunikation.

40


Als Mittler fungierten dabei im Rahmen der

Pressearbeit die Medien, die durch zahlreiche

Pressemitteilungen und Pressefotos informiert

wurden. Weltweite Medienbeachtung fand der

Flughafen München im Jahr 2006 vor allem aufgrund

zweier „Großereignisse”. Im Zusammenhang

mit der Fußballweltmeisterschaft wie auch

beim Besuch des Papstes Benedikt XVI. berichteten

zahlreiche Pressevertreter aus dem In- und

Ausland vom Ort des Geschehens aus über die

Ankunft bzw. Abreise der Gäste. Die umfassende

Vorbereitung und Begleitung dieser Termine

durch die FMG trug zum positiven Bild bei, das

bei diesen Ereignissen vom Münchner Airport

vermittelt wurde.

Kommunikation nach außen und innen

Der unmittelbaren Information der Passagiere,

Besucher und der interessierten Öffentlichkeit

dienten die zweimonatlich erscheinende Kundenzeitung

„M terminal” ebenso wie zahlreiche

Publikationen – darunter die von der Wirtschaftsprüferkammer

Berlin mit einem ersten Preis

ausgezeichnete Umwelterklärung „Perspektiven”

– und der Internetauftritt des Airports bzw. die

Erweiterung des Konzernportals.

Engagierte und informierte Mitarbeiter sind das

Kapital jedes Unternehmens. Darauf setzt der

FMG-Konzern und dafür tut er einiges: sei es in

Form der monatlich erscheinenden Mitarbeiterzeitung

Flughafen Report”, des Intranets sowie

mit Flyern und Postern zu wichtigen Themen.

Aber auch Unterhaltung und gemeinsame Aktivitäten

sind Teil der internen Kommunikation, wie

beim Mitarbeiterfest und dem nun schon dritten

Airportlauf unter Beweis gestellt werden konnte.

Integration und Information der Nachbarn

Ein bedeutender und wichtiger Partner für den

Flughafen ist die Bevölkerung des Umlands. Es

gilt, sie über Planungen umfassend und zeitnah

zu informieren und in das Leben auf dem Flughafen

zu integrieren. Dies geschah auch 2006 in

vielerlei Hinsicht. Insbesondere Ausstellungen

verfolgen das Ziel, einerseits Künstlern aus der

Region am Flughafen ein Forum zu bieten und

andererseits Besucher aus der Region und Passagiere

gleichermaßen anzusprechen.

Information aus erster Hand erhielt die Bevölkerung

auf zahlreichen regionalen Messen, wobei

sich die Besucher – vor allem jene aus der unmittelbaren

Airportnachbarschaft – speziell für

den geplanten Flughafenausbau interessierten.

Diesem Informationsbedürfnis trug die FMG

durch einen Flyer über die geplante dritte Bahn,

der auf Messen und an alle Haushalte im Flughafenumland

verteilt wurde, und durch die

Integration des Themas Ausbauplanung in den

FMG-Internetauftritt Rechnung.

Ausführliche Informationen über die geplante

Flughafenerweiterung bieten auch das im

Jahr 2006 neu eröffnete Besucherzentrum am

Flughafen sowie die neu konzipierte Nachbarschaftszeitung

der FMG, die nun unter dem Titel

„M Dialog” firmiert. Sie dient als Instrument

einer vertieften Kommunikation mit dem Flughafenumland

und wird zweimonatlich in einer

Auflage von 96 000 Exemplaren an alle Haushalte

der beiden Landkreise Freising und Erding

verteilt.

41


Umlandbüro: ein Netzwerk knüpfen

Dem Dialog mit ihren Nachbarn in der unmittelbaren

und mittelbaren Region misst die Flughafen

München GmbH seit vielen Jahren große

Bedeutung bei. Es gilt, einen gemeinsamen

Weg zu finden, der durch die Identifikation der

gemeinsamen Interessen und den Abbau von

Differenzen zu Erfolgen für beide Seiten führen

kann und – wie sich bereits zeigte – es auch tut.

Wichtig hierbei sind das gegenseitige Kennenlernen,

die Kenntnis der Besonderheiten und

Befindlichkeiten des anderen und vor allem

beiderseitiges Vertrauen. Ein funktionierendes

Netzwerk zwischen den Organisationen und

Institutionen der Region und der Flughafen München

GmbH als Repräsentantin aller Unternehmen

am Flughafen ist dafür der Garant. Dass dieser

Dialog funktioniert, dafür sorgen der Beauftragte

für die Flughafenregion sowie das Umlandbüro.

Nachbarschaftsbeirat: Dialog mit der Region

Der Nachbarschaftsbeirat wurde im Sommer

2005 gegründet und hat mit der neutralen Vorsitzenden

Edda Huther die Aufgabe, insbesondere

den Dialog mit der Region über die Erweiterungspläne

der Flughafen München GmbH

bezüglich einer dritten Start- und Landebahn zu

organisieren und diesem Meinungsaustausch

einen Rahmen zu geben.

Die erste Jahreshälfte 2006 war von einer Reihe

von Sitzungen des Nachbarschaftsbeirates geprägt,

auf denen die erarbeiteten Pläne und

Gutachten zeitnah und detailliert präsentiert

und zur Diskussion gestellt wurden. Bei einem

Grundsatzgespräch mit drei Ministern der Baye-

42

rischen Landesregierung und dem Nachbarschaftsbeirat

im Juli 2006 ging es neben der

Kernfrage, ob diese geplante Start- und Landebahn

nötig sei, insbesondere auch um Themen

der infrastrukturellen Erschließung der Region

mit Schiene und Straße.

Seit Herbst 2006 beschäftigt sich ein Ausschuss

des Nachbarschaftsbeirates mit den Fragen

eines freiwilligen Umlandfonds, den die Flughafen

München GmbH zum Ausgleich von

Nachteilen, die eine dritte Start- und Landebahn

mit sich bringt, einrichten will. Zudem werden

aktuelle Fragen der Infrastruktur erörtert.

Arbeitsgemeinschaft Regionalmarketing

Die Regionalmarketing-Initiative, die von der

FMG zusammen mit den beiden Landkreisen

und Städten Erding und Freising betrieben

und finanziert wird, ist ein Beispiel für „gelebte”

Kooperation zwischen dem Flughafen und seinem

Umland. Die hierzu im Jahr 2005 gegründete

kommunale Arbeitsgemeinschaft hat es

sich zum Ziel gesetzt, die Region aktiv weiterzuentwickeln

und speziell die Standortqualitäten

besser nach außen darzustellen. Die inhaltlichen

Schwerpunkte liegen in den Bereichen

Wirtschaft und Tourismus.

Im Jahr 2006 wurden die konzeptionellen Grundlagen

für die zukünftige Arbeit der Initiative

geschaffen. Mit der Fertigstellung der Marketingstrategie

und der Entwicklung des Corporate

Designs im ersten Quartal 2007 ist die Konzeptionsphase

weitgehend abgeschlossen.


Parallel zu diesen strategischen Bausteinen wurden

erste Maßnahmen erfolgreich umgesetzt,

die sich nach „innen” richten, also die Region

und ihre Bewohner im Fokus haben. Ein Beispiel

hierfür ist die Aktion „Gesichter der Region”,

in deren Rahmen Menschen aus der Region gesucht

und ausgezeichnet wurden, die durch ihre

Aktivitäten und ihr Engagement in besonderem

Maße das Gesicht der Region prägen. Zu diesen

Maßnahmen zählt ferner auch der erste Regionalempfang

der fünf Partner, bei dem über 300

regionale Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen

Bereichen zusammengekommen

waren, um bestehende Beziehungen zu vertiefen

und neue Kontakte zu knüpfen.

Eine Maßnahme mit Außenwirkung war die Teilnahme

an der größten deutschen Fachmesse für

Standort- und Regionalentwicklung in Leipzig,

auf der sich die Region erstmals gemeinsam einem

externen Kreis von Fachleuten präsentierte.

Umlandsponsoring besonders für die Jugend

Im Jahr 2006 wurde damit begonnen, das Sportsponsoring

für die Region zu systematisieren

und auf eine neue Basis zu stellen. Im engen

Dialog mit den Sportvereinen fiel der Beschluss,

junge Menschen zu fördern, und so wird die

Anzahl der Jugendlichen in den Vereinen zukünftig

der Maßstab für die Zuwendungen der Flughafen

München GmbH sein. Auf diese Weise

können circa 18 000 Jugendliche bis zu einem

Alter von 18 Jahren von der FMG gesponsert

werden.

Nach wie vor unterstützt die FMG aber auch

kulturelle Highlights der Region – angefangen

von den Erdinger Jazztagen über Konzerte der

Erdinger Symphoniker bis hin zu den Freisinger

Kulturtagen.

Kompetenzzentrum Kommunaler Straßenbau

Die Verbesserung der regionalen Verkehrserschließung

von Flughafen und Region ist seit

jeher ein wichtiges Anliegen der Flughafen

München GmbH. Im Bereich der Straßenerschließung

hat sie daher mit der Einrichtung

des so genannten „Kompetenzzentrums Kommunaler

Straßenbau” einen aktiven Vorstoß

unternommen.

Ziel dieser Einrichtung ist es, den Kommunen

eine Unterstützung bei nicht delegierbaren

Bauherrenaufgaben anzubieten, die in Zusammenhang

mit der Planung und Realisierung

kommunaler Straßenbauprojekte entstehen.

Diese fachliche Hilfestellung wurde in den

Umlandgemeinden bereits gut angenommen

und führte zu einem deutlichen Fortschritt bei

einigen Bauplanungen.

43


Flugverkehr und Klimaschutz

Kontinuierliche Fluglärmüberwachung

Trotz eines neuerlichen Anstiegs der Flugbewegungen

gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent

wurde auch im Jahr 2006 an keiner der 16 stationären

Messstellen der Fluglärmüberwachungsanlage

ein höherer Dauerschallpegel als

60 dB(A) gemessen. Demgegenüber hat die

Zahl der Einzelschallpegel mit mehr als 75 dB(A)

um acht Prozent zugenommen, was auf den vermehrten

Einsatz von Langstreckenflugzeugen

zurückzuführen ist. Pegel mit mehr als 85 dB(A)

wurden im Durchschnitt dreimal täglich

ermittelt.

44

Zahl der Nachtflüge gesunken

Die Ausschöpfung des maximal möglichen

Lärmkontingentes Neq bei den Nachtflügen ist

im Jahr 2006 von 45 Prozent auf 42 Prozent gesunken,

was einer Anzahl von insgesamt 19 837

nächtlichen Flugbewegungen entspricht. Diese

Entwicklung ist mit den rückläufigen Luftpostbewegungen

sowie der geringeren Zahl von Verspätungen

zu erklären. Der an der Grenze des

kombinierten Tag- und Nachtschutzgebietes zulässige

Dauerschallpegel von 50 dB(A) wurde

nicht erreicht.


Luftschadstoffe bleiben unkritisch

Mit dem Flugbetrieb in keinem Zusammenhang

stand 2006 die Überschreitung eines Grenzwertes

bei der Feinstaubbelastung. Ursache hierfür

war vielmehr der Abbau und Abtransport von

Kies auf einer östlich des Flughafens gelegenen

Fläche, der mittlerweile bereits wieder eingestellt

wurde.

Wie die kontinuierliche Schadstoffüberwachung

ergab, hat sich die Stickstoffdioxidbelastung

von 31 µg/m 3 im Jahr 2005 auf 34 µg/m 3 weiter

erhöht, doch lag sie damit immer noch unter

dem Grenzwert von 48 µg/m 3 . Insgesamt bewegten

sich die Belastungen durch Luftschadstoffe

auch 2006 im unkritischen Bereich.

Grünkohl als Bioindikator

Seit 1991 werden am Flughafen München Luftschadstoffe

mit Hilfe von technischen Analysegeräten

kontinuierlich gemessen. Diese fortlaufende

Überwachung wurde, wie schon von 1991

bis 1993, im Herbst 2006 durch ein so genanntes

Biomonitoring ergänzt: An 14 Standorten auf

dem Flughafen und in der umliegenden Region

wurden normgerechte Grünkohlpflanzen ausgebracht.

Die Pflanzen filtern Schadstoffe aus der

Luft, reichern sie an und werden nach einigen

Wochen im Labor untersucht. Auf diese Weise

können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

(PAKs), die bei Verbrennungsprozessen

zum Beispiel in der Industrie, im Kfz- und Flugverkehr

und durch Hausfeuerung entstehen,

gemessen werden.

