Nachhaltigkeitsbericht Holcim - Locher, Schmill, Van Wezemael ...

comm.care.ch

Nachhaltigkeitsbericht Holcim - Locher, Schmill, Van Wezemael ...

Nachhaltigkeitsbericht

Fakten und Daten 2005–2007

Holcim (Schweiz) AG

Strength. Performance. Passion.


Vorbemerkungen

Dieser Bericht ist nach den Grundsätzen der GRI (Global

Reporting Initiative) zusammengestellt worden. Er

enthält alle wichtigen Angaben zur nachhaltigen Entwicklung

der Holcim Schweiz in den Bereichen Zement-,

Kies- und Betonproduktion sowie Distribution während

der vergangenen drei Jahre. Angaben zu früheren Jahren

fi nden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2005. Bestandteil

des vorliegenden Berichtes ist eine separate Tabelle, in

der die Inhalte gemäss Nomenklatur der GRI aufgelistet

sind. Dieses GRI-Inhaltsverzeichnis lässt sich unter

www.holcim.ch/nachhaltige_entwicklung als PDF-

Datei herunterladen. An derselben Stelle fi nden sich

auch jährlich aktualisierte Umweltdaten der Holcim

Schweiz. Die GRI attestiert der Publikation eine Übereinstimmung

auf dem Niveau B+. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht

erscheint voraussichtlich im Jahr 2011.

Systemgrenzen und Bezeichnungen

Alle Umweltdaten in diesem Bericht beziehen sich

ausschliesslich auf Produktionstandorte innerhalb der

Schweiz. Nicht berücksichtigt sind Daten betreffend

Büromaterialverbrauch, Geschäftsreisen, Arbeitswege

der Mitarbeitenden usw. Sämtliche Aussagen in diesem

Bericht – soweit sie nicht mit einer anderen Zeitangabe

versehen sind – beziehen sich auf den Stand am Ende der

Berichtsperiode (31. Dezember 2007). Der Bericht benutzt

die Bezeichnung Holcim Schweiz. Dieser Begriff ist nicht

im streng rechtlichen Sinn zu verstehen und bezeichnet

kein juristisch selbstständiges Unternehmen. Vielmehr

erfasst diese Bezeichnung alle juristischen Einheiten,

die unter der Aufsicht der Geschäftsleitung der Holcim

(Schweiz) AG stehen. Die Holcim (Schweiz) AG ist das

national im Zementbereich tätige Unternehmen mit Werken

in Brunnen, Eclépens, Siggenthal und Untervaz. Dazu

gehört auch das Tochterunternehmen Holcim Kies und

Beton AG, das im Kies- und Betonbereich tätig ist (siehe

juristische Struktur, Seite 6).


PRODUKTE & PROFIL 5

Massstäbe gesetzt.

Die Holcim Schweiz ist der führende Baustoffhersteller

in diesem Land und engagiert sich erfolgreich für eine

nachhaltige Produktion von Zement, Kies und Beton.

VERANTWORTUNG 13

Verbindliche Vorgaben.

Die Holcim Schweiz hat die Nachhaltigkeit zu einem zentralen

Grundsatz ihrer Tätigkeit erhoben. Das Unternehmen

setzte sich anspruchsvolle Leitlinien und will seine

Ziele mit umfassenden Strategien in die Tat umsetzen.

MITARBEITENDE 19

Eingespielte Partnerschaft.

Die Holcim Schweiz setzt sich für eine faire Partnerschaft

mit ihren Mit arbeitenden ein. In den letzten Jahren hat

das Unternehmen die Sozialleistungen konsolidiert und

bei der Arbeitssicherheit grosse Fortschritte erzielt.

ÖKOLOGIE 27

Erfolgreiche Umweltmassnahmen.

Die Holcim Schweiz anerkennt ihre besondere ökologische

Verantwortung als Industriebetrieb und hat in den

letzten Jahren mit neuen Verfahren und Anlagen ihre

Emissionen weiter reduziert.

UMWELTDATEN 39

Zementwerke Eclépens, Siggenthal, Untervaz, Brunnen

Kieswerk Aigle

Betonwerk Manno

Nachhaltigkeitsbericht

1


Validierungsbericht der SQS

Der Nachhaltigkeitsbericht der Holcim (Schweiz) AG

wurde durch uns überprüft. Dabei wurden die Daten und

Aussagen im Bericht mittels Nachweisen und Audits auf

der Basis von Stichproben vor Ort begutachtet. Es wurde

überprüft, ob

• die wesentlichen Aspekte als Grundlage für die Berichterstattung

über Nachhaltigkeit ermittelt wurden;

• die Datenerhebungen angemessen und

zuverlässig sind;

• die Aussagen im Bericht verständlich und zutreffend

sind und mit den erhobenen Daten übereinstimmen.

Auf der Basis der überprüften Daten und Informationen

bestätigen wir, dass der Nachaltigkeitsbericht 2005–2007

inhaltlich sorgfältig erstellt wurde und die publizierten

Informationen und quantifi zierten Aussagen ein zutreffendes

Bild der Realität vermitteln.

Die Auditoren

Dr. Hanspeter Graf Arianna Bisaz

Schweiz. Vereinigung für Qualitäts- und

Management-Systeme SQS

CH-3052 Zollikofen

2 Nachhaltigkeitsbericht


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Seit über drei Generationen baut die Holcim Schweiz

Rohstoffe ab und stellt dem Markt die benötigten Mengen

an hochwertigen Baustoffen zur Verfügung. Unser

Unternehmen hat früh erkannt, wie wichtig es für ein

lokal verankertes Industrieunternehmen ist, umsichtig

zu handeln – besonders in einem kleinen Land wie

dem unseren. Die Holcim Schweiz hat daher seit jeher

Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernommen.

Ging es einst jedoch primär um ortsgebundene

Themen wie etwa den Natur- und Landschaftsschutz

oder die Luftreinhaltung, stehen heute globale Herausforderungen

wie die Reduktion der CO 2-Emissionen im

Vordergrund.

Folgerichtig hat sich die Holcim Schweiz in den vergangenen

Jahren zusätzlich zum lokalen und regionalen

Engagement für eine nachhaltige Entwicklung auch

immer mehr für internationale Belange eingesetzt. So

setzt unser Unternehmen den Global Compact um, zu

dem sich der Mutterkonzern Holcim Ltd im Jahr 2003

bekannt hat. Der Global Compact ist eine Initiative der

Vereinten Nationen für eine gerechtere und nachhaltigere

Wirtschaft. Weltweite Konzernvorgaben bilden

die Grundlage der Nachhaltigkeitsstrategie, nach der die

Holcim Schweiz handelt.

In der Berichtsperiode bildeten die Arbeitssicherheit und

der Klimaschutz zwei Schwerpunkte unseres Unternehmens.

So trug die Holcim Schweiz wesentlich dazu bei,

dass die gesamten CO 2-Emissionen der schweizerischen

Zementindustrie heute noch rund 60 Prozent des Wertes

von 1990 betragen. Unsere Werke verwenden beim

Herstellungsprozess von Zement alternative Brennstoffe

wie beispielsweise Klärschlamm, Altreifen oder Kunststoffschnitzel.

Rund ein Drittel ihres Wärmebedarfs deckt

die Holcim Schweiz mit dem Einsatz von CO 2-neutralen

Ersatzbrennstoffen.

Besonders wichtig ist uns die Sicherheit der Mitarbeitenden

und von Drittpersonen, die sich auf unseren Arealen

aufhalten. In den Werken stehen zahlreiche grosse

Maschinen und Fahrzeuge unter allen Witterungsbedingungen

im Einsatz. Um die Unfallrisiken zu vermindern,

hat die Holcim Schweiz in der Berichtsperiode unter dem

Motto «Passion for Safety» einen zusätzlichen Effort geleistet.

Mit Erfolg: Zwischen 2005 und 2007 hat sich die

Zahl der Berufsunfälle im Unternehmen fast halbiert.

Im vorliegenden Bericht legen wir gemäss den Richtlinien

der Global Reporting Initiative GRI sowie in Übereinstimmung

mit dem Global Compact Rechenschaft ab über

unsere Massnahmen und Leistungen für eine nachhaltige

Entwicklung. Im Vergleich zum letzten Nachhaltigkeitsbericht

vor drei Jahren liefern wir zusätzlich detaillierte

Umweltangaben zu den einzelnen Zementwerken. Damit

tragen wir unseren lokalen Wurzeln Rechnung. Ausserdem

liessen wir unsere Daten von externen Spezialisten

validieren und sorgen damit – getreu unserem Bekenntnis

zu einem offenen Dialog mit den Anspruchsgruppen

– für noch mehr Transparenz.

Seit fast einem Jahrhundert verbindet die Holcim

Schweiz eine starke wirtschaftliche Leistung mit ökologischer

und gesellschaftlicher Verantwortung. Wir freuen

uns, Ihnen hiermit das Ergebnis der drei letzten Jahre

Einsatz für eine nachhaltige Produktion von Zement, Kies

und Beton vorzulegen. Das Erreichte macht uns stolz und

ist zugleich Ansporn für weitere Verbesserungen. Allerdings

stossen unsere Anstrengungen auch an Grenzen.

Die Technik lässt sich nicht beliebig optimieren. In einigen

Bereichen, wie dem Lärm etwa, sind weitere Fortschritte

nur noch schwer zu erreichen. Ausserdem werden die

Massnahmen stets kostspieliger.

Nach wie vor gilt jedoch, dass die nachhaltige Entwicklung

für die Holcim Schweiz die Grundlage des anhaltenden

Unternehmenserfolgs bildet. Wir arbeiten weiter

daran.

Kaspar E. A. Wenger

Vorsitzender der Geschäftsleitung

Holcim (Schweiz) AG

Nachhaltigkeitsbericht

3


Massstäbe gesetzt

Die Holcim Schweiz ist der führende Baustoffhersteller des

Landes und engagiert sich erfolgreich für eine nachhaltige

Produktion von Zement, Kies und Beton.

4 Nachhaltigkeitsbericht


PRODUKTE & PROFIL

PRODUKTE & PROFIL

Die Holcim (Schweiz) AG ist eine Tochtergesellschaft

des ebenfalls in der Schweiz beheimateten und in über

70 Ländern tätigen Baustoffunternehmens Holcim Ltd.

Ihr Kerngeschäft umfasst die Produktion und den Vertrieb

von Zement, Kies und Beton. Bei der Zementherstellung

ist das Unternehmen klarer Marktführer im Land, bei der

Produktion von Transportbeton, Kies, Sand und Schotter

verfügt es über bedeutende Marktanteile. Bis 2001

operierte die Länder gesellschaft unter dem Namen HCB

«Holderbank» Cement und Beton.

In der Berichtsperiode betrieb die Holcim Schweiz vier

Zementwerke im Inland sowie ein Mahlwerk in Vorarlberg.

Kies produziert sie in 22 Werken, die führend sind in

Verfahrenstechnik, Abbau sowie Rekultivierung und über

langfristig gesicherte Ressourcen verfügen. Die Betonherstellung

erfolgt in 40 regionalen Werken. Seine Produkte

vertreibt das Unternehmen mithilfe einer zuverlässigen

Logistik in der gesamten Schweiz sowie im angrenzenden

Ausland – wenn immer möglich per Bahn.

Holcim ist eine starke Marke. In der Schweiz sind gemäss

einer Befragung, die das Institut Link 2006 durchführte,

99 Prozent der Baufachleute mit dem Namen vertraut.

Das Erscheinungsbild ist dabei dasselbe auf der ganzen

Welt und verkörpert stets die gleichen Werte: Strength.

Performance. Passion. Immer und überall stellt Holcim

ihre hochwertigen Produkte und Dienstleistungen mit

Stärke, Leistung und Leidenschaft bereit.

Produktion und Vertrieb von Zement, Kies und Beton sind

im Wesentlichen ein regionales Geschäft – hauptsächlich

wegen der hohen Transportkosten für die immensen

Tonnagen. Trotzdem gibt es bei der Energiebeschaffung

und der Logistik Synergien mit Ländergesellschaften

Nachhaltigkeitsbericht

5


Standorte der Holcim Schweiz

Die Holcim Schweiz verfügt insgesamt über

40 Betonwerke, 22 Kieswerke und 4 Zementwerke

sowie das Mahlwerk in Lorüns

(ausserhalb der Berichtsgrenzen).

Die Sparte Kies und Beton

ist in fünf Verkaufsregionen

unterteilt. Um die Lesbarkeit der

Karte zu verbessern, sind nahe

oder am selben Ort gelegene

Standorte nebeneinander

eingezeichnet.

Kieswerk

Betonwerk

Zementwerk

Juristische Struktur

Holcim (Schweiz) AG, Würenlingen, AG

100 %

Die juristische Struktur der Holcim (Schweiz)

AG zeigt alle Beteiligungen des Unternehmens

und deren rechtliche Firmensitze.

Eingezeichnet ist auch die Systemgrenze, auf

die sich dieser Bericht bezieht. Der gemeinsame

Verwaltungssitz der Unternehmen

befi ndet sich in Zürich.

6 Nachhaltigkeitsbericht

Zementwerk Eclépens

Holcim (Vorarlberg) GmbH

Bludenz, Österreich

Region Freiburg/Bern

Region Westschweiz

100 % Holcim Kies und Beton AG

100 % Hunziker & Cie AG

Zürich, ZH

Würenlingen, AG

54 %

54 %

51 %

100 %

Zementwerk

Siggenthal

Holcim Bétondrance SA

Martigny, VS

Holcim BF+P SA

Bussigny-près-Lausanne, VD

Holcim (Cham) AG Cham

Cham, ZG

Basaltstein AG

Buchs, AG

Region

Aargau/Basel/Zentralschweiz

Holcim Gradisles SA

Aigle, VD

Praz SA

Sierre, VS

Hartsteinwerk AG Kehrsiten

Stansstad, NW

Rohstoffgewinnung Hohentengen GmbH

Hohentengen, Deutschland

Region Nord-Ost

Hauptsitz Zürich

Zementwerk Brunnen

Region Tessin

19 %

70 %

99%

100 %

45 %

Mahlwerk Lorüns

Zementwerk Untervaz

Berichtsgrenze

Klinker und Zement

Kies und Beton

Immobilien


der Holcim im benachbarten Ausland. Der Konzern hat

deshalb im Jahr 2005 eine übergeordnete Organisationseinheit

gebildet: Die Region Holcim Central Europe ist ein

Managementcluster und besteht aus den Gruppengesellschaften

in Süddeutschland, Italien und der Schweiz inklusive

des Westens Österreichs. Die Zementproduk tion,

das Energiemanagement und Finanzen & Controlling

werden zentral über die vier Länder geführt. Alle anderen

Aktivitäten wie Zementverkauf, Marketing, Kommunikation,

Kies, Beton, Human Resources und weitere lokale

Funktionen stehen unter der Führung der jeweiligen

Länderleitung, die in der Schweiz dem Vorsitzenden der

Geschäftsleitung untersteht.

Innovationen bei Zement und Beton

Beton ist der moderne Baustoff schlechthin, der bei jeder

Witterung höchsten Ansprüchen genügen muss – und

Zement ist sein Bindemittel, das die Bauwerke wie Klebstoff

zusammenhält. Ein Kubikmeter Frischbeton besteht

aus etwa 300 Kilo Zement, 150 Litern Wasser, 600 Kilo

Sand und 1400 Kilo Kies. Ohne Beton wäre die moderne

Bauwirtschaft undenkbar. Beton und seine Bestandteile

setzen sich weitgehend aus natürlichen Rohstoffen

zusammen und sind in fester Form gesundheitlich unbedenklich.

Der Baustoff ist praktisch in jede Form zu bringen,

zweckmässig einsetzbar – und äusserst langlebig.

Für den neuen Gotthard-Basistunnel hat Holcim einen

Beton entwickelt, der im heiklen geotechnischen Umfeld

voraussichtlich über hundert Jahre lang halten wird.

Die Fachleute der Holcim Schweiz entwickeln ihre Produkte

kontinuierlich weiter. Vor wenigen Jahren brachten

sie erfolgreich selbstverdichtende Betone auf den

Markt. Da diese Betone nicht maschinell vibriert werden

müssen, bringen sie den Kunden Zeitgewinne und reduzieren

den Lärm auf der Baustelle. In der Berichtsperiode

schuf Holcim teilweise in Zusammenarbeit mit Partnern

weitere Innovationen, zum Beispiel einen wasserdurchlässigen

Beton für sickerfähige Bodenbeläge sowie Leicht-

und Dämmbetonrezepturen mit wärmeisolierenden

Eigenschaften. In letzter Zeit setzten Bauherren vermehrt

auf Sichtbetone in der Architektur. Holcim hat diesen

Trend frühzeitig erkannt und bietet heute auch weissen

und gefärbten Beton an. Zusätzliches Potenzial sieht die

Holcim Schweiz in Zukunft bei Recyclingbaustoffen aus

aufbereitetem Abbruch material.

Die Umweltbilanz eines Betons hängt stark von der Art

und der Menge des eingesetzten Zementes ab. Eine Untersuchung

der EMPA im Auftrag des Branchenverbandes

cemsuisse hat gezeigt, dass pro Kubikmeter Beton

zwischen 905 und 2370 Megajoule Energie aufgewendet

werden. Davon entfallen im Normalfall etwa vier Fünftel

auf den Zementanteil im Beton. Das ist eine Menge Energie

– und doch deutlich weniger, als die Produktion anderer

Baustoffe wie Glas, Metall oder Backstein benötigt.

Bedeutsam für die Umweltbilanz von Beton ist vor allem,

dass der hochwertige Baustoff eine schlankere Bau weise

Zwei Zementwerke erneuert

PRODUKTE & PROFIL

Im Bestreben, die Produktionsanlagen auf dem neu sten

Stand zu halten, entschied die Holcim Schweiz vor

einigen Jahren, ihre Werke in Siggenthal und Eclépens zu

erneuern und auszubauen. Um die Produktions ausfälle

auf ein Minimum zu reduzieren, war es unerlässlich, beide

Grossprojekte innerhalb sehr kurzer Zeit umzusetzen.

Im Fall von Siggenthal liess sich die Erneuerung etappenweise

mit den ohnehin nötigen jährlichen Revisionen

verbinden. An beiden Standorten legte Holcim zudem

grossen Wert darauf, neben der Produktions kapazität

auch die Umweltleistung zu verbessern.

Im Werk Siggenthal begannen die Erneuerungsarbeiten

im Jahr 2004 und umfassten folgende Massnahmen:

Einbau eines neuen Klinkerkühlers, Austausch des

Ofeneinlaufs, Erweiterung des Ofendurchmessers und

Ausstattung des Leitstands mit modernster Technik und

Schallschutzwänden. Im Jahr 2007 fand die letzte Ausbauetappe

statt: An die Stelle des bisherigen Elektrofi lters

trat ein wirkungsvoller Schlauchfi lter, zudem wurde die

oberste Zyklonstufe des Wärmetauscherturms ersetzt.

Insgesamt gelang es so, die tägliche Produktionskapazität

um rund 15 Prozent auf 2275 Tonnen zu erhöhen,

bei gleichzeitiger Senkung des spezifi schen Energieverbrauchs.

In Eclépens erfolgten die Arbeiten Anfang 2007: Auch das

Westschweizer Werk erhielt einen neuen Klinkerkühler.

Dort wird der frisch gebrannte Klinker nun auf luftdurchlässigen

Platten von über 1400 auf 80 statt wie früher auf

220 Grad Celsius abgekühlt, was eine bessere Wärme rückgewinnung

ermöglicht. Gleichzeitig verbessert das neue

Verfahren die Qualität des Klinkers. Weiter wurde neu ein

so genannter Vorkalzinator eingebaut, eine zusätzliche

Brennkammer zum Aufheizen des Rohmaterials. Auch

diese steigert die Energieeffi zienz und erlaubt es zudem,

grössere Mengen von alternativen Brennstoffen einzusetzen.

Dank der gründlichen Erneuerung verbraucht

das Werk trotz der um rund einen Drittel gesteigerten

Produktion kaum mehr Energie als vorher.

Nachhaltigkeitsbericht

7


Zementproduktion










und eine grössere Dauerhaftigkeit von Gebäuden und

Infrastrukturbauten ermöglicht.

Individuelle Beratung

Die Zementproduktion blieb in der

Berichtsperiode mit rund 2,7 Millionen

Tonnen jährlich stabil. Die Anlagen waren

ausgelastet.

Die Holcim Schweiz entwickelt sich zunehmend zu einem

Dienstleister, der neben dem Verkauf hochwertiger Produkte

auch umfassende Beratung und Gesamt lösungen

anbietet. Sie hilft den Kunden, die Anwendungsgebiete

von Beton und Zement zu optimieren, entwickelt aber

auch massgeschneiderte Zemente und Betonrezepturen

für spezielle Anwendungen. Bei Bedarf greifen die

Fachleute von Holcim dabei auf eigene Labors zurück. Im

Herbst 2006 eröffnete das Unternehmen in Manno ein

zusätzliches Labor, das die Betonanlagen im Tessin mit

Prüfungen, Analysen und Beratungen in der Qualitätssicherung

unterstützt.

Das hohe Qualitätsbewusstsein von Holcim zeigt sich

auch in exakt festgelegten Abläufen, Weiterbildungen

der Mitarbeitenden sowie kontinuierlichen Lern- und

Optimierungsprozessen. Eine wichtige Rolle spielt dabei

die Zertifi zierung der Werke nach den anerkannten Qualitätsnormen

der International Organization for Standardization

ISO. In einem ersten Schritt liess Holcim bereits vor

Jahren sämtliche Werke nach der ISO-Norm 9001:2000

zertifi zieren und stellte damit die kontinuierliche Überwachung

und Verbesserung von Produkten und Arbeitsabläufen

sicher. Unabhängige Auditoren überprüfen

periodisch, ob das Managementsystem die Norm erfüllt.

In einem zweiten Schritt, der in der Berichtsperiode

abgeschlossen wurde, liess die Holcim Schweiz die

Umweltmanagementsysteme all ihrer Werke gemäss



8 Nachhaltigkeitsbericht



Kiesproduktion
















Die Kiesproduktion ist nach einer mehrjäh

rigen Wachstumsperiode mit einem

Höhe punkt im Jahr 2006 wieder etwas

zurückgegangen.

dem Standard ISO 14001:2004 zertifi zieren. Dies belegt,

dass das Unternehmen in Überein stimmung mit den

Umweltgesetzen produziert (Legal Compliance) und

seine Umweltleistung laufend verbes sert. Die Holcim

Schweiz gehört damit zu den wenigen Anbietern in der

Baustoffbranche, die sowohl über ein Qualitäts- als auch

Umweltmanagementsystem verfügen. Diesen Wissensvorsprung

will das Unternehmen erhalten. Im Jahr 2006

startete es unter dem Namen «Quality+» ein Ausbildungsprogramm,

das einerseits das bestehende Know-how

seiner Mitarbeitenden sichert und erweitert, andererseits

kompetente Nachwuchskräfte aufbaut.

