Winter 2006 - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

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Winter 2006 - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

Salzburger Landesverband

für Psychotherapie SLP

SLP-Newsletter Winter 2006

Editorial

Das Psychotherapiegesetz ist am 7. Juni 2005 15 Jahre alt geworden. Es ist die gesetzliche Grundlage unserer

psychotherapeutischen Arbeit und ein Meilenstein der Etablierung der Psychotherapie in Österreich.

Mit dem neuen Newsletter, der wiederum an alle PsychotherapeutInnen im Bundesland Salzburg geht, wollen wir

Ihnen Informationen bereitstellen, die sie in Ihrer Arbeit unterstützen sollen.

Michael Schreckeis hat aus familiären Gründen den SLP-Vorsitz zurückgelegt. Er gibt einen Überblick über seine

Tätigkeitsperiode. Wir danken ihm für sein Engagement als Vorsitzender des SLP.

Das SLP-Büro wird weiter ausgebaut und sollte für Sie als Informationsstruktur zur Verfügung stehen.

Mit der Neuauflage des Verzeichnisses von staatlich anerkannten PsychotherapeutInnen im Bundesland Salzburg

möchten wir KlientInnen und PatientInnen mehr „konsumentenorientierte“ Information bieten, die bei der Suche

nach dem richtigen Psychotherapeuten / der richtigen Psychotherapeutin hilfreich sind.

Bernhard Handlbauer hat den Vorsitz des SLP übernommen. Er berichtet über die Arbeit der letzten Monate und

blickt in die SLP-Zukunft.

Ulrike Hutter berichtet aus dem Länderforum und zu den Entscheidungen im Psychotherapiebeirat über die neuen

Antragsformulare.

Christine Riedlsperger bringt die Ergebnisse einer Umfrage unter den KandidatInnen.

Mit Freude können wir mitteilen, dass Susanne Stögner ihre Mitarbeit im Vorstand angeboten hat. Sie gehört nunmehr

als kooptiertes Mitglied dem Vorstand an.

Einen Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet das Thema Burnout. Es wird viel davon

gesprochen, aber oft wenig differenziert betrachtet.

Weitere Informationen und Hinweise auf Fortbildungsveranstaltungen finden Sie ebenso

wie hilfreiche Tipps und Buchtipps zur Orientierung in der Bücherflut.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Newsletter nützliche Informationen gibt und Ihre Arbeit

als PsychotherapeutIn erleichtert.

Mag. Dr. Franz Moser.

Fürs Jahr 2006 die besten Wünsche!

Franz Moser

für den SLP-Vorstand

Dieser SLP-Newsletter geht aus aktuellen Gründen an alle PsychotherapeutInnen im Bundesland Salzburg. Wir

ersuchen Nicht-SLP-Mitglieder, die dieses Service schätzen, uns einen Teil der Produktionskosten durch einen

Druckkostenbeitrag auf das Konto Bank Austria Creditanstalt, BLZ 12000, Kto-Nr. 0695-38536-00 zu ersetzen.

Dieser Druckkostenbeitrag ist von der Einkommensteuer absetzbar (erhöhte Werbeausgaben). Vielen Dank!

Hinweis Seniorentarif: Sollten Sie bereits in Pension sein oder demnächst in Pension gehen und dem SLP dennoch

verbunden bleiben wollen, so ermöglicht dies der Seniorentarif von € 160,- (Antrag muss an das ÖBVP-Büro

gestellt werden). Sie erhalten weiterhin alle Informationen (Psychotherapie-Forum, Psychotherapie-News, SLP-

Newsletter) und unterstützen mit Ihrem um 50% reduzierten Beitrag weiterhin die gemeinsame Berufspolitik.

SLP, Postfach 14, 5024 Salzburg, Tel.: 0662 / 823 825, Fax: 0662 / 422 737, E-mail: s.l.p@aon.at

www.psychotherapie.at/slp, Bankverbindung: BA-CA, BLZ 12000, Kto-Nr. 0695-38536-00


SLP-Newsletter Winter 2006

Der SLP hat im Oktober 2005 einen weiteren Raum

übernommen und ist nun alleiniger Mieter des

Büros in der Wolf-Dietrich-Straße 13.

Durch eine Rochade der beiden Räume arbeitet SLP-

Sekretärin Elke Stolhofer künftig in dem kleineren,

tagsüber sehr hellen und freundlichen Raum, während

das bisherige Büro zu einem funktionalen Arbeits- und

Sitzungsraum umgestaltet wird. Dieser Raum soll

zukünftig Gruppen und Initiativen im SLP, den

Fachspezifika und verwandten Arbeitsgruppen (z.B.

Qualifikationszirkel, Intervisionsgruppen) zur

Verfügung stehen. Dieser Service wird für SLP-

Mitglieder kostenlos sein.

Ebenfalls seit Oktober 2005 arbeitet Kollege Gerhard Elke Stolhofer.

Springer unentgeltlich und regelmäßig im SLP-Büro

mit u.a. in der Mitgliederbetreuung und in der Öffentlichkeitsarbeit. Für uns

Vorstandsmitglieder und für Frau Stolhofer bedeutet dies eine besonders willkommene

Unterstützung und Entlastung, über die wir uns sehr freuen.

Ab 2006 soll auch die Informationsstelle für Psychotherapie im SLP-Büro ein neues Heim bekommen.

Dadurch wird auch die Infrastruktur dieser Beratungsstelle – sie verfügt derzeit z.B. nicht einmal über

einen eigenen Anrufbeantworter – verbessert. Wir erhoffen uns mit dieser Neuerung auch wechselseitigen

Austausch und neue Anregungen, um gemeinsam die Psychotherapie und die Arbeit unserer Mitglieder im

Bundesland Salzburg besser zu präsentieren und zu bewerben.

Durch die günstige Lage im Andräviertel am Ende der Linzergasse bietet das neue SLP-Büro gute

Voraussetzungen, ein Ort der Information, der Kommunikation und des Erfahrungsaustausches zu werden.

Wir danken Elke Stolhofer, Franz Moser und Gerhard Springer für ihre Beiträge bei der Neugestaltung

des SLP-Büros. Wir sind überzeugt, dass dies fruchtbare Investitionen in die Zukunft sind. Insbesondere

haben wir darauf geachtet, dass das neue SLP-Büro Kammer kompatibel ist. Im Falle der

Gesetzwerdung einer „PsychotherapeutInnenkammer“ werden daher keine weiteren Übersiedelungsoder

Ausbauschritte nötig sein.

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Ausbau des SLP-Büros


Winter 2006 SLP-Newsletter

Mag. Christine

Riedlsperger.

Veränderungen im SLP-Vorstand

Mag. Dr. Franz

Moser.

Dr. Bernhard

Handlbauer.

Aus familiären Gründen hat Michael Schreckeis im November 2005 seinen Rücktritt als Vorsitzender

und als Mitglied des SLP-Vorstandes erklärt. Für uns Vorstandsmitglieder und den SLP insgesamt ist

es ein schwerer Schlag, da Michael Schreckeis mit Engagement, Besonnenheit, Verlässlichkeit und mit

einem großen Herzen für die Psychotherapie seit Juni 2002 an der Spitze des SLP tätig war.

Auf Ersuchen von Michael Schreckeis und der anderen Vorstandsmitglieder hat sich Bernhard Handlbauer

bereit erklärt, die Funktion des SLP-Vorsitzenden bis zur Neuwahl des SLP-Vorstandes im Mai 2006 zu

übernehmen. Michael Schreckeis hinterlässt im Vorstand eine Lücke. Was uns etwas tröstet, ist die

Tatsache, dass wir verbliebenen Vier als Team inzwischen sehr gut eingespielt sind und auch viel Freude

an der gemeinsamen Arbeit entwickelt haben. Unsere zeitlichen Ressourcen sind aber begrenzt und immer

wieder kommen wir an den Punkt, wo sinnvolle Projekte aus Zeitgründen nicht weiterentwickelt werden

können. Sollten Sie / Solltest du Interesse haben, für den SLP aktiv zu werden und z.B. das eine oder andere

Projekt zu betreuen, wäre das sehr willkommen. Die Psychotherapie ist in Salzburg derzeit mit vielen

Einschränkungen und Problemen konfrontiert. Eine Veränderung ist ohne verstärktes Engagement der

davon Betroffenen nicht möglich.

Gerade noch rechtzeitig vor der Durcklegung dieses Newsletter können wir mit Freude mitteilen, dass

Susanne Stögner ihre Mitarbeit im Vorstand angeboten hat. Sie gehört nunmehr als kooptiertes Mitglied

dem Vorstand an.

PsychotherapeutInnenverzeichnis 2006

Mehr als 5.000 Exemplare des PsychotherapeutInnen-Verzeichnisses aus

dem Jahr 2004 sind inzwischen verschickt bzw. angefordert worden.

Zeit dafür, das Verzeichnis neu aufzulegen. Wir haben in den vergangenen

Wochen intensiv an der Veränderung einzelner Texte, aber auch des allgemeinen

Informationsgehaltes gearbeitet. Neu ist, dass wir die Spezialisierungen

mit einem normierten Datenblatt erheben. Durch eine etwas aussagekräftigere

Liste der Spezialisierungen wollen wir dazu beitragen, dass

Patienten sich besser informieren können.

Auch um die Aufsplitterung unter uns PsychotherapeutInnen hintan zu

halten, und in Hinblick auf eine künftige gemeinsame Berufsvertretung

für alle PsychotherapeutInnen haben wir beschlossen, auch jene

PsychotherapeutInnen, die nicht SLP-Mitglieder sind, in das Verzeichnis

aufzunehmen, sofern sie bereit sind, einen Teil der Produktionskosten

mit zu tragen.

Mag. Ulrike

Hutter.

Wir ersuchen alle, die den Erhebungsbogen noch nicht zurückgeschickt haben, dies umgehend zu

tun. Anderenfalls könnte es passieren, dass Sie nicht in das Verzeichnis aufgenommen werden können,

da wir unter Termindruck stehen.

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SLP-Newsletter Winter 2006

Mag. Michael

Schreckeis.

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Abschied von meiner Tätigkeit

als Vorsitzender des SLP

Ich möchte meinen Abschied vom Vorsitz und vom Vorstand des SLP

bekannt geben. Mein jüngster Sohn ist Anfang dieses Jahres an Krebs

erkrankt. Nach den erfolgten Chemotherapien hat er nun zwar sehr günstige

Prognosen. Trotzdem habe ich mich zum Rückzug aus dem berufspolitischen

Engagement entschlossen, da ich merke, dass sich meine Prioritäten

durch dieses Ereignis stark verändert haben. Ich möchte mich in den nächsten

Jahren ausschließlich um meine Familie und die beruflichen

Kernbereiche kümmern. Eine so schwere Erkrankung, die Härte der

Therapie, die lange Zeit der Rekonvaleszenz und die Belastung für das

ganze Familiengefüge benötigen sehr viel Sorgsamkeit, Zeit und Energie.

Und das für einen längeren Zeitraum, selbst im Falle eines glücklichen

Ausganges der Erkrankung.

Wenn ich auf die gut drei Jahre der Zeit meines Vorsitzes zurückblicke, tue

ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, also ambivalent

und mit durchaus vielfältigen Gefühlen. Die ersten zwei Jahre waren turbulent,

extrem belastend und geradezu nervenaufreibend. Es ging um die

Vertragsverhandlungen mit der Salzburger Gebietskrankenkasse, um Verbesserungen des Vertrages und

in der Schlussphase um seine Ablehnung. Wir konnten nicht verhindern, dass eine Minderheit von

KollegInnen in Eigenregie ihn dann doch gegen den Willen der Mehrheit unterzeichnete. Nun müssen

alle PsychotherapeutInnen damit leben, zumindest wenn sie mit SGKK-PatientInnen arbeiten. Wir können

in dieser Sache leider nur den bescheidenen Erfolg verbuchen, weitgehend auf die wesentlichsten

Mängel aufmerksam gemacht zu haben: fachliche Probleme beim Antragsprocedere, Zettelflut, krasse

Benachteiligung von BerufseinsteigerInnen, Probleme beim Systemwechsel und die Bevorzugung eines

Teiles der PsychotherapeutInnen am Psychotherapiemarkt.

