Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde Deizisau

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Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde Deizisau

Gemeindebrief

… und Gott sah, dass es gut war.

Oktober/November 2012


Liebe Leserin, lieber Leser,

„… und Gott sah, dass es gut war.“

So heißt es wiederholt im biblischen Schöpfungsbericht:

Am Ende eines jeden Schöpfungstags betrachtet Gott sein

Werk und sieht, "dass es gut war."

Die Bibel stimmt hier mit einer Erfahrung überein, die wir

immer wieder machen können: Wir können sehen, schmecken,

fühlen, riechen und hören, in was für einer Welt der

Fülle und der Wunder wir leben. Immer wieder sind uns

Momente geschenkt, in denen wir sehen, "dass es gut

ist."

Im Kirchenjahr ist es vor allem das Erntedankfest, an dem

wir uns bewusst werden, welche Gaben Gottes Schöpfung

hervorbringt, die wir brauchen und für die wir dankbar

sind.

Aus diesem Anlass halten Sie eine Gemeindebriefausgabe

zum Thema "Schöpfung" in der Hand. Zum Thema hat sie

unter anderem die Frage, wie sich der biblische Schöpfungsbericht

eigentlich mit unseren wissenschaftlichen

Erkenntnissen verträgt. Außerdem finden Sie ein Gespräch

mit Christoph Eberhardt vom Deizisauer Berghof

über sein Verhältnis zur Schöpfung.

Die Schöpfung, die Gott uns anvertraut hat, ist nicht nur

eine reiche Gabe, sondern auch eine große Aufgabe -

nämlich die Schöpfung zu bewahren und zu schützen und

keinen Raubbau an ihr zu betreiben. Diesem Aspekt widmet

sich ein Beitrag zum "ökologischen Fußabdruck" und

die Vorstellung des Energiemanagements in unserer Kirchengemeinde.

Schließlich haben wir Gemeindeglieder gebeten, für uns

"Schöpfung" zu fotografieren, Bilder zu machen, die zeigen,

was Schöpfung für sie ist. Sie finden diese Bilder

über das Heft verteilt.

Viel Freude mit dieser Ausgabe des Gemeindebriefs

wünscht Ihnen

Ihr Redaktionsteam

Siegfried Künstle, Johannes Grützmacher und

Clemens Grauer


An(ge)dacht

„Und wie sagt man jetzt…?“ Leicht genervt schaut die Mutter ihr Kind an, dem die

Verkäuferin beim Metzger gerade eine Scheibe Wurst über den Tresen gereicht hat.

„D‘nke…“ erwidert das Kind mehr oder weniger bereitwillig zwischen zwei Bissen

Schinkenwurst.

Szenenwechsel: „Hast du schon an Tante Erika geschrieben?“ fragt der Vater die

15-jährige Tochter beim Abendessen. „Nö, noch nicht.“ lautet die knappe Antwort.

„Dein Geburtstag war vor zwei Wochen: Sie hat dir fünf Euro geschickt und

du hast dich noch nicht bedankt! Also erledige das heute noch.“ - „Wieso?“ - „Weil

…“ Der Vater ringt nach Worten. „Weil man das eben macht. Das gehört dazu!“

Ich glaube, dass in diesem einen Wörtchen „Danke“ mehr steckt, als Pflichtbewusstsein,

Höflichkeit oder Routine. Wer wirklich dankbar sein kann, lernt das

Leben noch von einer anderen Seite kennen.

Wir leben in einem Land, in dem vieles selbstverständlich ist: die Vielfalt und Menge

an Nahrungsmitteln und Konsumgütern, die uns zur Verfügung stehen, gute

Bildungschancen, Frieden und ein Dach über dem Kopf für die Allermeisten.

Gleichzeitig gilt aber auch: Das alles muss man sich erst mal verdienen. Man muss

erst einmal etwas (oft sogar ziemlich viel) leisten, um Teil dieser Gesellschaft sein

zu können. Das ist eine Lebenshaltung, die sehr anstrengend und immer häufiger

auch krankmachend ist.

In einem bekannten Kirchenlied heißt es: „Vergiss nicht zu danken dem ewigen

Herrn“, denn „im Danken kommt Neues ins Leben hinein.“ Wer sich bei Gott ganz

bewusst bedankt für das, was er hat, der kann sein Leben noch von einer Seite

kennen lernen. Der wird nämlich feststellen: Ich kann gar nicht für alles sorgen,

was ich zum Leben brauche—und ich muss das auch nicht. Oft sind es gerade die

entscheidenden Dinge, die Gott mir einfach so schenkt, ohne dass ich etwas dafür

tun könnte. Nehmen Sie sich doch mal abends 3 Minuten Zeit und überlegen sich:

Für welche 3 Dinge bin ich Gott heute besonders dankbar?

