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MEER & YACHTEN ARIANNA - American Big Boat (Vorschau)

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yachtcheck catana 59: der design-katamaran<br />

Yachten<br />

<strong>MEER</strong><br />

Yachten<br />

<strong>MEER</strong><br />

In Zusammenarbeit mit <strong>Boat</strong> International | meerundyachten.de | 06/12 | 7,00 €<br />

Luxus auf dem Wasser<br />

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Imperial Princess<br />

Eine Yacht der Superlative<br />

Österreich/Luxemburg/Spanien 7,50 €, Schweiz CHF 13 I Frankreich 7,50 € I Griechenland 7,50 € I Italien 7,50 € I Litauen 7,50 € I Portugal 7,50 € I DKK 57,00 I KN 86,00 I PLN 44 I YTL 18,70<br />

arianna<br />

american big boat<br />

neukaledonien<br />

mit dr. no auf tauchfahrt<br />

nancy mueller<br />

eine frau und ihre liebe zur<br />

superyacht<br />

pershing 82<br />

vollgas mit<br />

deutscher technik<br />

1 Segel journal Mai/Juni 2012


SPONSOR OF THE AEZ RC44 SAILINGTEAM<br />

AEZ<br />

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Alles im Fluss<br />

Claus Reissig<br />

Chefredakteur<br />

reissig@meerundyachten.de<br />

Editorial<br />

Das einzig Stabile, so weiß ein geflügeltes<br />

Wort, ist der Wandel. Und auch wenn es viele<br />

nicht wahrhaben wollen, so macht unsere<br />

Branche derzeit so eine Phase des Wandels<br />

durch. Bestes Beispiel dafür sind die Messen.<br />

Die ersten Ausstellungen der Saison liegen<br />

bereits hinter uns und deutlich kann man<br />

bereits die Änderung zu den Vorjahren sehen.<br />

Teils als feste Größen bekannte Ausstellungen<br />

wie der Salón Náutico in Barcelona, der sich extra auf einen neuen Termin<br />

im September verlegt hatte, scheinen unter dem Ausstellerschwund zu leiden.<br />

„Große Schiffe sieht man gar nicht mehr“, berichtet ein Aussteller, „da sind<br />

richtige Lücken.“ Auch der Salone Nautico in Genua hat so seine Probleme,<br />

Italien ist als Markt derzeit für viele Werften schlicht nicht mehr interessant.<br />

Das muss erstmal alles nicht schlecht sein, klagte doch in der Vergangenheit<br />

mancher Aussteller darüber, dass es einfach zu viele Messen gibt. Das könnte sich<br />

jetzt ändern, vielleicht ist das sogar gut für die Besucher. Denn die Ausstellungen,<br />

die sich behaupten können, ziehen einen großen Teil des Publikums an und das<br />

wiederum kann sicher sein, dass auch ein repräsentativer Schnitt durch den<br />

Markt seine Produkte präsentiert.<br />

Zu den Gewinnern (oder Nicht-Verlierern) scheinen übrigens zum Beispiel die<br />

Monaco Yacht Show zu gehören oder das Festival de la Plaisance in Cannes.<br />

„Möglich, dass sich diese beiden Ausstellungen derzeit am Mittelmeer durchsetzen“,<br />

sagte derselbe Aussteller wie oben.<br />

Auch die boot in Düsseldorf gehört zu den Gewinnern, auch wenn die Trauben<br />

höher hängen als vor 2008. Aber wenn nur noch begrenzte Budgets bei den<br />

Ausstellern vorhanden sind, gehen sie innerhalb Deutschlands eben nicht mehr<br />

auf drei, sondern nur noch auf eine Messe. Wie gesagt: Für den Kunden ist diese<br />

Zäsur vielleicht sogar ganz hilfreich. Es gibt nur noch wenige Messen, die alle<br />

Märkte abdecken und mehrere Spezialisierte.<br />

Von der Freude des Lebens auf dem Wasser sollte das natürlich niemanden<br />

abhalten, aller wirtschaftlichen Verwerfungen zum Trotz. Denn eins bleibt dann<br />

doch immer gleich: Die Schönheit der See. Insofern wünsche ich Ihnen auch<br />

diesmal viel Freude an der aktuellen Ausgabe von Meer&Yachten.<br />

PS: Das Team von <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong><br />

finden Sie übrigens mit jeweils einem<br />

eigenen Messestand auf der hanseboot<br />

(27. Okt. bis 3. Nov. 2012) und auf der<br />

boot Düsseldorf (19. bis 27. Jan. 2013).<br />

N355 N410 N440 AC N440 CC N460 N505 N570 | NW370 S NW370 ST NW370 C NW370 F NW420 F NW430 S NW430 ST NW560 F<br />

Stand A1.A.260<br />

nordwest-najad.se<br />

SE +46(0)304 34960<br />

DE +49(0)5115406447<br />

UK +44(0)1256698006


inhalt06<br />

Titelthemen<br />

26 Arianna An Bord von Deltas jüngster Yacht<br />

34 yachtcheck I Pershing 82<br />

40 yachtcheck II Catana 59<br />

48 imperial Princess Drei Decks Luxus<br />

58 Nancy Mueller Von der Unternehmerin zur Yachteignerin<br />

70 neukaledonien Tauchziel im Pazifik<br />

18<br />

yachten Projekte<br />

12 Glanzlichter<br />

16 Cannes und Monaco 2012<br />

Die Messen in Cannes und Monaco sind die Highlights der<br />

Superyachtszene in Europa. Claus Reissig über Stimmung und Trends<br />

18 lady linda<br />

Um die richtige Schiffsgröße für sich zu finden, haben Linda und<br />

Doug Von Allmen fünf Anläufe gebraucht – Lady Linda passt jetzt<br />

26<br />

26 <strong>American</strong> <strong>Big</strong> <strong>Boat</strong><br />

Amerikanisches Design ist so ganz anders als europäisches.<br />

Arianna ist zudem sehr groß: auf 50 Meter Schiff gibt es<br />

700 Quadratmeter Wohnfläche<br />

34 High Speed mit deutscher Technik<br />

Die Pershing 82 läuft fast 50 Knoten. Der Yachtcheck klärt,<br />

was der italienische Renner sonst noch kann<br />

38 Wenn der Benz zum Boot wird<br />

Der Silberpfeil feiert seine Wiedergeburt als Yacht.<br />

2014 soll das Schiff mit den Auto-Genen das erste Mal fahren<br />

40 Auf langen Strecken zu Hause<br />

Die Catana 59 ist der Hoffnungsträger der französischen Werft.<br />

Der neue 20-Meter-Kat im Yachtcheck<br />

48 imperial princess<br />

Die 40M ist die größte Princess, die je gebaut wurde. Tim Thomas<br />

hat sich das Dreideck-Schiff für Meer&Yachten angesehen<br />

TITELfoto: arianna/Kristina Strobel/Superyacht Media; FOTOS DIESE SEITE: bugsy gedlek, Kristina Strobel/Superyacht Media<br />

4 I


A member of the Moët Hennessy Louis Vuitton family<br />

High performance Flybridge Motor Yachts and V Class Sports Yachts from 39–130 feet<br />

ÖSTERREICH: Boote Feichtner +43 (732) 774416-0 · verkauf@bootefeichtner.at · www.bootefeichtner.at<br />

SPANIEN: Princess Motor Yacht Sales +34 971 676 439 · germany@princess.eu.com · www.princess.eu.com<br />

DEUTSCHLAND: International Yacht Centre +49 (57 31) 98 29 510 · info@iyc-yachts.de · www.iyc-yachts.de<br />

SCHWEIZ: Bächli International <strong>Boat</strong> Sales +41 (41) 620 37 00 · info@boat-trade.com · www.boat-trade.com<br />

www.princessyachts.com


inhalt06<br />

58<br />

yacht stil<br />

56 Glanzlichter<br />

58 Ein Mittagessen mit nancy mueller<br />

Tiefkühlunternehmen verkauft und mit der Yacht auf Weltreise:<br />

ein amerikanischer Traum<br />

66 Die Welt am Handgelenk<br />

Mit der richtigen Uhr ist die Reise durch<br />

die Zeitzonen kein Problem<br />

reise charter<br />

68 Glanzlichter<br />

70<br />

70 Mit dem Tauchboot in den Pazifik<br />

Meer&Yachten reiste mit der Dr. No nach Neukaledonien<br />

80 spotlight: Sarah<br />

Die von Amels gebaute 62-Meter-Yacht läuft seit 2002 im Charter<br />

82 new to the fleet<br />

Neue Schiffe für den Chartermarkt<br />

broker refit<br />

84 glanzlichter<br />

86 Gute Zeiten für Käufer<br />

Der Markt für Gebrauchtboote schwächelt, wer verkaufen will,<br />

muss das mit kräftigen Abschlägen tun – es ist die Zeit der<br />

Schnäppchenjäger<br />

96 inside: Keine Frage des Preises<br />

Farbconsultant Kay Wrede über das richtige Vorgehen<br />

bei der Neulackierung der Yacht<br />

standards<br />

86<br />

03 editorial<br />

08 Augenblicke<br />

97 impressum<br />

98 wo ist eigentlich...<br />

...die Hussar?<br />

FOTOS DIESE SEITE: Crick Gibson/nancy mueller, roger lean-vercoe/francesca truter,claus reissig<br />

6 I<br />

Eine Ausgabe verpasst?<br />

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Griechenland,<br />

14.07.2012<br />

Der Kanal von Korinth in Griechenland ist schon mit einem<br />

kleinen Boot eine Herausforderung. Sechs Kilometer lang<br />

durchschneidet er wie mit einem Messer gezogen das Land<br />

zwischen dem Peloponnes und dem restlichen Griechenland.<br />

Er verbindet den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf.<br />

Yachten, die ihn benutzen, sparen sich eine Strecke von rund<br />

215 Seemeilen um den Peloponnes. Aus der Froschperspektive<br />

von Deck kann man die Steilwände bis zu 84 Meter um sich<br />

herum aufsteigen sehen. Die gut 73 Meter lange Motoryacht<br />

Laurel befuhr den Kanal aus dem späten 19. Jahrhundert mit<br />

bedächtigen drei Knoten. Bei einer Schiffsbreite von 12,26<br />

Metern blieben auf jeder Seite nur vier Meter bis zur Felswand;<br />

große Ausweichmanöver erlaubt das nicht mehr.<br />

8 I


AugenBlicke<br />

I 9


AugenBlicke<br />

Sardinien, 05.09.2012<br />

Auf der Supermaxi Hetairos bekommt die Aufgabe eines<br />

Vorschiffsmanns doch eine ganz neue Dimension. Allein der<br />

Bugspriet, auf den man wie hier zum Maxi Yacht Rolex Cup zum<br />

Setzen des Gennakers herausbalancieren muss, hat eine Länge von<br />

fast sieben Metern, das Tauwerk, mit dem die mächtige Trommel<br />

gehalten wird, ist fast ebenso dick wie die Unterarme der Deckshand.<br />

Rund 2.000 Quadratmeter hat das größte Vorsegel an Fläche, das an<br />

einem 67 Meter hohen Karbonmast gefahren wird. Geholfen hat es<br />

letztlich nichts: Hetairos musste sich in der Klasse der Supermaxis<br />

ihren vier Konkurrenten geschlagen geben.<br />

10 I<br />

FOTO: cRolex/Carlo Borlenghi


I 11


yachten projekte<br />

Glanzlichter<br />

Solaris’<br />

Semi-Custom-Schönheit<br />

Mit der neuen 72 Pilot Classic hat Solaris vermutlich eins der schönsten Schiffe dieses Jahr<br />

vorgestellt: Zwar ist der von Javier Soto Acebal gezeichnete Rumpf eine zeitgemäße und schnelle<br />

Konstruktion, der Aufbau könnte einen aber in die gute alte Zeit der großen Schoner zurückversetzen.<br />

Er ist kurz mit senkrechten Flanken, die Holzkanten springen wie als Sonnenschutz ein wenig vor.<br />

Zwischen dem langen Cockpit und dem Mast wirkt er fast wie eine Art Mini-Decksalon und lässt das<br />

gesamte Vorschiff als Flushdeck.<br />

Für zeitgemäßes Segeln ist das gesamte stehende Gut aus Karbon, ein Hubkiel macht unter Segeln<br />

einen Tiefgang von vier und im Hafen von 2,60 Meter möglich. Der in Tanktests optimierte Rumpf wird<br />

übrigens auch die Basis für die neue 72 DH von Solaris werden, die noch 2012 zu Wasser geht. Der<br />

Stapellauf der Baunummer 1 der 72 Pilot Classic hingegen ist für Frühjahr 2013 geplant. Länge 21,60<br />

Meter, Breite 5,85 Meter, Tiefgang 2,60 bis 4 Meter. solarisyachts-north.com<br />

CRN Nummer 130<br />

Die 60 Meter lange Darlings Danama ist Baunummer 130 der in Ancona<br />

beheimateten Superyachtwerft CRN. Die zur Ferretti-Gruppe gehörende<br />

Werft stellte das Schiff erstmals auf der gerade zu Ende gegangenen<br />

Monaco Yacht Show vor. Darlings Danama ist bereits die<br />

sechste 60-Meter-Yacht, die CRN seit 2005 ausgeliefert hat; sie<br />

alle basieren auf einer 10,20 Meter breiten Basis-Plattform.<br />

Das Stahl-Aluminium-Schiff besticht besonders durch seine<br />

ausgeklügelten Freiflächen, wie einen Balkon an der<br />

Eignerkabine oder eine in eine<br />

Badeplattform aufschwenkbare<br />

Heckklappe. Auf dem Hauptdeck<br />

wurde das Foyer noch einmal für<br />

größere Außenflächen reduziert.<br />

CRN baut Megayachten von 44 bis<br />

90 Meter Länge. Länge 60 Meter;<br />

Breite 10,20 Meter; Maschinen 2<br />

x 1.950 PS.Knoten. crn-yacht.com<br />

12 I


FC 100 Cruiser: Interieur<br />

Häppchenweise enthüllt Maxi Dolphin die Details seiner neuen 100<br />

Fuß (30,50 Meter) langen Segelyacht. Mit der FC 100 baut die Werft<br />

ihre Kapazitäten in der Segelyachtproduktion aus; sonst werden in<br />

der Nähe von Brescia vor allem Motoryachten gefertigt. Das Interieur<br />

soll betont minimalistisch gehalten werden und mit matten weißen,<br />

sowie hochglanzlackierten schwarzen Flächen spielen. Dadurch<br />

sollen die Räume unter Deck noch größer und heller wirken. Dieses<br />

Konzept wurde von Pierre Frutschi erdacht, die Rumpflinien kommen<br />

von Finot-Conq, die mit der FC 100 nichts weniger wollen, als „den<br />

schnellsten 100-Fuß-Cruiser“ aufs Wasser zu bringen. Länge 30,48<br />

Meter; Verdrängung 51 Tonnen; Ballast 15 Tonnen; Segelfläche 690<br />

Quadratmeter. maxidolphin.it/vela<br />

Die 53 folgt der 59<br />

Gerade erst wurde die Catana 59 als Vorreiter einer<br />

neuen Designsprache (Yachtcheck ab Seite 40) vorgestellt,<br />

da kündigt der französische Katamaranbauer<br />

bereits die kleinere Schwester an. Die Catana 53 soll<br />

ebenfalls mit so genannten Axe-Bows und einem kantigen<br />

Äußeren auf den Markt kommen, und wie bei<br />

der 59 werden Salon und Cockpit nahezu nahtlos ineinander<br />

übergehen. Catana zielt mit dem Schiff auf<br />

kleine Crews mit Langfahrtambitionen. Preis: ab 1,33<br />

Millionen Euro. catana.com, jacobs-yachts.com<br />

Compact-Maxi von Aureus<br />

Ende 2012 stellt sich in Marans an der französischen Westküste<br />

eine zumindest von der Beschreibung ungewöhnliche Yacht vor.<br />

Aurelius XV soll mit gut 15 Metern Länge als Compact-Maxi an den<br />

Start gehen, als Zielgruppe hat die Werft, die von einem ehemaligen<br />

Mitarbeiter der Catana-Werft geleitet wird, die Hedonisten<br />

ausgemacht. Also Menschen, die das Leben genießen<br />

und das auch gern allein. Dafür wurde die Yacht komplett<br />

im Karbon-Infusionsverfahren gebaut, verdrängt<br />

nur knapp zwölf Tonnen und soll dank vollständiger<br />

Automatisierung (also push-button-sailing mit elektrischen<br />

Winschen) problemlos von einer Person zu<br />

bedienen sein. Auch unter Deck begibt man sich<br />

auf neues Terrain: Der Salon ist recht klein, dafür<br />

gibt es zwei großzügige Kabinen mit ebensolchen<br />

Bädern. Länge 15,03 Meter; Verdrängung<br />

11,8 Tonnen; Segelfläche 122 Quadratmeter;<br />

Maschine 75 PS mit Saildrive. aureus-yachts.de<br />

85 Sunreef Power<br />

Gerade einmal zehn Jahre ist die polnische Sunreef-Werft<br />

auf dem Markt und präsentiert doch eine Neuheit nach<br />

der anderen. Jüngstes Kind ist die 85 Sunreef Power, ein<br />

Katamaran, der zumindest von hinten und von der Seite<br />

Ähnlichkeit mit einem Einrümpfer hat. So will der Katamaranbauer,<br />

auf dessen Standparty in Monaco selbst Revolutionär<br />

Lech Wałęsa zugegen war, die Vorzüge eines Kats<br />

mit denen einer klassischen Motoryacht verknüpfen. Das<br />

Äußere der 30 Knoten schnellen Yacht ist dabei durchaus<br />

polarisierend, die reinen Zahlen beeindrucken jedoch:<br />

Die Werft verspricht fast 3.000 Seemeilen Reichweite und<br />

einen Lebensraum von gewaltigen 425 Quadratmetern.<br />

Länge 25,90 Meter; Breite 11,30 Meter; Maschinen 2 x<br />

1.800 PS; Kraftstoff 2 x 10.000 Liter.<br />

sunreef-yachts.com<br />

FOTOs: werften<br />

Moonen 42 mit U-Boot<br />

Die 42 Meter lange Superyacht Sofia ist das größte Schiff, das bei Moonen<br />

jemals gebaut wurde. Nach ausführlichen Fahrtests in der Nordsee soll<br />

das Schiff im November schließlich an ihren Eigner ausgeliefert werden,<br />

der davor bereits zwei Moonen besaß. Nachdem der Bau bereits begonnen<br />

hatte, entschloss sich der Käufer, das Schiff noch einmal um<br />

vier Fuß (rund 1,20 Meter) zu verlängern, um ein dreisitziges, statt des<br />

geplanten zweisitzigen U-Boots unterbringen zu können. Damit ist Sofia<br />

das einzige Schiff dieser Größe mit einem U-Boot, das drei Personen bis<br />

auf 100 Meter Tiefe bringen kann. Der Längenrekord Moonens soll übrigens<br />

nicht lange bestehen bleiben: Die Werft plant, ihre Baukapazitäten<br />

für größere Yachten auszuweiten. moonen.com<br />

I 13


yachten Projekte I glanzlichter<br />

Ein Deck für Invader<br />

42 Meter lang, 6,40 Meter hoch und 62,6 Tonnen Gewicht.<br />

Das sind nicht die Dimensionen eines Schiffs, sondern<br />

die des oberen Decks von Invader, jüngstem Schiff der<br />

in Seattle ansässigen Delta Werft. Drei 500-Tonnen-Kräne<br />

waren notwendig, um das Kunststoff-Bauteil in Position zu<br />

bringen. Der Rumpf des 66 Meter langen Schiffes selbst<br />

wiegt 880 Tonnen und wurde mit einem Ponton aus seiner<br />

Bauwerft entlang des Duwamish Waterway zum Ausbau<br />

in die Hallen von Delta gebracht, wo er bis zu seiner<br />

Auslieferung 2014 ausgebaut wird. Invader (deutsch: Angreifer)<br />

wird nach ihrer Fertigstellung 20 Gästen Platz bieten.<br />

Länge 66 Meter; Zero-Speed-Stabilisatoren; Treibstoff<br />

189 Tonnen; Reichweite (bei zwölf Knoten) 5.000<br />

Seemeilen. deltamarine.com<br />

Fit and forget<br />

Auf der Messe Shipbuilding, Machinery<br />

and Marine Technology (SMM) hat ein<br />

recht unscheinbarer Ausrüstungsgegenstand<br />

einiges Interesse hervorgerufen.<br />

Das Comet Light and Smoke<br />

Signal Mark 9 ist leichter, widerstandsfähiger<br />

und vor allem wartungsärmer<br />

geworden. Die Hersteller des Rauchtopfes<br />

mit Notbeleuchtung garantieren mittlerweile<br />

ein unbeschädigtes Abwerfen aus<br />

bis zu 60 Metern Höhe (statt der von SO-<br />

LAS geforderten 30 Meter). Aufgrund seiner<br />

Stabilität und einfachen Installation spricht<br />

Comet von ‚fit and forget’, also einmal montieren und<br />

(bis zum Notfall) vergessen. signalandsafety.com<br />

5 Achsen bei<br />

Veem<br />

Gerade hat der australische Propellerhersteller<br />

Veem seine neuen 4-Blatt-Propeller<br />

vorgestellt, die speziell bei Serienbooten<br />

zum Einsatz kommen sollen. Dank der Bearbeitung<br />

mit einer 5-Achs-CNC-Fräse verspricht<br />

Veem sich eine gleichbleibend hohe Qualität auch bei<br />

größeren Stückzahlen. Bis zu 40 Prozent soll der Preisvorteil<br />

durch die Automatisierung für den Endkunden<br />

betragen. Nicht nur die Form wird computergesteuert<br />

immer wieder reproduziert werden können. Eine perfekte<br />

Steigung und immer die gleiche Stärke der Blätter<br />

sollen für idealen Vortrieb bei Motoryachten sorgen.<br />

veem.com.au<br />

78-Fuß-Kat im Eigenbau<br />

Die zur Gurit-Gruppe gehörende Marke SP-Systems ist<br />

unter anderem auf Materialien für One-Offs, also Einzelbauten,<br />

spezialisiert. Gerade wurde die Fertigstellung<br />

eines 78 Fuß (knapp 24 Meter) langen Katamarans in<br />

Neuseeland bekannt gegeben. Der Bauherr hat sein<br />

Geld eigentlich mit Swimming-Pools verdient und das<br />

Boot mit einer relativ unerfahrenen Truppe in seiner eigenen<br />

Werft gebaut. Ieta, wie der Motor-Kat heißt, wurde<br />

unter Wasser aus 100 Kilogramm Hartschaum geformt,<br />

bevor es mit Epoxid verstärkt und schließlich überlaminiert<br />

wurde. Über Wasser wurden als Kernmaterial bis<br />

zu neun Meter lange Schaumplatten, so genannte Hi-Panels<br />

verbaut. gurit.com/marine<br />

Goldene Zeiten<br />

Einen Quantensprung in Sachen Luxus-Badausstattung<br />

hat die Firma Tecma auf der Dubai<br />

International <strong>Boat</strong> Show präsentiert. An Bord einer<br />

Majesty 135 wurde erstmals eine vergoldete Toilette<br />

nebst ebenfalls goldenem Bidet installiert –<br />

inklusive aller Anschlüsse in Gold, einer goldenen<br />

Dusche und goldenen<br />

Hähnen. Mit den goldenen<br />

Schüsseln wurde<br />

Tecma für den Design<br />

Award der im November<br />

stattfindenden Ausrüstungsmesse<br />

METS in<br />

Amsterdam nominiert.<br />

Durch einen speziellen<br />

Backprozess lässt sich<br />

das Gold untrennbar mit<br />

dem Tecma-Porzellan<br />

verbinden; auch Platin<br />

soll als Beschichtung<br />

möglich sein. tecma.eu<br />

FOTOs: werften, hersteller<br />

14 I


Bei uns<br />

geht Ihre Spende<br />

garantiert nicht unter.<br />

Swan mit Gazprom<br />

Der russische Gasriese Gazprom kauft sich in die Swan<br />

60-Klasse ein, die danach den Namen des Titelsponsors<br />

tragen wird. Ebenso wird Gazprom die Swan European<br />

Regatta als Titelsponsor fördern. Gazprom hat<br />

gerade das Nord Stream Race mit einem Preisgeld von<br />

100.000 Euro veranstaltet, das entlang der neuen Gaspipeline<br />

durch die Ostsee führt und nur mit Swan 60<br />

ausgetragen wurde. Für Nautor eine interessante Partnerschaft:<br />

Zusammen mit dem vor zwei Jahren gegründeten<br />

Yacht Club St. Petersburg wurden bereits fünf<br />

Swan 60 gekauft. Zur Imagewerbung ist Gazprom übrigens<br />

zudem seit 2012 der neue Sponsor der Fußball<br />

Champions League. nautorswan.com<br />

Yachten aus der<br />

Ukraine<br />

Zu Zeiten der UdSSR waren die Bootsbauer in<br />

Nikolajew am Schwarzen Meer gut ausgelastet. Jetzt<br />

soll die Bootsbautradition vor allem mit westlichem<br />

Know-how wiederbelebt werden. Die auf Stahlrümpfe<br />

und Aluminium-Aufbauten spezialisierte Werft Fifth<br />

Ocean Shipyard stellte gerade ihr jüngstes Projekt<br />

vor. Die gut 28 Meter lange Yacht soll es mit zwei<br />

Caterpillar-Maschinen auf 14 Knoten maximalen<br />

Speed bringen, als Reisegeschwindigkeit sind zwölf<br />

Knoten vorgesehen. Gezeichnet wurde das Schiff von<br />

dem holländischen Konstruktionsbüro Guido de Groot<br />

Design. Fifth Ocean will mit niedrigen Preisen vor allem<br />

Werften in der Türkei und in Asien Konkurrenz machen.<br />

Länge 28,30 Meter; Breite 7,60 Meter; Maschinen 2 x<br />

705 PS; Treibstoff 30.000 Liter. foyachts.com<br />

www.seenotretter.de<br />

I 15<br />

Danke.


yacht stil I <strong>Boat</strong>shows<br />

Die beiden kurz aufeinander folgenden Ausstellungen von Cannes und Monaco<br />

sind die Highlights der Superyachtbranche in Europa. Claus Reissig war dort.<br />

