Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

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Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

Nachdruck und Vervielfältigung alls dem Inhalte dieses Heftes ist strengstens verboten.

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Sanatorium Königgrätzerstrasse

Berlin sW., Königgrätzerstr. 105

nahe dem A nh alter Bahnhof.

D as «Sanatorim Königgrätzerstrasse» in der Näh e

des Anhalter und Potsdam er Bahnhofs ist im

Jahre 1900 neu erbaut und mit den all ern euesten

Einri chtungen auf hygienischem Gebiet versehen.

Trotz di eser Lage im Centrum Berlin s wird der

Kranke in kein er Weise vom Lärm und Treiben der

Grossstadt beläs tigt, da das Sa nato rium fern von

d e r S t ras se i m Ga rt e n i n g I' Ö S s t e r Ruh e

geradezu ideal gelegen is t.

Für die Aufnahm e von Kranken und deren Angehörigen

sind 65 mit allen erdenklichen Bequemli

chkeiten versehene, vornehm ausgestattete Zimmer

vorhanden. Daneben enthält das Sanatorium

elegante Gesellschaftsräum e, wie Conversationszimm

er, Damensalon, Billardzimm er, Speisesaal und

die in allen Etagen geschmackvoll eingerichteten

Tageräum e. Im ganzen Hause ist elektrische Beleuchtung

und · Ccntralheizung angeordnet. Den

I

1_. ____ ___ ,

Verkehr im Sanatorium vermittelt neben einem grösseren Fahrstuhl

für Krankenbetten noch ein besonderer Personen-Fahrstuhl.

Von medicinischen Einrichtungen stehen zur Verfügung:

Zwei Operationssäle mit vollständigem chirurgischen I n-

strumentarium, eine Badeabteilung für alle Formen der Wasser- und

Lichtbehandlung, ein Raum für Gymnastik UNd Elektrotherapie sowie

ein voll ständig ausgestattetes Laboratorium.

Es können somit im Sanatorium alle Untersuchungsmethoden

sowie sämmtliche Massnahrnen der inneren und äusseren Medi cin

zur Anwendung komm en.

Die Behandlung der Kranken

wird ganz r b esonders dadurch

unterstützt, dass · der Diätfrage

im Sanatorium eine ganz besondere

Sorgfalt gewidmet wird.

Nicht schablonenmässig sondern

je nach Verordnung des Arztes

wird für di e einzelnen Patienten

besonders gekocht, so dass dementsprechend

Diät-Kuren jeder

Art in zweckmässigster Weise

durchgeführt werden können.

ohne ärztliche Verordnung-nicht verabfolgt werden.

Auf Wunsch werden die einzelnen Bäder von den

Anstaltsärzten geleitet und beaufsichtigt.

Aufnahme in das Sanatorium find en Patienten

aller Art ; ausgenommen von der Aufnahme sind

solche Kranke, die mit einer Geistes- oder Infektionskrankheit

behaftet sind.

An dem Sanatorium sind drei Aerzte tätig, von

denen ei n Arzt Tag und Nacht anwesend ist.

Die ärztliche Leitung liegt in den Händen des

Herrn Dr. med. Pritzel.

Die Preise der Zimmer incl. Verpflegung,

Beleuchtung, Heizung und hausärztlicher Behandlung

schwanken je nach Lage und Grösse

zwi schen 10 un d 25 .;~ M ar k pro Tag.

Für die Badeabteilung sei besonders

bemerkt, dass dieselbe

auch Pati enten zur Verfügung

steht, di e nicht im Sanatorium I

wohn en; jedoch könn en Bäder L._--'-_____________ ,


e.-Sarab Bernbardt

PARIS

schrieb mir i

Herr Leichner I Ich bin sehr glUcklicb,

Ibnen fUr D"e bewundernswerten

Fabrikate (admirables produi ts) danken

zu könoen.

Ich werele mich niemals mehr anelerer

Theaterparfumerien bedienen und

n men von Paris meine Atl fl räge Obermitteln.

'arah Bernbarelt.

Diese glänzende Anerkennu ng ist ein

grosser 'ft-iumpf der Lelchner'scben

Puder und Schminken. Besonders

empfehle :

Leichner's Fettpuder

Leichner's Hermelinpuder

Leichner's Aspasiapuder.

Es sind vorzUgliche Gesichtspu der.

Man sieht nicht, dass mall gepudert

ist, vielmehr erh ält das Gesicht jene

interessante Schönheit, die all e Welt

bewundert.

Ueberall zu haben, aber nu r in verschl

ossenen Dosen. Man verl ange stets:

LEfCHNER.