Vielleicht merken Sie dabei: „Im Danken kommt Neues ins Leben hinein.“ Ich bin

nicht nur Leistungsträger, sondern auch Beschenkter. Ich muss mir nicht alles im

Leben verdienen, sondern bin in vielen Dingen ein erstaunlich bedürftiges,

gleichzeitig aber auch von Gott umsorgtes Wesen.

Das hin und wieder zu spüren, tut erstaunlich gut. Probieren Sie es doch mal aus

und sagen hin und wieder ganz bewusst „Danke!“

Gute Erfahrungen damit wünscht ihnen

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Wie ist alles entstanden?

Mats.

Mats geht in die 2. Klasse. Sein zweitliebstes Fach (nach Sport) ist der Religionsunterricht.

Er liebt die Geschichten, in denen Gott oder Jesus die Hauptrolle

spielen – und natürlich die Lieder. Begeistert singt er mit bei „Laudato

si“, wo es heißt: „Sei gepriesen, du hast die Welt geschaffen! Sei gepriesen,

denn du bist wunderbar, Herr!“ Eines Tages bekommt Mats die Hausaufgabe,

einen Schatz aus der Natur in den Reliunterricht mitzubringen. Mats entscheidet

sich für eine wunderschöne versteinerte Schnecke, die er neulich im

Steinbruch gefunden hat. Er hat gestaunt, als sein Vater ihm erzählt hat, dass

das Fossil vielleicht viele Millionen Jahre alt ist. „Und wie alt ist dann die

Welt?“ wollte er wissen? Da hat Mats noch mehr gestaunt, als der Vater ihm

eine lange Zahl aufs Papier schrieb: 14 000 000 000. Vor 14 Milliarden Jahren

gab es eine große Explosion, den Urknall. Da ist das Weltall entstanden. Und

vor viereinhalb Milliarden Jahren entstand die Erde, auf der wir leben.

In der nächsten Relistunde bestaunen alle das schöne Fossil. Dann erzählt die

Lehrerin die biblische Schöpfungsgeschichte: dass am

Hummel.

Dieses Foto erinnert

mich an Psalm 104

und zeigt auf, wie

perfekt in der Schöpfung

alles aufeinander

abgestimmt ist.

Hier in diesem Falle:

Die Hummel findet

Nahrung bei den Blumen

und bestäubt sie

dabei und sorgt so für

deren Fortpflanzung.

Ein Geben und Nehmen

— einer benötigt

den andern, in der

Schöpfung ist alles

miteinander verbunden

wie ein Netz.

© Kerstin Lyons


Anfang alles wüst und leer war und wie Gott in sieben Tagen die Welt geschaffen

hat: Erst das Licht, dann das Himmelsgewölbe, dann Wasser und Land,

dann die Pflanzen, dann die Gestirne und schließlich die Lebewesen: erst die

Wassertiere, dann die Landtiere und zum Schluss den Menschen. Während der

Erzählung rutscht Mats immer unruhiger auf seinem Stuhl hin und her. Was

die Lehrerin erzählt, pass irgendwie passt nicht zusammen mit dem, was der

Vater ihm erzählt hat. Schließlich meldet er sich: „Aber das war doch gar

nicht Gott, der die Welt gemacht hat, das war doch der Urknall!“

Mats steht in einem Konflikt, den viele Erwachsene mit ihm teilen: Wie lässt

sich der biblische Glaube an einen Gott, der alles geschaffen hat, zusammenbringen

mit dem, was Naturwissenschaftler in den vergangenen 80 Jahren

herausgefunden haben? Einer Umfrage des GfK-Marktforschungsinstituts

zufolge, lösen 46 % aller erwachsenen Deutschen diesen Konflikt so, dass sie

sagen: Das Universum, die Erde und das Leben sind ohne das Eingreifen Gottes

entstanden. Insgesamt 38 % aller Befragten gehen davon aus, dass Gott

für die Entstehung der Welt verantwortlich ist. Davon glauben 18 % daran,

dass die biblischen Schöpfungsberichte die tatsächlichen Vorgänge bei der

Entstehung der Welt beschreiben und die Welt vor ungefähr 10.000 Jahren

durch Gottes Schöpfung entstanden ist. Was soll man nun glauben? Welche

Antwort könnte die Lehrerin Mats geben?

Wer sich dazu eine Meinung bilden möchte, sollte sowohl den biblischen

Schöpfungsglauben als auch die neueren naturwissenschaftlichen Theorien

von der Entstehung des Universums genauer ansehen.

Urknall.

