26.02.2014 Aufrufe

SchiffsModell Messe-Report (Vorschau)

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Eigenbau: Dynamisch tauchendes U-Boot aus Holz

03 März 2014

5,90 EUR A: 6,70 Euro CH: 11,80 sFr BeNeLux: 6,90 Euro I: 7,90 Euro

DIE ZEITSCHRIFT FÜR DEN SCHIFFSMODELLBAU

Aufgerüstet,

verfeinert,

motorisiert

EXTRA

Bauplan

im Heft:

Die BISMARCK von Trumpeter:

So wird sie zum Funktionsmodell!

Messe-Report

News und Trends von der

Nürnberger Spielwarenmesse

Überraschung von Graupner:

SRK HARRO KOEBKE als Bausatz!

Boom-Boats

im Eigenbau

Drei „Baumschubser“

für alle Fälle

SchiffsModell

PRAXIS

TEST

21 BETA von C. M. B.

World Champion Engines

Das neue

3,5-cm³-Triebwerk von C.M.B.

Vom „Uhu“ zum

„Leo vom Asitz“

98-g-Segelboot

fein detailliert


H.M.S BLUE BELL | Best.-Nr. 2200

PREMIUM LINE

Rumpflänge ca. 1280 mm

BAUSATZ MULTIBOAT | Best.-Nr. 2129

Mit umfangreichem Dekorsatz. Enthält

Aufkleber für das Feuerlösch- und Polizeiboot.

Rumpflänge ca. 600 mm

H.M.S PRINCE OF WALES | BEST.-NR. 2159

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Rumpflänge ca. 1500 mm

U-BOOT TYP VII | BEST.-NR. 2059

PREMIUM LINE

Rumpflänge ca. 1390 mm

Mit vollwertiger Nautic-Steuerung

Integrierte Funktionen

ersetzen die herkömmlichen

Schaltbausteine.

MC-16 HOTT | BEST.-NR. 33016

8 Kanäle (erweiterbar auf bis

zu 22 Kanäle)

20 Modellspeicher

MC-20 HOTT | BEST.-NR. 33020

12 Kanäle (erweiterbar auf bis

zu 26 Kanäle)

24 Modellspeicher

MC-32 HOTT | BEST.-NR. 33033

16 Kanäle (erweiterbar auf bis

zu 30 Kanäle)

80 Modellspeicher

Weitere Informationen und Zubehör zu unseren Produkten unter:

AZ_33

www.facebook.com/GraupnerNews www.youtube.com/GraupnerNews WWW.GRAUPNER.DE


EDITORIAL

Gelungene

Überraschung

Sebastian Greis

Verantw. Redakteur

Liebe Leser,

beim Gang über die diesjährige Spielwarenmesse in Nürnberg stach er sofort

ins Auge: der Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE. Graupner hatte zuvor

keine Informationen über diesen neuen Bausatz nach außen sickern lassen,

und im Neuheitenkatalog für 2014 fand das Modell keinerlei Erwähnung. Die

Überraschung war perfekt – und mir war sofort klar: Dieser Rettungskreuzer

muss – auch wenn es bislang nur ein Prototyp ist – auf die Titelseite dieser

Ausgabe.

Sebastian Vees, Produktentwickler bei Graupner, zeigte sich auf der Messe

mir gegenüber übrigens zuversichtlich, das Finetuning bald abschließen

und den Bausatz in den Handel bringen zu können. Ich bin sehr gespannt

darauf und freue mich bereits heute, die HARRO KOEBKE für Sie unter die

Lupe nehmen und Ihnen einen umfassenden Test-Bericht präsentieren zu

dürfen.

Dass dieses schöne Hobby aber keinesfalls von Überraschungen der Hersteller

abhängig ist, beweist einmal mehr unser Autor Herrmann Zimmermann.

Sein selbstgebautes Boom-Boat „Squirrel“, das langjährigen SchiffsModell-

Lesern nicht unbekannt sein dürfte, hat eine Evolution durchgemacht und zwei

Schwestern bekommen: Auch die „Otter“ und die BB-06 eifern nun auf

Schweizer Bergseen ihren kanadischen Vorbildern nach. Dazu erhielten sie

sogar „funktionstüchtige“ Zahnreihen aus Sägeblättern. Sehen und staunen Sie

selbst ab Seite 18.

Bedanken möchte ich mich schon jetzt fur die vielen Zuschriften, die ich in

den ersten Wochen als neuer Verantwortlicher Redakteur von SchiffsModell

erhalten habe. Um das Magazin für Sie weiterentwickeln und noch besser

machen zu können, freue ich mich über Feedback aller Art, bin gespannt auf

Ihre Vorschläge und Angebote und nehme auch Kritik gerne entgegen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Entdecken der Neuheiten in unserem

Messe-Report und bei der Lektüre dieser Ausgabe, herzlichst

Ihr Sebastian Greis

Übrigens: SchiffsModell erschien im Dezember 2013 mit der Doppelausgabe

1 + 2/2014. Dieses Heft zählte für Abonnenten nur als eine Aboausgabe!

Ggf. haben wir die auf der letzten Aborechnung aufgedruckte letzte

Ausgabe um eine Ausgabennummer erhöht, so dass Abonnenten

selbstverständlich für jede berechnete Ausgabe auch ein Heft erhalten!

SchiffsModell 3/2014

1


Fundiert und umfassend.

NEU!

Die Entwicklung der Bundesmarine

von ihrer Gründung

bis 1990: Dargestellt anhand

ihrer vielfältigen Boote und

Schiffstypen. Eine aktuelle

Gesamtschau.

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Der Autor beschreibt in diesem Buch die Seestreitkräfte der

DDR, den gesamten Schiffs- und Bootsbestand. Umfangreiches,

zum Teil erstmals veröffentlichtes Bildmaterial, exakte technische

Daten, Infos zur Bewaffnung, zu In- und Außerdienststellung

sowie Beschreibung der Besonderheiten bei Planung,

Entwicklung, Bau und Einsatz der einzelnen Typen erklären die

Volksmarine im Detail.

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Die Schiffs- und Bootsklassen

der Deutschen Marine, detaillierte

Informationen zu den

Marineeinheiten und attraktive

Fotos: Ein umfassender Überblick.

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Auch als eBook erhältlich

Die Geschichte der Gorch Fock

und ihrer fünf Schwesterschiffe.

Brillant bebildert und

mit fundierten nautischen und

historischen Hintergrundinfos.

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Faszination Technik

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Tel. 0180-532 16 17 (0,14 €/Min.)


Mini-Boom-Boats

18

BISMARCK auf Tour

34

Kleine Fräse –

ganz groß

Proxxon

MF70

Inhalt Heft 3/2014

6

8

79

Neu auf dem Markt

Neuheiten, Nachrichten und Markt

Nürnberger Spielwarenmesse

Trends und die aktuellsten Neuheiten für 2014

Vereinsmeldungen

Tipps und aktuelle Infos zu Veranstaltungen

Löschkreuzer

WESER

44

Motorschiffe

18

24

28

34

Flotte Schwestern

Weiterentwickelte Boom-Boats mit noch mehr Spaß

Bahamafeeling auf dem Modellteich

Verbesserungen am Einsteigermodell Rivera

Rettung eines Klassikers

Restauration mit minimaler Werkstattausrüstung

Schlachtschiff aus Plastik

Trumpeter-BISMARCK als Fahrmodell

9 SEITEN!

28

Messebericht

Nürnberg

Modellbau-

Praxis

U-Boote

Segelschiffe

40

44

48

52

Radargerät mit unsichtbarem Z-Antrieb

Aufwertung Motoryacht JULES VERNE mit Funktionen

Kleine Fräse – Große Hilfe

Die Proxxon Microfräse MF70 in der Werkstatt

Die schwimmende Bleistiftschachtel

Dynamisch tauchendes U-Boot in Holzbauweise

„Leo vom Asitz“

98-g-Mikrosegler trotzt steifer Brise

„Leo vom Asitz“

trotzt

steifer Brise

8

Specials

Szene

72

38

43

78

80

Im Dienst der Forschung

Vorgestellt: Forschungsschiff MARIA S. MERIAN

An zwei Tagen um die Welt

II. internationaler Tag der Schiffsmodellbauer

Intermodellbau Dortmund

Vorbericht zu Europas größter Modellbaumesse

Mitten auf der Messe

Lipper Modellbautage in Bad Salzuflen

Neujahrstauchen in der kleinen Ostsee

Jahresbeginn mit Neptun und Modellbooten

Technik

62

36.000 Umdrehungen

Rennmotor 21 BETA von C.M.B. im Test

52

SchiffsModell 3/2014

5


NEU AUF DEM MARKT

SchiffsModell

NEU

AUF DEM

MARKT

Gästefahrten mit der CAP SAN DIEGO

Weltweit größter

Museumsfrachter

Cap-San-Schiff verlässt seinen Liegeplatz

mit Passagieren an Bord.

In den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen

Jahrhunderts galten die CAP SAN-Schiffe der Hamburg-

Südamerikanischen Dampf schiffahrts-Gesellschaft als

die „Schwäne des Südatlantiks“. Ihre unvergleichbar

elegante Linienführung machte die Frachtschiffe, die auch

Passa gieren in 12 Kabinen Platz boten, zu den vielleicht

schönsten Vertreterinnen ihrer Art. Alles über die CAP

SAN DIEGO erfahren Sie in Ausgabe 1/2014 des Magazins

SCHIFF CLASSIC.

Selbst heute, mehr als 50 Jahre nach der Indienststellung,

ist die 1961 gebaute CAP SAN DIEGO ein Musterbeispiel

für zeitgenössisches Design und deutschen Schiffbau vor

der Evolution des Containers. Als größtes fahrbereites

Museums-Frachtschiff der Welt kann die CAP SAN DIEGO

täglich in Hamburg (Überseebrücke, 20459 Hamburg)

besichtigt werden.

Ausfahrten 2014

Trip 1/14 9. Mai; Einlaufparade 825. Hafengeburtstag

Trip 2/14 10. Mai; Hafengeburtstag

Trip 3/14 29. Juni; Familientag an Bord

Trip 4/14 12. Juli; Summer Brunch

Trip 5/14 13. Juli; Auf statt an der Elbe

Trip 6/14 1. August; Hamburg Cruise Days / Blue Port

Trip 7/14 2. August; Hamburg Cruise Days / Parade

Tickets im Internet buchen: www.capsandiego.de

AUF EINEN BLICK

VSP65.BM

Bauer-Modelle

Hi-Tech

im Modell

Bei Bauer-Modelle neu im Vertrieb:

Kingmax Segelwinden und Servos.

KingMax ist einer der größten Hersteller für Segelwinden

und Servos für Modellbau- und Industrieanwendungen.

KingMax Servos und Segelwinden werden in vielen

RTR-Modellen verschiedener Hersteller eingebaut.

Bei allen Segelwinden werden die Seile in gekapselten

Seilrollen gegen ungewolltes Abwickeln gesichert.

Erhältlich ist nun auch ein Voith Schneider Propeller

VSP65.BM-Komplettset mit Brushless-Motor und Regler.

Es kommt ein neu entwickelter, auf die Leistungsdaten

des VSP abgestimmter Brushless-Motor zum Einsatz.

Der speziell gefertigte, programmierbare Regler VSP Control

wurde auf den BL-Motor des VSP abgestimmt. Dieser Regler

ist auch separat erhältlich.

Bauer-Modelle

Alleenstraße 31, 73240 Wendlingen

Telefon: 07024 . 40 46 36, www.bauer-modelle.de

Antriebsmotor: G-Power 281575

Betriebsspannung VSP: 6 bis 14,4 V, 2 bis 3 LiPo,

5 bis 12NiMh, 6 bis 12V PB

Regler:

30A, 2 bis 5 LiPo, 5 bis 12 NiMh,

Softanlauf, ohne Bremse

BEC:

5V, 2A

Komplettset-Preis: 195 Euro

6


Ochtruper Veranstaltungs GmbH

15. Modellbau

Schleswig-Holstein

Der Schiffsmodellbau-Bereich geht im Norden auf Expansionskurs.

Mit frischem Schwung laufen die Planungen für die 15. Modellbau

Schleswig-Holstein am 1. und 2. März in den Holstenhallen 1 bis 4

in Neumünster.

Mit über 250 Modellen der verschiedensten Baugrößen und Bauweisen

wird der Schiffsmodellbaubereich in Halle 4 zum großen Schaufenster

rund um diese Sparte. Die Schiffsmodellbaugemeinschaften aus

Schleswig-Holstein und Hamburg sind mit zahlreichen Exponaten der

Spitzenklasse zu Gast in Neumünster.

Öffnungszeiten: Eintrittspreise:

Samstag 10 bis 18 Uhr Erwachsene 10, ermäßigt: 9 Euro

Sonntag 10 bis 17 Uhr Kinder (6 bis 14 Jahre) 5 Euro

www.bv-messen.de

Klassikwelt Bodensee

Mit dem Oldtimer auf

Einkaufstour

Rund 800 Teilnehmer bieten auf der Klassikwelt Bodensee

ein hochwertiges Produktangebot.

Auf schwimmende, fahrende und fliegende Raritäten können

sich die Besucher der 7. Klassikwelt Bodensee vom 23. bis 25.

Mai 2014 freuen. Rund 800 Teilnehmer, darunter Aussteller,

Clubs und Teams werden am Bodensee erwartet. In der „Lebenden

Werkstatt“ zeigen Restaurierungsprofis der Fahrzeugakademie

Schweinfurt, wie man „Edelschrott“ fachmännisch wieder

in den Originalzustand versetzt. Bei den Klassikern der

Luftfahrt gehen die „Flying Bull Warbirds“ an den Start. Auf dem

Boxenstop-Messerundkurs können die Besucher legendäre

Rennautos und Motorräder erleben.

Korrektur

zu SCHIFFSMODELL Ausgabe 01/02 2014

In Ausgabe 1/2 der Zeitschrift SchiffsModell wurde

Peter Eggenweiler im Beitrag über die QUEEN falsch

zitiert. Seine Aussage bei der Präsentation des

Modells auf der Spielwarenmesse 2009 lautete:

„Die QUEEN ist nicht im Barbie-Maßstab – der ist 1:6“.

Tatsächlich hat die QUEEN einen Maßstab

von ca. 1:10 und wurde mit Lego-Scala-Figuren bestückt.

Wir bitten aero-naut, Jörg Dreischulte und unsere Leser

um Entschuldigung.

SchiffsModell 3/2014

ModellStudio

Klebstoff

für alle Fälle

U-Boot-Produktion

Thomas Steinhagen konzentriert sich künftig

auf die Produktion von Überwasserrümpfen.

Vor nunmehr zwei Jahren wurden die Produktionsstätten von

Hasse Schiffsmodellbau durch Brandfolge- und Löschwasser-

Schäden vernichtet. Inzwischen hat Steinhagen Modelltechnik

viele ehemalige Formen von Hasse wie auch Schaffer in die

Produktion genommen.

Zunächst werden die Formen für die Rümpfe der Überwasserfahrzeuge

aufgearbeitet. Von Anfang an war klar, dass man sich

erst danach den Unterwasserfahrzeugen widmen kann. Da

bis jetzt erst etwa die Hälfte der Formen aufgearbeitet werden

konnte, wird es bis zur Aufnahme der U-Boot-Produktion noch

länger dauern. Steinhagen Modelltechnik denkt darüber nach,

die komplette Produktion der Unterwasserfahrzeuge abzugeben.

Dabei handelt es sich um die Formensätze für acht U-Boote aus

dem ehemaligen Angebot von Hasse, bzw. Schaffer. Ernsthafte

Interessenten mögen sich direkt an Herrn Steinhagen wenden.

Kontakt:

Dipl.-Ing. Thomas Steinhagen

Hollmannstraße 18, 24148 Kiel

Telefon: 0431 . 72 48 07

www.steinhagen-modelltechnik.de

Neue Klebstoffe sind bei Wolfgang Liening

aus Heinsberg erhältlich:

RHINO PU-Leim härtet innerhalb von 10 Minuten

aus. Nach der Aushärtung ist er mit einem

Messer leicht zu schneiden und zu schleifen!

Rhino PU-Leim eignet sich für Holz, EPP,

Styropor und GFK. Die Lieferung erfolgt mit

Schutzhandschuh. 65 g kosten 4,95 Euro.

Wundabound 2-K-Acryl-Kleber härtet in

3–5Minuten steinhart aus und eignet sich für

alle Werkstoffe im Modellbau als schnelle,

hochfeste Verklebung. Die Lieferung erfolgt

in 25-ml-Doppelkartusche. Diese ist zum

Preis von 9,95 Euro erhältlich.

Canopy wipe Reiniger fur Kunstoffe reinigt

selbst von länger eingetrockneten Sekundenkleber-Flecken.

Aus Kleidung, von Folien, Textilfolien

oder Lack sind Klebstoffreste damit schonend

zu entfernen. Klarsichthauben werden

durch das Mittel nicht blind.

Zum Preis von 6,95 Euro ist eine 30-ml-Flasche

erhältlich.

ModellStudio Wolfgang Liening,

Bergstraße 26a, 52525 Heinsberg

Telefon: 02452 . 88810

www.modellstudio.de

Steinhagen Modelltechnik

abzugeben

7


SZENE Trends und News von der Spielwarenmesse 2014

SPIELWARENMESSE 2014

Highlights

aus Nürnberg

2014 gibt die Spielwarenmesse in Nürnberg einen

eindeutigen Trend vor: Außenbordmotoren!

Sie bereichern mittlerweile das Sortiment nahezu

jeden Anbieters.

Ohne Außenbordmotor, aber mit Tochterboot,

gab es die größte Überraschung am Graupner-Stand:

SRK Harro Koebke als Bausatzversion – vorerst noch

als Prototyp. Diese und weitere Höhepunkte der

diesjährigen Spielwarenmesse stellen wir Ihnen hier

in unserem Highlight-Report vor.

TEXT UND FOTOS: Sebastian Greis

Foto: Photopool/Spielwarenmesse eG

Vorgestellt von

Pro Boat/Horizon

Superschneller Katamaran

Offiziell nachbilden darf Pro Boat den Rockstar-Energy-Katamaran. Im

Modell erreicht dieser durch den 26-cm 3 -Motor ca. 65 km/h Spitzen -

geschwindigkeit. Über ein eingebautes Startsystem lässt sich der Motor

jederzeit bequem per Knopfdruck von der Fernsteuerung aus starten.

Der Rumpf wird handlaminiert und alle verbauten Komponenten sind von

höchster Qualität. Eine Zentrifugalkupplung verhindert, dass sich die

Schraube im Standgas dreht. Die Servohalter für Gas- und Ruderservo sind

aus stabilem Composite-Material hergestellt und einfach zu wechseln.

Nachfolger der

Spektrum DX 10t:

die DX 18t ist mit

18 proportionalen

Kanälen ausgestattet

Pro Boat zeigt Rockstar-Energy-Katamaran

Spektrum der Vielfalt

Die Spektrum DX18t ist serienmäßig mit 18 voll proportionalen

Kanälen ausgestattet, verfügt über eine mehrsprachige Sprachausgabe,

kabelloses Lehrer/Schüler-System und eine umfangreiche Software

für annähernd jede Sparte des Modellsports.Das innovative

Wechselmodulsystem erlaubt es, die Anlage bestmöglich an die

Anwendung anzupassen, wodurch der Sender optimal auf jegliche

Anforderung eingestellt werden kann. Eine umfangreiche Auswahl

von Wechsel-Modulsteinen steht als Zubehör zur Verfügung.

8


Ausgepackt von

aero-naut

Moderner Klassiker

Mit der Jule präsentierte aero-naut das Modell eines typischen

Fischkutters, wie sie überall an der Nord- und Ostseeküste anzutreffen

sind. Der Modellbausatz enthält alle zum Bau erforderlichen, laser -

geschnittenen Sperrholzteile, Mahagoniteile sowie die Scheiben,

Depronhelling, Beschlagteile, Schiffswelle, Ruder und Ständer. Das

Steuerhaus ist komplett aus gebaut. Material für die Lampen ist ebenfalls

enthalten. Der weiter im Bausatz

enthaltene Ätzteilesatz aus

Neusilber enthält u.a. Scheinwerfer, DATEN

Rüttelsieb, Kocher und Sortier -

Jule

anlage. Zudem eignet sich die Jule

zum weiteren Ausrüsten mit

Maßstab: 1:25

Sonderfunktionen.

Länge: 800 mm

Breite: 251 mm

Gewicht: 3.500 – 3.700 g

Preis: 229 Euro

Lotsenboot aus ABS-Teilen

Das Modell Pilot ist ein freier Nachbau eines modernen 20-m-Lotsen -

bootes. Der Rumpf ist in Kunststoff-Bauweise als Knickspanter aus -

geführt. Alle ABS-Teile sind lasergeschnitten und können nach dem

Zusammenstecken sofort verklebt werden. Der Modellbausatz enthält

alle zum Bau erforderlichen, lasergeschnitten ABS-Teile, Depronhelling,

Beschlagteile, Scheuerleiste, Schiffswellen, Ruder, sowie die Reflektoren

und LED für die Scheinwerfer. Der im Bausatz enthaltene Ätzteilesatz

aus Neu silber enthält über 100 Teile. Darin sind u.a. die Relingstützen,

Scheinwerfer, bewegliche Türscharniere

und die Instrumente der Armaturentafel

DATEN

enthalten.

Pilot

Maßstab: 1:25

Länge: 715 mm

Breite: 200 mm

Gewicht: 2.400 – 3.000 g

Preis: 169 Euro

Freier Nachbau:

Lotsenboot Pilot

Typischer Küstenfischkutter: Jule

Außen mini

Unter dem Namen „Aqua-Race mini“

ist ein moderner Außenborder

für offene Boote wie z.B. die Forelle

oder Rettungs- und Schlauchboote

bis ca. 35 cm Länge erhältlich.

Eine Haube schützt den Elektromotor

vor Spritzwasser, der Antrieb

kann mit einem Servo angelenkt

oder rastend festgestellt werden.

Die Lieferung erfolgt komplett

montiert zum Preis von 14,90 Euro.

Im Look der Klassiker:

Außenborder Aqua-

Race classic. Gibt’s

auch in mini.

Foto: aero-naut

Außen classic

„Aqua-Race classic“ heißt der Außenborder

im Look der 1930 –1950er-Jahre

für klassische Motorboote bis ca. 80 cm

Länge. Ist der Motor mit vier Schrauben

am Heckspiegel montiert, kann die Höhe

um ca. 7 mm verstellt und der Anstellwinkel

um ca. +/- 5° angepasst werden.

Der Elektromotor treibt eine flexible Welle

an und wird offen vor dem Tank montiert.

Geliefert wird der „Aqua-Race classic“

ohne Motor und Schiffsschraube, jedoch

mit zwei Kupplungen für 3,17 und 4,0 mm.

DATEN

AR classic

Im besten Licht

Wer Spaß am Bauen hat, der freut sich über den Bausatz

eines vorbildgetreuen Scheinwerfers. Der 20-mm-

Scheinwerfer aus Neusilber eignet sich für den Betrieb

mit LED von 6–12 V, ist um 360° dreh- und um +/- 15°

schwenkbar. Die Lieferung erfolgt mir ausführlicher

Montageanleitung.

Voll drehbar:

Scheinwerfer-

Bausatz von

aero-naut

SchiffsModell 3/2014

Länge:

Höhe:

Breite:

Drehzahl:

Schraube:

Preis:

Modellbau-Materialien

123 mm

157 mm

54 mm

26.000 U/Min

max. 35 mm

59,90 Euro

Das den Bausätzen beiliegende Mahagoni-Furnier ist jetzt auch in

diversen Stärken und Formaten separat erhältlich. Die Platten mit

Stärke 1,5 mm bestehen aus drei, Platten mit Stärke 2,5 mm aus

fünf Furnierschichten.

Daneben wird das Sortiment um weiße ABS-Platten im Format

500 × 400 mm mit den Stärken 0,5 und 3,0 mm ergänzt. Das Material

ist leicht mit Schere oder Bastelmesser zu bearbeiten.

Ebenso leicht zu bearbeiten ist Depron. Aero-naut bietet das

leichte, vielseitig verwendbare Material in Platten mit Maßen von

1.250 × 800 × 3 mm und 1.250 × 800 × 6 mm zum Selbstbearbeiten

an. Weiterhin sind 1-m-Kiefern-Rundstäbe mit glatter Oberfläche

in Durchmessern von 5 bis 30 mm bestellbar.

9


SZENE Trends und News von der Spielwarenmesse 2014

Einsteigermodelle bei

Bausätze für Einsteiger

Artesania Latina

Zwei rudimentär ausgeführte Arbeitsschiff-Bausätze, die sich für Einsteiger eignen, kommen

aus Spanien. Der Fischtrawler und der Schlepper lassen sich je nach individuellem Fortschritt mit

Details und Funktionen verfeinern.

Eine praktische Sache ist der Werkstatt-Bausatz. Er bietet eine Werkstatt zum Selberbauen mit

diversen Fächern für den allgemeinen Werkstattbedarf und integriertem Modell-Ständer.

Foto: Hitec

Rudimentäres Hecktrawler-Modell

für Einsteiger

Fotos: Dean’s Marine

GFK von der Insel

Am Stand von Dean’s Marine war Mathew

D. John von Albion Alloys. Er präsentiere das

neueste Flex-i-File-System. Ein Aluminium-

Bogen, in den ein Schleifband beliebiger Körnung

eingespannt werden kann, ermöglicht

makelloses Schleifen von Rundungen.

Ron Dean hatte für 2014 einige Modell-

Neuheiten von der Insel im Gepäck, allesamt

aufgebaut auf GFK-Rümpfen. Allen Bausätzen

liegen ein Beschlagteilesatz, Wellen und

Schrauben bei. Für den hiesigen Markt

besonders interessant dürften die beiden

hier vorgestellten Modelle sein.

Ladegerät mit Display

Das Touchdisplay des neuen Ladegeräts

X1touch ermöglicht eine einfache und intuitive

Bedienung. Das Display mit Hintergrundbeleuchtung

zeigt detaillierte Informationen

zum La de vor gang an und ermöglicht eine

Vielzahl von Einstellungen. Fünf Akkuspeicher

können direkt personalisiert und ausgewählt

werden. NiXX-Akkus können zyklisch geladen

werden, für LiXX-Zellen gibt es einen Lagerungsladungsmodus

und eine Balance-Funktion. Als

Besonderheit kann das Gerät über die Software

ChargeMaster mit einem PC ferngesteuert werden.

Zum Lieferumfang gehören: Ladegerät, Netzkabe,

12-V-Anschlusskabel, Ladekabel mit Multiplex

M6-Stecker und ein Universal Balancer Board.

Die Schlepperausführung der

Einsteiger-Bausätze

Im Dock von

Dean’s Marine

Am 25-ft-Motor-Boat in 1:12 ist die Beplankung

in die Rumpfoberfläche eingeformt

Präsentiert von

Hitec

Der Werkstatt-Bausatz bietet neben

Stauraum für Werkstattbedarf auch

einen Modellständer

Tipp für die Graue Flotte: HMS TINTAGEL

CASTLE in 1:96, trotzdem noch 810 mm lang

DATEN

X1touch

Akkutypen: LiPo, LiIon, LiFE,

NiMH, NiCd, Blei

Zellenzahl: 1 –6 LiXX, 1–15 NiXX

Eingangssp. DC: 11–18 V

Eingangssp. AC: 100–240 V

Ladestrom: 0,1–7,0 A (max. 55 W)

Entladestrom: 0,1–2,0 A (max. 55 W)

Leistung: 55 W AC/DC

Maße:

160×138×56 mm

Gewicht: 560 g

10


Überrascht bei

Hacker Model Production

Im Stil der 50er-Jahre

Das Modell der Grimmershörn stellt einen Hafenschlepper aus den

späten 50er-Jahren dar. Der Modellbausatz enthält alle benötigten Teile

für Holzrumpf und Kunststoff-Aufbauten

sowie eine gelaserte Decksbeplankung

und einen im 3D-Druck

DATEN

erstellten Beschlagteilesatz.