Wer das erste Mal nach Monaco und Cannes kommt, dem<br />

verschlägt es dort zu Zeiten der beiden großen Bootsausstellungen<br />

förmlich die Sprache. Die Stege in Monaco liegen<br />

förmlich im Schatten der großen Yachten. Wobei sich im<br />

Fürstentum fast so etwas wie (mindestens!) eine Nebenausstellung<br />

etabliert: Zwar haben sich insgesamt rund 33.000<br />

Aussteller und Besucher in den Zelten und Pavillons des Ausstellungsgeländes<br />

getroffen, aber noch einmal über 80 große<br />

Yachten lagen außerhalb des Hafens auf Reede. Entweder<br />

waren sie schlicht zu groß, oder es gab keinen Platz mehr.<br />

Stattdessen werden mit einem permanenten Dingi-Shuttle-<br />

Verkehr Interessierte, Geschäftsleute oder Eigner hin und<br />

her gefahren. Noch einmal so viele Yachten und Boote<br />

liegen auf der anderen Hafenseite und ebenfalls außerhalb<br />

des Messegeländes. Sehenswert war hier der lange Steg<br />

voll mit Riva-Booten – von den Anfängen bis heute. Riva hat<br />

hier sein größtes Verkaufsbüro.<br />

Und was fiel noch auf? Die Stimmung war nicht schlecht<br />

und – welche Yacht etwas auf sich hält, braucht mindestens<br />

einen Balkon. Die Schiffe wandeln sich, weg vom<br />

Maritimen und hin zu großen, schwimmenden Häusern.<br />

Jede Ecke und Garage wird zur Lounge ausgebaut, auf<br />

einer Benetti in Cannes waren sage und schreibe vier<br />

gewaltige Sonnenschirme übers Schiff verteilt, die für die<br />

FOTO: claus reissig<br />

16 I


Ausfahrt aus dem Hafen einfach nur zusammengeklappt<br />

wurden – nicht sehr schiffig.<br />

Balkone werden derzeit übrigens ebenfalls heiß diskutiert,<br />

zumindest von den Crews: denn werden sie<br />

wirklich benutzt? Liegt das Schiff vor Anker, dürfte der<br />

einzige windgeschützte Platz am Heck sein. Dagegen<br />

halten sich übrigens mit zwei Ausnahmen (Hanseatic<br />

und Vicem) zäh zu schmale und zudem schwankende<br />

Gangways an immer größer werdenden Yachten:<br />

Zubehörteile, die sich ohne viel Arbeit einfach ins Heck<br />

schieben lassen sollen, aber keinerlei Komfort bieten.<br />

Die Dame, die in Cannes das Schiff nicht wieder über<br />

den schmalen Steg verlassen wollte, wird ihren Mann<br />

bestimmt nicht beim Kauf einer Yacht unterstützen.<br />

Aber das ist nur eine Randbemerkung. &<br />

Monaco/Cannes 2012


18 I


lady linda I yachten projekte<br />

Lady<br />

Linda<br />

Manchmal dauert es etwas,<br />

bis man für sich die ideale<br />

SchiffsgröSSe gefunden hat.<br />

Die 57 Meter lange Lady Linda<br />

ist das jüngste von insgesamt<br />

fünf Projekten von Linda<br />

und Doug Von Allmen.<br />

Text Rebecca Cahilly Fotos Bugsy Gedlek<br />

I 19


yachten Projekte<br />

I lady linda<br />

Die Lady Linda ist das zweite individuelle<br />

Yachtbauprojekt der Trinity-Werft für die Eigner<br />

Linda und Doug Von Allmen aus Fort Lauderdale.<br />

Es ist für sie ihre fünfte große Yacht und<br />

bereits die dritte von Trinity. Der Wunsch, neu zu bauen,<br />

kam fast unmittelbar nach der Auslieferung ihrer ersten Lady<br />

Linda, einem 48-Meter-Schiff. Dieses Projekt hatte sich aufgrund<br />

des Hurrikans Katrina mächtig verzögert, und in dieser<br />

Zeit stellten die Von Allmens quasi zwischendurch noch<br />

einmal ein viel größeres Schiff fertig: Die 60 Meter lange<br />

Linda Lou (jetzt Lime Light) hatten sie auf der Lürssen-Werft<br />

in Deutschland in Auftrag gegeben.<br />

Aber die erste Lady Linda war zu klein und bei Linda Lou war<br />

sofort klar, dass sie mit ihren 3,5 Metern Tiefgang nicht hinter<br />

dem Haus der Eigner am Intracoastal Waterway anlegen können<br />

würde. Also suchten sie nach einer Lösung zwischen der<br />

48- und der 60-Meter-Yacht – ein Schiff mit einem ähnlichen<br />

Innenraum wie auf der Linda Lou und einem ähnlich geringen<br />

Tiefgang wie dem der 48-Meter-Yacht. Sie wollten nicht nur in<br />

Fort Lauderdale vor Anker gehen können, sondern durch ihre<br />

liebsten Gewässer um die Bahamas kreuzen. So begann also<br />

2006 ihr drittes Bauprojekt, die 57 Meter lange Lady Linda.<br />

Doug Von Allmen beteiligte sich an der Entwicklung der<br />

Außengestaltung durch den britischen Designer Evan K Marshall.<br />

„Wir lieben den Look der Lürssen-Yacht“, erzählt Linda<br />

Von Allmen, „also wollten wir uns in der Gestaltung dieser<br />

Lady Linda nach ihr richten.“ Die vertikalen Fenster des Steuerhauses,<br />

das teilweise geschlossene Sonnendeck und die<br />

großzügigen Bogenlinien verleihen ihr europäisches Flair und<br />

trotz der Größe eine gewisse Grazie.<br />

Der geringe Tiefgang schließlich, der für die Bahamas und<br />

zum Anlegen hinter dem Haus der Eigner erforderlich war,<br />

wurde durch die große Breite von 10,20 Meter erreicht. 2,40<br />

Meter lassen auch flache Passagen und Ankerplätze zu.<br />

Die Von Allmens legten auch den Grundriss der Lady Linda<br />

selber fest und ließen mehrere Parameter aus jahrelanger<br />

Großyacht-Erfahrung in ihre Gestaltung mit einfließen. Doug<br />

hatte bereits einen Generalplan, als Evan K Marshall für die<br />

Innengestaltung hinzugezogen wurde. „Dieser Grundriss mag<br />

zwar in vielerlei Hinsicht überhaupt nichts bahnbrechendes<br />

haben“, so Marshall, „aber er wurde sehr sorgfältig geplant.<br />

Die Besitzer wissen, wie sie ihr Boot nutzen möchten.“<br />

Der Grundriss wurde zwar mehrfach überarbeitet, aber<br />

Doug Von Allmens Grundvorgaben wurden beibehalten: Alle<br />

Gästekabinen sollten dieselbe Größe haben – ein wichtiger<br />

Aspekt, wenn man mit Freunden auf Tour geht, und günstig<br />

fürs Chartern. So gibt es vier große Doppelbett-Kabinen auf<br />

dem Unterdeck, eine geräumige Mastersuite mit Büro im<br />

Vorschiff auf dem Hauptdeck, und direkt hinter dem Steuerhaus<br />

auf dem Brückendeck wurde eine sechste, kleinere<br />

Kabine als Fitnessraum mit einem Schrankbett eingerichtet.<br />

20 I


Das Dekor der Skylounge kombiniert zeitgenössisches Mobiliar mit einem Touch Art déco (unten links). Die Gästekabinen sind alle gleich<br />

groß, aber einzigartig in ihrem Dekor. Ein bemerkenswertes Detail ist der Ausblick aus den übergroßen Bullaugen vom Bett aus (unten rechts)<br />

Die Bullaugen in den Gästekabinen wurden vergrößert und<br />

bekamen Verdunklungsvorhänge, um die Privatsphäre zu wahren.<br />

Doug hat die Gästebetten querschiffs und zur Schiffsmitte<br />

hin angelegt. „Das war eine brillante Idee“, meint der Vizepräsident<br />

von Trinity Yachts, Billy Smith, „so können die Gäste direkt<br />

vom Bett aus den großen Bullaugen sehen. Das ist ein ungewöhnliches<br />

Erlebnis.“<br />

In enger Zusammenarbeit mit Linda Von Allmen hat Marshall<br />

die Raumplanung des Paars sorgfältig mit einem eleganten Dekor<br />

versehen. Die Lady Linda folgt keinem besonderen Stil oder<br />

Trend, sie verfügt eher über eine gut durchdachte Mischung aus<br />

zeitgenössischen Elementen mit einem Touch Art déco.<br />

Auf der Lady Linda hat die Einrichtung des Unterdecks mehr<br />

Aufmerksamkeit als bei den meisten anderen Yachten erhalten.<br />

Jede der vier Kabinen ist in ihrem eigenen Farbton abgestimmt,<br />

abgesetzt durch Steinarbeiten eines renommierten<br />

Steinmetzes aus Seattle. Zu jedem Raum gehört ein großes<br />

Badezimmer mit Doppel-Waschbecken. Alle Einbaumöbel an<br />

Bord wurden individuell gefertigt; die Betten und Waschtische<br />

in den Gästeräumen haben gerillte Ecken, und zwar nicht<br />

nur die Holzteile, sondern auch der Marmor, eine subtile Anspielung<br />

an Ruhlmann und seinen Art déco-Stil, der ziemlich<br />

schwierig umzusetzen ist.<br />

„Der Grundgedanke war, in der Möbelgestaltung auf jedem<br />

Deck leicht abzuweichen“, so Marshall. „Die Eigner mögen<br />

zahlreiche Stile und kombinieren diese gern und lassen sich<br />

nicht einengen. Auch die Dinge mit „Wow-Faktor“ fügen sich in<br />

eine Gesamteleganz ein.“<br />

Eins dieser Details fällt ins Auge, wenn man vom Gästefoyer zum<br />

Foyer des Hauptdecks hinaufsteigt: ein spektakuläres, handge-<br />

I 21


yachten Projekte<br />

I lady linda<br />

Um den manchmal nicht optimal ausgenutzten Hauptsalon attraktiver zu machen, haben die Von Allmens zahlreiche Grundrisse studiert. Der Bereich umfasst eine<br />

große Bar, die das Achterdeck mit dem Innenbereich verbindet. Die Aufbewahrung der Gläser der Bar ist genial: ein wandhohes Gemälde lässt sich als Tür öffnen<br />

D„Der<br />

Grundgedanke<br />

war, in der<br />

Möbelgestaltung auf<br />

jedem Deck leicht<br />

abzuweichen. Die Eigner<br />

mögen zahlreiche Stile<br />

und kombinieren diese<br />

gern und lassen sich<br />

nicht einengen.”<br />

Designer Evan K Marshall<br />

maltes Wandgemälde nach dem Vorbild des „Chariot of Aurora“-Reliefs im Art<br />

déco-Stil, welches den berühmten Transatlantik-Liner Normandie schmückte.<br />

Die Herausforderung bestand hier in der vertikalen Präsentation des Konzepts,<br />

da das Gemälde vom Gästedeck bis hinauf zum Brückendeck reicht.<br />

„Die Kombination aus Wurzelhölzern verschiedener Ausführungen erwecken<br />

die Innengestaltung zum Leben“, so Marshall. In jedem Bereich<br />

werden drei verschiedene Hölzer eingesetzt. Der Hauptsalon der Lady Linda<br />

mit seiner Einrichtung aus erfrischend hellem Wurzelholz unterscheidet<br />

sich von der Trinity-Innengestaltung der letzten Jahre.<br />

Sehr viel Sorgfalt wurde auf den Grundriss des Hauptsalons verwendet.<br />

Doug Von Allmen war bewusst, dass dieser Bereich oft nicht optimal ausgenutzt<br />

wird. Er hat daher in enger Zusammenarbeit mit Marshall einen<br />

Barbereich auf der Backbordseite, gleich im Eingang achtern entworfen.<br />

„Wir müssen so dreizehn oder vierzehn verschiedene Grundrisse (des<br />

Hauptsalons und der Bar) entworfen haben“, erzählt Marshall. „Geplant<br />

war eine komfortable, halbhohe Sitzbar, die Gäste in den Hauptsalon ziehen<br />

sollte.“ Da die Bar auch mit dem Außenbereich achtern verbunden<br />

ist, erfüllt sie einen ansonsten unterschätzten Bereich mit Leben. Auf dem<br />

Achterdeck befindet sich ein großer Esstisch für zwölf Personen, der über<br />

geräumige Seitendecks für die Crew von der Bordküche auf dem Hauptdeck<br />

aus leicht zugänglich ist. Doug war es wichtig, dass dieser Bereich<br />

windgeschützt ist. Außerdem verfügen alle Außenbereiche über eine Klimaanlage<br />

und Heizung in der Decke.<br />

Einen Schwerpunkt auf dem Brückendeck bilden Steinmetzarbeiten, so<br />

schmückt zum Beispiel eine Einlegearbeit aus Marmor das Foyer, und<br />

auch die Oberflächen der Skylounge sind in Marmor ausgeführt, welche<br />

sich sogar bis auf den Außendeckbereich erstrecken. Der Stil der Skylounge<br />

hebt sich kühn vom übrigen Schiff ab. Mit Perlmutt-Lack, Leder, Teppichen<br />

in Blau-, Silber und Creme-Tönen, einer Holz-Einlegearbeit im Boden und<br />

atemberaubenden handgeschnitzten Paneelen im Art déco-Stil.<br />

22 I


Weiter vorn musste die Kapitänsunterkunft (die sich jetzt auf<br />

dem Hauptdeck befindet) der in einen Fitnessraum umwandelbaren<br />

Kabine hinter dem Steuerhaus weichen. Dies ist eine<br />

Kabine mit Gäste-Ausstattung; der Kapitän kann die Brücke<br />

dadurch jedoch nur über eine Treppe erreichen. Er bekam allerdings<br />

eine geräumige Schreibecke gleich hinter der Brücke<br />

für die Karten- und Büroarbeit.<br />

Ein weiterer Kompromiss beim Grundriss ist, dass durch die<br />

vier großen Gästekabinen unter Deck kein Platz mehr für eine<br />

geräumige Garage für die Beiboote blieb, so dass die Von Allmens<br />

beschlossen, sie auf dem Sonnendeck unterzubringen,<br />

von wo aus sie mit einem Davit zu Wasser gelassen werden.<br />

Das Sonnendeck ist verstärkt und als Hubschrauberlandeplatz<br />

ausgelegt. Zudem wurde es mit mehreren Verstärkern<br />

ausgestattet, damit im Achterbereich Bands spielen können<br />

und getanzt werden kann. Doug hat auch darauf geachtet,<br />

dass eine große Windschutzscheibe gleich hinter dem Wellnesspool<br />

und den Sonnenliegen eingebaut wurde, damit die<br />

Gäste an der Bar geschützt sind.<br />

Lady Linda ist ein relativ schnelles Schiff, sie erreicht dank ihrer<br />

3.384 PS starken Caterpillars eine Höchstgeschwin-digkeit von<br />

20 Knoten. Ihre spezielle Rumpfform hat sich bei Tanktests<br />

als sieben Prozent kraftstoffeffizienter als ein konventioneller<br />

Rumpf herausgestellt. Künftig wird dies die neue Standardrumpfform<br />

von Trinity für Halbgleiter-Yachten. Am Rumpf<br />

der Lady Linda arbeitete auch Ausrüster Quantum mit, um<br />

Die Mastersuite umfasst zwei getrennte Badezimmer sowie ein Gemälde,<br />

dessen untere Hälfte sich absenken lässt und einen Fernseher freigibt<br />

(oben). Die Steinarbeiten an Bord wurden von Jeff Homchick ausgeführt,<br />

wobei jeder integrierte Waschtisch das Dekor der Kabine ergänzt<br />

100% Customised


yachten Projekte<br />

I lady linda<br />

zu gewährleisten, dass sie mit einem Stabilisatorsystem mit zwei<br />

Flossen anstelle der üblichen vier Flossen auskommen würde.<br />

Hinter einem geschmackvollen Kunstwerk, das das Verständnis von Lady<br />

Lindas Eignern für alles Schöne spüren lässt, verbirgt sich die Tür zur Brücke<br />

Im Juni dieses Jahres glitt die 57 Meter lange Lady Linda sanft an<br />

ihren Anleger hinter dem Haus der Von Allmens am Intracoastal.<br />

Der Bau hat sechs Jahre gedauert, da es aufgrund der wirtschaftlichen<br />

Lage zu unvorhergesehenen Verzögerungen bei Zulieferern<br />

kam, aber erfahrene Eigner wissen, dass das beim Bau einer individuellen<br />

Yacht vorkommen kann. „Kein Bau einer kundenspezifischen<br />

Yacht geht ohne geschäftliche Probleme vonstatten“, so<br />

Smith. Ob ein sechstes Schiff in Planung ist? Lady Linda wurde<br />

bereits für die Charter vorbereitet und war im Begriff auszulaufen.<br />

Ihr volles Programm sollte sie ins Mittelmeer und im Winter in die<br />

Karibik bringen. „Jetzt genießen wir erst einmal, was wir haben“,<br />

sagen die Von Allmens. &<br />

lady linda<br />

Länge 57 m<br />

Breite 10,20 m<br />

Tiefgang 2,40 m<br />

Verdrängung 544 t<br />

antrieb 2 x 3.384 PS Caterpillar 3516-C HD<br />

Geschwindigkeit (max./reise) 20/18 kn<br />

Reichweite 4.500 sm bei 10 kn<br />

treibstoff 87.023 l<br />

bugstrahlruder 200-PS Quantum<br />

Stabilisatoren Quantum; 4,5 qm Flossen Zero-Speed<br />

generatoren 2 x 280 kW Northern Lights,<br />

1 x 99 kW Notstromaggregat<br />

wasser 14.759 l<br />

gäste/besatzung 12/14<br />

beiboote Novurania (7 m), Center Console von Nor-Tech (12 m)<br />

material Aluminium<br />

klassifizierung ABS, entspricht MCA<br />

Aussen-/innendesign Evan K Marshall<br />

makler IYC, Frank Grzeszczak, iyc.com<br />

charter Burgess, burgessyachts.com<br />

preis 322.000 € bis 350.000 € pro Woche, zzgl. Auslagen<br />

regionen Mittelmeer (Sommer), Karibik (Winter)<br />

werft Trinity Yachts, Gulfport, Mississippi<br />

trinityyachts.com<br />

Zwei Beiboote sind<br />

auf dem Sonnendeck<br />

untergebracht,<br />

ein zwölf Meter<br />

langes Boot wird<br />

geschleppt, und drei<br />

Wassermotorräder<br />

befinden sich im Bug<br />

Im Vorschiff, unter dem Überhang des Radarmastes, befindet sich eine<br />

eingebaute Windschutzscheibe zum Schutz des Bar- und Sitzbereiches achtern<br />

Eine Nische an<br />

der Rückseite der<br />

Steuerhaustür, in<br />

der eine Skulptur<br />

steht, verbirgt den<br />

Eingang zur Brücke<br />

Das Büro<br />

des Eigners<br />

zeigt Linda<br />

Von Allmens<br />

Aufmerksamkeit<br />

für jedes Detail<br />

Eine sechste Kabine hinter dem Steuerhaus<br />

verfügt über ein Schrankbett und lässt sich bei Bedarf in einen Fitnessraum verwandeln<br />

Der Spiegel reicht<br />

auch tatsächlich bis<br />

zum Heck, dadurch<br />

wird die Wasserlinie<br />

verlängert, und es<br />

gibt kein Geräusch<br />

von klatschendem<br />

Wasser unter einer<br />

Badeplattform<br />

24 I<br />

Der Eigner hat bestimmt, dass die Türen zur<br />

Masterkabine und zum Büro versetzt sein müssen, damit man nicht vom Foyer aus durch alle Räume sehen kann<br />

Die vier Doppelbett-Kabinen sind gleich groß und verfügen über<br />

große Badezimmer mit Doppel-Waschbecken und großartigem Ausblick aus den Betten


gudella, barche.<br />

WÜRSTCHEN<br />

AUF 12 UHR.<br />

ERST JAGEN, DANN WURSTEN. WILDE WÜRSTE. AB SEITE 34.<br />

MÄNNER KOCHEN ANDERS


<strong>American</strong><br />

<strong>Big</strong> <strong>Boat</strong><br />

Text claus reissig Fotos Kristina Strobel/Superyacht Media<br />

26 I


arianna I yachten projekte<br />

Glatt wie ein Stein: aus<br />

der Vogelperspektive<br />

wird vielleicht am<br />

deutlichsten, dass bei<br />

Ariannas Bau auf maximalen<br />

Innenraum Wert<br />

gelegt wurde. Ausufernde<br />

Terrassen sucht<br />

man vergeblich<br />

Arianna aus der amerikanischen<br />

Delta-Werft ist der gröSSte<br />

Kompositverdränger, der jemals gebaut<br />

wurde. Und mit fast 700 Quadratmetern<br />

hält sie zudem den Rekord für die<br />

Wohnfläche auf einem 50-Meter-Schiff.<br />

I 27


Klare Kante: US-amerikanische Yachten sind gegenüber<br />

europäischen Entwürfen häufig etwas konservativer.<br />

Die dunklen Fenster strecken Ariannas Linien<br />

von aussen ist die<br />

leichtigkeit, die das<br />

innere der yacht<br />

ausmacht, nicht<br />

einmal zu ahnen<br />

Wenn man mit einer Motoryacht auf große<br />

Fahrt gehen möchte, ist Wohnraum für viele<br />

Eigner der alles entscheidende Faktor. Denn<br />

wenn man zu Hause schon großzügig lebt,<br />

soll das auf der Yacht nach Möglichkeit nicht viel anders<br />

sein. Gut, wenn das Schiff dabei zugunsten von Handling<br />

und Unterhaltskosten dann nicht zu lang wird. 50 Meter<br />

waren die Vorgabe ihres Eigners an die amerikanische<br />

Delta-Werft, um rund 700 Quadratmeter Gesamtfläche<br />

unterzubringen. Nicht ganz einfach für ihre Konstrukteure:<br />

Alle Maße mussten bis auf die letzten Zentimeter genutzt<br />

werden, um die immense Fläche möglich zu machen.<br />

Ariannas Dimensionen schließlich sind wirklich beeindruckend:<br />

50 Meter lang ist die Komposityacht und über zehn<br />

Meter breit. Ihr Nettoinnenraum beträgt 780 Raumtonnen.<br />

Damit stellt sie gleich zwei Weltrekorde auf. Sie ist der<br />

größte jemals gebaute Komposit-Verdränger und mit 700<br />

Quadratmetern die von der Fläche her größte 50-Meter-<br />

Yacht weltweit.<br />

Auf allzu üppige Freidecks mit riesigen Loungebereichen<br />

wurde daher genauso verzichtet wie auf eine weit ausladende<br />

Badeplattform, die letztlich ebenfalls nicht überbaut<br />

werden kann. Drei von vier Decks schließen nahezu<br />

mit dem Heck ab, auch großzügige Laufdecks sucht man<br />

auf der 2012 zu Wasser gelassenen Arianna vergeblich:<br />

Auch seitlich reichen die Decks bis zu den Außenwänden.<br />

Einzige Ausnahme bildet das obere, zur Eignersuite ge-<br />

28 I


arianna I yachten projekte<br />

hörende Sonnendeck. Optisch bildet die Yacht somit<br />

eine fast geschlossene Einheit. Weit entfernt von den zergliederten<br />

Decksflächen moderner europäischer Yachten<br />

verkörpert sie damit eine typisch amerikanische Bauweise.<br />

Die Konturen sind glatt, zweckmäßig und nahezu abweisend.<br />

Auf übertrieben große Fensterflächen oder gar<br />

Balkone und seitlich aufklappbare Beachclubs und Garagen<br />

verzichtet die Yacht. Von außen ist die Leichtigkeit, die<br />

das Innere der Yacht ausmacht, nicht einmal zu ahnen.<br />

Mit ihrem vorspringenden Steven stemmt sie sich gegen<br />

den derzeit vorherrschenden Trend zu martialischen Linien<br />

und Formen: Arianna ist durchaus zurückhaltend, fast<br />

ein wenig traditionell und konservativ. Für einen späteren<br />

Verkauf muss das nicht die schlechteste Lösung sein.<br />

Auch im Innenraum sieht das Schiff von ausufernden<br />

Extravaganzen ab. Es überwiegt ein klarer, fast strenger<br />

Kolonialstil. Naturmaterialien an den Wänden werden mit<br />

verschiedenen dunklen und seltenen Hölzern wie Mahagoni,<br />

hawaiianische Akazie oder der ebenfalls sehr<br />

seltenen Wenge gemischt. Die Decken sind von Bambus<br />

durchzogen, das die Räume nahezu wie ein Holzhaus<br />

auf einer tropischen Insel wirken lässt. Tatsächlich ließen<br />

die Eigner ihre Wohnräume stark von der polynesischen<br />

Kultur inspirieren und setzten dies auf eine ganz eigene<br />

Weise auf der Yacht um. Gewebtes Leder oder Seidenteppiche<br />

stellen eine eigene Interpretation dar. Die<br />

Wände sind zurückhaltend mit Kunstwerken aus dem traditionellen<br />

Leben der Polynesier geschmückt.<br />

Das Reich des Eigners: Auf dem Sonnendeck<br />

befindet sich der Whirlpool<br />

(oben links); über die verglaste Treppe<br />

können Gäste nach oben passieren<br />

(oben). Die Terrasse vor der Eignersuite<br />

ist komplett abgeschattet<br />

I 29


yachten Projekte<br />

I arianna<br />

ihre jungernfahrt soll die in seattle an<br />

der amerikanischen ostküste gebaute<br />

yacht in den pazifik unternehmen<br />

Insel-Feeling: Das Thema Polynesien findet sich auf der gesamten Yacht, so wie in der Küche und im Essbereich mit seinem naturbelassenen<br />

Tisch (oben); auch das Eignerbad (unten links) und das Schlafzimmer (unten rechts) nehmen die Materialien Polynesiens auf<br />