Es gibt wohl nicht mehr viele, die diesen Vertrag als den großen Wurf für die Psychotherapie in Salzburg

ansehen. Eigentlich sind wir nun in einer ähnlichen Situation wie all die Jahre seit dem Beschluss des

Psychotherapiegesetzes: Es gibt eine begrenzte Lösung, wir brauchen aber eine bessere!

Kassenfinanzierte Psychotherapie ist nur ein Teil von Psychotherapie. Deshalb würde ich mich freuen,

wenn Projekte weiterverfolgt und intensiviert werden, die für alle wichtig sind. Ich denke an

Fortbildungen, Förderung von interner Vernetzung zu bestimmten Themen (z.B. zu Geronto- oder

Palliativ-Psychotherapie, Arbeit mit Straftätern, usw.). Wichtig finde ich auch Öffentlichkeitsarbeit für

Psychotherapie allgemein bzw. für ihre Bedeutung in verschiedenen Arbeitsfeldern. Die Bedeutung von

Psychotherapie steigt, nicht die Psychotherapie ist in einer Krise, lediglich deren Finanzierung. Selbst

die Bildung einer Kammer ist da nur ein Schritt, allerdings einer, der vieles erleichtern und klären würde

und zu einer Stärkung der Berufsgruppe beitragen könnte. Die damit verbundenen Risiken sind noch

nicht so bekannt. Wir warten gespannt auf die politische Umsetzung und hoffen, nicht nur „leere

Kilometer“ gemacht zu haben.

Am Wichtigsten während meiner Zeit im Vorstand war, dass der SLP nicht gespalten wurde. Dass dies

im Großen und Ganzen gelungen ist, sehe ich an den positiven Rückmeldungen und den stabilen

Mitgliederzahlen trotz derzeit vieler strittiger Fragen. Ein großer, wenn auch ein eher unbemerkter

Schritt war die Einrichtung und der Betrieb des gut geführten Büros, mit dem Erfolge, dass

Serviceleistungen angeboten werden können und der Informationsfluss gewährleitstet ist.

Diesen – eben beschriebenen – anstrengenden Teil meiner Tätigkeit werde ich sicher nicht vermissen,

wohl aber die spannenden, äußerst interessanten Teile der Arbeit. Die manchmal auch lustbetonte und

wohlwollende Arbeitsweise im Vorstand und mit KollegInnen darüber hinaus und berührende oder

Blickfeld erweiternde Begegnungen. Eigentlich ist es verwunderlich, dass sich nicht mehr KollegInnen

für eine Mitarbeit im Feld der Berufspolitik interessieren!

Danken möchte ich allen KollegInnen, die mich durch ihr Wohlwollen und ihre Rückmeldungen immer

wieder bestärkt haben. Dies gilt besonders für die KollegInnen im Vorstand, aber nicht nur für sie. Danke


Winter 2006 SLP-Newsletter

für die wirkliche breite Unterstützung! Entschuldigen möchte ich mich für viele nicht geführte

Telefonate, Treffen oder nicht zustande gekommen Kontakte. Die begrenzte Zeit und Energie ließen es

oft nicht zu.

Sehr froh und gelassen für die Zukunft bin ich, weil Bernhard Handlbauer auf meine Bitte hin den

Vorsitz ausüben wird. Kompetent, erfahren und arbeitsam, wie ich ihn erlebt habe, garantiert er eine reibungslose

Weiterarbeit. Als Unterstützung wünsche ich ihm noch einige neue MitarbeiterInnen. Die

Zukunft sehe ich optimistisch und wünsche dem Vorstand und allen KollegInnen alles Gute.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

Mag. Michael Schreckeis

Liebe PsychotherapeutInnen

im Bundesland Salzburg!

Liebe SLP-Mitglieder!

Ich habe mich nach dem Rücktritt von Michael

Schreckeis entschieden, den SLP-Vorsitz zu

übernehmen. Es war mir wichtig, dass unsere

Arbeit kontinuierlich fortgesetzt werden kann. Ich

habe mit Michael Schreckeis seit Juni 2002 in allen

den SLP betreffenden Fragen eng zusammengearbeitet.

Der Austausch und die regelmäßigen

Gespräche mit ihm werden mir fehlen. Ich bin aber

zuversichtlich, dass er uns weiterhin verbunden

bleibt und wir auf seinen Rat zählen können.

Die sehr angenehme, sachliche und zielorientierte

Arbeitsatmosphäre im SLP-Vorstand und die

Verlässlichkeit und Kompetenz von Ulrike Hutter,

Christine Riedlsperger und Franz Moser geben mir

persönlich ein gutes Gefühl für die anstehenden

Aufgaben. Wichtige Entlastungen fanden bereits in

den vergangenen Jahren statt. Auch dafür danke

ich meinen VorstandskollegInnen.

Am 2. Dezember standen die Wahlen der Länder-

Delegierten in den Bundesvorstand an, in dem ich

zwei Jahre lang tätig war. Aus Rücksicht auf die neue

Funktion in Salzburg habe ich mich entschlossen,

nicht mehr für den Bundesvorstand zu kandidieren.

Ich bin sehr froh, dass mit der Wahl von Ulrike

Hutter der SLP und unsere ganz speziellen Salzburger

Probleme auch in Zukunft im Bundesvorstand

vertreten sein werden. Für mich persönlich

ist es eine Erleichterung, nicht mehr an zwei

Schauplätzen im Mittelpunkt von manchmal überbordenden

Aufgabenstellungen und Kräfte raubenden

Kontroversen stehen zu müssen.

Als positives Ergebnis meiner zweijährigen Tätigkeit

im Bundesvorstand sehe ich zunächst die

Tatsache, dass es uns gelungen ist, die neue

ÖBVP-Struktur zu implementieren. Sie hat sich in

vielfacher Hinsicht bewährt. Es ging naturgemäß

nicht immer konfliktfrei

zu, aber bis jetzt wurden

schlussendlich immer

gute Kompromisse und

gemeinsam getragene

Entscheidungen erzielt.

Was das zweite große

Projekt, die Errichtung

einer gesetzlichen Berufsvertretung

der PsychotherapeutInnenbetrifft,

kann ich – mit

aller Vorsicht – Optimistisches

berichten.

Dr. Bernhard

Handlbauer.

Nachdem die „Kammer“ seit Sommer wirklich am

seidenen Faden hing, waren auch SLP-Vorstandsmitglieder

in den letzten Monaten sehr stark

in das Lobbying für ihre Verwirklichung involviert.

Erfreulicherweise haben sich die Schwierigkeiten

inzwischen aufgelöst. Ich rechne damit,

dass das „Kammergesetz“ nicht später als im

Frühjahr 2006 in die Begutachtung und ins

Parlament gelangen wird.

In Salzburg wurde soeben die umstrittene „Leistungsvereinbarung

Psychotherapie“ zwischen

SGKK und Arge Psychotherapie verlängert. Sie ist

mit einigen Verbesserungen ausgestattet und mit

vielen bekannten Mängeln behaftet. In meiner

Wahrnehmung hat dieser Vertrag zwar nicht die

Berufsgruppe gespalten, aber doch bei vielen

PsychotherapeutInnen Ärger, Resignation und

Rückzug ausgelöst. Was uns allen gemeinsam

bemerkbar sein dürfte, ist das Beschämende dieser

Situation: mit einem mächtigen Gegenüber konfrontiert

zu sein, der viele fachlich und ethisch

bedenkliche Vorgaben knebelnd zur Anwendung

bringt, sowie die konstruierte Realität einer

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SLP-Newsletter Winter 2006

Zweiklassenpsychotherapie, die willfährig und

eigenmächtig Erfahrungshintergründe und Zugänge

installiert bzw. ausgrenzt.

Vielleicht sollten wir der Kassenpolitik nicht

zuviel Raum für unsere emotionale Befindlichkeit

einräumen. Nicht zuletzt gibt es auch sinnvolle

Psychotherapie jenseits der Kassenfinanzierung.

Wenn die Kassen ihre Beitragszahler weiterhin im

Regen stehen lassen, so ist dies gesundheitspolitisch

kurzsichtig und den psychisch Kranken

gegenüber unethisch. Letztendlich aber wird all

das von den FunktionärInnen selbst politisch zu

verantworten sein. Irgendwann wird der Bogen

überspannt sein oder anders formuliert: „Wer zu

spät kommt, den bestraft die Geschichte“.

Persönlich ziehe ich aus den Auseinandersetzungen

der letzten Jahre folgendes Resumé: Wir

PsychotherapeutInnen werden solange berufspolitisch

wenig erreichen, solange wir gegeneinander

und nicht miteinander arbeiten. („Wenn sich zwei

streiten, freut sich der Dritte.“) Die Kassen ersparen

sich durch unsere Uneinigkeit seit Jahren

Millionenbeträge, die sie vom gesetzlichen Auftrag

her für Psychotherapie zur Verfügung stellen

müssten.

Zur Einigkeit einer Berufsgruppe gehört auch, dass

Mehrheitsentscheidungen respektiert werden. Nur

wenn von allen diese demokratische Spielregel

eingehalten wird, wird den derzeit praktizierten

Spaltungsversuchen der Kassen nach dem Prinzip

„teile und herrsche“ (oder besser: „teile und

spare“) der Boden entzogen. Die Wahrung demokratischer

Prinzipien, Kollegialität, Informationsaustausch,

Wertschätzung, Vertrauensbildung,

Wahrhaftigkeit ..., um all das sollten wir ALLE uns

künftig verstärkt bemühen. Ich sehe darin auch

eine wichtige Aufgabe in meiner neuen Rolle als

SLP-Vorsitzender.

Ob die „Leistungsvereinbarung Psychotherapie

von SGKK und Arge Psychotherapie rechtswidrig

ist, werden die Gerichte klären. Die Vorbereitungen

dazu sind nun beinahe abgeschlossen.

Sie waren schwierig und zeitaufwändig. Es galt,

die Materie rechtlich gut abzusichern, da mit

einem verlorenen Verfahren niemandem gedient

ist. Ziel des Verfahrens ist u.a. die Aufhebung der

Ungleichbehandlung von PsychotherapeutInnen.

Im Bundesvorstand wurde im Dezember 2005 eine

Ausfallshaftung für die Salzburger Klage beschlossen.

SLP-Mitglieder haben ebenfalls Ausfallshaftungen

in beträchtlicher Höhe zugesagt,

sodass für den SLP keine finanziellen Mehrbelastungen

zu erwarten sind. Der SLP tritt auch

nicht als Kläger auf, d.h. es wird Privatkläger

geben.

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Als SLP-Vorsitzender möchte ich vorwiegend in

die Zukunft blicken. Es gibt langfristig noch viel

zu tun, um der Psychotherapie jenen Platz zu

erobern, der ihr zusteht. Wir alle haben sehr viel

Geld, sehr viel Engagement und sehr viel Zeit in

unsere Ausbildung und Professionalisierung

gesteckt. Wir haben unsere Identität einer noch

sehr wenig abgesicherten Sache verschrieben. Wir

haben diesen Mut aufgebracht und erleben derzeit

so manche Kränkung oder Geringschätzung – auch

aus KollegInnenkreisen. Wir sind m. W. die einzige

Berufsgruppe in Österreich, die sich ihre

Ausbildung selbst finanziert hat und nicht vom

Staat finanzieren ließ. Wir alle haben etwas

besonders Kostbares, nämlich die Förderung und

Wiederherstellung der psychischen Gesundheit

unserer PatientenInnen / KlientenInnen, anzubieten.