Der Theologe und Physiker Georges Lemaitre ging 1931 davon aus, dass das

Universum ganz am Anfang in einem „Uratom“ gesammelt war, in dem Materie,

Raum und Zeit noch nicht voneinander unterschieden waren. Aus diesem

heißen Urzustand heraus entwickelte sich vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren

das Universum. Der Astronom Fred Hoyle, ein Gegner dieser Theorie,

sprach etwas spöttisch vom „Big Bang“ („Großer Knall“) und hat so unabsichtlich

den Begriff vom Urknall geprägt. Von diesem „Urknall“ an dehnte

sich in diesem einen Punkt gesammelte Materie sich in Raum und Zeit immer

weiter aus. Es entstanden Sonnen, Planeten, Galaxien. 1929 entdeckte Edwin

Hubble, dass sich das Universum auch heute noch immer weiter ausdehnt und

die einzelnen Galaxien sich immer weiter voneinander entfernen. Seine Beobachtungen

gelten modernen Astrophysikern als wissenschaftlich gesichert

und untermauern die Theorie vom Urknall.

Schöpfung.

Die Bibel erzählt in unterschiedlichen Varianten davon, dass Gott die Welt

geschaffen hat. Am bekanntesten ist der Schöpfungsbericht, der im ersten

Kapitel der Bibel (1 Mose 1,1-2,4) steht und den auch Mats im Religionsun-

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terricht kennen gelernt hat. Er ist ungefähr 2500 Jahre alt und vermutlich entstanden,

als Teile des Volkes Israel sich im babylonischen Exil befanden. Die

Verfasser setzten sich damals mit der religiösen Gedankenwelt Babyloniens auseinander.

Im Schöpfungsmythos „Enuma Elisch“ wird auf sieben Keilschrifttafeln

erzählt, wie die Erde entstand. Zuerst wurden von zwei Urwesen die Götter geschaffen,

die dann wiederum Himmel und Erde und die Natur hervorgebracht

haben und die dauernd miteinander im Streit liegen. Zum Schluss werden die

Menschen geschaffen, die den Göttern die Arbeit abnehmen sollen.

Der biblische Schöpfungsbericht ist eine wohlüberlegte Auseinandersetzung mit

dieser Vorstellungswelt. Die Erzählung von der Erschaffung der Welt durch Gott

in sieben Tagen will kein Tatsachenbericht und keine wissenschaftliche Erklärung

sein. Sie ist in erster Linie ein Glaubenszeugnis: Die Welt kann nicht ohne

eine Ursache entstanden sein, denn von nichts kommt nichts. Allerdings kann

diese Ursache nicht Teil der Welt sein, sondern muss in irgendeiner Weise darüber

stehen. Für die Bibel sind dabei zwei Dinge wichtig:

� Es war keine blinde Schicksalsmacht, keine Ansammlung von Göttern und

auch nicht das Chaos, sondern der eine Gott, der die Welt geschaffen hat.

� Die Schöpfung war keine göttliche Machtdemonstration und geschah nicht

im göttlichen Eigeninteresse. Die Erschaffung des Universums ist ein Ausdruck

von Gottes Güte. Alles, was geschaffen ist, ist von Gott gewollt. Im biblischen

Schöpfungsbericht steht am Ende jedes Schöpfungstages: Und Gott sah, dass es

gut war.

Schöpfung oder Urknall?

Der Zweitklässler Mats hat ein Problem, weil der

biblische Schöpfungsbericht und die Urknalltheorie

für ihn beziehungslos nebeneinander stehen.

Für ihn kann es nur Schöpfung ODER Urknall geben.

Dabei gibt es zwischen beiden Konzepten

einige Gemeinsamkeiten:

Beide sind wissenschaftlich völlig up to date. Die

Urknalltheorie wird laufend mit neuesten astronomischen,

physikalischen und mathematischen

Methoden überprüft und verfeinert. Der biblische

Schöpfungsbericht beruht auf dem Weltbild seiner

Zeit. Wir lächeln heute über das babylonische

Weltbild (siehe Bild). Aber es beruht ebenso wie

die Urknalltheorie auf Naturbeobachtungen nur eben ohne Riesenteleskope und

Satelliten.

Beide gehen von einem Riesendurcheinander am Anfang aus. „Die Erde war wüst


Strandhafer

Er dient der Befestigung

der Dünen. Seine

Wurzeln sind sowohl

vertikal als auch

horizontal angelegt

und erreichen eine

unglaubliche Tiefe

von bis zu fünfzehn

Metern.

Wurzeln bilden, das

brauchen auch wir

Menschen, um den

Glauben zu festigen.

© Arthur Stumpp

und leer“, steht im Schöpfungsbericht. Erst allmählich bildet sich so etwas wie

eine Ordnung heraus.

Beide berichten über etwas, bei dem kein Mensch dabei war und das jegliche

menschliche Vorstellungskraft sprengt. Sie müssen deshalb von Annahmen ausgehen,

die nicht beweisbar sind: Für die Urknalltheorie ist entscheidend, dass die

Naturgesetze, die wir kennen, auch vor 14 Milliarden Jahren schon Geltung hatten.