30 I


Der Esstisch auf dem Hauptdeck wurde aus einem ganzen<br />

Stamm gesägt, alle Ränder wurden unbehandelt und nahezu<br />

roh belassen. Die Stühle bestehen aus mit Naturfasern<br />

verbundenem Bambus, in den Polstern sind traditionelle<br />

Muster eingewebt. Schwere, geschliffene Gläser<br />

und traditionelles Silberbesteck nehmen unübersehbar<br />

die Vorlage des Kolonialstils wieder auf.<br />

Die oberen beiden Decks sind der Brücke und dem Eignerbereich<br />

vorbehalten. Das Eignerschlafzimmer reicht<br />

achtern über die gesamte Schiffsbreite und endet über<br />

eine Terrassentür auf einem eigenen Freideck. Auch hier<br />

finden sich die Designelemente des Pazifiks an der Decke,<br />

in den Möbeln und auch in der Dekoration wieder. Über<br />

eine Wendeltreppe gelangt man vom Außenbereich aus<br />

auf das obere Sonnendeck, den einzigen Bereich, der<br />

nicht großflächig überdacht ist. Auf dem Sonnendeck ist<br />

genügend Platz für ein intimes Dinner oder nur zum Entspannen<br />

im Whirlpool. Die Möblierung ist ebenfalls<br />

zurückhaltend, nahezu konservativ und strahlt einen eigenen<br />

und klaren Charme aus. Ein großflächiger Karbon-<br />

Sonnenschutz schattet fast das gesamte Deck ab.<br />

Die offene Bar verzichtet auf Extravaganzen, die Linien<br />

sind klar, auf Spielereien wurde bewusst verzichtet. Nichts<br />

stört den freien Blick in die Natur. Ganz im Sinne einer<br />

Yacht, die zum Bereisen der schönsten Reviere der Welt<br />

gedacht ist. Auf Eignerwunsch wurde die Wendeltreppe<br />

auf dem Oberdeck rund verglast. So können die Gäste<br />

vom Hauptdeck die Eignerräume passieren, ohne dort zu<br />

stören. Bei Bedarf kann die gebogene Glastür zum Eignerdeck<br />

zudem verriegelt werden, die Besucher des Oberdecks<br />

befinden sich quasi im Transit; für eine Nutzung mit<br />

vielen Gästen oder Kindern eine zweckmäßige Lösung, die<br />

das gesamte Schiff auszeichnet. Alternativ kann ein Aufzug<br />

benutzt werden, der alle Decks miteinander verbindet.<br />

Auch bei den Maschinen setzt die US-amerikanische Werft<br />

auf Bewährtes. Zum Einsatz kommen zwei Caterpillar 12-Zylinder-Diesel<br />

mit einer verhältnismäßig moderaten Drehzahl<br />

von 1.650 Umdrehungen pro Minute. Sie bringen die 522<br />

Tonnen schwere Yacht auf maximal 16 Knoten Fahrt, als Reisegeschwindigkeit<br />

gibt Delta Marine 14,5 Knoten an. Da die<br />

Yacht für lange Strecken konstruiert wurde, sollen bei Überführungsfahrten<br />

mit rund 13 Knoten Geschwindigkeit um die<br />

5.000 Seemeilen Reichweite möglich sein. Dafür werden pro<br />

Tankstopp knapp 83 Tonnen Treibstoff gebunkert. Quantum-<br />

Stabilisatoren sorgen auf See und vor Anker dafür, dass<br />

die Yacht nicht rollt. Um eine größtmögliche Unabhängigkeit<br />

in entlegenen Gebieten zu gewährleisten, sorgen zwei<br />

Caterpillar-Generatoren für die nötige Energie an Bord. Zwei<br />

Seewasserentsalzungsanlagen mit einer Tagesleistung von<br />

zusammen über 25.000 Litern sind zudem in der Lage, die<br />

Wasservorräte innerhalb kürzester Zeit wieder aufzustocken.<br />

Bei aller Ausrüstung und dem Bau wurde auf eine möglichst<br />

einfache Handhabung der Yacht Wert gelegt. Auf große Garagen<br />

für möglichst viele Wasserspielzeuge wurde beispielsweise<br />

verzichtet. Stattdessen stehen lediglich zwei Jetskis auf<br />

dem Vordeck zur Verfügung, einer von zwei Tendern wird bei<br />

Nichtgebrauch mit einem Kran auf dem Sonnendeck verstaut.<br />

Ein verstecktes technisches Schmankerl ist hingegen die Garage<br />

für den zweiten Tender: Bei geöffneter Heckklappe kann<br />

das Beiboot direkt in die Wassergarage gefahren werden und<br />

wird im Bootsinneren verstaut. Ein fast symptomatisches Feature<br />

für die nach außen geschlossen wirkende Arianna. Ihre<br />

Jungfernfahrt soll die in Seattle an der amerikanischen Ostküste<br />

gebaute Yacht übrigens in den Pazifik unternehmen. &<br />

Die Eignersuite zeichnet sich wie<br />

das gesamte Interieur durch eine<br />

Art Kolonialstil aus. Es überwiegen<br />

Naturmaterialien, Kunstwerke zeigen<br />

pazifische Themen.<br />

I 31


yachten Projekte<br />

I arianna<br />

arianna<br />

Länge 50 m<br />

LWL 45 m<br />

Breite 10,40 m<br />

Tiefgang 2,90 m<br />

Verdrängung 522 t<br />

brt 750<br />

antrieb 2 x 1.650 PS Caterpillar 3512-B<br />

geschwindigkeit (max./reise) 16/14,5 kn<br />

reichweite 5.000 sm bei 13 kn<br />

treibstoff 82.900 l<br />

bugstrahlruder Quantum QT 150, 150 PS<br />

stabilisatoren Quantum QC-1800 Zero Speed<br />

generatoren 2 x Caterpillar C6.6, je 125 kW<br />

klimaanlage Aqua Air 60 ton<br />

Meerwasserentsalzung 2 x Sea Recovery 3600 GPD<br />

wasser 11.356 l<br />

gäste/besatzung 12/12<br />

Material GfK Komposit<br />

klassifizierung LR100 A1 SSC Yacht G6 Mono MCH<br />

innen-/auSSendesign Delta Design Group<br />

tender 2 x Nautica<br />

kran Nautical Structures EZ 300 FB<br />

werft/baujahr Delta Marine / 2012<br />

deltamarine.com<br />

Sonnendeck<br />

Oberdeck<br />

Hauptdeck<br />

Unterdeck<br />

32 I


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Text claus reissig<br />

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Wer Geschwindigkeit und Luxus liebt und<br />

