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MEER & YACHTEN Contest 52 MC (Vorschau)

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Service: Crew-motivation – so bleibt ihre mannschaft an bord!<br />

Meer Yachten<br />

<strong>MEER</strong><br />

Yachten<br />

In Zusammenarbeit mit<br />

| meerundyachten.de | 04/13 | 7,00 €<br />

Luxus auf dem Wasser<br />

Österreich/Luxemburg/Spanien 7,50 € I Schweiz CHF 13 I Frankreich 7,50 € I Griechenland 7,50 € I Italien 7,50 € I Litauen 7,50 € I Portugal 7,50 € I DKK 57,00 I KN 86,00 I PLN 44 I YTL 18,70<br />

J‘Ade<br />

meilenstein im yacht-design<br />

harald baum<br />

der pantaenius-chef im<br />

interview<br />

solaris 72 dh<br />

Sportliche Schönheit<br />

<strong>Contest</strong> <strong>52</strong> mc<br />

Yachtcheck auf dem ijsselmeer


MONTBLANC TIMEWALKER<br />

CHRONOVOYAGER UTC<br />

Eine zweite, mit der koordinierten Weltzeit (UTC) synchronisierte Zeitzone<br />

macht diesen automatischen Chronographen zum perfekten Begleiter für alle<br />

Vielreisenden. Sein robustes Edelstahlgehäuse mit einem Durchmesser von<br />

43 mm mit satinierter Lünette und Drückern verbindet elegantes Design<br />

mit der traditionellen Uhrmacherkunst. Dieser Chronograph verfügt über eine<br />

zweite Zeitzone mit Tages-/Nachtanzeige, die über 24 Stunden auf dem Höhenring<br />

angezeigt wird, eine Datumsanzeige, einen zentralen Sekundenzeiger sowie<br />

zwei zusätzliche Zähler für bis zu 30 verstrichene Minuten und maximal zwölf<br />

verstrichene Stunden. Gefertigt in der Montblanc Manufaktur in Le Locle, Schweiz.<br />

visit and shop montblanc.com


Editorial<br />

Alles in Bewegung,<br />

voller TATendrang!<br />

„Wir sind ausgebucht“, vermelden die Macher der Monaco Yacht Show.<br />

Schon Wochen vor dem alljährlichen Stelldichein der weltweiten Superyacht-<br />

Enthusiasten im kleinen Fürstentum ist für die MYS 2013 (25. bis 28.<br />

September) jeglicher Platz für Aussteller vergeben. Die letzte Hoffnung, doch<br />

an eine der begehrten Standflächen zu kommen, führt nur über eine lange<br />

Warteliste. Für die Besucher und Yachting-Fans aus aller Welt ist das ein klares<br />

Signal: Der Markt ist in Bewegung und voller Tatendrang!<br />

So sind im Port Hercules dieses Jahr mehr als 100 Luxusyachten zu bestaunen.<br />

Darunter auch die neue Lürssen-Yacht Quattroelle, die ihren ersten<br />

Sommer im Mittelmeer verbringt und in Monaco quasi ihr Debut gibt, sowie<br />

die 60 Meter lange J´ade von CRN aus Ancona. Für den Fall, dass Sie die<br />

J´ade in Monaco nicht persönlich in Augenschein nehmen können, blättern Sie<br />

doch bitte bis Seite 16 vor: Auf zehn Seiten präsentieren wir Ihnen dieses neue<br />

Schmuckstück hier en détail. Getestet haben wir für Sie dieses Mal übrigens<br />

auch wieder. Und zwar doppelt. Den ausführlichen Yachtcheck der Solaris<br />

72 DH finden Sie auf den Seiten 42 bis 50. Alles über die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> lesen<br />

Sie ab Seite 30.<br />

Apropos ausgebucht: Auch die Amsterdamer METS (19. bis 21. November)<br />

wird mit enormer Nachfrage konfrontiert; der SuperYacht Pavillion bekommt<br />

in diesem Jahr rund 1.000 Quadratmeter zusätzliche Standfläche. Kein<br />

Zweifel, die Superyacht-Industrie zeigt sich selbstbewusst und bekennt Farbe!<br />

Bei soviel Trubel in Aussicht wünsche ich Ihnen nun einige ruhige und entspannte<br />

Momente – mit Ihrer neuen <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong>.<br />

Herzlich,<br />

yorck hentz<br />

Herausgeber<br />

Meer & Yachten<br />

Ihr<br />

04/2013 I 3


inhalt04<br />

Titelthemen<br />

16 J'ADE Meilenstein im Superyacht-Design<br />

30 yachtcheck <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong><br />

42 Solaris 72 DH Sportliche Schönheit<br />

<strong>52</strong> Crew-Motivation So bleibt Ihre Mannschaft an Bord<br />

68 harald baum Der Pantaenius-Chef im Interview<br />

16<br />

yachten Projekte<br />

10 Glanzlichter<br />

14 Monaco Yacht show<br />

Bühne frei für die schönsten Schiffe der Welt: Vom 25. bis<br />

28. September trifft sich an der CÔte d’Azur das Who-is-Who<br />

der Yachtszene<br />

16 J'Ade<br />

Markantes Styling und etliche innovative Ideen auf 60 Metern Länge:<br />

Die Großyachten-Abteilung der Ferretti-Gruppe hat kräftig<br />

experimentiert. Herausgekommen ist etwas ganz Besonderes<br />

30 Yachtcheck: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong><br />

Flach, breit, mit dunkel getönten Scheiben und langem Vordeck:<br />

Die erste Motoryacht der <strong>Contest</strong>-Werft ist der Bentley für den Segler<br />

38 technik: Nauta 155 sloop<br />

Sie soll das Flaggschiff der Nauta Hochleistungs-Yachten werden:<br />

Die 47,25 Meter lange Slup entsteht in Zusammenarbeit mit den<br />

Konstrukteuren von Reichel-Pugh<br />

42 solaris 72 dh<br />

Eine sportliche Hochleistungsyacht erfüllt die hohen Erwartungen an<br />

Design, Leistung und Ausführung<br />

<strong>52</strong> service: maritime motivATion<br />

Wie Eigner und Kapitäne mit Incentives die Loyalität ihrer Crew erhalten<br />

42<br />

TITELfoto: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong>/<strong>Contest</strong> werft; FOTOS DIESE SEITE: J'ade/Maurizio Paradisi, Solaris 72 DH/Solaris<br />

4 I 04/2013


inhalt04<br />

yacht stil<br />

58 Glanzlichter<br />

60 Tag und nacht<br />

Mit dem neuen Chronographen Nicolas Rieussec Rising Hours setzt<br />

Montblanc auf raffinierte Technik, neue Funktionen und edles Design<br />

68 Interview: harald baum<br />

<strong>MEER</strong> & Yachten sprach mit dem Pantaenius-Chef über die<br />

Liebe zur Elan, die Sehnsucht nach dem hungrigen Wolf und<br />

die Freude an einer Duver 23<br />

60<br />

reise charter<br />

74 Glanzlichter<br />

Zu den Polen<br />

76 arctic<br />

Der ehemalige Bergungsschlepperwar als Superyacht in der<br />

Antarktis. Ihr Eigner berichtet, wie aus einer sorgfältigen Planung<br />

eine wunderbare Reise wurde<br />

82 lars<br />

Eine Reise in den Norden – Packeis inklusive: Der 36,5-Meter-<br />

Schlepper ist nun eine Superyacht für Arktis-Expeditionen<br />

68<br />

88 high latitude<br />

Ewiges Eis statt Sonnenschein und Strand: Richard Haworth und<br />

Luke Milner helfen Eignern bei der Planung von spektakulären<br />

Kreuzfahrten ans Ende der Welt<br />

76<br />

broker refit<br />

94 glanzlichter<br />

96 marktanalyse<br />

Das erste Quartal 2013 unter der Lupe: Drei Experten sehen<br />

einen Superyacht-Markt in Bewegung.<br />

standards<br />

03 editorial<br />

08 Augenblicke<br />

98 impressum<br />

FOTOS DIESE SEITE: Montblanc, Harald Baum/Pantaenius, shutterstock.com/Incredible Arctic<br />

6 I 04/2013<br />

Eine Ausgabe verpasst?<br />

bestellen sie das Heft im Netz:<br />

meerundyachten.de


Wofür ist der<br />

rasende Riese?<br />

Was der neue Eigentümer des bei Lürssen gebauten Projekts Azzam mit<br />

seinem Schiff vorhat, werden wir vielleicht nie erfahren. Sicher scheint,<br />

dass der Eigner das saudische Königshaus ist, bestätigt ist eine maximale<br />

Geschwindigkeit von über 30 Knoten, genauso wie die insgesamt 94.000 PS.<br />

Das entspricht grob der Leistung aller 500 Museumsfahrzeuge des<br />

Porsche-Werks zusammengenommen. Gemutmaßt wird weiter über den<br />

Einsatzzweck, also ob das Schiff schlicht eine etwas größere private Yacht<br />

ist, oder ob es – wie immer wieder gemunkelt wird – im Fall einer<br />

Revolution den Saudis als Fluchtfahrzeug dienen soll. Wie auch immer, für<br />

Lürssen war es ein ebenso prestigeträchtiger Auftrag wie für Nauta Yachts,<br />

wo man für das Außendesign zuständig war. Dort freute man sich übrigens,<br />

dass endlich mal nicht das maximale Volumen ganz oben im<br />

Lastenheft stand. Kein Wunder bei 180 Metern Länge. nautayachts.com<br />

8 I 04/2013


AugenBlicke<br />

FOTO: AZZAM/Lürssen: Andrea Hamann<br />

04/2013 I 9


yachten projekte<br />

Glanzlichter<br />

Facelift<br />

für die Hanse 445<br />

Nach zwei Jahren am Markt hat Hanse Yachts sein Erfolgsmodell Hanse 445 überarbeitet. Die „Neue“ nimmt dabei alle<br />

Ideen der Neuausrichtung der Hanselinie auf. Der Niedergang wurde flacher gestaltet und mit charakteristischen Staufächern<br />

versehen. Auch die Steuersäulen wurden neu modelliert: Sie beherbergen nun Navigationsinstrumente und Steuerelemente,<br />

um das Konzept vom „Easy-Sailing“ zu perfektionieren. Zudem erhält die neue 445 ein hochwertiges Selden Rigg und eine<br />

weitere Kielvariante als Option (Langkiel L-Shape, 2,25 Meter Tiefgang). Für Luft und Licht unter Deck sorgen eine Vielzahl<br />

von verbauten Luken und zusätzliche Fenster in den Achterkabinen. Im Zuge des Facelifts wurde das Schiff zudem u.a. mit<br />

neu designten Nasszellen und vergrößerten Kojen in den Achterkabinen ausgestattet. hanseyachts.com<br />

Neue App vom Deutschen Bootsund<br />

Schiffbauer-Verband<br />

Service und Information: Das bietet der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband seinen Mitgliedern<br />

seit mehr als 50 Jahren. Jetzt hat der DBSV sein Angebot um ein mobiles Service-Tool erweitert. Ab<br />

sofort gibt es bei iTunes oder im Google Play Store die neue, kostenlose App des Verbandes. Mit<br />

ihr können nicht nur das Mitgliederverzeichnis samt angebotenen Dienstleistungen auf iPhone oder<br />

Android heruntergeladen werden, die App bietet zudem einen Marktplatz der über 400 Mitgliedsfirmen<br />

sowie eine Jobbörse. „Mit unserer App erreichen wir viel stärker die junge Generation, gerade im Hinblick<br />

auf die vielen Möglichkeiten in der Berufsausbildung“, sagt DBSV-Geschäftsführer Claus-Ehlert Meyer. Zudem<br />

kann der User via App nun Notizen zu den Mitgliedsfirmen verwalten und Favoriten in den eigenen<br />

Kontakten speichern. Den Link zur App sowie weitere Informationen gibt es unter dbsv.de<br />

FOTO: hersteller<br />

10 I 04/2013


KOCHEN<br />

& GENIESSEN<br />

Logbook 2.5<br />

für Mac OS X, Windows und iPad<br />

Die Logbuch-Software 2.5 von 2K Yachting ist das erste digitale Logbuch für<br />

Mac-Anwender und Windows-User. Die Optik orientiert sich am klassischen,<br />

gedruckten Logbuch. Logbook ermittelt automatisch für alle relevanten Daten<br />

Summen bzw. Durchschnittwerte – für jeden Tag, für ganze Törns oder auch das<br />

gesamte Logbuch. Das System stellt für jeden Tag eine Seite für die nautischen<br />

Daten und eine weitere Seite für die Wetterdaten, technischen Bemerkungen<br />

sowie das persönliche Tagebuch mit Fotos zur Verfügung. Auf dem iPad lassen<br />

sich als zusätzliche Funktion die Positionsdaten des iPad-GPS übernehmen (nur<br />

bei iPad mit 3G bzw 4G). Automatisch generierte Tracks runden das Programm<br />

ab: Felder für Motorstunden eines zweiten Motors, Auswahl eines Zwischenziels<br />

bei den Etappen, bis zu vier Bilder pro Tag im Journal, Suchfunktion. Preis für PCund<br />

iPad-Version: 59,99 Euro. Eine Lizenz (ausschließlich iPad) kostet 34,99 Euro.<br />

2k-yachting.de/software<br />

Tom Dieck: Pottkieker<br />

50 klassische norddeutsche Gerichte<br />

mit Geschichte<br />

Eine Sammlung von klassischen, aber auch<br />

fast vergessenen Rezepten der norddeutschen<br />

Küche. Vom grünen Aal bis zur Friesentorte ist<br />

alles dabei. Launige Geschichten wie z.B. diejenige<br />

des Rauchfleisches, das dem Dithmarscher<br />

Mehl beutel den Geschmack verleiht, runden<br />

das amüsante Kochbuch ab.<br />

116 Seiten | Hardcover<br />

€ (D) 19,95 I € (A) 20,55 I SFr* 27,90<br />

ISBN 978-3-7822-1079-9<br />

eISBN 978-3-7822-1124-6<br />

Beide Titel auch als<br />

E-Book erhältlich<br />

PodSZUck: neue türen<br />

erfolgreich getestet<br />

Die Kieler Podszuck GmbH, spezialisiert<br />

auf maßgeschneiderte Yachttüren, hat zwei<br />

neu konstruierte Türen erfolgreich getestet.<br />

Ganze 75 Minuten – vorgeschrieben sind 60<br />

Minuten – überstanden eine zweiflügelige<br />

A60-Schiebetür und eine einflügelige A60-<br />

Klapptür mit einem A60-Fenster (400 x<br />

600mm Durchsicht) den Test im Brandofen.<br />

Die neu getesteten Türen werden in Yachtausführung<br />

angeboten, zum Beispiel in Edelstahl,<br />

lackiert, oder Laminat-beplankt. Neben<br />

diesen Türen produziert die Podszuck GmbH<br />

auch andere stumpfe und überfälzte A30-/<br />

A60- und B-30-Türen als Klapp- und Schiebetüren<br />

in Standard- wie auch Yachtausführung<br />

sowie unklassifizierte Aluminium- und<br />

Edelstahltüren als Innen- und Außentüren.<br />

Alle Türen der Podszuck GmbH werden nach<br />

Kundenvorgabe in Kiel entwickelt, konstruiert<br />

und hergestellt und weltweit an Werften und<br />

Innenausbauer geliefert. podszuck.eu<br />

Oliver P. Mueller (Hrsg.):<br />

KOEHLERS GUIDE KREUZFAHRT 2013<br />

Kreuzfahrtträume<br />

Schiffe · Häfen · Reisen · Termine<br />

Reportagen · Trends<br />

Kreuzfahrten liegen im Trend! »Koehlers Guide«<br />

bietet einen umfassenden Überblick und ist mit<br />

seinem umfangreichen Serviceteil und seinen<br />

exklusiven Buchungsvorteilen für die Planung der<br />

nächsten Kreuzfahrt bestens geeignet.<br />

336 Seiten | Klappenbroschur<br />

€ (D) 15,95 | € (A) 16,45 | SFr* 22,30<br />

ISBN 978-3-7822-1062-1<br />

eISBN 978-3-7822-1117-8<br />

www.koehler-books.de


yachten Projekte<br />

I glanzlichter<br />

boot-Chef wird Präsident<br />

Goetz-Ulf Jungmichel, Leiter der boot Düsseldorf,<br />

wurde bei der Mitgliederversammlung der International<br />

Federation of Boat Show Organisers (IFBSO)<br />

im Juni einstimmig zum Präsidenten des Verbandes<br />

gewählt. Die IFBSO sorgt für den internationalen<br />

Zusammenhalt und Branchenaustausch der Bootsund<br />

Wassersportmessen. „Das neue Amt möchte<br />

ich vor allem dazu nutzen, den Dialog mit dem internationalen<br />

maritimen Wirtschaftsverband ICO-<br />

MIA auszubauen und ihn mit neuen Ideen aktiv zu<br />

gestalten“, sagte Jungmichel nach der Wahl. Goetz-<br />

Ulf Jungmichel steht seit Mitte 2008 an der Spitze<br />

der weltgrößten Yacht- und Wassersportmesse boot<br />

Düsseldorf. Die nächste boot findet vom 18. bis 26.<br />

Januar mit rund 1.650 Ausstellern aus mehr als 50<br />

Ländern in 17 Messehallen statt.<br />

boot.de<br />

Besuchen Sie uns auf dem<br />

Festival de la Plaisance de Cannes,<br />

Standnummer JAS 044 oder<br />

auf der Monaco Yacht Show,<br />

Standnummer QD 9. Wir freuen<br />

uns über Ihren Besuch!<br />

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Spliethoff Group<br />

Sevenstar Yacht Transport<br />

Head Office<br />

Amsterdam, The Netherlands<br />

Phone +31 204488590<br />

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Y a c h t T r a n s p o r t i s a n a r t<br />

STAR_SegelJournal_60x120_130813.indd 1 13-08-13 11:<strong>52</strong><br />

Reisen ins<br />

Unterwasserparadies<br />

Gibt es wirklich einen Markt für ein Luxus-U-Boot, das über und unter Wasser<br />

fahren kann? Glaubt man den beiden Kreativen Christopher Gloning und<br />

Christian Gumpold, die „Migaloo“ entwickelten und zumindest digital realisierten,<br />

schon. Die Unterwasser-Yacht beinhaltet, wie es sich für eine echte<br />

Luxusyacht gehört, einen Pool, einen Kinosaal, eine Bücherei, eine Muckibude<br />

mit angeschlossenem Spa-Bereich und einen Hubschrauberlandeplatz.<br />

Nichts Besonderes für eine Luxusyacht dieser Größenordnung. Aber die „Migaloo“<br />

sieht nicht nur aus wie ein U-Boot, sie ist auch eins. Bei ihr an Bord<br />

soll man bei nie dagewesenem Komfort Tauchfahrten weit unter die Meeresoberfläche<br />

unternehmen können. Ein spezielles Glas im Rumpf sorgt dafür,<br />

dass dem Druck in über 240 Metern Wassertiefe problemlos Stand gehalten<br />

wird. Was das Luxusspielzeug genau kosten soll, konnten die beiden österreichischen<br />

Entwickler nicht beziffern. Ein vergleichbares militärisches U-Boot<br />

kostet rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Das ist schon ziemlich viel Geld, sogar<br />

verglichen mit den Preisen für andere werftneue Luxusyachten.<br />

motioncodeblue.com<br />

FOTO: Anbieter, boot düsseldorf<br />

12 I 04/2013


A BEAUTIFUL OBSESSION.<br />

Outside, her all-new hull delivers exceptional fuel efficiency,<br />

making her ideal for long range cruising. Inside, using our<br />

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yachten Projekte I MONAco YACHT SHOW 2013<br />

Laufsteg für<br />

Super-Yachten<br />

Vom 25. bis zum 28 September wird in Monaco zum 23. Mal<br />

der Rote Teppich für die schönsten Yachten der Welt<br />

aUSGerollt. Erwartet werden mehr als 33.000 Besucher.<br />

Sie ist mit über 540 Ausstellern aus dem Bereich der Luxus-, Super- und Megayachten eine der renommiertesten Bootsmessen<br />

der Welt: Die Monaco Yacht Show. Und nach dem berühmten Formel-Eins-Rennen mittlerweile auch das zweitgrößte<br />

Gesellschaftsereignis des Fürstentums. Erwartet wird, dass das exklusive Event der Spitzenklasse auch in diesem<br />

Jahr neue Maßstäbe setzen wird: Rund 33.000 Besucher werden vom 25. bis 28. September in Monaco dabei sein, um<br />

die schwimmenden Hochseepaläste zu bestaunen. Auf den über 9.000 m 2 der diesjährigen Ausstellungsfläche präsentieren<br />

die führenden Anbieter von Superyachten sowie Top-Yachtdesigner und Yachtausstatter die Neuheiten der dies- und<br />

nächstjährigen Yachtsaison.<br />

Am spannendsten für die internationalen Besucher mit Herkunft aus 38 Ländern dürften aber die über 100 Yachten sein, die<br />

im türkisblauen Wasser von Port Hercules vor Anker gehen. Wer mag, darf die exklusiven Schiffe zwischen 25 und 90 Metern<br />

Länge sowohl über als auch unter Deck bestaunen. Der Preis der teuersten Yacht liegt bei mehr als 100 Millionen Euro. &<br />

Besonderes Highlight für Uhrenliebhaber: Am 28. September werden bei der „Only-Watch-<br />

Auktion“ 40 exklusive Unikate der führenden Uhrenmanufakturen versteigert. Der Erlös geht an einen<br />

guten Zweck: Das Geld bekommt die „Association Monégasque contre les Myopathies“ (Schirmherrschaft:<br />

Fürst Albert II.), die sich für die Erforschung der Duchenne-Muskeldystrophie (häufigste muskuläre<br />

Erbkrankheit im Kindesalter) einsetzt. Mit dabei ist auch das Hamburger Unternehmen Montblanc, das<br />

für die Auktion den Chronographen „Montblanc Nicolas Rieussec Rising Hours for Monaco“ spendet.<br />

Die Uhr besticht durch eine Kombination aus Rotgold und Stahl mit Dual Carbon-Verarbeitung und wurde<br />

speziell für das Event in der Montblanc-Manufaktur in Le Locle entwickelt und entworfen. Deshalb trägt die<br />

Uhr eine spezielle Gravur auf der Gehäuserückseite: „ONLY WATCH ´13 UNIQUE PIECE“.<br />

14 I 04/2013


Diese Yachten<br />

sind auf der<br />

Monaco Yacht<br />

Show u. a. zu<br />

bewundern:<br />

Chopi Chopi - CRN - 80m<br />

Feelin' Good -<br />

Southern Wind Shipyards - 24,7 m<br />

Prince Shark - Rossinavi - 49 m<br />

Silent - Admiral Technomar - 24 m<br />

Apostrophe - Hakvoort - 39,7 m<br />

Galactica Star - Heesen - 65 m<br />

J Craft - Tenders<br />

FOTO: shutterstock.com/anshar<br />

23. Monaco Yacht Show<br />

Mittwoch, 25. bis<br />

Sonntag, 28. September 2013<br />

Öffnungszeiten: 10 bis 18.30 Uhr<br />

Adresse:<br />

Port Hercules<br />

Boulevard Albert 1er<br />

Monaco<br />

Haupteingang:<br />

Darse Sud entrance<br />

Weitere Eingänge: Chicane<br />

und Parvis Sud entrances<br />

Eintrittspreise:<br />

Besucher: 80 Euro<br />

Fachbesucher: 250 Euro<br />

(Vier-Tagespass)<br />

FOTOs: Dick Holthuis(2), Emre Ermin, Maurizio Paradisi(2), Jesus Renedo, Klaus Jordan, Alvise Nicoletti, Bugsy Gedlek<br />

Twilight - RMK - 38,1 m<br />

Inukshuk - Baltic Yachts - 32,6 m<br />

Engelberg - Amels - 55 m<br />

Cacos V - Admiral Technomar - 40 m<br />

Columbus Sport Hybrid 40 m<br />

- Palumbo - 40 m<br />

Orient Star - CMB Yachts - 47 m<br />

Magic Carpet 3 - Wally - 30,4 m<br />

Majesty 105 - Gulf Crafting - 32,6 m<br />

J'ade - CRN - 66 m<br />

Mondo Marine M41<br />

- Mondo Marine<br />

- 40,9 m<br />

Quatroelle - Lürssen - 88 m<br />

Sofia - Moonen Shipyards - 42 m<br />

Seahawk - Perini Navi - 60 m


yachten Projekte<br />

I J'Ade<br />

16 I 04/2013


Markantes Styling und etliche innovative<br />

Ideen machen diese neue 60-Meter-CRN zu<br />

einem Meilenstein im Superyacht-Design<br />

text tim thomas fotos Maurizio Paradisi<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

04/2013 I 17


yachten Projekte I J'Ade<br />

„Wir wollten<br />

etwas Innovatives<br />

haben, mit Linien<br />

im Military Look.<br />

Am Anfang war<br />

es nur ein Konzept.“<br />

L<br />

Leicht hätte die 60 Meter groSSe J’ade an ihrem<br />

Liegeplatz in der CRN-Werft in Ancona (Italien)<br />

in den Schatten gestellt werden können<br />

– gegenüber lag Chopi Chopi, mit 80 Metern das bisher<br />

größte Schiff dieser Werft. Doch als wir uns den Schiffen<br />

näherten, machten die aufregenden Linien und die ungewöhnliche<br />

Rumpffarbe J’ade zu etwas anderem als der<br />

nach Abmessungen kleineren Schwester. Sie versteckt ihre<br />

Länge und ihr Volumen geschickt, was ihre inneren Werte<br />

umso bemerkenswerter erscheinen lässt. Und wenn man<br />

an Bord kommt und die Ausstattung kennenlernt, dämmert<br />

einem, dass dieses Schiff vielleicht etwas Besonderes ist.<br />

CRN, die Großyachten-Abteilung der Ferretti-Gruppe, feiert<br />

dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen, ohne sich auf ihren<br />

