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SchiffsModell Polizeiboot SYLT - von robbe (Vorschau)

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10<br />

2012<br />

<strong>SchiffsModell</strong><br />

ISSN 0722-7108 € 5,00 [D] € 5,40 [EU] sFr 9,90 E 5290<br />

ONLINE bestellen: www.neckar-verlag.de<br />

Schiffs<br />

<strong>SchiffsModell</strong><br />

Die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer<br />

<strong>Polizeiboot</strong> <strong>SYLT</strong><br />

<strong>von</strong> <strong>robbe</strong><br />

+++ Mono AROWANA +++ US-Zerstörer ZUMWALT +++ EISWETTE im M 1:10 +++ Test: RAMBORATOR +++


IM OKTOBER<br />

E-Mail an die Redaktion: welz@neckar-verlag.de<br />

U-BOOTE<br />

C. Heintze: Internationales Modell-U-Boot-Treffen Köln . . . . 4<br />

RENNBOOTE<br />

A. Grüner: Test: AROWANA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12<br />

MOTORSCHIFFE<br />

Wenn es derzeit einen Trend am Gewässer gibt, dann sind es die<br />

Springer-Tugs. Inzwischen sind auch Serien-Hersteller auf den<br />

Zug aufgesprungen, wir testen den RAMBORATOR. Seite 16<br />

B. Scholten: Test: aero-naut RAMBORATOR . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

D. Lübbesmeyer: Zerstörer DDG-1000 ZUMWALT . . . . . . . . . . 22<br />

B. Scholten: Test: <strong>robbe</strong> <strong>SYLT</strong>, Teil 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32<br />

M. Rüttel: EISWETTE im Maßstab 1:10 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

C. König: Feuerschiff FOXTROT 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56<br />

Dr. G. Miel: Serie Fischereischiffe der DDR<br />

Gefriertrawler-Seiner Typ ATLANTIK 333 . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />

AKTUELLES<br />

Faszination Modellbau, wir sehen uns! . . . . . . . . . . . . . . . . . 30<br />

VERSCHIEDENES<br />

C. Heintze: Großes Kino (nicht nur) unter Wasser<br />

Der GoPro HD Hero-Filmworkshop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />

H.-E. Henningsen: NAUTICS 2012 in Flensburg . . . . . . . . . . . . 52<br />

RUBRIKEN<br />

Ist das wirklich ein Schiff oder doch eher ein Design aus einem<br />

Computerspiel? Beim Zerstörer DDG-1000 ZUMWALT liegt diese<br />

Frage auf der Hand. Seite 22<br />

In eigener Sache<br />

Neu und Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8<br />

Vereine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

Leseecke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

kurz und fündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in ... . . . . . . . . . . . . . . . 63<br />

Inserentenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

In der Ausgabe 09/2012 berichteten wir über die ROS 223 GERA, die<br />

als Museumsschiff in Bremerhaven liegt. In die Bildlegenden zu<br />

diesem Beitrag hat sich leider ein Fehler eingeschlichen: Die abgedruckten<br />

Fotos stammten aus dem Fundus des Historischen<br />

Museums Bremerhaven. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.<br />

UNSER TITELBILD<br />

Pünktlich zur Fahrsaison wurde unser Testmodell des neuen<br />

<strong>robbe</strong>-Flaggschiffes fertig. Im zweiten Teil unseres Testberichtes<br />

geht es um den Abschluss der Bauarbeiten und<br />

die Fahrerprobung.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 3


U-BOOTE<br />

CarStEn HEintzE<br />

Internationales<br />

Modell-U-Boot-Treffen<br />

I<br />

m Kalender der meisten Modell-U-<br />

Boot-Bauer steht das Treffen in Köln<br />

häufig an erster Stelle, weil es als<br />

Schaufenster der europäischen Modell-U-<br />

Boot-Szene gilt.<br />

Geplant wird dieses Treffen am Fühlinger<br />

See in Köln alle zwei Jahre <strong>von</strong> den Aktiven<br />

der Kölner Modell-U-Boot-Freunde.<br />

So war es kaum verwunderlich, dass einige<br />

der Teilnehmer eine lange Anreise auf<br />

sich genommen haben, um die rheinische<br />

Gastfreundschaft, die hier immer schon<br />

sehr groß geschrieben wird, selber erleben<br />

zu können. Das Wetter zeigte sich <strong>von</strong> der<br />

besten Seite und so verbrachten viele Modellbauer,<br />

<strong>von</strong> den Gastgebern mit einem<br />

kräftigen Frühstück und exzellentem Kaffee<br />

und Kuchen versorgt, anregende Stunden<br />

am Steg beim Fahren bis weit in die Nacht,<br />

als beim Nachtfahren der Fühlinger See <strong>von</strong><br />

den Scheinwerfern der getauchten Boote in<br />

mystisches Licht getaucht wurde.<br />

Der Veranstaltungsraum an der Kölner<br />

Regattabahn wurde ganz nebenbei zum<br />

Spirous Unterwasserabenteuer in Köln<br />

Ein weiteres Filmboot aus Belgien<br />

4 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Wenn‘s vorne<br />

voll war, fuhr<br />

man auf<br />

der anderen<br />

Stegseite<br />

Elegant gleitet die „Seaview“<br />

durch die tiefe<br />

„remora 2000“ <strong>von</strong> Olaf Hantke<br />

FPV­„Deep rover“<br />

mit HD­Kamera<br />

und Monitor<br />

Die PC1200 <strong>von</strong> Guido Bach<br />

norbert Brüggen in der<br />

virtuellen FPV­realität<br />

in Köln<br />

„ictineo ii“ <strong>von</strong> Olaf Hantke<br />

Gleich zwei „remora“<br />

waren vertreten<br />

Blick ins technologiezentrum<br />

U­Boote<br />

europäischen Technologiezentrum der Modell-U-Boot-Entwicklungen.<br />

Was sich hier<br />

international bunt gemischt an guten Ideen<br />

und fantastischen Booten auf den Tischen<br />

trifft, macht diese Veranstaltung so besonders.<br />

Dominieren andernorts gerne die<br />

großen Nachbauten militärischer Boote<br />

(für die man öfter schon mal die Frotzelei<br />

„Kohlenkasten“ hört), ist es hier die kreative<br />

Mischung.<br />

So glänzte nicht nur im Static Display der<br />

elegante belgische Nachbau des Filmbootes<br />

„Seaview“ aus der Fernsehserie<br />

„Voyage to the bottom of the Sea“.<br />

Die „Remora“, eines der faszinierenden<br />

Kugel-U-Boote war gleich zweimal vertreten,<br />

einmal mit belgischem und einmal mit<br />

deutschem Eigner. Die Kugeln dieser Boote<br />

bestehen aus echtem Glas und verlangen<br />

sorgfältige Behandlung.<br />

Aus der Frühzeit der U-Boot hatte Olaf<br />

Hantke seine hervorragend gebaute „Ictineo<br />

II“ dabei. Die äußere Beplankung des<br />

Bootes besteht aus Redwood-Holz, das<br />

sonst in der Herstellung <strong>von</strong> Totempfählen<br />

Verwendung findet. Wegen eines Defekts<br />

hatte dieses Modell eine getauchte<br />

Zwangspause <strong>von</strong> mehreren Wochen im<br />

Fühlinger See einlegen müssen. Nach der<br />

glücklichen Bergung stand eine Wiederaufarbeitung<br />

an. Der unfreiwillig lange Unterwasseraufenthalt<br />

sorgte für eine umwerfende<br />

Patina auf dem Holz, die dem Boot<br />

eine besondere Authentizität verleiht. So<br />

hat wohl auch das Original ausgesehen,<br />

nachdem es, 1864 in Spanien <strong>von</strong> Narcis<br />

Monturiol konstruiert, die ersten Fahrten<br />

hinter sich gebracht hatte.<br />

Vom inzwischen sehr bekannten „Deep<br />

Rover“ gab es gleich fünf Stück zu sehen<br />

und Norbert Brüggen als einer der<br />

kreativsten Köpfe der Szene präsentierte<br />

eine serienreife Kamera-FPV-Lösung für<br />

U-Boote. Daneben präsentierte er noch<br />

einen funktionsfähigen Greifer an seinem<br />

„Deep Rover“. Wer mit FPV (das steht für<br />

First Person View) noch nichts anfangen<br />

kann: Dabei wird das Kamerabild einer im<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

5


Blick auf den Greifer am „Deep rover“<br />

<strong>von</strong> norbert Brüggen<br />

War leider nicht im Wasser zu<br />

sehen: nr­1 <strong>von</strong> Otto Krah<br />

(auch unten)<br />

„Star iii“ <strong>von</strong> Guido Faust<br />

Hinten der rohbau der „Jago“, vorne<br />

„ironfish“ in der rocket­Version<br />

„ironfish“ in der Variante mit turm im Einsatz<br />

Modell montierten Kamera mittels<br />

dünnem Koaxialkabel auf<br />

einen Monitor am Sender oder<br />

in eine Videobrille übertragen,<br />

so dass das Geschehen unter<br />

Wasser in Echtzeit verfolgt werden<br />

kann. Auf diese Weise wird<br />

auch das Steuern des Modells<br />

aus „Pilotensicht“ möglich. Somit<br />

wird der Traum aller Modellbauer<br />

war, die so endlich ihre<br />

verlorenen Propeller wiederfinden können<br />

… Spaß beiseite, nicht zuletzt dank HD-<br />

Qualität ist das eine begeisternde Sache,<br />

und so waren die beiden Kamera-„Deep<br />

Rover“ stets umlagert, konnte man dank<br />

ihnen doch die schöne Unterwasserwelt<br />

mit Pflanzen, Booten und Fischen hautnah<br />

bewundern.<br />

Kreatives Umfeld in dieser Gemeinschaft<br />

steckt an, und nachdem Guido Faust seine<br />

hervorragend gelungene „Star III“ (siehe<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 5/2012) in Betrieb genommen<br />

hatte, war <strong>von</strong> ihm ein Rohbau einer<br />

„Makakai“ zu sehen. Dieses Boot besitzt<br />

einen ungewöhnlichen Kirsten-Boeing-Propeller-Antrieb<br />

(ein Flügel-Propeller). Wer<br />

bislang Guidos Artikel gelesen und seine<br />

akribische Arbeitsweise kennen gelernt<br />

hat, der wundert sich auch nicht, dass die<br />

„Glas“-Kugel seines Bootes wie im Original<br />

aus Pentagrammen zusammengeklebt wird.<br />

Das erste Testexemplar sah schon sehr beeindruckend<br />

aus und man darf auf seinen<br />

Baubericht gespannt sein.<br />

Premiere hatte auch der „Jago“-Rohbau<br />

des Verfassers, der viele Komplimente für<br />

die exzellente Bauausführung bekam. Nach<br />

Fertigstellung dürfen sich die Schiffs­<br />

Guido Fausts rohbau der<br />

„Makakai“ (auch oben)<br />

Modell-Leser auf eine Original- und Modell-Dokumentation<br />

freuen. Natürlich waren<br />

auch die militärischen Boote vertreten und<br />

es ist schon beeindruckend, wie wendig<br />

sich diese Dickschiffe dank Bug- und Heckstrahlern<br />

manövrieren lassen.<br />

Leider nicht im Wasser zu sehen war das<br />

Modell der NR-1 <strong>von</strong> Otto Krah aus Gütersloh.<br />

Die NR-1 ist im Original das kleinste Atom-<br />

U-Boot der Welt. Mit umfangreicher Spezialausstattung<br />

versehen, kommt dieses Boot<br />

immer dann zum Einsatz, wenn etwas im<br />

Ein Gruß aus der Kaiserzeit<br />

6 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


www.modellbau-kaufhaus.de<br />

Der Ausrüster für den Schiffsmodell<br />

Portofrei<br />

in der Zeit vom<br />

03.10. bis 05.10.2012<br />

Modellbau-Kaufhaus<br />

Luisenweg 3<br />

71636 Ludwigsburg<br />

07141/973 0534 (ab 18.00h)<br />

rainer@modellbau-kaufhaus.de<br />

Brücke BERMPOHL<br />

Fregatte Klasse 122<br />

Lautlos schwebt die „nemo“<br />

über den Seegrund<br />

Meer liegt, das den Stempel „Top Secret“<br />

trägt. Zur Ausstattung des Originals gehören<br />

umfangreiche Kameras, Manipulatoren<br />

sowie Räder (!), mit denen das Boot auf<br />

dem Meeresboden rollen kann. Dass nicht<br />

nur streng geheime Missionen absolviert<br />

wurden, zeigt eine Expedition zu antiken<br />

Schiffswracks im Mittelmeer unter der Leitung<br />

<strong>von</strong> Rob Ballard.<br />

In die Abteilung „Top Secret“ gehören<br />

auch die beiden „Ironfish“-Prototypen <strong>von</strong><br />

Norbert Brüggen. Zeitlich eingeordnet in<br />

die Ära „Steam Punk“ könnte man fast<br />

meinen, es handelte sich um das Dienst-<br />

U-Boot der beiden Protagonisten aus dem<br />

Film „Wild Wild West“. Vor allem der Pilotennachwuchs<br />

in Form der Junioren Joda<br />

und Morten hatte mit diesem wendigen<br />

Modell viel Freude. Es lässt sich übrigens<br />

sowohl in Scale mit Turm als auch ohne in<br />

der Rocket-Version fahren.<br />

Was bleibt nach diesem Wochenende? Ein<br />

dickes Dankeschön für eine rundum gelungene<br />

Veranstaltung nach Köln!<br />

Für den Feinen Job<br />

gibt es<br />

die richtigen geräte<br />

Spezialisten für feine Bohr-,<br />

Trenn-, Schleif-, Polier- und<br />

Reinigungsarbeiten.<br />

500 g leichte Elektrofeinwerkzeuge für<br />

220-240 V-Netzanschluss. Getriebekopf aus<br />

Alu-Druckguss. Kompaktgehäuse aus<br />

glasfaserverstärktem POLYAMID<br />

mit Weichkomponente im Griffbereich.<br />

Balancierter DC-Spezialmotor -<br />

durchzugskräftig, extrem MICROMOT<br />

Industrielaufruhig<br />

und langlebig.<br />

Bohrschleifer<br />

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Von PROXXON gibt es noch<br />

50 weitere Geräte und eine große<br />

Auswahl passender Einsatzwerkzeuge<br />

für die unterschiedlichsten<br />

Anwendungsbereiche.<br />

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Eckenschleifer OZI/E<br />

Bitte fragen Sie uns.<br />

Katalog kommt kostenlos.<br />

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Proxxon GmbH - D-54343 Föhren - A-4210 Unterweitersdorf<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

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7


RUBRIKEN<br />

<br />

<br />

Graupner: HMS „Prince of Wales“<br />

Neu bei Rücker Modellbau<br />

Die Tiefziehbox „HomeMade“ ermöglicht es<br />

allen ambitionierten Modellbauern, kostengünstig<br />

selbst tiefgezogene Teile herzustellen.<br />

Die maximale Tiefziehfläche beträgt<br />

36,5 x 29 cm und ist somit auch für größere<br />

Projekte geeignet. Benötigt werden nur ein<br />

Staubsauger und ein Herd bzw. Backofen mit<br />

einer Blechgröße <strong>von</strong> 44,7– 45,5 cm auf min.<br />

34 cm.<br />

Die Box besteht aus stabilem Multiplex-Holz<br />

sowie Schienen aus Metall – alles bestens<br />

erprobt und handgefertigt in Deutschland.<br />

Die ausführliche bebilderte Anleitung beschreibt<br />

alle erforderlichen Schritte, um beim<br />

manuellen Tiefziehen gute Ergebnisse zu erzielen.<br />

Zum Lieferumfang gehören die Tiefziehbox<br />

mit einer 35-mm-Anschluss-Öffnung für den<br />

Staubsauger, ein Form-Rahmen, 14 Stück<br />

M4-Schrauben und dazugehörige Flügelmuttern<br />

sowie zwei PET-G Platten (0,5 mm<br />

starkes Tiefziehmaterial). Der Preis inkl.Versand<br />

liegt bei € 129,–.<br />

Sowohl der Rahmen als auch Schraubensets<br />

und Tiefziehmaterial werden ebenfalls<br />

über die Homepage des Herstellers angeboten.<br />

Rücker Modellbau<br />

Jahnstr. 7c<br />

55270 Jugenheim<br />

Tel. 06130/215107<br />

modellbau@rueckergruppe.de<br />

http://modellbau.rueckergruppe.de<br />

LE-Elektronik: Mikro-Rotationslicht<br />

Neu bei LE-Elektronik<br />

ist das Mikro-Rotationslicht für jegliche Art<br />

<strong>von</strong> Modellen wie z. B. <strong>Polizeiboot</strong>e, Feuerlöschboote<br />

usw. Damit lassen sich aber<br />

z. B. auch Lichtbalken zusammenstellen.<br />

Damit können jetzt auch kleinere Modelle<br />

mit einem vorbildgetreuen, voll funktionsfähigen<br />

Rotationslicht ausgestattet werden,<br />

für das keine zusätzliche Elektronik benötigt<br />

wird.<br />

Bei der Entwicklung des Rotationslichtes<br />

wurde größter Wert auf die vorbildgetreue<br />

Optik des Rundumlaufs gelegt, sprich dieses<br />

Rotationslicht schaltet nicht einfach<br />

reihum Licht an und aus, sondern wurde so<br />

programmiert, dass die LEDs mit einem<br />

Soft-An- und -Aus-Impuls angesteuert wer-<br />

8 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Graupner:<br />

„Rivera RTR“<br />

rück auf 100 Jahre Seenotrettung geworfen.<br />

Mit einer interaktiven Sonderschau sowie einem<br />

großen Modellbauwettbewerb widmet<br />

sich die modell-hobby-spiel diesem Themenkomplex.<br />

Während der Messetage präsentiert die<br />

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger<br />

(DGzRS) mit Unterstützung der<br />

Fa. Revell sich und ihre Arbeit. Actionfilme<br />

rund um die Seenotrettung zeigen die Vielfalt<br />

der Organisation auf. Vor Ort werden<br />

Großmodelle der Seenotkreuzer gezeigt<br />

und auf einem Schiffssimulator können Besucher<br />

selbst Erfahrungen als Kapitän samden.<br />

Der Anschluss kann direkt am<br />

Empfänger oder an einem separaten<br />

Akku erfolgen.<br />

LE-Elektronik<br />

Am Burgholz 6<br />

82515 Wolfratshausen<br />

Tel. 08171/409922<br />

LE-Elektronik@LE-Elektronik<br />

http://LE-Elektronik.de<br />

Graupner liefert aus<br />

Ab sofort sind zwei weitere neue Modelle<br />

aus dem Graupner-Programm im Fachhhandel<br />

erhällich.<br />

Die HMS Prince of Wales war während des<br />

Zweiten Weltkriegs ein modernes britisches<br />

Schlachtschiff der Royal Navy und erlangte<br />

als Gegner der BISMARCK im Seegefecht<br />

in der Dänemarkstraße Berühmtheit. Das<br />

Fertigmodell aus der GRAUPNER PRE-<br />

MIUM-Line besitzt einen besonders hohen<br />

Detaillierungsgrad. Das Modell im Maßstab<br />

1:150 ist ca. 1.500 mm lang, ca. 220 mm<br />

breit und kostet € 1.091,–<br />

Vorbild der „Rivera RTR“ ist eine moderne<br />

italienische Sportyacht. Das Modell ermöglicht<br />

dank seiner robusten Konstruktion und<br />

starkem Elektromotor viel Fahrspaß und einen<br />

sehr schnellen und leichten Einstieg in<br />

den Schiffsmodellbau. Das Modell kommt<br />

komplett fahrfertig aufgebaut inkl. Motor,<br />

Steller und 2,4-GHz-Fernsteuerung zum<br />

Kunden. Es ist ca. 605 mm lang, ca.180 mm<br />

breit und für € 139,95 erhältlich.<br />

www.graupner.de<br />

Vom 05.–07. Oktober 2012 öffnet die modell-hobby-spiel<br />

in Leipzig ihre Tore. Die<br />

Ausstellung für Modellbau, Modellbahn,<br />

Kreatives Gestalten und Spiel wird auch in<br />

diesem Jahr wieder viele Besucher in die<br />

Messestadt Leipzig locken. Schwerpunktthema<br />

für die Schiffsmodellbauer ist in diesem<br />

Jahr das Thema Seenotrettung. Anlässlich<br />

des 100 Jahrestages des<br />

Untergangs der TITANIC wird ein Blick zumeln.<br />

Zudem ist ein erfahrener Vormann des<br />

Seenotkreuzers HERMANN HELMS zu<br />

Gast. Jörg Bünting arbeitete 33 Jahre in der<br />

Seenotrettung.<br />

Umrahmt wird die Sonderschau durch einen<br />

Modellbauwettbewerb der Fa. Revell, bei<br />

dem Dioramen zum Thema „Untergang der<br />

TITANIC“ präsentiert werden.<br />

Die Messe ist täglich <strong>von</strong> 10.00–18.00 Uhr<br />

geöffnet, Tages-Tickets kosten für Erwachsene<br />

€ 10,50, Kinder € 5,–.<br />

www.modell-hobby-spiel.de<br />

modell-hobby-spiel in Leipzig<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