Kapazitäten ausgebaut

Während der Berichtsperiode produzierten die vier Zementwerke

der Holcim Schweiz insgesamt etwa 2,7 Millionen

Tonnen Zement pro Jahr. Neben den Standardzementen

Normo und Fluvio sowie Spezialzementen wie

Fortico stellte das Unternehmen in der Mischanlage des

Zementwerks Siggenthal eine Reihe von massgeschneiderten

Zementen her. Die Jahresproduktion der zwanzig

Kiesgruben und Steinbrüche belief sich auf rund sechs

Millionen Tonnen Kies, Sand und Schotter. Die vierzig

Betonwerke der Holcim Schweiz mischten jährlich mehr

als 1,5 Millionen Kubikmeter Beton.

In der Berichtsperiode entschloss sich die Holcim Schweiz,

ihre Werke in Siggenthal und Eclépens zu erneuern und

auszubauen. Um den Produktions ausfall möglichst gering

zu halten, mussten die Umbauetappen in sehr kurzer

Zeit vollzogen werden (siehe Randspalte Seite 7). Weiter

hat das Unternehmen mehrere Kies werke erneuert und

in Manno ein neues Betonwerk mit einer Produktions-

Betonproduktion












Die Holcim Schweiz verkaufte in der

Berichtsperiode mehr als 1,5 Millionen

Kubikmeter Beton pro Jahr. Die guten Zahlen

sind unter anderem auf die starke Bautätigkeit

im Wohnungs- und Infrastrukturbereich

zurückzuführen.


kapazität von 150 Kubikmetern Beton pro Stunde

eröffnet. Mit Einrichtungen wie einer Waschwasseraufbereitungsanlage

sowie vollständig eingehausten Verladezonen

und Kieslagerungen hat die Anlage neue Massstäbe

in der umweltschonenden Betonherstellung gesetzt.

Umsatz gesteigert

Der Bausektor ist ein wichtiger Faktor für die schweizerische

Volkswirtschaft. Die Branche erwirtschaftet fast

sechs Prozent der gesamten Wertschöpfung und beschäftigt

etwa sieben Prozent aller Erwerbstätigen (ohne

Zulieferindustrie). In den vergangenen Jahren profi tierte

die Bauwirtschaft von einer wachsenden Nachfrage,

insbesondere im privaten Wohnungsbau. Trotz der guten

Konjunktur hat sich der Wettbewerb verschärft, da die

Zahl der Bauunternehmen zugenommen hat und auch

ausländische Mitbewerber vermehrt in der Schweiz

auftreten.

Obwohl die zunehmende Konkurrenz auf die Preise

drückte, agierte Holcim in der Berichtsperiode ökonomisch

äusserst erfolgreich. Als Qualitätsanbieter kann

sich das Unternehmen auf dem Markt besonders dort

behaupten, wo profundes Know-how und erstklassiger

Service gefragt sind. Die Holcim Schweiz hat in der Berichtsperiode

ihren Umsatz kontinuierlich gesteigert und

erzielte im Jahr 2007 einen Umsatz von rund 800 Millionen

Franken. Knapp die Hälfte davon erwirtschaftete die

Sparte Zement, etwas weniger als ein Drittel entfi el auf

die Betonherstellung und der Rest auf die Kiesproduktion.

Holcim Ltd ist an der SWX Swiss Exchange kotiert und

berichtet in Übereinstimmung mit den International Fi-

Gesamtumsatz




















Der Gesamtumsatz der Holcim Schweiz

(inklusive Kies- und Zementverkäufe innerhalb

der Holcim) beläuft sich pro Jahr auf

rund 800 Millionen Franken. Gegenüber der

vorangegangenen Berichtsperiode hat sich

der Umsatz erhöht. (Unten: Zement, Mitte:

Kies, oben: Beton. Werte gerundet.)

PRODUKTE & PROFIL

Know-how für das neue Nationalparkzentrum

Nach einer 6-jährigen Planungs- und Bauzeit besitzt Zernez

seit Mai 2008 einen neuen Blickfang: das markante

Besucherzentrum des Schweizerischen National parks.

Der monolithische Bau mit seinen quadratischen Fronten

und den grossen Panoramafenstern wirkt wie ein Findling

– archaisch und zeitlos. Die Handschrift des Churer

Architekten Valerio Olgiati ist unverkennbar: Klare Linien,

grosszügige Räume und unkonventionelle Lösungen

verleihen seinem Bau eine ausserge wöhnliche Wirkung.

Die Holcim Schweiz hat sich am Bau des Besucherzentrums

beteiligt, indem sie den Zement für das Sichtbetonmauerwerk

kostenlos zur Verfügung stellte. Noch

wichtiger war allerdings die fachliche Beratung von

Architekt und Bauingenieuren. Zur Anwen dung kam

nämlich ein besonderer Sichtbeton. Einerseits hatte er

nach den Vorstellungen des Architekten eine bestimmte

Färbung und Körnung aufzuweisen. Andererseits sollte

er ausserordentlich gute Dämmwerte erreichen und

gleichzeitig die üblichen Anfor derungen an Festigkeit,

Dichtigkeit und Frostbeständigkeit erfüllen.

Einen solchen Baustoff gibt es nicht von der Stange. Um

ihn herzustellen, braucht es viel Fachwissen. Die Fachleute

von Holcim fügten bei der Betonfertigung einem

Weisszement statt Kies besonders leichte, künstliche

Gesteinskörner (Blähton) und einen speziellen Sand bei.

Nachdem sie den Baustoff testweise gemischt und auf

die geforderten Festbetoneigenschaften überprüft hatten,

stellten sie Musterplatten her. Weil der erste Farbton

noch nicht vollauf befriedigte, passten die Ingenieure die

Mischung an und überprüften sie ein zweites Mal. Diesmal

stimmte das Ergebnis, das sich nun in den eindrücklichen

Ausstellungsräumen im Engadin besichtigen lässt

(www.nationalpark.ch).

Nachhaltigkeitsbericht

9


Wertschöpfungsrechnung Holcim Ltd

In Millionen Franken 2005 2006 2007

Nettoverkaufserlös 18 468 23 969 27 052

Einkäufe –10 142 –13 432 –14 050

Abschreibungen –1 339 –1 723 –1 919

Nettowertschöpfung 6 987 8 814 11 083

Mitarbeiter –3 569 –4 243 –4 558

Steuern –865 –1 078 –1 201

Dividenden –564 –997 –1 202

Nettofi nanzkosten –735 –774 –779

Gewinn 1 254 1 722 3 343

Der Mutterkonzern Holcim Ltd ist in der Berichtsperiode deutlich gewachsen und hat die

Nettowertschöpfung von rund sieben auf elf Milliarden Franken gesteigert. Der Gewinn hat

sich auf über drei Milliarden Franken verdoppelt.

10 Nachhaltigkeitsbericht

nancial Reporting Standards (IFRS) vierteljährlich über die

fi nanzielle Situation des Konzerns (www.holcim.com). Als

hundertprozentiges Tochterunternehmen veröffentlicht

die Holcim (Schweiz) AG keine eigenen Finanzzahlen.

Um ihre Position im Kiesmarkt weiter zu stärken, hat die

Holcim Schweiz die Aktienmehrheit an der Basaltstein AG

in Buchs SG sowie an der Hartsteinwerk AG in Kehrsiten

NW erworben. Durch die Übernahme der beiden Unternehmen

kann die Holcim Schweiz ihr Produktsortiment

mit Hartgestein ausbauen, das vor allem in Asphalt,

Splitt und Bahnschotter Verwendung fi ndet. Ausserdem

wurden die Georoc AG und die Holcim Gradisles SA rechtlich

in die Holcim (Schweiz) AG integriert. Umgekehrt hat

das Unternehmen die Kies- und Betonwerke in Tuggen

und Niederurnen verkauft, um sich stärker auf bestimmte

Regionen konzentrieren zu können. Mit diesen Massnahmen

hat die Holcim Schweiz ihre rechtliche Struktur

weiter konsolidiert und die Unternehmensbereiche mit

hoher Wertschöpfung gestärkt.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Keine andere Branche der Schweiz verarbeitet so viele

natürliche Ressourcen und transportiert solche Mengen

Material wie die Bauwirtschaft. Wegen der erforderlichen

hohen Temperaturen verbraucht die Zementherstellung

zudem viel Energie, und es bilden sich erhebliche Mengen

von Luftschadstoffen und Kohlendioxid. Die Holcim

Schweiz bekennt sich zu einer nachhaltigen Entwicklung

und bemüht sich deshalb bereits seit vielen Jahren, die

Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeit so weit wie möglich

zu minimieren. Bis heute hat es das Unternehmen

geschafft, seine Emissionen deutlich zu senken, insbesondere

jene des Kohlendioxids.

Solch markante Fortschritte sind nur möglich, weil die

Holcim Schweiz Jahr für Jahr mehrere Millionen Franken

in Umweltmassnahmen investiert. Gemäss den

Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung müssen

für einen dauerhaften Unternehmens erfolg indes die

ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüche

im Einklang stehen. Exemplarisch gelingt der Holcim

Schweiz diese Balance mit dem Einsatz von alternativen

Brenn- und Rohstoffen, wie etwa Altreifen, Kunststoffen,

Trockenklärschlamm oder verunreinigten Böden. Nicht

nur vermindert das Unter nehmen dadurch massiv

Kohlendioxidemissionen, es leistet auch einen gesellschaftlichen

Beitrag zur ökologischen Entsorgung von

Reststoffen.

Als Folge dieser Verfahren ist Holcim in den letzten

Jahren zu einem wichtigen Partner der Abfallwirtschaft

geworden. Mit dem Erlös, den das Unternehmen durch

den Einsatz von geeigneten Reststoffen erzielt, kann es

Einrichtungen zur sauberen Verwertung der Brenn- und

Rohstoffe sowie nachgelagerte Umweltmassnahmen

wie effi ziente Filteranlagen mitfi nanzieren. Gleichzeitig

vermag die Holcim Schweiz so ihre Konkurrenzfähigkeit

gegenüber Mitbewerbern zu steigern.

Anerkennung für seine konsequente Umsetzung von

Nachhaltigkeitsprinzipien fand der Mutterkonzern deshalb

nicht zuletzt im Umfeld der Analysten: Holcim Ltd

war in der Berichtsperiode während dreier Jahre in Folge

Leader of the Industry des Dow-Jones-Sustainability-Index

DJSI. Der DJSI ist der erste globale Index, der führende Unternehmen

weltweit auf ihre Nachhaltigkeit untersucht

und bewertet. Ein wichtiger Grund für Anerkennung

des DJSI war, dass Holcim unter den weltweit tätigen

Zementkonzernen die tiefsten Kohlendioxidemissionen

pro produzierte Tonne Zement ausweisen kann. Weiter

Verteilung der Wertschöpfung












Den weitaus grössten Anteil an der Nettowertschöpfung

des Konzerns haben mit

rund 4,5 Milliarden Franken die Mitarbeitenden

des Unternehmens.


erhielt der Konzern Bestnoten für seine Energiesparstrategien,

für den Dialog mit seinen Anspruchsgruppen,

den Anstrengungen in der Arbeitssicherheit und bei der

Mitarbeiterentwicklung.

Auszüge* aus dem Mission Statement

der Holcim Ltd

Wir streben danach, das weltweit angesehenste und

attraktivste Unternehmen der Branche zu sein, und

schaffen Nutzen für sämtliche Anspruchsgruppen.

Wir haben zum Ziel, in unserer Branche stets die höchste

Kundenzufriedenheit zu erreichen.

Es ist unser Ziel, in unseren wichtigen Märkten die beste

Wettbewerbsposition zu erreichen – durch innovative

Produktgestaltung und optimale Betriebsabläufe.

Es ist unser Ziel, ein Arbeitgeber der ersten Wahl zu sein.

Wir wollen eine führende Rolle bei der Ausübung der

sozialen Verantwortung in unserem Einfl ussbereich

einnehmen.

Holcim bekennt sich zu einer nachhaltigen Entwicklung,

die es erlaubt, Bedürfnisse der heutigen Generation zu

erfüllen, ohne die Möglichkeiten kommender Generationen

zu beschneiden.

Es ist unser Ziel, mit Regierungen, internationalen Organisationen

und Nichtregierungsorganisationen einen aktiven

Dialog aufrechtzuerhalten und als ein geschätzter

und glaubwürdiger Partner anerkannt zu werden.

Unsere Anspruchsgruppen sind wichtig für uns, und wir

verpfl ichten uns, über unsere Leistungen und Fortschritte

im Hinblick auf unsere Ziele der nachhaltigen Entwicklung

öffentlich Bericht zu erstatten.

* Massgeblich ist die originale englische Fassung

(www.holcim.com).

PRODUKTE & PROFIL

Nachhaltige Betonproduktion für die NEAT

Mit der Neuen Alpentransversale NEAT schafft der

Bund eine verbesserte Eisenbahninfrastruktur für die

Nord-Süd-Achse. Kernstück des Jahrhundertbauwerks

ist der Gotthard-Basistunnel, bei dessen Bau die Holcim

Schweiz in der Berichtsperiode eine wichtige Rolle

spielte. Den Spritz- und Ortsbeton für den Vortrieb auf

der Gotthard-Südseite zum Beispiel stellen die beiden

Werke Bodio und Faido her. Der gesamte Beton wird dort

in Eisenbahnwagen verladen und auf der Schiene zum

Einsatzort transportiert; im Jahr 2006 waren dies etwa

210 000 Kubikmeter.

Die Holcim Schweiz verarbeitet auch den Tunnelaushub

der Gotthard-Südseite. Kilometerlange Förderbänder

bringen das Gesteinsmaterial direkt zum Kieswerk, wo

eine grosse Sortieranlage den noch brauchbaren Kies

aussiebt. Rund 20 Prozent des Aushubs werden rezykliert,

das übrige Material lagert die Holcim Schweiz

auf der anderen Seite des Lukmaniers in einem ehemaligen

Steinbruch ab. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen

im Auftrag der NEAT eigens einen Stollen für ein

Förderband erstellt, das den Aushub quer durch den Berg

befördert. Damit ist eine vorbildliche Materialbewirtschaftung

ohne Lastwagen gewährleistet.

Auch bei der NEAT-Baustelle Sedrun liefert die Holcim

Schweiz den Zement per Bahn an. Das Werk Untervaz

füllt den Baustoff in Bahncontainer, die von der Rhätischen

Bahn und der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach

Sedrun transportiert werden. Ein Materiallift bringt den

Zement mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometer

pro Stunde in ein riesiges Betonwerk 800 Meter unter

der Erdoberfl äche. Es produziert den Beton direkt im

Tunnel und ermöglicht so, auf eine einmalige Weise die

Transportwege gering zu halten.

Nachhaltigkeitsbericht

11


Verbindliche Vorgaben

Die Holcim Schweiz hat die nachhaltige Entwicklung zu

einem zentralen Grundsatz ihrer Tätigkeit erhoben. Das

Unternehmen will seine Ziele mit umfassenden Strategien

erreichen.

12 Nachhaltigkeitsbericht


VERANTWORTUNG

VERANTWORTUNG

Die Wurzeln von Holcim reichen mehr als ein Jahrhundert

zurück. Dank dieser langen und erfolgreichen Geschichte

weiss das Unternehmen, wie wichtig es gerade im

Industriesektor ist, verantwortungsvoll zu wirtschaften.

Dies gilt besonders in einem kleinen Land mit knappen

Ressourcen wie der Schweiz. Betriebs- und Abbaubewilligungen

erhält die Holcim Schweiz zum Beispiel

nur, wenn sie jederzeit sorgsam mit den Ressourcen

umgeht und Rücksicht auf die Natur und ihre Nachbarn

nimmt.

Symbolisch für die langfristig orientierte, nachhaltige

Tätigkeit der Holcim Schweiz steht ein Doppeljubiläum,

welches das Unternehmen im Jahr 2007 feiern konnte.

Das Zementwerk Untervaz wurde 50 Jahre alt, das Mahlwerk

Lorüns sogar 100 Jahre. Beide Werke, die zusammen

über 150 Mitarbeitende beschäftigen, sind stark in der

jeweiligen Region verankert. Sie prosperieren dank des

gegenseitigen Vertrauens, das die Werksleitungen mit

den Behörden und der Nachbarschaft über die Jahre

aufgebaut haben.

Was einst mit der Pfl ege von gutnachbarschaftlichen

Beziehungen begann, ist in der globalisierten Wirtschaft

von heute zu einem viel diskutierten Thema geworden:

das Übernehmen von gesellschaftlicher Verantwortung.

Aufgrund seiner langen Tradition in diesem Bereich war

es für den Mutterkonzern Holcim Ltd ein logischer Schritt,

im Jahr 2003 dem Global Compact beizutreten. Diese

weltweite Initiative der Vereinten Nationen (UNO) umfasst

zehn Prinzipien, die auf weithin akzeptierten Grundsätzen

guter Unternehmens führung fussen. Ihr Ziel ist es,

das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen zu

fördern sowie eine gerechtere und nachhaltigere Weltwirtschaft

zu schaffen.

Nachhaltigkeitsbericht

13


Korrekte Geschäftsführung

Um den Global Compact umzusetzen, hat Holcim Ltd

im Jahr 2004 einen Verhaltenskodex (Code of Conduct)

aufgestellt, der für alle Ländergesellschaften gilt. Er hält

die wichtigsten Prinzipien in den Bereichen Corporate

Governance (gute Geschäftsführung), Umweltschutz

und Gesellschaft fest. Insbesondere bekennt sich Holcim

im Kodex zum fairen Wettbewerb, zur Ächtung von

Bestechung und Korruption sowie zu einer offenen und

transparenten Kommunikation.

Die Holcim Schweiz hat konkrete Massnahmen ergriffen,

um sicherzustellen, dass ihr Personal diese Grundsätze

beachtet. Seit Anfang 2006 führt das Unternehmen zum

Beispiel für sämtliche Kader- und Verkaufsleute eine

computergestützte Schulung in Kartellrecht durch. Dank

genauer Kenntnis der Wettbewerbsvorschriften können

die Mitarbeitenden ihre Verantwortung im eigenen Zuständigkeitsbereich

noch besser wahrnehmen.

Die Grundsätze der guten Unternehmensführung

widerspiegeln sich auch in der Organisationsstruktur

der Holcim Schweiz: Transparente Führungs prozesse gewährleisten

eine effektive Kontrolle der Geschäftsleitung

Langfristige Nachhaltigkeitsziele der Holcim Schweiz

Masterplan Nachhaltigkeit der Holcim Schweiz

Projektstart

• Projekt defi nieren

• Projekt planen

• Nachhaltigkeitskomitee

formieren

Bestandesaufnahme

• Stakeholder erfassen

und priorisieren

• Chancen und Risiken

erkennen

• Aktuelles Engagement

erfassen

• Benchmarking durchführen

durch den Verwaltungsrat. Zwischen dem Verwaltungsrat

und der Geschäftsleitung gibt es keine personellen

Überschneidungen.

Nicht zuletzt dank ihrer klaren Geschäftsgrundsätze

hatte die Holcim Schweiz in der Berichtsperiode einmal

mehr keine Bussen zu entrichten – weder für wettbewerbswidriges

Verhalten oder arbeitsrechtliche Verstösse

noch für Übertretungen des Umweltgesetzes. Eine Untersuchung

der eidgenössischen Wettbewerbskommission

(Weko) in Zusammenhang mit dem Bau der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen

Neat wurde eingestellt. Die

Weko erkannte, dass es keine unzulässigen Preisabsprachen

zwischen den Zement- und Betonherstellern gab.

Umfassende Strategie zur nachhaltigen Entwicklung

Holcim hat die Nachhaltigkeit zu einem ihrer wichtigsten

Unternehmensprinzipien erhoben. In seinem Mission

Statement bekennt sich der Konzern dazu, eine Entwicklung

anzustreben, die «gegenwärtige Bedürfnisse befriedigt,

ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu

beeinträchtigen». Zu diesem Zweck hat Holcim Ltd ein

einheitliches Vorgehen für die ganze Gruppe festgelegt

Ökonomische Verantwortung Soziale Verantwortung Ökologische Verantwortung

Nachhaltiges Wachstum im Kerngeschäft

Kies, Zement und Beton

Partnerschaftliche, langfristige Beziehungen

zu unseren Kunden

Erreichung der OH&S-Konzernvorgaben

(pro Jahr 30 Prozent weniger Unfälle)

Strategie entwickeln

• Langfristige Ziele

aufstellen

• Strategie festsetzen

• Prioritäten festlegen

• Aktivitäten und Projekte

defi nieren

• Kommunikation

defi nieren

Einhalten der gesetzlichen Vorschriften

Erhalten von Arbeitsplätzen Laufende Verbesserung des

Umweltmanagementsystems

Befolgung der gesetzlichen Vorschriften Kompetente Schulung der Mitarbeitenden

für ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich

Einhaltung der von der UN aufgestellten

Grundsätze der Menschenrechte

Regelmässige Berichterstattung gemäss

Konzernvorgaben

Unterstützung des freien Wettbewerbs Keine Duldung von Ungleichbehandlungen

wie Diskriminierung, Belästigung etc.

Reduktion der Umweltbelastung auf

ein Minimum

Laufende Optimierung des

Ressourcen verbrauchs

Pfl ege der Kontakte zu den

Anspruchs gruppen

Ausarbeitung

• Pläne ausarbeiten

• Budgets festlegen

• Monitoring (mit KPI)

defi nieren

• Berichterstattungssystem

festlegen

Abschluss

• Projektübergabe

• Auswertung

• Wissenstransfer

Die obige Tabelle enthält die vorläufi g formulierten Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie. Das Schema zeigt die wichtigsten Schritte im Rahmen des Masterplans Nachhaltigkeit,

der bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein soll. Die dunkelblau gefärbte Phase wurde zum Schluss der Berichtsperiode erreicht, aber noch nicht abgeschlossen.

Der Prozess wird vom Nachhaltigkeitskomitee unter Führung des Geschäftsleitungsvorsitzenden gesteuert.