hohe Verbräuche nicht scheut, findet<br />

mit der neuen Pershing 82 das perfekte<br />

Schiff. Der Antriebsstrang für die immense<br />

Geschwindigkeit kommt komplett aus<br />

deutscher Produktion.<br />

Speed Machine: Mit knapp 50<br />

Knoten dürfte die Pershing 82<br />

wohl die schnellste Serienyacht<br />

ihrer Größe sein<br />

34 I


Andrea Fabretti weiß, dass er mit seinem jüngsten<br />

Kind ein Schiff in die Welt geschickt hat, das nahezu<br />

keine Konkurrenz hat. 25 Meter ist sie lang,<br />

ein luxuriöses Appartement zur See und gewaltige<br />

47,3 Knoten schnell. Alle anderen Yachten auf der<br />

bewegten See vor Cannes in Südfrankreich scheinen nahezu<br />

stillzustehen, wenn die Pershing 82 gefolgt von einer<br />

meterhohen, durch die Oberflächenantriebe aufgeworfenen<br />

Hecksee vorbeirast. Im Inneren zeugt lediglich ein leises<br />

Rumpeln von fast 90 Stundenkilometern Geschwindigkeit.<br />

Bei geschlossenen Türen ist auf den komfortablen Fahrersitzen<br />

eine Unterhaltung in Zimmerlautstärke möglich; raus<br />

geht jetzt niemand mehr – trotz der in der flachen Linie versteckten<br />

Flybridge. Zu sehr zerrt dort der Wind an einem.<br />

„Da vorne ist Saint-Tropez“, scherzt der für die Produktentwicklung<br />

bei Pershing zuständige Fabretti und zeigt auf einen<br />

fiktiven Punkt am Horizont, „in einer Stunde sind wir da und<br />

trinken ein Glas Champagner – 2.000 Euro für Diesel, was<br />

soll’s?“ Was manchen Bootseigner schon als Summe für eine<br />

Urlaubsreise zusammenzucken lässt, sollte man mit einer<br />

Pershing als normal einkalkulieren, dafür ist sie da. Schnell<br />

lange Strecken zurücklegen kann sie wahrscheinlich wie<br />

keine andere Yacht. Und selbst manches hoch motorisierte<br />

Speedboat dürfte an ihr verzweifeln.<br />

Der Antrieb? Komplett aus deutscher Produktion. Die<br />

Getriebe liefert ZF, ebenso wie die dazugehörigen SeaRex-<br />

Oberflächenantriebe. Ihre unbändige Kraft von fast 5.000 PS<br />

schöpft die Pershing 82 aus zwei MTU 16-Zylinder-Dieseln.<br />

„Die besten, die es gibt“, schwärmt der Italiener, „am stärksten,<br />

leichtesten und am leichtesten zu warten. Und am kleinsten“,<br />

fügt Fabretti hinzu, „schließlich verkaufen wir Kabinen<br />

und keine Maschinen.“<br />

Heißt, dass die Kraft zwar zur Verfügung stehen soll, aber das<br />

Leben an Bord an mindestens zweiter Stelle steht, wenn nicht<br />

gar an erster.<br />

neben einem direkten Zugang zum Maschinenraum auch die<br />

Pantry der Yacht. Gekocht wird hier unten, serviert oben auf<br />

dem Hauptdeck, das sich in seinem Auftritt auf Wohnbereich<br />

und den Fahrstand konzentriert: ein offener Salon mit weiten<br />

Sichtachsen, nach vorn abgeschlossen durch einen Fahrstand<br />

für drei Personen.<br />

Das Fahren an sich ist undramatisch, die Manöver durch die<br />

schwenkbaren Antriebe direkt. Fast wie in einem Film zieht<br />

die Umgebung vor der riesigen Windschutzscheibe vorbei.<br />

Wer es anders gewohnt ist, kann die Entfernung zur See und<br />

die Geschwindigkeit zunächst als befremdlich empfinden.<br />

Fahrerorientiert: Wie bei einem Sportwagen bekommt der Fahrstand<br />

einen prominenten Platz im Salon (oben), auf der Flybridge klappen<br />

Instrumentenkonsole und Windschutzscheibe bei Bedarf auf<br />

Schließlich beschleunigt die Pershing 82 neben fast sechs<br />

Tonnen Diesel, der sich im Gewichtsschwerpunkt in einem<br />

Tank im doppelten Boden des Schiffes befindet, 1.300 Liter<br />

Wasser, drei Kabinen mit En-suite-Bädern sowie Crewunterkünfte<br />

für drei Personen. Die liegen Geräusch dämpfend<br />

zwischen Maschinenraum und Eignersuite und beherbergen<br />

I 35


Dank des großen Schiebedachs wird die 82 fast zur Open (links);<br />

serienmäßig ist die Yacht komplett ausgestattet, für den Vortrieb<br />

sorgen zwei MTU-Maschinen (Mitte); die mächtige Heckklappe<br />

öffnet die Badeplattform gleich mit (unten)<br />

Fast fühlt man sich wie in einer komfortablen Limousine bei<br />

hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn.<br />

Damit der zukünftige Eigner beim Durcheilen der verschiedenen<br />

Geschwindigkeitsbereiche nicht den Überblick<br />

zwischen den Anzeigen für die Trimmklappen, den idealen<br />

Stand der Antriebe, der Gasstellung sowie dem Joystick zum<br />

Steuern verliert, während er die vorbeirasende Umgebung<br />

kontrolliert, hilft im Verborgenen Smarttrim. Ein System, das<br />

Pershing gemeinsam mit ZF entwickelt hat, um den jeweils<br />

besten Trimm automatisch zu gewährleisten. Bis auf weiteres<br />

gibt es Smarttrim nur auf den Schiffen aus Mondolfo. Alles<br />

läuft auch für Laien perfekt und wie von Geisterhand, aber<br />

wen es beruhigt: Die letzten Zehntel an Speed kitzelt der<br />

Werftskipper mittels manuellen Eingriffs aus dem Schiff.<br />

Neu ist auf der 82 die von außen nahezu unsichtbare Flybridge,<br />

die man über eine elektrisch aus der Decke über dem<br />

Cockpit hervorklappende Karbonleiter erreicht. Ein ansprechend<br />

gestalteter Platz mit aufklappbarem Steuerstand und<br />

einer ebensolchen Windschutzscheibe. Gemacht, wie gesagt,<br />

nicht zum Schnellfahren, sondern zum Bummeln durch<br />

die Buchten. Denn auch das geht natürlich mit einer Pershing.<br />

Vor Anker öffnet eine mächtige Heckklappe den Zugang<br />

zur Garage und gleich noch einen Teil der Badeplattform.<br />

Unter der Heckklappe verbergen sich die Rollen, über<br />

die der Williams-Jettender zu Wasser gebracht wird.<br />

Die Innenräume der Hochgeschwindigkeitsyacht mit ihrem<br />

tiefen V-Rumpf wurden von Pershing aufwendig gegen Geräusche<br />

und Vibrationen gedämpft. Nichts soll in den komfortablen<br />

Kabinen die Ruhe stören. Die gesamte Technik<br />

nebst Generator, Klimaanlage und aller Pumpen, die nachts<br />

eventuell anspringen könnten, wurde ans äußerste Ende des<br />

Maschinenraums verlagert. Ein beeindruckendes Gesamterlebnis:<br />

Kraft und Technik in Bestform, von denen man außer<br />

der Geschwindigkeit fast nichts merkt. &<br />

Umdrehungen Geschwindigkeit Verbrauch Verbrauch Reichweite<br />

/Minute (kn) (l/h) (l/sm) (sm)<br />

2 x 700 8,3 56 6,74 883<br />

2 x 1.000 10 116 11,6 513<br />

2 x 1.500 13,7 350 25,5 233<br />

2 x 1.800 25,5 570 14,5 410<br />

2 x 2.000 31,4 680 21,7 274<br />

2 x 2.200 40,5 766 18,9 315<br />

2 x 2.450 47,3 908 19,2 309<br />

Die Pershing 82 ist für hohe Geschwindigkeiten optimiert. Bei gut<br />

25 Knoten gleitet das Schiff relativ ökonomisch, die Reichweite<br />

liegt dann rechnerisch bei 410 Seemeilen (ohne Reserve). Allerdings<br />

ist auch eine Marschfahrt von 40 Knoten bei 2.200 Umdrehungen<br />

möglich, die Reichweite beträgt dann immer noch 315<br />

Seemeilen, selbst bei Volllast und fast 50 Knoten sind es über<br />

300 Seemeilen – das kann keine andere Yacht dieser Größe.<br />

36 I


yachtcheck I yachten projekte<br />

LüA 24,97 m<br />

lwl 18,55 m<br />

Breite 5,50 m<br />

tiefgang 1,40 m<br />

verdrängung (leer) ca. 54,45 t<br />

treibstoff 5.950 l<br />

wasser 1.300 l<br />

maschinen 2 x MTU 16V 2000 M93, je 2.435 PS<br />

mit SeaRex-Oberflächenantrieben<br />

kabinen 3<br />

kojen 6<br />

konstruktion Fulvio De Simoni<br />

ce-kategorie A (Hochsee)<br />

preis 5.688.200 Euro<br />

konstruktion Deck und Rumpf Balsaholz-Sandwich;<br />

Infusionsverfahren mit Vinylestherharz<br />

serienausstattung (u.a.) Teakdeck, Anker (50 kg); Kette (100<br />

m); elektr. Ankerwinde (2.700 W); Passarelle; Mooringwinde<br />

(1.700 Watt); Kompass; Außenlautsprecher; Biminitopp<br />

(Vorschiff); Log/Lot/Autopilot/Kartenplotter; Internet; UKW-<br />

Funk; Smarttrim; Audio-/Video-System; Generator 20kW;<br />

hydr. Bugstrahlruder; Rettungsinsel; Williams-Tender (325 Jet)<br />

werft Ferretti Spa, Mondolfo<br />

Pershing-yacht.com<br />

händler Lengers Yachts, Muiden<br />

lengersyachts.com<br />

I 37


Wenn der Benz<br />

zum Boot wird<br />

Text claus reissig<br />

illustrationen Silver Arrows Marine foto wikimedia commons<br />

38 I


neuvorstellung I yachten projekte<br />

Der Silberpfeil von Mercedes ist eine Legende, seit er zum<br />

ersten Mal auf dem Nürburgring gewann, das war im Jahr<br />

1934. Jetzt soll sein Name eine Motoryacht zum Erfolg<br />

tragen. Ein erster Blick auf das Boot der Autobauer.<br />

Ausgerechnet der Silberpfeil! Nicht, dass das Synonym<br />

für einen erfolgreichen Renn-Mercedes unbedingt eine<br />

schlechte Namenswahl für ein Boot von Benz wäre, aber<br />

die Erwartungen dürften immens sein. Seit 1934 ist der<br />

Silberpfeil bereits der Inbegriff für schnelle Mercedes und dazu gehört<br />

auch noch eine Geschichte, wie man sie nicht besser erfinden<br />

könnte. Zum Eifelrennen auf dem Nürburgring trat der Mercedes<br />

Benz W 25 ein ganzes Kilogramm zu schwer an. Um ihn wieder auf<br />

seine dem Reglement entsprechenden 750 Kilogramm zu bekommen,<br />

entschied man sich, den Lack von der Aluminiumkarosserie<br />

zu schleifen, so erzählt man sich. Nach Manfred von Brauchitschs<br />

Sieg war der Silberpfeil geboren.<br />

Und jetzt kommt die Yacht mit diesem Namen. 2014 soll sie genau<br />

80 Jahre nach dem Eifel-Sieg von der Silver Arrows Marine (SAM)<br />

zu Wasser gelassen werden. Das Boot entstand zusammen mit<br />

Mercedes-Designern, Martin Francis und Konstrukteurslegende<br />

Tommaso Spadolini. Nach Willen ihrer Erbauer nimmt der Silberpfeil<br />

zur See gleich eine weitere Anleihe beim Automobil auf: er soll<br />

ein GT sein, ein Gran Turismo, also ein langstreckentaugliches, gut<br />

motorisiertes und komfortables Boot.<br />

Die 14-Meter-Yacht soll aber nicht das Design der 1930er, sondern<br />

das moderner Mercedes widerspiegeln. Laut Gordon Wagner, Leiter<br />

von Mercedes-Benz Design, war der Auftrag, die Auto-Merkmale<br />

auf die Proportionen und Anforderungen einer Yacht zu übertragen.<br />

Dazu gehören die kuppelförmige Windschutzscheibe, das Coupéartige<br />

Dach sowie der wie ein Kunstwerk gestaltete Rumpf.<br />

Von außen ein Mercedes: der neue Silberpfeil zur See<br />

(links oben); unter der großen Glaskuppel lässt sich der<br />

Loungebereich zum Bett umbauen (links Mitte); das<br />

Achterdeck ist als Terrasse offen, hinter dem Aufbau<br />

stehen die Fahrersitze (links unten). Der Original-Silberpfeil<br />

von 1937 mit Hermann Lang am Steuer (oben)<br />

Auffällige Merkmale der Yacht sind die weite, sich nach achtern<br />

öffnende Terrasse zur See sowie der vorn unter der Glaskuppel<br />

liegende Loungebereich. Dahinter stehen für den Fahrer und den<br />

Beifahrer zwei komfortable Sitze mit getrennten Armaturenbrettern,<br />

die auch lange Strecken problemlos möglich machen. Ein kompromissloses<br />

Schiff für eine anspruchsvolle Besatzung.<br />

Quasi als Mercedes-Kernkompetenz standen geringe Vibration und<br />

Lautstärke sowie ein weiches Einsetzen in die See auf der Agenda.<br />

Auch bei Energieeffizienz und Emissionen will Mercedes mit dem<br />

Boot Vorbild sein. Nichts weniger als einen neuen Standard sieht<br />

SAM-Vorstandsvorsitzender Ron Gibbs mit der neuen Yacht gesetzt.<br />

Welche Farbe der in Porto Montenegro liegende Prototyp bekommen<br />

soll? Silber natürlich; lackiert – nicht geschliffen. &<br />

technische daten<br />

Lüa 14 m<br />

Breite 3,70 m<br />

tiefgang 0,80 m<br />

diesel 1.000 l<br />

wasser 300 l<br />

Maschinen 2 x 350 PS<br />

geschwindigkeit 30 kn<br />

ce-kategorie B (12 Personen)<br />

silverarrowsmarine.com<br />

I 39


yachten Projekte<br />

I Yachtcheck<br />

Catana hat bei Langfahrtyachten<br />

einen Ruf zu<br />

verteidigen. Entsprechend<br />

gespannt war die neue<br />

Catana 59 erwartet worden.<br />

Sie verkörpert einen<br />

Quantensprung bei Design<br />

und Lebensraum. Claus Reissig<br />

war exklusiv an Bord.<br />

Auf langen Strecken<br />

zu Hause<br />

Text claus reissig<br />

fotos Catana/claus reissig<br />

40 I


Markante Kanten: die neue Catana 59<br />

mit aufgeholtem gebogenen Luvschwert<br />

(links). Sowohl der Steuersitz,<br />

als auch die Fußstütze sind klappbar<br />

(oben). Auf dem Dach ist der Traveller<br />

aus dem Weg (Mitte); Klüverbaum mit<br />

Gennakerblock und Roller für die<br />

Leichtwindgenua (unten)<br />

I 41


Am Bug wird die gewaltige<br />

Rumpfhöhe des Katamarans<br />

deutlich. Die elektrischen Harken-Winschen<br />

sind eine Option<br />

(unten links), ebenso wie die<br />

aufgerollte Kreuzfock und die<br />

gesetzte Leichtwindgenua<br />

(unten rechts)<br />

Das Schiff ist<br />

vollgestopft mit<br />

Ideen – mangelnden<br />

Einfallsreichtum kann<br />

man den Entwicklern<br />

nicht vorwerfen<br />

42 I


yachtcheck I yachten projekte<br />

Der Katamaran ist das Richtige für<br />

lange Strecken, am besten geht es<br />

mehrere Tage geradeaus und dann<br />

liegt das Schiff als Bungalow vor<br />

Anker in einer Bucht. Ein Kat ist das<br />

Lebeschiff; wo andere Segler die Reise<br />

beginnen zu verfluchen, könnte es mit einem Kat noch komfortabel<br />

sein – oder zumindest aufrecht. Ausprobieren können<br />

wir das heute nicht. Aber immerhin schon einmal von Cannes,<br />

Ort einer Wassersportmesse, zurück zum Heimathafen Caneten-Roussillon<br />

an der spanischen Grenze fahren. Sicher, eine<br />

Überführung kann – darf – nicht die Konzeption eines Schiffs<br />

rechtfertigen. Besser wäre es vielleicht einmal über den Atlantik,<br />

aber das wäre zu viel des Aufwands. Was sich feststellen<br />

lässt, ist, dass die Art zu Reisen auf zwei Rümpfen eine sehr<br />

angenehme ist. Da hat sich seit den Zeiten der polynesischen<br />

Ureinwohner nicht viel geändert. Die hätten vermutlich die Frage<br />

gestellt: Wofür braucht man eigentlich einen Einrümpfer?<br />

Darauf kann man antworten, dass sie natürlich keine Regatten<br />

vor der Haustür gesegelt sind, zweifelsfrei eine Domäne von<br />

Kielyachten. Katamarane hingegen sind die perfekten Reiseyachten,<br />

und Catana, Werft aus Südfrankreich, ist der Name, der<br />

seit Jahrzehnten damit verbunden wird: schnell, solide, in gewisser<br />

Weise kompromisslos. Aber auch: modern und voller Ideen,<br />

Designvorreiter. Da ist es mit der neuen Catana 59 nicht anders.<br />

Sie wurde heiß erwartet, verkörpert die neue Designsprache der<br />

Werft. Ähnlich wie bei Autoherstellern ein komplett neues Design<br />

nach einer Zeit von Facelifts. Immerhin, so stark wird die<br />

Werft aus Canet-en-Roussillon beobachtet, kein schlechter Ruf,<br />

aber auch einer, den es zu erhalten gilt. Catana braucht frischen<br />

Wind, wie alle Werften leidet sie unter der Konjunktur. Der<br />

stärkste Mitbewerber (Outremer) hat schon seine neue 5X am<br />

Start, da darf man nicht zu lange warten.<br />

und gar nicht leicht, vielleicht ganz gut so, gerade bei ein wenig<br />

Wind und Seegang. Das Kajütdach setzt sich ansatzlos als Wetterschutzdach<br />

über das Cockpit fort, zwei kleine Luken lassen<br />

bei warmem Wetter Wind ins Cockpit.<br />

Überhaupt scheint die 59 nichts dem Zufall überlassen zu wollen,<br />

vor allem an Ideen, so scheint man bei Catana zu denken,<br />

darf es nicht mangeln. Und tatsächlich ist sie vollgestopft damit,<br />

mangelnden Einfallsreichtum kann man den Entwicklern wahrlich<br />

nicht vorwerfen. Jede der drei Kabinen ist anders layoutet,<br />

steuerbord die Eignersuite über fast die gesamte Schiffslänge<br />

mit eigenem WC und separater Dusche, zwei Waschbecken<br />

und einem wie ein riesiger Reisekoffer wirkenden, mit Leder<br />

bezogenen Schrank. Das ist schick, das Grau vom Deck findet<br />

sich hier wieder und es wirkt kühl unter Deck. Nicht unpassend<br />

für dieses Schiff. Backbord liegen zwei weitere Kabinen<br />

mit jeweils einem Bad en suite, wobei das achtere den Vogel<br />

abschießt: Seine Wände sind aus Plexiglas, die Durchsicht ist<br />

nur unwesentlich verhindert.<br />

Das gesegelte Schiff ist Baunummer 1, es zeigt, was es kann,<br />

aber jeder Eigner wird sicherlich für sich selbst entscheiden,<br />

wie er seine Yacht gestalten möchte. Mit derzeit rund 20<br />

Drivers Seat: Von jedem<br />

Karbonrad aus überblickt<br />

man jeweils eine Schiffsseite<br />

Statt der bisher Catana-typischen senkrechten Steven trägt<br />

die 59 so genannte Axe-Bows (also Axt-Büge), die in der Wasserlinie<br />

weiter vorspringen als an Deck. Kantig das Äußere, ein<br />

wenig wie ein Stealth-Boot, dazu weiß und grau, das Teak an<br />

Deck wurde zeitgemäß gegen Kunststoff getauscht. Zwar mit<br />

Holzanmutung, aber ebenfalls grau – mit weißen Fugen. Man<br />

kann es kaum anders sagen: Es passt perfekt zusammen, der<br />

Bodenbelag läuft fast nahtlos (bis auf die Türschienen) durch<br />

die mächtige dreiteilige Salontür nach innen. Cockpit und Salon<br />

verschwimmen zu einem gemeinsamen Lebensraum.<br />

Mehrteilig lässt sich die Glastür backbord in der Wand verstecken,<br />

oder man lässt nur ein Element offen, oder mehrere.<br />

Das Steuerbord-Salonsofa findet sich draußen wieder, wie eine<br />

endlos lange Loungebank mit vier höhenverstellbaren Cocktailtischchen<br />

– die ideale Partylocation. Auch sie variabel: Die<br />

Esstischplatte lässt sich an drei verschiedenen Stellen individuell<br />

montieren, die Gesellschaft sich nach Wind und Aussicht positionieren.<br />

Fast schon typisch die Aluminium-Faltstühle. Solide<br />

I 43


yachten Projekte<br />

I yachtcheck<br />

Die Catana vermittelt ein neues<br />

Raumgefühl mit groSSen unverbauten<br />

Flächen und vielen Durchsichten<br />

Schiffen im Jahr ist Catana fast eine Manufaktur. Eine mit<br />

einem sehr hohen Fertigungslevel übrigens, denn Performance<br />

steht ganz oben auf der Karte. Der Rumpf wird mit<br />

Glasfasern und Twaron im Infusionsverfahren hergestellt. Das<br />

reduziert das Gewicht und verbessert die Laminatstruktur. Alle<br />

Schotten werden einzeln im Infusionsverfahren mit Karbonlaminat<br />

hergestellt. Bei der 59 konnte das Gesamtgewicht so<br />

auf knapp 19 Tonnen reduziert werden. Dem stehen nahezu<br />

200 Quadratmeter Segelfläche am Wind entgegen.<br />

Trotz 48 Stunden an Bord meint es das Wetter nicht gut mit<br />

uns, zwar Sonne, aber wenig Wind und der auch noch gegenan.<br />

Zwei bis drei Beaufort sind nichts für eine Überführung<br />

und die Standardbeseglung mit Selbstwendefock. Wir setzen<br />

die optionale Leichtwindgenua und der große Kat läuft, und<br />

nicht einmal zu schlecht. Zwar liegt der Wendewinkel bei diesen<br />

Bedingungen jenseits von 100 Grad, aber sieben Knoten<br />

Wind genügen für knapp fünf Knoten Geschwindigkeit. Nicht<br />

schlecht für ein Fahrtenschiff, auch wenn die gebogenen<br />

Schwerter und das aufwendig im Topp ausgestellte Großsegel<br />

wesentlich mehr erwarten ließen. Bei einem späteren Test, bei<br />

dem der Autor nicht mehr an Bord war, soll das Schiff bei 15<br />

bis 20 Knoten Wind (fünf Beaufort) elf Knoten mit der Kreuzfock<br />

gelaufen sein. Kräftige Böen bis 25 Knoten sollen den Kat<br />

schließlich auf rund 13 Knoten gebracht haben.<br />

Dann wird er auch seine gebogenen, circa 250 Kilogramm<br />

schweren Schwerter zum Einsatz gebracht haben können.<br />

Deren spezielle Form soll jeweils auf der Leeseite für bis zu<br />

einer halben Tonne Auftrieb sorgen. Das reduziert die Verdrängung<br />

und lässt das Schiff aufrechter und leichter gleiten. Aber<br />

die Tests mit der Yacht sind auch werftseitig noch nicht abgeschlossen,<br />

im Moment wird die Yacht von Messe zu Messe<br />

herumgereicht. Es genügt aber für einen ersten Eindruck.<br />

Catana-typisch wird der Steuermann aus den Lebensbereichen<br />

heraus auf die Seitendecks gebeten. Dadurch spart<br />

man sich Luken im Dach oder die derzeit bei großen Kats mo-<br />

Cockpit und Salon gehen in einer gewaltigen fast ununterbrochenen<br />

Fläche ineinander über. Man hat die<br />

Wahl zwischen nicht weniger als drei verschiedenen<br />

Positionen für den Esstisch<br />

44 I


Zum Teil durchsichtig: Ein ungewöhnliches<br />

Detail ist das Bad backbord achtern, dessen<br />

Wände komplett aus Plexiglas bestehen<br />

(oben links). Auffällig ist der aufwendige, mit<br />

Leder bespannte Schrank in der Eignerkabine,<br />

der ein wenig an einen Schrankkoffer<br />

erinnert (oben rechts). Die Steuerstände<br />

liegen gut geschützt hinter dem Schanzkleid<br />

dernen Flybridges mit all ihren Vor- und Nachteilen. Zu einer<br />

Catana passt das jedenfalls nicht. Auf jeweils einer klappbaren<br />

Doppelbank mit klappbarer Fußstütze hat der Rudergänger von<br />

jeweils einem Steuerstand einer Seite freie Sicht auf die Genua<br />

und auf eine Bugspitze. Dass er nicht das ganze Schiff übersehen<br />

kann, liegt an der abgesenkten Position der Ruderstände:<br />

Sie sind nicht auf Decks-, sondern eher auf Cockpitniveau.<br />

Somit leichter zu erreichen und auch geschützter. Als Nachteil<br />

könnte man empfinden, dass gerade bei Manövern im Hafen<br />

immer eine zweite Person als Ausguck für die Übersicht auf<br />

dem Vorschiff sein sollte. Die Werft möchte, dass der Steuermann<br />

durch die großen Salonfenster diagonale Sicht hat; das<br />

funktioniert aber gerade in der Nacht durch Spiegelungen nur<br />

bedingt. Trotz des wenigen Winds auf unserer Testfahrt stellte<br />

sich für den Rudergänger fast so etwas wie Segelspaß ein. Das<br />

Schiff reagiert schnell auf kleine Lenkbewegungen, auch wenn<br />

Druck und Rückmeldung am Steuer Kat-typisch fehlen.<br />

Und wie lebt es sich an Bord? Ungewohnt, könnte man antworten.<br />

Die Werft hat auf große unverbaute Flächen und viele Durchsichten<br />

Wert gelegt, nicht nur wie bei dem schon beschriebenen<br />

Bad. Auch der gewaltige Salon-Cockpit-Bereich ist nicht voneinander<br />

getrennt, jede Stelle ist von fast überall einsehbar. Das<br />

gibt ein neues, freies Gefühl von Raum, reduziert jedoch auch<br />

die Rückzugsmöglichkeiten, wenn man darauf Wert legt. Einen<br />

Kardinalfehler hat die Werft zum Glück vermieden: nämlich alle<br />

verfügbaren Ecken mit Möbeln und dementsprechend Gewicht<br />

zuzubauen. Trotz ihrer Langfahrttauglichkeit ist die Catana 59 ein<br />

recht agiles Schiff geblieben. Die Weite in den Räumen wird man<br />

vermutlich spätestens auf einem Ankerplatz in den Tropen richtig<br />

schätzen lernen. Dafür ist eine Überführung unter Maschine nur<br />

bedingt geeignet – aber dafür kann das Schiff nichts.<br />

Aus den Konstrukteuren der neuen 59 macht man bei Catana<br />

übrigens ein großes Geheimnis. Es seien namhafte Designer<br />

daran beteiligt gewesen, aber man lege Wert darauf, dies<br />

nicht publik zu machen. Stattdessen steht die Werft selbst als<br />

Konstrukteur in den Unterlagen. Ein ungewöhnlicher Schritt,<br />

definieren sich doch viele Yachtbauer gerade über ihre prominenten<br />

Zuarbeiter. Es ist aber auch ein Schritt, der zu der<br />

französischen Werft passt – man arbeitet hier eben auch immer<br />

am eigenen Mythos. &


yachten Projekte I yachtcheck<br />

Traumschiff: Die Pantry kommt mit schwarzen Oberflächen,<br />

Leder bezogenen Knöpfen und Spülmaschine daher; halb<br />

versenkter Instrumententräger am Kartentisch (oben)<br />

catana 59<br />

LüA 17,90 m<br />

Breite 9,49 m<br />

Tiefgang 1,56 - 3,75 m<br />

Verdrängung (leer) 18,9 t<br />

treibstoff 5.950 l<br />

segelfläche (am Wind) 192 m 2<br />

segelfläche (am vorWind) 237 m 2<br />

masthöhe (über wasser) 26,47 m<br />

wasser 800 l<br />

maschinen 2 x Volvo Penta, je 110 PS mit starren Wellen<br />

und dreiflügligen Drehpropellern (Option 2 x 150 PS)<br />

kabinen 3 (plus Crew)<br />

kojen 6 (plus Crew)<br />

konstruktion Chantier Catana<br />

ce-kategorie A (Hochsee)<br />

preis ab 1.879.952 Euro<br />

konstruktion Deck und Rumpf GfK-Sandwich<br />

im Infusionsverfahren mit Vinylesther-Harz. In<br />

besonders belasteten Bereichen Twaron-verstärkt,<br />

Schotten mit Karbon-Laminat.<br />

Serienausstattung u.a. Alumast und -baum; elektr.<br />

Ankerwinde (Lofrans 2.300 W); Harken-Winschen<br />

(elektrisch für Großfall); Harken-Rutschersystem für<br />

Großsegel; 4-flüglige Faltpropeller; Cockpit-Möblierung;<br />

Landanschluss 230 Volt; CD-Tuner plus Lautsprecher<br />

(innen/außen)<br />

aufpreis u.a. Segel, Lazy Bag; Skipperkabine; Upgrade<br />

Maschinen (150 statt 110 PS); Karbonmast; Kevlar-<br />

Wanten; Elektrowinschen; Bodenbelag/Cockpit; Gangway;<br />

Instrumente (Furuno); TV; Heizung; Klimaanlage;<br />

Außenbeleuchtung; zu Wasser lassen und Aufriggen<br />

werft Chantier Catana<br />

Canet-en-Roussillon, Frankreich<br />

catana.com<br />

händler Jacobs Yachts<br />

Sierksdorf/Ostsee<br />

jacobs-yachts.com<br />

46 I


0 6<br />

4 191806 205907<br />

<br />

<br />

65


yachten Projekte I imperial princess<br />

imperial<br />

48 I


Serienyachthersteller Princess hat<br />

mit einem 40-Meter-Schiff den Markt<br />

der groSSen Yachten geentert. Erste<br />

Eindrücke von Bord der gerade vom<br />

Stapel gelaufenen Imperial Princess.<br />

Text Tim Thomas Fotos Jeff Brown/Superyacht Media, Mike Evans<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved], Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

Die Princess 40M ist das<br />

erste Drei-Deck-Schiff der<br />

englischen Werft. Bei allen<br />

modernen Details sollte<br />

sie klassische Proportionen<br />

behalten, wie zum<br />

Beispiel einen traditionell<br />

vorspringenden Bug<br />

princess<br />

I 49


Das große Sonnendeck<br />

bietet Sonnenstühle, einen<br />

Whirl-Pool, eine Bar<br />

und einen Chill-out-Sitzbereich<br />

unter dem klappbaren<br />

Hardtop<br />

50 I


imperial princess I yachten projekte<br />

Princess mit<br />

Sitz in Plymouth,<br />

GroSSbritannien, hat sich einen Ruf<br />

als Erbauer von soliden Serienbooten<br />

erarbeitet, aber nie viel Aufhebens<br />

darum gemacht<br />

„Sie ist ein richtiges kleines Schiff“, verkündet Peter Levine<br />

stolz, während wir auf dem Oberdeck der 40M Imperial Princess<br />

sitzen, die in einer malerischen Bucht von Mallorca ankert.<br />

„Sie ist solide, und sie fühlt sich solide an. Sie verkörpert eine<br />

grundlegende Veränderung gegenüber allem, was Princess<br />

bisher gebaut hat, und der Unterschied ist deutlich.“<br />

Levine ist bei Princess kein Fremder, hat er doch seine erste<br />

66-Fuß-Yacht vor zwölf Jahren auch dort gekauft. „Das hier<br />

ist unterdessen mein sechstes Boot von Princess, und ich<br />

habe mich von der 21-Meter-Yacht über eine 20-Meter-, eine<br />

25-Meter- und eine 95-Fuß-Yacht (29,42 Meter) bis zu meinem<br />

letzten Boot emporgearbeitet. Ich befand mich im steten Austausch<br />

mit Princess, habe immer nachgefragt, wann sie den<br />

nächsten Level erreicht hatten. Die Pläne für das 40-Meter-<br />

Projekt sah ich schließlich im Januar.“<br />

Princess mit Sitz in Plymouth, Großbritannien, hat sich<br />

einen Ruf als Erbauer von soliden Serienbooten erarbeitet,<br />

aber nie viel Aufhebens darum gemacht. Dieses relativ bescheidene<br />

Auftreten brachte dem Unternehmen den Vorteil,<br />

dass es eine fast ergebene Gefolgschaft von Eignern an<br />

sich gebunden hat, die sozusagen mit den Bootsklassen<br />

mitgewachsen sind – so wie Levine.<br />

„Ich bin seit 25 Jahren bei Princess“, sagt Chris Gates, Managing<br />

Director von Princess Yachts, „und in dieser Zeit haben<br />

wir ungefähr ein Dutzend Mal gesagt, dass das gegenwärtige<br />

Modell das größte wäre, das wir bauen würden. Aber da wir<br />

immer auch von den Wünschen der Kunden geleitet werden,<br />

gab es einen gewissen Druck, ein noch größeres Boot zu<br />

bauen.“ Das 42-Meter-Modell startete etwa zur selben Zeit<br />

wie das 32-Meter-Projekt, das ebenfalls 2012 zu Wasser ging.<br />

Aber dennoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den<br />

beiden. Nicht nur in der Länge oder im Volumen, sondern auch<br />

hinsichtlich der Systeme, der Bauweise, dem Aufbau und den<br />

zu befolgenden Richtlinien. Peter Levine als zukünftiger Eigner<br />

war von Anfang an dabei.<br />

„Princess ist sehr gut bei Flybridge-Booten“, sagt Levine, „ aber<br />

der Schritt weg davon zu einem echten Drei-Deck-Boot bedeutet<br />

einen fundamentalen Wandel in allen Bereichen. Mein<br />

Hauptanliegen war, sicherzustellen, dass das Schiff modern<br />

und dennoch zeitlos aussehen sollte und dass es alle Qualitäten<br />

und Charakteristika eines Bootes seiner Klasse haben<br />

sollte, statt einfach ein Sonnendeck auf ein 40-Meter-Chassis<br />

aufzustecken.“<br />

Wenn man über die Yacht geht, ist sofort erkennbar, dass es<br />

sich nicht um irgendeine Sonderserie handelt, sondern um<br />

echte Maßkonfektion auf hohem Niveau und mit einigen Elementen,<br />

die üblicherweise nur auf 40- oder 50-Meter-Yachten<br />

zu finden sind. Etwa die Treppe, die von der Mannschaftsmesse<br />

zum Oberdeck führt und so eine erwünschte Trennung<br />

zwischen Crew und Passagieren ermöglicht. Ähnlich führt die<br />

Hauptgästetreppe – mit Stufen wie auf einem Edelstahlrückgrat<br />

– vom unteren Deck direkt aufs Oberdeck. Der Salon auf<br />

dem Hauptdeck und der Essbereich sind großzügig und hell<br />

dank großer Fenster und der Doppelbalkone auf beiden Schiffsseiten.<br />

Der obere Salon ist unprätentiös, aber gemütlich, mit<br />

Sofas auf der Steuerbordseite gegenüber einer großen TV-<br />

Leinwand und einzelnen Sitzen auf der Backbordseite.<br />

I 51


yachten Projekte I imperial princess<br />

Die Gästekabinen bieten ebenfalls gleichermaßen Raum und<br />

Luxus. Achtern erstreckt sich eine VIP-Kabine über die volle<br />

Breite, die sich allerdings auch in zwei Doppelkabinen aufteilen<br />

lässt; beim dritten Entwurf wurde die Gästekabine vorn<br />

in einen Sportbereich umgewandelt. Die Bäder sind wie die<br />

der Mastersuite sehr luxuriös, mit viel verarbeitetem Stein und<br />

beheizbaren Böden.<br />

Die Mastersuite selbst befindet sich vorn auf dem Hauptdeck<br />

und beherbergt – auf der Imperial Princess – steuerbord ein<br />

Eignerbüro, das an einen Schlafbereich über die volle Schiffsbreite<br />

angrenzt. Danach folgen getrennte Bäder für sie und<br />

ihn. Spätestens hier wird Levines Input ersichtlich: Die vordere<br />

Querwand zwischen den aneinandergrenzenden Räumen<br />

wurde für einen ausfaltbaren Spiegel in gesamter Raumhöhe<br />

genutzt. Das Kopfende des Bads bildet ein TV-Bildschirm –<br />

diese Idee wurde aus dem Connaught-Hotel in London kopiert,<br />

in dem Levine häufig wohnt.<br />

Die enge Zusammenarbeit von Ingenieur Keith Willis und Interieur-Spezialistin<br />