Lorbeeren auszuruhen. Mehrere Yachten zwischen 40 und<br />

80 Meter sind im Bau, und es scheint einen Trend zum<br />

Ausgefallenen zu geben. „CRN experimentiert“, schwärmt<br />

Chefverkäufer Luca Boldrini, „wir experimentieren mit dem<br />

Design, den Größen und der Ausstattung. Jedes der Schiffe,<br />

die derzeit im Bau sind, ist in der einen oder anderen<br />

Hinsicht einmalig. Wir hoffen, in einem nächsten Schritt<br />

all diese Eigenschaften zu einem oder zwei Konzepten<br />

vereinen zu können, sodass die Eigner ein schönes und<br />

seetüchtiges Schiff mit Merkmalen bekommen, die sonst<br />

keiner hat. Das werden keine sein, die es nur auf dem Papier<br />

gibt, sondern man kann sie in der Praxis auf Schiffen<br />

sehen, die im Bau sind oder bereits schwimmen.“<br />

Worauf es dem Eigner von J’ade ankam, wird offensichtlich,<br />

wenn man vom achteren Ende des Hauptsalons in den<br />

Beach Club hinab steigt. Hier hat CRN quer zum Rumpf<br />

einen kleinen Anleger eingebaut, in den der Tender durch<br />

ein Tor an Backbord einfährt. Der Raum des kleinen Bootshafens<br />

ist über den Beach Club zum Heck hin offen. Solche<br />

„float-in docks“ gibt es bereits – die 78,6 Meter große<br />

Pegasus 5 (ex-Princess Mariana), Octopus (126,2 Meter)<br />

und Eclipse (162,5 Meter) sind die bekanntesten Beispiele.<br />

In einem 60-Meter-Rumpf aber ist so etwas mutig.<br />

„Den Vorschlag machte CRN-Präsident Lamberto Tacoli, und er<br />

verschob damit die Grenzen des Machbaren”, sagt Boldrini. „Wir<br />

wollten etwas Innovatives haben, mit Linien die ein bisschen<br />

im Military Look sind. Am Anfang war es nur ein Konzept. CRN<br />

geht gern am Heck neue Wege – es ist unsere Geschichte.<br />

Das fing mit Ability an, auch für Blue Eyes haben wir das<br />

Heck entwickelt. Jetzt wollten wir einen Schritt weitergehen.”<br />

CRN zeigte das Konzept einem Kunden, der sich im Rahmen<br />

der Baulinien der Gruppe stetig vergrößert hatte.<br />

18 I 04/2013


Die große Freiheit:<br />

Flexibel wie eine Yacht.<br />

Entspannt wie ein Resort.<br />

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I J'Ade<br />

Das Sonnendeck umgibt den zentralen Aufbau, in dem<br />

sich Wellness-Spa und Fitnessraum befinden. Der achtere<br />

Teil des Decks dient auch als Touch-and-Go-Helipad<br />

Um die Klasse<br />

zu erreichen,<br />

wurde eine<br />

starke Pumpe<br />

installiert, die in<br />

weniger als drei<br />

Minuten 18.400<br />

Liter Wasser<br />

auSSenbords<br />

schafft<br />

20 I 04/2013


04/2013 I 21


yachten Projekte<br />

I J'Ade<br />

Der Beach Club enthält auch die<br />

von der Seite befahrbare Bootsgarage<br />

– ein Novum auf einer<br />

Yacht dieser Größe –, deren<br />

Wellenpforten den Seegang<br />

draußen halten. Der Tender war<br />

zunächst eine Spezialanfertigung<br />

für das Schiff und wurde dann von<br />

Ferretti zur Riva Iseo entwickelt<br />

Die Seitenwände des Salons sind leicht einwärts geneigt,<br />

sodass die riesigen Scheiben ein wenig das Gefühl<br />

vermitteln, man sei in einer weitläufigen Mansarde<br />

„Er mochte, dass hier ein eher technischer Bereich wie<br />

das Tender-Dock mit einem Freizeitangebot, dem Beach<br />

Club, verschmolzen wurde“, erinnert sich Boldrini, „er stieg<br />

daraufhin ein und gab uns den Auftrag, die Sache zu entwickeln.<br />

Ich bin ihm sehr dankbar, denn nicht jeder hat den<br />

Mut, etwas technisch Anspruchsvolles zu bauen, was es<br />

so noch nicht gab, vor allem mit einer seitlichen Einfahrt.“<br />

Die Bootsgarage ist, obwohl sie der Werft unter dem Gesichtspunkt<br />

der Klasse-Erteilung einiges Kopfzerbrechen<br />

bereitete, technisch und vom Design her eine Glanzleistung.<br />

Zunächst wird das Rumpftor geöffnet und das Dock geflutet.<br />

Wenn der Tender aus seinen Lagern abhebt, fixieren<br />

Fenderstangen das Boot an seinem Platz. Zwei Wellenpforten<br />

halten den Seegang draußen, während die Gäste<br />

ein- oder aussteigen. Unterwasserscheinwerfer sorgen für<br />

dramatische Effekte, die zur Beach-Club-Atmosphäre passen.<br />

Eine Zapfstelle am vorderen Schott erlaubt das unkomplizierte<br />

Betanken des Tenders. Um die Klassifikation zu<br />

bekommen, wurde eine starke Pumpe installiert, die in weniger<br />

als drei Minuten 18.400 Liter Wasser außenbords schafft,<br />

aber das Schiff kann auch mit gefülltem Dock fahren.<br />

Der Tender ist ein 8,2 Meter langes Riva Iseo, das eine eigene<br />

Geschichte hat. „Am Anfang war das Boot eine Idee,<br />

die wir für dieses Schiff hatten“, erzählt Boldrini, „aber manchmal<br />

entwickelt sich aus einem Konzept etwas, das einen<br />

größeren Markt bekommt. Als Signor Ferretti den Tender<br />

sah, beschloss er, ihn als Serienboot zu entwickeln. Das<br />

ist das Schöne an einer Firmengruppe wie Ferretti, dass<br />

sich eine Interaktion zwischen den Marken ergeben kann.“<br />

Das achtere Ende des Beach Clubs enthält einen Sitzbereich,<br />

von dem man auf die Terrasse blickt, die vom<br />

geöffneten Heck gebildet wird. Auch hier eine Innovation:<br />

„Wir haben zwei seitliche Treppen in die Hecktür integriert“,<br />

erklärt Projektmanager Simone Lorenzano, „wenn das Heck<br />

zur Terrasse wird, haben Sie zwei Aufgänge für Schwimmer.“<br />

Die innere Treppe an Steuerbord führt zum achteren Ende<br />

des Hauptsalons, mit einer offenen Bar über einem Aquarium.<br />

Der Salon ist schön proportioniert und behaglich<br />

eingerichtet. Die Farbpalette orientiert sich an Brauntönen,<br />

Walnuss- und Rosenholz dominieren, Creme und gedecktes<br />

Grün in den Loro-Piana-Polstern liefern den Kontrast.<br />

Die Einrichtung war eine Gemeinschaftsarbeit von Studio<br />

Zuccon, CRN und den Eignern. Die Gattin des Eigners wählte<br />

mit den Einrichtern von CRN die Stoffe von Loro Piana und<br />

Mobiliar von Fendi Club House und anderen aus. Bemerkenswert<br />

das Zusammenspiel von Materialien – Haifischhaut<br />

(teils echt, teils Imitat) ergänzt sich mit Leder, Teppichen<br />

und Holz zu einem abwechslungsreichen Bild, erst<br />

auf den zweiten Blick offenbaren sich raffinierte Muster. Zwei<br />

niedrige Andrew-Martin-Tische mit verwitterter Oberfläche<br />

schmiegen sich zwischen Baxter-Sofas und -Sessel, während<br />

der vordere Bereich des Salons von einem weißen Yama-<br />

22 I 04/2013


principality of<br />

Monaco<br />

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helped to make The Rendezvous in Monaco 2013 a resounding success.<br />

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yachten Projekte<br />

I J'Ade<br />

Während die Gästekabinen im Unterdeck in heller Eiche gehalten sind, orientiert sich die Eigner-Suite mit dem eingelegten Tai-Ping-Seidenteppich<br />

an den Farben der großen Gästebereiche. Der Balkon an Steuerbord kann auch während der Seereise benutzt werden<br />

Bemerkenswert das Zusammenspiel von Materialien –<br />

Haifisch-haut (teils echt, teils Imitat) ergänzt sich mit Leder,<br />

Teppichen und Holz zu einem abwechslungsreichen Bild<br />

ha-Flügel beherrscht wird. Das Grand Piano kam erst spät<br />

dazu – nachdem der Eigner während des Baus beschlossen<br />

hatte, den Esstisch in den oberen Salon zu verlegen.<br />

In der großzügigen Gäste-Lobby findet sich der gläserne<br />

Lift, der alle Etagen erreicht. Im vorderen Teil des Hauptdecks<br />

liegt die Eigner-Suite, die man an Steuerbord betritt<br />

und die klassisch aufgeteilt ist. Auf den Bereich Büro/Kommunikation/TV<br />

folgt das Schlafzimmer mit nach achtern<br />

ausgerichteten Betten und einem Balkon. Dieser kann mit<br />

gläsernen Schiebetüren geschlossen werden, die bei Sturm<br />

hinter einer festen Rumpftür mit Fenster verschwinden und<br />

sich im geöffneten Zustand unter das Oberdeck falten. Diese<br />

Veranda für alle Jahreszeiten kann vom Eigner per Knopfdruck<br />

geöffnet und verschlossen werden. An Backbord gibt<br />

es einen Sitzbereich und Ankleideräume für sie und ihn.<br />

Das Badezimmer davor mit WC und Bidet an den Seiten<br />

nimmt die volle Breite der Yacht ein. Das Highlight ist der<br />

zentrale Bereich: Zwei Waschbecken flankieren eine freistehende<br />

ovale Badewanne von Boffi unter einer Reihe<br />

von getönten Spiegeln. An der Frontwand versteckt sich<br />

ein großer Fernseher hinter einer verspiegelten Scheibe.<br />

Die vier Gästekabinen befinden sich auf dem Unterdeck.<br />

Jede hat große Außenfenster, der Grundton Braun wird hier<br />

durch hellere Eiche und eine Mischung lichter und sandfarbener<br />

Töne in den Loro-Piana-Bezügen und -Tagesdecken<br />

abgelöst. Die Kabinen sind paarweise spiegelbildlich angeordnet,<br />

wobei die Backbordkabinen nach innen ausgerichtete<br />

Doppelbetten quer zur Mittschiffslinie haben, und die Steuerbordkabinen<br />

je zwei rechtwinkling angeordnete Betten.<br />

Jede Kabine bietet ein eigenes Ankleidezimmer und ein Bad.<br />

Ein Deck darüber ist der obere Salon das Highlight. Seine<br />

Seitenwände sind leicht einwärts geneigt, sodass die riesigen,<br />

raumhohen Scheiben ein wenig das Gefühl vermitteln,<br />

man sei in einer weitläufigen Mansarde mit Veranda. Eine<br />

Sitzecke fürs entspannte Beisammensein an Steuerbord<br />

und der Esstisch für 14 Personen an Backbord machen<br />

diesen Raum zum gesellschaftlichen Zentrum, ob man nun<br />

gemeinsam speist oder einfach nur relaxt. „Die Fenster<br />

des Oberdecks sind Teil des ursprünglichen Konzepts“,<br />

sagt Boldrini, „wir wollten die Kunden dem Meer näherbringen<br />

und die Aussicht maximieren. In der Architektur<br />

und im Fahrzeugbau wird Glas in großem Stil eingesetzt,<br />

und wir folgen dem Trend. Eigentlich hatten wir die Fenster<br />

dem ersten Entwurf gegenüber schon vergrößert, aber<br />

dann kam der Kunde und wollte sie nochmal größer haben.<br />

Man kann auf dem Oberdeck sitzen und den ungehinderten<br />

Blick aufs Meer genießen, oder auf die Umgebung<br />

– wobei die Privatsphäre gewahrt bleibt. Das ist der Punkt.“<br />

24 I 04/2013


Kitzbühel<br />

AustriA<br />

24 & 25 February, 2014<br />

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yachten Projekte<br />

I J'Ade<br />

Ein echtes Highlight ist der Salon mit Minotti-Sofas und dem 14-Personen-Esstisch aus Rosenholz mit brauner Haifischhaut (oben)<br />

26 I 04/2013


Vor der oberen Lobby liegt die ultramoderne Brücke mit der Kabine des Kapitäns. Bei<br />

Nachtfahrt wird von der Brücke aus das Dampferlicht gesetzt – es ist auf einer ausfahrbaren<br />

Carbonsäule montiert, um tagsüber nicht die Silhouette des Schiffs zu verunzieren.<br />

Auf dem Sonnendeck liegt die Wellness-Abteilung mit Technogym-Ausstattung. Gegenüber<br />

einer Dampfsauna mit grünen Mosaiken liegt ein ebenso gefliester Dusch-/wc-<br />

Bereich. Das weitläufige achtere Sonnendeck bietet den Gästen reichlich Fläche zum<br />

Relaxen und Sonnen – wenn nicht gerade der Helikopter (bis 1.500 Kilogramm) zu einer<br />

Touch-and-Go-Landung ansetzt. Geht man um den Aufbau herum nach vorn, finden sich<br />

auch dort große integrierte Sonnenliegen, die einen rechteckigen Spa-Pool umgeben.<br />

Die Crew-Räume sind nicht minder eindrucksvoll. Auf dem Tankdeck liegen Kühllast,<br />

Gefrierraum, Proviantlast und die Wäscherei – alles mit reichlich Stehhöhe. Im<br />

vorderen Bereich des Unterdecks befinden sich zwei große Messen und sechs<br />

Zweierkabinen für die zwölfköpfige Crew (plus Kapitän). Die Küche auf dem Hauptdeck<br />

wurde gemeinsam mit Crew und Küchenchef entworfen und weist Fußbodenabflüsse<br />

auf, um leichter gereinigt werden zu können. Die Anrichten auf den<br />

oberen Decks sind über einen großen Speisenaufzug mit der Küche verbunden.<br />

Im Maschinenraum hat jede größere Komponente ihren eigenen, abgegrenzten Platz,<br />

was Instandhaltung und Reparaturen zu einer unkomplizierteren Sache macht. Im<br />

Hauptbereich arbeiten zwei MTU-Motoren, die J’ade 14 Knoten Reisefahrt und knapp<br />

16 Knoten Höchstgeschwindigkeit verleihen. Bei zwölf Knoten beträgt die Reichweite<br />

4.000 Meilen, was echte Langfahrten ermöglicht. Mit J’ade hat CRN in einigen Bereichen<br />

die Grenzen verschoben, von der Bootsgarage bis zu den Panorama-Scheiben im<br />

oberen Salon. Mit ihren CRN-Schwestern hat sie, bis auf einige Elemente im Unterwasserbereich,<br />

nichts gemeinsam. Sie kommt einem echten Einzelbau so nahe, wie man<br />

das in heutiger Zeit erwarten kann. Ihr dramatisches Design, die gelungene Integration<br />

von Innovationen und ihr verführerisches Innenleben machen sie zu einem echten<br />

Original, das sich von der Menge abhebt.<br />

&<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Auf dem Sonnendeck liegen Fitness-Raum und Wellness-Bereich mit Dampfsauna.


yachten Projekte<br />

I J'Ade<br />

J'Ade crn<br />

LÜA 60 m<br />

Lwl 47 m<br />

Breite 10,2 m<br />

Tiefgang 3 m<br />

verdrängung 755 t<br />

brz 939<br />

maschinen 2 x MTU 12V 4000 M61<br />

geschwindigkeit (max./reise) 15/14 kn<br />

treibstoff 115.000 l<br />

reichweite bei 14 kn 3.000 sm<br />

bugstrahlruder EAS-HRP 2001 TT<br />

generatoren 2 x Kohler 200 kW, 1 x Kohler 93 kW<br />

wasser 20.000 l<br />

eigner und gäste 10<br />

crew 13<br />

tender 1 x Riva Iseo; 1 x Crew-/Rettungsboot<br />

bauweise Stahlrumpf, Aufbauten Aluminum superstructure<br />

klassen Lloyd’s @100 A1 SSC Y, MONO, G6, L<strong>MC</strong>, <strong>MC</strong>A LY2<br />

konstrukteur CRN Engineering<br />

innendesign Zuccon International Project,<br />

CRN Interior & Design, Eigner<br />

aussendesign Zuccon International Project<br />

werft/baujahr CRN/2013; Ancona, Italien<br />

crn-yacht.com<br />

Mit umgeklappten Geländern verwandelt sich<br />

das Sonnendeck in ein Touch-and-Go-Helipad.<br />

Ein zweigeteiltes Bimini spendet Schatten<br />

Der zentrale Aufbau enthält Wellness-Bereich und Gym, davor warten<br />

Spa-Pool und Sonnenliegen auf die Gäste<br />

Auf dem Oberdeck kann man drinnen, aber auch<br />

draußen an einem runden Tisch für 14 Gäste speisen<br />

Auf dem Vorschiff sind Crew- und Rettungsboot und die Jetskis gestaut<br />

Der übliche Platz für den großen Dinner-Tisch wurde für den Flügel<br />

freigemacht, der Tisch wanderte ein Deck höher<br />

Vor den Gäste-Kabinen im Unterdeck liegen die Kammern der Crew.<br />

Die technischen Räume sind ebenfalls aufwendig gestaltet<br />

28 I 04/2013


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yachten Projekte I innendesign<br />

Über 50 Jahre nach ihrer Gründung<br />

bringt die <strong>Contest</strong>-Werft ihre erste<br />

Motoryacht heraus. Claus Reissig hatte<br />

seine Begegnung mit der <strong>52</strong> <strong>MC</strong> auf dem<br />

windigen Ijsselmeer.<br />

text Claus Reissig fotos Werft/Claus Reissig


Yachtcheck: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> I yachten projekte<br />

Der Bentley<br />

für den Segler<br />

Man hätte etwas anderes erwartet, ein<br />

anderes Schiff, ein anderes Design,<br />

irgendwie seglerischer, maritimer<br />

vielleicht. Eher Richtung Trawler,<br />

wenig PS, viel Sympathie? Eventuell eine Art Grand<br />

Banks, knuffig – aber das wäre retro gewesen. Stattdessen<br />

ist die erste Motoryacht der auf Segelyachten spezialisierten<br />

Traditionswerft <strong>Contest</strong> flach, breit, mit dunkel getönten<br />

Scheiben und einem langen Vordeck, das hat durchaus etwas<br />

von coolem Autodesign mit kurzem Coupé-Aufbau und<br />

Schiebedach, ein wenig ähnlich am ehesten den amerikanischen<br />

Lobster Boats, aber wesentlich moderner. Das Design<br />

ein Statement, kein Anbiedern an die Kundschaft, die<br />

eventuell ihrer Segelyacht nachtrauert und jetzt aufs Motorboot<br />

umsteigen muss, weil es zu anstrengend wird. Dieses<br />

Schiff ist zum Fahren da, weil man Lust drauf hat. Nichts ist<br />

mit Ruhestand und Ausklang, die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> (für Motor<br />

Cruiser) ist eigenständig und ein Neuanfang. Nicht nur für die<br />

Kunden, die tatsächlich häufig ehemalige (<strong>Contest</strong>-)Segler<br />

sind, sondern auch für die Werft. Das was hier zur Probefahrt<br />

am Steg liegt, hat es in der Form noch nicht gegeben, trotz<br />

steilem Bug eben nicht irgendeine Vergangenheit, irgendeinen<br />

Commuter zitierend, sondern ein Neuanfang, angefangen<br />

mit einem weißen Blatt Papier.<br />

Flach, 4,60 Meter breit, mit dunkel getönten Scheiben und einem langen Vordeck: Die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> ist ein Design-Statement.<br />

Der deutsche Konstrukteur Georg Nissen hat ein – im besten Sinne – kompromissloses Boot entworfen<br />

04/2013 I 31


Drehzahl beide Motoren Geschwindigkeit Treibstoffverbrauch Treibstoffverbrauch Reichweite Geräuschpegel dB/A<br />

(U/min) (kn) (l/h) (l/sm) (sm) (Tür offen/geschlossen)<br />

600 5 4 0,8 2.250 61/57<br />

800 6 6 1,0 1.800 61/60<br />

1.000 7 9 1,3 1.385 63/58<br />

1.200 8 14,3 1,8 1.000 65/59<br />

1.500 10,8 33 3,1 580 68/62<br />

1.800 12 62 5,2 346 69/67<br />

2.000 14,3 80 5,6 321 70/67<br />

2.200 17,6 90 5,1 353 71/68<br />

2.500 21,2 136 6,4 281 73/69<br />

2.700 23,7 160 6,8 265 75/72<br />

3.000 27 220 8,2 220 78/76<br />

3.080 27,7 240 8,7 207 79/76<br />

Obwohl die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> konstruktiv ein Halbgleiter ist, begibt sie sich bei knapp 18 Knoten in eine Gleitfahrt:<br />

Der Verbrauch sinkt zwischen 2.000 und 2.200 Umdrehungen pro Minute von 5,6 auf 5,1 Liter pro Stunde.<br />

Bei gut drei Knoten höherer Geschwindigkeit ergibt sich daraus zudem theoretisch eine rund 30 Seemeilen<br />

größere Reichweite (ohne Reserve). Trotz über der Wasserlinie endender Auspuffrohre ist der Geräuschpegel<br />

selbst bei geöffneter Schiebetür über den gesamten Drehzahlbereich relativ niedrig.<br />

32 I 02/2013


Yachtcheck: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> I yachten projekte<br />

Da ist es für den Segelyachtspezialisten vom Ijsselmeer<br />

eventuell genau anders herum, als man<br />

denken könnte. Die Vergangenheit als Motoryachtbauer<br />

ist nicht da, sie muss von <strong>Contest</strong><br />

Yachts nicht beschworen und konserviert werden, stattdessen<br />

kann man recht unbeschwert drauflos bauen. Das<br />

macht man im niederländischen Medemblik natürlich<br />

nicht. Konstrukteur der Motoryacht ist der Deutsche Georg<br />

Nissen, der in der Vergangenheit zahlreiche Segelyachten<br />

(unter anderem für <strong>Contest</strong>) entwarf und auch einige Motorboote<br />

in seinem Portfolio hat, den technischen Teil übertrug<br />

<strong>Contest</strong> an die Experten von Vripack. Denn darüber ist<br />

sich die mittlerweile dritte Generation der Eigentümerfamilie<br />

Conijn im Klaren gewesen: Mit einem Ruf, wie ihn <strong>Contest</strong><br />

mittlerweile auch bei größeren Yachten hat, ist die Zeit des<br />

Ausprobierens vorbei. Wenn ein neues Projekt wie der Motor<br />

Cruiser auf den Markt kommt, muss es auf Anhieb sitzen.<br />

Genug der Vorschusslorbeeren: Was ist schließlich dabei<br />

herausgekommen? Ganz <strong>Contest</strong> – ein kompromissloses<br />

Boot, im besten Sinne. Die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> ist eine Yacht für<br />

ein Ehepaar, Freunde dürfen dabei sein, müssen aber nicht,<br />

eine optimale Platznutzung stand daher nicht an erster Stelle.<br />

Die Laufdecks sind breit und bequem und auch bei Seegang<br />

sicher zu benutzen, dafür werden Abstriche in der Breite des<br />

Aufbaus hingenommen. Dank der großen Fensterflächen im<br />

Salon mit integrierter Pantry und integriertem Fahrstand fühlt<br />

man sich nicht beengt, auch wenn andere Werften sicher<br />

konsequenter jeden Zentimeter Breite ausnutzen. Apropos<br />

Breite – die <strong>52</strong> wirkt massiger und breiter, als sie es in Wirklichkeit<br />

ist. Sicherlich sind 4,60 Meter nicht wenig, aber heute<br />

schon fast das Mindestmaß für ein Schiff dieser Länge. Was<br />

der <strong>Contest</strong> im positiven Sinne fehlt, ist die Höhe. Knapp<br />

drei Meter beträgt der Abstand von der Wasseroberfläche<br />

zur Antennenoberkante im besten Fall, gemeinsam mit dem<br />

vom Schanzkleid verdeckten vorderen Aufbau und dem erwähnten<br />

auf Deckshöhe liegenden kurzen Salon ergeben<br />

sich ungewohnt flache Linien. An den Aufbau schließt ein<br />

ebenso ungewöhnliches Cockpit an, das nicht zugunsten des<br />

bestmöglichen Raumgefühls das gesamte Heck einnimmt,<br />

sondern – wie bei einer Segelyacht auch – in sich geschlossen<br />

ist, gut geschützt mit einem U-Sofa, hohen Rückenlehnen<br />

und Ausgängen, die auf die Laufdecks führen.<br />

Hoch ist die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> nicht: Knapp drei Meter sind es nur<br />

von der Wasseroberfläche zur Antennenoberkante. Gemeinsam<br />

mit dem vom Schanzkleid verdeckten vorderen Aufbau und dem<br />

auf Deckshöhe liegenden Salon ergeben sich dadurch ungewohnt<br />

flache Linien. Die Laufdecks sind breit und bequem und<br />

auch bei Seegang sicher zu nutzen<br />

Schiffstüren nach A-, B-, C- und H-Klasse,<br />

als Klapp- und Schiebetüren mit oder ohne Fenster.<br />

...weil nur das Beste gut genug ist.<br />

Das sind dann aber auch schon die einzigen Gemeinsamkeiten<br />

mit <strong>Contest</strong>s Segelyachten. Dreht man die Schlüssel<br />

am einzigen Steuerstand um, erwachen zwei Cummins-Diesel<br />

mit je sechs Zylindern und je 8,3 Litern Hubraum zum Leben,<br />

1.200 PS stehen 16,6 Tonnen Verdrängung gegenüber,<br />

ein Leistungsgewicht, dass die <strong>52</strong> <strong>MC</strong> irgendwo zwischen<br />

Gleiter und Halbgleiter einsortiert. Was passiert, wenn man<br />

die Hebel auf den Tisch drückt, lässt sich mit einem Wort<br />

beschreiben: beeindruckend. Nachdem die Maschinen die<br />

ersten fünf Sekunden mit Einkuppeln und Auf-Drehzahl-<br />

Kommen verbringen, schießt die Yacht in den nächsten acht<br />

Sekunden auf 23 Knoten, durcheilt locker das Drehzahlband,<br />

bis die Digitalanzeigen bei Volllast und nahezu 28 Knoten zur<br />

Ruhe kommen.<br />

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04/2013 I 33<br />

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yachten Projekte<br />

I Yachtcheck: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong><br />

Das Testschiff ist mit einer Pantry im Salon ausgebaut. Die<br />

großzügige Eigner-Kabine befindet sich im Bug, die beiden<br />

Gästekabinen reichen unter den Salon. Vor den Kabinen<br />

schließen großzügige Bäder an.<br />

Kraft ist so reichlich vorhanden, das Ambiente so<br />

gediegen, dass dem Autor als Vergleich lediglich<br />

ein Bentley bleibt. Der auf hohe Geschwindigkeiten<br />

optimierte Halbgleiter hebt mit seinem im achteren<br />

Bereich recht flachen Rumpf den Bug beim Beschleunigen<br />

nur minimal an, immer bleibt vom Steuerstand ein guter Blick<br />

voraus, das ist beileibe nicht bei allen Booten so. Die für maximale<br />

Reichweite ideale Reisegeschwindigkeit haben wir bei<br />

2.200 Umdrehungen und knapp 18 Knoten ermittelt. 350<br />

Seemeilen weit käme man theoretisch mit den getankten 1,8<br />

Tonnen Diesel, würde man jeden Tropfen nutzen. Viel Sprit für<br />

ehemalige Segler, das weiß auch die in der Werft für Marketing<br />

verantwortliche Annick Conijn: „Tanken? Gehört dazu“,<br />

sagt sie, „aber ganz ehrlich: Wer fragt danach, wenn das Schiff<br />

fast eine Million Euro kostet?“ Und andere Dinge an Bord kosten<br />

schließlich auch viel Geld. Allein 80.000 Euro sind für den<br />

optionalen so genannten Seakeeper im Maschinenraum fällig.<br />

Einmal auf einige Tausend Umdrehungen gebracht wie ein<br />

großer Brummkreisel verhindert er höchst beeindruckend fast<br />

sämtliche Rollbewegungen des Schiffes. Für die dazu notwen-<br />

34 I 04/2013


dige Energie muss die neue <strong>Contest</strong> mit einem ebenso optionalen<br />