14 Nachhaltigkeitsbericht


sowie Ziele und Prioritäten defi niert. Als vordringlich

erachtet der Konzern die Bereiche Klima und Energie,

Arbeitssicherheit, gesellschaftliches Engagement,

Beziehungen zu Anspruchsgruppen sowie nachhaltiges

Bauen. Innerhalb der Branche will das Unternehmen eine

klare Vorreiterrolle im Bereich der nachhaltigen Entwicklung

übernehmen. (Weitere Angaben dazu fi nden sich

im Nachhaltigkeitsbericht von Holcim Ltd, www.holcim.

com/sustainability.)

Um die weltweit gültigen Konzernvorgaben umzusetzen,

hat die Holcim Schweiz einen Masterplan Nachhaltigkeit

entwickelt. Sie hält darin fest, wie sie bis zum Jahr 2010

eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten

will (siehe Abbildung gegenüber). Verantwortlich für die

Realisierung des Masterplans ist ein eigens geschaffenes

Nachhaltigkeitskomitee. Es vereint Manager und Fachleute

aus allen Bereichen des Unternehmens und steht

unter der Führung des Geschäfts leitungs vorsitzenden

Kaspar E.A. Wenger.

Die Arbeiten im Rahmen des Masterplans sind inzwischen

weit fortgeschritten. Die Holcim Schweiz hat sukzessive

alle nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten in einer

Datenbank erfasst, die Chancen und Risiken von nachhaltigem

Wirtschaften in den einzelnen Geschäftsbereichen

ermittelt sowie ihre Anspruchsgruppen identifi ziert. Auf

dieser Basis hat das Unternehmen dann langfristige Ziele

aufgestellt (siehe Tabelle gegenüber). Im nächsten Schritt

geht es nun darum, die eigentliche Strategie festzulegen.

Dazu gehört auch ein Set von Indikatoren (Key Performance

Indicators), damit sich die Fortschritte in der

Nachhaltigkeitspolitik objektiv überwachen lassen.

Holcim will indes nachhaltiges Handeln nicht allein

innerhalb des eigenen Unternehmens vorantreiben, sondern

auch im Rahmen ausgesuchter partnerschaftlicher

Initiativen. So hatte Holcim Ltd als Mitglied des World

Business Council for Sustainable Development massgeblichen

Anteil an der im Jahr 2002 lancierten «Cement

Sustainability Initiative», an der sich zehn weltweit führende

Zementhersteller beteiligen. Der 2007 abgeschlossene

Aktionsplan der Initiative setzte Schwerpunkte auf

die Reduktion der CO 2-Emissionen und den verstärkten

Dialog mit Anspruchsgruppen. Er war mitbestimmend

für die Nachhaltigkeits politik von Holcim Ltd und damit

auch der Holcim Schweiz in der Berichtsperiode

(www.wbcsdcement.org).

Offenes Ohr für Anspruchsgruppen

Eine entscheidende Rolle in Fragen der Nachhaltigkeit

spielt der Umgang mit Anspruchs gruppen, auch

Stakeholder genannt. Gemeint sind damit Gruppen von

Menschen und Organisationen, die an ein Unternehmen

konkrete Ansprüche stellen. Obwohl sich diese Ansprüche

voneinander unterscheiden, muss es Ziel des Unternehmens

sein, sie in ein Gleichgewicht zu bringen. Die

nebenstehende Grafi k zeigt die Stakeholder der Holcim

Zusammenarbeit mit Archäologen

VERANTWORTUNG

Im Abbauperimeter des Steinbruchs Mormont des

Zementwerks Eclépens wurden im Jahr 2006 Überreste

eines Heiligtums der Helvetier entdeckt, das zwischen

120 und 80 vor Christus als religiöses Zentrum diente.

Da dieser Bereich des Hügels Mormont für die nächste

Abbauphase vorgesehen war, war schnelles und fl exibles

Handeln gefragt.

Gemeinsam mit kantonalen Archäologinnen und Archäologen,

dem Amt für Wald, Fauna und Natur des Kantons

Waadt sowie Partnern aus der Standortgemeinde suchte

die Holcim Schweiz nach der besten Lösung, um dieses

Kulturerbe zu schützen und gleichzeitig den Anliegen des

Kalksteinabbaus gerecht zu werden. Holcim übernahm

die Finanzierung der breit angelegten Untersuchungen,

damit die archäologischen Funde in nützlicher Frist wissenschaftlich

erfasst und geborgen werden konnten.

Rund 260 Opfergruben mit einer Tiefe von 80 Zentimetern

bis fünf Metern legten die Archäologen frei. Die

Gruben enthielten Tier- und Menschenknochen sowie

Überreste von Tongefässen. Auch Münzen, eiserne Werkzeuge

und Steinmühlen förderte die Grabung zutage. Die

konstruktive Zusammenarbeit von Holcim Schweiz mit

verschiedenen Partnern hat so neue Erkenntnisse über

das Leben der Helvetier erbracht, welche die Schweiz

schon vor den Römern besiedelt hatten.

Nachhaltigkeitsbericht

15


Schweiz; am zentralsten sind Kunden und Mitarbeitende.

Weil aber die Tätigkeiten von Holcim ressourcenintensiv

sind und Auswirkungen auf die Umwelt haben, gehören

auch Umweltbehörden, Umweltorganisationen und

Standortgemeinden zu den wichtigen Anspruchsgruppen

des Unternehmens.

Die Holcim Schweiz ist bestrebt, ihre Stakeholder offen

und rasch über wichtige Ereignisse und Entwicklungen

im Unternehmen zu informieren. Dieser Grundsatz ist in

den Richtlinien für Medienbeziehungen und Krisenkommunikation

der Holcim Gruppe festgeschrieben. Medien

werden ehrlich und umfassend informiert – dies gilt gerade

auch im Falle von unangenehmen Mitteilungen oder

Krisen. Zudem erhalten Politiker, Behörden und andere

Meinungsmacher periodisch einen Newsletter, in dem die

Holcim Schweiz ihre Bestrebungen für eine nachhaltige

Entwicklung darstellt und politische Lösungsvorschläge

präsentiert. Die Zementwerke veröffentlichen ein- bis

zweimal jährlich ein Informationsblatt mit wichtigen

Mitteilungen für alle Anwohner. Auch innerhalb des Unternehmens

und mit den Arbeitnehmerorganisationen

pfl egt Holcim eine ausführliche Kommunikation (siehe

Kapitel «Mitarbei tende»).

Die Holcim Schweiz hat während ihrer langjährigen Tätigkeit

zu zahlreichen Anspruchs gruppen ein Vertrauens-

Die Anspruchsgruppen der Holcim Schweiz

Kunden

Konzern

Baubeeinfl usser

Arbeitsmarkt

Mitbewerber

Lieferanten

Transportdienstleister

Die Anspruchsgruppen der Holcim Schweiz wurden im Rahmen des Masterplans Nachhaltigkeit

defi niert. Dunkelblau sind die internen Stakeholder, hellblau die externen Stakeholder

gekennzeichnet.

16 Nachhaltigkeitsbericht

Anwohnerinnen und Anwohner

Pensionierte

Mitarbeitende

Familienangehörige

Nichtregierungsorganisationen

Medien

Ämter und Behörden

Hochschulen

Investoren

Gewerkschaften

Öffentlichkeit

Politiker

Verbände

verhältnis aufgebaut, das sie auch in Zukunft unbedingt

bewahren möchte. Für Kunden organisiert das Unternehmen

Ausbildungskurse sowie Tagungen, stellt Referenten

für Seminare und führt gesellige Anlässe durch. Bei

anspruchsvollen Projekten kooperiert die Holcim Schweiz

eng mit den Geschäftspartnern, beispielsweise mit Unternehmen

aus der Zusatzmittelindustrie. Ein partnerschaftliches

Verhältnis besteht auch mit Umweltorganisationen.

So erfolgen Renaturierungen von Steinbrüchen

und Kieswerken in enger Zusammenarbeit mit Organisationen

wie Pro Natura oder WWF. Im Bildungswesen

schliesslich stellt die Holcim Schweiz Referenten an der

SANU (Bildung für nachhaltige Entwicklung) in Biel.

Die Holcim Schweiz hat aber nicht bloss ein offenes Ohr

für die Anliegen ihrer Anspruchsgruppen. Mehr noch, sie

geht aktiv auf diese zu, um allfällige Probleme frühzeitig

zu erkennen und entsprechende Projekte in die Wege zu

leiten. In Stansstad zum Beispiel, wo das Kiesabbau gebiet

erweitert werden soll, hat das Werk bereits in einer frühen

Projektphase einen Tag der offenen Tür durchgeführt

und die Anwohnerinnen und Anwohner zu persönlichen

Gesprächen eingeladen. Das gemeinschaftliche Vorgehen

ermöglichte es, Wege für eine kontinuierliche Verbesserung

des Lärmschutzes zu fi nden. Auch mit lokalen

Landschafts- und Naturschutzorganisationen ist die

Holcim Schweiz ständig in Kontakt – in Stansstad etwa

im Rahmen einer jährlichen gemeinsamen Begehung

der Kiesgrube.

Besonders sorgfältig pfl egt die Holcim Schweiz die Beziehungen

zu den Behörden der Standortgemeinden. Jedes

Zementwerk informiert mindestens einmal pro Jahr den

örtlichen Gemeinderat über die aktuellen Entwicklungen.

Die Werkleiter kommunizieren direkt mit den zuständigen

Gemeinderäten und pfl egen mit den Gemeindeverwaltungen

ein partnerschaftliches Verhältnis. Dies gibt

beiden Seiten die Möglichkeit, ihre Wünsche und Bedürfnisse

offen zu äussern. Die Bevölkerung kann auf dem

Internet jederzeit Umweltinformationen zu den Zementwerken

abrufen und die Anlagen nach Voranmeldung besichtigen.

Die Werke engagieren sich zudem für Projekte

in der Region und unterstützen lokale Sportvereine.

Die Holcim Schweiz fördert auch regelmässig besondere

Initiativen von Stakeholdern, insbesondere im Bereich des

nachhaltigen Bauens. So beteiligt sich das Unternehmen

mit fi nanziellen Mitteln und Materiallieferungen am Bau

der Neuen Monte-Rosa-Hütte im Wallis. Dieses von der

ETH Zürich in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern

entwickelte Hightechbauwerk auf rund 2800 Metern

über Meer soll einen Energiedeckungsgrad von 90 Prozent

erreichen.

Erfahrungen teilen

Um den Erfahrungsaustausch über zentrale Elemente

ihrer Tätigkeit zu fördern, ist die Holcim Schweiz Mitglied

einer Reihe von Verbänden und Organisationen. Inner-


halb der Baustoff branche gehört sie dem Verband der

Schweizerischen Cementindustrie (cemsuisse), dem

Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie

(FSKB) sowie der in der Berichtsperiode gegründeten

Betonsuisse Marketing AG an. Mit ihren Schulungen und

Dokumen tationen leisten die Fachverbände wertvolle

Dienste bei Problemen und Fragen, welche die ganze

Branche betreffen. Holcim ist ausserdem Mitglied bei

SwissHoldings, dem Verband der Industrie- und Dienstleistungskonzerne

in der Schweiz.

Im Bereich der Nachhaltigkeit ist die Holcim Schweiz unter

anderem Vorstandsmitglied bei der Öbu, der schweizerischen

Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung.

Diesem Thinktank und Netzwerk haben

sich insgesamt rund 300 Schweizer Unternehmen unterschiedlichster

Grösse und Ausrichtung angeschlossen,

um nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Als Mitglied

des Stiftungsrates der Stiftung Praktischer Umweltschutz

Schweiz (PUSCH) fördert die Holcim Schweiz zudem die

Umsetzung von Umweltanliegen durch Schulungen,

Kampagnen und Publikationen.

Das Unternehmen ist auch Mitglied der gemeinnützigen

Stiftung Philias, eines Netzwerks zur Förderung und

Entwicklung der gesellschaftlichen Verantwortung von

Firmen. Philias unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen

auch bei der praktischen Umsetzung und Weiterentwicklung

von Massnahmen in diesem Bereich. Auf globaler

Ebene ist Holcim Ltd Mitglied des World Business Council

for Sustainable Development WBCSD. Dieser Zusammenschluss

von 140 international tätigen Unternehmen hat

sich zum Ziel gesetzt, Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit

miteinander in Einklang zu bringen.

Die Holcim Schweiz unterstützt überdies jedes Jahr die so

genannten «Wirtschaftswochen» mit einem namhaften

Betrag und stellt Referentinnen und Referenten für ihre

Durchführung an Schweizer Mittelschulen. Die Wirtschaftswochen

sind eine Aktivität der Ernst Schmidheiny

Stiftung, die sich auf die Förderung des Verständnisses

für wirtschaftliche Zusammenhänge von Jugendlichen

konzentriert (www.esst.ch). Ernst Schmidheiny war langjähriger

Verwaltungsratspräsident der Holcim Ltd.

Über ihr Mitwirken in all diesen Organisationen hinaus

hat Holcim Ltd im Jahr 2003 eine eigene Stiftung für

nachhaltiges Bauen (Holcim Foundation for Sustainable

Construction) ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, in der

Baubranche ein Umdenken zu fördern und nachhaltigen

Ansätzen zum Durchbruch zu verhelfen. In einem dreijährigen

Zyklus vergibt die Stiftung die globalen Holcim

Awards, die mit einer Preissumme von zwei Millionen

Dollar zu den weltweit höchstdotierten Preisen für nachhaltiges

Bauen gehören (www.holcimfoundation.org).

An der ETH Zürich hat die Stiftung zudem einen Lehrstuhl

für Nachhaltiges Bauen initiiert.

Naturgefahren entschärfen

VERANTWORTUNG

Mit der jährlich stattfi ndenden Holcim Betontagung

an der ETH Zürich trägt das Unternehmen dazu bei, das

Wissen im Umgang mit Beton zu vertiefen. Die 13. Ausgabe

der Tagung widmete sich 2007 dem Thema Beton

und Natur, insbesondere dem Spannungsfeld zwischen

zunehmenden Hochwasser- und Steinschlagereignissen,

wachsender Siedlungsdichte und abnehmender Risikoakzeptanz.

Wichtige Forschungsfragen sind zurzeit die

effektivere Ausgestaltung von Steinschlaggalerien und der

Einsatz von Beton als Erosionsschutz in Gebirgsfl üssen.

Die Tagung stand ein Stück weit unter dem Eindruck des

Steinschlagunglücks auf der Gotthard-Autobahn von

2006. Damals war ein grosser Felsbrocken zu Tal gestürzt

und erst auf der Fahrbahn zum Stillstand gekommen.

Referentinnen und Referenten zeigten auf, dass sich das

Risiko solcher Ereignisse durch Betonbauten, wie zum

Beispiel Schutzmauern, stark verringern lässt. Die Tagung

ermöglichte zahlreichen Forschenden und Praktikern,

Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Nachhaltigkeitsbericht

17


Eingespielte Partnerschaft

Die Holcim Schweiz setzt auf eine faire Partnerschaft mit

ihren Mitarbeitenden. In den letzten Jahren hat das Unternehmen

die Sozialleistungen auf hohem Niveau konsolidiert

und bei der Arbeitssicherheit weitere Verbesserungen erzielt.

18 Nachhaltigkeitsbericht


MITARBEITENDE

MITARBEITENDE

Die über 1300 Mitarbeitenden sind das wichtigste Kapital

der Holcim Schweiz. Insgesamt nahm die Belegschaft in

der Berichtsperiode leicht zu – von 1322 Mitarbeitenden

im Jahr 2005 auf 1341 im Jahr 2007. Rund 15 Prozent

davon bilden das Basiskader, weitere 10 Prozent gehören

zum mittleren und oberen Management. Sämtliche

Mitarbeitenden sind engagierte und für ihre Aufgaben

gut ausgebildete Fachleute. Sie tragen täglich dazu bei,

dass die Holcim Schweiz ihre Kunden mit hochwertigem

Zement, Kies und Beton versorgen kann. Mit ihrer Kompetenz

und Dialogbereitschaft schaffen sie Vertrauen bei

allen Anspruchs gruppen.

Respekt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang

mit Anspruchsgruppen sind als Grundsätze fest im «Corporate

Social Responsibility Policy Statement» verankert.

Dieses Dokument stellt ein wichtiges Element in der

Geschäftspolitik des Mutterkonzerns Holcim Ltd dar:

Es enthält klare Vorgaben für die Entscheidungen und

Handlungen des Unternehmens in sämtlichen Ländergesellschaften.

Zu seinen Grundsätzen gehört auch, dass

Holcim die Rechte der Arbeit nehmenden respektiert

und sich bemüht, ihre Lebensqualität zu verbessern. Für

das Verhältnis zwischen der Holcim Schweiz und ihren

fest angestellten Mit ar beitenden ist zudem das länderspezifi

sche Anstellungs reglement ausschlaggebend, das

in der Berichts periode überarbeitet wurde. Seit 2007

unterstehen alle Mitarbeitenden in der Zement-, Kies-

und Betonproduktion dem gleichen, breit abgestützten

Gesamt arbeitsvertrag.

Die Holcim Schweiz pfl egt eine partnerschaftliche

Betriebskultur. Bei einer umfassenden Umfrage im Jahr

2007 nutzte mehr als die Hälfte aller Mitarbeitenden die

Gelegenheit, sich zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu

Nachhaltigkeitsbericht

19


Mitarbeiterbestand









äussern: Über drei Viertel gaben an, sehr zufrieden mit

der persönlichen berufl ichen Situation zu sein. 83 Prozent

der Befragten würden die Holcim Schweiz als Arbeitgeber

weiter empfehlen. Von der hohen Zufriedenheit der

Mitarbeitenden zeugt auch die tiefe Fluktuationsrate. In

der Berichtsperiode betrug diese durch schnittlich etwa

sechs Prozent pro Jahr. Die verhältnis mässig seltenen

Wechsel erlauben es der Firma, ihr Know-how ständig zu

erweitern. Ein innovatives Unternehmen braucht aber

auch junge Leute mit frischen Ideen. Die Holcim Schweiz

will deshalb in Zukunft ihre Bestrebungen im Hochschulmarketing

noch verstärken.

Sicherheit geht vor

In der Berichtsperiode hat die Holcim

Schweiz die Basaltstein AG und die Hartsteinwerk

AG Kehrsiten übernommen und

baute den Personalbestand im Bereich Kies

und Beton leicht aus. In den übrigen Sparten

blieb der Bestand stabil.

Die Herstellung und der Transport von Kies, Beton und

Zement sind mit der Handhabung von grossen Maschinen

und Fahrzeugen unter teilweise widrigen Witterungsbedingungen

verbunden. Bereits seit vielen Jahren

unternimmt die Holcim Schweiz daher grosse Anstrengungen,

um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Im

Jahr 2002 hat der Konzern eine umfassende, weltweit

gültige OH&S-Strategie eingeführt (Occupational Health

and Safety). In jedem Werk und auf allen Stufen des

Unternehmens bis in die Geschäfts leit ung kümmern

sich Sicherheits koordinatoren um die Umsetzung der

Strategie.

Eine detaillierte OH&S-Anleitung defi niert für alle Betriebsbereiche

sichere Abläufe und beschreibt ausführlich

die Mittel des Risiko managements. Zudem erhalten

sämtliche Mitarbeitenden ein anschauliches Handbuch

über Arbeits sicherheit und Gesundheitsschutz, das zeigt,

welche Verhaltensregeln Unfälle wirkungsvoll verhindern.



20 Nachhaltigkeitsbericht



Bestand nach Sparten









Knapp die Hälfte der Mitarbeitenden der

Holcim Schweiz arbeiten in den Kies- und

Betonwerken. Ein weiteres Drittel ist in den

Zementwerken beschäftigt.

Die Sicherheit ihrer Mitarbeitenden geht Holcim über

alles: «Nichts ist bei der Arbeit so wichtig und dringend,

dass Sie sich nicht die Zeit nehmen können, es so zu tun,

dass Ihre Sicherheit und Gesundheit gewährleistet sind»,

heisst es im Handbuch.

Langfristig hat sich Holcim Ltd zum Ziel gesetzt, auf

ihren Arealen Unfälle mit Todesfolge oder schweren

Verletzungen gänzlich zu verhindern. Für die Jahre 2006

bis 2009 verlangt der Konzern von seinen Länder gesellschaften,

die Anzahl der Unfälle um 30 Prozent zu reduzieren.

Auch die Holcim Schweiz versuchte in der Berichtsperiode

mit noch grösserem Engagement, Unfälle zu

vermeiden. In der Sparte Kies und Beton beispielsweise

wurden während Revisionen in den Werken syste matisch

unangemeldete Sicherheitsprüfungen durchgeführt.

Einzelne Werke durchleuchteten zusammen mit externen

Spezialisten sämtliche Aspekte von Arbeitssicherheit

und Gesundheitsschutz. Neue Plattformen und Absturzsicherungen

auf Lastwagen, kombiniert mit strengeren

Sicherheits vorschriften, minimieren das Verletzungsrisiko

für die Chauffeure. In sämtlichen Bereichen wurden die

internen Vorschriften an die Richtlinien des EuroForum

der EU angepasst.

Seit 2006 müssen alle Mitarbeitenden externer Firmen,

die in einem Zementwerk der Holcim Schweiz arbeiten,

einen Onlinekurs zu Sicherheits- und Umwelt schutzthemen

absolvieren. Erst nach bestandenem Kurs

erhalten sie die Erlaubnis, das Werkgelände zu betreten.

Das Lernprogramm fand auch im Ausland Aner kennung:

Die Holcim Schweiz erhielt dafür den Förderpreis der

deutschen Steinbruch-Berufsgenossenschaft StBG. Den

Onlinekurs hatten zum Beispiel auch alle Beteiligten am

Ausbau des Zement werkes Eclépens zu absolvieren.

Fluktuation
















Die Fluktuationsrate ist gering. Der Anstieg

in den letzten beiden Jahren lässt sich auf

die wachsende Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt

zurückführen. Die Zahlen umfassen

keine befristeten Arbeitsverhältnisse, Pensionierungen

und Todesfälle.


Die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und die kontinuierliche

Bewusstseins bildung hatten die gewünschte

Wirkung: 2007 ereigneten sich noch 54 Berufsunfälle,

fast die Hälfte weniger als zwei Jahre zuvor. Insbesondere

hatte die Holcim Schweiz in der Berichtsperiode keinen

einzigen tödlichen Unfall zu beklagen. Diese erfreu liche

Bilanz wirkt sich auch auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden

aus: Bei der Umfrage von 2007 gaben 90 Prozent

an, dass sie an ihrem Arbeitsplatz sicher arbeiten und

sich vor Gefahren zu schützen wissen.