GRIMMERSHÖRN

Maßstab: 1:25

Länge: 830 mm

Breite: 216 mm

Höhe: 475 mm

Mit 3-D-Beschlägen: der Hafenschlepper GRIMMERSHÖRN

DATEN

SD EILEEN

Maßstab: 1:25

Länge: 880 mm

Breite: 390 mm

Höhe: 593 mm

Damen-Schlepper

Die SD EILEEN ist eine der

kleinsten Einheiten, die auf der

Damen-Werft produziert wurde.

Der Modellbausatz enthält alle

zum Bau des Modells benötigten

Teile, Aufbauten und in 3D-Druck

hergestellte Beschlagteile.

Fotos: Carson

Aufgefallen bei

Carson

Neue Premium-Reihe

Mit dem Einführen einer PremiumModell-

Schiffsreihe setzt Carson ein positives Zeichen

in Richtung Schiffsmodellbau. Zwar handelt es

sich bei den erhältlichen Modellen ausnahmslos

um Almost-Ready-To-Run-Ausführungen, die

lediglich eines Fahrakkus bedürfen. Die Modelle

sind komplett detailliert und bereits lackiert.

Carsons Kurs lässt erwartungsvoll in die

Zukunft blicken.

Foto: Multiplex

Ausporbiert bei

Multiplex

Nahezu beliebig

zu erweitern:

Smart SX9 FLEXX

Smart und kompakt

Smart SX9 FLEXX M-Link ist eine kompakte

und intelligente Fernsteuerung für den

Funktionsmodellbau. Über den standardmäßig

gegebenen Funktionsumfang

hinaus, kann der Modellbauer mit den

Empfängern der M-Link-Serie ein völlig

flexibles Belegungskonzept nutzen und so

den Funktionsumfang nahezu beliebig

erweitern. Die Smart SX9 FLEXX M-Link

verfügt über 9 Kanäle (max. 4 proportional),

50 ID-Modellspeicher, automatische

Modellerkennung.

Zum Preis von 99,90 Euro werden die zum

Betrieb nötigen Mignon-Batterien und ein

RX-5 ID1 M-Link-Empfänger mitgeliefert.

Foto: Hype

Nützliches von

Hype

Kraftvoll kleben

Ganz einfach ist der Umgang mit 2-Komponentenharz

mit dem Combi-Pack. Harz und

Härter befinden sich in getrennten Kammern

in der Tube. Beim Herausdrücken werden

die Komponenten im Mischaufsatz zusammengefügt.

So lässt sich das 5-Minuten-

Epoxi bedarfsgerecht dosieren.

Neu im Sortiment ist außerdem ein mobiler

60-W-Lötkolben, der zum Betrieb mit 12 V an

3S LiPo-Akkus ausgelegt ist.

Im Combi-Pack:

das 5-Minuten-

Epoxi von Hype

SchiffsModell 3/2014

11


SZENE

Trends und News von der Spielwarenmesse

Neuheiten-Parade bei

Graupner/SJ

Erfreuliches gibt es von Graupner/SJ zu berichten. Man möchte

dort an die mit dem Namen Graupner verbundene Tradition

anknüpfen. Ganz oben auf der Agenda steht, die Verfügbarkeit der

bestellbaren Artikel sicherzustellen. Das gilt auch für das Zubehörsortiment.

Joachim Pfeiffer und Sebastian Vees zeigten sich zuversichtlich,

dass dies bald der Fall sein wird. Die Ausblicke auf die

Zukunft am Graupner/SJ-Stand zeigten, dass der junge aktive

Schiffsmodellbauer Vees die Bedürfnisse seiner Kollegen kennt

und mit der Junior-Line auch den Nachwuchs im Auge behält.

Als Prototyp in Nürnberg:

die QUEEN MARY II; vorbildgerecht

mit POD-Antrieben

Dicker Pott mit POD

Die QUEEN MARY II soll bald in der Premium-Line einlaufen. Wie das

Vorbild wird auch das Modell mit POD-Antrieben ausgestattet.

Scharfer Klassiker

Der Rumpf des Segelbootes GR 65 wird in einem innovativen

Verfahren aus ABS hergestellt, das das Formen einer scharfen Kante

erlaubt. Mit dem ARTR-Modell möchte man Lust auf Regattasegeln

wecken und den Einstieg in die RG-65-Klasse erleichtern.

Aus ABS: die GR 65

Neuer SAR-Star

Vorgestellt wurde der Prototyp eines

Bausatzmodells des 36,5-m-Seenotkreuzers

HARRO KOEBKE. Der Vorfertigungsgrad

gestattet dem Modellbauer

den Ausbau mit diversen Funktionen.

Anreiz und Spielraum dazu bieten

Scheinwerfer, Winden, Radargeräte,

Löschmonitor und Tochterbootwanne.

Kraft von außen

Die GTX-Außenbordmotoren sind in unterschiedlichen Größen

für Renn- und Sportboote von 0,4 bis 1 m Länge erhältlich.

Sie sind einheitlich für 29 mm Motordurchmesser konfiguriert.

Im Mittelpunkt des Besucherinteresses: Seenotkreuzer HARRO KOEBKE

Fotos: Graupner

Der Handschmeichler

Neu sind die Fernsteueranlagen MZ-10 (5 Kanal),

MZ-12 (6 Kanal), MZ-18 (9 Kanal) und MZ-24

(12 Kanal). Das Prunkstück, die MZ-24, verfügt

neben einem 3,5-Zoll-Farbdisplay und

12 Steuerfunktionen über 30 Modellspeicher.

Spitzen-Modell: die MZ-24

12


Ausgeliefert als ARTF-Modell: die USS MISSOURI

Schwimmende Legende

Bereits in der Premium-Line angekommen ist die USS MISSOURI.

Das heute als Museum in Pearl Harbour zu besichtigende

Schlachtschiff der IOWA-Klasse wird

DATEN

USS MISSOURI

als fein detailliertes ARTR-Modell

ausgeliefert. Der Rumpf ist aus

GFK gefertigt, die Aufbauten aus

Maßstab:

Länge:

1:150

1.790 mm

gelasertem ABS. Details und Kleinteile

sind aus Metall gefertigt, die Dekors

bereits aufgebracht.

Breite: 220 mm

Gewicht: 6.500 g

RC-Funktionen: Ruderverstellung

Vorwärts-/Rückwärtsfahrt

(stufenlose Regelung)

Kleiner Kreuzer

Foto: Graupner

Mit mehrfarbigen Beibooten: die HMS BELFAST

DATEN

HMS BELFAST

Etwas kleiner als die USS

MISSOURI ist die HMS BELFAST.

Im selben Maßstab kommt das

Modell des leichten Kreuzers auf

ca. 1,25 m.

Auch dieses Premium-Line-

Modell verfügt über einen

GFK-Rumpf mit ABS-Aufbauten

und verspricht einen hohen

Vorfertigungs- und Detaillierungsgrad:

sogar die Beiboote sind

mehrfarbig lackiert.

Linie für Champions

Die Graupner/SJ-Reihe „Championship-Line“ steht für

hohe Qualität auch für den Wettbewerbseinsatz. Aus

dieser Reihe kommt nun die Midnight Gambler. Das GFK-

Modell verfügt über hochwertige RC-Komponenten, einen

Flutkanal zur Selbstaufrichtung und ein Not-Aus-System.

Maßstab: 1:150

Länge: 1.250 mm

Breite: 150 mm

Gewicht: 4.500 g

RC-Funktionen: Ruderverstellung

Vorwärts-/Rückwärtsfahrt

(stufenlose Regelung)

DATEN

Midnight Gambler

Maßstab: 1:150

Länge:

1.250 mm

Breite:

150 mm

Gewicht: 4.500 g

RC-Funktionen: Ruderverstellung

Vorwärts-/Rückwärtsfahrt

(stufenlose Regelung)

Foto: Graupner

Premiere als Standgerät

Weltweit die ersten Ladegeräte im platzsparenden

Standdesign sind die der Polaron-Serie. Die Polaron-

Combo-Geräte sind mit Docking-SMPS-Netzteil ausgestattet.

Alle Geräte verfügen über ein 3-Zoll-Farbdisplay.

SchiffsModell 3/2014

13


SZENE Trends und News von der Spielwarenmesse 2014

Fotos: Krick

Neuheitenreigen bei

Krick

Beiboot an Bord?

Einfache Dinghi-Bausätze sind in verschiedenen

Größen erhältlich und daher für Modelle

in diversen Maßstäben als Beiboote geeignet.

Zum Bausatz gehören: GFK-Fertigrumpf, Planenabdeckung,

zwei Sitzbänke und zwei Spritzschutzleisten aus ABS.

Stets auf Kurs

Das Ruder im Griff hat man mit den neuen, in diversen

Maßstäben erhältlichen Messingrudern mit verstiftetem

Ruderblatt, Ruderkoker und Lenkhebel aus Nylon-

Kunststoff. Ein auf dem Kokerrohr bereits angebrachtes

Gewinde soll die Montage vereinfachen.

Feine Werkstatthelfer

Über Krick sind auch die Werkstatthelfer und

Materialien von Deluxe-Materials erhältlich:

Perfect Plastic Putty ist ein schnell trocknender,

superfeiner Ein-Komponenten-Kunststoffspachtel

zum Füllen, Glätten und Fugen

kaschieren. Perfect Putty bindet sich gut mit

den zu spachtelnden Materialien und erlaubt

einfache Reinigung mit Wasser.

Tricky Stick vereinfacht das Verbinden von

Schaumstoffen mit transparenten Kunststoffen

mit Sekundenkleber. Vor dem

Einsatz des Klebstoffs trägt man Tricky

Stick auf und lässt es trocknen. Dann

kann normal geklebt werden.

DATEN

Navigator 870

Länge:

870 mm

Breite:

200 mm

Höhe:

1.830 mm

Segelfläche: 0,45 m 2

Gesamtgewicht: 2.400 g

Vorbild Polizei

Das Polizeiboot WSP 47 ist die vorbildähnliche

Nachbildung eines typischen

Polizeibootes aus den 90er-Jahren.

Der Modellbausatz enthält einen

tiefgezogenen ABS-Rumpf, lasergeschnittene

Sperrholzteile für

DATEN

den Aufbau, Welle mit Stevenrohr,

WSP 47

Kupplung und Antriebsmotor sowie

einen umfangreichen Beschlagteilesatz.

Löschmonitor und Radar

Rumpflänge: 600 mm

Breite: 205 mm sind bereits für das Aufrüsten mit

Höhe: 335 mm Funktionen vorbereitet.

Maßstab: 1:20

Nur drei Stunden

Eine Bauzeit von nur drei Stunden

verspricht die RTS-Segelyacht Hawaii

1000. Es handelt sich dabei um den

Nachbau einer modernen Hochsee-

Segelyacht, die auch für Modellsegel-

Einsteiger geeignet ist. Der GFK-Rumpf

wird fertig lackiert und dekoriert ausgeliefert.

Zur besonders einfachen

Handhabung ist die Segelsteuerung

an Deck montiert.

DATEN

Hawaii 1000

Länge:

1.000 mm

Breite:

200 mm

Höhe:

2.150 mm

Segelfläche: 0,52 m 2

Gesamtgewicht: 2.600 g

Scharfer Ocean-Racer

Bei der Navigator 870 handelt es sich um

die Nachbildung eines modernen Ocean-

Racers. Das Modell ist auf einem GFK-

Rumpf aufgebaut und verfügt zur Verbesserung

der Ruderwirkung bei Schräglage über

ein Doppelruder. Empfänger, Ruderservo

und Segelwinde sind bereits fertig montiert.

DATEN

PIRAT

Maßstab: 1:10

Gesamtlänge: 555 mm

Rumpflänge: 500 mm

Breite: 161 mm

Höhe: 730 mm

Segeljolle nach Original-Vorlagen

Der PIRAT wurde 1938 von dem Bootskonstrukteur Carl Martens gezeichnet.

Mit dieser beliebten Konstruktion, die ursprünglich „10-Quadratmeter-

Einheits-Jugendjolle“ hieß, gewann er ein Preisausschreiben der Zeitschrift

„Yacht“. Über viele Jahre war der PIRAT das meistgebaute Vollholz-Segelboot

Deutschlands. Das Modell wurde im Maßstab 1:10 anhand von Originalzeichnungen

und Fotos exakt nachgebaut.

14


DATEN

Pan 21

Gesamtlänge: 770 mm

Rumpflänge: 660 mm

Rumpfbreite: 270 mm

Rumpfhöhe: 83 mm

Rumpfgewicht: ca. 700 g (leer)

maximale Spannung: 3S/11,1 V

DATEN

Außenborder

Prop.-Durchmesser:

Prop.-Aufnahme:

Gesamthöhe:

Heißer Renn-Katamaran

Gesamtbreite:

Rennboot-Designer Peter Schmitt entwarf den Renn-Katamaran Pan 21. Der Gesamtlänge:

breite Rumpf ist aus GFK gefertigt, Servo und Fahrtregler sind bereits installiert,

die Antriebsanlage montiert und das Dekor bereits aufgebracht. Rumpfschale,

Kabinenhaube und Außenborder sind auch einzeln erhältlich.

Der separat erhältliche Außenbordmotor eignet sich für Rennboote bis 70 cm.

Das Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff. Eine biegsame Flexwelle mit Alu-Adaptern

sorgt auch bei höheren Drehzahlen für möglichst reibungsarmen Vortrieb.

34 mm

M4

160 mm

48 mm

120 mm

Schnell am Teich mit

Hobbico/Revell

Die Modelle am Stand von Hobbico

orientieren sich eindeutig noch am US-Markt.

Entwickler Christian Böhme kündigte an,

dass Entwicklungen für den Deutschen

Modellbaumarkt folgen werden.

Tactic mit 8 Kanälen

Die Fernsteuerung TTX850 ist die Weiterentwicklung

der TTX650. Jetzt stehen acht Kanäle zur

Verfügung, 30 Modellspeicherplätze, erweiterte

Programmieroptionen mit mehrsprachiger Software.

Zum Lieferumfang gehört außerdem

ein Ladegerät mit wechselbaren Steckern.

DATEN

Rescue 17

Rumpflänge: 965 mm

Gesamthöhe: 432 mm

Breite:

261 mm

Gesamtgewicht: 3.600 g

Maßstab: 1:30

RC-Funktion: Ruderverstellung,

Motorregelung

vor-/rückwärts,

Wasserpumpe ein/aus,

Löschmonitor drehen

Foto: Hobbico

Einstieg mit Wildcat

Der Katamaran Wildcat EP macht den Einstieg in

den Brushless-Rennmodellsport einfach. Für die

hohen Geschwindigkeiten der Wildcat EP wurden

Motor, Rumpfform, Antriebssystem und Akku

auf Leistung ausgelegt. Das ABS-Modell wird mit

2,4-GHz-Tactic-Pistolenfernsteuerung geliefert.

DATEN

Wildcat EP

Rumpflänge: 673 mm

Gesamtlänge: 737 mm

Breite: 229 mm

Gesamtgewicht: 907 g

RC-Funktion: Ruderverstellung,

Motorregelung

vorwärts

Besuch aus Seattle

Die Rescue 17 ist ein freier Nachbau

eines amerikanischen Feuerlöschbootes

aus Seattle. Das vorbildähnliche

Modell bietet Spielraum zur individuellen

Gestaltung. Rumpf, Deck und

Brückenaufbau sind aus GFK gefertigt

und komplett lackiert. Die Rescue 17

wird fast vollständig vorgebaut

inklusive Tactic-4-Kanal-Fernsteueranlage

geliefert.

SchiffsModell 3/2014

15


SZENE Trends und News von der Spielwarenmesse 2014

Entdeckt bei

Trumpeter

Am Stand des bekannten Plastikmodell-Herstellers wurde

ein Prototyp vorgeführt: eine mit RC-Komponenten ausgestattete

USS ARIZONA im Maßstab 1:200. Neben einer

Wellenanlage wurden ein Rauchgenerator sowie eine

Einheit zum Heben und Senken der Geschütztürme gezeigt,

die bald auch einzeln erhältlich sein sollen.

Bald mit RC-Komponenten: die USS ARIZONA von Trumpeter

Vorgestellt von

Kyosho

Zu Gast bei

Raboesch

Überraschend vertreten war

die Niederländische Traditionsfirma

Raboesch. Nach der

Übergabe an eine neue Geschäftsführung

im Jahr 2013

freuten sich Hanco Hommel

und Linda Drost, Kunden und

Vertriebspartner in diesem

Jahr persönlich auf der Nürnberger

Spielwarenmesse an

ihrem Stand begrüßen zu

dürfen. Von der Präsenz auf

der Messe verspricht man sich, künftig noch bessere Beziehungen zu den

Geschäftspartnern aufbauen und erhalten zu können. Seit mehr als 30

Jahren werden bei Raboesch Profile und Platten für Modellbauer und

Bastler sowie – jeder Schiffsmodellbauer kennt sie – Wellenanlagen und

Propeller für Modellboote in gleichbleibender Qualität gefertigt. In

Deutschland sind die Produkte über den Fachhandel erhältlich.

Weiterentwicklungen bei

Thunder Tiger

Stolz präsentiert: die Hurricane 900 VE

Sofort im Rennen

Hurricane

Länge:

Breite:

Höhe:

Gewicht:

DATEN

945 mm

230 mm

155 mm

2.580 g

Das als C-1 Racing-Katamaran ausgelegte Rennboot Hurricane

900 VE ist mit dem brandneuen, wassergekühlten Vortex

Marine Brushless-System ausgestattet, das von 2s - 6s LiPo

Akkus versorgt werden kann. Der Brushless-Regler mit BEC

verfügt über eine maximale Belastbarkeit von 120 A. Das Modell

verfügt über einen mehrfarbig lackierten GFK-Rumpf und wird

als Ready-Set inklusive 2,4-GHz-Fernsteuersystem ausgeliefert.

Überarbeiteter Regatta-Renner

Die neu überarbeitete Seawind ist das Flaggschiff der Segelflotte

von Kyosho. Das Design ist an die berühmten

Racer aus den Segelregatten „Round the World“

angelehnt. Geliefert wird das Modell komplett

fahrfertig als Ready-Set mit bereits integriertem

Kyosho-2,4-GHz-Perfex-Fernsteuersystem.

DATEN

Madcat

Avanti

Neues Design: die Avanti-Powerboote

Länge:

Breite:

Outlaw in neuem Outfit Höhe:

Die bereits bewährten Powerboat-Konzepte von Gewicht:

Thunder Tiger erhielten ein neues Design. Die Avanti

ist auf der bekannten OBL Outlaw aufgebaut und

erhielt einen leichten, widerstandsfähigen ABS-Rumpf

im Racing-Design. Regler und Motor sind wassergekühlt.

DATEN

740 mm

210 mm

165 mm

1.050 g

Doppelrumpf mit Brushless-Power

Im Katamaran-Sektor folgt die Madcat auf die Bandit. Dabei wurde die

Madcat auf den bereits bewährten Komponenten aufgebaut. Ein wassergekühltes

Brushless-System kommt auch in diesem Modell zum Einsatz.

16

Länge:

Breite:

Höhe:

Gewicht:

690 mm

180 mm

150 mm

1.210 g

Nachfolger der Bandit: die Madcat


Ahoi und

Leinen los!

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09.-13. April 2014



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MOTORSCHIFFE

Boom-Boats: „Squirrel“, „Otter“ und BB-06

WEITERENTWICKLUNG DER „SQUIRREL“

Flotte

Schwestern

18


Evolutionsstufe 2:

die „Otter“

SchiffsModell 3/2014

Evolutionsstufe 3:

die BB-06

Boom-Boat „Squirrel“ eifert schon

seit 2011 auf Schweizer Gewässern

seinen kanadischen Vorbildern nach.

Jetzt bekam die kleine „Baumschubserin“

zwei Schwestern: Die Otter und

die BB-06 zeichnen sich durch bessere

Wendigkeit und Stabilität aus.

TEXT UND FOTOS: Herrmann Zimmermann

Boom-Boats werden im Original in

Kanada und Alaska dazu verwendet,

aus einzelnen geschlagenen

Baumstämmen ein Floß zu formen,

das dann auf dem Wasser -

weg flussabwärts zu den Sägebetrieben verschifft

werden kann. Für diese Aufgabe sind

Kraft und Wendigkeit gefragt – darum sollte

das Boot nicht all zu lang sein. So haben

Boote dieser Bauart ein sehr geringes Längen-/Breitenverhältnis,

das für eine gute

Manövrierbarkeit erforderlich ist. Leider

bleibt dadurch die Stabilität der Geradeausfahrt

auf der Strecke, entsprechend der alten

Bootsbauer-Weisheit: „Länge läuft“. Bei den

Originalbooten stört das nicht, denn deren

Einsatzgebiet ist in der Regel auf einen sehr

kleinen Bereich begrenzt. Bei den Modellen

sieht das schon anders aus, denn bei schneller

Fahrt erweisen sich alle Boomboats, unabhängig

vom Maßstab, als nicht sehr kursstabil.

Die Ge rade ausfahrt muss vom Steuermann

ständig korrigiert werden, weil sie

sonst eher ei ner Schlangenlinie ähnelt. Das

ist zwar kein gravierendes Problem, reizt

aber zur Um setz ung von Ver besser ungs -

maßnahmen.

Aufgeben kommt nicht infrage

Da ich die Urform der Modelle aus Styrodur

herstelle und anschließend mit Glasgewebe

und Epoxi beschichte, ist so ein Rumpf

relativ schnell erstellt. Den Drehpunkt des

Unterwasser-Antriebes hatte ich bislang wie

bei den Originalen etwa bei einem Viertel

bis einem Fünftel der Rumpflänge (von

vorne gesehen) angeordnet. Durch Verschieben

des Drehpunktes bis zu einem

Sechstel der Rumpflänge, konnte ich das

schläng elnde Fahrverhalten etwas ver ring -

ern, aber nicht ganz beseitigen. Eine Verlängerung

der achteren Kielflosse hatte auf

den Kurvenradius erwartungsgemäß einen

negativen Einfluss und konnte die Geradeausfahrt

auch nicht wesentlich verbessern.

Eine Veränderung des Längen-/Breitenverhältnisses

des Rumpfes kam aus Grün den

der Original treue nicht infrage. Die Lösung

musste entweder mit der originalen Rumpfform

gefunden werden, oder das Problem

war nicht lösbar und das Projekt konnte beerdigt

werden.

Ein neues Versuchskaninchen

Wo entstehen die meisten und besten Lösungen?

Natürlich im Schlaf! Warum muss

eine Wasserschraube immer schieben?

Kann sie nicht auch ziehen? Der Umbau war

schnell erledigt und eilends ging es zum

Testweiher. Hier wurde ich mit einem durchschlagenden

Erfolg konfrontiert. Keine

Schlangenlinie sondern sauberer Geradeauslauf

und das, ohne die Wendigkeit in irgendeiner

Weise zu be ein flussen. In der

Werft konnte nun aus dem vorhandenen

19


MOTORSCHIFFE

Boom-Boats: „Squirrel“, „Otter“ und BB-06

Der „Squirrel“-

Rumpf war die

Ausgangsbasis für

neue Rumpfformen

mit optimiertem

Laufverhalten

Der Rumpf des ersten Boom-Boates, der

„Squirrel“, regte zur Weiterentwicklung an

Der Motor mit

Schraube befindet

sich unter dem

Rumpf. Das Servo

ermöglicht über ein

Getriebe eine Drehung

von 180 Grad

Versuchskaninchen ein korrektes Boom-

Boat erstellt werden. Mit meinem Modellbaukollegen

Christoph hat te ich abgesprochen,

dass das nächste Boot mit einem of -

fenen Steuerstand ausgeführt wird. Es

entstand also eine Art Cabrio. Entsprechende

Originale sind im Internet bei Harlow

Marine oder auch unter dem Suchbegriff

„Boom-Boat“ bei einer der Internet such -

maschinen zu finden.

Im Ausgangsmodell „Squirrel“ hatten

sich die Unterwassermotoren bestens bewährt.

Unser neues Versuchskaninchen

wurde auf den Namen „Otter“ getauft und

mit allen Ausrüstungsbauteilen bestückt. Offene

Boom-Boats werden in der

Dämmerung zwar eher selten eingesetzt,

trotzdem erhielt auch „Otter“ eine ordnungsgemäße

Befeuerung. Inzwischen hatte der

Winter zugeschlagen und ein Fahrt im Testweiher

unmöglich gemacht, lediglich im

Schwimmbecken meines Sohnes konnte ich

ein Wenig ausprobieren.

Bergen mit dem Boom-Boat

Von einem SchiffsModell-Leser wurde ich

gefragt, ob denn das kleine Boot mit seinem

Motörchen genügend Kraft hätte, um auch

ein größeres Modell in Seenot ans rettende

Ufer zu schieben? Ich konnte ihm ant -

worten, dass ich selbst manches Mal erstaunt

war, mit welcher Leichtigkeit die Rettung

selbst um ein Vielfaches größerer Modelle

erfolgte.

Sogar Modelle mit einer Länge von einem

Meter wurden zwar gemütlich aber zuverlässig

an Land bugsiert. Was liegt näher, als

20

die neu gewonnenen

Erkenntnisse in einem

weite ren Modell – dieses

Mal mit einem

sehr ungewöhnlichen

Rumpf – umzusetzen?

Rumpf mit Birnenform

Das Foto eines sehr ungewöhnlichen Boom-

Boates wurde mir von einem Kollegen aus

den USA zugesandt. Die Rumpfform gleicht

in der Draufsicht einer Birne mit der breitesten

Stelle im Heck-Bereich. Inzwischen ist

auch die Herstellung dieser ungewöhnlichen

Rumpfform eine Routineangelegen heit. Um

eine Zugwirkung zu erlangen, wurde der Motor

möglichst weit vorne unter dem Rumpf

gelagert. Er besteht aus einem Röhrchen, das

an beiden Enden mit einer Bundbuchse versehen

ist. In dieser Bundbuchsenöffnung ist

ein kleineres Röhrchen gelagert, das die Motorhalterung

aufnimmt. An das im Rumpf

gelagerte Röhrchen wurde eine Grundplatte

mit Löchern aufgelötet, die eingeharzt eine

stabile Halterung ergibt. Die Anschlusskabel

des Motors werden durch das Röhrchen nach

oben geführt. Aus der Materialsammlung

wurden zwei Zahnräder gesucht, die sowohl

ein übereinstimmendes Zahnmodul als auch

eine Übersetzung von 1:2 aufweisen. So wird

aus der Drehung des Servos von ca. 90 Grad

eine Drehung des Unterwassermotors von

ca. 180 Grad. Mit etwas Glück findet man

Zahnräder, die sowohl auf das Röhrchen als

auch auf das Servo passen. Es versteht sich

von selbst, dass die Zahnräder beim Einbau

möglichst wenig Spiel haben sollten.