Die Bibel geht davon aus, dass es einen Schöpfergott gibt, der schon vor dem

Universum da war.

Mats.

Mats‘ Lehrerin hat ein Wochenende lang bei Wikipedia gestöbert und viel nachgedacht.

Schließlich weiß sie, was sie Mats zu seinem Problem sagen will: Ich denke,

dass das Weltall durch einen Urknall entstanden ist UND ich glaube, dass Gott

das alles geschaffen hat. Die Geschichte aus der Bibel, die ich euch erzählt habe,

finde ich wirklich schön. Aber sie ist uralt. Wenn jemand die Bibel heute schreiben

würde, würde bestimmt etwas von Urknall, Materie, Energie, Raum und Zeit darin

stehen. Aber eines stimmt noch heute: Es ist ein großes Wunder, dass aus diesem

Chaos etwas so schönes wie unsere Erde entstehen konnte. Kein Mensch würde so

etwas zustande bringen. Für mich steckt dahinter Gott, der in seiner unendlichen

Güte für uns einen wunderbaren Lebensraum geschaffen hat.

Und Sie?

Wie hätten Sie geantwortet? Wenn Sie mögen, schreiben Sie uns

(ev.kirche.deizisau@gmx.de, Stichwort „Schöpfung“). Im nächsten Gemeindebrief

werden wir Ihre Leserantworten veröffentlichen. Clemens Grauer

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Ökologischer Fußabdruck—wie viele Erden brauchen Sie?

Unsere Erde ist eine einzigartige Schöpfung. Das heißt auch: Es gibt sie nur einmal,

und sie ist endlich. Wir Menschen – über sieben Milliarden sind wir – teilen uns diese

Erde. Wenn man die gesamte „produktive Landfläche“ (also ohne Eis, Sandwüsten,

Meere usw.) auf die Weltbevölkerung aufteilt, entfallen auf jeden Menschen dieser

Welt 1,78 Hektar. So groß dürfte unser „ökologischer Fußabdruck“ sein, wenn es gerecht

zuginge.

Was ist der ökologische Fußabdruck?

Was wir essen, wie wir wohnen, wie wir uns fortbewegen, wie wir heizen,

was und wie oft wir etwas kaufen – all das hat Auswirkungen auf unsere

Umwelt. Diese Auswirkungen kann man hilfsweise in Flächenverbrauch umrechnen.

Wenn wir viel Energie verbrauchen, Fleisch essen oder Auto fahren,

wird unser ökologischer Fußabdruck größer. Wenn wir uns umweltbewusst

verhalten, wird er kleiner. Und wenn wir jährlich über die genannten

1,78 Hektar kommen, leben wir nicht nachhaltig – dann verbrauchen wir

mehr Fläche, als uns zusteht.

Der „Welterschöpfungstag“ ist der Tag eines Jahres, ab dem die von den

Menschen verbrauchten Ressourcen die Kapazität der Erde übersteigen. Das war dieses

Jahr der 22. August. Den Rest des Jahres verbrauchen wir also mehr, als wir haben. Wir

machen Schulden bei der Erde.

Wir haben unser Gemeindeglied Sigmund Kurtz gebeten, einen Selbstversuch zu machen

und seinen ökologischen Fußabdruck ausrechnen zu lassen und die Gedanken,

die ihm dabei kamen, für uns aufzuschreiben:

Wie steht es um meine Zukunft? - Ein Blick in den Spiegel (von Sigmund Kurtz)

Die Kinder toben mit dem Hund im Garten. Der Sonnenschein taucht alles in ein goldenes

Licht. Wie wird die Zukunft der Kinder aussehen? Werden sie es einmal so gut haben

wie wir? Mit Geduld, Fleiß und Talent wird sich viel bewegen lassen. Doch wie werden

wir in 20 oder 30 Jahren leben?

Da ist der Energieverbrauch oder die Qualität der Luft; beiden wird eine schwierige

Zukunft vorausgesagt. Die fernen Schwellenländer, z.B. China, Indien oder Brasilien,

möchten für ihren Wohlstand auch Rohstoffe und Energie. Aber: Mit einer guten Entwicklung

bei der Gerechtigkeit könnte es eine gute Zukunft geben!

Schauen Sie doch mal bei www.footprint-deutschland.de vorbei. Dort wird Ihr Lebensstil

mit globalen Augen begutachtet. Der Test wirkte auf mich ein wenig wie Orakeln

aus dem Kaffeesatz. In seiner Tendenz ist er aber sicher richtig! Unsere Familie hat den

Wert 2,97 erreicht, und wir überlegen uns, wie eine globale Gerechtigkeit aussehen

könnte, z.B. gleiches Recht für jeden! Bei diesen 2,97 kann ich meinen Lebensstil sicher

keine 20 Jahre mehr rechtfertigen.