Auch im ausserberufl ichen Bereich hat das Unternehmen

Kampagnen gegen Sturz- und Sportunfälle durchgeführt.

Rund 40 Prozent aller Unfälle sind die Folge von Stürzen

– oft ausgelöst durch simples Stolpern oder Ausrutschen.

Deshalb plant die Holcim Schweiz, die Massnahmen zur

Prävention von nichtberufl ichen Unfällen fl ächendeckend

zu intensivieren. So soll unter anderem die Hemmschwelle

gesenkt werden, über Unfälle zu sprechen, die auf

ungeschicktes Verhalten zurückzuführen sind. Denn für

eine effektive Prävention ist es unabdingbar, sämtlichen

Unfallursachen auf den Grund zu gehen.

Die Holcim Schweiz konzentrierte sich in der Berichtsperiode

indes nicht nur auf die Bekämpfung von Unfällen,

sie kümmerte sich auch um die generelle Gesundheit

ihrer Belegschaft. Beispielsweise konnten sich alle

Mitarbei tenden kostenlos gegen Grippe impfen lassen.

Das Zementwerk Untervaz führte ein sehr erfolgreiches

Nichtraucherseminar durch, an dem auch die Partnerinnen

oder Partner der Mit arbeitenden teilnehmen

konnten. Von den 50 Teilnehmenden haben rund dreissig

Personen nach dem Besuch des Seminars mit dem Rauchen

aufgehört.

Unfälle
















Im Gegensatz zu den Nichtberufsunfällen

(helle Balken) ging die Anzahl der Berufsunfälle

(dunkelbraun) in der Berichtsperiode

deutlich zurück. In der Grafi k ist jeder Unfall

verzeichnet, der der Suva gemeldet wurde,

auch Bagatellunfälle.

Einen Tag für andere arbeiten

MITARBEITENDE

Am Community Day beteiligten sich die Mitarbeitenden

des Hauptsitzes der Holcim Schweiz in Zürich an vier

gemeinnützigen Projekten. Der zusammen mit der Stiftung

Philias durchgeführte Anlass trat an die Stelle des

bisherigen Firmenausfl ugs und zeigte eindrücklich, dass

gemeinnütziges Engagement auch Spass und Bereicherung

bedeuten kann.

Einige Holcim Mitarbeitende leisteten Unterstützung

in der Behindertenwerkstatt «Drahtzug», während ihre

Kolleginnen und Kollegen eine Gruppe Behinderter auf

einem Ausfl ug in den Zoo Zürich betreuten. Andere legten

praktisch Hand an: In einem Naturschutzgebiet von Pro

Natura bei Illnau übten sie sich im Roden, Stutzen und

Mähen, um seltenen Pfl anzenarten wieder mehr Platz

zum Wachsen zu verschaffen. Im «Urdörfl i» schliesslich,

einer Einrichtung für obdachlose, drogenabhängige Frauen

und Männer, strich ein Team die Pavillons neu.

Beim gemeinsamen Abendessen präsentierte jede Gruppe

ihre Erlebnisse. Viele Mitarbeitende waren begeistert,

und bereits jetzt steht fest, dass der Community Day eine

Wiederholung fi nden wird.

Nachhaltigkeitsbericht

21


Frauenanteil




Die Baustoffi ndustrie ist eine Männerdomäne.

Auch bei der Holcim Schweiz sind

weniger als ein Fünftel der Angestellten

weiblichen Geschlechts.

Faire Löhne und Sozialleistungen

Ein wichtiges Prinzip in der Geschäftspolitik von Holcim

besteht darin, die Mitarbeitenden für ihre Leistungen

fair zu entlöhnen. Gemeinsam mit externen Partnern

führt die Holcim Schweiz jährlich einen Lohnvergleich

mit anderen Branchen durch. In der Berichtsperiode ergab

die Analyse, dass sich die Löhne des Unternehmens

in den Bereichen Betrieb und Technik auf gleicher Höhe

wie jene der Pharmabranche bewegen. Die Löhne der

Kaderstellen und der Administration sind vergleichbar

mit jenen der Finanzbranche. Die gewährten Lohnerhöhungen

lagen in der Berichtsperiode stets über der

Teuerung des Vorjahres, was bedeutet, dass die realen

Löhne bei der Holcim Schweiz im Durchschnitt gestiegen

sind. Die Lohnspanne im Unternehmen ist deutlich

kleiner als etwa bei Grossbanken oder Chemie- und

Pharmafi rmen.

Nicht bloss die Löhne, sondern auch die Sozialleistungen

der Holcim Schweiz bewegen sich auf hohem Niveau.

Alle Mitarbeitenden haben Anrecht auf mindestens fünf

Wochen Ferien pro Jahr, eine Woche mehr als gesetzlich

vorgeschrieben und als vielerorts üblich. Die Firma

übernimmt auch vollumfänglich die Beiträge für die

Lohn ausfall versicherung bei Krankheit und Unfall und

unterstützt Kinder von weniger gut situierten Mitarbeitenden

mit Ausbildungsstipendien.

Beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand bietet

die Holcim Schweiz den Mitarbeitenden grosse Flexibilität.

Grundsätzlich begeben sich Mitarbeitende bereits

mit 62 Jahren in den Ruhestand, wobei die Firma die Zeitspanne

bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters

fi nanziell überbrückt. Vorzeitige Pensionierungen sind


22 Nachhaltigkeitsbericht


Frauenanteil nach Kaderstufe


















Der Frauenanteil nimmt mit jeder Kaderstufe

ab. EM: Mitarbeitende, FM: First

Management Level, MM: Middle Management,

SM: Senior Management, TM: Top

Management

ab dem 57. Altersjahr möglich. In der Berichts periode hat

Holcim weitere Angebote geschaffen: Einerseits existiert

neu die Möglichkeit einer Teilzeitpensionierung, anderseits

können Mitarbeitende ihren Ruhestand ausnahmsweise

auch bis zum 65. Geburtstag aufschieben.

Zu Beginn des Jahres legen sämtliche Mitarbeitende gemeinsam

mit ihren Vorgesetzten Jahresziele fest, an denen

sie am Jahresende gemessen werden ( Management

by Objectives). Dies stellt sicher, dass alle Mitarbeitenden

mindestens einmal jährlich von ihren Vorgesetzten ein

Feedback zu ihrem Arbeitsverhalten erhalten. Wie die

Mitarbeiterbefragung ergeben hat, besteht in diesem Bereich

aber noch Verbesserungs potenzial: Viele wünschen

sich von ihren Vorgesetzten noch häufi gere und detailliertere

Rückmeldungen.

Nachhaltigkeitsprinzipien spielen bei der Beurteilung von

Mitarbeitenden eine wesentliche Rolle: Beim Feedbackgespräch

wird das Verhalten in Sicherheits-, Gesundheits-

und Umweltfragen über alle Mitarbeiterstufen hinweg

im selben Mass bewertet wie die Arbeitsleistung oder

die Fachkompetenz. Die Leistungsbeurteilungen fl iessen

in die Nachfolgeplanung ein und sind folglich Teil der

Entscheidungsgrundlage für Beförderungen und Karrieremöglichkeiten.

So schafft die Holcim Schweiz bei allen

Mitarbeitenden konkrete Anreize für ein nachhaltiges

Verhalten.

Auch in den Zielvereinbarungen des oberen und des Topmanagements

wurde dem Thema Arbeitssicherheit noch

grössere Bedeutung zugemessen. Wo es von der Tätigkeit

her sinnvoll war, berücksichtigte die Holcim Schweiz

zudem die Leistungen in den Bereichen Energieeffi zienz,

Emissionen und Recycling. Die erzielten Werte sind für

Lohnerhöhungen

















Die Holcim Schweiz hat ihre Durchschnittslöhne

in der Berichtsperiode jedes Jahr

um mindestens zwei Prozent angehoben

(gesamter Balken). Auch real sind die Löhne

deutlich gestiegen (dunkelbrauner Balken).


Angehörige des höheren Kaders mitbestimmend für das

Gesamteinkommen, da sie einen bedeutenden Teil des

Bonus ausmachen.

Um ihre Führungsstruktur weiterhin schlank halten zu

können, hat die Holcim Schweiz zusammen mit externen

Partnern in der Berichtsperiode die Einstufung sämtlicher

Kader überprüft. Insbesondere die Integration der Holcim

Schweiz in die vom Konzern neu gebildete Region Central

Europe hatte zu Verschie bungen in den Zuständigkeiten

und Verantwortlichkeitsbereichen geführt (siehe

Kapitel «Profi l»). Rund 80 Prozent der Kaderangehörigen

erwiesen sich als richtig eingestuft, während bei rund

20 Prozent Anpassungen nach oben oder unten notwendig

waren. Die Holcim Schweiz legte Wert darauf, die

Rückstufungen sozial verträglich umzusetzen, insbesondere

ohne Lohneinbussen.

Gleichbehandlung garantiert

Die Gleichbehandlung von Frauen und Männern, Ausländern

und Schweizern sowie von Angehörigen verschiedener

Religionen oder Hautfarben ist ein Grundprinzip

der Demokratie – und für die Holcim Schweiz eine Selbstverständlichkeit.

Das Anstellungs reglement der Holcim

Schweiz von 2006 sorgt strikter denn je dafür, dass bei

Anstellung, Entlöhnung, Weiterbildung oder Beförderung

keine Diskriminierungen vorkommen. Mitarbeitende,

die sich ungerecht behan delt fühlen, können auf dieser

Grundlage ihr Recht einfordern. Eine Analyse der Lohnsummen

zeigt überdies eine erfreuliche Angleichung der

Männer- und Frauen gehälter während der Berichtsperiode:

Bei den Mitarbeitenden und im Basiskader sind die

Lohnunterschiede von rund 4 Prozent im Jahr 2005 auf

etwa 1,2 Prozent im Jahr 2007 gesunken. Zum Vergleich:

Im Schweizer Durchschnitt betragen die Lohnunterschiede

20 Prozent.

Die Baustoffi ndustrie ist aber nach wie vor eine klassische

Männerdomäne. Bei der Holcim Schweiz sind über

85 Prozent der Angestellten Männer. Das Unternehmen

betreibt zwar kein eigentliches Frauenförderungsprogramm,

engagiert sich jedoch für die Verein barkeit von

Beruf und Familie. Der Mutterschaftsurlaub beträgt bei

Holcim Schweiz 18 Wochen bei vollem Lohn; gesetzlich

vorgeschrieben sind bloss 14 Wochen bei 80 Prozent.

Weiter ist das Unternehmen bestrebt, den Frauen nach

dem Mutterschaftsurlaub im Rahmen der betrieblichen

Möglichkeiten Teilzeitlösungen anzubieten. Die Holcim

Schweiz beteiligte sich auch an den zwei nationalen

Tochtertagen von 2006 und 2007, an denen Mädchen

(und vereinzelt auch Knaben) ihre Mütter oder Väter zur

Arbeit begleiteten. Dies gab ihnen Gelegenheit, sich mit

Berufen in der Beton- und Zementbranche auseinanderzusetzen.

Bewusster Schlaf für Schichtarbeitende

MITARBEITENDE

Bei der Zementherstellung werden die Rohstoffe bei einer

Temperatur von 1450 Grad Celsius zu Klinker gebrannt.

Weder ökologisch noch ökonomisch wäre es sinnvoll, die

Produktion über Nacht zu unterbrechen und die Drehrohröfen

abzukühlen. Abgesehen davon, dass dies rein

technisch kaum machbar wäre, ginge dabei enorm viel

Energie verloren. Aus diesen Gründen wird in Zementwerken

im Schichtbetrieb gearbeitet. Dank der hohen

Automatisierung brauchen heute allerdings nachts nicht

mehr viele Personen im Werk anwesend zu sein.

Dies ändert aber nichts daran, dass Schichtarbeitende

mit einem anderen Schlafrhythmus zurechtkommen

müssen als die übrige Bevölkerung, was mit gewissen

gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Gemeinsam

mit der Klinik für Schlafmedizin in Zurzach hat sich die

Holcim Schweiz daher eingehend mit dem Thema «Schlaf

für Schichtarbeitende» befasst. Eine wissenschaftliche

Untersuchung erfasste Daten zu Gesundheit, Arbeitssituation,

Tagesrhythmus und Schlafgewohnheiten

der Schichtarbeitenden in den Werken Siggenthal und

Brunnen.

Die Studie stellte fest, dass sowohl in der Früh- als auch

in der Nachtschicht rund ein Drittel der 31 befragten

Schichtarbeitenden teilweise unter Schlafstörungen litt.

In einer ersten Reaktion hat die Holcim Schweiz gemeinsam

mit der Klinik halbtägige Workshops zu gesundem

Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung durchgeführt.

Weitere Kurse sind in Vorbereitung.

Nachhaltigkeitsbericht

23


24 Nachhaltigkeitsbericht

Umfassende Aus- und Weiterbildung

Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden ist

ein wesentlicher Faktor für den lang fristigen Unternehmenserfolg.

Kompetente Mitarbeitende, die sich in ihrem

Fachgebiet auskennen, generieren für die Kunden einen

spürbaren Mehrwert. Die Holcim Schweiz unterstützt

deshalb die persön liche und berufl iche Entwicklung ihrer

Mitarbeitenden. Im Jahr 2006 gab das Unter nehmen im

Durchschnitt pro Person mehr als 1300 Schweizer Franken

für die Ausbildung aus und stellte sie dafür während

dreier Arbeitstage frei. Die Weiterbildungen legen besonders

bei Führungs kräften grossen Wert auf Teamwork

und einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitenden.

Spezielle Kurse für über 45-Jährige helfen bei der

Erschliessung neuer Möglichkeiten in dieser wichtigen

Phase des Berufslebens. Mitarbeitende ab dem 57. Altersjahr

können sich in zweitägigen Seminarien umfassend

auf die Pensionierung vorbereiten.

Das Weiterbildungsangebot der Holcim Schweiz umfasst

verschiedene Ebenen. Interne Schulungen werden auf

Stufe des Mutterkonzerns oder der Ländergesellschaft

sowie an den Standorten durchgeführt. So betreibt jedes

Zementwerk ein so genanntes «Shop fl oor college»: Im

Monatsrhythmus unterrichten dort Angehörige des

Kaders die Mit arbei tenden in kurzen Lektionen in technischen

Fragen der Produktion. Das Personal von Zement-

und teilweise auch von Kieswerken lernt auf diese Weise

die Zusammen hänge in der Produktionskette genauer

kennen, was eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht.

Mitarbeitende nehmen zudem auch an externen Kursen

und Lehrgängen teil, die sowohl an privaten als auch

öffentlichen Lehrinstituten sowie in Zusammenarbeit mit

dem Branchenverband cemsuisse stattfi nden.

In den letzten drei Jahren hat die Holcim Schweiz eine besondere

Offensive im Lehrlingswesen gestartet und dabei

ihr Engagement gleich in dreifacher Hinsicht verstärkt:

Erstens hat das Unternehmen die Anzahl der Lehrstellen

verdoppelt. Zweitens hat es die Zahl der Standorte,

an denen Lehrlinge ausgebildet werden, erhöht. Und

drittens bietet es Lehrstellen in neuen Berufsrichtungen

an, wie zum Beispiel Logistikpraktiker, Lastwagenführer

oder Mediamatiker. 2007 lud die Holcim Schweiz die

neuen Lernenden aller Standorte erstmals zu einer gemeinsamen

Einführungswoche ein, wo sie den Umgang

mit Schutzausrüstungen übten, den Abbau in einem

Steinbruch miterlebten und den Weg des Gesteins zum

Zement verfolgen konnten. Die Einführungswoche soll

den Lernenden helfen, sich nach Beendigung der Schule

schneller in der Welt eines Industrieunternehmens

zurechtzufi nden. Mit seiner Lehrstellenoffensive möchte

die Holcim Schweiz einerseits einen verstärkten Beitrag

im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel

leisten. Andererseits will das Unternehmen

sicherstellen, dass es auch in Zukunft auf hervorragend

ausgebildete Mitarbeitende zurückgreifen kann.

Aktive interne Kommunikation

Die Holcim Schweiz setzt sich dafür ein, dass unter ihren

Mitarbeitenden ein Klima des gegenseitigen Respekts

und der Toleranz herrscht. Das Unternehmen unterstützt

eine offene und angstfreie Kommu nikationskultur. Dazu

gehört unter anderem ein korrekter Umgang mit sensiblen

elektronischen Mitarbeiterdaten: gezielte Massnahmen

sorgen für den Schutz persönlicher Daten vor

unbefugter Weitergabe sowie unberechtigtem Zugriff.

Alle Mitarbeitenden sind berechtigt, Einblick in die über

sie gespeicherten Daten zu nehmen und die Berichtigung

fehlerhafter Angaben zu verlangen.

Die Holcim Schweiz betreibt eine aktive interne

Informations politik. Dem Unternehmen liegt viel daran,

seine Mitarbeitenden rechtzeitig und umfassend über

wichtige Geschäftsentscheide zu informieren und ihnen

verständlich zu machen, wie diese zustande kamen.

Neben dem Intranet spielen für die interne Kommunikation

in den Werken die Anschlagsbretter nach wie vor

eine wichtige Rolle. Grössere Werke verfassen gedruckte

Mitteilungen für ihre Mitarbeitenden. Zudem gibt die

Holcim Schweiz dreimal jährlich die Mitarbeiterzeitschrift

Contact heraus, und zwar auf Deutsch, Französisch und

Italienisch.

In jedem Zementwerk der Holcim Schweiz gibt es eine

Betriebskommission, in der Vertreterinnen und Vertreter

der Mitarbeitenden Einsitz haben. In den Arbeitsschutzausschüssen

(Sicherheitskommissionen) ist das Personal

mit insgesamt 35 Personen vertreten. Die Holcim

Schweiz stellt auch fünf Arbeitnehmervertreter in der

Sicherheits kommission der übergeordneten Konzerneinheit

Central Europe und deren zwei auf der gesamt

europäischen Ebene von Holcim Ltd.

Mit den Gewerkschaften und den internen Betriebskommissionen

führt die Geschäftsleitung der Holcim

Schweiz regelmässig Gespräche. Im Gesamtarbeitsvertrag

mit den Gewerkschaften hat sich das Unternehmen

verpfl ichtet, die Mitarbeitenden und die Betriebskommissionen

im Falle einschnei dender Massnahmen frühzeitig

zu informieren. Gemeinsam mit den Gewerkschaften

wird nach Möglichkeiten gesucht, Abbaumassnahmen zu

vermeiden oder – falls sie unumgänglich sind – sie sozial

verträglich durchzuführen. So hat die Holcim Schweiz

bei der Schliessung ihres Zementwerks Brunnen Anfang

2008 einen umfassenden Sozialplan erstellt und vermittelte

vielen Mitarbeitenden eine neue Stelle.


Im Dialog mit den Gewerkschaften hat die Holcim

Schweiz während der Berichts periode die konstruktive

Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden neu geregelt

und erweitert. Bis zum Jahr 2006 unterstanden die Mitarbeitenden

der Sparte Kies und Beton dem Landesmantelvertrag

für das Baugewerbe, während für die Sparte

Zement ein eigener Gesamtarbeitsvertrag galt. Damit

hätten die beiden Sparten theoretisch unterschiedliche

Teuerungsanpassungen verlangen können. In Zusammenarbeit

mit den Gewerkschaften Unia und Syna hat

die Holcim Schweiz deshalb den Kollektivarbeitsvertrag

der Zementproduktion auf die Sparte Kies und Beton

ausgedehnt, womit die Gleichbehandlung der Mitarbeitenden

aller Sparten auf längere Zeit gewährleistet ist.

MITARBEITENDE

Strength. Performance. Passion. Die Unternehmenswerte

leben

Eine Marke – in der Fachsprache «Brand» genannt – sorgt

für Wieder erkenn barkeit und schafft langfristig Vertrauen.

Sie stellt gewissermassen die Visitenkarte eines

Unternehmens dar. Ein wichtiger Teil davon ist die visuelle

Einheitlichkeit, sichtbar etwa durch Logo, Schriften

und Farben. Eine zentrale Rolle spielen aber auch die

von einem Unternehmen vertretenen Werte, welche die

verschiedenen Anspruchs gruppen intuitiv wahrnehmen.

Im Jahr 2007 hat der Holcim Konzern die Unternehmenswerte

Strength, Performance, Passion defi niert, die für

alle Ländergesellschaften rund um den Globus Gültigkeit

haben. Sie bringen die seit Langem gepfl egte Unternehmenskultur

von Holcim auf eine genaue und eingängige

Formel.

Im Sommer 2007 hat die Holcim Schweiz Workshops

durchgeführt, bei denen sich sämtliche Mitarbeitenden

eingehend darüber austauschen konnten, was die Begriffe

Strength, Performance, Passion für ihre Tätigkeiten

bei Holcim konkret bedeuten. Mit Beton, Steinen, Nägeln,

Schrauben und anderen Materialien setzten sie ihre Vorstellungen

der Unternehmenswerte in Kunstwerke um.

Seither wurden und werden an den Anschlagbrettern

und im Intranet zahlreiche Geschichten veröffentlicht, die

mit Strength, Performance, Passion zu tun haben. Sie sind

ein Beleg dafür, dass die Unternehmenswerte effektiv

gelebt werden. Umgesetzt werden die Werte auch bei

der Mitarbeiterselektion und -beurteilung.

Nachhaltigkeitsbericht

25


Erfolgreiche Umweltmassnahmen

Die Holcim Schweiz anerkennt ihre besondere ökologische

Verantwortung als Industriebetrieb und hat in den letzten

Jahren mit neuen Verfahren und Anlagen ihre Emissionen

weiter reduziert.

26 Nachhaltigkeitsbericht


ÖKOLOGIE

ÖKOLOGIE

Seit über zwanzig Jahren engagiert sich die Holcim

Schweiz für einen schonungsvollen Umgang mit Energie

und Ressourcen. Das Unternehmen beschränkt sich nicht

darauf, die strengen Schweizer Umweltaufl agen lückenlos

zu erfüllen. Es will vorausschauend agieren, statt

bloss zu reagieren, und ist weiter gehende und freiwillige

Verpfl ichtungen eingegangen. In der Berichtsperiode

investierte die Holcim Schweiz rund 10 Millionen Franken

in Umweltmassnahmen im engeren Sinn – dabei sind

zum Beispiel die umfangreichen Vorkehrungen für eine

grössere Energieeffi zienz nicht eingerechnet. Diese Massnahmen

erlauben dem Unternehmen, seine Emissionen

laufend zu vermindern.