9


RUBRIKEN<br />

<br />

Modellbau-Club Mainspitze e. V.<br />

Der Modellbau-Club Mainspitze e. V. veranstaltet<br />

eine große Modellbauausstellung am<br />

13. und 14. Oktober 2012 in Ginsheim im<br />

Bürgerhaus. Gezeigt werden Modelle aus<br />

den Bereichen Schiffs-, Auto und Flugmodelle.<br />

Ein Wasserbecken für kleine Modelle<br />

ist vor Ort.<br />

Die Ausstellung ist am Samstag <strong>von</strong> 10.00–<br />

18.00 Uhr und am Sonntag <strong>von</strong> 10.00–<br />

17.00 Uhr geöffnet.<br />

Anmeldungen erwünscht, Aufbau ist schon<br />

am 12.10.12 ab 18.00 Uhr möglich.<br />

Begrenzte Stellmöglichkeiten für Wohnwagen<br />

oder Wohnmobile, eine Anmeldung ist<br />

erforderlich. Ohne Anmeldung ist kein Camping<br />

möglich! Kontaktaufnahme über<br />

info@modellbau-club-mainspitze.de<br />

Weitere Infos auf unserer Homepage:<br />

www.modellbau-club-mainspitze.de<br />

27. Internationales<br />

Modell-Dampfschiff-Treffen<br />

des MBC Nürnberg<br />

Am 25. und 26. August fand unser alljährliches<br />

Modell-Dampfschiff-Treffen statt. Bei<br />

ausgezeichnetem Wetter waren wieder sehr<br />

viele Teilnehmer und Zuschauer versammelt.<br />

Während die Dampfkollegen ihre schönsten<br />

Modelle auf dem Wasser und auf dem Land<br />

präsentierten, bekamen die Zuschauer so<br />

allerlei kuriose und nostalgische Modelle zu<br />

sehen. Überall sah man bekannte Gesichter<br />

<strong>von</strong> den vergangenen Veranstaltungen, wobei<br />

sich so mancher frühere Zuschauer inzwischen<br />

in einen Teilnehmer verwandelt<br />

hat. In einer Zeit, in der die Dampfära immer<br />

mehr in Vergessenheit gerät, ist es erstaunlich<br />

und bewundernswert, dass der Dampfantrieb<br />

immer noch in einer stattlichen Anzahl<br />

<strong>von</strong> Schiffsmodellen Verwendung findet.<br />

Ein reger Erfahrungsaustausch der Teilnehmer<br />

untereinander wurde manchmal mit einer<br />

praktischen Vorführung im Detail erläutert.<br />

Die teilweise <strong>von</strong> weither angereisten<br />

Kollegen, u. a. auch aus Österreich, hatten<br />

ihre Freude und zeigten voller Stolz ihre<br />

Dampfmaschinen und mit Dampf angetriebenen<br />

Modellboote bzw. -schiffe. Die Modelle<br />

konnten auf dem abgegrenzten Dutzendteich,<br />

den der MBC als Vereinsgewässer besitzt,<br />

vorgeführt werden.<br />

Dass dabei niemand verhungern bzw. verdursten<br />

musste, dafür sorgte die „vereinseigene<br />

Küchenmannschaft“. Am Samstagabend<br />

wurde ein fränkisches Abendessen<br />

organisiert, das anschließend in einem gemütliches<br />

Beisammensein in geselliger Runde<br />

endete.<br />

Am Sonntagnachmittag war es dann um das<br />

Wetter nicht so gut gestellt, es regnete zwar<br />

nicht, aber die Windböen vermiesten den Zuschauern<br />

am Ufer des Dutzendteichs zumindest<br />

ein kurzes Sonnenbad.<br />

Im Großen und Ganzen dürfen wir uns aber<br />

nicht beklagen, denn wir hatten in unseren<br />

Pavillons genügend Dampfschiffe ausgestellt,<br />

wo es viel Interessantes zu sehen gab.<br />

Weil die Bootseigner mit diesen Wetterkapriolen<br />

umzugehen wissen, bekamen die<br />

Zuschauer auch etwas Besonderes geboten.<br />

So konnten sie nämlich u. a. die Vorbereitungsarbeiten<br />

für die Inbetriebnahme im<br />

Detail beobachten. wie z. B. das Befüllen des<br />

Dampfkessels und die Dampferzeugung bis<br />

hin hin zu den ersten Umdrehungen der<br />

Dampfmaschine. Im Anschluss konnten die<br />

Zuschauer jedes Detail der Dampfmaschine<br />

aus der Nähe bestaunen. Wir hoffen, dass<br />

sich so mancher dabei <strong>von</strong> dem Dampfvirus<br />

hat anstecken lassen.<br />

Die Teilnehmer- und Zuschauerzahlen sind<br />

sehr gut gewesen, worauf wir als Veranstalter<br />

auch ein bisschen stolz sein dürfen.<br />

Dieter Kempf<br />

Liebe Vereinsvorstände und<br />

Schriftführer!<br />

Ankündigungen zu Veranstaltungen müssen immer<br />

jeweils bis zum 1. des Vormonats bei folgender<br />

Adresse eingereicht werden:<br />

Red. <strong>SchiffsModell</strong><br />

Postfach 1820, 78008 Villingen-Schwenningen<br />

Fax 07721/8987-50<br />

welz@neckar-verlag.de<br />

Der einmalige Abdruck Ihrer Veranstaltungsmitteilung<br />

ist natürlich kostenlos. Bitte fassen Sie<br />

sich kurz, und teilen Sie nur die wesentlichen<br />

Fakten mit (Ort, Datum, Kontaktadresse). Komplette<br />

Ausschreibungen und Programme können<br />

nicht abgedruckt werden, die Redaktion muss sich<br />

Kürzungen vorbehalten. Weiterhin können Veranstaltungstermine<br />

unter<br />

www.neckar-verlag.de<br />

veröffentlicht werden. Unter der Rubrik „Modellbau/Modellbautermine“<br />

haben Vereine die Möglichkeit,<br />

ihre Veranstaltungstermine direkt und<br />

kostenfrei einzutragen.<br />

<br />

Wattenmeer<br />

Weltnaturerbe 2013<br />

Als erste deutsche Naturlandschaft ist das<br />

Wattenmeer <strong>von</strong> der UNESCO zum Weltnaturerbe<br />

der Menschheit erklärt worden.<br />

Das Wattenmeer vor der niederländischen<br />

und deutschen Küste ist die größte zusammenhängende<br />

Wattfläche der Erde. Die<br />

exzellenten Fotos <strong>von</strong> Nico Krauss in diesem<br />

Kalender verzaubern und begeistern<br />

den Betrachter jeden Monat aufs Neue.<br />

13 farbige Blätter, mit Bilderläuterungen,<br />

Format 47 x 67,5 cm, Spiralbindung, €<br />

29,90 (D) / € 30,80 (A) / sFr 42,90 (CH),<br />

ISBN 978-3-7688-3450-6, Delius Klasing<br />

Verlag, Bielefeld.<br />

10 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Leuchttürme 2013<br />

Faszination und Legende<br />

Seit Jahrhunderten trotzen die Festungen<br />

der Meere Sturm und Wellen. Noch heute<br />

umspülen Mythen und Geschichten ihre<br />

Mauern. Leuchttürme dienen der Schifffahrt<br />

nachts und bei Nebel als sichtbares Seezeichen.<br />

Ihr Lichtsignal weist den Schiffen<br />

den Weg, erleichtert die Navigation und<br />

warnt vor gefährlichen Stellen in unbekannten<br />

Gewässern.<br />

Doch das Feuer jedes Turms erzählt auch<br />

seine eigene Geschichte, welche Gabi Reichert<br />

in ihren außergewöhnlichen Aufnahmen<br />

einfängt. Ihre Portraits zeigen mehr als<br />

maritime Wahrzeichen vor traumhaften Kulissen.<br />

Der Zauber ihrer Fotografie liegt in ihrem<br />

besonderen Blick für Licht und Farben,<br />

der die einmalige Faszination dieser historischen<br />

und oft mystischen Bauwerke sichtbar<br />

werden lässt.<br />

Format 46 x 56 cm, Spiralbindung,<br />

€ 22,90 (D) / € 23,60 (A) / sFr 34,90 (CH),<br />

ISBN 978-3-7688-3443-8, Delius Klasing<br />

Verlag, Bielefeld.<br />

beit, Aufgaben, Männer und Schiffe dieser<br />

ehrenamtlichen Vereinigung, die seit über<br />

145 Jahren Schiffbrüchige aus Seenot rettet.<br />

Rund 2.500-mal im Jahr werden die<br />

Seenotretter alarmiert. Sie fahren ihre Einsätze<br />

auch unter extremsten Witterungsbedingungen:<br />

Freiwillig, selbstlos und mit<br />

höchs-ter seemännischer Kompetenz.<br />

Auf 54 Stationen an der deutschen Nordund<br />

Ostseeküste, am Festland und auf den<br />

Inseln sind 180 fest angestellte und über<br />

800 freiwillige Rettungsmänner rund um die<br />

Uhr bereit, bei einem Seenotfall auszulaufen<br />

und Hilfe zu leisten.<br />

Format 45 x 47 cm, Spiralbindung, € 19,90<br />

(D) / € 20,50 (A) / sFr 29,90 (CH), ISBN<br />

978-3-88412-482-6, Delius Klasing Verlag,<br />

Bielefeld.<br />

Leuchttürme 2013<br />

Wächter des Lichts<br />

Unerschütterlich und eisern ragen sie in den<br />

Himmel: Leuchttürme, die letzten maritimen<br />

Zeugen schönster Industriearchitektur, erfüllt<br />

<strong>von</strong> der Geschichte einer vergangenen<br />

Epoche.<br />

Schon vor Jahrhunderten erleichterten<br />

Leuchttürme den Seefahrern die Navigation.<br />

Von steil abfallenden Klippen weisen<br />

sie noch heute den richtigen Weg und be-<br />

Für das Jahr 2013 erscheint im DSV-Verlag<br />

in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft<br />

zur Rettung Schiffbrüchiger<br />

(DGzRS) erneut ein Kalender über die Arwahren<br />

vor Untiefen. Der Anblick der historischen<br />

Riesen fasziniert und verzaubert. Im<br />

Licht der untergehenden Sonne legt sich<br />

ihre Magie auch auf die Umgebung.<br />

Philip Plisson, einer der weltweit bekanntesten<br />

Fotografen maritimer Motive, zeigt in<br />

diesem Kalender beeindruckende Bilder der<br />

„Wächter des Lichts“ inmitten ihrer traumhaften<br />

Landschaften. Seine Aufnahmen<br />

spiegeln den Blick des Künstlers, der die<br />

Herausforderung sucht und immer wieder<br />

zu neuen fotografischen Abenteuern aufbricht.<br />

Format 57,4 x 70 cm, Spiralbindung,<br />

€ 39,90 (D) / € 41,10 (A) / sFr 55,90 (CH),<br />

ISBN 978-3-7688-3442-1, Delius Klasing<br />

Verlag, Bielefeld.<br />

... wir kommen 2013<br />

Der Kalender der DGzRS<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 11


RENNBOOTE<br />

AndreAs<br />

Grüner<br />

DER RAUBFISCH IM KOITEICH<br />

er Arowana, auch Drachen-Fisch<br />

genannt, ist<br />

ein südamerikanischer<br />

Süßwasser-Raubfisch<br />

aus der Familie der Knochenfische.<br />

In Asien gilt der Arowana als<br />

Statussymbol. Ihm werden die Fähigkeiten<br />

zugeschrieben, Übel und Unglück <strong>von</strong><br />

seinem Besitzer abzuhalten. Ein Drache<br />

bedeutet Wohlstand, Gesundheit und<br />

Reichtum. Wer ihn hegt und pflegt, dem widerfahren<br />

diese Dinge. Nach chinesischem<br />

Glauben verhilft der Drache zu guten Geschäften<br />

und wendet unheilvolle ab.<br />

Bis jetzt geht es wohlgemerkt alleine um<br />

den Namen des Mono 1-Bootes AROWA-<br />

NA der Firma R2hobbies (www.R2hobbies.<br />

com). Der 570 mm lange und 180 mm<br />

breite Fisch besitzt aber keine Gräten und<br />

hat auch keine Stufen. Nur riechen tut er<br />

etwas streng hinter den Kiemen, nämlich<br />

nach Polyester. In Zeiten <strong>von</strong> Hochleistungsgewebe<br />

wie CfK/Aramid mit Epoxi<br />

ist Polyester nun zwar nicht unbedingt<br />

das Nonplusultra, dafür aber günstig und<br />

schnell zu verarbeiten. Die ARR-Version<br />

(almost ready to run, sprich muss man<br />

noch selbst komplettieren) ist auf der<br />

Webseite <strong>von</strong> R2hobbies mit 588 g netto<br />

und max. 1.310 g fahrfertig spezifiziert. Im<br />

Set dabei sind montiertes Alu-Ruder mit<br />

Wasseraufnahme, Anlenkung und Faltenbalg,<br />

Silikonschlauch, Antenne, Antrieb mit<br />

4-mm-Welle, Motor-, Servo- und Akku-Träger<br />

sowie der Bootsständer aus Sperrholz.<br />

Der Flutkanal und ein Schott im Bug bestehen<br />

ebenfalls aus Sperrholz, sind aber<br />

bereits in den Rumpf eingeklebt. Obendrauf<br />

gibt es noch zwei Streifen selbstklebendes<br />

Trimmgewicht zur Austarieren<br />

des Bootes. Die Gelcoat-Farbgebung kann<br />

man online auswählen, halt das, was eben<br />

gerade angeboten wird. Preislich liegt die<br />

ARR-Version bei E 56,61, dazu kommen<br />

noch der Versand und die Steuern hinzu.<br />

Ob das Boot in Deutschland auch über<br />

einen Händler angeboten wird, entzieht<br />

sich meiner Kenntnis. Der Köder war also<br />

ausgeworfen.<br />

Das Modell<br />

Dich schnapp ich mir ... und innerhalb <strong>von</strong><br />

drei Wochen nach Bestellung und Zahlung<br />

war die AROWANA in meinen Händen.<br />

Vorbildlich verpackt und deshalb ohne Beschädigungen<br />

angekommen. Vom ersten<br />

Eindruck her schon recht massiv und stabil<br />

gebaut, und das mit außergewöhnlicher<br />

Form. Ich wollte das Mono als reines Spaßboot<br />

ohne irgendwelche Rekordambitionen<br />

betreiben. Deshalb kam zum Ausprobieren<br />

ein vorhandener Bürstenmotor der 600er-<br />

Baugröße rein, ein 3s-LiPo mit 3700 mAh<br />

übernimmt die Stromversorgung, für die<br />

Drehzahlregulierung ist ein AS12-70 BEC<br />

<strong>von</strong> modellbauregler.de zuständig. Das<br />

Servo für die Ruderanlenkung wurde mit<br />

12 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


doppelseitigem Spiegel-Klebeband verklebt<br />

und zusätzlich noch mit einem Kabelbinder<br />

fixiert. Das hält einwandfrei und tut nach<br />

wie vor seine Dienste. Was man unbedingt<br />

machen sollte, ist ein Drucktest, ob der<br />

Rumpf generell bzw. ob die Klebestellen<br />

beim Flutkanal dicht sind. Beim Flutkanal<br />

fand ich ein kleines Loch, welches mit 2K-<br />

Kleber ausgefüllt und abgedichtet wurde.<br />

Die Klebestellen an den Holzteilen sollten<br />

auch geprüft und ggf. erneuert oder verbessert<br />

werden. Hier hapert es teilweise<br />

an der Verarbeitungsqualität. Das Zeitaufwendigste<br />

am Komplettieren ist eigentlich<br />

das Versiegeln bzw. Lackieren der Holzteile.<br />

Mit geeignetem Lack aus dem Yacht-/<br />

Boots-Bereich hat man dann aber auch<br />

lange Freude daran.<br />

Fahrtest<br />

Nach dem Aufbrezeln mit einem Dekorsatz<br />

aus dem RC-Car-Bereich überließ<br />

ich den Drachen-Fisch seinem Element.<br />

Der 600er-Motor hatte leichtes Spiel mit<br />

dem verwendeten K37,5 Prop <strong>von</strong> Graupner,<br />

leise flitzte das Boot da<strong>von</strong> und<br />

man konnte gut die wirksame Wasserkühlung<br />

beobachten. Zwar nicht der Überhecht<br />

in puncto Leistung, aber das Boot lag sehr<br />

stabil, ging auch ohne Turn-Fin willig in die<br />

Kurven und der Geradeauslauf war ebenso<br />

perfekt. Nach ellenlanger Fahrzeit wurde<br />

der Raubfisch aus dem Teich gezogen<br />

und untersucht, ob er sich an irgendetwas<br />

verschluckt hatte. Das war nicht der Fall,<br />

kein Tropfen Wasser im Boot, Motor, Steller<br />

und LiPo nicht mal handwarm. Der Akku<br />

wurde wieder voll geladen und diesmal<br />

wurde eine größere Flosse (K39-Prop <strong>von</strong><br />

Graupner) angeschraubt. Leider schwimmt<br />

der Fisch damit nicht wirklich schneller,<br />

zickt aber hingegen etwas mit dem<br />

Heck und die Kurven konnten auch nicht<br />

mehr so geschmeidig durchfahren werden.<br />

K37,5, du bist dann doch die geeignetere<br />

Flosse.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Die AROWANA blubbert und schnappt<br />

nach mehr. Also rein mit dem Doping-<br />

Fischfutter. Auch aus China stammt der<br />

Turnigy BL-Motor BL2845-3600 mit 3.600<br />

min -1 pro Volt und integrierter Wasserkühlung.<br />

Ist fast günstiger als ein nagelneuer<br />

600er-Blechmotor mit Bürsten. Ein überdimensionierter<br />

Turnigy 120 A-Marine-Regler<br />

war auch noch übrig, alles andere wurde<br />

erstmal so gelassen.<br />

Mein nun 1.230 Gramm leichtes Mono<br />

war nicht wiederzuerkennen: Nun kommt<br />

in den Unterleib implantiert. Die Operation<br />

ist gelungen, ohne Wenn und Aber wird<br />

nun die Leis tung übertragen. Ein 36-mm-<br />

Prop aus Aluminium, welcher den K-Props<br />

in der Blattform und Steigung sehr ähnelt,<br />

wurde auch noch besorgt und angebracht.<br />

Die Jagd nach Beute in Form <strong>von</strong> km/hs<br />

konnte nun also weitergehen. Was so<br />

eine Änderung mit sich bringt, ist erstaunlich.<br />

Leider war nun der Rumpf mit dieser<br />

Leistung und Geschwindigkeit nicht mehr<br />

so ganz einverstanden. Sehr langgezogene<br />

Fazit<br />

Es ist wie bei einem Aquarium und dessen<br />

Insassen. Wer noch nicht weiß, ob er<br />

bei diesem Hobby bleiben möchte, dem<br />

sei geraten, Anfängerfische anzuschaffen.<br />

Die AROWANA ist meines Erachtens so<br />

ein günstiges Einsteigerboot. Es gibt mehrere<br />

Versionen (Rumpf alleine, fast fertig<br />

zum selbst komplettieren, oder kompl. fertig<br />

mit Fernsteuerung), die es einem leicht<br />

der Raubfisch in Wallung und Schuppen<br />

und Kiemen liegen an. Leider ist er aber<br />

nicht mehr stumm, sondern eher laut, untermalt<br />

mit mechanischen Geräuschen.<br />

Da stimmt was nicht! Kurze Überprüfung<br />

und es stellte sich heraus, dass die Wellenanlage<br />

sich so gut wie verabschiedet<br />

hatte. Sie war einfach nicht standhaft genug<br />

und für die jetzt anleigende Leistung<br />

definitiv nicht gemacht. Also musste sie<br />

entfernt und durch was Besseres ersetzt<br />

werden: Aus Messingrohr, drei Gleitlagern<br />

und Teflonrohr habe ich mir selbst eine<br />

Antriebsanlage mit 3,2-mm-Flexwelle und<br />

4-mm-Endstück gebastelt und dem Fisch<br />

Rechtskurven gingen mit Vollgas noch,<br />

bei Geradeausfahrt kam der Rumpf aber<br />

schon arg ins Schlingern, erst recht,<br />

wenn die Akkus noch frisch und knackig<br />

die Spannung <strong>von</strong> sich geben. Also wurden<br />

verstellbare Trimmklappen besorgt<br />

und angebracht, um das Mono wieder auf<br />

den rechten Weg zu führen. Nach einigen<br />

Einstellarbeiten ist die AROWANA beherrschbar<br />

und liegt nun bei etwas über 60<br />

km/h. Alle Antriebs-Komponenten strahlen<br />

gemäßigte Erwärmung aus. Der Belastungs-<br />

bzw. Wirkungsgrad scheint stimmig<br />

zu sein, der Raubfisch fühlt sich wohl auf<br />

der Jagd.<br />

machen, in das Hobby reinzuschnuppern.<br />

Sollte die Fischzucht nicht gefallen, so ist<br />

wenigstens nicht viel Erspartes draufgegangen.<br />

Das kreuzbrave Fahrverhalten (bei<br />

zahmer Motorisierung) ist anfängertauglich<br />

und durch das Tiefe „V“ des Rumpfes ist die<br />

AROWANA fast nicht umzuwerfen. Wenn<br />

sie doch mal auf dem Deck landen sollte,<br />

so hilft der serienmäßige Flutkanal, alles<br />

wieder ins Lot zu bringen. Mit schärferer Abstimmung<br />

ist aber etwas Erfahrung gefragt,<br />

um den Raubfisch zu bändigen, zumal dann<br />

ja auch einige Umbauten fällig sind.<br />

Bezugsquelle: www.R2hobbies.com<br />

14 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Arkusz1<br />

Unsere Bücher und Baupläne für den<br />

Schiffsmodellbau finden Sie unter:<br />

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5. bis 7. Oktober 201 2<br />

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<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 15<br />

anz_schiffsmodell.indd 1<br />

08.08.2012 11:26:48 Uhr


Motorschiffe<br />

Bernd Scholten<br />

FahrFotoS: teSSa Scholten<br />

SPRINGER-TUG<br />

Ramborator<br />

<strong>von</strong> aero-naut<br />

N<br />

achdem sich die Modelle der<br />

„Springer Tugs“ in der letzten<br />

Zeit immer größerer Beliebtheit<br />

erfreuen, stellte die Fa.<br />

aero-naut als erster der ler als Neuheit des Jahres 2012 einen Bau-<br />

Großserienherstelkasten<br />

dieses Schiffstyps vor, den RAMBO-<br />

RATOR.<br />

Die Vorbilder<br />

Springer Tugs, auch Pushboats genannt,<br />

sind kleine, sehr einfach gehaltene Schubschiffe,<br />

welche auf amerikanischen Flüssen<br />

für Transport- und Bugsieraufgaben genutzt<br />

werden. Wer sich die Mühe macht, ein bisschen<br />

im Internet nach Informationen zu<br />

suchen, findet schnell Bilder der Originale.<br />

Dabei stellt man fest, dass die meisten Modelle,<br />

so auch der RAMBORATOR, optisch<br />

gar nicht weit <strong>von</strong> der Realität und somit <strong>von</strong><br />

den Originalen entfernt sind. Die vor einigen<br />

Jahren noch eher belächelten Modelle sind<br />

inzwischen fester Bestandteil der Schiffsmodellbaulandschaft<br />

geworden. Mit Aufbauten<br />

<strong>von</strong> Autokarossen über Badewannen<br />

bis hin zu U-Booten sind der Fantasie keine<br />

Grenzen gesetzt. Die Einsatzfelder sind<br />

nicht weniger vielfältig. Neben dem Einsatz<br />

als Bergeboote werden die Springer Tugs<br />

auch fürs Geschicklichkeitsfahren oder<br />

Springer Polo genutzt. Diesen Aufgaben<br />

kommen die einfache Konstruktion und die<br />

robuste Ausführung der Modelle natürlich<br />

entgegen. Auch hierfür finden sich im www<br />

viele Beispiele.<br />

Das aero-naut-Modell<br />

Da ich mir den Baukasten und das fertige<br />

Boot schon während der Intermodellbau<br />

2012 in Dortmund anschauen konnte,<br />

wusste ich, was mich erwarten würde.<br />

Der, wie man es <strong>von</strong> aero-naut inzwischen<br />

ja schon hinlänglich gewohnt ist, sehr<br />

sauber gelaserte Teilesatz aus Birkensperrholz<br />

macht schon beim ersten Betrachten<br />

Spaß.<br />

16 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Neben den Holzplatten enthält der Baukasten<br />

das Stevenrohr mit Welle und einen<br />

kleinen Beschlagsatz, der für dieses Modell<br />

mehr als ausreichend ist, dazu diverse<br />

Aufkleber, um das Modell in verschiedenen<br />

Ausführungen wie Feuerwehr oder Polizei<br />

beschriften zu können. Für die Fertigstellung<br />

werden noch zusätzlich ein Motor, der<br />

Schiffspropeller und die RC-Komponenten<br />

benötigt. Platz für individuelle Ausrüstung<br />

und Funktionen ist im Inneren auch vorhanden.<br />

Schon im Vorfeld machte ich mir Gedanken,<br />

wie ich meinen RAMBORATOR gestalten<br />

könnte. Meine Entscheidung fiel auf die<br />

Variante eines <strong>Polizeiboot</strong>es. Da zu einem<br />

solchen auch ein funktionierendes Blaulicht<br />

gehört, suchte ich bei einem großen<br />

Elektronikversand nach einer passenden<br />

Schaltung, um ein Rundumlicht zu realisieren.<br />

Zufällig bin ich bei der Suche auf ein<br />

programmierbares 16-Kanal-Lauflicht gestoßen<br />

... dabei kam mir die Idee, das Boot<br />

als ein Spaßmodell für das jährliche Nachtfahren<br />

und dafür mit besonderen Lichteffekten<br />

auszurüsten. So sollten auf jeder Seite<br />

des Rumpfes 16 helle Leuchtdioden im<br />

Bereich des Unterwasserschiffes platziert<br />

werden. Da ich spätestens jetzt<br />

ohnehin schon keinen Gedanken mehr<br />

an ein „Scale“-Modell verlor, orderte ich bei<br />

meinem Modellbauhändler auch noch einen<br />

Brushless-Motor mit 900 min -1 /Volt, damit<br />

die fahrende Lichtorgel auch völlig übermotorisiert<br />

auf dem Teich unterwegs sein<br />

würde.<br />

Wie auch beim Baukasten der JENNY (siehe<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 09/2012) ist der Zusammenbau<br />

des Modells in der gut bebilderten<br />

Bauanleitung bestens beschrieben. Die<br />

Bauteile lassen sich problemlos aus ihren<br />

Rahmen lösen, zum Verkleben der Teile<br />

eignet sich wasserfester Holzleim. Bevor ich<br />

die ersten Teile verleimte, beschäftigte ich<br />

mich allerdings mit meiner umfangreichen<br />

Unterwasserbeleuchtung. Dafür habe ich<br />

die 32 3-mm-Leuchtdioden bündig in die<br />

Seiten des Rumpfes mit Zweikomponentenkleber<br />

eingeklebt. Da auch die Verdrahtung<br />

und die nötigen Lötarbeiten im geschlossenen<br />

Rumpf schlecht möglich gewesen<br />

wären, habe ich auch diese jetzt schon vorgenommen.<br />

Das Bändigen des dabei entstehenden<br />

„Kabelsalates“ war dabei eine<br />

nicht ganz leichte Aufgabe.<br />

Nachdem dieser außerplanmäßige Bauschritt<br />

erledigt war, konnte die Bau-Reihenfolge<br />

gemäß Bauanleitung in Angriff<br />

genommen werden.<br />

Zuerst werden die Seitenteile des Rumpfes<br />

mit schon fertig abgelängten Vierkantstäben<br />

verbunden. Damit entsteht bereits ein<br />

recht stabiles Grundgerüst, welches auch<br />

die Dimensionen des fertigen Modells erahnen<br />

lässt.<br />

Nun können Vorder- und Heckteil des<br />

Rumpfes angesetzt werden, die mit Dreikantstäben<br />

an den Seiten verstärkt werden.<br />

Bei der Heckplatte ist darauf zu achten,<br />

dass diese richtig herum eingebaut wird,<br />

da die vorhandenen Aussparungen für die<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

17


Servohalterung asymmetrisch angeordnet<br />

sind. Jetzt kann man den aus einem Teil bestehenden<br />

Rumpfboden verkleben. Hierbei<br />

bin ich so vorgegangen, wie es die Bauanleitung<br />

beschreibt: Vom Bug an habe ich<br />

den Boden Stück für Stück verleimt und mit<br />

Klebeband gesichert. Für den ersten Halt<br />

wurde ein starker Gummiring verwendet,<br />

den ich nach und nach Richtung Heck verschoben<br />

habe, um die Bodenplatte provisorisch<br />

zu fixieren.<br />

Im nächsten Schritt habe ich die Scheuerleisten<br />

gemäß der Bauanleitung am Deck<br />

verleimt. Nach dem Einbau der vorher zusammengeleimten<br />

Rahmen der Decksöffnungen<br />

inkl. der Bauteile für die Süllränder,<br />

erhält das Deck schon eine erstaunliche<br />

Eigenstabilität.<br />

Nach dem Trocknen des Rumpfbodens<br />

kann man die Antriebseinheit montieren<br />

und mit dem zweiteiligen Kiel sowie der Motorhalterung<br />

einpassen. Da mein Motor eine<br />

4-mm-Welle besitzt, musste ich die mitgelieferte<br />

starre Wellenkupplung motorseitig<br />

aufbohren.<br />

Die gesamte Konstruktion wird nun mit der<br />

Bodenplatte verklebt. Dabei sollte nicht mit<br />

dem Kleber gespart werden, um spätere<br />

Undichtigkeiten zu verhindern. Den Innenraum<br />

des Rumpfes habe ich dann noch mit<br />

Polyesterharz ausgestrichen, um ihn gegenüber<br />

evtl. eindringendem Wasser zu versiegeln.<br />

Alle anderen Holzbauteile habe ich<br />

mit handelsüblichem Schnellschleifgrund<br />

vorbehandelt.<br />

Vor dem Aufkleben des Decks sollten alle<br />

Arbeiten im Innenraum erledigt sein, da<br />

diese später durch die Decksöffnungen<br />

nur schlecht oder gar nicht mehr möglich<br />

sind. Das Ruder wird aus kleinen Brettchen<br />

zusammengeklebt und dann mit einem<br />

Schleifklotz in Form gebracht. Nun kann<br />

auch die Steuereinheit mit Ruderkoker und<br />

Servobrettchen angepasst und eingeklebt<br />

werden. Entgegen der Bauanleitung habe<br />

ich an dieser Stelle auch schon das Servo,<br />

die Anlenkhebel und das Ruder eingebaut,<br />

da mir dies später, mit schon aufgeklebtem<br />

Deck, als problematisch erschien.<br />

Nun folgte die endgültige Verdrahtung der<br />

RC-Komponenten und meiner „Lichtorgel“.<br />

Zur Verdrahtung der einzelnen Kanäle des<br />

Lauflichts habe ich ein altes PC-Druckerkabel<br />

zerlegt. In diesem gibt es genug verschiedenfarbige<br />

Leitungen, um auch noch<br />

nach der Verlegung des<br />

Leitungsbündels zur Steuerungsplatine<br />

die richtige<br />

Reihenfolge der Leuchtdioden<br />

festlegen zu können.<br />

Die Lauflichtsteuerung ist<br />

schon für den RC-Betrieb<br />

vorgesehen und per Empfängerausgang<br />

schaltbar.<br />

Im Auslieferungszustand<br />

sind 17 verschiedene Lichtsequenzen<br />

vorprogrammiert,<br />

die mit einem Automatikprogramm<br />

abgespielt<br />

werden können. Daneben<br />

verfügt die Platine über vier Schaltausgänge<br />

für andere Funktionen. Nach der<br />

Verdrahtung musste ich das Lauflicht natürlich<br />

sofort testen und habe da<strong>von</strong> per<br />

E-Mail einen kurzen Film an den Redakteur<br />

der <strong>SchiffsModell</strong> geschickt. Schon nach<br />

kurzer Zeit erreichte mich sein Kommentar,<br />

der mit einem „Oh mein Gott …“ eingeleitet<br />

wurde. Ich wusste also, dass ich auf dem<br />

richtigen Weg war!<br />

Da nun alle Innenarbeiten abgeschlossen<br />

waren, konnte ich das Deck aufsetzen und<br />

verkleben.<br />

Jetzt war es an der Zeit, sich um die Aufbauten<br />

zu kümmern. Nachdem die Einzelteile<br />

der Luken verleimt waren, wurden<br />

diese an das Deck und die Süllränder<br />

angepasst. Wenn man diese Arbeiten vorsichtig<br />

vornimmt, sitzen die Luken recht<br />

präzise auf den Decksrahmen und benö-<br />

18 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


tigen keine weiteren Befestigungen. Nach<br />

der unproblematischen Fertigung des<br />

Schanzkleides, welches jetzt aber noch<br />

nicht mit dem Deck verklebt wird und der<br />

für das Deck bestimmten Umlenkrollen,<br />

widmete ich mich dem Bau der Schubdalben.<br />

Die Vorderseiten dieser bestehen aus<br />

drei Bauteilen, welche aufeinander geleimt<br />

werden. So entsteht mit den restlichen<br />

Einzelteilen eine stabile Konstruktion, die<br />

auch schon mal einen „herzlichen Schubser“<br />

ohne Schäden übersteht. Da mir eine<br />

einfarbige Lackierung der Schubdalben zu<br />

schlicht erschien, habe ich die Vorderseite<br />

mit einer gelb-schwarzen Warnschraffierung<br />

versehen.<br />

Der Zusammenbau des Steuerhauses und<br />

des zugehörigen Daches ist infolge der<br />

passgenauen Teile innerhalb kurzer<br />

Zeit bewerkstelligt. Um das<br />

Lackieren des Innenraums und<br />

die Montage der Armaturen zu erleichtern,<br />

habe ich die Rückwand<br />

des Steuerhauses (Bauteil 48)<br />

erst später angebracht.<br />

Das Einsetzen der Relingstützen<br />

und das Biegen der zugehörigen<br />

Messingdrähte wird nach<br />

Anweisung der Bauanleitung erledigt.<br />

Die Verbindungsstellen<br />

habe ich nach dem endgültigen<br />

Ausrichten der Bauteile jeweils<br />

mit einem Tropfen dünnflüssigem<br />

Sekundenkleber verklebt. Danach<br />

wird die Reling wieder abgenommen<br />

und kann separat lackiert<br />

werden. Wie auch beim noch<br />

nicht verklebten Schanzkleid erspart<br />

dies aufwändige Abklebearbeiten<br />

und garantiert saubere<br />

Farbübergänge.<br />

Auch der Zusammenbau des Mastes und<br />

seiner vier Laternenträger geht dank der<br />

präzisen Vorfertigung leicht <strong>von</strong> der Hand.<br />

Auf der Mastspitze habe ich ein zusätzliches<br />

Blaulicht verbaut, welches noch in<br />

meiner Bastelkiste vorhanden war. Nach<br />

dem Lackieren der einzelnen Baugruppen<br />

folgte deren Endmontage. Als Abschluss<br />

der Lackierarbeiten habe ich das<br />

fast fertige Modell noch mit einer Schicht<br />

seidenmattem Klarlack überzogen. Zuletzt<br />

widmete ich mich der Verglasung des<br />

Steuerhauses. Dieses besteht aus lasergeschnittenem<br />

Vivak und besitzt auf beiden<br />

Seiten Schutzfolien. Die Schutzfolien habe<br />

ich erst nach dem Verkleben in die Fensterrahmen<br />

entfernt, um ein Verkratzen und ein<br />

Verschmutzen der Scheiben mit Klebstoff<br />

zu verhindern.<br />

Nach dem obligatorischen Schwimmtest<br />

im heimischen Planschbecken war ich nun<br />

sehr gespannt auf das Fahrverhalten im<br />

freien Gewässer.<br />

Fahrerprobung<br />

Ausgerüstet mit zwei 4s-LiPo-Akkus und<br />

800 g Extraballast lag der RAMBORATOR<br />

bei seiner ersten Fahrt gerade und satt im<br />

Wasser. Nach einigen langsamen Runden,<br />

bei denen ich mich vom unproblematischen<br />

Fahrverhalten des Modells überzeugen<br />

konnte, habe ich die Geschwindigkeit kontinuierlich<br />

gesteigert. Schon bei ca. einem<br />

Drittel des Knüppelausschlages schob<br />

das Boot eine recht ansehnliche Bugwelle<br />

vor sich her und erzeugte ein schönes<br />

Wellenbild. Dabei konnte ich im Wellental<br />

fast die Unterseite des Rumpfes und somit<br />

die eingebauten LEDs sehen. Selbst<br />

bei Tageslicht ist dieser Effekt sichtbar<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 19