Generator ausgestattet werden.<br />

Trotzdem man quasi auf den – zugunsten des idealen Längstrimms<br />

weit vorn installierten – Maschinen steht, bleibt es unter<br />

Deck leise. Man könnte fast die sprichwörtliche Nadel fallen<br />

hören, läge nicht Teppich auf dem Boden. Gerade einmal 68<br />

Dezibel untermalen die Unterhaltung bei geschlossener und<br />

71 bei offener Schiebetür zum Heck in der erwähnten langsamen<br />

Gleitfahrt, auch dafür waren Experten am Werk. <strong>Contest</strong><br />

hat die Geräusch- und Vibrationsoptimierung den Ingenieuren<br />

von van Cappellen übertragen, Schwergewichten auf<br />

diesem Gebiet. Schließlich wollte man nichts weniger, als die<br />

<strong>Contest</strong> unter den Motoryachten bauen, keine leichte Aufgabe.<br />

Dass bei so viel Licht auch ein wenig Schatten fällt, darf daher<br />

nicht verwundern. So fährt das Boot recht nass, zumindest bei<br />

den heute vorherrschenden vier bis fünf Windstärken war der<br />

Aufenthalt im Cockpit während der Fahrt nicht trocken möglich,<br />

der Eigner des Schiffes hat es um ein stabiles Cockpitzelt erweitert.<br />

Zudem neigte die Gischt der Bugwelle bei bestimmten<br />

Geschwindigkeiten dazu, ins offene Schiebedach zu wehen.<br />

Offensichtlich sind das konstruktive Besonderheiten, die man<br />

zugunsten des optimierten Rumpfes in Kauf nehmen muss.<br />

Mit CE-Kategorie A ist das Schiff für die offene See ausgelegt,<br />

ein Sprung von Holland über den Kanal nach England<br />

Ausstattung vom Feinsten: Auch die Inneneinrichtung der<br />

<strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> erfüllt die hohen Standards der <strong>Contest</strong>-Kunden


yachten Projekte<br />

1<br />

interior layout<br />

I Yachtcheck: <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong><br />

oder eine ausgedehnte Skandinavien-Tour sollten kein Thema<br />

sein. Wer länger unterwegs ist, wird die Qualität, mit der die<br />

Yacht hergestellt wurde, zu schätzen wissen. Die Konstruktion<br />

erfolgt (wie bei allen <strong>Contest</strong>-Yachten) im Vakuum-Infusionsverfahren,<br />

eine hohe Stabilität und ein geringer Harzanteil<br />

im Laminat sind die Folge. Trotz des ruppigen Wetters ist im<br />

Schiff kein Knarren und Knirschen zu hören, das würde auch<br />

sofort auffallen. Unser Testschiff war mit der Pantry im Salon<br />

und drei Kabinen im unteren Deck ausgebaut, die großzügige<br />

Eignerkabine ist im Bug untergebracht, die beiden Gästekabinen<br />

reichen unter den Salon und sind entsprechend kleiner.<br />

Beidseits schließen vor den Kabinen großzügige Bäder an.<br />

Der Steuerstand bietet auch bei maximaler Beschleunigung<br />

immer einen guten Blick voraus<br />

Nach seiner Vorstellung in der Segelboothalle der diesjährigen<br />

boot in Düsseldorf ist die <strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong> schon ein kleiner<br />

Verkaufserfolg bei ehemaligen Seglern. Und alle bisher bestellten<br />

Boote wurden mit den aufpreispflichtigen 600-PS-<br />

Maschinen geordert, Standard wären zweimal 300 – wer sagt<br />

da noch, dass Segler keine großen Maschinen mögen... &<br />

<strong>Contest</strong> <strong>52</strong> <strong>MC</strong><br />

LüA 15,93 m<br />

breite 4,60 m<br />

tiefgang 0,85 m<br />

durchfahrtshöhe ab 2,88 m<br />

verdrängung 16.600 kg<br />

motoren 2x Cummins QSC 8.3-305; je 442 kW (600 PS)<br />

generator Mastervolt Whisper 12 Ultra (12 kW)<br />

treibstofftank 1.800 l<br />

trinkwassertank 700 l<br />

schmutzwassertank 250 l<br />

Navigationselektronik Raymarine<br />

kabinen 3<br />

kojen 6-8<br />

baumaterial GFK-Komposit im Vakuumverfahren<br />

CE-Entwurfskategorie A (Hochsee)<br />

design Georg Nissen<br />

technik <strong>Contest</strong> Yachts/Vripack Naval Architecture<br />

innendesign Wetzels Brown Partners<br />

preis ab 1.176.910 Euro<br />

werft <strong>Contest</strong> Yachts, Medemblik<br />

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händler Lengers Yachts, Muiden<br />

lengersyachts.com<br />

Standardausrüstung (Auswahl)<br />

2x Cummins QSB 5.9-305; je 224 kW (305 PS); Anker<br />

(Delta 20 kg) und Kette (50 m); elektrische Winde;<br />

Rumpf/Aufbau weiß; Fender/Leinen; Ausbau in Teak;<br />

Radio/CD; Geschirr/Gläser in speziellen Halterungen;<br />

Bugstrahlruder; Landanschluss/Inverter;<br />

Navigationsinstrumente (Raymarine+)<br />

3 CONTEST YACHTS<br />

36 I 04/2013


PREMIERE CONTEST 72CS<br />

WIR TREffEN uNS auf dER fESTIval dE la PlaISaNCE dE CaNNES.<br />

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Mit über einem halben Jahrhundert Erfahrung und den allerneuesten Technologien baut <strong>Contest</strong> Yachts im<br />

Vakuum-Injektionsverfahren hochwertige Kunststoff-Segelyachten für Eigner, denen das Beste gerade gut genug ist.<br />

Niederländische Qualität auf höchstem Niveau, erstklassige Innenausstattungen und ausgezeichnete Handhabung<br />

zeichnen jede einzelne <strong>Contest</strong> Yacht aus. Die in Familienbesitz befindliche Werft baut ihre von Lloyds abgenommenen<br />

Performance Cruiser komplett im eigenen Haus.<br />

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The Netherlands<br />

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www.contestyachts.com


yachten Projekte I technik<br />

Nauta<br />

155’<br />

Sloop<br />

38 I 04/2013


Um mit einem echten Flaggschiff die Range<br />

ihrer Hochleistungs-yAchten zu krönen,<br />

hat Nauta Design eine mächtige Slup<br />

konzipiert. Die Yacht ist 155 FuSS (47.25 m) lang,<br />

umgesetzt wurde sie in Zusammenarbeit mit<br />

den Konstrukteuren von Reichel-Pugh.<br />

text claus reissig<br />

fotos nauta design/Reichel-pugh<br />

04/2013 I 39


yachten Projekte I technik<br />

Wasserlinie, Kiel, Ruder und Segelplan wurden in Kalifornien entwickelt. Design,<br />

Aufteilung, Deck und Interior stammen aus der Mailänder Design-Abteilung<br />

Sie ist die gröSSte Segelyacht, die jemals<br />

von Nauta entworfen wurde, ein<br />

Meilenstein für die Firma. Die Vorstudien<br />

für die 155 Fuß lange Slup sind bereits in einem<br />

fortgeschrittenen Stadium und wurden inspiriert durch das<br />

Interesse eines Kunden an einem Hochleistungs-150-Füßer.<br />

Wasserlinie, Kiel, Ruder und Segelplan wurden wie üblich<br />

in Reichel-Pugh/Nauta-Zusammenarbeit in Kalifornien entwickelt,<br />

während Design, Aufteilung, Deck und das Interior<br />

Design von der in Mailand beheimateten Design-Abteilung<br />

entstanden.<br />

Der Rumpf ist ein Schnell-Segler der letzten Generation<br />

mit einer achtern sehr breiten Wasserlinie, wobei darauf<br />

geachtet wurde, die benetzte Fläche nicht zu groß werden<br />

zu lassen. Am Wind soll das Schiff davon gemeinsam mit<br />

einer langen Wasserlinie direkt profitieren.<br />

Zusammengerechnet ergeben die beiden Flächen der<br />

Doppelruderanlage nicht mehr als die eines einzelnen Ruderblatts.<br />

Der Wirkungsgrad ist jedoch wesentlich höher, da<br />

das leewärtige Ruderblatt bei Lage senkrecht im Wasser<br />

steht und die Strömung lange laminar anliegt.<br />

versteckt sich hinter einem 35 Zentimeter hohen Schanzkleid.<br />

Damit erhöht sich zudem die Sicherheit beim Arbeiten<br />

an Deck, mit 30 Zentimetern Stärke bietet es gleichzeitig<br />

einen praktischen und komfortablen Sitz beim Segeln und<br />

vor Anker, wobei der Handlauf als Rückenlehne dient.<br />

Passend zu den länglichen Deckshaus-Fenstern wurde<br />

das Schanzkleid mit langen Öffnungen geplant, um Licht<br />

in den Innenraum zu lassen und einen guten Ausblick zu<br />

ermöglichen. Die vier Zentimeter über dem Deck befindlichen<br />

Öffnungen sind bei Seegang zudem als Speigatten<br />

vorgesehen. Dank einer umlaufenden Lichtkante, die das<br />

Deckshaus optisch vom Deck trennt, scheint es auf dem<br />

Deck zu schweben<br />

An Deck ist der zentrale Punkt des Bootes die Form und<br />

das Design des Hecks. Eine breite, niedrige Plattform knapp<br />

über der Wasserlinie bildet eine Meer-Lounge für den Eigentümer,<br />

die Eignerkabine ist durch einen abgewinkelten,<br />

verglasten Niedergang mit Schiebetür damit verbunden.<br />

Das Zentrum des sozialen Lebens des Bootes ist der äußere<br />

Ruhe- beziehungsweise Essbereich, der einfach zu<br />

Esstisch, Couchtischen oder einer Liegewiese umgestaltet<br />

werden kann.<br />

&<br />

Das Endergebnis ist ein sehr aggressives Profil mit einem<br />

außergewöhnlichen günstigen Längen-/Verdrängungs-<br />

Verhältnis. Dank einer Prepreg-Karbon-Konstruktion soll<br />

ein Trockengewicht von lediglich 120 Tonnen möglich sein.<br />

Um die Leistungen der Yacht noch weiter zu verbessern,<br />

wurde ein Hubkiel eingeplant, mit dem dank des erhöhten<br />

aufrichtenden Moments die Am-Wind- und Reach-Leistungen<br />

extrem verbessert werden sollen. Der errechnete Speed<br />

beträgt am Wind 16,5 Knoten, raumschots im Surf sollen<br />

maximal 28 Knoten möglich sein.<br />

Der Stil des Bootes definiert sich durch seine sehr klaren<br />

Linien. Das Deckshaus-Profil wird sehr niedrig gehalten und<br />

technische daten<br />

LÜA 47,25 m<br />

LWL 43,65 m<br />

Breite 9,58 m<br />

tiefgang 4,75 - 7 m<br />

verdrängung 120 t<br />

diesel 9.000 l<br />

wasser 5.000 l<br />

rumpfmaterial Prepreg-Karbon-Komposit<br />

maschine VW TDI 350-8; 258 kW (350 PS)<br />

konstrukteur Reichel Pugh Yacht Design<br />

Design, Deck and Interior Nauta Design<br />

nautayachts.com, reichel-pugh.com<br />

40 I 04/2013


72<br />

DH<br />

Built for Sailors<br />

SALON NAUTIQUE CANNES<br />

10.9.-15.9.2013<br />

SALÓN NÁUTICO BARCELONA<br />

24.9.-29.9.2013<br />

SALONE NAUTICO GENOVA<br />

2.10.-6.10.2013<br />

BOOT DÜSSELDORF<br />

18.1.-26.1.2014<br />

Solaris Yachts Custom | info@sycustom.com | Tel. +41 91 641 71 02 | www.solarisyachts.com


yachten Projekte I solaris 72 DH<br />

Geschwindigkeitsrausch auf dem Performance Cruiser: Das Doug-Peterson-Design<br />

kommt schon bei leichter Brise richtig gut in Fahrt<br />

42 I 04/2013


Der weiterentwickelte<br />

22-m-<br />

Performance<br />

Cruiser der<br />

renommierten<br />

italienischen<br />

Solaris-Werft<br />

schraubte die<br />

ErWArtungen an<br />

Design, Leistung<br />

und Ausführung<br />

hoch. Sie wurden<br />

beim Test des<br />

ersten Neubaus<br />

im toskanischen<br />

Archipel noch<br />

übertroffen.<br />

SOLARIS<br />

72 DH<br />

Text monika kludas fotos solaris<br />

04/2013 I 43


yachten Projekte<br />

I solaris 72 DH<br />

Schon auf den ersten Blick gibt<br />

sich die erste neue Solaris 72 DH namens<br />

Lily’s mit ihrem flachen U-förmigen<br />

Hauptspant, dem in der Mitte konzentrierten Lateralplan<br />

und dem eingezogenen Spiegelheck als<br />

sportliche Hochseeyacht zu erkennen. Der Entwurf<br />

stammt von Doug Peterson, der nicht nur zahlreiche schnittige<br />

Kreuzer- und IOR-Yachten konstruierte, sondern auch das erfolgreiche<br />

Design der America’s Cup-Gewinner America³ und NZ<br />

32 Black Magic maßgeblich mitgestaltete. Für die italienische<br />

Werft Solaris hat er bereits das Vorgängermodell des Performance<br />

Cruisers gezeichnet, von dem bis 2010 sechs Exemplare<br />

gebaut wurden. „Hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten<br />

unter allen Wetterbedingungen war das formulierte Ziel“, sagt<br />

Vertriebschef Paolo Buonvicini von Solaris Yachts Custom. „Bei<br />

unseren Blauwasseryachten ist Doug Peterson immer der optimale<br />

Partner für schnelle Allrounder.“ Das seit 40 Jahren für<br />

hohe Qualität bekannte Unternehmen arbeitet aber auch mit<br />

Bill Tripp und Javier Soto Acebal zusammen. „Bei der aktuellen<br />

Deckshaus-Version 72 DH von Peterson wurde das Konzept<br />

des zentralen Salons mit Rundumsicht und darunter liegendem<br />

Maschinenraum beibehalten“, umreißt Buonvicini die<br />

Neuentwicklung. Die Rumpfform, der Kiel, das Ruder und der<br />

Alles in Reichweite: Der Rudergänger kann auch allein Segel setzen,<br />

trimmen, Manöver fahren und navigieren. Großzügige Sitz- und<br />

Liegeflächen sind geschickt verteilt<br />

Segelplan wurden jedoch einem gründlichen Relaunch unterzogen<br />

und lassen dem Eigner zudem viel Entscheidungsfreiheit<br />

bei der maßgeschneiderten Innenausstattung. Die Sandwich-Konstruktion<br />

aus geschlossenzelligem Airex-Kern sowie<br />

uni- und bidirektionaler Glasfaser wird an besonders belasteten<br />

Stellen durch Karbon und im Bodenbereich durch Längs- und<br />

Querträger aus Komposit oder Mahagoni-Bootsbausperrholz<br />

verstärkt. Vor allem die Schotten sind als tragende Elemente<br />

rundum mit Rumpf und Deck verleimt. „Kiel, Ruder und der<br />

vierflügelige Faltpropeller wurden durch Tests im nautischen<br />

Forschungsinstitut Wageningen/NL für Motor, Getriebe und<br />

Rumpfform optimiert“, betont Kapitän Guiseppe Rivetti, der die<br />

Bauaufsicht für den Eigner hatte.<br />

Ein harmonisches, geradliniges Deckslayout betont das unkomplizierte<br />

Handling und den großzügigen Lebensraum.<br />

Wird das Beiboot nicht auf dem Vorschiff in einer Halterung<br />

gelagert, sondern achteraus mitgeführt, kann sich die<br />

freie Decksfläche in einen riesigen Abenteuerspielplatz für<br />

Kinder verwandeln oder zum Fitnesstraining und selbstverständlich<br />

zum Relaxen genutzt werden. Wahlweise ist ein<br />

dem Stabdeck nachempfundener Esthec-Belag oder ein<br />

echtes Teakdeck ohne Aufpreis erhältlich.<br />

44 I 04/2013


yachten Projekte<br />

I solaris 72 DH<br />

Das Deckshaus hinter dem Mast wirkt durch optisch geschickt<br />

angelegte, fließende Linien sehr flach, obwohl sich darunter<br />

ein vollwertiger Salon mit großer lichter Höhe verbirgt. Von<br />

der sanft ansteigenden Fensterfront setzen sich zwei weiße<br />

Streifen über die langgestreckten Seitenfenster bis zu den<br />

Seitenwänden des achteren Aufbaus fort. Der Mittelteil des<br />

Dachs besteht jedoch aus Esthec und vermittelt dadurch<br />

eine vom Bug bis zum Heck homogene Decksfläche. Auch<br />

die breiten Seitendecks tragen dazu bei. Zwischen dem Niedergang<br />

und dem seglerischen Aktionszentrum ganz achtern<br />

bleibt viel Platz für herrliche Liege- und Sitzflächen, da sie<br />

auf gleicher Höhe wie die Seitendecks konstruiert wurden<br />

und von ihnen nur durch die Süllbords mit den weit achtern<br />

stehenden Vorsegelschotwinschen getrennt sind. Die beiden<br />

Cockpittische lassen sich zu einem großen Esstisch oder Büffet<br />

aufklappen, auf dem die Speisen für ein opulentes Menü<br />

oder für eine große Party Platz finden. Die Sprayhood und ein<br />

stabiles Bimini überlappen sich so, dass Sonne und Regen<br />

das Bordleben auch während des Segelns nicht trüben und<br />

der Niedergangsbereich immer trocken bleibt. Will man konsequent<br />

auf Geschwindigkeit segeln, nimmt man Stoff und<br />

Stützen des Sonnendachs einfach weg und klappt die Sprayhood<br />

ganz flach auf das Deckshaus.<br />

Für die Ausrüstung ist ausreichend Platz in einer Vorpiek<br />

neben dem Ankerkasten, in Backskisten vor den Steuerständen<br />

sowie in zwei großen Lazarettes. Auf Lily’s wurden<br />

hier unter anderem der Bauer Tauchkompressor mit<br />

Flaschen, zwei Rettungsinseln, Fender, Festmacher und<br />

Klappfahrräder untergebracht. Aus einem separaten Fach im<br />

Spiegel fährt man auf Knopfdruck die Besenzoni-Passerelle<br />

zum Landgang aus. Eingebaute blaue Leuchten weisen den<br />

sicheren Weg. Originell ist auch der Zugang zur Badeplattform:<br />

Während die Heckklappe geöffnet wird, schiebt sich<br />

gleichzeitig eine zweistufige Treppe heraus.<br />

Ein Deck mit viel Freiraum und klarer Aufteilung:<br />

Der flache Aufbau betont die fließenden Linien<br />

Auf dem Achterschiff sind fast alle Bedienelemente des Riggs<br />

konzentriert und von den Steuerständen aus sehr gut zu erreichen.<br />

Das lässt die Seglerherzen kleiner Crews höher schlagen.<br />

Dank Hydraulik und kraftvoll dimensionierter, elektrischer<br />

Lewmar-Winschen beherrscht eine Person die Yacht auch allein,<br />

wenn sie zum Setzen, Trimmen oder Wechsel der Segel<br />

den Autopiloten einschaltet. Der High Modulus-Karbonmast<br />

und der Baum für das Rollgroßsegel stammen von Hall Spars,<br />

die Gewicht sparende 3DL 680 Segelgarderobe von North<br />

Sails. Von den drei Reckmann-Rollreffanlagen ist diejenige für<br />

den abnehmbaren Code Zero im Bugbeschlag integriert.<br />

Draußen vor der Halbinsel Monte Argentario weht nur eine<br />

leichte Brise von zwei bis drei Beaufort und so rollen wir mit<br />

leichtem Fingerdruck auf die entsprechende Taste am Steuerpult<br />

das Großsegel von 134 Quadratmetern und den noch<br />

100 Quadratmeter größeren Code Zero aus. Bei 70 Grad am<br />

wahren Wind zieht Lily’s mit rund 8,5 Knoten ihre Bahn durch<br />

eine kurze Welle auf einer hohen Restdünung. Doch nach dem<br />

Abfallen auf einen Raumschotkurs von 100 Grad beschleunigt<br />

sie rasch auf zehn Knoten, zeitweise sogar elf. Gut getrimmt<br />

erfordert sie nur wenig Ruderlage und liegt komfortabel auf<br />

dem Wasser. Böendruck setzt sie auf allen Kursen unmittelbar<br />

in Speed um. Auf dem breiten Süllbord neben dem Steuerrad<br />

sitzt man sowohl in Luv als auch in Lee sehr bequem und so<br />

ist das Dahinrauschen purer Lustgewinn. Gelegentliche Segelmanöver<br />

wie Wenden und Halsen erfordern wegen der zwei<br />

Vorstagen das Einrollen von Code Zero oder Genua, was aber<br />

nicht sehr aufwendig ist. Kompass und Displays auf beiden<br />

Steuerpulten sowie die großen, gut ablesbaren B&G-Instrumente<br />

auf dem Süllbord liefern alle erforderlichen Navigationsdaten.<br />

Nach dem nächtlichen Durchgang einer Regenfront hat<br />

der Wind zunächst auf vier Beaufort aufgefrischt und so kommt<br />

am nächsten Tag die Genua zum Einsatz. Mit einem guten<br />

Schrick in den Schoten läuft die Solaris 72 DH beständig zwischen<br />

acht und neun Knoten und nimmt später nach dem<br />

Abflauen auch hoch am Wind nur ein bis zwei Knoten an Geschwindigkeit<br />

zurück. So dürften Langstrecken mit dieser Yacht<br />

interessant und gut zu verwirklichen sein.<br />

Auch unter Motor reagiert die 22-Meter-Yacht zügig auf die<br />

Ruderlage und wendet mit rund drei Knoten Fahrt ohne zugeschalteten<br />

Bugstrahler in einem Kreis von etwa anderthalb<br />

Schiffslängen Durchmesser. Die Bedien- und Kontrollinstrumente<br />

sind neben dem Steuerbord-Ruderstand eingebaut.<br />

Beim Aufstoppen aus der ökonomischen Marschfahrt von 8,5<br />

Knoten durch kräftigen Hebeldruck bleibt Lily’s trotz Winddruck<br />

auf Sprayhood, Bimini und den breiten Baum auf Kurs. Was<br />

will man mehr als ein zuverlässig reagierendes, nicht übermotorisiertes<br />

Boot!<br />

Schauen wir uns nun das Interieur an. Sogleich überrascht der<br />

Niedergang mit haptischer Sinnlichkeit: Der Niro-Handlauf ist<br />

mit naturfarbenem Leder überzogen und gibt dadurch zusätzlich<br />

sicheren Halt. Unten öffnet sich der weite Decksalon mit<br />

Oberflächen aus Canaletto-Nussbaum: An Backbord lädt der<br />

massive Esstisch mit einem U-förmigen Sofa und zwei sepa-<br />

46 I 04/2013


MY CAKEWALK JEFF BROWN / SUPERYACHT MEDIA


yachten Projekte<br />

I solaris 72 DH<br />

Der Panoramablick aus dem geräumigen Decksalon freut auch den Navigator (oben).<br />

