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BGW mitteilungen Ausgabe 1/2013 herunterladen (PDF, 3MB)

Ausgabe 1 | 13

Magazin für ein gesundes Berufsleben

BGWmitteilungen

Kindertagesstätten

Mit Gesundheitszirkeln

gegen Belastungen

Friseure

Kampagne machte

Handschuhe zum Star

Klinikärzte

Stressauslösern

auf der Spur

Den passenden Arbeitsschutzpartner

für den

Kleinbetrieb finden

BGW mitteilungen 01 | 2013

1


Editorial

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie stehen nicht allein da! Das ist eigentlich immer eine gute Botschaft. Im Hinblick auf Arbeitsschutzfragen

– Anforderungen, Gestaltungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen – bedeutet

es aber gerade für Klein- und Kleinstbetriebe eine ganz wesentliche Unterstützung und Entlastung,

ohne die manchmal nur wenig zu erreichen wäre. Denn auch wenn die Einsatzbereitschaft vorhanden

ist, fehlen häufig fachliches Hintergrundwissen und zeitliche Ressourcen. Hier kommen

externe Arbeitsschutzexperten ins Spiel: Die Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsarzt

können Grundlagen vermitteln und wertvolle Hinweise zur Gestaltung eines sicheren und

gesunden Arbeitsplatzes geben.

Die Sorge vieler Unternehmerinnen und Unternehmer, dabei nur Beratung „von der Stange“ zu

bekommen, ist unbegründet – diese Zeiten sollten mittlerweile endgültig vorbei sein. Die Experten

sind heute darin geschult, individuelle Problemstellungen wie Kommunikationshindernisse

oder Stressverursacher zu erkennen und mit praxisnahen Lösungsvorschlägen darauf einzugehen.

Umso wichtiger ist es, den Berater zu finden, der genau zum jeweiligen Unternehmen passt. Einige

hilfreiche Ansatzpunkte sowie Erfolgsgeschichten zeigt unser Titelthema (Seite 6–7) auf.

Und erlauben Sie mir noch einen wichtigen Hinweis: Auch wir von der BGW stehen natürlich an

Ihrer Seite. Auch bei uns erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen und viele Tipps, sei es zur Auswahl

eines Dienstleisters, sei es zur konkreten Ausgestaltung des betrieblichen Arbeits- und

Gesundheitsschutzes. Denken Sie also daran: Sie müssen nicht alles allein angehen, sondern

können sich gezielt Hilfe holen.

Ihr

Prof. Dr. Stephan Brandenburg

Hauptgeschäftsführer der BGW

2 BGW mitteilungen 01 | 2013


inhalt

KlEiNBEtriEBE KiNdErtAGESStÄttEN KliNiKÄrZtE

Gerade in kleinen Unternehmen tut fachmännische

Unterstützung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz

not: tipps für die Auswahl des

dienstleisters. Seite 6–7

Wie lässt sich das Hamsterrad körperlicher und

psychischer Belastungen durchbrechen? in Kindertagesstätten

bieten sich dafür Gesundheitszirkel

an. Seite 8–10

Mit einem neuen Fragebogen zur stressbezogenen

Arbeitsanalyse können Krankenhäuser

Stressoren und ressourcen der Klinikärzte ermitteln.

Seite 11

AKtUEll NotiErt

4 Demnächst im Kino: GOLD – Du kannst mehr als Du denkst

5 Kampagne „sicher mobil“: Finale und Fortsetzung

titEltHEMA

6–7 Den passenden Arbeitsschutzpartner für den Kleinbetrieb finden

GESUNd iM BEtriEB

8–10 Mit Gesundheitszirkeln die Belastungsspirale durchbrechen

10 Ausbildungsoffensive Altenpflege

11 Wie sich Stressauslöser bei Klinikärzten aufspüren lassen

12–13 Post vom Rücken

13–14 Aha-Erlebnisse am Pflegebett

15 Gut geplant macht sicher

16–17 Der Star ist der Handschuh

iHrE BGW

18–19 Vertreterversammlung 2012 in Dresden

19 Aktuelles für Unternehmer

SErViCE

20–22 Medien, Veranstaltungen, Internet

rÄtSEl

23 Preisrätsel

iMPrESSUM

HErAUSGEBEr:

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst

und Wohlfahrtspflege (BGW)

Postfach 76 02 24, 22052 Hamburg

Pappelallee 33/35/37, 22089 Hamburg

tel.: (040) 202 07 - 0

Fax: (040) 202 07 - 24 95

Verantwortlich: Prof. dr. Stephan Brandenburg,

Hauptgeschäftsführer der BGW

redaktionsleitung: torsten Beckel

redaktion: Anja Hirschberger

Assistenz: Sabine Kühn

Kontakt zur redaktion:

tel.: (040) 202 07 - 27 27

E-Mail: mitteilungen@bgw-online.de

Grafisches Konzept und Umsetzung:

in.signo GmbH, Hamburg

Produktionsservice: schulz + co

titelbild: BGW/Werner Bartsch

druck: NEEF+StUMME, Wittingen

Versand: interabo, Hamburg

Erscheinungsweise: 4x jährlich/quartalsweise

Nachdruck: nach Absprache mit der redaktion

und mit Quellennachweis möglich

Beilage: Flyer „BGW forum 2013

und Flyer „demenz“

AdrESSÄNdErUNGEN:

Per Fax: Adressaufkleber und Änderungswunsch

an (040) 202 07 - 27 96

im internet: www.bgw-online.de

BGW mitteilungen → Adressänderung

Per E-Mail: mitteilungen@bgw-online.de

Bitte geben Sie ihre Bezugsnummer an:

Siehe Adressaufkleber ihrer Zeitschrift,

Zeile *10874# ihreNummer #...*

die „BGW mitteilungen“ sind das offizielle

Mitteilungsblatt der BGW. die Be zugskosten sind

im Mitgliedsbeitrag enthalten. ISSN 1869-7844

BGW mitteilungen 01 | 2013

3


Aktuell notiert

Fotos: Parapictures Film Production

Kirsten Bruhn ist Weltklasseschwimmerin, Preisträgerin des BAMBI 2012 und nun auch Kinostar.

Demnächst im Kino: GOLD –

Du kannst mehr als Du denkst

Ein außergewöhnlicher

Dokumentarfilm zeigt

Behindertensport

hautnah.

Am 28. Februar kommt ein Film in die Kinos, der die Bedeutung des Sports für

die Rehabilitation sowie für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen

lebendig werden lässt. „GOLD“ ist ein spannender Film über drei außergewöhnliche

Menschen und ihren Weg zu den Paralympics 2012.

„Jeder Mensch kann auf seine Weise ein

Champion sein. Jeder kann für sich etwas

erreichen, wenn er hart arbeitet und seinem

Herzen folgt.“ Das ist für Henry Wanyoike

die Kernbotschaft des Dokumentarfilms

„GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“.

Henry lebt in Kenia. Als Jugendlicher ist er

erblindet, wollte sterben, um seiner Familie

nicht zur Last zu fallen. Heute ist er ein erfolgreicher

Langstreckenläufer, begleitet von

seinem Guide Joseph Kibunja, und hat selbst

zahlreiche Hilfsprojekte ins Leben gerufen.

Der Film erzählt seine Geschichte und die

des australischen Rennrollstuhlfahrers Kurt

Fearnley sowie der deutschen Schwimmerin

Kirsten Bruhn. Kirsten ist seit einem Motorradunfall

querschnittgelähmt, Kurt muss

von Geburt an ohne Beine auskommen. Drei

Menschen mit sehr unterschiedlichen Biografien.

„Aber eines verbindet uns“, sagt Kurt:

„Wir haben alle drei unseren Weg gefunden

und der Sport hat uns dabei geholfen.“

Der Film begleitet die Sportler auf ihrem

Weg zu den paralympischen Spielen in London

2012. Er beleuchtet ihre Geschichte und

ihre Motivation, zeigt ihr hartes Training

und ihren Alltag mit Freunden und Familie.

Die Paralympics sind der Höhepunkt – aber

nur für eine der Hauptpersonen enden die

Spiele mit der ersehnten Goldmedaille.

Sport ebnet den Weg zur Inklusion

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

(DGUV) hat den Film mit initiiert, weil

er die Inklusion zum Thema macht: Menschen

mit einer Behinderung die größtmögliche

gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten,

ist eine der Leitlinien der gesetzlichen

Unfallversicherung. Das gilt für die

tägliche Arbeit mit Versicherten, die nach

einem Arbeitsunfall oder einer Krankheit

wieder ins Arbeitsleben eingegliedert werden

sollen. Und es ist niedergelegt im Aktionsplan

zur Umsetzung der UN-Konvention

über die Rechte von Menschen mit Behinderungen,

den die gesetzliche Unfallversicherung

vor Kurzem verabschiedet hat.

Sport und Bewegung helfen dabei, Inklusion

im Alltag umzusetzen. Sie fördern nicht nur

die Mobilität, sie unterstützen zudem soziale

Kontakte und das Selbstbewusstsein –

4 BGW mitteilungen 01 | 2013


Aktuell notiert

Die Dreharbeiten mit Kirsten Bruhn, Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley (Mitte) und dem blinden Langstreckenläufer Henry Wanyoike (rechtes Bild, im weißen Trikot) dauerten rund ein Jahr.

auch für die BGW ist das ein wichtiges Anliegen,

das sie mit ihrer gerade abgeschlossenen

Kampagne „sicher mobil“ (siehe unten),

dem Folgeprojekt „Kompetent mobil“

sowie vielen weiteren Aktivitäten fördert.

Mit dem Film „GOLD“ machen die Träger

der gesetzlichen Unfallversicherung nun gemeinsam

auf die Bedeutung des Sports für

die Rehabilitation aufmerksam.

DGUV/Hi

Mehr wissen

GOLD kommt am 28. Februar 2013

in die Kinos: www.du-bist-gold.de und

www.facebook.com/dubistgold.

Kampagne „sicher mobil“:

Finale und Fortsetzung

Mit einer Abschlussveranstaltung auf der

RehaCare 2012 in Düsseldorf ist die Präventionskampagne

„sicher mobil“ der BGW

und des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands

(DRS) zu Ende gegangen. Initiatoren, Beteiligte

und Gäste zogen eine positive Bilanz.

Demnach hat die Kampagne dazu beigetragen,

das Bewusstsein für die sichere Mobilität

mit dem Rollstuhl zu schärfen und das

entsprechende Know-how zu erweitern.

Erreicht wurde das durch über 100 Seminare,

rund 20 Messeauftritte sowie Informationsmedien,

Pressearbeit und politische

Gespräche. Dabei standen zwei Aspekte im

Mittelpunkt: die Eigenmobilität von Rollstuhlnutzern

und die Sicherheit bei der

Beförderung mit Kraftfahrzeugen.

