Ambulante Versorgung - Ärztekammer Bremen

aekhb.de

Ambulante Versorgung - Ärztekammer Bremen

66. Jahrgang, Mai 2013

Mitteilungsblatt der

Ärztekammer Bremen und der

Kassenärztlichen Vereinigung Bremen

Berufsentscheidung

Ambulante

Versorgung

05

13


2 Inhalt BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Bremer STANDPUNKT 3

5 11 22

Aufklärung

Einzel- oder Gemeinschaftspraxis?

Selbstständig oder

angestellt? Voll- oder Teilzeit?

Wer sich heute niederlassen

will, kann zwischen zahlreichen

Jobmodellen wählen, um Familie

und Beruf ideal miteinander

kombinieren zu können.

TITELTHEMA

4

5

7

9

11

13

INTERN 15

16

17

AKTUELLES 18

21

22

RUBRIKEN 16

20

21

23

Kompetenzen im MVZ

gebündelt: Drei Nephrologen

und ein Urologe arbeiten

seit knapp zwei Jahren

zusammen und berichten

über ihre Lebens- und

Arbeitssituation.

Dr. Johannes Grundmann

Berufsentscheidung „Ambulante Versorgung

Günter Scherer

Niederlassung maßgeschneidert

Dr. Johannes Grundmann

Wie wollen Ärztinnen und Ärzte heute arbeiten?

Dr. Joachim Wewerka

Selbstständiger Vertragsarzt: Lohnt sich der Weg?

Dres. Karla Schmaltz, Michael Wilfling, Thomas Otterbeck, Rüdiger Große-Heitmeyer

Kompetenzen im MVZ gebündelt

Brigitte Bruns-Matthießen, Dres. Henning Ortlepp, Christian Stier

Niederlassung ja oder nein? – Kollegen berichten aus der Praxis

KV Bremen: Vertreterversammlung entlastet Vorstand

Die neue Bedarfsplanung: Landesausschuss nimmt Arbeit auf

Imagekampagne für Ärzteschaft startet

Variable Gehaltsbestandteile bei Leitenden Krankenhausärzten

Studienbeginn im Herbst: Bremen ist Teil der „Nationalen Kohorte“

Unabhängige Patientenberatung 15 Jahre in Bremen

Namen & Nachrichten

Akademie

Impressum

Recht

Bereits 1997 bildeten

Ärztekammer, Gesundheitssenator,

Krankenkassen und

Krankenhausgesellschaften

in Bremen eine Allianz zur

Gründung der Unabhängigen

Patientenberatung (UPB).

Das neue Patientenrechtegesetz ist in Kraft, und wir lernen den

Umgang damit so allmählich kennen. Natürlich enthält es keine

bahnbrechenden Neuerungen. Das meiste ist uns schon aus Berufsordnung

und Rechtsprechung geläufig. Hilfreich ist hier also

vor allem, dass alles noch einmal an einer Stelle im Gesetz

übersichtlich zusammengefasst ist und damit die Orientierung

für Patienten und deren Beratung erleichtert. So weit, so fein.

Es gibt auch scheinbare Kleinigkeiten, die mal wieder unüberlegt

und kostentreibend wirken, wie die Verpflichtung, Kopien

der schriftlichen Aufklärungsdokumentation den Patienten mitzugeben.

Dahinter darf man nicht einen gelungenen Coup der

Hersteller von Druckern und Kopieren vermuten, sondern diese

Vorschrift entspringt vermutlich eher dem vermeintlichen Bedürfnis

nach einer Stärkung der Beweiskraft von Aufklärungsdokumentationen.

Während der Arzt unverändert und auch im Interesse

des Patienten auch schon vor diesem Gesetz zur Aufbewahrung

sämtlicher die Behandlung betreffender Dokumentationen

verpflichtet ist, entsteht nun also die Vorstellung eines

neuen Patiententypus, der eigene Dokumentendossiers anlegt.

Doppelte Buchführung, aber cui bono? Die komplette Dokumentation

einer ärztlichen Behandlung und ihre Aufbewahrung

dient - und das scheint manchem aus dem Fokus geraten zu

sein - ja nicht in erster Linie der Beweisführung im Streitfall.

Nein, sie dient in erster Linie dem Patienten und seinen Ärztinnen

und Ärzten, damit eine Behandlung im Zusammenhang mit

weiteren Behandlungen auch in zeitlichem Abstand nachvollzogen

werden kann, so dass auf schon vorhandene Informationen

und Kenntnisse zurückgegriffen werden kann, aus denen sich

im Verlauf vielleicht wiederum neue Erkenntnisse und Konsequenzen

ergeben. Eine nicht sachlich gebotene und zudem

nicht kenntlich gemachte nachträgliche Veränderung der Dokumentation

einschließlich der Aufklärung ist mit und ohne Patientenrechtegesetz

unzulässig. Inwieweit eine Kopie in Händen

des Patienten im Streitfall die Beweisführung und Auseinandersetzung

erleichtert, ist vom Einzelfall abhängig und nicht garantiert.

Und völlig unabhängig davon hatte und hat ein Patient

Anspruch auf Einsicht in seine Unterlagen und er kann auch Kopien

(z.B. für einen eigenen Dokumentationsordner) anfertigen

lassen. Dieses Informationsrecht des Patienten ist schon in unserer

ärztlichen Berufsordnung verankert.

Die weitere politische Diskussion des Gesetzes legt eine Motivation

für solche und ähnliche Vorschriften offen: Der Patient

könne nun (und müsse) dem Arzt/ der Ärztin „auf Augenhöhe“

begegnen. „Welch ein Illtum!“ möchte man mit Ernst Jandl laut

ausrufen. Typisch für das Patienten-Arzt-Verhältnis ist seine

Asymmetrie, weil der Patient ja auf Hilfe angewiesen ist. Und

zwar auf Hilfe, die ihm uneigennützig und nach seinem individuellen

Bedürfnis und Willen gemäß aktuellem Wissensstand

gewährt wird. Vom Kranken zu erwarten, er müsse seinem

Arzt/seiner Ärztin „auf Augenhöhe“ begegnen und dürfe ihm/

ihr nicht vertrauen, ist inhuman. Grundlage des Patienten-Arzt-

Verhältnisses ist sicheres Vertrauen, das den geschützten Rahmen

bildet, in dem sich Patienten ihrem Arzt/ihrer Ärztin offenbaren

und anvertrauen können. Ohne ein solches auf Vertrauen

gegründetes Verhältnis ist ärztliche Behandlung zum Nutzen

des Patienten nicht denkbar. Eine Absicherungsmedizin nach

Standard nützt den Patienten nicht und entspricht oft auch nicht

dem individuellen Patientenwillen. Das vertrauensvolle Patienten-Arzt-Verhältnis

widerspricht daher auch nicht dem Recht

des Patienten auf Selbstbestimmung und es ist auch keine Begünstigungsregel

für Ärzte. Im Gegenteil stellt es hohe Anforderungen

an den Arzt/ die Ärztin und die Ärzteschaft insgesamt.

Denn dieses besondere Vertrauensverhältnis muss auch verdient

werden durch korrektes, empathisches und fachlich kompetentes

ärztliches Verhalten.

www.aekhb.de/data/mediapool/ae_re_rg_berufsordnung.pdf

Dr. Heidrun Gitter,

Präsidentin der Ärztekammer Bremen


4 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung 5

Berufsentscheidung:

Ambulante Versorgung

„Junge Ärztinnen/Ärzte ticken einfach anders“ – so lautet die Überschrift eines kürzlich

erschienenen Artikels in der „Ärztezeitung“. Stimmt diese Behauptung eigentlich, und

welche Auswirkungen hat sie auf das Berufsleben?

Niederlassung

maßgeschneidert

Einzel- oder Gemeinschaftspraxis? Selbstständig oder angestellt? Voll- oder Teilzeit?

Wer sich heute niederlassen will, kann zwischen zahlreichen Jobmodellen wählen, um

Familie und Beruf ideal miteinander kombinieren zu können.

„Angehenden Ärztinnen/Ärzten geht es

nicht vorrangig ums Geld, sondern um ein

gutes Leben!“ Diese Feststellung trifft Phillip

Munzert, Mitglied im Berufsverband

der Medizinstudenten in Deutschland. Im

vorliegenden Bremer Ärztejournal werden

die verschiedenen Aspekte für die Berufsentscheidung

Ambulante Versorgung

auch im Hinblick auf die unterschiedlichen

Ärztegenerationen beleuchtet. Dabei geht

es u. a. um folgende zentrale Fragen:

■■

Was ist die Motivation zur Niederlassung

in der freiberuflichen Praxis oder

im Angestelltenverhältnis eines MVZ?

■■

Welche Kooperationsformen stehen im

Vordergrund?

■■

Welche Berufsziele setzen sich junge

Medizinerinnen/Mediziner?

■■

Wie verhält es sich mit der Vereinbarung

von Beruf und Privatleben?

■■

Waren die Arztgenerationen früherer

Jahre wirtschaftlich risikofreudiger und

streben die heutigen Ärztinnen/Ärzte

einfach nach mehr Sicherheit?

4,50 -

4,00 -

3,50 -

3,00 -

2,50 -

2,00 -

1,50 -

1,00 -

0,50 -

4,21

0,00 -

Schul- und Betreuungsangebot

für

die Kinder

3,90

Höhe des zu

erzielenden

Einkommens

Umfrage der Ärztekammer Hamburg, 2009

berufliche

Zukunft des

Partners

3,72 3,72 3,69

berufliche

Kooperation

mit Kollegen

Zunächst stellt Günter Scherer, stellvertretender

Vorsitzender der KV, die Entwicklung

und den derzeitigen Stand der ambulanten

Versorgung in Bremen dar. In

meinem eigenen Artikel geht es in erster

Linie um die Frage: „Wie wollen Ärztinnen

und Ärzte heute arbeiten?“ Außerdem

berichten niedergelassene Kolleginnen/

Kollegen über ihre Erfahrungen in ihrer

Tätigkeit als Vertragsärztin/Vertragsarzt:

Dr. Joachim Wewerkas Ausführungen betreffen

die Freiberuflichkeit in seiner hausärztlichen

allgemeinmedizinischen Praxis.

Dres. Karla Schmaltz, Michael Wilfling,

Thomas Otterbeck und Rüdiger Große-

Heitmeyer berichten über ihre Erfahrungen

aus Sicht angestellter Ärzte in einem

MVZ. Sie stellen das MVZ Bremen-West,

welches aus drei Nephrologen und einem

Urologen besteht, und ihr Tätigkeitsprofil

vor. Abschließend werden drei zentrale

Fragenkomplexe von einer Kollegin und

zwei Kollegen in Kurzinterviews beantwortet.

Das ist deshalb besonders interessant,

weil Dr. Christian Stier als fachärztlicher

Kinder- und Jugendarzt bereits seit

zehn Jahren niedergelassen ist, Dr. Brigitte

Bruns-Matthießen seit zwei Jahren als

hausärztliche Internistin ihren Beruf in der

Praxis ausübt und Dr. Henning Ortlepp sich

ab Juli 2013 mit einem Kollegen in einer

hausärztlich-internistischen Gemeinschaftspraxis

niederlassen wird.

Ich würde mich freuen, wenn es gelänge,

durch die Lektüre dieses Schwerpunktheftes

niederlassungswilligen Ärztinnen/Ärzten

Entscheidungshilfen für diesen wichtigen

beruflichen Schritt zu geben.

Anzahl der

Bereitschaftsdienste

Dr. Johannes Grundmann,

Facharzt für Innere Medizin,

Bremen

3,34

Angebot der Freizeitmöglichkeiten

Einschätzung der Wichtigkeit der Merkmale hinsichtlich einer Niederlassungsentscheidung auf einer 5-stufigen Skala. Die Familie liegt vor dem Einkommen.

Der Landarzt, der sich 24 Stunden am Tag,

sieben Tage die Woche, für seine Patienten

aufopfert und dabei sein eigenes Privatleben

vernachlässigt, entspricht einer romantischen

Vorstellung, die wir heute vornehmlich

in TV-Arztserien vorfinden. Mit

der Wirklichkeit hat das nicht mehr viel zu

tun. Längst hat sich das Arzt-Sein von diesem

Arztbild getrennt. Junge Mediziner

von heute empfinden ihre Arbeit durchaus

als Berufung, gleichzeitig fordern sie mehr

Freizeit, mehr Privatsphäre und mehr

Familie für sich ein – ihr gutes Recht. Aus

diversen Befragungen von Medizinstudenten

wissen wir, dass diese Aspekte wichtig

sind und immer wichtiger werden. Dies

gilt umso mehr, wenn man die Feminisierung

der Medizin berücksichtigt. Die Zahlen

schwanken, aber gut 60 bis 70 Prozent

der heutigen Erstsemester „Humanmedizin“

sind Frauen – damit hat sich die Quote

in nur ein bis zwei Generationen gedreht!

Auf diese Entwicklungen muss die ambulante

Versorgung Lösungen anbieten.

Erfolgsmodell Einzelpraxis

Denn eins ist klar: Das Erfolgsmodell von

einst – die Einzelpraxis – ist nicht mehr für

alle erstrebenswert. Zahlen aus Bremen

und Bremerhaven belegen eindeutig den

Trend zu Kooperationsformen. Vor fünf Jahren

waren noch 946 niedergelassene Ärzte

in Einzelpraxis tätig, heute sind es 828.