Beschläge und Oberflächen sind erstklassig verarbeitet (unten)<br />

raten Plätzen zu geselligen Runden mit Gästen ein. An Bord<br />

von Lily’s dominieren hellbraune Lederpolster, chemiefrei hergestellt,<br />

mit einer angenehmen, natürlichen Struktur. Optional liefert<br />

die Werft auch zusätzliche Schonbezüge aus cremefarbenem<br />

Leinen. Eine Ablagefläche rings um das U-Sofa ist nicht<br />

nur für Freizeitlektüre und Sonnenbrillen praktisch, unter den<br />

Frontfenstern haben auch Handbücher in Halterungen ihren<br />

sicheren Standort. Weitere Schränke und Fächer, auch in den<br />

Niedergangsstufen, ergänzen das Stauraumangebot.<br />

Weil das Deckshaus wie ein Sportwagen-Coupé nach oben<br />

etwas schlanker wird und vier große Skylights aufweist, ist<br />

gleichzeitig das Blickfeld aus dem Salon äußerst großzügig –<br />

ein Vorteil ebenso am Navigationsplatz. Dieser liegt an Steuerbord,<br />

am achteren Ende eines langen Sideboards, das bequem<br />

zum Arbeiten mit Seekarten und Handbüchern genutzt<br />

werden kann, zumal der Schrank darunter eine großformatige<br />

Kartenschublade enthält. Natürlich wird man in erster Linie<br />

auf den Kartenplotter und die übrigen Geräte zurückgreifen,<br />

die – komplett für eine Weltumsegelung – zur Standardausrüstung<br />

gehören. Sie basiert auf dem Furuno Navnet System<br />

mit Radar, zwei GPS-Empfängern, Echolot, Voraussonar und<br />

AIS-Transceiver. Die Daten können sowohl auf den Displays in<br />

der Navigation als auch auf den Monitoren am Steuerstand, in<br />

der Kapitäns- und in der Eignerkabine abgerufen werden. Die<br />

Deckssalonfenster durchfluten zwar den Innenraum mit viel<br />

Licht, heizen ihn aber nicht auf. Dafür sorgt ein Schichtenaufbau,<br />

der für Wärme und UV-Strahlung undurchlässig ist.<br />

Die zentrale Position dieses wichtigsten Wohnbereichs unmittelbar<br />

hinter dem Mast und im Bereich der größten Schiffsbreite<br />

wurde so gewählt, dass der Maschinenraum darunter mit<br />

allen Aggregaten für ein komfortables Bordleben ausgestattet<br />

werden konnte, ohne den Gewichtstrimm der Yacht nach<br />

achtern zu verschieben. Sein weiterer Vorteil sind die kurzen<br />

Leitungswege im gesamten Schiff. Er ist über zwei Luken<br />

– eine innen, eine an Deck – gut zugänglich und für seine<br />

Größe wartungsfreundlich ausgelegt. Der Common Rail-Diesel<br />

48 I 04/2013


von Cummins mit 260 PS zeichnet sich durch große Laufruhe<br />

aus, sodass man ihn beim Starten an Deck fast nicht hört. Auf<br />

generelle Schallisolierung, die auch Propeller- und Wassergeräusche<br />

in den Kabinen effektiv dämpft, wurde besonderer Wert<br />

gelegt. Die Alfa Laval-Dieselreinigungsanlage arbeitet auch als<br />

Transferpumpe zum Trimmen der Tanks. Im Maschinenraum<br />

kann eine Überwachungskamera installiert werden, deren<br />

Bilder auf den genannten Displays abrufbar sind. „Der durchschnittliche<br />

Treibstoffverbrauch des Motors“, so Kapitän Rivetti,<br />

„beläuft sich in Marschfahrt auf zehn bis elf Liter pro Stunde,<br />

der des Generators auf bis zu 2,5 Liter pro Stunde.“<br />

Klimaanlage und Lüftung sind für eine Yacht dieser Größe<br />

geradezu luxuriös ausgeklügelt. „Die Wohnräume können sowohl<br />

mit Hilfe der Abwärme des Motors als auch durch eine<br />

Eberspächer-Heizung oder bei Landanschluss durch zwei<br />

Elektroheizanlagen individuell erwärmt werden“, erläutert der<br />

Kapitän. „Die Ventilation drückt die gereinigte und kühl oder<br />

warm temperierte Außenluft mit 300 bar durch die Rohre,<br />

saugt aus den Wohnräumen aber nur 280 bar heraus, so dass<br />

der leichte Überdruck zu den Sanitärräumen eine Vermischung<br />

mit deren Luft verhindert.“<br />

Den Durchgang vom Decksalon nach vorn hat Innendesigner<br />

Alessandro Puia asymmetrisch nach Steuerbord verlegt, wo<br />

nur schlankes Interieur wie das Gästebad mit Tages-WC und<br />

Ölzeug-Trockenschrank eingebaut ist. Das kommt der Kabine<br />

an Backbord zugute. Während auf vielen Yachten der durchgehende<br />

Mast als Salon-Solitär zu betrachten ist, findet man<br />

hier den Unterbau hinter der Tür in einem Schrank verborgen.<br />

Weil die beiden Kojen, die auf Lily’s den Kindern des Eignerpaares<br />

gehören, übereinander liegen, steht in fünf raumhohen<br />

Schränken viel Stauraum zur Verfügung. Sogar für einen<br />

Schreibtisch mit Hocker ist Platz. Im vorderen Wohnbereich<br />

kann auch die Bilge zur Aufbewahrung von Proviant oder Ausrüstung<br />

genutzt werden.<br />

Harmonische Kontraste kennzeichnen die Wahl der Materialien<br />

und die Gestaltung der Oberflächen durch das Serigi Design<br />

Team. Nussbaum dominiert das Interieur von Lily’s, horizontal<br />

gemaserte Kabinentüren aus furniertem Balsakomposit<br />

unterbrechen die vertikalen Linien. Der Boden ist ebenfalls ein<br />

Leichtgewicht und mit hellem Bambus furniert. Als mediterrane<br />

Eyecatcher setzen Waschbecken oder Lavabo aus gelbem<br />

Olivenholz einen warmen Akzent.<br />

Gewicht sparende Materialien in der Eignerkabine: Bambusfurnier,<br />

Balsakomposit und Leder ergänzen die Nussbaummöbel (oben).<br />

Galley mit Crew-Essplatz vor der Schalttafel (unten)<br />

Zwei Skylights mit Sonnenblende und Insektenschutz sowie zwei<br />

Seitenfenster spenden Licht in der Eignerkabine, die mit Ensuite<br />

das gesamte Vorschiff einnimmt. Soll der Raum violett oder rot<br />

illuminiert oder das Licht gedimmt werden? Die LED-Deckenleuchten<br />

von Inspirit versprühen ihre Farben auf Knopf-druck.<br />

Und noch ein Detail: Lichtbuttons leuchten auf Lily’s tagsüber rot<br />

und nachts blau, sodass man sie sicher findet oder sich sogar<br />

ohne Deckenlicht an ihnen orientieren kann. Dem Queensize<br />

Doppelbett gegenüber steht an Steuerbord ein Schreibtisch,<br />

beides flankiert von Hoch- und Unterschränken sowie Schubfächern.<br />

Der Eingang ins Bad mit separater Duschkabine und<br />

eigenem Skylight, leisem Tecma Elektro-WC für Süß- und Salzwasser<br />

und Waschtisch mit Spiegelfront ist stufenlos. Auch<br />

große Personen finden hier noch reichlich Stehhöhe.<br />

Hinter dem Decksalon erstreckt sich an Steuerbord die L-förmige<br />

Galley, komplett mit kardanischem Herd und Backofen,<br />

Spüle, Kühl- und Gefrierschränken. Sie ist so geräumig, dass<br />

auch zwei Personen darin arbeiten können. Für eine zweiköpfige<br />

Crew gibt es einen eigenen Essplatz und eine Achterkabine<br />

über die gesamte Schiffsbreite mit zwei Etagenbetten an<br />

Steuerbord und dem Bad mit Waschmaschine und Trockner<br />

an Backbord. Es grenzt sinnvoll an das Ensuite der achteren<br />

Gästekabine, die mit einem großen Doppelbett und mehreren<br />

Schränken ausgestattet ist. Im Durchgang zur Galley stehen<br />

gut erreichbar zwei Schaltschränke. Telekommunikation wird<br />

landgestützt und über Satellit betrieben. Überall auf der Yacht<br />

ist Internet-Empfang möglich und eine Bose-Anlage bietet genussvolle<br />

Hörerlebnisse.<br />

04/2013 I 49


yachten Projekte<br />

I solaris 72 DH<br />

Eine große Auswahl von Hölzern, Marmor und Corian steht<br />

zur Auswahl und die Gestaltung des Interieurs ist im Rahmen<br />

der fest vorgegebenen Schotten frei wählbar. Sicherheit wird<br />

auf der Hochseeyacht groß geschrieben: Handläufe auf dem<br />

Deckshaus, hohe Reling, breite Fußreling und selbstleuchtende<br />

LEDs an Deck beschreiben nur eine kleine Auswahl.<br />

Die Solaris 72 DH überzeugt durch ihr klar durchdachtes Layout,<br />

das von der langen Erfahrung der Werft mit dem Bau<br />

von Blauwasserseglern profitiert. Sie macht einen sehr geschmackvollen<br />

und zugleich sportlichen Gesamteindruck,<br />

ließ sich beim Test problemlos segeln und bietet sechs Personen<br />

und einer zweiköpfigen Crew unter Deck gut Platz und<br />

an Deck viel Freizeitspaß. In allen Details zeigt sie klar und<br />

deutlich, dass sie für schnelles, komfortables Fahrtensegeln<br />

auch mit kleiner Crew konzipiert ist, und dafür bedurfte es<br />

keinerlei Kompromisse.<br />

&<br />

Badeplattform mit Extrafach für die automatische Passerelle<br />

solaris 72 dh<br />

LÜA 21,90 m<br />

Lwl 19 m<br />

Breite 5,78 m<br />

Tiefgang 2,90 m<br />

verdrängung 42 t<br />

ballast 12,5 t<br />

mast und spieren Hall Spars<br />

segelfläche grossegel 134 m 2<br />

segelfläche Genua 118 m 2<br />

segelfläche Code zero 230 m 2<br />

motor Cummins CMD QSB 5.9 230 PS<br />

getriebe ZF85A<br />

generator Onan 19 kW<br />

treibstoff 2.000 l<br />

frischwasser 1.200 l<br />

Schwarz- und Grauwasser je 1 x 100 l und 1 x 95 l<br />

Konstrukteur Rumpf und segelplan Douglas Peterson<br />

interieur und deck Serigi Design Team<br />

innendesign Alessandro Puia<br />

klassifizierung RINA<br />

CE-Kategorie A<br />

Preis ab 4,3 Mio. Euro (ohne MWSt)<br />

standardausrüstung (auswahl) Groß- und 3 Vorsegel<br />

mit Rollanlagen, CQR-Anker mit Kette und hydraulischer<br />

Ankerwinde, Esthec- oder Teakdeck, Badeplattform,<br />

Tauchkompressor, Sprayhood, Bimini, Common Rail<br />

Motor mit Dieselreinigung, Bugstrahler, Generator mit<br />

PTO Hydraulikpumpe, Feuerlöschanlage, Klimaanlage,<br />

Wärmetauscher, Wasserboiler, Heiz-/Kühlsystem, Wassermacher,<br />

Navigationsanlage Furuno Navnet mit Kompass,<br />

Radar, GPS, Echolot, AIS-Transceiver, Voraussonar, GMDSS<br />

Kommunikation mit UKW-Handfunkgeräten, Navtex und<br />

INMARSAT Mini C, EPIRB, SART, B&G-Instrumente, Internetzugang,<br />

Sat-TV, Radio/Video/Musikanlage, kardanischer<br />

Herd, Geschirrspüler u.v.m.<br />

werft/baujahr Solaris Yachts / 2012, Italien<br />

Kontakt Solaris Yachts Custom: info@sycustom.com<br />

solarisyachts.com<br />

50 I 04/2013


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yachten Projekte I keeping the crew<br />

FOTO: shutterstock.com/policas<br />

Ihre Besatzung leistet Tag für Tag<br />

einen guten Job, wann immer Sie<br />

oder Gäste an Bord sind.<br />

Schon kleinigkeiten wie flexible<br />

arbeitszeiten und bezahlter<br />

urlaub können sie davon abhalten,<br />

auf ein anderes schiff zu wechseln.<br />

<strong>52</strong> I 04/2013


So behalten Sie<br />

ihre crew<br />

auf dauer<br />

04/2013 I 53


yachten Projekte I keeping the crew<br />

EIGNER UND DIE KAPITÄNE IHRER <strong>YACHTEN</strong> KÖNNEN DIE<br />

dauerhafte LOYALITÄT IHRER CREW DURCH INCENTIVE-<br />

PROGRAMME MAXIMIEREN. DAVON PROFITIEREN DIE<br />

CREW UND DIE YACHT.<br />

Text Louisa Beckett<br />

Yachteigner, besonders jene, die ihre Yachten häufig<br />

nutzen, möchten gern immer von denselben freundlichen<br />

Gesichtern begrüßt werden, wenn sie an<br />

Bord kommen. Allerdings sind Crews ein ziemlich freiheitsliebender<br />

Menschenschlag, der gern mal das Schiff wechselt,<br />

wenn ein besseres Angebot oder eine noch exotischere<br />

Reiseroute locken. Kapitäne und Eigner sehen sich vor die<br />

Herausforderung gestellt, mit einem Crew-Programm Anreize<br />

für die guten Crewmitglieder zu schaffen, damit diese<br />

ein paar Jahre länger bleiben, bevor sie weiterziehen.<br />

Überraschenderweise sind kluge Kapitäne der Auffassung,<br />

dass das Geld ihrer Chefs, angelegt in höheren Mitarbeiterbezügen,<br />

Besatzungsmitglieder nicht unbedingt zum Bleiben<br />

anregt – zumindest sehen sie das nur als einen Teil der<br />

Lösung eines Problems. Rupert Connor, Präsident der Yachtmanagementfirma<br />

Luxury Yacht Group in Fort Lauderdale<br />

und Antibes, meint, dass Kapitäne, die ein Ohr für die Ziele<br />

und Sehnsüchte ihrer Besatzungsmitglieder haben, dieses<br />

normalerweise mit längerer Treue honoriert bekommen. Die<br />

erfolgreichsten Kapitäne, berichtet Connor, sind jene, die „zu<br />

einer Besprechung hereinkommen und als Erstes davon reden,<br />

wo sich die Besatzungsmitglieder auf ihrem Karriereweg<br />

befinden und wie sie sie in ihren Ausbildung unterstützen,<br />

anstatt nur zu sagen: „Johnny will monatlich 500 Dollar mehr<br />

haben.“ Wenn ein Gespräch gleich mit dem Thema Geld<br />

beginnt, ist das kein gutes Zeichen für ein auf längere Zeit<br />

loyales Crewmitglied.”<br />

KARRIERETRAINING<br />

Robert Corcoran, Kapitän der 2<strong>52</strong>-ft-Devonport-Yacht Samar,<br />

glaubt fest an den Erfolg der laufenden fachlichen Weiterbildung<br />

seiner 23 Personen zählenden Crew. Zum Ausbildungspaket<br />

der Besatzung der Samar gehören jährlich zwei<br />

Gruppenkurse an Land für alle. Der Besuch des Unterrichts<br />

ist entsprechend dem Fahrplan der Yacht gewährleistet und<br />

kostenlos, und die Crew erhält während des Kurses zudem<br />

Tagesspesen.<br />

“Fünfzig Prozent der Kursgebühr wird bei erfolgreichem Abschluss<br />

erstattet”, sagt er. „Die verbleibenden fünfzig Prozent<br />

gibt es nach sechs Monaten.” Um in den Genuss dieser<br />

Vergünstigung zu kommen, müssen die Crewmitglieder der<br />

Samar eine Vereinbarung unterzeichnen, in der sie sich verpflichten,<br />

nach dem Kurs mindestens ein weiteres Jahr auf<br />

der Yacht zu bleiben.<br />

Allerdings geht die Ausbildung der Crew an Bord der Samar<br />

weiter. Die Yacht bietet für jüngere Besatzungsmitglieder<br />

auch ein Training an Bord. „Außerhalb der Saison haben wir<br />

jeden Morgen Unterricht. Die Offiziere stellen einen Lehrplan<br />

zusammen, der die Verkehrsvorschriften, Astronavigation und<br />

ähnliche Dinge enthält”, sagt Corcoran. „Die Offiziere geben<br />

sich dabei sehr viel Mühe, und wenn ein jüngeres Crewmitglied<br />

nicht mitkommt, hat das Konsequenzen.” Andererseits<br />

genießen beim Unterricht aufmerksame Mannschaftsmitglieder<br />

echte Vorteile. „Jedem, der ernsthaft vorankommen<br />

möchte, wird hier eine gute Grundlage für ein späteres Studium<br />

geboten.”<br />

Als das Gespräch auf ältere Besatzungsmitglieder kommt,<br />

sagt er: „Ich habe kein Problem damit, leitende und zweite<br />

Offiziere darin zu unterrichten, wie der Betrieb einer Yacht<br />

funktioniert. Das kommt allen Beteiligten zugute. Auch sie<br />

müssen gelegentlich mal die Schulbank drücken – ein wichtiger<br />

Sicherheitsaspekt für den Eigner und für mich.”<br />

Das Fördern der ehrgeizigen Karriereziele der Besatzungsmitglieder<br />

kann allerdings ein zweischneidiges Schwert<br />

sein. „Wenn eine freie Stelle zu besetzen ist, versuchen wir<br />

die zunächst mit jemandem aus den eigenen Reihen zu<br />

besetzen”, sagt Corcoran. Allerdings ist das nicht immer<br />

möglich. Manchmal, wenn ein Besatzungsmitglied für einen<br />

beruflichen Aufstieg bereitsteht, ist die zur Verfügung stehende<br />

Position bereits besetzt. Als Folge davon hat er, nachdem<br />

er 2011 alle Kandidaten behalten konnte, in diesem Jahr drei<br />

ältere Offiziere verloren.<br />

„Die Top-Leute gehen woandershin und man sieht sie nicht<br />

wieder”, gesteht er. An diesem Punkt kommen Geld und<br />

berufliches Weiterkommen als Anreiz nicht mehr zusammen.<br />

„Alle bekommen gute Jobs, zum Teil auch wegen ihrer<br />

langjährigen Tätigkeit auf der Samar.”<br />

Kapitäne, die sich um die Karriereziele ihrer Besatzungsmitglieder<br />

kümmern, haben tendenziell eher ein Gespür dafür,<br />

54 I 04/2013


wenn ein tüchtiger Mitarbeiter sich entschließt zu wechseln.<br />

„Es ist um einiges einfacher, eine Stewardess zu<br />

ersetzen, wenn man drei Monate im Voraus weiß, wenn<br />

sie gehen will”, sagt Connor. „Eignern bereiten geplante<br />

Personalwechsel eher weniger Sorgen.”<br />

FOTO: shutterstock.com/hxdbzxy<br />

BENUTZUNG DER TOYS<br />

Connor setzt sich dafür ein, den Crewmitgliedern zu gestatten,<br />

sich an einem neuen Reiseziel mit den Bedürfnissen<br />

der Gäste und mit der Nutzung der Yacht und<br />

ihrer Toys vertraut zu machen. Allerdings sollte das mit<br />

dem Eigner vorher abgesprochen sein. „Wir wollen natürlich<br />

nicht, dass der Eigner von einem Freund angerufen<br />

wird und der ihm erzählt: „Ich habe gerade gesehen, wie<br />

Deine Crew mit den Jetskis Deiner Yacht spazieren fährt“,<br />

sagt er. „Es gibt eine sehr klare Linie zwischen der Nutzung<br />

der Toys durch die Crew zu Trainingszwecken und<br />

zu ihrem Vergnügen.”<br />

Vor Kurzem erlaubte ein Kunde der Luxury Yacht Group<br />

seiner Yachtcrew, während eines einwöchigen Karibikaufenthalts<br />

weniger zu arbeiten, sofern die Yacht nicht<br />

gebucht ist. Sie nutzten die Freizeit am Nachmittag,<br />

um den Tender, Tauchequipment, Unterwasserkameras<br />

usw. zu benutzen. Die Folge davon war, wie Connor<br />

sagt, dass „das Deckpersonal die besten Plätze zum<br />

Tauchen kannte”.<br />

EINE AUSZEIT NEHMEN<br />

Urlaubszeit ist ein weiterer guter Crew-Motivator und<br />

für viele eine seltene Gelegenheit, die Lieben an<br />

Land zu sehen.<br />

Tane Rewi, Kapitän der 200-ft-Feadship-Yacht Majestic<br />

sagt, dass das gesamte Vergütungspaket umso besser<br />

wird, je länger die Crewmitglieder an Bord der Yacht bleiben,<br />

sowohl finanziell wie auch im Hinblick auf die Landaufenthaltsregelung.<br />

„Es bedeutet einen großen Anreiz,<br />

etwas länger an Bord zu bleiben, wenn man weiß, dass<br />

man in jedem Jahr mehr bezahlte Freizeit erhält. Alle Besatzungsmitglieder<br />

haben im Endeffekt die Gelegenheit,<br />

sich bis zu zwei Monate Freizeit jährlich zu erarbeiten“,<br />

sagt Rewi. „Es gibt auch die Option, unbezahlten Urlaub<br />

zu nehmen, wenn der bezahlte Urlaub aufgebraucht ist –<br />

solange sich das nicht mit dem Reiseplan der Yacht beißt.”<br />

Und außerdem, so sagt er: „Sie erhalten jedes Jahr ein<br />

Rückflugticket nach Hause, wo auch immer sie leben“.<br />

Urlaubszeit wird stets außerhalb des Reiseplans der Yacht<br />

gebucht, d.h. die meisten Besatzungsmitglieder müssen<br />

ihre Auszeit während einer Überführungsfahrt oder einer<br />

Werftliegezeit nehmen. Darüber hinaus müssen Kapitäne<br />

und Eigner besondere Umstände berücksichtigen, für<br />

Indem man der<br />

Besatzung den<br />

Zugang zu den<br />

angenehmen<br />

Einrichtungen<br />

der Yacht<br />

gestattet,<br />

macht man sie<br />

eher mit den<br />

Bedürfnissen<br />

der Gäste<br />

vertraut und<br />

erhöht zudem<br />

die allgemeine<br />

Zufriedenheit<br />

mit dem Job<br />

04/2013 I 55


yachten Projekte I keeping the crew<br />

die ein Crewmitglied Freizeit zu ungelegenen Zeiten benötigt.<br />

„Eigner und Kapitäne müssen ein Gespür für die menschlichen<br />

Bedürfnisse ihrer Crew haben”, sagt Connor. „In solchen<br />

Fällen benötigt man eine Aushilfe, und das Besatzungsmitglied<br />

muss darauf vertrauen können, dass der Job gesichert ist.” Das<br />

bedeutet für den Kapitän, dass er die Bedürfnisse seiner Crew<br />

nach Landgang auch gegenüber dem Eigner vertreten muss.<br />

„Schließlich braucht sich der Eigner nicht um sein Bordpersonal<br />

zu kümmern - der Kapitän allerdings schon”, sagt er.<br />

„Wir meinen, dass jene Kapitäne mit dem höchsten Verschleiß<br />

an Besatzung die Einstellung haben: Wozu sich kümmern, du<br />

stehst eh nur an Deck herum.”<br />

Connor empfiehlt, die Bedingungen für unbezahlten Urlaub<br />

von Anfang an Wort für Wort in den Vertrag aufzunehmen,<br />

damit jeder mit diesen Bedingungen vertraut ist und damit<br />

leben kann.<br />

JOBROTATION<br />

Auf Yachten, wo man sich dies leisten kann, bieten Rotationsprogramme<br />

den Kapitänen die Möglichkeit, konkurrenzfähige<br />

Urlaubspakete sowie Sonderurlaub anzubieten,<br />

ohne dass fremde Crewmitglieder auf Zeitarbeitsbasis an<br />

Bord geholt werden müssen. Samar arbeitet zum Beispiel mit<br />

etwa 19 Crewmitgliedern auf Vollzeitbasis (zuzüglich dem<br />

persönlichen Mitarbeiterstab des Eigners), hat aber 23 Besatzungsmitglieder<br />

auf der Gehaltsliste. „Jeder an Bord außer<br />

dem Kapitän ist in die Rotation eingebunden”, sagt Corcoran.<br />

An Bord der Samar arbeiten das jüngere Deckpersonal sowie<br />

Stewards und Stewardessen fünf Monate durch und haben<br />

dann einen Monat frei. Die leitenden Offiziere und der leitende<br />

und der zweite Ingenieur arbeiten zwei Monate an Bord<br />

und haben dann zwei Monate frei. Wenn darüber hinaus ein<br />

Crewmitglied während der Nebensaison auf eigene Kosten<br />

Sonderurlaub nehmen möchte und die Yacht personell komplett<br />

ist, wird der Kapitän darauf nach Möglichkeit auch Rücksicht<br />

nehmen. „Es ist ein freizügigeres System“, sagt er und<br />

fügt hinzu: „Die Crew erhält während der Urlaubszeit volles<br />

Geld nach einer genau festgelegten Rechenformel.”<br />

Weiter schlägt bei der Crew-Rotation vorteilhaft zu Buche,<br />

dass der Kapitän nicht auf eine Ruhepause der Yacht warten<br />

muss, um Urlaub zu gewähren. „Der Eigner hat nicht vor, seine<br />

Yacht außerhalb der Saison einer verminderten Aufmerksamkeit<br />

zu überlassen. Wir haben ganzjährig eine komplette<br />

Crew zur Verfügung”, sagt Corcoran. „Sonst hätte man eine<br />

extra Deckhand und einen Steward anheuern müssen, mit je<br />

einem Monat Urlaub nach fünf Monaten harter Arbeit.”<br />

Nach seiner Erfahrung führt Crew-Rotation zu einer höheren<br />

Mitarbeiterbindung. „Der Eigner möchte gerne dieselben<br />

Leute in seiner Nähe haben. Alle diese Programme kosten<br />

dasselbe oder weniger als die Kosten für die Vermittlung von<br />

Mannschaften.“<br />

VERBESSERTE LEBENSBEDINGUNGEN<br />

Auf vielen Yachten, insbesondere kleineren Einheiten, sind<br />

Rotation und zusätzliche Urlaubszeit einfach keine Option.<br />

Die Kapitäne können dennoch etwas zur Bindung der Crew<br />

beitragen, indem sie deren Lebensbedingungen an Bord<br />

verbessern. Privat nutzbare Entertainmentsysteme, wie zum<br />

Beispiel individuelle TV-Geräte, dvd-Player oder Zugriff auf<br />

die Filmdatenbank der Yacht und die in jeder Kabine montierten<br />

iPod-Docks (natürlich komplett mit Kopfhörern) können<br />

das Wohlbefinden der Crewmitglieder in deren Freizeit<br />

erheblich steigern. Heutzutage ist ein kostenloser W LAN-<br />

Anschluss für viele Besatzungsmitglieder extrem wichtig.<br />

Auch wenn Kapitäne und Mannschaften nichts an den<br />

Abmessungen der Unterkünfte an Bord der Yacht ändern<br />

können, kann man das Beste aus dem zur Verfügung stehenden<br />

Raum herausholen, etwa indem man einem Ehepaar<br />

eine Kabine mit einem Doppelbett oder einer größeren<br />

Unterkoje gemeinsam zur Verfügung stellt. So etwas zum<br />

Beispiel kann durchaus ein großer Anreiz sein, länger an<br />

Bord der Yacht zu bleiben.<br />

Gutes Essen für die Crew ist ebenso ein Treueanreiz. „Wir<br />

haben einen wirklich guten Chef für die Crew, der hervor-<br />

“Wir meinen, dass jene Kapitäne<br />

mit dem höchsten VerschleiSS an<br />

Besatzung die Einstellung haben:<br />

Wozu sich kümmern, du stehst<br />

eh nur an Deck herum.’”<br />

Rupert Connor, Luxury Yacht Group<br />

56 I 04/2013


Bei uns<br />

geht Ihre Spende<br />

garantiert nicht unter.<br />

ragendes Essen auf den Tisch bringt, und das funktioniert”,<br />

sagt Corcoran. „Wir haben eine Menge Schnellgerichte<br />

gestrichen und kaufen stattdessen Fleisch und Fisch von<br />

guter Qualität.“ Er lacht: „Mitunter hört man Klagen, dass die<br />

Verpflegung zu gut sei.“ Für die Gewichtsbewussten ist es<br />

ein Glück, dass der Eigner der Samar der Crew die Nutzung<br />

des Fitnessraums an Bord der Yacht gestattet, wenn<br />

die Gäste diesen nicht nutzen.<br />

Obwohl Alkohol an Bord der Samar bei der Crew kein Thema<br />

ist, hat der Eigner nichts dagegen, wenn die Yacht abends<br />

außerhalb der Dienstzeit zu einem Hafenbummel verlassen<br />

wird. Corcoran sagt, dass seine Crew an Land meistens als<br />

Gruppe herumhängt. „Die Crew auf hohem Niveau bei Laune<br />

zu halten, ist der Schlüssel für deren Loyalität über lange Zeit.<br />

Auch Ausflüge zum Go-Kart-Fahren, Paintball, Tauchen usw.<br />

sind sehr wichtig”, fügt Rewi hinzu. „Sie wollen doch auch,<br />

dass der Job auch dann mit dem größtmöglichen Vergnügen<br />

gemacht wird, wenn einmal Überstunden angesagt sind.”<br />

TREUEPRÄMIE<br />

Das alles bedeutet allerdings nicht, dass Geld bei der<br />

Betrachtung einer längeren Mitarbeiterloyalität überhaupt<br />

keine Rolle spielt. Die zuvor genannten Tipps beziehen sich<br />

hauptsächlich auf Yachten, die im Vergleich zu Schiffen<br />

ihrer Größe und Klasse angemessene Gehälter zahlen.<br />

Wenn die Crew das Gefühl hat, völlig unterbezahlt zu sein,<br />

wird keinerlei wie auch immer geartete Extra-Zuwendung<br />

für loyale Mitarbeiter sorgen.<br />

Gehaltserhöhung basierend auf einer guten Beurteilung sind<br />

für die Crewmitglieder wichtige Entwicklungsschritte. Bonuszahlungen<br />

sind eine andere Methode, mit der Kapitäne<br />

die Mitarbeitertreue verbessern können, vorausgesetzt das<br />

Budget lässt dieses zu. An Bord der Majestic bedeutet das,<br />

wie Rewi sagt: „Wenn man für ein Jahr bleibt, erhält man<br />

einen jährlichen Bonus basierend auf der Leistung.”<br />

Auch an Bord der Samar gibt es ein Treueprämie-Programm.<br />

„Während der Vertragslaufzeit erhält man nach 360 Diensttagen<br />

mehr Geld”, sagt Corcoran. „Das kommt nah an ein<br />

weiteres Monatseinkommen heran”.<br />

Schulungen, Urlaub, Bonuszahlungen, verbesserte Lebensbedingungen<br />

und Vergünstigungen sind durchweg bewährte<br />

Wege, um die Crew zu längerer Treue zu ihrer Yacht<br />

zu motivieren, sofern der Kapitän und der Eigner ihre Versprechen<br />

einlösen. Alle Einzelheiten eines Extrapakets<br />

für die Crew sollten deshalb im Voraus in den Vertrag aufgenommen<br />

werden.<br />

„Insgesamt”, sagt Rewi, „denke ich, dass es zum Vorteil der<br />

Yacht ist, wenn man der Crew gegenüber großzügig ist, zumal<br />

eine gute Crew nicht mehr kostet und es sich auszahlt,<br />

weil sie länger an Bord bleibt.”<br />

&<br />

www.seenotretter.de<br />

Danke.