Das Thema ist für die BGW in zweifacher

Hinsicht von Bedeutung: Zum einen gehört

die Prävention von Unfällen und Gesundheitsgefahren

in Einrichtungen der Behindertenhilfe

zu ihrem Aufgabengebiet – zum

anderen spielt die Mobilität mit Rollstuhl

auch in der Rehabilitation nach Arbeits- oder

Wegeunfällen eine Rolle.

Was für die sichere Eigenmobilität mit dem

Rollstuhl wichtig ist, vermitteln die in der

Kampagne entwickelten ein- bis zweitägigen

Trainings für Beschäftigte in Reha-Einrichtungen

und in der Behindertenhilfe sowie

für Rollstuhlnutzer selbst. Ferner geht es

in den modular aufgebauten Schulungen

um das gesundheitsbewusste Helfen – von

kleinen Handreichungen bis zur Beförderung

von Rollstuhlnutzern in Kraftfahrzeugen.

Die individuell zusammenstellbaren

Seminare kommen Teilnehmerbefragungen

zufolge gut an. Angesichts der

positiven Resonanz übernimmt die BGW die

„sicher mobil“-Schulungen nach der Kampagne

in ihr reguläres Seminarprogramm.

Neues Projekt: „Kompetent mobil“

Darüber hinaus haben BGW und DRS ein

weiteres Projekt zur Mobilität von Menschen

mit Behinderungen gestartet. Unter der

Überschrift „Kompetent mobil“ erweitern

sie den Fokus auf Menschen mit geistigen,

kognitiven und psychischen Einschränkungen

und entwickeln im ersten Schritt

ein Curriculum zur Mobilitätskompetenz

auf dem täglichen Weg zur Arbeit und im

Betrieb selbst.

Mehr wissen

Weitere Infos: www.bgw-online.de, Suche:

sicher mobil.

BGW mitteilungen 01 | 2013

5


Titelthema

Kleinbetriebe erhalten

von Arbeitsschutzexperten

wichtige Unterstützung.

Den passenden Arbeitsschutzpartner

für den Kleinbetrieb finden

Gerade in kleinen Unternehmen tut fachmännische Unterstützung für

den Arbeits- und Gesundheitsschutz not. Worauf ist bei der Auswahl des

Dienstleisters zu achten?

Fotos: BGW/Werner Bartsch; privat

Seit rund 15 Jahren verpflichtet das Arbeitssicherheitsgesetz

Klein- und Kleinstbetriebe,

sich durch Betriebsärzte und Fachkräfte für

Arbeitssicherheit beraten zu lassen. Dahinter

steht die Erfahrung, dass viele Unternehmerinnen

und Unternehmer aus Friseursalons,

Arzt- und Physiotherapiepraxen sowie

anderen Kleinstunternehmen nicht genau

wissen, welche Anforderungen an den betrieblichen

Arbeitsschutz für sie gelten. Hier

können Betriebsärzte und Fachkräfte für

Arbeitssicherheit gute Partner sein, die kompetent

durch das Dickicht der Anforderungen

führen.

Und doch haben in der Vergangenheit Kleinbetriebe

häufig keinen Nutzen in der Betreuung

gesehen: Die Kosten wurden als

hoch empfunden, und wenn überhaupt eine

Vor-Ort-Betreuung zustande kam, wurden

Feuerlöscher oder Steckdosen inspiziert. An

den wirklichen Problemen wurde dagegen

oftmals vorbeiberaten: Existenzsorgen, Zeitdruck

und fehlendem Fachpersonal konnte

so wenig entgegengesetzt werden.

• z Wie kann man die Beschäftigten dafür

gewinnen, sich am Arbeitsplatz gesund

und sicher zu verhalten?

Zwei Praxisbeispiele zeigen, was sich durch

eine individuelle Betreuung im Einzelfall

erreichen lässt.

Beispiel 1: Stimmung im Team

Dr. Thomas Meier, HNO-Arzt in der Allgäu-

Bodensee-Region, hat gemeinsam mit seinem

Team stressige Jahre hinter sich gebracht:

„Wir haben viel in technische Einrichtungen

investiert und die ein oder andere Personalveränderung

war leider auch notwendig. Da

war ich manchmal ziemlich belastet und

wurde dementsprechend auch mal grantig.

Meine Sicherheitsfachkraft hat die Stimmung

in der Praxis bemerkt und mich darauf

angesprochen. Das hat mir imponiert.“

Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen wurden

die hohe Arbeitsbelastung und die

HNO-Praxis Dr. Meier

schlechte Stimmung im Team zur Sprache

gebracht. In einem moderierten Verfahren

konnten schnell erste Ideen für Lösungen

gefunden werden. „Heute kommunizieren

wir offener“, sagt Meier. „Ich mache meine

Situation transparent und meine Mitarbeiterinnen

trauen sich, mir ihre Meinung zu

sagen. Wir sind unheimlich stolz, dass wir

das gemeinsam gepackt haben.“

Beispiel 2: Kleine Lösungen für eine

bessere Organisation

Im Haus St. Elisabeth Mettmann, einem Senioren-

und Pflegezentrum, regte der Betriebsarzt

an, sich einmal näher mit dem

Thema Stress und Zeitdruck zu befassen.

Stefan Wigge, Geschäftsführer, gibt zu, dass

er am Anfang skeptisch war: „Solche moderierten

Gruppentreffen sind einfach eine

zusätzliche zeitliche Belastung.“ Begeistert

hat ihn, dass am Ende kleine praktische

Lösungen gefunden wurden, die die Kom-

Seit einigen Jahren wandelt sich das Bild:

In zahlreichen Projekten wurden Ideen und

Lösungen speziell für den Arbeitsschutz im

Kleinbetrieb entwickelt und erprobt. Heute

haben qualifizierte Betriebsärzte und Fachkräfte

für Arbeitssicherheit Antworten auf die

Fragen, die kleine Unternehmen bewegen:

• z Wie lassen sich Belastungen wirksam

reduzieren?

• z Wie erzielt man mit den begrenzten finanziellen

Mitteln, die für den Arbeits- und

Gesundheitsschutz zur Verfügung stehen,

maximale Ergebnisse?

Harald Löwe ist als Fachkraft für Arbeitssicherheit in der HNO-Praxis Meier in Lindenberg im Einsatz.

Dabei berät er auch das Praxisteam (rechts).

6 BGW mitteilungen 01 | 2013


titelthema

Wie finden Kleinunternehmer

einen geeigneten

Arbeitsschutzexperten?

munikation spürbar verbessern. Beispielsweise

wurden früher Anrufer von der Verwaltung

auch mittags in den Wohnbereich

weitergeleitet. Heute wissen die Verwaltungskräfte,

dass die Zeit zwischen 12 und

14 Uhr ungünstig für ausführliche Beratungsgespräche

ist. „Die verschiedenen

Bereiche in unserem Haus reden mehr miteinander“,

resümiert Wigge. Ein anderes

Beispiel für eine praxisnahe Lösung: Alle

Wohnbereiche haben ein eigenes Faxgerät

erhalten. Rezepte und Verordnungen können

nun direkt beim Arzt bestellt werden

und müssen nicht mehr in der Verwaltung

angefordert werden. Die Kommunikation mit

den behandelnden Ärzten ist einfacher und

schneller geworden.

Die Sicht der Arbeitsschutzberater

Aber auch für die Experten hat sich in den

letzten Jahren einiges getan, wie Betriebsarzt

Klaus Halbedel und Sicherheitsfachkraft

Haus St. Elisabeth Mettmann

Harald Löwe berichten. Sie haben durch

gezielte Fortbildungen ihre Beratungskompetenz

erweitert. „Stress und Belastungen

der Mitarbeiter spreche ich heute bei meinen

Kunden viel eher an“, so Halbedel.

Auch zu kniffeligen Themen wie der Kommunikation

im Team könne er jetzt mit dem

notwendigen Handwerkszeug gut beraten.

Löwe wiederum stellt heraus, dass er bei

Kundenanfragen noch besser hinhöre. „Und

ich kann die notwendigen Schritte begleiten

und habe Ideen, wie man die Mitarbeiter

dabei einbindet“, ergänzt er.

Das Fazit für Unternehmer in Kleinbetrieben:

Sie können mit einer gut überlegten

Auswahl ihrer Dienstleister den betrieblichen

Arbeits- und Gesundheitsschutz einen

großen Schritt voranbringen.

Carola Brennert

Tipp 1

Vergleichen Sie! Fordern Sie zwei oder drei

Arbeitsschutz-Dienstleister auf, ein Angebot

für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische

Betreuung abzugeben. Informieren

Sie sich über den Dienstleister: Kennt

er Ihre Branche? Hat er praktische Berufserfahrung

in Ihrer Branche oder sind Referenzen

verfügbar?

Tipp 2

Beurteilen Sie das Angebot! Wie aussagekräftig

werden die Leistungen dargestellt?

Welche Ergebnisse werden mit welchem Zeitaufwand

zu welchem Preis erzielt? Je pauschaler

die Angaben sind, desto weniger

können Sie später prüfen, ob die erbrachte

Leistung mit dem Angebot übereinstimmt.

Bevorzugen Sie Angebote, bei denen Sie zwischen

verschiedenen Varianten wählen

können, etwa Abrechnung der Leistungen

nach Stunden oder nach einer Jahrespauschale.

Tipp 3

Kommen Sie miteinander ins Gespräch! Stellt

der Dienstleister Fragen, die erkennen lassen,

dass er die Branche kennt? Zeigt der

Dienstleister eventuell noch nicht erfasste

Probleme auf? Bietet er Lösungsansätze? Hat

er eine Hotline für schnell zu klärende Fragen?

Dienstleister, die bereits fertige Lösungen

anbieten, bevor sie die Probleme aus Sicht

der Kunden kennen, sind selten eine Hilfe.

Weitere Informationen

Geschäftsführer Stefan Wigge (rechts) freut sich über die dank

der initiative des Betriebsarztes verbesserte Kommunikation.

informationen zur betriebsärztlichen und

sicherheitstechnischen Betreuung – beispielsweise:

Welche Betreuungsformen

sind möglich? Wie findet man Anbieter? –

bietet die Website www.bgw-online.de,

Suche: Arbeitsschutzbetreuung. Mit Empfehlungen

für die Auswahl eines Betriebsarztes

oder einer Fachkraft für Arbeitssicherheit

sowie Musterverträgen zum

download (im Menüpunkt „Arbeitshilfen“).

BGW mitteilungen 01 | 2013

7


Gesund im Betrieb

Fotos: BGW/Werner Bartsch, Michael Zepf

Mit Gesundheitszirkeln können Kitas Belastungen aufspüren und reduzieren. BGW-Experte Matthias Wilhelm (kleines Foto)

empfiehlt für die Einführung dieses instruments das Qualifizierungs- und Beratungsangebot der BGW.