Die Holcim Schweiz hat im Jahr 2003 eine Umweltpolitik

formuliert, die auf dem Leitbild des Mutterkonzerns

Holcim Ltd basiert und klare ökologische Ziele und

Massnahmen festlegt. Das Unternehmen verfügt über

wirkungsvolle Instrumente, um die Umweltleistung

zu steuern und zu überwachen. Alle vier Zementwerke

sowie sämtliche 60 Kies- und Betonwerke sind nach ISO

14001 zertifi ziert. Dies bestätigt, dass alle Standorte ein

wirksames Umweltmanage ment system betreiben und

an einer kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistungen

arbeiten. In der Zement produktion misst die

Holcim Schweiz kontinuierlich die Emissionen, und zwar

wesentlich umfassender als das Gesetz vorschreibt.

Der Umweltverantwortliche der Holcim Schweiz ist

Mitglied der Geschäftsleitung. Dadurch fi nden Umweltanliegen

direkt Eingang in unternehmenspolitische

Ent scheidungen. Auch auf den tieferen Managementstufen

– bis in die einzelnen Werke – sind die Verantwortlichkeiten

dank Umweltbeauftragten klar geregelt.

Nachhaltigkeitsbericht

27


28 Nachhaltigkeitsbericht

Zementherstellung

Brecher

Druck oder Schlag

zerkleinern das Material

in Brechern.

Steinbruch

Kalkstein und

Mergel werden

durch Sprengen

gewonnen.

In allen Werken ist Abfalltrennung eine Selbstverständlichkeit.

Sei es bei der Produktion, im Labor oder im Büro:

Wiederverwertbare Stoffe wie Papier, Glas, aber auch

Restbeton werden separat gesammelt und dem Recycling

zugeführt. Gebrauchte Zementsäcke nimmt die

Holcim Schweiz zurück. Als logische Folge ihrer eigenen

Anstrengungen will die Holcim Schweiz bei ihren Lieferanten

Unternehmen bevorzugen, die nach ökologischen

Gesichtspunkten handeln.

Zementherstellung im Fokus

Transport

Das gebrochene

Rohmaterial wird

ins Zementwerk

transportiert.

Meistens erfolgt

der Transport über

Förderbänder.

Im Umweltbereich richtet Holcim das Hauptaugenmerk

auf die Zementherstellung. Um qualitativ hochwertigen

Klinker, den Hauptbestandteil des Zements, herstellen

zu können, muss das Rohmehl auf eine Temperatur von

1450 Grad Celsius erhitzt werden (siehe oben stehende

Abbildung). Dazu braucht es viel Energie. Die vier

Zementwerke der Holcim Schweiz verbrauchten in der

Berichtsperiode insgesamt rund 8000 Terajoule thermische

und elektrische Energie pro Jahr. Dies entspricht

knapp einem Prozent des gesamten Energieverbrauchs

der Schweiz. Das Unter nehmen arbeitet daher seit Jahren

daran, die Energieeffi zienz der Prozesse zu steigern – mit

beachtlichem Erfolg. Um beispielsweise die Abwärme

besser nutzen zu können, setzt es moderne Wärmetauschverfahren

mit bis zu fünf Stufen ein, die einen

grossen Teil der thermischen Energie zurückgewinnen.

Wie bei jedem Verbrennungsprozess bildet sich auch

bei der Klinkerproduktion das Treibhausgas Kohlendioxid

(CO 2). Zusätzlich gelangt geogenes CO 2 aus dem

Kalkstein in die Luft. Insgesamt entstehen pro Tonne

Zement rund 680 Kilogramm CO 2 – 230 Kilogramm aus

den Brennstoffen und rund 450 Kilogramm aus dem

Gesteinsmehl. Die Schweizer Zementindustrie erzeugt

rund neun Prozent des gesamten Kohlendioxids, das

Entstaubung

Schlauch- oder

elektrostatische

Filter halten die

Staubteilchen in

den Mühlen- bzw.

Ofenabgasen

zurück.

Mischbett

Im Mischbett

werden Kalk und

Mergel einheitlich

gemischt und vorhomogenisiert.

hierzulande auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen

ist. Die Reduktion des Kohlendioxidausstosses ist deshalb

eine grosse ökologische Herausforderung für die Zementhersteller.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: die

Energieeffi zienz der Produktion zu verbessern, fossile

Energieträger durch alternative Brennstoffe zu ersetzen

und den so genannten Klinkerfaktor zu verringern.

Der Klinkerfaktor bezeichnet den Anteil des Klinkers im

Zement. Dieser Wert betrug im ursprünglichen Portlandzement

einst 95 Prozent. Die Holcim Schweiz hat ihn

mittlerweile auf rund 82 Prozent gesenkt, beispielsweise

durch die Zugabe von Kalkstein mit hohem Kalziumanteil

bei der Zementmahlung. Je geringer der Klinkeranteil

ist, desto weniger Rohmaterial muss gebrannt werden,

was die Kohlendioxidemissionen reduziert. Hier sieht die

Holcim Schweiz noch Potenzial und will ihr Produktsortiment

in Zukunft entsprechend anpassen. Allerdings lässt

sich der Klinkerfaktor qualitätsbedingt nur bis zu einem

gewissen Grad senken.

Ambitiöse Klimaziele

Rohmehlmühle

Das vorhomogenisierte

Material

wird in einer Mühle

gemahlen und

getrocknet.

Vorwärmer

Das Rohmehl wird

aufgeheizt, bevor es

in den Drehrohrofen

kommt.

2007 machte der vierte Bericht des Weltklimarates IPCC

den Klimawandel zu einem der wichtigsten Themen der

Weltpolitik. Kaum jemand zweifelt heute mehr daran,

dass der CO 2-Ausstoss weltweit vermindert werden muss.

Für Holcim ist dieser wachsende Konsens ein zusätzlicher

Ansporn, weiterhin eine Pionierrolle bei der Reduktion des

CO 2-Ausstosses und anderer Emissionen zu übernehmen.

Holcim Ltd hat für die Kohlendioxidemissionen konzernweit

konkrete Vorgaben festgelegt: Die durchschnittlichen

spezifi schen Emissionen von Kohlendioxid aus der

Zementproduktion sollen gegenüber den Werten von

1990 bis im Jahr 2010 um 20 Prozent gesenkt werden.


Drehrohrofen

Bei Temperaturen

bis 1450 °C wandelt

sich das Rohmehl in

Klinkermineralien

um.

Klinkerkühler

Die Klinkermineralien

werden schnell

luftgekühlt.

Energieverbrauch Zement















Der gesamte Energieverbrauch pro Tonne

Zement nahm in der Berichtsperiode leicht

ab. Die Energieeffi zienz hat sich insbesondere

dank der Modernisierung der Werke

Siggenthal und Eclépens verbessert.








Klinkersilo

Im Silo wird der

abgekühlte Klinker

zwischengelagert.

Staubemissionen Zement






In der letzten Berichtsperiode hatte die

Holcim Schweiz ihre Staubemissionen auf

ein sehr geringes Niveau reduziert. Nun sind

die Werte wieder etwas angestiegen, liegen

aber noch weit unterhalb des Grenzwerts.

Alternative Brennstoffe
















Die Nachfrage nach alternativen Brennstoffen

ist gestiegen. Deshalb ging der Anteil

alternativer Energieträger am Gesamtenergie

verbrauch der Holcim Schweiz in der

Berichtsperiode leicht zurück.








Zementmühle

Hier wird der

Klinker mit rund

5 Prozent Gips

zu Zementpulver

gemahlen.

SO 2-Emissionen Zement





Der Schwefeldioxidausstoss liegt weiterhin

unter den Grenzwerten. Der Anstieg im Jahr

2007 hat verschiedene Ursachen. Siehe dazu

die Umweltdaten der einzelnen Werke ab

Seite 39.

CO 2-Emissionen Zement
















Die Grafi k stellt die Netto-CO 2-Emissionen

nach WBCSD-Protokoll dar. Grund für den

leichten Anstieg ist der leicht verminderte

Einsatz von alternativen Brennstoffen. (Details

zur Berechnung siehe Seiten 41/42.)

NO X-Emissionen Zement











ÖKOLOGIE

Logistik

Der fertige Zement

wird lose in

Silowaggons und

-fahrzeugen transportiert

oder in

Säcke abgepackt.




Die Holcim Schweiz hat die Stickoxidemissionen

wie bereits in den vergangenen beiden

Berichtsperioden erneut deutlich gesenkt.

Sie liegen unter den Grenzwerten der Luftreinhalteverordnung.

Nachhaltigkeitsbericht

29


30 Nachhaltigkeitsbericht

Bereits 2004 haben die Holcim Schweiz und die anderen

Schweizer Zementhersteller mit dem Bund eine freiwillige

Zielvereinbarung abgeschlossen. Die Zementindustrie

hat sich verpfl ichtet, bis 2010 im Vergleich zu 1990 den

CO 2-Ausstoss aus primären fossilen Energieträgern um

44 Prozent und jener aus dem Gesteinsmehl um 30 Prozent

zu reduzieren. Dies entspricht einer Gesamtmenge

von 1,35 Millionen Tonnen CO 2. Die schweizerische

Zementindustrie wird somit rund ein Drittel zu den Reduktionen

beitragen, die das schweizerische CO 2-Gesetz

vorschreibt. Die Holcim Schweiz trug wesentlich dazu bei,

dass die Zielvereinbarung auf gutem Weg ist.

Alternative Brennstoffe einsetzen

Um die anspruchsvollen Ziele im Klimabereich zu erreichen,

setzt die Holcim Schweiz neben einer Steigerung

der Energieeffi zienz und der Senkung des Klinkerfaktors

vor allem auf alternative Brennstoffe. Früher wurden die

Drehrohröfen zur Klinkerherstellung ausschliesslich mit

Kohle und Schweröl beheizt. Der Einsatz von alternativen

Brennstoffen vermag die Kohlendioxidbilanz eines Werks

erheblich zu verbessern. Solche Alternativbrennstoffe

sind zum Beispiel Trockenklärschlamm, Lösungsmittel,

Kunststoffe oder Altöl. Das Zementwerk Siggenthal hat

im Herbst 2006 eine neue Anlage für Kunststoffschnitzel

in Betrieb genommen, die jährlich rund 10 000 Tonnen

Kunststoff in den Brennprozess einbringt. Dies reicht,

um pro Jahr etwa 9000 Tonnen Kohle zu ersetzen.

Alternative Brennstoffe sind CO 2-neutral, da sie sonst

konventionell in Verbrennungs anlagen entsorgt werden

müssten. Ihre Verwertung im Zementofen ist ökologisch

sinnvoll und sauber: Die hohen Temperaturen und die

lange Verweilzeit im Drehrohrofen zerstören organische

Anteile vollständig. Der anorganische Anteil der Brennstoffe

dient als Rohstoff, da er chemisch zu Klinker umgewandelt

wird. So entsteht keine Schlacke, die entsorgt

werden müsste. Die Verwendung von Ersatz brennstoffen

senkt somit auch den Bedarf an Roh materialien aus

den Steinbrüchen und trägt zu einer Schonung der

natürlichen Ressourcen bei. Zwischen 2005 und 2007

steigerte die Holcim Schweiz den absoluten Verbrauch

von alternativen Brennstoffen von 134 800 auf 144 550

Tonnen jährlich. Ihr prozentualer Anteil am Gesamtenergieverbrauch

ging jedoch leicht zurück. Es wird immer

schwieriger, Abfälle mit einem hohen Heizwert auf dem

Altstoffmarkt zu beschaffen.

Damit hochwertiger Zement entsteht, muss die Zusammensetzung

der Alternativbrennstoffe bestimmte

Anforderungen erfüllen. Chemisch betrachtet besteht

Zement hauptsächlich aus den Oxiden der Elemente Kalzium,

Silizium, Aluminium und Eisen. Die Alternativ stoffe

müssen zusammen mit dem konventionellen Brennstoff

Kohle sowie den Rohmaterialien Kalkgestein und Ton

eine genau defi nierte Zusammensetzung dieser Oxide

ergeben. Um den richtigen Brennstoffmix sicherzustellen,

überwachen die Labore der Holcim Schweiz laufend

alle im Herstellungsprozess verwendeten Materialien.

In Übereinstimmung mit den strengen Richtwerten des

Bundesamtes für Umwelt (BAFU) gewährleisten sie die

Produktqualität und -sicherheit.

Der Ersatz fossiler Brennstoffe ist eine der grundlegenden

Umweltstrategien der Holcim Schweiz. In enger Zusammenarbeit

mit Behörden und Wissenschaft haben ihre

Verantwortlichen einen Standard entwickelt, der über

das reine Erfüllen gesetzlicher Forderungen hinausgeht

und für die Branche Massstäbe gesetzt hat. Die Holcim

Schweiz generiert heute mit alternativen Brennstoffen

etwa einen Drittel der benötigten thermischen Energie.

Verunreinigte Böden ökologisch nutzen

Ähnlich wie bei den Brennstoffen, können Zementwerke

auch alternative Rohmaterialien statt der Primärrohstoffe

Kalkstein und Ton einsetzen. Bereits vor Jahren ist Holcim

dazu übergegangen, leicht verunreinigte Böden sowie Bestandteile

aus der Sanierung von Altlasten zu verwerten.

Inzwischen decken alternative Rohmaterialien mit einer

Gesamtmasse von 126 000 Tonnen etwa drei Prozent des

Rohstoffbedarfs der Holcim Schweiz. Das Unternehmen

trägt damit nicht nur zu einer sicheren und sinnvollen

Verwertung dieser Stoffe bei, sondern schont auch

natürliche Ressourcen.

Untersuchungen des Bundes haben ergeben, dass es

in der Schweiz rund 3000 Altlasten gibt. So werden mit

Schadstoffen belastete Flächen wie Deponien, Industrie-

und Gewerbestandorte sowie Unfallstellen bezeichnet,

die gemäss Gesetz zu sanieren sind, weil sie über kurz

oder lang die Umwelt gefährden. Meistens ist die Erde

von Altlasten mit Altöl – oft aus undichten Öltanks

– verschmutzt. Bis vor wenigen Jahren wurden belastete

Böden und Bauabfälle vor allem in Deponien entsorgt.

Dieses Vorgehen hat den Nachteil, dass Verschmutzungen

einfach verschoben werden. Nachhaltig gelöst ist das

Problem damit nicht. Die Holcim Schweiz hingegen kann

in ihren Zementöfen die belasteten Böden zusammen mit

Primärrohstoffen zu Klinker verbrennen, was wesentlich

umweltfreundlicher ist. Im Jahr 2007 verwertete das Unternehmen

etwa 100 000 Tonnen verschmutztes Erdreich.

Besonderen Wert auf eine ökologische Verwertung von

Altlastenmaterial legt zum Beispiel der Kanton Zürich.

Das im Nachbarkanton Aargau gelegene Zementwerk

Siggenthal verarbeitet deshalb besonders viele verunreinigte

Böden. Wann immer ein Bauunternehmen auf eine

Altlast stösst, sendet es die Analyse einer Bodenprobe

an die Holcim Schweiz zur Beurteilung. Falls diese ergibt,

dass sich das Material verwerten lässt, kann das Bauunternehmen

die Altlast ins Werk liefern. Nach einer erneuten

Laborprüfung des angelieferten Materials mischt eine

Dosieranlage die verschmutzte Erde den Rohmaterialien

für die Klinkerherstellung bei. Dieses Vorgehen sorgt da-


für, dass die Emissionsgrenzwerte und die Ansprüche an

die Klinkerqualität jederzeit eingehalten werden.

Stickoxidausstoss deutlich gesenkt

Im Zementofen bilden sich wegen der hohen Verbrennungstemperaturen

grosse Mengen Stickoxide (NO X),

aber auch andere Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid

und Staub. Mit gezielten Massnahmen im Verbrennungsprozess,

etwa der Zugabe von Harnstoff oder Ammoniak,

sowie mit einer immer perfekteren Filtertechnik lassen

sich heute die Luftschadstoffe erheblich reduzieren.

Die Holcim Schweiz und die anderen Zementhersteller

des Landes hatten 1998 mit den Behörden der Standortkantone

die erste freiwillige Branchenvereinbarung der

Schweiz zur Verminderung des Stickoxidausstosses abgeschlossen.

Ziel dieser Vereinbarung war, die NO X-Emissionen

bis 2009 um insgesamt 20 Prozent zu reduzieren.

Dieses Ziel wurde inzwischen erreicht, und daher haben

die Schweizer Zementhersteller Anfang 2006 die NO X-

Branchenvereinbarung erneuert.

Als Berechnungsbasis dient nun – wie in ganz Europa

üblich – die Stickoxidkonzentration in den Abgasen statt

der absoluten Emissionen. Sowohl in der Schweiz als

auch in der EU gilt ein Tagesmittelwert von 800 Milligramm

pro Kubikmeter. Die Schweizer Zementhersteller

haben sich hingegen zur Einhaltung eines Jahresmittelwertes

von 500 Milligramm pro Kubikmeter verpfl ichtet,

was wesentlich ambitiöser ist, dafür an einzelnen

Tagen überschritten werden darf. Die Holcim Schweiz

senkte diesen Wert in ihren Werken bis im Jahr 2007 auf

424 Milligramm pro Kubikmeter und hält die Vereinbarung

somit klar ein. Wie das Bundsamt für Umwelt BAFU

bestätigte, gehören die Schweizer Zementwerke heute zu

den saubersten der ganzen Welt.

Neben Stickoxiden und anderen Abgasen entstehen bei

der Zementproduktion auch so genannte persistente

organische Schadstoffe (POP). Diese Schadstoffe bauen

sich in der Natur sehr schlecht ab. Die Schweiz hat deshalb

ein internationales Übereinkommen ratifi ziert und

2005 in Kraft gesetzt, das die Umweltbelastung durch

POP minimieren will. Im Auftrag der Holcim Schweiz und

der anderen Zementhersteller untersuchte ein spezialisiertes

Unternehmen in allen Zementwerken des Landes

den Ausstoss von Dioxinen, Furanen und anderen POP.

Das Ergebnis der Untersuchung ist erfreulich: Dank

mehrstufi ger Rauchgasreinigung mit Trockenabsorption,

Elektrofi lter und Schlauchfi lter liegen sämtliche POP-

Emissionen in den Zementwerken der Holcim Schweiz

unter den deutschen Grenzwerten (die Schweiz hat keine

Grenzwerte festgelegt).

Weniger Staub in Siggenthal

ÖKOLOGIE

Beim Brennen von Kalkmehl und anderen Rohstoffen zu

Klinker entsteht feiner Staub. Um den Staubgehalt der

Abluft zu vermindern, setzte das Zementwerk Siggenthal

bis vor Kurzem einen Elektrofi lter ein. Im Zuge der Erneuerung

des Aargauer Werks hat die Holcim Schweiz diesen

Anfang 2007 durch einen moderneren Schlauchfi lter

ersetzt.

Schlauchfi lter gelten heute als Standard in der umweltbewussten

Zementproduktion. Der neue Hightechfi lter

in Siggenthal enthält Tausende von Schläuchen, die aus

feinstem Gewebe gefertigt sind. Die Abluft des Zementofens

strömt durch diese Schläuche, wobei der Staub am

Gewebe hängen bleibt. Druckluft befreit die Schläuche

regelmässig vom gesammelten Staub; dieser fällt in einen

Auffangbehälter und wird zum Ofen zurückgeführt.

Der neue Schlauch fi lter bringt die Staubkonzentration

bis auf einen Zehntel des Werts des bisher eingesetzten

Elektrofi lters und arbeitet auch zuverlässiger. Damit wird

es auch keine Ausfälle mehr geben, bei denen kurzfristig

eine zwar unschädliche, aber dunkle Staubwolke aus dem

Kamin aufsteigt.

Neben dem Einbau des neuen Schlauchfi lters hat

die Holcim Schweiz im Werk Siggenthal noch andere

Mass nahmen ergriffen, um die Umweltbelastung zu

vermindern. Der Ersatz von Teilen des Wärmetauschers

hat Druckverluste erheblich vermindert, was den Bedarf

an elektrischer Energie pro Tonne Zement senkt. Mit der

15 Prozent höheren Ofenleistung hat das Werk Siggenthal

seit 2007 den Stromverbrauch pro Tonne Zement

reduzieren können. Weiter hat das Werk den Antrieb

des Drehrohrofens und das Hauptgebläse energetisch

optimiert. Hunderte von Prüfsonden, die direkt mit der

Computerzentrale verbunden sind, überwachen die

Produktion, den Energie verbrauch und die Emissionen

lückenlos.

Nachhaltigkeitsbericht

31


Kiesgewinnung

Kiesgrube

Kies und Sand

werden mittels

Wasserstrahl oder

mit dem Bagger aus

der Wand gelöst.

Energieverbrauch Kies













Der Energieverbrauch pro Tonne Kies bewegt

sich auf einem tiefen Niveau. Schwankungen

sind darauf zurückzuführen, dass nicht jedes

Jahr in gleichem Masse Kiesgruben wieder

aufgefüllt und abgedeckt werden.

SO 2-Emissionen Kies













Die Schwefeldioxidemissionen sind im Vergleich

zur vorangegangenen Berichtsperio de

gesunken und verharrten in den letzten

Jahren auf tiefem Niveau.

32 Nachhaltigkeitsbericht

Laden und Fördern

Das Material wird

für die weitere

Aufbereitung zum

Vorbrecher transportiert.

Transport

Förderbänder

transportieren das

Rohmaterial zur

Weiterverarbeitung.

NO X-Emissionen Kies









Absieben

Das Material wird

auf der Rundstrasse

gesiebt und in

verschiedene Korngruppen

getrennt.





Die Emissionen von Stickoxiden liegen

generell tief und haben sich gegenüber der

letzten Berichtsperiode weiter verringert.

Wichtigster Grund dafür ist die Erneuerung

von Anlagen und Fahrzeugen.

Brechen

Auf der Splittstrasse

wird Material mit

einem Durchmesser

von mehr als

45 Millimetern

zerkleinert und in

verschiedene Korngruppen

getrennt.

Wasseraufbereitung

Das Prozesswasser

wird in einem Kreislauf

geführt.

CO 2-Emissionen Kies









Waschen

Das Rundmaterial

wird gewaschen.