Chantal Gaudreau mit dem Team von Princess<br />

hat sich auch im Äußeren niedergeschlagen. „Ich wollte<br />

ein relativ steil abfallendes Heck: Das Boot, das mir immer gut<br />

gefallen hat, war die Limitless mit ihrer symmetrischen Neigung<br />

von Bug und Heck“, begeistert sich Levine. „Ich kann<br />

mich erinnern, dass ich Zeichnungen mit meinen amateurhaften<br />

Verbesserungen und Ergänzungen zurückfaxte – und<br />

man muss gerechterweise sagen, dass Princess das gutwillig<br />

und sogar mit Lobesbekundungen hingenommen hat. Ich<br />

wollte, dass andere Leute, die diese Boote künftig bestellen,<br />

sagen: ,Ja, das will ich!‘, statt: ,Oh je, das ist schrecklich, aber<br />

wir werden daraus lernen und uns weiterentwickeln.‘“ Diese<br />

Qualität wird in allen Details sichtbar. Die Türen sind schwer,<br />

viel Arbeit floss in die dreifache Isolierung aller Gästebereiche<br />

gegen Geräusche und Vibrationen. Das bringt natürlich viel<br />

unerwünschtes Gewicht mit sich, aber im Fall der 40M wird<br />

das Problem durch die Konstruktionsmethode abgemildert.<br />

Die Yacht hat einen Sandwichrumpf, der im Infusionsverfahren<br />

hergestellt wurde – wahrscheinlich der größte jemals. „Wir haben<br />

davor wohl 80 bis 100 Boote auf diese Weise gebaut“,<br />

sagt Gates, „aber bei diesem großen Schiff dauerte es sechs,<br />

sieben Stunden, um überhaupt das Vakuum herzustellen…“<br />

Tatsächlich verkörpert die 40M einige Superlative: die größte<br />

jemals gebaute Princess, die erste Drei-Deck-Princess, die<br />

größte im Infusionsverfahren hergestellte Yacht. Alles ist Neuland<br />

für die englische Werft.<br />

Der Trennschirm am Foyer des Hauptdecks ist von außen undurchsichtig,<br />

um den Gästen Privatsphäre zu bieten (oben links).<br />

Der obere Salon ist im Design klassisch modern und in zurückhaltenden,<br />

neutralen Farben gehalten (unten)<br />

52 I


Dann endlich steigt das<br />

GroSS über dem Karbon-<br />

Baum empor, die Genua<br />

wird ausgerollt und<br />

Xnoi läuft bei leichter<br />

Brise mit dichtgeholten<br />

Schoten fast so<br />

schnell wie der Wind<br />

Mastersuite auf dem Hauptdeck:<br />

Die Kabine nutzt die<br />

volle Breite des Schiffes, da<br />

es an dieser Stelle keine Seitendecks<br />

gibt. Neben<br />

großzügigen Bädern umfasst<br />

sie unter anderem ein<br />

eigenes Arbeitszimmer<br />

Aber auch die für Gäste und Techniker unsichtbaren Bereiche<br />

sind durchdacht. Die Küche auf dem Hauptdeck verfügt<br />

zum Beispiel über eine beneidenswerte Aussicht durch<br />

Fenster im Rumpf und wurde mithilfe eines französischen<br />

Top-Küchenchefs designt. Die Brücke enthält ein komplettes<br />

Kontroll- und Alarmsystem von Böning und kann papierfrei<br />

betrieben werden. S-Band- und X-Band-Radar bieten einen<br />

klaren Blick – mit bis zu 120 Seemeilen Reichweite –, und<br />

für Nachtmanöver stehen Wärmebildkameras zur Verfügung.<br />

Die Böning-Bildschirme haben zwei Außenstationen, in der<br />

Mannschaftsmesse und auch unten im Maschinenraum, der<br />

selbst ein kleines Ingenieurbüro und gleichzeitig eine Werkstatt<br />

mit Werkbank ist. Angetrieben wird die Yacht von zwei<br />

MTU-Motoren und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von<br />

ungefähr 23 Knoten. Als Langstreckenyacht soll die Imperial<br />

Princess aber eher mit zwölf bis 14 Knoten fahren und dabei<br />

250 bis 300 Liter Treibstoff pro Stunde verbrennen; die Reichweite<br />

beträgt dann 1.500 Meilen. Bei zehn Knoten kann sie<br />

allerdings auf gut über 2.000 Meilen ausgedehnt werden. Das<br />

ist dem effizienten, von Bernard Olesinski konstruierten Rumpf<br />

zu verdanken. Gerade für dieses Schiff ist die Reichweite elementar<br />

– Levines vorherige Yacht, die 95er, war pro Saison<br />

etwa 10.000 Meilen im Mittelmeer unterwegs.<br />

Die Heckgarage beherbergt einen Jetski – mit Hebevorrichtung,<br />

sodass ein weiteres Fahrzeug untergebracht werden<br />

kann – und ein maßgeschneidertes, 6,5 Meter langes Rib-X für<br />

Wassersport. Das Beiboot für die Mannschaft und für Rettungszwecke<br />

ist mit weiterem Spielzeug in einem riesigen Raum<br />

auf dem Vordeck verstaut, direkt vor einem Sitz- und Sonnenbadebereich,<br />

der sich wiederum an eine so genannte portugiesische<br />

Brücke anschmiegt, also eine Außenbrücke vor dem<br />

Steuerhaus. So groß wie der Heckgaragenbereich ist noch einmal<br />

der Beach Club mit eigener Leinwand.<br />

Eine Yacht zu bauen, die so viel größer ist als alle bisher gebauten,<br />

hat die Werft natürlich vor Herausforderungen gestellt<br />

„Diese Schiffe sind extrem kompliziert“, sagt Gates. „Wir<br />

benötigten 100.000 Mann-Stunden für dieses erste Exemplar,<br />

aber ein riesiger Anteil dieser Arbeit ist für niemanden sichtbar,<br />

da vieles davon in die Entwicklung ging. Insbesondere Systeme<br />

wie die Audio-/Videoanlage sind kompliziert. Da haben<br />

wir gelernt, dem besondere Priorität einzuräumen. Aber wir haben<br />

vieles daraus für unsere anderen Baureihen übernehmen<br />

können, von der Systemintegration bis zu Versteifung, Geräuschminderung<br />

und Vibrationsbegrenzung. Wir haben bei<br />

RINA vorgesprochen und die Anforderungen bei Weitem übertroffen.“<br />

Die Yacht entspricht auch den LY2-Anforderungen.<br />

„Wir haben alles gemeinsam ausgearbeitet“, fügt Levine hinzu.<br />

„Es war eine echte Herausforderung für eine Werft, die tatsächlich<br />

bisher nie mehr als eine erhöhte Kapitänskajüte gebaut<br />

hat, einen Gang höher zu schalten.“<br />

Es gibt keinen Zweifel, dass Princess mit der 40M einen eindrucksvollen<br />

Einstand im Markt der Großyachten hingelegt hat.<br />

Die Yacht fühlt sich trotz ihres beeindruckenden Volumens von<br />

395 Raumtonnen wie ein kleines Schiff an, und Styling, Ausstattung<br />

und Gesamtkonzept täuschen darüber hinweg, dass<br />

sie ein Prototyp ist – es fühlt sich vielmehr so an, als habe<br />

Princess die meiste Zeit seiner Geschichte nichts anderes<br />

als Schiffe dieser Größe gebaut. Wenn es weiterer Beweise<br />

bedürfte – Princess hat bereits die Baunummern zwei und drei<br />

verkauft, und mit der Infrastruktur bei South Yard in Plymouth<br />

besteht die Option, sogar noch größere Schiffe zu bauen. „Ich<br />

habe ihnen [bei Princess] gesagt, wenn sie in Betracht ziehen,<br />

die Größenskala nach oben zu erweitern, könnten wir dasselbe<br />

noch mal machen“, lässt Levine anklingen. „Aber für mich gibt<br />

es eine Grenze in der Größe – ich möchte nicht als traurige<br />

I 53


yachten Projekte I imperial princess<br />

Person enden, die über die Decks eines riesigen Bootes wandert<br />

und sich überlegen muss, wie man die mit Menschen<br />

füllen könnte. Das hier ist wirklich eine nette Größe. Es geht ja<br />

nur darum, ob man das Meer mag, und ich mag das Meer. Ich<br />

machte die erste Fahrt bei fünf bis sechs Windstärken in der<br />

Biskaya, und ich möchte das um alles in der Welt nicht missen.<br />

Nur darum geht es für mich.“<br />

Wenn die 40M bei Princess der Maßstab für zukünftige Schiffe<br />

ist, wird es vermutlich bald mehr Eigner wie Levine geben. Mit<br />

der Möglichkeit des Reisens auf einer Yacht, deren Standard<br />

manch teureres Schiff in den Schatten stellt. &<br />

imperial princess<br />

Länge 40,16 m<br />

LWL 34,06 m<br />

Breite 8,02 m<br />

Tiefgang 2,28 m<br />

Verdrängung 230 t<br />

motoren 2 x MTU 12 V 4000 M73L<br />

geschwindigkeit (max./reise) 23/16 kn<br />

reichweite bei 12 kn 1.500 sm<br />

seitenstrahlruder ABT TRAC, 75 PS (Bug), 65 PS (Heck)<br />

stabilisatoren ABT TRAC 440<br />

generatoren 2 x Onan 80 kW<br />

kraftstoff ca. 29.000 l<br />

wasser 5.000 l<br />

eigner und gäste 10-12<br />

mannschaft 7<br />

beiboote 1 x 6,5 m Rib-X, 1 x 3,4 m Zodiac<br />

bauweise GfK-Komposit<br />

klassifikation RINA, MCA LY2<br />

schiffsarchitektur Bernard Olesinski<br />

auSSengestaltung Bernard Olesinski/Princess Yachts<br />

innenraumplanung Bannenberg & Rowell/Princess Yachts<br />

innendesign Princess Yachts<br />

werft/baujahr Princess Yachts/2012<br />

princessyachts.com<br />

Die Sonnenplätze<br />

auf dem Vorderdeck<br />

schmiegen sich an<br />

eine Luke, die den<br />

Stauraum für das<br />

Mannschaftsbeiboot<br />

abdeckt<br />

Der obere Salon<br />

öffnet sich auf ein<br />

Achterdeck, das einen<br />

Freiluft-Essbereich für<br />

bis zu zwölf Personen<br />

bietet. Glasgeländer<br />

garantieren einen<br />

ungestörten Ausblick<br />

Die Küche auf<br />

dem Hauptdeck<br />

ist mit einem<br />

diskret verdeckten<br />

Vorbereitungsraum<br />

verbunden<br />

Die Unterbringung für<br />

die Crew entspricht<br />

MLC-Anforderungen<br />

und ist gutem<br />

Standard angepasst.<br />

Der Bereich der<br />

Gästekabinen kann<br />

nach Kundenwunsch<br />

verändert werden<br />

54 I


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yacht stil<br />

Glanzlichter<br />

Türkisblau ...<br />

... und so klar, wie eine frühmorgendliche, einsame Lagune nur schimmern<br />

kann. Das ist die Farbe der typischen, urheberrechtlich geschützten<br />

Flasche des Bombay Sapphire Gin. Nicht nur die Verpackung, sondern<br />

auch der Inhalt ist ganz besonders: So wird der Gin mit zehn ‚botanicals’,<br />

also pflanzlichen Zutaten, hergestellt (Zitrone, Mandel, Süßholz,<br />

Wacholder, Schwertlilie,<br />

Der<br />

Angelica,<br />

Reise-Klassiker<br />

Koriander, Zimtkassie, Kubeben-<br />

Pfeffer, Paradieskörner).<br />

Es gibt viele<br />

Zusammen<br />

Arten von Reisegepäck,<br />

mit der dreifachen<br />

doch die klassische<br />

Destillierung<br />

Weekenderdes<br />

Produkts,<br />

Tasche<br />

bei der<br />

gehört<br />

die Kräuter<br />

zu den<br />

in einem<br />

unverzichtbaren<br />

Kupfertopf<br />

Stil-Ikonen.<br />

über dem Alkohol<br />

Egal wohin man<br />

hängen, sodass<br />

reist,<br />

der<br />

immer<br />

Dampf<br />

macht<br />

die Aromen<br />

sie eine<br />

aufnimmt,<br />

gute Figur.<br />

erhält<br />

Dieser<br />

der<br />

Klassiker<br />

Gin seine<br />

ist aus feinstem<br />

Einzigartigkeit. Einfach<br />

Kalbsleder,<br />

auf Eis<br />

nicht<br />

oder<br />

ganz<br />

als Longdrink<br />

leicht, aber<br />

mit<br />

schwer<br />

Tonic<br />

kultverdächtig:<br />

genießen.<br />

Wer<br />

Herrlich! bombaysapphire.com<br />

ihn einmal hat, gibt ihn nicht mehr her. Die ebenso elegante wie<br />

robuste Tasche ist auch ein wunderbares Geschenk nicht nur für<br />

Gentlemen, die auf dem Business-Trip sind. Perfekt für die Flugsafari,<br />

im Wasserflugzeug und natürlich an Bord einer Yacht. Etwa 2.400<br />

Euro. loropiana.com<br />

Edle Wärme<br />

Es gibt klassische Kaschmir-Pullis – und es gibt diese<br />

feine Variante der edlen Faser: Der Joey-Hoody für<br />

Damen ist eine lässige Kapuzenjacke aus Cashmere<br />

double, dem leichtesten zweilagigen<br />

Kaschmir überhaupt von Loro Piana.<br />

Durch die spezielle Behandlung mit<br />

dem so genannten Loro Piana Rain<br />

System ist die ultrafeine Faser<br />

wasserabweisend – Feuchtigkeit<br />

bleibt draußen und drinnen alles<br />

trocken. Der Hoody ist figurbetont<br />

geschnitten, sehr<br />

leicht und eignet sich<br />

auch gut zum Unterziehen:<br />

er trägt unter<br />

Jacken nicht auf. Der<br />

federleichte Luxus<br />

hat seinen Preis<br />

– der Pulli kostet<br />

rund 2.645 Euro.<br />

loropiana.it<br />

Für blaue<br />

Stunden<br />

Ob rund, quadratisch, als Nackenrolle oder rechteckiges<br />

Fletzmodell, das Kissen ist nicht wegzudenken, weder im maritim<br />

angehauchten Zuhause, noch auf dem Schiff, wenn es<br />

darum geht, es sich mit der Lektüre oder einfach mal so zum<br />

Entspannen bequem zu machen. Diese Edition aus handgearbeiteten<br />

Einzelstücken besticht nicht nur durch ihr Streifenmotiv,<br />

sondern auch durch ihren einfach immer wieder guten, klassischschiffigen<br />

Hingucker: den Anker. the-art-of-hamburg.de<br />

56 I


FOTOs: hersteller<br />

Schneller Wandel<br />

Wenn strahlende Sonne und dunkle Wolken ständig<br />

abwechseln, braucht man eine Brille, die bei jedem Licht<br />

funktioniert. Phototrope Gläser, die in Räumen klar sind<br />

und bei Sonne rasch dunkel werden, sind ideale Begleiter<br />

an Bord, wo Brillenträger sonst dauernd wechseln müssen.<br />

Das französische Designlabel Face à Face hat Brillen für<br />

Transitions-Gläser gestaltet, die sportlich-elegant sind und<br />

drinnen wie draußen passen. Brillenrahmen<br />

von Face à Face ab etwa<br />

300 Euro, die dynamischen<br />

Gläser von Transitions gibt<br />

es in Glas und leichtem<br />

Kunststoff, sie kosten ab<br />

ca. 100 Euro. transitions.de,<br />

faceaface-paris.com<br />

Treuer<br />

Partner<br />

Die Schweizer Uhrenmanufaktur Ulysse Nardin aus dem<br />

Uhren-Mekka Le Locle hat nicht nur einen Anker im Logo – sie<br />

ist auch fest verankert in der Yacht-Szene. Seit 166 Jahren entwickelt<br />

Ulysse Nardin nautische Präzisionsgeräte. Als Partner<br />

der Monaco Yacht Show haben die Schweizer gerade wieder<br />

eine eigene limitierte maritime Uhr zum Event präsentiert –<br />

von der neuen Marine Diver gibt es nur 100 Exemplare. Die<br />

Monaco Limited Edition 2012 ist jetzt im Handel und eine Investition<br />

in die hochfeine Technik fürs Handgelenk lohnt sich:<br />

Die Freude am edlen Objekt ist nicht nur in Monaco und in<br />

der Schweiz steuerfrei. ulysse-nardin.ch<br />

Leichte Brise<br />

Der Tegernsee ist nicht unbedingt das Revier,<br />

an das Designerin Tamara Comolli bei diesem<br />

Schmuckstück dachte. Dort ist sie zuhause,<br />

und Wasser und Wind gibt es natürlich auch,<br />

doch erinnert ihre Kreation „Breeze“ in der<br />

Farbgebung eher an die Karibik oder die Südsee.<br />

Tamara Comolli ist international bekannt – ihre<br />

Schöpfungen werden weltweit getragen und geschätzt.<br />

Das Armband „Breeze“ ist aus 18 Karat<br />

Weißgold mit Türkis, weißem Opal und Topas, für<br />

etwa 33.000 Euro wird man Besitzer(in) eines<br />

ganz und gar nicht windigen Schatzes, mit dem<br />

frau an Bord wie an Land immer auffällt.<br />

comolli.com<br />

Feine Nase<br />

Es ist schon so – nicht jeder<br />

hat das Meer vor der Tür<br />

oder lebt ständig auf (s)einer<br />

Yacht. Für alle, die den<br />

Duft würziger Seeluft vermissen,<br />

hat Linari, italienischer<br />

Hersteller edler Raumdüfte, ihn<br />

für zuhause eingefangen. Die<br />

Zutaten sind mediterran – eine<br />

Brise Bergamotte, ein wenig<br />

Zitrus und Grapefruit, umhüllt<br />

von ozonischen Noten.<br />

Feine Akzente aus Florentiner<br />

Schwertlilie, Sandelholz, Zeder<br />

und Tonka runden die<br />

strahlende Frische ab. Der<br />

Raumduft Oceano kostet etwa<br />

71 Euro, ist zu haben im eleganten<br />

Diffusor und auch als<br />

Geschenk sehr edel.<br />

linari.com<br />

I 57


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Ein Mittagessen mit...<br />

nancy mueller<br />

Nur Männer bauen Schiffe?<br />

Nicht wirklich – Nancy Mueller<br />

ist Eignerin der Exploreryacht<br />

Andiamo und Langzeit-Reisende.<br />

Geplant hat sie das Schiff nach<br />

ihren Vorstellungen, Feadship<br />

bekam schlieSSlich den<br />

Zuschlag für den Bau.<br />

Text Mark Chisnell fotos Erick Gibson, Nancy Mueller<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved],<br />

Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

Als Amerikaner ist man ziemlich sicher schon mit Nancy Mueller<br />

in Verbindung gekommen – möglicherweise unbewusst.<br />

Sie steckt hinter Nancy’s Specialty Foods und den Tiefkühl-<br />

Vorspeisen und Appetizern, die im Laufe der vorigen drei Jahrzehnte<br />

so manchen viel beschäftigten Gastgeber und Gastgeberin gerettet<br />

haben. Muellers Unternehmen wuchs sozusagen aus ihrer Küche<br />

heraus, bis sie 1999 alles verkaufte und eine 42,60 Meter lange<br />

Feadship baute. Seitdem ist sie samt Kamera und Tauchausrüstung<br />

damit in der Welt unterwegs.<br />

Wir trafen uns im „Eclipse”, einem Bistro in Wilmington, Delaware.<br />

Ganz in der Nähe lebt Muellers Tochter. Das Bistro bietet eine<br />

sehr coole, sehr europäische Atmosphäre und eine vielseitige<br />

Musikauswahl.<br />

Nancy Mueller ist die geborene Unternehmerin und hat schon mit<br />

sechs Jahren am Straßenrand Limonade verkauft. Ihr Arbeitsleben<br />

jedoch startete sie in der chemischen Forschung, nachdem sie ihren<br />

Bachelor-Abschluss in Chemie gemacht hatte und ihrem frischgebackenen<br />

Ehemann, Glenn Mueller, nach Stanford folgte. Hier arbeitete<br />

sie für die Syntex Corporation im Herzen des gerade entstehenden<br />

Silicon Valley. Ihre Karriere in der Chemie endete fünf Jahre<br />

später, als das Paar Kinder bekam, doch ihr Unternehmergeist ließ<br />

sich nicht so einfach zügeln. Als Risikokapitalgeber im Silicon Valley<br />

58 I


Selfmade-Frau: Nancy Mueller hat den<br />

amerikanischen Traum erlebt. Ihre Firma<br />

startete in der eigenen Küche und entwickelte<br />

sich zu einer respektablen Firma<br />

„Ich bin fast überall gewesen,<br />

wo ich hin wollte, und nach<br />

neun Jahren, in denen ich<br />

jeweils mehr als sechs<br />

Monate unterwegs war,<br />

habe ich ein wenig Heimweh“<br />

I 59


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

Mueller setzte den Gewinn<br />

ihrer Quiche-Firma ein, um die<br />

43-Meter-Motoryacht Andiamo<br />

zu bauen und weltweite Törns<br />

zu unternehmen<br />

ließ Glenn Mueller häufig Gäste bewirten, und von 1972 bis<br />

zu seinem Tod 1994 veranstaltete Nancy Weihnachtsfeiern<br />

für viele hundert Personen und richtete Appetithäppchen an.<br />

1972 gab es allerdings noch keine Pasteten im Laden um<br />

die Ecke zu kaufen, und diese Marktlücke nutzte Mueller:<br />

die vielbeschäftigte, emanzipierte Baby-Boomer-Generation<br />

brauchte Unterstützung bei der Ausrichtung von Partys.<br />

Nancys Unternehmen Specialty Foods entstand 1977,<br />

nachdem Freunde sie ermuntert hatten, ihre Appetithappen<br />

den örtlichen Geschäften und Restaurants anzubieten. Anfänglich<br />

war der Weg steinig – am Ende des Jahres 1983<br />

war die Firma auf 50 Angestellte angewachsen, die zumeist<br />

in Handarbeit Backwaren herstellten, und stand mit einer<br />

halben Million Dollar bei den Banken in der Kreide. Zwei<br />

Wochen vor Weihnachten im gleichen Jahr setzte man sich<br />

hin, um einen Weg aus der Klemme zu finden – und erfand<br />

die Petite Quiche (Schweizer Käse und herzhafter Speck<br />

„Ich verwandelte die Quiche in<br />

eine Yacht. Nicht ganz, aber ich<br />

investierte einen Teil des Gewinns<br />

mit der Quiche in die Yacht.“<br />

mit frischer Milch, Eiern, Zwiebeln und Schnittlauch, fein<br />

gebacken in einem Butterteig). Mueller stellte das neue<br />

Produkt einer amerikanischen Großhandelskette vor, die<br />

gleich 25 Kisten für zwei Filialen bestellte und feststellte,<br />

dass ihnen das Produkt aus der Hand gerissen wurde.<br />

Mueller baute ihre Firma mit 30.000 Dollar Startkapital zu<br />

einem mehrere Millionen Dollar schweren Unternehmen<br />

aus, indem sie innovative Lösungen für Probleme fand:<br />

Da war der pensionierte Luftfahrtingenieur in der Nachbarschaft,<br />

der die Werkzeuge für die Pasteten-Maschine entwickelte,<br />

die Spinatpresse, die im vorherigen Leben eine<br />

Waschmaschine gewesen war, und da waren die Produktvorführungen<br />

in den Geschäften. Und dann kamen noch<br />

die glücklichen Zufälle dazu. Während Julia Child mit ihrem<br />

Buch über die französische Küche (Mastering the Art of<br />

French Cooking) in den 1960ern den Amerikanern die<br />

Quiche vorgestellt hatte (und Mueller das Rezept lieferte),<br />

brachte 1982 Bruce Feirsteins Bestseller<br />

(Real Men Don’t Eat Quiche)<br />

das Ganze erst richtig zum Laufen.<br />

Als sie ihr Geschäft 1999 verkaufte,<br />

hatte Nancy’s Specialty Foods 350<br />

Angestellte und wuchs weiter. Aber<br />

da waren andere Dinge, die sie tun<br />

wollte und zudem machte ihr Sorgen,<br />

dass ein Großteil ihres Geschäfts von<br />

nur einer Firma erwirtschaftet wurde.<br />

„Und so verwandelte ich die Quiche<br />

60 I


zu lassen. „Als ich von dem Törn zurückkam, wusste ich,<br />

dass ich verkaufen würde. Auf dem Boot, auf dem Wasser<br />

hatte ich mich emotional befreit gefühlt und wusste daher,<br />

dass ich so weitermachen wollte. Ich war 55 und hatte noch<br />

den Rest meines Lebens vor mir. Ich besaß ein florierendes<br />

Unternehmen – welcher Zeitpunkt wäre besser gewesen, es<br />

zu verkaufen?“ So wurde Andiamo geboren.<br />

Nancys Firma wurde am 31. Juli 1999 verkauft, und Mueller<br />

hatte bereits eine 32-Meter-Motoryacht geplant. Sie<br />

beauftragte Konstrukteur Doug Sharp, sie zu beraten und ihre<br />

Anforderungen zu spezifizieren – sie selbst las sich durch alle<br />

Zeitschriften. Sie besuchte das Designunternehmen Glade<br />

Johnson in Seattle, beauftragte es mit dem Innenausbau<br />

und investierte 250.000 Dollar in Schlepptank-Tests. Die<br />

Yacht sollte ein klassisches Aussehen haben und für Expeditionen<br />

geeignet sein, und langsam aber sicher wurde<br />

sie immer größer. „Die Crewräume waren nicht groß genug,<br />

die Kombüse war nicht groß genug, die Aufenthaltsräume<br />

waren zu klein... Die gesamten Abmessungen des Boots<br />

leiteten sich von der Kombüse ab.“<br />

in eine Yacht. Nicht ganz, aber ich investierte einen Teil des<br />

Gewinns mit der Quiche in die Yacht“, erzählt sie.<br />

Muellers Bootsgeschichte reicht bis in ihre Jugend zurück,<br />

als sie 1968 mit Glenn einen Urlaub in Italien verbrachte,<br />

bei dem sie mit fünf Dollar pro Tag auskommen mussten.<br />

Freunde hatten ihnen Portofino ans Herz gelegt: „Wir mieteten<br />

schließlich ein Zimmer für 20 Dollar, was unglaublich<br />

teuer war, aber es war die beste Zeit, die wir je hatten. Wir<br />

liefen am Dock entlang und an all diesen großen, tollen<br />

Booten vorbei, mit Blumen und Stewards und all dem. Wir<br />

beide wussten, dass wir das auch einmal haben wollten.“ In<br />

Stanford nahm Nancy zusammen mit Glenn Segelunterricht<br />

und sie kauften verschiedene kleine Segelboote. Schließlich<br />

wechselten sie auf eine Motoryacht: eine Grand Banks 42,<br />

die von einer 1989 gebauten, 16 Meter langen Tollycraft<br />

ersetzt wurde. So fuhren sie bis weit in den Norden nach<br />

Alaska und weit in den Süden bis nach Acapulco.<br />

Das geschah allerdings nicht immer auf den eigenen<br />

Booten, sie charterten auch. Ein Törn ins Mittelmeer gab<br />

1992 den Ausschlag: drei Wochen lang auf einer 37 Meter<br />

langen Motoryacht. „Das war das Beste, was sich mein<br />

Mann vorstellen konnte, eine wunderbare Erfahrung, die<br />

uns endgültig infizierte“, sagt sie. Sein tragischer früher Tod<br />

bereitete den Träumen ein Ende.<br />

Schließlich wurde Andiamo 42,60 Meter lang gezeichnet<br />

und Mueller beteiligte sechs Werften an der Ausschreibung,<br />

von denen sie sich fünf ansah, bevor sie sich für Feadship<br />

entschied. Der Vertrag wurde im Januar 2000 unterzeichnet.<br />

„Im Wesentlichen traf ich alle Entscheidungen bezüglich der<br />

Yacht selbst, Ausnahmen waren der Maschinenraum und<br />

die Statik“, erzählt Mueller. Das Boot wurde nach Lloyd’s-<br />

Standard gebaut und entsprach den MCA-Regulationen –<br />

Mueller ist sehr sicherheitsbewusst und absolvierte während<br />

dieser Zeit die Ausbildung zum professionellen Skipper.<br />

Nicht genug Stunden, um die Lizenz zu erhalten, aber sie<br />

erwarb genug Wissen, um gut informiert Entscheidungen<br />

treffen zu können: „Ich würde jedem Eigner empfehlen, das<br />

zu tun, weil es mich in die Lage der Crew versetzt hat. Es<br />

ging um das einzige Schiff, das ich je bauen wollte, und da<br />

sollte nichts schief gehen.“<br />

Vier Jahre später nahm Mueller eine Auszeit, fuhr zusammen<br />

mit einem Freund und einem Skipper auf der Tollycraft nach<br />

San Diego und Baja. Da hatte sie bereits eine Investmentbank<br />

angerufen, um den Wert ihres Unternehmens schätzen<br />

I 61


yacht stil I Ein mittagessen mit...<br />

‚Sicherheit an erster Stelle’ und ‚Funktion vor Form’ waren<br />

ihre Leitsprüche, nicht ohne Grund konnte die Andiamo<br />

lange Wege über die Ozeane dieser Welt zurücklegen,<br />

und dank der an der Wasserlinie verstärkten Beschichtung<br />

konnte noch nicht einmal ein halb im Wasser versunkener<br />

Container bei elf Knoten Geschwindigkeit der Andiamo<br />

etwas anhaben. Die Yacht wurde im Oktober 2002 zu Testzwecken<br />

ins Wasser gelassen, und am 3. Januar 2003 übernahm<br />

Mueller das Schiff als Eignerin, ziemlich genau drei<br />

Jahre, nachdem sie es in Auftrag gegeben hatte. Andiamo<br />

gewann im selben Jahr einen Showboats Award.<br />

Die Crew überführte die Andiamo von der Feadship Royal<br />

van Lent-Werft in den Niederlanden, wo sie gebaut worden<br />

war, auf die Kanaren, wo Mueller an Bord ging für die Reise<br />

zurück über den Atlantik nach St. Lucia. Muellers Tochter<br />

hatte gerade ihre Schule abgeschlossen und feierte dies auf<br />

der Insel mit zwölf Freunden, der Crew und sogar einigen<br />

Servicetechnikern, die noch an Bord waren.<br />

„Es ging um das einzige<br />

Boot, das ich je bauen<br />

wollte, und da sollte<br />

nichts schief gehen“<br />

Die ersten drei Jahre über blieb die Andiamo hauptsächlich<br />

im Atlantik und wechselte in den Pazifik, nachdem Raymond<br />

Heer als Kapitän die Schiffsführung übernommen hatte. Mueller<br />

sagt, dass ihr an einer kollegialen Atmosphäre gelegen<br />

sei; die Uniformen sind informell gehalten und üblicherweise<br />

speist der Kapitän mit den Gästen, wenn sie nicht auf See<br />

sind. Mit einer Ausnahme hat sie während der zurückliegenden<br />

neun Jahre mindestens sechs von zwölf Monaten<br />

an Bord verbracht, meist im Rahmen von fünf oder sechs<br />

Törns. Wenn es sein Zeitplan erlaubt, wird Nancy Mueller<br />

von ihrem zweiten Ehemann Bob Fox begleitet, den sie<br />

2001 heiratete – und jeder Törn wird in kleinere Abschnitte<br />

unterteilt, die durch das Kommen und Gehen von Freunden<br />

an Bord bestimmt werden. Seit sie in den Pazifik wechselte,<br />

befindet sich die Andiamo auf einer langsamen aber<br />

stetigen Weltumrundung.<br />

Mueller sagt, dass sie drei Motive habe für ihre Reisen.<br />

Zum einen möchte sie mit Freunden zusammen sein; jeder<br />

Törn war lang genug, dass sich an Bord alle untereinander<br />

besser kennenlernen konnten. Zum zweiten wollte Mueller<br />

„etwas von der Welt sehen, die Kulturen der Welt kennenlernen“.<br />

Sie hatte die schicken Orte gesehen und wollte viel<br />

lieber vor einem abgelegenen Strand ankern als an einem<br />

im Trend liegenden Platz. Und nicht zuletzt waren da noch<br />

das Tauchen und das Fotografieren. Zuerst war das Tauchen<br />

dagewesen, und das Fotografieren kam auf Vorschlag eines<br />

Freundes dazu und resultierte schließlich in der Spezialisierung<br />

auf Unterwasseraufnahmen, die sie während ihrer<br />

1.100 Tauchgänge machte. Zurzeit ist eine dreimonatige<br />

Ausstellung ihrer Aufnahmen im Apalachicola Museum of<br />

Art in Florida zu sehen.<br />

62 I


Mueller bei einer<br />

besonderen Begegnung;<br />

ihre beeindruckenden<br />

Fotos, die bei ihren<br />

weltweiten Erkundungen<br />

entstanden, werden im<br />

Apalachicola Museum of<br />

Art in Florida gezeigt<br />

Nancy Mueller hat die Andiamo ostwärts durch das Mittelmeer<br />

bis in die Türkei geführt, nordwärts auf dem Atlantik<br />

bis nach Maine und im Pazifik bis hinauf nach Alaska.<br />

Nach Süden hin haben sie die Galápagos-Inseln erreicht<br />

und nach Westen hin Französisch-Polynesien, Tonga und<br />

Samoa, weit im Süden Neuseeland, wieder nordwärts Vanuatu,<br />

dann Australien, Palau und Papua-Neuguinea, bevor<br />

es schließlich nach Asien ging und auf einen Besuch nach<br />

Borneo, Thailand und Myanmar, dann wieder westwärts<br />

über den Indischen Ozean und durch den Suezkanal (unter<br />

bewaffneter Aufsicht) wieder ins Mittelmeer.<br />

Zu ihren Lieblingsplätzen gehören Vanuatu, das südöstliche<br />

Alaska und die Galápagos-Inseln. Bevorzugte Tauchplätze<br />

sind der Tuamotu-Archipel und die indonesische Lembeh-<br />

Straße, ersterer wegen der Haie, letzterer wegen der<br />

Fotografie.<br />

Es ist ein außergewöhnlicher Reisebericht, und die Fotos<br />

sind beeindruckend. Doch trotz all dieser unglaublichen<br />

Erinnerungen steht die Andiamo jetzt zum Verkauf. „Ich<br />

bin fast überall gewesen, wo ich hin wollte, und ich muss<br />

zugeben, dass ich nach neun Jahren, in denen ich mehr als<br />

sechs Monate im Jahr an weit entfernten Orten unterwegs<br />

war, ein wenig Heimweh habe.“<br />

Mueller meint, dass sie ein paar Jahre warten möchte, um<br />

zu entscheiden, ob sie noch einmal ein anderes Boot kauft,<br />

und in der Zwischenzeit vielleicht chartern. Sie weiß, dass<br />

das nicht dasselbe sein wird – sie wird ihre Tauch- und Fotoausrüstung<br />

zum Beispiel einpacken und mitbringen müssen,<br />

weil beides nicht mehr an Bord auf sie wartet. Dafür wird sie<br />

mehr Zeit für andere Interessen haben: Sie ist Beauftragte<br />

der technologischen Universität Rensselaer Polytechnic Institute<br />

in New York, eine Aufgabe, die sie von ihrem ersten<br />

Ehemann Glenn Mueller übernommen hat, und sie ist im<br />

Vorstand der San Francisco Opera, seit sie nach Glenns Tod<br />

eine Aufführung von La Bohème erlebte.<br />

Mueller hat eine erstaunliche Erfolgsgeschichte zu erzählen,<br />

und sie scheint als Frau auch keine Probleme mit dem Aufstieg<br />

gehabt zu haben, was sie selbst darauf zurückführt, ihre<br />

eigene Firma gehabt zu haben und nicht auf der Unternehmensleiter<br />

nach oben klettern zu müssen. Einen Teil ihrer<br />

Inspiration verdankt sie ihrem College, wo zwar nicht alle<br />

Studenten weiblich waren, aber die einflussreichen Posten<br />

eben auch von Frauen besetzt waren. „Uns kam gar nicht in<br />

den Sinn, dass wir zu irgendetwas nicht fähig sein könnten“,<br />

sagt sie. Als Beispiel führt sie an, wie ein europäischer<br />

Lebensmitteltechnik-Anbieter sie nach einer halben Stunde<br />

Wartezeit mit einem Gespräch „nur“ mit einem Ingenieur abspeisen<br />

wollte, wo sie doch mit dem Chef in Verhandlung<br />

treten wollte. Im Großen und Ganzen jedoch findet sie, dass<br />

ihr die Männer, die sie im Laufe ihrer Geschäftstätigkeit traf,<br />

den nötigen Respekt entgegenbrachten. Wer ihr persönlich<br />

begegnet, weiß, dass es gar nicht anders sein kann. &<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