Fast genauso viele Kollegen, nämlich 799,

haben sich Stand Januar 2013 zu einer

Gemeinschaftspraxis oder vergleichbarem

zusammengetan, 2009 waren es lediglich

656. Binnen fünf Jahren ist die Zahl derer,

die lieber in Kooperationen tätig sind, um

22 Prozent gestiegen. Die beliebteste

Form der Kooperation ist die sogenannte

Gemeinschaftspraxis oder „Berufsausübungsgemeinschaft“

(BAG). Hier bilden die

Partner wirtschaftlich sowie organisatorisch

eine Einheit. Sie arbeiten zwar eigenverantwortlich

und medizinisch unabhängig,

rechnen allerdings gemeinsam mit

der KV ab, haften gemeinsam und treten

gemeinsam nach außen als eine Praxis

auf. Das unternehmerische Risiko einer

Einzelpraxis wird hier auf mehrere Schultern

verteilt. Eine besondere Form der

Gemeinschaftspraxis ist das sogenannte

Job-Sharing. Das ist besonders dann interessant,

wenn sich zwei Partner (derselben

Fachrichtung) ihren Arbeitsplatz zeitlich

flexibler gestalten wollen, ihn sozusagen

aufteilen. In der Regel wird ein Kollege in

eine bestehende Praxis integriert. Es

besteht allerdings insofern eine Beschränkung,

als dass der bisherige Leistungsumfang

nicht ausgeweitet werden darf. Ein

Job-Sharer erhält spätestens nach zehn

Jahren der Zusammenarbeit eine Vollzulassung.

Mehr Flexibilität mit Praxisgemeinschaft/Praxisnetz

Eine flexible Form der Zusammenarbeit ist

die Praxisgemeinschaft. Es schließen sich

zwei oder mehrere Vertragsärzte zusammen,

um Räume, Geräte oder Personal

gemeinsam zu nutzen. Das Ziel ist also

nicht die gemeinsame Behandlung von

Patienten, sondern die gemeinschaftliche

Nutzung sächlicher und personeller Mittel,

um Kosten zu sparen. Wer noch ungebundener

sein will, für den sind möglicherweise

Praxisnetze die richtige Wahl. Hierbei

schließen sich Ärzte beziehungsweise

Praxen zusammen, um in einigen ausgewählten

Punkten zusammenzuarbeiten.

Anstellungen voll im Trend

Mittlerweile können Ärzte auch als Angestellte

in der ambulanten Versorgung

arbeiten – ganz ohne eigenes unternehmerisches

Risiko. Dies ist beispielsweise in

Gemeinschaftspraxen, im Rahmen des

Job-Sharings und in Medizinischen Versorgungszentren

(MVZ) realisierbar. Die Möglichkeiten

sind gerade in diesem Bereich

vielfältig, sodass eine Beratung durch die

KV wärmstens zu empfehlen ist. Der Trend

geht eindeutig zur Anstellung. Im Januar

2013 waren bei der KV Bremen 220 Ärzte

beziehungsweise Psychotherapeuten re -

gistriert, die als Angestellte im ambulanten

Bereich arbeiten. Die Zahl hat sich in

nur fünf Jahren fast verdreifacht (2009: 84).

„Teilzeit-Selbstständigkeit“

eröffnet neue Möglichkeiten

Selbstständigkeit ist seit einigen Jahren

auch „in Teilzeit“ möglich. Seit 2009 können

Ärzte und Psychotherapeuten ihren

Versorgungsauftrag auf die Hälfte einer

hauptberuflichen Tätigkeit reduzieren. Auf

diese Weise lässt sich das Familienleben

sehr gut mit dem Beruf vereinbaren. Eine

Teilzulassung eröffnet allerdings auch die

Möglichkeit, gleichzeitig als Vertragsarzt

und als Angestellter tätig zu sein. So können

Ärzte beispielsweise halbtags in einer

Klinik tätig sein und die übrige Zeit selbstständig

in einer Praxis. Die unterschiedlichen

Jobmodelle erlauben es also, das

eigene Berufsleben als niedergelassener

Arzt sehr individuell und flexibel zu gestalten.

Aus vielen Beratungsgesprächen in

der KV wissen wir, dass junge Ärzte und

vor allem junge Ärztinnen, die durchaus

eine Praxis übernehmen wollen, eine

Sorge umtreibt: Was passiert, wenn der

Nachwuchs da ist? Werde ich genug Zeit

für meine Kinder haben? Auf diese Fragen

hat die KV Bremen 2009 reagiert und

bundesweit einmalig eine Elternzeit für

Vertragsärzte eingeführt. Niedergelassene

Ärzte und Psychotherapeuten können sich

über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren

von einem Kollegen vertreten lassen, um

sich der Betreuung ihrer Kinder zu widmen.

Mittlerweile ist diese Bremer Regelung

in ein Gesetz eingeflossen und gilt

bundesweit.

Niederlassungen leiden

an Imageproblem

In den letzten Jahren hat sich einiges getan,

um die Strukturen in der ambulanten

Versorgung zu lockern und sie an die

Bedürfnisse derer anzupassen, die hier die

Arbeit machen. Und doch ist allenthalben


6 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

7

von Ärztemangel und Nachwuchsproblemen

die Rede – vor allem im hausärztlichen

Bereich. Vieles spricht dafür, dass

sich die schlechte Presse der vergangenen

Jahre über unzureichende Arbeitsbedingungen

und Vergütung im ambulanten

Sektor in den Köpfen von Nachwuchsärzten

verfestigt hat. Es gibt ein Imageproblem.

Bemerkenswert ist, dass gerade diejenigen,

die bereits als Vertragsarzt oder

-psychotherapeut arbeiten, diese Negativbewertungen

ganz und gar nicht teilen. In

einer groß angelegten Umfrage der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung von 11.000

Niedergelassenen erklärten 95 Prozent

der Befragten, dass ihnen die Arbeit Spaß

Anzeige

Können Sie sich

ein Hobby wirklich

noch leisten?

Dr. med. Claus Goth,

Facharzt für Arbeitsmedizin, Zentrumsleiter:

»Nacht- und Wochenenddienste kenne ich

nur aus meiner Vergangenheit. Dass sich alles

nur um Krankheit dreht, ist auch vorbei. Jetzt

geht es endlich um Gesundheit. Ich berate

Unternehmen aus ganz verschiedenen

Branchen, plane meine Termine selbst und

gestalte so aktiv meine Zukunft. Und wer

behauptet, man könnte als Arbeitsmediziner

keine Karriere machen, sollte sich die B·A·D

mal genauer ansehen. Das verstehe ich unter

dem Erfolgsfaktor Mensch!«

www.erfolg-hat-ein-gesicht.de

mache. 92 Prozent waren insgesamt

zufrieden und immerhin 57 Prozent der

Befragten zeigten sich zufrieden mit dem

Einkommen als Vertragsarzt – übrigens

sogar 66 Prozent der Bremer Befragten.

Das sind Werte, die sich vermutlich nur in

sehr wenigen anderen Berufen finden lassen.

Wer mit dem Gedanken spielt, in die

Niederlassung zu gehen, sollte sich daher

von Schlagzeilen und Parolen nicht verunsichern

lassen. Dies gilt umso mehr, da die

Chancen und Potenziale heute und in

naher Zukunft so gut sind, wie schon lange

nicht mehr. Denn ein wichtiger Trend in

der ambulanten Versorgung blieb bisher

noch unerwähnt: Die Überalterung der

Wir bieten an unserem Standort Bremen

Arbeits-/Betriebsmedizinern (m/w) oder

Ärzten in Weiterbildung (m/w)

(Kennziffer BRÄB)

Fachgebiet Arbeitsmedizin neue Perspektiven.

Unser Angebot:

– Flexible und planbare

Arbeitszeiten

– Möglichkeit der Teilzeittätigkeit

– Keine Wochenend-/Nachtdienste

– Leistungsbezogene Vergütung

– Finanzierte Weiterbildungsmaßnahmen

– Betriebliche Altersvorsorge

– Innerbetriebliches Gesundheitsmanagement

– Professionelle Unterstützung bei

der Vereinbarkeit von Familie

und Beruf

– Car-Rent-Sharing-Modell

Ihre Aufgaben:

– Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

– Betriebsbegehungen und

Beratung zu vielfältigen

arbeitsmedizinischen Themen

– Arbeitsmedizinische

Begutachtung

– Gestaltung und Durchführung

eines betrieblichen

Gesundheitsmanagements

– Schulungen zu verschiedenen

Themen der Prävention

– Reisemedizinische Beratung

– Arbeiten in einem interdisziplinären

Team

Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre vollständigen

Bewerbungsunterlagen unter Angabe der o. g. Kennziffer,

gerne auch per E-Mail. Für Ihre Fragen stehen wir gerne

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B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH

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Thomas Gies, Tel. 0228/40072-335

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Ärzteschaft. Der „durchschnittliche“ Vertragsarzt

in Bremen und Bremerhaven ist

heute fast 54,5 Jahre alt. Eine Blutauffrischung

würde nicht schaden.

Günter Scherer,

Stellvertretender Vorsitzender,

KV Bremen

Die B·A·D GmbH betreut mit mehr

als 2.800 Experten europaweit

250.000 Betriebe mit 4 Millionen

Beschäftigten in den verschiedenen

Bereichen der Gesundheitsvorsorge

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Allein in Deutschland betreiben wir

200 Gesundheitszentren. Damit

gehören wir mit unseren Tochtergesellschaften

zu den größten europäischen

Anbietern von Präventionsdienstleistungen.

Unsere Mitarbeiter

sind dabei unser wertvollstes Kapital,

denn ohne sie wären wir nicht

so erfolgreich!

Gehören Sie bald

auch zu uns?

Wie wollen Ärztinnen und

Ärzte heute arbeiten?

Die Überalterung der Ärzteschaft und Nachfolgeprobleme unterschiedlichster Natur

führen in Deutschland zu einem mittel- und langfristigen Ärztemangel. Dieser betrifft

sowohl den ambulanten als auch den stationären Bereich.

Im ambulanten Bereich werden bis 2020

etwa 52.000 niedergelassene Ärzte in

Pension gehen, davon allein 24.000 Hausärzte.

Wenn man die Abgänge und voraussichtlichen

Zugänge bis 2020 gegenüberstellt,

wird es bei den Hausärzten

einen Verlust von knapp 7.000 geben. Die

Mangelversorgung betrifft nicht nur die

Flächenstaaten, sondern Großstädte und

deren Umland ebenso. Um dieser Entwicklung

entgegenzuwirken, kommt es

zu originellen Einfällen: So werben im

Süden Hamburgs Landkreis und Ärzte

gemeinsam um Nachwuchsmediziner für

ihre Region. Ist dieser sogenannte „Stadtlandarzt“

ein neues Berufsmodell für die

Ärzteschaft? Die U-Bahn-Plakate in Hamburg

werben mit folgendem Slogan:

„praxis auf dem land? wohnen in der

stadt? das beste aus beiden welten:

www.stadtlandpraxis.de“ (siehe Abbildung

und Kasten rechts). Auch in den Kliniken

fehlen die Ärzte: Bundesweit werden

Zahlen von 6.000 (Schätzung der Deutschen

Krankenhausgesellschaft aus dem

Jahr 2010) bis 12.000 (Marburger Bund)

genannt.

Offensichtlich spielt bei der Stellensuche

die Größe der Klinik eine Rolle. So befragte

der Verband der Krankenhausdirektoren

Deutschlands (VKD) 2012 seine

Mitglieder, ob die Stellenbesetzung im

ärztlichen Bereich „sehr schwierig“ oder

„schwierig“ sei oder „keine Probleme“

aufwerfe. Während die Hälfte der Manager

von Allgemeinkrankenhäusern mit

weniger als 250 Betten die Stellenbesetzung

als „sehr schwierig“ bezeichneten,

sagten dies bei Kliniken mit mehr als 800

Betten lediglich 14 Prozent.

Lebensplanung beeinflusst

Niederlassungsentscheidung

Zunehmend weniger Ärzte wollen in der

Patientenversorgung arbeiten. Eine Umfrage

des Hartmannbundes unter Medizinstudenten

ergab, dass die Präferenzen

klar sind: 83 Prozent der knapp 4.400

befragten angehenden Mediziner planen

eine Familie beziehungsweise haben

bereits ein Kind. Danach erklären sich

mehr Ärzte für die Versorgung bereit,

wenn sie Beruf und Familie vereinbaren

können. Auf die Frage nach der Zukunft

als Arzt oder Ärztin, sahen sich 49 Prozent

als Angestellte in einer Klinik, 27 Prozent

als Niedergelassene, 22 Prozent als

Angestellte in einer Praxis/einem MVZ

und zwei Prozent im öffentlichen Gesundheitsdienst.

27 Prozent der Studierenden

planen schon heute ihre Niederlassung,

davon nur zehn Prozent in einer Einzelpraxis.

Lediglich neun Prozent wollen

eine Einzelpraxis auf dem Land übernehmen.

Viele können sich vorstellen, auf

dem Land zu arbeiten, wenn diese Arbeitszeit

auf einige Jahre befristet ist. Nach

einer Studie der Universität Leipzig sind

folgende Kriterien für oder gegen die

Niederlassungsentscheidung maßgebend:

Das Wichtigste ist ein gutes Schul- und

Betreuungsangebot für die Kinder. An

zweiter Stelle steht die Höhe des zu

erzielenden Einkommens. Danach rangieren

die beruflichen Perspektiven des

Clevere Werbeideen

für die Arztsuche

Partners, die berufliche Kooperation mit

Kollegen, die Anzahl der Bereitschaftsdienste

und das Angebot an Freizeitmöglichkeiten.

Arbeitszeiten und Arbeitsverteilung

Laut Ärztemonitor 2012, eine im Auftrag

der KBV und des NAV-Virchow-Bundes

durchgeführte Befragung von 11.000 repräsentativ

ausgewählten niedergelassenen

Ärzten und Psychotherapeuten

(m/w), beurteilen 98 Prozent der Teilnehmer

ihre Arbeit als nützlich und sinnvoll.