Niemand sollte Sorge haben, dass uns die Arbeit

ausgehen könnte. Wir alle werden gebraucht und

wir haben Lösungen anzubieten, auf die viele

Menschen und ihre Angehörigen dringend warten.

In den letzten Monaten haben Experten in den

Medien häufig auf die Notwendigkeit von

Psychotherapie hingewiesen. Auf der Ebene seriöser

Studien wird der gesellschaftliche Nutzen von

Psychotherapie und ihre vergleichsweise hohe

Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nicht

mehr angezweifelt. Die Medien reflektieren diese

Entwicklung inzwischen. Wir sollten uns weiterhin

um Kompetenz und Professionalität (mit oder ohne

„Erfahrungsnachweis“) bemühen, uns weiterhin

fortbilden, spezialisieren, Kontakte ausbauen, in

unsere Arbeit und Praxen investieren, uns einen

guten Namen machen und gleichzeitig für genügend

Erholung und Lebensgenuss sorgen. Unsere

PatientenInnen / KlientenInnen werden es uns danken.

Auf längere Sicht werden wir alle genug zu

tun haben, um von unserer Arbeit solid leben können.

Davon bin ich überzeugt. Am meisten Sorge

habe ich um den Nachwuchs. Hier ist der Zugang

besonders restriktiv verregelt. Dies kann in absehbarer

Zeit auch zu einem Versorgungsengpass führen.

Auf die notorischen Hinweise, dass kein Geld für

Psychotherapie vorhanden sei, möchte ich mit

einer einfachen Gegenüberstellung antworten: Im

Sommer 2005 berichteten die Medien, dass drei

bis zehn Prozent des Gesundheitsbudgets durch

falsche oder betrügerische Abrechnungen verloren

gingen. Die Ausgaben für Psychotherapie machen

hingegen 0,2 Prozent des Gesundheitsbudgets aus.

Nachdem die Öffentlichkeitsarbeit für Psychotherapie

lange vernachlässigt wurde, ist sie nun ein

zentraler Arbeitsbereich im SLP. Derzeit sind das

neue PsychotherapeutInnenverzeichnis und eine

wissenschaftliche Veranstaltung geplant. Eine


Winter 2006 SLP-Newsletter

Plakataktion wurde aus Kostengründen vorerst

aufgeschoben. Kontaktvermittlung von Experten

in unseren eigenen Reihen zu den Medien, verstärkte

Berichterstattung über psychische Probleme

etc. gehören noch in die Kategorie „Zukunftsmusik“.

All das aufzubauen ist arbeits- und

zeitintensiv.

Ich glaube nicht, dass unsere Berufsgruppe langfristig

Erfolg haben wird, wenn die Mitglieder sich

vorwiegend auf die Arbeit weniger gewählter

FunktionärInnen verlassen. Die vorhandenen

finanziellen Mittel und zeitlichen Ressourcen sind

so knapp, dass Erfolg nur dann möglich ist, wenn

es selbstverständlich wird, dass PsychotherapeutInnen

einen Teil ihrer Zeit und Energie den

gemeinsamen berufspolitischen Zielen zur Verfügung

stellen. Der Schritt aus der Praxis heraus

bringt zusätzliche Kontakte und Begegnungen.

Aktiv zu werden stärkt emotional.

Gerade weil uns PsychotherapeutInnen hier in

Salzburg in den letzten Jahren sehr übel mitgespielt

wurde, und gerade weil die Hoffnungen

jener psychisch Kranken, die schon längst

Anspruch auf adäquate Behandlung hätten, so oft

gebrochen wurde, ist es meiner Meinung nach

unerlässlich, dass wir als Berufsgruppe Flagge zeigen.

Das erfordert aber mehr Geld, mehr Mit-

glieder, mehr Engagierte, mehr individuelle

Beiträge. Jede/r kann etwas beitragen, seien es

Ideen, Zeit, Geld oder Ermutigung und Solidarität.

Die Hoffnung, ein paar wenige FunktionärInnen

könnten die Arbeit für alle erledigen, ist jedenfalls

illusionär. Ich selbst würde mich längerfristig für

diese Art der Delegation von Verantwortung und

Engagement auch nicht hergeben. Es gibt wirklich

viel zu tun: Gehen wir es gemeinsam an!

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, den vielen

Mitgliedern, die im SLP aktiv sind – sei es im

BEG, in der Infostelle, als BezirkspsychotherapeutInnen

oder als KoordinatorInnen von

Sektionen und Fachbereichen – für ihr ehrenamtliches

Engagement herzlich zu danken!

Ich möchte allen Mitgliedern ein Gutes Neues Jahr

2006 wünschen und bin zuversichtlich, dass es ein

gutes Jahr für unsere Berufsgruppe werden wird.

Mit kollegialen Grüßen

Bernhard Handlbauer

PS: Ich bin für alle Mitglieder direkt erreichbar:

Tel. 0662/834678; Email: handlbauer@utanet.at

PR-Seminar „Positionierung der

gesetzlichen Berufsvertretung“

Am 4. und 5. Juni 2005 fand auf Anregung des SLP und organisiert vom ÖBVP im romantischen

Ambiente der Gersbergalm in Salzburg ein weiteres PR-Seminar für FunktionärInnen des ÖBVP statt.

Die TeilnehmerInnen wurden aus verschiedenen Landesverbänden, Fachspezifika, den Foren und dem

Bundesvorstand entsandt. Unter der kompetenten Leitung von Dr. Heinrich Breidenbach vom Salzburger

Fenster kam es zu einem intensiven Austausch zur Frage, wie eine künftige Körperschaft öffentlichen

Rechts („PsychotherapeutInnenkammer“) in der Öffentlichkeit präsentiert und positioniert werden sollte.

Die Ergebnisse dieses PR-Seminars können im ÖBVP-Büro angefordert werden. An dieser Stelle nur die

Hauptbotschaften.

Die PsychotherapeutInnenkammer bedeutet:

• eine Aufwertung der Psychotherapie und der PsychotherapeutInnen durch gesetzliche

Anerkennung (Entstigmatisierung)

• eine Verbesserung der Arbeit durch mehr Möglichkeiten (Qualitätssicherung, verbesserte

Leistungen, bessere Versorgung)

• Mehr Sicherheit durch klare Strukturen, Qualitätsstandards und Disziplinarrecht

(verbesserter KonsumentInnenschutz)

Dr. Breidenbach gelang es, die TeilnehmerInnen davon zu überzeugen, dass der Begriff „Kammer“ an

sich nicht so negativ besetzt ist, wie viele annehmen. In der Bevölkerung gibt es trotz Kritik an manchen

Auswüchsen eine deutliche Mehrheit, die Kammern für wichtige qualitätssichernde, ihre Mitglieder

unterstützende und konsumentenfreundliche Institutionen halten.

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SLP-Newsletter Winter 2006

Das Antragsformular der Salzburger Gebietskrankenkasse und das anhängige

Gutachten des Psychotherapiebeirates liegen seit zwei Monaten im

Ministerium. Wir haben die Prüfung dieses Antragsformulars schon 2004 an

den Beirat herangetragen. Im Beirat wurde nach langen Diskussionen das

Antragsformular abgelehnt. Dem ordentlichen Geschäftsgang des Beirats entsprechend

wird dieses Gutachten vom Vorsitzenden des Beirats Dr. Michael

Kierein an die Frau Bundesdminister Maria Rauch-Kallat weitergeleitet. Dort

liegt, laut Auskunft Dr. Kierein, die Letztentscheidungskompetenz. Auf diese

Entscheidung im Ministerbüro warten wir immer noch.

In einem Schreiben vom 24. 11. 2005 haben wir an Dr. Kierein die dringende

Bitte um Beschleunigung des Verfahrens gerichtet. Wir erwarten uns den

Vollzug der Beiratsentscheidung und können nur spekulieren, weshalb diese Mag. Ulrike Hutter.

Entscheidung verzögert wird.

Die SGKK argumentiert, dass sie das Antragsformular geändert hätte und

damit die Beiratsentscheidung hinfällig wäre. Das so genannte „geänderte Antragsformular“ enthält aber

nach wie vor die im Beirat abgelehnten Antragsteile. Die Vertreter der ARGE Psychotherapie haben bei

der Veranstaltung am 15. 11. 2005 bekannt gegeben, dass es ihnen leider nicht möglich war diese Teile

herauszuverhandeln.

SGKK-Direktor Dr. Seiss hat bei eben dieser Veranstaltung in einem Gespräch mitgeteilt, dass die

SGKK jetzt auf die Entscheidung der Ministerin wartet.

Wir bedauern es sehr, dass die Salzburger PsychotherapeutInnen, die dieses Antragsformular in einer

Urabstimmung zu 90% abgelehnt haben, eineinhalb Jahre auf eine wichtige Entscheidung warten müssen,

die ihren beruflichen Alltag fundamental betrifft. Die Verzögerung der Umsetzung der

Beiratsentscheidung zeigt den Interessenskonflikt zwischen berufsethischen Komponenten und den

Interessen der Kassen. Die Benachteiligung psychisch kranker Menschen wird hier exemplarisch statuiert.

Semiprofessionalität gepaart mit unscharfen Messkriterien korrumpiert den psychotherapeutischen

Prozess. Wir erwarten uns, dass die zuständige Behörde Professionalität vor die Machtinteressen der

Sozialversicherung reiht.

Mag. Christine

Riedlsperger.

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Causa Antragsformular

SGKK-Vertrag sorgt für Unmut

unter den Kantidaten/innen

Neben den nicht in der Arge Psychotherapie vertretenen PsychotherapeutInnen

hat der SGKK-Vertrag auch für AusbildungskandidatInnen

gravierende Nachteile mit sich gebracht. Für diese ist es durch die neue

Regelung sehr unwahrscheinlich geworden, überhaupt in psychotherapeutischen

Ambulanzen / Beratungseinrichtungen eine Anstellung zu bekommen.

Diese Einrichtungen sind nämlich darauf angewiesen, Psychotherapien über

die SGKK abrechnen zu können, was aber wiederum nur Psychotherapeuten

mit abgeschlossener Ausbildung möglich ist.

Ganz abgesehen davon sind die Vorraussetzungen für einen Vertrag mit der

ARGE Psychotherapie derart, dass es unrealistisch für KandidatInnen ist, jemals

selbst die Bedingungen dafür erfüllen zu können. Somit sind KandidatInnen mitten

in ihrer Ausbildung damit konfrontiert, mit einem erschwerten Berufseinstieg

und mit einem dauerhaften Wettbewerbsnachteil rechnen zu müssen.

Von Seiten des SLP gab es deshalb Überlegungen, wie man die

KandidatInnen unterstützen könnte. Eine Möglichkeit erschien dem SLP die Bereitstellung einer

Startpraxis. In einem Brief an die KandidatInnen wurde eine Bedarfsumfrage durchgeführt *) . Überraschender

Weise hat nicht ein/e KandidatIn dafür Interesse gezeigt. Damit ist sehr deutlich geworden,

dass dies nicht die Art von Unterstützung ist, die die KandidatInnen brauchen.


Winter 2006 SLP-Newsletter

An dieser Stelle möchte ich alle ermuntern, mir ihre Ideen zur Verbesserung der Situation mitzuteilen.

Wenn die Möglichkeit dazu besteht, möchte ich mich gerne dafür einsetzen.