Der verbesserte Geradeauslauf erlaubt

stärkere Rundungen am Heck, was das

Bugsieren und Manövrieren zwischen

„Baumstämmen“ erleichtert


Die Urform aus Styrodur wurde zur besseren

Handhabung mit einem Holzstiel versehen

Wechselseitiges Laminieren von Rumpfseite

und -boden schafft eine feste Verbindung

Das Styrodur ist aufgelöst, der Rumpf zur

weiteren Verarbeitung bereit

Rumpfbau

SchiffsModell

PRAXIS

Tipp

Die Rumpfform wird auf Styrodur aufgezeichnet,

grob ausgesägt, verschliffen und am Boden eine

GFK- oder Alu-Platte aufgeleimt.

Zur besseren Handhabung beim Laminieren

wird die Deckseite mit einem Holzstiel versehen,

der in das Styrodur gesteckt wird. Die Bodenplatte

erhält eine Lage Glasgewebe mit Epoxidharz.

Ist das Laminat ausgehärtet, wird die Kante

verschliffen. Die Rumpfseite wird mit einem

Streifen Glasgewebe zweimal umwickelt und

mit Harz getränkt.

Auf das Verschleifen der Kante folgt wieder

eine Bodenplatte usw. bis eine ausreichende

Wandstärke erreicht ist. Diese wechselseitige

Laminierung bringt den Vorteil einer festen

Verbindung zwischen Boden und Seite, sowie

eine scharfe Kante. Der Holzstiel zur Handhabung

wird entfernt und eine Vertiefung

in den Styrodur eingebracht. In die Vertiefung

werden circa 50 cm 3 Nitroverdünner gegossen

und nach 15 Minuten ist der Kunststoff aufgelöst

und kann mit der Flüssigkeit ausgeschüttet

werden. Der Rumpf steht zur weiteren Verarbeitung

bereit.

Die Cabrio-Bauweise gibt

den Blick auf die Instrumente

im Fahrstand frei

„Otter“ heißt das neue

Versuchskaninchen und

wurde als „Cabrio“ aufgebaut

SchiffsModell 3/2014

21


MOTORSCHIFFE

Boom-Boats: „Squirrel“, „Otter“ und BB-06

Die Antriebseinheit von „Otter“ fiel deutlich

rudimentärer aus als die des Ausgangsmodells.

Das Fahrverhalten wurde dadurch

dennoch nicht beeinflusst

Die Motorlagerung: die angelötete Lochplatte

ergibt im Rumpf eingeharzt eine

stabile Halterung

Es folgen der Einbau von Fahrsteller,

Empfänger und Akku. Der Akku ist bei allen

Booten ein 7,4-V-LiPo. Fahrsteller und Empfänger

sind möglichst weit hinten im Rumpf

zu platzieren, während der Akku in der Mitte

angeordnet ist.

Schutz vor Beulenpest

Unbedingt notwendig ist das Anbringen der

Verstärkungsleisten, oder wie ich sie nenne:

„die Leisten gegen die Beulenpest“, an der

Rumpfaußenhaut. Richtige Boom-Boats

werden durch diese vor Beschädigungen am

Rumpf durch Baumstämme geschützt und

auch im Modell kann das nicht schaden. Im

Abstand von 10 mm werden mit einem

Marker punktförmige Markierungen ange -

bracht. Weder Bleistift noch durchgehende

Linien sollten zur Mar kie rung verwendet

werden, da Cyanolit-Kleb stoff auf diesen

nicht haftet. Starke Rundungen sind durch

vorheriges Biegen an den Rumpf anzu -

passen. Lücken können später mit Cyanolit

aufgefüllt werden. Vorsicht ist mit Klebestreifen

geboten, da diese auf dem Rumpf

kleben und schwierig zu entfernen sind.

Eine Decksplatte mit Süllkante wird der

inneren Rumpfform genau angepasst und

ohne Decksleisten direkt eingeklebt. Die

Süllkante wird in 10 mm Höhe von einem

weiteren Deck überdeckt, auf dem sich vorne

der Steuerstand und im Heckbereich ein

kleiner Aufbau befindet. Dieser Aufbau ist

mit einem Lufteinlass, einer Unterspannungsanzeige,

einem Abgasrohr mit Schalldämpfer

und einem Schutzgitter bestückt.

Das „Ruderservo“: auch im BB-06 lässt sich

über die Zahnradverbindung der Antriebsmotor

um 180 Grad drehen

Obwohl offene Boom-Boats selten in

der Dämmerung eingesetzt werden,

erhielt auch die BB-06 eine Befeuerung

Ganze Palette an Farben

Eine knifflige Arbeit ist die Unter bring ung

des Haupt- und Licht-Schalters im Steuerstand.

Die gesamte Beleuchtung wur de mit

stromsparenden LEDs um ge setzt.

Die frontseitige Säge ist aus einem groben

Sägeblatt für eine Stichsäge hergestellt, für

die beiden seitlichen Zahnreihen wurden Sägeblätter

mit kleineren Zähnen verwendet.

Motor und Schwert sind bei den Vorbildern

meist in Rot gehalten, während der Rumpf

Das Boomboot mit Birnenformrumpf: die Zahnreihen werden durch Sägeblätter imitiert

22


Evolutionsstufe 3: der Prototyp

mit Birnenformrumpf erhielt

zunächst die Bezeichnung BB-06

überwiegend schwarz oder anthrazit eingefärbt

ist. Auf Deck und Steuerstelle finden

wir die ganze Palette an Farben, manchmal

durchbrochen von Rost.

Retter in der Not

Inzwischen haben alle drei Boote ihre Jungfernfahrt

absolviert und die Ergebnisse sind

wie erwartet: die Geradeausfahrt ist nicht

schlangenförmig, wenn auch nicht perfekt.

Die Wendigkeit wurde nicht beeinflusst und

ist immer noch sehr beispielhaft.

Da meistens eines der Boote im Koffer -

raum meines Autos liegt, kann man an geeigneten

Gewässern einen Stopp für eine kurze

Fahrt machen oder auch die Rettung eines

Havaristen durchführen. Das teilweise spöttische

Betrachten des kleinen Modells als

zu künf tiges Bergeboot wurde nach erfolg -

reichen Rettungen eingestellt und wich der

Be wun derung durch die Spötter. Lediglich

bei starkem Seitenwind genügt die Kraft der

kleinen Boote nicht mehr. Meist wird der

Havarist dadurch ohnehin Richtung Ufer

gedrückt.

n

DER AUTOR

Herrmann Zimmermann berichtete

in der SchiffsModell bereits über den Bau

des Basismodells „Squirrel“

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MOTORSCHIFFE

Einsteigermodell RIVERA aufgewertet

EINSTEIGERMODELL RIVERA AUFWERTEN

Bahamafeeling

auf dem Modellmeer

Auf der Suche nach einem wendigen und spritzigen Modell,

wurde ich auf das Modell RIVERA aufmerksam. Die Bilder vom Hersteller ließen eine relativ hohe

Geschwindigkeit erwarten – gerade für Jugendliche ein nicht zu vernachlässigender Kaufanreiz.

TEXT UND FOTOS: Kevin Philipp Kaut

Bei der RIVERA von einem Bausatz zu

sprechen, wäre fast schon gelogen,

weißt das Modell doch Eigenschaften

auf, die eigentlich eher zu einem RTR-Mo -

dell passen:

• Der tiefgezogene ABS-Rumpf ist bereits

mit dem Deck verklebt

• Der Aufbau ist tiefgezogen und bedarf

keinerlei Nachbearbeitung (Fenster liegen

als Dekorfolie bei)

• Der Elektromotor ist fertig verkabelt und

eingebaut

• Stevenrohr mit Welle und Kupplung sowie

die Ruderanlage sind eingebaut

• Im Rumpf verbaut ist ein gelaserter Holzrahmen,

der für die notwendige RC-Ausrüstung

vorbereitet ist

• Eine Lackierung ist nicht nötig, da der Bausatz

über einen Dekorbogen verfügt.

Das Modell entspricht dem Maßstab 1:32

und hat damit eine Länge von 60,5 cm und

eine Breite von 18 cm. Dadurch dürfte es sich

gut transportieren und auch über den Regattakurs

steuern lassen. Graupner kündigte im

Neuheiten-Prospekt 2013 die RIVERA auch

als RTR-Modell an. Natürlich ist es schön,

wenn bei einem solchen Modell bis auf den

Akku meist alles enthalten ist, schließlich

kommt man so schnell und sicher zum Ziel:

aufs Wasser. Der Kreativität sind dadurch

nicht zwangsläufig engere Grenzen gesetzt.

Komplette Generalüberholung

Hätte ich keine größere Ambitionen als Modellbauer,

so wäre die Fertigstellung in kürzester

Zeit erledigt und das Schiff im Wasser

gewesen. Doch von Anfang an war mir klar,

das aus diesem Bausatz noch einiges mehr

herauszuholen ist.

Ein markantes Merkmal dieser italienischen

Motoryacht sind die großzügigen

Fenster zu beiden Seiten des Aufbaus, sowie

die große Frontscheibe und die zweiteilige

Dachverglasung. Hier einfach nur Aufkleber

anzubringen erschien mir geradezu als Verbrechen.

Schnell wurde der Entschluss gefasst

die Fenster auszufräsen und durch gefärbtes

Acrylglas zu ersetzen. Als einteilige

Scheibe sollte dies nicht geschehen. Ich habe

die langen Seitenscheiben in drei Segmente

unterteilt und zwei Holme stehen lassen,

was mehr Stabilität in die Sache bringt und

trotzdem gut aussieht. Damit die vorgesehenen

drei Fenster auf jeder Seite exakt gleich

aussehen, habe ich Schablonen aus Pappe

angefertigt, die ich auf beiden Seiten verwenden

konnte.

Nach dem Übertragen der Umrisse (auch

der Frontscheibe und der Dachfenster) bohr -

te ich diese grob mit einem 2 mm Bohrer

aus und feilte dann die Fenster auf das ge -

naue Maß aus. Schon ohne die eingesetzten

Fensterscheiben, war die optische Aufwertung

enorm. Aus der blau getönten Acrylglasplatte

schnitt ich, ebenfalls unter Zuhilfenahme

der Pappschablonen, die Fenster

24


mit etwas Übermaß aus und klebte sie mit

UHU-Hart in den ABS-Aufbau ein. Um der

großen Frontscheibe noch den letzten Schliff

zu verpassen, habe ich diese mit Scheibenwischern

versehen. Für die Kajüte war nur

ein einfacher Aufkleber vorgesehen, der Ein -

gang andeutet.

Hier habe ich aus einer dünnen ABS-

Platte eine Tür angefertigt, mit einem verglasten

Bullauge und einer Türklinke versehen

und links und rechts davon Haltegriffe

aus Messingdraht an ge bracht. Statt des Aufklebers

für die Sitzbank habe ich diesen ge -

gen grünen Samtstoff ausgetauscht und am

Heck noch einen Flaggenstock mit einer

eng lischen Flagge an ge bracht. Warum eine

englische Flagge? Es war die einzige, die

beim Händler in passender Größe vorrätig

war. Für das hintere Deck und das vordere

Sonnendeck waren nur schwarz/ weiße Auf -

Der Aufbau der RIVERA wie er aus dem

Kasten kommt. Hier sind die Fenster bereits

angezeichnet und fertig zum Ausfräsen

Der vordere Bereich des Bootes

mit aufgeschossener Seilrolle

und Anker. Die Scheibenwischer

sind noch nicht montiert

kleber mit aufgedruckten Planken vorgesehen.

Gerne hätte ich diese gegen Holz plan -

ken ausgetauscht. Da ich aber keine zu Händen

hatte und diese Holzplatten auch nicht

gerade billig sind, habe ich ausnahmsweise

Dekorfolie mit Holzdekor verwendet.

Im Bereich des Bugs brachte ich einen

Yachtanker und eine aufgeschossene Seil -

rolle an. Zwei gelbe Schwimm westen fanden

im Kabinenbereich ihren Platz.

Das i-Tüpfelchen bilden jedoch die zwei

Sonnenanbeterinnen, die es sich auf den

Sonnendecks gemütlich gemacht haben. Sie

stammen aus dem Eisenbahn-Zubehör und

sind vom Maßstab eigentlich etwas zu groß,

Der Aufbau nach dem Ausfräsen mit bereits

eingeklebten Fenstern. Die optische Wirkung

gegenüber der Aufkleber-Variante ist enorm

Das überdimensionierte Ruder hat sich

bei den Fahrerprobungen hervorragend

bewährt. Das Modell passt damit zwar

gerade noch so auf den Ständer, die Fahrspaßsteigerung

ist dieses Zugeständnis

aber wert

Das hintere Sonnendeck. Hier sind die meisten Veränderungen vorgenommen worden

SchiffsModell 3/2014

25


MOTORSCHIFFE

Einsteigermodell RIVERA aufgewertet

Die RIVERA bei einer ihrer Probefahrten

im glasklaren Wasser des Naturerlebnisbades.

Aufkommendes

„Bahamafeeling“ lässt sich nicht leugnen

AUF EINEN BLICK

Modell RIVERA

Hersteller: Graupner

Maßstab: 1:32

Länge ca: 605 mm

Breite ü.a: 180 mm

Höhe ca: 210 mm

Gewicht ca: 1.200 g

Schwierigkeit: Einsteiger

Preis:

139,95 Euro (UVP)

was aber bisher noch niemanden gestört hat.

Im Gegenteil: es entlockt den Leuten immer

wieder ein Grinsen. Die Figuren habe ich allerdings

nicht festgeklebt, da sie noch auf einem

anderen Schiff Verwendung finden und

ich sie außerdem beim Fahren auf dem Wasser

abnehme. Auch wenn der Rumpf herstellerseitig

keine Lackierung vorsieht, zog

ich es doch vor, das Unterwasserschiff bis

zur Wasser linie in roter Farbe aus der Spraydose

zu lackieren. In Verbindung mit dem

selbstklebenden Dekorbogen an den Rumpfseiten

und am Heck wirkt das Finish jetzt

echt yachtmäßig.

Technische Ausrüstung

Das Modell verfügt ab Werk über einen

Speed 600 ECO 7,2-Volt-Motor. Dieser ist

perfekt fluchtend mit der Welle eingebaut

und soll in Verbindung mit einer zwei -

flügeligen Rennschraube mit 32 mm Durchmesser

für den nötigen Vortrieb sorgen. Als

Antriebsakku dient ein 6-zelliger NiMh-

Akku in der Größenordnung von 2000-

3.000 mAh. Für diese Baugröße ist auch die

nötige Aussparung im RC-Einbaubrett vorgesehen.

In meinem Modell ist ein Akku mit

2.400 mAh verbaut. Zum Befestigen liegt

dem Bausatz schon ein roter Klettbandverschluss

bei, der nur noch auf die passende

Länge gekürzt werden muss.

Als Regler verwende ich einen Carbon Series

20 Turns aus dem Hause Model craft.

Da mein Vater noch einen alten Graupner

Die ganze Familie ist begeistert –

wir müssen auslosen, wer fahren darf

B-6 40-MHz-Empfänger übrig hatte, erübrigte

sich die Frage nach 2,4-GHz. Im Zweifelsfalle

greift man auf das zurück, was

schnell und kostenlos zur Verfügung steht.

Für einen guten und sicheren Empfang

wollte ich das Antennenkabel auf keinen Fall

unter oder irgendwo auf dem Deck verlegen

und griff auf die gute alte Wendel stab -

antenne zurück. Es versteht sich von selbst

dass das Antennenkabel vor dem Anschluss

noch entsprechend gekürzt werden muss.

Das Ruder sitzt direkt hinter der Schraube

und wird so bestens angestrahlt. Um die Ruderwirkung

noch zusätzlich zu verbessern,

habe ich beiliegende Graupner-Ruder ein -

fach gegen das nächst größere aus der gleichen

Baureihe ausgetauscht. Dies sieht nun

etwas überdimensioniert aus und das Modell

passt gerade noch auf den mitgelieferten

Ständer, aber die Ruderwirkung dürfte eine

eindeutige Verbesserung zeigen.

Fahrerprobung

Nach dem obligatorischen Badewannentest,

der keinerlei Grund zu Beanstandungen gab,

fuhr ich mit meiner Familie an einem schönen

Abend an unser Vereinsgewässer, um

zur Jungfernfahrt zu starten. Nach Reichweitentest

und Funktionskontrolle übergab

ich die RIVERA ihrem nassen Element. Zuvor

wurden noch einige Bilder gemacht, man

weiß ja nie. Die Bilder zu diesem Bericht

sind allerdings im Naturerlebnisbad einer

Nachbargemeinde entstanden. Das Wasser

macht dort geradezu einen paradiesischen

Eindruck. Der Steuerknüppelweg ist bei mir

senderseitig auf 2/3 vorwärts, 1/3 rückwärts

eingestellt. Da ich noch eine alte Graupner

Fazit

Egal ob der Käufer noch irgendwo

die „alte“ von mir gebaute Version oder

die RTR-Version erwirbt; jeder sollte

für sich selbst entscheiden, ob er nicht

ein wenig Zeit, Mühe und ein paar Euro

investiert, um das Modell vom Massenprodukt

zu einem persönlichen kleinen

Schmuckstück umzubauen. Da wir

in unserer Familie alle gemeinsam den

Modellbootsport betreiben und wir

alle von diesem Boot begeistert sind,

werden wir wohl in Zukunft auslosen wer

unsere aufgewertete RIVERA fahren darf.

CX-4 (40 MHz) verwende, geschieht dies auf

mechanischen Weg über den Senderknüppel.

Der bewährte Graupner-Regler reagiert

sehr feinfühlig. Durch das übergroße Ruder

reagiert es auch hervorragend auf Steuerkorrekturen.

Der Wendekreis ist minimal. Fast

dreht das Boot auf dem Teller. So lässt es sich

gut an die Bojen des Regattakurses herantasten.

Beim Durchdrücken des Knüppels

beschleunigt die RIVERA sofort auf eine beeindruckende

Geschwindigkeit. Bedingt

durch die Form des Rumpfes kommt das

Modell super ins Gleiten und liefert ein imposantes

Fahrbild. Das findet auch meine

Mutter als stolze „Modellschiff-Kapitäns-

patentbesitzerin“.

n

DER AUTOR

Kevin Philipp Kaut befindet sich zur Zeit im

Studium. Er zeigt, wie man auch mit bescheidener

Hobby-Kasse schöne Modelle bauen kann.

26


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MOTORSCHIFFE

Löschkreuzer WESER

GRAUPNER-KREUZER WIRD RESTAURIERT

Rettung eines

Klassikers

30 Jahre hatte das Exemplar

der WESER auf dem Buckel,

das aus dem 1979 erschienenen

Graupner-Baukasten entstanden

war und sich in reichlich

verlebtem Zustand befand.

In einer minimal ausgestatteten

Werkstatt wurde es mit Akribie

und Geschick neu belebt

TEXT UND FOTOS: Pierre Schmitt

Auf einer Modellbauausstellung Ende

2009 wurde ich von jemandem angesprochen,

der das Modell der

WESER anbot. Eigentlich wollte

ich zu diesem Zeitpunkt kein

neues Projekt in Angriff nehmen, da ich mit

verschiedenen anderen Modellen genügend

beschäftigt war, vereinbarte aber dennoch einen

Termin, von dem ich mit insgesamt fünf

Modellen zurückkehrte. Das Graupner-Modell

gibt die WESER im Zustand vor dem

Ausbau der oberen Brücke wieder. Das von

mir erstandene Modell gehörte zu ersten Serie,

die 1979 auf den Markt kam – entsprechend

alt war auch die eingebaute Multiplex

RC-Anlage. Das Modell schien komplett, war

jedoch nicht fahrbereit, da die Elektrik nicht

funktionierte. Museumsreife Entstör-Kondensatoren

und Kabelverbindungen jeglicher

Art fanden sich im Inneren. Der un über -

sichtliche Kabelsalat verwirrte mich. Die Bauqualität

war mittel mä ßig, es wa ren viele

Ungenauigkeiten vorhanden. Einige Teile

waren auch schon abgebrochen. Es sollte also

ein größeres Projekt auf mich zukommen.

Da es eine lange Lagerzeit hin ter sich hatte,

war das Modell verstaubt und wurde zu -

nächst einer gründlichen Säuberungsaktion

unterzogen und sämtliche Details vom Deck

entfernt.

28


TECHNISCHE DATEN

Kompaktes Modell

Maßstab: 1 : 30

Länge ü.a: ca. 1.080 mm

Breite:

225 mm

Gesamtgewicht: ca. 6.300 g

Leider fehlten Bauanleitung und -plan,

nur ein RC-Einbauplan aus den späten Sieb -

zigern war vorhanden. Die Werft existiert

mittlerweile nicht mehr, daher waren Anfragen

zum Schiff dort nicht möglich.

Zum Glück gibt es bei Graupner im Internet

die neue Bauanleitung als Download

und auf Anfrage erhielt ich dort auch einen

Bauplan. Die WESER ist übrigens bis jetzt

als Classic-Line-Modell nach wie vor im Programm.

Als nützlich erwies sich auch die

Foto-CD vom Modellbaukaufhaus. Ich habe

sie mir zu spät gekauft, was dazu führte, dass

ich einige Details im Nachhinein nochmals

überarbeitete.

SchiffsModell 3/2014

Deutliche sichtbare Spuren des Gebrauchs

Die drei Graupner Jumbo 540 6-V-Mo -

toren sollten eingebaut bleiben, ebenso

die Doppelgelenk-Kardankupplungen aus

Kunst stoff. Zur Stromversorgung habe ich

einen 6-V-Bleiakku mit 12 Ah von Panasonic

eingebaut, er passte von der Größe gut in

den Rumpf. Bei der Neuverlegung der elektrischen

Installation halfen mir Vereinskollegen,

da ich auf diesem Gebiet Laie bin.

Das neue Farbkleid

Der Vorbesitzer hatte den Boden in den Aufbauten

seltsamerweise weiß lackiert, hier

musste also eine neue Bodenfarbe her. Problem

war, einen zumindest annähernd passenden

Farbton zu finden. Revell Nr. SM 364

mattgrün war meine Lösung. Das nachträgliche

Auftragen der Farbe im Inneren der

Brücke und des Deckhauses erforderte große

Geduld und Sorgfalt, insbesondere wegen

der schlechten Zugänglichkeit.

Gestört haben mich bei dem Modell die

unrealistisch hochglänzenden Farben. Vor

dem Neulackieren wurden einzelne Bauteile

an einigen Stellen verspachtelt und mit

400er-Nassschleifpapier geschliffen – es gab

viele unschöne Stellen und Löcher. Der Vor -

be sitzer hatte wohl keine Vorbehandlung der

Holzteile mit Porenfüller durchgeführt und

nur eine einzige Farbschicht aufge bracht.

Das Unterwasserschiff strich ich mit dem

Pinsel in rotbraun, Revell Nr. 37, entsprechend

dem echten, matten Farbton der damals

verwendeten Antifouling-Farben. Der

Rumpf selbst wurde mit matter Teerfarbe,

29


MOTORSCHIFFE

Löschkreuzer WESER

Der Rumpf bekam ein mattes Farbkleid

Das überarbeitete Deck im Bugbereich

Das Innenleben war unübersichtlich

Modernisiertes Rettungsboot und überholter Kran

Revell Nr. 6, gestrichen. Viel Zeit und diverse

Farben wurden für zahlreiche erforderliche

kleine Farbretuschen und die Detaillackierung

aufgewendet.

Aufwendige Detailarbeit

Die Reling ist der Schwachpunkt des Mo -

dells, da sie weit außen liegt und ungeschützt

ist. Die Kunststoffstützen und deren Befestigungszapfen

können leicht ab brech en. Ich

habe daher die Füße der Reling stützen und

die entsprechenden Stellen an Deck mit einem

konischen 1-mm-Diamantbohrer aufgebohrt

und 1,5-2 cm lange Stahlstifte eingeklebt.

Im Zuge der vorbildgerechten Anpassung

des Modells wurden nach Plan auf der

Rückseite der Kamine sowie auf dem Oberdeck

zwei Handläufe angebracht.

Nicht vorbildgerecht an meinem Modell

war auch, dass keinerlei Öffnungen für die

Abgasrohre bzw. Belüftung vorhanden wa -

ren. So galt es, entsprechende Öffnungen

an zubringen, deren Position ich dem Plan

30

entnahm. An den beiden Kaminwartungsklappen

wurden die Achsen und die Scharniere

durch Draht angedeutet. Bei genauem

Betrachten der Vorbildaufnahmen habe ich

festgestellt, dass diese Klappen eigentlich tiefer

liegen sollten. So wurden sie entfernt,

weiß lackiert und an der richtigen Stelle angebracht.

Im rückwärtigen Bereich des Deckhauses

gibt es laut Bauplan nur eine einzige

Tür auf der Steuerbordseite. Es müsste nach

Original-Fotos aber auch noch eine auf der

Backbordseite geben. Also wurde diese aus

ABS nach gebaut, inklusive Türgriff und

zweier Vorreiber.

Erst gegen Bauende habe ich noch die Reling

zum Brückenaufgang angefer tigt. Das

war nicht ganz einfach, da dieser Bereich

schwer zugänglich ist. Daher ist sie nicht

ganz so perfekt, wie im Bauplan angegeben.

Auch die kurze Reling hinter dem Steuerstand

wurde noch nachgebaut. Fast jedes Detail,

vom Süllrand über die Löschmonitore

bis hin zu den Rettungsmitteln, wurde über-

arbeitet. Kaum Verbesserungen bedurften

lediglich der detaillierte Fahrstand und der

gelötete Gittermast, dem eine neue Lackierung

reichte. Als optische Aufwertung relativ

einfach umzusetzen, waren die vier unteren

Revisionsklappen entlang des Deck hau ses.

Ich habe sie aus 1 mm starken ABS-Streifen

nachgebildet, sie sind etwa 3 cm lang und

1,5 cm hoch. Dazu gehörten auch einfache

Nachbildungen der oberen Scharniere.

Vom Kran zum Schlauchbbot

Recht aufwendig ist der Zusammenbau des

aus 29 Teilen bestehenden Krans, der leider

funktionslos bleibt. Am Kran selbst habe ich

vier kleine Bedienhebel angebracht und

die Hydraulik zy linder silbern lackiert. Als

Schlauch leitungen habe ich schwarz isolierte

Litze angebracht. Es fehlte noch das HIAB-

Herstellerschild, das ich zunächst selbst anfertigte.

Später bestellte ich dann doch den

Dekorbogen und es wurden die korrekten

Schilder aufgeklebt. Wer einen besseren


Das Modell kann sich wieder sehen lassen – die benötigte Werkstattausrüstung ist überschaubar

SchiffsModell 3/2014

Kran bauen will, sollte sich den HIAB-Seacrane

im Maßstab 1:24 von Krick ansehen.

Auch Graupner Kran Nr. 339 im Maßstab

1:33 wäre möglich, entspricht aber nicht exakt

dem Vorbild.

Nicht zeitgemäß war das Schlauchboot.

Der Außenbordmotor war nur ange deutet,

Steuerrad, Sitzbank und weitere typische

Schlauch boot-Details fehlten ganz. Ich habe

zunächst den Boden und den Heckspiegel

silbern lackiert und einen Gashebel montiert.