93 Prozent macht die Arbeit Spaß

und 90 Prozent sind mit ihrer Tätigkeit

zufrieden. Immerhin 82 Prozent würden

ihren Beruf wieder ergreifen. Allerdings

geben insgesamt 57 Prozent der Ärzte

an, nicht ausreichend Zeit für die Behandlung

ihrer Patienten zu haben. Was die

Im Rahmen der Initiative „stadtlandpraxis“ wirbt der Landkreis Harburg an

31 Standorten in fünf norddeutschen Regionen mit einer Plakatkampagne für

sich. Mit den Aussagen: „praxis auf dem land? wohnen in der stadt? das beste

aus beiden welten“ – soll dem Ärztemangel auf dem Land entgegengewirkt

werden. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Ärzten und solchen, die es

werden wollen, die Vorteile des ländlichen Kreises Harburg durch die Nähe zur

Metropole Hamburg näherzubringen. Außerdem gibt es bereits für Studenten

zahlreiche Fördermöglichkeiten wie Verbundweiterbildungen oder Komplettausbildungen.

Niederlassungswilligen Ärzten aus der Region Harburg bietet

die Initiative zudem eine langfristige Beratung und steht auch nach einer

Praxisgründung oder -übernahme unterstützend an ihrer Seite. Kurz gesagt:

„hier weiß man, warum man arzt werden wollte“.


8 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

9

Alter

Entwicklung des Durchschnittalters der Ärtze; Basis: unter 69-jährige Ärzte

(Bundesärztekammer, Bundesarztregister der KBV)

Selbstständiger Vertragsarzt:

Lohnt sich der Weg?

55

50

45

40

50,4 50,7

49,5 49,8 50,1

48,5 49,0

47,6

46,6

40,2 40,4 40,6 40,7

39,7 39,9

38,1 38,7 39,2

51,4 51,6

51,9

50,9 51,1

40,9 40,9 41,0 41,1 41,1

41,1

52,2

Was beinhaltet diese Entscheidung und wie sieht die berufliche Realität eines „ärztlichen

Unternehmers“ aus? Aus nunmehr über 25 Jahren selbstständiger Berufstätigkeit in

unserer allgemeinärztlichen Gemeinschaftspraxis in Bremen Schwachhausen werde ich

versuchen, Antworten zu geben.

35

30

1993 1995 1997 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Arbeitszeiten betrifft, so werden pro Tag

durchschnittlich 53 Patienten vom Hausarzt,

41 Patienten vom Facharzt und sieben

Patienten vom Psychotherapeuten

versorgt. Die wöchentliche Arbeitszeit wird

folgendermaßen angegeben: Hausarzt

57,6 Stunden, Facharzt 55,3 und Psychotherapeut

42,4 Stunden.

Neue Kooperationsformen

Hinsichtlich der Arbeitsverteilung verbringt

ein Vertragsarzt durchschnittlich

14 Prozent seiner Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben,

was zu viel ist und zu

Unzufriedenheit führt. Bereits seit Jahren

fordert die Ärzteschaft einen Bürokratieabbau.

Auch der KBV ist der Zusammenhang

zwischen Arbeitsunzufriedenheit

und Verwaltungsaufwand bewusst. Um

den Abbau der Bürokratie voranzutreiben,

hat sie u. a. das Online-Forum „Mehr

Zeit für Patienten“ als interaktives Portal

eingerichtet (www.buerokratieabbau.kvsafenet.de).

Für einen Großteil der jungen

Ärzte stellen die neuen Kooperationsformen

das Arbeitsmodell der Zukunft

dar. Die Einzelpraxis ist passé, auch wenn

laut Ärztemonitor 2012 momentan noch

53 Prozent in einer solchen arbeiten.

Etwa jeder dritte Arzt und Psychotherapeut

ist in einer Gemeinschaftspraxis,

jeder zehnte in einer Praxisgemeinschaft

und nur vier Prozent sind in einem MVZ

tätig. Bei einer Befragung vom Deutschen

Ärzteverlag (DÄV) und der Apobank,

welche sich an Niedergelassene

Vertragsärzte

und Kliniker richtete, stellte die Einzelpraxis

nur noch in 21 Prozent der Fälle die

optimale Versorgungsform dar. 12,7 Prozent

wären am liebsten in einem MVZ

tätig, wobei es wenig ausschlaggebend

ist, ob sich das MVZ unter ärztlicher Leitung

oder in Klinikträgerschaft befindet.

Bereits 41,4 Prozent der heute Niedergelassenen

geben an, dass sie am liebsten

in einer Kooperation (Praxisnetze, Berufsausübungsgemeinschaft

(BAG) oder überörtliche

Kooperation) arbeiten würden.

Gesundheitspolitisch wird der Ausbau

solcher Kooperationsmodelle gefordert.

Dabei gehen die Überlegungen sogar so

weit, Ärztenetze im Sozialgesetzbuch V

mit dem Status „Leistungserbringer“ zu

verankern. Dadurch könnten diese z. B.

MVZ betreiben, Ärzte anstellen oder frei

werdende Arztsitze erwerben.

Forderungen für die Zukunft

Das Berufsbild des Arztes hat sich in

Deutschland in den letzten Jahren ge nauso

stark gewandelt wie die demografischen

Verhältnisse. Um den Arztberuf wieder

attraktiver zu gestalten, müssen die Rahmenbedingungen

für niederlassungswillige

Ärzte verbessert werden. Zudem

sollte es das Ziel sein, auch die ärztliche

Versorgung in schwierigen Gegenden zu

sichern und Anreize sowie Arbeitsbedingungen

zu schaffen, damit ein solches

Tätigkeitsfeld auch für junge Arztfamilien

attraktiv wird. Ein wesentlicher Faktor ist

dabei der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen,

planbaren Arbeitszeiten und

einer guten Organisation des ärztlichen

Bereitschaftsdienstes. Die Aufgaben für

die Zukunft sind die inhaltliche Ausgestaltung

und Weiterentwicklung neuer

Kooperationsformen, wie z. B. Versorgungszentren,

Praxisgemeinschaften, Gemeinschaftspraxen,

Partnerschaften, Praxisnetze

und sonstige Kooperationsformen.

Die Förderung von Kooperation und Vernetzung

war auch eine der Forderungen

auf dem letztjährigen Deutschen Ärztetag

in Nürnberg. Diese „Work-Life-Balance“,

also das Nebeneinander von beruflicher

und privater Zufriedenheit zu erreichen,

ist das Ziel.

Literatur beim Verfasser.

Krankenhausärzte

Dr. Johannes Grundmann,

Facharzt für Innere Medizin,

Bremen

Jahr

Schriftliche Erlaubnis zur Eröffung der Arztpraxis aus dem Jahr 1921.

Am 5. April 1921 wurde meinem Großvater

Dr. Hugo Röhrscheidt vom Polizeipräsidium

Bremen die schriftliche Erlaubnis

erteilt, in der damaligen Kronprinzenstraße,

der heutigen Richard-Dehmel-

Straße, eine Arztpraxis zu eröffnen. Das

Viertel um das heutige Focke-Museum

war damals ländlich, die heutige Schwachhauser

Heerstraße endete als gepflasterte

Straße an der Friedhofstraße. Nach

seinem Schlaganfalltod übernahm seine

Tochter, meine Mutter, Dr. Gertrud Wewerka

1956 die Praxis und übergab sie 1986 an

mich, ihren Sohn. Nach aufwändiger

Umbauerweiterung und apparativer Modernisierung

führte ich diese Praxis

zunächst allein, ab 1993 mit meiner Frau,

Dr. Susanne Wewerka, als Allgemeinfacharztpraxis

weiter. Heute sind 92 Jahre

seit Gründung vergangen und wir schauen

auf eine lange und erfolgreiche Praxis-

Historie zurück. Die Beweggründe, sich

nach hierarchisch geprägter Facharztausbildung

in „freier Praxis niederzulassen“,

waren für mich ebenso vielfältig wie verlockend

– denn diese Tätigkeit war mir

seit frühen Kindertagen vertraut: tägliche

Sprechstunden, (nächtliche) Hausbesuche,

auch zu Geburten, Notfälle, Unfälle

und kleine Chirurgie, Impfungen,

Krankheitsprävention durch Beratungen,

Labor, Schlichtungen bei Streitigkeiten,

Vorgaben zu gesunder Lebensführung

und Erziehungsempfehlungen sowie Diagnostik

und Therapie einer großen Palette

zu klärender Krankheitsbeschwerden durch

hausärztliche Perimetriekompetenz. Ärztliche

Fürsorge, Diskretion, erarbeitetes

Vertrauen, Verant wortung und gegenseitiger

Respekt kennzeichneten dabei die

miterlebten und prägenden Interaktionen.

Gewachsene fachliche Kooperationen,

langjährige ganze Familienverbände,

umfassende hausärztliche Be treuung, die

oft über den medizinischen Bereich hinaus

in viele Lebensbereiche von Patienten

hineinwirkte, war die erlebte tägliche,

vielseitige, anstrengende aber selbstbestimmte

Arbeitsrealität in einer solchen

Hausarztpraxis. Noch heute finden

sich auch bei uns in dritter Generation

nicht wenige Patientenfamilien aus mehreren

Generationen Praxiszugehörigkeit

in Behandlung, die mit moderner Praxisausstattung

auf hohem fachlichen Niveau

trotz unzureichender Rahmenbedingungen

stattfindet. Nach einem kurzen KV-

Einführungsseminar (1985) zu Formalia

der Vertragsarztniederlassung, ergab sich

für mich in der Niederlassungsplanung

im Frühjahr 1986 ein stattliches Mosaik

zu klärender Fragen, ohne, dass man auf

die Antworten in irgendeiner Art durch

Studium und/oder Facharztausbildung

vorbereitet war. Die für die Einarbeitung

in die oben genannten Themen zur Verfügung

stehende Planungs- und Umbauzeit

von zwei Monaten konnte so intensiv

genutzt werden, dass aus diesen Erfahrungskenntnissen

ein Seminar und Script

„Niederlassung in ärztlicher Praxis“ entstand,

welches als Wochenendseminar

für junge Kollegen bundesweit über 20

Mal erfolgreich durchgeführt wurde.Für

die Entscheidung zur eigenen (Hausarzt-)

Praxis stehen die Signale auf „go“! Aber zu

wenig junge Ärzte sind bereit, in die freie

(Hausarzt-)Praxis zu gehen. Dies hat verschiedene

Gründe, wie verändertes Rollenverständnis,

bedingt kalkulierbare,

volatile Rahmenbedingungen, „gesundheitspolitisches

Gestaltungsmikado“, „Work-

Life-Balance“, Bildungs-, Freizeit- und Kulturanspruch,

Veränderung bei Genderdominanzen

(Anteil weiblicher Studienabsolventen

derzeit 64 Prozent!), reduzierte

Risikobereitschaft und anderes mehr. Daher

sieht ein großer Teil der fachärztlichen

Berufsstarter die eigene Zukunft derzeit

eher im Angestelltenstatus in einem Krankenhaus

oder MVZ. Vice versa gibt es aber

eine wachsende Zahl altersbedingt abgabewilliger

Kollegen. Der Anbietermarkt für

niederlassungswillige Hausärzte ist groß.

Die junge Generation jedoch, die heute

bewusst ihr Glück und ihre berufliche

Zukunft in der eigenen Praxis sieht, wird

im Verlauf der selbstständigen Berufstätigkeit

mit häufigen Veränderungen (Variatio

delectat!) leben lernen müssen. Denn

als frisch niedergelassener Arzt sind Sie

gefordert, sämtliche fachlichen und wirtschaftlichen

Entscheidungen im Vorweg zu

bedenken und mittelfristig zu begleiten,


10 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

11

Drei Niederlassungsvoraussetzungen

In der Zeit der Planung müssen auch die notwendigen Formalia zur Niederlassung erfüllt werden:

1. Eintrag ins

Arztregister

2. Eintrag in die

Warteliste

3. Bewerbung um ausgeschriebene

Arztsitze und Qualifikationen

Kompetenzen im MVZ gebündelt

Wir arbeiten seit Juli 2011 mit vier Ärzten in einem Medizinischen Versorgungszentrum

(MVZ) – drei Nephrologen und ein Urologe. Ein Erfahrungsbericht nach knapp zwei Jahren.

■■

Antragsformular Arzt

■■

Geburtsurkunde

■■

Urkunde über Approbation

als Arzt

■■

Urkunde über die Facharztanerkennung

/Qualifikation

■■

Urkunde über abgeschlossene

Weiterbildungen

■■

Zeugnis über ärztliche Tätigkeit

und bestandene Prüfungen

■■

ggfs. Heiratsurkunde bzw.

Auszug aus dem Familienstammbuch

Auch nach erfolgter Zulassung

ist das Arztregister ein wichtiger

Bestandteil der vertragsärztlichen

Tätigkeit. Für Änderungen

von Sprechzeiten,

Veröffentlichung der Privatanschrift,

für Angaben über

die Beschäftigung von Assistenten,

Vertretungen, u. v. m.

bestehen verschiedene Mitteiungspflichten.

Empfehlenswert ist es heute,

sich beim Arztregister in die

Warteliste für eine Zulassung

in dem jeweiligen Fachgebiet

eintragen zu lassen.

Voraussetzung dafür ist eine

erfolgte Eintragung in ein

Arztregister. Mit dem Wartelisten-Eintrag

dokumentiert

der Arzt sein nachhaltiges

Interesse an einer Niederlassung.

Die Eintragung in die Warteliste

ist deshalb wichtig,

weil das Datum der Eintragung

in die Warteliste für

die Auswahl zwischen mehreren

Bewerbern bei der

Durchführung des Auswahlverfahrens

zur Nachbesetzung

eines Vertragsarztsitzes

ausschlaggebend sein kann.