I 63


anzeige<br />

Shuttle-Service der Extraklasse: Limousinen<br />

der luxuriösen 7er Serie garantierten den<br />

VIP-Gästen der Monaco Yacht Show auch zu<br />

Land Mobilität mit Stil.<br />

Eleganz, die bewegt.<br />

Die schönsten Yachten der Welt gehen jedes Jahr bei der<br />

Monaco Yacht Show vor Anker. Für stilvolle Mobilität an Land<br />

sorgten dabei wieder die aktuellen Flaggschiffe von BMW.<br />

Hier wohnt die Exklusivität. Wer im Fürstentum Monaco beeindrucken<br />

will, muss Außergewöhnliches bieten. Die rund zwei<br />

Quadratkilometer an der Côte d‘Azur sind nicht nur Schauplatz<br />

des berühmtesten Formel 1-Rennens der Welt. Dieser erlesene<br />

Küstenstreifen steht auch wie nur wenige andere Orte auf der<br />

Welt für Luxus, Eleganz und Savoir-vivre. In Monaco weiß man<br />

Mobilität mit Stil zu verbinden. Das beste Beispiel liefert die<br />

Monaco Yacht Show, die seit nunmehr 22 Jahren Hersteller,<br />

Käufer und Liebhaber von Luxus-Yachten in den Hafen des<br />

Fürstentums lockt. Neben rund 500 Yachtsport-Marken und anderen<br />

Luxus-Anbietern dreht sich bei der Monaco Yacht Show<br />

alles um die edelsten Schiffe der Welt. So wurde der Port Hercules<br />

von Monaco auch in diesem September wieder für fünf<br />

Tage zum Ankerplatz der schönsten Super- und Megayachten.<br />

Eine Flotte, die selbst die anspruchsvollste Klientel begeisterte.<br />

Anlass zur Freude bot auch eine andere Form der stilvollen<br />

Fortbewegung jenseits des Wassers: BMW präsentierte<br />

sich in diesem Jahr zum fünften Mal als Hauptsponsor<br />

dieser exklusiven Yacht-Ausstellung. Der Münchener Premiumhersteller<br />

war mit einer Flotte Luxus-Limousinen der<br />

BMW 7er Serie vertreten, um den VIP-Gästen der Monaco<br />

Yacht Show einen Shuttle-Service der Extraklasse zu bieten.<br />

Der neue BMW 7er, der erst im Juli auf den Markt gekommen<br />

ist, verkörpert die für BMW typische Dynamik in ihrer<br />

luxuriösesten Ausprägung – die perfekte Verbindung von Ele-<br />

64 I


anzeige<br />

Zwei Quadratkilometer Luxus,<br />

Eleganz und Lebensart: das<br />

Fürstentum Monaco, Schauplatz<br />

der legendären Monaco<br />

Yacht Show.<br />

ganz und Präzision. Auf der Terrasse des Port Palace und auf<br />

den Ausstellungsflächen präsentierte das Unternehmen zudem<br />

das neue BMW 6er Gran Coupé, ein Modell, das Ästhetik,<br />

Sportlichkeit und Reisekomfort kombiniert. Und das<br />

im Rahmen einer Ausstattung, die in ihrem Luxus auch bei<br />

Yachtbesitzern keine Wünsche offen lässt. Eleganz, die bewegt.<br />

Ein Motto, mit dem man auch die 100 Luxus-Yachten charakterisieren<br />

kann, die sich 2012 im Port Hercules eingefunden<br />

haben. Für die Monaco Yacht Show waren dabei ausschließlich<br />

Schiffe zwischen 25 und 90 Metern Länge zugelassen.<br />

Darunter allein 40 Yachten, die als Weltpremieren<br />

erstmals exklusiv in Monaco präsentiert wurden. Letztlich<br />

warteten Werte von rund zwei bis drei Milliarden Euro im<br />

Hafen von Monaco auf potenzielle Käufer und Bewunderer.<br />

Dabei machte das enorme Interesse der rund 30.000 Besucher<br />

deutlich: Yachten sind heute nicht nur als einzigartige<br />

Luxusgüter begehrt, sondern auch als Investment gefragt.<br />

Um die Gunst der Yacht-Enthusiasten warben Schiffsdesigner<br />

wie Olivier van Meer oder Evan K. Marshall. Sie präsentierten<br />

neben Luxus-Giganten wie der 88,5 Meter langen Nirvana<br />

von Oceanco auch Innovationen wie die hypermoderne, 49<br />

Meter lange Aluminiumyacht „Nassima“<br />

von Acico Luxury Yachts.<br />

Für 29,5 Millionen Euro bekommt Die perfekte Synthese aus Ästhetik,<br />

man dabei neben dem yachtüblichen<br />

Luxus eine Sonderausstat-<br />

Hauptsponsor präsentierte BMW<br />

Sportlichkeit und Reisekomfort: Als<br />

tung geboten, zu der neben auf der Monaco Yacht Show auch<br />

einem raumfüllenden Aquarium das neue BMW 6er Gran Coupé.<br />

auch ein MINI Cooper S zählt.<br />

Eine Flotte für die anspruchsvollste<br />

Klientel: Während der Monaco Yacht<br />

Dieses Ambiente bot BMW eine ideale<br />

Bühne für einen weiteren spek-<br />

wieder für fünf Tage zum Anker-<br />

Show wurde der Port Hercules<br />

takulären Auftritt: Im Umfeld der platz der wertvollsten Yachten der<br />

Yacht-Elite stellten die Münchner<br />

Welt (links unten).<br />

ein BMW 6er Cabrio in besonderer<br />

Yacht-Ausstattung vor - eine Performance, die bei den vielen<br />

Partys an Bord, in Ausstellungszelten und in der 650 Quadratmeter<br />

großen Upper Deck Lounge auf dem Hafengelände<br />

für Aufmerksamkeit sorgte. Dieses Traumauto greift Elemente<br />

aus dem Yachtdesign auf und beeindruckt mit einer edlen<br />

tansanitblauen Individuallackierung sowie einer exklusiven<br />

Vollleder Merino Innenausstattung. Das BMW 6er Cabrio signalisiert<br />

athletische Eleganz und sinnliche Sportlichkeit und<br />

bietet ein ebenso luxuriöses wie dynamisches Fahrerlebnis.<br />

I 65


yacht stil I uhren<br />

Die Welt am<br />

Handgelenk<br />

Für Weltreisende sind Uhren mit Anzeigen für verschiedene Zeitzonen<br />

ideal. Stefan Hencke stellt die wichtigsten Modelle vor.<br />

Waren die ersten Weltumsegler auf ihren teils jahrelangen<br />

Fahrten isoliert und abgeschnitten, stehen heute verschiedenste<br />

Kommunikationsmittel zur Verfügung. Vor der<br />

Kontaktaufnahme mit der Heimat ist es jedoch bisweilen<br />

praktisch, sich schnell und unkompliziert über die dortige<br />

Ortszeit informieren zu können. Dabei erweisen sich mechanische<br />

Armbanduhren, welche die Zeit verschiedener Zeitzonen<br />

simultan anzeigen, als nützliche Helfer.<br />

Bei diesen Uhren werden zwei grundsätzliche Konzepte unterschieden.<br />

Zum einen Zeitmesser mit GMT-Funktion (GMT:<br />

Greenwich Mean Time, also Zeit am Nullmeridian), zum anderen<br />

Weltzeituhren. Modelle mit GMT-Funktion ermöglichen<br />

das Anzeigen einer zweiten oder gar dritten Zeitzone, realisiert<br />

über zusätzliche Zeiger und Skalen. Weltzeituhren erreichen<br />

eine darüber hinausgehende Funktionalität. Ihr Zifferblatt<br />

wird um eine weitere Scheibe ergänzt. Diese ist mit bis<br />

zu 24 Ortsnamen, stellvertretend für die jeweilige Zeitzone,<br />

bedruckt. Entsprechend lassen sich simultan die Zeiten ver-<br />

schiedener Zonen ablesen, indem Zeiger und Ortsscheibe<br />

durch Betätigen der Drücker synchronisiert werden.<br />

Die erste derartige Weltzeitarmbanduhr fertigte die Genfer<br />

Manufaktur Patek Philippe im Jahr 1937. Diese war allerdings<br />

rechteckig, weshalb die Ortsscheibe nicht, wie heute üblich,<br />

am Rand des Zifferblattes, sondern in dessen Zentrum zu finden<br />

war. Interessanterweise folgte die erste Uhr mit der technisch<br />

simpleren GMT-Funktion deutlich später. Rolex fertigte<br />

1954 im Auftrag der Pan <strong>American</strong> Airlines einen Zeitmesser<br />

mit zweitem Stundenzeiger und 24-Stunden-Drehlünette. Ein<br />

Jahr danach brachte man das Modell auf den Markt. In der<br />

Folgezeit nahm nahezu jeder bedeutende Hersteller Uhren<br />

mit mehreren Zeitzonen in seine Kollektion auf.<br />

Heute liegen Weltzeit- und GMT-Uhren im Trend. Mit ihren<br />

Features sind sie bei Reisen ein nützliches Accessoire. Zumal<br />

zahlreiche maritime Modelle existieren, die über ausreichende<br />

sportliche Qualitäten verfügen.<br />

66 I


1. Zeit in Scheiben: Das komplexe<br />

Zusammenspiel von vier Aluminiumscheiben<br />

im Uhrwerk der King Power<br />

Unico GMT Ceramic von Hublot ermöglicht<br />

Reisenden das unverzügliche<br />

Ablesen der lokalen Uhrzeit.<br />

2. Eine Hommage: Die limitierte<br />

Weltzeituhr ww.tc John Harrison von<br />

Girard-Perregaux ist dem legendären<br />

britischen Uhrmacher gewidmet, der<br />

im 18. Jahrhundert die Positionsbestimmung<br />

auf hoher See<br />

revolutionierte.<br />

3. Der Titanriese: Neben einer<br />

GMT-Funktion verfügt die Corum<br />

Admiral’s Cup Challenger 48 Day<br />

& Night über eine Tag-und-Nacht-<br />

Anzeige. Ihr Gehäuse aus leichtem<br />

Titan misst stolze 48 Millimeter.<br />

4. König der Lüfte: Der Senator<br />

Navigator WorldView von Glashütte<br />

Original soll an die Anfänge der<br />

zivilen Luftfahrt erinnern, als Piloten<br />

noch Abenteurer sein mussten.<br />

Das Design ist an jenes klassischer<br />

Fliegeruhren angelehnt.<br />

5. Bunter Kosmopolit: Die Skalen für<br />

drei Zeitzonen und 24 Städtenamen<br />

bevölkern das auffällige Zifferblatt<br />

der Fortis World Timer GMT. Die Uhr<br />

ist auf 2012 Exemplare limitiert.<br />

6. Gelassen durch die Zeitzonen:<br />

Die klassische Master Collection<br />

GMT von Longines ist vor allem der<br />

Tradition der Marke verpflichtet. Ihr<br />

Design gibt sich klassisch reduziert.<br />

FOTO: www.shutterstock.com/S. Pytel<br />

FOTOs: hersteller; www.shutterstock.com/semisatch<br />

7. Komplikationen gemeistert: Das<br />

Uhrwerk der Ocean Project Z6 von<br />

Harry Winston besteht aus 340 Einzelteilen.<br />

Das auf 250 Exemplare<br />

limitierte Modell verfügt über eine<br />

24-Stunden-Alarmfunktion.<br />

8. Beweist Nehmerqualitäten: Die<br />

extrem robuste Marinus GMT von<br />

Mühle-Glashütte ist bis 30 bar<br />

druckfest, zudem unempfindlich gegen<br />

Temperaturschwankungen und<br />

speziell gegen Salzwasser.<br />

I 67


eise charter<br />

Glanzlichter<br />

Meer Luxus<br />

Einige der besten Hotels der Welt hat die Oetker Collection versammelt, darunter<br />

das Hotel du Cap-Eden-Roc bei Antibes. Jetzt hat die kleine, feine Gruppe ihr<br />

Portfolio um ein außergewöhnliches Haus in der Karibik erweitert: Neuzugang ist<br />

das Hotel Saint-Barth Isle de France, das den Charme der Französischen Antillen<br />

mit der traditionellen Hotel-Kultur der Oetker-Luxusgruppe verbindet. Das Haus<br />

ist der perfekte Rückzugsort für Gäste mit höchsten Ansprüchen. Es liegt direkt<br />

an der Baie des Flamands, die mit einem der schönsten und unberührtesten<br />

Stränden der Karibik aufwartet. isle-de-france.com<br />

Meer tempo<br />

Schnell, schnell – wer den 12.12.2012 als Hochzeitstermin auserkoren<br />

hat, sollte seine Yacht zu den karibischen Inseln der<br />

Turks & Caicos steuern: Der Inselstaat hat seine Heiratsbestimmungen<br />

zum außergewöhnlichen Termin gelockert,<br />

so dass sich eilige Yachties hier auch ganz kurzfristig das<br />

Ja-Wort geben können: Schiff festmachen, Insel entern, Ja<br />

sagen. Bislang musste man dafür mindestens 48 Stunden<br />

im Land sein. Natürlich darf man auch weiterhin länger<br />

bleiben, aber es ist keine Pflicht mehr. Wichtig: Die Eil-<br />

Ehe gilt natürlich auch andernorts.<br />

turksandcaicostourism.com<br />

68 I


Meer design<br />

Die Yas Marina in Abu Dhabi wird<br />

Meer Platz<br />

wegen großer Nachfrage vergrößert:<br />

Camper & Nicholson schafft 32 neue Liegeplätze, das ist rund ein Fünftel<br />

mehr als zum Start 2011 und damit eine echte Erfolgsgeschichte.<br />

Die Plätze sowohl für Dauerbucher als auch für Besucher-Yachten werden<br />

dringend gebraucht – zur Formel 1-Woche Anfang November stehen sie<br />

für die ersten Gäste bereit. Wer für das Motorsport-Event einen Gastliegeplatz<br />

bucht, bekommt den Eintritt, auch für die Konzerte nach dem<br />

Nachtrennen, als Zugabe. cnmarinas.com/yas<br />

FOTOs: anbieter<br />

Wer zu den Kiwis nach Neuseeland<br />

reist, kann jetzt an einem<br />

Meer wasser<br />

eleganten neuen Hotel festmachen: Direkt am Waitemata-Hafen von<br />

Auckland hat das Sofitel eröffnet. Das Haus ist auch ideal für alle, die<br />

ohne eigene Yacht kommen, aber maritimes Feeling wollen. Am hauseigenen<br />

Steg legen Wassertaxis an, mit denen man zum Dinner ins<br />

Restaurant fahren kann. Die Zimmer haben alle Balkon und Panoramafenster.<br />

Wem das Wasser draußen nicht reicht: Es gibt einen 20 Meter<br />

langen Indoor-Pool. Feiner kann man in Auckland nicht wohnen – und<br />

näher am Wasser nur auf einem Schiff. sofitel.com<br />

Die Malediven sind traumhaft schön – ein<br />

Shopping-Paradies sind sie nicht. Das ändert sich:<br />

Pop-up-Stores sind weltweit Trend, im One&Only<br />

Reethi Rah macht jetzt der von Babajaan Furore,<br />

der Fashion-Marke der Designerin Sandra<br />

Moleirinho. Sie hat eine eigene One&Only-Linie<br />

mit Bikinis, Kaftans und Hüten kreiert. Gäste des<br />

Luxus-Resorts, das Gäste übrigens mit der Yacht<br />

am Airport abholt, können ihr eigenes Designerteil<br />

jedoch noch individueller gestalten: vor Ort und<br />

mit der Designerin höchstpersönlich. Fertig sind<br />

die Einzelstücke dann binnen weniger Stunden.<br />

reethirah.oneandonlyresorts.com<br />

I 69


Einfach mal<br />

abtauchen<br />

Der große französische Leuchtturm aus dem 19.<br />

Jahrhundert auf Amédée war eigentlich für Martinique<br />

gedacht, bevor er hier aufgestellt wurde<br />

70 I


neukaledonien I reise charter<br />

Mit atemberaubenden Gesteinsformationen, verschiedenen<br />

Kulturen und einer reichen Unterwasserfauna ist<br />

Neukaledonien maSSgeschneidert für die Dr. No und ihr<br />

innovatives Tauchboot. <strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong>-Autor roger Leanvercoe<br />

verliert sich in der Welt unter Wasser.<br />

text/Fotos Roger Lean-Vercoe, Francesca Truter<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved], Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