Eine Sitz bank und eine Außenborder-Tank

wurden aus Styrodur angefertigt und am Bug

eine Schleppöse angebracht. Steuerrad und

Windschutz-Scheibe durften auch nicht fehlen.

Vier Metall-Haltegriffe seitlich im Bugund

Heckbereich kamen noch dazu, außerdem

wurde die Befestigung mit Takelgarn erneuert.

Leider habe ich keine Detailfotos zum

Vorbild des Schlauch bootes, es sieht so noch

ziemlich nackt aus.

Vorbildgetreu war der ausfahrbare Beleuchtungsmast

mit den beiden Scheinwerfern,

mit denen sowohl im Modell als auch

im Original eine große Fläche ausgeleuchtet

werden kann. Die falsch angebrachten Heck -

leuch ten an den Seiten der Kamine wurden

ausgebaut und an der richtigen Stelle – mittig

über der hinteren Brückenreling – an zwei

kleinen Halterungen aus Holz angebracht.

Die alten Löcher mussten verspachtelt und

neue Kabelführungen angebracht werden.

Auch an der hinteren Brückenreling selbst

wurde mittig eine Leuchte installiert. Ein

Topplicht wurde oben am Mast an ge bracht,

wo der Vorbesitzer einen Schein werfer montiert

hatte. Soll alles vorbild ge recht funktionieren,

bleibt noch einiges zu tun. Die Folien

des Steuerpults habe ich zum Test von hinten

beleuchtet. Es gefällt mir gut und ich werde

diese Funktion ausbauen – drei bis vier Miniglühlämpchen

müssten genügen.

Als letzten Schritt habe ich die RC-Anlage

in Angriff genommen, nachdem mich die

optische Restaurierung des Modells neu

motiviert hatte. Wie schon erwähnt, war das

Boot mit einer „antiken“ Multiplex-Anlage

ausgerüstet, die durch eine einfache, neue

Anlage ersetzt werden sollte. Für mich als

„Nichtelektriker“ gestaltete sich die Verkabelung

kompliziert. Ein Boot wie die WESER

war mir aber zu schade, um es nur mit we -

nigen Funktionen auszustatten. Eine 6-Kanal-Anlage,

die den Kostenrah men nicht

sprengte, fand ich in der Modellcraft MC-60

(40 MHz).

Das Restaurierungsergebnis

Einige Aufnahmen vor Beginn der Arbeiten

und nach Ende des ziemlich langen Werftaufenthaltes

verdeutlichen in etwa die durchgeführten

Arbeitsschritte. Der finanzielle

Aufwand für den Kauf von Teilen und Zubehör

blieb mit etwa 75 Euro moderat. Der mir

zur Verfügung stehende Werkzeugsatz beschränkte

sich dabei auf ein Minimum,

31


MOTORSCHIFFE

Löschkreuzer WESER

Der obere Fahrstand vor (links) und nach der Restaurierung (rechts)

DAS ORIGINAL

Typschiff ohne direkten Nachfolger

Das Modell bekam neue Revisionsklappen

Die WESER war das erste seegehende Löschboot der Bundesrepublik

Unter der Baunummer 2247 lief am 20. Ok -

tober 1973 in Bremerhaven bei der Schichau

Unterweser AG der Prototyp eines modernen

und leistungsfähigen Löschkreuzers

vom Stapel, der bei seiner Indienststellung

im Januar 1974 auf den Namen WESER

getauft wurde. Die WESER war das erste

see-gehende Löschboot der Bundesrepublik

und wurde mit den Hauptaufgaben Bekämpfung

von Bränden, technische Hilfeleistung

in der Gefahrenabwehr und Sicherheitswachen

im Bremerhavener Geestervorhafen

stationiert. Ihr Einsatzgebiet erstreckte

sich von der Hafengruppe Bremerhaven

über den Mündungstrichter der Weser bis

zur offenen Nordsee.

Im Dezember 1998 wurde der Feuerlöschkreuzer

nach 25 jährigem Dienst an einen

Gebrauchtmaschinenhändler in die Niederlande

verkauft. Später wurde die WESER

von der Firma Sindorf Trading/Sindorf

Offshore b.v. erworben und sollte als Löschund

Rettungsboot für Bohrinseln eingesetzt

werden.

2004, das Schiff befand sich mittlerweile in

desolatem Zustand, wurde die WESER von

der Firma Metaaldraaierij Sepers b.v. gekauft

und instandgesetzt. Seit 2006 dient es als

Repräsentationsschiff der auf aufwendige

Um- und Neubauten spezialisierten Werft

in Dreumel und Heerewaarden. Bei einer

Modernisierung wurde die Einheit nachträglich

mit einer gasdichten Brücke ausgerüstet.

Trotz der beachtlichen Leistungsfähigkeit

sollte nach dem Typschiff jedoch kein weiterer

Löschkreuzer gebaut werden. Die WESER

war eines der letzten reinen Feuerlöschboote.

Die Zukunft verlangte nach Mehrzweckschiffen

– so wurde die WESER

in Bremerhaven durch zwei mit Löschmonitoren

ausgestatte Schlepper ersetzt.

Alle Details

wurden

entfernt

Die Reling zum Brückenaufgang

Technische Daten

Länge (ü.a.): 32,5 m

Breite:

6,75 m

Seitenhöhe: 4,06 m

Verdrängung: 150 BRT

Höchstgeschw: 18 kn

Antrieb

1 × MTU-16-Zylinder (3.000 PS)

2 × MTU-8-Zylinder (je 750 PS)

Feuerlöschanlage

3 Monitore, Antrieb und Steuerung

elektro-hydraulisch, Nr. 3 ist 17 m über

Wasserlinie (WL) ausfahrbar, Wurfweite:

90 m, Wasserlieferung ca. 3000 I/min

Schaummittel

12,5 t, 2 Schaummittelpumpen

mit je 14 m 3 /h gegen 13,5 bar

Sprühanlage

je 5 Sprühdüsen auf Back- und Steuerbord-

Seite zum Schutz vor übermäßiger Wärmestrahlung

bei der Brandbekämpfung.

Scheinwerferanlage

1 bewegliche, elektrisch ferngesteuert

bis zu 17 m über Wasserlinie ausfahrbare

Doppelstrahleranlage mit zwei

1.000-W-Halogen-Metall-Dampflampen.

Ausleuchtungsbereich: ca. 300–600 m 2 ,

2 bewegliche 250-W-Navi gations -

scheinwerfer, 2 Halogen-Strahler am

Aufbau des Schiffes installiert

Krananlage

1 Hydraulikkran, Tragkraft ca. 1.000 kg

bei 5 m Ausladung, 360°-Schwenkbereich

32


Meisterschaftsniveau hat das Modell nicht –

hier ging es eher um Fahrspaß

einen Dremel oder ähnliches habe ich nicht.

Etwas Modellbauerfahrung und Sorgfalt

sind für die Restaurierung eines solchen Modells

erforderlich, kein Bauteil blieb letztlich

unbearbeitet – dafür gibt es reichlich Gestaltungsspielraum.

Mein Modell sollte nicht unbedingt lupenrein

ausgeführt sein, aber aus etwa

0,5–1 m Entfernung korrekt aussehen. Die

WESER sollte primär fahrbereit sein – die

Freude am Fahrbetrieb überwiegt bei mir gegenüber

dem Bastelleinsatz – und obendrein

vorbildgetreuer aussehen als der Urbau -

kasten. Nach den Restaurationsmaßnahmen

SchiffsModell 3/2014

präsentiert sich das Modell nun in etwas besserer

Form. Meisterschaftsniveau hat es immer

noch nicht, es kann sich aber zumindest

bei Schaufahren und lokalen Ausstellungen

sehen lassen.

Mehr war auch nicht geplant und meinen

selbst gesetzten Qualitätsanspruch stellt das

Model nun zufrieden.

n

DER AUTOR

Pierre Schmitt restauriert und verbessert

am liebsten ältere Baukasten-Modelle.

Die ihm zur Verfügung stehende Werkstattausrüstung

dafür ist minimal.

Literatur-Tipp

Zivilschutzmagazin 6-7/1988: Vorbild

SchiffsModell 12/05: Vorbild

SchiffsModell 05/07: Modell

SchiffsModell 08/09: Modell

Nützlich und empfehlenswert:

WESER Foto-CD mit ca. 238 Aufnahmen

von Modellbau-Kaufhaus (18 Euro).

33


MOTORSCHIFFE

Bismarck von Trumpeter

BISMARCK VON TRUMPETER ALS FAHRMODELL

Schlachtschiff aus Plastik

Einige Plastikmodelle eignen sich zum Ausbau zum Funktionsmodell. Das BISMARCK-Modell

von Trumpeter lässt sich nicht nur als Fahrmodell aufbauen und optisch verfeinern, sondern

bietet zudem Spielraum zum Ausrüsten mit Sonderfunktionen.

TEXT UND FOTOS: Thorsten Meyer, Steve Schmidt (Fahrfotos)

Die Trumpeter-BISMARCK eig -

net sich ideal für den zukünf -

tigen Einsatz als RC-Modell, da

der Rumpf des Bausatzes in

einem Stück gefertigt ist. Eine

Ausnahme ist lediglich der aus zwei Teilen

bestehende Bugwulst, der noch angeklebt

werden muss. Die Spritzteile des Bausatzes

sind durchweg von sehr guter Qualität, das

gilt auch für den beiliegenden, umfangreichen

Ätzteilesatz. Inzwischen gibt es von

anderen Anbietern bereits weitere Ätzteile

und sogar ein Holzdeck für die Trumpeter-

BISMARCK zu kaufen. In Deutschland werden

die Bausätze der chinesischen Firma

Trumpeter über Faller vertrieben.

Als Erstes habe ich die Wellenanlage

(Wellendurchmesser 2 mm, Stevenrohrdurchmesser

5 mm) und die Ruderanlage

Mit dem Inhalt des Baukastens ist die Werkbank

erst einmal voll

gebaut. In die beiliegenden Plastik-Lagerböcke

habe ich 2-mm-Gleitlager eingebaut.

Die Komponenten für die Wellenanlagen

stammen aus dem Programm der Firma

Gundert. Die Motoren (2822/17 mit 1100

Umdrehungen/Volt) habe ich bei Hobby -

king bestellt, die Drehzahlregler Fusion Tornado

BL 8A stammen von Schweig hofer.

Bereit für Hartrudermanöver

Jeder der drei Motoren verfügt über einen

eigenen Regler, was mir die Möglichkeit eröffnete,

über meinen Computersender noch

eine Ruderunterstützung bei Hartruder -

manövern zu programmieren: Bedient man

den Gasknüppel nach vorne bzw. nach hinten,

laufen alle drei Motoren gleichzeitig

vorwärts, bzw. rückwärts. Bewegt man den

Knüppel nach links bzw. nach rechts, laufen

34


die beiden Außenmotoren entgegengesetzt,

der Mittelmotor bleibt aus. Dadurch kann

man auch in engen Fahrgewässern oder in

Ufernähe sehr gut manövrieren.

Die Ruderanlage baute ich aus den Komponenten,

die ich auch schon für die Wellenanlagen

verwendet hatte. Dabei wurden die

Ruderblätter des Bausatzes verwendet. In

diese habe ich 2-mm-Edelstahldrähte mit Sekundenkleber

eingeklebt.

Kunststoffwinkel als Motorhalter

Die Anlenkung habe ich mit 2-mm-Stellringen

realisiert, an welche passende Anlenkungsbefestigungen

angelötet wurden. Von

dort führt ein Gestänge aus Messingdraht

zum Ruderservo.

Als Motorhalterungen habe ich Kunststoffwinkel

aus dem Baumarkt verwendet,

als Wellenkupplungen tut „Kupplungs -

schlauch“ von robbe Dienst. Die dreiblättri-

Der Rauch steigt vorbildgetreu aus dem

Schornstein des Modells

gen Messing-Propeller mit 25 mm Durchmesser

stammen aus dem Programm von

Raboesch. Als alle Antriebskomponenten im

Rumpf installiert waren, ging es mit diesem

erst einmal zum Dichtigkeitstest in die Badewanne.

Auch im Maßstab 1:200 ist eine

Bismarck mit 1,25 m Länge kein kleines Modell,

aber sie passte noch so eben in die

Wanne. Wellen- und Ruderanlagen waren

auf Anhieb dicht, mit dem 2S-LiPo-Akku

(4.000 mAh) erzeugten die Motoren mehr

als reichlich Schub und auch der Rest auf -

trieb war mehr als ausreichend.

Also konnte der Bau des Modells mit allen

anderen Teilen weiter in Angriff genommen

werden. Als Nächstes habe ich das Haupt -

deck fertig gestellt, es allerdings jetzt noch

Vor der Lackierung lässt sich gut erkennen, welche Details aus Ätzteilen aufgebaut werden

DER BAUSATZ

Schlachtschiff BISMARCK

Hersteller: Trumpeter

Maßstab: 1:200

Preis:

ca. 220 Euro

Schwierigkeit: mittel

Technische Daten

Länge:

Breite:

Gewicht:

Bezug:

125 cm

18 cm

4,6 kg

Fachhandel

Eines der Bordflugzeuge vom Typ Ar 196

SchiffsModell 3/2014

35


MOTORSCHIFFE

Bismarck von Trumpeter

nicht auf den Rumpf geklebt. Es fol gten die

Aufbauten und Geschütztürme und die diversen

Kleinteile wie die Flaks, E-Messgeräte,

Verkehrsboote, Scheinwerfer mit LEDs usw.

Magnete an Deck

Bei den Geschütztürmen der Schweren Artillerie

können die Rohre mittels in den Türmen

eingebauter Servos gehoben und gesenkt

werden. Die Türme und die großen E-

Messgeräte sind auch drehbar. Hierfür habe

ich fertige Drehmechaniken verwendet, die

unter www.modellbau-mania.de bzw. bei

ebay (Verkäufer: mgs-mechanics) erhältlich

sind.

Nach der Fertigstellung der einzelnen

Baugruppen bzw. -teile wurden diese

lackiert und nach dem Trocknen zusammengebaut.

Erst jetzt habe ich auch das

Hauptdeck aufgeklebt, dadurch ersparte ich

mir Abklebearbeiten vor dem Lackieren. Die

Aufbauten sind in einem Stück abnehmbar

Fazit

Der Bau des Modells hat mir sehr viel Spaß

gemacht, verlangt einem aber wegen der

vielen kleinen und leicht zu beschädigenden

Teile auch einiges ab. Andererseits

kann man aus diesem Plastikbausatz für

relativ günstiges Geld ein sehr gut detailliertes

Modell erstellen. Ein Vorteil ist auch

die saubere Bauweise ohne große Schleifarbeiten

und der schnelle Baufortschritt.

Zum Schluss möchte ich mich auch noch

bei meinem Vereinskameraden Steve

Schmidt bedanken, der sich extra in

seinen Neoprenanzug gezwängt hat, um

die Fotos der BISMARCK auf dem Wasser

anzufertigen.

und mit Magneten am Deck befestigt. Die

15-cm-Geschütztürme ohne E-Messgeräte

sind festgeklebt, die 15-cm-Türme mit E-

Messgeräten sind abnehmbar und ebenfalls

mit Magneten fixiert. Das ist notwendig, da

die E-Messgeräte dieser Türme etwas über

das abnehmbare Aufbaudeck ragen und

folglich vor dem Abnehmen der Aufbauten

entfernt werden müssen.

Die Verkabelungsarbeit hat mich dann

auch noch einige Zeit beschäftigt, insgesamt

sind allein zwölf Servos im Schiff verbaut.

Mittels einer Sub-D-Steckverbindung wird

die Verbindung zwischen Aufbauten und

Rumpf hergestellt. Im Rumpf wurde dann

auch noch ein Raucherzeuger (www.uwefleer.npage.de)

installiert. Der Raucherzeuger

und die Scheinwerfer können ebenfalls über

die Fernsteuerung bedient werden.

Schiffsmasse 4,6 kg

Nach Erledigung einiger Restarbeiten ging

es erneut in die Badewanne zum Austa -

rieren. Dabei stellte sich heraus, dass trotz

der üppigen technischen Ausstattung noch

einiges an Ballast benötigt wurde. Die fahrfertige

Bismarck wiegt jetzt 4,6 kg!

Separater Geschützturm als Ansichtsmuster

Die Rohre in den Türmen der schweren

Artillerie können über Servos gehoben

und gesenkt werden

Schwenkmechanik in der Turmbarbette

Der Raucherzeuger mit Lüfter

Schwenkmechaniken für Türme

und E-Messgerät

Motoren und Regler im Rumpf montiert

Erst nach der Fertigstellung aller Baugruppen wurde lackiert

36


Die filigrane Reling habe ich übrigens

weggelassen. Bei einem Fahrmodell würde

sie wohl nicht allzu lange in einem unbeschädigten

Zustand bleiben und abgesehen

davon ist das auch kein historischer Fehler,

denn im Gefecht wurde die Reling am Original

sowieso niedergelegt.

Die Trumpeter-Bismarck macht als Fahrmodell

einen sehr guten Eindruck. Das

Schiff läuft stabil, die Ruderwirkung ist gut

und dank der getrennt ansteuerbaren Motoren

lässt sie sich fast auf der Stelle drehen.

Inzwischen hat das Modell schon Einsätze

auf einigen Ausstellungen und Schiffsmodelbautreffen

hinter sich. Bei diesen Veranstaltungen

kam die BISMARCK bei Ausstellern

und Besuchern gut an.

Ein schönes Bonbon des Baukastens ist,

dass er noch einen separaten Geschützturm

der Schweren Artillerie mit durchsichtigen

Gehäuseteilen enthält. Dieser eignet sich

ideal zur Ergänzung des Modells auf Ausstellungen

und wird von den Besuchern sehr

gerne ausführlich betrachtet.

n

DER AUTOR

Thorsten Meyer baut außer Schiffsmodellen

auch Eisenbahnanlagen im Maßstab 1:87.

Das BISMARCK-Modell kommt bei Schaufahren

gut an – bei Modellbauern und Zuschauern

DAS VORBILD

FÜR DEN FEINEN JOB

GIBT ES

DIE RICHTIGEN GERÄTE

Inbegriff des Schlachtschiffs

Die BISMARCK zählt unbestritten zu den bekanntesten

Großkampfschiffen überhaupt – bis heute.

Zum Zeitpunkt ihrer Dienststellung im August 1940 galt sie

als das größte und kampfstärkste, weil seinerzeit modernste

Schlachtschiff der Welt. Trotzdem wurde sie bereits auf ihrer

ersten Einsatzfahrt, dem „Unternehmen Rheinübung“, schwer

beschädigt und in der Folge von weit überlegenen britischen

Kräften am 27. Mai 1941 im Nordatlantik versenkt. Von den über

2200 Mann Besatzung konnten nur 116 gerettet werden.

Zwei der Überlebenden wurden von dem Wetterschiff SACHSEN-

WALD aufgenommen. Eine Reportage über das Schicksal von

Otto Maus und Walter Lorenzen mit dem Titel: „Vom Wetterschiff

aufgefischt“, erschien in Ausgabe 2/2013 der Zeitschrift SCHIFF-

Classic.

Der Mythos der BISMARCK wurde durch die Entdeckung des

Wracks am 8. Juni 1989 noch weiter gefördert. Die Unterwasseraufnahmen

aus 4800 m Tiefe zeigen das aufrecht auf dem Grund

liegende Wrack mit weitgehend unversehrtem Schiffskörper,

die während des Sinkens aus den Barbetten herausgefallenen

Türme der Schweren Artillerie und der abgerissen Kommandoturm

befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Abrichthobel AH 80. Vibrationsfreies, sauberes Hobeln von

Weich- und Harthölzern. Der Kleinste und Feinste weltweit!

Tragende Konstruktion aus Alu-Druckguss mit CNC-bearbeiteten

Passungen. Plangefräster Tisch 400 x 80 mm. Kugelgelagerte

Hobelwelle mit auswechselbaren Messern aus HSS. Hobelbreite

80 mm. Maximale Spanabnahme 0,8 mm. Gewicht 5,5 kg.

Von PROXXON gibt es noch 50 weitere Geräte und eine große

Auswahl passender Einsatzwerkzeuge für die unterschiedlichsten

Anwendungsbereiche.

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37


SZENE Internationaler Tag der Schiffsmodellbauer 2014

INTERNATIONALER TAG DER SCHIFFSMODELLBAUER, 10. UND 11. MAI 2014

An zwei Tagen

2013 fand der erste internationale Tag

der Schiffsmodellbauer statt. Keine Protestveranstaltung,

wie es sich ursprünglich

abzeichnete, sondern eine einzigartige, weltweite

Veranstaltung zur Präsentation unseres

Hobbys in der Öffentlichkeit entwickelte

sich daraus. 2014 geht es in die zweite Runde.

TEXT: Andreas Schneider

um die Welt

Umfragen im SchiffsModell.net und in der Facebook-Gruppe

zur Faszination Modellteich ergaben, dass der internationale

Tag der Schiffsmodellbauer nun jährlich am 2. Mai-Wochenende

stattfinden soll – 2014 also am 10. und 11. Mai.

Mehr als 70 Veranstaltungen wurden 2013 gezählt. Von Australien

über Mexico und Nordamerika bis Europa spannte sich das Netz der

Schiffsmodellbauer um den ganzen Globus. Das soll dieses Jahr getoppt

werden! Werden heuer 100 Veranstaltungen gemeldet? Kommen

weitere Regionen dazu? Es gibt noch einige Regionen und Kontinente

mit weißen Flecken auf der Karte. Mach mit und werde Teil

dieses weltweiten „Treffens“ der Schiffsmodellbauer. Jeder kann eine

Veranstaltung melden.

Wir wollen interessierten Gruppen frei stel len, ob sie sich Samstag

oder Sonntag – oder gar an beiden Tagen – treffen möchten. Dies ist

die salomonische Entscheidung einer weiteren Abstimmung aus

dem Kreise der Teilnehmer aus 2013.

Was ist zu tun?

Triff dich an diesem Wochenende mit deinen Modellbaukollegen,

deinem Verein oder deiner Interessengemeinschaft draußen am

Teich und präsentiere unser Lieblingshobby der Öffentlichkeit. Zeig,

38


Fotos: Mit freundlicher Genehmigung des SchiffsModell.net und den Teilnehmern der Faszination Modellteich 2013

Die Modellbauer und ihre Schiffe trotzten 2013 widrigsten

Bedingungen. Dabei spielten sich zum Teil spannende

Szenen wie hier auf dem Dortmunder Phönix-See ab.

was im Winter in eurer Werft entstanden ist, zeig was möglich ist

im Modellbau, aber auch, wie einfach der Einstieg sein kann.

Meldet eure Veranstaltung über das Formular des SchiffsModell.net

an, damit jeder sehen kann, wann und wo Ihr euch trefft.

Die Veranstaltungen werden im SchiffsModell.net veröffentlicht

und auf einer google-Karte angezeigt. Zu einem späteren Zeit -

punkt wird es in diesem Formular auch einen Uploadbutton

geben, über den Fotos der Veranstaltungen online gestellt werden

können. Die Bilder werden unter Angabe des Ortes und des Veranstalters

für die Berichterstattung verwendet und über die Kanäle

des SchiffsModell.net verbreitet. Sowohl die Logos als auch das

Anmeldeformular sind ohne Registrierung im SchiffsModell.net

erreichbar und funktionsfähig.

n

QR-Code scannen und direkt zum

Anmeldeformular gelangen. Alternativ

ist dieses über folgende URL erreichbar:

www.schiffsmodell.net

FÜR DEN FEINEN JOB

GIBT ES

DIE RICHTIGEN GERÄTE

Feindrehmaschine FD 150/E. Leicht, stabil und präzise. Für

Spindeldrehzahlen von 800 - 5.000/min!

Zum Plan-, Längs-, Aus- und Kegeldrehen, Abstechen und

Bohren. Hohe maximale Spindeldrehzahl zur Herstellung kleinster

Teile! Spitzenweite 150 mm. Spitzenhöhe 55 mm. Dreibacken-

Futter bis 60 mm spannend. Größe 360 x 150 x 150 mm.

Gewicht 4,5 kg.

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SchiffsModell 3/2014


MODELLBAU-PRAXIS

Radaranlenkung im Eigenbau

AUFWERTUNG DER MOTORYACHT JULES VERNE

Radar-Anlenkung

Vor einiger Zeit kaufte Jakob Huber den Graupner-Baukasten der Motoryacht JULES VERNE.

Das Modell einer typischen Mahagoni-Holzyacht im Stil der 30er- und 40er-Jahre. Als i-Tüpfel

sollte es eine Radar ansteuerung erhalten, die von außen nicht sichtbar ist. Keine leichte Aufgabe.

TEXT UND FOTOS: Jakob Huber

mit unsichtbarem Z-Antrieb

Diverse Versuche, das Radar möglichst

ohne sichtbare Technik anzusteuern,

waren schon schief gegangen. Das Radar

ist so klein, dass nicht einmal ein Mikro-

Motor mit einem Getriebe von 4 mm Durchmesser

rein passt. So musste der Antriebsmotor,

ein Faulhaber mit Getriebe, unter

dem Deck montiert werden. Nun sind aber

vom Antriebsmotor bis zum Radar einige

Kurven und Bögen zu überwinden.

Als erstes nahm ich ein Kunststoffrohr

mit 2 mm Außendurchmesser und führte

einen dünnen Stahldraht durch. Am oberen

Ende wurde der Radarschirm befestigt. Dieses

Gebinde befestigte ich am Mast bis hinunter

zum Motor unter Deck. Wen wundert

es, dass das Radar mit dieser Anlenkung nur

ruckelte? Das Bewegungsbild war grauen -

haft. Danach versuchte ich es mit einem

Stahl seil, aber das Ergebnis war ähnlich. Die

Kurven sind einfach zu eng und zu viele.

Dieser Weg wurde also generell verworfen.

Nun war auch der Mast so ramponiert, dass

er entsorgt werden musste.

Es muss mal etwas schiefgehen

Ich entschloss mich, einen ganz anderen

Weg zu gehen. Ich überlegte, ob eine Anlenkung

mit Kegelrädern funktionieren könnte,

etwa so, wie ein Z-Antrieb. So wurden drei

Sätze Kegelräder angeschafft: ein Satz Modul

0,5 20/20 Zähne, Bohrung 4 mm für die

Anlenkung am Antriebsmotor und zwei

Sätze Modul 0,2 20/20 Zähne, Bohrung

1,5 mm für die Anlenkung des Radarschirmes.

Die Zahnräder für den Radarschirm

sind so klein, dass diese unterhalb von dem

Radarpodest einigermaßen Platz haben.

Nach dem Verlust musste ein neuer Mast

gebaut werden. Ich sägte aus einem Stück

6-mm-Sperrholz die Konturen des Mastes

aus und schliff den Rohling so lange, bis er

dem Original entsprach. Für die Anlenkungen

fräste ich vorne in den Mast eine recht

tiefe, 3 mm breite Nut. Das Podest für das

Radar wurde gleich an den Mast geklebt. Darin

habe ich vorne mittig ein 3-mm-Loch für

die Durchführung der Anlenkung gebohrt.

Damit waren die Anforderungen geschaffen,

um eine fast unsichtbare Anlenkung des

Radars zu bewirken. Längenangaben von

Es ist nicht einfach, mit kleinen Zahnrädern

eine schlüssige Verbindung zu bekommen

Der Spielwert des Basismodells sollte

durch die Aufwertung mit Funktionen

am Mast gesteigert werden

40


den Rohren und Stangen habe ich keine gemacht,

die ergeben sich aus dem Bau heraus.