yacht stil<br />

Glanzlichter<br />

Multifunktionskleidung<br />

Die Innovationen von Oakley sind nicht nur für Surfer interessant. Denn Shorts und Tops<br />

sind mit einer besonderen Kompressionstechnologie ausgestattet, um Ausdauer, Kraft,<br />

Durchblutung und Gleichgewicht während der körperlichen Bewegung zu verbessern. Ein<br />

spezielles Stretchmaterial sowie sehr flache und leichte Nähte bieten mehr Bewegungsfreiheit, ohne<br />

die Elastizität einzuschränken. Zudem macht die „Hydrofree-Plus-Technologie“ das Gewebe leichter,<br />

indem sie die Aufnahme von Wasser verringert. Dadurch entsteht noch ein weiterer Pluspunkt: Die<br />

Kleidung trocknet schneller. Die Blade 3 Boardshort gibt es ab 140 Euro und das Blade Compression<br />

Top ab 120 Euro. Ch.oakley.com<br />

Reisetasche mit Clou<br />

Vom Beautycase bis zur Sporttasche, der französische Gepäckdesigner<br />

Delsey bietet seinen Kunden praktische und vielseitige Produkte für die<br />

Reise an. Die neue Monceau-Linie verbindet schlichtes und elegantes<br />

Design mit durchdachten Details. Da ist für jeden ein passender Begleiter<br />

dabei. Ob auf der Yacht oder im Hafen, mit diesen schicken Accessoires<br />

sind Reisende bestens ausgestattet. Die Sporttasche mit Vintageträger<br />

besticht durch große Ledermanschetten und bietet eine Vielzahl an<br />

Stauräumen und Einsatzmöglichkeiten. Besonders außergewöhnlich<br />

ist eine integrierte Metallplatte: Jedes Gepäckstück kann damit via Internet<br />

verfolgt und jederzeit lokalisiert werden. Das garantiert sorgenfreies<br />

Reisen. Die Reisetasche gibt es ab 239 Euro. delsey.com<br />

FOTOs: hersteller<br />

58 I 04/2013


Stilvolle Safari<br />

Das amerikanische Bootsschuh-Label Sperry Top-Sider macht in<br />

diesem Sommer mit der Linie Preppy Safari Lust auf modische Afrikalooks.<br />

Das Besondere an den Modellen (außer dem Bahama-Modell):<br />

Sie sind mit echtem Kuhfell bestückt. Die handgenähten Schuhe im<br />

Mokassin-Stil gibt es mit Zebra- oder Leoparden-Muster und sie sehen<br />

nicht nur schick aus, sondern sind auch atmungsaktiv und bequem.<br />

Die neue Kollektion bietet neben den rostfreien Ösen und speziellen<br />

Rohlederschnürsenkeln zusätzlichen Komfort durch Polsterung mit<br />

stoßdämpfenden Fersenkappen. Eine abriebfeste Gummilaufsohle garantiert<br />

Rutschfestigkeit auf trockenem und nassem Untergrund. Preislich<br />

liegen die Schuhe zwischen 65 und 130 Euro.<br />

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Zuverlässige Begleiter<br />

unter Wasser<br />

DS steht für doppelte Sicherheit und das bietet die DS Action<br />

Diver Automatik vom Schweizer Uhrenhersteller Certina (Swatch<br />

Group) unter Garantie. Widerstandsfähigkeit und extravagantes<br />

Design treffen bei diesem Modell aufeinander. Ein schwarzes,<br />

graues oder blaues Ziffernblatt mit großen, hellen Nummern<br />

bietet Tauchern auch in der Dunkelheit der Tiefsee optimale<br />

Voraussetzung, die Zeit abzulesen. Die Zeiger und Zahlen sowie<br />

die Lünette sind mit Superluminova beschichtet und erleichtern<br />

dadurch Sicht und Bedienung der Taucheruhr. Die Action Diver<br />

erfüllt die strenge ISO-Norm 6425 und soll bis zu einem Druck<br />

von 20 bar (200 m) wasserdicht sein. Der Zeitmesser ist mit<br />

entspiegeltem Saphirglas geschützt und verfügt über ein ETA<br />

2824-2 Automatikwerk. Die elegante und funktionale Uhr gibt<br />

es entweder mit Edelstahl- oder Kautschukarmband, Sicherheitsfaltschließe<br />

und Tauchverlängerung ab 660 Euro oder mit<br />

Titangehäuse und Zifferblatt mit Sonnenschliff ab 770 Euro.<br />

certina.com<br />

Sicher<br />

eingepackt<br />

Wasser im Gehäuse oder ein zerkratztes Display sind<br />

echte Ärgernisse, wenn es um das geliebte Smartphone<br />

geht. Um diesen Kummer zu vermeiden, bietet Peli<br />

ProGear jetzt eine Serie an robuster Schutzhüllen für<br />

das iPhone 5 an. Diese überzeugen durch ihr schmales,<br />

stilvolles Design und ein geringes Gewicht. Hergestellt<br />

aus Aluminium und Polymeren ist das mobile Endgerät<br />

so vor Stürzen aus bis zu zwei Metern Höhe sowie<br />

Regen, Sturm, Schnee und Nebel geschützt. Toll: Das<br />

Smartphone lässt sich auch im Case weiter bedienen<br />

und das Bildschirmcover überzeugt mit Anti-Kratz-Technologie.<br />

Auch Mikrofon und Lautsprecher behalten trotz<br />

umhüllter Schutzmembran ihren Klang. Erhältlich in verschiedenen<br />

Farben für rund 94 Euro. peli.com<br />

04/2013 I 59


yacht stil I montblanc<br />

Stilvoll: Schweizer Hauptsitz von Montblanc Montre im Uhrenstädtchen Le Locle im Kanton Neuchâtel,<br />

gleichzeitig Kompetenz- und Kontrollzentrum für die Uhrenfertigung.<br />

Die Rising Hours in einer Sonderedition, wie sie als Unique piece während der 5. "Only Watch-Charity-<br />

Auktion" den Besuchern der diesjährigen Monaco Boat Show (25. bis 28. September) vorgestellt werden<br />

wird (großes Foto rechts). Die Versteigerung erfolgt dann am 28. September<br />

60 I 04/2013


day &<br />

night<br />

Text matt müncheberg fotos montblanc, matt müncheberg<br />

Der aus einer Uhrmacherfamilie stammende Alexander<br />

Schmiedt leitet seit 2008 die Uhrenproduktion. <strong>MEER</strong> &<br />

<strong>YACHTEN</strong> traf ihn vor dem Firmensitz in Le Locle<br />

Frage nicht (denn eine Antwort<br />

ist unmöglich), welches Ende<br />

die Götter mir, welches sie dir,<br />

Leukonoe, zugedacht haben,<br />

und versuche dich nicht an<br />

babylonischen Berechnungen!<br />

(…) …sei nicht dumm, filtere<br />

den Wein und verzichte auf jede<br />

weiter reichende Hoffnung!<br />

Noch während wir hier reden,<br />

ist uns bereits die missgünstige<br />

Zeit entflohen: Geniesse den<br />

tAG, und vertraue möGLichst<br />

wenig auf den foLGenden!<br />

04/2013 I 61


yacht stil I montblanc<br />

Gemäss der Sequenz aus Horaz' Ode „An Leukonoe“<br />

ist der neue Chronograph der Luxus-<br />

Uhrenschmiede Montblanc ganz dem Thema<br />

Tag und Nacht gewidmet. Carpe diem… – „pflücke<br />

den Tag“ – fordert in der Schlusszeile, quasi als Fazit des Gedichtes,<br />

dazu auf, die knappe Lebenszeit heute und jetzt zu<br />

genießen. Nicht aus des römischen Dichters Feder stammt<br />

hingegen die später hinzugekommene Redewendung „…et<br />

noctem“ – „…und die Nacht“, mit der oft die Berufe der Müller,<br />

Bäcker und Bauern angesprochen wurden, deren Tagwerk<br />

meist schon in den sehr frühen Morgenstunden begann. Und<br />

die der Wassersportler, insbesondere der Segler, könnte man<br />

heute ganz aktuell anfügen, denn auch sie sind oft, zumindest<br />

auf langen Schlägen oder ausgedehnten Törns, mehrere<br />

Tage am Stück auf dem Wasser unterwegs, sei es auf dem<br />

„long leg“ von den Kanaren über den Atlantik mit Kurs auf das<br />

Karibische Meer oder vor Anker auf dem sommerlich glatten<br />

Neuenburgersee liegend.<br />

Uhrenfertigung in Montblanc Villeret: Die Minerva-Manufaktur gehört seit 2007 zum<br />

Unternehmen. Sie gilt als Entwicklungsschmiede des Luxusuhren-Herstellers<br />

Da ist es hilfreich zu wissen, was die Stunde geschlagen hat:<br />

Nacht – oder Tag? Die neue Montblanc Nicolas Rieussec Rising<br />

Hours beantwortet diese Frage auf ihre eigene, raffinierte<br />

Art und Weise. Einen herkömmlichen Stundenzeiger besitzt<br />

sie nicht – stattdessen weist sie einen nach oben gewölbten<br />

Kreisausschnitt bei 12 Uhr auf. Dahinter dreht sich – unter<br />

einem kleinen Dreiecksindex – eine Scheibe mit den arabischen<br />

Stundenziffern von 1 bis 12. Das Besondere: „Die<br />

Stundenziffer wechselt je nach Tageszeit ihre Farbe. Sie ist<br />

hellblau für die Nacht- und schwarz für die Tagesstunden“,<br />

sagt Alexander Schmiedt, Managing Director Watches<br />

bei dem in Le Locle im Kanton Neuchâtel ansässigen Unternehmen.<br />

Das habe es so noch nicht gegeben, sagt der<br />

aus einer Uhrenfamilie stammende Manager stolz, zweieinhalb<br />

Jahre habe es gedauert von dem Beginn der Entwicklung<br />

des Werkes bis zur Vorstellung des Prototyps.<br />

Das komplizierte Werk, welches dafür sorgt, dass beim Korrigieren<br />

der Datumsanzeige der Tages-Wechsel tatsächlich um<br />

Mitternacht (und nicht mittags) erfolgt, ist das neue Manufakturkaliber<br />

MB R220. Es besitzt eine aufwändige, patentierte<br />

Mechanik aus zwei übereinanderliegenden Drehscheiben:<br />

In der oberen sind die arabischen Ziffern von 1 bis 12<br />

ausgespart; dahinter dreht sich eine zweite, die Tag/Nacht-<br />

Scheibe, mit den hellblauen und schwarzen Farbsegmenten.<br />

Diese scheinen je nach Tageszeit dann abwechselnd durch<br />

die ausgesparten Ziffern. Eigentlich ganz einfach, könnte<br />

man meinen. Doch weit gefehlt. Um den gewünschten Effekt<br />

zu erzielen, dass sich die 12-Stunden-Scheibe kontinuierlich,<br />

die Tag/Nacht-Scheibe jedoch in Intervallen und mit<br />

unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegt (nur so kann<br />

schließlich der gewünschte Farbwechsel vollzogen werden),<br />

bedurfte es einer extravaganten und komplizierten Steuerung.<br />

Die wird erreicht durch eine Malterkreuz-Mechanik mit zwei<br />

nockenähnlichen Rädern, wobei eine der Nocken auf der<br />

Antriebsachse der Tag/Nacht-Scheibe, die andere auf einem<br />

Vorgelege der Stundenachse sitzt. Definiert durch ihre Profile<br />

Gdrehen diese nun zwischen 9 und 15 (und noch einmal zwi-<br />

62 I 04/2013


Seit 1858 stellt die Schweizer Fabrique<br />

d`Horlogerie Minerva in Villeret besonders<br />

hochwertige mechanische Uhren<br />

her. Für die meisten der im Berner Jura<br />

hergestellten Zeitmesser gibt es im<br />

Stammhaus an der Rue Principale 36<br />

noch Ersatzteile wie diese Zifferblätter.<br />

Im Oktober 2006 wurde Minerva von<br />

Richemont aufgekauft; seitdem gibt es<br />

eine überaus erfolgreiche Partnerschaft<br />

mit Montblanc, unter dessen Dach die<br />

Marke seitdem distributiert wird<br />

Die Stundenziffer wechselt<br />

je nach Tageszeit ihre Farbe.<br />

Sie ist hellblau für die Nachtund<br />

schwarz für die Tagesstunden.<br />

Entwicklungszeit:<br />

zweieinhalb Jahre.<br />

Das neue, patentierte "Day- and Night"- Werk<br />

besteht aus zwei rotierenden Scheiben<br />

04/2013 I 63


yacht stil I montblanc<br />

schen 21 und 3) Uhr „leer“ aneinander vorbei; die<br />

Tag/Nacht-Scheibe steht. Erst um 3 (und um 15)<br />

Uhr beginnt die Tag/Nacht-Scheibe zu beschleunigen,<br />

bis beidseits zwei Zahnprofile von 4.30 bis<br />

7.30 (bzw. 16.30 bis 19.30) Uhr in eine kontinuierlich,<br />

synchrone Bewegung der Ziffern- und der<br />

Tag/Nacht-Scheibe münden. Zwischen 7.30 und 9<br />

(sowie zwischen 19.30 und 21) Uhr verlangsamt<br />

sich die Geschwindigkeit der Tag/Nacht-Scheibe<br />

entsprechend, bis der Eingriff vollständig aufgehoben<br />

ist; die blau/schwarze Scheibe bleibt stehen<br />

– bis zur nächsten Runde.<br />

Wenn dann um 6 Uhr morgens die durchbrochene<br />

Ziffer 6 der Stundenscheibe links hellblau und<br />

rechts schwarz erscheint, ist klar, dass sich die<br />

Nacht nun endgültig verabschiedet hat, wieder<br />

ein wertvoller Tag „verbraucht“, „gelebt“ ist – und<br />

schon wieder ein neuer Tag angebrochen ist. Einmal<br />

spontan hineinspringen ins erfrischend kühle<br />

Nass des Neuenburgersees bei Sonnenaufgang?<br />

Einmal spontan unter dem grenzenlosen Sternenhimmel<br />

schlafen? Ein Abenteuer wagen? Einfach<br />

Segel setzen und ablegen – mit unbekanntem Ziel?<br />

Warum nicht? Sicher, dafür braucht Mann/Frau<br />

nicht dieses außergewöhnliche, in 18 Karat Rotgold<br />

gefertigte Kunstwerk der Haute Horlogerie. Doch<br />

egal, ob es sich nun um die gerade anbrechenden<br />

Tages- oder die Nachtstunden handelt: Getreu<br />

dem um zwei Wörter ergänzten Horaz'schen Motto<br />

„carpe diem – et noctem“ ist es mit der neuen Rising<br />

Hours am Handgelenk immer die rechte Zeit,<br />

um den Tag noch ein Stück bewusster zu „pflücken“.<br />

Wenn die außergewöhnliche, bis zu 3 bar<br />

wasserdichte Uhr von Montblanc dazu beitragen<br />

kann, den Tag (und die Nacht) tatsächlich intensiver<br />

zu leben, hat sich schon eines ihrer wichtigsten Anliegen<br />

erfüllt. Für den Hingucker bei den Umstehenden<br />

sorgt sie sowieso – das übrigens ganz unabhängig<br />

von der Tageszeit.<br />

&<br />

info<br />

Montblanc stellte 1997 die ersten Zeitmesser vor. 2007 erfolgte<br />

der Schritt in die absolute Luxusklasse. Mit der Übernahme der<br />

Schweizer Traditions-Uhrenmarke Minerva in Villeret verstummten<br />

auch die letzten Kritiker, für die Montblanc bis dahin noch etwas<br />

„nach Tinte gerochen“ hatte. Mittlerweile wurde der Schritt<br />

von einer produkt- hin zu einer lifestyleorientierten Positionierung<br />

erfolgreich vollzogen. „Montblanc Villeret ist unsere Entwicklungsschmiede,<br />

Montblanc Montre in Le Locle unser Kompetenz- und<br />

Kontrollzentrum“, sagt Montblanc-Uhrenchef Alexander Schiedt.<br />

Für nautisch Interessierte, insbesondere die Wassersportler unter<br />

den Uhren-Liebhabern dürfte die „Grand Régulateur Nautique“<br />

besondere Aufmerksamkeit genießen. Mit diesem auf acht<br />

Stück limitierten Chrono, erhältlich im Set mit der vollkardanisch<br />

gelagerten „Regulateur Navigational Clock“ (Vorstellung in einem<br />

der nächsten Hefte von <strong>MEER</strong> & Yachten) begründete Montblanc<br />

unter anderem ihren exzellenten Ruf als einer der kreativsten<br />

Vertreter der Haute Horlogerie, wenn es um die Entwicklung<br />

frischer Ideen und deren professionelle Umsetzung geht.<br />

Die Nicolas Rieussec-Chronographen von Montblanc sind dem<br />

gleichnamigen Erfinder des „chronographe encreur“ (Tinenchronograph)<br />

von 1821 gewidmet. Bei der aus 343 Einzelteilen (42<br />

Rubine) bestehenden Rising Hours mit 72 Stunden Gangreserve<br />

(Anzeige auf der Rückseite) drehen sich neben der Tag-und-<br />

Nacht-Mechanik noch vier weitere Scheiben: Sie zeigen in einem<br />

Fenster bei 9 Uhr die Wochentage und bei 3 Uhr das Datum an.<br />

Die Chronographen-Funktion besteht aus einer Kombination aus<br />

einer 60-Sekunden-Scheibe für die Stoppsekunden und einer<br />

30-Minuten-Scheibe als Minutentotalisator. Der Chrono-Drücker<br />

ist ergonomisch günstig bei 8 Uhr angeordnet und wird mit dem<br />

Daumen betätigt. Wichtig für alle Wassersportler: Die Wasserdichtigkeit<br />

der Rising Hours-Modelle ist durchgehend mit 3 bar/<br />

30 Meter angegeben. Die Ausführung mit einem 15,3 mm hohen<br />

Gehäuse (Durchmesser 43 mm) aus 18 Karat Rotgold und<br />

braunem Alligatorlederband mit Dreifach-Faltschließe aus 18 Karat<br />

Rotgold wird im September gelauncht und kostet 26.900 Euro,<br />

weitere Modelle werden in Platin (limitiert auf 28 Exemplare) und<br />

Edelstahl angeboten. Besucher der diesjährigen Monaco Boat<br />

Show (25. bis 28. September) haben die Chance, die Uhr als<br />

„Unique piece“ in einer Sonderedition zu sehen – und sie bei<br />

der während der Boat Show laufenden 5. „Only Watch-Charity-<br />

Auktion“ am 28. September zu ersteigern.<br />

montblanc.com | onlywatch.com.<br />

Wichtig für Wassersportler: Die Wasserdichtigkeit der Rising<br />

Hours-Uhren wird durchgehend mit 3 bar/30 Meter angegeben.<br />

Ein Mitarbeiter der Montblanc-Manufaktur in Le Locle demonstriert,<br />

wie jede Uhr penibel mittels eines speziellen Druckzylinders<br />

getestet wird<br />

64 I 04/2013<br />

Uhrmacherei in Le Locle: In diesem Tal sind seit mehr als drei<br />

Jahrhunderten die größten Uhrmacher zu Hause. Die Stadtväter<br />

haben sich zum Ziel gesetzt, Vergangenheit und Gegenwart der<br />

Uhrmacher-Kunst zusammenzufügen und diese so erfolgreich in<br />

die Neuzeit zu transferieren. Seit Juni 2009 gehört Le Locle deshalb<br />

zum UNESCO-Weltkulturerbe. lelocle.ch


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Loro Piana’s Leidenschaft für das Meer und noch mehr<br />