und wurde durch zufällig vorbeikommende<br />

Zuschauer positiv kommentiert. Die<br />

Größe und Wirkung des Ruders ist dabei<br />

mehr als ausreichend, sodass der ger-Tug auf dem berühmten Teller dreht.<br />

Sprin-<br />

Bei einer Steigerung auf ca. 50 % der Motorleistung<br />

hob sich der Bug des Bootes<br />

langsam an und auch die Geschwindigkeit<br />

steigerte sich sichtbar. Das Fahrverhalten<br />

des Tugs blieb weiter stabil. Nun wurde es<br />

Zeit, „den Hebel auf den Tisch zu legen.“ Ich<br />

hatte mir zwar schon vorgestellt, wie sich das<br />

Boot bei Vollgas verhalten könnte, aber was<br />

dann kam, damit hatte ich nicht gerechnet …<br />

Mit einem kleinen Sprung hob sich der<br />

RAMBORATOR aus dem Wasser, türmte<br />

eine mächtige Welle vor sich auf, um dann<br />

im Schweinsgalopp den Vereinssteg zu<br />

passieren. Kurz danach traf schon die<br />

„Brandung“ den Steg und setzte diesen unter<br />

Wasser. Auch bei dieser Geschwindigkeit<br />

reagiert das Boot prompt und exakt auf<br />

jede Ruderbewegung. Auch abrupte Änderungen<br />

des Tempos bringen den „Kleinen“<br />

nicht aus der Ruhe.<br />

Nach ausgiebiger Testfahrt überprüfte ich<br />

den Innenraum auf eingedrungenes Wasser.<br />

Bis auf ein paar Tropfen befand sich<br />

kein Wasser im Boot. Nach solch einer<br />

Fahrt und der über das Deck geflossenen<br />

Menge Wasser, ein gutes Ergebnis.<br />

Fazit<br />

Mit dem RAMBORATOR hat aero-naut<br />

einen Trend aus dem Eigenbausegment<br />

aufgegriffen und versucht, diesen in einem<br />

Serienmodell zu verwirklichen. Dies ist nach<br />

meiner Meinung sehr gut gelungen. Der<br />

Bausatz lässt genügend Spielraum für die<br />

individuelle Gestaltung der Optik, wie auch<br />

der Motorisierung und Ausrüstung. So kann<br />

aus dem Baukastenmodell ein Einzelstück<br />

werden, welches kein zweites Mal am Teich<br />

zu sehen ist.<br />

TECHNISCHE DATEN<br />

Länge:<br />

455 mm<br />

Breite:<br />

200 mm<br />

Gewicht: ca. 1,5 kg<br />

Preis: E 79,–<br />

Auch wenn dieses Modell natürlich nicht<br />

dem klassischen Scale-Gedanken entspricht,<br />

ist der Springer-Tug ein bunter Hund<br />

in der Modellbaulandschaft, der einfach nur<br />

Freude bereitet. Mit entsprechender Motorisierung<br />

lädt der RAMBORATOR zum Herumtoben<br />

auf dem Wasser ein: Spaß mit,<br />

im und am Bötchen, und das zum kleinen<br />

Preis!<br />

Bezugsquelle:<br />

Fachhandel, www.aero-naut.de<br />

20<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


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Gerhard O. W. Fischer<br />

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Motorschiffe<br />

Dirk LübbesMeyer<br />

AMERIKANISCHER ZERSTÖRER<br />

DDG-1000 ZUMWALT<br />

S<br />

chon vor einigen Jahren tauchten in<br />

der einschlägigen Fachliteratur die<br />

ersten Zeichnungen (im Englischen<br />

„Artist’s Impression“ genannt) eines<br />

völlig neu und radikal konzipierten störers auf. Als dann genauere Angaben<br />

US-Zerüber<br />

diesen Schiffstyp verfügbar waren,<br />

wuchs mein Interesse an einem Modellnachbau.<br />

Die Fotos des Werftmodells zeigen<br />

ein eigenartiges, irgendwie unfertiges<br />

Schiff, das eher an ein Fantasiegebilde als<br />

ein reales Vorbild erinnert. Doch dieses Vorbild<br />

gibt es wirklich bzw. es befindet sich<br />

derzeit in den USA im Bau.<br />

Das Original<br />

Die Planungen für den Bau eines völlig<br />

neuen Zerstörertyps reichen mit dem DD-<br />

21-Programm (Zerstörer des 21. Jahrhunderts)<br />

bis in die Mitte der 1990er-Jahre<br />

zurück. Ursprünglich als Nachfolger für<br />

die bewährte ARLEIGH-BURKE-Klasse<br />

und als Testschiff für neue Schiffsbaukonzepte<br />

geplant, sollten 32 Einheiten gebaut<br />

werden. Im Laufe der Jahre wurde das<br />

Programm dann modifiziert und zahlenmäßig<br />

stark gekürzt bis letztendlich die als<br />

Ergänzung zu den ARLEIGH-BURKEs gedachte<br />

DDG-1000 ZUMWALT-Klasse mit z.<br />

Zt. geplanten und im Bau befindlichen drei<br />

Einheiten herauskam.<br />

Als „Land Attack Destroyer“ ist die Aufgabe<br />

der ZUMWALTs die artilleristische<br />

Unterstützung <strong>von</strong> Landungsoperationen,<br />

die früher <strong>von</strong> der Schweren Artillerie der<br />

Schlachtschiffe wahrgenommen wurde, sowie<br />

die Luftabwehr im küstennahen Umfeld.<br />

Entscheidend für den Erfolg eines solchen<br />

Schiffes ist daher einerseits eine effektive<br />

Artillerie- und Luftabwehrbewaffnung<br />

sowie andererseits eine geringe optische<br />

und elektronische Sichtbarkeit (Stealth-<br />

Eigenschaften), um die Bedrohung durch<br />

<strong>von</strong> Land abgeschossene Lenkwaffen zu<br />

minimieren. Die ZUMWALTs sind deshalb<br />

als „Tarnkappenschiffe“ konzipiert, was<br />

ihr gewöhnungsbedürftiges Aussehen erklärt.<br />

Es gibt hier keine vertikalen Flächen<br />

und kein Filigran in Form <strong>von</strong> Masten, Podesten,<br />

Kanonenrohren und Ähnlichem,<br />

also nichts <strong>von</strong> alledem, was Radarstrahlen<br />

besonders effektiv reflektiert. Der Rumpf<br />

hat eine „Tumblehome“-Form, sprich er<br />

hat einen einer mittelalterlichen Karavelle<br />

ähnlichen Querschnitt mit der größten<br />

Breite in der Wasserlinie und einer Verjüngung<br />

zum Hauptdeck hin. Der schmale und<br />

Werftmodell der ZUMWALT<br />

(Foto: wikipedia)<br />

scharfe Bug zerschneidet die Wasserlinie,<br />

vermindert damit einerseits das Stampfen<br />

des Schiffes, sorgt aber andererseits bei<br />

stärkerem Seegang für ein nasses Deck,<br />

auf dem sich normalerweise aber sowieso<br />

niemand aufhält. Dank der Tarnkappeneigenschaften<br />

sollen die ZUMWALTs nur 1/50<br />

der Radarsichbarkeit der nur halb so großen<br />

ARLEIGH-BURKE-Zerstörer besitzen.<br />

Die ZUMWALTs sind relativ große Schiffe,<br />

erreichen sie doch mit einer Länge <strong>von</strong><br />

183 m, einer Breite <strong>von</strong> 24,6 m und einer<br />

Verdrängung <strong>von</strong> 14.500 ts bei einem Tiefgang<br />

<strong>von</strong> 8,4 m schon Abmessungen, die<br />

22 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Artist‘s impression der ZUMWALT<br />

(Foto: wikipedia)<br />

Vergleich zwischen den<br />

Zerstörern ZUMWALT und<br />

ArLeiGH bUrke<br />

mit denen der deutschen Westentaschenschlachtschiffe<br />

der GRAF SPEE-Klasse<br />

aus dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar<br />

sind. Ihr Antrieb ist „all electric“, d. h. zwei<br />

Haupt- und zwei Hilfsgasturbinen <strong>von</strong> Rolls-<br />

Royce erzeugen den Strom, mit dem neben<br />

der Elektronik und allen anderen Verbrauchern<br />

an Bord auch die beiden elektrischen<br />

Antriebsmotoren <strong>von</strong> je 34,6 MW versorgt<br />

werden. Diese wirken auf die beiden vierflügeligen<br />

Festpropeller und sollen den Schiffen<br />

eine Geschwindigkeit <strong>von</strong> über 30 kn<br />

ermöglichen. Die sonst beim Gasturbinenantrieb<br />

notwendigen Verstellpropeller sind<br />

beim Elektromotorantrieb nicht notwendig.<br />

Da die ZUMWALTs operative Aufgaben<br />

im Küstenvorfeld durchzuführen haben,<br />

verfügen sie über eine Rohrartillerie<br />

in Form <strong>von</strong> zwei 15,5 cm/<br />

L62-Kanonen auf dem Vorschiff<br />

und über Lenkwaffen, die aus<br />

auf den an den Schiffsseiten<br />

eingebauten Silos gestartet<br />

werden können. Die beiden<br />

Kanonen in unbemannten,<br />

vollautomatischen Einzeltürmen<br />

sind AGS (= advanced gun system)<br />

genannte Neuentwicklungen, die spezielle,<br />

GPS-gelenkte und durch einen Raketentreibsatz<br />

unterstützte Granaten bis zu einer<br />

Entfernung <strong>von</strong> 180 km verschießen<br />

können und das mit einer Kadenz <strong>von</strong> 12<br />

Schuss pro Minute. Je 300 Schuss sind<br />

in den Bereitschaftsmagazinen der Kanonen<br />

vorgehalten, weitere 320 können<br />

aus Magazinen nachgeladen werden. In<br />

Ruhestellung sind die Geschützrohre aus<br />

Stealth-Gründen in auf vor den Türmen<br />

aufgestellten Abschirmungen versteckt.<br />

Übrigens sollen die beiden Kanonen später<br />

eventuell durch die z. Zt. in der Erprobung<br />

stehenden „Railguns“ ersetzt werden. Das<br />

sind Geschütze, die die Geschosse anstatt<br />

mit einer Pulverladung elektromagnetisch<br />

beschleunigen, was einerseits zu sehr viel<br />

höheren Mündungsgeschwindigkeiten und<br />

damit Reichweiten führen wird und andererseits<br />

die gefährlichen und teuren Pulverladungen<br />

einsparen hilft.<br />

Die Lenkwaffen zur Luftabwehr (SeaSparrow<br />

und Standard Missile) oder Tomahawk-<br />

Marschflugkörper) werden aus Silos gestartet,<br />

die auf den Längsseiten der Schiffe<br />

eingebaut sind (PVLS, MK-57, = peripheral<br />

vertical launch system). Auf dem Vorschiff<br />

sind auf jeder Seite je sechs Module und<br />

achtern je vier Module eingebaut. Jedes<br />

Modul besteht aus vier Silozellen und je<br />

einem Abgasschacht beidseits der Zellen,<br />

aus denen die heißen Abgase beim Rake-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 23


Technische Daten des Originals<br />

tenstart austreten können. Im Gegensatz<br />

zu den auf älteren Schiffen in der Mittellinie<br />

eingebauten Raketensilos verspricht ihr<br />

peripherer Einbau mehr Sicherheit bei nie<br />

ganz auszuschließenden Lenkwaffenexplosionen<br />

oder feindlichen Treffern. Verglichen<br />

mit den alten Silos sind sie auch etwas größer,<br />

sodass größere Lenkwaffen oder Multipacks<br />

(z. B. vier Sea-Sparrows in einem<br />

Silo) geladen werden können.<br />

Zur Luftabwehr verfügen die ZUMWALTs<br />

auch noch über zwei 57-mm-Schnellfeuerkanonen<br />

in Einzeltürmen, deren Rohre in<br />

Ruhestellung ebenfalls „versteckt“ werden.<br />

Zur großräumigen Aufklärung sowie zur U-<br />

Boot-Abwehr ist ein SH-60-Hubschrauber<br />

vorhanden, der in einem Hangar untergebracht<br />

wird. Dort ist auch noch Platz für<br />

drei unbemannte Aufklärer (VTUAVs) vom<br />

Typ Fire-Scout. Für weitere Waffensysteme<br />

wäre noch genügend Raum vorhanden.<br />

Hauptgruppe der Elektronik ist das aktive<br />

Radarsystem SPY-3, das sowohl zur Luftraum-<br />

aus auch zur Seeraumüberwachung<br />

eingesetzt wird und darüber hinaus auch<br />

zur Feuerleitung der Kanonen und zur Zielbeleuchtung<br />

für die finale Steuerung der<br />

Lenkwaffen verwendet werden kann. Daneben<br />

ist wohl alles auf einem US-amerikanischen<br />

Kriegsschiff übliche (Satelliten-<br />

Kommunikation, elektronische Täuschung<br />

etc.), allerdings <strong>von</strong> außen nicht sichtbar,<br />

vorhanden.<br />

Für die Unterwasserdetektion ist ein Dualband-Sonarsystem<br />

in der Bugbirne eingebaut,<br />

das wegen des küstennahen Operationsgebiets<br />

neben der U-Boot-Abwehr<br />

auch zur Minensuche verwendet werden<br />

kann. Der U-Boot-Abwehr dient zusätzlich<br />

auch ein Schleppsonar.<br />

Die Besoldung der Schiffsbesatzung stellt<br />

den größten Posten bei der Berechnung<br />

der Lebenszeit-Gesamtkosten eines US-<br />

Navy-Schiffes dar. Es wurde daher bei<br />

der Kons truktion besonders darauf geachtet,<br />

die Besatzungzahl möglichst niedrig<br />

zu halten, was nur durch weitgehende<br />

Automa tion der Schiffssysteme möglich<br />

wurde. Eine Besatzung <strong>von</strong> nur 142 Personen<br />

ist für ein Schiff dieser Größe denn<br />

auch wirklich sehr wenig.<br />

Die Geschichte <strong>von</strong> DDG-1000 ZUMWALT<br />

ist noch zu schreiben, da die offizielle Kiellegung<br />

erst am 17.11.2011 in der Bath Iron<br />

Werft in Maine erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt<br />

war das Schiff allerdings schon zu 60 % fertig<br />

gestellt. Die Ablieferung an die NAVY ist<br />

für 2014 geplant, die Indienststellung für<br />

2016. Der Name ZUMWALT ehrt Admiral<br />

Elmo R. Zumwalt, der <strong>von</strong> 1970 bis 1974<br />

Chef der US-Navy war.<br />

Das Modell<br />

Dem Tarnkappencharakter des Originals<br />

geschuldet, ist die ZUMWALT ein nicht allzu<br />

aufwendig zu bauendes Modell, sind doch<br />

nur wenige filigrane Details vorhanden. Sie<br />

ist, wie alle meine US-Navy-Einheiten, eine<br />

reine Holzkonstruktion im Maßstab 1:200,<br />

was ein bequem transportierbares Schiffsmodell<br />

mit den Abmessungen <strong>von</strong> 915 × 123<br />

× 210 mm ergibt. Bei einem Tiefgang <strong>von</strong> 42<br />

Länge<br />

Breite<br />

183 m<br />

24,6 m<br />

Verdrängung 14500 ts voll ausgerüstet<br />

bei Tiefgang<br />

8, m<br />

Antrieb 92500 WPs Zwei Induktions-Elektromotoren auf zwei<br />

Vierblatt-Festpropeller<br />

Stromerzeugung durch zwei RollsRoyce<br />

Haupt- und zwei Hilfsgasturbinen<br />

Geschwindigkeit + 30 kn<br />

Fahrbereich 4500 km bei 20 kn<br />

Bewaffnung 2 15,5/L62 (AGS)<br />

2 57-mm-CIWS (in Einzeltürmen)<br />

4 PVLS Mk.57 (für TOMAHAWK &<br />

SEA SPARROW & Standard Missile)<br />

zwei mit 24 Zellen (Vorschiff),<br />

zwei mit 16 Zellen (achtern)<br />

1 Hubschrauber SH-60B (LAMPS III)<br />

3 FireScout (VTUAV)<br />

Elektronik 1 SPY-3 (aktives X-Band-Radar für Luft- und<br />

Seeraumüberwachung sowie Feuerleitung und<br />

Zielbeleuchtung)<br />

1 SLQ-25 (Nixie, Torpedoablenksystem)<br />

1 Bugsonar (Dualband)<br />

1 passives Schleppsonar (SQR-19 TACTAS)<br />

Besatzung 142<br />

Technische Daten des Modells<br />

Länge ü. a.<br />

Breite ü. a.<br />

Höhe ü. a.<br />

915 mm<br />

123 mm<br />

210 mm<br />

Verdrängung 2,4 kg (tatsächlich, voll ausgerüstet)<br />

bei Tiefgang<br />

42 mm<br />

Geschwindigkeit > 1,1 m/sec (maßstäblich)<br />

Antrieb<br />

Zwei 5-Pol-Motoren (RS-545), direkt<br />

25-mm-Dreiblattprops<br />

7,2-V-NiMH-Akku (Sub C-Zellen 4,2 Ah)<br />

Sonderfunktionen Anzeige mit Morsesignal über Signalscheinwerfer<br />

Ruderunterstützung, d. h. automatische Umpolung<br />

einer der beiden Motoren bei Hartrudermanövern<br />

feuernde Hauptartillerie (Lady-Cracker)<br />

Raketenstart aus PVLS (4 x SATURN-Heuler,<br />

zwei beidseitig auf dem Vorschiff)<br />

Hubschrauberstart (Feuervogel) oder drehender Hauptrotor<br />

mm hat es ein Gewicht <strong>von</strong> 2,4 kg. Die Konstruktion<br />

basiert auf der Vergrößerung einer<br />

als vorläufige Skizze gekennzeichneten<br />

Zweiseitenansicht aus WEYERs Flottentaschenbuch.<br />

Darüber hinaus wurden Bilder<br />

<strong>von</strong> Werftmodellen und künstlerische Visionen<br />

als Unterlagen herangezogen. Da sich<br />

diese Darstellungen in den Details noch unterscheiden,<br />

kann auch der Bauplan nicht<br />

als definitiv angesehen werden.<br />

Gesteuert wird das Modell mit meiner zwar<br />

betagten, inzwischen allerdings in Sender<br />

und Empfänger auf Mikroprozessoren umgerüsteten<br />

27-MHz-AM-Eigenbau-Anlage<br />

(SM 6/78 und 1/79), <strong>von</strong> der nur zwei der<br />

insgesamt vier Analogkanäle und einer der<br />

beiden 15er-Funktionsschalter verwendet<br />

werden; die andere Hälfte der Anlage<br />

steht somit für andere Modelle zur Verfügung.<br />

Das empfängerseitige Prozessorprogramm<br />

beinhaltet neben der Auswertung<br />

der 15er-Schalterstellung auch die Rudersignalerzeugung<br />

und einen Drehzahlstellerteil,<br />

der bei Hartrudermanövern eine<br />

einseitige Drehrichtungsänderung desjenigen<br />

Antriebsstranges ermöglicht, zu<br />

dem das Ruder geschwenkt ist. Ebenfalls<br />

im Prozessorprogramm integriert ist eine<br />

Überwachungseinheit, die den Ladezustand<br />

<strong>von</strong> Fahr- und RC-Batterie, Wasser<br />

im Modell sowie die RC-Signalgüte kontrolliert<br />

und Grenzwertüberschreitungen<br />

durch verschiedene Morsesignale mit den<br />

beiden beidseits in Luken im vorderen Teil<br />

des Deckshauses aufgestellten Signalscheinwerfern<br />

(superhelle 3-mm-LEDs)<br />

signalisiert. Die Empfangsantenne ist als<br />

Kupferlackdraht am inneren Deckshaus-<br />

24 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 25<br />

Dieser bauplan kann kostenlos als Datei per Mail unter welz@neckar-verlag.de angefordert werden


lick in das innenleben<br />

rohbau des rumpfes vor der sperrholzbeplankung<br />

beplankter rohrumpf mit den Öffnungen für<br />

rumpfzugang, kanonen und aktiven PVLs<br />

Heuler gestartet werden und die beiden Kanonen<br />

verfeuern Lady-Cracker. Auch vom<br />

Hubschrauberlandedeck ist ein „Helistart“ in<br />

Form eines Feuervogels möglich; alternativ<br />

können die Zündkontakte auch zur Stromversorgung<br />

eines Hubschrauber-Modells<br />

mit angetriebenem Rotor verwendet werden,<br />

normalerweise steht hier eine Dummy-<br />

Version mit gefaltetem Hauptrotor.<br />

Zum Bau<br />

Der Rumpf ist in Gemischtbauweise gebaut,<br />

d. h. 10-mm Balsa-Schichten für die untere<br />

und Sperrholzbeplankung für die obere<br />

Rumpfhälfte. Zwei Spanten und Balsaholzstringer<br />

geben das nötige Gerüst, wobei der<br />

hintere Spant voll belassen als Schott dient<br />

und so den Rumpf in zwei wasserdichte<br />

Segmente unterteilt. Als Vorsteven wurde<br />

ein Stück Alublech eingeklebt, wodurch<br />

ohne Festigkeitseinbuße der maßstäbliche,<br />

messerscharfe Bug realisiert wird. Der<br />

Rumpf wird vom Hauptdeck abgeschlossen<br />

(2-mm-Sperrholz), Zugangsöffnungen<br />

liegen unter den beiden Deckshäusern.<br />

Eine weitere, leider nicht vollständig zu<br />

kaschierende Öffnung befindet sich über<br />

dem Ruderkoker kurz vor dem Heckspiegel.<br />

Im Bugsegment sind darüber hinaus<br />

Öffnungen für die Kanonenzünder und die<br />

Schächte zur Aufnahme der funktionsfähigen<br />

PVLS-Zellen vorhanden.<br />

Das große und das kleine Deckshaus<br />

sind in einfacher Spantenbauweise erbaut<br />

(Spanten aus 8-mm-Balsa und zweimal<br />

1-mm-Sperrholz, Beplankung 1-mm-<br />

Sperrholz), die Deckshäuser sitzen auf<br />

Süllrahmen über den Rumpföffnungen.<br />

Beide Dächer sind <strong>von</strong> Rahmen (2-mm-<br />

Deckshaus im rohbau,<br />

einseitig beplankt<br />

rohmodelle der Hauptartillerie. im linken,<br />

geöffneten Turm ist das Munitionsrohr<br />

gut zu erkennen<br />

Zwei rohre eines aktives PVLs. Am<br />

abgezogenen Zündstopfen erkennt man<br />

die Zündspirale. Davor ein Papprohr<br />

eines Pyrowürfels mit Heuler<br />

dach verlegt. Der Stromversorgung dient<br />

ein eigener NiMH-Akku 4,8 V/800 mAh. Der<br />

Antrieb besteht aus zwei RS-545 5-Pol-<br />

Motoren, die über Kardangelenke und Stevenrohre<br />

(4/6 mm) direkt auf die beiden<br />

Dreiblattprops (25 mm) wirken; zugegeben<br />

sind die beiden Motoren für das Modell und<br />

die Propeller etwas überdimensioniert, aber<br />

ich hatte sie gerade vorrätig. Antrieb und<br />

Sonderfunktions-Elektronik beziehen die<br />

Energie aus sechs in Reihe geschalteten<br />

NiMH-Akkus (Typ SubC 1,2 V/4,2 Ah), die<br />

in der Mitte des Modells am Boden liegend<br />

eingebaut sind.<br />

Meine ZUMWALT ist ein „Pyromodell“,<br />

sprich es sind sowohl vier der PVLS-Zellen<br />

als auch die beiden Kanonen der Hauptartillerie<br />

funktionsfähig. Aus den Silos können<br />

Sperrholz) umgeben. Auf dem großen<br />

Deckshaus ist auf den Bildern vom Vorbild<br />

eine Anzahl <strong>von</strong> Rechtecken zu erkennen.<br />

Ob es sich um aufgesetzte Platten<br />

oder um Vertiefungen handelt, ist <strong>von</strong><br />

Bild zu Bild verschieden. Ich habe mich<br />

für aufgeklebte Platten (Karton) entschieden.<br />

Die Fenster sind ausgesägt und mit<br />

Klarsichtfolie hinterlegt. An den vorderen,<br />

26 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


seitlichen Dachkanten sind Seitenlaternen<br />

(2-mm-LEDs, rot und grün) montiert, die<br />

als Bereitschaftskontrolle für das Bordnetz<br />

dienen. In Öffnungen im unteren Seitenbereich<br />

sind die Signalscheinwerfer (weiße<br />

3-mm-LEDs) aufgestellt. Zwischen Rumpf<br />

und Deckshaus übernimmt eine 5-polige<br />

Steckerleiste die elektrische Verbindung für<br />

Laternen und Signalscheinwerfer.<br />

Die beiden 15,5 cm/L62-Einzeltürme können<br />

wie erwähnt Lady-Cracker verschießen.<br />

Im Modellmaßstab 1:200 beträgt das Rohrkaliber<br />

allerdings nur noch ca. 0,8 mm, weshalb<br />

hier ein Lady-Cracker <strong>von</strong> 3,5 mm beim<br />

bestem Willen nicht mehr untergebracht<br />

werden kann. Um einigermaßen maßstabsgerecht<br />

zu bleiben, wurde der Aktivteil in<br />

ein separates, weitgehend unsichtbar im<br />

Turmkörper verstecktes „Munitionsrohr“<br />

verlegt, das parallel und unter dem modellgerecht<br />

dimensionierten Geschützrohr (Ms,<br />

3 mm) in der Rohrwiege befestigt wird und<br />

sich gemeinsam mit dem Kanonenrohr manuell<br />

in der Höhe verstellen lässt. Das Munitionsrohr<br />

wird am Boden <strong>von</strong> einem Ms-<br />

Rohrstück geringeren Innendurchmessers<br />

(1,5 mm) abgeschlossen, durch das die<br />

Kontakte aus IC-Sockeln, über Kabel mit<br />

der Schiffselektronik verbunden, zwischen<br />

denen ein etwa 4 cm langes, auf einem<br />

2-mm-Dorn aufgewickeltes Stück Kanthal-<br />

Heizleiterdraht (0,16 mm, Bezug z. B. bei<br />

www.inTaste.de) gespannt ist, das bei Anlegen<br />

einer Spannung glüht und so den Lady-<br />

Cracker zündet.<br />

Auch die beiden Flaktürme auf dem Hangardach<br />

wurden in Vertikal-Schichtbauweise<br />

erstellt, haben manuell schwenkbare<br />

Rohre und sind auf ihren M3-Drehachsen<br />

schwenkbar.<br />

Das PVLS besteht aus vier Einheiten,<br />

nämlich zwei längeren Streifen (1-mm-<br />

Sperrholz) auf dem Vorschiff mit jeweils<br />

sechs Modulen und zwei kürzeren seitlich<br />

des Landedecks mit je vier. Auf die Sperrholzstreifen<br />

wurden die einzelnen Module<br />

aufgeklebt, d. h. jeweils vier Silodeckel plus<br />

je eine Abgasschachtabdeckung auf beiden<br />

Seiten. Das ist eine fummelige Angelegenheit<br />

mit Klebstoff und Pinzette: 80 Deckelchen<br />

<strong>von</strong> 4 × 4 mm Größe (Karton) plus ihre<br />

Scharniere (Litzenisolierung,1 mm) und 40<br />

Abgasschachtdeckel (Karton, 1,5 × 3 mm<br />

mussten auf die Sperrholzplatten aufgeklebt<br />

aus einem Pappröhrchen des Pyrowürfels<br />

der Heuler gezogen, das verbleibende<br />

Schwarzpulver direkt in das Messingrohr<br />

geschüttet und schließlich der Heuler<br />

nachgeschoben wird. Der Raketenstart<br />

erfolgt dann durch ein RC-Schaltersignal,<br />

womit das Schwarzpulver durch kurzes<br />

Glühen des Heizdrahtes entflammt, der<br />

Heuler gezündet und gleichzeitig aus dem<br />

Startrohr geschossen wird. Zum Nachladen<br />

des VLS muss das Modell (genau wie<br />

das Original), in einen Hafen, wo die obige<br />

Ladeprozedur einige Male wiederholt werden<br />

kann. Dann ist aber eine Reinigung<br />

der Startrohre <strong>von</strong> den korrosiven Verbrennungsrückständen<br />

angezeigt, dasselbe gilt<br />

vor einer längeren Außerbetriebnahme.<br />

Gelegentlich kann auch die Zündspirale<br />

durchbrennen, weswegen die Zündeinrichtung<br />

mit den Kontaktstiften auswechselbar<br />

konstruiert wurde.<br />

Wird das aktive PVLS nicht verwendet, werden<br />

die beiden Rohre mit einem Deckel verschlossen,<br />

der den übrigen Modulen gleicht.<br />

Das Schaltersignal für die Zündung sowohl<br />

der Kanonen als auch der Raketen sollte<br />

man übrigens gut gegen störungsbedingte,<br />

rohbau <strong>von</strong> steuerbord<br />

rohbau <strong>von</strong> backbord<br />

blick aufs Vorschiff mit kanonenzünder,<br />

geöffnetem (unten) und abgedecktem<br />

(oben) aktiven PVLs<br />

Zündschnur der „Munition“ gefädelt werden<br />

muss. Die beiden Turmkörper inklusive der<br />

„Stauboxen“ für die Rohre im Ruhezustand<br />

wurden in Vertikal-Schichtbauweise (Sperrholz)<br />

gebaut, wobei die Rohre schwenkbar<br />

gelagert sind (Nagelachsen). Die Türme<br />

sind mit M3-Schrauben drehbar auf dem<br />

Vordeck befestigt und können leicht abgezogen<br />

werden. Im hinteren Turmdrittel unter<br />

Deck befinden sich die Zündeinrichtungen<br />

für die Lady-Cracker. Es sind jeweils zwei<br />

werden. Auf beiden Seiten des Vorschiffs<br />

sind jeweils die beiden vordersten Module<br />

funktionsfähig, d. h. aus ihnen können kleine<br />

Heuler eines „Pyrowürfels“ (chinesischer<br />

Typ SATURN) verschossen werden. So ein<br />

Pyrowürfel besteht jeweils aus 20 Pappröhrchen,<br />

die je einen Plastikheuler (7,2 mm, 48<br />

mm Länge) und am Boden etwas zusätzliches<br />

Schwarzpulver enthalten.<br />

Im Unterschied zum Original können in den<br />

zwei aktiven PVLS-Modulen des Modells<br />

nur zwei Silorohre untergebracht werden.<br />

Es handelt sich um 60 mm lange Messingrohre<br />

<strong>von</strong> 8 mm Innendurchmesser mit<br />

Alu-Verstärkungsringen <strong>von</strong> 10 mm am Boden.<br />

Nach unten wird jedes Rohr durch einen<br />

Holzstopfen verschlossen, in den zwei<br />

Kontakte aus IC-Sockeln eingelassen sind.<br />

In diesen Kontakten steckt die Zündspirale<br />

aus Kanthal- Heizdraht (0,16 mm, etwa 30<br />

mm lang, auf 1,5 mm gewickelt). Der Holzstopfen<br />

wird mit M3-Schrauben am Aluring<br />

gesichert und ist elektrisch über einen für<br />

beide Silos gemeinsamen Hochlastwiderstand<br />

<strong>von</strong> 1,5 Ohm in der Masseleitung mit<br />

dem Schaltertreiber meiner Fernsteuerung<br />

verbunden. Geladen wird das PVLS, indem<br />

unbeabsichtigte Auslösung sichern. Bei mir<br />

muss der Startbefehl z. B. ungefähr sieben<br />

Sekunden lang ununterbrochen anliegen,<br />

bevor das Signal freigegeben wird. Darüber<br />

hinaus wird die EIN-Zeit des Heizdrahtes<br />

elektronisch auf eine Sekunde begrenzt.<br />

Für beides sorgt ein mikroprozessorgesteuerter<br />

Schaltertreiber, der auch einen automatischen<br />

Serienstart der Heuler möglich<br />

macht.<br />

Zur Ausrüstung der ZUMWALT gehört auch<br />

ein SH-60B SEAHAWK-Hubschrauber und<br />

bis zu drei unbemannte Fire-Scout-Aufklärungshelis,<br />

die normalerweise im Hangar<br />

des hinteren Deckshauses abgestellt sind.<br />

Auf dem Landedeck des Modells machen<br />

sich die geparkten Helis aber gut.<br />

Basismaterial für die modelltechnische<br />

Nachbildung eines SH-60B war ein Sandwich<br />

<strong>von</strong> zweimal Balsaholz (6 mm) und<br />

einer Seele <strong>von</strong> 2-mm-Sperrholz, aus dem<br />

zunächst die Seitenkontour des Helis ausgesägt<br />

und diese dann entsprechend der<br />

Rumpfform bearbeitet wird. Die Lufteinläufe<br />

der beiden Triebwerksgondeln (Linde)<br />

können durch Ausbohren und Ankleben<br />

<strong>von</strong> Einlaufkegeln (Zahnstocherspitzen),<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 27