Als Material verwendete ich Messing.

In das Radar bohrte ich, ebenfalls mittig,

ein 3-mm-Loch und klebte dort, oben bündig,

unten etwa 1,5 mm herausschauend, ein

3×2,1-mm-Rohr ein. Diese Einheit klebte ich

nun auf das Podest, wobei das unten herausstehende

Stück Rohr zusätzlichen Halt im

Podest findet.

Als nächstes nahm ich ein 2×1,4-mm-

Rohr und rieb es mit einer Reibahle auf

1,5 mm auf. In dieses Rohr klebte ich eine

1,5-mm-Stange und auf diese ein Kegelrad

Modul 0,2 mm. Diese Anordnung steckte

ich mit dem Zahnrad nach unten von unten

in das Radar.

Modell nicht auf den Kopf stellen

In den Radarschirm klebte ich mittig ebenfalls

ein Stück 1,5-mm-Stange. Dieses Stück

mit dem Radarschirm wurde von oben in

das Rohr gesteckt. Wird nun die Anlenkung

in Bewegung gesetzt, dreht sich der Radarschirm

mit. Herausfallen kann er eigentlich

nicht, nur wenn man das Modell auf den

Kopf stellt. Die Konstruktion hat den Vorteil,

dass Besucher, die bei Ausstellungen gerne

mal an einem solchen Radar fummeln, es

nicht gleich kaputt machen.

Als nächstes baute ich die Querachse der

Anlenkung. Dazu nahm ich eine 6-Kant-

Stange Schlüssel-Weite 5 mm. In diese

bohrte ich dann ein durchgehendes Loch

2,1 mm. In diesem lief dann die Stange

2 mm, die ich vorher an beiden Enden auf

1,5 mm abdrehte, sodass die kleineren Kegelräder

darauf passen und eingeklebt werden

konnten. Als Klebstoff verwendete ich

„Loctite 648 Fügen Welle-Nabe“. Mit diesem

Kleber machte ich beste Erfahrungen.

Diese Einheit klebte ich so auf einen

Sockel unter das Podest, dass eine schlüssige

und leicht drehbare Verbindung mit dem

Viel Geduld

erforderte die Anpassung

der Kegelradverbindungen.

Bis alles richtig

passt, muss viel

probiert werden

Einige Versuche hatten den Mast in Mitleidenschaft gezogen.

FÜR DEN FEINEN JOB

GIBT ES

DIE RICHTIGEN GERÄTE

MICRO-Fräse MF 70. Stufenlos regelbar von 5.000 bis 20.000/min.

Klein aber fein!

Mit balanciertem Spezialmotor für schwingungsfreies Arbeiten bei

hohen Drehzahlen und zum Einsatz von extrem kleinen Fräsern.

Größe 340 x 225 x 130 mm. Gewicht 7 kg.

6 Stahlspannzangen von 1,0 - 3,2 mm und

Stufen-Spannpratzen gehören dazu.

Die Einzelteile des „Z-Antriebes“

Von PROXXON gibt es noch

50 weitere Geräte und eine

große Auswahl passender

Einsatzwerkzeuge für

die unterschiedlichsten

Anwendungsbereiche.

MF 70

Oben: das Radar mit Kegelzahnradgetriebe. Im neu angefertigten

Mast (Mitte) wird die Welle (unten) bis unter das Deck geführt

Bitte fragen Sie uns.

Katalog kommt kostenlos.

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PROXXON GmbH - D-54343 Föhren - A-4210 Unterweitersdorf

SchiffsModell 3/2014


MOELLBAU-PRAXIS

Radaranlenkung im Eigenbau

Der neue Mast an Deck der

JULES VERNE. Jetzt dreht sich

das Radar, ohne dass der

Mechanismus zu sehen ist

Unter Deck befindet sich der Faulhaber-

Motor, der das Kegelradgetriebe antreibt

nach oben gehenden Stück entstand. Das

erste Gelenk war damit fertig und der Radarschirm

drehte sich genauso mit. Ein kleiner

(wirklich ein kleiner) Schlag auf die Achse

und er drehte sich etwas schwerer, aber das

sollte er ja auch. Sodann fertigte ich das lange

Teil nach dem Muster der quer liegenden

Anlenkung, nur kam auf das eine Ende ein

Kegelrad Modul 0,2, auf das andere Ende ein

Kegelrad Modul 0,5. Zwischen die Verbindungen

bei den größeren Kegelrädern ka -

men passende Buchsen.

Mehr Funktionen am Mast

Die Buchsen wurden geklebt, die Kegelräder

mit Madenschrauben festgeschraubt. Diese

Einheit legte ich in den gefrästen Schlitz am

Mast. Alles wurde dementsprechend lang

genug angefertigt, damit es auch durch das

Deck in den Bootsrumpf hineinragte. Auch

hier musste die Anlenkung genauestens angepasst

werden. Ohne viel Probieren, läuft

42

Hinter der Stütze der Radarplattform ist

die Anlenkung unsichtbar

dabei nichts. Nun musste noch der Antriebsmotor

angebaut werden. Das war das dritte

Gelenk. Als Motor hatte ich noch einen Faulhaber

mit passendem Getriebe. Auf dem Motor-Ritzel

montierte ich das zweite Kegelrad,

Modul 0,5. Als ich diesen fest am Mast der

Jules Verne montierte und einschaltete, gab

dieser meines Erachtens viel zu laute Lauf -

ge räusche ab. Deshalb gab ich ihm einen

Mantel aus Schaumstoff und Ruhe war. Ein

wenig wackelig aber er ist schlüssig. Nun

befindet sich am Mast nicht nur das Radar,

es sind auch Lichter dort angebracht. Als

Anschlusskabel für diese verwendete ich

dünnes Kabel von einem ausgemusterten

Trafo. Es ist sehr dünn, gut lackiert und für

die geringe Leistung einer Modellglühlampe

reicht es allemal. Die Kabel wurden ebenfalls

durch den im Mast eingefrästen Schlitz geführt.

Außerdem baute ich eine Stütze für

die Radarplattform, die unten verkleidet

wurde. Zum Schluss wurde alles ver spach -

telt, geschliffen und lackiert. Noch ein wenig

Öl auf die beweglichen Teile, fertig war der

Mast und konnte in die JULES VERNE eingebaut

werden. Zur Anlenkung verwende

ich einen elektronischen Ein-/Ausschalter.

Vor diesen setzte ich einen Spannungsregler,

damit kann man den Motor auf die richtige

Umdrehungszahlen einpegeln. Ansonsten

läuft er mit der Bordspannung von 12 V viel

zu schnell.

n

Fazit

Es ist nicht einfach, mit solch kleinen

Zahnrädern eine schlüssige Verbindung

zu bekommen.

Ich denke, in diesem Fall kommt man

mit Zeichnungen und Messen nicht

viel weiter. Ein Uhrmacher könnte es

bestimmt besser. Aber es funktioniert

und ich bin zufrieden damit.

Ich wünsche jedem, der eine solche

Konstruktion bauen möchte, ein gutes

Gelingen.


Kleinster Messegast: das winzige

Modell des Kriegsschiffes SCHARNHORST

wurde im Maßstab 1:1.250 erstellt

und ist äußerst selten.

VORSCHAU INTERMODELLBAU 2014

Von der Luxus-Yacht

bis zum U-Boot

Die INTERMODELLBAU, Europas größte Messe für Modellbau und

Modellsport, ist auch 2014 Treffpunkt der Schiffsmodellbaufreunde

aus ganz Europa. Vom 9. bis 13. April 2014 warten spektakuläre

Vorführungen im Wasserbecken auf die Besucher.

TEXT UND FOTOS: Dr. Andreas Weber

Ideeller Träger der INTERMODELLBAU

ist wie gewohnt der nauticus e.V., Deutscher

Dachverband für Schiffsmodellbau

und Schiffsmodellsport. In Halle 5 ist er mit

einem eigenen Stand vertreten. Ansonsten

dreht sich dort fast alles um das große Wasserbecken,

wo die Vorführungen im 20-Minuten-Rhythmus

wechseln und das mit seiner

Tiefe von 40 Zentimetern für einen veritablen

„Schiffsuntergang“ taugt. Das dürfte

die Aufgabe der niederländischen Gruppe

„Hollands Offshore“ sein, die sich, unterstützt

von Berliner Modellbauern, in diesem

Jahr dem spannenden Thema Offshore widmet.

Versorgungsschiffe im Maßstab 1:40

bzw. 1:50 werden viele fern ge steuerte Funktionen

zeigen, eine Kollision, einen Untergang

und ein simuliertes Feuer an Bord.

SchiffsModell 3/2014

USS MISSOURI Länge von 2,70 m

Ebenfalls aus den Niederlanden kommt die

Gruppe Mini Marine International, deren

Mitglieder historische und moderne Marine-

Schiffe überwiegend im Maßstab 1:100 nachbauen.

Absoluter Hingucker dürfte die USS

Missouri sein, die es angesichts ihrer gewaltigen

Größe auch als Modell noch auf eine

Länge von 2,70 m bringt.

Belgier präsentieren „Cherbourg“

Zu Gast ist auch der MBV Hofstade. Die Belgier

präsentieren ihr Diorama „Cherbourg

Anno 1944“. Auf einer Fläche von 3 x 12 Meter

wird ein realistisches Abbild der alliierten

Landung im 2. Weltkrieg in der Normandie

im August 1944 gezeigt. Die Wasserfläche

des Cherbourger Hafens ist echt. Die Mo -

Eintrittspreise

Eintritt für Erwachsene: im Vorverkauf

11,50 Euro, an der Tageskasse 14 Euro.

Die Eintrittskarte der INTERMODELLBAU

berechtigt ebenfalls zum Besuch der

parallel stattfindenden Flugmodellbau-

Messe experTEC (11. bis 13. April).

Info und Tickets: www.intermodelbau.de

delle schwimmen ferngesteuert auf einem

zehn Zentimeter tiefen Gewässer.

Yachtmodellbau im Maßstab 1:10

Die IG Yachtmodellbau kommt mit sehr professionellen

Nachbauten im Maßstab 1:10

und 1:20 nach Dortmund. Der Wuppertaler

Bert Elbel koordiniert die Arbeiten der aus

ganz Deutschland kommenden Mitglieder,

die ihre ansehnlichen Luxus-Yachten in einem

kleinen Yachthafen im eigenen Wasserbecken

präsentieren.

Gläserne U-Boote im Glasbecken

Die 100 nationalen und internationalen Mitglieder

der IG Sonar präsentieren insgesamt

fast 50 Ausstellungsstücke. Zwei erfahrene

Modell bauer führen gläserne U-Boot-

Modelle in einem eigenen Glasbecken vor.

Alle Manöver können dabei live am Stand

des nauticus e.V. beobachtet werden.

Karton im Fokus

Der mittlerweile 82-jährige Hamburger Apotheker

Richard Petersen erklärt den Kartonmodellbau

in seiner unnachahmlichen norddeutschen

Art. Gebaut werde Modelle aus

aufwendig bedrucktem Karton (Papier mit

mehr als 80 Gramm pro qm), oft mit der

Lupe und mit viel Geduld: Bis zu 10.000 Teile

sind zu verarbeiten.

Tickets aus dem Online-Shop

Im Online-Shop der INTERMODELLBAU

können Tickets schnell, bequem und einfach

von zuhause aus erworben werden. Das Ticket

kann auch gleich daheim ausgedruckt

werden. Mit dem Kauf eines solchen „Printat-home-Ticket“

ist ein Preisvorteil gegen -

über dem Kauf an der Tageskasse ver bun -

den, zudem vermeidet man Wartezeiten an

der Kasse.

43


MODELLBAU-PRAXIS Microfräse in der Werkstatt

PROXXON MICROFRÄSE MF70

Kleine Fräse

Große

Hilfe

Wer im Modellbau nicht immer

auf fertige Kaufteile zurückgreifen,

sondern selbst auch

aufwendigere Sachen herstellen

möchte, kommt ohne eine

Drehbank oder Fräse nicht

wirklich weit. Sicher kam fast

jeder Modell bauer schon

in die Situation, in der er sich

wünscht, ein ent sprech endes

Werkzeug parat zu haben.

TEXT UND FOTOS: Dieter Jaufmann

44


Der Ein-/Ausschalter liegt direkt neben dem Drehzahlregler

Praktisch: Auf der

Stirnseite ist eine Tabelle

mit den passenden

Drehzahlen für verschiedene

Fräser-Durchmesser in

verschiedenen Werkstoffen

angebracht

Kompakt: aufgrund ihrer Maße findet die

MF70 in jeder Werkstatt Platz

Die Anordnung der Bedienelemente

macht die MF 70 benutzerfreundlich

Mir erging es bereits schon

mehrfach so, sodass ich

dieser Situation überdrüssig

wurde und mich zum

Kauf einer Fräse entschloss.

Doch das erhältliche Angebot ist gigantisch

und eigentlich in jeder Größe und Preiskategorie

etwas vorzufinden. Da ich das Werkzeug

fast ausschließlich für Modell bau -

zwecke vorsah, sollte es demzufolge auch

möglichst handlich und in meinem kleinen

Hobbyraum problemlos unterzubringen

sein. Nach einer ausgiebigen Recherche

stieß ich auf die Microfräse MF70 von Proxxon.

Diese Firma führt eine ganze Palette

von verschiedenen Elektrofeinwerkzeugen

wie z.B. Dreh-, Fräs- und Bohrmaschinen.

Bestellt, bezahlt und bereits am über -

nächsten Tag klingelte der Postbote an der

SchiffsModell 3/2014

Haustür und überreichte mir mein Paket.

Mit großer Freude wurde sofort die Ma -

schine ausgepackt und der Familie lautstark

verkündet, dass wir nun eine Fräse im Haushalt

haben. Leider hielt sich deren Begeisterung,

im Gegensatz zu meiner, ziem lich im

Rahmen.

Kleiner als vorgestellt

Die MF70 erschien mir auf den ersten Blick

doch etwas kleiner, als ich sie mir vorgestellt

hatte. Allerdings ist sie weniger für den professionellen

Einsatz in metallverarbeitenden

Werkstätten konstruiert, sondern eher für

ambitionierte Hobbyhandwerker. Demzufolge

verfügen Microfräsen auch über eher

kleinerdimensionierte Verfahrwege. Ne ben

der MF70 gehören ein Spannzangenblock

mit sechs Spannzangen von 1,0 bis 3,2 mm,

ein Koordinatenkreuztisch KT70, ein Spannpratzensatz

sowie die Bedienungsanleitung

zum Lieferumfang. Die Anleitung enthält

kompakt auf wenigen Seiten alles Notwendige,

sodass man mit der Bedienung eigentlich

sehr schnell zurecht kommt. Leider ist

das nicht unbedingt selbst ver ständ lich. Für

den endgültigen Betrieb verbleibt dem

Käufer lediglich die Aufgabe, den

200 x 70 mm großen Kreuztisch mit den

vier beigelegten M4-Innensechskantschrauben

an die Fräse anzuschrauben. Zudem

muss die Fräse mit vier weiteren Schrauben

auf einer stabilen Unterlage befestigt

werden. Dies garantiert Sicherheit und verhindert

ein sogenanntes Rodeo-Arbeiten. Sobald

eine sichere Montage gewährleistet ist,

können wir uns auch mit der Bedienung näher

vertraut machen.

45


MODELLBAU-PRAXIS Microfräse in der Werkstatt

Die Fräsergebnisse sind absolut zufriedenstellend

Der Präzisionsmaschinenschraubstock (optional) hat sich als nützlich erwiesen

Das Arbeiten mit der MF70 geht leicht von der Hand – sie möchte in meiner Werkstatt ich auf keinen Fall mehr missen

Gleich zu Beginn fällt mir die kompakte

Größe positiv auf. Selbst in den kleinsten

Hobbyräumen findet die Werkzeug ma schi -

ne Platz. Mit einer Gesamthöhe von 340 mm

ist diese nur unwesentlich höher, als ein

senkrecht aufgestelltes DIN-A4-Blatt. Den

Antrieb übernimmt ein 100 Watt starker

Elektromotor. Über einen Drehknopf an der

Seite lässt sich die notwendige Arbeitsdrehzahl

stufenlos verstellen. Entscheidend ist,

immer vor Arbeitsbeginn die passende

Drehzahl einzustellen, die vom Fräsdurchmesser

sowie dem zu bearbeitenden Ma -

terial abhängig ist. Wer an dieser Stelle nun

absolut unsicher ist, sollte einen kurzen Blick

auf die Fräsmaschine werfen. Proxxon hat

46

Sechs

Spannzangen

gehören zum

Lieferumfang

nämlich eine Grafik angebracht, auf welcher

ersichtlich ist, welche Drehzahl in Abhängigkeit

vom Durchmesser für den jeweiligen

Werkstoff einzustellen ist. Die MF70 ist

beson ders für feine und prä zise Fräsarbeiten

in Metallen, Kuns t stoffen oder Holz konstruiert

worden.

Drehzahl stufenlos verstellbar

Die stufenlos verstell bare Drehzahl liegt im

Bereich von 5.000 bis 20.000 Umdre hun -

gen, was den Einsatz von sehr kleinen

Fräsdurch mes sern erlaubt. Auch der mitgelieferte

Koordinatentisch KT70 ist sehr präzise

und ohne jegliches Spiel, was eine entscheidende

Voraus setz ung für genaues, sauberes

Arbeiten ist. Soll te der Tisch mit der

Zeit doch Spiel bekommen, können die Achsen

problemlos mit Justier-Schrauben nachgestellt

werden. Die drei Handräder sind aus

Kunstsoff gefertigt und mit einer entsprechenden

Skalierung versehen.

Klein aber solide

Dabei bedeutet jeder Teilstrich 0,05 mm Vorschub

und eine vollständige Umdrehung genau

1 mm. Um das Arbeiten zu erleichtern,

lassen sich die Skalenringe ohne Verfahren

des Tisches auf null einstellen. Zusätzlich

verfügt die Fräse über eine verschiebbare

Skala für die Verstellung in x- und z-

Richtung. Der Verfahrweg in vertikaler Richtung

beträgt insgesamt 83 mm, in Querrichtung

134 mm und in Längsrichtung 46 mm.

Wenn schließlich die Fräse vollständig einsatzbereit

vor einem steht, hat man dennoch

den Eindruck, dass es sich hier zwar um eine

kleine aber dennoch solide Maschine han -

delt. Kein Teil wirkt in irgendeiner Weise

billig oder gar fehl am Platz. Die Bedienelemente

sind gut platziert und griffig, sodass

den anstehenden Arbeiten nichts weiter im

Wege steht.


Zur Gewährleistung einer gewissen Arbeitssicherheit

und optimaler Qualität muss

das Werkstück immer festgespannt werden.

Für diesen Zweck bestellte ich mir neben

dem im Lieferumfang beinhaltenden Spannpratzensatz

noch einen passenden Schraubstock

von Proxxon. Dieser ist aus Stahl ge -

fräst, hat eine Backenbreite von 46 mm und

eine Spannweite von 34 mm. Er wird auf

dem Kreuztisch befestigt und das Werkstück

darin sicher eingespannt. Jetzt bleibt es nur

noch einen passenden Fräser einzusetzen.

Werzeugwechsel

Im Zubehörprogramm bietet Proxxon hier -

für passende Vollhartmetall-Schaftfräser -

sätze an. Diese verfügen über zwei Spiralnuten

und einen Fischschwanz-Anschliff,

was das Eintauchen in Werkstücke ohne Vorbohrung

ermöglicht. Für das Einsetzten

muss die Spindel mit einem Schlüssel

blockiert und die Überwurfmutter gelöst

werden. Nun die gewünschte Spannzange

mit passendem Einsatzwerkzeug einführen

und die Mutter wieder festziehen. Bei den

Spannzangen werden unter anderem die

folgenden Größen 1,0–1,5–2,0–2,4–3,0 und

3,2 mm mitgeliefert. Diese hochwertigen

micromot-Stahlspannzangen sind dreifach

geschlitzt und zusätzlich gehärtet.

In der Bedienungsanleitung wird darauf

hinge wiesen, alle Einsatzwerkzeuge so kurz

wie möglich zu spannen, da lang heraus -

stehen de Schäfte vibrieren und dadurch ein

präzises Fräsen verhindern. Nachdem die

Fräse soweit eingestellt und an den Strom

angeschlossen ist, bleibt es noch die Spindel

Ist sicherer Stand gewährleistet, heißt es:

Fräser rein und los geht’s

SchiffsModell 3/2014

DATEN

Fräse Proxxon MF70

Stromanschluss: 220 – 240 V

Leistung:

100 W

Spindeldrehzahlen: 5.000–20.000 U/min

Tisch:

200×70 mm

Verfahrwege: x (quer) 134 mm

y (längs) 46 mm

z (hoch) 80 mm

Maschinenfuß:

Gesamthöhe:

Gewicht:

130×225 mm

370 mm

ca. 7 kg

Lieferumfang

Microfräse MF70, Spannzangenblock

mit sechs Spannzangen (1,0–3,2 mm),

Koordinatenkreuztisch KT70, Spannpratzensatz,

Bedienungsanleitung

Bezug: Fachhandel, UVP/Euro: 289,-

auf die passende Fräsdrehzahl einzustellen,

sowie die Fräse mit dem oberen Handrad

auf die gewünschte Frästiefe zu bringen. Mit

der vorderen Kurbel wird schließlich der

Tisch in der Längsrichtung bewegt und mit

der rechten in Querposition. Zunächst habe

ich eine Abflachung in ein dickes Kunststoff-

Rundprofil gefräst. Das ging wie Butter, denn

durch die stufenlose Drehzahlregelung ließ

sich schnell eine passende Drehzahl finden,

bei der ein guter Vorschub erzielt wurde und

das Material nicht schmolz.

Multifunktionalität

Als nächstes folgte ein Aluminium-Werkstoff,

in den zu Testzwecken verschiedene

Fasen und Nuten gefräst wurden. Auch hier

war das Ergebnis zufriedenstellend, sodass

ich das Gerät mittlerweile auf gar keinen Fall

in meiner Werkstatt missen möchte.

Egal ob Motorhalter, Kühlplatten oder

Fensterrahmen. All dies, und noch mehr,

lässt sich mit der Microfräse realisieren. Zu-

Blick unter die Abdeckung auf den

100-Watt-Motor und den Drehzahlregler.

Alles ist übersichtlich und sauber eingebaut

dem lässt sich die MF70 auch in eine kleine

Standbohrmaschine umwandeln. Hierfür

werden einfach anstatt Fräser Bohrer eingespannt.

Allerdings sind nur Bohrer-Größen

möglich, für die eine Spannzange vor -

handen ist. Im Zubehörprogramm von

Proxxon findet man auch einen Teilapparat

für die Microfräse. Dieser ist für das Bearbeiten

von kreis förmigen Werkstücken, die

Her stellung von radial versetzten Bohrungen,

Ausfräsungen, Vierkanten, Sechskanten,

etc. nützlich. Ebenso gibt es auch eine

passende Graviereinrichtung GE 70, die

anstelle des Kreuztisches auf die MF70

montiert werden kann. Dadurch können

Buchstaben, Zahlen, Ausschnitte oder frei

erfundene Formen exakt in Metalle oder

Kunst stoffe eingraviert werden. n

DER AUTOR

Dieter Jaufmann, ist spezialisiert auf

Powerboats und deren Aufrüstung.

Fazit

Wer auf der Suche nach einer kleinen,

präzisen Fräse ist, sollte durchaus

die Proxxon MF70 berücksichtigen.

Sie ist sehr kompakt, praktisch und mit

sieben Kilogramm Eigengewicht relativ

handlich.

Für große Werkstücke ist sie etwas

zu klein, aber wie der Name schon sagt

handelt es sich eben um eine MICRO-

Fräse. Zudem sind einige Umrüstsets

auf dem Markt erhältlich, mit denen

die Proxxon MF70 ohne größeren

Aufwand zu einer CNC-Fräse umgebaut

werden kann.

47


U-BOOTE

Eigenbau-Submarine

YELLOW-SUBMARINE IM HOLZ-EIGENBAU

Schwimmende

Bleistiftschachtel

Dieses U-Boot ist eine Spezialkonstruktion

für die Steuerung

nach Sicht im Handbetrieb – auf

Basis einer Bleistiftschachtel!

Passend zum altmodischen

Ausgangsmaterial Holz wurde

auf elektronische Regelsysteme

verzichtet. Die Steuerung

beschränkt sich auf Seitenruder

und Drehzahlsteller – der

An stellwinkel der vorderen

Tiefenruder wird vor Fahrtantritt

durch eine Klemmschraube

justiert.

TEXT UND FOTOS: Florian Schmidt

48

Nach dem Stand der heute ver füg ba -

ren Modelltechnik wird ein U-Boot-

Spezi dieses Ding als hoffnungslos

antiquiertes Einsteigermodell einordnen.

Was veranlasst also jemanden, nach dem

einen oder anderen „richtigen“ U-Boot, so

einen Dinosaurier zu bauen?

Ich möchte fast wetten, dass jeder Modellbauer

die Erfolge und Katastrophen seiner

ersten Eigenbauten ein Leben lang vor Au -

gen hat. Bei mir wären das ein im Sturm fast

verlorener Gaffelkutter und das Fliegen mit

ei nem dynamisch tauchenden U-Boot. Ich

woll te es 30 Jahre später einfach nochmal

versuchen.

Das Modell begann ich mit ei nem rechteckigen

Sperrholzkasten, in den das Technikgerüst

wie eine Schublade gleitet. Die

Maße ergaben sich aus dem für die Ein bau -

ten benötigten Raum (was ich später bereuen

sollte).

Tiefseeexpeditionen vermeiden

Um die hölzerne Bleistiftschachtel klebte

ich so viel Balsa, wie zum Schleifen der gewünschten

Bootsform gebraucht wurde. Ich

empfehle eine Wandstärke von mindestens

8 mm und abgerundete Kanten. Scharfe

Winkel erschweren das anschließende Versiegeln.

Ich zog eine Schicht von etwa 1,5 mm

GFK auf, einhergehend mit dem allseits beliebten

Spachteln und Schleifen.

Es gibt bei meinem Modell keinen zylindrischen

Druckkörper. Tiefseeexpeditionen

sind also nicht ratsam. Das war auch nicht

mein Anspruch. Geringes Volumen braucht

weniger Ballast – die Trägheit nimmt ab, was

die Steuerbarkeit verbessert. Um das Volumen

möglichst gering zu halten, ist mein

Modell vorwiegend rechteckig und ohne

Konturanbauten am Rumpf.

Nicht nur aus dem Steinzeitregal

Den Turm habe ich nach Urmodell in

For men laminiert. Er könnte vielleicht auch

dün ner aus Kunststofffolie geklebt werden.

Die selbstgegossene Silikondichtung wird

von einer zentralen Verschlussschraube

im Bug zwischen laubgesägten ABS-Platten

gepresst. Diese Klebestelle mit dem GFK-

Rumpf verdient Aufmerksamkeit.

Stevenrohr und Kupplung sollten nicht

aus dem Steinzeitregal stammen. Ich habe

eine kleine Drehmaschine, es gibt solche

Wellenanlagen mit motorseitigem Kugel -

lager und Lippring aber auch im Fachhandel


Beim heutigen Stand der Modelltechnik

wirkt dieses U-Boot hoffnungslos antiquiert ...