Also was tun? Aufbruch zu einem neuen Lebensstil: äußerlich ein neues Verhalten und

innen neue Grundüberzeugungen und das, ohne dabei selbst einzuknicken. Einen

Trost habe ich: Wirklich wichtige Dinge müssen selten sofort sein. In diesem Fall gibt

es jedoch ein zu spät! Johannes Grützmacher / Sigmund Kurtz


Infoteil zum Heraustrennen

Wir gratulieren zum Geburtstag


Ausblick

Di. 02.10. 14.00 Uhr Ev. Gem.haus

So. 07.10. 09.30 Uhr Ev. Kirche

Ökumenischer Seniorennachmittag: Ein schwäbischer

Nachmittag mit Hedl Kronberger und Ehepaar

Schabenstiel

Gottesdienst mit Posaunenchor (Pfarrer Marc

Lenz)

So. 07.10. 17.00 Uhr Ev. Kirche Krabbelgottesdienst, Thema: Erntedank

Do. 11.10. 14.30 Uhr Waldeck Deizisau

Die flotten +/-60er: Literarischer Rundgang durch

den Plochinger Kopf mit Pfarrer Grauer

Sa. 13.10. 11-12 Uhr Ev. Gem.haus Anmeldung für die Kinderbibeltage 2012

So. 14.10. 10.00 Uhr Ev. Kirche

Mo. 15.10. 19.30 Uhr Kath. Kirche Taizé-Abendgebet

Do. 18.10. Ab 13.00 Mitarbeiterausflug

So. 21.10. 09.30 Uhr Ev. Kirche

Mo. 22.10. 14.00 Uhr Steiner am Fluss Trauercafé Regenbogen

Mi. 24.10. 20.00 Uhr Ev. Gem.haus

Do. 25.10. 19.00 Uhr Ev. Gem.haus Abend für Frauen

Familiengottesdienst mit Taufen und Tauferinnerung

(Pfarrer Grauer, die Kinderkirche und die

Gottesdienstband gestalten den Gottesdienst)

Gottesdienst mit Taufen und Abendmahl (Pfarrer

Grauer)

Musikalische Begleitung durch den Kirchenchor

DAZ-Vortrag und Gespräch: „Jugendliche in der

Pubertät“ (siehe Infos nächste Seite)

Do. 25.10. 19.30 Uhr Ev. Gem.haus Öffentliche Sitzung des Kirchengemeinderats

So. 28.10. 09.30 Uhr Ev. Kirche Gottesdienst (Pfarrer Frasch)


Fr. 2.11. -

So. 4.11

So. 04.11. 10.00 Uhr Ev. Kirche

Di. 06.11. 14.00 Uhr Ev. Gem.haus

Ev. Gem.haus Kinderbibeltage 2012

Ausblick

Familiengottesdienst zum Abschluss der Kinderbibeltage

Anschließend: Mittagessen im Gemeindehaus

Ökumenischer Seniorennachmittag mit der Wernauer

Theatergruppe und dem Kolbamichel

Sa. 10.11. Ev. Gem.haus Hospizgruppe: Trauertag

So. 11.11. 09.30 Uhr Ev. Kirche

Gottesdienst mit Taufen und Einsetzung des/der

neugewählten JKGR-Vorsitzenden

(Pfarrer Grauer)

So. 11.11. 18.00 Uhr Kath. Kirche (!) Konzert des Posaunenchors

Mi. 14.11. 18.30 Uhr Zehntscheuer

Mi. 14.11. 20.00 Uhr Ev. Gem.haus

So.18.11. 10.00 Uhr Kath. Kirche

Mo. 19.10. 19.30 Uhr Ev. Kirche Taizé-Abendgebet

Mi. 21.11. 19.00 Uhr Ev. Kirche

Die flotten +/-60er: Dia-Reise nach Brasilien mit

Bernd Mantwill

Erwachsenentreff: Vortrag „Nicht für die Schule

lernen wir“ (siehe Infos nächste Seite)

Ökumenischer Gottesdienst mit ökumenischem

Kirchenchor

Gottesdienst zum Buß-und Bettag mit Abendmahl

(Pfarrer Frasch)

Do. 22.11. 19.30 Uhr Ev. Gem.haus Öffentliche Sitzung des Kirchengemeinderats

So. 25.11. 09.30 Uhr Ev. Kirche Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag

Mo. 26.11. 16.00 Uhr Steiner am Fluss Trauercafé Regenbogen

Weitere aktuelle und interessante Infos aus unserer Kirchengemeinde finden Sie unter

www.deizisau-evangelisch.de


Team

DAZ

Deizisau

Altbach Zell

Freud und Leid aus unserer Kirchengemeinde

(Juli bis September 2012)

Beerdigungen

Bei dir ist die

Quelle des

Lebens und in

deinem Lichte

sehen wir das

Licht.