die Austritte durch Ausfräsen verfeinert<br />

werden. An den Rotorkopf aus Sperrholz<br />

(1 mm) werden die gefalteten Rotorblätter<br />

(Karton) angeklebt; der Heckrotor wurde<br />

aus Alu ausgesägt, die Blätter dann auf<br />

Anstellung verbogen und auf eine Nagelachse<br />

gesetzt. Schließlich besteht das<br />

Fahrwerk aus Gründen der mechanischen<br />

rohmodell des sH-60-Hubschraubers<br />

mit gefalteten rotoren<br />

rohmodelle <strong>von</strong> drei unbemannten<br />

Hubschraubern Fire-scout<br />

Festigkeit aus Nägeln (Fahrwerksbein) und<br />

Kunststoffrohrstückchen (3 mm vorne und<br />

2 mm hinten).<br />

Der Hubschrauber ist hellgrau gepönt. Er<br />

hat Hoheitsabzeichen nebst NAVY-Schriftzug<br />

aus dem PC (klebbare Klarsichtfolie),<br />

rote Dreiecke als Warnzeichen an den<br />

Triebwerkseinlässen (Spritzfarbe mit Reißnadeln)<br />

und gelbe Warnmarkierungen an<br />

den Spitzen <strong>von</strong> Haupt- und Heckrotor. Die<br />

Cockpitverglasung sowie die Seitenfenster<br />

wurden zunächst weiß grundiert. Nach<br />

Überspritzen des gesamten Modells mit seidenmattem<br />

Klarlack wurden dann die weiß<br />

grundierten Glasflächen zur Fensterdarstellung<br />

noch mit Hochglanzklarlack überpinselt,<br />

der mit schwarzer Farbe geringfügig<br />

getrübt wurde.<br />

Das fertige Hubschraubermodell wird mittels<br />

M2/M3-Schraube (eine Einschlagmutter<br />

ist im Heli-Rumpfboden eingeklebt) im<br />

Landekreis angeschraubt, wo sich eine<br />

M3-Einschlagmutter befindet, die alternativ<br />

das Startröhrchen für die Drehachse<br />

eines „Feuervogels“ (pyrotechnischer „Hubschrauber“,<br />

siehe z. B. SM 9/2011) aufnehmen<br />

kann. Und da nun schon elektrische<br />

Kontakte zur Zündung des Pyrohelis auf<br />

dem Landedeck vorhanden waren, kann<br />

auch ein Helimodell mit angetriebenem<br />

Hauptrotor (Motor aus einem defekten Miniservo)<br />

eingesetzt werden.<br />

Ähnlich aufgebaut, wenn auch kleiner und<br />

damit noch fummeliger zu bauen, sind die<br />

zwei unbemannten Hubschrauber <strong>von</strong> Typ<br />

Fire Scout. Sie werden auf dem Achterdeck<br />

mit 1-mm-Messingdraht, der durch eine<br />

entsprechende Bohrung im Deck gesteckt<br />

wird, befestigt.<br />

Lackierung<br />

Nach der Imprägnierung des Holzmodells<br />

im Tauchverfahren mit verdünntem Bootslack,<br />

wurde mit gerade vorhandener Farbe<br />

im Innenbereich noch etwas für die Optik<br />

getan. Die Abschlusslackierung erfolgte<br />

mit seidenglänzenden Farben in Rot für die<br />

Rumpfunterseite und Hellgrau<br />

(Dunstgrau) für Überwasserpartien<br />

und Aufbauten. Zwischen<br />

dem Rot des Unter- und dem<br />

Grau des Überwasserrumpfes<br />

gibt es einen schwarzen Wasserpass<br />

<strong>von</strong> etwa 2 mm Breite.<br />

Das Schiefergrau der Decks<br />

wurde zur Vermeidung <strong>von</strong> Abdeckarbeiten<br />

mit dem Pinsel aufgetragen,<br />

wobei ich die Trennlinien<br />

zwischen Seitenwänden und<br />

Deck, wenn immer möglich, mit einer Reißnadel<br />

(Zirkelkasten) in Hellgrau nachziehe<br />

(die Spritzfarbe Hellgrau ist dazu dünnflüssig<br />

genug). Ebenfalls mit der Reißnadel bzw.<br />

dem Reißnadelzirkel und verdünnter Farbe<br />

gearbeitet wurde beim Landekreis für den<br />

Hubschrauber auf dem Landedeck sowie<br />

den roten Sicherheitslinien im Schwenkbereich<br />

der Kanonen. Ein abschließendes<br />

Übermalen der schiefergrauen Decks mit<br />

mattem Klarlack gibt m. E. den rutschfesten<br />

Belag auf den Stahldecks optisch besser<br />

wieder. Auch die Außenlinien der Kennnummern<br />

1000 (weiß mit schwarzem Schlagschatten)<br />

beidseits des Bugs wurden mit<br />

Hilfe einer Reißnadel angebracht, das Zahleninnere<br />

mit dem Pinsel ausgefüllt. ZUM-<br />

WALT, der Name des Schiffes, wurde mit<br />

28 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


ZUMWALT in Fahrt<br />

raketenstart aus einem<br />

steuerbord-PVLs<br />

Modell in höchster Fahrstufe<br />

dem PC auf selbstklebende Klarsichtfolie<br />

gedruckt und dann am Heckspiegel angebracht.<br />

Fahrverhalten<br />

Die ersten Schwimm- und Stabilitätstests<br />

fanden im Gartenteich statt. Ohne jeden<br />

zusätzlichen Ballast lag das Modell auf<br />

der KWL und zeigte sich zudem äußerst<br />

schwimmstabil. Auch bei der Jungfernfahrt<br />

im Einsatzgewässer zeigte das Modell ein<br />

gutes Fahrverhalten und dank der beiden,<br />

im Schraubenstrom angeordneten Ruder<br />

auch eine sehr gute Manövrierfähigkeit.<br />

Meine anfänglichen Bedenken, die Bugbirne<br />

zusammen mit dem scharfen Bug<br />

könnte das Vorschiff bei hohen Fahrstufen<br />

nach unten ziehen und damit das Modell<br />

praktisch zum dynamisch tauchenden U-<br />

Boot machen, haben sich als unbegründet<br />

herausgestellt, vielmehr hebt sich bei voller<br />

Fahrt voraus der Bug und das Heck senkt<br />

sich. Die Hecksee des Modells wirkt dann<br />

schon sehr übertrieben und deshalb ist die<br />

maximale Fahrstufe drehzahlstellerintern<br />

auf rund 70 % begrenzt, was ungefähr der<br />

maßstäblichen Maximalgeschwindigkeit<br />

(Wurzelrelation) <strong>von</strong> 1,1 m/s oder etwas<br />

mehr als einer Bootslänge pro Sekunde<br />

Abschuss einer kanone<br />

entspricht. Dank des Direktantriebs der<br />

Wellen ist selbst bei voll voraus vom Antrieb<br />

kaum etwas zu hören. Die Kapazität des<br />

NiMH-Akkus verspricht bei meiner Fahrweise<br />

mit mehreren Modellen auf dem Teich<br />

einen Fahrspaß <strong>von</strong> mehreren Stunden, bis<br />

die Erschöpfung des Akkus durch schnelles<br />

Blinken des Signalscheinwerfers angezeigt<br />

wird.<br />

Der Raketenabschuss aus dem PVLS ist<br />

optisch eindrucksvoll und wirkt vor allem<br />

durch die <strong>von</strong> der Schwarzpulverladung<br />

erzeugte Stichflamme, die beim Original<br />

aus dem Abgasschacht aufsteigt, hier aber<br />

direkt aus dem Silo kommt. Den weiteren<br />

Heulerflug hört man dann mehr, als dass<br />

man ihn sieht. Danach steht dann noch eine<br />

kleine Rauchsäule über dem Modell, die genauso<br />

aussieht, wie man es auch <strong>von</strong> Originalfotos<br />

her kennt. Eine Verschmutzung<br />

des Modells durch Verbrennungsrückstände<br />

konnte nicht festgestellt werden, bleiben<br />

diese doch im Abschussrohr zurück und<br />

danach ist die Rakete schnell aus dem Modellbereich<br />

heraus.<br />

Auch den Abschuss der Kanonen hört man<br />

mehr, als dass man etwas sieht, allenfalls<br />

ein kleiner Rauchball ist über der Kanone<br />

auszumachen.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 29


AKTUELLES<br />

Wir sehen uns ...<br />

Vom 01.–04. November lockt die Messe<br />

„Faszination Modellbau“ wieder viele interessierte<br />

Modellbauer nach Friedrichshafen<br />

am Bodensee.<br />

In diesem Jahr hat die Messe gleich an<br />

vier Tagen geöffnet, und wegen des Feiertags<br />

Allerheiligen am 1. November bietet<br />

sich dieser Termin geradezu an, ein<br />

verlängertes Wochenende am Bodensee<br />

zu verbringen und mit dem Messebesuch<br />

zu verbinden. Auch der Neckar-Verlag<br />

ist natürlich dieses Jahr wieder auf<br />

der Messe in Friedrichshafen vertreten.<br />

Dabei wollen wir Ihnen unser<br />

Neues Messe-Konzept<br />

präsentieren, das ganz konkret auf die<br />

Vorstellung der aktuellen Neuheiten ausgerichtet<br />

ist.<br />

Seit vielen Jahrzehnten ist das Gesamt-<br />

Angebot des Neckar-Verlages immer<br />

mehr angewachsen, so dass es praktisch<br />

gar nicht mehr möglich ist, alle<br />

Produkte auf der Messe dabei zu haben.<br />

Da Sie heute ja aber ohnehin die Möglichkeit<br />

haben, an 365 Tagen im Jahr 24<br />

Stunden am Tag in unserem Webshop<br />

zu stöbern und zu bestellen, können wir<br />

uns auf der Messe jetzt ganz auf Ihre persönliche<br />

Beratung und die Präsentation<br />

der aktuellen Neuheiten konzentrieren.<br />

Daneben gibt es attraktive Messeangebote<br />

für Neu- und Schnupper-Abonnements<br />

unserer Zeitschriften.<br />

Ergänzend dazu bieten wir Ihnen eine<br />

spezielle Serviceleistung an: Wenn Sie<br />

vor dem Messebesuch bereits wissen,<br />

welches Buch oder welchen Plan aus<br />

unserem Programm Sie sich ganz gerne<br />

gezielt anschauen oder kaufen wollen,<br />

so reservieren Sie sich Ihr persönliches<br />

Exemplar schon vorab. Entweder per<br />

E-Mail, per Telefon oder mit herkömmlichen<br />

Brief (bitte bis spätestens zum<br />

25.10.).<br />

Wir bringen Ihnen dann den oder die gewünschten<br />

Artikel auf die Messe mit, natürlich<br />

vollkommen unverbindlich!<br />

Also: Wir sehen uns in Friedrichshafen!<br />

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Tel. +49 (0)7721 / 8987-37, -38, -48<br />

(Fotos: © Messe Sinsheim)<br />

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Bernd Scholten · FahrFotoS: teSSa Scholten<br />

Küstenboot <strong>SYLT</strong><br />

W<br />

ie schon im ersten Teil die-<br />

ses Bauberichtes angekündigt<br />

(<strong>SchiffsModell</strong> 2/2012), stan-<br />

den nun die Abschlussarbeiten<br />

an Rumpf und Deck an.<br />

Für die Reling, die Ankerwinde und einige<br />

Kleinteile müssen die schon im Deck vorgezeichneten<br />

Löcher gebohrt werden. Im<br />

Bugbereich, wo diese Bohrungen auf dem<br />

Rand des Schanzkleides liegen, sollten die<br />

2 mm großen Löcher vorsichtig und nicht zu<br />

tief gebohrt werden, da sonst der darunter<br />

befindliche Rumpf beschädigt wird. In diese<br />

Löcher werden die Fundamente für die Relingstützen<br />

eingesetzt. Diese Bauteile kann<br />

man gut handeln, wenn man einen Draht<br />

(oder Bohrer) in das oben vorhandene Loch<br />

steckt. Da die Teile dann leicht auf Spannung<br />

stehen, können sie problemlos mit<br />

Klebstoff versehen und in die vorbereiteten<br />

Bohrungen bugsiert werden.<br />

Nun habe ich den Unterbau der Scheuerleisten<br />

am Rumpf angepasst. Die Radien am<br />

Heck lassen sich leichter herstellen, wenn<br />

das Material mit einem Fön erwärmt wird.<br />

Auch dabei gilt: Nicht übertreiben, weil sich<br />

sonst das Material zu stark verformt. Die<br />

aus Halbrundstäben zu fertigenden Scheuerleisten<br />

werden noch nicht angebracht, da<br />

32 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


taucherplattform<br />

diese beim Lackieren des Rumpfes stören.<br />

Es ist im Allgemeinen ratsam, sich vorher<br />

genau die mitgelieferten Fotos zu betrachten,<br />

um Probleme beim Lackieren zu verhindern.<br />

Wenn man sich genau an die Reihenfolge<br />

der Bauanleitung hält, sind nämlich<br />

einige Stellen nur noch schwer oder gar<br />

nicht mehr zu erreichen.<br />

Nach dem Aufbringen der Grundplatten für<br />

die Scheuerkissen, den gefrästen Schiffsnamen<br />

und das am Bug befindliche Landeswappen<br />

wendete ich mich dem Bau der<br />

Reling zu. Damit die Relingstützen tiefer<br />

auf den Unterteilen sitzen, habe ich diese<br />

mit einem 2,2-mm-Bohrer aufgebohrt. Hierdurch<br />

kommen die unteren Enden der aus<br />

Messingrohr gefertigten Bauteile näher an<br />

das Deck, was der Stabilität zuträglich ist.<br />

Gemäß der Bauanleitung kann die Reling<br />

geklebt oder gelötet werden. Ich habe mich<br />

sich nicht so schnell und können nach dem<br />

Verlöten des Handlaufes wieder leicht herausgezogen<br />

werden. Gemäß Bauanleitung<br />

wird der Handlauf mit kleinen Splinten aus<br />

Messing, welche in die Relingstützen gesteckt<br />

und dort verlötet (verklebt) werden,<br />

befestigt. Ich habe diese Splinte weggelassen,<br />

um einen glatten Handlauf zu erhalten,<br />

da das eher dem Original entspricht. Das<br />

umfangreiche Herstellen der Reling erfordert<br />

einige Zeit und Geduld. An den Durchgängen<br />

der Reling werden Kunststoffhaken<br />

angebracht, an denen später Sperrketten<br />

zum Sichern eingehängt werden.<br />

An dieser Stelle ein allgemeiner Hinweis<br />

zu den aus grauem Kunststoffguss hergestellten<br />

Teilen des Beschlagsatzes. Diese<br />

Spritzgussteile sind recht spröde und reagieren<br />

empfindlich auf alle an ihnen durchgeführten<br />

Arbeiten. Kleinteile wie Leitern<br />

Das neue Flaggschiff<br />

der Firma <strong>robbe</strong><br />

taucherplattform am fertigen Modell<br />

Teil 2<br />

für das Löten entschieden. Da der recht lange<br />

Handlauf aus zwei Teilen besteht, habe<br />

ich die Enden der zwei Rohre an der Verbindungsstelle<br />

über einen 1-mm-Messingdraht<br />

geschoben und verlötet. So kann das Bauteil<br />

beim Biegen fast wie aus „einem Stück“<br />

behandelt werden. Auch beim Biegen des<br />

Rohres ist die allen Modellbauern hinreichend<br />

bekannte Vorsicht geboten, damit die<br />

Rundung und der Durchmesser erhalten<br />

bleiben. Für die kleineren Radien habe ich<br />

eine Biegehilfe benutzt, wie sie im Fachhandel<br />

für das Biegen <strong>von</strong> Kraftstoffleitungen<br />

erhältlich ist.<br />

Um die Relingstützen während des Lötens<br />

zu fixieren, habe ich einen verkupferten<br />

Stahldraht durch die Bohrungen der Durchzüge<br />

geschoben. Diese Drähte verbiegen<br />

oder die an der<br />

Reling zu verbauenden<br />

Haken quittieren<br />

ausgeübten<br />

Druck schnell mit<br />

leisem Knacken<br />

und der Auflösung<br />

in mehrere Einzelteile.<br />

Dies erzeugt nicht jugendfreie Flüche<br />

beim spontan genervten Modellbauer ...<br />

Nach der Fertigstellung der Reling ging es<br />

mit den Anbauteilen am Heck weiter.<br />

Die Taucherplattform besteht aus zwei gut<br />

ineinander passenden Teilen und macht<br />

nach dem Einsetzen des vorgesehenen<br />

Streckbleches einen recht edlen Eindruck.<br />

Hier sollte auf eine stabile Klebeverbindung<br />

zum Rumpf geachtet werden, da diese im<br />

Schanzkleidstützen mit durchzügen und leinenkörben<br />

Fahrbetrieb oder beim Transport natürlich<br />

schon mal stärker belastet wird. Eine Möglichkeit<br />

wäre auch eine Verstärkung mit<br />

Drähten in der Rumpfwand. Nach dem Anbringen<br />

der Taucherplattform und ihrer zwei<br />

Leitern am Heck ist die Optik des Modells<br />

schon ein ganzes Stück weiter.<br />

Im nächsten Schritt passte ich die im Bugbereich<br />

vorgesehenen Schanzkleidstützen<br />

und die dort angebauten Staukästen an.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 33


Diese Baugruppe kann man einpassen,<br />

ohne sie mit dem Schanzkleid zu verkleben.<br />

Sie kann zunächst wieder entfernt werden,<br />

um erst nach dem Lackieren des Schanzkleides<br />

zum Einsatz zu kommen. Das erspart<br />

beim Lackieren einige aufwendige<br />

Abklebearbeiten.<br />

Nach Abschluss der Lackierarbeiten am<br />

Rumpf werden die Scheuerleisten, die zuvor<br />

in der vorgesehenen Farbe lackiert werden,<br />

angepasst und verklebt.<br />

Die Ankerwinde, welche mit den im Sonderfunktionssatz<br />

enthaltenen Teilen funktionsfähig<br />

gestaltet werden kann, wird vormontiert<br />

und nach dem Lackieren mit dem<br />

Deck verklebt. Ich habe diese Sonderfunktion<br />

nicht realisiert, da mir der Aufwand für<br />

das Ergebnis persönlich zu hoch erscheint.<br />

Da sich diese Meinung aber noch ändern<br />

könnte, habe ich die Einbauten so vorgenommen,<br />

dass die Funktion später noch in<br />

Bug- und<br />

Heckbereich im<br />

Rohbau<br />

Ankerwinde<br />

Brückeneinrichtung<br />

Betrieb genommen werden kann. Um mal<br />

zwischendurch einen „bunten Erfolg“ zu erleben,<br />

habe ich den Bau der Inneneinrichtung<br />

des Steuerhauses vorgezogen.<br />

Im gesondert zu beziehenden Bausatz der<br />

Inneneinrichtung sind zahlreiche Bauteile<br />

enthalten, die den Bau einer sehr realistischen<br />

Brücke ermöglichen. Da mir die farbliche<br />

Gestaltung der Brücke laut den dem<br />

Bausatz beiliegenden Fotos ein wenig eigenartig<br />

vorkam, habe ich mich im Internet<br />

auf die Suche nach Bildern vom Vorbild gemacht<br />

... und tatsächlich stimmten die Farben<br />

des Modells mit dem Original recht genau<br />

überein! Das Bemalen der zahlreichen<br />

Details der Brücke kostete einige Zeit und<br />

Mühe, das Endergebnis belohnt aber für<br />

häufige Farbwechsel und Trocknungszeiten.<br />

Bei der Inneneinrichtung stellt sich anfänglich<br />

die Frage, ob der recht hohe Anschaffungspreis<br />

für diese Ausbauoption gerechtfertigt<br />

ist. Ohne diese Inneneinrichtung<br />

kann man aber wegen der großen Fens-<br />

terflächen sogar auf größere Entfernungen<br />

bis auf den Süllrand und die Innenseite des<br />

Aufbaus sehen. Das macht keinen guten<br />

Eindruck, sprich erst mit Inneneinrichtung<br />

ist das Bild des Aufbaus stimmig und es<br />

macht Freude durch die Fenster zu schauen.<br />

Auch hier zeigt sich die Liebe im Detail.<br />

Der heftige Kabelbaum im Mast<br />

Nach der Brücke habe ich den markanten<br />

Mast mit all seinen Antennen gebaut. Auch<br />

hier fügen sich alle Teile problemlos zusammen<br />

und ergeben ein stimmiges Gesamtbild.<br />

Auf der Mastspitze ist ein blaues Rundumlicht<br />

vorgesehen. Dem Beschlagsatz<br />

liegt das schon seit vielen Jahren bekannte<br />

34 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Nach Abschluss des Rohbaus ...<br />

… kommt Farbe ins Spiel<br />

„Blaulicht“ der Fa. <strong>robbe</strong> bei. Die Bauform<br />

ähnelt nicht im Geringsten dem Rundumlicht<br />

des Originals und passt eher zu einem<br />

VW Käfer aus den 50er-Jahren. Deshalb<br />

Rechts der <strong>robbe</strong>-Scheinwerfer,<br />

links der nachgerüstete SEEMATZ<br />

habe ich ein Rundumlicht samt zugehöriger<br />

Elektronik bei der Fa. Herbundsab in Braunschweig<br />

geordert und verbaut. Und wenn<br />

wir schon bei den „No Gos“ des Bausatzes<br />

sind: Der für das Dach des Aufbaus vorgesehene<br />

Suchscheinwerfer hat aber auch<br />

gar nichts mit dem SEEMATZ-Scheinwerfer<br />

Typ EFS des Originals zu tun. Auch diesen<br />

habe ich gegen einen SEEMATZ aus dem<br />

Hause Herbundsab ausgetauscht. Die in<br />

der Serienfertigung nötigen Änderungen<br />

solch spezieller Details und die Herstellung<br />

der dafür nötigen Bauteile würden den Preis<br />

des Bausatzes natürlich weiter in die Höhe<br />

treiben und daher kann man nachvollziehen,<br />

dass auf schon im Sortiment vorhandene<br />

Beschlagteile zurückgegriffen wird. Da<br />

sich der Bausatz an den erfahrenen Modellbauer<br />

richtet, sind hier aber der Kreativität<br />

und Bauwut des Einzelnen keine Grenzen<br />

gesetzt.<br />

Zurück zum Mast: Die gelben und weißen<br />

Leitungen der zahlreichen Glühlampen sollen<br />

auf der Innenseite des Mastes offen verlegt<br />

werden. Um diese zu verbergen, habe<br />

ich aus einer 0,5-mm-Polystyrolplatte passende<br />

Abdeckungen gefertigt. Meiner Meinung<br />

nach wird durch diese Maßnahme die<br />

Optik des Mastes stark verbessert.<br />

Da sich auf der Mastspitze nur eine Laterne<br />

befindet, stellte sich mir natürlich die Frage,<br />

ob diese eine Doppelfunktion als Topp- und<br />

Ankerlicht besitzt. Um dies sicher zu wissen,<br />

schrieb ich eine E-Mail an die zuständige<br />

Dienststelle der Landespolizei Schleswig-<br />

Holstein. Hilfe wurde mir schnell durch Sven<br />

Stange aus dem Dezernat 42, zuständig für<br />

das Bootswesen, Hilfe zuteil. Und siehe da<br />

– die Lösung war dann doch anders, als gedacht.<br />

Das Ankerlicht befindet sich in doppelter<br />

Ausführung auf der mittleren Plattform<br />

des Mastes und wird gleichzeitig in der<br />

Lichtschaltung der Manövrierbehinderung<br />

genutzt. Nochmals meinen Dank nach Kiel!<br />

Leider gibt es am Mast ein weiteres Detail,<br />

welches das stimmige Bild stört. Der Getriebemotor<br />

des Radars schaut weit nach unten<br />

aus der vorgesehenen Plattform heraus. Um<br />

diesen weniger ins Auge stechen zu lassen,<br />

habe ich ein Stück Schrumpfschlauch über<br />

das Unterteil des Motors gezogen und diesen<br />

später weiß lackiert.<br />

Als der fertige Mast vor mir auf dem Tisch<br />

lag, war ich schon <strong>von</strong> der Menge an Leitungen<br />

beeindruckt, die aus dem Mastfundament<br />

herausschauten. Dies sollte sich<br />

aber noch verstärken – dazu später mehr.<br />

Weiter ging es mit dem Dach des Steuerhauses.<br />

Hier ist die Fertigung der Vorderseite<br />

nicht ganz einfach. Aber auch dies gelang<br />

mir nach einigen Versuchen und der Neufertigung<br />

eines zu kurz gewordenen Bauteils.<br />

Die Beschlagteile wie Kisten, Lüfter<br />

und eine Satellitenantenne machen auch<br />

das Dach des Steuerhauses zum echten<br />

Hingucker. Wer aktuell am Original bleiben<br />

möchte, muss aber schon wieder Umbauten<br />

vornehmen, weil sich auch die Ausrüstung<br />

des Originals seit Auslieferungszustand geändert<br />

hat. So ist der Parabolspiegel gegen<br />

ein Radom ausgetauscht und auf der Vorderseite<br />

des Mastes eine weitere Antenne<br />

angebracht worden.<br />

Dank einer Lötschablone, die auf dem Bauplan<br />

abgedruckt ist, bereitet die Anfertigung<br />

des am Aufbau befindlichen Handlaufs keine<br />

Probleme. Bei diesem habe ich die empfohlenen<br />

Splinte verwendet, da ansonsten<br />

das Verlöten mit den sehr kleinen Halterungen<br />

recht problematisch gewesen wäre.<br />

Nach dem Lackieren des Aufbaus und dem<br />

Anbau aller Lampen widmete ich mich der<br />

Montage des Mastes auf dem Dach und der<br />

Verdrahtung des Aufbaus. Die Leitungen<br />

der oberen Elemente werden zwischen<br />

der Innendecke und dem Dach des Steuerhauses<br />

verlegt. Weiter nach unten geht es<br />

durch Aussparungen an der Rückseite des<br />

Steuerhauses zum Unterteil des Aufbaus.<br />

Nun war der gesamte Umfang der Elektrik<br />

sichtbar. Ein Kabelbaum mit 62 (!) Leitungen<br />

wartete auf seinen Bändiger.<br />

Auch dies sollte für einen erfahrenen<br />

Modellbauer mit ein wenig Geduld kein<br />

Problem sein. Nach dem Verbinden der<br />

Beleuchtungsgruppen blieben bei mir letztendlich<br />

noch neun Schaltkreise über, welche<br />

gesondert geschaltet werden:<br />

Nautische Beleuchtung, Radar,<br />

Blaulicht, Suchscheinwerfer,<br />

Decksbeleuchtung, Decks scheinwerfer,<br />

Manövrierbehinderung rechts,<br />

Manövrierbehinderung links,<br />

Innenbeleuchtung des Steuerhauses.<br />

Die Positionslichter der <strong>SYLT</strong> sind in doppelter<br />

Ausführung vorhanden. Auf Bildern<br />

des Originals kann man sehen, dass<br />

während des Betriebes nur jeweils eine<br />

dieser Laternen eingeschaltet ist. Leider<br />

gibt es auch bei der nautischen Beleuchtung<br />

einen Fehler, denn die beim Original<br />

vorgeschriebene Hecklaterne fehlt. Auch<br />

hier müsste der geneigte Modellbauer<br />

nach einer individuellen Lösung suchen.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 35