Die Gewindebuch se dient zum Fixieren der Bleistift schach tel im Bootsrumpf

Der Motor ist an einem separaten

Spant mit dem Heck verschraubt –

das bringt fast 30 mm Raumgewinn

Herstellen des Silikondichtringes

Die selbstgemachte Dichtung

sitzt nahezu perfekt

SchiffsModell 3/2014

Die Halbschalen des Turms nach dem Heraustrennen

aus der Urform

Zusammengefügte Turmhalbschalen

zu kaufen. Die Powergripp-Kupplung ist

steckbar und lässt zu, den Motor an einem

separaten Spant mit dem Heck zu verschrauben.

Ich gewinne dadurch gut 30 mm Raum.

Radarhalterung und horizontale Flossen

werden unbedingt hochsolide mit langen,

stabilen Stiften verklebt. Bei meinem Boot

führt ein Messingrohr für das Sicherheitssystem

in der Mitte der linken Flosse nach

außen, weil ich dort am wenigsten mit Verstopfungen

rechne.

Manövrierbarkeit im Handbetrieb

Das Boot ist kurz, Länge zu Breite etwa 7,3 : 1.

Damit wird es wendig, aber auch leicht beweglich

um die Querachse. Der Ballast hängt

in einem kurzen, dicken Barren unter dem

Schwerpunkt. Er richtet das Boot nach einer

Störung schnell mit großer Kraft in die Horizontale

auf.

Das Verhältnis der Flächen Tiefenruder

vorne zu Flossen hinten beträgt etwa 1 : 1,7.

Horizontale Schwingungen werden annähernd

vollständig unterdrückt. Das Ver hält -

nis der senkrechten Fläche der Seitenruderhalter

zum Ruderblatt beträgt etwa 1,5 : 1 Zwar

liegt das Ruder im Propellerstrahl, das bringt

aber eigentlich nur an der Oberfläche Vor -

teile. Getaucht neigen U-Boote ohnehin zum

Querstellen, wenn sie nicht durch

senkrechte Flossen daran gehindert werden.

Drehen die Ruder komplett um ihre Achse,

ist auch ein Modell mit Ruderkreuz vor dem

Propeller wendig, so es denn nur kurz genug

wird. Trotz spielfreier Anlenkungen pendelt

mein Boot ganz leicht. Das Ruder sollte

geringfügig vergrößert werden.

Der Speed-500-E-Motor verbraucht bei

7 V am Zweiblatt-Hydropropeller mit Was -

ser hahnfett im Stevenrohr 3 A bei Standschub.

Das ist doppelt so stark, wie zum Tauchen

nötig wäre. Wenn ich bemerke, dass

das Modell steigt, reicht ein kurzer Gas-Stoß

49


U-BOOTE

Eigenbau-Submarine

Die gelbe Farbe ist ein Sicherheitsfaktor

und erleichtert das Fahren nach Sicht

Unter dem Turm

befindet sich

ein Handrad zum

Entlüften. Vor

jedem Tauchgang

sollte dies

geschehen, um

Unterdruck

im Modell zu

vermeiden

Das Technikgerüst: auf der Oberseite befinden sich RC-Komponenten

und Ansteuerungen, auf der Unterseite ist im Bugbereich der

Akku untergebracht

zum Abfangen. Muss ein Boot aber erst zwei

Sekunden beschleunigen, um Druck an den

Tiefenrudern aufzubauen, wird es schwierig,

es dynamisch zu kontrollieren. So ein Modell

braucht genug Schub, um praktisch aus dem

Stand auf Unterwassergeschwindigkeit zu

springen. Darum eignet sich ein kleines,

spon tan losflitzendes Modell für Hand be -

trieb am besten.

Nun soll es auch echte Renn-U-Boote geben.

In diesem Fall werden die passiven Stabilisierungsmaßnahmen

nicht ausreichen.

Zufällig hat der 500 E die gleichen Anschlussmaße

wie seine scharfen Schwestern.

SICHERHEITSSYSTEME

Sichtkontakt ist alles

Laut Hersteller sollte mein Dreh zahl stel -

ler bei Ausfall des Senders abschalten. Tut er

aber nicht. Klügere Bastler prüfen so etwas

vermutlich, bevor sie ein derart enges Technikgerüst

um den Regler herum bauen, dass

kaum ein anderer hinein passt. Mit im

Rumpf verlegter Antenne habe ich nicht nur

gute Erfahrungen gemacht. Der Federstahldraht

ist außerdem zum Ab wei sen von Treibgut

geeignet.

U-Boot fahren

Das Modell wird sorgfältig horizontal getrimmt.

Oder doch anders? Buglastig kann

Grundsätzlich ist dieses Modell auf extrem gutmütiges Fahrverhalten ausgelegt.

Vorausgesetzt, das Modell bleibt sichtbar. Darum werden zwei hochwirksame

Sicherheitssysteme angewendet.

1. Gelbe Farbe

Das Boot ist sehr gelb. Leider lehrt die

Erfahrung, dass bisweilen Ablenkungen im

„Zentralrechner“ des Piloten auftreten

können, die zum Verlust des Sichtkontaktes

führen. Gelb ist sehr auffällig, was das

Wiederfinden erleichtert.

2. Absturzbremse

Das erwähnte Röhrchen in der Flosse

informiert via Schlauch einen einstellbaren

Membranschalter (kein Sensor!) von Conrad

über in meinem Fall verwegene 50 cm

Tauchtiefe. Blüht die Alge, kann das schnell

die Sichtgrenze sein.

Der Schalter ist leider nur als Schließer

verfügbar und mit gerade 20 mA zu

belasten. Die kommen mit 5 V aus der

Empfängerversorgung. Bei zweifacher

Betätigung der Reedrelais wird die Signalleitung

des Drehzahlstellers getrennt.

Motor aus! Einfacher geht’s nicht.

Schalter gibt es für jeden Druck. Als

Tiefen regler ist diese Anordnung allerdings

ungeeignet Das Boot fährt dann

ein „Sägezahnprofil“ zwischen 20 und

50 cm Tiefe. Ich bin bekennender

Flachwasserfahrer und es handelt sich

hierbei um eine reine Absturzbremse.

Vor dem Lostauchen wird das U-Boot mit

dieser Klemmschraube getrimmt

ich stromsparend schleichen, hecklastig

wird es hektisch. Vor dem Lostauchen mache

ich am Kai fest und öffne für eine Minute

das Handrad unter dem Turm. Die Luft im

Boot nimmt das zur Wassertemperatur passende

Volumen an. Andernfalls gäbe es

üblen Unterdruck. Nach kurzem Propellergurgeln

kann ich mühelos beliebig lange

zwischen 20 und 50 cm Tiefe halten – so

nach Augenmaß – auch in Kurven. Natürlich

muss man üben, bis Kopf und Finger miteinander

harmonieren und um nur mit Gas

und Seitenruder steuern zu können. Beispielsweise

sollte die Heckwelle während einer

großen Acht an der Ober fläche sichtbar

bleiben. Das geht durchaus, nur ist der Pilot

in jeder Sekunde gefordert, voll konzentriert

zu blei ben. Mir persönlich macht das Freude.

Und ja – es ist wirklich so aufregend wie

damals. Ich setze mich jetzt bald mit der

Bleistiftschachtel in den Bus und fahre zum

Teich, ein paar ahnungslose Enten um -

kreisen ...

n

DER AUTOR

Florian Schmidt baut auch anspruchsvollere

U-Boot-Modelle. Mit diesem Modell arbeitete

er ein „Trauma“ aus seiner Jugend auf.

50


Schiffe und Meer …

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SEGELSCHIFFE

Sailing-Uhu verfeinert

MIKROSEGELSCHIFF „LEO VOM ASITZ“

Leichtgewicht

trotzt steifer Brise

2011 in Leogang: die Teilnehmer des Hochsee-

Segelns bauen als Abendbeschäftigung eine

ganze Flotte kleiner, weißer Freisegelboote aus

Tiefziehteilen, die noch in derselben Nacht

zu Wasser gelassen werden. Mittlerweile ist

dieses einfach zu bauende, aus wenigen Teilen

bestehende Modell als „Uhu“ bekannt

geworden und lässt sich – wie unser Autor

beweist – sogar als vorbildähnlicher

RC-Segler aufbauen.

TEXT UND FOTOS: Peter Burgmann

52


„Leo vom Asitz“ in voller

Pracht: Das Stadtlogo von

Saalfelden/Leogang ziert das

Segel und am Heckspiegel

prang das Namensschild

Unter 100 Gramm (Uhu) zu bleiben,

war bei diesem Modell Ehrensache

Freisegeln ist die eine Seite des Modellsegelns,

ich wollte mein Modell

allerdings um RC-Komponenten

erweitern. Als Mitglied der Minisail-Classic

versuchte ich mich einem

Original anzunähern. Bei der Suche nach

Vorbildern entdeckte ich im Bildband „Wood,

Water & Light“ von Benjamin Mendlowitz

Bilder und die Zeichnung eines Herreshoff

12ers. Die Rumpfansicht stimmte weit -

gehend mit dem tiefgezogenen Rumpf über -

ein. Über die Rudergröße kann man dann

noch trefflich streiten. Als Takelage trägt der

12er ein Rigg aus Vorsegel und einem Groß -

segel an einer Gaffel.

Bootsständer mit Tücken

Zum Bausatz gehörte ein grünes Cat segel

mit dem Logo vom Hochsee-Segeln. Dieses

wollte ich alternativ einsetzen kön nen. Um

vorbildgetreu zu sein, sollte das Rigg aus

Groß- und Vorsegel demontierbar werden.

Mich interessierte zudem der Unterscheid

der beiden Riggs bei den Segeleigenschaften.

Nach Rück sprache mit Uwe Kreckel erhielt

ich freundlicherweise eine Datei mit diver -

sen Takelmöglichkeiten für den „Uhu“ (Bedeutung

Uhu: Unter hundert Gramm).

Denn darunter zu bleiben, war bei diesem

Modell Ehrensache.

Da ein so filigranes Modell kaum in der

Hand gebaut werden kann, entstand zuerst

ein Bootsständer. Nach einer Vorlage aus

dem Internet sägte ich den Bootsständer aus

einer durchsichtigen Kunststoffplatte aus.

Zum Biegen der schräg stehenden Seitenflächen

wurde die Kunststoffplatte zwischen

Holzplatten eingespannt und an den Bie -

gestellen mit einem Heißluftfön erwärmt.

Etwas Fingerspitzengefühl ist dabei schon

notwen dig. Man muss den richtigen Mo -

ment erwischen. Zur schonenden Auf -

nahme des Mo dells wurden zierliche Gummifüßchen

zugeschnitten und auf die

oberen Kanten geklebt. Sie bereiteten mir

später noch gro ßen Kummer. Aber dazu später

mehr ...

Der angeschnittene Gummi löste die

matte türkisfarbene Revell-Farbe im Unterwasserbereich

an und erzeugte glänzende

und zudem braun verfärbte Stellen. Als Abhilfe

klebte ich Filzstückchen auf. Mit dem

Erfolg, dass der leichtgewichtige „Uhu“ gar

nicht mehr auf dem Ständer bleiben wollte.

Schon bei der kleinsten Berührung rutschte

er weg. Abhilfe schafften in den Ständer eingelassene

Messingnägel, auf die ich kurze

Stücke einer Silikonkabelisolierung aufsteckte.

Jetzt bleibt der „Uhu“ wieder in seinem

Bett.

SchiffsModell 3/2014

53


SEGELSCHIFFE

Sailing-Uhu verfeinert

Tiefziehteile des Bausatzes

Die Gestaltung der Modelaufnahme erwies sich als tückisch

Der Ballast war zu schwer und wurde in der Mitte durchtrennt

Ruderservo mit Ansteuerungsdraht.

Wichtig: Hebel in Verlängerung der

Servoachse – sonst eiert das Ganze

Auf der Modellbaumesse in Karlsruhe

erstand ich einen 150-mAh-Lipo-Akku aus

dem Hubschrauberbedarf und bei Conrad

zwei Micro-Servos vom Typ ES-07/JR, die

nur 4,4 g wiegen. Das Ruderservo sollte glatt

am Heck anliegen, dazu verlegte ich den

Aus gang des Anschlusskabels nach unten

und kappte eine Befestigungslasche. Das Segelverstellservo

bekam eine Verlängerungs -

platte an den Servoarm angenietet. Eine weitere

Forderung war, dass die Servos auch

beim fertigen Modell austauschbar sein sollten.

Wie sich später herausstellte, war das

eine weise Entscheidung. Eine verschraubbare

Konstruktion mit Halteplatten wurde

ausgeknobelt. Angesteuert wird der „Uhu“

über einen kleinen 2,4-GHz-Empfänger.

Den „Uhu“-Bausatz und dazugehörige RC-

Ausbausätze in unterschiedlichen Konfigurationen

gibt es seit 2013 bei Sol-Expert zu

kaufen.

Mit dem Lötkolben ans Segel

Die Segel sollten originalen Segeln gleichen.

Dazu experimentierte ich mit dem bekann -

ten weißen Spinnackerstoff, der durch die

Verstärkungsfäden ein Karo mus ter hat. Verdünnungsreste

und Beize kamen zum Einsatz.

Mit Bauernmalereifarbe erziel te ich die

54

besten Ergebnisse. Von Hellelfenbein über

Dunkelbraun bis Ocker oder auch Kupfervirtriolfarben

ist hier alles möglich. Ich ent -

schied mich für den Farbton Hell elfenbein.

Die Farbe trug ich in schnellen Strichen mit

einem Wattestäbchen auf und wischte die

Reste direkt anschließend ab. Das erzeugte

einen originalähnlichen, ungleichmäßigen

Farb auftrag. Mit Wasser ist die Einfärbung

nicht mehr auszuwaschen. Die Vorliek-Kanten

klebte ich mit doppelseitigem Klebeband

um. Mit der Spitze des Lötkolbens schmolz

ich Löcher als Befestigungsösen ein.

Erster Gang zur Waage

Nun kam zum ersten Mal die Waage zum

Einsatz. Es galt, unter 100 g Gesamtgewicht

zu bleiben. Rumpf + Deck + 2 Servos mit

Haltern + Empfänger mit Akku und zusätzlich

eine Rigg-Attrappe aus Pappe stoppten

die Waage erst bei 50 g. Was würde das zum

Bausatz gehörende Bleigewicht wiegen?

90 g – her mit der Säge! Ein Schnitt durch

die Mitte setzte die Diät erfolgreich um. Bei

96 g pendelte sich nach der anschließenden

Trimmaktion die Anzeige ein.

Der erste Schritt war getan. Das Gewicht

wurde jetzt zum weiteren Ausbau nur ein -

gelegt, jedoch noch nicht richtig verklebt.

Die Schwimm lage war noch nicht optimal,

es sollten allerdings noch einige Anbauteile

hinzukommen, die diese beeinflussen.

Das Boot sollte ja aus der Ferne gesteuert

werden, dazu benötigte es ein Ruder mit

einer stilechten Aufhängung. Aus Papier entstanden

Scharnierbänder, die eine Buchse

aus Kunststoff umfassen. Um das Ruder -

servo ausbauen zu können, klemmt ein

Silikonschlauch den Anlenkungsdraht auf

dem Servoarm fest. Der Draht wird durch

einen seitlich geschlitzten Halter unter Deck

und durch die Decksdurchführung geführt.

Damit sich der Ausschlag der Pinne in Grenzen

hält, greift der Ansteuerungsdraht in

einen Schlitz im Ruder. Das bedingt einen

großen Ruderausschlag bei kleiner Be -

wegung der Pinne. So muss der Steuermann

keine akrobatischen Tricks vollführen.

Takelage aus Kohlefaser

Die Takelage besteht aus Kohlefaserrohren

mit 3 mm Außendurchmesser für den Mast

und 2 mm für die Bäume. Für die Gaffelund

Großbaumlagerung bog ich Halter aus

0,5-mm-Messingdraht, die gleichzeitig als

Niederhalter konzipiert sind. Nach oben begrenzen

Abschnitte von Kabelisolierungen

aus Silkon den Bewegungsdrang. Als Lage-


Nietimitationen aus Weißleim

Gaffelbeschlag aus Messingdraht

Schwimmprobe: Der Bug ist etwas zu hoch, das Heck zu tief

Der bauchige Rumpf bietet ausreichend

Platz für die Technikkomponenten

Fräsen des Schlitzes für die Ruderanlenkung

Das erste Wiegen: Die Anzeige steht bei 58 g

SchiffsModell 3/2014

rung für Cat- und Gaffelrigg klebte ich je -

weils ein eigenes Führungsröhrchen in den

Rumpf hinein.

Aderendhülsen vermindern die Reibung

der Schoten an den Decksdurchführungen.

Die Schoten sind aus 0,08 mm starkem Dyneema,

einer technischen Schnur die eine

Tragkraft von 4 daN bietet.

Um die passenden Schotwege zu erreichen,

dient ein Traveller als Umlenkung für

die Großschot. Der Traveller fixiert gleichzeitig

das Cockpit an seinem Platz, das den

Zugang zum Innenleben wasserdicht abschottet.

Angelehnt an den Herreshoff 12er

kam ein Wasserabweiser auf Deck, an dem

die beiden Vorschotwinden befestigt sind.

Zwei M2er Schrauben und ein roter Silkonschlauch

imitieren diese.

Mit Farbe zur Jungfernfahrt

Nachdem die Sitzbretter ins Cockpit eingeklebt

waren, bestellte ich die Preiser Miniaturfiguren

I (Artikelnummer 63001) im

Maßstab 1 : 32 zum Casting. Aus der Gruppe

von 15 unbemalten, sitzenden Reisenden

qualifizierte sich ein Paar. Es durfte als Segelcrew

zum ersten Mal an Bord Platz nehmen.

Mit kompletter Takelage und dem Seglerpaar

an Bord ging die erste Reise auf die

Waage: nur 98 Gramm! Die Zielvorgabe

wurde also eingehalten.

55


SEGELSCHIFFE

Sailing-Uhu verfeinert

MODELLBAU-PRAXIS I

Wasserfester Eimer aus Pappe

Der Wassereimer entsteht aus einem Schnittmusterbogen

aus Pappe, die mit Sekundenkleber gehärtet wird.

Einzeichnen des Kreisbogens auf der Pappe

SchiffsModell

PRAXIS

TIPP

Es herrscht Leben

auf dem mit Details

aufgewerteten

Deck. Es ist alles an

Bord, was für einen

Törn benötigt wird

Nun musste noch schnell etwas Farbe an

das Boot, denn der Termin des nächsten

Hochsee-Segelns, 2012, war schon nahe gerückt.

Die ersten Fahrversuche fanden am

Freitagabend im Badeteich des Embachhofes

in Österreich statt. Sofort gesellten sich weitere

„Uhus“ aus dem Workshop von 2011

dazu. Verschiedene Riggs und diverse Variationen

des ursprünglich gleichen Modells

waren mittlerweile entstanden.

Mich begeisterten die Starkwindeigenschaften

des winzigen Seglers. Die recht frischen

Böen wurden mit Bravour ge meistert,

ohne dass die Boote in den Wind schossen.

Mein Lob geht an Uwe Kreckel und Mario

Schwarz für die ausgefeilte Konstruktion. Der

Entschluss stand fest: Mein „Uhu“ kommt

mit auf 2.000 m und dann rein in den Speicherteich

auf dem Asitz. Jungfernfahrt vor

Alpen kulisse – das hat schon was!

Testfahrten mit beiden Riggs

Da ich ein paar Urlaubstage an das Hochsee-Segeln

anhängte, blieb genug Muße um

Der Bogen wird zusammengeklebt und mit einem Boden versehen

Ein Überzug aus Sekundenkleber härtet die dünne Pappe

Mit zusätzlichen

klebstoffgehärteten

Schablonen und

gebogenem Messing

kann der Eimer

weiter detailliert

werden

56


Jungfernfahrt vor Alpen panorama –

einfach wunderbar!

57


SEGELSCHIFFE

Sailing-Uhu verfeinert

DER BAUSATZ

Perfekt für Anfänger

Der „Uhu“ eignet sich hervorragend

für Einsteiger, wie erfolgreiche Kinderbastel-Aktionen

auf den großen

Modellbaumessen bestätigen.

Erfahrenen Modellbauern bietet der

kleine robuste Segler aus Tiefziehteilen

den Anreiz zum individuellen

Ausbau mit der einen oder anderen

Finesse – oder wie in meinem Fall,

der Orientierung an einem Original.

Nicht verwunderlich ist daher, dass

der kleine Segler mittlerweile in

verschiedenen Ausbaustufen erhältlich

ist.

Seit der Faszination Modellbau

Friedrichshafen bietet die Sol-Expertgroup

(1zu87 Modellbau) einen

Freisegler, der sich nachträglich auf

RC-Betrieb umrüsten lässt, den

dazugehörigen RC-Ausbausatz

sowie unterschiedlich ausgestattete

RC-Komplettsets an.

die beiden Riggs zu testen und ein paar Fotos

zu schießen. Es stellte sich heraus, dass beide

Riggs problemlos gefahren werden können.

Der Geradeauslauf war dank der Einhaltung

der Segel- und Lateralschwerpunkte bei beiden

Takelarten gegeben. Das Catrigg zog bei

plötzlich einfallenden Böen ganz typisch

nach Luv. Mit dem Vorsegel ist die Kursstabilität

besser. Problemsituationen entstehen

nicht, da das riesige Ruder immer die Kontrolle

aus übt. Hätte ich es verkleinert, wäre

der Lateral schwerpunkt nach vorne gewandert,

was Auswirkungen auf den Geradeauslauf

ge habt hätte.

Des Seglers bunte Kleider

Nach der Jungfernfahrt lockte es, die Detailausstattung

des Bootes weiterzutreiben. Natürlich

bekamen meine Segler bunte Kleidung.

An den Befestigungslaschen des Ruders

imitierte ich mit Weißleimtropfen die

Befestigungsbolzen. Der Unterwasseranstrich

wurde erneuert, da die Gummi füß -

chen des Ständers den Lack aufgeweicht und

verfärbt hatten. Und dann rauchte das Segelverstellservo

ab. Es rauchte nicht wirklich,

sondern leuchtete wie eine LED im Rumpf.

Hier bewährten sich die eingeschraubten

Servohalter. Das Servo konnte demontiert

und begutachtet werden. Das Poti und die

Kabel hatten gelitten. An dieser Stelle ein

Lob an die Fa. Conrad, denn der Umtausch

von „kaputt“ gegen „neu“ erfolgte freundlich

und direkt in einer Filiale.

Wurfanker aus Messingdraht

In der Zwischenzeit hatte ich einen Ausrüstungskatalog

von Toplicht in Hamburg bestellt.

Das Blättern darin ist wie in einem Lexikon

– ständig fällt einem etwas Neues ein.

Als erstes setzte ich Lippen zur Befestigung

der Leinen beim Anlegen um.

58


MODELLBAU-PRAXIS II

Deckslippen selber machen

An ein oval zusammengedrücktes Messingrohr lötete ich ein dünnes Blech. Dann sägte

ich mit der Laubsäge die Lippe als Rohling ab und schlitzte ihn schräg ein. Zu beachten

ist, dass es rechte und linke Lippen gibt. Es entstanden also zwei unterschiedliche Paare.

SchiffsModell

PRAXIS

TIPP

Messingrohr oval pressen und mit einem dünnen Blech verlöten. Dann mit der Laubsäge

den Lippenrohling als Scheibe absägen.

Den Rohling in den Schraubstock spannen und schräg einschlitzen

Fertig ist die Lippe. Beim Einbringen des Schlitzes ist darauf zu achten,

ob es eine rechte oder eine linke Lippe sein soll

Segeln vor traumhafter Kulisse: Der Badeteich

des Embachhofes bietet ruhiges Wasser und

atemberaubendes Panorama

Die Festmacherseile müssen am Boot

einen festen Halt finden. Dazu lötete ich aus

Messing zwei Kreuzpoller. Nach dem Polieren

klebte ich die Schmuckstücke an Deck

in Position. Das Festmachen im Hafen war

nun möglich. Aber auch auf dem Meer

wollte ich einen Stopp ermöglichen. Aus

0,7 mm dicken Messingdrähten fertigte ich Im Zusammenspiel mit den Kreuzpollern werten die Lippen das Deck stark auf

SchiffsModell 3/2014 1-2/2014

59


SEGELSCHIFFE

Sailing-Uhu verfeinert

MODELLBAU-PRAXIS III

Segel erstellen und färben

Segelschablonen mit entsprechendem Übermaß für Schotauf -

nahmen und Verstärkungen auf Segelstoff übertragen. Dann

kann das Segel ausgeschnitten und entsprechend ausgerüstet

werden. Zum Schluss erfolgt der Abgleich auf einer Plankopie.

Segelschablonen auf dem Spinnakerstoff

SchiffsModell

PRAXIS

TIPP

einen Wurfanker. Eine dünne Kette sorgt

für das bessere Eingraben am Meeresboden

und mit einer Leine kann der Anker dann

wieder zurück an Bord gezogen werden.

Sauber aufgefiert findet das Ganze seinen

Platz auf dem Vorschiff.

Da mein „Uhu“ auf dem Asitz genannten

Hausberg von Leo gang seine Runden gezogen

hatte, sollte das Boot den Namen „Leo

vom Asitz“ erhalten. Bei der Tourismusverwaltung

von Saalfelden/Leogang fragte ich

an, ob es mir ge stattet sei, das Logo zu nutzen.

Sehr freund lich wurde mir geantwortet

und das Löwen-Logo sogar als Datei zur Verfügung

gestellt. Es ziert nun zusammen mit

dem Geburtsjahr das Gaffelsegel.

Mehr Individualismus

Das Namensschild ist ein Computer aus -

druck auf Papier. Nach einer Versiegelung

mit Sekundenkleber prangt es nun am Heckspiegel

der „Leo“. Auf dem gleichen Weg entstand

die Seekarte von Amrum, die lange

Zeit auf der rechten Sitzbank lag. Sekundenkleber

härtete die dünne Pappe, aus der der

stilvolle Blecheimer entstand. Auf den Bil -

Lieferanten

Bausatz: www.sol-expert-group.de

Figuren: www.preiserfiguren.de

Schotgarn: www.drachenwerkstatt.de

Schiffsausstattung: www.toplicht.de

Fertige gefärbte Segel zum Abgleich auf einer Plankopie

dern ist die Vorgehensweise gut erkenn bar.

Das ins Boot eingedrungene Wasser wird

mit einem Ösfass in den Eimer geschöpft.

Dieses im Maßstab 1 : 32 winzige Detail entstand

aus der gleichen Pappe wie der Eimer.

Für Seenotfälle oder zur Versorgung kleiner

Verletzungen gibt es an Bord eine Rettungskiste.

Sie ruht auf dem Cockpitboden

unter dem schlanken Fuß der Seglerin. Im

Modell ist die Kiste nur mit Styrodur gefüllt,

sieht aber täuschend echt aus.

Ein weiteres Ausrüstungsdetail ist der

Sack unter dem Traveller, der ein Reserve -

segel birgt. Lie fe rant des edlen Teils ist die

Phantasie segel macherei „Berkley Sails Ltd.“.

Im wasserfesten Sack ist wieder nur Styro -

dur. Als Hülle dient ein Stück Papierklebeband,

das ebenfalls mit Sekundenkleber

imprägniert wur de. Ein Stück Schnur verschließt

den Segelsack.