Seit dem 01.01.2013 gilt folgendes Verfahren: Der abgebende

Arzt beantragt beim Zulassungsausschuss die

Durchführung des Nachbesetzungsverfahrens. Wenn der

Zulassungsausschuss dem Antrag stattgibt, wird der Sitz

unter Bekanntgabe einer Bewerbungsfrist zur Nachfolge

ausgeschrieben. Dann können sich Interessenten darauf

bewerben. Eine solche Bewerbung erfordert einen Zulassungsantrag,

der fristgerecht bei der Geschäftsstelle des

Zulassungsausschusses eingehen muss. Dem Zulassungsantrag

müssen beizufügen werden:

■■

Ein Lebenslauf

■■

Ein polizeiliches Führungszeugnis

■■

Bescheinigungen der KVen, in deren Bereich der Arzt

bisher niedergelassen oder zur vertragsärztlichen Versorgung

zugelassen war, aus denen sich Ort und Dauer

der bisherigen Niederlassung oder Zulassung und der

Grund einer etwaigen Beendigung ergeben,

■■

Eine Erklärung über im Zeitpunkt der Antragstellung

bestehenden Dienst- oder Beschäftigungsverhältnisse

unter Angabe des frühestmöglichen Endes des Beschäftigungsverhältnisses

■■

Eine Erklärung des Arztes, ob er drogen- und alkoholabhängig

ist oder innerhalb der letzten fünf Jahre gewesen

ist, oder er sich innerhalb der letzten fünf Jahre einer

Entziehungskur unterzogen hat und dass gesetzliche

Hinderungsgründe der Ausübung des ärztlichen Berufs

nicht entgegenstehen.

Vor dem Zusammenschluss im MVZ waren zwei Kollegen 15

beziehungsweise 29 Jahre lang in einer nephrologischen Gemeinschaftspraxis

niedergelassen. Der dritte Nephrologe kommt

direkt aus einer Kliniktätigkeit. Kennzeichen eines Medizinischen

Versorgungszentrums ist, dass sich fachübergreifend

mindestens zwei verschiedene Fachrichtungen zusammenschließen.

In unserem Fall haben wir, passend zu unserem

Fachgebiet, einen Urologen aus unserer Nachbarschaft für

unser Medizinisches Versorgungszentrum gewinnen können.

Als dessen Nachfolger arbeitet z. Z. Dr. Rüdiger Große-Heitmeyer

mit uns zusammen, ein Kollege, dessen Lebenssituation

noch einmal ganz anders ist, da er eigentlich sein Berufsleben

in einer großen, erfolgreich geführten Praxis in der Nähe von

Bremen schon abgeschlossen hatte, und den die neue Aufgabe

dann noch einmal gereizt hat. Kennzeichen eines Medizinischen

Versorgungszentrums ist auch, dass es Verwaltungsstrukturen

gibt, die den Ärzten viele Organisations- und Arbeitsabläufe

abnehmen. Das kann bei einem ärztlich geleiteten MVZ

ein Kollege sein, der sich besonders mit Administration, mit

Qualitätsmanagement, Finanzen etc. auskennt. Das kann, wie

in unserem Fall, ein gemeinnütziger Träger sein, hier das Kuratorium

für Dialyse und Transplantation (KfH).

Die Idee dabei ist auch, dass durch bessere Ressourcenausnutzung

Kosten gespart werden und dass von einer guten interdisziplinären

Zusammenarbeit Ärzte und Patienten profitieren.

Wir haben dafür unsere Kassenarztsitze an das Medizinische

Versorgungszentrum abgetreten und uns von unserem MVZ

anstellen lassen. Abrechnung und Organisation laufen nach

außen weiter wie in einer kassenärztlichen Praxis.

Vier Kollegen – vier Lebenssituationen:

Was finden wir gut, was nicht?

Die Geschäftsstelle prüft die Antragsunterlagen lediglich

auf ihre Vollständigkeit. Sind mehrere Bewerber vorhanden,

entscheidet der Zulassungsausschuss nach Durchführung

eines Auswahlverfahrens. Die insoweit maßgeblichen

Kriterien ergeben sich aus dem Gesetz (§ 103 Abs. 4

SGB V). Auswahlkriterien sind u. a. die berufliche Eignung

das Approbationsalter, die Dauer der ärztlichen Tätigkeit

sowie die Dauer der Eintragung in die Warteliste. Der

Zulassungsausschuss entscheidet dann zum festgelegten

Sitzungstermin über Zulassungsart, -zeitpunkt und -umfang.

Dr. Thomas Otterbeck, Dr. Karla Schmaltz,

Dr. Michael Wilfling und Dr. Rüdiger

Große-Heitmeyer (v.li.).

auch wenn sich Gebührenordnungsgestalter

– trotz ausgewiesener Kompetenz – in

ihrer „ EBM-Kreativität“ kaum um allgemeingültige

BWL-Praxiskriterien kümmern.

Um das „Unternehmen“ Arztpraxis nach

erfolgter Übernahme durch Sie aber auf

Kurs zu halten, sind adjustierbare Kenntnisse

in Betriebsorganisation, laufende

Fortbildung in den Medizinkern fächern

und M-Technik, BWL, Steuern, Flexibilität

und (Personal)-management erforderlich.

Kommunikationsbereitschaft, seriöses, fachlich

überzeugendes, freundliches Auftreten

und die Fähigkeit zu professioneller

Empathie sind weitere wertvolle Eigenschaften,

die den Praxiserfolg auch in

wechselvollen Zeiten garantieren. Hier

sind auch alle medizinischen Fakultäten zu

ergänzenden Ausbildungscurricula aufgerufen.

Der altersbedingte Exodus, gerade

im hausärztlichen Bereich, ermöglicht

dem engagierten Niederlassungswilligen

jedoch in einem der schönsten und noch

weitestgehend selbstbestimmbaren Berufsfelder

– bei preiswertem Finanzierungsangebot

– gute bis sehr gute Zu kunftsaussichten.

Ich wünsche Ihnen hierzu den Mut

und viel Erfolg!

Dr. Joachim Wewerka,

Facharzt für Allgemeinmedizin,

Bremen

Dr. Karla Schmaltz, Fachärztin für Innere Medizin/Nephrologie

Es kommt mir zum Ende meiner beruflichen Tätigkeit sehr entgegen,

dass ich bedarfsgerechte Arbeitszeitmodelle in Anspruch

nehmen kann. So arbeite ich z. Z. nur noch an drei Tagen in der

Woche, um mich schon mal etwas an den Ruhestand zu gewöhnen.

Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Wiedereingliederung

nach Krankheit – die Arbeitszeiten sind flexibel zu regeln.

Das finanzielle Risiko ist nicht mehr gegeben. Zwar müssen

auch wir unser Geld „ganz normal“ kassenärztlich verdienen,

aber wir beziehen ein Gehalt und gehen keine existenziellen

Verpflichtungen mehr ein. Was mir nicht so gut gefällt: Als Praxisinhaber

waren wir für alles verantwortlich und über alles

informiert. Im MVZ läuft jetzt manches an uns vorbei. Und nicht

alles gefällt uns so, wie wir das selber entschieden hätten.


12 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung 13

Dr. Michael Wilfling, Facharzt für Innere Medizin/Nephrologie

Die Aufgabe der Gemeinschaftspraxis war nicht mein Wunsch,

wurde aber zum Erreichen des gemeinsamen Organisationsziels

i. R. einer Umstrukturierung notwendig. Erleichtert wurde mir

der Eintritt in das MVZ auch durch langjährig vertraute Partner.

Überraschend positiv spürbar war gleich die Reduktion der Verantwortung

für Betrieb einschließlich Personal und Finanzen,

ein Gefühl von sicherer Basis in unruhigen Zeiten. Weitere Vor-

teile sind für mich die fachübergreifende Umstrukturierung mit

Erweiterung meines medizinischen Arbeitsfeldes, eine Reduktion

der Verwaltungstätigkeit und Flexibilisierung der Arbeitszeiten,

was besonders der Familie mit meinen noch kleinen

Kindern zugute kommt. Den Nachteil erheblich eingeschränkter

unternehmerischer Möglichkeiten und Chancen muss ich dafür

allerdings in Kauf nehmen.

Niederlassung ja oder nein?

Kollegen berichten aus der Praxis

Die Erfahrung Anderer kann bei einer Entscheidungsfindung ein ausschlaggebendes

Kriterium sein. Brigitte Bruns-Matthießen, Dr. Henning Ortlepp und Dr. Christian Stier

berichten von ihrer Niederlassungsentscheidung.

Dr. Rüdiger Große-Heitmeyer, Facharzt für Urologie

Nach 20-jähriger Tätigkeit als Urologe in einer belegärztlichen

überörtlichen Gemeinschaftspraxis, konnte ich mich mit der

Übernahme der urologischen Abteilung unseres MVZ – frei vom

unternehmerischen Risiko mit all den Vor- und Nachteilen – auf

die ärztliche und medizinische Aufgabe konzentrieren – auch

fachübergreifend. Ich finde es spannend, noch einmal selbständig

eine Fachpraxis in einem schwierigen Umfeld aufbauen und

mitgestalten zu können. Die Arbeitsbelastung ist gut zu leisten

und in vielen Dingen entspannter als in der eigenen Niederlassung.

Da ich jetzt bereits über 60 Jahre alt bin, kam mir diese

Möglichkeit der urologisch ambulanten Tätigkeit sehr entgegen,

auch unter dem Aspekt einer adäquaten Vergütungsregelung.

Wir haben uns vor zwei Jahren entschlossen, unsere Praxis in ein

MVZ umzuwandeln. Zusammengefasst sehen wir Vorteile vor

allem in der sehr flexiblen Arbeitszeitgestaltung und darin, sich

finanziell nicht auf Jahre festlegen zu müssen. Man wird von

Verwaltungsaufgaben entlastet und die interdisziplinäre Zusammenarbeit

ermöglicht einen raschen Patientendurchlauf und

einen nicht abreißenden Gesprächsfaden. Nachteile sind, dass

man das Ganze der Praxis etwas aus dem Blick verliert und

weniger mitgestaltet.

Warum haben Sie sich für die Niederlassung entschieden?

Welche berufliche Tätigkeit haben Sie davor ausgeübt?

Brigitte Bruns-Matthießen: Ich bin seit dem 1. Januar

2011 als hausärztliche Internistin in der Bremer Neustadt niedergelassen.

Zuvor war ich als Abteilungsleitung in der Verwaltung

angestellt. Diese Tätigkeit hatte ich mir sechs Jahre zuvor

aus familiären Gründen gewünscht, sie war sehr interessant

und ich hatte bei guten Arbeitsbedingungen auch keine konkreten

Pläne zu einem erneuten Wechsel. Dieser hat sich zufällig

ergeben, sodass meine Entscheidung zur Niederlassung

innerhalb von zirka zwei Wochen gefallen ist. Eine Nachbarin

und Freundin fragte mich, ob ich mir eine Gemeinschaftspraxis

mit ihr vorstellen könne. Ihre ursprünglichen Pläne hatten sich

zerschlagen. Es passte einfach alles, wir stimmten in unseren

Vorstellungen, was Arbeitszeit und Organisation anging, überein,

auch gefällt mir der Stadtteil, in dem die Praxis liegt, sehr

gut. Ich musste mich unter großem Zeitdruck zügig entscheiden

und habe zugesagt.

Dr. Thomas Otterbeck, Facharzt für Innere Medizin/Nephrologie

Als „Klinikaussteiger“ bot mir die Tätigkeit im MVZ eine attraktive

Alternative zur kostenintensiven Niederlassung als Nephrologe.

Neben dem Wegfall der „Einstiegsinvestition“, besteht

zumindest keine unmittelbare Sorge um die zunehmenden und

kaum kalkulierbaren Risiken für die Erlössituation einer Praxis.

In Hinblick auf eine andere angestellte Tätigkeit im niedergelassenen

Bereich bietet die Beschäftigung bei einem institutionalisierten

großen Mitspieler im Gesundheitswesen möglicherweise

mehr Sicherheit. Als Nachteil gegenüber einer selbst ständigen

Tätigkeit empfinde ich, trotz insgesamt zufriedenstellender Mit-

gestaltungsmöglichkeiten im KfH-MVZ, eine geringere, aber vor

allem indirektere Möglichkeit, unser MVZ betreffende Entscheidungen

mitzugestalten und zu beeinflussen. Vor allem aber

schnelle Problemlösungen empfinde ich als deutlich eingeschränkt.

Aufgrund der Kooperation des MVZ-Trägers mit der

benachbarten Klinik ergab sich die attraktive Chance, sowohl im

ambulanten als auch im stationären Bereich, nephrologisch tätig

zu sein. Gleichzeitig macht mir die fachübergreifende, bei uns

im MVZ sehr direkte Zusammenarbeit im kollegialen Team viel

Freude.

Dr. Henning Ortlepp: Bisher bin ich angestellter Arzt im

Krankenhaus gewesen, zunächst in Weiterbildung, zuletzt als

angestellter Facharzt, allerdings noch mit dem Ziel eine weitere

Weiterbildung abzuschließen. Initialer Auslöser zur Niederlassung

war die Idee der Mühle des Klinikbetriebes zu entfliehen.

Es stellte sich bei mir ein immer weiter steigender Frust aufgrund

der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus ein. Ständige

Wochenend- sowie Nacht- und Spätdienste wurden immer

mehr zur Belastung, insbesondere seitdem die Kinder da sind.