RIB mit eingebautem Reed-Kontakt<br />

Der Inhalt des Sonderfunktionssatzes<br />

Beiboothalterung mit Schaltmagnet<br />

(vorne links)<br />

Flexible Antriebswelle des RIB<br />

Magnete des Aufbaus am RIB<br />

Bei all diesen Leuchtkörpern wird die <strong>SYLT</strong><br />

auch bei einem Nachtfahren eine gute Figur<br />

machen.<br />

Nach der Endmontage des Aufbaus widmete<br />

ich mich dem Bau des Beibootes, dem<br />

RIB (Rigid Inflatable Boat). Da dieses funktionsfähig<br />

werden soll, muss man spezielle<br />

Einbauten vornehmen. Die erforderlichen<br />

Bauteile sind ebenfalls im zusätzlichen<br />

Sonderfunktionssatz enthalten. Durch die<br />

kleinen Abmessungen des Bootes ist an<br />

dieser Stelle genau auf die Reihenfolge<br />

der Bauanleitung zu achten. Ein späterer<br />

Einbau des Antriebs ist nicht mehr oder<br />

nur sehr schlecht möglich. Zuerst werden<br />

die Ober- und Unterschale ausgeschnitten<br />

und passend verschliffen. In die Unterschale<br />

wird ein Reed-Kontakt eingeklebt. Dieser<br />

soll später den Stromkreis der RC-Anlage<br />

schließen, wenn das Boot mit dem Bordkran<br />

angehoben und zu Wasser gelassen<br />

wird. An den Reed-Kontakt müssen zuvor<br />

auch die nötigen Anschlussleitungen angelötet<br />

werden. Im Bootsständer, welcher auf<br />

dem Achterdeck der <strong>SYLT</strong> steht, ist ein Magnet<br />

eingelassen, der den Stromkreis unterbricht,<br />

wenn das RIB dort gelagert wird.<br />

Der Antrieb selber erfolgt durch eine flexible<br />

Welle, die aus dem Boden des RIB durch<br />

den Außenborder nach hinten geführt wird.<br />

Das Ganze ist eine recht abenteuerliche<br />

Konstruktion, die aber ihren technischen<br />

Reiz hat und sich hoffentlich auch als langlebig<br />

erweist. Der Aufbau des RIBs wird<br />

durch zwei Magnete fixiert, welche übereinander<br />

eingeklebt werden. Hier ist auf die<br />

Polung zu achten, da sich die Magneten<br />

sonst abstoßen.<br />

Im Sonderfunktionssatz befinden sich etliche<br />

winzige Bauteile. Das musste ich<br />

schmerzlich erfahren, als eine der Lagerbuchsen<br />

des Stevenrohres im Nirwana des<br />

Werkstattbodens verschwand. Die vielen<br />

Tüten des Bausatzes sollten also vorsichtig<br />

und eventuell über einer kleinen Dose<br />

geöffnet werden, das schont die Nerven.<br />

Wenn die nötigen Einbauten im RIB vorgenommen<br />

sind, kann dieses endgültig zusammengebaut<br />

und lackiert werden.<br />

Die Montage des zugehörigen Marinekrans<br />

stellt wiederum kein Problem dar. Präzise<br />

gefertigte Teile machen das Ganze fast<br />

zum Kinderspiel und sind innerhalb kurzer<br />

Zeit zusammengesetzt. Vor dem Verkleben<br />

des Kranarmes habe ich die innenliegende<br />

Gewindestange, welche zum Ausfahren<br />

des Teleskops dient, mit Silikonfett geschmiert.<br />

Später ist das nur noch schlecht<br />

möglich. Bei der Verdrahtung des Krans ist<br />

darauf zu achten, dass die Leitungen nicht<br />

zu kurz sind und bei den Bewegungen des<br />

Krans nicht gequetscht werden. Der Funktionstest<br />

des Krans zeigte mir, dass zum<br />

Aussetzen und Einholen des Bootes einige<br />

Mit diesem Modell kann man sich<br />

am See sehen lassen!<br />

Marinekran mit Antrieb<br />

36 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Motoren des Bordkrans<br />

Übung nötig ist. Ich war gespannt. Nach der<br />

„Hochzeit“ <strong>von</strong> Rumpf und Aufbau sowie der<br />

Anbringung der restlichen Kleinteile wie Leinen,<br />

Fendern, Flagge und Sperrketten war<br />

die <strong>SYLT</strong> startklar für die Jungfernfahrt. Vor<br />

mir stand ein wirklich stattlich aussehendes<br />

Modell!<br />

Fahrerprobung<br />

Da das Gewicht des Bootes nicht besonders<br />

hoch ist, waren der Transport und das<br />

zu Wasser lassen unproblematisch. Auch<br />

ohne vorherigen Badewannentest lag die<br />

<strong>SYLT</strong>, mit den empfohlenen RC-Komponenten<br />

ausgestattet, sofort gerade und auf der<br />

Konstruktionswasserlinie im Wasser. Zuerst<br />

probierte ich das Querstrahlruder aus,<br />

welches den Bug langsam und geräuschlos<br />

vom Steg weg schob. Mit den empfohlenen<br />

6 Volt am Motor erfolgt dies recht träge, zur<br />

Leistungssteigerung könnte der Einsatz <strong>von</strong><br />

sechs Ni-Zellen (7,2 Volt) bestimmt nicht<br />

schaden.<br />

Auch die Fahrmotoren erzeugen keine nennenswerten<br />

Geräusche und schieben das<br />

Boot zügig und schnurgerade vorwärts.<br />

Auf die Ruderausschläge reagiert die <strong>SYLT</strong><br />

prompt und trotz des schmalen und langen<br />

Rumpfes ist der Wendekreis des Bootes mit<br />

ca. 2 m recht klein.<br />

Nach den langsamen Tests steigerte ich<br />

die Geschwindigkeit kontinuierlich bis zur<br />

Höchstgeschwindigkeit. Die <strong>SYLT</strong> lehnt<br />

Länge<br />

Breite<br />

höhe<br />

Verdrängung<br />

Technische Daten<br />

ca. 120 cm<br />

ca. 25 cm<br />

ca. 52 cm<br />

ca. 6 kg<br />

Maßstab 1:25<br />

Preis E 599,–<br />

(Grundbaukasten)<br />

Blick ins rumpfinnere<br />

Unvorbildgetreu schnell:<br />

das Bugstrahlruder<br />

liegt völlig frei<br />

sich in den Kurven leicht nach außen und<br />

bei schnellen Lastwechseln kommt schon<br />

einiges an Dynamik in die Fuhre. Trotzdem<br />

bleibt das Fahrverhalten unproblematisch.<br />

Legt man mit dem empfohlenen 4s-LiPo-<br />

Antriebsakku die „Knüppel auf den Tisch“<br />

hebt sich der Bug so weit aus dem Wasser,<br />

dass man durch das Querstrahlruder<br />

hindurchsehen kann. Die <strong>SYLT</strong> wird dann<br />

zum Halbgleiter! Das ist doch etwas zu viel<br />

des Guten, aber diese Geschwindigkeit<br />

muss ja nicht immer ausgereizt werden.<br />

Insgesamt machen die Fahreigenschaften<br />

und das dabei entstehende Bild schlichtweg<br />

viel Spaß.<br />

Auf den Test des Beibootes in freier Wildbahn<br />

musste ich bislang verzichten, da<br />

das Wasser unseres Vereinsteichs infolge<br />

vorhandener Wasserfontänen dafür zu unruhig<br />

erschien. Das Beiboot ist auf Grund<br />

seiner Größe wirklich nur etwas für Tage mit<br />

spiegelglattem Wasser. In der heimischen<br />

Badewanne dagegen hat der „kleine Wasserhüpfer“<br />

brav seine Runden gedreht und<br />

lässt sich mit dem ebenfalls im Sonderfunktionssatz<br />

enthaltenen Drehzahlsteller überraschend<br />

feinfühlig steuern.<br />

Fazit<br />

Meiner Meinung nach hat sich der <strong>robbe</strong>-<br />

Bausatz der <strong>SYLT</strong> den Beinamen „Flaggschiff“<br />

zu Recht verdient: Der umfangreiche<br />

und für den erfahrenen Modellbauer gedachte<br />

Baukasten steht momentan an<br />

der Spitze der <strong>robbe</strong>-Produktpalette. Die<br />

zahlreichen möglichen Sonderfunktionen<br />

lassen das Schiff auch nach Fertigstellung<br />

nicht langweilig werden. Ebenfalls positiv zu<br />

bewerten ist, dass hier ein Modell angeboten<br />

wird, welches ein noch recht neues und<br />

aktuell im Dienst befindliches Vorbild hat.<br />

Der Vorfertigungsgrad und die Detaillierung<br />

des Modells sind beeindruckend, lediglich<br />

kleine Fehler trüben den insgesamt sehr positiven<br />

Gesamteindruck: Brechende Haken<br />

an der Reling sowie Details wie ein „Kochtopfscheinwerfer“<br />

sollten bei dem doch<br />

recht hohen Preis des Bausatzes nicht passieren.<br />

Allerdings bin ich mir sicher, dass die<br />

angesprochene Zielgruppe der erfahrenen<br />

Modellbauer mit diesen Mängeln kreativ<br />

umzugehen weiß.<br />

Insgesamt haben mir Bau und Fahrbetrieb<br />

des Modells eine Menge Freude bereitet.<br />

Also: Daumen hoch für die <strong>SYLT</strong> <strong>von</strong> <strong>robbe</strong>!<br />

Bezugsquelle: Fachhandel, www.<strong>robbe</strong>.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 37


VERSCHIEDENES<br />

GROSSES KINO<br />

(nicht nur)<br />

unter Wasser!<br />

Carsten Heintze<br />

ODER: DER GoPro<br />

HD HERO-FILMWORKSHOP<br />

S<br />

eit vielen Jahren bin ich als Fachautor<br />

und Filmer/Fotograf in den<br />

Bereichen Meeresforschung und<br />

Luftfahrt unterwegs. Die Unterwasser-Film-<br />

ergebnisse dieser Passion laufen in Teilen<br />

seit geraumer Zeit auch auf dem Videoportal<br />

des Neckar-Verlages (http://modellmovies.de/).<br />

Einige dieser Filme sind mit größerem personellen<br />

Aufwand (das ist die Businessbeschreibung<br />

für viele gute Freunde ...)<br />

entstanden. So war bei der Produktion des<br />

Films „Die verschollenen Amphoren“, der<br />

ebenfalls auf dem o. e. Videoportal läuft, ein<br />

Team <strong>von</strong> 10 Mann am Set, drei Taucher<br />

mit sechs Kameras waren im Einsatz, und<br />

die wenigen Minuten, die im Film zu sehen<br />

sind, waren das Ergebnis <strong>von</strong> drei Drehtagen<br />

in 3 °C kaltem Wasser, bei denen<br />

über 20 Stunden Filmmaterial entstanden.<br />

Neben Inboard-Kameras waren tauchergeführte<br />

Outboard-Kameras, eine UW(Unter<br />

Wasser)-Scooter Bullet-Cam und eine speziell<br />

gebaute Unterwasser U-Bunge-Kamera<br />

im Einsatz.<br />

Diese ganze Aktion hat allen einen Riesenspaß<br />

gemacht, sie war technisch eine echte<br />

Herausforderung und persönlich eine meiner<br />

schönsten Erfahrungen, wie man sich<br />

auf gute Freunde verlassen kann. In der<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2011 wurde über diesen<br />

Filmdreh ja bereits berichtet.<br />

38


Frontansicht mit LCD Anzeige, Menüauswahlknopf<br />

und roter Kontrollleuchte<br />

Rückseite mit Anschluss für optionalen Monitor,<br />

3D-Steckverbinder und weiteres Zubehör<br />

Rechts das Mikro und der SD-Kartenslot<br />

Linke Seite mit USB-, HDTV Out- und<br />

AV Out-Anschluss<br />

Das solide konstruierte Unterwassergehäuse<br />

Die HD Hero im UW-Gehäuse. Der montierte<br />

Planport für knackscharfe UW-Aufnahmen ist<br />

ein optionales Zubehör<br />

Andererseits braucht man gar nicht mal so<br />

viele helfende Hände, um die Unterwasserwelt<br />

auf den Bildschirm zu bringen. Mit etwas<br />

Kreativität und dem Wissen um ein paar Basics<br />

kommt man auch mit weniger Material<br />

und Aufwand zum Ziel. Da<strong>von</strong> handelt dieser<br />

Artikel oder besser dieser Workshop fürs<br />

nächste Filmunterwasserabenteuer.<br />

Die Hardware: GoPro HD Hero<br />

Inzwischen könnte man fast glauben, dass<br />

es wie bei Brötchen fast jeden Morgen neue<br />

und immer bessere Kameras auf dem Markt<br />

gibt. Digitale Fotokameras haben in der Videoqualität<br />

die klassische Videokamera<br />

schon lange eingeholt bzw. je nach Modell<br />

schon längst überholt.<br />

Für unseren Unterwassereinsatz habe ich<br />

als Kamera die GoPro HD Hero gewählt.<br />

Diese Kamera ist zur Zeit Referenz der<br />

Onboard- und Actionkameras und es gibt<br />

im Fernsehen keinen Red Bull Sport Take,<br />

keine Rallye Dakar oder keinen „Schlag<br />

den Raab“-Protagonisten, der bei seiner<br />

Aufgabe nicht diesen Würfel am Helm im<br />

Einsatz hat und damit für faszinierende<br />

Bilder sorgt.<br />

Mittlerweile ist die HD Hero II erhältlich.<br />

Diese Kamera bietet noch mehr Leistung<br />

und hat dabei aber auch den großen Vorteil,<br />

dass der Gelegenheitsfilmer mit einer<br />

für seine Zwecke ausreichenden HD Hero<br />

I mittlerweile ein günstiges Schnäppchen<br />

machen kann.<br />

Die Bedienung der GoPro HD Hero erfolgt<br />

sehr einfach über nur zwei Knöpfe.<br />

Ganz wie <strong>von</strong> klassischen Kameras gewohnt,<br />

findet sich der Auslöser an normaler<br />

Stelle oben rechts auf dem Gehäuse.<br />

Mit dem zweiten Knopf an der Frontseite<br />

wechselt man vom Film- zum Fotomenü<br />

und ändert auch die Auflösungen. Neben<br />

dem Filmmenü fotografiert die Kamera mit<br />

5 Megapixel Auflösung. Für die meisten<br />

Fälle reicht das aus, wer mehr möchte,<br />

sollte sich die HD Hero II mit 11 Megapixel<br />

anschauen. Die Version II ist auch deutlich<br />

lichtstärker.<br />

Dass bei der Entwicklung des Geräts den<br />

Filmprofis gut zugehört wurde, findet sich<br />

in nützlichen Features wie dem 180°-Mode<br />

wieder: In diesem Mode nimmt die Kamera<br />

die Bilder verkehrt herum auf, so dass man<br />

sie, wenn nicht anders möglich, auch auf<br />

dem Kopf stehend montieren kann. Im Fotomode<br />

hat mir der programmierbare Selbstauslöser<br />

gefallen. Damit nimmt die Kamera<br />

in Wunschzeit oder wählbar alle „x“ Sekunden<br />

ein Foto auf.<br />

Für den Unterwassereinsatz etwas weniger<br />

<strong>von</strong> Bedeutung ist der Live Out-Ausgang<br />

der Kamera. An diesem lässt sich zur Kontrolle<br />

der Live-Bilder ein AV-Signal zu einem<br />

Monitor verkabeln. Dieses Feature ist bei<br />

HD-Kameras selten, denn in der Regel gibt<br />

der Ausgang ein HDMI-Signal aus, das nur<br />

über einen HDMI-tauglichen Monitor sichtbar<br />

wird. Ein praktisches Beispiel dafür ist<br />

der Flugeinsatz, denn damit kann das Bild<br />

per Funk (ohne es umzuwandeln) mit einem<br />

AV-Sender zum Kontrollmonitor am Boden<br />

geschickt werden.<br />

Die Auflösung und das Seitenverhältnis der<br />

Kamera sind einstellbar, auch die aus vielen<br />

YouTube-Videos bekannte und manchmal<br />

unpassende Bildkrümmung kann man<br />

damit deutlich mindern.<br />

Wie im richtigen Leben zählen auch die<br />

äußeren Werte. Da macht die Kamera<br />

einen stabilen und kompakten Eindruck<br />

und das Unterwassergehäuse mit satten<br />

60 Metern Einsatztiefe wirbt für Vertrauen.<br />

Dass das übrigens nicht jedem Hersteller<br />

klar ist und wir schon mit „wasserdichten“<br />

Kameras auf Tauchgang waren, deren<br />

39


Hier schwebt der ROVER in 4 Meter Tiefe vor der „Schatzgrotte“<br />

Wasserdichtigkeit darin bestand, dass das<br />

Wasser nach dem Tauchgang partout nicht<br />

mehr aus dem Gehäuse wollte, sei hier nur<br />

am Rande erwähnt ...<br />

Wer sich intensiver mit der Unterwassernutzung<br />

der Kamera beschäftigen<br />

möchte, sollte mal auf der Seite www.<br />

subzero-system.de <strong>von</strong> Stefan Wiesmeyer<br />

vorbeischauen. Hier gibt es nicht nur die<br />

GoPro-Kameras zu kaufen, sondern auch<br />

das passende Unterwasserzubehör wie<br />

farbkorrigierende Linsen, Halter und Beleuchtung.<br />

Wichtig: Wo HD drauf steht, kommt in der<br />

Regel auch HD raus. Aber was in Form <strong>von</strong><br />

knackig scharfer Auflösung den Zuschauer<br />

freut, kann den heimischen PC, sofern er<br />

nicht mit dem passenden Schnittprogramm<br />

HD-tauglich gemacht wurde, in eine datentechnische<br />

Wanderdüne verwandeln ...<br />

Dazu später mehr.<br />

Als Nicht-HD-Alternative bietet sich auch<br />

die CAM WP 22 <strong>von</strong> Monacor an, die zwar<br />

nicht die Bildqualität und Auflösung der HD<br />

Hero erreicht, aber trotz solider Technik das<br />

Konto aller budgetorientierten Filmer unter<br />

den Lesern nicht gar so sehr belastet.<br />

Helden und ihre Fahrzeuge:<br />

DEEP ROVER<br />

Keine Geschichte ohne Helden, und in unserer<br />

Geschichte ist das der mutige, aber<br />

stets leicht seekranke (und deshalb angeschnallte)<br />

Forscher und Abenteurer in<br />

meinem DEEP ROVER. Der DEEP ROVER<br />

aus dem Programm <strong>von</strong> Norbert Brüggen<br />

(www.modelluboot.de) bietet sich als idealer<br />

Kameraträger an und ist eine große Zauberkiste,<br />

wenn es um die Möglichkeiten der<br />

Filmpräsenz geht.<br />

<strong>SchiffsModell</strong>-Stammleser kennen mein<br />

DEEP ROVER-Projekt ja schon aus der<br />

Ausgabe 3/2008.<br />

Zum Ausleuchten <strong>von</strong> nächtlichen Unterwasserszenerien<br />

ist er mit zahlreichen<br />

lichtstarken LED-Scheinwerfern ausgestattet.<br />

Die Kugel hat eine eigene Innenbeleuchtung<br />

und selbst die Monitore des<br />

Piloten sind aktiv beleuchtet. Das Modell<br />

ist mit über 10 kg Gewicht sehr lagestabil,<br />

was für die UW-Filmerei sehr <strong>von</strong> Vorteil<br />

ist, wenn man mehr als die Kacheln im<br />

chlorhaltigen Schwimmbad filmen möchte.<br />

Das bringt uns zum nächsten Punkt mit<br />

der Überschrift:<br />

Auf die Einstellung<br />

kommt es an!<br />

Ein Film lebt <strong>von</strong> vielen Faktoren, ein<br />

ganz wichtiger da<strong>von</strong> ist die Einstellung.<br />

Gemeint ist damit nicht die persönliche<br />

Einstellung des Kameramanns, sondern<br />

die Position der Kamera. Mit der Position<br />

der Kamera kann man die Handlung bilden<br />

oder unterstützen und auch dem Zuschauer<br />

Einblicke geben, die ungewöhnlich und<br />

sehr abwechslungsreich sein können. Für<br />

die HD Hero mit ihrem großen Weitwinkelobjektiv<br />

waren das Sportaufnahmen wie z.<br />

B. die <strong>von</strong> einem Motorrad in starker Kurvenlage,<br />

wobei das auf dem Asphalt der<br />

Rennstrecke schleifende Knie des Fahrers<br />

mit im Bild war. Filme dieser Art haben<br />

die Kamera dann auch bekannt gemacht,<br />

denn solche Aufnahmen waren davor in<br />

HD-Qualität nicht möglich gewesen. Wir<br />

wollen diese Effekte nutzen und haben<br />

dazu mal was vorbereitet.<br />

Die Kamerahalter<br />

Für die angedachten HD Hero-Aufnahmen<br />

vom DEEP ROVER bedarf es zum Glück<br />

keines High-Tech-Zubehörs aus James Camerons<br />

Filmschmiede. Nach einem kurzen<br />

Baumarktbesuch haben wir mit zwei Flach-<br />

Aluprofilen 30 x 1000 mm und ein paar M3-<br />

und M4-Schrauben inkl. Scheiben und Muttern<br />

alles Notwendige zusammen. Aus den<br />

Profilen werden die Kamerahalter gefertigt.<br />

Zur Festlegung, wie diese je nach Modell<br />

am besten aussehen können, ist es sinnvoll,<br />

am eigenen Boot mit laufender Kamera<br />

alle möglichen Positionen zu testen. Für die<br />

DEEP ROVER-Aufnahmen habe ich vier<br />

Außenhalter und einen Innenhalter „Copilot“<br />

vorbereitet:<br />

Nr. 1 ist ein gerader, 295 mm langer Halter,<br />

der vorne auf den Kufen montiert wird.<br />

Er filmt auf einer Höhe mit der Kufe, kann<br />

links und rechts auf den Kufen montiert<br />

werden und ist mit der Kamerahaltung um<br />

180° neig- und um 360° schwenkbar. Mit<br />

diesem Halter filmen wir direkt nach vorne,<br />

Tauchbereit mit der am Halter Nr. 3 hinten rechts montierten Kamera Perspektive <strong>von</strong> Halter Nr. 3<br />

40 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Halter Nr. 4<br />

zeigt hier unter<br />

Wasser seine<br />

wahre Größe<br />

Mit dem Kamerablick nach<br />

oben lassen sich faszinierende<br />

Perspektiven filmen.<br />

Dreht man den Kopf nach<br />

unten, erhält man die<br />

„Tiefflug“-Perspektive<br />

Gegenschuss mit Halter Nr. 3<br />

hinten links montiert<br />

Bild links: Wechsel auf Halter Nr. 1<br />

Halter Nr. 4 für den großen Überblick<br />

frontal auf die Kugel oder nach oben oder<br />

unten.<br />

Nr. 2 ist ein nach oben gebogener Halter,<br />

der vorne auf den Kufen montiert wird.<br />

Er ist 420 mm lang und ab Kufenhöhe 160<br />

mm hoch. Er bringt etwas mehr Übersicht<br />

<strong>von</strong> oben und alle Variationen des neig- und<br />

schwenkbaren Kamerakopfes. Im Vergleich<br />

zum Halter Nr. 1 kann er auch in den Probenkorb<br />

filmen, ist aber weniger für „Tiefflug-Aufnahmen“<br />

geeignet.<br />

Halter Nr. 3 wird an den Seiten des DEEP<br />

ROVERs befestigt. Er ist 260 mm lang und<br />

filmt in 100 mm Höhe über den Kufen. Die<br />

Montagepunkte sind an allen vier Ecken<br />

der Kufen gebohrt, so dass sich mit dem<br />

einstellbaren Kopf zahlreiche Einstellungen<br />

filmen lassen.<br />

Halter Nr. 4 ist im Vergleich dazu ein<br />

wahres Monster. Er wird an den gleichen<br />

Seitenbohrungen befestigt, streckt sich<br />

aber 470 mm in die Höhe und reicht mit<br />

dem 190 mm tiefen Ausleger über die Mitte<br />

des Rovers. Tiefe Blicke <strong>von</strong> oben auf<br />

das „Große Ganze“ <strong>von</strong> Bug und Heck<br />

werden damit möglich.<br />

Mit dem letzten Halter mit dem Namen „Copilot“<br />

werden wir uns in einem kommenden<br />

Beitrag noch intensiver beschäftigen. Dieser<br />

Halter ist <strong>von</strong> Norbert Brüggen speziell für<br />

die im DEEP ROVER und NEMO verwendeten<br />

Polycarbonatkugeln entwickelt worden<br />

und lässt uns, wie der Name es schon<br />

sagt, das Geschehen aus der Copilotenperspektive<br />

hautnah miterleben. Der Blick<br />

aus dem Original über die Manipulatoren<br />

oder die Imax-Kamera ist der gleiche. Von<br />

der Konstruktion her besteht der Halter aus<br />

dem Rahmen, der die HD Hero samt Winkelhebel<br />

zur Bedienung aufnimmt und den<br />

Seitenteilen, die auf einen neu gedrehten<br />

Verschlussdeckel geklebt sind.<br />

Will man sämtliche Unschärfen im Nahbereich<br />

eliminieren, bedarf es hier einer<br />

4,4-Dioptrin-Korrekturlinse oder einer etwas<br />

herausgedrehten Kameralinse. Da die<br />

Stromversorgung der Kugel durch den Deckel<br />

geführt wird, werden vor dem Einsatz<br />

die Monitore (die im Weg wären) aus der<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 41