I 71


eise charter I neukaledonien<br />

Tom Perkins (links) und U-Boot-<br />

Konstrukteur Graham Hawkes<br />

Es gibt nicht viele Orte auf dieser Erde, wo man<br />

ein authentisches pain au chocolat mit Blick auf<br />

Pinien, türkisblaues Meer und endlose weiße, palmengesäumte<br />

Strände essen kann, einer davon<br />

ist Neukaledonien. Diese Inselgruppe und insbesondere ihre<br />

Hauptstadt Nouméa ist ein echter französischer Außenposten.<br />

Allerdings macht sie ihre Position auf 166° Ost und 220° Süd<br />

im Südpazifik zum entferntest gelegenen der Pays d’outre-mer,<br />

wobei Neukaledonien da noch einmal einen Sonderstatus hat.<br />

Warmes Wasser des Pazifiks säumt die Küstenlinie, davor<br />

liegen lebende Korallenriffe und sandige Inselchen. Neukaledoniens<br />

aufregende Landschaft und sichere Ankerplätze<br />

machen es zu einem Traumziel für Törns mit der<br />

Yacht – wenn man die weite Entfernung auf sich nimmt.<br />

So gesehen kann man sich sehr glücklich schätzen, wenn<br />

einen Tom Perkins zu einer Fahrt auf seiner neuen Yacht,<br />

dem U-Boot-Transporter Dr. No, einlädt. Ungewöhnliche<br />

Fahrzeuge, das eine wie das andere. Das Mutterschiff, ein<br />

ehemaliges japanisches Fischereischiff, das U-Boot, eine<br />

lange Zigarre mit Flügeln wie ein Flugzeug, die Abtrieb erzeugen<br />

und zwei Personen auf einige hundert Meter Tiefe<br />

bringen können sollen.<br />

72 I


Mit Dr. No hat sich der Eigner<br />

nach dem Verkauf seiner Maltese Falcon einen<br />

Traum erfüllt<br />

Der Plan für den ersten Tag bestand darin, an den Südrand von<br />

Nouméas riesiger Lagune zu fahren, um dort einen Testtauchgang<br />

mit Dr. Nos Tauchboot Super Falcon zu machen. Nach<br />

einer Stunde Fahrt Richtung Süden durch ruhiges, türkisblaues<br />

Wasser läuft Dr. No Amédée Island an, wo sie im Schatten<br />

eines großen Leuchtturms ankert, der den Hauptweg durch<br />

das Saumriff markiert.<br />

Mit Dr. No hat sich der Eigner nach dem Verkauf seiner Maltese<br />

Falcon einen Traum erfüllt. Ein Expeditionsschiff wollte er,<br />

mit dem er auch die Unterwasserwelt erkunden kann. Neben<br />

allem erdenklichen Luxus an Bord ist das Mutterschiff daher<br />

mit allem möglichen Spielzeug beladen: vom Segelkatamaran<br />

über Tauchequipment inklusive einer Dekompressionskammer<br />

bis zu Kanus und Kajaks.<br />

Das ultra-coole Tauchboot Super Falcon selbst soll es schließlich<br />

bis auf 300 Meter Tiefe schaffen und dank einer Kombination von<br />

positivem Auftrieb und Flügeln mit bis zu sechs Knoten regelrecht<br />

durchs Wasser fliegen. „Ich wollte das Unter-Wasser-Äquivalent<br />

eines Kampfjets, nicht einen Heißluftballon“, sagt Tom Perkins,<br />

und dieses Gerät kommt seiner Vision sicherlich nahe.<br />

Aber auch die Technik muss sich der Natur manchmal beugen:<br />

Nach kurz zuvor niedergegangenem Starkregen ist das<br />

normalerweise makellos klare Lagunenwasser von Schlamm<br />

getrübt, der von der Insel abgewaschen worden war. Im Blindflug<br />

und wie in einem Flugzeug allein mit Echolot, Beschleunigungs-<br />

und Neigungsmesser taucht das Boot durch die Bucht.<br />

Kurz nach dem Start taucht der undeutliche Schatten eines<br />

neugierigen Hais auf, doch sonst sieht man nichts, von einem<br />

kurzen Blick auf den Grund abgesehen – und das U-Boot kehrt<br />

nach 40 Minuten elegantem, weitgehend blindem Manöver<br />

unter den Wellen zur Basis zurück.<br />

Die Gäste der Dr. No erleben einen wesentlich ergiebigeren<br />

Nachmittag im klareren Wasser um Amédée. Ihnen begegnen<br />

grüne Schildkröten, Riesenmakrelen, laichende Seegurken, die<br />

sich vom Grund aufrichten, und eine giftige Salzwasserschlange.<br />

Tauchguides vor Ort gewähren ausgezeichnete Möglichkeiten<br />

zur vorsichtigen und ungefährlichen Begegnung mit potenziell<br />

gefährlichen Meeresbewohnern wie diesen, außerdem<br />

kennen sie die besten Tauchplätze. Das winzige Inselchen<br />

Amédée rund zwölf Seemeilen vor Nouméa ist bekannt für<br />

seinen historischen Leuchtturm. Die aktuelle Eisenguss-Konstruk-<br />

I 73


eise charter I neukaledonien<br />

Strände, Riffe, klares Wasser: Die Inselgruppe<br />

östlich von Australien ist das perfekte Reiseziel<br />

für eine große Yacht<br />

Neukaledonien ist ein Paradies<br />

für Taucher, nicht umsonst soll die Super<br />

Falcon hier fliegen lernen<br />

tion wurde bereits vor über hundert Jahren für zwei Jahre in Paris<br />

ausgestellt, um auf die seinerzeit neue Technologie aufmerksam<br />

zu machen, ehe sie zerlegt, nach Neukaledonien verschifft und<br />

als bleibendes Monument für französische Ingenieurskunst neu<br />

zusammengesetzt wurde. Der Turm ist vor allem extrem hoch,<br />

dekorativ mit sternenbewehrten Bolzen bestückt und hat einen<br />

zwiebelförmigen Unterbau. Angeblich sollte er eigentlich auf<br />

Martinique stehen, wurde aber schlicht falsch geliefert und letztlich<br />

hier zusammengebaut.<br />

Neukaledonien ist ein Paradies für Taucher, nicht umsonst<br />

soll die Super Falcon hier fliegen lernen. Bei hervorragenden<br />

Bedingungen gleitet der Falke außerhalb der Passage in die<br />

Tiefe, und während sich große Meeresbewohner fernhalten,<br />

sind die Korallenbewohner scheinbar unbeeindruckt von dem<br />

grauen Gefährt. Wer es nicht erlebt hat, kann sich kein Bild<br />

davon machen, wie der Falke schwerelos durch die Korallenlandschaft<br />

gleitet, fast wie ein Fluggerät aus einem Star-<br />

Wars-Film, er teilt Fischschwärme und tanzt fast spielerisch<br />

durch Korallenausbuchtungen. Die Super Falcon wird von den<br />

Lebewesen um sie herum so gut angenommen, dass sich ein<br />

Remora-Saugfisch an den Bootskörper des U-Boots anheftet,<br />

vermutlich, weil er hofft, ein paar Krümel von seinem nächsten<br />

Mahl abzubekommen.<br />

Wer nicht zur optimalen Jahreszeit in Neukaledonien reist, darf<br />

sich nicht wundern, wenn sich schlechtes Wetter ankündigt –<br />

ein Zyklon mit heftigem Wind und Starkregen. So eilt Dr. No<br />

74 I


Der Hafen Port Moselle in Nouméa, Ausgangsort<br />

zur Tauchreise von Dr. No<br />

Die Super Falcon, das Zwei-Personen-Tauchboot<br />

der Dr. No mit einer möglichen<br />

Tauchtiefe von 300 Metern, wird zu Wasser<br />

gelassen. Kommunikation und Spurensuche<br />

mithilfe von UQC (Underwater Communications<br />

Equipment), einer Art Unterwassertelefon,<br />

von der Brücke aus (rechts)<br />

in die geschützte Prony-Bucht, entlang der wilden südöstlichen<br />

Küstenlinie, wo alte Mineraliendepots die steil abfallenden<br />

Berge tiefrot färben. Die Vegetation ist aufgerissen und tiefe<br />

Schluchten und Löcher wurden in den Boden gewaschen. Diese<br />

Art, eine Mine zu betreiben, ohne das Land in seinen früheren<br />

Zustand zurückzuversetzen, wäre andernorts inakzeptabel,<br />

doch in Neukaledonien, dem drittgrößten Nickelproduzenten<br />

weltweit, ist das trauriger Alltag. Das Abwasser aus der Mine<br />

macht das Wasser so trübe, dass ein geplanter Tauchgang an<br />

der Prony Needle unmöglich ist. Schade – die Wasserlandschaft<br />

um die Landspitze ist berühmt für ihre großen Bullenhaie.<br />

Der Regen kommt in Mengen, wie angekündigt, doch der<br />

starke Wind bleibt aus; Dr. No umfährt am folgenden Tag<br />

die Südspitze Neukaledoniens und tastet sich entlang der<br />

Küstenlinie nordwestwärts zur Baie Ouinné. Ein guter Ausgangspunkt<br />

für einen Trip zu den Loyalty Islands, die etwa<br />

50 Meilen vor der Küste liegen. Am äußeren Saumriff nahe<br />

der Koaukoue-Passage fällt dessen innerer Rand von fünf auf<br />

50 Meter ab – ein idealer Platz für einen Tauchgang an der<br />

Wand. Gleich beim Runtergehen treffen wir auf einen Wahoo<br />

und eine Stachelmakrele, die wiederum einem Weißspitzen-<br />

Riffhai hinterherschwimmt. Dann erscheint unsere Eskorte –<br />

ein kleiner neugieriger grauer Riffhai. Als wir uns an der Wand<br />

entlang bewegen, kommen immer mehr von der Sorte, und<br />

schließlich sind wir von einer achtköpfigen Gruppe umgeben,<br />

die sich für uns interessiert.<br />

Vor dem Morgengrauen lichtet die Mannschaft für die Reise<br />

nach Lifou, eine östlich gelegene Insel der Loyalty Islands,<br />

den Anker. Die Sonne erhebt sich an diesem perfekten Reisetag<br />

aus dem Wasser, das nur von einer leichten östlichen<br />

Dünung bewegt wird. Rußseeschwalben tauchen ihre Flügelspitzen<br />

in die Wellen und fliegen in großen Kreisen auf der<br />

Suche nach Fischschwärmen um die Yacht. An Bord kommt<br />

das Leben zur Ruhe, man verbringt die Zeit mit einem Kaffee<br />

in der einen Hand und einem Buch in der anderen. An<br />

Bord der Dr. No gehen die Uhren deutlich anders: Gesucht<br />

wird das Erlebnis unter Wasser, nicht darüber. Mit der Entfernung<br />

von Nouméa verlangsamt sich das Leben, und hier<br />

herrschte eindeutig der melanesische Lebensrhythmus vor.<br />

Absolut nichts passiert schnell an einem Ort, wo die Zeit mit<br />

den Gezeiten oder dem Feiern eines Fests gemessen wird<br />

und selten mit der Armbanduhr.<br />

In der von niedrigen Kalkklippen umgebenen Bucht von Jinek<br />

im Nordwesten von Lifou zeigt das Echolot einen vertikalen Anstieg<br />

in der Topografie von 700 auf 200 Meter leuchtend blauen<br />

Wassers an – und damit potenzielles U-Boot-Tauchgebiet.<br />

I 75


Rücksichtslos wird die Natur ausgebeutet:<br />

Die Hinterlassenschaften<br />

der Nickelgewinnung im Tagebau<br />

zerstören die Landschaft<br />

Alte Steingebäude, die zur französischen<br />

Strafkolonie in Prony gehörten, sind jetzt von<br />

Baumwurzeln umschlossen und verfallen<br />

Um dem Stammesführer der Insel und der Tradition, „la coutume“,<br />

Respekt zu erweisen, überbringt man dem Ortsvorsteher<br />

ein kleines Geschenk. Traditionellerweise handelt es sich dabei<br />

um ein Stück Tuch und etwas Tabak, das ein Gefühl der<br />

Verwandtschaft und geteilter Verpflichtungen symbolisieren soll.<br />

Alles Land und auch alle Gewässer haben nach der Tradition<br />

der Einheimischen einen Eigentümer, und es ist üblich, eine<br />

Erlaubnis einzuholen, bevor man sich Aktivitäten wie Fischen,<br />

Schnorcheln oder Tauchen hingibt. Hauptanliegen der Einheimischen<br />

ist verständlicherweise, dass beim Tauchen kein Fisch<br />

oder andere Nahrung gesammelt wird. Die Idee, dass die tiefen<br />

Wände und Korallenplateaus des Schutzriffs mit einem U-Boot<br />

überflogen werden, macht dagegen keine Probleme...<br />

Am Ankerplatz gleiten Manta-Rochen unter dem Boot hindurch<br />

und durchstoßen mit ihren Flügelspitzen die Wasseroberfläche,<br />

grüne Schildkröten trudeln gemächlich auf den Wellen.<br />

Alle Kontrollinstrumente des U-Boots sind intakt, alle Systemchecks<br />

über die Navigation, die Druckkontrolle und die Sauerstofftanks<br />

gelaufen. Der Plan ist, in den nächsten Tagen durch<br />

das berühmte Reciffe Shelter zu tauchen. Die Bedingungen<br />

nahe am Reciffe-Shelter-Tauchrevier sind perfekt mit 40 Meter<br />

Wasser unterm Bug. Der Wind ist zu vernachlässigen, die<br />

Sicht beträgt 50 Meter und mehr, und die Strömung ist minimal.<br />

Hinab geht es zu einem riesigen Plateau, das sich vom<br />

Meeresgrund nach oben erhebt, bedeckt von großen, gesunden<br />

Korallen und Tausenden Azur-Demoisellen, Füsilieren und<br />

Antheas. Über dem Tauchboot aus 50 Meter Tiefe sieht die Dr.<br />

No aus wie ein Spielzeugboot in der Badewanne. Fast kann<br />

man vergessen, dass man auf dem Wasser hierhergekommen<br />

ist, die Tiefe zieht einen in einen Rausch, der in einem autarken<br />

Tauchboot fast endlos werden kann.<br />

Für Taucher sind die Inseln<br />

ein Paradies. Diese Seeschlange<br />

erwies sich zum<br />

Glück als ungefährlich<br />

76 I<br />

Das nächste Ziel der Dr. No und ihrer Super Falcon ist Fidschi<br />

und danach Tonga, wo der Eigner wissenschaftliche<br />

Studien betreiben will – er will Walen und ihren Klängen<br />

folgen und dabei herausfinden, was sie bewegt. Beneidenswert,<br />

denn vielleicht ist die schönste Form, auf See zu sein,<br />

unter Wasser... &<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited


neukaledonien I reise charter<br />

FOTO: www.shutterstock.com/viadoskan<br />

neukaledonien<br />

Office de Tourisme de Nouvelle-Calédonie<br />

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Information für Besucheryachten<br />

inklusive Wetter und Gezeitentafeln<br />

cruising-newcaledonia.com<br />

Anlegemöglichkeiten<br />

Port Moselle, am Eingang zum Hafen von Nouméa, bietet Anlegestellen<br />

für Yachten bis 30 Meter Länge und Tiefgang bis 8<br />

Meter, sodemo.nc<br />

Port du Sud Marina, Nouméa, befindet sich in der Orphelinat<br />

Bay und hat Liegeplätze für Schiffe von 8 bis 25 Meter Länge,<br />

Queranlegeplätze am Kai für Schiffe bis 40 Meter<br />

portdusud.nc<br />

Zeitzone<br />

Mittlere Greenwich-Zeit +11 Stunden<br />

Sprachen<br />

Französisch, Englisch und einige indogene Sprachen<br />

währung<br />

CFP-Franc<br />

Bevölkerung<br />

etwa 250.000<br />

Klima<br />

Neukaledonien befindet sich auf der Südhalbkugel im tropischen<br />

Bereich, das bedeutet von November bis März Temperaturen<br />

bis 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Von Juni bis<br />

August ist es kühler und trockener, zwischen Dezember und<br />

April kann es Wirbelstürme geben.<br />

Politik<br />

Neukaledonien ist ein so genanntes selbstgewähltes Kollektiv,<br />

dem schrittweise manche Machtbereiche von Frankreich<br />

übertragen wurden. Es wird von einem 54-köpfigen Territorialkongress<br />

regiert, einer gesetzgebenden Institution, die von<br />

drei Provinzversammlungen beschickt wird. Der französische<br />

Staat ist durch einen Hochkommissar vertreten.<br />

Wie man hinkommt<br />

Aircalin ist die lokale Airline, die mit modernen Jets regelmäßig<br />

und direkt Sydney, Brisbane, Auckland, Seoul und Tokyo anfliegt.<br />

Nouméa (Tontouta Airport) wird auch von Qantas und Air<br />

France in Kooperation mit Aircalin angeflogen.<br />

Einreiseformalitäten<br />

Bürger der USA, der EU und vieler anderer Länder benötigen<br />

kein Visum für touristische oder geschäftliche Aufenthalte von<br />

90 Tagen oder weniger innerhalb von sechs Monaten. Der Reisepass<br />

sollte mindestens sechs Monate gültig sein.<br />

Tauchen<br />

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I 77


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sarah<br />

Text<br />

Claus reissig<br />

fotos werft<br />

Ein Platz ohne Sonne: Das Sonnendeck<br />

wird komplett mit Segeln abgeschattet.<br />

Zur Ausstattung der<br />

Charteryacht gehören unter anderem<br />

zwei kräftige Beiboote (oben)<br />

80 I


spotlight I reise charter<br />

Die 2002 von Amels<br />

gebaute, 62 Meter lange<br />

Motoryacht Sarah wurde<br />

kürzlich neu ausgestattet.<br />

Sarahs Fahrtgebiet ist das<br />

westliche Mittelmeer.<br />

Superyacht Sarah ist ein Refugium für Gäste, die sich<br />

von einer großen Crew verwöhnen lassen möchten.<br />

20 Personen stehen für die vom Charterer angegebenen<br />

maximal zwölf Gäste zur Verfügung, wobei Platz für<br />

18 Gäste ist. Von ihren äußeren Linien ist das Schiff extrem<br />

zurückhaltend gestaltet und wurde von der niederländischen<br />

Werft Amels 2002 übergeben. Beeindruckend ist<br />

die Reichweite: 6.000 Seemeilen kann das Schiff zwischen<br />

den Tankstopps zurücklegen. Das Fahrtgebiet wird für den<br />

Winter 2012/2013 die Karibik oder über das Rote Meer<br />

weiter in Richtung Mittleren Osten sein.<br />

Gerade wurde die Yacht unter Deck neu ausgestattet und<br />

geht wie neu in die nächste Saison. Das Innendesign<br />

stammt von Donald Starkey, der auch zahlreiche andere Superyachten<br />

ausgestattet hat. Sein jüngstes Projekt ist die 47<br />

Meter lange Loretta Anne.<br />

Die 62 Meter lange Sarah kann bis zu 18 Gäste in insgesamt<br />

neun Suiten und Kabinen beherbergen. Dazu gehören<br />

die voll ausgestattete Mastersuite mit einem Kingsize-Bett<br />

auf dem Hauptdeck und vier Doppelsuiten mit Queensize-<br />

Betten (zwei auf dem Haupt- und zwei auf dem Oberdeck)<br />

sowie vier Kabinen mit je zwei einzeln stehenden Betten,<br />

alle mit eingebauten Bädern.<br />

Gerade wurde die Yacht in den Innenbereichen neu<br />

ausgestattet: Salon (oben) und Eignersuite (Mitte)<br />

Die Sarah verfügt über zwei Beiboote und eine große<br />

Auswahl unterschiedlicher Wassersportfahrzeuge. Aktive<br />

Gäste finden dadurch viele Möglichkeiten für sportliche<br />

Betätigung. &<br />

Charter<br />

Fahrtgebiet: Sommer 2013:<br />

Frankreich und westliches Mittelmeer<br />

Winter: Karibik oder Mittelmeer<br />

Crew: 20<br />

Gäste: 12 laut Charterer/Platz für 18<br />

Unterbringung: 1 Mastersuite; 3 Doppelsuiten;<br />

5 Doppelkabinen<br />

Bäder: jeweils en suite<br />

Preis: 325.000 bis 395.000 Euro/Woche (je nach Saison)<br />

oceanindependence.com<br />

technische daten<br />

Länge 62 m<br />

Breite 11,80 m<br />

tiefgang 3,65 m<br />

maschinen 5.270 PS<br />

geschwindigkeit (max./reise) 17/15 kn<br />

reichweite (bei 15 kn) 6.000 sm<br />

treibstoff 120.000 l<br />

wasser 35.000 l<br />

baujahr 2002<br />

I 81


Neu auf dem Chartermarkt<br />

Lady Kathryn V<br />

2011 zu Wasser gelassen, hält die<br />

großräumige Lady Kathryn V<br />

Unterkünfte für bis zu 12 Personen<br />

in sechs Suiten bereit.<br />

Cape Arrow<br />

Die komfortable Segelyacht wurde von<br />

Southern Wind gebaut; sie geht mit<br />

maximal acht Gästen und vier Mann<br />

Crew in Charter.<br />

Pegasus<br />

Pegasus besticht durch ihre großzügigen<br />

Lebensräume. 2009 wurde die Yacht<br />

einem gründlichen Refit unterzogen.<br />

LüA: 61 m<br />

werft/baujahr: Lürssen/2011<br />

Gäste/Crew: 12/15<br />

preis: ab 450.000 Euro/Woche<br />

Fahrtgebiet: Mittelmeer<br />

Kontakt<br />

Kevin Callahan<br />

Tel: +44 954 768 0707<br />

Email: kevin@moranyachts.com<br />

Web: moranyachts.com<br />

LüA: 30,20 m<br />

werft/baujahr: Southern Wind/2011<br />

Gäste/Crew: 8/4<br />

preis: ab 40.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: westl. Mittelmeer<br />

KOntakt<br />

Bernard Gallay<br />

Lisa Spiller<br />

Tel: +33 633 424 509<br />

Email: lisa.spiller@bernard-gallay.com<br />

Web: bernard-gallay.com<br />

LÜA: 52,3 m<br />

werft/baujahr: Feadship/1995<br />

Gäste/Crew: 12/12<br />

preis: ab 196.000 Euro/Woche<br />

Fahrtgebiet: östl. Mittelmeer<br />

Kontakt<br />

Burgess<br />

Tel: +44 20 7766 4300<br />

Email: london@burgessyachts.com<br />

Web: burgessyachts.com<br />

Makira<br />

Die sportliche Makira wurde nach<br />

einem Design von Studio Bacigalupo<br />

gebaut. Sie bietet einen Whirlpool und<br />

eine aufwendige Soundanlage.<br />

Kontakt<br />

Fraser Yachts<br />

Daniela De Marco<br />

Tel: +377 93 100 498<br />

Email: daniela.demarco@fraseryachts.com<br />

Web: fraseryachts.com<br />

LÜA: 43,1 m<br />

werft/baujahr: Leopard/2010<br />

Gäste/Crew: 9/6<br />

preis: ab 115.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: westl. Mittelmeer<br />

beach club diving jet ski bikes fishing gym kayaking<br />

82 I


new to the fleet I reise charter<br />

xnoi<br />

Die Karbonyacht wurde von einer<br />

Tochterfirma von Perini Navi gebaut.<br />

Sie besticht durch ihren Komfort und<br />

die guten Segeleigenschaften.<br />

LüA: 30,6 m<br />

werft/baujahr: Perini Navi/2012<br />

Gäste/Crew: 10/4<br />

preis: 55.000/50.000 Euro/Woche<br />

(+ Extrakosten)<br />

fahrtgebiet: Mittelmeer<br />

kontakt<br />

Perini Navi USA<br />

Tel: +1 401 683 5600<br />

Email:charter@perininaviusa.com<br />

Web: perininavi.it/en/charter<br />

Aquarius<br />

Die 30-Meter-Kunststoffyacht hat<br />

ihr Stammrevier in Fidschi. Sie geht mit<br />

bis zu zehn Personen zu günstigen<br />

Raten in Charter.<br />

LüA: 29,6 m<br />

werft/baujahr: Horizon/2009<br />

Gäste/Crew: 10/4<br />

preis: 60.000 Euro/Woche<br />

(+Extrakosten)<br />

Fahrtgebiet: Fidschi<br />

Heavenly Daze<br />

Eine klassische Yacht, die gerade einem<br />

gründlichen Refit unterzogen wurde.<br />

Es gibt eine Mastersuite, eine VIP- und<br />

zwei weitere Kabinen.<br />

LüA: 32 m<br />

werft/baujahr: Feadship/1972<br />

Gäste/Crew: 8/6<br />

preis: ab 49.500 Euro/Woche<br />

fahrtgebiet: westl. Mittelmeer<br />

Lars<br />

Dagegen wirkt alles andere langweilig:<br />

Lars wurde 2012 von einem Hochseeschlepper<br />

zu einer Luxusyacht umgebaut<br />

und fährt in die extremsten Gegenden.<br />

LüA: 36,4 m<br />

werft/baujahr: Damen/1995<br />

Gäste/Crew: 8/5<br />

preis: ab 65.000 Euro/Woche<br />

fahrtgebiet: Grönland/Island<br />

kontakt<br />

37 South Yacht Charter<br />

Fleur Tomlinson<br />

Tel: +64 9302 0178<br />

Email: charter@37south.co.nz<br />

Web: 37southyachtcharter.com<br />

kontakt<br />

Ocean Independence<br />

Stephanie Archer<br />

Tel: +44 1273 831 010<br />

Email: sarcher@ocyachts.com<br />

Web: oceanindependence.com<br />

kontakt<br />

Classic-charters.com<br />

Nick Hardy<br />

Tel: +44 791 943 0863<br />

Email: nick@classic-charters.com<br />

Web: classic-charters.com<br />

FOTOs: werften<br />

spa pool sailing snorkelling wind surf water ski/ inflatables<br />

wakeboard<br />

I 83


oker refit<br />

Glanzlichter<br />

Boot des<br />

Monats<br />

Axantha II<br />

In Zeiten maximaler Raumausnutzung und ultramodernen<br />

Designs ist die Axantha II eine wohltuende<br />

Ausnahme. Das Äußere der bei der französischen JFA-<br />

Werft gebauten Explorer-Yacht orientiert sich an einem<br />

Berufsschiff des 20. Jahrhunderts, der Bug springt weit<br />

vor, sogar einen Schornstein gibt es. Obwohl der auf<br />

Axantha II lediglich dekorativen Zwecken dient und<br />

die Treppe aufs Oberdeck verbirgt. Die an einen<br />

Trawler mit einem weiten, offenen Vordeck erinnernde,<br />

43 Meter lange Yacht wurde erst 2011 ausgeliefert,<br />

durchfuhr die Nordwestpassage und steht<br />

jetzt zum Verkauf, weil ihr Eigner ein kleineres Schiff<br />

bauen möchte. Das hatte er schon einmal: Vorgängerschiff<br />

Axantha sah ähnlich aus und war lediglich 37<br />

Meter lang. Maschinen Cummins 2 x 750 PS; Preis 18,5<br />

Millionen Euro. yachtmoments.com<br />

Refit liegt im Trend<br />

Vripack, als Designer und Konstrukteur von Neubauten<br />

ein Name in der Branche, entdecken das<br />

Refit für sich. In Zeiten, da Marktpreise für Gebrauchtyachten<br />

fallen und Neubauten zu riskant scheinen,<br />

überholen viele Eigner stattdessen ihre bisherige<br />

Yacht. Das betrifft auch die Innenräume: Vorhänge,<br />

Möbel, Lampen und Accessoires werden nach einiger<br />

Zeit auf See ersetzt. Das gilt aber auch für die<br />

Einbauten wie Bäder, Bars oder festes Mobiliar. Derzeit<br />

überholen die Holländer drei Schiffe. Im Vripack-<br />

Jargon wird das übrigens updressing genannt, was<br />

übersetzt ungefähr fein machen bedeutet.<br />

vripack.com<br />

Sessa im Norden<br />

Die italienische Motorbootmarke Sessa<br />

wird jetzt auch in den Niederlanden und in<br />

Deutschland von einem eigenen Händler angeboten.<br />

Das niederländische Unternehmen<br />

Sessa Yachts b.v. hat seinen Sitz in Muiden.<br />

Sessa Yachts gehört zu den großen italienischen<br />

Yachtbauern, die Flybridge-Modelle<br />

der Yacht Line reichen von 44 bis 68 Fuß.<br />

Darunter gibt es kleinere Modelle als Cruiser-,<br />

Fisher- oder die trendige Key Largo-Line.<br />

FOTOs: werften, anbieter<br />

84 I


Eigner gesucht<br />

Zwischen August 2011 und August 2012 wurden den Maklern<br />

weltweit insgesamt 241 Yachten über 24 Meter Länge angeboten,<br />

die verkauft werden sollen. Naturgemäß sind große<br />

Schiffe dabei die Minorität: Lediglich fünf Superyachten über<br />

71 Meter Länge suchen einen neuen Eigner. Mit Abstand am<br />

größten ist der Markt in der Größenklasse zwischen 24 und 40<br />

Meter, dort stehen insgesamt 171 Schiffe zum Verkauf. Vielleicht<br />

das prominenteste Schiff: die erst 2011 ausgelieferte<br />

Diamonds Are Forever (M&Y 05/12).<br />

Anzahl neuer Gebrauchtyachten<br />

Länder/Bootslänge jeweils insgesamt<br />

100<br />

Italien baut die Meisten<br />

Geht es um die Gesamtlänge der derzeit im Bau befindlichen<br />

Superyachten, steht Italien unangefochten an der Weltspitze.<br />

Über zehn Kilometer Länge würden die in den Werfthallen<br />

befindlichen Yachten aneinandergereiht ergeben. Auf den<br />

Plätzen folgen die Niederlande, USA und an sechster Stelle<br />

die Bundesrepublik. Zwar sind dort „nur“ 1.235 Meter Schiff<br />

im Bau, aber die brechen immer auch gleich alle Größenrekorde.<br />

Allein die derzeit bei Lürssen entstehende Azzam (Projektname)<br />

ist 180 Meter lang. Ihr Auftraggeber ist angeblich<br />

der 57-jährige Prinz al-Walid ibn Talal Al Saud, Neffe des saudischen<br />

Königs. Das Auftragsvolumen dieser einen Yacht wird<br />

auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

75<br />

50<br />

25<br />

0<br />

Neue Gebrauchtyachten auf dem Markt<br />

Die top 10 der Yachbauer nach Land<br />

Italien 10.765m<br />

Niederlande<br />

USA<br />

Türkei<br />

UK<br />

Deutschland<br />

86 85<br />

Taiwan<br />

China<br />

VAE<br />

Frankreich<br />

3.536m<br />

2.695m<br />

2.662m<br />

1.471m<br />

1.235m<br />

1.021m<br />

792m<br />

592m<br />

148m<br />

63<br />

15<br />

7 5<br />

20-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71+<br />

Länge (in Metern)<br />

0 50 100 150 200 250 300<br />

Azimut-Benetti in Genua<br />

Die italienische Werftgruppe Azimut-Benetti war<br />

auf dem Salone Nautico in Genua (6. bis 14. Oktober)<br />

der mit Abstand größte Aussteller. Die Ausstellungsfläche<br />

zu Wasser und zu Land betrug fast<br />

4.000 Quadratmeter, insgesamt wurden 26 Yachten<br />

über zehn Meter Länge gezeigt, darunter vier Weltpremieren.<br />

Neuheiten waren unter anderen die<br />

Azimut 54 und 84 (Foto) sowie die Magellano 43<br />

und 76. Ebenfalls auf der <strong>Boat</strong> Show in Genua fand<br />

zum ersten Mal das von Benetti initiierte Design<br />

Innovation Project statt, bei dem die Designtrends<br />

für zukünftige Megayachten ausgelotet werden sollten.<br />

Azimut-Benetti ist der weltweit führende Anbieter<br />

für Megayachten. azimutbenetti.com<br />

Beste Arbeit!<br />

Gleich mit zwei neuen Auszeichnungen kann sich<br />

Yachting Developments aus Neuseeland rühmen.<br />

Beim World Superyacht Award 2012 wurde die<br />

30 Meter lange Komposit-Fahrtenyacht Antares<br />

III als bestes Schiff zwischen 30 und 40 Meter<br />

Länge ausgezeichnet. Die Yacht soll fast 30 Prozent<br />

leichter als ein vergleichbares Aluminiumschiff<br />

sein, gegen Beschädigungen wurde eine komplette<br />

Lage Kevlar in das Laminat eingelegt. Mit dem Refit<br />

der 130 Fuß langen J-Class-Yacht Endeavour (M&Y<br />

4/12) hat Yachting Developments es zudem bis ins<br />

Finale der International Superyacht Society Awards<br />

2012 gebracht.<br />

yachtingdevelopments.co.nz<br />

Anzahl der im Bau befindlichen Yachten<br />

I 85


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Klarer Trend im Markt: Wer derzeit<br />

verkaufen möchte, darf nicht auf<br />

seinem Wunschpreis beharren<br />

Gute Zeiten<br />

für Käufer<br />

<strong>MEER</strong>&<strong>YACHTEN</strong> befragte weltweit Superyacht-Makler nach ihrer<br />

Einschätzung der ersten sechs Monate dieses Jahres – und<br />

erhielt interessante Einblicke in einen perfekten Käufer-Markt<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved], Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

Manchmal erscheint der Bootshandel wie<br />

eine ehemals pflegeleichte, treuherzige Dame,<br />

die Ende 2008 einen schweren Unfall hatte,<br />

wahrscheinlich auf einem prächtigen Gebirgspass<br />

mit einem skrupellosen Agenten am<br />

Steuer. Seitdem päppeln die Yachtmakler sie wieder<br />

hoch, überwachen ihren Zustand und berichten gelegentlich<br />

den Medien nüchtern, dass sie sich erholt. Aufgrund<br />

der niedrigen Stückzahlen bei Superyachten schwankt<br />

der Umsatz zwischen den Monaten naturgemäß erheblich<br />

und erschwert ein zusammenhängendes Bild. Doch das<br />

erste Halbjahr insgesamt gibt einen besseren Aufschluss.<br />

„Es sind die härtesten sechs Monate seit Krisenbeginn<br />

2009“, sagt Toby Maclaurin, kaufmännischer Geschäftsführer<br />

von Ocean Independence. Frank Grzeszczak, Makler<br />

bei International Yacht Collection (IYC), meint: „Vor genau<br />

einem Jahr lag ich weit vor dem heutigen Stand und stelle<br />

nun fest, dass der Absatz in diesem Jahr generell nicht gut<br />

läuft.“ Der allgemein zurückhaltende Ausblick wird durch<br />

Statistiken belegt: In der ersten Jahreshälfte wurden 119<br />

Superyachten verkauft, 24 Prozent weniger als die 156 im<br />

gleichen Vorjahreszeitraum. Die erste Hälfte 2010 war mit<br />

108 noch schwächer, den Tiefpunkt markiert weiterhin das<br />

erste Halbjahr 2009 mit 74.<br />

FOTO: claus reissig<br />

86 I


82 Grey Goose Baujahr: 2006, LÜA: 24,89 m, Breite: 5,86 m, Tiefgang: 4,30 m, Flush Deck Version in Top-Zustand, mit durchdachtem Deckslayout,<br />

Performance Kiel, PBO Rigging etc. mit umfangreicher Segelgarderobe. Eignerkabine achtern, separater Crewbereich vorne. Innenausbau in<br />