Somit entwickelte sich die Idee in die hausärztliche Niederlassung

zu gehen, um diesen Umständen zu entfliehen. Es war

auch sehr schnell der Entschluss gefasst, das mit einem Kollegen

als gemeinsames Projekt mit dem Ziel einer Gemeinschaftspraxis

umzusetzen.

Dr. Christian Stier: Als niedergelassener Arzt bin ich viel

näher am Patienten und besonders an der Familie – nicht nur

situativ wie in der Klinik. Ich begleite die mir anvertrauten Kinder

von Geburt an in ihrem Sozialraum (Krippe, Kindergarten,

Schule, Hort, Jugendamt, Gesundheitsamt), in ihrer Kultur und

mit ihren Begleitumständen (z. B. Trennung der Eltern, Migrationshintergrund

etc.). Dies ist auch das Schöne und die Motivation

in meinem Berufserleben als niedergelassener Arzt. Die

Entscheidung fiel mir relativ leicht, da ein Praxissitz „Kinderheilkunde

und Jugendmedizin“ vor zehn Jahren frei wurde, mit

zusätzlichem Schwerpunkt „Neuropädiatrie“. Damals waren hohe

Abschlagszahlungen die Regel und mehrere Kollegen/innen

bewarben sich gleichzeitig. Vorher war ich drei Jahre an der Klinik

für Kinder und Jugendliche am LDW tätig, mit dem Schwerpunkt

„Neuropädiatrie“. Davor habe ich neun Jahre an zwei Universitätskliniken

(Köln, Marburg) eine breite fachärztliche Ausbildung

erfahren können, mit z. T. Spezialkenntnissen (Kindernephrologie

und Kinderneurologie).

Vernissage am 2. Mai

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie hinsichtlich der Vereinbarung von

Beruf und Familie und Ihrer persönlichen Lebensqualität?

18 Blaumeier-Positionen in der KV Bremen

Mit einer Vernissage am 2. Mai 2013, um 15.00 Uhr, eröffnet die KV Bremen eine

Ausstellung des Bremer Blaumeier-Ateliers. Der Titel „Mein Thema: 18 Positionen des

Blaumeier-Ateliers“ hält genau das, was er verspricht: 18 Künstler zeigen, wie sie

die Welt sehen. Die Werke sind noch bis zum 24. August 2013 in den Räumen der

KV Bremen zu bewundern.

Brigitte Bruns-Matthießen: Als Chefin, die man als

selbstständig Niedergelassene ja ist, kann man seine Arbeitszeiten

und seine Aufgabenverteilung innerhalb eines bestimmten

Rahmens frei wählen, sodass sich Beruf und Familie prinzipiell

gut vereinbaren lassen. In ruhigen Zeiten gibt es nichts

auszusetzen. In unruhigen Zeiten, wenn der Server abstürzt,

das Telefon ausfällt, eine Mitarbeiterin schwanger wird, die

Kollegin erkrankt und/oder ähnliche Szenarien auftreten, empfinde

ich die Selbstständigkeit als immensen Druck, dem man

sich nicht entziehen kann. Ich bin froh, dass er sich in unserem

Fall auf vier Schultern verteilt. Die Selbstständigkeit in einer

Einzelpraxis wäre für mich aus ganz unterschiedlichen Gründen

undenkbar.


14 Berufsentscheidung: Ambulante Versorgung

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

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INTERN

15

Dr. Henning Ortlepp: Ich erhoffe mir von der Niederlassung

eine Verbesserung der Planbarkeit. In der Klinik war ein

sehr belastender Umstand, dass der Dienstplan aufgrund von

Krankheits- oder anderen Ausfällen nie verlässlich war. Man

musste immer damit rechnen, irgendwo einspringen zu müssen

und irgendwelche Lücken zu stopfen. In der eigenen Praxis

wird es sicherlich eine Menge Arbeit zu bewältigen geben und

die wöchentliche Gesamtarbeitszeit wird mit Sicherheit nicht

niedriger sein als Arbeitszeit im Krankenhaus. Aber ich erhoffe

mir eine bessere Vorhersehbarkeit und die Möglichkeit, die

anfallende Arbeit mir selbst besser einteilen zu können. Als

Selbstständiger kann ich meine Praxis nach meinen Wünschen

strukturieren und damit hoffentlich befriedigendere Lösungen

für mich finden. In diesem Fall allerdings in Absprache mit dem

anderen Partner der Gemeinschaftspraxis. Diese eigene Strukturierbarkeit

sehe ich als Vorteil der Niederlassung. Dadurch

ergibt sich auch eine bessere und flexiblere Planbarkeit insbesondere

um auch Zeiten für die Familie zu haben. Auch die

angestrebte Gemeinschaftspraxisform kann da aus meiner

Sicht Vorteile bieten, da die Aufgabenverteilung auf zwei oder

mehr Köpfe eine bessere Arbeitsverteilung ermöglichen kann,

bis hin zur gegenseitigen Urlaubsvertretung oder der vielleicht

möglichen Gestaltung einer vier Tage Woche für beide Partner.

Nachteile der Niederlassung sehe ich in dem Umstand, das im

Falle von Krankheit eines Partners sich natürlich kurzfristig

auch hier eine deutliche Mehrbelastung ergeben kann, die

durch den anderen dann alleine kompensiert werden muss.

KV Bremen: Vertreterversammlung

entlastet Vorstand

Die Vertreterversammlung (VV) der KV Bremen hat in ihrer Sitzung vom 12. März 2013

mit großer Mehrheit eine Aufstockung der Weiterbildungsassistenten in der

Allgemeinmedizin beschlossen.

Dr. Christian Stier: An der Klinik waren Arbeitswochen

von 60 Stunden und mehr die Regel. Die Arbeit fiel häufig auch

abends und an den Wochenenden (Hintergrund) an. Privatleben

war damals kein Thema. Insofern habe ich persönlich sehr

von der Niederlassung profitiert, da nur zirka einmal im Monat

ein Notdienst für vier Stunden gewährleistet werden muss. Feiertage

sind i. d. R. frei, das kannte ich vorher zwölf Jahre lang

nicht. Weiterhin habe ich 2011 zusammen mit fünf Kollegen/

innen aktuell eine interdisziplinäre Zweigpraxis „KiM“ (Kinderund

Jugendärzte im Medicum) aufmachen können, in Kooperation

mit dem Berufsverband, vor allem Herrn Dr. Stefan Trapp

Was sollten Kolleginnen/Kollegen vor der Niederlassung beachten?

Welche konkreten Tipps können Sie geben?

und der KV (besonderer Dank an Herrn Scherer); Selektivvertrag

mit allen Bremer Krankenkassen. Damit konnten wir uns

einen Traum realisieren, um chronisch kranke und/oder behinderte

Kinder und Jugendliche mit deren besonderen Problemen,

interdisziplinär betreuen zu können. Vor allem lerne ich

auch viel von meinen Kollegen/innen. Eigeninitiative und mehr

individueller Freiraum ist bei Fortbildungen gefragt, auch bei

unserer eigenen Veranstaltung „Aus der Praxis für die Praxis“

im Bereich der Neuropädiatrie für (niedergelassene) Kollegen/

innen und für die Kollegen/innen im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Mehr Weiterbildungsassistenten

in

der Allgemeinmedizin

Die Anzahl der Förderstellen in der Allgemeinmedizin

im Land Bremen wird von derzeit 18 auf 28 aufgestockt.

Die Aufstockung um zehn Stellen wird aus dem Honorar

nach Honorartrennung finanziert, während 18 Stellen

nach wie vor aus dem Verwaltungshaushalt der KV

Bremen gefördert werden. Für diesen Kompromiss

stimmten elf VV-Mitglieder, drei votierten dagegen. In

der Diskussion wurde deutlich, dass auch andere Fachgruppen

einen Förderbedarf sehen, insofern forderte

eine Mehrheit, dass die Subventionierung von Weiterbildungsassistenten

von der jeweiligen Fachgruppe zu

tragen ist.

KV-Mitgliederbefragung:

Arbeitsgruppe erarbeitet

Maßnahmenpaket

Eine Arbeitsgruppe aus VV-Mitgliedern, „Basis-Ärzten“

und dem KV-Vorstand soll konkrete Handlungsoptionen

aus den Ergebnissen der Mitgliederbefragung vom

November 2012 ableiten. Darauf verständigten sich die

Mitglieder der Vertreterversammlung in ihrer Sitzung

am 12. März. Eine Analyse zur Umfrage sowie ein Datenteil

mit allen Ergebnissen werden in der April-Ausgabe

des Landesrundschreibens veröffentlicht.

Brigitte Bruns-Matthießen: Viele gute Tipps habe ich

nicht, denn die Entscheidung hängt im Einzelfall von vielen Faktoren

ab. Neben Gesprächen mit Kollegen und Freunden ist es

sicher hilfreich im Vorfeld Beratungsangebote, z. B. der KV, Ärzte-

Dr. Henning Ortlepp: Für eine Niederlassung sollte man

sich einen sehr großzügigen Zeitrahmen setzen. Die Verhandlungen

und Informationsprozesse, die daran beteiligt sind, dauern

länger, als mir am Anfang klar war. Man sollte versuchen,

möglichst viele Informationen zu sammeln und mit möglichst

vielen Leuten darüber vorher sprechen, insbesondere Menschen,

die bereits Erfahrungen mit der Niederlassung haben. So

lässt sich doch der eine oder andere Stolperstein umgehen. Kolleginnen

und Kollegen, die vorher in der Klinik gearbeitet

kammer und Apo-Bank, wahrzunehmen. Für mich persönlich

war eine gute Absicherung, z. B. für den eigenen Krankheitsfall,

sehr wichtig.

haben, würde ich den gleichen Rat geben, der mir von einem

Hausarzt gegeben wurde und den ich gerade befolge: Man

sollte sich unbedingt vor der eigenen Niederlassung eine Zeit

lang anstellen lassen, um das ambulante Arbeiten kennenzulernen,

Erfahrungen in der Praxis zu machen und um die

Arbeitsform kennenzulernen. Ich hoffe, dass man sich damit

den Einstieg in die eigene Selbstständigkeit deutlich erleichtern

kann.

Dr. Christian Stier: Aus meiner Sicht wird die betriebswirtschaftliche

Seite zu wenig beachtet – und da hätte ich mir

auch, wie z. T. in anderen Bundesländern realisiert, eine Unterstützung

seitens der KV gewünscht. Damit wird man alleingelassen,

nicht nur in der Einzelpraxis. Weiterhin übernehmen wir

Niedergelassene Personalverantwortung und müssen Führungskompetenzen

sowie die Effizienz von Behandlungsabläufen

lernen. Das sind Inhalte, die weder im Studium noch in der

Klinik erlernt werden. Am meisten habe ich von Freunden profitiert,

die bereits niedergelassen waren. Diese konnten mir am

besten die Strukturen und Zahlen der Praxis interpretieren. Viel

Freude bereitet mir die Ausbildung in der Praxis, seien es Ärztinnen,

Studenten, Praktikanten oder MFA. Zusammenfassend

bereue ich den Schritt in die Niederlassung nicht und kann

meine eigenen Interessen und Vorstellungen von Medizin und

Versorgung kranker oder von drohender Behinderung betroffener

Kinder und Jugendlicher individueller und familienorientierter

als in der Klinik umsetzen.

VV-Vorsitzender plädiert

für mehr Kollegialität in

der Ü-Schein-Frage

Für ein kollegiales Miteinander und Festhalten am eingespielten

Überweisungsverfahren macht sich der Vorsitzende

der Vertreterversammlung, Dr. Thomas Liebsch,

stark. „Überweisungen haben einen großen Wert für

Fach- und Hausärzte“, stellte Liebsch in der Sitzung am

12. März fest. Nach Wegfall der Praxisgebühr werden

Ü-Scheine in einigen Praxen abgelehnt. Dies ist jedoch

ein Verstoß gegen die Berufsordnung.

KV-Vorstand wird

für das Haushaltsjahr 2011

entlastet

Nichts zu beanstanden: So lautet das Fazit des Rechnungsprüfers

für das Haushaltsjahr 2011, woraufhin die

Vertreterversammlung in der Sitzung am 12. März den

KV-Vorstand einstimmig entlastet hat. Der Jahresgewinn

von rund 690.000 Euro ergibt sich vor allem aus dem

Verkauf von Wertpapieren (410.000 Euro) und einer

Rückzahlung von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Die Verwaltungskostenumlage in der KV Bremen

liegt seit Jahren mit 2,03 Prozent verglichen mit anderen

KVen auf sehr niedrigem Niveau.


16 INTERN

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13 BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

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Anzeige

Die neue Bedarfsplanung:

Landesausschuss nimmt Arbeit auf

Zum 1. Juli 2013 soll bundesweit das neue Regelwerk zur Bedarfsplanung umgesetzt

sein: In Bremen hat der zuständige Landesausschuss Ärzte/Krankenkassen Ende Februar

seine Arbeit unter neuem Recht aufgenommen. Unabhängiger Vorsitzender ist der

Bremer Gesundheitsökonom Prof. Dr. Norbert Schmacke.

Im Landesausschuss haben Vertreter der KV Bremen und der

regionalen Krankenkassenverbände Stimmrecht. Darüber hinaus

können Vertreter der Landesregierung und von Patientenverbänden

an den Sitzungen teilnehmen.

Wichtigste Aufgabe des Landesausschusses ist die Umsetzung

der Bedarfsplanungsrichtlinie, wie sie der Gemeinsame Bundesausschuss

Ende vergangenen Jahres beschlossen hat. Die

bisherige Bedarfs planung sah für alle Arztgruppen einheitliche

Planungsbereiche vor, nämlich Kreise und kreisfreie Städte.