Der Copilotenhalter<br />

Kugel genommen und der Halter samt neuem<br />

Verschlussdeckel eingesetzt.<br />

Die Halter wiegen zwischen 44 und 101 g.<br />

Mit der Kamera kommen nochmals gut<br />

200 g dazu. Dieses Gewicht und der bei<br />

den langen Haltern entstehende Hebelarm<br />

müssen unbedingt berücksichtigt werden.<br />

Da der DEEP ROVER ja relativ langsam<br />

unterwegs ist, lassen sich zum Ausgleich<br />

der Hebel- und Gewichtskräfte Auftriebsschaumblöcke<br />

(z. B. Airex T92) an den<br />

Haltern anbringen.<br />

Mit der Halterkonstruktion kann man eigene<br />

Vorstellungen verwirklichen, die den Anforderungen<br />

der unterschiedlichen Bootstypen<br />

entsprechen. Gleiches gilt natürlich auch für<br />

die Kamera. So war die an sich kleine HD<br />

Hero bei der „DMAX – Die Modellbauer“-<br />

Produktion über den AVIATOR (Episode 17)<br />

aus strömungstechnischen Gründen nicht<br />

einsetzbar.<br />

Basis aller Überlegungen sollte bei einem<br />

Halter und Stativ grundsätzlich eine möglichst<br />

hohe Festigkeit sein, denn wackelt<br />

das Stativ, wackelt auch das Bild!<br />

Drehbuch gefällig?<br />

Mit den oben genannten Haltern summieren<br />

sich die möglichen Kamera-Einstellungen<br />

auf eine ganz hübsche Menge<br />

und folglich macht es Sinn, sich vorher zu<br />

überlegen was man wie filmen möchte. Allen<br />

Ordnungsmuffeln sei gesagt, dass es<br />

ein saublödes Gefühl ist, mit der „Super-<br />

Traum-Einstellung“ gefilmt zu haben, um<br />

dann im Auto auf der Heimfahrt festzustellen,<br />

dass man den notwendigen Gegenschuss<br />

glatt vergessen hat ... Ein Blatt<br />

Papier mit ein paar Skizzen und Notizen<br />

kann hier Wunder wirken.<br />

On Tour<br />

So ausgerüstet geht es mit dem DEEP<br />

ROVER in die kalte Tiefe des Kreidesees<br />

Hemmoor in Niedersachsen. Statt Trockentauchausrüstung<br />

für Kaltwassereinsätze<br />

mit Filmkamera kann man in Hemmoor<br />

ganz bequem vom Steg aus das Boot ins<br />

Wasser setzen. Sollte kein Steg verfügbar<br />

sein, leistet eine einfache Wathose unschlagbare<br />

Dienste, wenn man das Boot<br />

auch weiter weg vom Ufer als in Gummistiefel-Tiefen<br />

ins Wasser setzen will.<br />

Wichtig bei solchen Aktionen ist es, sich<br />

den Grund vorher sehr genau anzusehen,<br />

damit man nicht selber plötzlich zum U-<br />

Boot und Rettungsfall wird … Die Ein- und<br />

Aussatzstellen sind für Filmeinstellungen<br />

ohnehin zu meiden, da man dort meist zu<br />

viele Schwebeteilchen aufgewirbelt hat.<br />

Also gleich mal etwas weiter raus fahren.<br />

Das gilt besonders dann, wenn der See<br />

<strong>von</strong> Bäumen umgeben ist, denn dann<br />

steigt die Wahrscheinlichkeit auf Schwebeteilchen<br />

gleich ins Unermessliche. Wenn<br />

man warten will, bis die sich alle wieder<br />

am Grund abgelegt haben, sollte man viel<br />

Zeit einplanen!<br />

Und Action!<br />

Um alle Aufnahmen mit den verschiedenen<br />

Kamerapositionen auch später im Gegenschnitt<br />

verwenden zu können, ist es notwendig,<br />

im Wasser auch die gleichen Routen zu<br />

fahren. So lassen sich später im Schnitt die<br />

gleichen Orte aus verschiedenen Blickwinkeln<br />

zeigen. Als Bezugspunkte für unseren<br />

Film diente eine „geheimnisvolle Unterwassergrotte“<br />

auf ca. 3–4 Metern Tiefe und auf<br />

der anderen Seite zwei Tauchereinstiegsleitern<br />

auf einem Pontonsteg.<br />

Beim Wechsel der Halter und dem Einrichten<br />

der Positionen sollte man sich Zeit lassen<br />

und die Ausschnitte in Ruhe einstellen.<br />

Wegen des großen Weitwinkels der HD<br />

Hero ist ein Blick auf den Halter nicht immer<br />

ganz zu vermeiden, folglich sollte man sich<br />

entscheiden, ob schwarzer Lack kaschieren<br />

soll oder das Aluminium des Profils ein Teil<br />

der Aufnahme werden soll und darf. Für die<br />

bessere Erkennbarkeit der UW-Fotos in diesem<br />

Workshop habe ich das Lackieren auf<br />

später verschoben.<br />

Das Wichtigste bei jeder außen angebauten<br />

Kamera ist es, sie sicher zu befestigen,<br />

denn einmal abgefallen, kann einem eine u.<br />

U. stundenlange Suche gründlich den Tag<br />

versauen.<br />

Berücksichtigt man die vielen Einstellungsmöglichkeiten<br />

der oben beschriebenen<br />

Kameraträger, wird das Ganze folglich ein<br />

langer Tag am See. Also sollte man bei<br />

solchen Gelegenheiten Wechselakkus fürs<br />

Modell und ausreichende Speicherkarten<br />

sowie Wechselakkus für die Kamera dabei<br />

haben. Für den ersten Blick auf das<br />

gefilmte Material kann ein Notebook sehr<br />

hilfreich sein, denn die HD Hero ist ab<br />

Werk nicht mit einem Kontrollmonitor ausgestattet.<br />

Für den direkten Blick durch den<br />

Sucher sind mit dem Backpack-Monitor<br />

nochmal über 80,– Euro fällig und das<br />

Weitwinkelobjektiv ist bei der Einrichtung<br />

des Kamerakopfes nicht zu unterschätzen.<br />

Ärgerlich, wenn man dann erst daheim am<br />

Rechner feststellt, dass die Ausrichtung<br />

der Kamera nicht gestimmt hat.<br />

Und nach der Aufnahme?<br />

Dann geht die Arbeit erst richtig los, denn<br />

gute Kameratechnik allein taugt nichts<br />

ohne ein geeignetes Schnittprogramm<br />

und einen leistungsfähigen (!) Rechner.<br />

Wie eingangs schon erwähnt, muss der<br />

Screenshot aus der<br />

Copilotensicht<br />

Das Gewicht machte<br />

einen zusätzlichen<br />

Airex T92-Auftriebskörper<br />

und eine<br />

Tarierung notwendig<br />

42 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


heimische Rechner auch in der Lage sein,<br />

die Clips zu schneiden, ohne geschwindigkeitsmäßig<br />

hinter eine Weinbergschnecke<br />

zurückzufallen.<br />

Auf der Windows-Seite habe ich mit Magix<br />

Video Deluxe 17 Premium HD gute Erfahrungen<br />

gemacht. In diesem Paket finden<br />

sich lohnende Zusatzprogramme wie Mercalli<br />

V2, mit dem man auch noch verwackelte<br />

Aufnahmen retten kann.<br />

Glücklich, wer einen Mac besitzt, ist i-Movie<br />

doch eines der Programme, die intuitiv bedienbar<br />

in kürzester Zeit sehr gute Ergebnisse<br />

liefern, ohne dass man stundenlang<br />

ein Handbuch wälzen muss.<br />

Für höhere Ansprüche ist das neue Final<br />

Cut X eine gute Empfehlung, da es erheblich<br />

mehr Möglichkeiten für die professionelle<br />

kreative Filmbearbeitung bietet.<br />

Schnitt und Bearbeitung<br />

Stellvertretend für alle Programme sei hier<br />

das iMovie-Programm eines Apple iMac-<br />

Rechners vorgestellt. Allen Schnittprogrammen<br />

gleich ist in etwa die Aufbereitung des<br />

Rohmaterials. Dazu werden die auf der SD-<br />

Karte aufgenommenen Filmdateien auf den<br />

Rechner geladen.<br />

Das gesamte Material wird in ein Projektverzeichnis<br />

geladen und erscheint<br />

unten als Auswahlvorschau im Fenster<br />

des Programmes. B Fahren wir mit der<br />

Maus über eine Sequenz, wird diese im<br />

<strong>Vorschau</strong>monitor angezeigt. C Stimmt<br />

der gewählte Ausschnitt, wird er mit der<br />

Maus markiert und einfach nach oben in<br />

das Projekt geschoben. So entsteht Schritt<br />

für Schritt aus kleinen Teilchen ein Film. D<br />

E Die Reihenfolge der Aufnahmen spielt<br />

dabei keine Rolle und auch Inhalte <strong>von</strong><br />

verschiedenen Kameras können wir so wie<br />

gewünscht anordnen.<br />

B Der Anfang unseres Films beginnt mit<br />

einem neuen Projekt<br />

C Für Gestaltungen bietet iMovie verschiedene Vorlagen. In unserem Fall haben wir uns dort nicht<br />

bedient und tragen bei „Neues Projekt“ unseren Filmnamen ein<br />

D Mit dem Befehl Importieren/Filme wechseln wir auf den<br />

Arbeitsplatz oder Speicherort ...<br />

E … und wählen die <strong>von</strong> SD-Karte auf die Festplatte kopierten<br />

Filmdateien aus<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 43


F Blick auf die Benutzeroberfläche <strong>von</strong> iMovie. Unten findet sich das gesamte importierte Filmmaterial, oben der fast fertig gestellte Film. Im Bild<br />

rechts der Monitor für die <strong>Vorschau</strong>. Aber erst weiter der Reihe nach<br />

G Mit dem Cursor markieren wir unten den Ausschnitt, den<br />

wir im Film verwenden möchten und setzen in mit gedrückter<br />

Maustaste oben in den Film<br />

I So reihen wir Szene an Szene<br />

J Die Standbilder werden mit Klick auf das rechts oben<br />

dargestellte Kamerasymbol aktiviert ...<br />

H Die Farbwerte lassen sich, wie auch<br />

Belichtung, Helligkeit und Kontrast bequem für<br />

die Szene oder für den ganzen Film ändern<br />

Das Ergebnis lässt sich zu jeder Zeit abspielen<br />

und überprüfen und sollte etwas<br />

nicht so gut aussehen, wie gedacht, kann<br />

man noch korrigieren. F Dazu gehören<br />

auch Korrekturen der einzelnen Bilder.<br />

Jede oder auch die gesamte Sequenz<br />

kann technisch auf Verwackler, Schärfe<br />

und Farbwerte bearbeitet werden. G<br />

i-Movie bietet hier auch eine Autokorrekturfunktion<br />

an, wenn man nicht weiß, wo man<br />

ansetzen soll. H Grundsätzlich gilt aber:<br />

Weniger ist oft mehr, da man mit diesen<br />

Funktionen die Aufnahme schnell ungewollt<br />

verfremdet. I<br />

K … und aus dem iPhoto-Verzeichnis bequem mit der Maus in den Film gezogen<br />

44 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


L Mit dem Reinzoomen des Ken Burns-Effekts werden statische Fotos etwas lebendiger und das<br />

Bild gewinnt an Dynamik<br />

M Mit dem Kontextmenü lässt sich die Einblendzeit des Standbildes<br />

regeln ...<br />

N … oder es lassen sich weitere Funktionen über das Werkzeug-<br />

Symbol aufrufen<br />

P … die mit unterschiedlichen Symbolen<br />

zwischen den Szenen dargestellt werden<br />

Effekt ist häufig dann anzutreffen, wenn<br />

bewegte Bilder mit Standfotos kombiniert<br />

werden. K<br />

Mit iMovie können wir ganz bequem per<br />

Drag & Drop mit der Maus Standbilder aussuchen<br />

und dann in die Zeitleiste ziehen.<br />

Wie auch bei den bewegten Bildern, können<br />

diese in Farbwert, Kontrast, Schärfe und<br />

weiteren Zusatzfunktionen oder mit Filtern<br />

bearbeitet werden. L Durch das Reinzoomen<br />

des Ken Burns-Effekts und ein eventuelles<br />

Drehen bekommt auch ein Standbild<br />

noch eine gewisse Dynamik.<br />

Sind alle Sequenzen angeordnet, fügen<br />

wir die Blenden (Übergänge) dazu. M<br />

Die Blenden dienen dem Übergang der<br />

einzelnen Aufnahmen und sind ebenfalls<br />

ein Gestaltungselement, da man mit harten<br />

oder weichen Überblendungen den<br />

Eindruck des Films verändern kann. Hier<br />

lohnt es sich, die Funktionen einfach mal<br />

zu testen. N Die Auswahl reicht <strong>von</strong> der<br />

einfachen Überblendung bis zum Zoomen,<br />

Umblättern oder gar Wassertropfen als<br />

Wechsel. O Wie auch in der Bildbearbeitung<br />

sollte man es aber nicht übertreiben<br />

und die besonderen Blenden nur als Effekt<br />

einsetzen. P<br />

Bei der Länge der einzelnen Sequenzen<br />

braucht es Disziplin. Ist man als Kameramann<br />

ganz in die UW-Aufnahmen des<br />

eigenen Bootes verliebt und könnte sie<br />

O Sind alle Szenen angeordnet, wählen wir<br />

im Auswahlmenü die Blenden, ...<br />

Der Kumpel <strong>von</strong> Barbie und<br />

Standfotos?<br />

Der ständige Begleiter <strong>von</strong> Barbie heißt<br />

zwar Ken, aber nicht Ken Burns, denn das<br />

ist vielmehr eine interessante Funktion, bei<br />

der in ein Foto reingezoomt wird. J Dieser<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 45


Q Über das Kontextmenü wählen wir eine<br />

passende Musik aus und ziehen sie per Drag &<br />

Drop in die Zeitleiste ...<br />

R … und können sie dann mit Doppelklick auf die Tonleiste (hier grün dargestellt) noch<br />

weiter anpassen<br />

T Design, Farbe und Schriftgröße sind wählbar ...<br />

S Einer der letzten Schritte ist die Auswahl<br />

des Vor- und Abspanns<br />

noch Stunden genießen, schnarcht die<br />

zur Premiere anwesende Familie bereits<br />

im Tiefschlaf … Die Zauberformel heißt<br />

hier: kurze knackige Einstellungen <strong>von</strong> ein<br />

paar Sekunden Länge, denn die HD Hero<br />

filmt und lebt <strong>von</strong> den ungewöhnlichen<br />

Perspektiven und der Abwechslung. Der<br />

einzige Film, der mit einer einzigen Einstellung<br />

auskommt, heißt: Kaminfeuerimpressionen.<br />

U … und werden wie die Filmsequenzen einfach in die Zeitleiste gesetzt<br />

46 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


V Mit der Gestaltung des letzten Abspannbildes ist unser Film fertig<br />

W Den nun fertigen Film geben wie an das Ausgabemedium iTunes mit dem Befehl „Bereitstellen“<br />

weiter. DVD, YouTube und andere Formate sind ebenfalls über das Menü wählbar<br />

Der Ton macht die Musik<br />

Einer der besten Unterwasserfilme <strong>von</strong><br />

Jacques Cousteau heißt „Die schweigende<br />

Welt“ („Le monde du silence“). Q Begeben<br />

wir uns mit U-Booten unter Wasser, ist<br />

es allerdings mit der Stille schnell vorbei:<br />

Motoren, Pumpen und Servos machen<br />

Geräusche, die wir mit der Tonregulierung<br />

der Software gezielt lauter oder leiser stellen<br />

können. R Damit der Film akustisch<br />

weiter untermalt wird, wählen wir eine<br />

Hintergrundmusik, die zum Thema passt.<br />

Da man mit Musik gezielt Stimmungen<br />

beeinflussen kann, lassen sich hier ganz<br />

verschiedene Ergebnisse erzielen.<br />

Sehr wichtig bei der Auswahl <strong>von</strong> Musikstücken<br />

ist es, die Urheberrechte nicht zu<br />

verletzen! Für das Vertonen <strong>von</strong> Filmen gibt<br />

es käufliche Soundpooldateien, die für den<br />

privaten oder gewerblichen Gebrauch auch<br />

verwendet werden dürfen. S<br />

Mit großen Schritten nähert sich unser<br />

Filmprojekt nun dem Ziel. Damit das Kind<br />

auch für die Zuschauer noch einen Namen<br />

bekommt, generieren wir aus der Titelfunktion<br />

noch das Anfangsbild und setzen<br />

es per Mausklick genau an diese Stelle.<br />

T Der Abspann wird auf gleiche Weise<br />

erzeugt. Hier bietet sich auch die Gelegenheit,<br />

sich bei Freunden und Helfern<br />

mit einer Nennung im Abspann zu bedanken.<br />

U V<br />

… and the Oscar goes to<br />

Ist alles so, wie wir es uns vorstellen,<br />

braucht das Projekt nur noch gesichert und<br />

auf das gewünschte Medium, sprich DVD,<br />

Stick oder Netzwerk ausgegeben zu werden.<br />

Je nach Rechner und Filmlänge kann<br />

dies etwas Zeit in Anspruch nehmen. W<br />

iMovie bereitet diese Daten, wenn gewünscht,<br />

gleich in mehreren Auflösungen<br />

auf: Full-HD für die DVD oder den großen<br />

27-Zoll-Monitor des iMac. Für Tablet-PCs<br />

oder iPhones braucht es keine so große<br />

Auflösung, so dass man den Film auch<br />

mal per Mail verschicken kann. X<br />

Der Film zu diesem Workshop mit den Beispieleinstellungen<br />

läuft auf http://modellmovies.de/<br />

und auf www.diveteq.com. Nutzen<br />

Sie ihn als Inspiration, selber etwas zu<br />

gestalten und die Geheimnisse der eigenen<br />

Gewässer zu entdecken. Selbstverständlich<br />

lässt sich alles Vorgestellte auch auf anderen<br />

Schiffen oder Fahrzeugen anwenden.<br />

Viel Spaß dabei!<br />

Links und Infos:<br />

Mehr Informationen zum Autor und zum<br />

Film: www.diveteq.com<br />

Innovatives Zubehör und die GoPro HD<br />

Hero: www.subzero-system.de<br />

X Auf iTunes können wir bequem verschiedene Auflösungen für unterschiedliche Anwendungen<br />

wählen. Danach sichern wir das Projekt und stellen das Bier für den Kinoabend kalt. Viel Spaß!<br />

DEEP ROVER und andere tolle U-Boote:<br />

www.modelluboot.de<br />

Schnittprogramm iMovie: www.apple.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 47


Motorschiffe<br />

Michael Rüttel<br />

EISWETTE<br />

im Maßstab 1:10<br />

D<br />

ie EISWETTE ist die erste in<br />

Dienst gestellte Einheit der<br />

20-m-Klasse der DGzRS und<br />

vertrat die seinerzeit neueste<br />

Seenotkreuzergeneration bei der schen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrü-<br />

Deutchiger.<br />

Der Kreuzer stellte noch unter seiner<br />

Baubezeichnung „SK 30“ am 22. 11. 2008<br />

in Dienst und wurde am 6.01.2009 auf den<br />

Namen EISWETTE getauft.<br />

Mein Modellbaufreund Jürgen Kirchhof hatte<br />

es sich zur Aufgabe gemacht, ein Modell<br />

dieses Seenotkreuzers im Maßstab 1:10<br />

möglichst zeitnah mit der Indienststellung<br />

des Originals zu präsentieren. Dank enger<br />

Zusammenarbeit mit der DGzRS konnte er<br />

bereits am 30. März 2008 mit dem Bau des<br />

Modells beginnen.<br />

Die folgenden Arbeiten sind jedem Schiffsmodellbauer<br />

bestens bekannt: Erst wurden<br />

die Spanten ausgesägt und auf einem Hellingbrett<br />

aufgestellt, dann die ca. 7 mm breiten<br />

Leisten für die Beplankung aus 1 mm<br />

starkem, wasserfest verleimtem Sperrholz<br />

ausgesägt und der Rumpf damit beplankt.<br />

Nach dem ersten Spachteln und Schleifen<br />

erhielt der Rumpf außen einen zweifachen<br />

Überzug mit Epoxidharz und Glasgewebe<br />

und es wurde so lange gespachtelt und<br />

geschliffen, bis eine glatte Oberfläche<br />

erreicht war. Anschließend konnten innen<br />

die nicht benötigten Spanten herausgebrochen<br />

werden, bevor der Rumpf <strong>von</strong> innen<br />

ebenfalls einen Überzug mit Harz und Gewebe<br />

erhielt.<br />

Kurz bevor der Modell-Rumpf zum Lackieren<br />

in eine Autolackiererei gebracht werden<br />

sollte, wurden mit dem Vorbild die ersten<br />

Werftprobefahrten durchgeführt. Dabei<br />

zeigte sich, dass noch Nachbesserungen<br />

an der Rumpfform notwendig wurden. Diese<br />

Änderungen mussten natürlich nun auch<br />

am Modell ausgeführt werden, hierfür waren<br />

weitere vier Wochen erforderlich. Danach<br />

konnte der Rumpf endlich in der Lackiererei<br />

abgegeben werden.<br />

Jetzt folgten der Bau des Deckshauses<br />

und der provisorische Einbau der Antriebselektronik<br />

sowie der Fernsteuermodule.<br />

Diese Module haben wir wie bei unseren<br />

anderen Modellen wieder im Deckshaus<br />

platziert, weil die meisten Funktionen auch<br />

im Deckshaus untergebracht sind und wir<br />

dadurch weniger Verbindungsleitungen zwischen<br />

Deckshaus und Rumpf benötigen.<br />

Das Deckshaus entstand ebenso wie der<br />

Rumpf aus wasserfest verleimtem 1-mm-<br />

Sperrholz.<br />

Als Antriebsmaschine dient ein bürstenloser<br />

Elektromotor mit einer Leistung <strong>von</strong><br />

1.100 W bei 24 V. Zur Stromversorgung werden<br />

zwei 12-V-Autobatterien mit je 35 Ah in<br />

Reihe geschaltet. Ein Spannungsabgriff bei<br />

12 V versorgt die Motoren an Heckklappe,<br />

Tochterbootaufzug, Querstrahlruder und<br />

Pumpe. Zusätzlich ist noch ein 6 V/7,2-Ah-<br />

Akku für die Versorgung der Fernsteuermodule<br />

und der Beleuchtung eingesetzt.<br />

So konnte im November 2009 ein fahrfertiges<br />

Modell auf der Modellbaumesse in<br />

Bremen vorgeführt werden. Zu diesem<br />

Zeitpunkt waren aber nur das Ruder, der<br />

Antriebsmotor und das Querstrahlruder<br />

betriebsbereit, alle weiteren Funktionen<br />

waren erst teilweise vorbereitet bzw. noch<br />

nicht vorhanden. Inzwischen war uns auch<br />

48 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


klar geworden, dass die angestrebte zeitnahe<br />

Fertigstellung des Modells pünktlich<br />

zur Indienststellung der „großen“ EISWET-<br />

TE wohl nicht realisiert werden könnte, die<br />

Mannschaft in der „echten“ Werft war einfach<br />

schneller als wir.<br />

Als Besonderheit möchte ich noch erwähnen,<br />

dass die umlaufende Scheuerleiste<br />

sowie die Bug- und Heckfender aus Silikon<br />

angefertigt wurden. Hierfür waren erst<br />

entsprechende Formen zu fertigen, die wir<br />

dann mit passend eingefärbtem Silikon<br />

ausgefüllt haben. Später zeigte sich dann,<br />

dass diese Farbe im Silikon leider verblasste<br />

und alle Teile heller als am Original<br />

wurden.<br />

Eine weitere Besonderheit ist, dass die<br />

Tochterboot-Wanne (Arbeitsboot-Wanne)<br />

nicht als separates Bauteil im Heck eingeschraubt,<br />

sondern wie beim Original im<br />

Rumpf fest eingebaut ist. Trotzdem können<br />

alle mechanischen und elektrischen Baugruppen<br />

und Teile problemlos ausgebaut<br />

werden, ohne dass irgendein Teil zerstört<br />

werden muss.<br />

Hierfür haben wir, schon bevor das Deck<br />

aufgesetzt wurde, einen Aufnahmerahmen<br />

eingebaut, an dem die Baugruppen für den<br />

Aufzug und die Heckklappe <strong>von</strong> der Decksöffnung<br />

aus mit nur vier Schrauben befestigt<br />

werden.<br />

Im Frühjahr 2010 waren bei einem<br />

Schaufahren in Mahlow bei Berlin bereits<br />

einige Beleuchtungsfunktionen verfügbar.<br />

Es waren die Navigationslichter, die Fußboden-Leuchten<br />

(LEDs) und die Scheinwerfer<br />

im Bug (ebenfalls LEDs).<br />

Jedes der acht Fußbodenlichter besteht<br />

aus drei LEDs und jedes Fußbodenlicht hat<br />

einen eigenen Vorwiderstand. Da die Fußbodenbeleuchtung<br />

mehr als 100 mA Strom<br />

benötigt, und wir den Multi-Switch-Baustein<br />

auf einem Ausgang nicht höher belasten<br />

wollen, wird die Beleuchtung über ein Relais<br />

geschaltet.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

49


Das Tochterboot der EISWETTE ist ein sog.<br />

RIB, also ein Festrumpf-Schlauchboot, das<br />

<strong>von</strong> der DGzRS in Großbritannien fertig gekauft<br />

wurde. In der Werft nahm man dann<br />

nur einige zusätzlich notwendige Ausrüstungen<br />

vor. Das Tochterboot mit dem Namen<br />

NOVIZE ist 4,80 m lang, 2,00 m breit,<br />

geht 0,45 m tief und verdrängt 1,2 t. Der<br />

Motor mit 165 PS (120 kW) wirkt auf einen<br />

Jet-Antrieb.<br />

Da es in diesem Maßstab leider<br />

nichts Fertiges auf dem<br />

Markt gibt, musste auch das<br />

Schlauchboot komplett selbst<br />

gebaut werden. Der Bau des<br />

Tochterbootes war somit<br />

eine modellbautechnische<br />

Herausforderung, denn einerseits<br />

sollte das Boot alle<br />

Funktionen des Originals<br />

besitzen, andererseits aber<br />

auch genügend Akku-Kapazität<br />

für den Fahrbetrieb und<br />

die Wiederaufnahme in die<br />

EISWETTE zur Verfügung<br />

haben. Zu den Sonderfunktionen<br />

gehörte auch eine<br />

Vorrichtung zum Verriegeln<br />

und Lösen vom Mutterschiff. Mein Modellbaufreund<br />

entschloss sich, das Schlauchboot<br />

aus glasfaserverstärktem Kunststoff<br />

zu bauen. Hierzu musste er also erst eine<br />

Urform erstellen, <strong>von</strong> der er dann eine<br />

zweigeteilte Form abnahm,<br />

in der dann der endgültige<br />

Rumpf hergestellt wurde.<br />

Während der baubedingten<br />

Pausen wie Aushärten der<br />

Form und Beschaffen notwendiger<br />

Materialien, wurde<br />

die Technik in der EISWETTE<br />

verbessert bzw. vervollständigt.<br />

Auch in der EISWETTE<br />

haben wir wieder die bewährte<br />

Schaltung mit Ein-/Aus-Taster<br />

und bipolarem Relais verwendet,<br />

auch die Stromversorgung<br />

des Drehzahlstellers wird wieder<br />

mit solch einem Schütz<br />

geschaltet. Die Kabel sind in<br />

Abschnitten aus Installations-<br />

rohren verlegt, für die Beleuchtung wurden<br />

vielfach LEDs eingesetzt.<br />

Wie bereits beschrieben, sind die Fernsteuer-Bausteine<br />

im Deckshaus untergebracht.<br />

Damit bei Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten<br />

an der Heckklappe oder am Aufzug<br />

aber ein notwendiges Adapterkabel nicht<br />

stört, haben wir im Rumpf ein paar Schalter<br />

für die Handbedienung vorgesehen.<br />

Es dauerte dann noch ganze neun Monate,<br />

bis der Rohbau des Modells fertig war.<br />

Mit dem Schlauchboot kam aber ein neues<br />

Problem der Steuerung auf uns zu: Bei<br />

den Vorgänger-Modellen wurde das Tochterboot<br />

vom Mutterschiff aus entriegelt.<br />

Das Schlauchboot sollte aber selbst entriegeln,<br />

wenn es zu Wasser gelassen werden<br />

soll. Dazu muss aber der Empfänger<br />

im Schlauchboot eingeschaltet sein. Nun<br />

ist der Platz für den Einbau eines Akkus in<br />

dem Schlauchboot ohnehin sehr begrenzt<br />

und damit die Funktionsdauer ebenfalls. Wir<br />

wollten daher sicherstellen, dass der Akku<br />

nicht belastet wird, wenn das Boot nicht aktiv<br />

ist.<br />

Als die beste Lösung des Problems erschien<br />

uns der Bau einer Viertaktschaltung.<br />

Diese funktioniert wie folgt:<br />

takt 1: Taste gedrückt. Die Schaltung wird<br />

aktiviert und die Funktion eingeschaltet.<br />

takt 2: Taste losgelassen. Der Schaltzustand<br />

wird gehalten und die nächste Funktion<br />

vorbereitet.<br />

takt 3: Taste gedrückt. Schaltzustand wird<br />

ausgeschaltet und warten auf Ausschalten.<br />

50 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


takt<br />

4: Taste losgelassen. Schaltung geht in<br />

die Ruhelage.<br />

Natürlich haben wir für diese Schaltung<br />

keine Taste im Schlauchboot verwendet,<br />

sondern einen Magnetsensor. Da das Magnetfeld<br />

durch den GfK-Rumpf hindurch<br />

wirkt, ist die Lage des Sensors <strong>von</strong> außen<br />

nicht sichtbar. Der zugehörige Elektromagnet<br />

konnte problemlos in den Aufbauten<br />

der EISWETTE untergebracht werden. Diese<br />

Viertaktschaltung haben wir mit Relais<br />

(Finder 3022) realisiert.<br />

Als Antrieb für das Modell wurde wie beim<br />

Vorbild ein Jet-Antrieb verwendet. Auch<br />

Technische Daten<br />

Original<br />

Modell<br />

Länge 19,90 m 1,99 m<br />

Breite 5,05 m 0,50 m<br />

Verdrängung 45 t<br />

Leistung<br />

45 kg<br />

1.200 kW / 1.630 PS 1.100 W<br />

hier wurde wegen des geringen Gewichts<br />

und seiner höheren Leistung ein bürstenloser<br />

Motor eingesetzt. Aus Platz- und<br />

Gewichtsgründen kommt als Energiequelle<br />

ein LiPo-Akku mit drei Zellen (11,1 V) zum<br />

Einsatz.<br />

Die erste Probefahrt mit dem Schlauchboot<br />

wurde auf dem Becken auf der Modellbaumesse<br />

in Karlsruhe im Frühjahr 2011 gemacht.<br />

Durch eine Unachtsamkeit meines<br />

Modellbaufreundes Jürgen, er hatte vergessen,<br />

die Ruderlage <strong>von</strong> Sender und Modell<br />

zu kontrollieren, ist das Boot jedoch gegen<br />

die Beckenwand gefahren. Dabei wurde der<br />

Rumpf derart beschädigt, dass eine Reparatur<br />

notwendig wurde.<br />

Nachdem auch dieser Schaden behoben<br />

war, mussten das Auslösen und die Aufnahme<br />

des Beibootes justiert werden. Im Gegensatz<br />

zu den bisher üblichen Aufnahmen<br />

mit seitlich am Rumpf des Tochterbootes<br />

angebrachten Haken wird am Original ein<br />

Aufnahmehaken im Kiel verwendet. Dies<br />

sollte auch bei unserem Modell so nachgebaut<br />

werden.<br />

Bei der ersten Funktionsprüfung zeigte sich,<br />

dass wir die Lücke im Kiel zu kurz gewählt<br />

hatten, hier mussten wir nacharbeiten. Als<br />

auch dies endlich funktionierte stellten wir<br />

fest, dass das Schlauchboot mit dem Kiel in<br />

der Heckklappe hängen bleiben kann. Bei<br />

einem Besuch auf der „großen“ EISWETTE<br />

fiel Jürgen auf, dass beim Original offensichtlich<br />

das gleiche Problem aufgetreten<br />

ist und die Heckklappe deshalb mit gleitfähigen<br />

Kunststoffplatten belegt worden war.<br />

Jürgen kopierte die Auflagen und seitdem<br />

funktioniert auch die Aufnahme des Beibootes<br />

tadellos.<br />

Auf der Modellbaumesse in<br />

Bremen im November 2011<br />

sollte die EISWETTE dann<br />

im Wasserbecken mit allen<br />

Funktionen vorgeführt werden,<br />

aber die Wassertiefe des<br />

Beckens war hierfür leider zu<br />

gering, so dass die öffentliche<br />

Vorstellung auf das Jahr 2012<br />

verschoben werden musste.<br />

Fazit<br />

Nach einer Bauzeit <strong>von</strong> etwa<br />

3 ½ Jahren und einer Investition<br />

<strong>von</strong> ungefähr € 4.000,–<br />

ist ein sehr schönes Modell<br />

entstanden, das auch durch<br />

sein vorbildähnliches Fahrbild<br />

besticht.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

51


VERSCHIEDENES NAUTICS<br />

NAUTICS 2012<br />

IN FLENSBURG<br />

Hans-ErHard HEnningsEn<br />

V<br />

om 17.–19. August fanden in<br />

Flensburg die 5. NAUTICS statt,<br />

die am Eröffnungstag um 15.00<br />

Uhr vom schleswig-holsteinischen<br />

Ministerpräsidenten Torsten Albig<br />

zusammen mit dem Flensburger OB Simon<br />

Faber eröffnet wurden. Hinter dem Begriff<br />

NAUTICS verbirgt sich eine der großen Segelveranstaltungen<br />

Deutschlands.<br />

Diese NAUTICS finden seit dem Jahr 2004<br />

statt (immer im Wechsel mit dem berühmten<br />

»Dampf-Rundum«), und sind in jedem Jahr,<br />

sowohl <strong>von</strong> der Zahl der Besucher, als auch<br />

<strong>von</strong> der Zahl der teilnehmenden Schiffe her,<br />

gewachsen. Am Ostufer lagen in diesem<br />

Jahr die rund 130 m lange Fregatte RHEIN-<br />

LAND-PFALZ, das Minenjagdboot PASSAU<br />

und dahinter die russische Viermastbark<br />

KRUSENSTERN.<br />

Diese Schiffe hatten »Open Ship«, und da<strong>von</strong><br />

wurde <strong>von</strong> den Besuchern reichlich Gebrauch<br />

gemacht.<br />

An Land, den Marineeinheiten gegenüber,<br />

hatte die Bundeswehr ihr Ausstellungs-<br />

Gelände. Da wurden Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände<br />