Ausrüstung des Vorsegels mit Klebekante und Schot in der Vorderkante

Safety first mit Rettungsring

Sicherheit an Bord ging dem Eigner über

alles, deshalb muss der Rettungsring griff -

bereit in einem Halter befestigt werden. Hier

half der Toplicht-Katalog mit den passenden

Maßen für den Rettungsring weiter. Nach

Norm gibt es die Ringe ab 600 mm Außendurchmesser

bei einem Innendurchmesser

60


von 380 mm. Eine weiße Kunststoffdichtung

aus der Wühlkiste hatte die passenden Abmessungen

und diente als Rohling. Aus

Farbe, Klebebändern und dünnem schwar -

zen Kabel besteht das Finish.

Aus dem Bauch heraus wäre mein Rettungsring

vermutlich viel zu klein geworden.

Die Bilder zeigen aber, dass das Maß sehr

wohl passt.

Weitere Ideen

Wie man sieht gibt es auch bei einer

Handvoll Modellschiff viele Möglichkeiten

zur individuellen Gestaltung. Der Segelspaß

ist zu meiner eigenen Überraschung in der

„Unter-Hundert-Gramm“-Klasse auch dann

möglich, wenn eine Brise geht. Weitere Ausbauideen

reifen heran. Dank Mikro-Led-

Technologie wäre ein funktionsfähiges Topplicht

realisierbar. Eine Landesflagge samt

Flaggenstock fände ganz gut am Heck Platz.

Vielleicht sollte auch etwas Proviant für die

hungrigen Segler an Bord genommen werden

… Ich wünsche viel Spaß beim Weiterausbau!

n

Der Autor bei Startvorbereitungen am Speicherteich des Asitz auf 2000 Höhenmetern

DER AUTOR

Peter Burgmann, fährt regelmäßig zum

Hochsee-Segeln nach Leogang. In diesem Jahr

möchte er dort die Taufe des Bootes nachholen.

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TECHNIK

Motorentest C.M.B. 21 BETA

IM TEST: C.M.B. 21 BETA

36.000

Umdrehungen

62


SchiffsModell

PRAXIS

TEST

Der C.M.B. 21 BETA vorbereitet

für den Einsatz mit Getriebe.

Als beste Abstimmung für den

BETA hat sich ein Getriebe mit

16-Zähne-Metallrad am Motor

und 33-Zähne-Delrinrad auf der

Getriebewelle bewährt

Auf der Herstellerhomepage waren bereits seit Saisonbeginn je nach Entwicklungsfortgang

immer aktuellere Bilder des neuen 3,5-cm³-Triebwerkes zu sehen und

auf der internationalen FSR-V-Regatta Anfang Juni 2013 in Velenje (Slowenien)

konnte ich ein erstes Ausstellungsstück begutachten. Im Juli war es endlich soweit:

Die ersten Serienmotoren des neuen C.M.B. 21 BETA wurden ausgeliefert.

TEXT UND FOTOS: Christoph Schneider

Am schönsten ist immer der Moment,

wenn „der Neue“ in der

eigenen Werkstatt angekommen

ist, man die Versiegelung des

Kartons öffnet und der Motor

erst einmal sorgsam und vorsichtig auseinandergebaut

wird. Sehr positiv aufgefallen

ist mir, dass bei meinen beiden C.M.B. 21

BETA kein einziges noch so kleines Metallteilchen

im Inneren zu finden war. Auch die

außen und innen im Motor vorge fun dene

Fertigungsqualität bereitete mir viel Freude

und ich konnte die ersten Tests an unserem

Vereinsteich kaum abwarten. Neben den Befestigungsabmessungen

der erfolgreichen

C.M.B. Valvola-Motoren wur de das bewährte

Bohrungs-/Hubverhältnis von 16,17 mm

(Bohrung) zu 16,98 mm (Hub) beibehalten,

d. h. dem Zeitgeist ent sprech end ist auch der

BETA ein Langhuber.

Aber was ist am C.M.B. 21 BETA gegenüber

seinen Vorgängern alles neu? Unerwartet

viel, wobei Gehäuse und Laufgarnitur aus

meiner Sicht die bedeutendsten Neuer -

ungen darstellen. In dem vollständig neu

konstruierten Gehäuse findet man ein

Design der Überströmkanäle vor, welches

wieder in die Richtung der von vielen Modell -

sportlern so ge schätz ten „C.M.B. Green-

Head-Valvola-Motoren“ geht. Die beim

Vorgänger C.M.B. 21 VAC verwendete Sichel -

form der Kanäle ist einer geraden Kanal -

führung gewichen, wobei die Tiefe der

Kanäle im Gehäuse weniger ausgeprägt ist,

als beispielsweise bei den C.M.B. 21 RSVoder

EVO-Motoren. Das Ergebnis sind größere

Kanalquerschnitte als beim VAC, aber

insgesamt ein etwas geringeres Vo lu men als

bei den RSV- und EVO-Moto ren.

Fertigungstechnisch hat man sich überall

im Gehäuse viel Mühe gegeben, so viel Material

wie möglich „stehen zu lassen“, um

ein geringes Kurbelgehäusevolumen zu erreichen.

Die hierdurch ermöglichte hohe

Vorverdichtung ist eine ganz wesentliche

Voraus setzung für mehr Drehmoment. Sehr

SchiffsModell 3/2014

63


TECHNIK

Motorentest C.M.B. 21 BETA

Ober- und Unterseite des neue Wasserkühlkopfs

Blick auf den 9-mm-Vergaser

Neu gestaltet: der Rohrdrehschieber

schön anzuschauen ist auch die neue Laufgarnitur

bei der von bisher drei auf nunmehr

sieben Überströmkanäle umgestellt wurde,

um eine optimierte Gemischversorgung und

-verwirbelung zu erreichen. Auch das Design

des Auslassfensters wurde verändert: Statt

des bisherigen einzigen Auslassfensters

kommt nun ein Drei-Kanal-Auslass zur Anwendung,

wodurch letztendlich eine größere

Auslassfläche ermöglicht und der Kolben

noch besser geführt wird.

Modifiziert wurde auch das Pleuel. Die

seitlichen Flanken, die üblicherweise schräg

angefräst werden, um dem Pleuel eine strömungsgünstige,

messerartige Form zu geben,

werden in der BETA-Serie nun weniger

stark profiliert, wodurch mehr Material stehen

bleibt und dadurch dem Pleuel mehr

Stabilität gegeben wird. Ebenfalls weniger

ausgeprägt ist die zum Ansammeln und

Zuführen des Öls zur Ölschmierbohrung

dienende Nut auf der dem Rohrdrehschieber

zugewandten Seite des Pleuels.

64

gasereinheit um rund 4 mm dichter am

Rohr dreh schieber. Der Ansaugweg wird

durch diese konstruktive Maßnahme verkürzt,

damit wird an Stabilität gewonnen.

Außerordentlich gut gelungen finde ich

den neu gestalteten Rohrdrehschieber. Bei

gleich gebliebenem Innendurchmesser ist

der Außendurchmesser um einen Milli -

meter kleiner geworden, wodurch das beim

Vorgängermodell bereits geringe Gesamtgewicht

nochmals gesenkt werden konnte und

zusätzlich die Reibung reduziert wird, da die

umlaufende Fläche kleiner geworden ist.

Auf den Aluminiumeinsatz zur opti ma -

DIE DATEN

C.M.B. 21 BETA

Hersteller: C.M.B. World

Champion Engines

Leistung: 2,2 kW (3 PS)/

36.000 min -1

Bohrung: 16,15 mm

Hub: 17,00 mm

Hubraum: 3,49 cm 3

Preis: 362 Euro

Bezugsquelle in Deutschland

JSB Modellsport

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Optimierungen am Einlasssystem

Der Vergaserdurchmesser wurde um rund

fünf Prozent vergrößert, d. h. der Durchmesser

des Drosselkükens wurde von bisher

8,6 mm auf nunmehr 9,0 mm erweitert.

Daneben ist der Befestigungsflansch des

Vergasers jetzt am Aluminiumkörper des

Vergasers integriert und somit sitzt die Verlen

Steuerung des Gasgemisches wurde

diesmal verzichtet. Eine Fehlerquelle we -

niger, da sich der in den Vorgängermotoren

verwendete und mittels einer kleinen Inbus-

Madenschraube gesicherte Aluminiumeinsatz

in Einzelfällen schon mal gelöst hat.

Dem ließe sich zwar leicht durch einen Tropfen

„LOCTITE 601 Fügen Welle-Nabe“ an

der kleinen Inbus-Madenschraube vorbeugen,

aber so ist es natürlich viel einfacher.

Um dem Gasgemisch dennoch beim Durch -

strömen des Rohrdrehschiebers die gewünschte

Richtungsweisung nach oben zu

geben, ist nun werksseitig ein entspreche -

nder Radius im Inneren angearbeitet.

Völlig neu: der Wasserkühlkopf

Viel kleiner ausgeprägt, als bei allen Vorgängermotoren

und in Design und Farbe so gehalten,

wie der beliebte große Bruder von

der 15-cm 3 -Fraktion, der bereits zur Jahreswende

2012/2013 auf den Markt gekommen

war. Der durch vier Inbusschrauben mit M3-

Gewinde auf dem Motorgehäuse befestigte

Wasserkühlkopf wird mittels des ebenfalls

neu gestalteten Brennraumeinsatzes zentriert.

In Europa wird der BETA werksseitig mit

einem Brennraumeinsatz für Konuskerzen

geliefert. Eine Version für Standard kerzen,

wie sie oft in Übersee für die Hydroklassen

verwendet wird, ist aber auch lieferbar. Volu-


Motorrückwand mit

Rohrdrehschieber

Groß dimensioniertes Hauptkugellager:

verwendet werden hochwertige SKF-Lager

mit C3-Lagerluft

Hier wurde keine Modellpflege betrieben

sondern ein komplett neuer Motor entwickelt

Kurbelwelle mit Einsätzen zum Auswuchten

SchiffsModell 3/2014

men und Kugel im Brennraum sind deutlich

kleiner gewählt, als noch von den EVO- und

VAC-Motoren gewohnt. Dies lässt erwarten,

dass der BETA auch mit „niedrigeren“ Nitromethananteilen

gut klar kom men sollte.

Parallel zum neuen Motor hat C.M.B.

auch ein neues Resonanzrohr für 3,5-cm 3 -

Motoren herausgebracht. Auf den ersten

flüchtigen Blick sieht es der Version aus dem

Jahr 2012 recht ähnlich, aber entscheidend

ist die nun längere, beruhigte Zone zwischen

vorderem Konus und Gegenkonus.

Sehr erfreulich finde ich, dass sich der

Drucktankanschluss jetzt am vorderen Ko -

nus befindet und nicht mehr ganz hinten

am End dämpfer. Funktioniert hat die Druck -

ab nahme am Enddämpfer zwar auch, aber

naturgemäß wird gerade in der vorderen

Konussektion ein höherer Druck abgenommen,

was immer dann entscheidend ist,

wenn das Ventil beim verwendeten Float tank

etwas schwergängiger ist. Dadurch hat man

doch etwas mehr Sicherheitsreserve.

Ebenfalls ist erfreulich, dass sich der Enddämpfer

unverändert mittels dreier Schrauben

schnell und einfach zum Rei nigen abnehmen

lässt.

Lässt man die genannten Neuerungen

Revue passieren, so kommt man schnell zu

dem Ergebnis, dass hier nicht einfach nur

Modellpflege betrieben, sondern dass ein

komplett neuer Motor entwickelt wurde.

Fassen wir zusammen

Beibehalten wurde das bei C.M.B. „Valvola“

genannte Einlass konzept, das heißt, dass die

Ein lass steuerung über einen separaten

Rohr dreh schieber und nicht mittels Kurbel -

wellendrehschieber erfolgt. Ich schätze die -

ses Kon zept sehr, da dadurch das Risiko des

Bruchs einer bei Motoren mit Kurbelwel -

leneinlasssteuerung zwangsläufig hohl gebohrten

und dünnwandigen Kurbelwelle

schlicht weg entfällt und das „Valvola-Konzept“

Kurbelwellen aus „Vollmaterial“ mit

geringerem Durchmesser ermöglicht. Dadurch

können wiederum groß dimensionierte

Kugellager verwendet werden. So sind

auch im C.M.B. 21 BETA qualitativ hochwertige

SKF-Lager mit C3-Lagerluft anzutreffen,

die aufgrund ihrer Standardabmessungen

um ein Vielfaches preiswerter und somit

kundenfreundlicher sind als teure Spezialanfertigungen.

Nach all den theoretischen Betrachtungen

wird es nun aber Zeit für den Praxistest.

Die Erstfahrt fand Mitte August 2013 bei

bestem Sommerwetter statt. Früh genug, um

eine gute Abstimmung für die internationale

Freundschaftsregatta in Schwedt zu finden,

die Ende August anstand.

Gerade beim Einlaufen eines neuen Motors

sollte man sich viel Mühe geben, da die

ersten Minuten einer neuen Maschine recht

entscheidend für die spätere Leistungsentfaltung

und Lebensdauer sind. Pflicht vor jedem

Einlaufen ist zunächst die Messung der

Verdichtung. Meine beiden C.M.B. 21 BETA-

Motoren hatten jeweils ein einheitliches

Spiel zwischen Kolben und Brennraum von

0,55 mm. Um die Belastung für Pleuel und

Kurbelwellenzapfen so gering wie möglich

zu halten, gebe ich grundsätzlich zum Einlaufen

eine zusätzliche 1/10-Zylinderkopfdichtung

hinzu und lande somit bei einem

Brennraumspalt von 0,65 mm.

Die ersten 10 Minuten bekommt jeder

3,5-cm³-Motor bei mir einen Sprit mit einem

hohen Ölanteil, damit alle beweglichen Teile

während der ersten Umdrehungen ausreichend

geschmiert werden. Seit vielen Jahren

verwende ich hierfür ausschließlich den von

Simprop vertriebenen Modeltechnics GX 25-

Sprit. Er enthält 20 % Rizinusöl und 25 %

Nitromethan. An der Antriebswelle kommt

ein deutlich kleinerer Propeller zum Einsatz,

als später im Rennbetrieb vorgesehen. In

65


TECHNIK

Motorentest C.M.B. 21 BETA

Motorrückwand mit Rohrdrehschieber

für Getriebeantrieb (R = Reverse)

Vorderansicht ohne Kühlkopf

Links das BETA-Pleuel: weniger tailliert

mit schwächer ausgeprägter Ölsammelnut

als beim Vorgänger (rechts)

Neue Strömungskanäle der Laufbuchse

Der vollständige Laufsatz: die neuen

Strömungskanäle versprechen optimierte

Gemischversorgung und -verwirbelung

66

meinem Fall ist das regelmäßig ein uralter

45-mm-Webra-Prop aus weißem Kunststoff.

Der Vergaser ist werksseitig bestens voreingestellt,

so dass die ersten 10 Minuten problemlos

bei maximal Halbgas und sehr fetter

Gemischeinstellung absolviert wurden. Danach

lässt man den Motor vollständig abkühlen,

damit sich alle Teile „gut setzen“ können.

Weiter geht es dann mit Rennsprit. Auch

hier kommt seit vielen Jahren ebenfalls von

Simprop vertriebener Modeltechnics-Sprit

zum Einsatz: 2 Liter GX 25, 2 Liter Supaglow

25 und 800 ml Nitromethan ergeben die Mischung

von 15 % Öl (davon ca. 9 % Rizinusund

ca. 6 % EDL-Synthetik-Öl) und 37,5 %

Nitromethan sowie einem Methanolanteil

von 47,5 %. Der Kunststoff-Prop wird nun

gegen einen 2026 PL-Aluminiumprop mit

48 mm Durchmesser getauscht. Los geht’s

zunächst auch wieder mit sehr fetter Gemischeinstellung

und Halbgas, aber ab und

an darf er jetzt schon eine Vollgasrunde drehen,

bevor es dann wieder für einige Runden

in den Halbgasmodus zurückgeht. Das

Ganze dauert dann insgesamt wieder 10 Minuten

und zurück am Ufer darf der Motor

erneut vollständig abkühlen.

C.M.B. 21 BETA eingebaut im Falcon: Nach

einigen Verbesserungen am Modell stellt

der Motor das Kernstück der

leistungssteigernden Maßnahmen dar

Schluss mit Lustig

Der neue Motor muss jetzt zeigen, was in

ihm steckt: Der deutlich größere Prop für

den Renneinsatz wird montiert und ab geht’s

ins Wasser, natürlich wieder mit fetter Gemischeinstellung.

Die Freude ist groß, der

BETA dreht mühelos hoch und zieht den

großen Prop tadellos durch. Nun wird das

Gemisch per RC-Düsennadelverstellung

langsam aber sicher immer magerer eingestellt,

die Drehzahl nimmt nochmals erfreulich

zu und der Klang hört sich sehr weich

und stimmig an. Eng gefahrene Kurven

steckt der BETA genauso gut weg wie

längeres Drosseln: Er zieht tadellos wieder

an und ist nach wenigen Metern wieder auf

voller Drehzahl bzw. Geschwindigkeit. Wieder

nach 10 Minuten geht’s zurück zum Steg.

Die Temperatur an Kühlkopf und Gehäuse

erscheint mir genau richtig, und dass trotz

hochsommerlichen Temperaturen von ca.

30 °C und einem gegenüber den Vorgängermotoren

deutlich kleiner bemessenen Kühlkopf.

Die werksseitig mitgelieferte C.M.B.-

Kerze sieht aus wie neu. Für den Anfang

klasse, nun konnte es weitergehen mit

Speedmessungen und Feinabstimmungen.

Im Renneinsatz

Eingesetzt wird der C.M.B. 21 BETA in meinem

nunmehr 11 (!) Rennjahre „jungen“

Falcon-Rumpf, über dessen Bau die Schiffs-

Modell schon im Jahr 2003 berichtet hatte.

Über die Jahre wurde allerdings einiges am


Ein Motor, der aus der Schachtel heraus

Geschwindigkeiten von über 68 km/h ermöglicht ...

Unterwasserschiff gewerkelt, d. h. jede noch

so kleine Unebenheit begradigt und am

Drehmomentausgleich des sich gerne in

Linkskurven nach außen neigenden FAL-

CONs gearbeitet. Als beste Abstim-mung für

den BETA hat sich bei mir eine Getriebeuntersetzung

von 1:2,06 = 16-Zähne-Metallrad

auf dem Motor und 33-Zähne-Delrinrad auf

der Getriebewelle bewährt, kombiniert mit

einem 2026-Mocom-Prop aus dem

Prestwich Model Centre von Dave Marles.

Nach nur relativ wenigen Testfahrten konnte

ich mit diesem Setup per Radarpistole eine

Höchstgeschwindigkeit von knapp über 66

km/h messen. Da ich von den Vorgängermotoren

im jeweiligen Renntrimm regelmäßig

konstante Höchstgeschwindigkeiten von

SchiffsModell 3/2014

ca. 65 km/h gewohnt war, fühlte ich mich

mit dem BETA gut vorbereitet für den ersten

Renneinsatz in Schwedt.

Gespannt war ich auf die Vorläufe in

Schwedt, nach denen ich mit dem erfreulichen

Startplatz 1 ins Finale gehen konnte.

Das Finale endete dann mit einem zweiten

Platz rundengleich und nur wenige Sekunden

hinter dem Gewinner Jürgen Mischke.

Für den ersten Renneinsatz nach nur wenig

Abstimmungsarbeit und mit einem Motor

aus der Schachtel, d. h. ohne Modifikationen,

war ich überaus zufrieden. Während allen

Läufen war die Geschwindigkeit konstant,

das Drosselverhalten sehr gut, der Spritverbrauch

lag für 30 Minuten bei erfreulich

niedrigen 1.450 ml und die in den beiden

Vorläufen und dem Finale verwendete Glühkerze

sah aus wie nagelneu. Ein guter Einstieg.

Und mein Gefühl sagte mir, dass da

noch mehr drin war.

Da geht noch was

Unmittelbar nach dem Regattawochenende

in Schwedt traf bei mir dann das nagelneue

C.M.B.-Resonanzrohr für den BETA ein, das

natürlich gleich ausprobiert werden musste.

In Schwedt hatte ich das C.M.B.-Resonanzrohr

der Serie 2011/2012 mit einer Rohrlänge

von 19 cm (gemessen von Mitte Kerze bis zur

Lötnaht zwischen vorderem und hinterm Resonanzrohrkonus)

verwendet, also wurde

auch das neue BETA-Resonanzrohr für den

ersten Test auf 19 cm eingestellt. Das sonstige

67


TECHNIK

Motorentest C.M.B. 21 BETA

Der BETA in seine

Einzelteile zerlegt.

Zusammengebaut

hat er das Potential,

erstmals ein FSR-

Modell im Rennen

auf über 70 km/h zu

beschleunigen

Setup blieb unverändert und so bereitete es

mir große Freude, dass die Radarpistole nun

Messergebnisse von über 67 km/h zeigte.

Da der Motor in den Kurven tadellos

durchzog und auch nach längerem Drosseln

zügig wieder hochdrehte, entschied ich mich,

in weiteren Versuchen die Rohrlänge in 2-

mm-Schritten so weit zu reduzieren, bis der

Motor in der Kurve nicht mehr sauber durchzieht,

um hierdurch das Limit auszuloten.

Ideale Temperatur

Die besten Ergebnisse hatte ich bei 18,8 cm

mit dann immerhin bereits knapp über

68 km/h. Bei 18,6 cm war in engen Linkskurven

ein leichter Drehzahlabfall festzustellen

und bei 18,4 cm wird bereits auf der Geraden

nicht mehr die Drehzahl wie bei dem

längeren Resonanzrohr erreicht, d. h. das

Limit war hier überschritten. Von anderen

„BETA-Fahrern“ habe ich zwischenzeitlich

auch mit anderen Getriebe- und Schraubenabstimmungen

das Limit bei 18,5 cm Resonanzrohrlänge

bestätigt be kom men.

Neben dem Gewinn von ein paar km/h

hat das neue BETA Resonanzrohr auch noch

eine weitere sehr positive Eigenschaft: Es

bleibt deutlich kühler im Vergleich zu den

Vorgängerserien. Während ich bei den 3,5er-

C.M.B.-Resonanzrohren der Serien 2009 bis

2012 die gewünschte Temperatur nur durch

eine zusätzliche Wasserkühlung mittels

Direkteinspritzung in der Dämpfersektion

erreicht habe, bleibt das neue C.M.B.-Resonanzrohr

auch ohne zusätzliche Kühlung

68

ganz entspannt im grünen Bereich.

Apropos Temperatur: Gegenüber seinen

Vorgängern fühlt sich der BETA in etwas

wärmerem Klima wohler, gemessen mit einem

Infrarot-Thermometer konnte ich eine

ideale Kühlkopftemperatur bei 65 °C feststellen,

während meine bisher verwendeten

C.M.B. Valvola-Motoren ihre Wohlfühlzone

bei 55 °C Kühlkopftemperatur hatten. Ein

separater Kühlkreislauf von Motor und

Krümmer ist für den BETA somit nicht er -

forderlich. Bei Außentemperaturen von über

30 °C war es völlig ausreichend, das Kühlwasser

über einen Silikonschlauch mit 3 mm

Innendurchmesser am Kühlkopf anzulie -

fern und es dann vom Kühlkopf zum Krümmer

weiterzuleiten, bevor es das Boot wieder

verlässt.

Im Herbst bei Temperaturen um oder

unter 20 °C hat es sich als vorteilhaft herausgestellt,

erst den Krümmer und dann mit

dem bereits leicht vorgewärmten Wasser den

Zylinderkopf zu kühlen, um die nötige Temperatur

zu erreichen.

n

DER AUTOR

Christoph Schneider ist sehr erfahren auf

dem Gebiet Verbrennungsmotoren und

testete bereits mehrfach für die Schiffsmodell.

Ein Autor, der nicht schätzt, sondern misst.

Neues C.M.B.-Resonanzrohr

für 3,5-cm³-Motoren

Fazit

Ein Motor für die 3,5-cm³- Klasse, der aus

der Schachtel heraus Geschwindigkeiten

von über 68 km/h ermöglicht, ist schon

mehr als bemerkenswert!

Das Verhältnis zwischen Drehzahl, Drehmoment

und Haltbarkeit ist gut ausbalanciert

und die Verwendung von Kugellagern

mit Standardabmessungen ist gewohnt

kundenfreundlich.

Die ersten Rennergebnisse in der Klasse

FSR-V 3,5 cm³ können sich sehen lassen:

So wurden mit diesem Motor bereits

die englische Meisterschaft 2013 von Ian

Folkson und die französische Meisterschaft

2013 von Sebastien Videmont gewonnen.

Auch bei der Deutschen Meisterschaft 2013,

die Anfang Oktober in Duisburg stattfand,

waren die BETA-Motoren von Markus

Schwab und Christian Hof unter den ersten

drei Plätzen zu finden.

Mit dem BETA ist C.M.B. ein guter Wurf

gelungen und das zu einem guten Preis-

/Leistungsverhältnis. Gespannt sein darf

man daher auf die kommende FSR-Saison:

Vielleicht sehen wir ja mit einem BETA erstmals

einen Speed von 70 km/h im Rennen.


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SchiffsModell 3/2014

71


SPECIALS

Maria S. Merian

EISRANDFORSCHUNGSSCHIFF MARIA S. MERIAN

Im Dienst

der Forschung

2004 lief auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf eines der

weltweit modernsten Forschungsschiffe vom Stapel.

Die MARIA S. MERIAN ist vor allem für Modellbauer interessant,

die noch auf der Suche nach einem Projekt sind, bei dem

sie sich an Funktionen und Details so richtig austoben können.

TEXT UND FOTOS: Oliver Müller

Als ein weithin unbekanntes oder

exotisches Schiff kann man die

MARIA S. MERIAN nun wirklich

nicht bezeichnen: Die Präsenz

an Informationen und Bildern

über die MARIA S. MERIAN im Internet ist

geradezu gigantisch. Und auch als Kartonmodell

dürfte der eine oder andere bereits

ihre Bekanntschaft gemacht haben. Güns -

tige Voraussetzungen also für Modellbauer,

deren Recherche ergeb nisse für auserkorene

Modelle manches Mal ja leider nur aus wenigen

Original-Fotos oder gar aus großer

Leere bestehen.

Mit der Tageszeitung flatterte mir also die

Ankündigung ins Haus, dass mal wieder ein

Forschungsschiff in Bremen anlegt und bei

einem „Open Ship“ zum Beäugen ein lädt.

Eigentlich nicht gerade meine Klasse, aber

es loderte die Neugier in mir und das war

auch gut so. Der grauen Flotte zugeneigt,

kann ich meinerseits behaupten, dass ich im

72


Besichtigen von Kriegsschiffen routiniert

bin und technische Komponenten mir nicht

fremd sind. Und gerade die vielen Details

und Arbeits geräte an Deck machen die

MARIA S. MERIAN interessant für Funktionsmodellbauer.

Doch was erwar tet einen

auf einem Forschungsschiff?

Neues Eisrandforschungsschiff

Benannt wurde das Schiff nach der deut -

schen Künstlerin und Naturforscherin Maria

Sybilla Merian aus dem 17. Jahr hun dert. Hier

beginnt bereits der unter schwel lige Bekanntheitsgrad.