Dagegen unterscheidet die neue Bedarfsplanung zwischen vier

Versorgungsebenen, in denen verschiedene Arztgruppen jeweils

unterschiedlich großen Planungsbereichen zugeordnet

werden. Dies führt zu spürbaren Veränderungen, allerdings vor

allem im ländlichen Raum. Die Planungsbereiche in Bremen

und Bremerhaven bleiben von der neuen Bedarfsplanung weitgehend

unberührt. Von der Möglichkeit, regional abzuweichen

und kleinere Planungsräume zu definieren, will die KV Bremen

keinen Gebrauch machen und sich im Landesausschuss entsprechend

positionieren. „Ich sehe keinen Anlass, in die Freiheit

von Ärzten deshalb einzugreifen, weil die in der Stadt allenthalben

herrschende Überversorgung in einzelnen Stadtgebieten

unterschiedlich ausgeprägt ist“, begründet KV-Vorstand Dr. Jörg

Hermann. „Vor allem eine Einmischung der Politik (die mit einer

Senatsanfrage der Bürgerschaft schon begonnen hat) in die Aufgaben

der ge meinsamen Selbstverwaltung, sollte die Ärzteschaft

in Habtachtstellung bringen. Ein National Health Service

ist für mich kein Vorbild.“

Christoph Fox,

KV Bremen

Imagekampagne für

Ärzteschaft startet

Mit einem TV-Spot kurz vor der „tagesschau“ beginnt am 26.

April eine Kampagne, die zum Ziel hat, die Attraktivität des

Berufsbilds der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten

zu erhöhen. Fünf Jahre lang wird mittels TV- und Kinowerbung,

Anzeigen, City-Plakaten und Flyern mit dem Slogan „Wir arbeiten

für Ihr Leben gern“ geworben. „Wir wollen mit der Kampgne

das Bild der ärztlichen Arbeit in der Öffentlichkeit positiv formen“,

erklärt Dr. Jörg Hermann, Vorsitzender der KV Bremen.

Das scheint zunächst ein Selbstläufer zu sein – immerhin gehört

der Arztberuf zu den beliebtesten und anerkanntesten in

Deutschland. Die Patienten vertrauen ihren Ärzten. Doch Politik

und Krankenkassen zeichnen über die Medien gern das Bild des

korrupten und faulen Mediziners. Dieses Zerrbild stößt bei vielen

auf Entsetzen. Das haben erst jüngst mehrere Befragungen

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gezeigt. „Stellt uns

ein mal so dar, wie wir wirklich sind“, lautete eine Forderung.

Daneben soll mit der Kampagne noch etwas anderes erreicht

werden. Dr. Jörg Hermann: „Wir müssen dem potenziellen Ärztenachwuchs

zeigen, dass es attraktiv ist, sich niederzulassen.“

Das Engagement der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten,

ihr Einsatz für die Patienten, ihr Herzblut, die Überstunden,

die Liebe zum Beruf – all das wird gezeigt werden. Genauso

werden aber auch die Bedingungen thematisiert, die die ärztliche

Tätigkeit behindern, zum Beispiel das Übermaß an Bürokratie.

Es geht also nicht um eine Fiktion nach dem Motto „der

fröhliche Landarzt“, sondern um ehrliche Aussagen. Die Botschaft

kumuliert in dem Kampagnen-Slogan: „Wir arbeiten für

Ihr Leben gern“.

Folgerichtig stehen im Mittelpunkt der TV-Spots und der Plakataktionen

„echte“ Ärzte und Psychotherapeuten. Mit ihren

Gesichtern stehen sie für die Botschaften ein. Die riesigen City-

Plakate werden in mehr als 110 deutschen Städten zu sehen

sein, in Bremerhaven und Bremen auf insgesamt 120 Flächen.

Diese Medienpräsenz hat ihren Preis. Etwa drei Millionen Euro

aus dem KBV-Haushalt wird die Kampagne pro Jahr kosten. Dass

sich dieser Einsatz lohnen könnte, zeigen erste Reaktionen von

70 Ärzten und Psychotherapeuten, die für die Spots und die

Plakatwerbung „gecastet“ wurden. Alle waren begeistert. Niemand

hat die Kampagne abgelehnt.

Echte Bremer

haben ein Bankgeheimnis:

das

Private Banking

der Sparkasse

Bremen.

Private Exzellenz. Seit 1825.

Dr. Sebastian von Berg

Facharzt für Psychiatrie und

Psychotherapie. Seit April

2013 in der Nachfolge von

Dr. Rainer Medlin als niedergelassener

Arzt in der

neurologisch-psychiatrischen

Gemeinschaftspraxis mit PD Dr. Matthias

Spranger in Bremen tätig. Werdegang:

Studium an der Georg-August-Universität

in Göttingen. Facharztausbildung im Klinikum

Bremen-Ost, zuletzt dort tätig als

Oberarzt im Bereich Abhängigkeitserkrankungen

und in der Allgemeinpsychiatrie.

Dr. Sven Kienke

Facharzt für Neurochirurgie.

Werdegang: Studium an der

MH Hannover. Danach zwei

Jahre Tätigkeit in Missionskrankenhäusern

in Kenia, Facharztausbildung

in der Neurochirurgie

der Universität Kiel. Seit 2006

Facharzt, danach Oberarzt in Kiel. Von 2008 –

2012 Oberarzt der Neurochirurgie des Diakoniekrankenhauses

Rotenburg/Wümme.

Schwerpunkte: Wirbelsäulenchirurgie, dynamische

Stabilisierungen an der Wirbelsäule,

Schmerzpumpenimplantation, Hirntumoren.

Andreas Mühlig-Hofmann

Facharzt für Kinder- und

Jugendmedizin. Seit Januar

2013 niedergelassener Kinderarzt

in der Gemeinschaftspraxis

mit Dr. Joachim Schlage

in Bremen Blumenthal. Werdegang:

Studium an der Universität Rostock,

pädiatrische Weiterbildung an der

Universitäts-Kinderklinik in Rostock sowie

in Köln und seit 2006 an der Professor-

Hess-Kinderklinik. Dort Arbeit in den Bereichen

Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin

und Schlaflabor.

Termine zur Kampagne

■■

Start der Kampagne am 26. April

um 19.59 Uhr vor der Tagesschau

■■

Weitere TV-Spots im April/Mai auf ARD und ZDF

■■

Kampagnenzeitung/Beilage im

Deutschen Ärzteblatt am 26. April

■■

City-Plakatgroßflächen im April und Mai

■■

Infopakete für alle Praxen im Mai

Exzellentes Private Banking beginnt mit einem Anruf:

0421 179-1825

g


18 Aktuelles

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13 BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

19

Anzeige

Variable Gehaltsbestandteile bei

Leitenden Krankenhausärzten

Die Vergütung der leitenden Krankenhausärzte (Chefärzte und Oberärzte) ist zuletzt

zunehmend in die Diskussion geraten. Hinterfragt wurde die Vereinbarkeit bestimmter

variabler Vergütungsformen mit der Berufsordnung und dem Berufsethos. Ein Beitrag

zu den ersten Ergebnissen einer Bestandsaufnahme aus dem Dezember 2012.

Die Berufsordnung sieht vor, dass in einem Arbeits- oder

Dienstverhältnis keine Vergütung für eine ärztliche Tätigkeit

vereinbart werden darf, die die ärztliche Unabhängigkeit der

medizinischen Entscheidung beeinträchtigt (§ 23 Abs. 2 Berufsordnung).

In der Kritik stehen Verträge, sofern sie Anreize zur

Fallzahlerhöhung („überproportionale Mengendynamik jenseits

von Demographie und Morbiditätsentwicklung“) und/

oder Erbringung wirtschaftlich attraktiver Fallpauschalen setzen

(„cash cows“ zu Lasten „poor dogs“). Übersteigen diese

variablen Vergütungsbestandteile eine bestimmte Höhe des

ärztlichen Einkommens, so ist die Gefahr nicht auszuschließen,

dass ärztliche Entscheidungen nicht allein nach medizinischen

Kriterien getroffen werden. Bonusvereinbarungen, die an Leistungskennzahlen

orientiert sind, können so zu einer Belastung

für das Arzt-Patienten-Verhältnis werden; sie können sich aber

auch zu einer Belastung für die Ärzte selbst entwickeln und ihre

Arbeitsmotivation und –zufriedenheit beeinträchtigen.

In dieser Situation hat die Ärztekammer Bremen im November

2012 die Leitenden Ärzte aller Krankenhäuser im Land Bremen

angeschrieben und um anonymisierte Angaben zu den flexiblen/variablen

Vergütungsbestandteilen gebeten, die ihnen

nach ihrem Arbeits-/Dienstvertrag zusätzlich zum festen Vergütungsbestandteil

(Jahresgehalt) gezahlt werden. Von 171

Anfragen wurden 102 beantwortet (Rücklaufquote 58 Prozent).

In der Tabelle ist eine Auswahl wesentlicher Umfrageergebnisse

zusammengestellt.

Welche variablen Vergütungsbestanteile

enthält Ihr Vertrag?

Beteiligungsvergütung und Bonusvereinbarung 13

Liquidationsrecht, Beteiligungsvergütung und

Bonusvereinbarung

Liquidationsrecht und Bonusvereinbarung 5

Liquidationsrecht und Beteiligungsvergütung 2

Liquidationsrecht 3

Beteiligungsvergütung 13

Bonusvereinbarung 12

Keine Zusatzbestandteile 21

6

Regelungen entsprechend der sogenannten „Altverträge“ (Jahresgehalt

plus Erlöse aus der Liquidationsberechtigung abzüglich

Nutzungsentgelt/Vorteilsausgleich) waren das Modell für

die Vertragsabschlüsse bis vor 10–15 Jahren. Der Systemwechsel

der Krankenhausfinanzierung mit Einführung der Fallkostenpauschalen

(DRG´s) 2004 hat in Bremen – wie in Deutschland

insgesamt – zur Zunahme von Verträgen mit variablen Vergütungsanteilen

geführt, deren Höhe von Zielerreichungsgrößen

abhängig ist. Die Beteiligungen beziehen sich auf das wirtschaftliche

Gesamtergebnis des Krankenhauses/der Abteilung

oder auf Einnahmen aus wahlärztlichen Leistungen. Bonusregelungen

betreffen leistungsorientierte Vereinbarungen oder

Vorgaben z. B. über Fallzahlen und/oder Case Mix oder die Einhaltung

von Budget- und Leistungsvorgaben, z.B. Sach- und

Personalkosten der Abteilung. Bemessungsgrundlage können

aber auch qualitative Kriterien sein, wie die Einführung neuer

Behandlungsmethoden, Maßnahmen und Ergebnisse der Qualitätssicherung,

Patientenzufriedenheit, Sicherung der Weiterbildung.

Erreicht der Arzt die Ziele, so erhält er den festgeschriebenen

Bonus. Die Vereinbarung einer Malus-Regelung

wurde bisher nicht bekannt.

Die überwiegende Zahl der Bonusvereinbarungen im Land Bremen

orientiert sich an quantitativen (z. B. Fallzahlen/Case Mix)

und qualitativen (z. B. Qualitätssicherung) Kriterien als Berechnungsgrundlage.

Während über die alleinige Vereinbarung

quantitativer Kriterien von fünf Leitenden Ärzten berichtet

wurde, gab es keine Rückmeldung über die isolierte Berücksichtigung

qualitativer Kriterien. Bemerkenswert ist die Gemengelage

in Häusern, in denen der Chefarzt „Altvertragler“ und

der Leitende Oberarzt mit einer Bonusvereinbarung tätig sind.

Der Anteil der Erlöse durch variable Bestandteile an der Gesamtvergütung

schwankt: Bei 25 Ärzten lagen die variablen Anteile

unter 20 Prozent, bei 21 Ärzten zwischen 20–50 Prozent, bei

2 Ärzten über 50 Prozent. Nicht alle Teilnehmer haben diese

Frage beantwortet; ebenfalls nicht mitgerechnet wurden diejenigen

Ärzte, denen ein Liquidationsrecht ohne weitere variable

Anteile eingeräumt ist. Acht Teilnehmer mit vertraglich geregelten

Bonus- oder Beteiligungsvereinbarungen gaben an, dass

sie sich durch die Boni/Beteiligungen in ihrer medizinisch-ärztlichen

Unabhängigkeit gefährdet fühlen.

Zeitgleich zu der Umfrage der Ärztekammer Bremen hatte die

Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN das Thema in die Bremer Politik

getragen und eine kleine Anfrage an den Senat zum Thema

Bonus-Vereinbarungen in Krankenhäusern gerichtet. In der Antwort

(Drucksache 18/767) wird darauf verwiesen, dass es in

zwei Krankenhäusern Verträge mit einer direkten Koppelung

von Leistungsmenge und Vergütung gebe. Die Geschäftsführung

der Gesundheit Nord hat außerdem darauf hingewiesen,

dass die Zielvereinbarungen der Chefärzte in der Vergangenheit

auch auf den sogenannten Casemix Bezug genommen hätten,

dass ab 2013 aber auf diese Kennzahl in den Verträgen mit

Klinikleitungen verzichtet werde. Die Nachfrage der Ärztekammer

Bremen, an welchen Vorgaben sich die Zielvereinbarungen

künftig orientieren, blieb leider ohne Antwort. Erfreulich ist,

dass die Geschäftsführung des St. Joseph-Stifts gegenüber der

Ärztekammer Bremen betont hat, gänzlich auf Bonusvereinbarungen

und Beteiligungsvergütungen zu verzichten.

Auch der Bundesgesetzgeber ist in der Zwischenzeit aktiv

geworden. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wird verpflichtet,

in ihren Beratungs- und Formulierungshilfen für Verträge

der Krankenhäuser mit leitenden Ärzten im Einvernehmen

mit der Bundesärztekammer bis spätestens 30. April 2013

Empfehlungen abzugeben, die sicherstellen, dass Zielvereinbarungen

ausgeschlossen sind, die auf finanzielle Anreize bei einzelnen

Leistungen abstellen.