Begleitend zum Biomonitoring wurden die Einträge

weiterer Stoffe und ihre Anreicherung

in Ökosystemen mit einfachen Niederschlagssammlern

erfasst. Dadurch können Schwermetalle

sowie Stickstoff- und Schwefelverbindungen

registriert werden.

Mit diesen freiwilligen Untersuchungen will

die Flughafen München GmbH die aktuelle

Schadstoffsituation am Airport und im Umland

erfassen und für die Bevölkerung transparent

machen. Im Sommer 2007 sind weitere

Messkampagnen mit Graskulturen geplant.

Vorfeldfahrzeuge mit Rapsölbetrieb

Die Flughafen München GmbH hat es sich zum

Ziel gesetzt, die Erprobung und Anwendung

erneuerbarer Energien am Münchner Flughafen

fortzuführen bzw. erheblich auszuweiten und

damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

In diesem Zusammenhang wird künftig ein Teil

der Vorfeldfahrzeuge von Diesel- auf Rapsölbetrieb

umgestellt.

Auszeichnung für Umwelterklärung

Die im Rahmen des Umweltmanagementsystems

erstellte Umwelterklärung der Flughafen

München GmbH hat von der Wirtschaftsprüferkammer

in Berlin beim Deutschen Umwelt

Reporting Award (DURA) den ersten Platz belegt.

Gewürdigt wurde insbesondere die innovative,

anschauliche und umfassende Berichterstattung.

Bekenntnis zum Klimaschutz

Der Flughafen München ist sich seiner Verantwortung

für die Umwelt und den Klimaschutz

bewusst. Aus diesem Grund will er schon jetzt

einen Anreiz für den Einsatz umweltfreundlicher

Flugzeuge schaffen und prüft derzeit, zusätzlich

zu den bestehenden lärmabhängigen auch emissionsabhängige

Landeentgelte einzuführen.

45


Safety und Security

Abwehr von Gefahren

Wenn es um die Sicherheit in der Luftfahrt und auf

Flughäfen geht, wird zwischen Safety einerseits und

Security andererseits unterschieden. Während Safety

sich auf den Flugbetrieb bezieht, also Sicherheitsvorkehrungen

zur Abwehr so genannter betriebs- bzw.

luftfahrtbedingter Gefahren getroffen werden, beschäftigt

sich Security mit Maßnahmen zur Abwehr

von Gefahren, die von außen kommen und nicht

selbst durch den Luftverkehr bedingt sind. Safety

wie Security werden am Flughafen München

großgeschrieben.

46


Sicherheit für Passagiere und Airlines

Betreiber von Verkehrsflughäfen müssen einen

sicheren Flug-, Roll- und Abfertigungsbetrieb

garantieren. Zuständig dafür ist am Flughafen

München die Verkehrsleitung, zu deren Aufgaben

Flughafeninspektionen ebenso gehören wie

das Handling von Sicherheits-, Schadens-, Unfall-

und Baumaßnahmen, der Winterdienste und

das Bird-Control-Management. Die Verkehrsleitung

ist somit Garant für eine hohe Sicherheit,

auf die sich Passagiere und Airlines jederzeit

verlassen können.

Safety Management System

Das hohe Sicherheitsniveau manifestiert sich

auch im Safety Management System (SMS),

das die Flughafen München GmbH gemäß einer

ICAO-Anforderung für internationale Verkehrsflughäfen

eingeführt hat. Damit wurde eine Sicherheitskultur

geschaffen, die von den Mitarbeitern

der FMG und allen am Flughafen München

mit sicherheitsrelevanten Aspekten befassten

Unternehmen und Organisationen gemeinsam

gelebt wird. Im Rahmen des SMS sollen Gefahren

für den Flugbetrieb identifiziert, bewertet

und gemeinsam mit den Fachbereichen Gefahrenabwehrmaßnahmen

entwickelt werden.

Bei der Einführung des Safety Management Systems

an Flughäfen nimmt der Münchner Airport

insofern eine Vorreiterrolle ein, als er im Rahmen

eines gemeinsamen Forschungsprojektes

mit der Technischen Universität Berlin bei der

Gestaltung einheitlicher nationaler Vorgaben für

die Einrichtung von Safety Management Systemen

auf deutschen Flugplätzen wesentlich mitgewirkt

hat. Die Forschungsergebnisse, die auch

international hohe Beachtung fanden, wurden

vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und

Stadtentwicklung zur Anwendung bei der Umsetzung

auf den Airports und zur behördlichen

Abnahme empfohlen.

Passagierkomfort und Security vereinbaren

München hat seinen guten Ruf als Flughafen,

der Security gewährleistet, aber gleichzeitig

den Komfort für die Passagiere soweit wie möglich

aufrechterhält, auch im Jahr 2006 weiter

gefestigt – und dies alles zu wirtschaftlichen

Konditionen sowie unter den Bedingungen von

Großveranstaltungen internationalen Zuschnitts.

Zu danken ist dies zum einen der Professionalität

und dem Einsatz der beteiligten Mitarbeiter,

zum anderen drücken sich hierin auch die nachhaltig

positiven Effekte des Restrukturierungsprojektes

M-Power aus, durch welches mit

Wirkung vom 1. Januar 2005 der operative

Vollzug der Security im Servicebereich Security

verselbstständigt wurde, während das Sicherheitsmanagement

in den Konzernbereich Recht

und Sicherheit eingegliedert wurde. Während

2006 im Servicebereich Security circa 140 und

in der als sein Auftragnehmer fungierenden

Tochtergesellschaft CAP Flughafen München

Sicherheits GmbH circa 450 Mitarbeiter beschäftigt

waren, zählten zur Konzerneinheit Sicherheitsmanagement

sieben Mitarbeiter.

47


Kontrollen reibungslos umgesetzt

Mit dem 1. Januar 2006 wurde die physische

Kontrolle von Beschäftigten, Fahrzeugen und

Gegenständen an den Schnittstellen zwischen

dem öffentlich zugänglichen Bereich und den

sensiblen Teilen des sicherheitsempfindlichen

Bereichs nach den Vorarbeiten von Sicherheitsmanagement

und Security reibungslos eingeführt.

Der operative Vollzug der Kontrollen und

der laufende Aufwand belasten die FMG mit

jährlich über elf Millionen Euro, die nur teilweise

über Sicherheitsentgelte an die Passagiere

weitergegeben werden können.

Ebenfalls im Januar 2006 und gemäß den dringenden

Nutzeranforderungen von DHL, UPS und

Fedex sowie entsprechend dem vom Sicherheitsmanagement

entworfenen Sicherheitskonzept

konnte eine wesentliche Erweiterung des

Frachtbereichs des Flughafens in das Security-

Regime integriert werden. Weitere Sicherheitsmaßnahmen

wurden verwirklicht bei der Implementierung

der mehrstufigen, automatisierten

Reisegepäckkontrolle in das Gepäckfördersystem

des Terminals 1, das damit auf einen vergleichbaren

Stand wie das Terminal 2 gebracht wurde.

Die letzten Komponenten konnten Anfang März

2007 in Betrieb genommen weden.

Sicherheit bei Veranstaltungen gewährleistet

Weitere Sicherheitskonzepte, die mit den Luftsicherheitsbehörden

sowie Bundes- und Landespolizei

abgestimmt wurden und an deren

erfolgreicher Umsetzung mehrere Bereiche der

Flughafen München GmbH beteiligt waren, betrafen

verschiedene Großveranstaltungen, wie

zum Beispiel die Fußballweltmeisterschaft 2006,

den Besuch von Papst Benedikt XVI. oder von

Staatspräsident Putin.

48

Zu den Aufgaben des Sicherheitsmanagements

zählten ferner die fortlaufende Überarbeitung

des Luftsicherheitsplanes sowie sicherheitstechnische

Überlegungen mit Blick auf die planerischen

Vorbereitungen zur Errichtung eines

künftigen Satelliten.

Verteilergang auf dem Terminal 2

Hinzu kamen konzeptionelle Arbeiten hinsichtlich

der von der EU im Interesse der Luftsicherheit

geforderten Separierung von Fluggästen.

Demnach müssen aus Non-EU-Ländern ankommende

Passagiere von abfliegenden, bereits

kontrollierten Fluggästen getrennt werden und –

bevor sie zu einem Weiterflug umsteigen dürfen

– einer Transferkontrolle, die auch ihr Reisegepäck

mit einschließt, unterzogen werden.

Im Terminal 1 sind die für den Vollzug notwendigen

Baumaßnahmen mit einem Aufwand von

über vier Millionen Euro bereits komplett vollzogen,

im Terminal 2 sind sie bislang für Umsteiger

zum Weiterflug zu EU-Zielen umgesetzt. Im

Sommer 2007 beginnen die Maßnahmen für

Umsteiger zu Non-EU-Zielen. Konkret geht es

dabei um die Errichtung eines Verteilerganges

auf der neuen Ebene 06 des Terminals 2, über

den die Umsteiger zu Transferkontrollstellen

geleitet werden. Der prognostizierte Investitionsaufwand

beläuft sich auf über 60 Millionen Euro,

die Maßnahme wird im Jahr 2008 abgeschlossen.


Kontrollen von Passagieren und Handgepäck

Ein einschneidendes Ereignis für die gesamte

europäische Zivilluftfahrt war die rechtzeitige

Aufdeckung und Vereitelung der Anschlagspläne

in Großbritannien am 9./10. August 2006, die

darauf abzielten, durch Selbstmordattentate mit

Sprengstoffflüssigkeiten insgesamt neun Flugzeuge

auf ihrem Flug in die USA zum Absturz zu

bringen. Bemerkenswert an diesem Vorgang war

einerseits das neuartige Tatmittel „selbstlaborierte

Flüssigsprengstoffe”, zum anderen die Tatsache,

dass die Aufdeckung nicht bei den Sicherheitskontrollen

am Flughafen erfolgte, sondern

durch die Tätigkeit der Sicherheitsorgane an den

Wohnstätten der potenziellen Attentäter.

Die Reaktion der EU-Kommission zielt mit dem

Erlass der Verordnung 1546/2006 allerdings

abermals auf verschärfte Maßnahmen an der

„last line of defence”, also bei den Passagierund

Handgepäckkontrollen. Das konzentrierte

Lobbying der nationalen und internationalen

Flughafenverbände wurde vom Sicherheitsmanagement

des Münchner Airports nachdrücklich

unterstützt. Im Ergebnis gelang es – entgegen

den ursprünglichen Vorstellungen eines Komplettverbots

– den Fluggästen den Kauf von

Flüssigkeiten innerhalb des Sicherheitsbereichs

von EU-Flughäfen zu ermöglichen und das Mitnehmen

der dort in den Duty-Free-Läden eingekauften

Parfümerieartikel und Spirituosen im

versiegelten Beutel beim Umsteigen auf einen

anderen EU-Flughafen am gleichen Tag zu

gestatten.

Auch die mögliche Mitnahme von Kleinmengen

als Handgepäck aus dem öffentlichen Bereich

über die Kontrollstellen – in einem wiederverschließbaren,

maximal einen Liter fassenden

Plastikbeutel, wobei die einzelnen Flüssigkeitsmengen

100 ml nicht überschreiten dürfen –

ist angesichts der ursprünglichen Pläne, dies

komplett zu verbieten, ein beachtlicher Lobbyerfolg.

Besonders erfolgreich war der Flughafen

München bei der Vorbereitung seiner Passagiere

auf das Inkrafttreten der neuen Regeln am 6.

Oktober 2006. Eine umfangreiche Informationskampagne

mit Plakataktionen, Pressemitteilungen

und die anfänglich kostenlose Verteilung

von wiederverschließbaren Ein-Liter-Beuteln

führte dazu, dass es in München nicht, wie auf

einigen anderen Flughäfen, beim Inkrafttreten

der neuen Sicherheitsbestimmungen zu Verspätungen

und Beschwerden der Passagiere kam.

Münchner Airport auf Spitzenplatz

Auch für das Geschäftsjahr 2007 sind der Servicebereich

Security und die Konzerneinheit Sicherheitsmanagement

im Konzernbereich Recht

und Sicherheit darauf vorbereitet, die Sicherheitsstandards

unter Wahrung der Convenience

für Passagiere und Beschäftigte weiter hochzuhalten.

