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Gesundheit im Blickpunkt

Das SHG-Gesundheitsmagazin für das Klinikum Idar-Oberstein

Arthrose kann jeden treffen. Richtig

‡ ‡ ‡

behandelt lässt sich damit leben.

Wenn der Gelenkknorpel abbaut…

Symptome, Verlauf, Diagnostik und moderne Therapieformen bei Arthrose

Brustkrebs früh erkennen

Diagnostische Möglichkeiten der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Wer andere stark macht, wird selber stark

Qualitätszirkel zur Verbesserung der kinderärztlichen Versorgung

Ausgabe 05 | April 2009

Ist das

Alter überhaupt

noch

bezahlbar?

Seite 22


m o d e r n e s t e x t i l m a n a g e m e n t

modernes textilmanagement

Saana Textilpflege GmbH

Reinigung und Verleih von Krankenhaustextilien

Geschäftsführung:




M e i s t e r b e t r i e b f ü r T e x t i l r e i n i g u n g

Die Saana Textilpflege GmbH, kurz SAANATEX, wurde 1994 von

Ulrich Morlampen und der SHG gegründet. Heute gehört das

Unternehmen mit seinen 108 Mitarbeitern und Betriebsstätten in

Idar-Oberstein und Merzig zu den großen Textilreinigungsunternehmen

im Südwesten.

Die SAANATEX ist Spezialist für:

die computergestützte Bereitstellung und Wiederaufbereitung

von sterilen Hightech-OP-Textilien

Patientenwäsche

Altenheim-Bewohnerwäsche

Hotelwäsche und Tischdeckenservice

gesamte Wäschelogistik (just in time)

Zertifiziert ist die SAANATEX nach DIN EN ISO 1348 8:2001

und Richtl. 93/42/EWG Anhang 5.

Sehr geehrte

Leserinnen und Leser!

Aktuell klagt bereits jeder Zweite der älter als

30-jährigen Deutschen über Rückenschmerzen.

Fast jeder Dritte zwischen 40 und 50 Jahren leidet

an Arthrose und bei den über 60-jährigen ist bereits

jeder Zweite von Arthrose betroffen. Eine

durchaus erschreckende Bilanz, besonders vor

dem Hintergrund der demographischen Entwicklung

der kommenden 20 Jahre.

Dabei schreitet die Arthrose bei den meisten

Betroffenen eher schleichend voran. Die Beschwerden

kommen nach und nach und für viele

Menschen wird Arthrose im Alter zu einem quälenden

Wegbegleiter. Was tun, wenn die Arthrose

aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken

ist? Einfach resignieren und sich mit den

Schmerzen und Einschränkungen abfinden?

In dieser Ausgabe von Gesundheit im Blickpunkt

wollen wir die Volkskrankheit Arthrose

einmal umfassend beleuchten, wichtige Informationen

zum Verständnis dieser Krankheit vermitteln,

moderne Behandlungsmethoden aufzeigen

und Chancen sowie mögliche Risiken von Gelenkoperationen

darstellen.

Allen Betroffenen möchten wir an dieser Stelle

sagen: Kopf hoch! Richtig behandelt lässt sich mit

Arthrose leben.

Joachim Wild, Geschäftsführer der SHG Alfons Vogtel, Geschäftsführer der SHG

INHALT

Die Klinikleitung, v.l.n.r.: Ärztlicher Direktor Dr. Bernd Laufs,

Pflegedirektorin Elfriede Wild und Verwaltungsdirektor

Christoph Bendick

04 Report „Volkskrankheit Arthrose“

04

04

06

07

08

08

09

10

Was versteht man unter einer Arthrose?

Arthrose kann jeden treffen

Verlauf der Arthrose, Diagnostik und Therapie

Der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese)

Was müssen Patienten mit Gelenkersatz beachten?

Wie sieht die Zukunft im Bereich Arthrosebehandlung

aus?

Lebensqualität und Arthrose: Passt das zusammen?

Physiotherapie – wirkungsvolles Hilfsmittel bei der

Behandlung der Arthrose

14 Logbuch

14

16

17

18

18

19

20

Brustkrebs frühzeitig erkennen

Fortschritte bei der Behandlung des Multiplen

Myeloms

Wer andere stark macht, wird selber stark

4. Ökumenischer Gedenkgottesdienst des

Gesprächskreises trauernder Eltern

2. Rheinland-Pfälzischer Pflegekongress in Mainz

Neuer Ausbildungsjahrgang 2008/2011

Kontakt

22 Focus SHG

22

Ist das Alter überhaupt noch bezahlbar?

24 Tipps, Über das Leben, Denksportaufgaben

24

25

26

27

Die richtige Ernährung bei Demenz

Leckere Rezepte für Senioren

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist

bei Gott möglich.“

Denksportaufgaben


REPORT

Arthrose: Wenn der Gelenkknorpel abbaut.

Symptome, Verlauf, Diagnostik und moderne Behandlungformen

Seit Wochen plagen Herrn Sommer zunehmend Schmerzen

beim Gehen. Treppensteigen ist mittlerweile fast

unmöglich und dauert eine Ewigkeit. Er beginnt unbewusst

zu hinken, um das schmerzende Bein so gut es

geht zu entlasten. Anfangs hatte er nur das Gefühl einer

Verkrampfung. Jetzt verursacht ein dumpfes Ziehen im

gesamten Oberschenkel den Eindruck, sein linkes Bein sei

schwerer und viel schwächer als das andere. Morgens sind

die ersten Schritte eine Qual, es sticht und reißt in der

Leistengegend. Danach geht es allmählich besser. Durchschlafen

kann er schon lange nicht mehr, denn bei jedem

Drehen weckt ihn ein stechender Schmerz auf. Als die

Situation unerträglich wird, geht er schließlich zum

Orthopäden. Der untersucht ihn, röntgt das betroffene

Bein und stellt die Diagnose: „Arthrose.“

Was versteht man genau

unter Arthrose?

Obwohl die Arthrose heute zu den großen Volkskrankheiten

gerechnet werden muss, wissen viele betroffene

Patienten eigentlich nicht, worum es sich bei diesem

Krankheitsbild genau handelt. Dabei ist Arthrose die

häufigste Gelenkerkrankung überhaupt. Sie kennt weder

Klassen- noch Kulturunterschiede und ist rund um den

Globus vertreten.

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „Arthrose“ zunächst

einmal Gelenkerkrankung. In der Medizin ist die

Arthrose als ein zunehmender Knorpelabrieb der Gelenke

des Körpers definiert, kurz: ein Knorpelschaden mit

Knochenveränderungen.

Der Knorpel ist ein Gewebe mit hohem Eiweißanteil.

Er fungiert zwischen den Knochen der Gelenke bildlich

gesprochen als Stoßdämpfer, Kraftvermittler und Gleitschicht.

Arthrose beginnt häufig mit einer Erweichung

oder einer oberflächlichen Abschilferung des Knorpels

und führt letztendlich kontinuierlich zu einem vollständigen

Verlust oder zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels

und damit letztendlich auch zur Zerstörung und

Funktionsunfähigkeit des Gelenkes. Da die Knorpelschicht

keinerlei sensible Nervenendigungen erhält, sind

Schäden am Knorpel immer erst wahrnehmbar, wenn

Gesundheit im Blickpunkt

Aufbau eines gesunden Gelenks Gelenk mit Arthrose

die Defekte bereits bis zu einer unter dem Knorpel liegenden

Knochenschicht reichen. Grundsätzlich unterscheidet

man die primäre und die sekundäre Arthrose.

Bei der primären Arthrose wird eine biologische Minderwertigkeit

des Knorpelgewebes mit unklarer Ursache

angenommen. Sekundäre Arthrosen entstehen dagegen

durch mechanische Überbelastung, entzündliche Veränderungen,

Unfälle mit bleibenden Gelenkschäden, Infektionen

u.v.m.

Arthrose? Ich doch nicht!

Weit gefehlt! Jeder Mensch kann früher oder später an

einer Arthrose erkranken. Dabei sind Männer und Frauen

etwa gleichermaßen betroffen, auch wenn es Unterschiede

in der Häufigkeit der verschiedenen Krankheitsbilder

gibt. Das Risiko an Arthrose zu erkranken erhöht sich

deutlich mit zunehmendem Alter. Hier trifft das Sprichwort

zu: „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Bis zum mittleren

Lebensalter betrifft Arthrose vorwiegend Männer,

jenseits des 55. Lebensjahres überwiegend Frauen. Etwa

80% der Arthrosepatienten in der Klinik für Unfallchirurgie

am Klinikum Idar-Oberstein sind Senioren, die

das 65. Lebensjahr überschritten haben. Aber auch eine

zunehmende Zahl jüngerer Patienten leidet als Folge von

sportlicher Betätigung leider viel zu früh an Arthrose.

Leistungssportler und Freizeitsportler sind hier gleichermaßen

von gravierenden Gelenkproblemen betroffen.

Ursächlich hierfür sind Sportarten mit starker Verletzungsgefahr

und hohen Impulsbelastungen wie beispielsweise

Fußball, oder aber Sportarten wie Marathonlaufen

oder Triathlon, die ohne entsprechende Anleitung oder

ohne adäquates Schuhwerk betrieben werden.

Leistungssport stellt eine Extrembelastung für die Gelenke dar

Folgende Faktoren können darüber hinaus eine Arthrose

begünstigen:

Übergewicht

ungünstige sich wiederholende Gelenkbelastungen

(z.B. Arbeit am Fließband)

berufliche Überbelastung der Gelenke auf Grund

schwerer körperlicher Arbeit (Landwirtschaft, Bergbau,

Werften, Bau)

erblich anlagebedingte Belastung

Bewegungsmangel und dadurch bedingt schlechte

Knorpelernährung

mangelnde Stabilität der Gelenke wegen schwacher

Muskelbildung

Ungleichgewicht von Muskelgruppen um das Gelenk

gleichzeitige Belastung mehrerer Präarthrosen

(z.B. Sportunfall mit Knorpelschaden am Knie mit

starken O-Beinen und dadurch einseitige Belastung im

Knie an der Stelle des Knorpelschadens)

vorhergehende Operationen (z.B. Kniegelenk oder

Meniskusentfernung)

Gelenkfehlstellungen

Aber auch andere Grunderkrankungen können sich

negativ auf eine Arthroseerkrankung auswirken:

Gicht

Eisenspeicherkrankheit

Stoffwechselerkrankung mit Einlagerung im

Knorpelgewebe

Diabetes

Ausgabe 05 | April 2009

Wir unterscheiden folgende Arthrosearten:

Kniegelenksarthrose

Hüftgelenksarthrose

Schultergelenksarthrose

Arthrose der Wirbelsäule

Arthrose der Fingerendgelenke

Arthrose der Fingermittelgelenke

Daumensattelgelenksarthrose

Arthrose des Großzehengrundgelenkes

Fehlstellung der ersten Zehen

Arthrose des Ellenbogengelenkes

Arthrose der Kreuz-Darmbeingelenke

Arthrose im Handgelenksbereich

Kiefergelenksarthrose

04 | 05

Es gibt ganz charakteristische Arthrosebeschwerden, die

für fast alle Gelenke gelten, unabhängig davon, wo sich

die Arthrose manifestiert.

Der Anlaufschmerz

Das Leitsymptom bei einer beginnenden Arthrose ist

selbstverständlich der Schmerz. Man spürt bei der Arthrose

des Hüftgelenks plötzlich einen Schmerz in der Leistenregion

oder im Oberschenkel, bei einer Arthrose des

Schultergelenkes Schmerzen im Oberarm. Gefolgt von

diesen Schmerzen sind häufig Einschränkungen der Beweglichkeit.

Der Patient merkt das in der Regel dadurch,

dass er nach langem Sitzen oder Liegen Probleme hat,

die ersten Schritte zügig zu bewältigen.


REPORT 06 | 07

Der Belastungsschmerz

Es kommt zu einer vorzeitigen Ermüdung, weil die

Gelenke nicht mehr die Reservekapazität haben, die sonst

ein gesundes Gelenk bieten kann. Die Gelenke können

sich warm anfühlen und anschwellen.

Als wichtige Leitsymptome kann man also neben dem

Schmerz die Funktionseinschränkung oder die Funktionsminderung

festhalten.

Der Verlauf einer Arthrose

Der Krankheitsverlauf erstreckt sich in den meisten

Fällen über viele Jahre. Dabei nimmt der Patient den

Krankheitsbeginn im Regelfall nicht bewusst wahr. Erst

in einem fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden

auf. Man unterscheidet grob zwei Krankheitsstadien:

1. Frühstadium

Ausgangspunkt jeder Arthrose ist der Knorpelschaden,

der oftmals zunächst auf eine kleine Fläche begrenzt

und zu diesem Zeitpunkt noch oberflächlich ist. Im weiteren

Verlauf treten erste Verdichtungen des Knochens

im Röntgenbild auf. Diese zusätzlichen Veränderungen

am Knochen sind ein klares Zeichen für das Frühstadium

der Arthrose.