Die dabei ausgeschwemmten

Feinstanteile

gelangen in grosse

Absetzbecken.





Beim Kohlendioxidausstoss ist die Tendenz

insbesondere dank sparsameren Fahrzeugen

weiterhin sinkend. Hier spielt die von Jahr

zu Jahr unterschiedliche Auffüllung von

Kiesgruben eine Rolle.

Klassierung

Förderbänder

transportieren das

Material zwischen

den verschiedenen

Brechern und

Siebstationen.

Zwischenlager

Sand-, Kies- und

Splittfraktionen

warten in getrennten

Silos auf

den Verlad.


Logistik

Die aufbereitete

Gesteinskörnung

gelangt per Bahn,

Lastwagen oder

Schiff zu den Verbrauchern.

Naturnahe Kieswerke und Steinbrüche

Die Kiesgewinnung hat unmittelbare Auswirkungen auf

das Landschaftsbild. Doch während Kiesgruben bis vor

einigen Jahren als Narben in der Natur galten, hat inzwischen

ein Sinneswandel stattgefunden. Biologen haben

festgestellt, dass in den Abbaugebieten vielfältiges Leben

gedeiht: Weil in Kiesgruben immer neue Geröllfl ächen

entstehen, sind sie wichtige Ersatzstandorte für seltene

Pionierarten wie etwa die Kreuzkröte geworden. Ein

grosser Teil der Fliessgewässer in der Schweiz ist heute

verbaut. Die Verantwortlichen der Holcim Schweiz

richten deshalb die Betriebsabläufe möglichst so ein,

dass kleine Lebensräume entstehen, die dynamischen

Flusslandschaften gleichen.

Das Werk in Müllingen AG zum Beispiel hat 2005 mehrere

periodische Teiche für Amphibien angelegt, die je nach

Verlauf des Gesteinsabbaus in einen anderen Bereich

der Kiesgrube verschoben werden. Um einen idealen

Lebensraum für Erdkröten, Fadenmolche und Grasfrösche

zu schaffen, hat das Werk Oberdorf NW seinerseits seit

dem Frühjahr 2007 ein Amphibien moni toring eingeführt.

Uferschwalben wiederum scheinen sich in den lehmigen

Steilwänden des Werks Kirchberg SG besonders wohl

zu fühlen: Allein im Jahr 2006 konnte der lokale Naturschutzverein

etwa 400 neue Nistplätze zählen. Insgesamt

sieben Gruben der Holcim Schweiz haben bis jetzt das

Qualitätslabel der Stiftung Natur & Wirtschaft erhalten.

Diese Stiftung, die von Bund und Wirtschaft gemeinsam

getragen wird, honoriert mit ihren Zertifi katen naturnah

gestaltete Firmengelände.

Neues Leben zwischen Steinen

ÖKOLOGIE

In der Nähe des Zementwerkes Siggenthal rekultiviert die

Holcim Schweiz die ehemalige Kiesgrube Hard West und

schafft ein neues Naturschutzgebiet. Bis zum Jahr 1999

hatte das Unternehmen auf dem Areal rund 350 000

Kubikmeter Kies gewonnen. Seit 2004 füllt ein Bauunternehmen

die Kiesgrube wieder mit Aushubmaterial auf,

um neuen Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen.

Das Projekt soll bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

In Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten und einer

Biologin erarbeitete die Holcim Schweiz ein massgeschneidertes

Renaturierungskonzept, das unter anderem

eine Überhöhung gegenüber der ursprünglichen

Terrainhöhe um drei Meter vorsieht. Diese Massnahme

soll einen Wildkorridor vor Störungen der angrenzenden

Industriezone schützen und verhindern, dass Menschen

oder frei laufende Hunde in die Grünfl äche eindringen.

Bereits vor der Rekultivierung bot die ehemalige Kiesgrube

diversen seltenen Arten einen Lebensraum. Tiere wie

etwa die Kreuzkröte oder die Gelbbauchunke erhalten

nun Laichgewässer von unterschiedlicher Grösse, Tiefe

und Struktur. Daneben entstehen offene, sonnige Kiesfl

ächen, auf denen Pionierpfl anzen wie Rosmarin-Weidenröschen,

Wegwarten oder Kartäusernelken gedeihen.

Auch seltene Vogelarten wie Flussregenpfeifer oder Steinschmätzer

halten sich hier gerne auf. Sie ernähren sich

von Larven, Würmern und anderen Kleintieren, die sich

in den ständig wandelnden Flächen spontan ansiedeln.

Asthaufen, grosse Steine und Wurzelstöcke gewähren

verschiedenen Tieren Unterschlupf.

Mit einer Fläche von 2,5 Hektaren wird das neue Naturschutzgebiet

ein Kerngebiet im Rahmen des kantonalen

Amphibienschutzkonzeptes darstellen und helfen, bestehende

Lebensräume seltener Arten zu vernetzen. Die

Holcim Schweiz ist stolz darauf, mit der Renaturierung

des ehemaligen Kieswerkes einen Beitrag zur Biodiversität

im Kanton Aargau zu leisten. Ein beschilderter Weg

ins Naturschutzgebiet wird die verschiedenen Lebensräume

für Interessierte erschliessen und beschreiben. Die

ehemalige Kiesgrube wird so zu einem Ort, an dem Kinder

und Erwachsene aus Untersiggenthal und Umgebung

die Natur hautnah entdecken und erleben können.

Nachhaltigkeitsbericht

33


Betonherstellung

Anlieferung

Kies und Sand – die

Gesteinskörnung

– werden per Bahn,

Lastwagen oder

Schiff angeliefert.

Energieverbrauch E i b hB Beton t
















Der Energieverbrauch pro Kubikmeter Beton

nahm in der Berichtsperiode leicht ab. Grund

dafür ist vor allem die gute Auslastung der

Werke. Eine Rolle spielt auch das Klima

(warme Winter).

SO 2-Emissionen Beton













Der Ausstoss von Schwefeldioxid ist in der

Betonherstellung gering, weil der Prozess

vor allem elektrische Energie erfordert. Dank

den relativ warmen Wintern verzeichnete

die Holcim Schweiz in der Berichtsperiode

besonders tiefe Werte, weil die Silos weniger

beheizt werden mussten.

34 Nachhaltigkeitsbericht

Zwischenlagerung

Die einzelnen

Korngruppen

(vom Feinsand bis

zum groben Kies)

werden getrennt

gelagert.






NO X-Emissionen Beton












Förderband

Die Gesteinskörnung

wird in die

Silos befördert.

Wasserverbrauch Beton







Der Wasserverbrauch ist leicht gesunken,

da noch mehr Werke Restbetonauswaschanlagen

eingebaut haben. Diese halten das

Wasser im Produktionskreislauf. Zahlen für

Fluss- und Grundwasserentnahmen wurden

aufgrund der Pumpdauer und der Leistung

der Pumpen hochgerechnet.



In der Betonproduktion ist der Ausstoss von

Stickoxiden gering, weil der Herstellungsprozess

vor allem elektrische Energie erfordert.

Dank den relativ warmen Wintern verzeichnete

die Holcim Schweiz in der Berichtsperiode

besonders tiefe Werte, weil die Silos

weniger beheizt werden mussten.

Zementsilos

Je nach gewünschtem

Beton gelangt

der dafür optimale

Zement zur Verwendung.

CO 2-Emissionen Beton











Logistik

Fahrmischer bringen

den Frischbeton

termingerecht zum

Verwendungsort.





Die relativ warmen Winter erlaubten eine

geringere Beheizung der Silos. Zu den sinkenden

Kohlendioxidemissionen trugen aber

auch neue, energetisch optimierte Anlagen

wie beispielsweise in Manno TI sowie sparsamere

Fahrzeuge bei.

Kies- und Sandsilos

Die Korngruppen

werden in

getrennten Silos

aufbewahrt.

Mischer

Die einzelnen

Bestandteile des

Betons werden

in vorgegebener

Reihenfolge miteinander

vermischt.

Wasser und Zusatzmittel

Aus der Wasserversorgung

oder aus

werkseigenen Tanks

werden Wasser

und Zusatzmittel

zugeführt.


Auch der Abbau durch Sprengung wirkt sich auf die

Umwelt aus. Die Holcim Schweiz konnte indes in der

Berichtsperiode bei der Sprengtechnik einen markanten

umwelt technischen Fortschritt erzielen: Anstelle von

Patronen wird neu pumpbarer Flüssig sprengstoff eingesetzt.

Das neue Verfahren vermag mit 30 Prozent weniger

Sprengungen die gleiche Menge Gestein vom Fels zu lösen,

was den Energieverbrauch und die Erschütterungen

erheblich reduziert.

Ist der Abbau des Gesteinsmaterials abgeschlossen, füllt

Holcim die betroffenen Stellen in der Regel zu etwa zwei

Dritteln wieder mit Aushubmaterial von Tagbaustellen

und Tunnels auf. Ein Kontrollsystem stellt dabei sicher,

dass kein belastetes Material in die Kiesgruben gelangt:

Dem angelieferten Aushub werden Proben entnommen,

die ein neutrales Labor auf die Schwermetalle Blei, Kadmium,

Kupfer und Zink untersucht.

Nach der teilweisen oder vollständigen Auffüllung lässt

die Holcim Schweiz die Kiesgruben und Steinbrüche

entweder rekultivieren, damit wieder eine landwirtschaftliche

Nutzung möglich ist, oder sie lässt sie in

Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen wie

Pro Natura oder WWF renaturieren. Dank ihrer neu

gewon nenen Vielfalt und als Standort von seltenen

Tier- und Pfl anzenarten erlangten viele ehemalige

Abbaustellen den Status eines Naturschutzgebietes. So

erklärte zum Beispiel der Kanton Aargau den ehemaligen

Steinbruch Musital zehn Jahre nach seiner Stilllegung

zum Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung. Fünf

Kiesgruben der Holcim Schweiz fi gurieren heute sogar

als Wanderobjekte im Bundesinventar der Amphibiengebiete

von nationaler Bedeutung.

Wasser sparende Produktion

Um einen Kubikmeter Beton herzustellen, werden

1,4 Tonnen Kies, 600 Kilogramm Sand und rund 300 Kilogramm

Zement mit 150 Litern Wasser vermengt. Abgesehen

vom Transport des Materials hat die Betonproduktion

keine bedeutenden Auswirkungen auf die Umwelt.

Damit Beton schneller aushärtet oder bestimmte

Eigenschaften annimmt, kommen bei gut der Hälfte aller

Betone chemische Zusatzmittel zum Einsatz. Die Holcim

Schweiz verwendet nur Zusatzmittel, die das Umweltgütesiegel

des Fachverbandes Schweizerischer Hersteller

von Betonzusatzmitteln (FSHBZ) tragen; diese sind bei

fachgerechter Anwendung für Mensch und Umwelt

unbedenklich.

Alle Zementwerke der Holcim Schweiz verfügen über

eigene Wasserquellen, die insgesamt etwa 98 Prozent des

jährlichen Gesamtverbrauchs von rund einer Million Kubikmetern

decken können. Damit leisten sie einen wichtigen

Beitrag zur Schonung der Trinkwasser vorkommen.

Die Betonzentralen verfügen allesamt über geschlossene

Wasserkreisläufe; fast alle besitzen überdies eine Restbetonauswaschanlage.

In der Berichtsperiode wurden

Kühlen mit Fernwärme

Das Zementwerk Eclépens versorgt bereits seit elf Jahren

zahlreiche Nachbarn mit Fernwärme. Ein Wärmetauscher

erzeugt aus den heissen Gasen der Klinkerherstellung

Wasserdampf, der Heizenergie an Haushalte und Betriebe

in der Region transportiert. Diese können bereits heute

mehr als 1500 Tonnen Heizöl pro Jahr sparen, was eine

Verringerung der CO 2-Emission um rund 4200 Tonnen

bewirkt. CADCIME, so heisst das System, erwärmt auch

die grossen Öltanks des Werks und erhitzt die Brennstoffe

vor dem Einspritzen in den Drehrohrofen.

Nun setzt die Holcim Schweiz CADCIME für einen

weiteren Zweck ein: Unweit des Zementwerks hat die

Schweizerische Post ein bereits bestehendes Briefzentrum

ausgebaut und setzt dort leistungsstarke Sortieranlagen

ein. Die Klimaanlage, die für den Betrieb dieser

Maschinen notwendig ist, bezieht ihre Energie aus der

Fernwärme des Zementwerks.

Wie ist es möglich, mit Wärme zu kühlen?

ÖKOLOGIE

Dies gelingt mit einer so genannten Absorptionsanlage,

die sich die Gesetze der Physik zunutze macht: Ähnlich

wie bei einer gasbetriebenen Camping kühltruhe erhitzt

und verdampft die Anlage mit heissem Wasser aus dem

Zementwerk eine chemische Lösung. Diesen Dampf

presst sie danach durch ein enges Ventil. Die Entspannung

des unter Druck stehenden Dampfs braucht

Wärme, die dem Kühlmittel der Klimaanlage entzogen

wird. Dessen Temperatur lässt sich so auf 16 Grad Celsius

senken – die optimale Temperatur zur Kühlung der Verteilermaschinen.

Das neue Kühlsystem ist ausser an kalten Tagen das ganze

Jahr über in Betrieb. Die Absorptionsanlage verbessert

daher die gesamte Energieeffi zienz des Zement werks,

denn im Sommer wurde die Abwärme des Ofens bislang

bloss genutzt, um Leitungswasser zu erhitzen.

Nachhaltigkeitsbericht

35


zusätzliche dieser Anlagen installiert, so etwa im neu

erstellten Beton werk Manno TI. Sie können Feststoffe

als Recyclingbaustoffe zurück gewinnen und Restwasser

wieder für die Produktion nutzbar machen.

Über einen sparsamen Umgang mit Wasser hinaus

bieten sich bei der Betonproduktion kaum Möglich keiten,

auf die Umwelt Einfl uss zu nehmen. Die Kennzahlen der

Betonproduktion hängen denn auch primär von äusseren

Faktoren ab und schwanken von Jahr zu Jahr. Viele Betonzentralen

verfügen über eine Siloheizung, um auch im

Winter die erwünschte Produktqualität liefern zu können.

Dadurch kann ihr Heizölverbrauch in einem kalten Winter

ansteigen. Auch schwankt die Nachfrage saisonal beträchtlich,

was sich auf die Auslastung und damit auf den

Energie- und Wasserhaushalt auswirkt.

Sanierung von Altlasten

Bahnanteil Zementspedition










Der Bahnanteil bei den Zementlieferungen

hat in der Berichtsperiode um einige Prozentpunke

abgenommen. Mit einer Transportleistung

von jährlich über 300 Millionen

Tonnenkilometern bekennt sich die Holcim

Schweiz weiterhin zur Bahn. Weniger als die

Hälfte der Lieferungen erfolgt per Lkw.

Bund und Kantone führen ein umfassendes, langfristiges

Programm durch, um sämtliche Altlastenfl ächen in der

Schweiz zu überprüfen und wenn nötig sanieren zu lassen.

Die Holcim Schweiz kommt auch in diesem Bereich

ihren gesetzlichen Ver pfl ich tungen nach und hat bereits

vor rund zehn Jahren ein Altlastenkonzept erarbeitet.

In der Folge untersuchte das Unternehmen an allen

Standorten, wie die Areale in der Vergangenheit genutzt

wurden und ob sich darauf Unfälle ereignet hatten. Diese

historischen Untersuchungen sind inzwischen abgeschlossen

und mit den Behörden besprochen. Zurzeit

untersucht die Holcim Schweiz jene Standorte genauer,

die aufgrund ihrer Vorgeschichte belastet sein könnten:

Fachleute nehmen Bodenproben, die ein spezialisiertes

Labor auf umweltgefährdende Stoffe hin überprüft.



36 Nachhaltigkeitsbericht



Dieselverbrauch Kies und Beton














Der Dieselverbrauch der Sparte Kies und

Beton ist in der Berichtsperiode deutlich

zurückgegangen. Mit ein Grund dafür ist der

Einsatz von grösseren Fahrzeugen, die pro

Liter mehr Material zu transportieren vermögen.

Die Zahlen enthalten keine externen

Transporte wie Materiallieferungen.

Die in der Berichtsperiode überprüften Standorte stellen

keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. So erbrachte

die Holcim Schweiz gegenüber den Behörden den

Nachweis, dass das 140 Hektar grosse Areal des Kieswerks

in Hüntwangen keinerlei Altlasten aufweist. Eine

umfassende Sanierung musste das Unternehmen bislang

nirgends vornehmen. Einzig auf dem Areal einer vor

Jahren geschlossenen Zementfabrik in Unterterzen war in

der Vergangenheit eine geringe Menge Altöl ausgelaufen

und in den Boden gelangt. Dieses verschmutzte Erdreich

hat die Holcim Schweiz 2006 gewaschen und teilweise im

eigenen Zementwerk als alternatives Rohmaterial fachgerecht

verwertet. Da die sorgfältige Untersuchung von

Verdachtsfl ächen sehr aufwendig ist, wird die Altlastenaufarbeitung

noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die

Behörden haben eine Frist bis zum Jahr 2025 gesetzt.

Bahn und Kombiverkehr als optimale Transportlösungen

Zement, Kies, Sand und Beton sind Massengüter, bei

denen die Transportkosten stark ins Gewicht fallen – sie

machen rund einen Drittel der gesamten Kosten aus.

Deshalb legt die Holcim Schweiz grossen Wert auf eine

ausgeklügelte Logistik, die sie kontinuierlich weiterentwickelt.

Wenn immer möglich setzt die Holcim Schweiz

auf den umweltfreundlichen Schienentransport: Etwa die

Hälfte der Zement- und Klinkertransporte erfolgen per

Bahn oder kombinierten Verkehr. Auch Rohmaterialien

und Betriebsstoffe wie etwa Gips oder Brennstoffe werden

auf dem Schienenweg befördert.

In der Berichtsperiode hat die Holcim Schweiz rund

50 neue Zementwaggons in Betrieb genommen, die

zusammen mit spezialisierten Unternehmen entwickelt

wurden. Die neuen Wagen haben eine um 15 Tonnen

Benzinverbrauch Kies und Beton













Auch der Benzinverbrauch der Sparte Kies

und Beton ist zurückgegangen. Zum einen

ist dies auf betriebliche Gründe (geringere

Abdecktätigkeit und Fahrdistanzen) zurückzuführen.

Zum anderen wurden Benzinfahrzeuge

durch dieselbetriebene ersetzt. Zahlen

ohne externe Transporte.


höhere Nutzlast und ermöglichen so einen effi zienteren

Transport grosser Zementmengen. Eine besondere Innovation

stellen die Domdeckel auf den Bahnwagen dar.

Dank eines automatischen, auf Pneumatik basierenden

Verschlusssystems müssen die Holcim Mitarbeitenden

die Bahnwagen zum Öffnen und Schliessen des Deckels

nicht mehr besteigen. Dadurch verbessern sich Verladeeffi

zienz und die Arbeitssicherheit.

Die jährliche Transportleistung auf der Schiene belief

sich auf die eindrückliche Zahl von über 300 Millionen

Tonnenkilometer. Damit der hohe Anteil an Bahntransporten

weiterhin ökonomisch vertretbar bleibt, ist die

Holcim Schweiz als einer der grössten Güterkunden der

SBB Cargo und der RhB darauf angewiesen, dass die Bahnen

trotz wachsendem Personenverkehr auch in Zukunft

genügend Schienenkapazität für den Güterverkehr zur

Verfügung stellen. In der Berichtsperiode waren mitunter

Engpässe zu verzeichnen, weshalb sich die Holcim

Schweiz dafür einsetzt, dass nicht bloss der Transit-, sondern

auch der Binnenverkehr von Gütern die notwendige

Priorität erhält.

Wo möglich transportiert die Holcim Schweiz auch

Kies auf der Schiene. So verfügt ihr grösstes Kieswerk

in Hüntwangen ZH über einen eigenen Gleisanschluss.

Dieser dient aber nicht nur dem Abtransport von Kies,

sondern auch dazu, Aushub zum Auffüllen der Gruben

herbeizuführen. In einzelnen Fällen transportiert die

Holcim Schweiz den Baustoff auch besonders ökologisch

auf dem Wasserweg: Auf dem Rhein liefern zwei

Frachtschiffe Kies aus dem Elsass an das Betonwerk in

Birsfelden BL. Ein einziges Schiff kann so viel Sand und

Kies transportieren wie 60 Lastwagen.

Auf längeren Distanzen benutzt die Holcim Schweiz in

aller Regel die Bahn für Materialtransporte. Aber das

Unternehmen verfügt auch über einen eigenen Fuhrpark

von je rund 230 Offroad- und Onroadfahrzeugen. In den

Steinbrüchen und abseits der Strassen («Offroad») sorgen

Transportlader, Bagger, Dumper und Bulldozer für einen

effi zienten Abbau des Gesteins. Zu den Strassenfahrzeugen

gehören neben Betonfahrmischern und Zementsilofahrzeugen

auch Betonpumpen und Kipper. Diese liefern

Zement, Kies und Beton an die vielen kleinen Baustellen.

Praktisch alle Fahrten von Betonmischern sind kürzer

als 20 Kilometer. Um Schadstoffe zu minimieren und

Energie zu sparen, organisierte die Holcim Schweiz

in der Berichtsperiode zusammen mit Mercedes und

Avesco (Caterpillar) an allen Standorten einen Kurs im

ökologischen Fahren. Die Chauffeure lernten auf ihrem

Fahrzeug beispielsweise, stets im optimalen Drehbereich

zu fahren und durch genügenden Reifendruck den Rollwiderstand

ihrer Fahrzeuge zu verringern.

Die Holcim Schweiz hat ihre Lkw-Flotte in der Berichtsperiode

stark erneuert: Bereits entsprechen die Hälfte der

Lastwagen mindestens der Euronorm 3. 17 Fahrzeuge erfüllten

Ende 2007 sogar die strenge Euronorm 5. 53 Offroadfahrzeuge

verfügten über einen Partikelfi lter, der die

Dem Lärm auf der Spur

ÖKOLOGIE

Zementwerke gehören zur Schwerindustrie. Neben einem

grossen Umsatz von Energie und Rohstoffen sind damit

seit jeher auch laute Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge

verbunden. Die Werke arbeiten zudem rund um die Uhr.

Auch wurde in den letzten Jahrzehnten der knappe Raum

in der Schweiz immer stärker genutzt. Als Folge davon

wuchsen Siedlungen näher an die Zementwerke heran

und brachten ihre Bewohner in deren Hörweite. Dieses

Zusammenwachsen stellt für beide Seiten eine Herausforderung

dar.