*) In der Email-Umfrage wurde versucht, auch jene KandidatInnen, die nicht Mitglied beim SLP sind, zu erfassen.

Da dem SLP aber keine Adressen zur Verfügung stehen, habe ich die Anbieter der Fachspezifika ersucht, das Email

an ihre Salzburger KandidatInnen weiterzuleiten – in der Hoffnung, dass damit alle KandidatInnen erreicht werden.

Christine Riedlsperger

SLP-Kandidatenvertreterin

Betrifft: Trennungen, Scheidungen

Wenn Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit als PsychotherapeutIn mit den Themenbereichen Partnerschaftsprobleme,

Scheidung, Trennung, Unterhalt und Kinder konfrontiert sind, wird für Sie die Website

www.scheidungen.at von Interesse sein. Hier erhalten Sie nützliche und praktische Informationen zu all

diesen Themen. Besonders interessant ist darin der erste österreichische Unterhaltsrechner. Dieser

errechnet automatisch und in Sekundenschnelle den jeweiligen gesetzlichen Unterhalt für Ehegatten und

Kinder. Zudem gibt es eine gratis Online Rechts- und Mediationsberatung.

Betrifft: Notfallspsychotherapie

Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) ersucht um Bekanntgabe, wer im

Bundesland Salzburg Notfallspsychotherapie anbietet. Wenn Sie auf der SLP-Liste für den VAEB stehen

wollen, geben Sie dies bitte im SLP-Büro bekannt.

Berichtigung des Protokolls der Diskussion des SLP am 30. 11. 2004 im Gablerbräu, Salzburg, abgedruckt

im SLP-Newsletter Frühjahr 2005, S. 19 u. S. 21

Leider sind bei der Protokollierung der SLP-Diskussion am 30. 11. 2004 im Gablerbräu Fehler aufgetreten.

Im Folgenden die Berichtigung fehlerhafter Protokollierung:

Fehlerhafte Wiedergabe der Aussage von P. Strasser: Bei zwei Patienten hat es mit den alten Formularen

geklappt. (S.19)

Berichtigung: P. Strasser: Ihr wurde von zwei Fällen berichtet, bei denen die SGKK das alte Formular

akzeptiert habe.

Fehlerhafte Wiedergabe der Aussage von P. Strasser:

1. Will Patienten aufklären; möchte altes Formular vorschlagen oder neues nur bedingt ausfüllen (individuell

gehandhabt) (S. 21)

Die Protokollierung dieser Aussage basiert auf einer Verwechslung.

Berichtigung: P. Strasser: 1. Gibt sensible Daten, die im Antragsformular verlangt werden, nur im deklarierten

Einververständnis der KlientInnen weiter und soweit sie mit ihrem berufsethischen

Selbstverständnis zu vereinbaren sind. Es gibt jedoch eine wirtschaftliche Nötigung von KlientInnen und

PsychotherapeutInnen, gegen den deklarierten Willen Daten weiterzugeben. Dies ist der Fall, wenn sich

KlientInnen ohne Kassenzuschuss keine Psychotherapie leisten können und / oder eine laufende

Psychotherapie durch den Abbruch des Kostenzuschusses gefährdet ist.

Mag. Dr. Philomena Strasser

Berichtigung

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SLP-Newsletter Winter 2006

Am Ende meiner Amtsperiode als LFO-

Vorsitzende möchte ich einen kurzen

Rückblick machen. Arbeitsschwerpunkte der

zweijährigen Funktionsperiode waren:

Umwandlung eines in der Geschichte des ÖBVP

nur beratenden Gremiums in ein beschlussfassendes

Gremium mit einer funktionierenden

Geschäftsordnung. Der strittigste Punkt dabei

war die Beschlussfassung und die Vertretung dieser

Beschlüsse im höchsten Gremium des ÖBVP

– der BUVO (Bundesvorstand). Hier gibt es zwei

unterschiedliche Lager im Länderforum: Jene,

die die Länderinteressen über alle anderen

Interessen stellen und jene, die das gesamte

Organisationsgebilde im Auge haben. Diese

unterschiedlichen Auffassungen werden die nächste

Funktionsperiode weiter begleiten. Mehrheitlich

waren die Länderdelegierten/Innen für

die zweite Position.

Die Verhandlungen und die Erarbeitung der

Struktur der gesetzlichen Berufsvertretung

(Körperschaft öffentlichen Rechts – KÖR) war

ein weiterer Schwerpunkt der letzten zwei Jahre.

Auch in den Fragen der künftigen Struktur gab es

zwei grundsätzlich unterschiedliche Positionen:

Die eine Position trat für eine gesetzliche Verankerung

der Struktur ein, damit die gewachsene

Struktur des ÖBVP (Länderforum, Ausbildungsforum,

KandidatenInnenforum) auch in

Zukunft erhalten bleibt und nicht von tagespolitischen

Mehrheiten verändert werden kann.

Die zweite Position will eine Akzentuierung der

Länderinteressen und steht für eine Verankerung

der Struktur in der ersten Vollversammlung der

KÖR. Hier ist die Struktur dann von der Meinungsbildung

der jeweiligen FunktionärInnen

abhängig und kann auch schneller wieder geändert

werden.

Große Differenzen gab es im Länderforum wegen

der Finanzlage der einzelnen Länder. Hier wäre

eine weitere Veränderung der Budgeterstellungsgrundlagen

wünschenswert. Es ist einfach keine

wirkungsvolle Berufspolitik mit wenig Geld zu

bewerkstelligen. Im Moment ist die Verteilung

zwischen Bund / Präsidium und Ländern 50:50.

Zwischen den Ländern findet man große

Unterschiede. Trotz einer Kürzung in diesem Jahr

und einer ausgeglichenen Aufteilung hin zu den

kleinen Ländern erhält der Wiener Landesverband

einen großen Anteil der Ländermittel

10

Bericht aus dem Länderforum (LFO)

wegen des hohen Mitgliederanteils. Neben

Strukturkosten, die ja in jedem Bundesland anfallen,

gleich wie viele Mitglieder, braucht es auch

äquivalente Mittel für z.B. Öffentlichkeitsarbeit

für jedes Bundesland.

Beispiel: Plakataktion des Wiener Landesverbandes

Die Wiener KollegInnen haben eine sehr gute

Plakataktion zum Thema Psychotherapie organisiert.

Sowohl die Erstellung der Plakate als auch

die Plakatflächen sind für Salzburg und auch für

die anderen Bundesländer nicht bezahlbar. Durch

die hohe Mitgliederanzahl ist der WLP in der

Lage, solche Öffentlichkeitsarbeitsausgaben zu

leisten. Gerade die anderen Bundesländern

bräuchten aber einen Ausbau der Öffentlichkeitsausgaben,

weil hier mehr Defizite im Bekanntheitsgrad

von Psychotherapie vorliegen. In

Salzburg haben wir wie dieses Jahr schon ein

Finanzproblem, wenn wir einen hochkarätigen

Vortragenden einladen wollen und das PsychotherapeutInnenverzeichnis

neu auflegen wollen.

Diese Aktivitäten sind aber wichtige berufspolitische

Anliegen und werden auch in einer Kammer

von Interesse sein. Deshalb mein Wunsch nach

einem neuen Modus der Budgetverteilung zwischen

Bund und zwischen den Ländern. Dies

wird sicherlich wie alle Finanzdebatten eine sehr

kontroverse Diskussion nach sich ziehen. Dazu

müssen die Interessen aller durchstrukturiert, vergleichbar

gemacht und aufgeschlüsselt werden.

Zum Abschluss möchte ich noch betonen, dass es

dem LFO in diesen beiden Jahren gelungen ist,

ein beschlussfähiges und diskussionsfähiges

Gremium zu werden und „alte Stillstandsszenarien“

der BUKO überwunden sind.

Als neuer LFO-Vorsitzender wurde Mag.

Friedrich Fehlinger (OÖLP) und als neue

Stellvertreterin Dr. Helga Wimmer (NÖLP)

gewählt.

Dr. Leo Bittermann (TLP) (Vorsitzstellvertretung)

und ich bedanken uns bei den

Kollegen/innen für die Mitarbeit in der vergangenen

Arbeitsperiode und hoffen auf produktive

neue Zeiten.

Mag. Ulrike Hutter


Winter 2006 SLP-Newsletter

2. Einige allgemeine Steuertipps

Service: Steuertipps

1. Erhöhung des Pendlerpauschales und des Kilometergeldes

Am 28. 9. 2005 wurde im Parlament im Hinblick auf die stark gestiegenen Treibstoffkosten eine

Erhöhung der Pendlerpauschalen um 10 % sowie eine Erhöhung des Kilometergeldes beschlossen.

Die neuen Werte betragen:

einfache Wegstrecke

Kleines Pendlerpauschale

ab 1.1.2006 - pa

Großes Pendlerpauschale

ab 1.1.2006 - pa

ab 2 km € 0,- € 270,-

ab 20 km € 495, - € 1.071,-

ab 40 km € 981,- € 1.863,-

ab 60 km € 1.467,- € 2.664,-

Kilometergeld *) alt neu

für Motorfahrräder und Motorräder mit einem Hubraum bis 250 cm3 € 0,113 € 0,119

für Motorräder mit einem Hubraum über 250 cm3 € 0,201 € 0,212

für Personen- und Kombinationskraftwagen € 0,356 € 0,376

für mitbeförderte Personen € 0,043 € 0,045

*) Die Erhöhung des Kilometergeldes ist am 28. 10. 2005 (Tag nach der Kundmachung im BGBl) in Kraft getreten.

Es besteht die Möglichkeit der Sofortabsetzung von Investitionen mit Anschaffungskosten bis € 400,-

(exklusive USt) als geringwertige Wirtschaftsgüter.

Sonderausgaben bis maximal € 2.920,- (Topf-Sonderausgaben)

Die üblichen Sonderausgaben dürfen als bekannt vorausgesetzt werden (Kranken-, Unfall- und

Lebensversicherungen; Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung; junge Aktien und

Genussscheine; Wohnbauaktien und Wohnbauwandelschuldverschreibungen, deren Erträge überdies bis

zu 4 % des Nominales weiterhin KESt-frei sind).

Für AlleinverdienerInnen oder AlleinerzieherInnen verdoppelt sich der persönliche Sonderausgaben.

Höchstbetrag von € 2.920,- auf € 5.840,-. Ab drei Kinder erhöht sich der Sonderausgabentopf um €

1.460,- pro Jahr. Allerdings wirken sich die Topf-Sonderausgaben nur zu einem Viertel Einkommens

mindernd aus. Ab einem Einkommen von € 36.400,- vermindert sich auch dieser Betrag, ab einem

Einkommen von € 50.900,- stehen überhaupt keine Topf-Sonderausgaben mehr zu.

Sonderausgaben ohne Höchstbetrag

Ohne Höchstbetragsbegrenzung, unabhängig vom Einkommen und neben dem Sonderausgabentopf,

sind etwa Nachkäufe von Pensionsversicherungszeiten (Kauf von Schul- und Studienzeiten) und freiwillige

Weiterversicherungsbeiträge in der Pensionsversicherung absetzbar.

Renten, Steuerberatungskosten und Kirchenbeitrag

Unbeschränkt absetzbare Sonderausgaben sind auch bestimmte Renten (z.B Kaufpreisrenten nach

Ablauf bestimmter steuerlicher Fristen) sowie Steuerberatungskosten. Kirchenbeiträge sind mit einem

jährlichen Höchstbetrag von € 100,- begrenzt.