Hinsichtlich der ursprünglich von Brüssel

ab 6. Mai 2007 vorgesehenen Größenbeschränkungen

beim Handgepäck, die sowohl Passagiere

als auch Flughafenbetreiber vor enorme

und unnötige Probleme gestellt hätten, konnte

zunächst eine Verschiebung um zwölf Monate

erreicht werden.

Der Flughafen München wird auch weiterhin

seine gesetzlichen Eigensicherungspflichten vorbildhaft

erfüllen und seinen Spitzenplatz in puncto

Sicherheit und Kundenfreundlichkeit wahren.

49


Wirtschaftliche Entwicklung

des FMG-Konzerns

50


Konzern 2006

Das Jahr 2006 war für den FMG-Konzern geprägt

von einem überdurchschnittlichen Verkehrswachstum

im Vergleich zu anderen deutschen

Verkehrsflughäfen. Mit rund 30,8 Millionen

Passagieren belegte München in der Rangliste

der größten europäischen Flughäfen den siebten

Platz. Um auch mittelfristig ausreichend Kapazitäten

für die prognostizierte Verkehrsentwicklung

bereitzuhalten, haben im Berichtsjahr die Vorbereitungen

für den Bau einer dritten Start- und

Landebahn begonnen. So hat die Gesellschaft

am 31. Juli 2006 den Antrag zur Durchführung

des entsprechenden Raumordnungsverfahrens

gestellt, das von der Regierung von Oberbayern

Anfang März 2007 positiv abgeschlossen wurde.

Konzernumsatz

Die Umsatzerlöse des Konzerns betrugen im

Berichtsjahr 920 Mio. Euro. Sie lagen damit um

76 Mio. Euro über den Vorjahreserlösen, was

einer Steigerung von 9 % entspricht. Gut die

Hälfte davon resultiert mit 486 Mio. Euro aus der

Abwicklung des Luftverkehrs, das entspricht

einer Steigerung der Aviation-Erlöse von knapp

9 % gegenüber dem Vorjahr und spiegelt die

positive Verkehrsentwicklung wider. Die Non-

Aviation-Erlöse, im Wesentlichen aus Mieten,

Pachten, Gastronomie und Einzelhandel, verzeichnen

mit 434 Mio. Euro eine Erhöhung von

ebenfalls 9 % gegenüber 2005.

Betriebsaufwendungen

Insgesamt sind im Geschäftsjahr 2006 rund

853 Mio. Euro an Betriebsaufwendungen angefallen,

womit diese gegenüber dem Vorjahr um

43 Mio. Euro bzw. 5,3 % gestiegen sind. Die

Personalzahlen sind gegenüber dem Vorjahr um

6 % angestiegen, demgegenüber hat sich der

Personalaufwand mit einer Steigerung von 3 %

unterproportional entwickelt.

Gesamtergebnis

Nach dem mit 3,6 Mio. Euro im Jahr 2005 wieder

im positiven Bereich liegenden Ergebnis verzeichnet

der Flughafen-Konzern im Berichtsjahr

einen Überschuss in Höhe von 61,5 Mio. Euro.

Neben dem operativen Ergebnis ist dies auch

auf ein höheres Finanzergebnis zurückzuführen,

wozu sowohl ein verbessertes Zinsmanagement

als auch höhere Ergebnisse aus Beteiligungen

beitragen.

51


Konzern-Jahresabschluss 2006

52


Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat ließ sich durch die Geschäftsführung

über die Lage und Entwicklung der

Gesellschaft sowie über die wesentlichen Geschäftsvorfälle

in seinen Sitzungen und durch

schriftliche Berichte regelmäßig und eingehend

unterrichten. Der Aufsichtsrat hat sich anhand

der Berichte und der erteilten Auskünfte von

der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung

überzeugt und im Rahmen seiner satzungsmäßigen

Zuständigkeit die ihm obliegenden

Entscheidungen getroffen.

Der von der Geschäftsführung vorgelegte

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 und

der Lagebericht der Flughafen München GmbH

sowie des Konzerns sind durch die zum

Abschlussprüfer bestellte Deloitte & Touche

GmbH geprüft und mit dem uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk versehen worden. Nach

eigener Prüfung hat der Aufsichtsrat von dem

Prüfungsergebnis Kenntnis genommen und

keine Einwendungen erhoben. Er billigt gem.

§ 42 a Abs. 2 und 4 GmbHG i. V. m. § 171 Abs. 2

AktG den Jahresabschluss der Flughafen

München GmbH und des Konzerns. Er schlägt

der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresabschluss

der Flughafen München GmbH und

des Konzerns festzustellen.

Im Geschäftsjahr 2006 gab es in der Zusammensetzung

des Aufsichtsrates keine Änderungen.

Den Geschäftsführern und allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat Dank

und Anerkennung für die im Geschäftsjahr 2006

geleistete erfolgreiche Arbeit aus.

München, den 26. Juli 2007

Flughafen München GmbH

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Kurt Faltlhauser

Vorsitzender

53


Konzernlagebericht für das Jahr 2006

Gegenstand des Flughafen München Konzerns

sind der Betrieb des Flughafens und der einhergehenden

Nebengeschäfte.

Der Konzern umfasst die Flughafen München

GmbH und zwölf Tochtergesellschaften.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld und

Branchensituation

Der Aufschwung der Weltwirtschaft hat sich im

Jahr 2006 trotz neuer historischer Höchststände

bei den Ölpreisen wieder verstärkt. Neben den

schnell wachsenden Volkswirtschaften Ostasiens

und den USA verzeichnete auch die europäische

Wirtschaft einen deutlichen Anstieg.

Die deutsche Wirtschaft expandierte im Jahr

2006 erstmalig seit dem Boomjahr 2000, nicht

zuletzt durch die anziehende Binnennachfrage

und einen stabil wachsenden Export, kräftig.

Vor dem Hintergrund einer stabilen Weltkonjunktur

sowie einer konjunkturellen Erholung der europäischen

Wirtschaft konnte der Weltluftverkehr

2006, wie im Vorjahr, weiter wachsen. Die in der

Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Verkehrsflughäfen

(ADV) zusammengeschlossenen Verkehrsflughäfen

verzeichneten im Jahr 2006 ein

stabiles Wachstum des Passagieraufkommens

um 5,3 % auf insgesamt 174,2 Mio. Passagiere.

Geschäftsverlauf

Das Passagieraufkommen am Flughafen München

konnte im Wirtschaftsjahr 2006 wieder

deutlich gesteigert werden und überschritt mit

30,8 Millionen Passagieren erstmals die Marke

von 30 Millionen. Damit wurde das Passagieraufkommen

des Vorjahres um 7,5 % bzw. um

mehr als zwei Millionen Fluggäste übertroffen.

Der Flughafen München bleibt damit im Kreis

der zehn passagierstärksten Flughäfen Europas

einer der stärksten Wachstumsmotoren zusammen

mit den Airports Madrid und Barcelona,

die noch höhere Wachstumsraten erzielten.

Im europäischen Ranking konnte sich die Flughafen

München GmbH beim Passagieraufkommen

auf Rang sieben verbessern.

54

Die Anzahl der Starts und Landungen im gewerblichen

und nicht-gewerblichen Verkehr hat

gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf 411.335

Flugzeugbewegungen zugenommen.

Parallel zur Zunahme des Interkontinentalverkehrs

am Flughafen München um 12,5 %,

hat auch das Wachstum des Frachttransports

zugenommen. Mit einem Aufkommen von

224.409 Tonnen ist der Luftfrachtverkehr bei der

geflogenen Luftfracht um 10,6 % gestiegen.

Hauptsächlich wurde der Frachtboom durch den

forcierten Ausbau des Langstreckenverkehrs verursacht,

da ca. 70 % der von und nach München

geflogenen Luftfracht als so genannte Beiladefracht

verladen wird.

Die Umsatzerlöse des Konzerns betrugen im Berichtsjahr

Mio. € 920,1. Gegenüber dem Vorjahr

entspricht dies einer Steigerung von 9,0 %. Die

Erlöse resultieren mit Mio. € 475,2 aus der Abwicklung

des Luftverkehrs, mit Mio. € 246,5 aus

Konzessionen, Mieten, Pachten und Sonstigen

Erlösen, mit Mio. € 182,2 aus Verkaufsgeschäften

und Restaurationen, mit Mio. € 10,6 aus Frachtabwicklung,

mit Mio. € 3,0 aus Sicherheitsleistungen,

mit Mio. € 1,9 aus Medizinischen

Diensten und mit Mio. € 0,7 aus Versicherungen.

Entsprechend zur günstigen Verkehrsentwicklung

nahmen die Aviation-Erlöse zu. Deutliche

Zuwächse wurden bei den Erlösen aus Landeund

Abstellgebühren erzielt. Die Erlöse für Leistungen

im Bodenverkehrsdienst konnten trotz

wachsender Marktanteile des zweiten zugelassenen

Bodenabfertigungsdienstleisters gesteigert

werden. Insgesamt war bei den Aviation-Erlösen

eine Steigerung von Mio. € 39,1 zu verzeichnen,

was einem Zuwachs von 9,0 % entspricht.

Im Bereich der Non-Aviation-Erlöse konnte ebenfalls

ein Anstieg von Mio. € 36,7, das sind 9,0 %,

verzeichnet werden. Diese Erlöse haben mit Mio.

€ 444,9 zu den gesamten Umsatzerlösen beigetragen,

was einem Anteil von 48,3 % entspricht.

Im Wesentlichen setzten sie sich aus Mieten,

Pachten und Konzessionen mit Mio. € 246,5

sowie mit Mio. € 182,2 aus Umsätzen der Einzelhandels-

und Restaurationsbetriebe zusammen.


Der Materialaufwand ist im Vorjahresvergleich

um Mio. € 23,2 auf Mio. € 238,6 angestiegen,

was einer Erhöhung von 10,8 % entspricht.

Hauptsächlich verantwortlich für den Anstieg

sind die erhöhten Aufwendungen der Wach- und

Sicherheitsleistungen und die mit dem starken

Umsatzwachstum der Retailtöchter einhergehenden

Materialeinsätze. Gegenläufig entwickelten

sich durch die Kosteneinsparanstrengungen des

Einkaufs die Aufwendungen für sonstige Fremdleistungen.

Die Personalaufwendungen sind trotz deutlicher

Umsatzausweitungen gegenüber dem Vorjahr

moderat um Mio. € 8,5 oder 3,0 % auf Mio. €

294,3 angestiegen.

Die den Aufwand der Gesellschaft wesentlich

beeinflussenden Kosten für Sonstige betriebliche

Aufwendungen und Zinsen weisen mit Mio. €

247,5 einen Anteil von 26,9 % am Gesamtaufwand

auf. Die Abschreibungen im Konzern

betragen Mio. € 139,5 und sind gegenüber dem

Vorjahr leicht zurückgegangen.

Nachdem nach zwei Verlustjahren erstmals im

Wirtschaftsjahr 2005 ein positives Ergebnis – für

den Konzern Mio. € 3,6 – erzielt wurde, konnte

im Jahr 2006 ein Jahresüberschuss im Konzern

in Höhe von Mio. € 61,5 verzeichnet werden. In

diesem Betrag ist jedoch als einmaliger Sondereffekt

die Auflösung einer Rückstellung in Höhe

von Mio. € 26,7 enthalten, die in den vergangenen

Jahren zur Abdeckung von Risiken der

Luftverkehrsabrechnung gebildet wurde.

Hauptursächlich für diese Entwicklung sind die

Erhöhung der Außenumsatzerlöse um Mio. €

75,8 und die unterproportional steigenden betrieblichen

Aufwendungen einschließlich Zinsen.

Gegenläufig war die erstmalige Bildung einer

Rückstellung für latente Steuern aufgrund hoher

Zwischenergebnisse im Konzern in Höhe von

T€ 800.

Finanzierung

Von insgesamt Mio. € 1.276,2 Gesellschafterdarlehen

des Mutterunternehmens wurden per

15. Dezember 2006 Mio. € 784,3 zurückgezahlt.

Die Rückzahlung wurde notwendig, da die

Gesellschafter der Flughafen München GmbH

(Freistaat Bayern, Bundesrepublik Deutschland

und Stadt München) im Dezember 2005 beschlossen

haben, dass Ende 2006 ca. 62 % der

als Finanzierungsunterstützung des Flughafenneubaus

zur Verfügung gestellten Gesellschafterdarlehen

von der Gesellschaft zurückgezahlt

werden müssen.