Mit Gesundheitszirkeln die

Belastungsspirale durchbrechen

Wie lässt sich das Hamsterrad körperlicher und psychischer Belastungen verlassen,

ohne durch die Arbeit an Gesundheitsthemen erst einmal weitere Belastungen

zu schaffen? in Kindertagesstätten bieten sich dafür Gesundheitszirkel an:

Sie ermöglichen schnelle Veränderungen – ohne allzu großen Aufwand.

Know-how für den Praxiseinsatz vermittelt die BGW.

Lärm, fehlendes erwachsenengerechtes Mobiliar,

hohe Arbeitsdichte, große Gruppen,

Unstimmigkeiten im sozialen Arbeitsumfeld

– die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern

ist oftmals kein Kinderspiel, sondern

mit Stress und körperlichen Beanspruchungen

verbunden. Die Kita-Leitung ist häufig

besonderen Belastungen ausgesetzt, wenn

zusätzlich administrative Aufgaben und

Führungstätigkeiten, auf die die Berufsausbildung

nur unzureichend vorbereitet, bewältigt

werden müssen.

Tarifvertrag sieht Gesundheitszirkel vor

2009 wurde auf Betreiben der Gewerkschaften

die betriebliche Gesundheitsförderung

im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst

(TVöD) – Sozial- und Erziehungsdienst verankert.

Dieser benennt über den gesetzlichen

Anspruch auf Gefährdungsbeurteilungen

hinaus konkret die Einrichtung von

Gesundheitszirkeln als Mittel zur Analyse

und Verbesserung von Arbeitsbelastungen.

Wenn es aber um Programme zur betrieblichen

Gesundheitsförderung geht, besteht

in Kitas vielerorts noch Nachholbedarf.

In einer BGW-Befragung von Kita-Leitungen

zeigte sich die Zwickmühle, in der sich die

Einrichtungen befinden: Zum einen ist Ge-

8 BGW mitteilungen 01 | 2013


Gesund im Betrieb

sundheit ein Thema mit hoher Relevanz,

zum anderen wird der geringe Zulauf zu Angeboten

der Gesundheitsförderung wiederum

auf Überlastung und Ressourcenknappheit

zurückgeführt. Die Lage der Beschäftigten

ist prekär: Wer sich um die eigenen

Belastungen kümmern will, muss unweigerlich

andere Arbeiten liegen lassen – gefühlt

führt dies zu weiteren Belastungen.

Dass es anders geht, macht die BGW mit ihrem

Beratungs- und Qualifizierungsansatz

deutlich.

BGW-Angebot hilft, Gesundheitszirkel

einzuführen

Die BGW kombiniert dabei ein Trainingsangebot

für Beschäftigte, die als Moderatoren

für Gesundheitszirkel ausgebildet werden,

mit Beratung für die Einrichtungen

beziehungsweise Träger. So werden auf der

einen Seite Kita-Beschäftigte befähigt, Belastungen

zu identifizieren, Gesundheitsfragen

zu bearbeiten und für die nötige Unterstützung

zu sorgen. „Wichtig ist uns, die Ressourcen

der Beteiligten und der Einrichtung

im Blick zu behalten“, erklärt Matthias Wilhelm,

der für die Entwicklung des Beratungsund

Qualifizierungsansatzes der BGW zuständig

ist.

„Für den Träger bietet die Maßnahme gleich

mehrere Vorteile: Mit der Qualifizierung

werden gleichzeitig viele Einrichtungen erreicht;

die betriebliche Gesundheitsförderung

wird als fester, dauerhafter Programmpunkt

in den Arbeitsalltag integriert“, so

Wilhelm weiter. „Mit dem Know-how der

BGW zur Organisation von Gesundheits- und

Arbeitsschutzthemen unterstützen wir die

Häuser beim Aufbau von Strukturen für ein

systematisches Gesundheitsmanagement.“

Die Praxis gibt diesem Ansatz Recht: In

einem Pilotprojekt des AWO Bezirksverbands

Ober- und Mittelfranken e. V. mit zunächst

elf Kitas wurde die Vorgehensweise

erprobt – mittlerweile sind weitere Kitas

im Rahmen eines neuen Projekts nachgezogen.

Die Ausweitung auf alle Kindertagesstätten

des Bezirksverbands und die

dauerhafte Implementierung sind fest eingeplant

(siehe Praxisbeispiel).

Lernende Organisation fördert

die Gesundheit

„Dahinter steht das Prinzip der lernenden

Organisation“, sagt Matthias Wilhelm. Weil

die Kommunikation aus den Kitas in die Trägereinrichtungen

und umgekehrt verbessert

werde, erhalte das gemeinsame Anliegen

Gesundheit der Beschäftigten einen neuen

Stellenwert. „Oftmals sind die Beteiligten

erstaunt, was dann alles möglich wird, weil

jetzt die entsprechenden Strukturen vorhanden

sind.“

Weitere Informationen

Anja Hirschberger

das Beratungs- und Qualifizierungsangebot

zu Gesundheitszirkeln für Kitas wird

auf dem BGW forum West 2013 vorgestellt.

der Fachkongress widmet sich dem Gesundheitsschutz

in der pädagogischen Arbeit

und findet vom 19. bis 20. April in Wuppertal

statt. information und Anmeldung unter:

www.bgwforum.de.

Wer mehr über das BGW-Angebot zu Gesundheitszirkeln

wissen will: BGW-Abteilung

Präventionskoordination, Servicenummer:

(040) 20 2 07 - 48 62, Fax: (040)

20 2 07 - 48 53, E-Mail: gesundheitsmanagement@bgw-online.de.

Praxisbeispiel: Überzeugungsarbeit hat sich gelohnt

Foto: fotolia/Kanusommer

Mitte 2010 startete der AWO Bezirksverband

Ober- und Mittelfranken ein Personalentwicklungsprojekt

zum Aufbau eines betrieblichen

Gesundheitsmanagements. Auch

die BGW wurde ins Boot geholt und für den

Bereich Kitas fiel die Entscheidung, an einem

Pilotprojekt Gesundheitszirkel der BGW teilzunehmen.

Das Projekt lief vom Start der

Moderatorenausbildung im September 2011

bis zum Abschlussworkshop Ende Mai 2012.

Geschäftsführer Randolf Spang erinnert sich

gut an die anfänglichen Bedenken der Kita-

Leitungen, ob sich so ein Vorhaben überhaupt

stemmen ließe. Insgesamt 11 von 19

Einrichtungen, die für das Pilotprojekt infrage

kamen, entschieden sich dann für die

Teilnahme. „Der Verband musste zunächst

viel Überzeugungsarbeit leisten“, erzählt

Spang. „Heute stehen die Einrichtungen,

die teilgenommen haben, voll und ganz

hinter den Gesundheitszirkeln. Außerdem

geht demnächst ein neues Projekt mit weiteren

Kitas und unseren drei Mutter-Kind-

Kurkliniken an den Start.“

Neue Einblicke – schnelle Lösung

In den Gesundheitszirkeln zeigte sich ein

großer Gesprächs- und Klärungsbedarf in

den Einrichtungen, berichtet Spang. Neben

erwarteten Themen wie Erzieherinnenstühlen

– hier konnte nun schnell der Bedarf

erfasst und die Bestellung in Auftrag gegeben

werden – tauchten auch viele Ablauffragen

auf, mit denen er gar nicht gerechnet

hatte. Die in den Kitas gefundenen Lösungen

kommen allen zugute – Leitung,

Erzieherinnen und Kindern. Spang erzählt

beispielsweise von einer Einrichtungsleitung,

die durch den Spagat zwischen

der Arbeit mit den Kindern, Verwaltungstätigkeiten

und Anfragen der Mitarbeiterinnen,

die damit auch ungewollt immer

wieder für Unterbrechungen sorgten, unter

Druck geraten war. Jetzt notieren die

Mitarbeiterinnen ihre Anliegen in einem

Buch und geben an, wie wichtig oder eilig

es ist. Der Vorteil für sie: Sie wissen, dass

sich die Leitung in Ruhe damit befassen

BGW mitteilungen 01 | 2013

9


Gesund im Betrieb

wird. In Verbindung mit festen Bürozeiten

kann sich die Kita-Leitung wiederum ohne

Störungen oder schlechtes Gewissen ihren

jeweiligen Aufgaben widmen – und sie

sieht auf einen Blick, was besonders dringlich

ist. Zudem kommt Ruhe in die Kindergruppen,

die sie betreut.

Gemeinsam mit der BGW baute der Verband

eine Projektstruktur auf. In den Steuerkreis

wurden bewusst neben Kita-Leitungen

auch Fach- und Hilfskräfte aufgenommen,

damit alle Perspektiven eingebracht

werden konnten.

Zudem kamen die

neu ausgebildeten

Moderatorinnen in

die verschiedenen

Gremien und berichteten von ihren Aktivitäten

und Erfahrungen. Auf diese Weise

wurde eine Vernetzung in alle Richtungen

erreicht. „Die Mitarbeiterinnen in einem

neuen Kontext kennenzulernen, hat auch

mich sehr bereichert“, sagt Spang.

Vernetzung schreitet voran

Der Verband wird das Instrument Gesundheitszirkel

weiterführen. „Aber die Kitas sollen

dabei ihr eigenes Tempo finden“, betont

Spang. Im Pilotprojekt wurden in sehr kurzer

Zeit viele Zirkel durchgeführt – etwa 44,

schätzt Spang. Jetzt ist eine Mindestanzahl

angestrebt, darüber hinaus nach Bedarf,

aber ohne Druck auszuüben. Die Geschäftsführung

erhält über verschiedene Gremien

Rückmeldung aus den Kitas, was läuft und

woran gearbeitet wird. Zugleich soll die Vernetzung

vor allem auf Mitarbeiterebene weiter

vorangetrieben werden – für den räumlich

sehr weitläufigen Verband ist das ein

wichtiger Erfolg des Projekts, erklärt der

Geschäftsführer.

Randolf Spang kann den Qualifizierungsund

Beratungsansatz der BGW zu Gesundheitszirkeln

nur empfehlen, wobei er auf

die besonderen Ausgangsvoraussetzungen

des AWO-Bezirksverbands Ober- und Mittelfranken

hinweist. So hatte es hier zuvor

nur vereinzelte Aktivitäten zum betrieblichen

Gesundheitsmanagement gegeben, jedoch

keine strategische Gesamtausrichtung.

„Das Projekt war für uns das richtige zum

richtigen Zeitpunkt“, sagt Spang.

Ausbildungsoffensive Altenpflege

Rund 30 Partner aus Bund, Ländern und

Verbänden – darunter die BGW – haben

die „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive

Altenpflege“ auf den Weg gebracht.

Als starke Gemeinschaftsinitiative soll der

erste bundesweite Ausbildungspakt für den

Bereich der Altenpflege einen wesentlichen

Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Dazu wurde auch das Informationsportal

www.altenpflegeausbildung.net eingerichtet.