Denn das Konterfei jener Dame

zierte bis zur Einführung des Euro den

500-DM-Schein. Ihr Bezug zur Wissenschaft

begann mit einer Reise nach Südamerika

und der dort vor Ort geführten Insektenforschung,

die sie in Kupferstichen für die

Nachwelt festhielt, was zu jener Zeit gera -

dezu revolutionär war. Es sei das „weltweit

modernste multidisziplinäre Forschungs -

SchiffsModell 3/2014

Die traditionelle Schiffsglocke darf auch auf

einem modernen Schiff nicht fehlen

TECHNISCHE DATEN

MARIA S. MERIAN

Länge über alles: 94,80 m

Breite:

19,20 m

Tiefgang:

max. 6,50 m

Geschwindigkeit: max. 15 kn

Tankkapazität: 620 t

Frischwasserkapaz.: 100 t

Reichweite: 7.500 nm

Standzeit in See: 35 Tage

wiss. Nutzladung: 150 t

Tragfähigkeit: ca. 1.345 t

schiff“, erklärte die da mal ige Bundesforschungsministerin

Edelgard Bulmahn anlässlich

der Taufe am 26. Juli 2005 ihr Patenkind.

Das Schiff dient als Plattform zur

Zusammenführung von Einzelwissenschaften

im internationalen Kontext und zum

Austausch der Ergebnisse. Im Fokus stehen

die Erforschung der Ökosysteme, der Klimaveränderung

und der Tier- und Pflanzenwelt.

Konstruktionsbedingt reicht der Einsatzbereich

von wärmeren Regionen wie der

Karibik bis in die Eisrand-Regionen.

Eigentümer ist das Land Mecklenburg-

Vorpommern, vertreten durch das Ministerium

für Bildung, Wissenschaft und Kultur,

das sich mit 30 % an den laufenden Kosten

73


SPECIALS

Maria S. Merian

für den ganzjährigen Betrieb beteiligt. Den

verbleibenden Rest steuert die Deutsche Forschungsgemeinschaft

bei. Mit dem Betrieb

ist die Universität in Hamburg beauftragt,

die die Forschungsreisen organisiert. Die

technische und nautische Betreuung und somit

auch das Stellen der Besatzung übernimmt

via Bereederungsvertrag die Schifffahrtsgesellschaft

Brise aus Leer. Die wis -

senschaftliche Betreuung liegt beim

Leibnitz- Institut für Ostseeforschung in War -

nemünde, welches zugleich Vertretungsbefug

ter des Minister iums ist. Den Bug ziert

das Wappen der Familie Merian: Ein Storch,

der im Schnabel eine Schlange trägt.

High-Tech bei den Antrieben

Mit Maßen von 94,8 m Gesamtlänge und

19,2 m Breite bei max. 6,5 bis 7,0 m Tiefgang

ist die MARIA S. MERIAN nicht gerade als

klein zu bezeichnen. Zwei dieselelektrische

Schottel-POD-Antriebe (Schiffsschrauben

und Ruder bilden eine Einheit und können

um 360° gedreht werden) erbringen eine

Leistung von 3.800 kW. Hiermit werden maximal

15 Knoten erreicht. Als zusätzlichen

Spezialantrieb erhielt das Schiff einen Schottel-Bugstrahl-Pumpjet

mit 1.900 kW, der

in allen Richtungen vollen Schub zur Verfügung

stellt, was sich insbesondere in Flachgewässern

als Vorteil er weist.

Bei einem möglichen Aktionsradius von

ca. 7.500 Seemeilen kann das Schiff

35 Tage autark arbeiten. Gebaut wurde sie

auf der Kröger-Werft im schleswig-holsteinischen

Schacht-Audorf nahe Rendsburg.

Die Kiellegung erfolgte im Juni 2003, im

Februar 2006 wurde offiziell Flagge gehisst.

Kaum in Betrieb, musste sie aufgrund eines

Antriebsschadens sechs Monate zur Repa -

ratur, bevor sie endgültig in Betrieb gehen

konnte.

Von Deck zu Deck

Acht Decks sind zu erkunden. Beginn eines

jeden Rundganges ist die Brücke. Sehr funktionell

und eher bescheiden ist sie angelegt,

weitläufig, mit vielfältigen Gerätschaften zur

Steuerung des Schiffes. Vom Brückendeck

erreicht man das obere Peildeck, auf dem verschiedenste

Radarsysteme und Arbeitsscheinwerfer

installiert sind. Von der Brücke

aus gelangt man auch auf den Aufbau mit seiner

großen Freifläche, auf der das Rufzeichen

„DBBT“ in großen Lettern aufgespritzt ist.

Wieder auf der Kommandobrücke geht es

nun immer abwärts.

Auffällig sind die zahlreich vorhandenen

Deckspläne, die sicherlich nicht für den neugierigen

Besucher angebracht wurden, sondern

vielmehr zur Orientierung der wissenschaftlich

arbeitenden Passagiere, von denen

bis zu 23 mitfahren können, nebst der

23 Mann starken Besatzung. Diese Orientierungshilfe

schlägt sich auch bei der farblichen

Gestaltung der einzelnen Decks und Niedergänge

wieder, die von blau bis türkis gestaltet

sind. Auf dem Backdeck, Hauptdeck und Zwischendeck

findet man vom Labor bis zum

Speiseraum alles, was ein Schiff sein Innenleben

nennt. Im Hinblick auf die wissenschaftlichen

Arbeiten erkundet der Nichtfachmann

ihm in ihrer Funktion unbekannte

Räume, wie beispielsweise den Gravimeterraum

(dient der Messung der Schwerkraft)

oder den Sa linometerraum (dient der Bestim -

mung des Salzgehaltes im Salzwasser).

Grundsätzlich wird an Bord nur Vorarbeit

So sieht die Kommandobrücke vom Vordeck aus

Höchster Punkt des Schiffs: der Radarmast

Kleiner Proviantkran auf dem Vordeck

Halogenscheinwerfer

Am Backbord-Fahrerstand

74


Die Heckansicht beim Open Ship – das

Forschungsschiff strotzt nur so vor Details.

Für das Umsetzen im Modell besonders

attraktiv ist das Freifall-Rettungsboot

EINSATZGEBIET

Nord- und Mittelatlantik

Neben dem Schiebebalken befindet

sich mittschiffs ein Arbeitskran

Laut aktuellem Fahrplan sind derzeitig

der Nord- und Mittelatlantik, neben

dem Mittel- und Schwarzen Meer, das

Hauptforschungsgebiet. Für diejenigen,

die nicht länger auf einen Hafenbesuch

warten möchten und Lust auf mehr

Information haben, empfehle ich die

meines Erachtens sehr gute Website

www.maria-s-merian.de,

die (fast) keine Frage unbeantwortet

lässt und Lust zum Erkunden des

Eisrandforschungsschiffes macht.

„Maria S. Merian“ auslaufend auf der Weser

SchiffsModell 1-2/2014

75


SPECIALS

Maria S. Merian

Der „Krater-Knilch“: ein Ozeanboden-

Seismometer (OBS) zum Aufzeichnen von

Druckwellen auf dem Meeresgrund

Festmacherwinde auf dem Achterdeck

Akustisches Strömungsmessgerät

Über große Umlenkrollen werden im Windenraum

die Drahtseile zu den einzelnen Kränen

und Winden ans Deck geleitet

Zum Bewegen der mobilen Winde

braucht man einen Kran

geleistet, detaillierte Analysen der auf See

gesammelten Daten folgen an Land.

Was einem als Außenstehender sofort

auf fällt und die Schiffssilhouette prägt, ist

die hohe Zahl von Kränen und Winden jeglicher

Größe. Neun Arbeitswinden mit Drähten

bzw. Kabeln bis zu 7 km Länge können

eingesetzt werden. Tief im Inneren auf dem

sog. Tankdeck, auf dem auch Wäscherei und

Lotgeräteraum liegen, befindet sich auch der

Windenraum mit seinen zahlreichen Seiltrommeln.

Das Bordpersonal versucht zu erklären,

welche Winde wofür zum Einsatz

kommt. Große Umlenkrollen lassen die

Wege nur vermuten, die die Drähte oder Kabel

an das Deck führen.

Viele Arbeitsgeräte

Auf dem Achterdeck können mit einem so

genannten A-Rahmen bis zu 20 t Last bewegt

werden – über drei Meter außenbords.

Hier mit ist es möglich, Meeresforschungsgeräte

im Meer zu versenken und wieder

an Bord zu nehmen. Ebenso dient der Lastenträger

zum Ausbringen von Netzen oder

Stoßrohren bis zu 24 Metern, mit denen

76

DAS KARTON-MODELL

Echte Herausforderung

Hersteller: Passat Verlag

Maßstab: 1 : 250

Material:

Karton

Preis:

45 Euro

Schwierigkeitsgrad: schwer

Ätzteile beim Hersteller vorrätig

man den Meeresboden eingehend erfor -

schen kann. Insgesamt zählt das Schiff fünf

Kräne und zwei Schiebebalken mit unterschiedlicher

Tragkraft. Bei den Schiebe bal -

ken handelt es sich um verschiebbare Ausleger,

mit denen es möglich ist, Gerätschaften

seitlich ins Wasser zu setzen. Der größte

ist so konstruiert, dass er als Schie ber bis

zu 20 t und als Kran bis 12,5 t heben kann.

Er dient auch zum Verbringen der Arbeitscontainer

an Deck. 29 kleine 10-Fuß-Container

können auf dem Schiff untergebracht

werden.

Diverse Arbeitsgeräte wie das Ozeanboden-Seismometer

(OBS), Spitzname „Krater-Knilch“,

sind im wissenschaftlichen

Stauraum untergebracht. Diese Geräte werden

in ca. 6.000 bis 7.000 m auf den Meeresboden

gesetzt und zeichnen dort Erdbeben

oder künstliche Druckwellen auf. Bis

zu einem Jahr bleiben sie dort, bis sie dann

mittels „bordinterner“ Auftriebskörper wieder

an die Oberfläche kommen und dort mit

Hilfe von Peilsender, Blitzlicht und Fahne

geortet und aufgenommen werden. Mit dem

Großkastengreifer (GKG) können größere

Mengen Meeresboden an Bord gehoben

werden, um die Sedimentschichten der

obersten 40 cm zu untersuchen. Akkustische

Strömungsmessung der Oberflächenoder

Tiefenströmung erfolgt durch einen

Profilstrommesser. Gemessen wird während

der Fahrt vom Schiff aus oder an einem

festen Punkt in der See verankert. Das Schiff

ist ausgerüstet mit Technik aller Art, bei der

einem Debütanten das Erkunden Spaß

macht. Um empfindliche Biotope nicht zu

schädigen, kann die MARIA S. MERIAN bis

zu 48 Stunden abwasserfrei agieren. Für

diese Besonderheit trägt das Schiff die Umweltauszeichnung

„Blauer Engel“. n


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SZENE Lipper Modellbautage 2014

MODELLBAU-MESSE IN BAD SALZUFLEN

Schiffe

im Mittelpunkt

Vom 17. bis 19. Januar 2014 standen die Lipper

Modellbau-Tage ganz im Zeichen des Modellbaus.

Zahlreiche Aussteller nutzten so die Gelegenheit,

ihre schwimmenden Schätze zu präsentieren.

Nicht irgendwo, sondern im Zentrum der Halle.

TEXT UND FOTOS: Christian Kamp

Der Eisbrecher Stettin in 1:20 macht einen

stabilen Eindruck

Die Lipper Modellbautage gibt es schon

seit einigen Jahren. Immer in den ersten

Januarwochen finden sie im Messezentrum

Bad Salzuflen statt. Bis dahin

eher als Eisenbahnflohmarkt verschrien,

wurde das Konzept der Messe 2006 vom damaligen

Veranstalter aufgegeben. Unter der

Messeleitung Bad Salzuflen wurde die Messe

2007 neu gestaltet und ausgebaut. Seither

entwickelte sich das ganze positiv für Betreiber,

Aussteller, Verkäufer und Händler.

2012 war ich zum ersten Mal als Besucher

dort. Was mir auffiel, waren die kostenlosen

Parkplätze am Messezentrum, die großen

hellen Messehallen mit rund 12.500 Quadratmetern

Fläche und ein großes Wasserbecken

mit 15 x 11 m und etwa 50 cm Wassertiefe.

Alle Ausstellungsstände hatten Wände

und je eine kleine Kammer mit Stromanschluss

für Ladegeräte und Kaffeekocher.

Was will man mehr!

2014 war ich nun zum zweiten Mal als

Aussteller dort und hatte ein kurzes Inter -

view mit dem Messeleiter, Herrn Schütz. Auf

meine Frage, was denn alles gezeigt würde

und wie viele Aussteller, Händler und Verkäufer

da wären, gab Herr Schütz Auskunft,

dass es 97 Verkaufsstände in ver schie den s-

ten Modellbau- und Spielwarensparten

(Lego, Carrera, Fischer Technik, Plastikmo-

78

Schiffsmodelle – und somit Gesprächsstoff –

gab es reichlich

dellbau, Heli, Auto usw.) gibt. Als Aussteller

wären 30 Vereine und In teres sengruppen

rund um die Themen Modellbau, Schiff,

Bahn, Auto, Truck, Panzer und Flug mit un -

zähligen Modellen da.

Was ich am Konzept dieser Messe so gut

finde, ist die Aufteilung der Stände und

Aussteller. Am Haupt ein gang stehen die

Händler und Verkäufer, dann kommen die

Eisenbahner und die Trucker und in der Hallenmitte

findet man die Schiffsmodelle. Im

hinteren Teil der Halle sind die Helis und

Flieger hinter Schutznetzen zu finden, am

anderen Ende der Halle Autos und Panzer.

So sind die „Krachmacher“ etwas zusammen

und man kann sich in ruhiger Umgebung

gut unterhalten. Es ist wesentlich ruhiger als

auf vergleichbaren Veranstaltungen, auf denen

ich schon ausstellte.

Freitag ist der Tag der Jäger

Der Freitag ist eher der Tag der Jäger und

Käufer, Schaupublikum gibt es am ersten

Tag weniger. Auch wir Aussteller zogen los,

um unsere Hobbykasse an die Verkäufer zu

bringen. Es ist eher ruhig und jeder hat Zeit

zum Gespräch. Am Samstag wird es dann

richtig voll! Es gibt viele Fachgespräche und

die Möglichkeit zum Fahren auf dem Becken

mit Kollegen wird stark frequentiert. Hier

Riesig: das Modell der Pamir überragte

sogar die Dimensionen der Stände

kommt jeder auf seine Kosten, der Infos zu

Modellen oder zum Hobby allgemein sucht.

Sonntags ist die Hölle los. Ab 10 Uhr flutet

die Halle mit Menschen und wir sitzen brav

hinterm Stand, um Fragen zu beantworten

und vielen großen und kleinen Kindern die

Modelle zu erklären. Ich habe am Sonntagabend

von Herrn Schütz erfahren, dass 2014

satte 18.000 Besucher in drei Tagen auf die

Messe kamen.

Ich bin auf jeden Fall 2015 wieder mit

dabei und freue mich auf die Zeit dort. Was

ich mir für 2015 wünschen würde, wäre ein

Händler für Schiffsmodellzubehör, denn in

diesem Bereich gab es doch sehr wenig zu

kaufen.

Mein Fazit: Ein Besuch lohnt sich trotz -

dem immer! Die Nähe zu den anderen Modellbausparten

macht diese Messe interessant.

Mich persönlich haben die „lebens-

großen“, originalgetreuen R2D2-Einheiten

fas ziniert, die zahlreich auf den Gängen anzutreffen

waren.

n


SZENE Termine

Veranstaltungskalender

Hier finden Sie aktuelle Informationen aus den Vereinen und Veranstaltungstipps, die sich lohnen.

SMC-Wiesbaden

Treffpunktänderung! Die Mitglieder des

Schiffsmodellbau Club Wiesbaden treffen

sich ab sofort im Restaurant „Die Post in

Walluf”, Mühlstr. 116, 65396 Walluf,

wie üblich jeden 2. Mittwoch im Monat ab

18:00 Uhr.

Änderung des Ausstellungsortes! Am

26. April 2014 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

findet das alljährliche Modelltreffen in

Wiesbaden statt.

Der SMC Wiesbaden freut sich, dass wieder

der alte Ausstellungsort „Gemeindesaal der

Kreuzkirche (Wiesbaden, Walkmühltalanlage

1)“ mit dem Walkmühltalweiher genutzt

werden kann. Schiffsmodelle dürfen also

wieder im Wasser ihre Runden drehen. Die

Mitglieder des SMC Wiesbaden freuen sich

über Ihre Teilnahme.

Ansprechpartner: Hartmut Berger,

Tel. 06 11-654 34, E-mail: info@schiffs

modellbauclub-wiesbaden.de

Internationales Modell-U-Boot-

Treffen

Wann: 26.–27. April 2014

Wo: Schwimmbad Tannenberg,

Gossau bei Zürich

Was wird geboten: Ausstellung und Vorführung

verschiedenster U-Boote, Vorführungen

zu statischem und dynamischem Tauchen

Info: MSCZ Modell Schiff Club Zürich

Internet: www.mscz.ch

ACHTUNG! der Clubname der Modell Schiffer

Zürich Nord (MSZN) wurde geändert in:

Modell Schiff Club Zürich MSCZ.

Pfingstschaufahren

Wann: 07.–09. Juni 2014

Wo: Maasgrundweiher, Oberursel

Was wird geboten: Schauprogramm,

Wertungsläufe IG-Südwest, ECO und S7,

Sea-Jet-Cup, Feuerwerk auf dem Wasser

Info: SMG-Oberursel e.V.

Internet: www.smgo.info,

Tel.: 0 61 71-531 15

Sommerfest mit Schaufahren

Wann: 12.–13. Juli 2014

Wo: Sportplatz Wiesbach, Bad Ems

Was wird geboten: Modellausstellung,

Schaufahren, Offroad- und Trailbahn für

Fahrzeuge, großes Feuerwerk am Samstagabend

anlässlich des 40-jährigen Bestehens

des Modellclub Lahntal Bad Ems e.V.

Info: Modellclub Lahntal Bad Ems e.V.

Internet: www.modellbau-bad-ems.de,

Tel.: 0 26 24-33 77

Schiffsmodelle im Freibad

Wann: 14. September 2014

Wo: Freibad Badlantic, Ahrensburg

Was : Freies Schippern im Freibad

Info: SMC-Ahrensburg

Internet: www.smc-ahrensburg.de,

Tel.: 0 41 02-405 35

Internationales Schaufahren für

Funktionsmodellbau

Wann: 20.–21. September 2014

Wo: Gartenbad Eglisee, Basel

Was wird geboten: große Modell -

ausstellung, Modellvorführungen

an Land und auf dem Wasser,

Kinderfahren, Sonderschauen

Info: Modell-Schiffbau-Club Basel

Internet: www.mscb.ch,

Tel.: +41-79 218-66 68

Modell-U-Boot Treffen

und 1. 206er-Treffen

Wann: 26. April 2014, 10:00–17:00 Uhr

Wo: Stadionbad Nürnberg,

Hans-Kalb-Str. 42

90471 Nürnberg

Ansprechpartner: Matthias Ahrens,

Tel. 09 11-988 59 89,

E-Mail: mahrens@gmx.de

Modellboot-Treffen und

Schaufahren

Wann: 27. April 2014, 10:00–16:00 Uhr

Wo: Stadionbad Nürnberg,

Hans-Kalb-Str. 42

90471 Nürnberg

Ansprechpartner: Matthias Ahrens,

Stockäckerstr. 10, 90455 Nürnberg,

Tel. 09 11-988 59 89,

E-Mail: mahrens@gmx.de

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SchiffsModell 3/2014

79


SZENE

Neujahrstauchen im Helenesee

Mit Neptun

ins neue Jahr

Vor den Toren der Stadt Frankfurt (Oder) liegt

der Helenesee, ein gefluteter Tagebau mit

klarem Wasser und einer Tiefe bis zu 70 Meter.

Im Sommer ist er ein gut besuchtes Badeparadies

mit Campingplatz und FKK-Strand. Und im Winter?

TEXT UND FOTOS: Eberhard Fordinal

NEUJAHRSTAUCHEN

Baden mit den Seelöwen

Das Neujahrstauchen im Helenesee hat Tradition. Neben

Tauchern, Winterbadern und Schaulustigen sind auch

Modellsportler am Neujahrstag an der „kleinen Ostsee“.

Sonnenschein und Eintritt von nur einem Euro zogen zum Jahreswechsel

Hunderte Frankfurter und Gäste aus den umliegenden

Orten an die Helene, wo die „Heleneseelöwen“ zum traditionellen

Neujahrsschwimmen ins Wasser stiegen. Allen voran zog Neptun,

zünftig mit langen Haaren, Krone und Zepter, mit seinem Gefolge

von Tauchern zum See. Dort verschwand Neptun, dieses Jahr

von Marcel Bieck vom TC Poseidon Eisenhüttenstadt dargestellt,

mit einem beleuchteten Weihnachtsbaum in den Fluten des

Sees. Mit dem Setzen des Weihnachtsbaumes unter Wasser ist

die Begrüßung des neuen Jahres komplett.

Bereit zum Neujahrsschwimmen: die Heleneseelöwen

80


Zum 45. Mal hatte am 1. Januar der

Frank furter Unterwasserclub unter der

Leitung von Thomas Breinig zum traditionellen

Neujahrstauchen im Helene see

eingeladen. Mit dabei waren die Modellsportler

des Frankfurter Modellsport Vereins e.V.

Schon am Vortag hatten die Vereinsmitglieder

das große Zelt am Ufer des Helenesees,

im Volksmund „die Helene“ oder auch

die „kleine Ostsee“ genannt, aufgebaut. „Eine

Heizung wie in den vergangenen Jahren

brauchen wir heute nicht“, freute sich Clubchef

Burkhard Ahrens angesichts der Temperaturen

von fast zehn Grad Celsius. Der

traditionelle Glühwein zur Begrüßung des

neuen Jahres schmeckte aber trotzdem.

Neben den Frankfurter Modellsportlern

waren auch Gäste aus Rostock, Berlin und

Fürstenwalde angereist, um hier ihre Mo -

delle zu präsentieren. Dicht umringt war das

Areal der Schiffsmodellsportler und von den

Zuschauern gab es Fragen über Fragen, die

von den Vereinsmitgliedern gerne und ausdauernd

beantwortet wurden.

Georg Tretow aus Berlin war ein äußerst

gefragter Mann: Sein Modell des Schleppers

PENELOPE hat einige Funktionen, die neugierig

machen. So lassen sich die Kabinentüren

per Fernsteuerung öffnen und ge ben

den Blick ins Innere frei. Eine umfangreiche

Be leuchtung bringt tolle Stimmung in der

Dämmerung und verschiedene Geräusche

unter malen die Szenerie – neben spe zifisch

en Fahrgeräuschen sind auch Kommandos

und Musik abrufbar.

Auf dem Wasser ging es sehr lebhaft zu.

Zwischen verschiedenen Funktionsmodellen

flitzten kleine Rennboote mit unglaublicher

Geschwindigkeit über das glatte Wasser

der Helene. Im Falle des Kenterns richteten

sie sich selbstständig wieder auf und setzten

ihre Fahrt fort. Anziehungspunkt und beliebtes

Fotomodell war das Segelboot SANTA

MARIA von Uwe Kaufmann aus Fürstenwalde.

Doch Uwe hatte noch mehr zu bieten,

denn er brachte auch den DDR-Seenot -

rettungskreuzer STOLTERA 2 und das U-

Boot U 47 zu Wasser. Pech hatte er allerdings

mit dem U-Boot. Es verfing sich in der Leine

einer kleinen Boje, wobei eine Welle herausgezogen

wurde.

Großes Bohei gab es dann, als sich die

Eisbader in ihren bunten Kostümen ins Wasser

begaben. Laut skandierten sie angesichts

der warmen Wasser-Temperaturen (6° C):

„Wir brauchen dringend Eis und Schnee, wir

Löwen vom Helenesee.“ Einige Modellsportler

steuerten ihre Boote dann nahe an die

Eisbader heran, um im Notfall schnell Hilfe

leisten zu können. Beobachtet wurde die Szenerie

von den kamerabestückten Drohnen

der Flieger-Kollegen.

n

DER AUTOR

Eberhard Fordinal engagiert sich für den

Schiffsmodellbau im SMC Schwedt-Oder

Heiß begehrt und mit Fragen gelöchert:

die ausstellenden Modellbauer am Helenesee

SchiffsModell 3/2014

81


VORSCHAU auf Heft 04/2014

Das

neue Heft

erscheint am

26.

MÄRZ

Impressum

3/2014 | März | 36. Jahrgang

Internet: www.schiffsmodell-magazin.de

Redaktionsanschrift:

SchiffsModell

Infanteriestraße 11a, 80797 München

Tel. +49 (0) 89 13.06.99.720

Fax +49 (0) 89 13.06.99.700

E-Mail: redaktion@schiffsmodell-magazin.de

Verantwortl. Redakteur: Sebastian Greis

Redaktionsleitung: Michael Krische

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Peter Burgmann, Eberhard Fordinal,

Jakob Huber, Dieter Jaufmann, Christian Kamp,

Kevin Philipp Kaut, Chris König, Thorsten Meyer,

Oliver Müller, Florian Schmidt, Pierre Schmitt,

Andreas Schneider, Christoph Schneider,

Herrmann Zimmermann

Layout: Ralf Puschmann (Ltg.), Sebastian Lechler,

Jens Wolfram, Sebastian Dreifke

Extrem seefest:

MLB der United States Coast Guard

Höchst seetüchtig waren die 44 Fuß MLBs der United States Coast Guard, die bei der

Britischen RNLI unter dem Namen Waveney Class Verwendung fanden. Ähnlich

wie bei der DGzRS unterscheiden sich die Boote dieser Klasse in ihren Ausführungen.

Wir stellen ein Fahrmodell in 1:20 auf Basis eines Bausatzes von Billing Boats vor.

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Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 21 vom 1.1.2014

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Litho: Ludwig Media, Zell am See (A)

Druck: Severotisk, Usti nad Labem (CZ)

Verlag:

GeraMond Verlag GmbH

Infanteriestraße 11a, 80797 München

Geschäftsführung:

Clemens Hahn, Carsten Leininger

Herstellungsleitung: Sandra Kho

Vertriebsleitung: Dr. Regine Hahn

Vertrieb/Auslieferung Handel:

MZV, Unterschleißheim

OPTIMIST von Graupner

Retro ist im Modellbau „in“. Dazu passt unser

Bericht über den Graupner-Klassiker: Aus dem vor

rund 30 Jahre erschienenem Bausatz enstand

mit modernen Methoden ein echtes Prachtstück.

Schottel selber bauen

Schottelpropeller bündeln

Antrieb und Steuerung eines

Schiffes in einer Einheit. Damit

ausgestattete Schiffe sind

auch ohne Bugstrahlruder

sehr wendig. Wir zeigen den

kostengünstigen Eigenbau

einer solchen Antriebs-Einheit.

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Sie haben Freunde, die sich ebenso für Schiffsmodelle mit

all Ihren Facetten begeistern wie Sie? Dann empfehlen Sie

uns doch weiter! Ich freue mich über jeden neuen Leser.

Ihr Sebastian Greis, Verantwortlicher Redakteur

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Greis; verantwortlich für die Anzeigen: Uwe Stockburger;

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