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Unsere Bildern

HervonagendePel'sönlichkeiten, welche der bl'eiten Öffentlichkeit

angehören, hören im gewissen Sinne auf, ihre eigeneil

H erren zu sein. Oft wenigel' aus Neugier als vielmehr in Folge

eines jedem Menschen innewohnenden Begehrens, sein e bedeutenderenMitmenschen

auch menschlich zu verstehen, dringt

die Welt in die innersten Gemächer und lauscht und betrachtet

und urteilt , .. Deun aus dem Mikrokosmos der Familie

bildet sich das Makrokosmos des Lebeus , .. Iu diesem

Sinne dörfte das Stimmungsbild "Oberbürgermeister

Martin K irschner nebst Gatti n und T öchtern in

seinem H eim" eiue willkommene~Gabe unserer Aprilnummer

sein ; das Bild gewährt einen Blick in das ebenso traute

als elegante I-leim des Oberbürgermeisters und man empfindet,

dass ein Vater, der diese Stimmung eines milden, von fürsorglicher

Liebe gepaarten Ernstes um sich verbleitet, auch

wohl die Eigeuschaften in sich vereinl, ein "Vater" der

tadl zu seiu. - Sieben POl'träts bringen wir auf Seite 6

VOn solchen Pel'sönlichkeiten, die auf den verschiedensten

ebieten des Berliner Lebens in den letzten "Wochen hervorgetreten

sind; als erstes das Bild des bisherigen zum Min i's t e r

delnIl ern ernannten Oberpräsi denten von Brandenburg,

Herrn v. Bethmann-Hollweg. Der Minister steht im

4,9, Lebensjahre und hat seit Oktober 1899 die vVlirde

cines Oberpräsidenten bekleidet ; v. Bethmann-Hollweg ist

der :N'achfolger des kürzlich v ~ rstorbene ll "Fl'eiherrn

von Hammerstein". - Haeckel ist ProfessOl' und gehört

als solcher deI Universität Jena an, aber als Philosoph, als

Geh~hrter ist er Eigentum der ganzen gebildeten und

besonders der denkenden W elt. Seine Studien über

"monistische P hilosophie" , seine Glaubensbekenntnisse der

"l'einell Vernunft" haben schon lange ihren siegreicheu

Einzug in Berlin gehalten, wenn auch nicbt immer gedankenklärend,

so doch stets gedankenanregend, und nun ist auch

vor wenigen Tagen der greise Gelehrte mit seinel' kampfesfrohen

Persönlichkeit 5elbst in die chranJeen getreten, um

mit W affen der Naturwissenschaft die religiöse Offenbarung

zu bekämpfen. Und ler hat Ruhm und Lorbeel' geerntet.

Die drei nächsten Portraits gehören Männern der Kunst

an, die sich nicht auf dem transcendentalen Gebiete des

Gedankens, der Phi.losophie, sondern des Tones, also del'

Musik hervorgethan haben uud h ervortbun. In Al'lh ur

N ickis ch begrüssen wir den neuen Direktor der Leipziger

O per und zugleich den Dirigenten derPhilharmonis c he il

Conc erte, Vor Engelberl Humperdinck machen w il.'

unsere Referenz, dessen neue Oper "Heirat wider Willeil"

im K gl. Opel'nhause roit Erfol g zur Auffllhrung gelangte

undAl ex Z. B i r nbauDl beglückwünscheu wir Zll seillcm

ruhmreichen Debiit am 6. ds. Mts. in del' P hilhar-Dlon i e,

wo er das erste Concert französischel' Musik mit dem

verstärkten philharmonischen Orchester dirigierte. Birnbaum,

am 26. Febr nar 1877 in vVarschau geboren, ein Schiiler

Jos ef Joachims und E ug /me Ysayes, hat seine elsten

Erfolge als Geigel' enungen, AI5 oncertmeister gehiitle er

dem Orch!,!ster der "Hamburger Musikfreunde" und dem

"Boston , ymphony Ol'chestra" an ; er war ausserdelll auch

zwei Jahl'e in Paris, besonders an den »Grands ('(,ncerts

symphoniques" küustlerisch tätig, -

Aus der erwähnten Bildergruppe fällt das Porll'ät einer

Dame ins Auge, die zu den Grössen der Mimenwc:lt g'ehörl,

welcher aber die Nachwelt Kränze flechten wir.!. Maria

Pospischil! Eine Böhmin von Geburt, erst i~ ' späteren

Jahren, nachdem sie sich der Bühnenlaufbahn zugewendet

hatte, elie deutsche , prache sich aneignend, er warb sie siel!

als Heroiue bei uns zu Lande einen ausserordrnllichen Ruf

und mit Stolz nennen und nannten 'i e unsere crsten Thealer

ihr eigen. Unter Direktion ,,.I)rasch" florier l.e sie vel' Jahren

am »Berliner Theater", untel' Lindau f;'astierte sie am

"Meininger Hoftheater" nnd seit einer Rei he VOll Jahren

ist sie der Stern des S tadttheaters in Hamburg. Als

Maria Pospischil vor wenigen Wochen wieder hier in Berlin

als »Medea" und" Sappho" gastierte, verlieh das Publikum in

lebhaftem Beifallklatschen sei:m.er Begeistcruug Ausdruck. -

Dr. Jon Lehm an u, Veifasser des mit Erfolg aufgeführten

Stückes "Augen rechts" ist der Herausgebel' del' Bres lauer

Ze itung. - Karlshorst, ein Zauberwort fül' die Berliuer

portwelt! Das Fr ühjahr ist da ' und die von Pferdeliebhabern,Buchmachcm,

Jobbern, Spielern und W ettspekulanteIl

herbeigesehnte Saison beginnt. Die Mittagszöge in Bedill

~ind iiberflillt, Extraz üge werden eingestellt, und scharenweise,

zur Linken mit dem Feldstecher ausgerö tet, ZU1'

Rechten die kleine in schmucker Seide paradierende

Berlinerin, zieht die Lebewelt hinaus, Einen Tip - ein

Königreich Hir einen Tip! W el' ist del' Favorit?

Wer wird , ieger sein? Der schlanke, aber ausgreifende

v. Tresküws ,,] nchhe"? oder von Tepper-Laskis »MumcJas"?