Das zweite Jahr in Folge ist Loro Piana<br />

der Titelsponsor der “Loro Piana Caribbean<br />

Superyacht Regatta and Rendezvous”. Der exklusive<br />

nautische Wettbewerb findet nun zum dritten Mal im<br />

Monat März in Virgin Gorda vor den Britischen<br />

Jungferninseln statt. Diesem wunderbaren und<br />

doch anspruchsvollen Event folgt im Juni die Loro<br />

Piana Superyacht Regatta in Porto Cervo,<br />

Sardinien, die nun bereits zum fünften Mal<br />

abgehalten wird.<br />

Für beide Wettbewerbe werden nicht mehr als<br />

30 der größten Segel- und Motoryachten der Welt<br />

zugelassen, die eine Mindestlänge von 80 Fuß nicht<br />

unterschreiten dürfen und sich gegenseitig herausfordern: Sie<br />

stellen die taktischen Fähigkeiten ihrer Eigentümer<br />

und Crews in mehreren Regatten auf den<br />

Prüfstand.<br />

Segeln ist eine echte Leidenschaft in der Familie<br />

Loro Piana, da es eine Möglichkeit bietet, ganz mit<br />

der Natur zu verschmelzen. Das Segeln spiegelt die<br />

Philosophie des Unternehmens wider: Technische<br />

Forschung, Streben nach Perfektion, elegante<br />

Details und Respekt vor der Natur.<br />

Loro Piana´s Grundwert ist das Streben nach<br />

absoluter Qualität, was sich in jedem Aspekt des<br />

vertikal integrierten Produktionsprozesses zeigt.<br />

Es reicht vom direkten Zugriff auf die feinsten und<br />

seltensten Rohmaterialien der Welt bis hin zum individuellen<br />

Kundenservice: Die Mission des Unternehmens ist es, Exzellenz<br />

in Design und Komfort jedes Produkts sicher zu stellen, sowie<br />

die Freude an ultimativer Qualität unter bestehenden und<br />

künftigen Kunden zu wecken.<br />

Diese Werte liegen ebenfalls Loro Piana Interiors zugrunde,<br />

einer Linie, die sich Heimtextilien und Leinen verschrieben<br />

hat. Das Konzept richtet sich an diejenigen, die im Lauf der<br />

Zeit die Qualitäten von Loro Piana zu schätzen gelernt haben.<br />

Die Unit Interiors wurde gegründet, um den Kunden die<br />

Möglichkeit zu geben, ihre Wohnräume mit derselben<br />

vertrauten Eleganz auszustatten, mit der sie sich auch<br />

kleiden. Seit Einführung im Jahr 2006 stehen die Grundwerte<br />

von Loro Piana Interiors für kompromisslose Qualität, die<br />

Suche nach den besten Rohmaterialien der Welt und rigorose<br />

Kontrollen in jedem Schritt des Herstellungsprozesses.<br />

Das tiefgreifende Wissen im Bereich der Textilindustrie und<br />

der technische Fortschritt in diesem Sektor, gemischt mit der<br />

Suche des Unternehmens nach den wertvollsten und seltensten<br />

Fasern, ermöglichten die Fertigung einzigartiger und zeitloser<br />

Stoffe für die Interieurs von Häusern, Yachten, Flugzeugen und<br />

Hotels mit höchster Eleganz und Behaglichkeit. Zudem werden<br />

die Stoffe speziellen Behandlungen unterzogen, die eine<br />

hervorragende Widerstandsfähigkeit und einfache Pflege<br />

Wendejacke in Windmate®<br />

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Qualität;<br />

Regata, Kaschmirdecke<br />

mit Wildlederrand (Limited<br />

Edition);<br />

My Sailing Bag, aus<br />

wasserabweisender Wind<br />

Mikrofaser (Storm<br />

System®)<br />

garantieren. Gleichzeitig bleiben Weichheit, leichtes Gewicht<br />

und Komfort erhalten. Die Kollektion umfasst über 600<br />

Stoffvarianten zum Beziehen von Postermöbeln, für Vorhänge<br />

und dekorative Elemente, die im Hinblick auf Farben und<br />

Muster so abgestimmt werden könnten, dass sie perfekt<br />

zu Überwürfen, Decken und Teppichen passen. Mit<br />

Stoffen von Loro Piana ausgestattete Interieurs sind<br />

warm und einladend; sie spiegeln den individuellen<br />

Stil, die Persönlichkeit und das Augenmerk für<br />

Qualität wider.<br />

Zudem haben die Kunden von Loro Piana die<br />

Möglichkeit, ihre eigenen Segel- oder Motoryachten<br />

zu personalisieren. Leinen und Kaschmir höchster<br />

Qualität werden in speziellen Mischungen<br />

zusammengebracht: Leinen ist kühl und frisch,<br />

während Kaschmir hilft, die Feuchtigkeit des Meeres<br />

abzuweisen. Diese Stoffe sind in unterschiedlichen<br />

Gewichten und Webarten erhältlich und perfekt für<br />

Polstermöbel, Tagesdecken, Kissen geeignet und<br />

sogar für lichtundurchlässige Gardinen, die eine<br />

maximale Privatsphäre garantieren, wenn die Yacht<br />

am Steg angelegt hat.<br />

Die Superyacht Regattas sind perfekt geeignet, um<br />

die Produkte von Loro Piana dort zu testen, wo<br />

technische Perfektion sich in Harmonie mit der Natur<br />

wiederfindet. Aufgrund seines umfassenden<br />

Verständnisses für diesen Sport designt und<br />

produziert Loro Piana Kleidungsstücke, die die spezifischen<br />

Bedürfnisse des Sportlers erfüllen: Die ständige Suche nach<br />

der perfekten Einheit aus Ästhetik und Funktionalität.<br />

Hieraus resultiert eine Reihe von Artikeln – Blousons,<br />

Westen, Jacken, Hosen, Hemden und Poloshirts – die nach<br />

Geschmack personalisiert werden können und aus<br />

außergewöhnlichen Materialien und Textilien gefertigt werden.<br />

Sie eignen sich für jedes Klima, ohne dass man dafür Weichheit<br />

und Eleganz opfern müsste. Funktionskleidung erhält<br />

Spezialbehandlungen wie Windmate® und Storm System®.<br />

Sie bestehen aus einer Mikrofaser, die wind- und<br />

wasserabweisend ist, um die Qualitäten von Kaschmir mit<br />

technischer Leistung zu vereinen.<br />

Loro Piana verfügt über sechs Generationen Erfahrung in<br />

der Produktion von Textilien für höchste Ansprüche und ist<br />

weiterhin Branchenführer. Diese vertikale Integration ist die<br />

beste Garantie für den Zugang zu Forschung, den besten<br />

Rohstoffen und für die Kontrolle des Herstellungsprozesses:<br />

Zusammen mit dem Bestreben nach maximaler Qualität und<br />

der Fähigkeit, bahnbrechende Technologie mit handwerklicher<br />

italienischer Tradition und Schneiderkunst zu vereinen, wurde<br />

Loro Piana zu einer Referenzmarke im weltweiten<br />

Luxusgütermarkt.<br />

www.loropiana.com


yacht stil I interview harald baum<br />

„<br />

„<br />

Segeln ist für<br />

mich so normal<br />

wie spazierngehen<br />

68 I 04/2013


Müssen wir Harald Baum noch vorstellen, bevor<br />

wir direkt in das Interview mit ihm einsteigen?<br />

Nein, den kennt jeder. Entweder als Eigentümer<br />

der Pantaenius Holding oder als engagierten<br />

Segler an Bord seiner Swan 48 Elan. Oder doch<br />

als bekennenden Motorbootfahrer? Neben der<br />

kleinen Barkasse Courtage auf der Elbe bereist<br />

er auf der stilvollen Motoryacht Joanne of<br />

Garth das Mittelmeer. Aktueller Anlass für unser<br />

Gespräch: Dieses Jahr arbeitet er 50 Jahre für<br />

und mit Pantaenius. Und findet neben seinem Job<br />

noch Zeit, sich um sein Schiff und das Ehrenamt<br />

als Vorsitzender des Hamburger segel-clubs zu<br />

kümmern. meer & yachten sprach mit dem Segler<br />

Baum über die Liebe zur Elan, die Sehnsucht nach dem<br />

Hungrigen Wolf und die Freude an einer Duver 23.<br />

Fotos: Privat, Pantaenius<br />

Harald Baum, 23 und gelernter Schiffsmakler, auf dem Weg zur Arbeit<br />

04/2013 I 69


yacht stil I interview harald baum<br />

Bösartige Zungen nennen die Elan gerne ein ORCi-Vermessungswunder,<br />

doch das stimmt nicht immer: Das Schiff wird von der<br />

Familiencrew gut und routiniert gesegelt. Und sollte es doch<br />

mal eng werden und krachen – Eigner Harald Baum ist Profi im<br />

Versicherungsgeschäft<br />

Was für ein Schiff bist du vor 50 Jahren gesegelt?<br />

„Vor 50 Jahren habe ich nach meiner Zeit als Volontär in der<br />

Schweiz einen zauberhaften kleinen 6m-Bergspitzgatter erworben<br />

und das Schiff rund fünf Jahre gesegelt. Mit großer<br />

Freude habe ich vor allem an den Regatten nach Helgoland<br />

und in der Ostsee teilgenommen.<br />

Pantaenius hat sich in den letzten Jahren stark dem wachsenden<br />

Segment der Superyachten zugewandt. Sind diese eleganten,<br />

mit höchstmöglichem Komfort ausgestatteten<br />

Yachten auch für dich ein Traum, oder bleibst du weiterhin<br />

deiner Elan treu?<br />

„Die Freude und Sehnsucht, im Frühjahr wieder eine Yacht<br />

wie meine Elan zu segeln, möchte ich nicht missen. Ich<br />

habe sehr häufig auf sehr großen Yachten gesegelt, doch<br />

die Freude an einer gut segelnden Yacht wie Elan, ausgeglichen<br />

im Ruder und extrem seetüchtig, ist und bleibt für<br />

mich das Größte.“<br />

Wie sehr sind Beruf und die Leidenschaft fürs Segeln<br />

miteinander verknüpft?<br />

„Ich habe mein Leben lang gesegelt, seit meinem dritten<br />

Lebensjahr, zusammen mit meinen Eltern auf der Yacht<br />

Alibi. Später bis Anfang der 1950er Jahre habe ich mehr<br />

oder weniger an Bord gewohnt. Für mich ist Segeln genauso<br />

normal wie Spazierengehen. Eine berufliche Verknüpfung<br />

war programmiert. Als ich das Yacht-Versicherungsgeschäft<br />

1968/69 begann kamen mir meine Kenntnisse und meine<br />

Liebe zur Segelei und zu den Yachten natürlich sehr zugute.“<br />

Jeder, der dich auf der Regattabahn oder im Hafen trifft,<br />

weiß, dass du „Mr. Pantaenius“ bist. Ist es schwer, Berufliches<br />

und Privates in einer so kleinen Szene zu trennen?<br />

„Für mich war das nie ein Problem. Irgendwie habe ich mich<br />

in der Segelszene nicht nur dazugehörig, sondern auch<br />

wohl gefühlt. Ich habe eigentlich immer nur Vorteile in der<br />

Verknüpfung Beruf und Segeln gesehen und auch gehabt.“<br />

Kann man bei Pantaenius arbeiten, ohne Segler oder Wassersportler<br />

zu sein?<br />

„Es gibt einige wenige Leute, die für mich wichtig sind, bei<br />

Pantaenius arbeiten und nicht Vollblutsegler sind, so zum<br />

Beispiel unser Finanzdirektor. Aber eigentlich sind 90 Prozent<br />

Segler oder Motorbootfahrer.“<br />

Was hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten im Segelsport<br />

verändert?<br />

„Vor fünf Jahrzehnten war für einen Fahrtensegler Dänemark<br />

schon ein weites, hoch gestecktes Ziel. Heute sind die Ziele<br />

viel weiter entfernt. Vor 20 Jahren war eine Atlantiküberquerung<br />

und Fahrtensegeln in der Karibik selten, heute ist es<br />

an der Tagesordnung. Die Freude am eigenen Boot, im Sommer<br />

sowieso und im Winter auch bei den Arbeiten am Schiff,<br />

wird heute von jungen Leuten, vielleicht aufgrund von Überlastung<br />

im täglichen Beruf, nicht mehr so gelebt. Die neue<br />

Generation chartert häufig Yachten in anderen Segelrevieren<br />

und lässt sich nicht auf ein eigenes Boot ein.“<br />

Welche Neuerungen genießt du, was hätte deiner Ansicht<br />

nach unverändert bleiben können?<br />

„Die technischen Entwicklungen im Yachtbau, gerade bei der<br />

Ausrüstung und den Konstruktionen, haben das Vergnügen<br />

an einer Yacht, die sich nur mit dem Wind fortbewegt, eindeutig<br />

vergrößert. Natürlich sind die Reviere häufig überfüllt,<br />

und die modernen Marinas spiegeln ein vollkommen anderes<br />

gesellschaftliches Leben wider, als wir es vor 50 Jahren gewohnt<br />

waren. Die Nähe zur Natur hat durch diese moderne<br />

Entwicklung gelitten, aber es finden sich noch immer einsame<br />

Ankerplätze.“<br />

Wo segelst du am liebsten? Und wo wolltest du immer<br />

schon vor Anker gehen?<br />

„Ich liebe nach wie vor meine Elbe und komme immer weniger<br />

dazu, sie zu nutzen. Auch wenn sie immer mehr industrialisiert<br />

wird und unsere wundervollen Nebenarme und Fahrwasser<br />

sehr häufig nicht mehr zu befahren sind, bleibt sie<br />

mein Revier. Wenn ich vor Anker gehen möchte, dann am<br />

liebsten am Hungrigen Wolf, hinter der Ostspitze von Pagensand<br />

im Nebenfahrwasser.“<br />

„<br />

70 I 04/2013


interview harald baum I yacht stil<br />

Vater und Söhne: Harald Baum mit Daniel (links) und Martin „Tino” (rechts)<br />

Fotos: Privat, Pantaenius<br />

Inzwischen bist du Vorsitzender des alteingesessenen Hamburger<br />

Segel-Clubs (HSC), der in den letzten Jahren mit<br />

latentem Mitgliederschwund, wechselnden Gastronomen<br />

und einem unsteten Vorstand zu kämpfen hatte. Was zeichnet<br />

deiner Ansicht nach einen guten Club aus? Was muss<br />

ein Club leisten, damit Mitglieder und Segler sich dort<br />

wohlfühlen und sich mit der Institution identifizieren?<br />

„Der Hamburger Segel-Club hat seit seiner Gründung immer<br />

ein besonderes Augenmerk auf die See- und Fahrtensegelei<br />

gelegt sowie auf die üblichen Seeregatten auf den Heimatrevieren.<br />

Dieser Bereich hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen.<br />

Zugenommen dagegen hat die Regattasegelei<br />

mit kleinen Jollen und Kielschiffen, vor allem auf der Alster.<br />

Die Mittwochsregatten erfreuen sich größter Beliebtheit, und<br />

junge Leute, die eine schnelle Herausforderung, intensive<br />

und nicht zu lange Jollenregatten lieben, sind neue Mitglieder<br />

bei uns geworden. Ich hoffe sehr, dass diese neue<br />

Generation von jüngeren Seglern sich irgendwann auch der<br />

Seesegelei und vor allem der Fahrtensegelei widmen wird.<br />

Denn was macht einen guten Club aus? Natürlich die Jugendarbeit<br />

und die Anlagen in den Häfen. Dazu gute Stimmung<br />

und die Möglichkeit, Freunde und andere Segler zu treffen.<br />

Ich meine, dass sich die Stimmung im Hamburger Segel-<br />

Club deutlich gebessert hat, wir haben steigende Mitgliederzahlen<br />

und dort, wo man mit Gleichgesinnten seine Freizeit<br />

teilt, fühlt man sich auch wohl.“<br />

Gibt es eine andere Sportart, die Familien und Freunde so<br />

sehr miteinander verknüpft wie der Segelsport?<br />

„Zusammenhalt innerhalb einer Familie wird durch Fahrtensegeln<br />

hervorragend unterstützt. Ich kenne nur noch eine<br />

andere Sportart, wo es ähnlich ist, und das ist Bergwandern.<br />

Mit der Familie!“<br />

Warum sollten Segler dennoch nicht leicht naserümpfend<br />

auf Motoryachtfahrer herabblicken?<br />

„Genau aus dem oben genannten Grund. Auf Motorbootfahrten<br />

hat man die gleiche Möglichkeit, die Natur aus nächster<br />

Nähe zu erleben und zu genießen. Zusammen bildet man<br />

im positiven Sinne eine Gefahrengemeinschaft. Das gemeinsam<br />

zu erleben, ist für Familie und Crew ganz wichtig.<br />

Zu guter Letzt: Stimmt die Legende, dass du dir ein Motorboot<br />

auf die Elbe gelegt hast, weil du für einen kurzen Zeitraum<br />

nicht mehr mit dem Auto ins Büro fahren konntest?<br />

„Die Elbe ist mein Heimatrevier. Vor rund 20 Jahren entdeckten<br />

wir ein kleines Motorboot aus England, eine Duver<br />

23, die wir mit nach Hamburg nahmen. Seitdem nutze ich<br />

möglichst häufig das Boot, um von Blankenese aus in 15 bis<br />

20 Minuten direkt vor mein Büro zu fahren und um Kunden<br />

zu besuchen. So schnell bin ich mit dem Auto nie. Und mein<br />

Führerschein ist mir bisher auf der Elbe auch noch nicht<br />

weggenommen worden.“<br />

&<br />

Fotos: Privat, Pantaenius<br />

Wenn ich vor Anker gehen möchte,<br />

dann am liebsten auf der Elbe am<br />

Hungrigen Wolf, hinter der<br />

Ostspitze von Pagensand im<br />

Nebenfahrwasser<br />

04/2013 I 71


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eise charter<br />

Glanzlichter<br />

Traumziel<br />

neuseeland<br />

Nicht nur Fans des Herrn der Ringe haben sich in den Filmen von der atemberaubenden Landschaft Neuseelands verzaubern<br />

lassen. Auch unter Seglern gelten die Inseln östlich von Australien als reizvolles Revier für alle, die mehr als baden und plantschen<br />

wollen. Sechs Personen können im Februar 2014 eine Reise von der Bay of Islands über die Coromandel-Halbinsel nach Auckland<br />

buchen, auf der sie ihre Tagestörns ganz entspannt mit den Skippern von Silversail und Skipperprofi absprechen. Je nach Belieben<br />

werden dann entweder mehrere kleine Ortschaften besucht, oder die Zeit auf See wird ausgedehnt. Der 14-tägige Erlebnis-Trip<br />

startet entweder von den Bay of Islands (Törn 1 vom 1. bis 14. Februar 2014) oder von Auckland aus (Törn 2 vom 15. bis 28. Februar<br />

2014) und ist die lange Anreise nach Neuseeland in jedem Fall wert. silversail.de<br />

Yacht-Tour<br />

durch die Ägäis<br />

Wer im September mit Turkish Airlines direkt<br />

nach Bodrum fliegt, kann selbst entscheiden,<br />

ob er mit einer Yacht von Pupa Yachting ab<br />

Bodrum, Göcek oder Marmaris zum Herbsttörn<br />

durch die türkische Ägäis starten möchte.<br />

Entweder geht die Tour über den charmanten<br />

Golf von Gökova oder entlang des von Buchten<br />

gesäumten Golfs von Fethiye. Die<br />

Charterflotte bietet Schiffe vom Typ<br />

Oceanis 440 oder Bénéteau 50, ausgestattet<br />

mit allem, was man für<br />

einen entspannten Törn benötigt.<br />

Wer zügig bucht, wird noch mit<br />

einem Preisvorteil von 25<br />

Prozent belohnt.<br />

argos-yachtcharter.de<br />

Chartern im Paradies<br />

Die TUI Tochter Sunsail hat im Juli eine neue Charterbasis auf<br />

St. Lucia eröffnet. Die Sunsail-Basis befindet sich in Marigot Bay<br />

auf der Westseite der Insel und bietet Yachten ab 39 Fuß an.<br />

Wie es sich für die Karibik gehört, ist das Meer hier türkisblau,<br />

am Ufer leuchten sattgrüne Tropenwälder. Übergabe der Yachten<br />

ist immer samstags oder sonntags, zudem bietet Sunsail zweiwöchige<br />

Flottillentörns an. Der Urlaubstörn geht entweder zu den<br />

Windward Islands im Norden mit den Inseln Martinique und Guadeloupe<br />

oder nach St. Vincent und auf die Grenadinen weiter<br />

im Süden. Klingt nach einem guten Urlaub mitten im deutschen<br />

Winter. Die Hinreise ist einfach: Condor fliegt ab Frankfurt direkt<br />

auf die Karibikinsel. sunsail.de<br />

74 I 04/2013


FOTOs: anbieter; shutterstock.com/chameleons eye<br />

zum Cool-Down<br />

an den gardasee<br />

Ein romantischer Abend auf einer Terrasse über dem Gardasee bei<br />

exklusivem Wein und frischem Fisch – ein Traum. In der Villa Giulia<br />

in Gargnano kann diese Fantasie wahr werden. Das Vier-Sterne-<br />

Hotel liegt direkt an dem italienischen Gewässer mit Blick auf den<br />

Monte Baldo. Hier lässt es sich richtig entspannen, entweder beim<br />

gemütlichen Rundgang in der Gartenanlage der Villa oder am privaten<br />

Hotelstrand. Für Aktive gibt es einen Fitness-Bereich sowie<br />

eine großzügige Poolanlage, die zum Schwimmen und Bewegen<br />

anregen. Zum Ausgleich bietet der Wellnessbereich Saunen und<br />

Solarien an, in denen die Gäste sich verwöhnen lassen können. Die<br />

Zimmer der viktorianisch angehauchten Villa sind luxuriös und individuell<br />

designt. Auch die moderne Ausstattung mit Internet, Sat-TV und<br />

einer privaten Terrasse oder Balkon, kann sich sehen lassen. Auf der<br />

großen Außenterrasse überblicken die Besucher nicht nur den ganzen<br />

See, auch ein vorzügliches Menü aus dem hoteleigenen Restaurant<br />

schmeckt in diesem Ambiente besonders gut.<br />

komfortabler<br />

katamaran<br />

Ab November kann man bei The Catamaran Company<br />

den neuen Lagoon 39 buchen. Der luxuriös ausgestattete<br />

und einfach zu handhabende Katamaran<br />

verfügt über vier Kabinen und großflächige UV-Schutz-<br />

Fenster, durch die man die Schönheit der British Virgin<br />

Islands bewundern kann. Genau dort, an der Basis von<br />

Tortola, wird der knapp zwölf Meter lange Katamaran ab<br />

November 2013 eingesetzt. Neben der komfortablen<br />

Innenausstattung und dem schicken Design besticht<br />

das Modell durch einfaches Manövrieren und weniger<br />

Aufwand beim Fahren. Ein Trip mit diesem Gefährt<br />

an den Karibischen Inseln entlang verspricht großes<br />

Vergnügen. In der Hochsaison ist der Katamaran ab ca.<br />

7.130 Euro pro Woche buchbar.<br />

catamarans.com/news/charter/2013/04/Lagoon-39.aspx<br />

Luxuriös Segeln in Schottland<br />

Das hätte Richard Wagner gefreut: mit der Flying Dutchman vom 25. September bis 6. Oktober<br />

durch das herbstlich-neblige Schottland! Der 1903 in Amsterdam gebaute luxuriöse 2-Mast-<br />

Toppsegel-Schoner startet vom schottischen Hafen Oban aus und segelt mit seinen Passagieren<br />

zunächst westwärts durch den Kaledonischen Kanal. Dort wird natürlich auch Loch Ness passiert:<br />

Irgendeiner meint immer, Nessie klar erkannt zu haben. Danach stehen die Häfen von Inverness<br />

und Aberdeen auf dem Törnplan, nach dem Besuch der Städte lockt der Pub mit Whisky-Tasting<br />

und anschließendem Seglerlatein. Höhepunkt des Segeltörns ist ein zweitägiger Aufenthalt in<br />

Edinburgh. Endstation der zwölftägigen Reise ist Rotterdam. sailing-and-more.de<br />

04/2013 I 75


eise charter I zu den polen<br />

76 I 04/2013


Arctic<br />

Als ehemaliger Bergungsschlepper war Arctic<br />

das perfekte Schiff für einen Superyacht-Trip in<br />

die Antarktis. Ihr Eigner berichtet, wie sorgfältige<br />

Planung zu einer wunderbaren Reise führte.<br />

text Tim Thomas Fotos eyos Expeditions / Arctic<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

04/2013 I 77


Unter einem unglaublich blauen Himmel bahnt sich<br />

die Motoryacht Arctic mit stetigen sechs Knoten ihren<br />

Weg in den Bourgeois Fjord. Ihr Bug pflügt durch 40<br />

Zentimeter Festeis, vor ihr erheben sich die Berge der Antarktischen<br />

Halbinsel. Dahinter liegt die Weddell-See. Dünne<br />

Wolkenschleier lassen die stürmischen katabatischen Winde<br />

ahnen, die hoch über dem Schiff toben. Als Arctic sich einem<br />

Eisberg nähert, hinter dem ein paar Krabbenfresser-Robben<br />

Schutz suchen, nimmt der Kapitän Fahrt weg und stoppt dann<br />

die Maschine. Stille.<br />

Die allerdings bald von Jubel abgelöst wird. Arctic ist auf 67,5°<br />

Süd angekommen, und damit stellt sie einen neuen Rekord für<br />

die südlichste Breite auf, die ein privates Expeditionsschiff an<br />

der Antarktischen Halbinsel bisher erreicht hat. Umgeben von<br />

Eis scheint sie völlig in ihrem Element.<br />

Wenig später klettern Crew und Passagiere aufs Eis, machen<br />

Fotos und bringen einen Toast auf ihr tüchtiges Schiff aus. Auf<br />

dem Höhepunkt einer 3.500-Meilen-Odyssee tauschen Kapitän<br />

und Expeditionsleiter zufriedene Blicke aus, Arctic ist jetzt<br />

wirklich in der Antarktis angekommen.<br />

Der Kontinent, der als Letzter entdeckt wurde, ist auch der unberührteste,<br />

und viele halten ihn für das Reich der reinen, die<br />

Natur beobachtenden Expeditionen. Das Land von Amundsen,<br />

Shackleton und Scott wartet mit unvergleichlicher Landschaft,<br />

reichem Tierleben und einer bizarren Eiswelt auf. Es ist schwer,<br />

in der heutigen Zeit einen Ort zu finden, der in diesem Maße<br />

Entdeckeratmosphäre und völlige Abgeschiedenheit bietet.<br />

Nur ein kleiner Prozentsatz von Superyachten kommt hierher,<br />

und sie müssen sich dabei auf spezialisierte Führer verlassen,<br />

um hier sicher fahren und an Land gehen zu können.<br />

Die Reise der Arctic begann ein Jahr zuvor mit einem ersten<br />

Treffen zwischen dem Kapitän und Rob McCallum von EYOS<br />

Expeditions. Das Ergebnis war, dass ich die Planung für eine<br />

Antarktis-Reise in Auftrag gab, die die Falkland-Inseln, das<br />

Wildnis-Paradies Südgeorgien und die volle Länge der Antarktischen<br />

Halbinsel umfassen sollte. Arctic sei ein großartiges<br />

Schiff, sagt ihr Kapitän. „Sie wurde mit Eisklasse gebaut und<br />

hat eine Reichweite von 8.000 Meilen. Sie ist eine Privatyacht,<br />

aber der Luxus wurde auf ein solides Fundament von Kraft und<br />

Seetüchtigkeit gesetzt. Das Schiff ist ideal für Polarreisen und<br />

Entdeckungsfahrten in entlegene Gebiete.“<br />

78 I 04/2013


zu den polen I Reise charter<br />

Arctic wurde 1970 bei Schichau in Bremerhaven gebaut. Zu<br />

dieser Zeit waren sie und ihr Schwesterschiff Oceanic die<br />

größten und stärksten Hochsee-Bergungsschlepper der Welt,<br />

und sie können eine beachtliche internationale Karriere vorweisen.<br />

Arcitc war sogar schon mal in der Antarktis, 1972 barg<br />

sie in einer Aufsehen erregenden Aktion das kommerzielle<br />

Forschungsschiff Lindblad Explorer, dass bei Plaza Point auf<br />

Grund gelaufen war. Wir kauften Arctic 1993 und unterzogen<br />

sie in den folgenden zwei Jahren auf Malta einem gründlichen<br />

Um- und Ausbau. Unter der Aufsicht von Claus Kusch wurde<br />

sie in eine private Yacht verwandelt, die seitdem mehrfach<br />

überarbeitet und weiter verbessert wurde.<br />

Der 88 Meter lange Rumpf mit Eisklasse (GL 100 A4 E3) vereint<br />

eine robuste Struktur mit 17 Knoten Reisegeschwindigkeit,<br />

klassischen Linien und modernster Ausrüstung. Das Schiff ist<br />

in den Tropen ebenso zu Hause wie in den Polarmeeren. Die<br />

Kraft kommt aus zwei turbo-geladenen Deutz SBV 12 M, die<br />

über 9.700 kW leisten.<br />

Eigner und Crew ziehen – für<br />

den Fotografen – das Schiff<br />

durch den Bourgeois-Sund<br />

Die Walfang-Station<br />

Grytviken in Südgeorgien,<br />

wo der englische<br />

Polarheld Ernest Shackleton<br />

begraben ist (oben).<br />

Zur reichen Tierwelt der<br />

Inselgruppe zählen auch<br />

riesige Pinguin-Kolonien<br />

04/2013 I 79


eise charter I zu den polen<br />

All das ließ uns mit Zuversicht an die Planung der Reise gehen.<br />

EYOS sollte die Expedition leiten, Zertifikate und Genehmigungen<br />

besorgen und eine technische Bestandaufnahme des<br />

Schiffes machen, um seine Eignung für arktische Gewässer<br />

zu belegen. Das Unternehmen erarbeitete einen kompletten<br />

Reiseplan und das technische Programm und besorgte die<br />

Ausrüstung. Die Arctic-Crew stellte das Schiff, das zuvor in<br />

Französisch-Polynesien gewesen war, vom Tropen- auf den<br />

Eis-Modus um und bereitete es auf die polare Kreuzfahrt vor.<br />

Es gibt etwas in<br />

der Antarktis,<br />

das mein Herz<br />

erfüllt. Ist es das<br />

Eis, das hypnotisierende<br />

Licht, die Weite des<br />

Raums, die Unendlichkeit<br />

des Himmels? Es ist eine<br />

wunderbare Welt, und<br />

jeder Tag hat magische<br />

Momente. Ich kann es<br />

nicht erWArten,<br />

zurückzukommen.<br />

Ein Hauptpunkt war das Ausladen: Von elf Jetskis, und vier<br />

12-Meter- und zwei 9-Meter-Tendern blieb nur ein 12-Meter-<br />

Boot übrig, dafür kamen zwei Schlauchboote an Bord. „Mk4-<br />

und Mk5-Zodiacs findet man kaum auf Yachten, aber in den<br />

Polarregionen sind sie bewährte Arbeitspferde“, sagt der<br />

Kapitän, „einfach auszusetzen und an Bord zun ehmen, und<br />

zwischen Eisschollen ebenso sicher wie in steinigen Landebuchten.“<br />

„Wir erweiterten die Crew um einen Eis-Navigator, einen Expeditionskoordinator<br />

und einen Naturkundler“, sagt McCallum,<br />

„jede Reise in die hohen Breiten bringt ein Schiff an seine<br />

Grenzen, und deshalb ist es gut, reichlich Polar-Erfahrung an<br />

Bord zu haben. Unser Eislotse Kapitän Alexander Golubev hat<br />

drei Jahrzehnte in arktischen Gewässer verbracht, und das ist<br />

ein echter Gewinn für das Team auf der Brücke.“<br />

Die Reise in den Süden beginnt für Arctic bei den Falkland-<br />

Inseln. „Die Falklands sind einer der besten Plätze überhaupt,<br />

um die Tierwelt des Südatlantiks zu beobachten, etwa den<br />

Schwarzbrauenalbatros“, sagt der EYOS-Naturkundler Matt<br />

Drennan, „auf See segeln sie im Sturm dahin, aber auf den<br />

Falklands beobachten wir sie aus kürzester Entfernung, wie<br />

sie ihre Küken wärmen. Du kannst in einer riesigen Albatros-<br />

80 I 04/2013


Mit vier Metern Länge zählen Seeleoparden zu den großen Jägern in der Antarktis. Unberührte Gipfel auf dem Südkontinent.<br />