(Psalm 36,10)

Trauungen

Taufen

Jesus Christus

spricht:

Ich lebe,

und ihr sollt

auch leben.

(Joh 14,19)

Wie umarme ich einen Igel

Vortrag am Mittwoch, 24. Oktober 2012 um 20.00 Uhr im evang. Gemeindehaus

Referentin: Xelma Rosler, Dipl. Sozialpädagogin (Nürtingen)

„Bei uns kracht es nur noch“-„Manchmal verstehe ich meine Tochter gar nicht

mehr.“-„Hilfe, wie komme ich mit meinem Sohn ins Gespräch.“ So formulieren

Eltern die Schwierigkeiten mit ihren Kindern in der Pubertät. Diese Zeit ist für die

Heranwachsenden und die Eltern, eine Phase der Veränderung, der Krisen und

des Wandels. Grundlegende Informationen über die Pubertät können Eltern helfen

einen anderen Blickwinkel zu bekommen und zu entdecken, was im Umgang

mit den Heranwachsenden wichtig ist.

Nicht für die Schule lernen wir

Wie Eltern ihre Kinder im Schulalltag begleiten, unterstützen und motivieren

sollten

am Mittwoch, 14. November 2012 um 20 Uhr im evang. Gemeindehaus

Referentin: Rita Landenberger, Dipl. Sozialpädagogin (Reutlingen-Oferdingen)

Welche häuslichen Abläufe und täglichen Rituale helfen Kindern und Eltern, ihre

Kinder bestmöglich durch die Schulzeit zu begleiten? Dem Umstand berufstätiger

Eltern wird im Vortrag ebenfalls Rechnung getragen. Welche Möglichkeiten haben

Eltern trotz der auf beiden Seiten erschwerten Bedingungen, die Lernfreude und

Lernbereitschaft ihrer Kinder zu wecken und diese möglichst zu erhalten und zu

fördern?


Schöpfung und Landwirtschaft

Landwirt Christoph Eberhardt im Interview

Christoph Eberhardt ist Landwirt und betreibt zusammen mit

seiner Familie und der Familie seines Bruders den Berghof in

Deizisau. In dritter Generation produzieren sie hier Kartoffeln,

Erdbeeren, Himbeeren, Spargel und Eier und vermarkten sie

unter anderem über den eigenen Hofladen direkt.

Gemeindebrief: Herr Eberhardt, vielen Dank, dass Sie Ihre Arbeit

für unser Gespräch unterbrechen. Was hatten Sie denn heute

schon auf Ihrem Hof zu tun?

Eberhardt: Ich war schon beim Großmarkt, habe für die Wochenmärkte

die Waren hergerichtet, die Beregnung für die Felder

eingeschaltet und die Feldränder begrünt, damit es im Frühjahr

schön aussieht.

Gemeindebrief: Was macht Ihnen besondere Freude an Ihrem Beruf?

Eberhardt: Unser Betrieb ist auf das fixiert, was uns liegt. Wir produzieren

Lebensmittel und haben Kontakt zu den Menschen, die die Waren kaufen.

Manchmal fragen mich die Kunden im Juli: Was machst du jetzt eigentlich?

Dann sage ich: Wir bereiten gerade die Ernte 2013 vor, pflanzen Erdbeeren.

Wir denken im ganzen Jahresrhythmus voraus.

Gemeindebrief: Was macht Ihnen Sorgen im Blick auf die Zukunft?

Eberhardt: Ich mache mir keine Sorgen. Ich kann alles selber gestalten. Solange

ich gesund bin, ist das alles kein Problem. Was meine Familie zum Essen

braucht – dafür reicht’s immer.

Gemeindebrief: Sie arbeiten täglich in und mit der Natur. Für die Bibel ist die

Natur nicht einfach ein Zufallsprodukt, sondern

Gottes wunderbare Schöpfung. Was fasziniert

Sie am meisten an der Schöpfung?

„Mich fasziniert, dass jedes Jahr

auf‘s Neue alles wieder anfängt,

auszutreiben, zu wachsen und

sich zu verändern.“

Eberhardt: Dass jedes Jahr auf’s neue alles

wieder anfängt auszutreiben, zu wachsen

und sich zu verändern in der Natur. Ich kann das in meinem Beruf begleiten,

verfolge, wie sich alles ständig verändert: der Jahreskreislauf ist nie gleich.

Es geht im Frühjahr jedes Mal wieder anders los: mal trocken, mal nass …

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Gemeindebrief: Die Schöpfung hat ihren eigenen Kopf, und

Sie müssen sich drauf einstellen…

Eberhardt: … und das ist von uns nicht beeinflussbar. Wir können es nur begleiten

und mitgestalten.