2. Spätstadium

Zwischen Früh- und Spätstadium einer Arthroseerkrankung

liegen oftmals viele Jahre. Im Spätstadium ist der

Gelenkknorpel im erkrankten Bereich nicht nur erkrankt

und geschädigt, sondern sogar vollständig abgerieben

und verschwunden. Der freiliegende Knochen reibt direkt

auf dem Knochen der gegenüberliegenden Gelenkseite.

Ein von Arthrose geschädigtes Kniegelenk

Dr. Plawetzki überprüft die Druckschmerzhaftigkeit des Kniegelenkes Arthroskopische Entfernung von Verschleißteilchen im Gelenk

Diagnostik und Therapie bei

Arthrose

Einer der wichtigsten Faktoren, um eine Arthrose zu

diagnostizieren, ist zunächst das Gespräch mit dem

Hausarzt oder dem entsprechenden Facharzt. Richtungsweisend

für den Arzt sind das Alter des Patienten, seine

berufliche und sportliche Tätigkeit, Art, Auftreten und

zeitlicher Ablauf der Beschwerden sowie die Familiengeschichte.

Hierdurch lässt sich häufig bereits die Verdachtsdiagnose

einer Arthrose stellen. Diese lässt sich

dann meistens durch eine klinische Untersuchung, die

immer unerlässlich ist, erhärten. Wichtige Punkte bei

dieser Untersuchung sind die Druckschmerzhaftigkeit

des Gelenkes, das geschwollene, im akuten Entzündungsstatus

auch überwärmte oder heiße Gelenk und die entsprechende

Funktionseinschränkung.

Wird eine Arthrose vermutet, können wir heute auf eine

Reihe von Bild gebenden Verfahren zur Darstellung der

Erkrankung zurückgreifen. Da ist nach wie vor die altbewährte

Röntgenuntersuchung, die eigentlich die Basis

der Untersuchungsabläufe darstellt. In wenigen Fällen

werden sogenannte moderne Schnittbildverfahren wie

Computertomographie oder Kernspintomographie zur

Diagnostik hinzugezogen. In 95% der Fälle lässt sich die

Arthrose und vor allem auch ihr Schweregrad anhand

des altbewährten Röntgenbildes sicher feststellen und

diagnostizieren.

Selbstverständlich wird man bei diagnostizierter Arthrosekrankheit

nicht sofort an operative Maßnahmen

denken, sondern erst einmal alle Möglichkeiten einer

nicht operativen – sprich: konservativen Behandlung –

ausschöpfen.

Die medikamentöse Behandlung

Gesundheit im Blickpunkt Ausgabe 05 | April 2009

Ein wesentlicher Bestandteil der nicht operativen Behandlung

ist eine symptomorientierte medikamentöse

Behandlung zur Linderung des Schmerzes und der Entzündungsaktivität.

Die Physiotherapie

Ein ausgezeichnetes Instrument zur Schmerzlinderung,

zur Funktionserhaltung und -wiederherstellung stellt die

Physiotherapie dar. Wärme und Kälte sowie krankengymnastische

Übungen lassen sich vom Krankengymnasten

sehr positiv einsetzen. Einen ausführlichen Bericht

zum Thema „Physiotherapie bei Arthrose“ finden Sie im

Anschluss an diesen Bericht auf Seite 10 und 11).

Sonstige Hilfsmittel

Letztendlich gibt es heute auch eine Reihe effektiver

Hilfsmittel, um dem arthrosegeplagten Patienten Hilfestellung

zu geben. Das sind beispielsweise entlastende

Gelenkbandagen, Stützapparate und Gehhilfen. Sie sollen

vermeiden, dass die Operation nicht all zu schnell zur

einzig verbleibenden Therapiemöglichkeit wird.

Gelenkerhaltende Operationen

Weniger bekannt und hinsichtlich der Ergebnisse schwieriger

zu beurteilen sind gelenkerhaltende Operationen.

Gemeint sind damit gelenknahe Umstellungen des Knochens

(Osteotomien), Maßnahmen am Gelenkknorpel, das

Entfernen von die Gelenkmechanik störenden, durch Verschleißprozesse

entstandenen Teilchen im Gelenk (Gelenkdebridement)

und Resektionsplastiken (Entfernung von

Gelenksanteilen und Neugestaltung).

Der künstliche Gelenkersatz

(Endoprothese)

Wenn durch die konservativen Möglichkeiten keine

befriedigende Linderung mehr zu erreichen ist, d.h. dass

der Patient sich in seiner Lebensqualität – dies halte ich

persönlich für den entscheidenden Faktor – und in seiner

Lebensführung zu stark beeinträchtigt fühlt, dann ist der

Zeitpunkt gekommen, wo man über operative Maßnahmen,

sprich den Gelenkersatz, nachdenken sollte und

muss.

Es hat sich mittlerweile in der Öffentlichkeit herumgesprochen,

dass das Ersetzen eines Hüft- oder Kniegelenkes

nahezu zum täglichen Repertoire einer jeden

größeren Klinik gehört. Heute lassen sich aber auch

andere große Gelenke, wie z.B. das Schultergelenk, das

Ellenbogengelenk oder das obere Sprunggelenk am

Rückfuß unproblematisch durch künstliche Gelenke

ersetzen.

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Techniken.

Seit etwa 30 – 35 Jahren hat sich in Europa und damit

auch in Deutschland der totale Gelenkersatz etabliert. Das

bedeutet, dass die erkrankten Anteile eines Gelenkes

komplett entfernt und durch künstliche Teile ersetzt werden.

In den letzten Jahren und insbesondere unter dem

Aspekt, dass auch jüngere Menschen an Arthrose erkranken

und operiert werden müssen, hat sich der sogenannte

Oberflächenersatz etabliert. Das bedeutet, dass die

erkrankten Teile nicht einfach komplett entfernt, sondern

im Prinzip wiederaufbereitet werden, in dem man

die erkrankten Oberflächen abschleift und dann durch

künstliche Kappen oder Prothesen ersetzt, ähnlich wie

man das bereits aus der zahnmedizinischen Behandlung

kennt, wo kranke Zähne durch Kronen behandelt werden.


REPORT 08 | 09

Dr. Plawetzki überzeugt sich von der Funktionstüchtigkeit des

neuen Schultergelenkes

Birgt eine Operation Risiken für den Patienten?

Selbstverständlich ist das Einsetzen eines künstlichen

Gelenkes heute Routine und Tagesgeschäft, für den einzelnen

Patienten aber immer noch ein relativ großer

Eingriff.

Glücklicherweise hat sich durch die Etablierung neuer

Operationsmethoden und neuer Standards einerseits die

OP-Zeit drastisch verringert. Andererseits konnten die

wesentlichen Risiken wie Blutverlust, Thromboserisiko

oder das Risiko von Embolien auf einen äußerst geringen

Prozentsatz gesenkt werden. Operationsrisiken stellen

heute Infektionen dar. Die Infektion des betroffenen

Gelenkes ist für den Patienten ein sehr schlimmes und

gravierendes Ereignis. Glücklicherweise liegt dieser Prozentsatz

in Deutschland nur bei etwa 1% und lässt sich

auch in den meisten Fällen durch nochmalige Operationen

wieder ausbehandeln.

Was müssen Patienten mit

Gelenkersatz beachten?

Da erfreulicherweise die meisten Patienten ihr künstliches

Gelenk gar nicht bemerken und in ihren früheren

Lebensrhythmus zurückkehren, besteht durchaus die Gefahr,

dass man einer Prothese zuviel zumutet. Dazu gehört

das Übergewicht – zurzeit ein generelles Problem

in unserer Gesellschaft. Man sollte also nach Erhalt einer

Endoprothese peinlichst darauf achten, dass man sein

Gewicht möglichst hält, da durch das Übergewicht eine

Prothese zu schnell verschleißen oder in ihrem knöchernen

Bett locker werden kann und dann ein Austausch

notwendig wird. Mann sollte auch übermäßige sportliche

Belastung vermeiden, wo hingegen eine normale sportliche

Betätigung wie Schwimmen, Radfahren oder Walking

absolut zu empfehlen ist und eher der Haltbarkeit

der Prothese dient.

Prothesen haben natürlich keine unendliche Lebenserwartung.

Selbst wenn sie heute passgenau und in manchen

Fällen auch durch „Klebstoff“, sprich: Knochenzement“,

befestigt werden, wird der Knochen um die

Prothese im Verlauf von 12 bis etwa 15 Jahren weicher,

so dass sich die Endoprothese lockern kann und dann

erneut Schmerzen auftreten. Wir rechnen heute als

Standzeit z.B. für eine künstliche Hüftprothese mit

18 – 20 Jahren, für eine künstliche Knieprothese etwa

mit 15 Jahren. Dann ist auf Grund der neu auftretenden

Beschwerden erneutes operatives Handeln gefordert.

Wie sieht die Zukunft im Bereich der

Arthrosebehandlung aus?

In den zurückliegenden Jahren hat die Endoprothetik

enorme Fortschritte gemacht, sodass mittlerweile auf

ein sehr gutes und bewährtes Repertoire von Prothesen

zurückgegriffen werden kann, mit denen wir fast alle

Patienten optimal behandeln können. Zukünftig wird

Neue Lebenslust nach erfolgreichem Implantat des Kniegelenksersatzes

Gesundheit im Blickpunkt Ausgabe 05 | April 2009

Bewegung – allerdings in Maßen – tut Geist und Gelenken gut

man allerdings gezielt darauf hinarbeiten, gänzlich auf

Kunstgelenke verzichten zu können, in dem man in

einem frühen Stadium damit beginnt, den erkrankten

Knorpel zu behandeln, also nicht wartet, bis der Knorpel

völlig zerstört ist. Neue Medikamente, die in der Lage

sind, die Knorpelsituation zu stabilisieren, werden von

hiesigen Orthopäden bereits routinemäßig eingesetzt. Zurzeit

werden Substanzen erforscht, mit denen man über

längere Zeit eine Stabilisierung des erkrankten Knorpels

herbeiführen kann. In einem großen Forschungsfeld, neudeutsch

„Tissue – Engineering“, werden Möglichkeiten

gesucht, erkrankten Knorpel durch neuen Knorpel zu ersetzen.

Im Bereich der Knorpeltransplantation gibt es

vielversprechende Ansätze, die bisher allerdings nur an

wenigen, ausgewählten Patienten erprobt werden konnten.

In zwei oder drei Jahrzehnten wird es sicherlich die Möglichkeit

geben, erkrankten Knorpel so effektiv zu ersetzen

oder wiederherzustellen, dass die Notwendigkeit eines

künstlichen Gelenkes nicht mehr besteht.

Lebensqualität und Arthrose: Passt das

zusammen?

Eine Arthrose kann, wie vor beschrieben, zwar nicht geheilt

werden. Sie kann jedoch behandelt, gelindert und

in ihrem Verlauf herausgezögert werden. Durch Selbsthilfe

können weitere Schäden vermieden oder verzögert

werden. Allerdings ist die Annahme der Krankheit als

Teil des künftigen Lebens wesentliche Voraussetzung für

eine Minimierung der Beschwerden und eine Verbesserung

der Lebensqualität.

Fünf Tipps zur Vorbeugung einer Arthrose

01 Übergewicht abbauen!

02 Regelmäßig bewegen!

(empfehlenswert sind rhythmische Bewegungen bei

Schwimmen, Radfahren, fl ottes Gehen, Skilanglauf)

03 Kälte und Nässe meiden!

04 Auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten!

05 Weitgehend auf Genussmittel verzichten!

Die Klinik für Unfallchirurgie am

Klinikum Idar-Oberstein…

verfügt zurzeit über 40 Betten. Pro Jahr werden ca. 2.000

Operationen durchgeführt. Hiervon entfallen etwa 1.000

Operationen auf rein unfallchirurgische Operationen,

1.000 Operationen werden auf dem orthopädischen

Sektor durchgeführt. Chefarzt ist Dr. Stephan Plawetzki.