aller Art ausgestellt,<br />

Marine, Luftwaffe und Heer präsentierten<br />

auf einem gemeinsamen Ausstellungsbereich<br />

die Vielfalt vom Radargerät bis zum<br />

Schützenpanzer, vom Sanitätswesen bis<br />

zum Flugabwehrsystem »Patriot«.<br />

Wenn diese Veranstaltung auch in erster Linie<br />

ein maritimes Fest ist, waren dennoch<br />

auch landseitig vielfältige Einrichtungen<br />

und Attraktionen zu bestaunen:<br />

Bandreißer und Seiler, Drechsler und maritime<br />

Händler, Verpflegungsstände und<br />

Getränkestände (sehr beliebt bei Temperaturen<br />

bis gut 35 °C ) sowie unzählige Musikgruppen<br />

auf diversen Bühnen, mehrere<br />

Shantychöre und das Marinemusikcorps<br />

Ostsee sorgten für Stimmung. Wem es zwi-<br />

Die KRUSENSTERN,<br />

ex PADUA liegt am<br />

Ostufer, nur dort<br />

hat sie genügend<br />

Wasser unter<br />

dem Kiel<br />

Fregatte RHEINLAND-PFALZ<br />

52 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Viel Abwechslung für die Kleinen, aber auch<br />

große Zuschauer blieben bei verblüffenden<br />

Vorführungen an solchen Stellen „hängen“<br />

Die SUNTHORICE, die<br />

typische Bugankerklüse<br />

ist erhalten geblieben<br />

Die Flensburger<br />

Sportpiraten mit<br />

ihren BMX-Rädern<br />

Mitfahrten auf kürzeren<br />

oder längeren Törns<br />

waren möglich<br />

schenzeitlich zu viel wurde, der konnte sich<br />

in eine der Ruhezonen zurückziehen und in<br />

einer Hängematte entspannen, müde Kinder<br />

konnten <strong>von</strong> ihren Eltern in hölzernen<br />

Schiebeschiffen durch das Gelände geschoben<br />

werden, und für die Kleinen war<br />

eine Vielzahl <strong>von</strong> Gauklern, Zauberern,<br />

Puppenspielern und „echten“ Piraten unterwegs.<br />

Eine besondere Piratenart waren<br />

die Flensburger Sportpiraten, die <strong>von</strong> einer<br />

viele Meter hohen Rampe mit einer 45°-Neigung<br />

mit ihren BMX-Rädern in den Innenhafen<br />

sprangen und dazu in der Luft noch<br />

Saltos vorwärts und rückwärts zeigten.<br />

Ehrenamtliche Organisationen hatten vom<br />

Organisator des Landprogrammes die Möglichkeit<br />

erhalten, sich und ihre Organisation<br />

unentgeltlich einer breiten Öffentlichkeit zu<br />

präsentieren. Dies wurde dankbar angenommen<br />

und ging <strong>von</strong> der Seemannsmission<br />

über die Gesellschaft zum Schutz der<br />

Schweinswale bis hin zum Förderverein<br />

einer örtlich ansässigen Museums-Dampfeisenbahn<br />

und vielen mehr.<br />

Die Schiffsmodellbauer hatten ihr Domizil<br />

im Hof des Schifffahrtsmuseums und konnten<br />

ihre Modelle im dortigen Wasserbecken<br />

vorführen.<br />

Es versteht sich <strong>von</strong> selbst, dass auch für<br />

das leibliche Wohl der Besucher gesorgt<br />

werden musste und gesorgt wurde, immerhin<br />

drängten sich viele zehntausend Besucher<br />

durch das Gelände, sechsstellig war<br />

ihre Zahl allemal.<br />

Die Liste der teilnehmenden Schiffe war imponierend.<br />

Da waren Gaffelsegler, Toppsegelschoner<br />

und Galeassen, es gab kleine historische<br />

Berufsfahrzeuge aus dem Fischereibetrieb<br />

und der Frachtsegelei und das eine oder<br />

andere Schiff hatte schon mehr als 100 Jahre<br />

auf den Planken.<br />

Die SUNTHORICE des Baujahres 1902<br />

– das frühere Feuerschiff „Außenjade II“ –,<br />

heute als 3-Mast-Gaffelschoner getakelt, segelte<br />

mit Gästen ebenso durch die Flensburger<br />

Förde wie der niederländische 3-Mast-<br />

Toppsegelschoner HENDRIKA BARTELDS,<br />

der wie viele der anderen Schiffe in Flensburg<br />

schon häufig zu Gast gewesen ist.<br />

Die SUNTHORICE wurde bei Meyer in Papenburg<br />

erbaut, im Krieg versenkt, danach<br />

gehoben, instandgesetzt, und bis in die<br />

1970er-Jahre hinein als Feuerschiff genutzt.<br />

Nach mehreren Eignerwechseln segelt sie<br />

nun mit knapp 800 m² Segelfläche während<br />

der Saison mit Gästen auf der Ostsee.<br />

SUNTHORICE verfügt noch heute über die<br />

Feuerschiff-typische Bugankerklüse und<br />

kann damit ihre Vergangenheit nicht verleugnen.<br />

Auch auf der MINERVA, als Gaffelschoner<br />

getakelt, konnten Gäste ganz nach<br />

Belieben kürzere oder längere Törns buchen.<br />

Das ging <strong>von</strong> der Paradefahrt über<br />

die Regattafahrt bis zum siebenstündigen<br />

Langtörn, und andere Segler wie die Galeasse<br />

PIROLA boten ihren Gästen Ausfahrten<br />

vom frühen Abend bis nach Mitternacht,<br />

um das Eröffnungsfeuerwerk <strong>von</strong><br />

See aus genießen zu können. Dieses dreißigminütige<br />

Höhen-Feuerwerk mit 3.000<br />

Schüssen war allein schon den Besuch bei<br />

den NAUTICS wert.<br />

Weitere Segelschiffe waren die Colin-Archer-Yacht<br />

JANA, das Zeesenboot FOR-<br />

TUNA, die Flensburger Ketsch RYVAR, die<br />

Barkentine LOTH LOREN und viele andere.<br />

Für einen Farbtupfer sorgte die Fregatte<br />

SHTANDART. Dieses im Jahr 1999 nachgebaute<br />

Schiff Peters des Großen war auch<br />

ein in Flensburg schon mehrfach begrüßter<br />

Gast.<br />

SHTANDART hatte es auch übernommen,<br />

durch den Innenhafen zu segeln, und dabei<br />

aus alten Vorderladerkanonen Salut zu<br />

schießen.<br />

Die größte Attraktion war sowohl für Sehleute<br />

wie für Seeleute der russische Großsegler<br />

KRUSENSTERN, der mit seinen gut 55<br />

Meter hohen Masten die Kulisse am Ostufer<br />

dominierte. Die KRUSENSTERN ex PA-<br />

DUA, erbaut im Jahre 1926 bei Tecklenburg<br />

in Wesermünde für die Reederei Laisz, ist<br />

einer der vier erhaltenen Flying-P-Liner und<br />

da<strong>von</strong> das einzige Schiff, das noch in Fahrt<br />

ist. Die PEKING liegt als Museumsschiff in<br />

New York, die PASSAT in Travemünde und<br />

die POMMERN in Mariehamn, Finnland.<br />

Die KRUSENSTERN ist zwar nicht häufig<br />

in Flensburg, hat hier jedoch unter ihrem<br />

Taufnahmen PADUA 1945 das Kriegsende<br />

erlebt.<br />

Der Rettungskreuzer HANNES GLOGNER<br />

der DGzRS rundete das Bild auf dem Wasser<br />

ab.<br />

Die Fregatte SHTANDART segelt durch<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 53<br />

den Innenhafen und feuert als Salut<br />

ihre Vorderladerkanonen ab


Museumswerft, hier werden Schiffe nach<br />

alten Plänen repariert oder neu gebaut<br />

Rettungsübung mit einem Marinehubschrauber<br />

und einem Seenotkreuzer der DGzRS<br />

Der Museumshafen Flensburg<br />

mit der Sammlung segelnder<br />

Arbeitsschiffe<br />

Wenn es eng wird, muss man im Päckchen liegen<br />

Die DAGMAR AAEN <strong>von</strong> Polarforscher<br />

Arved Fuchs<br />

Bild unten:<br />

Nachbau eines Spants<br />

mit Ziegelladung, ausgestellt<br />

im Flensburger<br />

Schifffahrtsmuseum<br />

Am Rumpf der Fregatte JYLLAND<br />

kann man noch deutlich viele der<br />

1.863 Kupferplatten sehen<br />

Alle teilnehmenden Schiffe präsentierten<br />

sich bestens gepflegt, und weder der BO-<br />

DIL <strong>von</strong> 1924 noch der FULVIA AF AN-<br />

HOLD mit dem Baujahr 1898 (!) sah man ihr<br />

Alter wirklich an.<br />

Alle am Hafenrand liegenden maritimen<br />

Einrichtungen waren in die Veranstaltung<br />

eingebunden. Da lag das 2011 völlig neu gestaltete<br />

Schifffahrtsmuseum (Neueröffung<br />

war im März 2012) in Steinwurfentfernung<br />

zur Museumswerft, in der nach handwerklich<br />

alter Tradition hölzerne Segelschiffe und<br />

Boote repariert, aber auch vollkommen neu<br />

angefertigt werden.<br />

Die Bandbreite reicht vom nachgebauten<br />

Wikingerschiff bis hin zur »Danske Jagd«.<br />

Mit Segelschiffen dieses Typs wurden bis<br />

vor gut 100 Jahren die Steine der mehr als<br />

hundert Ziegeleien an der Flensburger Förde<br />

in den ganzen Ostseeraum verschifft, in<br />

Einzelfällen gelangten die Ziegel als Ballast<br />

auch bis Westindien, wenn Flensburger<br />

Segelschiffe unterwegs waren, um dort<br />

Zucker oder Rum zu holen. Zu der Zeit war<br />

Flensburg der wichtigste Hafen im Ostseebereich,<br />

und lag in seiner Bedeutung sogar<br />

noch vor Kopenhagen.<br />

Manche dieser robusten Segler waren sicher<br />

auch mit Erzeugnissen der nahe gelegenen<br />

Kupfer- und Messingfabrik unterwegs.<br />

Diese war einst vom dänischen König<br />

Christian IV. gegründet worden, und produzierte<br />

schon im Jahre 1633 Kupferbleche für<br />

die Dächer der Königsschlösser. Der Bezug<br />

zur Seefahrt war dem Werk dadurch gegeben,<br />

dass die Bauwerften der hölzernen<br />

Schiffe große Mengen an Kupferplatten zur<br />

Verkleidung der Schiffsrümpfe als Schutz<br />

vor Bohrmuschelbefall benötigten. Im dänischen<br />

Ebeltoft kann man sich dies im<br />

»Museum Fregatten Jylland« am Rumpf der<br />

hervorragend restaurierten, fast 150 Jahre<br />

alten hölzernen Fregatte ansehen. Für diese<br />

Fregatte produzierte die Kupfermühle<br />

1.863 entsprechende Platten als Schutz, ein<br />

Besuch dort lohnt für jeden Schiffsliebhaber<br />

oder Schiffsmodellbauer auch bei längerer<br />

Anreise (Flensburg–Ebeltoft in DK ca. 250<br />

km) Die Kupfermühle hat ihren Betrieb erst<br />

im Jahre 1955 eingestellt und lebt jetzt als<br />

sehenswertes privates Museum fort.<br />

Derzeit arbeitet die Museumswerft an einem<br />

1:3-Modell eines Flensburger Westindienfahrers,<br />

das Schiff soll auch in Originalgröße<br />

entstehen, aber da muss der Werftchef<br />

eventuell erst noch reichlich Lotto spielen.<br />

Am derzeit wachsenden 1:3-Modell kann<br />

man aber schon sehr beeindruckend erkennen,<br />

wie der Westindienfahrer einmal aussehen<br />

wird.<br />

Zehn Meter neben der Museumswerft liegt<br />

die Steganlage des 1979 gegründeten<br />

Museumshafens. Hier kann man segelnde<br />

Berufsfahrzeuge besichtigen, die teilweise<br />

mehr als einhundert Jahre alt sind.<br />

Dies ist auch der Liegeplatz der DAGMAR<br />

AAEN, des Haikutters des bekannten Abenteurers<br />

und Polarforschers Arved Fuchs.<br />

Neubau eines Westindienfahrers im Maßstab 1:3<br />

54 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Historischer dänischer Fischkutter in<br />

typischer lichtblauer Farbgebung<br />

Ein Colin Archer<br />

Ein weiteres Schiff aus dem Bestand<br />

des Museumshafens, die Schiffe<br />

haben private Eigner<br />

Salondampfer ALEXANDRA, Baujahr 1908<br />

Der südlichste Punkt der Flensburger Förde<br />

ist erreicht, wenn man an der Sammlung der<br />

historischen Yachten vorbeigekommen ist.<br />

Dabei ist der Begriff Yachten nicht zu eng zu<br />

fassen, handelt es sich neben Segelschiffen<br />

mit berühmten Rumpfzeichnungen bei<br />

dieser Sammlung doch auch um die eine<br />

oder andere Motorbarkasse oder sogar um<br />

einen historischen dänischen Fischkutter<br />

aus den 1940er-Jahren in der für Dänemark<br />

typischen lichtblauen Bemalung.<br />

Die vier Einheiten Schifffahrtsmuseum, Museumshafen,<br />

Salondampfer ALEXANDRA<br />

und die Sammlung historischer Yachten sind<br />

die ersten Perlen in einer Kette, die derzeit<br />

den im Aufbau befindlichen »Historischen<br />

Hafen Flensburg« bilden. Dazu gehört<br />

auch das kleine Motorfrachtschiff GESINE<br />

des Baujahres 1928,<br />

das seinen festen Liegeplatz<br />

neben dem<br />

altehrwürdigen Salondampfer<br />

ALEXANDRA<br />

hat. Auf diesem traditionsreichen<br />

Schiff<br />

fand am Sonntag ein<br />

plattdeutscher Gottesdienst<br />

statt.<br />

In Flensburg kommen<br />

folglich Schiffsmodellbauer<br />

auf ihre Kosten.<br />

Neben der Kieler Woche,<br />

der Travemünder Woche und den Rostocker<br />

Hafentagen sind die NAUTICS in<br />

Flensburg die vierte Großveranstaltung an<br />

der Ostseeküste mit maritimen Bezug. Man<br />

würde sich wünschen, dass diese NAUTICS<br />

wie die genannten anderen Hafenfeste zu<br />

einem jährlich wiederkehrenden Event werden<br />

würden, verdient hätte es dieses Familienfest<br />

allemal.<br />

Verkehrsboote der Marineschule Mürwik setzten<br />

die Besucher über den Hafen. Das Fahrgeld für die<br />

Passage spendete die Marine der DGzRS<br />

Maritime Händler boten<br />

vielfältige Waren an<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 55


Motorschiffe<br />

Chris König<br />

Unbemanntes Feuerschiff<br />

FOXTROT 3<br />

D<br />

ie durchschnittliche Lebenserwartung<br />

eines Feuerschiffes<br />

beträgt im Schnitt<br />

knapp 30 Jahre. Im Regelfall<br />

werden die schwimmenden Seezeichen<br />

aber bereits vorher ausgewechselt oder<br />

entsprechend modernisiert, um eine Verlängerung<br />

der Einsatzzeit zu realisieren.<br />

Nachdem die britische Seezeichenbehörde<br />

Trinity House Mitte der 1950er-Jahre bei<br />

Philip & Son in Dartmouth, De<strong>von</strong>/England,<br />

eine ganze Serie typgleicher Feuerschiffe<br />

bestellt hatte, stand sie Ende der 1970er-<br />

Jahre vor einer schwierigen Entscheidung:<br />

Aus Gründen der Kostenersparnis gab man<br />

zu dieser Zeit vollautomatischen, unbemannten<br />

Großtonnen den Vorzug gegenüber<br />

bemannten Feuerschiffen. Gleichzeitig<br />

belastete aber eine schwere Wirtschaftskrise<br />

den britischen Staat, so dass teure<br />

Neubauprojekte nach Möglichkeit vermieden<br />

werden sollten. Als Mittelweg bot es<br />

sich an, bereits vorhandene Seezeichen zu<br />

automatisieren. Ein gutes Beispiel für einen<br />

derartigen Umbau lieferte das im Januar<br />

1953 bestellte Light Vessel LV 17. Von Philip<br />

& Son als Bau-Nummer 1262 gefertigt,<br />

war das Feuerschiff LV 17 über alles 41,80<br />

m lang (36,45 m pp), 7,62 m breit und 4,57<br />

m tiefgehend. Am 11. Oktober 1954 lief das<br />

Schiff vom Stapel; sein genieteter Stahl-<br />

Rumpf galt als besonders widerstandsfähig.<br />

Am 08. Januar 1955 erfolgte die Abnahme<br />

des unmotorisierten LVs. Das Schiff musste<br />

folglich zu seiner Station geschleppt werden<br />

und konnte sich im Gefahrenfall nicht selbst<br />

in Sicherheit bringen. In Großbritannien waren<br />

die Feuerschiffe durchgehend nummeriert,<br />

wurden aber mit ihrem Stationsnamen<br />

angesprochen. So diente das bemannte LV<br />

17 auf den Stationen „Seven Stones“ und<br />

„South Goodwin“.<br />

Am 29. Juli 1962 kollidierte der russische<br />

Frachter „Ustilug“ (ca 5.000 t) mit dem Feuerschiff,<br />

das die Havarie knapp überlebte.<br />

Sieben Jahre später, am 11. März 1969,<br />

übersah die Brückenbesatzung des liberianischen<br />

36.000-Tonnen-Tankers „Athenic“<br />

die LV 17 auf der Station South Goodwin,<br />

und fügte ihr schwere Schäden zu. Derartige<br />

56 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Auch ein interessantes Vorbild: Ein in holland als radiostation<br />

genutztes, ehemaliges englisches Feuerschiff<br />

Unfälle gab es oft, schwerstes<br />

Wetter forderte oft seinen Preis.<br />

Ein bemanntes Feuerschiff muss<br />

folglich allen Wettern gewachsen<br />

sein und konnte sich dem Schicksal<br />

oft nicht entziehen. Neben der<br />

Kosteneinsparung war folglich<br />

auch die Abwehr <strong>von</strong> Gefahren<br />

für die Feuerschiffs-Besatzungen<br />

ein ewiger Wunsch der Befürworter<br />

der Automatisierung.<br />

In den späten 1970er-Jahren<br />

entschied man sich daher, das<br />

Feuerschiff LV 17 zu einem<br />

sogenannten „automatic light<br />

float“ umzubauen. Anstelle des<br />

achteren Mastes trat ein Arbeitsdeck<br />

für die Versorgung aus der<br />

Luft, die Signaltechnik an Bord<br />

wurde umfangreich modernisiert.<br />

Ab 1980 präsentierte sich LV 17<br />

dann als unbemanntes Feuerschiff.<br />

Ende der 1990er-Jahre stand<br />

erneut die Frage im Raum, ob<br />

eine Verlängerung der Einsatzzeit möglich<br />

sei. War 1980 lediglich ein Arbeitsdeck<br />

als deutlich sichtbares äußeres Zeichen<br />

hinzugekommen, so mussten nun<br />

drastischere Wege beschritten werden.<br />

Während der Rumpf und die Aufbauten<br />

bis zum Bootsdeck unverändert blieben,<br />

fielen der verbliebene Mast und die Brücke<br />

den Schneidbrennern zum Opfer. Auch auf<br />

Rettungsboote konnte logischerweise verzichtet<br />

werden – vom Charme eines Trinity<br />

House-Feuerschiffes blieb einzig der Laternenmast<br />

erhalten. Der ab März 2001 in East<br />

Cowes durchgeführten Nachrüstung mit<br />

Solarzellen folgte in 2003 die Auslegung auf<br />

Für Vortrieb sorgen Motor und Elektronik<br />

aus einem standardservo<br />

Unmaßstäblich, aber sinnvoll: kleiner<br />

Dreiblattprop und steuerruder<br />

der Station „Foxtrot 3“, etwas später dann<br />

wieder auf einer „Goodwin“-Position, wo es<br />

m. E. auch heute noch liegt.<br />

Modellbau<br />

Aus dem Feuerschiff-Bausatz LV 17 „South<br />

Goodwin“ im Maßstab 1:110 <strong>von</strong> Revell entstand<br />

die Ausführung FOXTROT 3 im Bauzustand<br />

Mitte der 1980er-Jahre. Der Umbau<br />

beinhaltete das Dichtsetzen der Ankerklüsen,<br />

um Wassereinbrüchen vorzubeugen,<br />

die Nachrüstung mit einem Antriebsmotor<br />

nebst beweglichem Ruder, das Anfertigen<br />

eines Arbeitsdecks für die Versorgung aus<br />

der Luft und das Nachrüsten einer entsprechend<br />

kräftigen Beleuchtung des Laternenmastes.<br />

Beim Antrieb sollte zunächst ein<br />

Graupner 260 Speed Verwendung finden,<br />

aber dieses Motörchen erschien mir als<br />

zu groß. Ein Motor nebst Steuerelektronik<br />

aus einem geschlachteten Standardservo<br />

war eine kostengünstige Alternative;<br />

die gesparten Ausgaben für einen kleinen<br />

Drehzahlsteller flossen in die Anschaffung<br />

Der Laternenmast prädestiniert sich für<br />

eine „echte“ Beleuchtung<br />

FOXTrOT 3 auf station<br />

des Graupner Servo-Winzlings C 261. Die<br />

Federstahl-Verbindung zwischen Servo und<br />

Ruderanlenkung wurde über das achtere<br />

Deck gelegt, wo sie dank des aufgesetzten<br />

Arbeitsdecks quasi unsichtbar ist. Auf jeder<br />

Bootsseite konnten nun je zwei 1,5-V-Trockenbatterien<br />

schwerpunktgünstig sehr tief<br />

im Rumpf platziert werden. Die vier Batterien<br />

versorgen Antrieb, Empfänger und die<br />

Laterne mit Strom. Das Deckshaus und das<br />

Arbeitsdeck sind abnehmbar gestaltet worden,<br />

um den Zugang zu den Einbauten im<br />

Rumpf zu vereinfachen.<br />

Im Wasser sind nur kurze Fahr-Schübe<br />

nötig, um das Modell vom Ufer weg und<br />

„auf Position“ zu bringen. Die Laterne wird<br />

über eine kleine Schaltung zum Blinken gebracht.<br />

Sollte ein anderes Modell gefährlich<br />

nahe kommen, hilft ein beherzter Ausschlag<br />

am Sender, und die FOXTROT 3 macht einen<br />

kleinen Satz nach vorn. Dank hohem<br />

Schanzkleid und dicht gesetzten Klüsen<br />

ist das Modell gegenüber Wellen relativ<br />

unempfindlich, insofern man bei einem derart<br />

kleinen Modell denn <strong>von</strong> unempfindlich<br />

sprechen kann.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012<br />

57


RUBRIKEN<br />

kurz & fündig<br />

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der in fast jedem Heft zu finden ist. Bitte auf jeden Fall deutlich und unmissverständlich<br />

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erforderliche Zwischenräume = jeweils 1 Anschlag).<br />

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5. Februar).<br />

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58 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


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<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 63


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<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 65