Das „Alpenglühen“ dauert in den hohen Breiten viele Stunden (linke Seite)<br />

Kolonie stehen und einen ganzen Nachmittag mit diesen<br />

großen freundlichen Vögeln verbringen. Das ist etwas, was<br />

man nicht vergisst.“<br />

Von den Falklands geht es 800 Meilen Richtung Süden<br />

nach Südgeorgien. Bei der Ankunft vor Grytviken begegnet<br />

Arctic einem gewaltigen Tafel-Eisberg, ein seltener Anblick.<br />

In Grytviken besichtigen wir die Walfangstation, das Museum<br />

und die norwegische Kirche. Der Höhepunkt ist ein<br />

Besuch an Shackletons Grab, wo wir einen Toast auf „den<br />

Boss“ ausbringen.<br />

Das abgelegene und kaum besuchte Südgeorgien bietet eine<br />

unvergleichliche Natur. Hunderttausende von Königspinguinen<br />

teilen sich die Sandstrände mit Pelzrobben, vor einer Kulisse<br />

von 2.500-Meter-Gipfeln.<br />

Weiter geht die Reise der Arctic, vorbei an Elephant Island,<br />

wo Shackletons Männer auf seine Rückkehr warteten, 850<br />

Meilen zur Antarktischen Halbinsel. Hier beginnen zwölf<br />

Tage intensiver Aktivität. „Die Gäste wollten alles erleben“,<br />

sagt McCallum, „sie beobachteten Pinguin-Kolonien aus<br />

nächster Nähe und begleiteten Seeleoparden mit dem<br />

Schlauchboot. Sie waren auf einen Weihnachtsdrink auf<br />

einer Forschungsstation eingeladen, wanderten, fuhren Kajak<br />

und kletterten auf Treibeis. Und jeder der Gäste – und<br />

die meisten der Crew – sprangen einmal ins minus 1 Grad<br />

kalte Polarwasser.<br />

Besucher des Tages sind eine neugierige Buckelwal-Mutter mit<br />

ihrem Kalb. Wir treiben auf der spiegelglatten See dahin und<br />

frühstücken unter freiem Himmel, während die Wale unter die<br />

Heckplattform tauchen, den Rumpf anstupsen und stundenlang<br />

das Schiff untersuchen. Es sind magische, urtümliche<br />

Momente.<br />

Auch die Fahrten zwischen den Stationen sind ein Erlebnis,<br />

vorbei an nicht endenden Bergketten und Eispanoramen. „Fragen<br />

Sie unsere Gäste, was ihnen besonders in Erinnerung<br />

geblieben ist, für viele ist es das Licht!“, sagt McCallum. „Am<br />

Polarkreis berührt die Sonne für zwei, drei Stunden nur knapp<br />

den Horizont und steigt dann langsam wieder in einem langen<br />

Sonnenaufgang. Zwischen zehn Uhr abends und drei Uhr<br />

morgens spielt das Licht zwischen Aprikose-Tönen, Kupfer und<br />

Gold. Es ist bezaubernd, und es ist wirklich unvergesslich.“<br />

Nach 21 Tagen endet die Reise der Arctic bei King George<br />

Island, einem der wenigen Plätze in der Antarktis mit einer<br />

regulären Landebahn. Die Gäste sagen Kapitän und Crew<br />

schweren Herzens auf Wiedersehen, bevor sie nach Chile und<br />

von dort weiter nach Hause fliegen.<br />

Es gibt etwas in der Antarktis, das mein Herz erfüllt. Ist es das<br />

Eis, das hypnotisierende Licht, die Weite des Raums, die Unendlichkeit<br />

des Himmels? Es ist eine wunderbare Welt, und<br />

jeder Tag hat magische Momente. Ich kann es nicht erwarten,<br />

zurückzukommen.<br />

„Es ist ein Genuss, mit einem so tüchtigen Schiff zu arbeiten“,<br />

sagt McCallum, „wir erstellen immer Planungen, die genau<br />

auf die Schiffe zugeschnitten sind, und Arctic ist eines der vielseitigsten<br />

Schiffe, die wir gesehen haben. Wir waren also in<br />

der Lage, eine sehr ungewöhnliche Reise zu entwickeln, die<br />

weit über das hinausging, was die meisten Yachten machen<br />

können.“ Und der Kapitän ergänzt: „Unser erster Vorstoß in die<br />

Antarktis bereitete den Weg für kommende Reisen ins Ross-<br />

Meer, durch die Nordwest-Passage und nach Spitzbergen. Das<br />

Schiff hat gezeigt, was in ihm steckt. Man kann damit alles<br />

machen, was der Eigner wünscht.“<br />

&<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

04/2013 I 81


eise charter I zu den polen<br />

L<br />

82 I 04/2013


ars<br />

Eine Reise in den Norden.<br />

Text Mark chisnell fotos LARS<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

04/2013 I 83


eise charter I zu den polen<br />

Willem Barents war ein holländischer Seefahrer<br />

und Entdecker des 16. Jahrhunderts. Er suchte<br />

den Seeweg nördlich von Sibirien nach China,<br />

die Nord-Ost-Passage. Einen Winter überlebte er mit seinen<br />

Gefährten auf Nowaja Semlja, einer Insel im Norden Russlands,<br />

aber im folgenden Sommer starb er auf dem Rückweg<br />

nach Süden. Diese Geschichte war es, die den Eigner<br />

von Lars, der 36,4-Meter-Superyacht für Polarexpeditionen,<br />

zu seiner Reise inspirierte. Jetzt sollte es nach Nowaja Semlja<br />

gehen – mit Lars.<br />

Als Kauf und Wiederherstellung des Schiffes abgeschlossen<br />

waren, hatten sich die Pläne etwas geändert – das neue Ziel<br />

war jetzt Spitzbergen, die Insel, auf der Willem Barents 1596 gelandet<br />

war und der er diesen Namen gegeben hatte. Das neue<br />

Ziel wurde gewählt, weil Nowaja Semlja die meiste Zeit des Jahres<br />

unter Nebel liegt, und auch die Russen es dem Reisenden<br />

nicht leicht machen, ihr früheres Atomtest-Gebiet zu besuchen.<br />

„Man braucht eine Genehmigung“, erzählt uns Lars’ Eigner,<br />

„und für die muss man nach Murmansk. Und dort muss man<br />

ein paar Wochen warten.“ Für Spitzbergen braucht man auch<br />

eine Genehmigung, aber es wird nicht so viel Zeit verschwendet.<br />

Für beide Ziele ist dasselbe hohe Niveau an praktischer Vorbereitung<br />

nötig, und ein extrem seetüchtiges Schiff. Lars entsprach<br />

diesen Anforderungen völlig, und auch die Pläne des<br />

Eigners waren wohldurchdacht. Er war von Kindheit an mit<br />

Schiffen und der See vertraut. „Mein erstes eigenes Boot war<br />

ein altes Segelkanu, das ich in einem Kanal gefunden hatte.<br />

Wir habe es repariert und ein Segel draufgestellt“, erinnert er<br />

sich. Dann folgte eine Vielzahl von Motorbooten und -yachten,<br />

jede ein bisschen größer als die Vorgängerin. Das letzte Schiff<br />

vor Lars war eine 33 Meter lange CBI Navi namens Baloo, mit<br />

ihr unternahm der Eigner mit seiner Familie ausgedehnte Reisen<br />

im Mittelmeer und der Karibik. Fünf Jahre lang verbrachten<br />

sie jedes Jahr etwa acht Monate an Bord.<br />

Als Baloo 2008 verkauft wurde, setzte sich der Eigner Nowaj<br />

Semlija als nächstes Ziel. Er wollte für sechs Monate in die<br />

Arktis, und obwohl es schwierig war, dafür das richtige Schiff<br />

zu finden, wurde Lars schließlich gekauft und rechtzeitig fertiggestellt.<br />

Passenderweise wurde das Schiff nach einem<br />

Eisbären genannt, den der holländische Autor Hans de Beer<br />

ersonnen hat.<br />

Im April 2012 liefen sie aus und verbrachten drei Monate in<br />

den norwegischen Fjorden. Das ist ohne Zweifel ein wunderschöner<br />

Teil der Welt, doch die folgenden zwei Monate, in<br />

denen Lars Spitzbergen entgegen dem Uhrzeigersinn umrundete,<br />

machten die Reise zu etwas Besonderem. Spitzbergen<br />

gehört zu Norwegen und hat einen norwegischen Gouverneur.<br />

„Er ist für die Vorschriften hier verantwortlich, und er nimmt<br />

das sehr genau“, erklärt der Eigner. „Wenn man sich an die<br />

Regeln hält, sind die norwegischen Behörden ausgesprochen<br />

hilfsbereit. Wenn man es nicht tut, erweisen sie sich als äußerst<br />

streng. Was sehr klug ist.“<br />

Die Hauptstadt ist Longyearbyen, das über die üblichen Segnungen<br />

der Zivilisation verfügt, aber auch der einzige Platz<br />

ist, wo man Lebensmittel und ein paar andere wichtige Dinge<br />

kaufen kann. Außerhalb von Longyearbyen ist Spitzbergen ein<br />

extremes Land. „Der Grund der See steigt in weniger als einer<br />

halben Meile von 3.000 auf 50 Meter an. Wenn der Wind aus<br />

der falschen Richtung weht, hat man hier also eine sehr raue<br />

See“, sagt der Eigner. Kaum überraschend, dass die norwegischen<br />

Behörden, die „Sysselmannen“, über eine Helikopterflotte<br />

und leichte Flugzeuge verfügen und ausländische<br />

Yachten mit Argusaugen überwachen. Im Notfall setzten sie<br />

einen Arzt an Deck ab, und sie benutzen die Anwesenheit von<br />

Lars, um in Form zu bleiben.<br />

„Sie bleiben mit einem in Kontakt”, erinnert der Eigner, „nachdem<br />

wir drei Wochen keine Menschenseele gesehen hatten,<br />

84 I 04/2013


hörte ich plötzlich über UKW eine Stimme und fragte mich, wo<br />

kommt die her? Sie kam von einem kleinen Flugzeug. Tagelang<br />

war das Wetter sehr schlecht gewesen, und da flogen sie<br />

einfach mal eine Runde, um zu sehen, ob alles in Ordnung<br />

war.“ Dieses Sicherheitsnetz ist sehr beruhigend, aber niemand<br />

möchte davon Gebrauch machen. „Spitzbergen ist sehr gut organisiert.<br />

Aber wenn sie zu dir kommen müssen, und du bist<br />

selber schuld, wird es richtig teuer, habe ich mir sagen lassen.“<br />

Es fahren öfter Yachten nach Spitzbergen, aber sie bleiben<br />

meistens an der Westküste, nur wenige fahren auf die Ostseite.<br />

Je weiter man nach Norden kommt, desto seltener<br />

werden die Schiffe. Nördlich von Longyearbyen gibt es nur<br />

noch Ny-Ålesund, hier ist die nördlichste Poststelle der Welt.<br />

„Als wir um die Insel herumfuhren, dauerte der letzte Teil der<br />

Reise vier Wochen. Man sieht Wale, Eisbären, Walrosse und<br />

Robben, aber keine Menschen.“<br />

Die Insel hat eine vielfältige Tierwelt, die Eisbären sind jedoch<br />

so gefährlich, dass niemand ohne Gewehr unterwegs sein kann.<br />

Auf Lars war die Waffe, für die man natürlich auch eine Genehmigung<br />

braucht, in den Händen des Führers Maarten de Vries,<br />

der zehn Jahre Spitzbergen-Erfahrung hat. „Man braucht einen<br />

Guide“, sagt der Eigner, „sie wissen alles über die Gegend. Wir<br />

haben versucht, soviel wie möglich über Spitzbergen zu lesen,<br />

und ich habe Maarten gefragt, was für Kleidung wir benötigen.<br />

Aber wichtiger ist noch, dass er einfach über Spitzbergen Bescheid<br />

weiß. Was erwartet einen an der Küste, wo sind die alten<br />

Walfangstationen, na, und so weiter.“ Spitzbergen hat eine lange<br />

und nicht durchgängig respektable Industriegeschichte, von der<br />

die aufgegebenen Walfangstationen und Bergwerke zeugen.<br />

„Wir Holländer haben eine Menge Wale getötet, worauf wir nicht<br />

stolz sind, und auch die Engländer.“<br />

Ein Walross genießt den langen Tag vor Spitzbergen (ganz oben),<br />

Auf dem Weg nach 81° 46 Nord (oben). Vor einem Tafel-Eisberg wird<br />

Lars zum Spielzeugschiff (unten)<br />

Während de Vries die Besatzung bei den Landaufenthalten<br />

führte, trugen andere an Bord die Verantwortung für Wetter-<br />

04/2013 I 85


eise charter I zu den polen<br />

Mitten im Eis kann<br />

man sich zwischen<br />

Football und Schneeballschlacht<br />

entscheiden,<br />

auf dem Weg<br />

nach Norden steckt<br />

Lars die Nase ins<br />

Packeis (rechte Seite)<br />

beobachtung und die Navigation in den eisbedeckten arktischen<br />

Gewässern und an der gletscher- und felsgesäumten<br />

Küste. „Den nautischen Part beherrschte ich selbst, ich habe<br />

schon viele Meilen Schiffe geführt. Man muss vorsichtig sein,<br />

aber so bekommt man Erfahrung“, sagt der Eigner und betont,<br />

dass er für diese Reise einen guten holländischen Kapitän und<br />

einen guten australischen Ingenieur hatte. Gute Leute, gute<br />

Planung und gute Vorbereitung seien der Schlüssel zum Erfolg:<br />

„Das sind keine Ferien hier, das ist eine Expedition. Man<br />

muss mit dem Treibeis und den Gletschern aufpassen, es gibt<br />

nicht viele Plätze, an denen man gefahrlos ankern kann. Ein<br />

paar Buchten, aber in denen ist es eng. Manche sind auch<br />

sehr flach, und die Karten sind nicht immer verlässlich. Das<br />

Wetter verändert sich von einer Stunde auf die andere. Eben<br />

noch ist es schön und sonnig, plötzlich hast du Nebel, dann<br />

dreht der Wind und auf einmal kommst du dir vor wie in einem<br />

alten Schwarz-Weiß-Film.“<br />

Der extremste Teil der Reise war vermutlich der Abstecher<br />

nach Norden ins Packeis. „Ich wollte soweit nach Norden, wie<br />

das Schiff es schaffen würde“, sagt der Eigner. „Wir fuhren von<br />

einer kleinen Insel im Norden Spitzbergens, wo wir über Nacht<br />

blieben, in Richtung Pol, bis auf 81° 46‘ Grad Nord. Ich dachte,<br />

wir kommen aus freiem Wasser direkt ins Eis, aber das war<br />

nicht der Fall. Man sieht große Stücke Eis, dann noch größere,<br />

und dann geschlossenes Eis. Man kann es beiseite schieben<br />

oder durchfahren. Wir können bis zu dreißig Zentimeter Eis<br />

brechen, aber irgendwann wird es plötzlich still, und du liegst<br />

fest. Man steckt ein paar Pfosten ins Eis, steigt aus und spielt<br />

Football“, lächelt er. Und fügt ernster hinzu: „Es ist eine sehr<br />

beeindruckende Welt da oben.“<br />

Für die 60 Meilen vom offenen Wasser ins Packeis brauchte<br />

Lars zwölf Stunden. „Das Eis schließt sich hinter dir“, erzählt<br />

der Eigner, „wenn man achteraus blickt, siehst du ein<br />

weißes Feld, sonst nichts. Und das ist das Beängstigende<br />

– man kann nicht zurück, das würde sofort die Propeller<br />

ruinieren.“ Niemand an Bord hatte vorher Erfahrungen mit<br />

Packeis gemacht. „Wir haben es gelernt“, sagt der Eigner,<br />

„man muss vorsichtig sein und gut Ausguck halten. Ich hatte<br />

die Möglichkeit, eine norwegische Crew anzuheuern, habe<br />

mich aber bewusst für eine holländische entschieden. Es<br />

war eine riesige Chance für mich, es selbst zu machen und<br />

zu sehen, wie weit wir kommen.“<br />

Wenn man ihn nach den Höhepunkten der Reise fragt,<br />

nennt der Eigner gleich eine ganze Liste. „Den Polarkreis<br />

überqueren und dort schwimmen, einige wunderschöne<br />

Fjorde in Norwegen. Und dann hatten wir in Ny-Ålesund,<br />

mitten im Eis, eine Party mit den Leuten vom Dorf, dem<br />

Hafenmeister und ein paar Deutschen. Wir waren wirklich in<br />

der Mitte von Nirgendwo, und fanden Freunde. Im Nordosten<br />

von Spitzbergen trafen wir auf Buckelwale und ein Rudel<br />

Killerwale bei den Lofoten.“<br />

Und er fügt hinzu: „Ich möchte dahin zurück, vielleicht in zwei<br />

oder drei Jahren. Diese Welt da ist wirklich unglaublich, so still<br />

und unverdorben. Ich würde beim nächsten Mal nichts anders<br />

machen. Und jedem, der davon träumt, dahin zu reisen, sage<br />

ich: Mach es. Mit einem größeren Schiff oder einem kleineren<br />

– aber mach es.“<br />

Fürs nächste Jahr hat er ein neues Abenteuer geplant: „Wir<br />

wollen nach Grönland und an der Westküste hoch. Und dann<br />

wollen wir sehen, wie weit wir durch die Nordwestpassage<br />

kommen. Das wird bestimmt großartig.“<br />

&<br />

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zu den polen I Reise charter<br />

High Latitude<br />

Berater für die<br />

hohen Breiten<br />

Extreme Kreuzfahrten zu gefährlichen und kaum<br />

erkundeten Zielen erfordern besondere Planung<br />

und Vorbereitung. Dafür gibt es Helfer.<br />

Text Nigel Sharp fotos Merrymaid, Itasca; M. Könitzer<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Sonnige und warme Gegenden sind die bevorzugten<br />

Reviere von Superyachten, aber immer mehr Eigner<br />

wollen woandershin reisen. Das Motiv mag der<br />

Wunsch nach einer besonderen Herausforderung sein, oder<br />

es soll ein besonders entlegenes oder spektakuläres Ziel<br />

sein. Es liegt in der Natur solcher Orte, dass es mit Schwierigkeiten<br />

verbunden ist, sie zu erreichen. Aber Probleme ziehen<br />

Lösungen nach sich, und es gibt eine Organisation, die<br />

die meisten dieser Lösungen kennt. „High Latitude“ wurde<br />

gegründet, um für Eigner und Crew das Beste aus solchen<br />

Reisen herauszuholen.<br />

Vor vierzehn Jahren kauften Richard Haworth und Luke Milner<br />

eine 13,4-Meter-Stahlketch und begaben sich auf ein 18<br />

Monate währendes Abenteuer. Einen großen Teil dieser Zeit<br />

widmeten sie ihrer Leidenschaft, dem Bergsteigen in der<br />

Antarktis. Unter den extremen Bedingungen kämpften sie mit<br />

mancherlei Ungemach, aber Haworth sagt heute: „Wir mussten<br />

diese Erfahrungen machen, um zu lernen. Es gab keinen, der<br />

uns das beigebracht hätte. Es ist unmöglich aufzulisten, was<br />

wir auf diesem Trip alles herausgefunden haben.“<br />

Anschließend arbeitete er als Skipper auf Charteryachten wie<br />

Pelagic und Pelagic Australis und brachte Gäste in die Arktis<br />

und Antarktis. Nach sechs Jahren verspürte er den Wunsch,<br />

wieder ein normales Leben zu führen, und gründete mit Milner<br />

„High Latitudes“. Mit ihrer Erfahrung wollten sie anderen<br />

Leuten ermöglichen, anspruchsvolle Ziele zu erreichen.<br />

Das Verfahren<br />

Wenn Haworth und Milner sich mit Eignern oder Schiffsführern<br />

treffen, dreht sich die erste Diskussion darum, wohin es<br />

Erfolgreiche Kreuzfahrten<br />

ans Ende der<br />

Welt: Itasca in der<br />

argentinischen<br />

Antarktis, Merrymaid<br />

in Patagonien<br />

Hetairos vor<br />

Spitzbergen<br />

(v. oben n. unten)<br />

04/2013 I 89


eise charter I zu den polen<br />

mit einem enormen Aufwand verbunden. Überhaupt keine<br />

Probleme gab es in dieser Hinsicht mit der hölzernen Hetairos.<br />

Die 43-Meter-Ketch von Bruce King besuchte Island und Spitzbergen.<br />

„Wir haben überhaupt keine wesentlichen Veränderungen<br />

vorgenommen“, erklärt ihr Kapitän Bill Lawrence, „sie war<br />

schon ein paarmal um die Welt gegangen. Wir wussten, dass<br />

ihre Salzwasseraufbereiter im kalten Wasser nicht so effektiv<br />

arbeiten, und wir hatten glücklicherweise eine Dieselheizung<br />

fürs ganze Schiff – das Wasser ist zu kalt für eine Klimaanlage.<br />

Und wir hatten einen Holz-Ofen im Salon.“<br />

Haworth fragt die Eigner nach Dingen wie Stabilisatoren, um<br />

sicher zu gehen, dass sie nicht zu weit vorstehen und bei<br />

Grund- oder Eisberührung Schaden nehmen. „Propeller zählen<br />

auch dazu. Und das Grundgeschirr muss sehr viel schwerer<br />

und die Ketten müssen länger sein. Manchmal ist genug Platz<br />

dafür an Bord, aber der Trimm des Schiffes wird beeinflusst.“<br />

Spaß in der Kälte: Merrymaid in Patagonien (oben und rechte Seite)<br />

gehen soll, und wann. Dann wird geklärt, was am Ziel geschehen<br />

soll. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in diesem Stadium<br />

kleine Änderungen vorgeschlagen werden, sei es aus<br />

Gründen der Sicherheit oder, häufiger, um das Erlebnis zu<br />

optimieren.<br />

Der nächste Punkt betrifft die Yacht, mit der die Unternehmung<br />

durchgeführt werden soll. In einer idealen Welt würde<br />

man dieses Gespräch führen, bevor das Schiff gebaut wird,<br />

damit alle Vorschläge von „High Latitude“ eingearbeitet<br />

werden können. Tatsächlich war dies bei einem halben Dutzend<br />

Oyster-Yachten der Fall – Serienyachten aus GFK, bei<br />

denen die Möglichkeiten, auf Kundenwunsch die Konstruktion<br />

zu verändern, sehr begrenzt waren.<br />

Kürzlich ergab sich jedoch die Gelegenheit, den Bau eines<br />

Schiffes maßgeblich zu beeinflussen. Als Haworth den Eigner<br />

von Bougainville beriet, schlug er vor, den Wasserpass der<br />

22-Meter-Aluminumyacht, die bei Claasen in Holland gebaut<br />

wird, höher zu malen. Das rät er öfter, wegen des Gewichts<br />

der zusätzlichen Ausrüstung, die bei einer Antarktisreise nötig<br />

ist. Doch der Eigner hatte eine bessere Idee. Er ging zum<br />

Konstrukteur Berret Racoupeau und ließ die Unterwasserlinien<br />

neu rechnen, um dem Cruiser-Racer die benötigte Verdrängung<br />

zu geben.<br />

Gute Isolierung ist natürlich entscheidend, um mit den niedrigen<br />

Temperaturen zurechtzukommen, und Bougainville<br />

wurde nach Haworths Rat aufgerüstet. Bei einem fertigen<br />

Stahl- oder Aluminiumschiff wäre eine solche Verbesserung<br />

Der Nicholson-Gaffelkutter Merrymaid, Baujahr 1904, ist<br />

ein extremes Beispiel für ein Boot, bei dem „High Latitude“<br />

sehr früh eingeschaltet wurde. Zur Zeit unternimmt sie eine<br />

auf acht Jahre angelegte 90.000-Meilen-Weltreise. Haworth<br />

be-riet den Eigner bei der Vorbereitung und ging selbst auf<br />

den Falklands für sechs Wochen an Bord, um durch den<br />

Beagle-Kanal und Patagonien bis Puerto Montt mitzusegeln.<br />

„Richards Vorschläge wurden alle umgesetzt, bis auf die<br />

hölzernen Blenden für die Deckshaus-Fenster, die auf einem<br />

Boot mit begrenztem Stauraum zu sperrig gewesen wären“,<br />

erinnert sich der Eigner.<br />

Für die Antarktis-Reise der 54-Meter-Motoryacht Itasca vor<br />

vier Jahren waren nicht viele Ratschläge der Experten nötig.<br />

Sie war ursprünglich als Bergungsschlepper gebaut worden<br />

und nach ihrem Umbau zur Superyacht schon dreimal in der<br />

Region gewesen. „Wir sprechen oft mit Küchenchefs und<br />

Stewardessen über Proviant und Ausrüstung“, sagt Haworth.<br />

„An Orten wie den Falklands, Patagonien oder Grönland bekommt<br />

man manche Dinge, und andere nicht.“ In der Baffin<br />

Bay auf Grönland, wo die Siedlungen staatliche Supermärkte<br />

haben, gibt es gute Möglichkeiten, sich zu verproviantieren.<br />

Auf der kanadischen Seite gibt’s die nicht. In der Antarktis<br />

muss man einfach alles mitbringen, weil man dort nichts<br />

kaufen kann – weder Essen, noch Wasser, noch Treibstoff.<br />

Aber für Itasca war auch das kein Problem, „weil wir immer<br />

ziemlich unabhängig agieren, was Proviant angeht“, sagt ihr<br />

Kapitän Dale Winlow.<br />

Treibstoff kann zum Problem werden für ein Boot wie Merrymaid,<br />

dessen Reichweite unter Maschine nur 900 Meilen beträgt.<br />

Die wurde noch ein wenig vergrößert durch Tanksäcke,<br />

die an Deck gestaut waren. Außerdem hatte „High Latitude“<br />

zwei Bunkerstopps arrangiert – eine Zapfstelle waren Dieselfässer<br />

auf dem Deck eines Fischerboots in Puerto Natales.<br />

„Nachschub mitten in der Wildnis, das ist schon eine Herausforderung“,<br />

räumt der Eigner von Merrymaid ein. Es gab auch<br />

Fälle, wo „High Latitude“ Spritfässer an den Strand beorderte,<br />

die dann zur Yacht gezogen, an Deck gehievt und in die Bordtanks<br />

entleert wurden.<br />

90 I 04/2013


Im Eis<br />

Eis ist das größte Problem, mit dem man es in der Arktis<br />

oder Antarktis zu tun hat. „High Latitude“ bietet die Dienste<br />

von Eislotsen an, die auf Kreuzfahrtschiffen die Gegend befahren<br />

haben. „Die wissen, wo man ankert und wo nicht und<br />

was man im Eis machen kann, und was nicht“, sagt Haworth.<br />

Darüber hinaus können die Eispiloten mit ihrer Ortskenntnis<br />

dazu beitragen, dass Eigner und Gäste wirklich etwas erleben.<br />

Packeis ist kein so großes Problem, weil es mit Radar<br />

und dem bloßen Auge gut zu erkennen ist. „Für Segelyachten<br />

empfehlen wir Maststufen, damit jemand aus der Crew nach<br />

oben gehen kann, um Eiskonzentrationen zu finden und<br />

den besten Weg durchs Eis zu weisen“, sagt Haworth. Die<br />

eigentliche Gefahr seien Growler, die entstehen, wenn das<br />

Eis aufbricht. Sie ragen selten mehr als einen Meter über<br />

die Wasseroberfläche, was bedeutet, dass einige Meter Eis<br />

unter Wasser lauern. „Das ist ein kleiner Lastwagen“, sagt<br />

Haworth, „und die wenigstens von uns haben Schiffe, denen<br />

der Zusammenprall mit einem Lastwagen nichts ausmacht.“<br />

Das Auftreten von Eis macht es oft erforderlich, einen Plan zu<br />

ändern. „Wir wollten die Ostküste von Grönland besuchen“,<br />

erzählt Hetairos-Kapitän Bill Lawrence, „aber das ist fast unmöglich<br />

wegen des Eisstroms, der aus der Arktis herunterkommt.<br />

Nachdem wir tagelang die Eiskarten studiert hatten,<br />

entschied unser Eislotse Eric, der auch unser Führer an Land<br />

war, dass es zur Zeit einfach nicht möglich sei.“<br />

„High Latitude“ stellt auch Spezialisten zur Verfügung, die<br />

sich mit der Tierwelt auskennen und in erster Linie für die<br />

Sicherheit der Reisenden sorgen. Im Süden droht eigentlich<br />

nur Gefahr von Seeleoparden, und die greifen selten Menschen<br />

an. In den nördlichen Polarregionen aber sind Eisbären<br />

eine potenzielle Bedrohung. „Man muss Notfackeln und ein<br />

Gewehr dabei haben“, sagt Lawrence, „einen Eisbären zu<br />

schießen, ist eine ernste Sache. Es gibt dann eine Untersuchung<br />

einschließlich Autopsie, und man muss die Behörden<br />

überzeugen, dass man wirklich zur Selbstverteidigung gehandelt<br />

hat und dass es keinen anderen Ausweg gab.“<br />

Die Hauptaufgabe eines „naturalist guide“ ist es aber, auf verantwortungsvolle<br />