Leistungspektrum

operative Versorgung von Frakturen der Extremitäten

und des Beckens nach den Richtlinien der Arbeitsge-

meinschaft für Osteosynthesefragen inkl. aller moder-

nen intramedullären Verfahren und winkelstabiler

Implantate

Behandlung von polytraumatisierten Patienten,

Kindertraumatologie

Arthroskopische Operationen des Knie-, Schulter-,

Ellenbogen, Hand- und Sprunggelenkes

Endoprothetik des Hüft-, Knie- und Schultergelenkes

inkl. Prothesenwechsel

Computernavigation (Navitrack)

Schulterchirurgie

Rekonstruktive Chirurgie, z.B. Korrekturosteotomie,

Knochentransplantation

Arthro- und Weichteilsonographie

Versorgung von Frakturen der Wirbelsäule

Ambulanzsprechstunden

Mo - Fr: 8.00 - 10.00 Uhr BG-Sprechstunde

Mo + Do: 11.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 15.00 Uhr

Indikationssprechstunde zur OP

Di + Mi: 14.00 - 16.00 Uhr Privatsprechstunde

Fr: keine Sprechstunde,

Termine nur nach

Vereinbarung

Kontakt und Information:

Klinik für Unfallchirurgie

Chefarzt Dr. med. Stephan Plawetzki

Telefon +49(0) 6781/66-1510

Telefax +49(0) 6781/66-1516

unf.chirurgie@io.shg-kliniken.de


REPORT 10 | 11

Physiotherapie – wirkungsvolles

Hilfsmittel bei der Behandlung

der Arthrose

Es ist leider noch zu wenig bekannt, dass die Physiotherapie

ein ausgezeichnetes Mittel zur Schmerzreduzierung,

zur Funktionserhaltung und -wiederherstellung bei

Arthrose darstellt. Die körperliche Bewegung im Allgemeinen

und die regelmäßige, gezielt durchgeführte Bewegung

des erkrankten Gelenks haben diese Wirkungen.

Bewegungsprogramme, richtig ausgewählt und dosiert,

lassen sich sehr effektiv, kostengünstig und praktisch

nebenwirkungsfrei einsetzen. Sie sollten unter physiotherapeutischer

Anleitung eingeübt und in Abständen

überprüft, vor allem aber regelmäßig selbst praktiziert

werden. Darüber hinaus ist die gezielte Anwendung von

detonisierenden Massagen, Wärme- und Kältereizen,

Wasser, elektrischem Strom und Ultraschall unverzichtbar

für die konservative Arthrosetherapie.

Es wäre kurzsichtig, die bedarfsgerechte Honorierung

physiotherapeutischer Leistungen in Frage zu stellen.

Kontakt und Information:

Physikalische Therapie

Michael Dreher, Physio- und Manualtherapeut

Telefon +49(0) 6781/66-1660

Telefax +49(0) 6781/66-1940

physikalische-therapie@io.shg-kliniken.de

Gesundheit im Blickpunkt Ausgabe 05 | April 2009

Maßnahme der Physikalischen Therapie Wirkungsweise

Kältetherapie länger andauernde Kälteapplikation senkt die intraartikuläre Temperatur

und erhöht die Schmerzschwelle,

Eismassagen an speziellen Punkten bewirken eine refl ektorische Schmerzminderung

und Funktionsverbesserung

Wärmetherapie senkt bei kurzer Anwendungsdauer die intraartikuläre Temperatur und

erhöht die Schmerzschwelle,

lange Anwendungsdauer erhöht die Temperatur des Gelenks und der

umgebenden Weichteile, Dehnung und Mobilisation wird erleichtert

Ultraschall wirkt gewebserwärmend,

„Massageeffekt“ durch Mikropulsation,

in Verbindung mit Eismassagen große schmerzlindernde Wirkung,

kann mit medikamentenhaltigem Gel kombiniert werden um die Ein-

wirkungstiefe des Wirkstoffs (schmerzlindernd, entzündungshemmend) zu

vergrößern

Elektrotherapie galvanischer Strom wirkt durchblutungsfördernd und schmerzlindernd,

kann mit medikamentenhaltigem Gel appliziert werden (Iontophorese),

niederfrequente Ströme (diadynamische Ströme oder als TENS (transkutane

elektrische Nervenstimulation) lindern akuten und chronischen

Schmerz,

mittelfrequente Ströme wirken ähnlich,

Hochfrequenzströme in Form der Kurzwellendurchfl utung bewirken eine

sehr tiefgehende Wärmeentwicklung

Massagen hypertone (verspannte) Muskulatur wird entspannt,

bindegewebige Strukturen werden aufgelockert,

Lymphdrainage als besondere Form der Massage hat die gleiche Wirkung

durch Entstauung,

Tonus der Muskulatur, des Gewebes wird herabgesetzt, die Mobilisation

von Gelenken wird erleichtert

Hydro-/Balneotherapie Wärme des Wassers wirkt schmerzlindernd,

Auftriebskraft erleichtert Bewegungen,

Widerstand des Wassers ermöglicht ein gelenkschonendes Trainieren der

Muskulatur

intermittierende Extensionen „Traktionen“ aus der Manuellen Therapie = Entfernen der Gelenkpartner

voneinander,

bewirkt eine Druckminderung im Gelenk und dadurch eine Schmerzminderung

bei entzündlichen oder degenerativen Veränderungen der

Gelenkfl ächen

Dehnungen tonussenkende Wirkung,

regelmäßig durchgeführt entsteht tatsächlich eine Muskelverlängerung

durch Zunahme der kleinsten kontraktilen Elemente des Muskels

Das Gelenk (lat.: arthron) wird als funktionelle Einheit

(Sarkomere)

gesehen, bestehend aus:

gezielte Mobilisierung eines Gelenks translatorisches Gleiten (siehe folgende Seite)

mit speziellen Techniken (z.B. Manu-

2 2 knöchernen Gelenkpartnern (einer konkav, einer

elle Therapie)

konvex)

Gelenkfl Gelenkfl üssgkeit


REPORT 12 | 13

Testen und Verbessern der Beweglichkeit

eines Gelenkes nach den Gesichtspunkten

der Manuellen Therapie

Das Gelenk (lat.: arthron) wird als funktionelle Einheit

gesehen, bestehend aus:

2 knöchernen Gelenkpartnern (einer konkav, einer

konvex)

Gelenkfl üssigkeit

Gelenkkapsel

Gelenkhöhle

Gefäß- und neuraler Versorgung

Nur durch die Funktion des Rollgleitens werden sowohl Distraktionen/

Luxationen wie auch traumatisierende Kompressionen im Bereich der

Gelenkkontaktfl äche vermieden.

Gelenk mit Rollgleiten

Alle Bewegungen eines Gelenkes bestehen aus den beiden

Komponenten Rollen und Gleiten. Beim Rollen z.B.

eines Rades auf einer Unterlage nehmen immer andere

Punkte der gekrümmten rollenden Fläche mit jeweils

anderen Punkten der gegenüberliegenden Fläche, auf der

die Rollbewegung stattfi ndet, Kontakt auf. Der Mittelpunkt

des Rades, d.h. die Achse des beweglichen Körpers,

verlagert sich dabei von ihrem Ausgangspunkt in

Richtung der Rollbewegung (Weggewinn der Achse).

Beim Gleiten kommt ein und derselbe Punkt der gleitenden

Fläche mit immer neuen Punkten der gegenüberliegenden

Fläche in Berührung. Auch hierbei wandert der

Mittelpunkt des bewegten Körpers in Richtung der

Gleitbewegung (Weggewinn der Achse).

Gleichmäßiger Abstand und Haftung beim Rollgleiten vermeidet Kompression

im Gelenk

Ungleichmäßiger Abstand und Haftung im Gelenk bei Rollen ohne

Gleiten führt zu Kompression im Gelenk

Gleichmäßiger Abstand und Haftung beim passiven translatorischen

(geradlinigen) Gleiten, dem spezifi schen Bewegungstest in der Manuellen

Medizin

Dehnungsstufen der Gelenkkapsel bei translatorischen Gelenkbewegungen

Gesundheit im Blickpunkt Ausgabe 05 | April 2009

Von diesem gelenkspezifi schen Rollgleiten muss das diagnostisch

und therapeutisch genutzte geradlinige translatorische

Gleiten unterschieden werden. Translatorische

Gleitbewegungen sind im Gegensatz zum angulären Rollgleiten

kleine geradlinige Parallelverschiebungen des bewegten

Gelenkpartners gegen den fi xierten anderen Gelenkpartner

in der Gelenkkontaktebene entlang einer der

möglichen Achsen, soweit das die Krümmung der Gelenkfl

äche und das Weite der Gelenkkapsel aus der jeweiligen

Stellung des bewegten Gelenkpartners heraus erlauben.

Dieses translatorische Gleiten ist die fundamentale Teilfunktion

eines Gelenkes. Selbst bei stark eingeschränkter

Gelenkbeweglichkeit ist zwischen den verbliebenen Bewegungsgrenzen

immer noch ein translatorisches Gleiten

möglich, wenn auch meist in verminderten Umfang. Bei

allen Störungen der Gelenkfunktion, sei es durch verkürzte

Muskulatur, eine Schrumpfung der Gelenkkapsel

oder durch Schädigungen des Knorpels ist die Wiederherstellung

der translatorischen Gleitbewegung im Gelenk

und damit des angulären Rollgleitens zur Normalisierung

Darstellung eines Physiotherapeutischen Gesamtkonzeptes

der Gelenkfunktion die Therapie der Wahl. Das geschieht

durch:

01 Lösen der Gelenkfl ächen (Traktion)

02 Straffen der Gelenkkapsel

03 Dehnen der geschrumpften Anteile des Kapselband-

apparates des bewegungsgestörten Gelenkes

Ausgangspunkt ist dabei der Endpunkt der aktiven

Beweglichkeit.

Bei einer Arthrose hängt die Indikation für den Einsatz

des jeweiligen Therapiemittels in erster Linie von der

Krankheitsphase, dem oder den betroffenen Gelenken

und den vom Patienten als besonders störend empfundenen

Begleiterscheinungen ab. Zur bestmöglichen Erfolgssicherung

gehört auch die Überlegung, ob und ggf.

welche Kombination mit anderen physiotherapeutischen

Mitteln, Medikamenten oder gar operativen Maßnahmen

sinnvoll ist.

Wichtiger als die Aufl istung dessen, was einzelne physiotherapeutische Methoden leisten können, ist die Aufstellung

eines Gesamtkonzepts unter Einbeziehung aller krankengymnastischen und physikalischen Möglichkeiten. Nur so

lässt sich eine dem Einzelfall angepasste sinnvolle Therapie unter den Aspekten der Nützlichkeit und Wirtschaftlichkeit

planen.

Stadium der Arthrose Charakteristika Physiotherapeutische Maßnahmen

Akute Phase schmerzhaft-entzündliche Symptome Schonung und Entlastung, Kryotherapie,

= aktivierte Arthrose intermittierende kurzdauernde Extensionen,

translatorische Bewegungen zur Beweglichkeitserhaltung,

Behandlung des begleitenden muskulären

Hypertonus mit gelenkfernen Wärme- und

Massageanwendungen,

Elektrotherapie und Ultraschall zur Ergänzung

Remissionsphase geringere Schmerzen, jedoch vermehrt mobilisierende u. muskelkräftigende Bewegungsausgeprägte

Gelenksteife, Kontraktur therapie,

aber auch ausgeprägte Instabilität Übungsbehandlungen im Bewegungsbad,

Elektrotherapie und Ultraschall bei stärkeren

Schmerzproblemen,

evtl. Anleitung/Schulung in der Benutzung von

orthopädischen Hilfsmitteln

Dekompensation Indikation zur OP Verhaltensschulung entsprechend der gewählten

OP-Maßnahme (Gehschule präoperativ mit

Hilfsmittel, Aktivitäten des täglichen Lebens

(hinsetzen/-legen, aufstehen...)


LOGBUCH 14 | 15

Klinikum Idar-Oberstein

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Brustkrebs früh erkennen –

Lebensqualität erhalten

Diagnostische Angebote der Klinik

für Gynäkologie und Geburtshilfe

am Klinikum Idar-Oberstein

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser und in den folgenden Ausgaben von Gesundheit

im Blickpunkt informieren wie Sie über die Angebote der

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Idar-

Oberstein. Im Fokus der ersten Ausgabe des Jahres 2009 stehen

zwei Methoden der Diagnostik bei Brustkrebserkrankung,

auch Mammakarzinom genannt.

Das Mammakarzinom ist die häufi gste bösartige Erkrankung

der Frau. Mehr als jede zehnte Frau erkrankt im Laufe

ihres Lebens an Brustkrebs. In sehr seltenen Fällen kann er

auch bei Männern auftreten. Um so wichtiger ist es, den

Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen und Therapien

einzuleiten.

Ultraschall gesteuerte Hochgeschwindigkeits-Biopsie

(Jet-Biopsie) im Rahmen der Diagnostik der Brustdrüse

Die Ultraschalluntersuchung der Brust hat in der letzten

Zeit eine dynamische Entwicklung vollzogen und ist durch

die moderne Gerätetechnologie zu einer eigenen bildgebenden

Untersuchungsmethode geworden. Im Klinikum

Idar-Oberstein steht hierfür seit kurzem ein Ultraschallgerät

der neuesten Generation zur Verfügung. Durch diese

modernste Gerätetechnologie kann zum Einen mittels Ultraschall

eine frühe Unterscheidung zwischen Zysten, soliden

Herden und Karzinomen getroffen werden und mit der

hochaufl ösenden Sonographie sowie der 3D-Technologie

bereits wenige Millimeter große Befunde diagnostiziert

werden. Zum Anderen besteht sonographisch die Möglichkeit,

kleinste Blutgefäße farbkodiert darzustellen und Blutfl

u s s m e s s u n g e n ( D o p p l e rd i a g n o s t i k ) i n v e rd ä c h t i g e n B e f u n -

den durchzuführen.

Stellt der Arzt einen auffälligen sonographischen Befund

fest, besteht die Möglichkeit einer minimal-invasiven

Abklärung auch kleinster Befunde durch Punktion und/oder

Stanzbiopsie.

Gesundheit im Blickpunkt

Durchführung einer Jet-Biopsie

Die Stanzbiopsie steht an erster Stelle zur Gewinnung eines

Gewebeteiles zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie)

durch einen Spezialisten (Pathologen). Dabei wird eine

sogenannte Jet-Stanze unter hoher Geschwindigkeit in den

Tumor eingeführt und das auffällige Gewebe zylinderartig

herausgeholt. Es werden mehrere kleine Gewebezylinder

entnommen. Durch eine zuvor durchgeführte örtliche Betäubung

ist eine Jet-Biopsie nahezu schmerzfrei. Nimmt

eine Patientin gerinnungshemmende Medikamente ein,

sollten diese möglichst vorher abgesetzt werden, um einem

Bluterguss vorzubeugen.

Die Gewebegewinnung mittels Ultraschall gesteuerter

Jetbiopsie ermöglicht auch die Bestimmung tumorbiologischer

Faktoren, z.B. Rezeptoren, in diesem Gewebe. Dies ist

für die spätere Therapieplanung von wesentlicher Bedeutung.

Mit dieser Untersuchungsmethode kann schon im

Vorfeld einer Operation zwischen einer gutartigen oder

bösartigen Erkrankung unterschieden werden. Nach der Diagnosesicherung

kann, je nach Befund, auf eine weitergehende

Operation verzichtet oder eine exakte Operationsplanung

durchgeführt werden.


Hochgeschwindigkeitsstanze mit zwei entnommenen Gewebezylindern

Hiervon abzugrenzen ist die Ultraschall gesteuerte Punktion

von Zysten. Gegenüber der Jet-Biopsie stehen hier weniger

Zellen bzw. Zellverbände zur Diagnostik zur Verfügung. Sie

ist jedoch bei Zysten die Methode der Wahl. Bei Auffälligkeiten

schließt der behandelnde Arzt weitere diagnostische

Verfahren an.

Durch die präoperative Diagnostik und der dadurch

möglichen individuellen Therapieplanung können der erkrankten

Frau oft zusätzliche Operationen erspart und

gleichzeitig gute kosmetische Resultate erzielt werden.

Das Wächterlymphknotenverfahren (Sentinel-Lymphkno-

ten) – eine schonende Diagnostik- und Operationsmethode

bei Brustkrebs!

Zu den mit einer Brustkrebs-Operation verbundenen Ängsten

gehört die Furcht vor Komplikationen und bleibenden

Folgen der Entfernung der Lymphdrüsen im Achselbereich.

Das „Wächterlymphknoten-Verfahren“ macht diese Angst

unbegründet.

Lymphknoten sind „Filter", die aus den Lymphbahnen

alles abfangen, was darin nichts zu suchen hat: Gifte, Erreger,

Zellfragmente, gegebenenfalls auch Brustkrebszellen,

die mit der Lymphe ausgewandert sind.

Als Wächterlymphknoten wird der Lymphknoten bezeichnet,

zu dem die Lymphe eines bösartigen Tumorgebietes

als erstes fl ießt. Durch Verschleppung von Tumorzellverbänden

im Lymphfl uss ist dieser Lymphknoten im Falle einer

Tumorabsiedlung (Metastasierung) in der Regel als erster

mit Tumorzellen befallen. Erst danach erreicht die Lymphe

weitere Lymphknoten im Gebiet der Achselhöhle. Dieser

Lymphknoten „wacht“ also über die anderen Lymphknoten.

Dem Wächterlymphknoten kommt daher sowohl in der Diagnostik

als auch in der Therapie eine besondere Bedeutung zu.

Nach präoperativer Sicherung eines bösartigen Tumors

wird im Rahmen einer Lymphabstromszintigraphie mittels

einer geringen Dosis schwach radioaktiven Materials der

Ausgabe 05 | April 2009

Grafi sche

Darstellung eines

Wächterlymphknotens

Wächterlymphknoten mit „Nebenwächter“, entsprechend der Bildvorgabe des

Nuklearmediziners

Tumor oder die Brustwarze umspritzt. Dieses Mittel verbreitet

sich über die Lymphabfl usswege direkt zum Wächterlymphknoten

hin und reichert sich darin ein. Durch modernste

Messmethoden wird der Lymphknoten unter Zuhilfenahme

einer Sonde dargestellt, dokumentiert und auf der

Haut der Patientin aufgezeichnet.

Intraoperativ kann der erfahrene Operateur den Lymphknoten

zügig mit einer Gammasonde aufsuchen und entfernen.

Die Auffi ndbarkeit des Sentinel-Lymphknoten wird

durch eine intraoperative Kombination mit Patentblau verbessert.

Eine dann sofort durchgeführte feingewebliche

Spezialuntersuchung (Schnellschnittdiagnostik) klärt, ob

der Wächterlymphknoten bösartige Zellen beinhaltet.

Vorteil des Wächterlymphknoten-Verfahrens

Meistens weist die Schnellschnittdiagnostik keine bösartigen

Zellen nach, so dass auf eine weitergehende Operation

in der Axelhöhle und damit auf die Entfernung weiterer

Lymphknoten (Axilladisektion) verzichtet werden kann. Dies

ist für die Patientin von großem Vorteil, da Lymphabfl ussstörungen

weitestgehend vermieden werden können. Die

nach Entfernung von Lymphknoten aus der Axelhöhle resultierenden

Abfl ussstörungen des Gewebewassers (Lymphe)

mit anschließenden Armverdickungen sind so heute

eine Seltenheit geworden. Die Betroffenen sind nach der

Operation schneller wieder fi t und können bald wieder

Sport treiben.

In Ausgabe 06 von Gesundheit im Blickpunkt informieren

wir Sie über die 3-D-/4-D-Sonographie in der Geburtshilfe

und Pränataldiagnostik. Sie ermöglicht eine exakte

Fehlbildungsdiagnostik sowie auf Wunsch

der Schwangeren die

Darstellung kindlicher

Bewegungen

und Aufzeichnungen

in Bildform/CD/DVD.

Kontakt und Information:

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Telefon +49(0) 6781/66-1550

Telefax +49(0) 6781/66-1553

gynaekologie@io.shg-kliniken.de


LOGBUCH 16 | 17

Klinik für Knochenmarktransplantation und Hämatologie/Onkologie

Fortschritte bei der Behandlung des Multiplen Myeloms

Fortbildungsveranstaltung im Klinikum Idar-Oberstein

„Große Fortschritte: Die Therapie des Multiplen Myeloms

hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt grundlegend geändert

und zu einer deutlichen Verlängerung des Gesamtüberlebens,

aber auch der Lebensqualität geführt“. Das war

das Fazit von Professor Dr. Dr. Fauser, Ärztlicher Direktor der

KMT-Klinik, über die Fortbildungsveranstaltung zum Multiplen

Myelom am 28.01.2009 im Hörsaal des Klinikums Idar-

Oberstein. Mehr als 40 Teilnehmer waren der Einladung zu

der Veranstaltung gefolgt. Die beiden Referenten der Fachvorträge

waren Professor Goldschmidt, Leiter der Sektion

„Multiples Myelom“ am Universitätsklinikum Heidelberg

und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)

sowie Professor Geiger vom Universitätsklinikum Frankfurt,

Abteilung Nephrologie. In seiner Einführung thematisierte

Professor Fauser allgemeine Grundlagen zum Multiplen Myelom,

d.h. bisherige Therapieformen und ihre Erfolgsraten

sowie die Behandlung von myelomassoziierten Komplikationen.

Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung von Zellen

des blutbildenden Systems im Knochenmark. Ursächlich

ist ein unkontrolliertes Wachstum von bösartigen Plasmazellen

(„Myelomzellen“, einer entarteten Form bestimmter

weißer Blutkörperchen). Die Häufi gkeit des Multiplen Myeloms

beträgt in Deutschland 3-4/100.000 und ist damit die

zweithäufi gste Blutkrebserkrankung. Die Häufi gkeit dieser

Erkrankung nimmt mit dem Alter deutlich zu.

Professor Goldschmidt ging in seinem Vortrag auf neueste

Ergebnisse von klinischen Studien zu verschiedenen

Chemotherapieprotokollen ein, die z.T. erst im Dezember

2008 auf dem weltweit größten Kongress (ASH) für hämatologische

Erkrankungen in den USA präsentiert wurden.

Durch die neuen Substanzen Thalidomid, Lenalidomid und

Bortezomib können in Kombination mit Kortikosteroiden

oder anderen Zytostatika exzellente Ansprechraten von

80-90% in der Primärtherapie des Multiplen Myeloms erreicht

werden. Die neuen Substanzen kommen auch bei rezidivierten

Patienten (d.h. Patienten mit erneutem Auftreten

der Erkrankung) erfolgreich zum Einsatz.

Als wesentliches konsolidierendes Therapieelement gilt

die autologe Stammzelltransplantation, bei welchem Pa-

tienten körpereigene Blutstammzellen nach einer Hochdosischemotherapie

erhalten. Eine solche Stammzelltrans-

Gesundheit im Blickpunkt

plantation ist nicht nur für jüngere Patienten sinnvoll,

sondern kann heutzutage sogar für Patienten bis 70 Jahre

mit normaler Organfunktion zum Einsatz kommen. Die Vorteile

dieser Behandlung sind die häufi g lang anhaltende

Remission nach Beendigung der Therapie. Ungeklärt ist

noch die Frage nach der idealen Reihenfolge, dem Zeitpunkt

und der Art der Kombination der immer zahlreicher werdenden

wirksamen Therapiemodule. Die neuen Therapiemodule

wurden immer gegen ältere Therapieschemata geprüft,

aber bisher nicht oder kaum gegeneinander. Hierzu

laufen noch weitere Studien.

Zum zweiten Themenschwerpunkt der Veranstaltung referierte

Professor Geiger auf enthusiastische Art und Weise

über Grundlagen zur Entstehung sowie diagnostische und

therapeutische Ansätze zu einer der wichtigsten krankheitsbasierten

Komplikationen des Multiplen Myeloms, der Niereninsuffi

zienz bzw. dem akuten Nierenversagen. Durch die

erschwerte Ausscheidung der sogenannten Paraproteine

wird die Arbeitsleistung der Nieren vermindert, was

schlimmstenfalls zum totalen Nierenversagen führen kann.

Symptome einer „Myelomniere“ frühzeitig zu erkennen und

in einen Zusammenhang mit der möglichen Blutkrebserkrankung

zu stellen, bevor diese selbst diagnostiziert wird,

ist sehr wichtig, vor allem für niedergelassene Ärzte. Dadurch

können frühzeitig adäquate Gegenmaßnahmen zur

Vermeidung schwerwiegender Nierenkomplikationen eingeleitet

werden, und zwar in interdisziplinärer Zusammenarbeit

mit dem Hämatologen und dem Nephrologen.

Für die Patienten aus unserer Region können am Standort

Idar-Oberstein sowohl die neuartigen Therapiemodule

als auch autologe Stammzelltransplantationen sowie Prophylaxe

und Behandlung von Nieren- und sonstigen krankheitsbedingten

Komplikationen in vollem Umfang angeboten

werden.

Kontakt und Information:

Klinik für Knochenmarktransplantation und

Hämatologie/Onkologie GmbH

Prof. Dr. Dr. A. A. Fauser

Telefon +49(0) 6781/66-1590

Telefax +49(0) 6781/66-1584

E-Mail: office@bmt-center-io.com

Klinikum Idar-Oberstein

Wer andere stark macht, wird selber stark

Qualitätszirkel zur Verbesserung der kinderärztlichen Versorgung

Schon länger gibt es im kinderärztlichen Bereich den

Wunsch nach einer gemeinsamen Fortbildung von niedergelassenen

Kinderärzten der Region und Kinderärzten im

Klinikum Idar-Oberstein.

2008 wurde dieses Projekt als Qualitätszirkel Pädiatrie

Idar-Oberstein unter Federführung der Sektion Pädiatrie

der Klinik für KMT und Hämatologie/Onkologie konkretisiert

und im November gegründet; er wird als ärztliche

Fortbildungsveranstaltung anerkannt (3 Punkte). Die erste

thematische Veranstaltung am 21. Januar 2009 behandelte

institutionsübergreifend Diagnostik und Therapie des Minderwuchses.

Im Treffen am 25. März 2009 ging es um das

Thema „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen: Standardtherapie

– neue Behandlungsansätze – Psychologische Aspekte“.

Alle Kinderärzte der Region haben mit diesem Qualitätszirkel

ein Forum geschaffen, um den bereits gut entwickelten

Stand kinderärztlicher Versorgung weiter zu verbessern.

„Jede Praxis bietet die Pädiatrie in ihrer ganzen Vielfalt

an und hat durch die Persönlichkeit ihres Kinderarztes in

Spezialbereichen ein weit über dem Durchschnitt liegendes

Ausgabe 05 | April 2009

Angebot“, so Priv.-Doz. Dr. Wenzel Nürnberger, Moderator

des neuen Qualitätszirkels, „aber die zukünftig erwünschte

Sicherheit erreichen wir nur durch Zusammenarbeit, Austausch

und Respekt“. Diese Haltung symbolisiert eine der

Maximen des Klinikleitbildes, in dem es heißt:

Wer andere stark macht, wird selber stark.

Die große Teilnehmerzahl und die intensiven Gespräche

während und nach der Veranstaltung zeigen deutlich,

dass die niedergelassenen Kinderärzte dieses Konzept akzeptieren

und hoch schätzen.

Das nächste Treffen fi ndet am 13. Mai 2009 statt. Thema:

Asthma/Allergie.

Der Qualitätszirkel steht neben den Kinderärzten ausdrücklich

offen für speziell am Thema Interessierte, für Studenten

im Praktischen Jahr und für Assistenzärzte in der

Weiterbildung zum Kinderarzt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter der

Telefonnummer +49(0)6781/66-1503.


LOGBUCH 18 | 19

Klinikum Idar-Oberstein

4. ökumenischer Gedenkgottesdienst

des Gesprächs-

kreises Trauernder Eltern

Mehr als 100 Menschen nahmen am 4. ökumenisch ausgerichtetem

Gedenkgottesdienst für alle verstorbenen

Kinder unserer Region teil. Ein großer Regenbogen bildete

die Mitte dieses Gottesdienstes, der vom Gesprächskreis

Tränendes Herz und den Krankenhausseelsorgern Sabine

Heiter-Grates und Professor Ddr. Denis Donetzkoff gestaltet

wurde. Der schreckliche Verlust und die Trauer darüber

wurden in persönlich an ihre verstorbenen Kinder geschriebenen

Briefen im Gottesdienst beispielhaft für alle

Anwesenden von zwei Frauen vorgelesen. Mit diesem

Schicksal nicht allein zu sein, konnte für einige Eltern

schon eine Art Trost sein. Noch wichtiger war den Eltern

jedoch, dass diese Kinder nie vergessen sein werden: So

wurden von den Eltern, z.T. auch den Geschwistern und

Großeltern der verstorbenen Kinder, Sternenkerzen angezündet

und unter dem Regenbogen, der symbolisch Erde

und Himmel verband, aufgestellt. Jede Kerze trug den

Namen des Kindes, das nicht vergessen sein wird. Selbst

die vielen älteren Menschen, die vor langer Zeit von ihrem

Kind Abschied nehmen mussten, kamen zu diesem Gottesdienst,

weil sie hier einen Platz für ihre Trauer finden.

Wer wollte, konnte beim anschließenden Beisammensein

auch Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen.

Der nächste Termin der Gruppe wird die Urnenbeisetzung

der nichtbestattungspflichtigen Kinder sein, die am

Freitag, den 20. November 2009, am Berliner Engel auf

dem Friedhof Almerich stattfindet.

Gesundheit im Blickpunkt

Klinikum Idar-Oberstein

2. Rheinland-Pfalz Pflege-

kongress in Mainz

Unter dem Motto „Menschen pfl egen – sozial aktiv vor

Ort“ fand der zweite Rheinland-Pfalz Pfl egekongress des

Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und

Frauen Ende November 2008 in der Rheingoldhalle in

Mainz statt.

Im Zuge der stetigen Weiterentwicklung im Bereich der

professionellen Pfl ege nahm die Schule für Gesundheitsfachberufe

des Klinikums Idar-Oberstein mit zwei Ausbildungskursen,

den angehenden Praxisanleitern/-innen und

dem gesamten Lehrerteam teil.

Ein Fachdialog mit dem Titel „Pfl ege im Gespräch“ hat

den Kongress fachlich eingestimmt. Anschließend waren

die Zuhörer zu einer interessanten Podiumsdiskussion mit

Sozialministerin Malu Dreyer sowie Expertinnen und Experten

aus der Pfl ege eingeladen.

Inputs und Diskussionsmöglichkeiten der neun Fachforen

gaben den Teilnehmern wichtige Erkenntnisse und

Informationen für eine gute Pfl egezukunft in Rheinland-

Pfalz mit. Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung

werden die Inhalte aus einem Forum – „Rollenwandel in

der Pfl ege im Krankenhaus“ im Klinikum Idar-Oberstein

vorgestellt.

Rege Diskussionen beim 2. Rheinland-Pfalz Pfl egekongress in Mainz (Quelle:

www.menschen-pfl egen.de)

Klinikum Idar-Oberstein

Neuer Ausbildungsjahrgang

2008/2011 am Klinikum

Idar-Oberstein

Mit viel Motivation starteten 30 neue Schülerinnen und

Schüler am 1. 10. 2008 ihre Ausbildung in der Gesundheitsund

Krankenpfl ege am Klinikum Idar-Oberstein. Klinikund

Schulleitung wünschen den neuen Schülerinnen und

Schülern einen guten Start sowie drei erfolgreiche Ausbildungsjahre.

Nach diesen drei Jahren haben die Schülerinnen

und Schüler sowohl die Ausbildung abgeschlossen als auch

gleichzeitig das Fachabitur erworben.

Nach den Bestimmungen des neuen Hochschulgesetzes

erlangen alle Auszubildenden in Rheinland-Pfalz mit

Abschluss der Ausbildung die Zugangsberechtigung zu den

Fachhochschulen in Rheinland-Pfalz. Dies gilt rückwirkend

auch für die Jahrgänge, die seit Inkrafttreten der neuen

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung im Jahr 2004 ihr

Examen absolviert haben.

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Einfach mehr

Ausgabe 05 | April 2009

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Die neuen Auszubildenden: Kristina Anschau, Laura Brauner, Sarah Bub,

Alexandra Ergonov, Alexander Enzel, Marianna Forster, Elena Fotachov, Sandra

Furtwängler, Ann-Katrin Gräf, Jana Groß, Isabelle Hahn, Stefanie Kappler,

Maria Katonova, Jan Niklas Kloos, Natascha Klostermann, Antje Lang,

Victoria Lehnert, Alexandra Leng, Stephanie Limmer, Jessica Maaß, Lisa-

Katharina Mettler, Ken Mörschel, Tatjana Neu, Loredana Nola, Anett Petry,

Jan Sauer, Katharina Schaibel, Julia Christine Utzinger, Margarita Wetzel

und Sebastian Winkler.

Gemeinsam besser versorgen

Tracheostoma

Stoma

assist ist bundesweit eines der größten Homecare-Unternehmen mit

langjähriger Erfahrung in der Durchführung von ambulanten medizini-

schen Dienstleistungen und Therapien. Unsere Pflegefachkräfte begleiten

Sie Schritt für Schritt von der Klinik in die häusliche Nachsorge und sorgen

für eine enge Abstimmung aller an der Versorgung beteiligen Personen.

Eine fachgerechte Umsetzung der verordneten therapeutischen Maßnah-

men nach einheitlichen Standards ist für uns dabei selbstverständlich.

Informieren Sie sich – kostenlos und unverbindlich unter

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Ambulante Infusionstherapie

Wundversorgung

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Beatmung (in Kooperation)

Wir beraten und versorgen Sie nach Ihrem Klinikaufenthalt


ÜBER UNS

Kontakt

ÄD: Ärztlicher Direktor

BA: Belegarzt

CA/CÄ: Chefarzt/-ärztin

LÄ: Ltd. Abteilungsärzte

OÄ: Ltd. Oberärztin

PD: Pflegedirektorin

VD: Verwaltungsdirektor

Klinikum

Idar-Oberstein GmbH

Dr.-Ottmar-Kohler-Straße 2

55743 Idar-Oberstein

Tel.: +49(0)6781/66-0

www.shg-kliniken.de

VD: Christoph Bendick

ÄD: Dr. med. Bernd Laufs

PD: Elfriede Wild

Abteilungen:

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

51 Betten

CA: Dr. med. Christos Zigouris

Tel.: +49(0)6781/66-1520

Fax: +49(0)6781/66-1525

allg.chirurgie@io.shg-kliniken.de

Klinik für Anästhesie, operative

Intensivmedizin, Notfallmedizin und

Schmerztherapie

12 Betten

CA: Dr. med. Andreas Thierbach

Tel.: +49(0)6781/66-1160

Fax: +49(0)6781/66-1173

anaesthesie@io.shg-kliniken.de

Med. Klinik I: Gastroenterologie/

Nephrologie/Diabetologie

68 Betten

CA: Dr. med. Gunter Bühler

Tel.: +49(0)6781/66-1540

Fax: +49(0)6781/66-1543

medklinik1@io.shg-kliniken.de

Gesundheit im Blickpunkt

Klinik für Gynäkologie und

Geburtshilfe

43 Betten

Kommissarischer Leiter: Stefan Stein

Tel.: +49(0)6781/66-1550

Fax: +49(0)6781/66-1553

gynaekologie@io.shg-kliniken.de

Med. Klinik II: Kardiologie

50 Betten

CA: Prof. Dr. med. Hermann H. Klein

Tel.: +49(0)6781/66-1546

Fax: +49(0)6781/66-1559

medklinik2@io.shg-kliniken.de

Klinik für Neurochirurgie

45 Betten

LÄ: Prof. Dr. med.

Hans Böcher-Schwarz und

Dr. Frank Hertel

Tel.: +49(0)6781/66-1460

Fax: +49(0)6781/66-1467

neurochirurgie@io.shg-kliniken.de

Klinik für Neurologie und Stroke Unit

45 Betten, davon 6 Stroke Unit

CA: PD Dr. med. Martin Eicke

Tel.: +49(0)6781/66-1560 + 1561

Fax:+49(0)06781/66-1562

neurologie@io.shg-kliniken.de

Klinik für Pädiatrie

41 Betten, davon 6 Betten Neonatologie

und 6 Intensivbetten

CA: Prof. Dr. med. Rainer Galaske

Tel.: +49(0)6781/66-1570

Fax:+49(0)6781/66-1576

paediatrie@io.shg-kliniken.de

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatik

60 Betten, 20 Plätze Tagesklinik für

Erwachsene

CA: Dr. med. Bernd Laufs

Tel.: +49(0)6781/66-1565

Fax: +49(0)6781/66-1568

psych@io.shg-kliniken.de

Klinik für Unfallchirurgie

40 Betten

CA: Dr. med. Stephan Plawetzki

Tel.: +49(0)6781/66-1510

Fax: +49(0)6781/66-1516

unf.chirurgie@io.shg-kliniken.de

Dr. med.

Christos Zigouris

CA Allgemein-, Viszeral- und

Gefäßchirurgie

Dr. med.

Andreas Thierbach

CA Anästhesie

Dr. med.

Gunter Bühler

CA Medizinische Klinik I,

Gastroenterologie/Nephrologie/Diabetologie

Stefan Stein

Kommissarischer Leiter

Gynäkologie und Geburtshilfe

Prof. Dr. med.

Hermann H. Klein

CA Medizinische Klinik II,

Kardiologie

Dr. med. Frank Hertel

und Priv.-Doz. Dr. med.

Hans Böcher-Schwarz

LÄ Neurochirurgie

Priv.-Doz. Dr. med.

Martin Eicke

CA Neurologie

und Stroke Unit

Prof Dr. med.

Rainer Galaske

CA Pädiatrie

Dr. med.

Bernd Laufs

ÄD und

CA Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik

Dr. med.

Stephan Plawetzki

CA Unfallchirurgie

Klinik für Urologie

30 Betten

Kommissarischer Leiter:

Dr. Bernhard Best

Tel.: +49(0)6781/66-1530

Fax: +49(0)6781/66-1534

urologie@io.shg-kliniken.de

Institut für Diagnostische und

Interventionelle Radiologie

CA: Dr. med. Lothar Boguth

Tel.: +49(0)6781/66-1622

Fax: +49(0)6781/66-1630

radiologie@io.shg-kliniken.de

Strahlentherapie

N.N.

Tel.: +49(0)6781/66-1672

Fax: +49(0)6781/66-1673

Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,

-psychotherapie und

-psychosomatik

15 Plätze

CÄ: PD Dr. med. Eva Möhler

Tel.: +49(0)6781/66-1801

Fax: +49(0)6781/66-1806

arztkjp@io.shg-kliniken.de

Beleg-Klinik für Augenheilkunde

4 Belegbetten

Ansprechpartner: Dieter Speck

Tel.: +49(0)6781/66-22879

Fax: +49(0)6781/66-1015

Beleg-Klinik für HNO

6 Belegbetten

BA: Dr. Univ. Bo. Bernhard Saxler

Tel.: +49(0)6781/21112 oder 900180

Fax: +49(0)6781/900181

HNO-Dr.Saxler@t-online.de

Krankenhausapotheke

Ltd. Apotheker: Michael Ast

Tel.: +49(0)6781/66-1781

Fax: +49(0)6781/66-1782

apotheke@io.shg-kliniken.de

Ausgabe 05 | April 2009

Angeschlossene Kliniken

Klinik für Knochenmarktransplantation

und Hämatologie/Onkologie

GmbH am Standort Idar-Oberstein

22 Betten

ÄD: Prof. Dr. Dr. Axel A. Fauser

Tel.: +49(0)6781/66-1590

Fax: +49(0)6781/66-1584

office@bmt-center-io.com

Fachklinik Baumholder

Krankenhausweg 22

55774 Baumholder

Tel.: +49(0)6783/18-0

www.shg-kliniken.de

Klinik für geriatrische Frührehabilitation

Baumholder

60 Betten, 10 Tagesklinikplätze

CA: Dr. med. Hans Jürgen Blaha

Tel.: +49(0)6783/18-130

Fax: +49(0)6783/18-133

geriatrie@bh.shg-kliniken.de

Beleg-Klinik für Innere Medizin

Baumholder

18 Belegbetten

BA: Dr. med. Karl-Heinz Doms

Tel.: +49(0)6783/18-120

Fax: +49(0)6783/18-102

innersemed@bh.shg-kliniken.de

Kooperationen

Pathologisches Institut der Universität

des Saarlandes, Homburg

Leiter: Prof. Dr. Rainer Bohle

Tel.: +49(0)6781/66-1694

Fax: +49(0)6781/66-1693

patho@io.shg-kliniken.de

Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation

e. V.

Tel.: +49(0)6781/66-1540

Fax: +49(0)6781/66-1543

20 | 21

Dr.

Bernhard Best

Kommissarischer Leiter

Urologie

Dr. med.

Lothar Boguth

CA Institut für Diagnostische

und Interventionelle Radiologie

PD Dr. med.

Eva Möhler

CÄ Tagesklinik für Kinder- und

Jugendpsychiatrie, -psychotherapie

und -psychosomatik

Dieter Speck

Ansprechpartner für Augenheilkunde

im Klinikum

Dr. med. Univ. Bo.

Bernhard Saxler

BA HNO

Michael Ast

Leitender Apotheker

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat.

Axel A. Fauser

ÄD + CA KMT-Klinik

Dr. med.

Hans-Jürgen Blaha

CA Klinik für geriatrische

Frührehabilitation

Dr. med.

Karl-Heinz Doms

BA Innere


FOCUS SHG

Ist das Alter überhaupt

noch bezahlbar?

Sieht man die demografische Entwicklung, müsste man diese

Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Wie sollen immer

weniger junge Menschen immer mehr alte Menschen finanzieren?

Unsere Solidaritätsgemeinschaft ist nun mal eben so ausgelegt,

dass die aktuellen Zahlungen der jetzt Erwerbstätigen

als Rente an die heutigen Ruheständler ausgezahlt werden.

Wenn aber immer weniger Erwerbstätige da sind, die in die

Rentenkasse bezahlen, wie sollen dann immer mehr Rentner

ihre Rente im vollen Umfang erhalten? Rein rechnerisch kann

das doch gar nicht funktionieren. „Die Nation vergreist. Es

droht der totale Kollaps der gesetzlichen Rentenversicherung

in den nächsten 30 bis 50 Jahren. Bis 2030 werden knapp 35

Prozent der Deutschen, also etwa jeder dritte, über 60 Jahre alt

sein. Acht Prozent der Bevölkerung werden das 80. und zwei

Prozent das 90. Lebensjahr überschritten haben. Dann werde

Deutschland das Industrieland mit dem weltweit größten Anteil

alter Menschen sein, prophezeit die Weltbank. Gleichzeitig wird

die Zahl der Erwerbstätigen dramatisch sinken. Heute kommen

3,8 Erwerbstätige auf einen Rentner. 2050 müssen 1,7 Erwerbstätige

einen Rentner ernähren. Wie soll das gehen? Die Politik

weiß keine schlüssige Antwort.“, so im Artikel „Krieg der Generationen“

von Günter Lachmann in Welt Online vom 10.8.2003.

Weiterentwicklung der Pflegeversicherung zu teuer?

Gleiches gilt für die Finanzierung des Gesundheitswesens. Geht

man davon aus, dass die Zahl der Erkrankungen, und meist

sind es ja chronische Erkrankungen, mit dem Alter zunehmen,

so werden in Zukunft immer mehr Leistungen aus dem Gesundheitssystem

benötigt. Auf der anderen Seite gibt es aber immer

weniger jüngere Menschen, die dies mit ihren Beiträgen finanzieren.

Die Diskussionen um Gesundheitsreformen, den Gesundheitsfonds,

die Erhöhung des Krankenkassenbeitrags auf 15,5%

lassen schon jetzt darauf schließen, dass es eng werden wird.

Wenn jetzt schon beispielsweise Medikamente gegen Allergien,

die ja auch zu den chronischen Krankheiten gehören, von den

Krankenkassen nicht mehr bezahlt werden, wie sieht es dann in

20 oder 30 Jahren aus?

Sicher war die Einführung der Pflegeversicherung ein guter

und wichtiger Schritt. Aber eine adäquate und konsequente

Weiterentwicklung ist nicht in Sicht. So scheut sich der Gesetzgeber

vor einer Neudefinition des Begriffs „pflegebedürftig“.

Dies lässt sich am Beispiel eines dementen Menschen verdeutlichen.

Um in eine Pflegestufe zu gelangen und damit Anspruch

auf Gelder aus der Pflegeversicherung zu haben, muss

ein Mensch bestimmte Handlungen in einem bestimmten

Umfang nicht mehr alleine ausführen können. Ein dementer

Mensch ist lange Zeit noch in der Lage, sich selbst zu waschen

oder anzuziehen, allerdings oft nur unter der Bedingung, dass

er dazu angehalten wird. Fehlt eine Person, die ihn dazu auffordert,

werden diese Aktivitäten des täglichen Lebens, die im

Katalog des Medizinischen Dienstes aufgelistet sind, nicht voll-

zogen. Fakt ist also, dass ein dementer Mensch sehr wohl Unterstützung

braucht, wenn auch nicht in der Form, wie sie im

Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ definiert ist. Würde dieser

Begriff an die Realität angepasst, müsste er eben auch die im

Beispiel genannten Unterstützungshandlungen umfassen.

Folge wären aber deutlich höhere Kosten, die aus der Pflegeversicherung

finanziert werden müssten, und dies mit steigender

Tendenz, da durch die immer höhere Lebenserwartung die

Zahl der an Demenz erkrankten Menschen ansteigt.

Bücher wie „Das Methusalem-Komplott“ von Frank Schirrmacher

oder filmische Zukunftsvisionen wie „2030 – Der Aufstand

der Alten“ malen kein friedvolles, harmonisches Bild

unserer Gesellschaft in der Zukunft.

Sollte uns die Vision einer alternden Gesellschaft wirklich

beunruhigen oder malen wir die Lage unnötig schwarz?

Es gibt allerdings auch andere Meinungen wie die von Phil

Mullan. Phil Mullan ist u.a. Autor von „The Imaginary Time

Bomb: Why an Ageing Population Is Not a Social Problem“. In

seinem Artikel „Gute Preise, goldene Jahre: Die Zukunft ist

bezahlbar!“, der in Auszügen hier nach zu lesen ist, geht er der

Frage nach, ob sich die Gesellschaft so viele alte Menschen leisten

kann. Am Beispiel von Großbritannien zeigt er: Sie kann!

Denn, dass wir immer älter werden, ist eine gute Nachricht für

jeden von uns. Wir leben länger, sind gesünder und erfreuen

uns jedes Jahr an steigendem Wohlstand. Aber während wir

noch die Vorzüge eines langen und vitalen Lebens genießen,

werden wir immer ängstlicher ob der gesellschaftlichen und

ökonomischen Auswirkungen dieser Entwicklung. Demographie

war früher nur ein Randthema, inzwischen ist sie zu einer der

Hauptsorgen in den westlichen Ländern avanciert. Der allgemeine

Tenor der Debatte ist, dass uns die Vision einer alternden

Gesellschaft beunruhigen sollte. Ein Leitartikel im britischen

Economist brachte das jüngst kurz und knapp auf den Punkt:

„Leider haben diese goldenen Jahre einen unbezahlbaren Preis.“

Das Thema „Rente“ wird in den industrialisierten Ländern ohne

Zweifel mit großer Sorge diskutiert. Dafür gibt es gute Gründe,

die allerdings mit Demographie zumeist nichts zu tun haben.

Wir sollen uns darauf einstellen, dass unsere Altersvorsorge –

die staatliche wie die private – sowohl der Dauer als auch der

Höhe nach nicht dem entsprechen wird, was wir bislang erwartet

haben. Die demographische Entwicklung wird oft als „objek-

Gesundheit im Blickpunkt Ausgabe 05 | April 2009

tive Rechtfertigung“ angeführt, um uns heute schon auf diese

Kürzungen vorzubereiten, sie ist aber in Wirklichkeit nicht der

Grund für diese Umstellungen.

Als weiteres scheinbar unlösbares Problem werden in Zusammenhang

mit der Alterung der Gesellschaft die steigenden

Gesundheitskosten thematisiert. Auch hier wird die Lage unnötig

schwarz gemalt. Obwohl die Gesundheitskosten mit zunehmendem

Alter im Durchschnitt steigen, könnte die finanzielle

Belastung dadurch ausgeglichen werden, dass alle Menschen –

junge und alte – insgesamt immer gesünder werden. Es ist

davon auszugehen, dass wir im Laufe der nächsten 50 Jahre

viel gesünder sein werden, da wir in besseren Verhältnissen

leben und uns besser ernähren. Zweifellos treten Krankheiten

gehäuft in den späteren Lebensjahren auf. Menschen bedürfen

insbesondere in den letzten Lebensmonaten verstärkt medizinischer

Betreuung. Der Anteil der medizinischen Ressourcen, der

in der Periode kurz vor dem Tod gebraucht wird, steigt kontinuierlich,

während die Gesundheitsausgaben für jüngere Jahrgänge

laufend sinken. Es sind also eher die Kosten des Sterbens als

die des Lebens, um welche die Gesundheitskostendebatte kreist.

Doch es gibt Anzeichen dafür, dass die Kosten des Sterbens mit

zunehmendem Alter ebenfalls abnehmen; und wie alt auch immer

wir werden: wir sterben nur einmal. Folglich ist anzunehmen,

dass auch dieser Kostenfaktor mit zunehmender Lebenserwartung

eher zurückgeht als steigt.

Was hat es mit dem Begriff „Beitragszahlerquote“ auf sich?

Alle Befürchtungen, die Renten- und Gesundheitssysteme stießen

künftig auf unüberwindbare Finanzierungsschranken, beziehen

sich letztlich auf eine statistische Größe: die Beitragszahlerquote.

Die Beitragszahlerquote ist das Zahlenverhältnis

zwischen den in die Rentenkasse einzahlenden Arbeitnehmern

(gewöhnlich alle Menschen zwischen 16 Jahren und dem Rentenalter)

und den aus ihr finanzierten Rentnern. Für Großbritannien

wird erwartet, dass diese Quote von derzeit 3,4 (3,4

Beitragszahler finanzieren einen Rentenempfänger) in den

nächsten 40 Jahren auf das Rekordtief von 2,4 fallen wird.

Diese statistische Veränderung wird immer wieder herangezogen,

um einen drohenden alterungsbedingten Bankrott der

Sozialsysteme vorherzusagen. Auf den ersten Blick scheint diese

Kalkulation logisch: Wenn immer weniger Jüngere immer

mehr Ältere unterstützen müssen, muss der Lebensstandard

einer der beiden Gruppen oder sogar beider zugleich sinken.

Das statistische Verhältnis sagt wenig darüber aus, was auf der

Welt wirklich vor sich geht. Hochrechnungen auf Grundlage

der Beitragszahlerquote lassen außer Acht, dass zurzeit eine

große Anzahl von Menschen im „Arbeitsalter“ überhaupt nicht

arbeitet. In Großbritannien sind dies ungefähr neun Millionen

Menschen (in Ausbildung und Hochschule, Arbeitslose und

andere, die wirtschaftlich nicht aktiv sind). In den meisten entwickelten

Ländern stellt diese Gruppe ein Viertel bis ein Drittel

der Menschen im „arbeitsfähigen“ Alter dar. Mithin entspricht

die angenommene Beitragszahlerquote nicht der tatsächlichen.

Berechnungen auf Grundlage der tatsächlichen Beitragszahlerquote

sähen daher ganz anders aus. Sie würden auf dem Verhältnis

zwischen arbeitenden und nicht-arbeitenden Menschen

22 | 23

beruhen, welches eindeutig bestimmbar ist: von den 59 Millionen

in Großbritannien lebenden Menschen arbeiten 27 Millionen

Menschen, d.h. das Verhältnis Beitragszahler zu Nichtzahlern

liegt bei 27:32, die reale Beitragszahlerquote ist somit nicht

3,4, sondern 0,84.

Hohe Beschäftigungsquote kann Beitragszahlerquote

durchaus stabilisieren!

Der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ist sehr

viel wichtiger als die Geschwindigkeit des gesellschaftlichen

Alterungsprozesses – ein Tatbestand, der hin und wieder von

der britischen Regierung anerkannt, aber nie hervorgehoben

wird. Dabei ist der Anteil der tatsächlich aktiven Bevölkerung

viel eher zu beeinflussen als die Altersstruktur der Gesellschaft.

Vor 40 Jahren hatten 95 Prozent der männlichen Erwachsenen

im arbeitsfähigen Alter in Großbritannien einen Arbeitsplatz.

Inzwischen ist der Anteil auf unter 80 Prozent gesunken. Diesen

Trend innerhalb der nächsten 40 Jahre um nur zwei Drittel

umzukehren, d.h. die Beschäftigungsquote wieder auf knapp 90

Prozent anzuheben, würde ausreichen, um die Beitragszahlerquote

im Jahr 2040 auf heutigem Niveau zu stabilisieren. Die

Unbezahlbarkeitsthese wäre damit von der Bildfläche verschwunden.

Anders formuliert: Wenn Großbritannien so viele

Arbeitsplätze hätte wie derzeit Schweden oder Dänemark, wäre

das auch genug.

Das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt

zurzeit in Großbritannien unter dem offiziellen Renteneintrittsalter

von 65 Jahren – für Männer bei 62,5 Jahren. Untersuchungen

zeigen, dass ein großer Anteil der drei Millionen

Menschen zwischen 50 und 65 Jahren gerne arbeiten würde,

wenn er denn dürfte. Es wäre also kein Problem, die zur Erhöhung

der Beschäftigungsrate benötigten zusätzlichen Arbeitskräfte

zu beschaffen – wenn es denn die entsprechenden

Arbeitsplätze gäbe.“

Mullan führt weitere Argumente wie den Anstieg der Produktivität

und das Sinken der Staatsausgaben an. Insgesamt spricht

alles dafür, dass das Alter in Zukunft nicht nur bezahlbar sein

wird, sondern von einem insgesamt höheren Lebensstandard

auszugehen ist. Den kompletten Artikel von Phil Mullan finden

Sie unter http://www.novo-magazin.de/71/novo7108.htm.

Christina Pleyer

Impressum

Herausgeber: Austgen Werbeagentur GmbH im Auftrag der SHG

Endredaktion: Angela Louis, Claudia Hamann, Christina Pleyer,

Dr. Ludwig Kraut, Reinhard Austgen

Gesamtherstellung u. Anzeigenverwaltung: Austgen Werbeagentur GmbH,

D-66663 Merzig, Telefon: +49(0)6861/75769, Telefax: +49(0)6861/75478,

E-Mail: austgen-werbeagentur@t-online.de

Erscheinungsweise: vieteljährlich

Fotografie: Saarland-Heilstätten GmbH, Klinikum Idar-Oberstein GmbH,

ME Schneider, Austgen Werbeagentur GmbH, Archiv, Fotolia

Produktion: Merziger Druckerei und Verlag GmbH & Co. KG

Die Informationen in dieser Ausgabe sind sorgfältig zusammengetragen worden.

Dennoch kann für den Inhalt und Irrtümer keinerlei Haftung übernommen

werden. Eine Haftung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist

Christina ausgeschlossen.

Pleyer


TIPPS

Die richtige Ernährung bei Demenz

Essen und Trinken haben im Alter eine besondere Bedeutung

Wohlbefinden und Vitalität sind wesentliche Voraussetzungen

für die persönliche Lebensqualität bis ins hohe

Alter. Das Altern selbst ist nicht zu verhindern, doch vermag

eine gesundheitsbewusste Lebensführung die Alterungsvorgänge

hinauszuzögern. Zu einer gesundheitsbewussten

Lebensführung trägt die Ernährung in ganz

entscheidendem Maße bei.

Wer richtig isst, hat auch im Alter mehr Spaß am Leben,

weil er gesünder, leistungsfähiger und damit fröhlicher

bleibt!

Nicht zu leugnen ist jedoch, dass sich, wenn der Organismus

altert, einige Veränderungen am Körper einstellen

und es dadurch zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit

kommen kann. Hinzu kommt, dass mit zunehmendem

Alter häufig eine Art „Unlust“ am Essen auftritt,

da der Appetit nachlässt. Dies führt schlimmstenfalls

zu einer Unterversorgung des Körpers mit notwendigen

Nährstoffen. Im Alter kann es zu Funktionseinschränkungen

von Organen kommen, die Einfluss auf die Ernährung

nehmen können und daher bei der Auswahl der Lebensmittel

berücksichtigt werden sollten. Nicht nur die altersbedingten

Veränderungen des Körpers bestimmen den

Ernährungszustand von betagten Menschen. Auch soziale

und psychosoziale Faktoren wie die Lebenssituation,

das Einkommen, das soziale Umfeld, die Wohnsituation

und vieles mehr, nehmen Einfluss auf den Ernährungsstatus.

Viele ältere Menschen ernähren sich leider nicht optimal.

Hinzu kommt, dass auch einige Medikamente, die besonders

von älteren Menschen eingenommen werden, eine

Fehlernährung unterstützen können. Ältere gesunde

Menschen brauchen keine Schonkost. Wichtig ist vielmehr

die Beachtung der individuellen Verträglichkeit.

Diese ist bei jedem älteren Menschen anders. Aus diesem

Grund können keine allgemeingültigen Empfehlungen

gegeben werden. Bestehen jedoch gesundheitliche Einschränkungen,

die das Einhalten einer speziellen Ernährungsweise

(Diät) z.B. bei Diabetes mellitus notwendig

machen, so sollte dies bei der Verpflegung berücksichtigt

werden. (vgl. http://www.ernaehrung.de/tipps/alter/

alter10.php#Anforderungen)

Selbst wenn Menschen mit Alzheimer- oder einer anderen

Altersdemenz gut versorgt werden, bleibt das Thema

Essen oft ein problematisches Feld, das von körperlichen

Einschränkungen wie abnehmenden Appetit bzw. Durstgefühlen

und Schluckbeschwerden zusätzlich bestimmt

ist.

Dass Demenz-Patienten oft mangelernährt sind, ist nicht

nur auf kognitive Störungen zurückzuführen, infolge

Gesundheit im Blickpunkt

derer sie Speisen nicht mehr als solche erkennen, oder

infolge derer auch die Handlungsabläufe für das Essen

und Trinken oder den Umgang mit Besteck nicht mehr

präsent sind. Viele Patienten leiden auch an innerer

Unruhe, es fällt ihnen schwer, sich auf die Mahlzeiten

zu konzentrieren.

Demenz-Kranke mit großem Bewegungsdrang haben oft

einen hohen Energiebedarf. Sie benötigen manchmal bis

zu 3.500 kcal am Tag. Ältere Menschen ohne starken

Bewegungsdrang brauchen im Mittel ca. 1.800 kcal täglich.

Was tun gegen die Mangelernährung Demenzkranker?

1 Meist bevorzugen die Kranken bekannte und regiona-

le Gerichte, auch süße und fettreiche Speisen werden

gerne gegessen. Eine Ess-Biographie kann helfen,

energiereiche Speisen zu finden, die gemocht werden.

2 Deutliche Kontraste zwischen Tischdecke, Teller und

Speisen sind wichtig. Eine helle Suppe in weißer Tasse

auf weißer Tischdecke wird schlecht gesehen.

3 Der Tisch sollte für alle gedeckt sein, auch für die

betreuende Person. Sonst kann für den Kranken etwa

der Eindruck entstehen, dass er noch warten muss, da

noch nicht alle etwas haben, oder dass die anderen

schon fertig sind. Wird in Gesellschaft gegessen, kann

der Demenz-Patient sich Abläufe beim Essen abschau-

en und sie nachmachen. Beim Anreichen des Essens

kann es den Patienten verwirren, wenn der Teller, von

dem er essen soll, beim Betreuenden steht.

4 Das Essen darf nicht zu heiß sein, da die Gefahr, sich

zu verbrühen, von Demenz-Patienten oft nicht

erkannt wird.

5 Viele Demenz-Patienten essen lieber mit den Fingern.

Dann macht „Fingerfood“ durchaus Sinn. Eine solche

Mahlzeit kann etwa aus geschnittenen Fleischstücken,

Gemüse-Stücken und Kroketten bestehen.

6 Demenz-Patienten bevorzugen oft süße Getränke.

Trinken die Kranken wegen Schluckstörungen zu

wenig, kann durch das Andicken von Flüssigkeiten

das Trinken erleichtert werden.

Ausgabe 05 | April 2009

24 | 25

Leckere Rezepte für Senioren, einfach schmackhaft

Wir wünschen guten Appetit!

Völlig generalisieren lassen sich die kulinarischen Vorlieben

von Senioren nicht. Inzwischen gibt es sicherlich

viele über 70-Jährige, die auch gerne Pastagerichte und

Quiche essen. Doch Eines ist fast allen Senioren wichtig:

Das Essen soll die Sinne stimulieren. Die Speisen sollten

aus farblich eindeutigen und miteinander kontrastierenden

Farben bestehen. Eine Speise, die sich nur aus erdfarbenen

Bestandteilen zusammensetzt – etwa Hacksteak,

gebratene Champignons und Kartoffeln – regt das Auge

nicht an. Ratsam wäre es in diesem Fall, gedünstete rote

Paprikaschote hinzu zu fügen oder die Champignons mit

frisch gehackter Petersilie zu bestreuen.

Sehr beliebt: Eintopf, Kohlroulade, Gulasch, gebratenes

Fischfilet!

Allerdings sollte die Speise auch im Geschmack ausdrucksstark

sein. „Alte Menschen essen meistens gern

herzhafte traditionelle Speisen“, sagt Maja Döring, leitende

Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und

der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum

der Charité in Berlin. Dazu zählen Eintöpfe, die nicht

zu wässrig sind und aus bunten erkennbaren Zutaten –

Möhren, Lauch, Petersilie, gern auch Brokkoli – bestehen

sollten. Döring empfiehlt außerdem: gedünstetes Gemüse,

gefülltes Gemüse wie Kohlrouladen, Gulasch, Knödel,

auch Klopse genannt, kross gebratene Frikadellen (Hackbällchen,

Hacksteak), Geflügel (vor allem Schenkel),

gebratenes Fischfilet, Heringe und Hühnerfrikassee.

Bei Süßspeisen auf Nährstoffe achten!

Auch für Süßspeisen haben viele Senioren ein Faible.

Gegen kleine Schlemmereien ist grundsätzlich nichts einzuwenden,

solange sie nicht den gesamten Speiseplan

dominieren. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen

mit relativ vielen Nährstoffen auszuwählen: Das bedeutet:

Hände weg von Fettgebackenem, Weißbrot mit Butter

und Marmelade, Schokoladenkuchen oder Götterspeise

mit Vanillesoße. Vorzuziehen sind Früchtejoghurt, Milchmixgetränke

mit Früchten, Milchreis mit Apfelmus,

Milchreis mit Mango, Apfelkuchen mit Vanillejoghurt,

Pflaumenkuchen, Käsekirschkuchen, Quark mit frischen

oder aufgetauten Beeren, Vollkornkekse, Vollkornbrot mit

Quark und Marmelade sowie Banane.