Diese Aktivitäten sind erfreuliche erste Schritte; gleichwohl ist

die Diskussion damit nicht zu Ende. Denn die grundsätzliche

Frage lautet: „Wie viel Ökonomie verträgt unser Gesundheitssystem?“.

Diese Frage aber ist nach wie vor offen. Wir werden

das Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie, in dem sich

Ärzte heute bewegen, im November-Heft des Bremer Ärztejournals

weiter ausloten. Ein Arzt schrieb uns ergänzend zum

Fragebogen: „Diese Vorgehensweise (sic. Bonuszahlungen) aus

dem industriellen Bereich ohne Modifikation in die Krankenfürsorge

zu übertragen, ist ein „Systemfehler“. Mir erscheint es am

sinnvollsten, diesen „Systemfehler“ mit allen Beteiligten (Politik,

Verwaltung, leitende Mitarbeiter, Ärzte in Weiterbildung,

Patientenvertreter, Pflege, Krankenkassen etc) öffentlich zu

diskutieren…. Ich möchte Sie darum bitten, die öffentliche Diskussion

zu diesem Thema zu beginnen“. Diesem Wunsch kommen

wir gerne nach!

Prof. Dr. Herbert Rasche,

Vorsitzender der Ethikkommission

der Ärztekammer Bremen

PD Dr. jur. Heike Delbanco,

Hauptgeschäftsführerin

der Ärztekammer Bremen

Die Bedürfnisse unserer Patienten stehen für uns im Mittelpunkt.

Unser Krankenhaus umfasst vier Zentren:

•• Zentrum für Hand- und Rekonstruktive Chirurgie

•• Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und

Allgemeine Orthopädie

•• Zentrum für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie

und Sporttraumatologie

•• Wirbelsäulenzentrum

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind leistungsstark,

flexibel und motiviert.

Für unsere Klinik für Anästhesio logie und Schmerztherapie

suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Fachärztin / Facharzt

Anästhesiologie

und in Weiterbildung eine/einen

Assistenzärztin / Assistenzarzt

Anästhesiologie

In unserer Klinik werden im Rahmen der stationären Versorgung

jährlich 4.500 Anästhesien in vier modern ausgestatteten

OP-Sälen durchgeführt. Eine angeschlossene Anästhesiepraxis

unterstützt uns in der Durchführung von 2.500 Narkosen

in drei weiteren Sälen. Das Leistungsspektrum umfasst alle

etablierten Verfahren der Allgemein- und Regionalanästhesie,

dabei entspricht die technisch-apparative Ausstattung den

aktuellen Qualitätsstandards.

Eine angeschlossene IMC mit zehn Betten untersteht der Klinik

für Anästhesiologie und Schmerztherapie. Ein Akutschmerzdienst

mit täglichen Visiten ist etabliert. Es besteht eine Weiterbildungsbefugnis

für ein Jahr.

Als Bewerber Assistenzärztin /Assistenzarzt sind Sie idealerweise

schon mit den Grundlagen im Fachgebiet Anästhesiologie

vertraut und möchten Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in allen

Verfahren der Allgemein- und Regionalanästhesie vertiefen.

Ihr Einsatzgebiet umfasst auch die IMC und den Akutschmerzdienst.

Wir wünschen uns engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen gerne in

unsere Abteilung einbringen, eine Alternative zu der fortschreitenden

Arbeitsteilung in der Anästhesie in großen Kliniken

suchen und die Freude an qualifizierter perioperativer Medizin

haben.

Fachärztinnen/Fachärzte nehmen am Rufdienst teil.

Wir bieten Ihnen eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem

kleinen Team mit flacher Hierarchie und kurzen Kommunikationswegen,

ein strukturiertes Weiterbildungscurriculum, eine

geregelte Arbeitszeit und flexible Arbeitszeitmodelle. Bei der

Wohnungssuche sind wir gerne behilflich. Zur Überbrückung

können wir Ihnen ein Appartement zur Verfügung stellen.

Gerne informiert Sie Frau Dr. Loeschcke, Chefärztin im Kollegialsystem,

vorab über weitere Einzelheiten unter 0421.8778-311.

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung an:

Roland-Klinik gemeinnützige GmbH

Chefärztin Frau Dr. med. G. Loeschcke

Niedersachsendamm 72/74, 28201 Bremen

mail geschaeftsleitung@roland-klinik.de


20 Akademie

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13 BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

Aktuelles 21

Studienbeginn im Herbst: Bremen

ist Teil der „Nationalen Kohorte“

Fit für den Facharzt

Chirurgie

Fast track Rehabilitation in der post-operativen

Medizin oder fit vor und nach der Operation

Referent: PD Dr. Tido Junghans

Termin: 7. Mai 2013, 18.00 – 19.30 Uhr

Innere Medizin

Diagnostisches Vorgehen beim Pleuraerguss –

was der Internist wissen sollte

Referent: Prof. Dr. Dieter Ukena, Bremen

Termin: 14. Mai 2013, 19.00 – 20.30 Uhr

Radiologie

Diagnostik der radiologischen „Stiefkinder“:

Milz und Nebenniere

Referent: Dr. Andreas Sternberg

Termin: 21. Mai 2013, 18.00 – 19.30 Uhr

Die Veranstaltungen sind kostenfrei. (2 PKT)

Patienten aus Bulgarien und Rumänien in Deutschland

– eine Herausforderung für das Gesundheitswesen

Wenn im Wartezimmer Menschen erscheinen, die aus Bulgarien

oder Rumänien stammen, kommt es häufig zu Komplikationen.

Ihre europäische Krankenversicherung, soweit

sie vorhanden ist, kennt man hierzulande nicht. Der Bremer

Rat für Integration und die Ärztekammer Bremen laden zu

einer Informationsveranstaltung ein.

Termin: 8. Mai 2013, 16.00 – 18.30 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenfrei. (3 PKT)

Männlichkeiten und Sucht:

Männerspezifische Aspekte in der Suchtarbeit

Kooperationsveranstaltung mit dem Senator für Gesundheit.

Alkohol- und Drogenabhängigkeit sind Erkrankungen, die

gehäuft bei Männern auftreten. Entstehung und Aufrechterhaltung

der Substanzabhängigkeit haben geschlechtsbezogene

Ursachen. Der Workshop bietet männlichen Beratern

und Therapeuten die Möglichkeit der Reflektion der eigenen

Geschlechtsidentität. Weiterhin erörtert der Referent Dr. Arnulf

Vosshagen praktische Vorgehensweisen für die genderbezogene

Arbeit mit Männergruppen im Suchtbereich.

Termin: 30. Mai 2013, 13.30 – 18.00 Uhr

Kosten: 20,- Euro (5 PKT)

Herausfordernde Gespräche mit Patienten

und Angehörigen meistern.

Sind Sie onkologisch tätig und möchten in schwierigen Gesprächssituationen

sicherer werden? Zusammen mit der Bremer

Krebsgesellschaft bieten wir Ihnen das Kompass Kommunikationstraining

an, das durch die Universität Heidelberg

entwickelt und erprobt ist. Mit Schauspielerpatienten üben

Sie in der Kleingruppe, um die Theorie zu vertiefen. Die positiven

Rückmeldungen bisheriger Teilnehmerinnen und Teilnehmer

bestätigen das Konzept.

Termin: 16. – 18. Mai 2013, Donnerstag 17.30 Uhr

bis Samstag 14.00 Uhr, Vertiefungstag 29.03.2014

Veranstaltungsort: Ärztekammer Bremen

Kosten: 180,- Euro (23 PKT)

Bremer Curriculum für Spezielle Psychotraumatherapie

Täterarbeit im ambulanten Setting

Termin: 23. Mai 2013, 18.00 – 21.30 Uhr

Kosten: 55,- Euro (4 PKT)

EMDR-Einführungsseminar

Termin: 27. – 29. September und 16. November 2013

Kosten: 710,- Euro (33 PKT)

What brought you here?

Medizinisches Englisch im ärztlichen Alltag

In diesem Seminar werden Auszüge aus den Bereichen Anam -

nese, Befunderhebung und Diagnostik beleuchtet mit dem

Ziel, das sprachliche Handeln in der Arzt-Patient Interaktion

zu verbessern. Dabei werden besonders Untersuchungen,

Tests, Ergebnisse und Therapien Ihres Fachgebiets sprachlich

fokussiert.

Termin: 7. Juni 2013, 15.00 – 20.00 Uhr

Kosten: 75,- Euro (6 PKT)

Moderatorentraining

Wenn ich dann nicht weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis.

Aber wie kommt die Qualität in den Zirkel?

Lernen Sie Techniken der Moderation, Umgang mit Flip-Chart

und Moderatorenwand und profitieren Sie von zufriedenen

Teilnehmern und dokumentierten Ergebnissen.

Termin: 7. – 8. Juni 2013, Freitag 17.00 – 21.00 Uhr,

Samstag 9.00 – 18.00 Uhr,

Kosten: 230,- Euro (17 PKT )

Der Bericht an den Gutachter in der TP oder AP

unter besonderer Berücksichtigung

traumatherapeutischer Fragestellungen

Kooperationsveranstaltung mit dem Arbeitskreis Psychotraumatologie

Bremen e.V.

Termin: 8. Juni 2013, 10.00 – 17.00 Uhr

Kosten: 120,- Euro / 110,- Euro für Mitglieder des AKP (8 PKT)

Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

In Kooperation mit BQS Institut für Qualität und Patientensicherheit

und den Ärztekammer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern

und Schleswig-Holstein

Termin: 23. – 27. September, 25. – 29. November 2013,

13. – 17. Januar, 17. – 21. März, 12. – 16. Mai 2014

Kosten: 835,- Euro je Kurswoche (je 40 PKT)

Ort: Hamburg

Die Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben,

im Fortbildungszentrum der Ärztekammer Bremen

am Klinikum Bremen-Mitte statt. Bei allen Veranstaltungen

ist eine vorherige schriftliche Anmeldung notwendig.

Nähere Informationen und Anmeldeunterlagen erhalten

Sie bei der Akademie für Fort- und Weiterbildung,

Tel.: 0421/3404-261/262; E-Mail: fb@aekhb.de

(Friederike Backhaus, Yvonne Länger)

Nach zwei erfolgreichen Testreihen geht die „Nationale Kohorte“, Deutschlands größte

Gesundheitsstudie mit 200.000 Teilnehmern, in die letzte Vorbereitungsphase vor dem

bundesweiten Start im Herbst 2013.

Das Bremer Leibnitz-Institut für Präventionsforschung

und Epidemiologie-BIPS ist

eines von 18 beteiligten Forschungseinrichtungen.

Erkrankungen wie Herz-, Kreislauf-

und Gefäßerkrankungen, Diabetes

mellitus, Krebs, neurologische Erkrankungen,

Atemwegserkrankungen, Allergien

und Infektionskrankheiten sind weit verbreitet.

Deshalb sollen deutschlandweit

200.000 Teilnehmer im Alter von 20 bis

69 Jahren an 18 Forschungsinstituten

während einer Laufzeit von mindestens

zehn Jahren im Rahmen der „Nationalen

Kohorte“ untersucht werden. Man möchte

herausfinden, warum manche Menschen

häufiger erkranken als andere. Die Ergebnisse

aus der bundesweiten Studie bilden

eine Grundlage für die Weiterentwicklung

der medizinischen Versorgung und können

helfen, die Prävention, Früherkennung

und Ursachenbekämpfung von wichtigen

Volkskrankheiten in Deutschland zu

verbessern. So werden voraussichtlich ab

September 2013 die ersten 500 Einladungen

zur Teilnahme an der Studie in Bremen

und Umgebung verschickt werden.

Insgesamt sollen hier im Studienzeitraum

10.000 Menschen untersucht werden.

Um die Repräsentativität der Ergebnisse

zu gewährleisten werden die Teilnehmer

über die Einwohnermeldeämter nach dem

Zufallsprinzip ausgewählt. Die Teilnahme

Impressum

Bremer Ärztejournal

Offizielles Mitteilungsorgan der

Ärztekammer Bremen und

der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen;

ISSN 1432-2978

www.bremer-aerztejournal.de

Herausgeber:

Ärztekammer Bremen,

Schwachhauser Heerstraße 30,

28209 Bremen, www.aekhb.de

Kassenärztliche Vereinigung Bremen,

Schwachhauser Heerstraße 26/28,

28209 Bremen, www.kvhb.de

an der Studie ist freiwillig. Professor Wolfgang

Ahrens, Leiter der Abteilung Epidemiologie

und Methodenforschung am

Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung

und Epidemiologie BIPS, hofft

aber, dass sich möglichst viele Bremer

und Bremerinnen freiwillig zur Untersuchung

anmelden.

Im Studienzentrum sollen u.a. Größe,

Gewicht und Handgreifkraft der Teilnehmer

gemessen, der Blutdruck bestimmt

und ein medizinisches Interview durchgeführt

werden. Des Weiteren erfolgt eine

Blut-, Urin- und Stuhluntersuchung, ein

Ruhe- und Belastungs-EKG, eine Untersuchung

zur Beurteilung des Gefäßsystems,

ein Geruchstest und eine Messung der

körperlichen Aktivität sowie eine zahnmedizinische

Untersuchung. Auf Wunsch

werden die Untersuchungsergebnisse den

Teilnehmern mitgeteilt. Nachdem in den

ersten beiden Vorstudien die Untersuchungsabläufe

erfolgreich getestet wurden,

geht es ab Herbst 2013 zunächst in

eine Einleitungsphase („run-in“), an die

sich nahtlos im Jahr 2014 die Hauptphase

anschließt.