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SLP-Newsletter Winter 2006

3. Ende der Aufbewahrungspflicht für Bücher und Aufzeichnungen aus 1998

Zum 31. 12. 2005 läuft die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und

Geschäftspapiere des Jahres 1998 aus. Diese können daher ab 1. 1. 2006 vernichtet werden. Beachten

Sie aber, dass die Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie in einem anhängigen

Berufungsverfahren von Bedeutung sind, dass Aufzeichnungen und Unterlagen, die Grundstücke betreffen,

wegen allfälliger Vorsteuerrückverrechnungen bis zu 22 Jahre aufbewahrungspflichtig sind und dass

laut Handelsgesetzbuch (HGB) Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie für ein anhängiges

gerichtliches oder behördliches Verfahren, in dem Ihnen Parteistellung zukommt, von Bedeutung

sind.

Quelle: Treubilanz Dr. Beatrix Schodl, Steuerberatungs GmbH

Wichtiger Hinweis:

Im Unterschied zu Buchhaltungsunterlagen müssen Aufzeichnungen und Dokumentationen aus der

psychotherapeutischen Arbeit 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

Am 28. September 2005 ist

Sylvia Cserny verstorben. Sie

war Gründungsmitglied des SLP

und Mitarbeiterin im berufsethischen

Gremium. Eine ausführliche

Würdigung ihrer berufspolitischen

Arbeit war in den ÖBVP News

vom Oktober 2005 zu lesen.

Hier nur einige persönliche Worte:

Ich kannte Sylvia seit langem und

war mit ihr befreundet. Am lebendigsten

habe ich sie im Rahmen

der Anerkennung unserer beiden

Methoden als Psychotherapiemethoden

kennen und schätzen

gelernt. Sie kämpfte für die

Konzentrative Bewegungstherapie Dr. Sylvia Czerny.

(KTB), ich kämpfte für die

Transaktionsanalyse (TA) – beide

waren wir Vertreter von „Nicht-legitimen Kindern“

der Psychotherapie.

Als dann 1991 die Transaktionsanalyse anerkannt

wurde, erinnere ich genau wie die Atmosphäre

schlecht stand für die KBT, alles was mit dem

„Körper“ zu tun hatte wurde mit höchstem

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Abschied von Dr. Sylvia Czerny

Misstrauen behandelt. Wann

immer Widerstand da war, wurde

Sylvia zur Kämpferin. Ich freue

mich, dass es ihr und ihren

KollegInnen gelungen ist die

Anerkennung als Psychotherapiemethode

zu erreichen. Diese Anerkennung

war m. E. das Lebenswerk

Sylvias. Darüber hinaus lebte

sie eine Brückenfunktion als

Vermittlerin verschiedener gesellschaftlicher

Gruppierungen. So

hat sie z.B. im Raum der katholischen

Kirche um das Verständnis

für psychisches Leiden und psychotherapeutische

Arbeit gekämpft

und geworben.

In vielen beruflichen und privaten

Kontakten war Sylvia eine begabte

Kommunikatorin, liebenswert

und klug, politisch denkend, charmant und beharrlich,

verlässlich.

Dass sie trotz ihrer jahrzehntelangen Krankheit

nicht aufgegeben hat, das würde ich gerne für mich

mitnehmen.

Gerhard Springer


Winter 2006 SLP-Newsletter

Burnout

Der folgende Beitrag wurde uns freundlicherweise von Frau Mag. Klaudia Wolf-Erharter (Vorstandsmitglied

des Tiroler Landesverbands für Psychotherapie) zur Publikation zur Verfügung gestellt.

Bitte beachten Sie auch die Ankündigung einer Fortbildung mit Mag. Wolf-Erharter.

Das Thema Burnout betrifft uns nicht nur im Rahmen unserer therapeutischen Arbeit, allzu oft sind wir

auch selbst Betroffene.

Im Folgenden Text können Sie ihr Wissen zum Thema auffrischen, sich Gedanken machen, Zeit nehmen,

sich selber an der Nase ziehen und sich im Anschluss die Frage beantworten „Wie gut gehe ich mit meinen

Gesundheits-Ressourcen um?“

Was ist Burnout?

Erschöpft, leer, total kaputt – wer sich über einen längeren Zeitraum mit solchen Gefühlen bei der Arbeit

herumquält, ist „ausgebrannt“, leidet unter Burnout.

Burnout möchte niemand gern eingestehen. Zum einen nagt es, weil es als Versagen empfunden wird,

gewaltig am Selbstbild. Zum anderen kann es auch riskant sein, wenn man dem Druck am Arbeitsplatz

nicht mehr gewachsen scheint. Denn das wird von Vorgesetzten oft als Leistungsschwäche und

Ineffizienz gewertet.

Burnout wird deshalb oft über Jahre hinweg geleugnet und Hilfe erst geholt, wenn bereits eine ernsthafte

Erkrankung vorliegt.

Burnout ist kein Persönlichkeitsdefekt und auch kein persönliches Problem – auch wenn dies in der

Praxis, wie bei Mobbing, gern so gesehen wird. Denn es ist einfacher, den Betroffenen individuell zu

helfen oder sich von ihnen zu „trennen“, als die Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen oder einer

Organisation zu verändern.

Burnout muss immer vor dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen gesehen werden. Persönliche

Veranlagungen beeinflussen zwar die Fähigkeit, konstruktiv mit psychischen Belastungen und Stress am

Arbeitsplatz umzugehen. Scheitert dies jedoch, indem beispielsweise im Betrieb nichts getan wird, um

die Arbeitsbedingungen zu verbessern, dann ist der Weg in eine Burnout-Krise vorgezeichnet.

Definition und Merkmale:

„Wer ausbrennt, muss vorher entflammt gewesen sein“

Der Begriff Burnout wurde vor rund 20 Jahren von dem amerikanischen Psychoanalytiker FREUDEN-

BERGER geprägt. Er hatte dieses Phänomen bei besonders engagierten, hochmotivierten, aufopferungsvollen

und pflichtbewussten Mitarbeitern alternativer Drogeneinrichtungen entdeckt.

Inzwischen wird Burnout nicht nur bei den so genannten „helfenden Berufen“, sondern auch im

Dienstleistungssektor und im produzierenden Gewerbe beobachtet. Burnout ist seit Jahren ein Thema in

der populärwissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion.

Burnout ist ein Zustand der emotionalen Erschöpfung durch ständige Überanstrengung und Überforderung

der eigenen Kräfte. Das Gefühl, ausgelaugt und leer zu sein, beherrscht alles. Schon die einfachsten

Tätigkeiten sind mühselig und anstrengend.

Burnout ist das Gefühl, nicht mehr leistungsfähig zu sein und den gestellten Anforderungen nicht mehr

genügen zu können.

Burnout ist permanenter Stress mit hohem Energieeinsatz. Er raubt einer Person alle Energie, die nötig

wäre, um die Situation zu bewältigen.

Burnout bewirkt Depersonalisation. Menschen, mit denen man beruflich zu tun hat (PatientInnen,

SchülerInnen, KundInnen etc.), werden einem gleichgültig – wie Objekte gesehen und behandelt.

Burnout entwickelt sich langsam und schleichend und kann sich über Jahre hinziehen.

Burnout wirkt sich auf die Arbeit und das Privatleben aus.

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SLP-Newsletter Winter 2006

Woran erkennt man Burnout?

Typisch für Burnout sind „soziale Symptome“, wie Isolierung und Rückzug, Widerstand gegen Anrufe

und Besuche, aber auch so genannte „problematische Einstellungen“. z.B. Stereotypisierung von

Klienten, Zynismus und Verlust von Idealismus.

Alle anderen Symptome können auch Zeichen von Stress sein.

Typisch für Burnout ist der Phasenverlauf. Nicht jeder Burnout Betroffene muss notwendigerweise

alle Stadien durchmachen und alle Symptome erleben. Manche bleiben über Jahre hinweg in einer Phase,

anderen gelingt es, den Teufelskreis zu unterbrechen, indem sie ihr Leben und ihre Einstellungen ändern.

Burnout-Symptome

Psychische Symptome

• Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens

• Schuldgefühle

• Frustration

• Gleichgültigkeit

• Konzentrationsstörungen

• nervöse Ticks

• Verspannungen

Physische Symptome

• andauernde Müdigkeit

• Schlafstörungen

• häufige Erkältungen und Grippen

• Kopfschmerzen

• Magen-, Darm-Beschwerden

• erhöhte Pulsfrequenz

• erhöhter Cholesterinspiegel

Symptome auf der Verhaltensebene

• exzessiver Drogengebrauch

• erhöhte Aggressivität

• häufiges Fehlen am Arbeitsplatz

• längere Pausen

• verminderte Effizienz

Soziale Symptome

• Verlust von positiven Gefühlen gegenüber Klienten

• Widerstand gegen Anrufe und Besuche

• Unfähigkeit, sich auf Klienten zu konzentrieren und zuzuhören

• Isolierung und Rückzug

• Ehe- und Familienprobleme

• Einsamkeit

Problematische Einstellungen

• Stereotypisierung von Klienten

• Zynismus

• Schwarzer Humor

• verminderte Empathie

• negative Arbeitseinstellung

• Desillusionierung

• Verlust von Idealismus (nach: Rothfuß 1999)

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Winter 2006 SLP-Newsletter

Wie verläuft Burnout?

1. Phase:

Warnsignale: Erste Erschöpfungsmerkmale und Unzufriedenheit

Arbeit macht Spaß und stärkt das Selbstwertgefühl. Arbeit ist wichtig, Mehrarbeit kein Thema und persönliche

Wünsche und Bedürfnisse rangieren an zweiter Stelle. Berufliche Anforderungen sind persönliche

Herausforderungen. Alles ist zu schaffen, die körperliche, geistige und seelische Leistungsfähigkeit

wird nicht angezweifelt. Doch nach manchmal jahrelangen Höchstleistungen zeigen sich erste

Erschöpfungsmerkmale, die man durch noch größere Anstrengungen „auszugleichen“ versucht.

Dennoch machen sich Gefühle der Unzufriedenheit in immer kürzer werdenden Zeitabständen bemerkbar

und verdichten sich.

2. Phase:

Wachsende Selbstzweifel: Der Arbeitseifer nimmt ab

In dieser Phase verändert sich die Einstellung zur Arbeit. Gefühle des Überdrusses werden stärker,

Arbeitseifer und Engagement nehmen ab. Auch die Einstellung zu Kunden und Klienten wie auch zu

Kollegen verändert sich schleichend: Sie werden als fordernd und anspruchsvoll erlebt. Aus Sympathie

und Anteilnahme werden Distanz und wachsende Abneigung. Der Verdienst, der anfangs eine eher untergeordnete

Rolle spielte, wird zunehmend wichtiger und scheint in keinem Verhältnis zu der geleisteten

Arbeit zu stehen.

Gleichzeitig gewinnt das Gefühl die Oberhand, die Dinge nicht mehr richtig im Griff zu haben. Gefühle

der Unzufriedenheit wechseln mit depressiven Verstimmungen und wachsenden Selbstzweifeln.

Generell verringert sich die psychische und soziale Belastbarkeit. Eigene Wünsche und soziale

Beziehungen werden noch stärker vernachlässigt, dafür wird zunehmend öfter zu Genuss- und

Beruhigungsmitteln gegriffen.

3. Phase:

Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen

Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen ständig weiter ab und münden in einem starken

Gefühl der emotionalen und sozialen Leere. Die Betroffenen fühlen sich ausgehöhlt, ausgezehrt und

nutzlos und dem Arbeitsalltag kaum noch gewachsen. Versagensängste überschatten den Tag, verleiten

dazu, sich von anderen zurückzuziehen. Ein Gefühl des Scheiterns und der Gleichgültigkeit gegenüber

Arbeit und anderen Menschen (KundInnen, KlientInnen, KollegInnen) wird zur dominierenden

Stimmungslage (= Depersonalisation). Psychosomatische Reaktionen (Verspannungen, Magenprobleme,

chronische Müdigkeit mit Schlafstörungen etc.) verschlimmern das psychische Befinden, unterhöhlen

Leistungsvermögen und Arbeitskraft und führen immer tiefer in einen Zustand der Verzweiflung.