Motorschiffe<br />

SERIE: FISCHEREISCHIFFE DER DDR<br />

I<br />

n der Artikelreihe über die Fischereischiffe<br />

der DDR müsste der Gefriertrawler-Seiner<br />

vom Typ ATLANTIK 333<br />

chronologisch gesehen am Ende der<br />

Serie stehen. Da jedoch die Schiffstypen in<br />

dieser Serie nach der Größe geordnet sind,<br />

erhielt er seinen Platz nach dem Seitentrawler<br />

Typ I bis III.<br />

Das Typschiff der Reihe Gefriertrawler-Seiner<br />

ATLANTIK 333 (im Weiteren abgekürzt<br />

als GTS 333) mit Namen ORLYONOK (Bild<br />

1) wurde am 10. November 1981 <strong>von</strong> der<br />

Volkswerft Stralsund an den sowjetischen<br />

Auftraggeber übergeben. Die ORLYONOK<br />

hatte es dann auch Wolfgang Horbens<br />

aus Cottbus angetan, denn er baute sie<br />

als ferngesteuertes Modell (Bild 2) in exzellenter<br />

Qualität. Das Original und dieses<br />

Modell werden somit Gegenstand des Beitrages<br />

sein.<br />

Dem Bau eines jeden Schiffes, und das gilt<br />

auch für Fischereischiffe, geht eine genaue<br />

Bild 1: Das Original des Typschiffes<br />

GTS 333, die ORLYONOK.<br />

Quelle: Fotofundus J. Eichardt<br />

DR. G. MiEL<br />

Gefriertrawler-Seiner<br />

Typ ATLANTIK 333<br />

Bild 2: Die ORLYONOK als Modell. Quelle: Foto W. Horbens<br />

66 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Bestimmung der Einsatzmöglichkeiten sowie<br />

der technischen und ökonomischen<br />

Parameter voraus. Die Sowjetunion, vom<br />

Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Wiedervereinigung<br />

größter Auftraggeber und<br />

Abnehmer für Fischereischiffe aus DDR-<br />

Produktion, schrieb auch das Pflichtenheft<br />

für den GTS 333. Dem lag die Tatsache zu<br />

Grunde, dass die stark ausgedehnte internationale<br />

Hochseefischerei in den 1970er-<br />

Jahren in fast allen Regionen der Erde zu<br />

einer Überfischung der Bestände geführt<br />

hatte. Internationale Vereinbarungen mussten<br />

dem Einhalt gebieten. Mit der Unterzeichnung<br />

der UN-Seerechtskonvention im<br />

Jahr 1982 beanspruchten alle Küstenländer<br />

einen 200 sm breiten Küstenstreifen als ihre<br />

Wirtschaftszone. In diesem Küstenstreifen<br />

wurden aber bis zu 90 % des Weltfischfangs<br />

eingefahren. Dort durfte also nur noch<br />

mit Genehmigung (Fangquoten) und gegen<br />

Gebühr gefischt werden.<br />

Dem mussten auch die Neubauten an<br />

Fischereischiffen Rechnung tragen. Die<br />

bisher sehr rentabel eingesetzten Fischereischiffe<br />

mit großer Tonnage hatten also<br />

in der alten Form ausgedient. Den neuen<br />

Bedingungen entsprach eher ein kleinerer<br />

Schiffstyp, der aber andererseits auch all<br />

das leisten sollte, was vorher die großen<br />

Fabriktrawler ausgezeichnet hatte. Weniger<br />

Mannschaft auf engerem Raum sowie<br />

hochproduktive Anlagen zum Fangen, Verarbeiten<br />

und Tiefgefrieren standen somit<br />

im Pflichtenheft. Das Ergebnis war der<br />

GTS 333 der Volkswerft Stralsund. Der<br />

neue Schiffstyp war um 40 m kürzer als der<br />

Vorgänger, der ATLANTIK SUPERTRAW-<br />

LER. Die Besatzung betrug nur noch 40<br />

Personen gegenüber dem Vorgänger mit<br />

85 Personen. Die eingebauten Fischverarbeitungs-<br />

und Kühlmaschinen waren höher<br />

automatisiert, leichter und effektiver. Der<br />

GTS 333 konnte im Eis genauso fischen<br />

wie in tropischen Gewässern. Er hatte eine<br />

Autonomie <strong>von</strong> 30 Tagen. Den neuen Bedingungen<br />

gemäß fischte der GTS 333 in<br />

der 200-Meilen-Zone und übergab dann<br />

an Kühl- und Transportschiffe außerhalb<br />

der 200-Meilen-Zone. Diese neue Form<br />

der Flottillenfischerei war das Ergebnis der<br />

neuen Fischereibedingungen auf See.<br />

Die Volkswerft Stralsund baute vom GTS<br />

333 vier Schiffe als Nullserie und übergab<br />

sie an die Sowjetunion. Sie wurden auf den<br />

Basen in Kaliningrad, Klaipeda, Murmansk<br />

und Wladiwostok gründlich erprobt und gelobt.<br />

Danach startete die Serie, die durch<br />

die gründliche Erprobung nochmals verbessert<br />

werden konnte. Bis 1987 wurden insgesamt<br />

134 Stück GTS 333 gebaut und übergeben.<br />

Acht Schiffe da<strong>von</strong> übernahm das<br />

Fischkombinat Rostock. Auf der Leipziger<br />

Frühjahrsmesse war der Schiffsexport ein<br />

fester Posten und immer im Angebot. Der<br />

Modellbauer freute sich über die ausgestellten<br />

Modelle. Die Messemodelle waren der<br />

Stand der Technik, auch international. Das<br />

nutzte auch der Autor, er konnte ungestört<br />

fotografieren (Bilder 3 und 4) und die Werften<br />

um Unterlagen bitten. Für Veröffentlichungen<br />

wurden diese Unterlagen sogar<br />

freigegeben (Bilder 5 und 6). Im Laufe der<br />

Bild 3: Messemodell des GTS 333<br />

Bild 4: Vorführungen mit dem GTS 333 – Modell für<br />

Exportkunden auf der Leipziger Frühjahrsmesse<br />

Zeit sind die damals schon blassen Braunpausen<br />

noch mehr ausgeblichen, dem interessierten<br />

Leser sollen sie jedoch nicht<br />

vorenthalten werden. Diese Originalzeichnungen<br />

bieten dem Modellbauer immer<br />

noch mehr Informationen als die einfache<br />

Planzeichnung in der Fachzeitschrift. Dass<br />

man diesen interessanten Schiffstyp dann<br />

auch im Museum findet (Bild 7), wundert<br />

eigentlich nicht. Gegenstand der weiteren<br />

Ausführungen sollen jedoch die Modelle<br />

des GTS 333 <strong>von</strong> W. Horbens und das Modell<br />

<strong>von</strong> der Leipziger Frühjahrsmesse sein.<br />

Ehe das Schiff im Detail vorgestellt wird,<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 67


Bild 6: Spantenriss.<br />

Quelle: Volkswerft Stralsund<br />

noch ein paar Worte zu seiner Einsatzkonzeption,<br />

da sie die technische Auslegung<br />

des Schiffes ganz wesentlich bestimmte.<br />

Wie schon der Name Gefriertrawler-Seiner<br />

Bild 5: Auszug aus dem Generalplan<br />

nach Werftzeichnung.<br />

Quelle: Volkswerft Stralsund<br />

aussagt, handelt es sich um ein Fabrikschiff,<br />

auf dem der Fang bis zur Feinfrostware verarbeitet<br />

wird. Es sind also entsprechende<br />

Maschinen unter Deck, die den Fisch sortieren,<br />

köpfen, ausnehmen, abziehen oder<br />

entschuppen, filetieren und am Ende frosten.<br />

Der Einsatzbereich reicht <strong>von</strong> den Tropen,<br />

das bedeutet, der Fisch muss nach<br />

dem Fang direkt in Wasserbehältern bei<br />

Temperaturen nahe 0 °C vorgekühlt werden,<br />

über die gemäßigte Zone bis zum Fischen<br />

im Eis. Letzteres erfordert eine Verstärkung<br />

der Außenhaut des Schiffes in bestimmten<br />

Bereichen und erhöhte Stabilitätsanforderungen,<br />

damit das Schiff bei Vereisung nicht<br />

kentert. Bei all dem sollte der GTS 333 das<br />

Fischen mit dem Grundschleppnetz, mit<br />

dem pelagischen Schleppnetz und mit der<br />

Ringwade ermöglichen. „Seiner“ ist die Bezeichnung<br />

für ein Fischereischiff, das mit<br />

der Ringwade arbeitet.<br />

Das Grundschleppnetz ist ein sehr robustes<br />

Netz mit dicken Netzfäden, das über den<br />

Meeresgrund gezogen wird. Es hat einen<br />

hohen Schleppwiderstand und ist sehr anfällig<br />

gegen Beschädigungen. Seine Maulöffnung<br />

beträgt in der Höhe bis zu 8 m und<br />

in der Breite bis zu 20 m. Schwere Rollen<br />

am Grundtau, das direkt auf dem Meeresboden<br />

schleift, verringern die Beschädigungsgefahr<br />

und den Schleppwiderstand.<br />

Das pelagische Schleppnetz wird in Meerestiefen<br />

zwischen 1000 und 2000 m im<br />

68 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Bild 7: Museumsmodell des GTS 333<br />

Bild 8: Das Modell <strong>von</strong> W. Horbens bei einer Schwimmprobe.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

Bild 9: Seitenansicht des Modells. Quelle: Foto W. Horbens<br />

Pelagial durch das Wasser gezogen. Die<br />

Schlepphöhe richtet sich nach dem gefangenen<br />

Fisch und seinem Vorkommen und<br />

wird mit der Netzsonde kontrolliert. Das pelagische<br />

Netz hat eine größere Maulöffnung<br />

(Höhe bis 40 m, Breite bis 60 m), die Maschen<br />

sind aus wesentlich dünnerem Garn<br />

geknüpft. Daneben gibt es noch andere Formen<br />

<strong>von</strong> Schleppnetzen, auf die hier nicht<br />

näher eingegangen werden soll. Bliebe als<br />

Letztes das Fischen mit der Ringwade.<br />

Die Ringwade ist eigentlich eine hohe Netzwand<br />

aus feinmaschigem Netz, die um einen<br />

Fischschwarm herumgezogen wird. Die<br />

Netzwand wird an der Oberseite durch die<br />

meist an der Oberfläche schwimmende Bojenleine<br />

begrenzt, an der Unterseite durch<br />

eine mit Gewichten beschwerte Leine,<br />

Buntbaum genannt. Unterhalb der unteren<br />

Leine, die die Ringwade vertikal im Wasser<br />

hält, verläuft die Schnürleine. Zum Aussetzen<br />

der Ringwade wird das Beiboot/Leitboot<br />

genutzt. Das Leitboot hält ein Netzende<br />

fest, während der Seiner mit dem anderen<br />

Netz ende um den georteten Fischschwarm<br />

herumfährt. Ist die Ringwade geschlossen,<br />

wird die untere Schnürleine zugezogen<br />

und danach auch die Bojenleine zum Teil<br />

eingeholt. Der Fisch befindet sich dann in<br />

dem herangezogenen Netz, der Ringwade,<br />

wie in einem großen Netzbeutel und kann<br />

mit dem Kescher oder der Fischpumpe an<br />

Bord geholt werden. Eine andere Variante<br />

besteht im Aufholen des gefüllten Netzes<br />

über die Heckaufschleppe oder über das<br />

steuerbordseitige Schanzkleid, wie ehedem<br />

beim Seitenfänger.<br />

Nimmt man all das zusammen, den Fangbereich,<br />

die Fischverarbeitung und die verschiedenen<br />

Fangtechnologien, so kommt<br />

einem die etwas abgegriffene Bezeichnung<br />

<strong>von</strong> der eierlegenden Wollmilchsau in den<br />

Sinn. Fast so etwas wurde mit dem GTS<br />

333 versucht. Dass dabei die eine oder andere<br />

technische Lösung nicht so optimal<br />

war, dürfte klar sein. Das aber interessiert<br />

den Modellbauer weniger, er freut sich an<br />

seinem schönen Modell, das Zeugnis <strong>von</strong><br />

seinem handwerklich Fleiß und Können<br />

ablegt (Bilder 8 und 9). Die beschriebenen<br />

Fangtechnologien bedingen allein schon<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 69


Bild 10: Generalplan. Quelle: Repro aus Zeitschrift Seewirtschaft, H.3/1982, S. 123<br />

eine erweiterte Ausstattung auf Deck. Man<br />

findet beim GTS 333 auf dem Arbeitsdeck<br />

all die Vorrichtungen wie diverse Winden,<br />

Ladebäume und Kraftblöcke wie beim<br />

Hecktrawler auch. Hinzu kommt nun noch<br />

die Ausrüstung für die Ringwadenfischerei,<br />

wie sie auf Seinern, den dafür speziell entwickelten<br />

Schiffen, vorhanden ist. Da ist als<br />

Erstes eine Seinerwinde, die beim Aussetzen<br />

und Einholen der Ringwade gebraucht<br />

wird und der Schnürleinengalgen. Hinzu<br />

kommt ferner das spezielle Beiboot, Leitboot<br />

genannt, das zum Aussetzen der Ringwade<br />

benötigt wird. Die nähere Betrachtung<br />

der Modelle zeigt dann, wie diese Details<br />

realisiert wurden.<br />

Bei den folgenden Erläuterungen<br />

wird der Generalplan<br />

des GTS 333 zu Grunde gelegt,<br />

wie er in der Zeitschrift<br />

Seewirtschaft H. 3/1982 veröffentlicht<br />

wurde (Bild 10). Die<br />

darauf erkennbaren Details<br />

stellen einen späteren Entwicklungsstand<br />

dar, als die auf<br />

Bild 11: Vorschiff mit Seinerwinde<br />

und Ankerspill.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

dem Generalplan der Werkszeichnung auf<br />

Bild 5. Man erkennt, dass der Typ GTS 333<br />

ein Hecktrawler mit zwei durchlaufenden<br />

Decks und vorn liegendem Deckshaus ist.<br />

Das Deckshaus hat drei Decks, die Brücke<br />

ist eine kombinierte Fahr- und Trawlbrücke.<br />

Von der Trawlbrücke aus werden die Winden<br />

auf dem Arbeitsdeck fernbedient, wegen<br />

der seitlichen Anordnung der beiden<br />

Schornsteine ist eine gute Sicht auf das<br />

Arbeitsdeck gewährleistet. Das Schiff ist mit<br />

zwei Motoren als Antriebsmaschinen ausgerüstet,<br />

die über ein Getriebe auf einen<br />

Verstellpropeller in der Ruderdüse arbeiten.<br />

Der Verstellpropeller ist zwar technisch aufwendiger<br />

und auch wesentlich teurer in der<br />

Herstellung als ein Festpropeller, er bietet<br />

jedoch im Fahrbetrieb erhebliche Vorteile:<br />

Die Maschinen können so konstant im optimalen<br />

Drehzahlbereich gefahren werden,<br />

die unterschiedliche Zugkraft beim Schleppen<br />

des Netzes und bei Freifahrt wird durch<br />

die einstellbare Steigung der Propellerblätter<br />

realisiert. Ebenso kann mit dem<br />

Verstellpropeller recht einfach <strong>von</strong> Vor- auf<br />

Rückwärtsfahrt umgesteuert werden, das<br />

erspart umsteuerbare Antriebsmaschinen.<br />

Am Generalplan auf Bild 10 ist deutlich erkennbar,<br />

dass beim Entwurf des Schiffes<br />

zur Erzielung der nötigen Stabilität und<br />

Tragfähigkeit ein recht gedrungener Rumpf<br />

entstanden ist. In umfangreichen Schleppkanalversuchen<br />

(Widerstandsund<br />

Seegangsversuche) wurde<br />

diese Rumpfform optimiert,<br />

was sich letztendlich dann auch<br />

in der Praxis bestätigte. Die<br />

große Anzahl schwerer Maschinen<br />

(Winden) an Deck und<br />

die hohen Aufbauten erfordern<br />

zur Gewährleistung der Stabilität<br />

auch unter ungünstigen<br />

Bedingungen auf See, dass<br />

alle Verarbeitungsmaschinen<br />

auf dem unteren Deck installiert<br />

werden.<br />

70 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Bild 12: Das Vorschiff auf dem<br />

Messemodell<br />

Übrigens auch ein Gesichtspunkt für den<br />

Modellnachbau: Ein schwimmstabiles Modell<br />

erhält man nur mit leichten Aufbauten.<br />

Krängt das Modell bei den Probefahrten,<br />

hilft nur eines: Blei im Kiel einbauen. Bliebe<br />

an der Stelle noch der Hinweis, dass das<br />

Hauptdeck ab der Schiffsmitte einen geraden<br />

Sprung (Neigung in Längsrichtung) und<br />

über die gesamte Länge eine Kreisbucht<br />

(Wölbung quer zur Längsachse) aufweist.<br />

Auf dem Vorschiff (Bilder 11 und 12) erkennt<br />

man die beiden Ankerverholspills. Mit ihnen<br />

werden am Original zwei Flächenanker mit<br />

je 1200 kg Gewicht über je 425 m lange<br />

Ankerketten bewegt. Beide Spills werden<br />

auch für Verholarbeiten genutzt. Ferner sind<br />

auf dem Vorderdeck noch die Seinerwinde<br />

und an der Steuerbordseite der Schnürleinengalgen<br />

für die Ringwade montiert. Die<br />

Seinerwinde ist eine Dreitrommelwinde.<br />

Das sind eine Schnürleinentrommel mit<br />

1000 m (22,5 mm Ø) und die zweite mit<br />

2000 m Leine (22,5 mm Ø) sowie eine Sehnentrommel<br />

für 850 m Leine (11 mm Ø). Ist<br />

die Ringwade geschnürt/zugezogen, liegt<br />

sie steuerbord längsseits. Der Fang kann<br />

nun mit der Fischpumpe oder dem Kescher<br />

an Bord genommen werden. Um das über<br />

die Bordwand hieven des Netzes zu erleichtern,<br />

sind hinter dem Schanzkleid mehrere<br />

hydraulisch angetriebene Rollen montiert<br />

(Bild 13). Die schwarzen Rollen sind am unteren<br />

Bildrand gut zu erkennen. Der blaue<br />

Kegel hinter den Rollen ist die Fischpumpe,<br />

mit der kleine Schwarmfische aus der Ringwade<br />

an Bord genommen werden. Oberhalb<br />

der Fischpumpe steht dort, wo sich auf<br />

Kuttern sonst die Kurrleinenwinde befindet,<br />

die Mehrtrommel-Hilfswinde (Bild 14). Sie<br />

trägt eine Kombination <strong>von</strong> 10 Trommeln<br />

und einen Bb.- und Stb.-Antriebssatz. Die<br />

Trommeln verteilen sich auf vier Jagertrommeln,<br />

zwei für pelagische Netze und zwei<br />

für Grundschleppnetze, zwei Beihievertrommeln<br />

zum Beiholen des Netzes, zwei Gientrommeln<br />

zum an Deck hieven des Steerts<br />

und zwei Kipptrommeln zum Auskippen des<br />

Steerts.<br />

Auf Bild 15 erkennt man am oberen Bildrand<br />

das Leitboot, das zum Aussetzen der<br />

Ringwade benötigt wird. Das Leitboot auf<br />

dem Messemodell ist noch ein GfK-Boot mit<br />

Spiegel für den Außenbordmotor, ähnlich<br />

den Rettungsbooten. Auf Bild 16 ist dann<br />

schon die modernere Ausführung mit Innenbordmotor<br />

zu sehen, es wird auch als<br />

Fischereihilfsboot bezeichnet. Es ist am<br />

Original 6,80 m lang und 2,50 m breit. Der<br />

Dieselmotor hat eine Leistung <strong>von</strong> 68,5 kW<br />

und Kraftstoff für fünf Stunden Betriebsdauer.<br />

Ausgesetzt und eingeholt wird das Leitboot<br />

mit Hilfe einer besonderen Aussetzvorrichtung,<br />

hier könnte man schon besser<br />

Schwenkkran oder Schwenkgalgen sagen.<br />

Bild 13: Hilfswinde und<br />

Schanzkleidrollen auf<br />

dem Modell.<br />

Quelle: Foto<br />

W. Horbens<br />

Bild 14: Steuerbordseite des Messemodells<br />

Bild 16: Das Leitboot auf dem Modell <strong>von</strong><br />

W. Horbens. Quelle: Foto W. Horbens<br />

Bild 15: Das Leitboot auf dem Messemodell<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 71


Bild 17: Achterschiff mit<br />

Traverse über der Heckaufschleppe,<br />

Portalmast und<br />

Ringwadenkoje.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

Bild 19: Ruder mit Kortdüse und<br />

Querstrahlruder<br />

Bild 18: Netzwanne auf dem Arbeitsdeck. Quelle: Foto W. Horbens<br />

so auf Deck ausgelegt werden, dass es<br />

beim Umfahren des Fischschwarms <strong>von</strong><br />

selbst über das Schanzkleid ins Wasser<br />

gleitet. Auf dem GTS 333 kann die Ringwade<br />

Abmessungen bis zu 200 m Höhe<br />

und 1200 m Breite erreichen. Nach dem<br />

Leeren der geschnürten Ringwade lagert<br />

man sie in einer Netzkoje an Deck,<br />

so dass das Aussetzen für den nächsten<br />

Fang direkt aus der Netzkoje heraus erfolgen<br />

kann. Diese Netzkoje wird an der<br />

Steuerbordseite hinter dem Heckportal<br />

zwischen Schanzkleid und Heckaufschleppe<br />

eingerichtet. Zu diesem Zweck ist das<br />

auf Bild 17 sichtbare Scherbrett anderweitig<br />

an Deck zu stauen. Eine ähnliche Netzwanne<br />

zum Stauen des Schleppnetzes<br />

befindet sich auch auf der Backbordseite<br />

(Bild 18). Das Aussetzen und Einholen der<br />

Ringwade erfolgt unter Anwendung <strong>von</strong><br />

Kraftblöcken und des am Heckportal an<br />

der Steuerbord-Seite angeschlagenen Ladebaums.<br />

Damit sich die Ringwade nicht<br />

in der Schiffsschraube verfängt, wird das<br />

Schiff mit dem Querstrahlruder (Bild 19)<br />

Bild 21: Spiegel und Heckaufschleppe,<br />

Backbordseite.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

Da das Leitboot leicht und unkompliziert zu<br />

Wasser gelassen werden kann, ist es auch<br />

als Rettungsboot oder Bereitschaftsboot für<br />

andere Aufgaben geeignet.<br />

Mit dem GTS 333 kann immer nur nach<br />

einer Methode gefischt werden. Für das<br />

Fischen mit der Ringwade wird das Schiff<br />

entsprechend vorbereitet. Das Netz muss<br />

Bild 20: Kurrleinenwinde.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

72 <strong>SchiffsModell</strong> 10/2012


Bild 22: Blick auf das Arbeitsdeck des Modells.<br />

Quelle: Foto W. Horbens<br />

Bild 23: Das Deckshaus, Steuerbordseite.<br />

Quelle. Foto W. Horbens<br />

am Heck beim Aussetzen und Einholen<br />

immer entsprechend auf Kurs und frei vom<br />

Netz gehalten. Auf Bild 19 ist noch ein<br />

weiteres interessantes Detail erkennbar,<br />

das Düsenruder, nach dem Erfinder auch<br />

Kortdüse genannt. Die am GTS 333 angebrachte<br />

Propellerdüse ist um die vertikale<br />

Achse drehbar und am Auslauf der Düse<br />

mit dem Flächenruder verbunden. Durch<br />

diese Kombination erzielt man gleich zwei<br />

Vorteile. Einmal steigert die Kortdüse die<br />

Zugkraft beim Schleppbetrieb um bis zu 30<br />

% bei gleicher Antriebsleistung, was sich<br />

vor allem beim Schleppen <strong>von</strong> schweren<br />

Grundschleppnetzen und großen pelagischen<br />

Netzen auf die Wirtschaftlichkeit<br />

des Schiffsbetriebs positiv auswirkt. Zum<br />

anderen erhöht das Düsenruder die Manövrierfähigkeit<br />

des Schiffes erheblich, das<br />

ist vor allem bei Langsamfahrt und auf engem<br />

Raum ein großer Vorteil. Zusammen<br />

mit dem Verstellpropeller ist diese Kombination<br />

die technisch optimale Lösung für<br />

die Kombination <strong>von</strong> Trawler und Seiner.<br />

Natürlich hat ein ferngesteuertes Modell<br />

vergleichbar gute Manövriereigenschaften,<br />

wobei dort noch die gute Ruderfolgsamkeit<br />

bei Rückwärtsfahrt hinzukommt. Letztere<br />

spielt ja gerade bei der Rückwärtsfahrpassage<br />

auf dem NAVIGA-Kurs eine Rolle.<br />

War auf den Kuttern und Loggern die<br />

Kurrleinenwinde hinter dem Deckshaus<br />

positioniert, so hat sie auf dem GTS 333<br />

einen anderen Platz erhalten. Sie ist gewissermaßen<br />

geteilt in zwei Eintrommel-<br />

Kurrleinenwinden, die je 2200 m Drahtseil<br />

(26,5 mm Ø) fassen und sich jeweils<br />

backbords und steuerbords direkt vor dem<br />

Heckportal (Bild 20) befinden. Die Kurrleinen<br />

werden dann direkt durch die Klüsen<br />

im Spiegel geführt. Die Wallschienen am<br />

Spiegel schützen diesen vor Beschädigungen<br />

bei hochgezogenen und gezurrten<br />

Scherbrettern. Um den Scherbrettwechsel<br />

<strong>von</strong> Grundschleppnetz zu pelagischem<br />

Schleppnetz und umgekehrt zu erleichtern,<br />

sind oberhalb und seitlich vom Heckportal<br />

zwei Scherbrettgalgen angebracht (Bild<br />

21). Jeder Galgen dient gleichzeitig der<br />

Zurrung des angeschäkelten Scherbretts.<br />

Auf der Traverse direkt über der Aufschleppe<br />

befindet sich ferner die Winde für das<br />

Netzsondenkabel. Mit der Netzsonde können<br />

die Schlepphöhe des pelagischen<br />

Netzes und die korrekte Öffnung des Netzmauls<br />

kontrolliert werden.<br />

Der Blick auf das Arbeitsdeck des Modells<br />

(Bild 22) macht eigentlich das deutlich,<br />

was eingangs gesagt wurde: Die Längenbegrenzung<br />

für das Schiff auf rund 62 m<br />

sorgt für Platzmangel im ganzen Schiff,<br />

der vor allem auf dem Arbeitsdeck sicher<br />

so manche Arbeit erschwerte. Die kleine<br />

Winde direkt hinter dem Schornstein auf<br />

der Backbordseite ist die Fischmehlwinde.<br />

Sie dient zum Entladen des Fischmehlbunkers<br />

und bei sonstigen Be- und Entladearbeiten<br />

bei Übergaben auf See. Ansonsten<br />

lässt das Bild auch erkennen, wie viel<br />

Arbeit und Ausdauer des Modellbauers in<br />

diesem Modell steckt.<br />

Das Deckshaus verfügt über drei Decks<br />

(Bild 23). Auf dem Brückendeck befinden<br />

sich die Kommandobrücke und der Steuerstand<br />

mit Blick nach achtern für die Winden<br />

auf dem Arbeitsdeck. Das oberste Deck ist<br />

das Peildeck. Auf dem Brückendeck findet<br />

man dann auch die Rettungsmittel, auf<br />

jeder Seite zwei automatisch aufblasbare<br />

Rettungsinseln für je 20 Mann. Die beiden<br />

Drehdavits auf dem Brückendeck erlauben<br />

außerdem das Aussetzen der voll besetzten<br />

Rettungsinseln. Das Ausschwenken<br />

der Drehdavits erfolgt hydraulisch. Ferner<br />

befinden sich an Bord noch die vorgeschriebene<br />

Anzahl Schwimmwesten und<br />

Rettungsringe. Der Mast des GTS 333<br />

trägt dann vor allem die nautischen Lichter,<br />

die Funkantennen und zwei Radarbalken<br />

Technische Daten<br />

(Nach [1] Sonderdruck aus der<br />

Zeitschrift Seewirtschaft)<br />

Länge ü. a.<br />

Breite<br />

Tiefgang<br />

Tragfähigkeit<br />

Antriebsleistung<br />

Geschwindigkeit<br />

Aktionsdauer<br />

Aktionsbereich<br />

62,20 m<br />

13,80 m<br />

4,80 m<br />

653 t<br />

2 x 882 kW<br />

12,5 kn<br />

30 Tage<br />

unbegrenzt<br />

Bild 24: Der Mast . Quelle: Foto W. Horbens<br />

Bild 25: Schornsteinmarke für sowjetische<br />

Fischereischiffe. Quelle: Foto W. Horbens<br />

(Bild 24). Am Schluss noch ein Bild, das<br />

für alle <strong>von</strong> der DDR an die Sowjetunion<br />

gelieferten Fischereischiffe typisch ist:<br />

der schwarze Schornstein mit der roten<br />

Schornsteinmarke mit Hammer und Sichel<br />

(Bild 25).<br />

Der Autor möchte ganz herzlich Herrn Wolfgang<br />

Horbens aus Cottbus danken, er trug<br />

mit den Fotos <strong>von</strong> seinem meisterlich gebauten<br />

Modell ORLYONOK ganz wesentlich<br />

dazu bei, Farbe und Modellbauqualität in<br />

diesen Beitrag zu bringen.<br />

Zum Original wäre abschließend noch<br />

zu sagen, dass neben der für die Sowjetunion<br />

gebauten Serie in den Jahren 1986<br />

und 1987 auch sieben Schiffe in modifizierter<br />

Ausführung an das Fischkombinat<br />

Rostock übergeben wurden. Einige dieser<br />

Schiffe überstanden dann auch die Wiedervereinigung<br />

und wurden <strong>von</strong> der Mecklenburger<br />

Hochseefischerei GmbH weiter<br />

betrieben.<br />

Benutzte Literatur<br />

[1] Sonderdruck aus der Zeitschrift Seewirtschaft,<br />

H. 3/1982, S. 120–147<br />

[2] D. Strobel/W.-H. Hahlbeck: Hiev up – So war<br />

die Hochseefischerei der DDR, Koehlers Verlagsgesellschaft,<br />

Hamburg, 1997<br />

[3] D. Strobel/W. Ortlieb: Volkswerft Stralsund<br />

1948–1998 Koehlers Verlagsgesellschaft,<br />

Hamburg, 1998<br />

[4] D. Strobel/G. Dame: Schiffbau zwischen Elbe<br />

und Oder Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford,<br />

1993<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 10/2012 Besatzung<br />

40 Personen<br />

73


Demnächst in der<br />

Forschungsschiff METEOR<br />

... und noch vieles andere mehr!<br />

Aus aktuellem Anlass kann es<br />

zur Verschiebung angekündigter<br />

Beiträge kommen.<br />

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Bastler Zentrale . . . . . . 7<br />

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Herausgeber: Ruth Holtzhauer,<br />

Beate Holtzhauer<br />

Redaktion: Hans-Jörg Welz,<br />

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Druck: Gulde-Druck, 72072 Tübingen<br />

<strong>SchiffsModell</strong> erscheint jeweils in der letzten<br />

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