Was bedeutet das für die Bremer Ärzte?

Die Studie hat das Ziel, den Gesundheitszustand

einer großen Gruppe meist ge sunder

Menschen (eine so genannte Kohorte)

zu beobachten, bevor diese bereits erkrankt

Für den Inhalt verantwortlich:

Franz-Josef Blömer, Günter Scherer

Autoren dieser Ausgabe:

Brigitte Bruns-Matthießen, PD Dr. jur. Heike

Delbanco, Christoph Fox, Dr. Rüdiger Große-Heitmeyer,

Dr. Johannes Grundmann, Dr. Thomas Otterbeck,

Dr. Henning Ortlepp, Prof. Dr. Herbert Rasche,

Günter Scherer, Dr. med. Dr. jur. Natasha I. Schlothauer,

Dr. Karla Schmaltz, Dr. Christian Stier,

Dr. Joachim Wewerka, Dr. Michael Wilfling

Redaktion:

Andrea Klingen (Ltg.), Birka Ließ

Bildnachweis:

Fotolia: © Amir Kaljikovic, © Robert Kneschke,

© Daniel Ernst

sind. Anhand der Erfahrungen aus der

zweiten Vorlauf-etappe mit bisher 200

Teilnehmern aus Bremen und Umgebung

ist festzustellen, dass ungefähr die Hälfte

der Teilnehmer auffällige Labor-, Blutdruck-

und/oder EKG-Befunde hat, ohne

davon Kenntnis gehabt zu haben. In diesem

Fall erhalten die Studienteilnehmer

den Hinweis, dass ihnen eine Kontrolle

durch den Haus- bzw. Facharzt empfohlen

wird. Diese Kontrolle umfasst im Wesentlichen

Laborwerte wie Cholesterin und

HbA1C. Noch nicht abschließend geklärt

ist, wie auf einen zufällig entdeckten

Tumor vom Studienarzt zu reagieren ist.

Soweit eine Behandlung möglich ist, werden

die Teilnehmer aber auch darüber

informiert werden.

„Wir möchten die Ärzte in Bremen herzlich

bitten, uns durch Aufmunterung ihrer

Patienten zur Teilnahme an der deutschlandweiten

Studie zu unterstützen“, appelliert

Prof. Wolfgang Ahrens. „Durch

Kenntnisse über die Gesundheit der Gesamtbevölkerung

kann die Gesundheit

oder Therapie des Einzelnen verbessert

werden.“

Dr. med. Dr. jur. Natasha I. Schlothauer,

Leibniz-Institut für Präventionsforschung

und Epidemiologie,

Bremen

Verlag:

Peter Schoppe Verlag,

Mandelnstraße 6, 38100 Braunschweig

Tel. 0531/23748-99, Fax 0531/23748-10

Verantwortlich für die Anzeigen:

Matzke & Heinzig GmbH,

Claudia Renner,

Mandelnstraße 6, 38100 Braunschweig,

Tel. 0531/23748-0

www.bremer-aerztejournal.de

Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. I/13,

gültig ab 1. Januar 2013.

Druck: Druckerei Schäfer


22 Aktuelles

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

BREMER ÄRZTEJOURNAL 05| 13

recht 23

Unabhängige Patientenberatung

15 Jahre in Bremen...

Kein Umsatzsteuerprivileg

für rein ästhetische Eingriffe

Autor dieser Rubrik ist der Bremer

Fachanwalt für Medizinrecht

Claus Pfisterer. Er zeichnet

verantwortlich für den Inhalt.

Kontakt:

pfisterer@castringius.de

...Grund genug, um mit Weggefährten, Freunden und Förderern

der UPB zu feiern. Dr. Heidrun Gitter, die Vorsitzende des Trägervereins,

wies in ihrer Begrüßungsansprache darauf hin,

dass die Allianz, die sich 1997 zusammengefunden hatte, um

eine Unabhängige Patientenberatung für Bremen zu gründen,

bemerkenswert war: Ärztekammer, Gesundheitssenator, Krankenkassen

und Krankenhausgesellschaft gründeten den Trägerverein

und vereinbarten eine paritätische Finanzierung.

Später kamen die Seestadt Bremerhaven und die Psychotherapeutenkammer

hinzu. Dr. Gitter betonte, dass zum ärztlichen

Berufsbild der Respekt vor der Selbstbestimmung des Patienten

gehört, aber auch der Respekt vor kritischen Rückmeldungen

und Beschwerden. Denn um sich professionell zu verbessern,

muss man aus Fehlern und schlechten Verläufen lernen.

Das ermöglicht die UPB, indem sie Rückmeldungen und Informationen

an die Beteiligten im Gesundheitswesen gibt.

Schließlich machte Dr. Gitter deutlich, dass die UPB für die Ärztinnen

und Ärzte, aber auch andere im Gesundheitswesen

Tätige eine große Unterstützung ist. Denn die Beraterinnen

führen Gespräche und geben Informationen, die Patienten helfen,

mit für sie schwierigen aber unabänderlichen Situationen

klarzukommen. Anette Drewes-Kirchhoff, die Leiterin der UPB,

berichtete Heiteres und Ernstes aus der täglichen Beratungsarbeit.

Während manche Themen seit 15 Jahren konstant nachgefragt

sind, werden andere durch aktuelle politische Entscheidungen

ausgelöst. Unabhängig von einzelnen Themenstellungen

machen die Zahlen deutlich, dass das Beratungsbedürfnis der

Patientinnen und Patienten über die Jahre zugenommen hat.

Damit die UPB auch zukünftig fundiert beraten kann, ist sie

auch auf Spenden angewiesen. Wenn Sie die Arbeit der UPB

unterstützen wollen, würden wir uns über eine Spende freuen.

Das Spendenkonto lautet: Sparkasse Bremen BLZ 29050101,

Konto 1614189.

Mit Urteil vom 21. März 2013 (Aktenzeichen

C-91/12) hat der Europäische Gerichtshof

entschieden, dass ästhetische Eingriffe

nicht per se über des „Heilbe hand lungsprivileg“

von der Umsatzsteuer befreit

sind. Die Steuerbefreiung nach europäischem

Recht (Art. 132 Abs.1 Buchst. b

und c der Richtlinie 2006/112/EG des

Rates vom 28. November 2006 über das

gemeinsame Mehrwertsteuersystem) greift

nur, wenn diese Leistungen dazu dienen,

Krankheiten oder Gesundheitsstörungen

zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu

heilen und die Gesundheit zu schützen,

aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

Das ist bei ausschließlich kosmetisch

motivierten Eingriffen nicht der Fall.

Diese sind darum umsatzsteuerpflichtig.

Ist ein ästhetischer Eingriff dagegen medizinisch

indiziert, weil durch seine Durchführung

eine körperliche oder seelische

Erkrankung des Patienten behandelt wird,

so greift das Heilbehandlungsprivileg.

Die ärztliche Leistung ist dann nicht

umsatzsteuerpflichtig. Unerheblich ist in

diesem Zusammenhang nach Auffassung

der EuGH-Richter die subjektive Vorstellung

des Patienten über das Vorliegen

einer Krankheit. Ein solcher „Krankheitswert“

der zu behebenden ästhetischen

Beeinträchtigung – also deren Auswirkung

auf die körperliche oder seelische

Gesundheit des Patienten – muss objektivierbar

(und ggf. im Rahmen der steuerlichen

Prüfung auch nachvollziehbar)

sein. Denn der Arzt trägt im Streit mit der

Steuerbehörde die objektive Beweislast

dafür, dass das Hauptziel seiner Leistung

der Schutz oder die Wiederherstellung

der Gesundheit seines Patienten ist. Ein

Indiz dafür kann die regelhafte Übernahme

der Kosten für entsprechende

Behandlungen durch Krankenversicherungen

sein. Ist die Krankenversicherung

nicht zur Kostenübernahme verpflichtet,

so ist die Behandlung deshalb dennoch

nicht zwingend steuerpflichtig. Dann ist

das medizinisch-therapeutische Ziel vielmehr

für den konkreten Einzelfall durch

den Arzt nachzuweisen.

Weitere Voraussetzung einer Umsatzsteuerbefreiung

ist es, dass der Eingriff

durch eine Person ausgeführt wird, die

zur Ausübung eines Heilberufs zugelassen

ist oder dass eine solche Person „den

Zweck des Eingriffs bestimmt“, also eine

Indikation auf der Grundlage einer diagnostizierten

Erkrankung stellt, die den

Eingriff auch medizinisch rechtfertigt.

Dieselbe Frage hat im vergangenen Jahr

auch den Bundesfinanzhof beschäftigt,

der das dort anhängige Verfahren (Aktenzeichen

V S 30/12) durch Beschluss vom

12. Dezember 2012 bis zur Entscheidung

des EuGH ausgesetzt hatte. Dieser Aussetzungsbeschluss

hatte aber formale

Gründe: Objektiv bestätigt der EuGH nämlich

die auch in Deutschland bei Finanzverwaltungen

und Gerichten herrschende

Meinung zur Umsatzsteuerpflicht kosmetisch

motivierter, nicht zugleich medizinisch

indizierter Eingriffe auf der Grundlage

des Umsatzsteuergesetzes.

„Leben begleiten bis zuletzt“

So umschreibt das ambulante Kinderhospiz

Jona der bremischen Stiftung Friedehorst

seinen Auftrag. Die ehrenamtlichen

Begleiterinnen des Kinderhospizes unterstützen

Eltern der schwerkranken Kinder

in ihrem Alltag, schenken den Geschwisterkindern

die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit

und ermöglichen so dem

schwer erkrankten Kind, in seiner Lebenszeit

möglichst viel Zuwendung zu erfahren.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die wichtige

Arbeit von Jona mit unserer Spende

unterstützen können“. Mit diesen Worten

überreichte der Vizepräsident Dr. Johannes

Grundmann einen Scheck über 1.500

Euro an Jona. Die gespendeten Mittel

stammen von Bremer Ärztinnen und Ärzten,

die im vergangenen Jahr auf ihre

Aufwandsentschädigung als Weiterbildungsprüfer

verzichtet haben. „Bei ihnen

möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Dieses ehrenamtliche Engagement macht

es uns möglich, die Arbeit des ambulanten

Hospizdienst zu unterstützen“, so der

Vizepräsident. „Ich hoffe, dass wir mit

dieser Spende das Leben einiger kranker

Kinder und ihrer Familien ein wenig

erleichtern können“.

Nähere Informationen zu der Arbeit von

Jona finden Sie auf www.friedehorst.de/

jona.

Der Vizepräsident der Ärztekammer Bremen,

Dr. Johannes Grundmann (re.), überreichte

Jutta Phipps und Dr. Christian Frühwald, eine

Spende über 1.500 €.

Anlässlich des 15 Jährigen Bestehens des UPB trafen sich zahlreiche Gäste in der Richard-Wagner-Straße 1A zum Gedankenaustausch.


Postvertriebsstück H 42085, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt.

Ärztekammer Bremen, Schwachhauser Heerstraße 30, 28209 Bremen

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Allgemeinmediziner/Internisten (m/w) als Kollegen, der mit mir die

Praxis weiter ausbauen möchte. Ein KV-Sitz kann übernomen werden.

Chiffre 130502

Für wenig Geld hausärztliche-internistische Praxis

in Bremen in guter Lage abzugeben in 2013.

Tel. 0421/3466495

Bremen – Vahr

65 qm Praxis-/Bürofläche (3 Räume) zur Untervermietung in sehr

großzügiger moderner Arztpraxis. Gut geeignet für medizinische/

pflegerische/gutachterliche Tätigkeit. Sehr gute Ausstattung und

Anbindung ÖPNV/Parkplätze möglich.

Chiffre 130504

Gyn-Praxis abzugeben

Ideal für 2. Eigner, Op.

Ärztehaus, 4 d Sono, modernst

eingerichtet, hohe Scheinzahl

(2 x Schnitt), extrem

hoher Gewinn.

Chiffre 130503

Allgemeinarztpraxis

HB-Mitte

umsatzstark, tolles Team,

attraktiver Patientenstamm,

sehr günstig abzugeben.

Chiffre 130504

Allgemeinmedizinische

Praxis sucht Arzt / Ärztin

zur Anstellung in Teilzeit

(20 – 23 Stunden / Woche)

ab 1. Juli 2013.

Chiffre 130505

Sonstiges

Herrenhaus/ Ostsee

Urlaub / Wohnen / Relaxen usw., Teilverkauf, teilsaniert,

nur rd. 2 Stunden von HB, idyll. großes Grundstück.

hhs-t@web.de, Tel. 0421 / 513395

Fortbildung

„Ach, Sie schon wieder... – oder: schön, Sie zu sehen!“

Kommunikationstraining und Stressbewältigung

für nicht med. Beschäftigte. Ort: Bremen/Bremerhaven,

Kosten: ab € 195,-/ Person, Zeit: 4 x 3,5 Std. jeweils

Mittw. 14:30 – 18:00 Uhr im Juni, August, Dez./Januar,

Trainerinnen: Dr. Anneli Röhr, Dr. Kirsten Gieseler.

Anmeldung / Info: unter:

www.anneli-roehr.de, Tel. 0471/5040122

Quartalsendwoche KomMed

22.–27. Juni: 3 Seminare 54 CME.

www.kommed-coaching.de

Zuschriften auf Chiffre- Anzeigen bitte an:

Matzke & Heinzig GmbH, Chiffre-Nr.:

Mandelnstraße 6, 38100 Braunschweig,

Tel. 0531/23748-56, Fax 0531/23748-10

Kleinanzeigenschluss

Heft 6/12: 16. Mai 2013

Anzeigenformular als Faxvorlage unter

www.bremer-aerztejournal.de

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