Foto: BMFSFJ/C. Junghanns

Unterzeichnung der

Vereinbarung zur

Ausbildungsoffensive

Altenpflege mit

Vertreterinnen und

Vertretern von Politik,

Verbänden und der

BGW

Umgesetzt werden die vereinbarten Maßnahmen

in einem Zeitraum von drei Jahren

bis Ende 2015. Zu den Zielvereinbarungen

gehören unter anderem die Steigerung der

Ausbildungszahlen, die Nachqualifizierung

von bis zu 4.000 Pflegehelferinnen und

Pflegehelfern zur Altenpflegefachkraft und

die Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes

beispielsweise durch verbesserte

Gesundheitsförderung und leistungsgerechte

Vergütung.

Die Bundesregierung hatte die „Ausbildungs-

und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“

im vergangenen Jahr initiiert,

unter Federführung des Bundesministeriums

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

mit Beteiligung des Bundesministeriums

für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums

für Gesundheit und des

Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Partner der Offensive sind darüber hinaus

die korrespondierenden vier Fachministerkonferenzen

der Länder, die Wohlfahrtsverbände,

die Verbände der privaten

Einrichtungsträger, die Berufs- und Fachverbände

der Altenpflege, die Kostenträger,

die Bundesvereinigung der kommunalen

Spitzenverbände, die BGW, die

Gewerkschaft ver.di und die Bundesagentur

für Arbeit. BGW-Hauptgeschäftsführer

Prof. Dr. Stephan Brandenburg erklärte: „Zu

einer guten Pflege gehören gesunde und

motivierte Mitarbeiter, sie sind ein Erfolgsrezept

für Einrichtungen der Altenpflege.

Dies wird erreicht, indem hohe qualitative

Ansprüche an die Arbeitsbedingungen

und den Arbeitsschutz gestellt werden.“

BMFSFJ/Hi

10 BGW mitteilungen 01 | 2013


Gesund im Betrieb

Wie sich Stressauslöser bei

Klinikärzten aufspüren lassen

Wie wirken sich die Arbeitsbedingungen in unserer Klinik auf

die Gesundheit der Ärzte aus? Mithilfe eines Fragebogens zur

stressbezogenen Arbeitsanalyse können Krankenhäuser und

Kliniken Problemen frühzeitig auf die Spur kommen.

Foto: fotolia/contrastwerkstatt

Auch wenn sich in den letzten Jahren die

durchschnittliche Arbeitszeit von Ärztinnen

und Ärzten in Kliniken reduziert hat,

ist die Arbeitsintensität weiter angestiegen.

Nach wie vor bringt der Arbeitsalltag viele

Belastungen für das ärztliche Personal mit

sich. Zu den typischen Stressauslösern – den

Stressoren – zählen unter anderem Schwachstellen

der Arbeitsorganisation, schwierige

Interaktionen mit Patienten sowie Probleme

bei der Zusammenarbeit mit Kollegen und

Vorgesetzten.

Damit verbunden ist das Risiko, dass sich

die genannten Stressoren langfristig negativ

auf die körperliche und psychische Gesundheit

der Betroffenen auswirken. Neben

einer latenten Unzufriedenheit wurden in

wissenschaftlichen Studien gesundheitliche

Beeinträchtigungen wie Rücken- und Nackenschmerzen,

Konzentrationsschwäche,

Kopfschmerzen sowie erhöhte Burn-out-

Werte nachgewiesen. Außerdem gibt es eindeutige

Belege, dass darüber hinaus die

Qualität der Patientenversorgung leidet.

Instrument kann eigenständig

eingesetzt werden

Wie ermitteln die Kliniken aber die Schwachpunkte

in ihrem Haus sowie möglicherweise

vorhandene Ressourcen, mit denen sich

gegensteuern lässt? Dazu steht ihnen ab

sofort ein neues Instrument der BGW zur

Verfügung, mit dem sie eigenständig die

stressrelevanten Arbeitsbedingungen der

ärztlichen Belegschaft beurteilen können.

Dabei handelt es sich um einen Fragebogen

für eine Mitarbeiterbefragung – das Instrument

zur stressbezogenen Arbeitsanalyse

für Klinikärztinnen und Klinikärzte (ISAK).

Das neue Analyseinstrument ergänzt die

BGW-Unterstützungsangebote für eine Mitarbeiterbefragung

zur psychischen Belastung

und Beanspruchung (BGW miab), die

bislang für die ambulante und stationäre

Alten- und Krankenpflege sowie die stationäre

Behindertenhilfe vorliegen.

Der von der BGW in Kooperation mit der

Universität Hamburg entwickelte Fragebogen

für Klinikärzte wurde wissenschaftlich

umfassend überprüft – zunächst in einer

ausführlichen und später in der jetzt veröffentlichten

Kurzfassung. Er basiert auf einer

arbeitspsychologischen Erweiterung

des transaktionalen Stressmodells.

Weitere Informationen

Wenig Aufwand für Befragte

Der Fragebogen enthält 30 Fragen, die auf

einer fünfstufigen Skala beantwortet werden

– dafür müssen die Befragten nur wenige

Minuten aufwenden. Jeweils 15 Fragen

untersuchen, was das Befinden der Klinikärzte

beeinträchtigen könnte (Stressoren)

und was ihre Leistungsfähigkeit erhält (Ressourcen).

Die Befragung kann in sämtlichen

Arbeitsbereichen eingesetzt werden, Vergleichswerte

liegen vor. Das Ergebnis der

Mitarbeiterbefragung lässt sich gut in die

Gefährdungsbeurteilung integrieren.

Das ganze Verfahren ist so konzipiert, dass

alle Schritte wie Erhebung, Auswertung,

Interpretation ohne umfangreiche Vorkenntnisse

durchgeführt werden können. Wichtig

ist, dass die mit der Befragung beauftragte

Person das Vertrauen der Ärzte besitzt und

als neutraler Ansprechpartner in der Klinik

akzeptiert ist. Ein Steuerkreis sollte den

gesamten Ablauf bis hin zur Ableitung und

Umsetzung von Maßnahmen begleiten. Dafür

bietet sich insbesondere der betriebliche

Arbeitsschutzausschuss an. Für alle Schritte

von der Analyse bis zur Maßnahmenauswahl

und Umsetzung stehen außerdem bei

Bedarf ergänzende Unterstützungsangebote

der BGW zur Verfügung.

Maren Kersten

Eine Broschüre mit allen informationen zur Mitarbeiterbefragung für Klinikärztinnen und

Klinikärzte (tP-miab-4) kann mit der Bestellkarte angefordert werden. Mehr erfahren Sie unter

www.bgw-online.de, Suche: iSAK – mit einer Software zur dateneingabe und Auswertung

der Befragung sowie der Broschüre zum Herunterladen.

das instrument wird außerdem auf dem großen Fachkongress BGW forum 2013 – Gesundheitsschutz

in Krankenhaus und Klinik vorgestellt, der vom 2. bis 4. September 2013 in

Hamburg stattfindet (siehe Seite 22 sowie www.bgwforum.de).

BGW mitteilungen 01 | 2013

11


Gesund im Betrieb

Fotos: dGUV, fotolia/Friedberg

Post vom rücken

das richtige Maß an Belastung hält den rücken gesund. Mit dieser Botschaft

wendet sich die neue Präventionskampagne „denk an mich. dein rücken“ an

Arbeitgeber und Versicherte.

Der Rücken – könnte er sprechen, er würde

sich häufiger in Erinnerung rufen:

„Ich hätte gern etwas Abwechslung. Nicht

immer die gleiche Haltung oder Bewegung.“

– „Benutz doch mal eine Hebehilfe.“

– „Wie wäre es mal mit einer bewegten

Pause? Nicht immer nur sitzen.“ – „Sich

immer nur über die Kollegen beschweren

bringt nichts. Sucht doch mal gemeinsam

nach einer Lösung für den Stress.“

Leider kann der Rücken nicht sprechen. Dass

es ihn gibt, merken wir häufig erst, wenn er

weh tut. Das muss nicht immer gleich Schlimmes

bedeuten. Das Problem ist: Ist Schmerz

erst einmal da, konzentrieren sich viele Menschen

nur noch darauf. Sie nehmen Schonhaltungen

ein und suchen nach einem strukturellen

Problem. Sie begeben sich in einen

Teufelskreis, an dessen Ende viel zu häufig

chronische Schmerzen und Erwerbsunfähigkeit

stehen. Vergessen wird dabei, dass

es so weit nicht kommen muss. Dauernde

Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass

man sich körperlich oder seelisch überfordert

hat. Wichtig ist daher, sich häufiger zu

erinnern: Das richtige Maß an Belastung

hält den Rücken gesund.

Der Rücken kann uns nicht selbst auffordern,

ihm Gutes zu tun. Deswegen tut es nun

die gesetzliche Unfallversicherung für ihn.

Seit dem 10. Januar 2013 läuft die neue Präventionskampagne

„Denk an mich. Dein Rücken“.

Gemeinsam mit der landwirtschaft-

lichen Sozialversicherung und der

Knappschaft werben Berufsgenossenschaften

und Unfallkassen dafür,

die Belastungen für den Rücken

bei der Arbeit, in der Schule und

der Freizeit zu verringern.

Bessere Ergonomie macht auch

produktiver

Das Ziel der Rückenkampagne: für Belastungen

sensibilisieren, Möglichkeiten zur

Prävention aufzeigen und zur Umsetzung

motivieren. Denn: Körperliche und seelische

Belastungen bei der Arbeit sind

keine Seltenheit. Aber viele Unternehmen

analysieren sie nur unzureichend – gerade

in Hinblick auf den Rücken. Ihnen ist nicht

bewusst, dass eine bessere Ergonomie die

12 BGW mitteilungen 01 | 2013


Gesund im Betrieb

Beschäftigten nicht nur gesünder und motivierter

macht, sondern häufig auch produktiver.

Die positiven Effekte von

Prävention zeigen nicht zuletzt die Beratungs-

und Forschungsprojekte der gesetzlichen

Unfallversicherung.

Dass es noch einigen Spielraum für Verbesserungen

gibt, zeigen Daten zu den Arbeitsbedingungen

in Deutschland. Noch immer

bewegt fast jeder Vierte schwere Lasten im

Beruf. Jeder Siebte nimmt häufig eine

Zwangshaltung bei der Arbeit ein. Problematisch

ist zudem der hohe Anteil derer,

deren Alltag von zunehmendem Bewegungsmangel

oder pausenlosem Stehen

und Sitzen gekennzeichnet ist. Auf der psychischen

Ebene klagen viele über starken

Zeitdruck, Multitasking, häufige Unterbrechungen

und zu wenig Spielraum für die

Einteilung der eigenen Arbeit.