Wir kehren wieder nach der Metropole zurück, um

einer anderen Al't von Wettrennen uusel'e Aufmerksamkeit

zu schc llkeJl , dem Wettrennen auf dem domenreichen TelTain

der Berliner Bauwelt und der Berlinel' Kunst. Wenn Berlin

bisher eine Kirchenstadt war, so hat es Aussicht, sich nach

ulld nach zu einer Kunststadt umzuwandeln. Was tut es

im Sinne der ausgleichenden Gerechtigkeit? SaO'te doch

schon der Sultan Abdul Medschid auf dem ' Throne hallS

als mall bemerkte, für die Kosten des mit ungewöhnlichel

l'mchl ge3chmückten Theaters könne Dlan zwei Moscheen

barleid "Moscheen giebt es genug, wir haben nur ein

'1'11I,aler! " Da die Konkuuenz das Geschäft hebt" wird aber

allch hoffentlich vom gewel'blichen Standpunkt aus die

nClle »Komische Oper" , welche im Herbst, am 15. Oktober

1U05 unter Leitung Hans Gregors, dem bisherigen

Direktor des Elberfelder Stadttheaters, ihre Pforten öffnet,

Hur nach all en , eiten hin erfolgbdngend und willkommen

sein . . Die Erbauer dieser 1270 Plätze fassenden Kunststätte,

die sowohl in der grotesk-phantastischen Ornamentik deI'

F a ~ade, als auch des Innenraumes einen märchenartigen

Eindruck macht, sind die als hervorragende Archikten bekanutenHerrenl

arl Za Llbel' undLouis Lachmann.- "Le

cabaret est mOl't, vive le cabaret I" so konnte man rufen,

als die Vertl'eter der Brettlkunst vor zwei Jahren aus den

Theatern vertrieben wurden, um in vornehmen R estaurants

eine Stätte, eine bleibende Stätte zu finden. Die besuchtesten,

bekanutesten und kl\nstlerisch obenan stehenden Cabarets

sind: "Das Cabal'e l zum Roland von B edin", "He itere

Nachmitt age ", "Pserhofer" und "Zum Klimperkasten".

Um die Bedeutung des E nsembles auf dem ersten

Bilde zu markieren, genügt es schon, wenn ich auf die kleine

"König" mit ihrem lieblichen, durchgeistigten Gesicht hinweise,

das Schosskind des Ensembles und der Liebling der

Cabaretbesucher. Die "H eiteren Nachmittage" vel'danken

ihre Existenz und ihre Erfolge der als Schrütstell erin

bekannten Frau Neumann-I-IofeL ' Auf dem Bilde

Psel'hofel' sehen wir den berühmten Wienel'­

Kor n a u aus der Schriftstellel'welt Pserhofer selbst' und

Rud olf S chanzer. Die Namen dieser beiden Dichter

blirgen Hh' die literarische Bedeutun g des so überaus beliebten

mitternächtigen Unternehmen. . Gros5e'r, besonders

materieller Erfolge erfreut sich 1).uch das Cabaret "Z um

K limp erkas te n." Herr K lihn e ist ein routinierter

Vor tragskünstl er, wenn er bpispielsweise zu Leo Hellel's

lustigem Gedicht "Abbe tmd Graf" die Hände faltet und

die Stirnfalten frömmelnd nach oben zieht, dann jubelt das

Pl,blikum in sichtlichem Entzücken.

Auf der folgenden Seite' des "Berliner Lebens" begrüssen

wi!' die Natur des Tiergartens, soweit sie sich an der

Strassenseite vor der Alles in Staub und Stein umwandelnden

Gro stadtkultur und Kunst konserviert hat. Es ist

F rühjahr, die Arp.me kommt ;,mit dem, gewiss zum

erslen Mal ausfahrenden Sprössling, mit dessen Mutter und dem

Kinderfräulein und dem Hund und den übrigen drei Kindern

aus dem Hause hervor, Soldaten lassen ihre militärische

Würde ohne Charge 'in der Nähe der dienenden Hausgeisler

prangen und leuchten und die Tiergartenarbeiter, wenn auch

noch ZU!? Teil im Winterpaletot, sonnen sich beim Miltagsbrol.

Kunst und Natur, sei eine~ nur ; im Thiergartenviertel trifft

das nicht immer zu, denn bald fehlt die Kunst und bald die

Natur, an die Theorie jenes Lehl'satzes werden WU' schon

mehr erinnert, wenn wir E man u e 1 Re ich er, unseren

bedeutendsten Jbsenillterpreten im IÜ'eise seiner Familie aufsuchen.

In diesem Heim ist die Kun~t zu Hause - hier

erscheint jeder Gegenstand geheiligt und verklärt dUl'ch den

Sü'ahl, deI von dem sinnigen Blick des !Ginsllers auf die

Umgebung fällt, und das zahlreiche Kinderensemble - beweist

es nicht durch lebendige Grössen, dass hier in dem

,Reicher'schen Heim gleichzeitig neben der Kunst auch die

gesunde Natur zu ihrem R echte gekommen ist? - In Reicher

vereint sich zu einem seltenen Kunstingenium Realismus

und Idealismus der Kunst und des Lebens. - Auf . eite 14-

bringen wir wieder eine Corona von Bühnengrössen aus

Alt-Bedin. An der Spitze sehen wir den am 10. März 1823

geb,ort!nen und nunmehr schon längst wieder VOn dem

chauplatz der die W elt bedeutenden Bl'elter abgetretenen

Theodor Wach tel. Theodor Wachtel, der Unvergessliche I

Sein Postillion erklingt nicht mehr auf der Bühne,

abel' wer Wachtel gehört, der wird auch noch

inder Erinnerung seine Stimme geniessen nnd in dem Gcnusse

ihres Klanges schwelgen.

Gleich wm staud auf der höchsten Höhe der Kunst

Theodor Form es. Es folgt Adele Gran tzow, die

einstige Prima Ballerina unserer Königlichen Oper, die

durch Selbstmord aus dem Leben schied, das ihr so bittere

Enttäuschungen bereitete, obgleich 5ie in ihrel' Kunst an

Erfolgen so reich war. Wer kennt nicht die Namen Marie

und Auguste Taglioni, diese Sterne am Bühnenhimmel?