Um eine möglichst kostengünstige und sichere

Refinanzierung der Gesellschafterdarlehen über

Banken oder Kapitalmarkt herbeizuführen, wurde

ein Projektteam gegründet, das sich im Jahr 2006

intensiv mit der notwendigen Kapitalbeschaffung

beschäftigt hat. In Absprache mit den Gesellschaftern

wurde unter Führung der Westdeutschen

Landesbank und der Bayerischen Landesbank im

Ergebnis dieses Prozesses als günstigste Lösung

ein Konsortialkredit mit Beteiligung von 21 deutschen

und europäischen Banken abgeschlossen.

Das Zinsergebnis des Wirtschaftsjahres 2007

wird durch den Konsortialkredit mit ca. Mio. € 29

zusätzlich belastet.

Beteiligungen 1

Die eurotrade Flughafen München Handels-GmbH,

München, konnte aufgrund ihrer wiederholten

Geschäftsausweitung eine Umsatzerhöhung um

Mio. € 17,5 von Mio. € 103,4 auf Mio. € 120,9,

was einem Anstieg von 16,8 % entspricht, verzeichnen.

Durch die Umsatzausweitung und die

Verringerung des Materialaufwandes weist die

Gesellschaft eine Verbesserung des Ergebnisses

von Mio. € 5,5 auf Mio. € 8,4 aus. In Absprache

mit der Muttergesellschaft wurde den anderen

Gewinnrücklagen ein Betrag von Mio. € 1,0

zugeführt; die Erhöhung der anderen Gewinnrücklagen

steht im Zusammenhang mit den erheblichen

Investitionen im Terminal 2 (Clean/

Unclean). Der verbleibende Gewinn in Höhe von

Mio. € 7,4 wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

an die FMG abgeführt.

Die Cargogate Flughafen München Gesellschaft

für Luftverkehrsabfertigungen mbH, München,

erzielte im Berichtsjahr einen Umsatzerlös von

Mio. € 10,6 (Vorjahr: Mio. € 10,1). Aufgrund der

positiven Entwicklung und der weiter deutlichen

Steigerung der Frachttonnagen konnte die Gesellschaft

ein positives Ergebnis von Mio. € 0,9

(Vorjahr: Mio. € 0,6) ausweisen. Das Ergebnis

wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

von der Muttergesellschaft übernommen.

1

Soweit nicht anders vermerkt, werden im Folgenden

Außenumsatzerlöse dargestellt.

55


Die Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten

GmbH, München, konnte eine Umsatzsteigerung

von Mio. € 7,1, was einem Anstieg

von 12,7 % entspricht, verzeichnen. Die Gesellschaft

weist im Berichtsjahr eine Steigerung

ihres positiven Ergebnisses um Mio. € 1,7 auf

Mio. € 2,4 aus. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

wird der Gewinn an die Flughafen

München GmbH abgeführt.

Die aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen

mbH, München, erbringt

Dienstleistungen im Zusammenhang mit der

Abfertigung von Fluggästen und Flugzeugen. Im

Geschäftsjahr belaufen sich die Umsatzerlöse auf

Mio. € 7,1 (Vorjahr: Mio. € 8,8). Aufgrund der

zurückgegangenen Anzahl der Abfertigungen

und der einhergehenden Erlöse weist die Gesellschaft

im Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag

von T€ 175 (Vorjahr: T€ -79) aus.

Der Geschäftsbereich CAP Flughafen München

Sicherheits-GmbH, Freising, umfasst die Bewachung

und Sicherheitsleistungen insbesondere

im Zusammenhang mit Sicherheitsmaßnahmen

nach dem Luftverkehrsgesetz auf dem Flughafen

München. Die Gesellschaft weist im Berichtsjahr

eine Minderung der Außenumsatzerlöse von

Mio. € 1,7 aus. Der Gesamtumsatz ist jedoch

von Mio. € 14,6 auf Mio. € 17,6 gestiegen. Im

Berichtsjahr konnte die CAP einen Jahresüberschuss

von T€ 121 (Vorjahr: T€ 62) verzeichnen.

Die FMV – Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft

mbH, Freising, konnte im

Geschäftsjahr Umsatzerlöse von T€ 999, davon

waren Außenumsatzerlöse T€ 714 (Vorjahr: T€

600), verzeichnen. Die Gesellschaft weist im

Berichtsjahr einen Gewinn von T€ 458 (Vorjahr:

T€ 424) aus, dieser wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

an die Muttergesellschaft

abgeführt.

56

Die IMMO FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft

mbH & Co oHG, Freising,

erzielte einen Umsatz von Mio. € 77,3 (Vorjahr:

Mio. € 76,9), der in seiner Gesamtheit im Konzern

entsteht. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft

schloss erstmalig mit einem Gewinn in Höhe von

Mio. € 1,5 (Vorjahr: Verlust Mio. € 0,5) ab. Das

Ergebnis wird an die Gesellschafter FMG über

die Flughafen München Holding GmbH (vormals:

T2 Holding GmbH) sowie die Lufthansa Commercial

Holding GmbH im Verhältnis ihrer Anteile

ausgeschüttet.

Die Gesellschaft AeroGround Flughafen München

Aviation Support GmbH, München, unterstützt

die Abfertigungsdienste durch die Beschaffung

von Aushilfskräften für den Verleih und die

Vermittlung an den Bodenverkehrsdienst. Die

Gesellschaft erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse

von T€ 910 (Vorjahr: T€ 946), welche zur

Gänze im Konzern entstehen. Die Gesellschaft

weist ein positives Ergebnis von T€ 54 (Vorjahr:

T€ 55) aus. Das Ergebnis wird aufgrund eines

Ergebnisabführungsvertrages an die Flughafen

München GmbH abgeführt.

Die MediCare Flughafen München Medizinisches

Zentrum GmbH, Oberding, erbrachte Umsatzerlöse

von Mio. € 4,2 (Vorjahr: Mio. € 3,3), davon

entstanden im Konzern Mio. € 2,3 (Vorjahr:

Mio. € 2,3). Die Gesellschaft weist im Berichtsjahr

einen Gewinn von T€ 128 (Vorjahr: T€ 8)

aus.

Die Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co

oHG, Oberding, konnte im Berichtsjahr eine Umsatzausweitung

um Mio. € 19,5 von Mio. € 167,4

auf Mio. € 186,9 verzeichnen, was einer Steigerung

von 11,6 % entspricht. Die Gesellschaft

weist erstmalig ein positives Jahresergebnis vor

Ausschüttung an die beiden Gesellschafter FMG

und Passage Services Holding GmbH in Höhe

von Mio. € 8,7 (Vorjahr: Verlust Mio. € 8,0) aus.

Das Ergebnis wird im Verhältnis der Anteile ausgeschüttet.


Die Flughafen München Holding GmbH (vormals:

Terminal 2 Holding GmbH), Freising,

ist Anteilseigner an der FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft

mbH & Co

oHG, Freising, und ab dem Berichtsjahr an der

AeroGround Flughafen München Aviation

Support GmbH, München, sowie an der MUC-

Ground Services Flughafen München GmbH,

Freising. Gemäß Gesellschaftsvertrag übernimmt

die Flughafen München Holding GmbH den

anteiligen Gewinn an der IMMO und weist somit

ein Ergebnis in Höhe von T€ 852 (Vorjahr:

Verlust T€ 319) aus. Dieser wird aufgrund des

Ergebnisabführungsvertrages an die Flughafen

München GmbH abgeführt.

Die MUCGround Services Flughafen München

GmbH, Freising, weist in ihrem ersten vollen

Wirtschaftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von

Mio. € 19,0 (Vorjahr 23.03. – 31.12.2005: Mio. €

4,9), die in ihrer Gesamtheit im Konzern entstehen,

aus. Die Gesellschaft erwirtschaftete

ein positives Ergebnis von Mio. € 3,5 (Vorjahr

23.03. – 31.12.2005: Verlust T€ 91). Der Gewinn

wird aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages

von der Flughafen München GmbH

übernommen.

Die EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen

am Flughafen München mbH,

Freising, konnte im Geschäftsjahr 2005/2006

Umsatzerlöse in Höhe von Mio. € 27,4 (Vorjahr:

Mio. € 23,4) erzielen. Der Jahresüberschuss

beläuft sich auf Mio. € 4,0 (Vorjahr: Mio. € 2,0).

Da die FMG 49 % der Geschäftsanteile hält, wird

die Gesellschaft als assoziiertes Unternehmen in

den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft

schüttete im Berichtsjahr T€ 980 an die

FMG aus.

An der AFBG Augsburger Flughafen Betriebs-

GmbH, Augsburg, hält die FMG 50 % der Anteile.

Wegen Geringfügigkeit wird gem. § 311 Abs. 2

HGB auf die Einbeziehung des Abschlusses verzichtet.

Die Bayern Facility Management GmbH, München,

erbrachte Umsatzerlöse im Berichtsjahr

von Mio. € 19,7 (Vorjahr: Mio. € 16,1). Der Jahresüberschuss

beläuft sich auf T€ 450 (Vorjahr:

T€ 372). Die FMG hält 49 % der Geschäftsanteile.

Somit wird die Gesellschaft als assoziiertes

Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Das Ergebnis des Vorjahres wurde zur

Gänze in die Gewinneinlage eingestellt.

57


Vermögens- und Kapitalstruktur

31. Dezember 2006 31. Dezember 2005

Mio. € % Mio. € %

Vermögen

Ausstehende Kapital-Einlagen 0,1 0,0 0,1 0,0

Aufwendungen für Ingangsetzung 0,0 0,0 0,1 0,0

Immaterielle Vermögensgegenstände 2,2 0,1 2,3 0,1

Sachanlagen 2.863,8 95,7 2.952,9 91,6

Finanzanlagen 3,9 0,1 2,9 0,1

Anlagevermögen 2.869,9 95,9 2.958,1 91,8

Vorräte 55,1 1,8 50,9 1,6

Forderungen 52,4 1,8 96,2 3,0

Liquide Mittel 11,1 0,4 115,8 3,6

Umlaufvermögen 118,6 4,0 262,9 8,2

Aktive Rechnungsabgrenzung 3,1 0,1 0,6 0,0

Bilanzsumme

Kapital

2.991,7 100,0 3.221,8 100,0

Eigenkapital 390,0 13,1 328,7 10,2

Sonderposten 1,2 0,0 0,8 0,0

Gesellschafterdarlehen 491,9 16,4 491,9 15,3

Langfristiges Fremdkapital 1.515,7 50,7 1.068,2 33,2

Kurzfristiges Fremdkapital 592,9 19,8 1.332,2 41,3

Bilanzsumme 2.991,7 100,0 3.221,8 100,0

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum

31. Dezember des Vorjahres um 7,1 % auf Mio. €

2.991,7 verringert. Der Rückgang der Bilanzsumme

um Mio. € 230,1 wurde im Wesentlichen

durch die Reduzierung von Festgeldern bei Banken

oder bankähnlichen Institutionen in Höhe

von insgesamt Mio. € 154,6 verursacht, die unter

anderem für die Rückzahlung der am 15. Dezember

2006 fälligen Gesellschafterdarlehen verwendet

wurden.

Weitere Rückgänge in Höhe von Mio. € 88,1

wurden im Vorjahresvergleich durch die Reduzierung

des Anlagevermögens ausgelöst. Den Abschreibungen

in Höhe von Mio. € 139,5 standen

Zugänge von Mio. € 70,2 gegenüber. Die Finanzanlagen

erhöhten sich infolge entsprechender

Anteilsbewertungen gegenüber dem Vorjahr um

T€ 1.077 auf T€ 3.939.

Das Umlaufvermögen und die flüssigen Mittel

verzeichneten im Jahr 2006 einen Rückgang von

Mio. € 144,3, dieser ist im Wesentlichen auf den

niedrigen Bestand an flüssigen Mitteln zurückzuführen.

Die Veränderung im Eigenkapital um Mio. € 61,4

ergibt sich aus dem positiven Ergebnis in dieser

Höhe. Im Jahr 2005 wurde von den Gesellschaf-

58

tern beschlossen, zum Jahresende 2006 einen

Teilbetrag der Gesellschafterdarlehen in Höhe

von Mio. € 784,3 an die Gesellschafter zurückzuzahlen.