Instrumente, mit denen Betriebe für Entlastung

sorgen können, gibt es genügend: Dazu

zählen die Gefährdungsbeurteilung, betriebliche

Gesundheitsförderung und viele Beispiele

guter Praxis. Betriebe und Einrichtungen

nutzen diese Instrumente allerdings

noch zu selten systematisch. Auch aufseiten

der Versicherten hapert es mit dem gesundheitsbewussten

Verhalten. Zwar hat die Zahl

der Menschen, die Sport treiben, in den vergangenen

Jahren zugenommen. Aber immer

noch erfüllt nur jeder Vierte die aktuellen

Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation

zur körperlichen Aktivität. Um die

Versicherten zu einem gesundheitsbewussteren

Verhalten zu motivieren, setzt die Rückenkampagne

auf Aufklärung und Freude

an der Bewegung.

Aber auch Arbeitgeber können davon profitieren,

Arbeitsplätze rückengerecht zu gestalten.

Das belegen inzwischen zahlreiche

Beispiele. „Interessant ist, dass bessere Arbeitsbedingungen

häufig Hand in Hand mit

Produktivitäts- und Effizienzgewinnen gehen“,

sagt Dr. Rolf Ellegast vom Institut für

Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung (IFA).

Einstieg: Belastungen identifizieren

Dennoch gibt es oftmals die Befürchtung,

dass solche Verbesserungen hohe Kosten

verursachen – eine Befürchtung, die Ellegast

entkräften kann: „Häufig kann man bereits

mit relativ geringem Aufwand große Wirkungen

erzielen.“ Das Wichtigste, so der

Experte, ist, sich zunächst einen Überblick

über die Belastungen im Unternehmen zu

verschaffen. „Der Einstieg ist immer die Gefährdungsbeurteilung.

Hierüber kann man

Belastungsschwerpunkte identifizieren, die

man dann zusammen mit den Beschäftigten

und gegebenenfalls mithilfe von Fachleuten

angehen sollte.“

Unternehmen erhalten dabei von ihrer Berufsgenossenschaft

vielfältige Unterstützung.

So hält die BGW unter anderem eine

Reihe von Schriften und Medien sowie ausführliche

Beratungsangebote bereit.

Mehr wissen

DGUV/Hi

Mehr zur Kampagne: www.deinruecken.de.

die BGW-Angebote zur rückengesundheit:

www.bgw-online.de/ruecken.

Aha-Erlebnisse am Pflegebett

Wenn der Sensor immer schneller piept und die rote leuchtdiode

hektisch blinkt, hilft nur eines: weniger stark vorbeugen! Auf ebenso

anschauliche wie überzeugende Weise zeigt die dASA-Sonderausstellung

„Back to Balance“, wie Pflegekräfte ihren rücken fit halten können.

Foto: robert Andreas Hoernig

„Das ist eine Tätigkeit, die ich schon länger

nicht mehr ausgeübt habe, aber dafür ging

es erstaunlich gut“, freut sich Petra Düring.

Gerade hat die Altenpflegelehrerin von der

Katholischen Schule für Gesundheits- und

Pflegeberufe Dortmund ihrer Übungsperson

mithilfe eines Rutschbretts vom Bett in

den Rollstuhl geholfen. Aufmerksam beobachtet

wurde sie dabei von ihrer Kollegin

Christine Schüler, den Auszubildenden

Matthias Lenz und Nicole Hoffmann sowie

einer BGW-Rückenexpertin, die zuvor die

richtige Verwendung des schwarzen

Kunststoffbretts demonstriert hatte.

Ausstellung mit eigenem Bereich für die

Pflege

Ort des Geschehens ist die DASA Arbeitswelt

Ausstellung in Dortmund, die noch

bis zum 26. Mai zur „Back to Balance“

einlädt. So heißt eine Sonderschau, bei der

sich alles um das Thema Rücken dreht und

BGW mitteilungen 01 | 2013

13


Gesund im Betrieb

Eine interessante Unterrichtsstunde in Sachen

Rückengesundheit erlebten Pflegeazubi Matthias

Lenz und seine Lehrerin Christine Schüler beim

Besuch der Sonderausstellung „Back to Balance“.

Fotos: Robert Andreas Hoernig

die sowohl typische Belastungen in bestimmten

Berufen als auch geeignete Lösungsansätze

zeigt. Für den Bereich Pflege

hat die BGW unter dem Motto „Hilfe für

Helfende“ die Regie übernommen und ein

separates „Pflegezimmer“ mit Pflegebett,

Rollstuhl, Übungspuppe sowie buntem

Plastikgeschirr eingerichtet.

Dort stehen auch diverse Hilfsmittel zur

Verfügung, die bei der rückengerechten

Arbeit im Pflegealltag helfen und von den

Besuchern ausprobiert werden können.

Dass nicht jedem der Einsatz von Rutschbrett,

Gleittunnel, Haltegürtel oder Antirutschmatte

vertraut ist, zeigen die

Übungen der beiden Azubis.

„Von diesen Hilfsmitteln habe ich zwar

schon gehört, aber bei meinen bisherigen

Praxiseinsätzen kamen sie eher selten zum

Einsatz. Sehr bedauerlich, denn wie ich

gerade festgestellt habe, erleichtern sie mit

etwas Übung die Arbeit wirklich erheblich“,

erklärt Nicole Hoffmann. Die Erfahrung

der Altenpflegeschülerin kann

Matthias Lenz vollauf bestätigen. Der Azubi

im Gesundheits- und Krankenpflegeberuf

hatte gerade sein Aha-Erlebnis beim

Transfer mit dem Rutschbrett. „Das spart

wirklich Kraft und sollte überall dort, wo

Pflegekräfte arbeiten, selbstverständlich

sein“, ist der junge Mann überzeugt.

Messsystem macht Fehlhaltungen

deutlich

Inzwischen hat sich Petra Düring eine Art

Minirucksack umgeschnallt und ist bereit

für die nächste Übung. Worum es dabei

geht, erfährt sie, nachdem der kleine Sensor

auf der Rückseite aktiviert wurde und

die Pflegepädagogin sich tief über ihre

„Versuchsperson“ Janina – eine freundliche

DASA-Mitarbeiterin – beugt. Je mehr

sie den Rücken bei der Umlagerung der

Patientin krümmt, desto alarmierender erklingt

ein Piepton. Das Geheimnis ist

schnell gelüftet: Bei dem vermeintlichen

Rucksack handelt es sich um das CUELA-

Messsystem. Es zeigt an, ab wann eine bestimmte

Körperhaltung die Wirbelsäule belasten

kann. Wird der Oberkörper im Winkel

von mehr als 20 Grad vorgebeugt, ertönt

zunächst ein einfacher Piepton und eine

rote Leuchtdiode blinkt. Ab 60 Grad verdoppelt

sich die Frequenz der Warnsignale.

„O.k., ich hab’s verstanden“, gibt Petra

Düring lachend zu und macht das Richtige:

Sie fährt das Pflegebett so weit hoch, bis sie

mit aufrechtem Rücken weiterarbeiten kann.

Als endlich das lästige Piepen aufhört, haben

auch die Azubis ihre Lektion gelernt.

„Meistens achte ich darauf, das Bett höherzustellen.

Aber von jetzt an werde ich noch

konsequenter dabei sein. Leider wird im

Arbeitsalltag einiges von dem, was wir in

der Schule zum Thema Rückengesundheit

gelernt haben, aus Zeitmangel nicht umgesetzt.

Ich weiß jedoch, dass auch hier die

Übung den Meister macht“, beschreibt Nicole

Hoffmann ihre Erfahrungen.

Nicht zuletzt deshalb ist die Ausstellung

der ideale Ort für Aha-Erlebnisse und eine

gute Gelegenheit, sein Wissen über die rückengerechte

Arbeitsweise in der Pflege

wieder aufzufrischen. Aber auch Besuchern,

die nicht aus dem Pflegebereich kommen,

wird viel Wissen über das komplexe Zusammenspiel

von Wirbeln, Muskeln und

Nerven in Arbeit und Freizeit geboten.

Weitere Informationen

BGW/salaction

Für Beschäftigte aus Mitgliedsbetrieben

der BGW sowie Lehrer und Schüler von

Pflegeschulen ist der Eintritt in die DASA-

Sonderausstellung „Back to Balance“

frei. Gruppen von Pflegekräften aus Mitgliedsbetrieben

der BGW oder aus Pflegeschulen

können zudem bei der BGW

kostenlos eine fachliche Begleitung durch

den Ausstellungsbereich „Hilfe für Helfende“

buchen (Dauer: etwa eine Stunde).

Interessierte Gruppen werden gebeten,

sich mit einer E-Mail an backtobalance.

dasa@bgw-online.de zu melden.

Mehr Infos zur Ausstellung „Back to

Balance“: www.dasa-dortmund.de →

Sonderausstellungen.

In der Ausstellung können Auszubildende, Lehrkräfte und Pflegende üben, wie ein Transfer vom Bett in den Rollstuhl mit einem Rutschbrett erfolgt. Die

Azubis Nicole Hoffmann und Matthias Lenz sowie Berufsschullehrerin Petra Düring (von links nach rechts, jeweils rechts im Bild) haben es ausprobiert.

14 BGW mitteilungen 01 | 2013


Gesund im Betrieb

Das neue Logistikzentrum der Südpfalzwerkstatt verfügt über modernste Lagertechnik. Das über eine

Bedieneinheit angesteuerte, vollautomatische Regalsystem optimiert die Materialbereitstellung.

Gut geplant macht sicher

Wenn Fachleute für den Arbeitsschutz bei baulichen Veränderungen

mitplanen, zahlt sich das aus. Diese Erfahrung machte die Südpfalzwerkstatt

in Offenbach beim Bau ihres neuen Logistikzentrums.

Fotos: Südpfalzwerkstatt/privat

Schon im Entwicklungsprozess wurden die

zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit

sowie der Brandschutzbeauftragte systematisch

einbezogen. Und auch bei der Umsetzung

war der Rat der Sicherheitsexperten

gefragt: Welches Lagersystem soll eingesetzt

werden? Welche Vorteile bieten verfahrbare

Regalanlagen? Welche Flurförderfahrzeuge

kommen zum Einsatz? Wie gelingt

die optimale Trennung zwischen den

Verkehrswegen und der Lagerfläche? Welche

persönliche Schutzausrüstung ist erforderlich?

Gemeinsam für die Sicherheit der Beschäftigten:

Sicherheitskoordinator Erwin Welsch (Mitte) und

Fachkraft für Arbeitssicherheit Jürgen Doll (rechts)

nehmen mit BGW-Experte Isber Elias den Neubau in

Augenschein.