Weise das Reiseerlebnis des Eigners und der<br />

Gäste zu maximieren. In der Antarktis, wo die Tierwelt schon<br />

zahlenmäßig eindrucksvoll ist, gibt es Verhaltensregeln in geschützten<br />

Gebieten. „Die Guides, die wir da hinschicken, stellen<br />

sicher, dass diese Regeln und die Auflagen, die mit der<br />

Genehmigung verbunden sind, auch eingehalten werden“,<br />

erklärt Haworth. Die Tierwelt in der Arktis ist artenreicher als<br />

im Süden, wenn auch nur in einigen Gebieten, auf der kanadischen<br />

Seite der Baffin Bay etwa, im Gegensatz zu Grönland.<br />

„Wir hatten eine großartige Führerin, Belinda Sawyer“, erinnert<br />

sich Itasca-Kapitän Dale Winslow, „der Eigner, die Gäste und die<br />

Crew mochten sie. Sie hatte viel Antarktis-Erfahrung und konnte<br />

tolle Geschichten erzählen. Das nimmt auch Druck von der<br />

Crew.“ Lawrence erzählt: „Richard besorgt auch Genehmigungen<br />

und Guides fürs Lachsfischen. Das ist streng kontrolliert.<br />

In der Antarktis<br />

muss jedes Schiff<br />

mitbringen, was<br />

es braucht.<br />

Diesel, Wasser,<br />

Lebensmittel –<br />

es ist unmöglich,<br />

etwas zu kaufen.<br />

04/2013 I 91


Am Ende hatten wir zwei Guides, die sich auskannten wie kein<br />

anderer. Ich bezweifle, dass wir ohne die was gefangen hätten.“<br />

Haworth ergänzt: „Der Eigner war jedenfalls glücklich. Vielleicht<br />

möchte der nächste von uns, dass wir ihn zum Seesaibling-<br />

Fischen in Grönland oder nach Patagonien bringen, oder ins<br />

Gebiet von Kap Hoorn, wo wir die Forellenplätze kennen.“<br />

Der Papierkrieg<br />

Für jede Yacht, die die Antarktis besucht, und für viele Gegenden<br />

in der Arktis sind Genehmigungen notwendig,<br />

sogenannte „permits“. „High Latitude“ beherrscht das langwierige<br />

Geschäft, diese zu beantragen und zu bekommen.<br />

Winlow: „Sie haben uns die Erlaubnis verschafft, Port Locknoy<br />

mit dem britischen Postamt und dem Museum zu besuchen,<br />

die amerikanische Forschungsbasis Palmer Station und die<br />

ukrainische Basis Vernadsky.“ Lawrence: „Für uns hatte Richard<br />

schon Monate im Voraus Visa und Genehmigungen für<br />

Jan Mayen und Spitzbergen besorgt. Vielleicht nicht übermäßig<br />

schwierig, es braucht nur fürchterlich viel Zeit.“<br />

Sonstige Planungen<br />

Das Unternehmen hilft Eignern und Gästen auch bei der Reiseplanung.<br />

„Manche Eigner wollen selbst die Drake Passage<br />

queren, was fantastische Seefahrt in einem berüchtigten<br />

Seegebiet ist“, sagt Haworth, „aber andere wollen ohne raue<br />

Überfahrt ins Zielgebiet gelangen und erst dort an Bord gehen.“<br />

Für einen solchen Eigner arrangierte „High Latitude“<br />

einen Charterflug zu den Süd-Shetlands, von dort fuhr der<br />

Mann mit seiner Yacht zur Antarktischen Halbinsel.<br />

Kleidung ist wichtig, vor allem auf einem so ungeschützten<br />

Deck wie dem von Merrymaid. Haworth meint, dass die übliche<br />

Seglerkleidung nicht immer die geeignete ist. Er empfiehlt<br />

feste Fischerhandschuhe. „Alles andere wird nass. Der<br />

Wind verdunstet das Wasser, es ist, als ob man einen Kühlschrank<br />

anhat.“ Skibrillen erwiesen sich im Blizzard in Patagonien<br />

als nützlich, Gummistiefel für Bohrinselarbeiter oder einfache<br />

Gärtner-Stiefel waren am besten geeignet, um lange<br />

auf kalten Stahl- oder Aluminium-Decks zu stehen.<br />

92 I 04/2013


zu den polen I Reise charter<br />

Itasca vor Brown Bluff (linke Seite) an der Nordspitze der<br />

Antarktischen Halbinsel, und vor Tafel-Eisbergen (oben)<br />

In den abgelegenen Gebieten haben Ankern und Festmachen<br />

eine andere Dimension. Tiefe Gräben und<br />

Schluchten bergen die Gefahr, vom Eis eingeschlossen<br />

zu werden. Haworth empfiehlt einen schweren,<br />

starken Anker statt zwei kleineren, „für den Fall, dass<br />

man sehr schnell weg muss“. Nicht kartiertes Gebiet<br />

und starke Fallböen erschweren das Ankern. Manchmal<br />

macht man besser mit langen Leinen an Land fest,<br />

was ebenfalls bestimmte Techniken erfordert.<br />

Wenn ein Eigner erstmal Geschmack an dieser Art des Reisens<br />

gefunden hat, sind die Möglichkeiten schier grenzenlos.<br />

Südgeorgien ist Haworths liebstes Reiseziel, mit seinen<br />

atemberaubenden Bergen und seiner Tierwelt. „Der Lärm<br />

von 800.000 Pinguinen in einer Kolonie ist ohrenbetäubend,<br />

und es stinkt gewaltig. Man kann sich das kaum vorstellen.“<br />

Patagonien hat tausend Ankerplätze – aber auf jeden, der in<br />

Haworths Handbuch steht, „kommen mindestens zwei, die<br />

man noch entdecken muss.“<br />

„Patagonien ist großartig“, sagt Merrymaids Eigner, „in<br />

diesen Gewässer mit einem guten Schiff zu segeln, lässt<br />

sich nicht toppen. Und die Bar im Yacht-Club von Puerto<br />

Williams auch nicht.“ Sie ist in einem alten Frachter, der auf<br />

Grund liegt.<br />

Die Nordwest-Passage wird allmählich leichter befahrbar,<br />

obwohl sie in manchen Jahren immer noch unpassierbar<br />

ist. Und man weiß nie, ob das im folgenden Jahr<br />

anders sein wird. Haworth machte die Reise im vergangenen<br />

Jahr zum ersten Mal mit der 31-Meter-Motoryacht<br />

Beothuk, und er wird Merrymaid im Jahr 2016 beraten.<br />

Auf die Abenteurer unter den Eignern warten unzählige<br />

aufregende Ziele.<br />

&<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by Boat International Media Limited<br />

04/2013 I 93


oker refit<br />

Glanzlichter<br />

Verkäufe auf<br />

Mallorca<br />

Mit einer positiven Bilanz sind die Anfang<br />

Mai stattfindenden Sunseeker Open<br />

Days in Port Adriano auf Mallorca zu<br />

Ende gegangen. Die zweite Auflage der<br />

Sunseeker Hausmesse auf der Ferieninsel<br />

bot die ideale Gelegenheit für individuelle<br />

Yachtbesichtigungen und -beratung und<br />

erwies sich als gute Plattform für ein entspanntes<br />

Get-together unter Yachtfreunden.<br />

So tummelten sich an den drei Ausstellungstagen<br />

solide Kunden und Interessenten<br />

mit ernsthaften Kaufabsichten vor<br />

der Sunseeker Mallorca-Niederlassung im<br />

Hafen von Port Adriano, in dem zeitgleich<br />

die Superyacht Days stattfanden. Das<br />

Ergebnis kann sich aus Sunseeker-Sicht<br />

trotz der im Vergleich zum Vorjahr geringeren<br />

Besucherzahl durchaus sehen lassen:<br />

Drei verkaufte Sunseeker von <strong>52</strong> bis 82 Fuß<br />

und konkrete Vertragsabschlüsse lassen auf<br />

eine Belebung am Markt schließen.<br />

sunseeker.de<br />

Eine Sanlorenzo<br />

für den Scheich<br />

Große Zufriedenheit herrscht bei der<br />

Werft Sanlorenzo. Nach der kürzlich<br />

beendeten Dubai Boat Show wurde<br />

eine 40-Meter-Aluminium-Superyacht an<br />

Scheich Muhammad bin Raschid Al<br />

Maktum, Premierminister und Vizepräsident<br />

der Vereinigten Arabischen Emirate sowie Herrscher von<br />

Dubai, ausgeliefert. Der Bau der Superyacht in Italien dauerte<br />

etwa ein Jahr, danach wurde das Schiff mit einem aufwändigen<br />

Lastentransport in den Nahen Osten geliefert. Über das Mittelmeer,<br />

den Suez-Kanal und das Rote Meer erreichte die Sanlorenzo<br />

nach 15 Tagen Dubai. Mit zwei MTU-Maschinen soll<br />

die Aluminiumyacht maximal 28 Knoten und mit einer Reisegeschwindigkeit<br />

von 25 Knoten laufen. Sanlorenzo bestätigte<br />

auch im Jahr 2013 seinen dritten Platz in der Weltrangliste<br />

der Top 20-Werften für Yachten über 24 Meter (Quelle: Global<br />

Order Book-2013).<br />

sanlorenzoyacht.com<br />

FOTOs: werften, anbieter<br />

94 I 04/2013


G.I. Joe –<br />

mit Ullman<br />

Auszeichnungen 1:<br />

dYKstra-Konstrukteure<br />

Am 21. Juni wurden in Monaco die Showboats International Design<br />

Awards verliehen, die die kreativen Talente in der Yachtindustrie<br />

für Design, Schiffbau und Styling ehren. Dykstra konnte<br />

in diesem Jahr gleich zwei Auszeichnungen für sich verbuchen.<br />

Eine Ehrung erhielt die 39,70 Meter lange J-Class Rainbow. Die<br />

Richter zeigten sich sehr beeindruckt von den konstruktiven<br />

Lösungen, die nötig waren, um die Anforderungen der modernen<br />

J-Class-Regeln innerhalb der bestehenden, historischen<br />

Rumpfform umzusetzen. Als Zweites wurde die Ketsch Kamaxitha<br />

ausgezeichnet: Bestes Exterieur-Design und bestes Styling<br />

bei Segelyachten lautete das Urteil. Unter anderem hoben die<br />

Preisrichter die Möglichkeit, Kamaxithas Instrumente vor Anker<br />

verschwinden zu lassen, hervor, was dem an eine traditionelle<br />

Yacht erinnernden Äußeren entspäche. gdnp.nl<br />

Normalerweise sind Sitze von Ullman<br />

vor allem für ihre körperschonende<br />

Ergonomie und ausgefeilte<br />

Federungstechnik bekannt. Dass<br />

im Hollywood-Blockbuster „G.I. Joe – Die<br />

Abrechnung“ nun die Hauptdarsteller<br />

Bruce Willis und Dwayne „The Rock“<br />

Johnson darin Platz nehmen, liegt an ihrem<br />

martialischen Äußeren. Die im Film vorkommenden<br />

Luftkissenboote mit über zwei Meter<br />

großen Luftschrauben und doppelten V8-Motoren<br />

sind neben mächtigen Maschinengewehren mit<br />

Ullman Daytona- und Ullman Biscaya-Sitzen ausgestattet.<br />

Vielleicht Grund genug, ins Kino zu<br />

gehen: Es wird Sie aus den Sitzen hauen – garantiert.<br />

ullmandynamics.com<br />

140 Jahre Benetti<br />

Benetti ist eine der ältesten Werften für Luxus-<br />

Motoryachten weltweit. 1873 wurde die Werft von<br />

Lorenzo Benetti gegründet und er begann mit dem<br />

Bau von Fracht-Segelschiffen. Nach dem Tod von<br />

Lorenzo übernahmen seine beiden Söhne Gino<br />

und Emilio die Leitung der Werft. In den frühen<br />

1960er Jahren produzierten sie dann ihre ersten<br />

Luxus-Yachten. Mittlerweile wurden nahezu 300<br />

Schiffe ausgeliefert, die Produktionsanlagen erstrecken<br />

sich auf 300.000 Quadratmeter in sechs<br />

Werften. 34 Yachten sind derzeit im Bau, unter<br />

anderem eine 90-Meter-Megayacht. Wir sagen:<br />

Herzlichen Glückwunsch!<br />

benettiyachts.it<br />

Auszeichnungen 2:<br />

Imperial Princess<br />

Beim World Superyacht Award der Meer&Yachten-Schwesterzeitschrift<br />

Boat International in Istanbul wurde unter anderem<br />

die jüngst vorgestellte Princess 40M ausgezeichnet. Während<br />

des Gala-Abends in der herrlichen Umgebung des Çiragan<br />

Palace Kempinski überreichte die britische Nachrichtensprecherin<br />

Natasha Kaplinsky den begehrten Silber Neptun Award an die<br />

Eigner der besten Segel- und Motoryachten, die im Jahr 2012<br />

ausgeliefert wurden. Die Princess 40M wurde als der Sieger in der<br />

Kategorie Three Deck Semi-Displacement or Planing Motor Yachts<br />

geehrt. Für Princess Yachts ein doppelter Grund zur Freude, hatte<br />

die Werft doch mit der Imperial Princess ihre erste Yacht dieser<br />

Größenordnung überhaupt abgeliefert.<br />

Vor Kurzem bekam die Princess 40M bereits die Auszeichnung<br />

Beste Serien-Motoryacht (24m bis 40m) bei den 9. Asia Boating<br />

Awards. princessyachts.com<br />

04/2013 I 95


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

2013<br />

das erste quartal<br />

Ausgewählte Experten der Yachtindustrie beurteilen<br />

die ersten drei Monate des Jahres und sehen einen<br />

Superyacht-Markt in Bewegung<br />

Text cAroline White<br />

[Copyright of Boat International Media Limited: All rights reserved], Licensed by Boat International Media Limited<br />

Nachdem die Zahlen für 2012 einen Überblick über<br />

das Jahr geben, staunen wir über einen Markt, der auf<br />

den Kopf gestellt scheint. Eine Mischung aus Politik,<br />

Finanzmarkt und Psychologie hat unsere – auch noch nach<br />

2008 – gewohnten und vertrauten Muster verändert. Die<br />

Zahl der Gesamtverkäufe war positiv, aber sie erfolgten nicht,<br />

als wir sie erwarteten, sondern als keiner damit rechnete.<br />

Jetzt liegen die Zahlen fürs erste Quartal 2013 vor, und es<br />

sind abermals nicht die Zahlen, sondern die Muster, die<br />

den Erwartungen widersprechen. In den vergangenen Jahren<br />

– sowohl in starken wie in schwachen – stiegen die<br />

Verkaufszahlen im erste Quartal an, während der Sommer<br />

näherrückt. Doch dieses Jahr lauten die Zahlen für Januar,<br />

Februar und März 19, 24 und 19 (im Vergleich dazu 15, 19,<br />

25 im Vorjahr und 12, 19, 26 im Jahr 2011).<br />

Michel Chryssicopoulos, Griechenland-Partner bei Cape 4<br />

Yachting, vermutet ein geopolitisches Ereignis als Grund für<br />

diese ungewöhnliche Entwicklung der Verkäufe. „Die einzige<br />

Erklärung für den Rückgang im März ist die zyprische Bankenkrise,<br />

die Anfang und Mitte März zu einem allgemeinen<br />

Gefühl der Unsicherheit an den Märkten führte“, sagt er.<br />

Verkäufe<br />

Thierry Voisin ist Chef eines kleinen etablierten Maklerbüros<br />

in Nizza, das den schlichten Namen „Brokerage Company“<br />

führt. „Schiffe unter 35 oder 40 Meter sind im Moment sehr<br />

schwer zu verkaufen“, sagt er. Robert Newton, Makler bei<br />

„Yachtzoo“ in Fort Lauderdale, sieht ebenfalls das untere Segment<br />

des amerikanischen Superyacht-Marktes trockenfallen:<br />

„In der Vergangenheit waren es die kleineren Yachten, die<br />

den US-Markt beherrschten – dieses Jahr gab es da einen<br />

starken Rückgang“, beobachtet er, „die Miami Boat Show<br />

und die Palm Beach Boat Show verliefen sehr enttäuschend.“<br />

Es gibt aber nicht nur schlechte Nachrichten. Chryssicopoulos<br />

ist in Griechenland mit einem Markt vertraut, der zur Zeit<br />

mit einiger Berechtigung als einer der schwierigsten weltweit<br />

gilt, und er sieht Anzeichen einer Belebung. „Obwohl<br />

der Markt unterhalb 30 Meter Schiffslänge praktisch nicht<br />

mehr existiert – es werden keine Schiffe mehr gebaut und<br />

kaum noch gebrauchte verkauft –, gibt es durchaus noch<br />

einen diskreten Markt ab 40 Meter. Dieses Segment ist weit<br />

davon entfernt, tot zu sein.“<br />

Auch Voisin und Newton glauben, dass der Vermittlungsmarkt<br />

in diesem Segment „äußerst vermögender Leute, die<br />

von den aktuellen Verwerfungen nicht betroffen sind“ im erweiterten<br />

Europa und den USA noch sehr aktiv ist.<br />

Es sind nicht die Zahlen des ersten Quartals, die den Brokern<br />

Sorgen machen, sondern die Lustlosigkeit der Käufer.<br />

„Wenn ich die reinen Zahlen nehme“, sagt Chryssicopoulos,<br />

„ist das erste Quartal dieses Jahres in etwa so wie 2012.<br />

Aber wenn ich auf die Stimmung achte, ist es definitiv<br />

schlechter. Die Kunden lassen sich Zeit – sie summen um<br />

den Honigtopf herum, aber sie gehen nicht an den Honig.“<br />

Worauf warten sie dann? Die Antwort scheint immer der<br />

richtige Preis zu sein. „Ein Käufer sagt mir, ruf an, wenn du<br />

ein tolles Angebot hast“, erzählt Voisin. „Also rufst du an und<br />

sagst: Ich hab Ihr Schiff für den Preis, den Sie wollten. Und<br />

der Käufer sagt, ach, ich hab mich noch nicht entschieden.<br />

Sie wollen als Erstes immer wissen: Ist es ein exzellenter<br />

Deal? Wenn ja, schauen sie sich die Sache an.“<br />

96 I 04/2013


Marktaktivitäten der letzten zwölf Monate – pro Quartal<br />

250<br />

Q2, 2012 Q3, 2012 Q4, 2012 Q1, 2013<br />

200<br />

212<br />

164<br />

169<br />

Preisupdate<br />

Neu auf dem Markt<br />

150<br />

Verkäufe<br />

100<br />

100<br />

50<br />

68<br />

90<br />

63<br />

80<br />

88<br />

62<br />

102<br />

60<br />

0<br />

Newton beobachtete: „Käufer machen jetzt überall Angebote,<br />

in jedem Preissegment. Es ist fast egal, was man fordert,<br />

es melden sich Interessenten.“<br />

Neubauten<br />

Die Zahlen bei den Neubauten im ersten Quartal sind 3,<br />

6, 8 (insgesamt 17), verglichen mit 5, 5, 4 im Vorjahr. Die<br />

Zählung fürs Quartal schlüsselt sich nach Ländern auf: Ita-<br />

lien 5, USA 4, Holland 3, Mittlerer Osten 3, Norwegen 1 und<br />

Dänemark 1. Sieben der Schiffe waren länger als 50 Meter,<br />

was als eine Bestätigung der Ansicht genommen werden<br />

kann, dass der Superyacht-Markt gesund ist.<br />

Ein Trend bei den Neubauten, der sich fortsetzt, scheint<br />

die Anziehungskraft einiger bekannter Namen zu sein. „Die<br />

meistbeschäftigte Werft in den USA ist Christensen – es ist<br />

auch die einzige Werft, die gut zu tun hat“, sagt Newton.<br />

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Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

VERLAG<br />

Quarto Media GmbH<br />

Gurlittstraße 28, 20099 Hamburg<br />

„Ende letzten Jahres haben sie eine Menge<br />

Aufträge geschrieben. Sie haben vermutlich<br />

so viele Verträge gemacht wie alle andern<br />

Yachtbauer zusammen. Die Werften der<br />

zweiten und dritten Preisklasse haben nicht<br />

viel zu tun. Die Werften mit großem Namen<br />

haben ihren eigenen Markt, und der umfasst<br />

praktisch alle 60-, 70- und 90-Meter-Schiffe.“<br />

Der Fokus ändert sich<br />

In einem Markt, der sich so verschiebt, ist es<br />

nicht überraschend, dass die Makler einen<br />

Kurswechsel vornehmen, um im Geschäft<br />

zu bleiben. „Wir haben beschlossen, uns auf<br />

den östlichen Teil des Mittelmeers zu spezialisieren“,<br />

sagt Chryssicopoulos, „wir expandieren<br />

in Kroatien und in der Türkei, und<br />

jetzt machen wir ein Büro in Montenegro auf.<br />

Das westliche Mittelmeer ist gut abgedeckt,<br />

da gibt es Makler im Überfluss. Wir wollen<br />

etwas Einzigartiges machen.“<br />

Nicht nur, wo das Geschäft stattfindet, auch<br />

das Wie ändert sich im Yachthandel. „Wir haben<br />

eine neue, ziemlich offensive Marketing-<br />

Taktik“, sagt Chryssicopoulos. „Zum Beispiel<br />

die Kampagne ,I love my yacht’, die nach wie<br />

vor läuft. Sie war vom New-York-Slogan inspiriert<br />

und sagt dem Kunden, dass wir mit Leidenschaft<br />

dabei sind. Auch wenn wir ein finanzielles<br />

Desaster durchmachen, kann und<br />

soll man weiterhin sein Schiff lieben.”<br />

So wie viele Werften sich mit Renovierungen<br />

und Umbauten über Wasser halten, während<br />

sie auf Bauaufträge warten, passen sich<br />

auch Makler pragmatisch dem Markt an.<br />

„Wir verlegen uns zunehmend auf Schiffsmanagement<br />

und beraten auch unter steuerlichen<br />

Aspekten“, sagt Voisin, „in diesen<br />

Bereichen verzeichnen wir ordentliche Zuwächse,<br />

während sich bei Verkauf und Charter<br />

nicht viel bewegt. Zeitweise hatten wir dort<br />

sogar Einbußen. Es ist relativ einfach, Leute<br />

zu beraten – und sie bezahlen dich dafür. Ich<br />

denke, hier liegt die Zukunft für Unternehmen<br />

unserer Größe.“<br />

Herausgeber<br />

Art Direktion<br />

Grafik<br />

Chefin vom Dienst<br />

Martina John, Martina Julius-Warning, Yorck Hentz<br />

REDAKTION<br />

Claus Reissig, Sandra-Valeska Bruhns, T. Thomas, P. Boulton,<br />

a. Mc Cracken, M. Mower, Josephine Hartmann,<br />

a.-M. Fingerhut, B. Gedlek, Prof. Dr. S. Henke, K. Panzer-Gunkel,<br />

M. Kludas, H.-H. Schack, J. Langdon, I. Wilkens, A. Willen<br />

Bianca Stüben<br />

Antje Krüger<br />

Anett Hillers, hillers@meerundyachten.de<br />

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Verantwortlich Guido Simon, Tel. +49 (0) 40/53308884<br />

g.simon@quartomedia.com<br />

ANZEIGEN maritim<br />

Anzeigenleitung Jeremy Roche, Tel. +44 (0) 208 545 9359<br />

jeremy.roche@boatinternationalmedia.com<br />

Deutschland, östl. Mittelmeer Nick Dawes, Tel. +44 (0) 208 545 9369<br />

Osteuropa, Russland nick.dawes@boatinternationalmedia.com<br />

Benelux, Skandinavien, Brian Lynch, Tel. +44 (0) 208 545 9355<br />

Großbritannien brian.lynch@boatinternationalmedia.com<br />

Italien, Spanien, Monaco Luca Vasile, Tel. +44 (0) 2085459364<br />

luca.vasile@boatinternationalmedia.com<br />

Frankreich Lionel Richard, Tel. +44 (0) 2085459360<br />

lionel.richard@boatinternationalmedia.com<br />

USA Ben Farnborough, Tel. +1 954<strong>52</strong>22628<br />

ben.farnborough@boatinternationalmedia.com<br />

Australien, Neuseeland Pippa Johnson, Tel. +649 9503281<br />

pippa.johnson@boatinternationalmedia.com<br />

ANZEIGEN marken<br />

Nielsen I, V, VI MEDIEN KONTOR, Norman Sauer<br />

Tel. +49 (0) 40/605 507 70<br />

medienkontorsauer@t-online.de<br />

Nielsen II Medienservice + Beratung, Andreas Fuchs<br />

Tel. +49 (0) 2131 / 406 37-0<br />

afuchs@medienservice-und-beratung.de<br />

Nielsen III a+b, VII Medienberatung Uwe Stolte<br />

Tel. +49 (0) 6123 / 701 68 84<br />

Uwe.Stolte@Medienberatung-Stolte.de<br />

Nielsen IV MMS Marrenbach Medien-Service, Bruno Marrenbach<br />

Tel. +49 (0) 89 / 430 885 55<br />

info@mms-marrenbach.de<br />

Verlagsvertretung Benelux Mark Meelker, Tel. +31715140848<br />

advertentie@numij.nl<br />

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Axel Springer Vertriebsservice GmbH<br />

Süderstraße 77, 20097 Hamburg,<br />

Tel. +49 (0) 40/34 72 40 41, Fax +49 (0) 40/34 72 35 49<br />

Druck: Westermann Druck GmbH, Braunschweig<br />

<strong>MEER</strong> & <strong>YACHTEN</strong> kostet im Ein zel han del € 7,00 (inkl. 7% Mwst.).<br />

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Bezu gs preis Inland für sechs Aus ga ben EURO 42,00 (inkl. 7% Mwst.).<br />

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keine Ansprü che gegen den Ver lag. Nach druck in Wort und Bild, auch aus zugs wei se, nur mit<br />

Erlaub nis von Quarto Media GmbH, ISSN 1158-0437.<br />

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Zuschrif ten kön nen ohne aus drück li chen Vor be halt im Wort laut oder Aus zug ver ö f ent licht wer den.<br />

Meer & Yachten erscheint in Zusammenarbeit mit<br />

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Auf einem Markt, der selbst für ausgewiesene<br />

Experten oft undurchsichtig bleibt, könnte<br />

Anpassungsfähigkeit die wertvollste Eigenschaft<br />

auf dem Weg in die Zukunft sein. &<br />

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Licensed by Boat International Media Limited<br />

98 I 04/2013


Spür das<br />

Besondere<br />

360° Eleganz erleben.<br />

Ava Roeg,<br />

First Lady<br />

Die Exklusivität des Moments genießen, gemeinsam die Zeit auskosten,<br />

Träume leben und stilvoll die Meere durchqueren – spektakuläre<br />

Großyachten und maritimer Lifestyle in Vollendung erwarten<br />

Sie auf der boot Düsseldorf vom 18. bis 26. Januar 2014.

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