4. Phase:

Depression und Verzweiflung – Selbstmordgedanken

Das Leben erscheint angesichts totaler geistiger, emotionaler und körperlicher Erschöpfung sinnlos und

leer. Depression und Verzweiflung überschatten alles, Selbstmordgedanken tauchen auf. Diese Situation

ist lebensbedrohend, professionelle medizinische und therapeutische Hilfe dringend geboten.

Wer ist besonders Burnout gefährdet?

Anfällig für Burnout

• sind Menschen in klassischen Sozialberufen (Sozialarbeit, Kranken- und Altenpflege, Erziehungswesen

und Therapiebereich). Der ständige Einsatz für andere bewirkt eine andauernde hohe

emotionale Belastung, die in dem Gefühl des Ausgebranntseins münden kann.

• sind Angestellte im Dienstleistungssektor mit viel Kundenkontakt (Banken, Polizei, etc.).

• sind nach jüngsten Studien auch zunehmend Angestellte in der konventionellen Produktion, vor allem

bei Überwachungs- und Steuerungstätigkeiten. Bei diesen Kontrolltätigkeiten scheinen handlungsarme

„Wartezeiten“ bei gleichzeitig ständiger Wachsamkeit und einem hohen Verantwortungsdruck

Burnout Erscheinungen zu verursachen.

Warum kommt es zu Burnout?

Inzwischen wird in der Forschung zunehmend akzeptiert, dass die Arbeitsbedingungen bei der

Entstehung von Burnout eine wichtige Rolle spielen. Lange Zeit galt Burnout als Ausdruck individuellen

Fehlverhaltens.

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SLP-Newsletter Winter 2006

Gefährdete Menschen in einer gefährdeten Arbeitswelt:

„Globalisierung“, „Standortsicherung“ und „Verschlankung“ bringen immer mehr und immer

anspruchsvollere Arbeit mit sich, fordern immer mehr Flexibilität und steigern die Angst um den

Arbeitsplatz. Das führt zu enormen psychosozialen Belastungen. Obwohl noch viele Fragen ungeklärt

sind, gilt in der Burnout Forschung als wahrscheinlich, dass es zwischen Arbeitssituation und

Persönlichkeit eine dynamische Wechselwirkung gibt: Es gibt gefährdete Menschen in einer gefährdenden

Arbeitswelt.

Bei der Entstehung von Burnout sind – ähnlich wie bei Mobbing – zwei Faktoren entscheidend:

Arbeitswelt und Persönlichkeit.

Burnoutrisiko: Arbeitswelt

1. Arbeitsbedingungen:

Burnout kann auftreten, wenn

• Beschäftigte tagtäglich „Emotionsarbeit“ leisten müssen, auch wenn ihnen – insbesondere bei schwierigen

Kunden – überhaupt nicht der Sinn nach Freundlichkeit steht.

Die Folge:

Gewandelte Arbeitsanforderungen vor allem im Dienstleistungssektor – Stichwort „Kundenorientierung“

– erhöhen den Leistungsdruck der Beschäftigten, zumal sie dafür meist nicht qualifiziert

werden. Dieser Faktor „Gefühlsarbeit“ ist neueren Studien (ZAPF 1999) zufolge wesentlich am

„Ausbrennen“ beteiligt.

• Beschäftigte ständig überfordert und überlastet werden – sei es durch ständige Personalknappheit,

Mittelkürzungen, hohes Arbeitspensum oder wachsende Qualifikationsanforderungen bei unzureichender

Schulung. Diese Daueranspannung verhindert zudem, eigene berufliche Ideen und Vorstellungen

umzusetzen.

Die Folge:

Nach einiger Zeit sind die Beschäftigten demotiviert und erschöpft.

• Menschen sich bei der Arbeit kaum entfalten und einbringen können, weil sie nur geringe

Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten haben.

Die Folge:

Enttäuschung und Resignation sind programmiert. Berufliches Engagement und Motivation lassen

nach.

2. Führungsverhalten

Burnout kann auftreten wenn

• der Vorgesetzte zwar eine Führungskraft, aber keine Führungspersönlichkeit ist, d.h., wenn er kein

offenes Ohr für die Belegschaft hat und sich nicht um ein Klima des Vertrauens bemüht. A und O dieser

„vertrauensbildenden Maßnahmen“ (RUPERT LAY) ist es, sowohl fachliche als auch soziale

Fähigkeiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern. Persönliche Entfaltung ist jedoch

unmöglich, wenn Beschäftigte nur wenig entscheiden, mitbestimmen oder -verantworten dürfen.

• offene Kommunikation in einem Unternehmen zwar postuliert, in der Praxis jedoch nicht umgesetzt

wird. Stattdessen wird es als Aufforderung zu abwertender Kritik missverstanden. Burnoutgefährdete

– hochmotivierte, engagierte und leistungsstarke Personen – wagen es in einem derartigen Klima

kaum, über Arbeitsüberlastung und Burnout-Symptome zu sprechen.

3. Sozialverhalten

Burnout kann auftreten wenn

• das Betriebsklima in einem Unternehmen zu wünschen übrig lässt, weil Team- und MitarbeiterInnenorientierung

für die Führung keine Rolle spielt. In einer schlechten Arbeitsatmosphäre fällt es schwer,

offen über Arbeitsprobleme zu sprechen.

Burnoutrisiko: Persönlichkeit

Den typischen „Ausbrenner-Typ“ gibt es nicht. Burnout wird individuell erlebt und äußert sich auch verschieden.

Folgende Verhaltensmuster und Persönlichkeitsmerkmale können Burnout aber begünstigen:

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Winter 2006 SLP-Newsletter

Burnoutrisiko tragen

• „Perfektionisten“ mit hohen beruflichen Erwartungen und hochgesteckten Zielen. Was nicht hundertprozentig

gelingt, gilt bereits als Versagen. Sowohl Erfolge als auch Misserfolge spornen zu noch größerem

Arbeitseinsatz an, Arbeitsprobleme werden mit nach Hause genommen.

• Personen, die dazu neigen, sich bei Misserfolgen wie bei Erfolgen selbst abzuwerten. Diese negative

Selbsteinschätzung macht es ihnen schwer, auf andere zuzugehen und um Unterstützung zu bitten.

• Leistungs- und erfolgsorientierte Personen, die sich zuviel „aufbürden“, um das eigene Selbstwertgefühl

zu stärken. Diese Persönlichkeitsstruktur – häufig die Kehrseite von Idealismus und

Helferorientierung – macht anfällig für Enttäuschungen, wenn „Erfolge“ bzw. „Aufopferung“ nicht

genügend gewürdigt werden.

• Menschen, die ständig die Anerkennung von anderen brauchen, da sie sich selbst nicht anerkennen.

Es fällt ihnen schwer, anderen – und vor allem sich selbst – Grenzen zu setzen, Nein zu sagen.

• Personen, die ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht ernst nehmen und nicht auf körperliche

Warnsignale hören. Arbeit ist Lebensinhalt, das „gesunde“ Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben

ist aus dem Lot geraten.

• Menschen, denen es schwer fällt, konstruktiv mit komplexen und belastenden Arbeitsbedingungen

umzugehen. Beruflich und privat haben sie keine Reserven mehr, um mit stressigen Arbeitsbedingungen

fertig zu werden oder sie zumindest in Ansätzen zu kompensieren.

Buchtipps zum Thema Burnout

Jörg Fengler, Helfen macht müde. Zur Analyse und Bewältigung von Burnout

und beruflicher Deformation, J. Pfeiffer Verlag: München 1998, € 23,50.

Maria Speck / Evelyn Horsch, Berufsrisiko Psychotherapie: Ist Leid

ansteckend?

Psychotherapeuten sind täglich mit schwierigsten psychischen Problemen konfrontiert.

Wie verkraften sie es, Stunde um Stunde das Leid der Klienten und

Klientinnen zu hören? Aktuelle Studien zeigen, dass der therapeutische Beruf für viele seiner

Mitglieder durchaus ein Gesundheitsrisiko darstellt. Die ständige emotionale Überbeanspruchung

kann auf Dauer zu Erschöpfung, Burnout, Schlafstörungen und psychischen Erkrankungen führen.

Der Artikel erschien in psychologie heute, Juni 2005, S. 64 - 69. Eine Kopie kann im SLP-

Büro angefordert werden.

Fortbildungsveranstaltung

Integratives Gesundheitscoaching

(Modell entwickelt am FPI /europäische Akademie für Gesundheit)

„Der ständige Einsatz für andere bewirkt eine andauernde hohe emotionale Belastung, die in dem Gefühl

des ‚Ausgebranntseins’ münden kann.“

Schwerpunkte des Seminars sind: lebenslaufbezogene Diagnostik des Gesundheitsverhaltens - Gesundheitspanorama,

Entwicklung von Gesundheitsbewusstsein und eines gesundheitsaktiven Lebensstils,

Aktivierung von Gesundheitsressourcen, Förderung von Willensentscheidungen; Arbeit mit Kreativen

Medien und Imaginationstechniken, Körper und Wellnessangeboten

Zielgruppe: Menschen in psychosozialen Berufen

Zeit: 9. August – 12. August 2006

Ort: Innsbruck Umgebung (wird noch genauer bekannt gegeben)

Leitung: Peter Uffelmann: Lehrtherapeut am FPI, Supervisor, Coach, Autor von:

„Das rechte Maß“ und „Verzeih dir selbst“

Mag. Klaudia Wolf-Erharter: Gesundheitspädagogin, IG Therapeutin unter

Supervision, Leiterin des mental health promotion Projektes der GPG-Tirol

Kosten: € 550,-

Info / Anmeldung / Kontakt: Mag. K. Wolf-Erharter, info@athletecoaching.com, Tel.: 06508/2340463

Anmeldung bis Ende April 2006 – per Email

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SLP-Newsletter Winter 2006

Weitere Buchtipps

Bartuska, Buchsbaum, Metha, Pawlowsky, Wiesnagrotzki (Hrsg.), Psychotherapeutische Diagnostik:

Leitlinien für den neuen Standard, Springer Verlag 2005, € 34,80.

Erstes Diagnostikhandbuch für Psychotherapeuten. Einheitliche diagnostische Richtlinien von 17

Schulen gemeinsam entwickelt. Erläuterungen zur praktischen Umsetzung.

Kommentar:

Psychotherapeutische Diagnostik unterscheidet sich von psychiatrischer oder klinisch-psychologischer

Diagnostik, auch wenn es viele Überschneidungen gibt. Das spezifische psychotherapeutische Vorgehen,

das Bemühen um eine tragfähige Beziehung zum Klienten, die Besonderheiten der psychotherapeutischen

Arbeit erfordern eine spezielle Diagnostik, die diesem Vorgehen gerecht wird. Das Verständnis für

die Genese und die Einmaligkeit des Lebensweges und der Symptome des Klienten / Patienten stehen

im Mittelpunkt der Interventionen von PsychotherapeutInnen, während z.B. der psychiatrische Blick

stärker phänomenologisch orientiert ist und nach Krankheitsclustern bzw. Syndromen sucht. Die

Leitlinien psychotherapeutisch-diagnostischen Vorgehens werden hier erstmals formuliert.