Entstanden ist schließlich ein modernes Logistikzentrum

mit einer Hightech-Lösung

beim vollautomatischen Regalsystem. Auf

rund 3.000 m² schafft der Gebäudekomplex

dringend benötigte Lagerfläche für rund

4.800 Palettenstellplätze. Die moderne Lagertechnik

sorgt für eine effiziente Materialbevorratung.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit als

wertvolle Berater

Auch über die eigenen Fachleute hinaus

stellte die Südpfalzwerkstatt gGmbH die Sicherheit

der Beschäftigten auf den Prüfstand:

Zweimal konnte sich der zuständige BGW-

Präventionsexperte Isber Elias bei Begehungen

vom guten Arbeitsschutzstandard überzeugen

und Tipps für individuelle Lösungen

geben. „Das Vorgehen ist vorbildlich. Hier

wird die Vorgabe des Arbeitssicherheitsgesetzes,

nach der die Fachkräfte für Arbeitssicherheit

bei der Planung, Ausführung und

Unterhaltung von Betriebsanlagen unterstützen

sollen, gelebt – und zwar zum Vorteil

aller Beteiligten“, so Elias.

Erwin Welsch, der die Sicherheitsarbeit der

Südpfalzwerkstatt werkübergreifend koordiniert,

pflichtet ihm bei: „Fachkräfte für

Arbeitssicherheit haben sich heute zu wich-

tigen und wertvollen Beratern im betrieblichen

Gesundheitsmanagement entwickelt.“

Blick für die Sicherheit schärfen

Für Jürgen Doll, zuständige Fachkraft für

Arbeitssicherheit am Standort Offenbach,

war insbesondere die Sicherheitsunterweisung

der Beschäftigten im Vorfeld wichtig.

„Gerade weil die Mitarbeiter in der Warenlogistik

vielfältigen Gefahren ausgesetzt

sind, muss durch gezielte Unterweisungen

der Blick für das Thema Sicherheit geschärft

werden.“

Nicht nur in Sachen Neubau arbeitet die Südpfalzwerkstatt

dabei eng mit der BGW zusammen:

Neben Inhouse-Schulungen für

Führungskräfte, zuletzt zum Thema „Stress“,

werden regelmäßig Sicherheitsbeauftragte

geschult.

Weitere Informationen

SPW/Hi

Ein längerer Bericht ist unter www.bgwonline.de,

Suche: Südpfalzwerkstatt, zu finden.

Mehr zum Unternehmen auf der Website

www.suedpfalzwerkstatt.de.

BGW mitteilungen 01 | 2013

15


Gesund im Betrieb

Fotos: BGW/dag von Boor, in.signo

der Star ist der Handschuh

Mehr als drei Jahre lang stellte die BGW-Kampagne „lebe deinen traum“

den Hautschutz in den Mittelpunkt. Mit Erfolg: das thema „gesunde Hände“

ist bei den Friseurinnen und Friseuren angekommen – nicht nur als wünschenswertes

Extra, sondern als konkreter Baustein für den Erfolg im traumberuf.

„Handschuhtragen muss so selbstverständlich

werden wie das Anschnallen mit dem

Sicherheitsgurt im Auto“, erläutert Hauptgeschäftsführer

Prof. Dr. Stephan Brandenburg

den Ansatz der Präventions- und Kommunikationskampagne

„Lebe Deinen Traum. Mit

Glamour, Style und schönen Händen“. Sie

startete im Spätsommer 2009 und endete

zum Jahreswechsel. Weil häufige Feuchtarbeiten

– insbesondere das Haarewaschen –

die Ursache der hohen Zahl beruflich bedingter

Hauterkrankungen mit bis zu 100

Berufsaufgaben im Jahr waren, ging die BGW

mit einer Vielzahl aufmerksamkeitsstarker

Aktionen in die Offensive. Die Botschaft:

Hautschutz braucht nur wenig Aufwand,

zeigt große Wirkung und kann dabei richtig

gut aussehen. Die Starqualitäten von Handschuhen

stellten unter anderem die als

Kampagnenprodukt erhältlichen champagnerfarbenen

Einmalhandschuhe unter

Beweis.

Die Kampagne im Überblick

Die Fakten

• Ziel war es, auf breiter Ebene ein Bewusstsein

für die Bedeutung von Hautschutz

zu schaffen und insbesondere eine Verhaltensänderung

beim Haarewaschen zu

bewirken.

• Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks

konnte als engagierter Partner

der Kampagne gewonnen werden.

• Der bekannte Beauty-Experte Boris Entrup

unterstützte als Kampagnenbotschafter

öffentlichkeitswirksam die

Messeauftritte und weiteren Aktionen.

Gesunde und gepflegte Hände sind die Visitenkarte

von Friseuren – Handschuhe schützen

sie bei Feuchtarbeiten und sichern damit

auch den Erfolg im traumberuf.

16 BGW mitteilungen 01 | 2013


Gesund im Betrieb

Die Aktionen

• Dreh- und Angelpunkt der zahlreichen

Kommunikations- und Marketingmaßnahmen

war die Internetplattform

www.lebe-deinen-traum.de. Hinzu kamen

eine intensive Pressearbeit – mit

mehr als sechs Millionen Abdrucken –

sowie Anzeigenschaltungen. Neben Twitter

wurde vor allem Facebook für die Kommunikation

mit den Friseurinnen und

Friseuren genutzt – insgesamt konnten

dabei rund 2.000 Fans gewonnen werden.

• Im Online-Shop zur Kampagne gab es

vielfältige Angebote rund um Hautschutz

und -pflege, insbesondere auch für Auszubildende,

sowie unterstützendes Material

zur Kommunikation mit den Friseurkunden.

• Wie eng „Glamour, Style und schöne Hände“

zusammenhängen, verdeutlichten in

besonderer Weise die Messeauftritte. Das

Infotainment-Konzept mit Showauftritten

und locker vermittelten Daten und Fakten

kam bei den Messebesuchern sehr gut an.

• Mit dem „Hand-Beauty-Contest“ – einem

Modelwettbewerb rund um schöne Hände

– und dem „Hair Star 2012“ – einer

Gewinnaktion für Salons, die Handschuhe

nutzen – setzte die Kampagne weitere

Highlights.

Die Erfolge

• Während 2009 bei einer Erhebung nur jeder

zehnte Salonmitarbeiter (10,5 Prozent)

beim Haarewaschen mit Handschuhen

beobachtet werden konnte, hatte sich

die Zahl der Handschuhnutzer 2012 annähernd

verdoppelt (18,5 Prozent).

• Mehr als zwei Millionen „Gloves & Glory“-

Handschuhe – das zentrale Produkt der

Kampagne – gingen über die Theke.

• Bei einer Befragung im Sommer 2012

konnten sich 79 Prozent derer, die in den

zwölf Monaten zuvor einen Salon gegründet

hatten, an die Kampagne erinnern.

Unter denjenigen, deren Start in die Selbstständigkeit

schon im ersten Kampagnenjahr

erfolgte, waren es sogar 93 Prozent.

Insgesamt fanden 88 Prozent aller „Erinnerer“

die Kampagne „gut“ oder „sehr gut“.

• In Friseursalons wird häufiger als früher

über Hautschutz geredet.

• Bei den Friseurwettbewerben zur Deutschen

Meisterschaft ist das Tragen von

Handschuhen bei Feuchtarbeiten jetzt fester

Bestandteil des Reglements. Die Kooperation

zwischen dem Zentralverband

des Deutschen Friseurhandwerks und der

BGW wird fortgesetzt – nicht nur bei den

Wettbewerben, sondern auch in vielen

weiteren Bereichen.

• Das deutsche Beispiel für erfolgreichen

Hautschutz im Friseurberuf konnte auch

auf europäischer Ebene bekannt gemacht

werden und eine Initiative zur europaweiten

Verankerung der Empfehlungen

wurde gestartet.

• Während der Kampagne stieg die Zahl

der Verdachtsmeldungen auf beruflich

bedingte Hauterkrankungen zunächst an:

Betroffene sind stärker für das Thema

sensibilisiert und melden auftretende

Hautprobleme frühzeitiger. So kann ihnen

schneller und effektiver als bisher geholfen

werden.

• Von den langfristigen Effekten der

Prävention profitieren nicht nur die Betroffenen,

sondern durch Beitragssenkungen

in der gesetzlichen Unfallversicherung

auch alle Friseurunternehmen.

Das lässt sich schon jetzt

absehen: Für das Beitragsjahr 2013

wirkt sich erstmals die Senkung des

Gefahrtarifs um rund ein Viertel aus.

Jan Gruber

BGW mitteilungen 01 | 2013

17


Ihre BGW

Fotos: BGW/Stefan Floß

Neben aktuellen Zahlen und Fakten zur Entwicklung der BGW stand bei der Sitzung in

Dresden auch die Verabschiedung des neuen Schwerpunktprogramms auf der Tagesordnung.

Die Vertreterversammlung nahm die Vorlage einstimmig an.

Vertreterversammlung 2012 in Dresden

Die Sitzungen der Vertreterversammlung der BGW sind unter anderem der

Beobachtung aktueller Entwicklungen gewidmet. Sie befassen sich mit der

Weichenstellung für die Zukunft. Auf der Sitzung in Dresden im Dezember 2012

wurde auch das neue Schwerpunktprogramm der Selbstverwaltung beschlossen.

Die Vorsitzende der Vertreterversammlung,

Dr. Margret Steffen, leitete die Sitzung in

Dresden. Sie hatte im Oktober turnusgemäß

den Vorsitz vom alternierenden Vorsitzenden

Dr. Robert Schäfer übernommen.

Zentraler Tagesordnungspunkt war die

Verabschiedung des neuen Schwerpunktprogramms

der BGW.

Schwerpunktprogramm 2012 bis 2017

In jeder Amtsperiode stellt die Selbstverwaltung

mit einem Schwerpunktprogramm die

Weichen für die Zukunft der BGW. Das Programm

schafft die Grundlagen dafür, dass

sich die BGW sowohl ihren gesetzlich festgelegten

Aufgaben als auch neuen Herausforderungen

gut strukturiert stellen kann. Den

Kern des Schwerpunktprogramms 2012 bis

2017 bilden neun strategische Unternehmensziele,

die sich unter anderem mit Arbeitsund

Gesundheitsschutz, Rehabilitation und

wirtschaftlichem Arbeiten der Verwaltung

befassen. Das Programm beschreibt darüber

hinaus, welche konkreten Maßnahmen die

BGW ergreifen wird, um ihre strategischen

Ziele umzusetzen.

Entwicklung der BGW

Auch im vergangenen Jahr stieg die Zahl der

Mitgliedsunternehmen der BGW weiter an,

berichtete Hauptgeschäftsführer Prof. Dr.

Stephan Brandenburg. Nach wie vor steht

die BGW damit an zweiter Stelle unter den

Berufsgenossenschaften.

Bei den Versicherungsfällen ließen Hochrechnungen

dagegen nur geringfügige Veränderungen

erwarten, mit Ausnahme deutlich

sinkender Zahlen bei den Wegeunfällen.

Die erfahrungsgemäß unfallträchtigen Wintermonate

hatten Anfang 2012 zu deutlich

weniger witterungsbedingten Unfällen geführt

als in den Vorjahren.