Die Darlehen wurden seinerzeit der Flughafen

München GmbH zur Finanzierung des

neuen Flughafens zur Verfügung gestellt. Der im

Jahr 2005 unter Verbindlichkeiten gegenüber

Gesellschaftern gezeigte Betrag in Höhe von Mio.

€ 784,3 wurde im Dezember 2006 zurückgezahlt.

Unter Anrechnung des Verbrauchs an eigenen

Finanzmitteln wurden zur Finanzierung zusätzlich

im Jahr 2006 Mio. € 501,4 per saldo Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten aufgebaut.

Die Rückstellungen wurden im Vorjahresvergleich

um Mio. € 23,0 auf Mio. € 154,7 reduziert. Hauptursächlich

war dafür der Wegfall von Abrechnungsrisiken

aus dem Luftverkehr.

Im Vorjahresvergleich verminderten sich die

Verbindlichkeiten um Mio. € 268,0 auf Mio. €

1.948,3. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen

aus der Umschichtung der Verbindlichkeiten

gegenüber Gesellschaftern zu den Kreditinstituten

und dem Verbrauch der flüssigen

Mittel.


Investitionen

Den Zugängen beim Sachanlagevermögen von

Mio. € 66,2 standen Abgänge in Höhe von Mio.

€ 28,3 gegenüber.

Umwelt/Arbeitnehmerbelange

Um der besonderen Verantwortung als Flughafenbetreiber

für Umwelt und Umland gerecht zu

werden, hat die Flughafen München GmbH ein

nachhaltig wirksames Umweltmanagementsystem

eingeführt, das nach DIN ISO 14001 und

der europäischen EMAS-Verordnung 761/2001

zertifiziert worden ist.

Mit diesem modernen Managementsystem

verbindet sich ein ganzheitlicher Ansatz in der

Umweltpolitik des Unternehmens. Die kontinuierliche

Dokumentation von Verbrauchs- und

Belastungswerten ermöglicht es der Gesellschaft,

Auswirkungen auf die Umwelt systematisch zu

verfolgen, konkrete Zielwerte zu formulieren, die

Umsetzung und Zielerreichung zu monitoren und

weitere Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt

zu entwickeln.

Sowohl beim Betrieb des Münchner Flughafens

als auch im Hinblick auf notwendige Ausbaumaßnahmen

wird die Gesellschaft dem Schutz

der natürlichen Ressourcen und der Begrenzung

von Umweltbelastungen auch in Zukunft einen

hohen Stellenwert einräumen. Die Grundsätze

der Umweltverträglichkeit werden in den derzeit

laufenden Planungen für den Bau einer dritten

Start- und Landebahn berücksichtigt.

Zu den Arbeitnehmerbelangen ist Folgendes zu

berichten: Zur Ergebnisverbesserung des Bereichs

Ground Handling wurde von der Geschäftsführung

gemeinsam mit dem Betriebsrat und den

Gewerkschaften ein Sanierungskonzept entwickelt.

Dazu gehören weitreichende Programme

zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie Maßnahmen

zur Reduzierung des Personalaufwands,

um in Zukunft die hohen Anforderungen des sich

verschärfenden Wettbewerbs zu erfüllen und

damit die Arbeitsplätze zu sichern.

Daneben wurde das Gesundheitsmanagement

weiter ausgebaut, eine weitere Mitarbeiterbefragung

als Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen

zum Thema Arbeitsplatz und

Soziales Umfeld durchgeführt und die interne

Kommunikation weiter ausgebaut.

Die Zahl der im Jahresdurchschnitt im FMG-

Konzern beschäftigten Mitarbeiter hat sich im

Vergleich zum Vorjahr um 411 erhöht; davon sind

190 Auszubildende (Vorjahr: 160).

Risiken und Chancen

In das Risikomanagement des Flughafen München

Konzerns sind alle operativen Geschäftsprozesse

eingebunden, um alle Risiken im

Unternehmen frühzeitig zu identifizieren und zu

bewerten. Die Risikobewertung erfolgt nach den

Kriterien der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie

der Quantifizierung der potenziellen Schadenshöhe.

Primäre Ziele des Risikomanagements sind

der kontrollierte Umgang mit Risiken sowie vorbeugende

Maßnahmen zu deren Abwendung.

Die interne Aufbereitung aller Risikoinformationen

erfolgt vierteljährlich, so dass die Geschäftsleitung

sowie die Bereichsleiter zeitnah und

effizient auf eine veränderte Risikosituation

reagieren können. Im Bedarfsfall wird auf sich

neu oder verändert ergebende Risikosituationen

unmittelbar reagiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrates

erhalten ebenfalls regelmäßig den

aktuellen Risikobericht.

Zur Minimierung möglicher finanzieller Schäden

hat der Flughafen München Konzern für alle

wesentlichen Haftungsrisiken Versicherungen mit

angemessenen Haftungsbeträgen abgeschlossen.

Als externe Risiken wurden im Jahr 2006 mit

eher geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber

wirtschaftlich sehr hoher Belastung, terroristische

Ereignisse sowie mögliche Hochwasserstände

mit einhergehenden Rekordpegeln der

Isar identifiziert.

59


Weitere Risiken wie beispielsweise Auswirkungen

der bevorstehenden Unternehmersteuerreform

und der Ölpreisentwicklung, Konjunkturrisiken,

Anpassungen im Luftsicherheitsgesetz

und ein Verlust von Marktanteilen an Wettbewerber

im BVD werden im Rahmen des Risikomanagements

verfolgt.

Eine abschließende Betrachtung der Risiken hat

ergeben, dass der Fortbestand der Gesellschaft

nicht gefährdet ist. Im Betrachtungszeitraum

sind – sowohl vor als auch nach Gegenmaßnahmen

– keine bestandsgefährdenden Risiken

erkennbar.

Finanzinstrumente (Forderungen, Verbindlichkeiten

sowie derivative Finanzinstrumente) werden

regelmäßig hinsichtlich bestehender Preisveränderungs-,

Ausfall- und Liquiditätsrisiken

untersucht. Derivative Finanzinstrumente werden

zur Zinssicherung bzw. Zinsoptimierung nach

Genehmigung durch die Geschäftsführung eingesetzt.

Die Festlegung des entsprechenden

Sicherungsvolumens erfolgt durch die Gesellschafterversammlungen

im FMG-Konzern.

Um die weiterhin dynamisch verlaufende Entwicklung

des Luftverkehrs am Flughafen München

sowie eine bedarfsgerechte Verkehrsentwicklung

in Zukunft zu sichern, hat die Flughafen München

GmbH schon im Jahr 2005 mit Planungen zum

Ausbau einer dritten Start- und Landebahn begonnen

und ein entsprechendes Raumordnungsverfahren

im Jahr 2006 vorbereitet und eingeleitet.

Nach der Untersuchung zahlreicher Varianten

auf die kapazitive Tauglichkeit wurden die Varianten,

die den vorgegebenen Kapazitätswert von

120 Bewegungen/Stunde erreichen, eingehend

nach allen relevanten Kriterien verglichen wie

Lärmauswirkungen, Flächeninanspruchnahme,

Auswirkungen auf den Naturhaushalt usw. Im

Ergebnis wurde die so genannte Bahnlage „5 b“

60

favorisiert, die zur Nordbahn einen Achsabstand

von 1.180 Meter sowie einen Schwellenversatz

von 2.100 Meter in Richtung Osten aufweist und

4.000 Meter lang ist. Zur Verbesserung der Akzeptanz

wird derzeit in dem 2005 gegründeten

Nachbarschaftsbeirat über Ausgleichsmaßnahmen

im Rahmen eines Umlandfonds, Infrastrukturverbesserungen

in der Region sowie sonstige

bilateral festzulegende Schutzmaßnahmen verhandelt.

Anfang März 2007 hat die Regierung von Oberbayern

das Raumordnungsverfahren für die

dritte Start- und Landebahn abgeschlossen und

die Ausbaumaßnahme in der beantragten Form

(Bahnlage 5 b) landesplanerisch positiv beurteilt.

Wie in einer Medieninformation der Regierung

hervorgehoben wurde, hat die Flughafen München

GmbH in ihrem Antrag schlüssig dargestellt,

„dass die vorhandene Kapazität des Start- und

Landesystems in den kommenden Jahren ausgeschöpft

sein wird und das mittel- und langfristig

zu erwartende Luftverkehrsaufkommen den Bau

einer weiteren Start- und Landebahn erforderlich

macht“.

Die positive landesplanerische Beurteilung der

Planung für die dritte Start- und Landebahn ist

ein wichtiger Schritt für die von der Flughafen

München GmbH angestrebte Kapazitätserweiterung

mit dem Ziel, das Verkehrs- und Unternehmenswachstum

abzusichern und damit auch in

Zukunft Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor

der Region zu bleiben.

Im Jahr 2007 wird der Antrag auf Planfeststellung

bei der Regierung von Oberbayern als der

zuständigen Planfeststellungsbehörde eingereicht.


Ausblick und Prognose

Das Konzept, den Flughafen systematisch und

kontinuierlich zu einer der führenden Luftverkehrsdrehscheiben

in Europa zu entwickeln, wird

konsequent weiterverfolgt. Der Antrag zu Durchführung

des Planfeststellungsverfahrens einer

dritten Start- und Landebahn wird von der Gesellschaft

noch in 2007 eingereicht.

Die geplante Kapazitätserweiterung durch den

Bau einer dritten Start- und Landebahn wird die

wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens München

langfristig stärken und die Voraussetzungen

schaffen, den Drehkreuzverkehr in den kommenden

Jahren weiter auszubauen mit dem Ziel, auch

das Langstreckenangebot auf das Niveau anderer

großer europäischer Hubs zu bringen. Vor einem

weiteren landseitigen Kapazitätsausbau, beispielsweise

durch Erweiterung von Terminalflächen,

wird das Ziel verfolgt, die bestehenden Ressourcen

in noch stärkerem Umfang auszulasten. Dementsprechend

liegt für das Jahr 2007 ein Schwerpunkt

darin, die Kapazitäten im Terminal 1 weiter

zu füllen.

Um den Anforderungen der überproportionalen

Zuwächse bei der Luftfracht gerecht zu werden,

werden seit Beginn des Jahres 2007 die Frachtanlagen

weiter ausgebaut. Die erste Ausbaustufe

beinhaltet eine Flächenerweiterung von 15.000

Quadratmeter, die noch Ende des Jahres 2007 in

Betrieb genommen werden.

Zusätzlichen Kapazitätsbedarf identifiziert die

Gesellschaft im Hotelbereich. Die Planung sieht

die Errichtung eines Hotels im 3-Sterne-Sektor

mit rund 250 Zimmern vor. Das neue Hotel soll

von einem international renommierten Betreiber

geführt und durch einen Drittinvestor aus dem

Immobilienbereich finanziert werden.

Das im Jahr 2003 gestartete Strategie- und Ergebnisverbesserungsprogramm

M-Power wurde

im Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen. Die

Zielsetzung des Projektes war die strategische

und organisatorische Ausrichtung des Flughafen

München Konzerns auf nachhaltiges profitables

Wachstum und eine deutliche Steigerung des

Unternehmenswertes. Wesentliche Leitlinie dabei

war die signifikante und nachhaltige Verbesserung

der Ertragskraft des Flughafen München

Konzerns durch eine umfassende Neugestaltung

der Leistungs- und Kostenstrukturen.

Ein wichtiger Bestandteil des M-Power-Prozesses

war die Umstrukturierung des Konzerns in fünf

Geschäftsbereiche, fünf Konzernbereiche und vier

Servicebereiche. Das Kerngeschäft wird durch

die fünf Geschäftsbereiche „Aviation“, „Ground

Handling“, „Immobilienmanagement und

-entwicklung“, „Retail und Services“ sowie die

„Terminal 2 Betriebsgesellschaft“ abgebildet.

Die zielführende Ausrichtung der Reorganisation

hat sich voll bestätigt und wird aktiv gelebt.

Die neue und flexible Organisationsstruktur

sowie die klare strategische Ausrichtung bilden

die notwendige Basis, schneller auf den wirtschaftlichen

Wandel reagieren zu können und

die Wettbewerbsbedingungen eines liberalisierten

Marktes zu erfüllen.

Insgesamt wurde im Rahmen des Projektes das

Ziel vorgegeben, ab 2008 pro Jahr eine nachhaltige

Ergebnisverbesserung in Höhe von Mio. €

50 und bis Ende 2007 insgesamt Mio. € 100

Mehrergebnis zu erzielen. Tatsächlich werden

beide Ziele mehr als erreicht werden: Die Ergebnisverbesserung

pro Jahr wird sich auf ca. Mio.