Für PsychotherapeutInnen, die in Salzburg tätig sind, haben diese Leitlinien besonderes Gewicht, da wir

hier verstärkt fachfremden Diagnosekriterien ausgesetzt sind. Die neuen Antragsformulare der SGKK

wurden wesentlich von einem Juristen und einer Psychologin erstellt, die beide keine Psychotherapeuten

sind. Die Formulare sind sehr stark einer psychiatrischen Diagnostik verhaftet, die nicht 1:1 auf die

psychotherapeutische Arbeit übertragen werden kann, da das psychiatrische und das psychotherapeutische

Herangehen an psychische Krankheit nicht gleichzusetzen ist. Beides sind gleichermaßen wertvolle

und sinnvolle Herangehensweisen, es können aber nicht die Regeln der einen Disziplin der anderen

übergestülpt werden.

Bernhard Handlbauer

Stumm, Pritz, Gumhalter, Nemeskeri, Voracek (Hrsg.), Personenlexikon der Psychotherapie,

Springer Verlag 2005.

Über 300 Biographien der wichtigsten Persönlichkeiten der Psychotherapie – teilweise sehr schwer

zugängliche Daten – Ergänzungsband zum erfolgreichen Wörterbuch der Psychotherapie.

Martin Rümmele, Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit: Symptome, Diagnosen und

Nebenwirkungen der Gesundheitsreform, NP Buchverlag: St. Pölten – Wien – Linz 2005, € 19,90

Wer sich über Fakten und Hintergründe der aktuellen Entwicklungen des

Gesundheitssystems informieren will, dem sei das Buch „Kranke Geschäfte mit

unserer Gesundheit“ empfohlen.

Martin Rümmele analysiert die Ursachen der Veränderungen und gewährt einen

Blick in die Zukunft der gesundheitlichen Versorgung Österreichs:

„Im Herbst 2004 rangierte in Umfragen unter der österreichischen Bevölkerung

erstmals die Sorge um die Gesundheitsversorgung vor der zuvor immer führenden

Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und der Ausbreitung der Kriminalität.

Rund 82 Prozent der Menschen fürchten einen Zusammenbruch des

Gesundheitssystems.“

Rümmele spricht von tief greifenden Veränderungen im Gesundheitssystem und

sieht „Symptome dafür, dass sich die öffentliche Hand zunehmend aus ihrer sozialen Verantwortung

zurückzieht. Immer mehr Leistungen müssen trotz der Krankenversicherungsabgaben aus der eigenen

Tasche finanziert werden. Und immer öfter fallen Menschen durch das Netz der solidarischen

Gesundheitsversorgung.“

Rümmele zeigt, „dass die Gesundheitssysteme in Österreich und anderen europäischen Ländern längst

auf dem Weg zu amerikanischen Verhältnissen sind... Aus Unwissenheit oder Absicht leisten Politiker

der zerstörerischen Vermarktung der Versorgung Vorschub. Sie ermöglichen, dass Krankenhäuser an

Konzerne verkauft werden ... und zwingen die Patienten, immer mehr zuzuzahlen mit der Begründung,

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Winter 2006 SLP-Newsletter

dass der Staat die Mittel nicht mehr zur Verfügung stellen kann.“

Verhandlungen in der EU und der Welthandelsorganisation (WTO) über eine Liberalisierung der

Dienstleistungen führen zu Befürchtungen, „dass dies den Ausverkauf der öffentlichen

Gesundheitsversorgung weiter beschleunigen wird.“ Grund für die Liberalisierungswünsche: „In keinem

anderen öffentlichen Bereich wird mehr Geld ausgegeben... Allein in Österreich wurden 2003 ... zwischen

17 und 20 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben – das sind etwa 8 bis 9 Prozent der gesamten

Wirtschaftsleistung des Landes ... Tendenz steigend. Damit ist Gesundheit ein enormer

Wirtschaftsfaktor. So viel Geld weckt Begehrlichkeiten.“

„Immer mehr Privatunternehmen besetzen Schlüsselpositionen und nutzen Lücken im boomenden, aber

nicht mehr öffentlich finanzierbaren Gesundheitswesen. In Deutschland gehören bereits rund 20 Prozent

aller öffentlichen Krankenhäuser privaten Konzernen, die auch schon in Österreich Fuß gefasst und

Spitäler gekauft haben.“ (z.B. hat die deutsche Helios Kliniken-Gruppe 2001 das öffentliche

Krankenhaus Kitzbühel mehrheitlich von der Gemeinde übernommen).

„Um Gewinne zu machen tun sie das, wozu sich Politiker nur ungern durchringen: Sie sparen beim

Personal, reduzieren Leistungen und schließen unrentable Kliniken. Gleichzeitig steigen die

Zuzahlungen der Patienten bei der Finanzierung der Gesundheitssysteme und die Marktanteile privater

Zusatzversicherungen.“

Auf der Seite der Patienten kommt es hingegen zu einer zunehmenden Verquickung von Armut und

Krankheit: „Wer arm ist, ist häufiger krank, hat eine geringere Lebenserwartung und meist auch eine

schlechtere medizinische Versorgung als besser Verdienende. Genau das sollte eigentlich ein öffentliches

Sozialsystem verhindern. Die Menschen zahlen ja Krankenversicherungsbeiträge, um zu verhindern,

dass Krankheit zu einem Existenzrisiko wird. Doch die Sozialsysteme werden mutwillig zerstört“, u. a.

durch Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung und in der Folge sinkende Einnahmen.

Rümmele dazu: „Sobald die sozialen Netze reißen, wird Krankheit zum Armutsrisiko. Armut führt

wiederum zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes.“

Als Gründe für die explodierenden Defizite im Gesundheitswesen nennt Rümmele:

- der medizinische Fortschritt

- die demografische Entwicklung

- die mangelnde Selbstverantwortung der Bevölkerung

- Ineffizienz im System und

- sinkende Einnahmen der Versicherungen

Rümmele dokumentiert nicht nur, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt, er zeigt auch, „wie wir

uns schützen können. Etwa wie sich Selbstbehalte oder Rationierungen umgehen lassen und worauf man

bei Privatversicherungen achten muss.“

Das Buch macht klar, „dass Privatisierung nicht der einzige Ausweg aus der Misere der

Gesundheitsversorgung ist. In einigen Staaten gibt es durchaus erste Ansätze zu effizienteren Lösungen.

Denn tatsächlich wird unser Gesundheitssystem kränker geredet als es ist. Nicht die Ausgaben sind das

Problem, sondern die sinkenden Einnahmen der Krankenkassen.“ Denn immer weniger Beitragszahler

finanzieren immer mehr Versicherte.

Bernhard Handlbauer

Markus Zöchmeister / Joachim Sauer, Langes Schweigen – Späte Erinnerung. Die Wehrmachtsausstellung

in Salzburg, Studien-Verlag: Innsbruck 2005, € 22,-

Als im März 1998 in Salzburg die „Wehrmachtsausstellung“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

eröffnet wurde, signalisierten die regierenden Politiker des offiziellen Salzburg (Stadt und Bundesland)

ihre Ablehnung. Für den Bilderzyklus des Malers Walther Groß, eines ehemaligen Mitglieds der 1.

Panzerdivision der SS (Leibstandarte Adolf Hitler) mit dem Titel „Die im Dunklen sieht man nicht“ wurde

allerdings kostenlos die Säulenhalle des alten Rathauses der Stadt zur Verfügung gestellt. Der ÖVP-

Bürgermeister übernahm hier den „Ehrenschutz“, den man der Wehrmachtsausstellung verweigerte.

Joachim Sauer, Sozialpsychologie-Professor an der Universität Salzburg und Markus Zöchmeister,

Psychologe und psychosozialer Praktiker mit psychoanalytischer Orientierung, haben es sich zur

Aufgabe gemacht, den österreichischen Kontext und die Geschehnisse um die Ausstellung mit Hilfe

einer psychoanalytischen Sozialpsychologie zu analysieren.

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SLP-Newsletter Winter 2006

Das Resultat ist jetzt in Buchform erschienen.

In den ersten Kapiteln wird der österreichische Mythos von der Unschuldsnation kritisch rekonstruiert.

Was in der Unabhängigkeitserklärung vom April 1945 und wohl auch noch in der Zeit vor dem

Staatvertrag 1955 eine bewusste Beschönigung und politisches Kalkül war, um sich von den Deutschen

abzukoppeln, den Abzug der alliierten Truppen und die Unabhängigkeit durchzusetzen, wurde, je öfter

die Geschichte erzählt wurde und je mehr sich die großen Parteien ÖVP und SPÖ um die Ehemaligen

und Kriegsheimkehrer bemühten, immer mehr zu einer geglaubten Lüge. Diese hielt bis in die Zeit der

Waldheim-Affäre und vermengte sich mit einer allgemein beliebten Märtyrer-Inszenierung im katholischen

Österreich.

Wenn Österreichische Politiker in Bedrängnis oder Euphorie geraten, sprich: wenn die Selbstkontroll-

Mechanismen etwas geschwächt sind, passieren bis auf den heutigen Tag verräterische Dinge. Haider

lobte 1995, als er sich von der Öffentlichkeit unbeobachtet wähnte, vor seinen Eltern und den versammelten

ehemaligen Angehörigen der SS in Krumpendorf diese als „anständig geblieben“ und „Vorbild

für die Jugend“.

Der frisch gewählte und emotional offensichtlich angerührte FPÖ Chef von Niederösterreich Ernest

Windholz dankte im Juni 2001 der Partei-Versammlung mit dem Motto der Waffen-SS „Unserer Ehre

heißt Treue“ – um dann nachher zu sagen, er habe gar nicht gewusst, was das bedeute.

Die Autoren weisen zu Recht darauf hin, dass eine mögliche unbewusste Identifizierung eigentlich auf

eine noch tiefere „Unfähigkeit zu trauern“ schließen lässt, die in der österreichischen politischen Kultur

wirksam geworden ist.

Noch im Frühjahr 2005 dauerte es Wochen, bis ein aus Kärnten stammendes Mitglied des Bundesrates

(der Länderkammer) namens Siegfried Kampl wegen der am Mikrophon gemachten Erklärung,

Wehrmachtdeserteure seien „Kameradenmörder“ gewesen und nach dem Krieg habe es eine „brutale

Naziverfolgung“ gegeben, dann doch zurücktreten musste - nicht ohne einen letztendlichen Haider-

Kommentar, der dem politisch Ausgerutschten die persönliche Qualität eines Ehrenmannes attestierte.

Schließlich hatte Haider jahrelang selbst ganz Österreich in eine Psychodrama-Bühne für die eigene

Familientherapie in Bezug auf seine Eltern und die Rehabilitierung der ganzen „Kriegsgeneration“ verwandelt.

Opferlegenden und Heldengeschichten können auf Kosten der realistischen Erzählung von Täterschaft,

Mitverantwortung und ängstlicher Zeugenschaft wunderbar koexistieren. Der in Österreich mächtige

„Kameradschaftsbund“ half, die Verletzungen zu heilen und die doppelte Niederlage der Soldaten, nämlich

in Bezug auf den Sieges-Auftrag der NS-Ideologie, und in Bezug auf das demokratische Postulat

von Zivilcourage und Widerstand, zu kompensieren. „Das Selbst der ehemaligen Kameraden erhielt aus

beiden Identifikationsangeboten ein beträchtliches Quantum an narzisstischer Zufuhr, wobei das Opfer-

Selbst der Verteidigungslinie gegenüber moralischen Angriffen durch die Identifikation mit den Opfern

des Nazismus entspricht.“ (S. 112) Das „Helden-Selbst“ lebt hingegen „aus den Resten der früheren

Identifikation mit dem Führer und einer als allmächtig phantasierten ,Volks- bzw. Wehrgemeinschaft’.“

(S. 113)

Eine Karrikatur dieser Ko-Inzenierung von Unschulds-, Opfer- und Heldengeschichte lieferten uns die

österreichische Regierung und ihr nahe stehende Medien im Jahr 2000, als die neue Koalition unter

Wolfgang Schüssel wegen der Beteiligung der Haider-Partei in ganz Europa kritisiert wurde und für ein

halbes Jahr ziemlich harmlose diplomatische Sanktionen zu spüren bekam. Die Sanktionen wurden als

eine schwere Bürde für jeden Österreicher, gewissermaßen als das große „gewähltes Trauma“ (Vamik

Volkan) für die Bildung von Kollektividentität inszeniert. Der Grund für die Sanktionen, nämlich die

politische Verharmlosung des Nationalsozialismus und rassistische Äußerungen in der FPÖ und durch

Haider selbst, war wie weg geschnitten. Es wurde die Kommunikation nur von der Ungeheuerlichkeit

der „Einmischung“ ausgehend interpunktiert. Und dann sollten die Österreicher sich noch als kleine

Helden (nicht unähnlich einem bekannten gallischen Dorf) sehen, die durch einen geforderten unerbittlichen

„Schulterschluss“ (O-Ton Schüssel) den Eindringlingen trotzen, was ja dank der Gutmütigkeit

oder Prinzipienlosigkeit der europäischen Autoritäten nach einem halben Jahr auch irgendwie gelang.

Die Erinnerung an die schwere „Sanktionszeit“ wirkt heute eher komisch.

Aber es verdichten sich in dieser von Sauer und Zöchmeister behandelten Episode (vgl. S. 52 ff.) ebenso

wie in den Reaktionen auf die Wehrmachtsausstellung die Abwehr-, Bagatellisierungs- und

Schuldumkehrmechanismen, welche für die politische Kultur in Österreich, trotz einiger wichtiger

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Winter 2006 SLP-Newsletter

Gegentendenzen und erfolgreicher Aufklärung bis auf den heutigen Tag charakteristisch sind.

Das Buch ist natürlich auch von einem allgemeineren Interesse, weil es ähnliche psychologischen

Mechanismen, wenn auch nicht so museal konserviert wie in Österreich, auch in Deutschland gibt. Und

manches davon wohl auch in anderen Gesellschaften, die in ihrer Geschichte ein Schuldtrauma haben.

Im Schlussteil des lesenswerten Buches findet sich eine inhaltsanalytische Untersuchung der knapp 500

Eintragungen, die im Gästebuch der Salzburger Wehrmachtausstellung zu finden waren. Etwas weniger

als die Hälfte der Eintragungen verweisen auf die typischen „Exkulpierungswünsche und

Entlastungskonstruktionen“ (S.173) der österreichischen Gesellschaft. Dabei ist davon auszugehen, dass

die größten Kritiker der Ausstellung sie gar nicht besucht haben.

Klaus Ottomeyer

Otto F. Kernberg kommt nach Salzburg zu einem Seminar und einem Vortrag:

Seminar:

Thema: Zur Genese und Therapie von Borderline Störungen – unter spezieller Berücksichtigung

der Transference Focused Psychotherapy (TFP)

Zeit: Montag, 27. März 2006, 10:00 - 18:00 Uhr - Dienstag, 28. März 2006, 10:00 - 17:00 Uhr

Ort: Bildungshaus St. Virgil, Ernst-Grein-Straße 14, A-5026 Salzburg, Tel: 0662/65901-0

Kosten: € 120,- mit Eintritt für den Vortrag

Vortrag mit Diskussion:

Thema: Zur Genese und Therapie von Borderline Störungen – unter spezieller Berücksichtigung

der Transference Focused Psychotherapy (TFP)

Zeit: Montag, 27. März 2006, 20:00 Uhr

Ort: Bildungshaus St. Virgil, Salzburg

Kosten: € 10,-

Zur Person:

Veranstaltungshinweise

Otto F. Kernberg, Jg. 1928, wurde in Wien geboren. Er ist Vorsitzender der Internationalen

Psychoanalytischen Vereinigung und einer der herausragenden Psychoanalytiker unserer Zeit.

Neben Praxis und Ausbildung widmet er sich auch intensiv der psychoanalytischen und psychoanalytisch-psychiatrischen

Forschung und Theorie. Er ist Ausbildungsanalytiker und Supervisor an der

Columbia University, Professor für Psychiatrie am Medical College der Cornell University sowie medizinischer

Direktor am New York Presbyterian Hospital.

Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen befinden sich insbesondere Bahn brechende Arbeiten zur

Objektbeziehungstheorie, zum Borderline-Syndrom und zum Narzissmus, die ihm weltweite

Anerkennung verschafft haben.

Anmeldung und nähre Auskünfte bei:

Dr. Franz Moser, Maria Cebotari-Straße 6A/3, 5020 Salzburg

Tel: 0676/6351661, Email: franz.moser@sol.at

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SLP-Newsletter Winter 2006

Treffen der Sektion der Kinder- und Jugendlichentherapeuten:

Termin: Dienstag, 7. Februar, 19:30 Uhr

Ort: Sternbräu, Salzburg

Austausch mit Salzburger Beratungslehrern

Termin: Ein Mittwoch im Frühjahr 2006 (Termin noch nicht fixiert)

Gast: Dr. Kamper, Leiter der Kinderpsychosomatik im Kinderspital

Bitte vormerken!

20. Ordentliche SLP-Landesversammlung 2006

Zeit: Mittwoch, 31. Mai 2006, 19:00 Uhr

Ort: Gabler-Bräu, Linzergasse

Sektion der hauptberuflich niedergelassenen PsychotherapeutInnen

Termine 2006:

24. 1. 2006: 9:00 - 11:30 Uhr

28. 3. 2006: 9.00 - 11:30 Uhr

23. 5. 2006: 9.00 - 11:30 Uhr

Ort: Gasthof Wastlwirt

Leitung: Dr. István Kunz

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Winter 2006 SLP-Newsletter

SLP-Vorstand

Zuständigkeiten im SLP

Dr. Bernhard Handlbauer

Vorsitzender, Kontakte Politik, Medien und Gesundheitswesen, Mitgliederinformation

Tel. 0662/834678, Email: handlbauer@utanet.at

Mag. Ulrike Hutter

Stellvertretende Vorsitzende, Kontakte Politik, Medien und Gesundheitswesen, Öffentlichkeitsarbeit,

Länderforum (LFO), Bundesvorstand (BUVO)

Tel. 0650/5295806, Email: ulrike.hutter@utanet.at

Dr. Franz Moser

Finanzreferent (Kassier), Büro, homepage, Länderforum (LFO)

Tel. 0676/6351661; Email: franz.moser@sol.at

Mag. Christine Riedlsperger

Schriftführerin, KandidatInnenvertreterin, KandidatInnenforum (KFO)

Tel. 0662/430797, Email: riedlsperger@utanet.at

Susanne Stögner

Kooptiertes Mitglied seit Jänner 2006,

Tel. 0699/10880268, Email: s.stoegner@gmx.at

SLP-Büro

Elke Stolhofer

Mitgliederservice, Adressverwaltung, Listenführung, Auskünfte

Tel. 0662/823825; Fax 0662/422737; Email: s.l.p@aon.at, Bürozeiten: Di. 10 – 13 Uhr; Mi. 9 – 11 Uhr

Arbeitsgruppen des SLP

Berufsethisches Gremium des SLP

Dr. Mercedes Zsifkovics, Tel. 0662/8042-2030, Email: mercedes.zsifkovics@salzburg.gv.at

Informationsstelle für Psychotherapie

Zeiten: Dienstag 16:30 – 18:00 Uhr; Donnerstag 12:30 – 15:00 Uhr

Mag. Ingrid Gstöttner, Tel. 0662/429263, Email: ingrid.gstoettner@aon.at

Verbrechensopfergesetz

Dr. Gertrude Steinmair Koordinatorin, Tel. 0662/878653

Supervision

Dr. Helmut Schwanzar, Koordinator

Tel. & Fax 0662/843589, Email: h.schwanzar@aon.at

Sektion der Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen

Dr. Ingrid Kaltenbrunner, Tel. 0662/840348

Dr. Gertrude Steinmair, Tel. 0662/878653

Sektion der hauptberuflich niedergelassenen PsychotherapeutInnen

Dr. István Kunz, Tel./Fax. 0662/880851; Email: istvan.kunz@gmx.at

BezirkspsychotherapeutInnen

Bezirkspsychotherapeut Pongau

Mag. Thomas Radauer, Tel. 06462/2144, Email: thomas.radauer@mcnon.com

Bezirkspsychotherapeutin Pinzgau

Mag. Martina Neumayr, Tel. 0662/885565

Bezirkspsychotherapeutin Nördlicher Flachgau

Dr. Ulla Diltsch, Tel. 06272/6013, Email: ulla.diltsch@onemail.at

Bezirkspsychotherapeut Lungau

DSA Konrad Reitsamer, Tel. 06474/8273, Email: konrad.reitsamer@aon.at

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Der Salzburger Landesverband für Psychotherapie lädt anlässlich 15 Jahre Psychotherapiegesetz in

Österreich zu folgendem Vortrag ein:

Neurobiologische Aspekte von Beziehungserfahrungen:

Warum werden Menschen psychisch krank und warum hilft Psychotherapie?

Referent: Prof. Dr. med. Joachim Bauer (Universiätsklinik Freiburg), Internist und Facharzt für

Psychosomatische Medizin, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoneuroimmunologie

Anschließend Podiumsdiskussion mit:

Bundesministerin Maria Rauch-Kallat (Bestätigung der sicheren Teilnahme erst im Jänner möglich)

Dr. Michael Kierein (Bundesministerium für Gesundheit)

Dr. Bodo Kirchner (Internist, Psychoanalytiker, Leiter des Salzburger Arbeitskreises

für Psychoanalyse)

Moderation: Dr. Martin Stricker (Salzburger Nachrichten)

Zeit: 3. März 2006, 20:00 Uhr

Ort: Vortragssaal Salzburger Nachrichten, Karolingerstraße 40

Prof. Dr. med.

Joachim Bauer.

Literatur:

Prof. Dr. med. Joachim

Bauer: Warum ich fühle, was

du fühlst. Intuitive

Kommunikation und das

Geheimnis der Spiegelneuronen.

Verlag Hoffmann & Campe,

2005,

Veranstaltungshinweis

Unser Gehirn verändert sich durch das, was wir in zwischenmenschlichen

Beziehungen erleben. Beziehungserfahrungen und Lebensstile hinterlassen einen

„Fingerabdruck“ in den biologischen Abläufen unseres Lebens. Gene steuern nicht

nur, ihre Aktivität wird umgekehrt auch selbst gesteuert.

Warum können wir uns intuitiv verstehen, spontan fühlen, was andere fühlen, und

uns eine Vorstellung davon machen, was andere denken? Die Erklärung dieser

Phänomene liegt in den Spiegelneuronen, die erst vor kurzem entdeckt wurden. Sie

ermöglichen uns emotionale Resonanz mit anderen Menschen. Sie müssen aber von

Geburt an trainiert werden – und das hat erhebliche Konsequenzen für alle

Lebensbereiche.

Pointiert und verständlich zeigt Joachim Bauer, welche Perspektiven sich für ein

neues, erweitertes Verständnis gesundheitlicher Störungen ergeben und wo die

Chancen psychotherapeutischer Hilfestellung liegen.

SLP

ders.: Das Gedächtnis des

Körpers. Wie Beziehungen und

Lebensstil unsere Gene steuern.

Verlag Piper, 2004.

Salzburger Landesverband

für Psychotherapie

SLP, Postfach 14, 5024 Salzburg, Tel.: 0662 / 823 825, Fax: 0662 / 422 737, E-mail: s.l.p@aon.at

www.psychotherapie.at/slp, Bankverbindung: BA-CA, BLZ 12000, Kto-Nr. 0695-38536-00

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