Die Werke der Holcim Schweiz investieren viel, um die

gesetzlichen Lärmgrenzwerte einzuhalten, und erweitern

laufend den Schallschutz auf ihren Arealen. Die

Abluft kamine des Zementwerks Brunnen beispielsweise

erhielten 2006 neue Schalldämpfer. Dicke Lamellen

aus schalldämmendem Material reduzieren seither die

Geräusche der Luftströme und der Gebläse. Ein anderes

Beispiel ist das Zementwerk Siggenthal, das Ende 2007

vor dem Klinkerkühler Schallschutzwände erstellt hat.

Das Werk beabsichtigt, für die kommenden Jahre weitere

Massnahmen zur Lärmreduktion zu treffen.

Ungeachtet dieser Anstrengungen nimmt die Holcim

Schweiz Rück meldungen aus der Bevölkerung sehr ernst.

Damit sich ihre Fachleute bei Klagen selbst ein genaues

Bild von der Situation vor Ort machen können, hat das

Unternehmen im Jahr 2007 ein modernes Lärmmessgerät

angeschafft. Dieses ist in der Lage, nicht nur den

momentanen Schallpegel zu messen, sondern auch

mittlere Werte über längere Perioden zu errechnen und

das Hörempfi nden des menschlichen Ohrs zu simulieren.

Mit dem Gerät können die Fachleute der Holcim

auch Frequenzen bestimmen, wodurch sich Lärmquellen

genauer orten lassen. Die Holcim Schweiz wird künftig

in der Umgebung von Zementwerken regelmässig ein

Monitoring durchführen, um stets über Veränderungen

des Geräuschpegels im Bilde zu sein. Die Ergebnisse

der Messungen werden es in Zukunft erlauben, Lärmprobleme

genauer zu analysieren und gemeinsam mit

Anwohnenden gezielt nach Lösungen zu suchen.

Nachhaltigkeitsbericht

37


38 Nachhaltigkeitsbericht

Feinstaubbelastung stark vermindert. Auf der Suche nach

CO 2-neutralen Ersatzkraftstoffen hat die Holcim Schweiz

bereits 2004 an ihrem Standort in Eiken einen fünf Jahre

dauernden Versuch gestartet, um die Einsatzmöglichkeiten

von Pfl anzenöl zu untersuchen.

Weniger Staub aufwirbeln

Vor allem bei der Zerkleinerung von Kies, aber auch bei

Sprengungen oder auf unbefestigten Transportpisten

gelangen feinste Gesteinsteilchen in die Luft. Dies ist

besonders während der Sommer monate der Fall, wenn

der Untergrund austrocknet. In der Berichtsperiode hat

die Holcim Schweiz diesen Staub emissionen zusätzliche

Aufmerksamkeit geschenkt. Neu nehmen alle Werke im

Rhythmus von zwei anstatt wie bisher drei Jahren Staubmessungen

vor.

Das Gesetz schreibt vor, wie hoch die maximale Staubkonzentration

an Arbeitsplätzen sein darf. Falls die tatsächlichen

Werte darüber liegen, muss das Unternehmen

Massnahmen ergreifen. Um ein Arbeiten ohne unbequeme

Staubmasken zu ermöglichen, hat die Holcim

Schweiz in diversen Kieswerken Entstaubungsanlagen

installiert, welche die Stäube erfassen und abführen. Im

Aussenbereich mancher Kiesgruben berieseln fest installierte

Anlagen im Sommer die exponierten Verkehrswege

mit Wasser. Abrollstrecken auf dem Werksareal oder

Radwaschanlagen verhindern zudem, dass Staub aus

dem Kieswerk auf öffentliche Strassen gelangt.


UMWELTDATEN

UMWELTDATEN

Nachstehend fi nden sich detaillierte Angaben zu allen

Zementstandorten der Holcim Schweiz. Da es den Rahmen

des Berichts sprengen würde, sämtliche Kies- und

Betonwerke abzubilden, ist jeweils beispielhaft ein Werk

aufgeführt.

Nachhaltigkeitsbericht

39


Zementwerk Eclépens

Abfallprobleme entschärfen

40 Nachhaltigkeitsbericht

Das zwischen Neuenburger- und Genfersee gelegene

Zementwerk Eclépens besteht seit 1953 und ist der

wichtigste Standort der Holcim in der Westschweiz. Seine

rund 110 Mitarbeitenden produzierten in der Berichtsperiode

im Durchschnitt jährlich mehr als 650 000 Tonnen

Zement. Die Rohstoffe Tonmergel und Kalkstein

gewinnt das Werk in zwei Steinbrüchen am Hausberg

Mormont und auf der gegenüberliegenden Talseite.

Einen besonderen Umweltbeitrag leistet das innovative

Projekt CADCIME: Es speist die Wärme aus den Verbrennungsabgasen

des Drehrohrofens in ein Fernwärmenetz

ein und versorgt so rund 500 Einfamilienhäuser und

mehrere Betriebe in der Umgebung im Winter mit Wärme.

Seit Kurzem nutzt es die Energie im Sommer auch

zur Kühlung des neuen Briefpostzentrums.

Holcim Schweiz hat die Produktionskapazitäten in

Eclépens in der Berichtsperiode um rund einen Drittel

erhöht. Wie in Siggenthal sorgt ein neuer Schubrostkühler

dafür, dass die Abwärme des bei 1450 Grad Celsius

gebrannten Klinkers energieeffi zient genutzt wird. Ein

neuer Vorkalzinator zum Vorheizen der Rohmaterialien

erhöht ebenfalls die Energieeffi zienz.

Das moderne Werk setzt Massstäbe in der Lufthygiene:

Bereits seit 1997 drückt ein Schlauchfi lter die Staubemissionen

weit unter die gesetzlichen Grenzwerte. Eine

Kreislaufentlastung minimiert die Schwermetallemissionen,

und auch die Stickoxid- und Schwefeldioxidwerte

liegen innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.

Das Zementwerk verwertet grosse Mengen an alternativen

Brennstoffen und erzielt damit eine äusserst

günstige Kohlendioxidbilanz. Je nach Verfügbarkeit

wurden in der Berichtsperiode 45 bis 50 Prozent der thermischen

Energie durch alternative Brennstoffe ersetzt.

Das Zementwerk baute 2007 ein neues Silo für Trockenklärschlamm,

dem 2008 ein weiteres folgen wird. Zudem

plant das Werk eine Lagerhalle für Schnitzel von alten

Autopneus, damit es diese wohldosiert dem Brennprozess

zuführen kann. Auf diese Weise kann das Werk die

Netto-CO 2-Emissionen weiter senken.

Zementproduktion












Bemerkungen zu den Zahlen



Die Zementproduktion in Eclépens bewegte

sich in der Berichtsperiode auf hohem Niveau.

2007 stand das Werk wegen des Ausbaus

für sechs Wochen still, was den leichten

Rückgang in diesem Jahr erklärt. Dank dem

Ausbau wird die Produktion künftig steigen.

In die Energie- und Emissionsbetrachtungen

einbezogen sind Rohmaterialgewinnung,

interne Transporte sowie sämtliche Produktionsschritte.

Nicht einbezogen wurden

Büromaterial und externe Transporte (weder

An- noch Auslieferung). Der Bahnanteil

bezieht sich indes ausschliesslich auf die

externen Transporte.

Die Holcim Schweiz bilanziert Kohlendioxidwerte

nach dem international festgelegten

Protokoll des World Business Council for

Sustainable Development (WBCSD Cement

Sustainability Initiative, CO 2 Emissions Inventory

Protocol, Version 2.0). Die Gutschrift

für CO 2 stammt allein aus der Verwendung

von fossilen alternativen Brennstoffen und

aus der Abwärmenutzung. Alternative

Brennstoffe aus Biomasse wie Trockenklärschlamm

oder Tiermehl werden dabei nicht

berücksichtigt, weil sie CO 2-neutral sind; bei

ihrer Verbrennung entsteht genau gleich viel

CO 2, wie ihr Aufbau erfordert hat.

Der Wert von CO 2 thermisch berücksichtigt

gemäss GHG-Protokoll 59b keine Brennstoffe

aus Biomasse (im Umweltbericht 2002

wurde vom Wert 59b fälschlicherweise nochmals

das biogene CO 2 abgezogen).

Alle Emissionswerte der Abluft sind auf einen

O 2-Anteil von 10 Prozent standardisiert.


CO 2-Emissionen
















In Eclépens bewegt sich der CO 2-Aus stoss

auf tiefem Niveau. Weil der Markt für

alternative Brennstoffe immer stärker umkämpft

ist, ging deren Anteil jedoch in den

vergangenen beiden Jahren leicht zurück.

Die Nettoemissionen haben sich darum

leicht erhöht.

SO 2-Emissionen









Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Zementproduktion [t] 678 017 653 195 634 832

Klinkerproduktion [t] 521 315 484 623 535 502

Klinker/Zement-Faktor [Prozent] 84 84 83

Versand per Bahn [Prozent] 58 57 61

Energie elektrisch [TJ] 216 212 230

Energie thermisch [TJ] 1 747 1 751 1 839

Energie total [TJ] 1 963 1 963 2 069

Energie spezifi sch [MJ / t Zement] 3 117 3 368 3 209

Alternative Brennstoffe [Prozent] 52 45 44

Alternatives Rohmaterial [t] 10 717 11 190 14 862





Die Schwefeldioxidemissionen sind in

Eclépens im Jahr 2007 angestiegen. Grund

dafür ist der veränderte Produktionsprozess

mit dem neuen Vorkalzinator sowie ein höherer

Schwefelgehalt in den Rohmaterialien.

NO X-Emissionen














In Eclépens hat die Holcim Schweiz ähnlich

wie in Siggenthal zusätzliche Anstrengungen

unternommen, um die Stickoxidemissionen

mittels einer speziellen Anlage (SNCR) zu

verringern. Der leichte Anstieg im Jahr 2007

erklärt sich durch die Abstimmungsphase der

Anlage nach dem Umbau.

Emissionen 2005 2006 2007

Staub [mg / m 3 Abluft] 5,5 6,0 5,5

Staub [t / a] 6 7 6

SO 2 [mg / m 3 Abluft] 41 23 81

SO 2 [t / a] 45 25 93

NO X [mg / m 3 Abluft] 507 486 415

NO X [t / a] 500 501 479

CO 2 thermisch [1000 t / a] 113 119 129

CO 2 geogen [1000 t / a] 283 260 291

CO 2 total brutto [1000 t / a] 396 379 421

Gutschrift [1000 t / a] 34 29 33

CO 2 total netto [1000 t / a] 362 351 388

CO 2 spezifi sch netto [kg / t Zement] 580 603 606

UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

41


Zementwerk Siggenthal

Vorbildliche Umweltleistungen

42 Nachhaltigkeitsbericht

Die seit 1912 bestehende Anlage in Siggenthal ist eines

der grössten Zementwerke der Schweiz. In der Berichtsperiode

produzierte das Werk jährlich rund 800 000 Tonnen

Zement und beschäftigte rund 110 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Die Rohstoffe liefert der Steinbruch

Gabenkopf im nahe gelegenen Villigen. Ein vier Kilometer

langes Transportband befördert das gebrochene

Gestein mit geringstem Energieverbrauch, indem es die

Höhendifferenz zwischen Steinbruch und Werk nutzt.

Zudem liefert ein eigenes Fernwärmenetz seit 30 Jahren

überschüssige Wärme des Zementofens an über hundert

Wohnungen in Würenlingen.

Seit 2004 hat das Zementwerk einen neuen Klinkerkühler.

Er ist weltweit der erste seiner Art und zeichnet sich

durch eine hohe Energieeffi zienz und Zuverlässigkeit

aus: Ein Grossteil der heissen Abluft wird in den Ofen

zurückgeleitet, was jährlich rund 4000 Tonnen Kohle

einspart. Im Frühling 2007 hat die Holcim Schweiz die

Produktionskapazität des Werkes um rund 25 Prozent

gesteigert; dank umfangreicher Luftreinhaltemassnahmen

werden die Emissionsgrenzwerte aber nach wie vor

weit unterschritten. Ein neuer Schlauchfi lter befreit die

restliche Abluft seit 2007 noch effi zienter als bisher von

Staub, während ein Aktivkoksfi lter die Emissionen von

organischen Schadstoffen tief hält.

Dank kontinuierlicher Investitionen ist das Werk Siggenthal

heute führend in der Verwertung alternativer

Brennstoffe und Rohmaterialien. Seit Jahren verwendet

die Holcim Schweiz hier Trockenklärschlamm, Tiermehl,

Lösungsmittel und Altreifen als Brennstoffe. Im Herbst

2006 baute das Werk eine hochmoderne Anlage für die

Verwertung von Kunststoffschnitzeln, die den Kohlebedarf

weiter senkt. An alternativen Rohstoffen wie Giessereisand,

Flugasche oder verunreinigter Erde setzte das

Werk Siggenthal in der Berichtsperiode rund 100 000 Tonnen

ein.

Etwa 45 Prozent der Zementlieferungen verlassen das

Werk per Bahn. Den Transport der restlichen 55 Prozent

übernehmen Lastwagen, die grösstenteils mit modernen

Partikelfi ltern ausgerüstet sind. In der Berichtsperiode

investierte die Holcim Schweiz in Siggenthal in eine neue

Bahnverladeanlage, welche die Beladung von Bahnwaggons

vereinfacht. Sie trägt dazu bei, dass die Bahn als

Transportmittel in Siggenthal weiterhin wirtschaftlich

bleibt.

Zementproduktion












Die Zementproduktion in Siggenthal bewegte

sich in der Berichtsperiode konstant

nahe an der Auslastungsgrenze. 2007 stand

das Werk wegen des Ausbaus für mehrere

Wochen still, was den leichten Rückgang in

diesem Jahr erklärt. Dank dem Ausbau wird

die Produktion künftig steigen.

Bemerkungen zu den Zahlen



In die Energie- und Emissionsbetrachtungen

einbezogen sind Rohmaterialgewinnung,

interne Transporte sowie sämtliche Produktionsschritte.

Nicht einbezogen wurden

Büromaterial und externe Transporte (weder

An- noch Auslieferung). Der Bahnanteil

bezieht sich indes ausschliesslich auf die

externen Transporte.

Die Holcim Schweiz bilanziert Kohlendioxidwerte

nach dem international festgelegten

Protokoll des World Business Council for

Sustainable Development (WBCSD Cement

Sustainability Initiative, CO 2 Emissions Inventory

Protocol, Version 2.0). Die Gutschrift

für CO 2 stammt allein aus der Verwendung

von fossilen alternativen Brennstoffen und

aus der Abwärmenutzung. Alternative

Brennstoffe aus Biomasse wie Trockenklärschlamm

oder Tiermehl werden dabei nicht

berücksichtigt, weil sie CO 2-neutral sind; bei

ihrer Verbrennung entsteht genau gleich viel

CO 2, wie ihr Aufbau erfordert hat.

Der Wert von CO 2 thermisch berücksichtigt

gemäss GHG-Protokoll 59b keine Brennstoffe

aus Biomasse (im Umweltbericht 2002

wurde vom Wert 59b fälschlicherweise nochmals

das biogene CO 2 abgezogen).

Alle Emissionswerte der Abluft sind auf einen

O 2-Anteil von 10 Prozent standardisiert.


CO 2-Emissionen
















Die Kohlendioxidemissionen sind in der Berichtsperiode

in Siggenthal leicht gesunken.

Ein wichtiger Grund dafür ist der zusätzliche

Einsatz von alternativen Brennstoffen in

diesem Werk. Die Grafi k zeigt die Netto-CO 2-

Emissionen gemäss WBCSD-Protokoll (siehe

Tabelle).

SO 2-Emissionen









Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Zementproduktion [t] 846 901 866 617 809 972

Klinkerproduktion [t] 664 318 615 914 645 826

Klinker/Zement-Faktor [Prozent] 85 83 83

Versand per Bahn [Prozent] 53 45 43

Energie elektrisch [TJ] 314 300 286

Energie thermisch [TJ] 2 240 2 063 2 151

Energie total [TJ] 2 554 2 363 2 437

Energie spezifi sch [MJ / t Zement] 3 227 3 149 3 126

Alternative Brennstoffe [Prozent] 33 35 42

Alternatives Rohmaterial [t] 71 047 76 548 97 937





Siggenthal ist weltweit das einzige Zementwerk

mit einem Aktivkohlefi lter. Dank dieser

Investition kann das Werk Trockenklärschlamm

und Erdreich aus Altlasten gemäss

den gesetzlichen Vorschriften verwerten.

Die Schwefeldioxidemissionen sind ausserordentlich

tief.

NO X-Emissionen














Aufgrund der Branchenvereinbarung der Zementindustrie

hat sich das Werk Siggenthal

2007 bemüht, die Stickoxidemissionen weiter

zu senken. Um die verschärften Grenzwerte

einzuhalten, hat das Werk Siggenthal über

eine spezielle Anlage (SNCR) mehr Ammoniak

eingesprüht.

Emissionen 2005 2006 2007

Staub [mg / m 3 Abluft] 9,4 11,0 9,8

Staub [t / a] 13 14 13

SO 2 [mg / m 3 Abluft] 11 12 13

SO 2 [t / a] 16 16 18

NO X [mg / m 3 Abluft] 689 601 536

NO X [t / a] 990 991 729

CO 2 thermisch [1000 t / a] 176 168 172

CO 2 geogen [1000 t / a] 354 326 355

CO 2 total brutto [1000 t / a] 530 493 526

Gutschrift [1000 t / a] 39 40 51

CO 2 total netto [1000 t / a] 491 454 476

CO 2 spezifi sch netto [kg / t Zement] 629 603 605

UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

43


Zementwerk Untervaz

Klarsicht am Calanda

44 Nachhaltigkeitsbericht

Das Zementwerk Untervaz besteht seit 1957 und ist das

grösste Werk der Holcim Schweiz. Es beschäftigt rund

110 Mitarbeitende und hat eine jährliche Kapazität von

einer Million Tonnen Zement. Am Fuss des Calanda betreibt

das Werk die drei Steinbrüche Kleine Fenza, Grosse

Fenza und Haselboden, die über Rohstoffreserven für die

nächsten vierzig Jahre verfügen.

Schon früh hat das Werk eine Pionierrolle bei der

Reduktion der Kohlendioxidemissionen übernommen:

Alternative Brennstoffe gelangen seit 1970 zum Einsatz.

Einzigartig in der Zementindustrie ist der Nasswäscher,

der seit einigen Jahren die Staub- und Schwefeldioxidemissionen

auf ein sehr tiefes Niveau reduziert. In der

Berichtsperiode hat das Werk weitere Massnahmen zur

Reduktion verschiedener Staubquellen ergriffen und

neue, mit Partikelfi ltern ausgerüstete Maschinen für den

Steinbruch angeschafft. Das ökologische Denken zeigt

sich in Untervaz indes nicht nur im Produktionsprozess:

So hat der 2007 gekaufte Dienstwagen des Zementwerks

einen umweltfreundlichen Hybridantrieb.

Das Zementwerk Untervaz verfügt über zwei leistungsstarke

Ofenlinien. Der eine der beiden Öfen verfügt

bereits seit 2001 über eine so genannte SNCR-Anlage, die

durch den Einsatz von Harnstoff die Stickoxidemissionen

reduziert. In der Berichtsperiode wurde auch die zweite

Ofenlinie damit ausgerüstet. Seit dem Frühling 2005

ist diese zudem in der Lage, Kunststoff als alternativen

Brennstoff zu verwenden.

Gemeinsam mit der Rhätischen Bahn (RhB) prüft die

Holcim Schweiz für die Verkaufsregion Engadin den

kombinierten Verkehr mit Containern. Das Zementwerk

Untervaz hat deshalb seine Befüllanlage so angepasst,

dass sie den Zement statt in Bahnwagen direkt in Container

füllt. Im Oberengadin können diese Container auf

Lastwagen verladen werden, die dann die Feinverteilung

vornehmen. Falls der Versuch erfolgreich verläuft, lassen

sich in Zukunft die Zahl der Lastwagenkilometer und

damit die Umweltbelastung im Marktgebiet erheblich

verringern.

Zementproduktion












Bemerkungen zu den Zahlen



Das Werk Untervaz produziert mit jährlich

über einer Million Tonnen am meisten Zement

aller Werke der Holcim Schweiz. In der

Berichtsperiode bewegte sich die Produktion

konstant an der Auslastungsgrenze.

In die Energie- und Emissionsbetrachtungen

einbezogen sind Rohmaterialgewinnung,

interne Transporte sowie sämtliche Produktionsschritte.

Nicht einbezogen wurden

Büromaterial und externe Transporte (weder

An- noch Auslieferung). Der Bahnanteil

bezieht sich indes ausschliesslich auf die

externen Transporte.

Die Holcim Schweiz bilanziert Kohlendioxidwerte

nach dem international festgelegten

Protokoll des World Business Council for

Sustainable Development (WBCSD Cement

Sustainability Initiative, CO 2 Emissions Inventory

Protocol, Version 2.0). Die Gutschrift

für CO 2 stammt allein aus der Verwendung

von fossilen alternativen Brennstoffen und

aus der Abwärmenutzung. Alternative

Brennstoffe aus Biomasse wie Trockenklärschlamm

oder Tiermehl werden dabei nicht

berücksichtigt, weil sie CO 2-neutral sind; bei

ihrer Verbrennung entsteht genau gleich viel

CO 2, wie ihr Aufbau erfordert hat.

Der Wert von CO 2 thermisch berücksichtigt

gemäss GHG-Protokoll 59b keine Brennstoffe

aus Biomasse (im Umweltbericht 2002

wurde vom Wert 59b fälschlicherweise nochmals

das biogene CO 2 abgezogen).

Alle Emissionswerte der Abluft sind auf einen

O 2-Anteil von 10 Prozent standardisiert.


CO 2-Emissionen
















Der CO 2-Ausstoss blieb in der Berichtsperiode

weitgehend konstant, da ähnliche

Brennstoffe und Rohmaterialien eingesetzt

wurden. Die Grafi k zeigt die Netto-CO 2-Emissionen

gemäss WBCSD-Protokoll

(siehe Tabelle).