€ 90,0, die Ergebnisverbesserung kumuliert

2005 bis 2007 auf fast Mio. € 200 belaufen.

Das Flugangebot am Flughafen München wird

im Jahr 2007 im Langstreckenbereich durch

die Deutsche Lufthansa mit täglichen Flügen

nach Denver und einer pro Woche dreimaligen

Verbindung über Seoul nach Busan erweitert.

Die South African Airways wird ab Juli 2007

einen Nonstopservice nach Johannesburg anbieten.

Darüber hinaus erfolgen weitere Ausweitungen

bzw. Aufstockungen von Flugstrecken

diverser Airlines in Europa.

Die prognostizierten Wachstumsraten der Verkehrsentwicklung

sowie die günstigen Konjunkturprognosen

für die deutsche Wirtschaft

bilden einen stabilen Hintergrund für die weiterhin

erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung

des Flughafen München Konzerns. Aufgrund

des einmaligen positiven Sondereffektes durch

die Auflösung von Rückstellungen im Jahr 2006

sowie der Zusatzbelastung aus der Umfinanzierung

der Gesellschafterdarlehen wird für das

Jahr 2007 bei deutlich verbessertem operativen

Ergebnis insgesamt ein gegenüber 2006 geringerer

Jahresüberschuss erwartet.

München, den 27. April 2007

Dr. Michael Kerkloh

Walter Vill

Peter Trautmann

61


Konzernbilanz zum 31. Dezember 2006

Aktiva

62

31.12.2006 Vorjahr

EUR EUR T EUR

A. Ausstehende Kapitaleinlagen 110.249,25 110

B. Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes 0,00 58

C. Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 2.195.372,67 2.085

2. Geschäftswert 0,00 94

3. Geleistete Anzahlungen 0,00 105

2.195.372,67 2.284

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.357.214.971,83 2.420.075

2. Technische Anlagen und Maschinen 419.324.168,31 461.448

3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 43.523.754,69 50.178

4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 43.732.635,07 21.232

2.863.795.529,90 2.952.933

III. Finanzanlagen

1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 3.344.455,81 2.150

2. Sonstige Ausleihungen 594.547,78 712

3.939.003,59 2.862

2.869.929.906,16 2.958.079

D. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1. Ersatzgrundstücke 29.986.309,04 28.952

2. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.751.224,47 4.342

3. Fertige Erzeugnisse und Waren 20.387.178,70 17.540

55.124.712.21 50.834

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.378.369,23 31.363

2. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 95.747,05 506

3. Sonstige Vermögensgegenstände

davon mit einer Restlaufzeit von über 1 Jahr:

EUR 4.392.239,88 (Vorjahr: T EUR 1.712)

16.922.654,61 64.358

52.396.770,89 96.227

III. Flüssige Mittel 11.045.100,71 115.822

118.566.583,81 262.883

E. Rechnungsabgrenzungsposten 3.108.421,84 647

Summe der Aktiven 2.991.715.161,06 3.221.777


Passiva 31.12.2006 Vorjahr

EUR EUR T EUR

A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 306.776.000,00 306.776

II. Kapitalrücklage 102.258.376,24 102.258

III. Gewinnrücklagen

Andere Rücklagen 7.743.830,36 6.697

IV. Konzernbilanzverlust - 38.181.615,97 - 98.406

V. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter 11.461.125,59 11.379

390.057.716,22 328.704

B. Bedingt rückzahlbare Gesellschafterdarlehen 491.912.735,89 491.913

C. Sonderposten für Investitionszuschüsse 1.186.500,00 741

D. Rückstellungen

1. Pensionsrückstellungen 12.239.081,00 12.392

2. Steuerrückstellungen 34.963.295,37 29.600

3. Sonstige Rückstellungen 107.485.724,06 135.720

154.688.100,43 177.712

E. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.815.172.896,29 1.313.800

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 57.033.375,65 40.268

3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 784.314

4. Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 3.810.094,96 2.617

5. Sonstige Verbindlichkeiten 72.242.808,44 75.246

1.948.259.175,34 2.216.245

F. Rechnungsabgrenzungsposten 5.610.933,18 6.462

Summe der Passiven 2.991.715.161,06 3.221.777

63


Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006

64

2006 Vorjahr

EUR EUR T EUR

1. Umsatzerlöse 920.081.082,79 844.316

2. Andere aktivierte Eigenleistungen 4.015.013,89 2.616

3. Sonstige betriebliche Erträge 61.037.907,45 34.722

985.134.004,13 881.654

4. Materialaufwand

a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

und für bezogene Waren - 118.692.530,97 - 108.750

b. Aufwendungen für bezogene Leistungen - 119.936.089,64 - 106.617

- 238.628.620,61 - 215.367

5. Personalaufwand

a. Löhne und Gehälter

b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für

- 234.027.689,89 - 227.751

Altersversorgung und für Unterstützung - 60.284.704,69 - 58.088

- 294.312.394,58 - 285.839

6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie

auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung

und Erweiterung des Geschäftsbetriebs - 139.453.510,70 - 140.394

7. Goodwill-Abschreibung - 94.193,30 - 94

8. Sonstige betriebliche Aufwendungen - 178.338.201,51 - 170.351

- 850.826.920,70 - 812.045

134.307.083,43 69.609

9. Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 2.173.969,04 1.187

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.220.666,55 6.020

11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 69.120.554,61 - 74.831

- 60.725.919,02 - 67.624

12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 73.581.164,41 1.985

13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 5.827.170,17 390

14. Sonstige Steuern - 2.207.410,82 - 2.127

15. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 3.396

16. Aufwendungen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages - 4.063.202,78 0

17. Konzernjahresüberschuss 61.483.380,64 3.644

18. Anteile anderer Gesellschafter am Konzernjahresüberschuss - 211.626,52 - 134

19. Einstellungen in Konzerngewinnrücklagen - 1.047.163,01 - 56

20. Konzernverlustvortrag - 98.406.207,08 - 101.860

21. Konzernbilanzverlust - 38.181.615,97 - 98.406


Konzern-Kapitalflussrechnung

Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 2006 Vorjahr

Mio. € Mio. €

Flüssige Mittel 11,1 115,8

Kurzfristige Termingeldanlagen in den sonstigen Vermögensgegenständen 0,0 50,0

11,1 165,8

Konzernjahresergebnis 61,5 3,6

Abschreibungen auf Anlagevermögen und aktivierte Ingangsetzungsaufwendungen 139,6 140,5

Zunahme der mittel- und langfristigen Rückstellungen 5,5 2,6

Wesentliche zahlungsunwirksame Erträge - 26,7 0,0

Cash Earnings nach DVFA/SG 179,9 146,7

Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen - 1,8 - 61,7

Verluste (Vorjahr: Gewinne) aus dem Abgang von Anlagevermögen (Saldo)

Zunahme (Vorjahr: Abnahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions-

0,1 - 0,4

oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind

Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer

- 12,9 12,0

Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 14,5 0,3

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 179,8 96,9

Einzahlungen aus Abgängen von Anlagevermögen und Zuschüsse 18,8 129,7

Auszahlungen für Investitionen in Anlagevermögen - 70,2 - 69,6

Cashflow aus der Investitionstätigkeit - 51,4 60,1

Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter - 0,2 - 0,1

Auszahlungen aus Tilgung Gesellschafterdarlehen - 784,3 0,0

Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 581,0 254,0

Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten - 79,6 - 264,0

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit - 283,1 - 10,1

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds - 154,7 146,9

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 165,8 18,9

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 11,1 165,8

65


Entwicklung des Konzerneigenkapitals

66

Mutterunternehmen Minderheitsgesellschafter

Gezeichnetes Kapital- Erwirt- Eigenkapital Minderheiten- Konzern-

Kapital rücklage schaftetes

Konzerneigenkapital

kapital eigenkapital

Euro Euro Euro Euro Euro Euro

Stand am 1.1.2005 306.776.000,00 102.258.376,24 - 95.258.926,39 313.775.449,85 11.366.741,87 325.142.191,72

Übrige Veränderungen 0,00 0,00 39.345,74 39.345,74 3.323,39 42.669,13

Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 0,00 - 124.600,00 - 124.600,00

Konzerngesamtergebnis 0,00 0,00 3.510.040,94 3.510.040,94 133.772,62 3.643.813,56

Stand am 31.12.2005 306.776.000,00 102.258.376,24 - 91.709.539,71 317.324.836,53 11.379.237,88 328.704.074,41

Stand am 1.1.2006 306.776.000,00 102.258.376,24 - 91.709.539,71 317.324.836,53 11.379.237,88 328.704.074,41

Übrige Veränderungen 0,00 0,00 - 0,02 - 0,02 113,21 113,19

Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 0,00 - 129.852,02 - 129.852,02

Konzerngesamtergebnis 0,00 0,00 61.271.754,12 61.271.754,12 211.626,52 61.483.380,64

Stand am 31.12.2006 306.776.000,00 102.258.376,24 - 30.437.785,61 378.596.590,63 11.461.125,59 390.057.716,22


Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2006

I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum

Konzernabschluss

Die Flughafen München GmbH, München, (FMG)

übt die einheitliche Leitung über die Unternehmen

des Konzerns aus. Sie stellt deshalb als

Mutterunternehmen gem. § 290 Abs. 1 HGB

einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht

für das Konzern-Geschäftsjahr 2006 auf.

1. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der FMG

als Mutterunternehmen folgende Tochterunternehmen

einbezogen:

– aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen

mbH, München (aerogate)

– AeroGround Flughafen München Aviation

Support GmbH, München (AeroGround)

– Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten

GmbH, München (Allresto)

– CAP Flughafen München Sicherheits-GmbH,

Freising (CAP)

– Cargogate Flughafen München Gesellschaft

für Luftverkehrsabfertigungen mbH, München

(Cargogate)

– eurotrade Flughafen München Handels-GmbH,

München (eurotrade)

– FM Terminal 2 Immobilienverwaltungsgesellschaft

mbH & Co oHG, Oberding (IMMO)

– FMV-Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft

mbH, Freising (FMV)

– MediCare Flughafen München Medizinisches

Zentrum GmbH, Oberding (MediCare)

– Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co

oHG, Oberding (T2BG)

Flughafen München Holding GmbH, Freising

(vormals Terminal 2 Holding GmbH),

(FM Holding)

– MUCGround Services Flughafen München

GmbH, Freising (MUCGround)

Alle Jahresabschlüsse der voll konsolidierten

Unternehmen sind auf den 31. Dezember 2006

aufgestellt und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

der Abschlussprüfer versehen.

2. Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt im Geschäftsjahr

2006 nach der Neubewertungsmethode gemäß

§ 301 Abs. 1 Nr. 2 HGB.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und

Schulden wurde wie im Vorjahr gemäß dem

deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS)

Nr. 4 „Unternehmenserwerb im Konzernabschluss“

vorgenommen.

Der im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandene

Unterschiedsbetrag wurde gemäß § 301

Abs. 3 HGB auf der Aktivseite als Geschäftswert

ausgewiesen. Der Geschäftswert wird anteilig

über die geschätzte Nutzungsdauer von 5 Jahren

abgeschrieben. In 2006 war hierfür die letzte

Abschreibung, so dass sich zum 31. Dezember

2006 ein Buchwert von 0 € ergibt.

Die EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen

am Flughafen München mbH,

Freising, die Augsburger Flughafen Betriebs-

GmbH, Augsburg, und die Bayern Facility

Management GmbH, München, werden als assoziierte

Unternehmen mit dem Betrag, der dem

anteiligen Eigenkapital entspricht, angesetzt. Die

Erstkonsolidierung der EFM zum 31. Dezember

1992, die der Augsburger Flughafen Betriebs-

GmbH wurde aufgrund der Weiterentwicklung

des anteiligen Eigenkapitals vom 31. Dezember

2000 auf den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung

zum 31. Dezember 2001 und die der

Bayern Facility Management GmbH zum 31.

Dezember 2004 mit dem anteiligen Eigenkapital

gemäß § 312 Abs. 1 Nr. 2 HGB, durchgeführt.

Die EFM hat ein abweichendes Wirtschaftsjahr

(1. Oktober bis 30. September).