Und einige Decennien weiter - der jetzigen Generation

noch in dankbarer Ed nnerung Franz Krolop, unser

Buffo mit seinem köstlichen H umor, seine noch vor ihm

dahingeschiedene Gattin Vilma von Voggenhuber und

Heinrich S a l 0 mO ll mit seines Basses Grundgewalt. Alle

nicht mehr unter den Lebenden! H ingegen sind die drei

andel'en Grössell der Sangeskunst, die wir hier im Bilde

bringen, noch in voller Kraft und Frische tätig - allerdings

nicht mehr auf den Brettern aber als hochgeschätzte Lehrer

ihl'er Kun5t. Etelka Gerstel' in Berlin und das Ehepaar

Desu'ee Art6 t und Mariano de Padilla in Paris.

Vor etwa 14 Tagen fand im Berlinel' Theater, wo Kainz

gastierte, die Erstaufführung der Ernst Welisch'schen

Ko m ödie "Das Fes t von St. Matern" statt. Kainz, der

wie immer wenn el' seine alten Berliner besucht, Ruhm einheimst

UJl(i LOl'beeren erntet, wurde auch in diesem Stück

Gegenstand eiuer intellsiven Ovation.

Zum Schluss bringen wu' noch eine Zusammenstellung

von Portraits, an denen das lernende und lehrende Kunstberlin

seine besondere Freude finden dürfte. Wir stellen

den F reunden des "Berliner Lebens" die Lehrerinnen,

Lehl'er und di esjähl'igen Solisten der Opern5chul e

des t ern's ch e n Konservatoriums vor. Welche

illustel'en P ersönlichkeiten, welche klangvollen Namen! Die

Musik der Kehle oder Instrumente hat sich verzaubernd auf

die Namen gelegt und wenn wir die nackten Namen der

Känstler vernehmen, klingt es wie Musik in unseren Ohren. , .

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2

Gelbe Chrysanthemum.!

Skizze aus dem ßiihll enleben von H. Oerald.

(Nachdruck vel"bote ll).

"Bitte mein fräulein, treten Sie nur näher! - Hier

bitte, in mein Privatkontor - ich komme gleich nach.

Sie entschuldigen einen Moment!" -

Die Gestalt des Direktors verschwindet hinter der

dicken braunen Ledertür. Diese Tür ist das erste, was

der jungen Schauspielerin auffällt.

Wie beim Zahnarzt - denkt sie - und macht ein

etwas verdutztes Gesicht.

Überhaupt - ihr Kopf ist noch ganz heiss von

all den neuen Eindrücken.

Heute früh die Anku nft. - Um zehn Vorstellung

beim Direktor - dann nachmittags die kleine Scenenprobe

auf der dunklen Bühne.

Was hatte sie doch sprechen müssen? - Ja,

richtig - die Brunnenscene aus dem Egmon! und

Gretchens Gebet.

Schrecklich aufgeregt war sie gewesen -- es war

auch sicher sehr schlecht - aber der Direktor schien

trotzdem zufrieden - hatte so eigentümlich gelächelt.

"Wird sich schon machen - hatte er gesagt -

wird sich schon machen!" -

Sie war halbtot, als sie wieder im Hotelzimmer

sass, ganz verwirrt von all dem Neuen und dann noch

die Angst, man könnte sie wieder fortschicken.

Um halb zehn plötzlich hatte man sie dann noch

rufen lassen. Der Herr Direktor wünsche sie zu

sprechen.

Herrgott - die Ei le, mit der sie sich hergerichtet

hatte.

Sie fand sich hübsch, als sie vor dem Spiegel

stand - sehr hübsch und jung - wonnig jung! -

Und nun stand sie hier im Privatkontor uud der

Direktor sagte, er w.ürde gleich wiederkommen - sie

solle nur warten.

Während sie andächtig die Bilder ihrer berühmten

Kolleginnen studiert, die überall hängen und stehen,

tritt der Direktor wieder ein.

"So, mein Kind - nun setzen Sie sich bitte -

Martin Kettner

der popllläl"e Ko miker des "Apollo-Theaters."

hier - mir gegenüber - SO! - Und nun erzählen

Sie mal. Sie möchten also bei mir engagiert sein?"

"Ja, Herr Direktor, schrecklich gern!"

"Na ja - was ich so von Ihn en gehört habe,

klingt ja auch im allgemeinen sehr günstig. Die kleine

Probe heut - er fährt mit der rechten liand glättend

durch den krausen Bart - die haben Sie ja auch ganz

gut bestanden. Also ich denke, wir machen den

Kontrakt perfekt, ja?"

Die kleine Schauspielerin bekommt vor freude und

Aufregung glutrote Wangen. Der Direktor sieht sie

lächelnd an.

Irgend etwas in seinem Blick zwingt sie die Augen

niederzuschlagen. Sie weiss selbst nicht, was es ist,

aber sie wird verlegen und hat ein beklemmendes

Gefühl.

Im Zimmer ist es ganz still, - so still, dass sie

meint, er müsse ihr Herz klopfen hören.

"Sie sind sehr ehrgeizig, kleines fräulein, nichtwahr?"

Der Direktor nimmt ihre Hand und streicht langsam

darüber hin.

"Gewiss, Herr Direktor, ich möchte sehr viel

erreichen. "

Die Kleine fasst plötzlich Mut und sagt schnell und

bittend: "Und nicht wahr, Sie werden mir etwas dazu

verhelfen, bitte!"

"Aber gewiss, Kindchen, gewiss. Sehen Sie sich

mal um - dorthin bitte nach der Wand - da hinter

Ihnen. Sehen Sie das Bild, das da hängt und wissen

Sie, wer das ist?"

Die Augen der Kleinen leuchten warm auf und sie

sieht andächtig auf das grosse Bild, das Portrait einer

berühmten Kollegin.

"Aber natürlich weiss ich, wer das ist", sagt sie

fast ehrfurchtsvoll. "So möcht ich auch mal werden,

Herr Direktor, genau so berühmt. Gott muss das

schön sein!/l

"Na ja, sehen Sie, das ist vernünftig gesprochen.

So lass ich's mir gefallen." Sein Ton klingt fast

väterlich und die Klein e sieht ihn dankbar an.

"Und nun wollen wir mal ganz ruhig überlegen,

wie wir am schnellsten dahin kommen. Was meinen

Sie wohl, wenn ich Ihnen sage, das vor - na, sagen

wir mal fünfzehn Jahren die Dame da - er zeigt

wieder auf das Porträt - genau so vor mir gesessen

hat wie Sie jetzt, kleines fräulein, und dass dann "ich'

es war, der ihr die ersten Stufen zur Ruhmesleiter

hinaufgeholfen hat! Aber natürlich - eine frau muss

ihren Beruf sehr li eben und ihm viele Opfer bringen -

sehr viele! Das sehen Sie doch ein, Kind, nicht?"


Dfterfeter.

Dftern - .Ruferfte61I11gGfeft! 19immef fac6t ßera6 ;ur 4;rbe ;

ßmße Se6t fic6 froß 110m (!teft, frei Ilon irbifc6er @efc6l\?erbe;

~teigt mit füßem ~eßnfueßtGfaut vfeifgefc6l1linb ßinauf iM

@faue,

q;)aß rit bort bel' ~onnen6raut iM lletlHlirte .Rntfit; fe6aue,

q;)ie rieß ßeute f06efam, ac6, naeß !Ilillterfallgem Ql'ciltCII,

(!nit bem ßen;, bem @riiutigam, treu ;um @unbe , ,,,H'!'

Ilereinell,

maßet q;)anR für Ql>ort ullb allgclI,

zagem ~inll ullb mii~em .§uß, ßufbigen~ lIIieß ;u emvfallgell.

JII bel' ~tiibte (!tallc6 ullb ~uaflll fagt ißt reßlllcr;(lIb Illlb

ßefabell,

(!tllll 3u Ql>iere, Ql>afb unb .Rfm füßt' ie6 weß auf grüllm

(pfaben!

.Rßet lilie etfreu' ic6 q;) i c6, meillet .Rugell ftof;e ßaße 1

~onllclIßtaut , lIlaG 6rillg ic6, rvdc6 , ßeute q;) i t 3ur 190c6-

;eitogaßc 1"

(!tc6en , bcrell I\)Ür;'gel' ~aft (hafell . fi '~bcd, ~e6l11er3m

meirtett

(!lnb bllG @fut lIIit . zaußerl\rllft Beiß bure6gfutd unb

Begeirter/ 1

Jebe ZUlIge, 1I0eß ro fein, ~lIbet ßier, lIlaG ißr Be6agc ;

.Reß, 6ei rOllief ebfem Ql>ein rc6afft bie Ql>aßf oft 6ittere

(pfllgc'

Ql>&ßer allG ~er 6ulltell ~c6l1ar roff UII(l 6t1lt bllG §ert

llerrc6önell 1

4;illell nur, bao reßeint mir Rfar, barf bel' ~icgcofor6eer

RTönen'

ßerc6e, fhige lIic6t ;U fc6n erf , Ql>eß, ge6~ellbet

(!tein, ric reßlIleßt!

lIieb~r -

rtür;t ric

(!lnb re6metternb ßd'l' jauc6;t ric ißrt

19oc6;eitGficbet!

q;)TUIII, bel' miT am 6ertell rc6l11eeRt, bell ieB fießc flingrt im

~tiffell:

q;)u 1101' affelll , (!tßeingofb - ~el\t, roffft mir Beut ; UT

19oeß3eit quiffen '"

19öd'G, unb ßaftet cuc6 ßereit! (!taum auf @rüdiell unb

auf Ql>tgen!

JunRet §rüßfing ßat gefteit, ~onne cHt i6m 60fb cntgegen!

~cßt , Cl' reßreitct ü6cr'n ~ttom! @)je bic §irc6fein munter

rvdngen !

Ql>ie ßeta6 110m ßeßren q;)om unric6t6ate ie bel' .Rngel' Reimt ullb rVdcßt, ,I\aum baß ißn rein

§uß 6ettetell,

(!lnb eill q;)uftßauc6 ric6 ergießt, lilie \)011 taufcnb Q?eifc6ell'

6eelell !

Crtern - .RllferrteSungGfcrt! cin, reillc IIlUllberBlI\'tI1 (!teßell 1

JunRer §riiBfing liieRt Ullb fac6t ,! Ullb eT rvtieBt: .. Jn

illRt ballll rein


3

Die Kleine hört ihm strahlend zu. Alles in ihr ist

Aufregung. Sie baut Luftschlösser und lässt in

f li egender Hastalles an sich vorliberziehen : Berlihmtheit­

Geld - Lorbeer - die ganze Zukunft ist ein Rosenhauch

und aus all edem heraus klingt's so begeistert

und jubel voll, als sie sagt : "flir meinen Beruf könnt

ich all es tun, Herr Direktor - alles!"

Der Mann vor ihr lächelt wieder und seine grauen

Augen flimmern, als er sie unter halbgeschlossenen

Lid ern anstarrt.

Aber sie merkt nichts von alledem, sie ist so glücklich.

"Na und sagen Sie mal, Kindchen, wie steht es denn

mit dem Herzchen da? Ist das noch frei, ganz frei?"

Sie lacht auf - etwas gezwungen - aber sie lacht


4

Es war eines Abends im Hochsommer, als sich Schiller

mit dem Mädchen allein im Garten erging; schweigsam

und tief in Gedanken. Der Mond übergoss mit seiuem

Glanze eine märchenhafte Landschaft von Bergen, 1'1üs5en

und Thälern. Bäume und Blumen sangen im Säuseln der

Lüfte die süssesten Serenaden, Die blaue lJnendlichkeit

wogte und zilterte im ' l er~enmeere, Ulld beide schweigsam

aber überwältigt von EmpGndungen. Da drällg'le es

plötzlich chi1ler sich endgültig dem Mädchen zu 0 rfenb~rcn.

Glaubte er doch nicht anders, dass auch ihr chw~igen als

('in beredtes Zeichen ihrer Liebe zu ihm 'verrate. Toch

hatte aber nicht sein Herzensgeheimnis den kurzen Weg

bis zn dell Lippen zurückgelegt, als plötzlich Emilie das

Wort ergritl: und nicht ohne Bedeutung fragte: "Nicht

wahr, 'ie erfreut es auch, dass uns der Graf n1ln 'doch

nicht jetzt verlassen wird 7"

, ." Gewiss", antworte te el' und wad einen forschenden

Blick auf ih.r von grossen Wim peru eigenartig heschattetes

Auge. Diese Frage berührte chiller seitsa~ und ~ i e

Frost legte es sich auf seinen KÖrper, eine Reihe weiteIer

FI'agen rissen ihn aus allen I l immeln !

Am Ende des Gespräches konnte Schille'r keineIl Augenblick

mehr daran zweifeln, ' in Emilie die Zukünftige des

Russell zu erblicken,

Der gros5e Mann empfand diese Entwicklung der Dinge

als' etwas unabänderliches, er wünschte von Herzen, dass

das reizende Mädchen mit dem russischen Grafen glÜcklich

werden möchte und sprach nie in sein ~m Lebel1 wiedcr

VOll dell Geheimnissen 3einer Thiiringer L iebe,

Als' man in 's Zimmer trat, sah man den jungeil Forsteleven:

und den alten J'l'ofessor Ritter. Der Graf begrüsste

Emilie äusserst herzlich, flüsterte ihr einige Worte in's Ohr,

trat ' dann an ihrem Vater herall und bat um die Hand

der Tochter. Raschel dem dic g'u teu Verhälltnisse d'es

russischell Edelmal1ns bckannt waren, gab seinen egeu.

Es wurde Verlobuug gefeiel't, das Braulpaar liess man

leben und aus "Ihrem" Glase trank Schillcr auf das Wohl

der GlUcklicheu." ..

-Der ' Pfauer lässt in sciner Erzählung einc kurze Pause

einh'eten und sinnend betraehtct er das Zimmer, iu dem

das ' Fcst seinen Verlauf genommen hatte, dann fährt er

fort: »Mein I lerr, ich bin nicht abergläubisch, immerhin

gescheb'en im Lebeu D inge, die mit biossem Menschenverstand

nicht zu begreifen sind. Als der Professor auf das

,,y oll I des Brautpaares das Glas erhob, liess er es fallen

und es brach in zwei Hälften, Die aufgeheiterte Weinstimmung

liess momentan keine sentimentalen Gedanken

aufkommen, ohne Mis5stimmung worden die 'cherben

beseitigt. Einige Tage sräter aber Zllr selben Stunde starb

der Professor an einem Lungenschlage,

Jetzt waren ' die Abende nicht mehr so lustig, wie fI üher;

der liebenswürdige, alte Professor fehlle immer in der

Mitte. Aber auch Schiller fand sich von dieser Zeit an

nicht mehr so oft im Hause RascheIs ein - ob ihn just

die Liebe zu I ~ milie fernhielt ?

Emiliens Liebe zum Grafen wuchs mehr ' uJld ~ehr -

seine Fehlel' verklärten sich im Lichte ihrer Zuneigung

"

und auf beidcn 'eitcll schien man den Tag herbeizuwünschen,

der das Paar auf ewig verbinden sollte! \oVün5che sind

Kinder unscrer Seele, der das Mass für elie innere I ~n twi cklu

ng der Dinge abgeht, ' I ~ s kam anders, es trat plötzlich

eine folgenschwere 'Wendung ein, Der Graf erhielt einen

Brief seines Vilters, der ihn nach Rnssland rief. Al er

Abschied nahm, versprach der Russe, bald ZLlrÜckzukommen,

um seine Braut zu holen ; innerhalb viel' 'Wochen sollte sie

den CI'sten Brief bekommen. - "Vier Wochen," schaltete

der Pfarrer sanft lächelnd eill, das \oVeinglas au seine

Lippen führend - "ja zu uuseJ:es chillers gloneichen

%eiten haben "ich die Dinge der Welt noch langsamer

bewegt als heute, aber die Welt war doch tiefer bedeutender

- heute I " Nach dieser Reflexion, die mir Ü'aglllentarisch

zum Ausdruck kam, fährt der P farrer in seiuer

Erzählung als9 fort: ,"Es war ein sehr herzlicl~er, abcr

auch ebenso herber Abschied, Emilie weinte, als ginge

ihr Bräutigam in den Tod.

In den ersten sechs Wochen hörte das Mädchell nichts

von dem Grafen, es vergingen weitere sechs Wocl.Jen und

es traf immer noch keine Nachricht ein, Es beGel nunmehJ;

das Weib eine unsägliche Angst; Gedanken, SOl'gen, Hoffnungen,

\oVlinsche, zermarterten Tag und Nacht ihr Gehirn

und ihre Seele. Il1 dieser Zeit bewährte sich wieder

Schillers MenschliC;,hkeit und strahlte im schönsten ,Lichte

Hir das Mädchen, das ihm, . wenn auch unbewusst so viel

We'h zugefügt, empfand er Mitleid und er tröstete sie. ' Und

der Tros~ di~ses edlen JüngUngs, der sich ,die veränderten

UmsWnde in kehlcr 'Weise zu Nutze machte, fachte die

Hoffnung der Bl''!-ut an ,un,d ruhiger betete sie um die

Rückkehr ihres Geliebten , ,

Jammer nnd EI nd kommeil seIlen eiozeln, Hatte sie,

ihren Bräutigam nic,hl mehr , an der eite, so sollte sie bald

auch Schiller verlieren, der ihr die E in samkeit ertragen

half. Es wal' inzwischen die Zeit gekommen, W,O er

beschli essen konnte, die mgebung- Meiningens zu verlassen.

Als Emilie keine Menschenseele halte, elem sie ihr Hel'Z

erschliessen kOllnte, da fasste sie ein grosser Jammer. Sie

nahm von 'keinem Mcnschen T.rost an, nicbt VOll ihl'em

Vater, nicht von den chwestel'D, sie wurde unheimlich,

krankhaft, still in ihrer Trauer - und eines Tages war sie

I>lötz.1ic,h verschwunden, -

Der Pfarrer glaubte nicht andel's, als habe sie sich das

J,:-eben gCI1~Jvmen. ~r ran,g' die Hände wic eiDst Vater

Jakob 1101 seinen Lieblingssohll und jammerte und weinte,

und seine Haare ergrauten im Kummer. Die Töch.ter

setzte,n sich leich tel' über elen Verlust der Sch wester hin weg

~ n d g~ d ac hten sellen ihrer, :als sie heu'ateten.

o wal' 'vielleicht ein halbes Jahr und mehr vergangen,

als die Totgeglaubte iu Oreissigacker auftauchte. Auftauchte

wie ein' G~s p ens t. Bleich und elend sah sie aus, ihre

Kleider waren zerfetz t, ihre Haare wirr und sie glich einer

Bettlerin. Und eine Bettlerin war sie in der Tat gewesen

- ein weiblicher Handwerksbursche - bald mit Arbeit

Brot verdienend, bald die Mildtätigkeit der Mitmenschen in

Anspnlch nehmcnd, hatte Emilie zu F uss Deutschland

durcnwalldert uud war bis nach Warschau gezogen, um

ihren Bräutiga:n aufzusuchen. - Und ihr Stern, das Irrlicht

ihrer Liebe hatte sie geführt - aber welche entsetzliche

Enttäuschung erlebt sie, Der Graf hatte sich verheil'atet

uud befand sich fcrn von Warschau auf seiner Hochzeitsl'eise,

\oVal'um er seinen Schwur gebrochen halle, das halte

die lJnglückliche nicht crfabl'en, aber sie - g,ebrochcn an

Leib und Seele wanderte sie nach Deutschland zurück.

Sie kam iu einem bejammernswerten Zustande, aber des

Jammers wars noch nicht genug, Eines Tages bemerkte

Emilie das \oVeinglas in ihrem Spinde, aus dem ihr Bräutigam

einst und so oft getrunken. Eine unbändige, schrankenlose

Verzweifluugswut fasste sie, und sie ergriff das Glas und

zerschmetterte es zu tausend tücken am Boden. N IIn

wurde sie wieder ruhig - ,,0 ruhig, als hätte sie mit

dem Glas Liebe und Hass verloren - sie lachte und

weinte nicht mehr - sie verfi 1 in eine seltsaI\le Apathie,

Emiliens Natur hatten diese unsäglichen Leiden, überwältigt

uud eines Tages hatte sich ihr Geist umnachtet. Da3

Mädchen bildete sich wohl ein, jedes Papier auf der Strasse

könne ein BI'ief ihres Bräutigams aus Warschan sein, und

so hob sie jedes Papicrschoitzel anf, das sie fand, um cs

zu lesen, Als ihr Vater starb, kam, sie nach J\Ieiningen

ins Al'menhaus,

Noch in den zwanziger Jahren, erzählen ältere Leute,

konnte man in Meiningen öfters auf der Strasse ein kl~ i nes,

di,ckes, zusammengeschrumpftes Frauenzimmer in groteskcm

Aufzug sehen, das nach jedem Hinften, sechsten Schrilte

si~h blickte, Pa[lierschnitzel anflas, den [nhalt studierte'. ulld

die Schnitzel in die Tasche steckte, \o,T urde sie dabei VOll

älteren f ersouen ,beobacbtet und ausgelacht, so genierte sie

das nicht, suchten sie aber K inder zu höhnen, "Schnitl.elemilie"

Oder .1 apierraschel" ihr zurufend, dann schlng die

Unglückliche um sich und murmelte unverständliche Worte.

Das war das bildhiipsche Fräulein Emilie Rasche!. aus.

Dreissigacker, das Schiller verehrte und in einigen Qeclichten

verherrlicht hallc. - Freilich in seinen Wcrken sind sie

ni9ht zu linden, - r iemand hat sie zu Gesicht bekommen -

auch seine Gelieute nicht - er hat sie vernichtet, wie er

seine Licbe vergraben, Und nUll ist schon lange das

arme Weib gestorben und auch die ,chwestern sind lOt.