SO 2-Emissionen









Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Zementproduktion [t] 1 032 665 1 028 525 1 021 215

Klinkerproduktion [t] 800 315 820 765 804 597

Klinker/Zement-Faktor [Prozent] 81 80 80

Versand per Bahn [Prozent] 68 67 66

Energie elektrisch [TJ] 316 319 318

Energie thermisch [TJ] 2 744 2 792 2 840

Energie total [TJ] 3 061 3 111 3 158

Energie spezifi sch [MJ / t Zement] 3 138 3 069 3 160

Alternative Brennstoffe [Prozent] 33 34 28

Alternatives Rohmaterial [t] 12 779 12 859 13 216





Der Schwefeldioxidausstoss im Werk

Untervaz hat zwar zugenommen, liegt aber

weiterhin bei Weitem unter den gesetzlichen

Grenzwerten.

NO X-Emissionen














Das Werk Untervaz konnte den Ausstoss

von Stickoxiden in der Berichtsperiode bei

konstanter Produktionsmenge leicht senken.

Diese Veränderungen bewegen sich indes im

Rahmen prozessbedingter Schwankungen.

Emissionen 2005 2006 2007

Staub [mg / m 3 Abluft] 3,0 8,2 9,9

Staub [t / a] 5 14 17

SO 2 [mg / m 3 Abluft] 40 55 124

SO 2 [t / a] 69 97 214

NO X [mg / m 3 Abluft] 395 364 375

NO X [t / a] 671 653 645

CO 2 thermisch [1000 t / a] 238 236 243

CO 2 geogen [1000 t / a] 442 451 448

CO 2 total brutto [1000 t / a] 680 686 691

Gutschrift [1000 t / a] 54 54 41

CO 2 total netto [1000 t / a] 626 633 651

CO 2 spezifi sch netto [kg / t Zement] 653 648 665

UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

45


Zementwerk Brunnen

Tradition in den Alpen

46 Nachhaltigkeitsbericht

Das Werk in Brunnen im Kanton Schwyz war bis zu seiner

Stilllegung Mitte Januar 2008 das traditionsreichste

und kleinste Zementwerk der Holcim Schweiz. Es wurde

1882 gegründet und beschäftigte zusammen mit dem

Schotterwerk zuletzt rund 60 Mitarbeitende. Das Werk

produzierte jährlich rund 170 000 Tonnen Zement.

Grundlage für die Produktion bildeten die Steinbrüche

Nägeli und Hettis, wo das Schotterwerk unter anderem

Tonmergel und Kalkstein abbaute. Die Holcim Schweiz

schuf in diesen Steinbrüchen in Zusammenarbeit mit

Naturschutz organisationen zwei Feuchtbiotope. Weiter

entstanden Hecken, Trockenstandorte und ökologisch

wertvolle Waldgebiete.

Die jahreszeitlich und topografi sch bedingten Inversionslagen

im Talkessel von Brunnen veranlassten die

Behörden gemeinsam mit der Holcim Schweiz, Anfang

2006 die Luftbelastung in der Nähe des Werks genauer zu

untersuchen. Die mehrmonatigen Messungen ergaben,

dass die Emissionen des Zementwerks die Luftqualität

kaum beeinträchtigen. Dennoch ergriff die Holcim

Schweiz Mass nahmen gegen die Dunstglocke: Das Werk

installierte Anlagen, welche Hilfsstoffe eindüsen, um die

Emissionen von NO X und SO 2 weiter zu reduzieren. Die

Optimierung des Elektrofi lters verringerte zudem den

Staubausstoss.

Um die Produktionsanlagen zu modernisieren und die

Energie- und Umwelteffi zienz ausreichend zu steigern,

hätte das Werk Brunnen in den nächsten Jahren einen

hohen zweistelligen Millionenbetrag investieren müssen.

Solche Investitionen wären angesichts der relativ geringen

Produktionsmengen wirtschaftlich nicht tragbar

gewesen. Aus diesem Grund leitete die Holcim Schweiz

Anfang 2008 die Schliessung des Zementwerkes ein. Die

Schotterwerke bleiben jedoch bestehen.

Gemeinsam mit den Gewerkschaften erarbeitete die

Holcim Schweiz einen um fassenden Sozialplan. Sein

Hauptziel ist es, zu verhindern, dass die Betroffenen

arbeitslos werden. Sechs Mitarbeitende bleiben zeitlich

begrenzt im Werk mit Demontage- und Rückbauarbeiten

beschäftigt, anderen Mitarbeitenden werden neue

Stellen an anderen Betriebsstandorten vermittelt. Der

Plan sieht auch eine Vermittlung von externen Stellen,

gezielte Aus- und Weiterbildung, Abfi ndungszahlungen

sowie vorzeitige Pensionierungen vor.

Zementproduktion












Bemerkungen zu den Zahlen



Im Vergleich zu den anderen drei Zementwerken

der Holcim Schweiz produzierte das

Werk Brunnen mit Abstand am wenigsten

Zement.

In die Energie- und Emissionsbetrachtungen

einbezogen sind Rohmaterialgewinnung,

interne Transporte sowie sämtliche Produktionsschritte.

Nicht einbezogen wurden

Büromaterial und externe Transporte (weder

An- noch Auslieferung). Der Bahnanteil

bezieht sich indes ausschliesslich auf die

externen Transporte.

Die Holcim Schweiz bilanziert Kohlendioxidwerte

nach dem international festgelegten

Protokoll des World Business Council for

Sustainable Development (WBCSD Cement

Sustainability Initiative, CO 2 Emissions Inventory

Protocol, Version 2.0). Die Gutschrift

für CO 2 stammt allein aus der Verwendung

von fossilen alternativen Brennstoffen und

aus der Abwärmenutzung. Alternative

Brennstoffe aus Biomasse wie Trockenklärschlamm

oder Tiermehl werden dabei nicht

berücksichtigt, weil sie CO 2-neutral sind; bei

ihrer Verbrennung entsteht genau gleich viel

CO 2, wie ihr Aufbau erfordert hat.

Der Wert von CO 2 thermisch berücksichtigt

gemäss GHG-Protokoll 59b keine Brennstoffe

aus Biomasse (im Umweltbericht 2002

wurde vom Wert 59b fälschlicherweise nochmals

das biogene CO 2 abgezogen).

Alle Emissionswerte der Abluft sind auf einen

O 2-Anteil von 10 Prozent standardisiert.


CO 2-Emissionen
















Die Kohlendioxidemissionen nahmen in

Brunnen in der Berichtsperiode marginal

zu. Weil andere Werke der Holcim Schweiz

dafür besser ausgerüstet sind, wurden hier

ab 2006 keine alternativen Brennstoffe mehr

eingesetzt. Die Grafi k zeigt die Netto-CO 2-

Emissionen gemäss WBCSD-Protokoll

(siehe Tabelle).

SO 2-Emissionen









Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Zementproduktion [t] 187 917 176 278 170 292

Klinkerproduktion [t] 141 840 143 460 144 910

Klinker/Zement-Faktor [Prozent] 81 81 79

Versand per Bahn [Prozent] 13 10 12

Energie elektrisch [TJ] 69 65 64

Energie thermisch [TJ] 521 526 532

Energie total [TJ] 589 592 597

Energie spezifi sch [MJ / t Zement] 3347 3358 3278

Alternative Brennstoffe [Prozent] 5 2 0

Alternatives Rohmaterial [t] 174 6 0





Mit der Installation einer SO 2-Adsorptionsanlage

konnten die Schwefeldioxidemissionen

in Brunnen in den vergangenen Jahren

gesenkt werden. Weil das Rohmaterial aus

dem benachbarten Steinbruch jedoch sehr

schwefelhaltig ist, blieben die Emissionen

aber vier- bis fünfmal höher als beispielsweise

in Eclépens oder Untervaz.

NO X-Emissionen














Im Jahr 2006 baute das Zementwerk Brunnen

eine so genannte SNCR-Anlage ein. Damit

konnte der Ausstoss von Stickoxid um fast ein

Drittel gesenkt werden.

Emissionen 2005 2006 2007

Staub [mg / m 3 Abluft] 9,0 12,0 10,5

Staub [t / a] 3 4 3

SO 2 [mg / m 3 Abluft] 446 411 393

SO 2 [t / a] 144 134 129

NO X [mg / m 3 Abluft] 498 396 318

NO X [t / a] 160 113 105

CO 2 thermisch [1000 t / a] 50 52 53

CO 2 geogen [1000 t / a] 77 77 80

CO 2 total brutto [1000 t / a] 127 129 132

Gutschrift [1000 t / a] 1 1 0

CO 2 total netto [1000 t / a] 126 128 132

CO 2 spezifi sch netto [kg / t Zement] 722 735 734

UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

47


Kieswerk Aigle

Effi ziente Nutzung

natürlicher Rohstoffe

48 Nachhaltigkeitsbericht

Am Standort Aigle wird seit 1963 Kies abgebaut. Im Jahr

2004 hat die Holcim Gradisles SA, eine Tochtergesellschaft

der Holcim Schweiz, hier eines der modernsten

Kieswerke der Schweiz eröffnet. Nur zwei Jahre später

hat sie auf dem gleichen Gelände auch eine Betonanlage

in Betrieb genommen. Seit Anfang 2008 ist die Holcim

Gradisles SA vollständig in die Holcim Schweiz integriert.

Im Jahr 2001 erteilten die Behörden Holcim die Erlaubnis,

in diesem Gebiet über die nächsten Jahrzehnte insgesamt

fünf Millionen Kubikmeter Kies abzubauen. Zuvor

hatte Holcim fast zehn Jahre lang einen intensiven Dialog

mit verschiedenen Anspruchsgruppen geführt. Als besonders

wichtig erwies sich der frühe Einbezug von Umweltschutzorganisationen:

Ein Umweltverträglichkeitsbericht

hatte gezeigt, wie die Kiesgewinnung möglichst

landschafts- und umweltschonend durchgeführt werden

kann.

Die Kies- und Sandvorkommen bei Aigle befi nden sich

in einer Grundwasserzone. Deshalb setzt das Werk zur

Förderung des Gesteins einen Schwimmbagger ein. Förderbänder

transportieren das Granulat zur Sortier- und

Waschanlage des Kieswerks. Sie sind vollständig ummantelt

und verursachen deshalb kaum Lärm. Die aufbereiteten

Zuschlagstoffe gelangen heute ebenfalls über Förderbänder

direkt in das neue Betonwerk von Aigle, welches

die bisherige Betonzentrale in Monthey ersetzt. Dank der

Förderbänder konnte die Zahl der Lastwagenfahrten stark

verringert werden.

Sämtliche Maschinen des Kieswerks Aigle entsprechen

dem neuesten Stand der Technik und verfügen über

einen sehr guten Wirkungsgrad. Das Werk verbraucht

im Jahr etwa eine Million Kilowattstunden elektrische

Energie, um rund 340 000 Tonnen Kies und Sand aufzubereiten.

Zur Auswaschung des Gesteins verwendet das Kieswerk

ausschliesslich Grundwasser, wodurch es die lokalen

Trinkwasserreserven schont und Kosten spart. Das

Auswaschwasser gelangt zur Wiederaufbereitung in

einen Klärtank, in dem sich Feinanteile wie Sand und Ton

absetzen. 90 Prozent des Wassers lassen sich so wieder

verwenden, während die restlichen zehn Prozent zusammen

mit dem Kies oder dem abgesetzten Schlamm

weggeführt werden. Der Schlamm wird zur Auffüllung

verwendet.

Kiesproduktion















In der Marktregion Chablais (VD/VS), die

vom Kieswerk Aigle bedient wird, entwickelte

sich die Nachfrage in der Berichtsperiode

positiv. Daher steigerte das Werk die

Kiesproduktion.

Bemerkungen zu den Zahlen

Die Schadstoff- und CO 2-Emissionen wurden

auf der Basis der Verbrauchsdaten der Treib-

und Brennstoffe hochgerechnet.

Berücksichtigt wurden: Abdeckung, Kiesabbau,

interne Transporte, Kiesaufbereitung,

Kieshaltung, Grubenauffüllung und Rekultivierung.

Nicht berücksichtigt sind sämtliche

externen Transporte (Bahn und Strasse).

Der Wasserverbrauch ist Schwankungen

unterworfen, da Kieswerke vielerorts Niederschlagswasser

verwenden. Auch existieren

bei Fluss- oder Grundwasserentnahmen

keine exakten Messungen, sondern es muss

aufgrund der Betriebsstunden der Pumpen

und der Pumpenleistung die Wassermenge

abgeschätzt werden. Die Schwankungen

des Wasserbedarfs sind zudem auf die

unterschiedlich intensive Reinigung der Lkws

zurückzuführen. Diese ist notwendig, damit

bei nasser Witterung die Strassen im Bereich

Aushub-Rückfuhren nicht verschmutzt

werden.


CO 2-Emissionen












Ein grosser Teil der Transporte innerhalb

des Kieswerks Aigle erfolgt mit elektrisch

betriebenen Förderbändern und verursacht

somit keinen Kohlendioxidausstoss. Pneulader

werden je nach Nachfrage eingesetzt,

weshalb die Emissionswerte von Jahr zu Jahr

variieren.

Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Kiesproduktion [t] 278 000 293 000 340 000

Energie elektrisch [kWh] 827 765 908 563 1 004 290

Diesel [l] 31 787 29 650 32 770

Benzin [l] 0 0 0

Heizöl [l] 0 0 0

Gas [m 3 ] 0 0 0

Prozessenergie [MJ / t Kies] 14,75 14,73 14,03

Wasserverbrauch [m 3 ] 44 752 44 596 43 796

Wasserverbrauch [m 3 / t Kies] 0,161 0,152 0,129



SO 2-Emissionen













Die Schwefeldioxidemissionen bewegten

sich in den letzten Jahren dank der modernen

Anlagen und Fahrzeuge im Kieswerk

Aigle auf tiefem Niveau.

NO X-Emissionen








Die Stickoxidemissionen liegen dank der modernen

Anlagen und Fahrzeuge im Kieswerk

Aigle auf tiefem Niveau. Wie die Kohlendioxidemissionen

schwankt der NO X-Ausstoss je

nach momentaner Nachfrage.

Emissionen 2005 2006 2007

SO 2 [g / t Kies] 0,07 0,07 0,06

SO 2 [kg / a] 19,5 20,5 20,4

NO X [g / t Kies] 2,9 2,5 2,4

NO X [kg / a] 806 733 816

CO 2 [ g / t Kies] 295 261 249

CO 2 [t / a] 82 76 85







UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

49


Betonwerk Manno

Vorbildliche Installation

50 Nachhaltigkeitsbericht

Im Herbst 2005 hat die Holcim Schweiz in Manno TI die

modernste Betonzentrale der Schweiz in Betrieb genommen.

Die Anlage genügt höchsten industrieökologischen

Ansprüchen. Sie ersetzt die beiden bisherigen Zentralen

von Manno und Muzzano, die Zahl der Beschäftigten

blieb aber gleich. In der Folge gingen die Schadstoff- und

CO 2-Emissionen massiv zurück.

Das Herz der Anlage bilden zwei Doppelwellenmischer,

die zusammen bis zu 150 Kubikmeter Beton pro Stunde

produzieren können. Eine neuartige Sonde misst den

Feuchtigkeitsgehalt des Betons und sichert so eine sehr

hohe Produktqualität. Zwei Silos können insgesamt

1000 Kubikmeter Zuschlagstoffe wie Kies und Sand

lagern, was die Staubemissionen im Vergleich zur Aufbewahrung

im Freien deutlich reduziert. Dazu kommen vier

Zementsilos und Zusatzmittelbehälter. Fortschrittliche

Technologie ermöglicht ausserordentlich kurze Beladezeiten

der Fahrmischer.

Ein 135 Kubikmeter grosses Becken mit drei Rührwerken

vermag Wasser, das zum Auswaschen der Betonmischer

verwendet wurde, vollständig zu rezyklieren. Die im

Spülwasser schwebenden Betonteilchen werden abgeschieden

und wieder der Betonproduktion zugeführt. Besondere

Aufmerksamkeit schenkten die Holcim Schweiz

und die Behörden dem Schutz des Grundwassers. Die

Zusatzmittelbehälter sind daher mit einer Rückhaltewanne

versehen, die auslaufende Chemikalien im Falle eines

Unfalls oder eines Lecks auffangen.

Mit dem neuen Werk stellt die Holcim Schweiz sicher,

dass das Unternehmen auch künftig den Kundenbedürfnissen

im Tessin und speziell der Baustelle des Gotthard-

Basistunnels gerecht werden kann.

Bemerkungen zu den Zahlen

Die Schadstoff- und CO 2-Emissionen wurden

auf der Basis der Verbrauchsdaten der Treib-

und Brennstoffe hochgerechnet.

Berücksichtigt wurden Kieshaltung, interne

Transporte, Betonproduktion. Nicht berücksichtigt

sind sämtliche externen Transporte

(Bahn und Strasse).

Bei Betonwerken ist der Heizölverbrauch für

die Siloheizung ein grosser Einfl ussfaktor.

Schwankungen der spezifi schen Prozessenergie

sind zum grossen Teil auf klimatische

Bedingungen und auf die Auslastung der

Werke zurückzuführen.


CO 2-Emissionen














Für den Transport der Betongrundstoffe zu

den Silos wurde im Jahr 2005 teilweise noch

ein Pneulader eingesetzt. Bei der neuen

Anlage übernehmen Förderbänder diese

Aufgabe, was den Dieselverbrauch und

damit auch die Kohlendioxidemissionen

stark reduziert.

SO 2-Emissionen

Produktion und Verbrauch 2005 2006 2007

Diesel [l] 9 566 0 0

Benzin [l] 0 0 0

Heizöl [l] 7 022 0 0

Gas [m 3 ] 0 11 255 10 339

Prozessenergie [MJ / m 3 Beton] 19,7 13,8 13,0

Wasserverbrauch [m 3 / m 3 Beton] 0,163 0,098 0,138















Da das Werk seit 2006 keinen Pneulader

mehr einsetzt und die Heizung mit Erdgas

statt mit Öl betrieben wird, stösst das Werk

Manno kein Schwefeldioxid mehr aus.

NO X-Emissionen







Da das Werk seit 2006 keinen Pneulader

mehr einsetzt und die Heizung mit Erdgas

statt mit Öl betrieben wird, stösst das Werk

Manno kaum mehr Stickoxide aus.

Emissionen 2005 2006 2007

SO 2 [g / m 3 Beton] 0,33 0 0

NO X [g / m 3 Beton] 4,5 0,1 0,1

CO 2 [g / m 3 Beton] 771 254 210







UMWELTDATEN

Nachhaltigkeitsbericht

51


Literatur und Links

Weiterführende Informationen

52 Nachhaltigkeitsbericht

Publikationen der Holcim (chronologisch)

Diese Publikationen können auf den Websites der Holcim

heruntergeladen oder bestellt werden:

• Dimension, Magazin der Holcim (Schweiz) AG

(zu abonnieren)

• Newsletter der Holcim (Schweiz) AG (zu abonnieren)

• Geschäftsbericht, Holcim Ltd, 2007

• Strength. Performance. Passion. Unsere Unternehmenswerte.

Holcim (Schweiz) AG, 2007

• Zement verbindet, Schrift zum Jubiläum des Mahlwerks

Lorüns und Zementwerks Untervaz, Holcim

(Schweiz) AG, 2007

• Mitarbeiterhandbuch für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz,

Holcim (Schweiz) AG, 2006

• Verantwortung – der Schlüssel zum Erfolg, Nachhaltigkeitsbericht

der Holcim (Schweiz) AG 2002–2004, 2005

• Corporate Sustainable Development Report, Holcim

Ltd, 2005

• Verhaltenskodex, Holcim (Schweiz) AG, 2005

• Zementherstellung – die Chemie muss stimmen.

Der Einsatz alternativer Brenn- und Rohstoffe bei der

Holcim Schweiz, 2004

• Mission Statement, Holcim Ltd, 2004

• CSR policy statement, Holcim Ltd, 2003

• Wir tragen Sorge zur Umwelt, Die Umweltpolitik der

Holcim (Schweiz) AG, 2003

• Betonpraxis. Der Weg zum dauerhaften Beton – eine

Publikation der Holcim (Schweiz) AG, 2003

• Zement und Umwelt, eine nachhaltige Bindung,

Edition Holcim Schweiz, 2001

Weitere Publikationen (chronologisch)

• Kennzahlen der Zementindustrie der Schweiz,

cemsuisse, 2007

• Zement, Hightechprodukt aus der Natur,

cemsuisse, 2004

• Ökoeffi ziente Betonwerke und Betonproduktion. Handbuch,

Verband schweizerischer Transportbetonwerke,

2003

• The Cement Sustainability Initiative. Our agenda for

action, World Business Council for Sustainable Development

(WBCSD), 2002

• Richtlinie für die Verwertung, Behandlung und Ablagerung

von Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial,

BAFU, 1999

• Umweltaspekte von Beton, SIA D 0146, Schweizerischer

Ingenieur- und Architektenverein SIA, 1998

• Entsorgung von Abfällen in Zementwerken, Richtlinie,

BAFU, 1998

• Die Ökobilanz zur Betonherstellung, cemsuisse

• Beton ist ein Baustoff im Dienste des Menschen,

cemsuisse

Weblinks

• www.holcim.ch

• www.holcim.com

• www.cemsuisse.ch

• www.betonsuisse.ch

• www.fskb.ch

• www.fshbz.ch

• www.wbcsd.org > sector projects > cement


Impressum

Produktion: Locher, Schmill, Van Wezemael & Partner AG,

Basel, www.comm-care.ch

Fotos: Alain Bucher, Bern (Titel und Kapiteltitel), Schweizerischer

Nationalpark (S. 9), Bildarchiv Holcim Schweiz

(restliche Bilder). Als Fotomodelle für die Bilder in diesem

Bericht stellte sich die Familie Rellstab zur Verfügung.

Roger Rellstab arbeitet als Produktionstechniker im Zementwerk

Untervaz.

Druck: Klimaneutraler Druck durch Druckerei Feldegg,

Zollikerberg

Papier: Gedruckt auf chlorfrei hergestelltem Papier.

Mindestens 30 Prozent des zur Herstellung dieses Papiers

verwendeten Holzes stammen aus verantwortungsvoller

Waldbewirtschaftung, unabhängig zertifi ziert nach den

Richtlinien des Forest Stewardship Council.

Mixed Sources

SQS-COC-22349


Holcim (Schweiz) AG

Communications

Hagenholzstrasse 83

Postfach

8050 Zürich

Schweiz

Telefon +41 58 850 68 48

Telefax +41 58 850 68 33

communications-ch@holcim.com

www.holcim.ch

06/08

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine