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Ergativität in der modernen generativen Grammatik

Ergativität in der modernen generativen Grammatik

Ergativität in der modernen generativen

SUSANNE HACKMACK Ergativität in der moderneren generativen Grammatik 1. Einleitung In diesem Text soll der Frage nachgegangen werden, wie im Rahmen der moderneren generativen Grammatik Chomskyscher Prägung 1 das Phänomen der Ergativsprachen behandelt werden kann und welche Fragestellungen diese Vorgehensweise potentiell aufwirft. Die Argumentation verläuft strikt theorieintern, d.h. es wird keinerlei Bezug genommen auf andere Formalismen oder Modelle. Es geht zunächst darum, anhand des Englischen einige der grundlegenden Annahmen dieses Grammatikmodelles zu illustrieren. Anschließend wird gezeigt, dass diese Annahmen mit den in einer Ergativsprache beobachteten Daten nicht problemlos in Einklang zu bringen sind. 2. Theoretische Grundlagen Die generative Grammatik als Zweig der theoretischen Linguistik verfolgt als Ziel die Konstruktion einer Grammatiktheorie, d.h. einer Menge von Hypothesen über die mögliche Form und Organisation von Grammatiken natürlicher Sprachen. Ein wesentliches Adäquatheitskriterium für eine solche Grammatiktheorie ist ihre Universalität: sie muß so geartet sein, daß sie Konstrukte und Instrumente zur Beschreibung aller natürlichen Sprachen zur Verfügung stellt (dazu zählen z.B. die in der Grammatik verwendeten Operationen). Aufgabe dieser Theorie ist es, die (relativ abstrakten) Struktureigenschaften zu benennen, die allen natürlichen Sprachen zugrundeliegen. Entsprechende Angaben werden als 'Prinzipien' bezeichnet. Die Unterschiede zwischen den Einzelsprachen werden in diesem Rahmen dadurch erklärt, daß den universalen Prinzipien jeweils eine Reihe von Strukturoptionen zugeordnet sein können, die sogenannten 'Parameter', in denen die verschiedenen konkreten Realisierungsmöglichkeiten des Prinzips aufgeführt sind. Ein ganz wesentliches Moment dieses Ansatzes ist die Tatsache, daß bei der Beschreibung sprachlicher Phänomene bzw. der Abfassung von generalisierenden Restriktionen darüber der Syntax zentrale Signifikanz zukommt, insofern Kernbegriffe der Theorie – wie wir weiter unten sehen werden z.B. die grammatischen Funktionen – abgeleitet sind aus syntaktischen Konfigurationen oder darauf Bezug nehmen. Diese sprachtheoretischen Grundlagen sind für den vorliegenden Text insofern relevant, als es zu hinterfragen gilt, inwieweit bestimmte der im Rahmen dieser Theorie verwendeten Begriffe und Annahmen tatsächlich universell anwendbar sind. Um die Sache halbwegs nachvollziehbar zu halten, wird der Versuch gemacht, auf einige der komplexeren Konstrukte, die in der jüngeren Zeit im Rahmen dieses Formalismus verwendet werden, zu verzichten. Statt dessen soll die Problematik beispielorientiert anhand eines eher informellen kleinen Modells angegangen werden. Dieses Mini-Modell – eine Art Hybrid aus Annahmen ältererer und neuerer Modellversionen – weist die für die Argumentation wesentlichen Punkte auf; ist problemlos in eine moderne Variante übersetzbar und basiert auf den folgenden Prämissen: Die syntaktische Struktur von Sätzen wird auf zwei Repräsentationsebenen dargestellt, einer tiefenstrukturellen (fortan TS) und einer oberflächenstrukturellen Ebene (fortan OS), die sich hinsichtlich ihrer Funktion im Wesentlichen an Tiefen- bzw. Oberflächenstrukturen oder D- bzw. S- Strukturen der generativen Grammatik orientieren: in der Tiefenstruktur soll syntaktischsemantische Information bezüglich Argumentstruktur und thematischer Relationen (in diesem Text ausschließlich Agens und Patiens) ausgedrückt sein; die Oberflächenstruktur enthält darüber hinaus Information über die Oberflächenanordnung der Elemente eines Satzes einerseits und über Flexionsmerkmale andererseits, hier allerdings ausschließlich bezüglich Kasus. TS und OS sind 1 Das Attribut 'moderner' wurde gewählt, damit 'generative Grammatik' nicht sofort mit 'Standardtheorie' gleichgesetzt wird. Darunter zu verstehen sei im wesentlichen die in den 80er Jahren aufgekommene Modellvariante 'Government und Binding'. Im vorliegenden Text allerdings wurde diese mit Bezug auf ihre formalen Aspekte stark entschärft.

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