Gemeindebrief: Früher hing die Ernährungslage der Bevölkerung stark von den Witterungsbedingungen

eines Jahres ab. Heute sind die Supermarktregale immer

„Wir können die Vorgänge

in der Schöpfung nur begleiten

und mitgestalten.“

Wunder der Schöpfung

Wenn ein Ding, das anfangs

kriecht,

als Schmetterling sich

emporschwingt

in das Licht -

ist`s ein großes Wunder

nicht?

Gottes Schöpfungswunder

sind überall, in Dingen

groß und klein.

Bin ich offen dafür,

kann ich sie unzählig

entdecken.

Kein Wunder, denn Gottes

Welt ist in der Tat

voller Wunder.

© Anita Müller, Renate

Lohrmann, Kevin Müller

gleich gefüllt. Sind wir von der Schöpfung nicht mehr

abhängig?

Eberhardt: Wir leben hier in einem wohlhabenden Land

und können uns durch Importe zu allen Jahreszeiten

alles kaufen. Aber es gibt natürlich Länder, in denen das nicht so ist, die aus Kapitalmangel

nichts importieren können, wenn die Ernte schlecht ausfällt. Da sind

dann die Märkte auch schlecht bestückt.

Gemeindebrief: Also sind wir im Grunde schon von der Schöpfung abhängig, aber wir

merken nichts davon. … Ich spüre bei Ihnen eine gewisse Ehrfurcht vor der Schöpfung.

Bestimmte Sachen können wir nicht beeinflussen.

Eberhardt: Wenn die Schöpfung etwas will, dann können wir manchmal bloß zuschauen.

Ist ein Unwetter dann vorbei, entscheiden wir neu, wie wir darauf reagieren.

Ehrfurcht vor der Schöpfung – dazu gehört für uns auch, langfristig zu wirtschaften.

Dazu gehört der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und damit der Erhalt unserer

Lebensgrundlage. Wir wirtschaften so, dass unsere Kinder auf unseren Böden


auch noch gute Erträge erzielen können. Nachhaltige Bodenpflege ist da besonders

wichtig. Wenn die Regenwürmer kriechen, wenn wir pflügen und der Boden erdig,

humos riecht – das riechen Sie – dann wissen Sie: es ist alles o.k.

Gemeindebrief: Die Bibel gibt uns Menschen den Auftrag, die Erde zu bebauen und

zu bewahren. Welche Verantwortung und welche Grenzen sehen Sie da für die moderne

Landwirtschaft?

Eberhardt: Wir haben die Verantwortung, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und

ständig zu verbessern, damit die Böden langfristig bewirtschaftbar bleiben. Mit die

rücksichtsvollen Landbewirtschaftung können wir jederzeit gute Lebensmittel produzieren.

Gemeindebrief: Welchen Anteil an dieser Verantwortung haben Otto und Emma Normalverbraucher?

Eberhardt: Auch die Landwirtschaft richtet sich nach dem Markt. Der Verbraucher

sollte eben saisonal Obst und Gemüse kaufen und verzehren. Damit kann er alles

richtig machen.

Gemeindebrief: Macht euch die Erde untertan – auch das ist ein Satz aus der Bibel.

Nehmen die Menschen diesen Auftrag zu wörtlich?

Eberhardt: Ja, das haben wir ja schon alles gemacht.

Die Frage ist nur, wie gehen wir alle damit

um. Wenn wir Wüstenlandschaften hinterlassen

durch Raubbau von Rohstoffen, dann ist

das nicht nachhaltig. In Entwicklungsländern

geschieht das häufig: Regenwälder werden abgeholzt,

ein paar Jahre wird der Boden bewirt-

„Nachhaltige Bodenpflege ist

wichtig. Wenn die Regenwürmer

kriegen und der Boden erdig

riecht, dann wissen Sie: es ist

alles o.k.“

schaftet. Was übrig bleibt, damit kann niemand mehr etwas anfangen.

Gemeindebrief: Im September feiern wir in der Kirche das Erntedankfest. Wofür sind

Sie persönlich am dankbarsten?

Eberhardt: Ich bin immer dankbar, wenn alles gedeiht, die Familie gesund ist, dann

können wir doch alle froh und zufrieden sein. Mehr kann man ja nicht erwarten. Ich

finde, es ist ein super Gefühl, wenn man etwas in die Erde legt – und es wächst und

Früchte trägt.

Gemeindebrief: Dankbarkeit für die Ernte – in Zeiten, in denen die Milch aus dem

Karton und die Kartoffeln aus der Chipstüte kommen bekommt das einen anderen

Stellenwert. Wie könnten wir alle unseren Dank an Gott am besten ausdrücken?