Ausgestaltung der Sozialwahlen

Die Vertreterversammlung beschäftigte sich

auch mit dem Wahlverfahren zur Selbstverwaltung:

Spätestens alle sechs Jahre erfolgt

eine Sozialwahl, zuletzt 2011. Der alternierende

Vorstandsvorsitzende Axel Schmidt hob

die Vorteile einer „Friedenswahl“ hervor.

Dabei handelt es sich um eine gesetzlich vorgesehene

Vereinfachung der Wahlhandlung.

Vorgelegt werden lediglich eine oder

mehrere Listen, die insgesamt nicht mehr

Bewerber enthalten als Mitglieder zu wählen

sind. Die vorgeschlagenen Bewerberinnen

und Bewerber gelten dann von Gesetzes

wegen als gewählt. Die Voraussetzungen für

eine Friedenswahl waren 2011 bei der BGW

auf Versicherten- und Arbeitgeberseite erfüllt.

Durch die Friedenswahl entfallen die hohen

Kosten für die Durchführung einer Wahlhandlung,

die allein für die BGW auf bis zu

10 Millionen Euro geschätzt werden – insbesondere

da in der Unfallversicherung nur

Adressdaten der Arbeitgeber, nicht aber der

Versicherten vorliegen. „Nur mit einer Friedenswahl

ist es uns außerdem möglich, alle

versicherten Unternehmen in den Gremien

zu repräsentieren und damit branchenspezifische

Präventionskonzepte umzusetzen“,

erklärte die Vorstandsvorsitzende Birgit

Adamek und betonte in diesem Zusammenhang

die einvernehmliche Position von Arbeitgeber-

und Versichertenseite.

Erfolgreiche Kampagnen

Die Berichterstattung von Vorstand, Vertreterversammlung

und Verwaltung ging darüber

hinaus auf die Ende 2012 erfolgreich

abgeschlossenen Kampagnen für das Friseurhandwerk

(„Lebe Deinen Traum“, siehe

Seite 16–17) und für die Mobilität von Menschen

mit Behinderungen („sicher mobil“,

18 BGW mitteilungen 01 | 2013


Ihre BGW

Bei der Sitzung: Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Stephan Brandenburg (2. von links) und sein Stellvertreter Arthur Montada (links), die Vorsitzende der Vertreterversammlung,

Dr. Margret Steffen, und der alternierende Vorsitzende Dr. Robert Schäfer (mittleres Bild) sowie die Vorstandsvorsitzende Birgit Adamek (2. von rechts)

und der alternierende Vorstandsvorsitzende Axel Schmidt (rechtes Bild).

siehe Seite 5) ein. In beiden Fällen sollen die

Aktivitäten für Prävention und Gesundheit

der Versicherten auch nach Kampagnenende

gezielt fortgesetzt werden.

Kooperation der Unfallversicherungsträger

Die BGW verstärkt vor allem im Bereich der

Informationstechnik ihre Zusammenarbeit

mit weiteren Unfallversicherungsträgern.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer

Arthur Montada verwies unter anderem auf

die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft

zum Betrieb eines gemeinsamen Rechenzentrums

mit der Verwaltungsberufsgenossenschaft

und der Berufsgenosseschaft

für Transport und Verkehrswirtschaft.

Angepasste Satzung der BGW

Die Vertreterversammlung beschloss zudem

eine Änderung der BGW-Satzung. Die

Aufstellung der Unternehmen und Bereiche,

für die die BGW sachlich zuständig

ist, wurde an den aktuellen Sprachgebrauch

angepasst. Die Satzung steht auf

der Website der BGW zur Verfügung: www.

bgw-online.de, Suche: Satzung.

Gut zu wissen

Die Vertreterversammlung ist das „Parlament“

der BGW: Die Vertreterinnen und

Vertreter der Mitgliedsunternehmen und

der Versicherten treffen wichtige Beschlüsse

wie die Festsetzung verbindlicher

Rechtsnormen oder die Feststellung des

Haushaltsplans.

Der Vorstand, der wie die Vertreterversammlung

paritätisch – das heißt zu

gleichen Teilen – von Arbeitgeber- und

Versichertenseite besetzt ist, lenkt die

BGW und vertritt sie nach außen.

+ + + + Aktuelles für Unternehmer + + + + + + + + +

Entgeltnachweis bis zum 11. Februar einreichen

Neue Versicherungssummen

Wie jedes Jahr haben die bei der BGW versicherten

Unternehmen Ende 2012 den Nachweisbogen

zur Beitragsberechnung erhalten.

Dieser Entgeltnachweis muss bis spätestens

11. Februar ausgefüllt zurückgeschickt

werden. Achtung: Fehlt der Nachweis,

muss die BGW die Entgelte der Versicherten

schätzen, eventuell zum Nachteil

der Unternehmen.

Die Daten können der BGW auch online gemeldet

werden: http://entgeltnachweis.

bgw-online.de – dazu ist lediglich die individuelle

Identifikationsnummer (PIN) nötig.

Diese steht auf dem Entgeltnachweis-Formular

über der Anschrift. Auch Korrekturmeldungen

sind mit der PIN möglich.

Weiterhin Doppelmeldung nötig

Nach wie vor sind während einer Übergangsphase

zwei Entgeltmeldungen erforderlich.

Eine an die BGW; eine zweite muss mit der

Meldung an die Einzugsstelle für den Gesamtversicherungsbeitrag

erfolgen (DEÜV-Meldung).

Dazu benötigt die Rentenversicherung

von den Unternehmen einige Daten, die sich

unter anderem dem Anschreiben zum Entgeltnachweis

entnehmen lassen.

Kontakt für Versicherungs- und Beitragsfragen

Wichtig für versicherte Unternehmerinnen

und Unternehmer: Durch die Anpassung

der Bezugsgröße in der Sozialversicherung

erhöhen sich zum 1. Januar 2013 die Pflichtund

Mindestversicherungssummen von

bisher 19.000 Euro auf 20.000 Euro. Die Änderungen

in den Versicherungssummen

wurden automatisch vorgenommen.

Andreas Dietzel

• zBGW, Bereich Unternehmerbetreuung, Postfach 76 02 24, 22052 Hamburg, Telefon: (040) 202

07 - 11 90, E-Mail: beitraege-versicherungen@bgw-online.de

• zInternet: www.bgw-online.de, Suche: Entgeltnachweis; Detailerläuterungen über Suche:

Entgeltkatalog; beziehungsweise zur Bezugsgröße: Suche: Bezugsgröße

BGW mitteilungen 01 | 2013

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Service

Die BGW hält ein breites Medienangebot für die versicherten Unternehmen und Be schäftigten

bereit: Schriften, CDs, Plakate, Aushänge und mehr. Neue Medien stellen wir an

dieser Stelle vor – sie können in der Regel über die Bestellkarte in der Heftmitte kostenlos

angefordert werden.

Außerdem finden Sie hier Tipps zu Veranstaltungen sowie Angeboten im Internet. Stets

auf dem Laufenden sind Sie mit der Website der BGW: www.bgw-online.de. Aktuelle

Veranstaltungen werden dort zeitnah angekündigt. Die meisten Medien stehen als PDF-

Dokumente zum Download zur Verfügung, Suche: Medienangebote.

MEdiEN

VErANStAltUNGEN

SErViCE

iNtErNEt

Quecksilber in Zahnarztpraxen

Im zahnärztlichen Bereich kann es durch das Bearbeiten von Amalgamfüllungen zur Freisetzung von Quecksilber kommen. Die Broschüre

„Quecksilber in Zahnarztpraxen“ (GP4) erläutert mögliche Gefährdungen sowie sinnvolle Schutzmaßnahmen und enthält auch

eine Betriebsanweisung für Tätigkeiten mit vordosierten Amalgamkapseln und Amalgamfüllungen. Sie wurde jetzt an die aktuellen gesetzlichen

Bestimmungen angepasst. Die neue Auflage kann unter www.bgw-online.de, Suche: GP4 heruntergeladen werden.

Neue informationsangebote für die Kinderbetreuung

Noch genauer

auf die Bedürfnisse

von

Kindertageseinrichtungen

sowie Tagespflegepersonen

zugeschnitten

sind die Neuauflagen zweier Grundlagenbroschüren

der BGW: Die komplett überarbeiteten

Ausgaben der Reihe „BGW

kompakt – Angebote, Informationen und

Leistungen“ für Unternehmer und „BGW

check – Gefährdungsbeurteilung“ wenden

sich jetzt speziell an die Kinderbetreuung

(zuvor: Heime und Tagesstätten). Mit vielen

praktischen Tipps und Übersichten zeigen

sie, wie sich die Anforderungen zum Arbeits-

und Gesundheitsschutz erfolgreich

umsetzen lassen und der Einstieg in ein

effektives Gesundheitsmanagement erfolgen

kann. Diese und weitere Informationen

für die Kinderbetreuung sind über den

Branchenzugang auf der Website der BGW

auch direkt aufzurufen: Auswahlmenü

rechts oben nutzen und „Kinderbetreuung“

wählen. Die Broschüren „BGW kompakt“

(13GU) und „BGW check“ (TP-13GB) können

mit der Bestellkarte angefordert oder

auf der Website heruntergeladen werden.

Grundlagenbroschüre für Bildungseinrichtungen

Auf den neuesten Stand gebracht wurde auch die „BGW kompakt“ für den Bereich

Bildung (12GU). Sie beschreibt, welche Angebote und Leistungen die BGW für Schulen

und Einrichtungen der beruflichen Bildung bereithält. Außerdem gibt es vielfältige

Informationen rund um wichtige Arbeitsschutzthemen und den Aufbau der

betrieblichen Arbeitsschutzorganisation. Mit der Bestellkarte anfordern oder herunterladen

unter: www.bgw-online.de, Suche: 12GU.

Foto: fotolia/Woodapple

20 BGW mitteilungen 01 | 2013


Service

Gefahrstoffinformationen:

WiNGiS jetzt auch mobil verfügbar

Welche Gefahren gehen von den bei der Gebäudereinigung

eingesetzten Reinigungsund

Pflegemitteln aus? Erläuterungen zu

Chemikalien beim Reinigen, aber auch beim

Bauen und Renovieren bietet seit vielen Jahren

das Gefahrstoff-Informationssystem der

Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

(GISBAU) mit der Software WINGIS. Neben

der bewährten CD-Version gibt es einen

Online-Auftritt und jetzt auch eine Version

für mobile Endgeräte.

Foto: fotolia/PictureP.

Wer den Qr-Code nutzt,

gelangt direkt zu WiNGiS

mobile und kann das

Gefahrstoff-informationssystem

vor ort auf seinem

Smartphone oder tablet

einsetzen.

Neu verfügbar in allen Versionen der Gefahrstoffsoftware sind nun Betriebsanweisungen für

Tätigkeiten mit verdünnten Anwendungslösungen, wie sie für viele Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten

eingesetzt werden. Für die erste Orientierung sind zusätzlich zu den Detailinformationen

die Hauptgefährdungen und das jeweilige Risiko durch Einatmen, Hautkontakt

oder Brand beziehungsweise Explosion durch Schieberegler auf einer Skala visualisiert.