67


Bei der AFBG – Augsburger Flughafen Betriebs-

GmbH, Augsburg, wird gemäß § 311 Abs. 2 HGB

wegen Geringfügigkeit auf die Einbeziehung des

Abschlusses verzichtet.

Die in 2002 für die MediCare Flughafen München

Medizinisches Zentrum GmbH, Oberding, aktivierten

Aufwendungen für die Ingangsetzung

und Erweiterung des Geschäftsbetriebes einer

Privatklinik „Airport Klinik München“ in Höhe

von T€ 233 werden ab 2003 planmäßig auf vier

Jahre abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2006

war die letzte Abschreibung hierfür in Höhe von

T€ 58.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen

und Verbindlichkeiten zwischen den

Unternehmen des Konsolidierungskreises werden

gegeneinander aufgerechnet. Die zwischen

der FMG und der IMMO angefallenen Zwischenergebnisse

für die Jahre 2003 bis 2006 in Höhe

von Mio. € 18,1 und die Zwischenergebnisse der

FMG und der T2 BG in den Jahren 2005 und

2006 in Höhe von Mio. € 1,4 wurden vom Zugang

der Grundstücke und Bauten gekürzt und

auf die Restnutzungsdauer von zwei Jahren abgeschrieben.

Die Abschreibung hierfür in Höhe

von Mio. € 4,9 wurde von den Abschreibungen

auf Sachanlagen gekürzt.

68

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Sachanlagen und immaterielle

Vermögensgegenstände

Die Entwicklung des Anlagevermögens des

Konzerns ist gesondert dargestellt.

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen

Vermögensgegenstände sind zu steuerlich aktivierungspflichtigen

Anschaffungs- oder Herstellungskosten

bewertet. Bei Vermögensgegenständen

mit zeitlich begrenzter Nutzung werden Abschreibungen

entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen

Nutzungsdauer in Anlehnung an die

AfA-Tabelle der Flughafen Gesellschaften getätigt.

Nachdem bis zum 31. Dezember 2003 das bewegliche

Anlagevermögen im Bereich der Betriebsund

Geschäftsausstattung sowie Betriebsvorrichtungen

für technische Anlagen und Maschinen

im Wesentlichen degressiv abgeschrieben wurde,

wird ab 1. Januar 2004 generell linear abgeschrieben.

Die unterschiedliche Mehrabschreibung der Flughafen

München GmbH und der FM Terminal 2

Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co

oHG in der Steuerbilanz im Gegensatz zur Handelsbilanz

beträgt im Jahr 2006 Mio. € 24,9.

Dabei handelt es sich nach § 7 Abs. 4 Nr. 1 EStG

um Gebäude, die zum Betriebsvermögen gehören,

und nicht Wohnzwecken dienen. Im Wesentlichen

sind die Gebäude des Passagierabfertigungsbereiches

betroffen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im

Zugangsjahr voll abgeschrieben.


2. Finanzanlagen

Der Beteiligungsbuchwert der EFM entwickelte

sich im Berichtsjahr bei einem anteiligen Jahresüberschuss

in Höhe von T€ 1.953 und einer

Ausschüttung mit T€ 980 von T€ 1.779 zum

1. Januar 2006 auf T€ 2.752 zum 31. Dezember

2006.

Die AFBG wurde zum 31. Dezember 2006 mit

einem Beteiligungsbuchwert von 0 € angesetzt.

Bei der Bayern Facility Management GmbH,

München, entwickelte sich im Berichtsjahr der

Beteiligungsbuchwert mit einem anteiligen

Jahresüberschuss in Höhe von T€ 220 von T€

367 zum 1. Januar 2006 auf T€ 587 zum 31.

Dezember 2006. Der Vorjahresgewinn in Höhe

von T€ 372 wurde zur Gänze in die Gewinnrücklage

eingestellt.

Die übrigen Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten

bewertet.

Die niedrig verzinslichen Arbeitgeberdarlehen

wurden zum Bilanzstichtag mit dem Nominalwert

angesetzt.

3. Umlaufvermögen

Die Vorräte werden überwiegend zu gewogenen

Durchschnittspreisen der letzten drei Monate

bewertet. Bestandsrisiken aus überhöhter Lagerdauer

sowie durch Preisverfall werden beim

Lagermaterial durch Abwertungen auf den niedrigeren

beizulegenden Wert berücksichtigt.

Die unter Vorräten ausgewiesenen Ersatzgrundstücke

werden zu den Anschaffungskosten oder

dem niedrigen beizulegenden Wert aktiviert.

Der Ansatz der Forderungen und sonstigen

Vermögensgegenstände sowie flüssiger Mittel

erfolgt zu Nominalwerten oder dem niedrigeren

beizulegenden Wert. Erkennbare Einzelrisiken

sind durch Wertberichtigungen erfasst. Für das

allgemeine Kreditrisiko besteht eine angemessene

Pauschalwertberichtigung.

4. Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen sind zum versicherungsmathematischen

Teilwert nach § 6a EStG

unter Zugrundelegung eines Zinssatzes zu 6 %

und nach den Richttafeln 2005 von Prof. Dr. Klaus

Heubeck bewertet.

Die Rückstellungen für latente Gewerbesteuern

sind unter Verwendung eines Steuersatzes von

15 % bewertet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen

alle ungewissen Verpflichtungen und drohenden

Verluste. Sie sind in Höhe des Betrages angesetzt,

der nach vernünftiger kaufmännischer

Beurteilung für die Erfüllung der Verpflichtungen

notwendig ist.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Rückzahlungsbetrag

bewertet; Rentenverpflichtungen

wurden mit dem Barwert angesetzt.

6. Währungsumrechnungen

Währungsforderungen bzw. Währungsverbindlichkeiten

werden zu dem jeweiligen Geld- bzw.

Briefkurs eingebucht und zum jeweils ungünstigeren

Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

69


III. Angaben zu einzelnen Bilanzposten

1. Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens

70

Anschaffungs- und Herstellungskosten

1.1.2006 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2006

€ € € € €

Aufwendungen für die Ingangsetzung

und Erweiterung des Geschäftsbetriebes 233.000,00 0,00 0,00 0,00 233.000,00

233.000,00 0,00 0,00 0,00 233.000,00

Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

1. Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und ähnliche Rechte 22.134.013,87 1.198.439,93 - 65.366,13 121.522,00 23.388.609,67

2. Geschäftswert 470.966,50 0,00 0,00 0,00 470.966,50

3. Geleistete Anzahlungen 104.842,36 0,00 0,00 - 104.842,36 0,00

22.709.822,73 1.198.439,93 - 65.366,13 16.679,64 23.859.576,17

II. Sachanlagen

1. Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte und Bauten einschließlich der

Bauten auf fremden Grundstücken 3.329.651.043,64 16.507.766,30 - 16.540.908,78 - 867.824,74 3.328.750.076,42

2. Technische Anlagen und Maschinen

3. Andere Anlagen, Betriebs- und

1.334.480.454,24 14.716.107,04 - 3.303.861,31 4.087.153,78 1.349.979.853,75

Geschäftsausstattung

4. Geleistete Anzahlungen und

246.072.667,85 8.996.901,97 - 8.165.682,23 - 75.763,57 246.828.124,02

Anlagen im Bau 21.231.995,21 25.990.644,17 - 329.759,20 - 3.160.245,11 43.732.635,07

4.931.436.160,94 66.211.419,48 - 28.340.211,52 - 16.679,64 4.969.290.689,26

III. Finanzanlagen

1. Beteiligungen 2.176.731,21 2.173.969,04 - 980.000,00 0,00 3.370.700,25

2. Sonstige Ausleihungen 711.632,79 594.547,78 - 711.632,79 0,00 594.547,78

2.888.364,00 2.768.516,82 - 1.691.632,79 0,00 3.965.248,03

4.957.034.347,67 70.178.376,23 - 30.097.210,44 0,00 4.997.115.513,46


Kumulierte Abschreibungen Buchwerte

1.1.2006 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2006 31.12.2006 31.12.2005

€ € € € € € €

174.750,00 58.250,00 0,00 0,00 233.000,00 0,00 58.250,00

174.750,00 58.250,00 0,00 0,00 233.000,00 0,00 58.250,00

20.048.858,47 1.209.744,66 - 65.366,13 0,00 21.193.237,00 2.195.372,67 2.085.155,40

376.773,20 94.193,30 0,00 0,00 470.966,50 0,00 94.193,30

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 104.842,36

20.425.631,67 1.303.937,96 - 65.366,13 0,00 21.664.203,50 2.195.372,67 2.284.191,06

909.576.517,95 62.147.154,37 - 99.434,80 - 89.132,93 971.535.104,59 2.357.214.971,83 2.420.074.525,69

873.032.190,19 60.390.924,07 - 3.030.173,73 262.744,91 930.655.685,44 419.324.168,31 461.448.264,05

195.894.687,96 15.647.437,60 - 8.064.144,25 - 173.611,98 203.304.369,33 43.523.754,69 50.177.979,89

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 43.732.635,07 21.231.995,21

1.978.503.396,10 138.185.516,04 - 11.193.752,78 0,00 2.105.495.159,36 2.863.795.529,90 2.952.932.764,84

26.244,44 0,00 0,00 0,00 26.244,44 3.344.455,81 2.150.486,77

0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 594.547,78 711.632,79

26.244,44 0,00 0,00 0,00 26.244,44 3.939.003,59 2.862.119,56

1.998.955.272,21 139.489.454,00 - 11.259.118,91 0,00 2.127.185.607,30 2.869.929.906,16 2.958.079.075,46

71


2. Angaben zum Anteilsbesitz

– Unternehmen, die in den Konzernabschluss

einbezogen werden

Name Sitz

Anteil am

Kapital %

aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH München 100,0

AeroGround

Flughafen München Aviation Support GmbH München 100,0 1

Allresto

Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH München 100,0 1

CAP Flughafen München Sicherheits-GmbH Freising 76,1

Cargogate Flughafen München

Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH München 100,0 1

eurotrade

Flughafen München Handels-GmbH München 74,0 1

FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co oHG Oberding 60,0 1

FMV – Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH Freising 100,0 1

MediCare

Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH Oberding 51,0

MUCGround Services Flughafen München GmbH Freising 100,0 1

Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co oHG Oberding 60,0 1

Flughafen München Holding GmbH (vormals: Terminal 2 Holding GmbH) Freising 100,0 1

– assoziierte Unternehmen

Name Sitz

Anteil am

Kapital %

Augsburger Flughafen Betriebs GmbH Augsburg 50,0

Bayern Facility Management GmbH München 49,0

EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen

am Flughafen München mbH Freising 49,0

1 Hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses wird von der Befreiungsmöglichkeit der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB

Gebrauch gemacht.

72


3. Eigenkapital

Die Gewinnrücklagen des FMG-Konzerns bestehen

aus den anderen Gewinnrücklagen der

Allresto, der CAP, der eurotrade, der FMG und

Ergebnissen aus Konsolidierungsvorgängen

sowie aus den Bilanzergebnissen der Tochterunternehmen.

Der Bilanzverlust des Konzerns ergibt sich wie

folgt:

Konzern-Jahresüberschuss

31.12.2006

T€

61.483

Anteile anderer Gesellschafter am Jahresergebnis ./. 212

Einstellung in die Gewinnrücklage ./. 1.047

Verlustvortrag ./. 98.406

Konzernbilanzverlust ./. 38.182

Der Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter

betrifft die eurotrade (+ T€ 127), die CAP

(+ T€ 78), die IMMO (+ T€ 10.000), die MediCare

(+ T€ 46) und die T2 BG (+ T€ 1.210).

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist

im Konzerneigenkapitalspiegel gesondert dargestellt.

4. Rückstellungen

Die im Konzernabschluss der FMG bestandene

Rückstellung für latente Steuern erhöhte sich im

Berichtsjahr durch die Zuführung für Gewerbesteuer

um Mio. € 3,5 auf Mio. € 31,9. Darüber

hinaus wurden aufgrund hoher Zwischenergebnisse

im Konzern Rückstellungen für latente

Gewerbesteuern unter Verwendung eines Steuersatzes

von 15 % und für Körperschaftsteuer in

Höhe von insgesamt T€ 800 gebildet.