Wer den Appetit von Senioren bzw. seinen eigenen Appetit

anregen möchte, sollte außerdem nur kleine Portionen

servieren. Große Mengen lassen alte Menschen schnell

resignieren. Hinzu kommt, dass sie ein schlechtes Gewissen

entwickeln, wenn sie einen Rest auf dem Teller übrig

lassen. (vgl. http://www.vitanet.de/ernaehrung/ernaehrung-alter/besonderheiten/lieblingsgerichte/)

Möhren-Kartoffel-Eintopf

Zutaten

500 g Zwiebeln

500 g Möhren

500 g Kartoffeln

500 g Thüringer Mett (gewürztes Schweinehackfleisch)

Salz, Pfeffer, Muskatnuss

500 ml Gemüsebrühe

1 großer Bund Petersilie

1 Bund Schnittlauch

Zubereitung

Den Römertopf ausreichend wässern.

Die frischen Zwiebeln in feine Scheiben, die Möhren und

Kartoffeln in nicht zu dicke Scheiben schneiden und die

Kräuter nach dem Waschen fein zerkleinern. Drei Esslöffel

der Kräuter unter das Mett mischen.

Nun werden die Zutaten im Römertopf geschichtet. Als

erste Schicht werden die Kartoffelscheiben hinein gegeben,

die mit Salz und Pfeffer (beides am liebsten aus der

Mühle frisch gemahlen) bestreut werden. Danach folgt

eine Schicht Möhren, gewürzt mit Salz und gemahlener

Muskatnuss. Darauf werden die Zwiebelscheiben verteilt.

Die Hälfte des Mettes wird zu flachen, handtellergroßen

Portionen geformt und leicht auf die Zwiebeln gedrückt.

Diese Schichtung wird noch einmal wiederholt: Kartoffeln,

Möhren, Zwiebeln und dann der Rest des Metts. Von

den Möhren noch einige Scheiben zurück behalten, denn

sie bilden dann die Abschluss-Schicht auf diesem Eintopf.

Anschließend 500 ml Gemüsebrühe über die Zutaten

gießen.

Schließlich wird der Deckel auf den Römertopf gesetzt

und dieser in den kalten Backofen geschoben.

Bei Ober- und Unterhitze wird der Ofen dann auf 200

Grad eingestellt, bei Heißluft reichen schon 180 Grad aus.

Die Garzeit beträgt circa 75 Minuten. Nach 60 Minuten

den Garzustand prüfen! Vor dem Servieren die restlichen

Kräuter darüber streuen und noch einmal abschmecken.


ÜBER DAS LEBEN…

„Was bei den Menschen

unmöglich ist, das ist bei

Gott möglich.“ (Lukas-Evangelium 18,27)

…so lautet die Jahreslosung für das Jahr 2009. Jahreslosungen

werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft

für Bibellesen immer schon Jahre vorher festgelegt

und verantwortet. Ähnlich wie die Herrnhuter Losungen

für den Tag soll nun dieses Wort Jesu uns durch ein

ganzes Jahr hindurch als Leitwort begleiten und sensibel

machen, so manche eigene Gedanken verstärken oder

auch in Frage stellen und damit einen neuen Impuls zum

Weiterdenken geben.

Das diesjährige Wort führt unseren Blick weg von unseren

menschlichen Möglichkeiten hin zu den Angeboten

Gottes. Es fasst eine Situation ins Auge, die jedem von

uns passieren kann: dass wir in Situationen geraten, in

denen wir nichts mehr machen können, wo wir an die

Grenzen unserer Möglichkeiten kommen. Wo wir merken,

dass solche Sprüche wie wir sie aus der Werbung kennen:

„Nichts ist unmöglich...“ oder „Entdecke die Möglichkeiten...“

uns nicht mehr weiterhelfen, sondern eher sarkastisch

unsere Hilflosigkeit darstellen.

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott

möglich.“ Dieses Wort stammt aus einer biblischen Erzählung,

die unter der Überschrift „Der reiche Jüngling“

bekannt ist. Der Zusage, dass bei Gott alles möglich ist,

geht zunächst eine gewaltige Infragestellung voraus. Ein

reicher Mann fragt Jesus, wie er das ewige Leben erlangen

könne. Nachdem Jesus ihn auf die Zehn Gebote verwiesen

hat, die der Reiche stets befolgt, fordert er ihn

auf, all sein Eigentum zu verkaufen und das Geld den

Armen zu schenken. Doch dazu ist dieser nicht in der

Lage. Der Mann erkennt seine Grenzen und macht sich

traurig davon. Die Frage der Jünger an Jesus scheint nun

berechtigt: „Wer kann dann selig werden?“

Insofern kann wohl niemand durch eigene Leistung selig

werden oder ins Himmelreich kommen; und je mehr wir

meinen, selbst die „Macher“ unseres Lebens zu sein, desto

schwerer wird es für uns. Heilige, hat Martin Luther einmal

gesagt, sind gerade nicht perfekte Menschen, sondern

diejenigen, die sich mit ihrem Leben ganz und gar

Gott anvertrauen.

Viele haben im vergangenen Jahr darauf gebaut, dass

Geld alles ist. Damit wollten sie sich absichern gegen

jegliche Not. Die Erfolgreichen wurden auch beneidet um

ihre Zuwachsraten, um die Sicherheiten auf dem Bankkonto

und vordergründig im Leben. Wie unsicher und

verletzbar aber diese Absicherung war, wurde für alle

offensichtlich, als alle Kurse wankten und nicht nur die

Superreichen betroffen waren und verzweifelten. Auch

Gesundheit im Blickpunkt

viele „kleine Leute“ müssen nun um ihre Altersvorsorge

fürchten. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Glücklichsein,

der Liebe oder der Gesundheit. Wie oft geraten

wir in die Gefahr zu glauben, dass wir alles machen

könnten, als hätten wir alles in der Hand. Wir leben so,

als läge es allein an uns, wie sich unsere seelische Verfassung

darstellt. Wir strengen uns an, damit unser Körper

gesund bleibt, wir unternehmen alles, damit wir nicht

altern. Auch für die zwischenmenschlichen Beziehungen

scheinen wir allein verantwortlich zu sein.

Alles liegt nur an uns. Oder?

Das heißt nun nicht, dass wir überhaupt nichts für unsere

„Glückseligkeit“ tun können, aber es liegt nicht allein in

unseren Händen. Es gibt Grenzen der Machbarkeit, Grenzen

der eigenen Möglichkeiten. Und wenn wir an diese

kommen, dann kann das ungeheuer wehtun, und vielleicht

können wir uns dann auch nur zurückziehen wie

der reiche Jüngling es im Evangelium tut.

Deshalb ist die Jahreslosung 2009 ganz realistisch und

macht uns darauf aufmerksam, dass wir eben nicht alles

machen und schaffen können, was wir uns vorgenommen

haben, um unserem Leben eine gute Richtung und

Sicherheit zu geben. Es liegt nicht alles in unserer Hand,

das ist die entscheidende Erkenntnis. Wenn wir gesund

sind, glücklich, verliebt oder zufrieden, dann können wir

dafür einfach nur dankbar sein, aber wir können die

Gesundheit, das Glück, die Liebe selbst nicht machen

oder absichern. Falls wir Sorgen haben, können wir sie

nicht einfach verscheuchen, aber wir können uns mit

unseren Sorgen anderen Menschen und Gott anvertrauen.

Wo wir an unsere Grenzen kommen, wo wir Fehler,

Ängste, Scheitern sehen, werden wir uns nicht selbst

davon befreien können. Wir sind angewiesen darauf,

dass einer zu uns steht, dass Gott uns hält und trägt in

diesem Leben und darüber hinaus.

„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott

möglich.“ – das ist deshalb eine wohltuende Ermutigung

für das Jahr 2009 und darüber hinaus. Es ist eine Lebenszusage,

die das Kommende nicht negativ sieht, sondern

davon spricht, dass auch Überraschendes möglich ist.

Vielleicht sind Gottes Möglichkeiten nicht immer die

Wege, die wir uns erträumen und erhoffen. Aber es sind

unsere Lebenswege, die wir mitgestalten, vor Gott verantworten

und auf denen uns Gott immer wieder Zukunft

eröffnet.

Rolf J. Kiderle, ev. Krankenhauspfarrer an den

SHG-Kliniken Sonnenberg

DENKSPORTAUFGABEN 26 | 27

Bringen Sie Ihr Gedächtnis in Schwung…

Aufgabe 1 – Geschäftsfahrt

Fünf Geschäftsleute sind in Deutschland

mit ihrem Auto unterwegs. Wer fährt

auf welcher Autobahn wohin und hört

welche Musik dabei?

1. Jörg ist auf dem Weg nach Köln.

2. Derjenige, der nach Darmstadt

fährt, ist auf der A 9 unterwegs.

3. Holger, der nicht nach München

fährt, fährt auf einer Autobahn,

deren Kennziffer kleiner ist als

diejenige, auf der sich Kai befin-

det. Kai singt zur Musik der

Beatles.

4. Der Fahrer, der nach Frankfurt

fährt, hört nicht Madonna und

fährt nicht auf der A 6.

5. Derjenige, der nach Aachen

fährt, befährt eine Autobahn,

deren Nummer mindestens um

zwei größer ist als diejenige, auf

der der Fahrer Jennifer Lopez

hört.

6. Martin fährt auf der A 7.

7. Derjenige, der auf der A 5 fährt,

lauscht der Musik von Bryan Adams.

Er fährt weder nach Frankfurt noch

nach München.

Ausgabe 05 | April 2009

Bernd

Holger

Jörg

Kai

Martin

A5

A6

A7

A8

A9

Aachen

Darmstadt

Frankfurt

München

Aufgabe 2 – Zahlenreihe

Mit welcher Zahl muss die Reihe fortgesetzt werden,

damit sie dem Gesetz der Regelmäßigkeit folgt?

1 2 3 4 5 6 8 9 10 13 14 15 ...

Aufgabe 3 – Streichholzrätsel

Drei Quadrate sollen übrig bleiben, wenn man 5

Streichhölzer wegnimmt.

Köln

1. Bob Marley

2. Beatles

3. Jennifer Lopez

4. Madonna

5. Bryan Adams

1. 2. 3. 4. 5.

1. Aachen

2. Darmstadt

3. Frankfurt

4. München

5. Köln

1. 2. 3. 4. 5.

1. A5

2. A6

3. A7

4. A8

5. A9

Lösungen aus Ausgabe 4

Lösung Aufgabe 1: Die Fassung.

1. 2. 3. 4. 5.

Lösung Aufgabe 2: Die Figur beinhaltet 35 Dreiecke.

Lösung Aufgabe 3: Um eine Stufe herab oder hinaufzugehen,

benötigt der Mann die Zeit t. Nun ist

zu berechnen, wie viele Stufen jeweils verschwunden

sind.

Beim Hinuntergehen verschwinden pro Zeiteinheit

(x - 60 Stufen)/60, wobei x = gesuchte Stufenzahl.

Beim Hinaufgehen verschwinden pro Zeiteinheit

(90 - x Stufen)/90.

Setzt man diese beiden Brüche gleich, ergibt sich

die Lösung, nämlich x = 72.


Die SHG-Gruppe: Medizinische Kompetenz im Verbund.

Als Trägerin von Krankenhäusern, Fachkliniken für Rehabilitation, ambulanten pflegerischen und berufsbegleitenden Diensten,

des .Lehrinstitutes für Gesundheitsberufe sowie eines Seniorenzentrums.sichert die SHG-Gruppe einen erheblichen Teil der

regionalen Gesundheitsversorgung im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Gemäß unserem Leitsatz „Geborgenheit durch Kompetenz und Freundlichkeit“ bieten wir, die Saarland-Heilstätten GmbH,

neben Hochleistungsmedizin unterstützende Therapien und Beratung. Wir befürworten und fördern den permanenten Fortschritt

in Wissenschaft und Technik, kennen aber auch unsere Wurzeln und sehen uns in der Tradition des Heilens und Helfens.

Der Mensch, seine Pflege und seine Genesung steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Dafür setzen wir in der SHG-Gruppe eine

ganze Menge in Bewegung. Jeden Tag.

AWO_Image_Austgen_178x122,4c 19.05.2008 10:19 Uhr Seite 1

Probedruck

Saarland-Heilstätten GmbH Sonnenbergstraße 10 D-66119 Saarbrücken

Telefon +49(0)681/889-2304 Telefax +49(0)681/889-2275 www.shg-kliniken.de

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