Die Webanwendung WINGIS mobile ist optimiert für alle Smartphones und führt den Benutzer

mit wenigen Klicks zum Ziel. Wird der Handelsname oder der auf dem Gebinde genannte

Produktcode eingegeben – beispielsweise GD 10 für Desinfektionsreiniger, Basis

Sauerstoffabspalter – und die Art der Anwendung ausgewählt, sind im nächsten Schritt

die wesentlichen Gefährdungen und Maßnahmen auf einen Blick dargestellt. Darüber

hinaus lässt sich jederzeit die zugehörige Betriebsanweisung oder Unternehmerinformation

abrufen. Wichtiges Arbeitsschutzwissen ist somit schnell und nutzerfreundlich von jedem

Arbeitsplatz abrufbar: www.wingismobile.de.

Nach wie vor kann aber auch noch die CD-Version (X86) über die Bestellkarte in diesem

Heft angefordert werden – solange der Vorrat reicht. Mit der CD und der Internetversion

unter www.wingis-online.de können weitere Verwaltungsaufgaben wie die systematische

Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation durchgeführt werden. Außerdem lassen sich

ein Gefahrstoffverzeichnis sowie Betriebsanweisungen für in der Datenbank noch nicht

enthaltene Produkte erstellen. Beide Anwendungen sind mit einer Handschuhdatenbank

verknüpft.

WINGIS unterstützt den Unternehmer bei der Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation.

Die neue mobile Version erlaubt es, wesentliche Inhalte noch komfortabler als

bisher vor Ort einzusetzen.

Buchtipp: Pflege –

Erfolgsfaktor Arbeits- und

Gesundheitsschutz

Für Führungskräfte in der ambulanten

und stationären Pflege ist eine neue, kompakte

Handlungshilfe erschienen: „Pflege –

Erfolgsfaktor Arbeits- und Gesundheitsschutz“.

Anhand von 23 Fallbeispielen

werden konkrete Anleitungen für einen

besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz

vorgestellt. Dabei geht es um Themen wie

Infektionen, schweres Heben und Tragen,

Hauterkrankungen, hohe Arbeitsdichte,

Schichtarbeit, kollektive Alterung der Belegschaft

sowie Führungs- und Kommunikationsdefizite.

Im Buchhandel – Autor:

Stephan Brandenburg et al., Erich Schmidt

Verlag, 2012, ISBN 978-3-503-14167-8, circa

69,90 Euro.

taschenbuch

Gefahrstoffe

2013

Gerade kleine und mittelständische

Betriebe

benötigen praxisnahe

Anleitungen für den

Umgang mit Gefahrstoffen.

Aus diesem

Grund steht die Praxistauglichkeit der Methoden

zur Ermittlung, Bewertung und

Verringerung von Gefahrstoffexpositionen

im Mittelpunkt der neuen Ausgabe

des Taschenbuchs Gefahrstoffe. Mit der

Bestellkarte in diesem Heft oder online anfordern:

www.bgw-online.de, Suche: U748.

leitlinien zur Gesunderhaltung in der Pflege

Seit 2006 befasst sich die von der BGW ins Leben gerufene Expertenkommission Pflege mit aktuellen und künftigen Fragestellungen in der

Pflege. Nach vier Positionspapieren ist nun eine Bilanz erschienen, die Entwicklungen und Handlungsbedarfe überblickt und das übergeordnete

Ziel herausstellt: die Sicherung der Pflege durch Stärkung der Pflegenden. Dazu hat die Expertenkommission auch ein Memorandum

„Leitlinien zum Schutz, zur Gesunderhaltung und Berufsbindung von Fachkräften in der Pflege“ formuliert und an die pflegepolitischen

Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen im Bundestag übergeben. Diese Dokumente und weitere Informationen stehen auf der Website

der BGW zur Verfügung: www.bgw-online.de, Suche: Expertenkommission Pflege.

BGW mitteilungen 01 | 2013

21


Service

Was kennzeichnet Arbeitgeber der Zukunft?

Der erste Aktionstag „Arbeitgeber der Zukunft“ der BGW führte am 3. Dezember 2012 mehr als 100 Fach- und Führungskräfte

aus dem Gesundheitswesen nach Leipzig. Sie diskutierten auf der Basis des Modells „Haus der Arbeitsfähigkeit“

von Prof. Dr. Juhani Ilmarinen, wie sich Weichen für den Erfolg als Arbeitgeber stellen lassen. In Workshops wurden die

Gestaltungsmöglichkeiten des Personal- und des Gesundheitsmanagements ausgelotet. Nach dem Erfolg des Erfahrungsaustausches

in der Region Ost folgen nun weitere Aktionstage – erster Termin ist der 10. April in Stuttgart. Weitere Termine,

Infos und Anmeldung: www.bgw-online.de, Suche: Aktionstag.

Wer zu den „Besten Arbeitgebern im Gesundheitswesen 2013“ gekürt wurde, erfahren Unternehmen Ende Februar: www.bgw-online.de,

Suche: Beste Arbeitgeber. Mehr zu Teilnahmemöglichkeiten an der nächsten Wettbewerbsrunde: www.greatplacetowork.de.

BGW forum 2013 in Hamburg:

Praxistipps und Erfahrungsaustausch für Kliniken

Seine Schatten voraus wirft das BGW forum

2013: Der große Fachkongress zum Gesundheitsschutz

in Krankenhaus und Klinik

findet vom 2. bis 4. September in Hamburg

statt.

Alle zwei Jahre stellt die BGW eine Branche

in den Fokus einer dreitägigen Fachveranstaltung

für Leitungs- und Führungskräfte,

Beschäftigte sowie Arbeitsschutzexperten.

In diesem Jahr sind Kliniken aufgerufen,

sich über Praxisbeispiele, Grundlagen und

Unterstützungsangebote zur Arbeitssicherheit

und zum Gesundheitsschutz in ihren

Häusern auszutauschen.

Ein erster Auszug aus der Themenliste:

• z Management und Führung

• z Kommunikation und Zusammenarbeit

• z psychische Belastungen und Beanspruchungen

• z Infektionsschutz, Hygiene und Hautschutz

• z Belastungen des Muskel-Skelett-Systems

• z Demografie

• z ... und vieles mehr

Außerdem wird ein Satellitensymposium

stattfinden. Das Programmheft erscheint Ende

April, kann aber bereits vorbestellt werden.

Weitere Informationen auf der Veranstaltungsplattform

www.bgwforum.de.

Foto: gettyimages/Stockbyte

Termine

Veranstaltungstipps finden Sie stets aktuell unter www.bgw-online.de/veranstaltungen. Die BGW ist unter anderem auf den folgenden

Messen und Kongressen vertreten und berät an ihrem Stand zu Versicherungsschutz und Prävention:

• z Grünauer Tagung:

Tagung des Schädlingsbekämpfer-Verbands

Sachsen, 7.–9.3., Dresden

• z Werkstätten:Messe 2013:

Marktplatz für Unternehmen, Dienstleister

und Träger im Bereich der Teilhabe

behinderter Menschen am Arbeitsleben,

14.–17.3., Nürnberg

• z Altenpflege 2013:

Leitmesse des Pflegebereichs – die BGW

zeigt am Messestand ihre „Rückenshow“,

9.–11.4., Nürnberg

• z BGW forum West 2013:

Fachkongress der BGW zum Gesundheitsschutz

in der pädagogischen Arbeit,

19.–20.4., Wuppertal

• z DDG-Tagung:

47. Tagung der Deutschen Dermatologischen

Gesellschaft, 1.–4.5., Dresden

• z Hebammenkongress:

6.–8.5., Nürnberg

• z Junge Pflege Kongress:

Kongress der AG Junge Pflege im DBfK

Nordwest, 7.5., Duisburg

22 BGW mitteilungen 01 | 2013


PreisrÄtsel

Rinde Erfahrung,

einer

best.

Gewohnheit

Backware

engl.:

Flugkontrollturm

Fragewort

Bewegungsform

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schön,

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(Kurzwort)

Geschwätz,

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4

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Gefeierter

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3

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10

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† 1888

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juteähnliche

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früherer

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8

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9

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4

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11

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† 1758

11

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Dämon

2

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Gefängnis

Trockengras

unnatürliches

Benehmen

spanisch:

Stier

®

s1017.1-12

12

1. Preis:

Rätsel

Mit der ActiFry 2in1 von Tefal können Sie fast

ohne Fett frittieren, braten und kochen – und

das auf zwei Ebenen. Die Fett-frei-Grillplatte

und die niedrige Gartemperatur (150 °C) sorgen

für eine schonende Zubereitung. Praktisch

ist sie auch: Die Fritteuse ist einfach zu bedienen,

spart Platz, Zeit und Energie!

2. Preis:

Optisch und technisch ein Highlight: Die Mediscale

Digital-Personenwaage von Soehnle

vereint die vertraute Analoganzeige mit der Ablesegenauigkeit

einer Digitalanzeige. Mit extra

niedriger und großer Trittfläche sowie rutschsicherem

Belag fällt das Wiegen auch Menschen

leicht, die unsicher auf den Beinen sind.

Foto: LEIFHEIT AG/Soehnle Foto: Groupe SEB Deutschland, Markenbereich Tefal

Foto: Eucerin ® /Beiersdorf AG

Lösen Sie das Rätsel und schicken Sie uns

das Lösungswort mit der beigefügten

Postkarte (Heft mit te). Mit ein wenig Glück

gewinnen Sie einen unserer Preise.

Sollte die Postkarte herausgetrennt sein,

schicken Sie das Lö sungs wort bitte an:

Einsendeschluss:

29.03.2013

3.–9. Preis:

Eucerin ® COMPLETE REPAIR repariert trockene

Haut nachhaltig – mit 18 wichtigen Bausteinen,

die trockene Haut wieder in ihren Idealzustand

zurückbringen. Und nach dem Eincremen

ist die Allsana Kuscheldecke genau das

Richtige für einen entspannten Wellnesstag.

BGW · Kommunikation · Redaktion

BGW mitteilungen · 22079 Hamburg

Teilnahmebedingungen:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BGW und ihre

Angehörigen dürfen nicht am Ge winn spiel teilnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Preise sind

gestiftet und nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.

BGW mitteilungen 01 | 2013

23


www.bgw-online.de

Postvertriebsstück C 10874 . Gebühr bezahlt

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst

und Wohlfahrtspflege (BGW) . 22079 Hamburg

Gold – du kannst

mehr als du denkst

Am 28. Februar 2013 kommt eine außergewöhnliche

Dokumentation ins Kino.

„GOLD“ schildert den spannenden Weg

dreier Spitzensportler zu den Paralympischen

Spielen in London 2012 – darunter

die Schwimmerin Kirsten Bruhn.

Weitere Informationen:

www.du-bist-gold.de

Foto: Parapictures Film Production

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