Von jener ~chönen Zeit, da der Dichter im Hause des

Pfarrers ein- und ausgiJlg, ist nichts anderes übrig geblieben,

als dieses ,,\oVeinglas," .... ,

DeI Pfarrer schweigt. Ich trete ans Fenster und ~c):ta ne

sinnend hinab in die Meininger Schlucht, wo das Städtchen,

vo;n der \oVerra umsthluugen, in seiner Windung wie eine

Harfe liegt.' Die 'onne sinkt mehr und meh.r zur anderen

Se!te ,derBerghligel herab und dehllt sicb in ihren erlöschenden

und ewig ' wiederkehrenden Purpurg!rlten, Als ich mich

wieder dem Zimmer zuwandte sitzt der Pfarrer, in ,tiefes

Schweigen versunken, noch auf dcmselbeu Platze, Mutter

und , Tochter wischen, sich Tränen aus elen A~gen und das

Weinglas flimmcrL seltsam im Goldst r a hl ~ der untergehende n

Abendsonne, . ,


Oberbürgern1eister Martin lCirschner

nebst Gattin und Töcbtern in seinem H eim.

SpL~ialallfl/(//lIl1e I/irs "Be/ ~/i n ~y Lelun­

V()II ZaJlder 8: Labisc/1.

BERLIKER LEBEN


6

[xc. D1'. Theobald vou Bethmann-Hollweg

der neue Mini tel' des Innern.

Prof. Dr. Ernst H äckel, J ena.

Dr. Jon Leh1ll30o,

Vel [asser von "Auge!1 ,'e' h ts".

Arthur Nickisch,

der neue Dirtktor der Leipziger Oper und Dirigent

der Philharmonischen oncerte.

BERLINER LEBEN

Prof. Eng'elberl Humpercl inck.

dessen neue Oper "Heirat wider "Villen" im

Kgl. Opelnhause zur AufführtlO g gelangte.

"

Al ex, J. Birnbaum ,

c1iJ ig ierte am 6. IV. das erste Concert fran zösischer

Musik in der Philharmonie.

.:IIaria Pospischil

vom Hamburger Stadttheater gasti rle am

Schiller-Theater als Medea und Sappho.


7

r' - ,*---. ~,,;tJ>- r -

, , .-:.""'; . c..... lIIro •

rl. von Treskow 's " Juchhe"

Zum S aison-B gInn In l


8

Hans Gregor, bisher Direktor des

EI berfelder Stadttheaters, vom

nächsten Oktober ab Eigentümer

und Direktor der neuen

"Komischen Oper" in Berlin.

e arl Zauber.

Die Erbauer der "Komischen

per".

L ouis Lacllluann.

Das Innere eier "Komisch en

(1270 SitZt lätze).

per".

BERLINER LEI3E:.J


F acade der "I


10

Mirjam Horwitz. The odor Franke. . Johanna Richter. r-rax Laurence. Rlldolf Nelso n.

Hans Frcdy. Lucie König, Pa"l Schn idcr-Duukcr.

== Cabar t "R oland von Berlin" . ==

IIermann Ylink,

Frau Professor CorelIi. Mlle. N egri. Mcla Szinta. Betty Thomas-Damhofer. Clement Geol'ge. Else Stieber.

Annie Neumann-Hofer. Heinz Buda. Dora Ballel'- achse.

BERLINER LEBE J _ Cabaret "Heitere N achmiltage" . -

Paul Nelva. Bona Ronta. Speciatau/,llalt.,IIe1f, f/;rs "Bel'lint,· I~

'VOll Zauder &: La!Ji~'clt


11

Ecluard KOrnall. Emil Justiz. Johanlles Cotta. ESlhi von tc' in. Dr. Arlhur Pserhorer. Rudolf challZer. Nelly [rmen.

abarct Pscrbofcr.

Alfred Ackermann

t 2 3 4 5 Cl 7 8 9 10 1t 12 13

A. Albclts. 2 Max Reicharclt. 3 F rl. B. Fox. 4. William Schüff. 5 C. Lenlschow. 6 Fd. Pepi Weiss. 7 Frl. Griseldis. 8~W illi am~Latoun~ .

10 Joser Falkner. 11 Olto Wiemer. 12 Fritz Hoberg. 13 Frl. Angele Latow·e. 14:=Willy:Kunkel.

- Cabaret "Zum Klimperkasten". _

j4

!fFrau Therese Schüff-Delina.

Spezt"alau.fl/altme1/ fii,ys "Berli'J/ty LebuJ,M

VP" Zaudcr 3< Labisc"

BERLINER LEBEN


12

F rühlingsbilder aus de tTI Thieraarten

b .

Spe::ia.lau.{uakmell fürs "Be1/i'J/,cr Ltbcu·

vo" der ßcr/. illustrations-Gesellschaft.

BERLINER LEBEN


13

Emanuel Reicher (Lessing Theater) 1m Kreise seiner Fal11ilie.

Spe:dala·ltl"ahme jttrs , Berliner Leb .. ,·

vo" Zander 8< Labisch

BERLINER LEBEN


14

Thc:odor \VacLl cl. Theodor Formes. Theodor For mes. Adele Grantzo\\".

Marie Taglioni. August e Taglioll i. Desiree Artot-Padilla. Mariallo Padill a lIud Frau Artot-Padilla.

Fl-aoz Krolol'. \ ' ilma von Voggeohuber·. H eim'ich Salomon. E telka Gerster.

Bühn ng-röss n a us .L\.ll-B din.

BERLINER LEBEN


15

EIsa Bütlicher.

losef Kainz.

Gastspiel J osef Kainz In1 "Berliner Theater".

E r s t~\LlrführLlng von "Da · Pest von St. ~Iatern", Komiic1ie von Ern t "\V lisch.

Leo Connard.

Spe::ialaltj llaIJ.1/1,t! fürs #Berliner Leben"

vo" Zallder Ik Labisch

BERLINER LEBEN


16

Die Lehrerinnen, Lehrer und diesjährigen Solisten der Opernschule

de" Stern'schen I(onservatoriu111 zu Berlin.

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