Der Konzern weist im Berichtsjahr sonstige Rückstellungen

in Höhe von Mio. € 107,5 aus. Der

Betrag ergibt sich im Wesentlichen in Höhe von

Mio. € 11,4 für Personal, für Erfüllungsrückstände,

Aufstockungsbeträge sowie Abfindungen im

Rahmen der Altersteilzeitprogramme wurden

Mio. € 22,6 eingestellt, für drohende Verluste

Mio. € 12,8, für Instandhaltungsmaßnahmen und

ausstehende Rechnungen Mio. € 18,1.

In den übrigen Rückstellungen sind Risiken aus

dem Wasserschaden des Jahres 2002 Mio. € 4,6,

für Behördenansprüche aus Mietverträgen Mio.

€ 4,5 sowie Prozessrisiken Mio. € 1,8.

73


5. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

74

31.12.2006 31.12.2005

Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit

Summe bis zu 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Summe bis zu 1 Jahr

€ € € € € €

Verbindlichkeiten

gegenüber Gesellschafter

Verbindlichkeiten

0,00 0,00 0,00 0,00 784.313.725,48 784.313.725,48

gegenüber Kreditinstituten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

1.815.172.896,29 432.930.670,05 334.622.350,18 1.047.619.876,06 1.313.800.239,89 363.300.021,15

und Leistungen

Verbindlichkeiten gegenüber

57.033.375,65 54.356.357,26 2.677.018,39 0,00 40.267.855,55 35.162.531,38

assoziierten Unternehmen 3.810.094,96 3.810.094,96 0,00 0,00 2.617.086,90 2.617.086,90

Sonstige Verbindlichkeiten

Davon gegenüber

72.242.808,44 20.467.959,89 2.660.829,57 49.114.018,98 75.246.338,54 38.100.069,18

Versicherungsunternehmen 43.688.860,40 120.860,40 0,00 43.568.000,00 43.757.040,40 14.313.040,40

davon aus Steuern 8.869.302,88 8.869.302,88 0,00 0,00 11.658.334,50 11.658.334,50

davon i.R.d. sozialen Sicherheit 228.859,81 228.859,81 0,00 0,00 6.690.917,47 6.690.917,47

1.948.259.175,34 511.565.082,16 339.960.198,14 1.096.733.895,04 2.216.245.246,36 1.223.493.434,09


IV. Angaben und Erläuterungen zur

Erfolgsrechnung

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist

nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

1. Umsatzerlöse

Nach Betriebsbereichen gegliedert, ergibt sich im

Konzern folgende Entwicklung der Umsätze gegenüber

dem Vorjahr:

2006 2005

Mio. € % Mio. € %

Abwicklung des Flugverkehrs 475,2 51,6 436,1 51,6

Konzessionen, Mieten, Pachten 246,5 26,8 233,7 27,7

Verkaufsgeschäfte und Restauration 182,2 19,8 157,6 18,7

Frachtabwicklung 10,6 1,2 10,1 1,2

Sicherheitsdienstleistungen 3,0 0,3 4,7 0,6

Medizinische Dienste 1,9 0,2 1,1 0,1

Versicherungen 0,7 0,1 1,0 0,1

920,1 100,0 844,3 100,0

2. Andere aktivierte Eigenleistungen/Sonstige

betriebliche Erträge

Seit 2005 werden eigene Planungsleistungen der

Flughafen München GmbH für aktivierungspflichtige

Wirtschaftsgüter als sonstige aktivierte Eigenleistungen

ausgewiesen. Sie enthalten erstmalig

ab 2006 Mio. € 1,2 Planungsleistungen für die

zukünftige dritte Start- und Landebahn.

In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind Mio.

€ 33,3 aus der Auflösung von Rückstellungen

enthalten (davon Mio. € 26,7 aus dem Wegfall

von Abrechnungsrisiken aus dem Luftverkehr).

Weitere Sonstige betriebliche Erträge von Mio. €

6,2 ergeben sich aus der Weiterberechnung von

Leerstandskosten Terminal 1, Einnahmen aus

Werbemaßnahmen von Mio. € 4,4, Vorhaltung

der Infrastruktur für Versorgungseinrichtungen

Terminal 2 von Mio. € 3,7 sowie Mio. € 1,1

Erträge aus Erbbauzinsen.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Für die bestehenden Immobilien-Leasingverträge

werden 2007 voraussichtlich Aufwendungen in

Höhe von ca. Mio. € 51,4 erwartet; bis zum Ende

der Grundmietzeit im Jahr 2020 ergeben sich

Belastungen von Mio. € 355,7.

Die abgeschlossenen Bau-, Liefer- und Dienstleistungsverträge

sowie Planer-, Architekten- und

Ingenieurverträge betreffen im Wesentlichen den

laufenden Geschäftsbetrieb und bewegen sich in

einem dem Geschäftsbetrieb angemessenen

Rahmen. Daneben bestehen Verpflichtungen für

Maßnahmen des Umweltschutzes und öffentlichrechtliche

Auflagen.

Für Serviceverträge und Bestellobligos bestehen

Verpflichtungen im geschäftsüblichen Rahmen.

75


4. Derivative Finanzinstrumente

Im Flughafen München Konzern waren zum

Bilanzstichtag folgende derivative Finanzinstrumente

im Bestand:

– 29 Payer-Swaps im Volumen von Mio. € 979,4

und Laufzeiten bis 2016; davon haben zum

31. Dezember des Berichtsjahres 14 Swaps mit

einem Nominalvolumen von Mio. € 375 einen

positiven Marktwert in Höhe von Mio. € 7,7

und 15 Swaps mit einem Nominalvolumen von

Mio. € 604,4 einen negativen Marktwert in

Höhe von Mio. € -43,1

– 2 bis 2015 laufende Receiver-Swaps mit einem

Volumen von Mio. € 190 (Marktwert: Mio. € -3,7)

– 3 Caps mit einem Volumen von Mio. € 80 und

Laufzeiten bis 2010 (Marktwert: Mio. € -0,6)

– 4 Constant Maturity Swaps mit einem Volumen

von Mio. € 178 und Laufzeiten bis 2015 (Marktwert:

Mio. € -6,3)

Die Marktwerte sämtlicher derivativer Finanzinstrumente

wurden von den kontaktierten Banken

mitgeteilt und sind von diesen auf Basis von

Discounted Cashflow-Verfahren und aktuellen

Zinsstrukturkurven ermittelt.

Für die vier Constant Maturity Swaps wurde aufgrund

der negativen Marktwerte eine Drohverlustrückstellung

in Höhe von Mio. € 6,3 gebildet

(Vorjahr: Mio. € 2,8).

Alle anderen Swaps und Caps wurden korrespondierenden

Grundgeschäften zugeordnet und

bilden mit diesen Bewertungseinheiten, so dass

keine Bilanzierung veranlasst war.

Des Weiteren waren zwei zum Bilanzstichtag bestehende

Darlehen, die originär in JPY aufgenommen

wurden, über Cross-Currency-Swaps in

Euro geswapt (Volumen insgesamt Mio. € 43,6).

5. Bezüge und Kredite an Organe der

Muttergesellschaft

Die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung

setzt sich aus dem Festgehalt und einer variablen

erfolgsabhängigen Tantieme zusammen:

Vergütung Festgehalt Tantieme Gesamt

Geschäftsführer T€ T€ T€

Dr. Michael Kerkloh 225,0 87,6 312,6

Walter Vill 181,5 72,2 253,7

Peter Trautmann 179,5 72,1 251,6

Gesamt 586,0 231,9 817,9

76

Zusätzlich zu den Bezügen erhielten die Mitglieder

der Geschäftsführung Sachbezüge und sonstige

vertragliche Nebenleistungen in Höhe von

insgesamt T€ 37,0. Ferner sind zum 31. Dezember

2006 für zukünftige Pensionsverpflichtungen

insgesamt Rückstellungen in Höhe von T€ 1.925,8

gebildet.

Frühere Mitglieder der Geschäftsführung und

ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr

2006 Gesamtbezüge von T€ 561,9; für künftige

Pensionsleistungen sowie Anwartschaften auf

Hinterbliebenenversorgung sind Pensionsrückstellungen

in Höhe von T€ 4.559,9 gebildet.

Die Bezüge des Aufsichtsrates betrugen T€ 16,4.

6. Anzahl der Mitarbeiter

Aufgrund von tarifvertraglichen Änderungen ist

eine Unterscheidung nach Angestellten und

Arbeitern sowie Aushilfen ab dem Wirtschaftsjahr

2006 nicht mehr möglich.

Im Geschäftsjahr 2006 waren gem. § 267 Abs. 5

HGB durchschnittlich im Konzern 6.996 (Vorjahr:

6.615) Mitarbeiter (unbefristet und befristet Beschäftigte

sowie Trainees) beschäftigt.

Zusätzlich befanden sich 190 (Vorjahr: 160) Auszubildende

im Lehrverhältnis.

München, den 27. April 2007

Dr. Michael Kerkloh

Walter Vill

Peter Trautmann


Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Flughafen München GmbH,

München, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend

aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung,

Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel

sowie Anhang – und den Konzernlagebericht für

das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember

2006 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss

und Konzernlagebericht nach den deutschen

handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der

Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage

der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung

über den Konzernabschluss und über den

Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung

gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom

Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen

Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung

vorgenommen. Danach ist die Prüfung so

zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten

und Verstöße, die sich auf die Darstellung des

durch den Konzernabschluss unter Beachtung der

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und

durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich

auswirken, mit hinreichender Sicherheit

erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen

werden die Kenntnisse über die

Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche

und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.

Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit

des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems

sowie Nachweise für die Angaben in

Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend

auf der Basis von Stichproben beurteilt.

Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse

der in den Konzernabschluss einbe-

zogenen Unternehmen, der Abgrenzung des

Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs-

und Konsolidierungsgrundsätze und der

wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung

sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung

des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Wir sind der Auffassung, dass unsere

Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für

unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen

geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der

Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der

Konzernabschluss der Flughafen München GmbH,

München, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt

unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen

Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der

Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem

Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes

Bild von der Lage des Konzerns und stellt

die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

dar.

München, den 6. Juni 2007

Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dorn

Wirtschaftsprüfer

ppa. Häussermann

Wirtschaftsprüfer

77


Ergänzende Angaben

1. Organe

Der Geschäftsführung gehören folgende Herren an:

Dr. Michael Kerkloh

Vorsitzender der Geschäftsführung

Walter Vill

Kaufmännischer Geschäftsführer und stellvertretender

Vorsitzender der Geschäftsführung

Peter Trautmann

Geschäftsführer Verkehr und Technik

2. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr

folgendermaßen zusammen:

Prof. Dr. Kurt Faltlhauser

Staatsminister,

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen,

München

Vorsitzender

Thomas Bihler

Kaufmännischer Angestellter,

Arbeitnehmervertreter

stellvertretender Vorsitzender

Freistaat Bayern

Josef Poxleitner

Ministerialdirektor,

Oberste Baubehörde im Bayerischen

Staatsministerium des Inneren

Hans Spitzner

Staatssekretär,

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft,

Verkehr und Technologie

Klaus Weigert

Ministerialdirektor,

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen,

München

78

Bundesrepublik Deutschland

Dr. Dieter Knoll

Ministerialrat,

Bundesministerium der Finanzen,

Bonn

Robert Scholl

Ministerialdirektor,

Bundesministerium für Verkehr,

Bau- und Wohnungswesen

Landeshauptstadt München

Christian Ude

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt

München

Dr. Reinhard Wieczorek

Bfm. Stadtrat der Landeshauptstadt München

Arbeitnehmervertreter

Heinrich Birner

Geschäftsführer ver.di

Bezirk München

Hans-Joachim Bues

Konzernbereichsleiter Unternehmenskommunikation,

Vertreter der leitenden

Angestellten

Willy Graßl

Geprüfter Flugzeugabfertiger

Betriebsratsvorsitzender (ab 1. Mai 2006)

Freigestellter Betriebsrat

Ralf Krüger

Betriebsratsvorsitzender (bis 30. April 2006)

Freigestellter Betriebsrat

Orhan Kurtulan

Geprüfter Flugzeugabfertiger

Freigestellter Betriebsrat

Anna Müller

Kaufmännische Angestellte

Freigestellte Betriebsrätin

Otto Siegl

Kaufmännischer Angestellter


Impressum

Herausgeber:

Flughafen München GmbH

Finanzen und Controlling

Tel.: 089/975-00

Fax: 089/975-3 50 06

Redaktion:

Unternehmenskommunikation

Interne Kommunikation und Publikationen

Dr. Reingard Schöttl

Flughafen München GmbH

Postfach 23 17 55

85326 München

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