82 Grey Teakholz. Goose Diese Swan Baujahr: 82 FD 2006, verspricht LÜA: kompromissloses 24,89 m, Breite: Segeln 5,86 m, beim Tiefgang: Cruisen 4,30 und m, Racen. Flush € Deck 4.950.000. Version Liegeplatz: in Top-Zustand, USA mit durchdachtem Deckslayout,<br />

Performance Kiel, PBO Rigging etc. mit umfangreicher Segelgarderobe. Eignerkabine achtern, separater Crewbereich vorne. Innenausbau in<br />

Teakholz. Diese Swan 82 FD verspricht kompromissloses Segeln beim Cruisen und Racen. € 4.950.000. Liegeplatz: USA<br />

46 RACHULL Baujahr 2005, LÜA 14,05 m, Breite 4,27 m,<br />

Tiefgang 1,32/3,40 m. Sie ist in einem herausragenden neuwertigen Zustand<br />

mit Leisure Furl Baum, Maxpower Bugstrahlruder, elektrische Winden, drei Kabinen,<br />

kompletter Satz UK Segel uvm. € 670.000 Liegeplatz: Flensburg.<br />

46 RACHULL Baujahr 2005, LÜA 14,05 m, Breite 4,27 m,<br />

Tiefgang 1,32/3,40 m. Sie ist in einem herausragenden neuwertigen Zustand<br />

mit Leisure Furl Baum, Maxpower Bugstrahlruder, elektrische Winden, drei Kabinen,<br />

kompletter Satz UK Segel uvm. € 670.000 Liegeplatz: Flensburg.<br />

46<br />

MEDIA NARANJA Wunderschöne Swan 46 aus<br />

2006 mit einem Tiefgang von 2,30 m und ausgestattet mit einem manuellen<br />

Leisure Furl-Baum, Rollfock, elektrischen Lewmar Winden, B&G Hydra System,<br />

Bugstrahlruder, Teakdecks etc. € 710.000. Liegeplatz Balearen<br />

46<br />

MEDIA NARANJA Wunderschöne Swan 46 aus<br />

2006 mit einem Tiefgang von 2,30 m und ausgestattet mit einem manuellen<br />

Leisure Furl-Baum, Rollfock, elektrischen Lewmar Winden, B&G Hydra System,<br />

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46 JOSS Baujahr 1985 in außergewöhnlichem Zustand, professionell<br />

gewartet mit vielen Neuerungen, z.B. neuer Elektronik. Zwei Kabinen-Version,<br />

elektrische Genuawinden, Rollfock, neue North Sails, Teakdecks<br />

von 2004 etc. € 310.000. Sie befindet sich in Norddeutschland an Land.<br />

46 JOSS Baujahr 1985 in außergewöhnlichem Zustand, professionell<br />

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JWS-Yachten GmbH<br />

Am Industriehafen 4<br />

D - 24937 Flensburg<br />

Tel: +49-(0)4 61-12 32 30<br />

Fax: +49-(0)4 61-1 23 23 33<br />

info@nautors-swan.de<br />

www.germany.nautorswan.com<br />

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Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

INSIGHT<br />

Marktaktivität der letzten 12 monate<br />

Anzahl der Yachten<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

85<br />

76<br />

72<br />

67<br />

67<br />

59<br />

60<br />

55<br />

56<br />

50 50 52<br />

49 47<br />

47<br />

46<br />

38<br />

33 29 30 32<br />

31 27<br />

25<br />

23<br />

24 24<br />

17<br />

17<br />

12<br />

14<br />

16 16<br />

16<br />

13<br />

JUL AUG SEP OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ APR MAi JUN<br />

Updates<br />

Neu auf<br />

dem Markt<br />

Sales<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved] Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

„Im Laufe von zwölf Monaten schien sich der Markt erholt zu<br />

haben. In der Mitte des zweiten Quartals 2012 schwächelte<br />

er etwas, der Aufwärtstrend wie im letzten Jahr blieb jedoch<br />

aus“, sagt Wes Sanford, Makler bei Northrop & Johnson.<br />

Hein Velema, Geschäftsführer bei Fraser Yachts, hat ähnliche<br />

Erfahrungen gemacht. „Von Januar bis April war ich<br />

zufrieden, alles verlief positiv und vergleichbar mit dem<br />

vergangenen Jahr“, sagt er. „Mai und Juni, normalerweise<br />

unsere Hochsaison, waren dann aber enttäuschend.“ Das<br />

ist die Crux des Geschäfts: Bleiben die Hauptmonate ruhig,<br />

leiden darunter die Verkaufszahlen des gesamten Jahres.<br />

Bei den groSSen<br />

Preisnachlässen im<br />

ersten Halbjahr 2012<br />

wurde die 70-Meter-<br />

Yacht Reverie 10<br />

Millionen Dollar<br />

günstiger angeboten<br />

Schwebezustand<br />

Welche Faktoren sind aber dafür verantwortlich? Die gängige<br />

Antwort der Makler lautet: Unsicherheit. „Die Ungewissheit<br />

der künftigen wirtschaftlichen<br />

Stabilität,<br />

egal wo, ist sogar noch<br />

größer als 2009“, sagt<br />

Maclaurin. Sanford glaubt,<br />

es sei eher eine psychologische<br />

Frage als<br />

eine materielle. „Heute<br />

in einem Jahr werden<br />

unsere Kunden wahrscheinlich<br />

immer noch<br />

das Geld für einen Bootskauf haben, aber schon die Ungewissheit<br />

lässt sie zögern.“<br />

Velema stimmt dem zu: „Es liegt nicht am fehlenden Geld,<br />

sondern an ihrer Bewertung, was in der Wirtschaft geschieht;<br />

die Sorge, wohin der Kurs geht, macht die Menschen zögerlich.“<br />

In Anbetracht der akuten wirtschaftlichen Unsicherheit<br />

des Euro wäre verständlich, dass die Amerikaner zuversichtlicher<br />

an einen Kauf herangehen. Tatsächlich hat Velema<br />

herausgefunden, dass in diesem Jahr der US-Marktsektor<br />

etwas gesünder ist als der europäische. „Noch geht es uns<br />

Neubauten<br />

Mit 48 Neuaufträgen im ersten Halbjahr 2012 ist die<br />

Zahl im Vergleich zu 2011 unverändert. 16 entfallen<br />

auf die beliebteste Größenklasse 40-50 Meter. Acht<br />

Yachten ab 70 Meter (einschließlich einer von 147<br />

Meter) wurden geordert – im Vergleich zu zehn im<br />

gesamten Jahr 2011.<br />

„Auch wenn der Markt gut gewesen wäre, gab es in<br />

der Größe 75, 80 Meter und darüber nur eine kleine<br />

Auswahl“, sagt Maclaurin. „Offensichtlich bauen<br />

Eigner mehr nach eigenem Geschmack und behalten<br />

ihre Yacht über einen sehr langen Zeitraum.“<br />

Für Grzeszczak ist es auf den US-Werften in diesem<br />

Jahr mit sechs neuen Aufträgen ruhig. „Da der Kurs<br />

des Euro sinkt, finden es Europäer weniger attraktiv,<br />

in den USA zu bauen“, sagt er und fügt hinzu:<br />

„Umgekehrt ist es für Amerikaner interessanter, auf<br />

dem europäischen Markt zu kaufen.“<br />

So wird ein bestehender Trend noch ausgeweitet:<br />

Amerikaner kaufen eher in Europa als umgekehrt,<br />

vor allem weil der in den USA beliebte klassische Stil<br />

nicht zu den Europäern passt. Aber Sanford glaubt,<br />

dass sich das ändern wird: „Der amerikanische Markt<br />

richtet sich nach dem europäischen und tendiert zur<br />

Moderne. Man sieht jetzt viel mehr Boote mit einem<br />

etwas moderneren Interieur. Das macht die Sache interessanter,<br />

wenn die Werften beim Versuch, diesen<br />

Markt zu öffnen, daran Gefallen finden.“<br />

Grzeszczak stimmt dem zu: „Der Nachwuchs rückt<br />

in der Industrie auf, und viele sehr junge Milliardäre<br />

sind hinzugekommen, die den europäischen Minimalismus<br />

mögen.“<br />

88 I


THE SUPERYACHTS<br />

VOLUME 26, 2013<br />

THE GOLD STANDARD FOR THE WORLD’S FINEST SUPERYACHTS<br />

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(please quote SY26)


Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Putzen für die Kunden: Vor allem<br />

die Finanzierung neuer Yachten ist<br />

im Moment nicht immer möglich<br />

in den USA etwas besser, das heißt positiver als in Europa.<br />

Und ich bin wirklich froh, dass es auch auf die Westküste,<br />

die jahrelang fast völlig am Boden lag, zutrifft. Zwar nur mit<br />

kleineren Booten, aber immerhin ist die tiefe Talsohle überwunden.<br />

2010/11 hatte sich Europa wesentlich besser als<br />

die USA erholt, aber<br />

„Einige Banken<br />

fordern: ‚Wir<br />

finanzieren Ihren<br />

Yachtkauf, aber wir<br />

wollen Ihr Vermögen<br />

verwalten.’“<br />

das ist jetzt rückläufig,<br />

während die USA endlich<br />

etwas aufgeholt<br />

hat.“ Sanford, dessen<br />

Standort Fort Lauderdale<br />

ist, bestätigt,<br />

das. Obwohl die Probleme<br />

der Euro-Krise<br />

seine amerikanischen<br />

Kunden weniger beunruhigen als die europäischen, „sind<br />

die meisten weltweit orientiert und achten deshalb darauf.“<br />

Umsatzentwicklung<br />

„Gerade der mittlere Größenbereich von 30 bis 50 Meter<br />

hat am meisten gelitten“, sagt Maclaurin. „Darin tätigen wir<br />

normalerweise die meisten Verkäufe. Vor zwölf, 18 Monaten<br />

waren wir ganz entspannt, als einige Banken anscheinend<br />

wieder Yachten finanzierten – sie sind eilig wieder ausgestiegen.<br />

Jetzt sind sie zwar wieder im Kommen, aber ihre<br />

Bedingungen sind schwer zu schlucken. Manche Banken<br />

sagen: ‚Gut, wir finanzieren die Anschaffung Ihrer Yacht,<br />

aber wir möchten Ihr gesamtes Vermögen verwalten.’“<br />

„Diese Größe 30 bis 40 Meter kann man sich auch hinsichtlich<br />

der Unterhaltskosten eher leisten“, sagt Velema.<br />

Und: „Wer bisher ein sportliches Boot besaß [ein Typ, der<br />

sich weiterhin nicht verkaufen lässt, wie er sagt], möchte<br />

jetzt auf einen Verdränger umsteigen. Zum Beispiel von einer<br />

großen Mangusta auf eine klassische Benetti.“<br />

Bei den kleineren Superyachten ist der Segelmarkt generell<br />

schwierig, doch Maclaurin beobachtet eine Bewegung bei<br />

Yachten unter 30 Meter. „Es könnte mit dem Käuferprofil<br />

Neue Märkte<br />

Laut Grzeszczak boomt der brasilianische Markt<br />

immer noch und der Absatz gedeiht. Er glaubt, dass<br />

China „noch keine Rolle spielt und es noch ein paar<br />

Jahre dauern wird“, obwohl es bereits einige Aktivitäten<br />

auf dem Markt über 50 Meter gibt. „Der Verkauf<br />

eines 50-Meter-Bootes im vergangenen Jahr hat<br />

gezeigt, dass man dort nicht den üblichen Aufwand<br />

treibt, der zum Unterhalt einer Yacht erforderlich ist.“<br />

Velema bestätigt, dass die erheblichen kulturellen<br />

Unterschiede ein Hindernis seien. „Brasilianische<br />

Kunden begreifen das Konzept von St. Tropez schneller<br />

als diejenigen aus Beijing“, sagt er. „Sie bevorzugen<br />

Corporate Entertainment.“ Doch er ergänzt:<br />

„Was China betrifft, war ich immer skeptisch, aber<br />

allmählich ändere ich meine Meinung. Wir bauen<br />

dort jetzt ein gutes Netzwerk auf.“<br />

FOTO: claus reissig<br />

90 I


Alles, was Segler bewegt.<br />

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Broker<br />

refit I marktanalyse<br />

Monaco: Eine Reede voller Angebote. Der<br />

Gebrauchtbootmarkt ist derzeit voll,<br />

perfekt für alle, die jetzt kaufen wollen<br />

zusammenhängen: Vielleicht sind Segler etwas konservativer,<br />

zahlen eher bar als auf Kredit“, meint er. „Wenn man<br />

eine Segelyacht einer guten Marke in gutem Zustand günstig<br />

anbietet, ist man einem Verkauf näher als jeder andere<br />

– außer man bietet eine fast neue 60 bis 70 Meter lange<br />

Motoryacht zu einem marktgerechten Preis an.“ Also dem,<br />

den die Käufer wirklich zahlen wollen.<br />

Dass viele Anbieter<br />

nicht verkaufen<br />

müssen, deutet<br />

auch auf eine<br />

Stärke im Markt<br />

Aktuelle Preise<br />

Alle Makler, mit denen wir sprachen, meinten einhellig, dass<br />

weltweit, jenseits von Typ oder Größe, der wichtigste Umsatzfaktor<br />

der Wert sei. Sanford beschreibt Käufer als „wertgesteuert“,<br />

viele Käufer<br />

achteten auf Schnäppchen.<br />

„Im Frühjahr gab es<br />

einen deutlichen Anstieg<br />

nach einigen Preisnachlässen“,<br />

sagt Maclaurin.<br />

„Manche beliefen sich auf<br />

Millionen; unsere Zentralagentur<br />

hat zum Beispiel Reverie auf einen Schlag um zehn<br />

Millionen Dollar reduziert.“<br />

Er glaubt, der Aufschwung im Mai sei durch die Empfehlung<br />

der Makler an die Kunden verursacht worden: Dass in diesem<br />

Jahr vermutlich kein Verkauf zustande komme, wenn nicht<br />

jetzt etwas dafür getan, also der Preis reduziert werde. Velema<br />

findet die Differenz zwischen der ursprünglichen Preisforderung<br />

und dem aktuellen Verkaufspreis sehr aufschlussreich<br />

für die neue Preislandschaft. „Boote werden knapp 25 Prozent<br />

unter der letzten Forderung verkauft, beziehungsweise<br />

36 Prozent unter der ursprünglichen. Diese liegt wiederum<br />

durchschnittlich 45 Prozent niedriger als im vergangenen<br />

Jahr. Mein Fazit: Wer jetzt sein Boot auf den Markt bringt,<br />

setzt den Preis schon zu Beginn niedriger an.“<br />

Auf der anderen Seite scheinen viele Anbieter nicht zwingend<br />

verkaufen zu müssen, das ist auch ein Zeichen für Stärke im<br />

Markt. Bei dem Gegenwind, den der Bootshandel in diesem<br />

Jahr zu verkraften hat, zeigt er Durchhaltevermögen. Es sieht<br />

aus, als wäre die alte Dame noch ganz lebhaft. &<br />

[Copyright of <strong>Boat</strong> International Media Limited: All rights reserved]<br />

Licensed by <strong>Boat</strong> International Media Limited<br />

Charter<br />

„Das Chartergeschäft war kein Feuer aus allen<br />

Rohren, aber zum Glück haben wir einen Last-<br />

Minute-Ansturm erlebt, der noch später als in den<br />

vergangenen Jahren einsetzte“, berichtet Maclaurin,<br />

der gleichzeitig Präsident der Mediterranean Yacht<br />

Broker Association (MYBA) ist. Er schreibt es ebenfalls<br />

der Ungewissheit zu, in diesem Fall bedingt<br />

durch Steuerfragen. „Ein großer Teil der Sommercharter<br />

findet in italienischen Gewässern statt und<br />

unsere italienischen Freunde haben mit ihrer Liegeplatzsteuer<br />

die Leute zu Tode erschreckt. Zum Glück<br />

war sie wesentlich niedriger als erwartet und wurde<br />

nur vereinzelt erhoben“, sagt er. Doch in der Charter<br />

gibt es anhaltende Unsicherheitsfaktoren. „Mehrwertsteuer<br />

auf Chartergebühren zum Beispiel: Es ist nicht<br />

die Frage, ob Steuern anfallen, sondern welche Sätze<br />

gelten, und die Verwirrung und Bürokratie, die Steuer<br />

abzuführen.“ Nach Rechtssicherheit sucht man da<br />

derzeit vergeblich.<br />

Velema meint, obgleich Charter an sich positiv<br />

sei, sehen die Eigner eventuell zu wenig Nutzen.<br />

„Die Anzahl der Buchungen ist in Ordnung. Doch<br />

jedes neu ausgelieferte Boot bedeutet auch ein<br />

weiteres auf dem Chartermarkt.“ So wächst die<br />

Flotte, während der Markt auf dem Niveau von<br />

2007 bleibt.<br />

FOTO: claus reissig<br />

92 I


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Broker Charter I inside<br />

Farbconsultant Kay Wrede ist<br />

spezialisiert auf die Beschichtung<br />

und Ausrüstung von Super- und<br />

Megayachten. Mit seiner Firma<br />

Wrede Consulting hat er ein System<br />

für die Qualitätskontrolle von<br />

Oberflächen entwickelt.<br />

wrede-consulting.de<br />

Bei Refits variieren häufig die<br />

Preise und die Qualität der<br />

Lackierung. Eine professionelle<br />

Herangehensweise spart auf lange Sicht Geld<br />

und garantiert, dass das Schiff möglichst<br />

wenig Zeit in der Werft verbringt.<br />

Keine Frage des Preises<br />

„Eines unserer gröSSten Themen ist,<br />

Eignern oder deren Vertretern die Qualitäts- und damit<br />

die Preisunterschiede von Beschichtungen für Neubauten<br />

oder Refits zu erklären. Derzeit machen wir rund 70 Prozent<br />

Neubauten und 30 Prozent Refits. Durch jedes neue Schiff<br />

werden die Refits natürlich mehr, demnächst sind wir wahrscheinlich<br />

bei 50/50.<br />

Bei einem Neubau nehmen wir prinzipiell 1.500 Euro pro<br />

Quadratmeter Fläche inklusive Spachtel und Korrosionsschutz<br />

an. Für ein Refit („Scratch and Shoot“, also schleifen,<br />

grundieren, erneut schleifen, lackieren) rechnen wir 400 Euro<br />

pro Quadratmeter. Beim Refit für große Yachten (über 75 Meter)<br />

geht dabei die Hälfte in Docken, Gerüst und Zelt, die<br />

anderen 50 Prozent sind für die Lackierung.<br />

Bei Anfragen geht es gern um den Preis. Eignervertreter holen<br />

häufig von kleinen lokalen bis hin zu ganz großen Werften<br />

Angebote ein und jeder macht dabei einen anderen Preis.<br />

Da muss man hinterfragen, was in den Angeboten enthalten<br />

ist: Manchmal fehlt das Zelt, ein andermal sind nur minimale<br />

Materialstärken aufpreisfrei dabei. Man sollte auf einer ernsthaften<br />

Ausschreibung auf Basis einer gründlichen Inspektion<br />

bestehen. Nur dann sind Angebote vergleichbar.<br />

Bei unseren Gesprächen mit der Eignerseite ermitteln wir zuerst,<br />

was gewünscht, möglich oder machbar ist. Dabei müssen<br />

wir natürlich davon ausgehen, dass unsere Gesprächspartner<br />

durchaus Grundkenntnisse von der Geschichte haben,<br />

schließlich gehen sie jeden Tag damit um. Bei Refits muss<br />

zumeist der PU-Lack auf der Oberfläche erneuert werden:<br />

das ist die UV-stabile Verschleißschicht. Sie hält je nach Revier<br />

und Behandlung zwei bis maximal zehn Jahre. Alles darunter<br />

ist UV-instabil, kann aber normalerweise erhalten bleiben.<br />

Ein guter Untergrund kann 30 Jahre und länger halten.<br />

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass die günstigste<br />

Lackierung völlig ausreicht. Denn bei einer aufwendigeren<br />

Lackierung ist in der Regel nicht nur die Schichtdicke größer.<br />

Durch die umfangreicheren Vorbereitungsarbeiten, die sich<br />

im höheren Preis widerspiegeln, gibt es zum Beispiel auch<br />

weniger Staubeinschlüsse, weil wahrscheinlich das Zelt vor<br />

dem Lackieren neu gebaut, eine hochwertige Absaugung<br />

installiert oder das Schiff vor der Lackierung sorgfältig gewaschen<br />

wird.<br />

Bei unseren Inspektionen ist für uns wichtig: Was finden wir<br />

eigentlich vor? Wenn sich beispielsweise der Spachtel ganz<br />

oder teilweise vom Substrat gelöst hat, braucht man gar<br />

nicht erst zu lackieren. Derartige Probleme schlagen sich<br />

einfach auf den Preis nieder. In so einem Fall reden wir dann<br />

im Grunde über eine ganz andere Art von Refit.<br />

Da ein dickerer Lack eine stabilere Oberfläche ergibt, empfehlen<br />

wir immer die höhere Qualität. Das hat einen ganz<br />

pragmatischen Grund: So eine Beschichtung hält länger,<br />

das Schiff ist flexibler einsetzbar und kürzer außer Betrieb.<br />

Denn Beschichten bedeutet, dass das Schiff jedes Mal circa<br />

drei Monate nicht einsetzbar ist. Für die Planung der Verfügbarkeit<br />

einer Yacht sind längere wartungsfreie Intervalle also<br />

von großem Nutzen.<br />

Während der Arbeiten müssen die einzelnen Vorbereitungs-<br />

und Beschichtungsschritte natürlich kontrolliert<br />

werden, sonst werden eventuell Beschichtungsintervalle,<br />

Trocknungszeiten oder Schichtdicken nicht eingehalten,<br />

oder der Korrosionsschutz ist mangelhaft. Wir kontrollieren<br />

selbstverständlich auch die Einrüstung und überwachen<br />

die Umgebungstemperatur für die Beschichtung. Ein einziger<br />

Fehler bedeutet häufig, dass das ganze System nicht<br />

mehr funktioniert.“<br />

FOTO: claus reissig<br />

96 I


DAS YACHTMAGAZIN<br />

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DAS ÖSTERREICHISCHE YACHTMAGAZIN<br />

Chefredakteur<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />

Art Direktion<br />

Grafik<br />

Chefin vom Dienst<br />

REDAKTION<br />

Claus Reissig, reissig@meerundyachten.de<br />

T. Thomas, P. Boulton, S.-V. Bruhns, N. Brewer, A. Mc Cracken<br />

A. Fingerhut, B. Gedlek, Prof. Dr. S. Henke, K. Panzer-Gunkel,<br />

M. Kludas, H.-H. Schack, J. Langdon, I. Wilkens, Andrea Willen<br />

Bianca Stüben<br />

Antje Krüger, Svenja Deckert, Natalja Pindakova<br />

Anett Hillers, hillers@meerundyachten.de<br />

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Verantwortlich Guido Simon, Tel. +49(0) 40/533 088 84<br />

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erscheint am 09. januar 2013<br />

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I 97


wo ist eigentlich...<br />

...die Hussar?<br />

Mindestens zwei Jahre lang soll<br />

Marjorie Merriweather Post Anfang<br />

der 1930er ihre Yacht<br />

eingerichtet haben. Heute genießen<br />

Gäste der damaligen<br />

Hussar Marmorbäder, Goldarmaturen,<br />

edle Möbel und<br />

Kamine<br />

Die 110 Meter lange Viermastbark war einst das Schmuckstück<br />

einer US-Millionärin, heute segelt die Hussar unter<br />

dem Namen Sea Cloud als Kreuzfahrtschiff für eine<br />

Hamburger Reederei Text Natalie Brewer<br />

Was schenkt man einer Dame, die schon<br />

alles hat? Eine Megayacht, entschied der amerikanische<br />

Börsenmakler Edward Francis Hutton 1931. Für seine Ehefrau<br />

Marjorie Merriweather Post ließ er die luxuriöseste und größte<br />

Yacht der damaligen Zeit bauen. Schließlich musste sie den<br />

Ansprüchen einer Millionenerbin und Konzernchefin genügen.<br />

Den Auftrag vergab der einflussreiche Geschäftsmann<br />

nach Deutschland an die Kieler Germaniawerft, die ihm eine<br />

Viermastbark mit schwarzem Rumpf, flachem Heck und Teakdecks<br />

konstruierte. Wie schon seine vorherigen Schiffe und<br />

seinen privaten Eisenbahnwaggon taufte Hutton die Yacht auf<br />

den Namen Hussar. Das Prestigeobjekt war der ganze Stolz<br />

von Mrs. Post, die sich damit gemeinsam mit ihrem Mann vor<br />

Monaco, den Galapagos-Inseln oder Hawaii zeigte.<br />

Die Ehe mit Edward Hutton zerbrach, die enge Bindung zur<br />

Hussar aber blieb. 1935 bekam das Statussymbol von Marjorie<br />

einen weißen Anstrich und den Namen Sea Cloud (Seewolke).<br />

Nach kurzer Station im russischen Leningrad – die<br />

Amerikanerin hatte nur ein Jahr nach der Scheidung einen<br />

Botschafter geheiratet – tat die Sea Cloud im Zweiten Weltkrieg<br />

ihren Dienst bei der US-Marine. 1944 segelte die Yacht<br />

zurück zu ihrer Besitzerin, die sie 1955 schließlich verkaufte.<br />

In der Folge ging das Schiff durch mehrere Hände, unter<br />

anderem die des dominikanischen Diktators Rafael Trujillo.<br />

Letztendlich rottete es dann aber jahrelang ungenutzt im<br />

Hafen von Colón, Panama vor sich hin.<br />

Zu neuer Blüte kam die Sea Cloud erst, als sie 1978 ein<br />

deutscher Kapitän gemeinsam mit einer Gruppe Hamburger<br />

Kaufleute erwarb und umfangreich renovieren ließ. Als<br />

Flaggschiff der Sea Cloud Cruises kreuzt die Yacht seither<br />

mit Urlaubsgästen durch das Mittelmeer, die Karibik oder<br />

den Atlantik. Bis zu 30 Segel werden dabei von Crewmitgliedern<br />

per Hand gehisst. Und noch immer weht ein Hauch<br />

von Nostalgie an Bord der Sea Cloud, denn selbst die historischen<br />

Eignersuiten sowie weitere Originalkabinen können<br />

bis heute gebucht werden.<br />

FOTOS: SEA CLOUD CRUISES<br />

98 I

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