Eberhardt: Jemand, der weit weg ist und kein Verhältnis hat zu dem, was er isst oder

trinkt, für den ist das bestimmt schwieriger. In der Schule werden die Kinder ja an

dieses Thema herangeführt. Sie kommen dann zu uns sehen, wo die Lebensmittel

wachsen. Die Deizisauer Drittklässler kommen immer zur Kartoffelernte zu uns.

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Elemente

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Gemeindebrief: Das bedeutet: Zurück zu den Wurzeln im wortwörtlichen Sinn.

Eberhardt: Wir Landwirte denken immer, dass es wichtig ist, dass man sich

besinnt: Wo komme ich her? Was esse ich, was trinke ich? Da hängt man an der

Wurzel. Das gebe ich meinen Kindern auch so weiter, Zurück zu den Wurzeln

und wir können es den Leuten zeigen, die hier auf

den Hof kommen. Das sind die Kleinigkeiten, die wir machen können. Aber

letztlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen.

Gemeindebrief: Wenn Sie als Landwirt drei Wünsche frei hätten – wofür würden

Sie die verwenden?

Eberhardt: Ich habe keine Extrawünsche im Leben. Ich bin so zufrieden, wie es

ist. Und was ich nicht gestalten kann, das nehme ich an, wie es kommt.

Unten fließt die

"blaue" Donau,

oben verbinden die

Eisenbrücken die

Ufer.

Gemeindebrief: Herr Eberhardt, vielen Dank für das Gespräch.

Wasser und Eisen,

Elemente der Schöpfung.

© Holger Raigel

Die Fragen stellte Clemens Grauer .


Schöpfung bewahren — ganz konkret

Energiemanagement in der evangelischen Landeskirche Württemberg

Kirchengemeinden, die heute noch genauso viel Strom und Heizenergie

verbrauchen, wie vor 15 Jahren, müssen heute das Doppelte dafür bezahlen.

Dieses Geld fehlt für wichtigere Aufgaben.

Wenn regelmäßig nach dem Energieverbrauch geschaut wird, spart eine

Kirchengemeinde erfahrungsgemäß mindestens 5 % ihrer Kosten und

Treibhausgasemissionen ein. Durch gezielte Maßnahmen können - je nach

Gebäude und Nutzung - Einsparungen bis zu 25 % erreich werden, ohne

groß zu investieren. Ein systematischer Umgang mit Energie ist dringend

notwendig.

Deshalb hat sich unsere Kirchengemeinde in Deizisau entschlossen, ein

Energiemanagement zu führen und hat ein Energieteam gebildet.

Alle Energiezähler wurden erfasst, Energiedaten werden monatlich abgelesen,

Energiespar-Rundgänge geben einen Überblick über Einsparungsmöglichkeiten

und erforderlichen Maßnahmen zur Kostenreduzierung.

Die Energiedaten werden in einer Datenbank erfasst und übersichtlich

dargestellt. Mit der Jahresübersicht kann sich unsere Kirchengemeinde

messbare Ziele setzen und Optimierungen können begonnen werden.

Wundern sie sich also nicht, wenn künftig das eine oder andere Schild mit

einem Hinweis wie „Bitte immer schließen“ an den Türen der beheizten

Räume im Gemeindehaus angebracht werden.

Wir investieren lieber in Gemeinde und Diakonie!

Ingrid Bayer

Impressum

Herausgeber: Evang. Kirchengemeinde Deizisau, Kirchstr. 4, 73779 Deizisau,

Tel.: 07153/27752, www.deizisau-evangelisch.de

Fotos: wikimedia.org, gemeindebrief.evangelisch.de, privat

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Aus unserer Kirchengemeinde

Ergebnis der Umfrage zum Gottesdienst im Mai 2012

Wünsche und Anforderungen an den Gottesdienst ändern sich ständig. Dies

bedingt sich vor allem durch die soziale und gesellschaftliche Entwicklung

bzw. durch die sich ändernden Arbeits- und Lebensbedingungen.

Werden Gottesdienstbesucher befragt, wünschen sie sich einen lebendigen

Gottesdienst und eine aktive Kirchengemeinde. Dieser Herausforderung kann

man jedoch nur gerecht werden, wenn detaillierte Informationen darüber vorliegen,

wie ein Gottesdienst aussehen soll.

In der Ausgabe Mai / Juni 2012 des Gemeindebriefes haben wir einen Befragungs-

bogen veröffentlicht und die Kirchenmitglieder gebeten, diesen auszufüllen

und zurück zu schicken. Die Befragung sollte mit dazu beitragen, die

Wünsche und Anforderungen aufzuzeigen, wie ein Gottesdienst gestaltet sein

soll, der Menschen unserer Zeit nahe kommt, sowie einen größeren Kreis von

Menschen anspricht.

Eine schöne Kirche ist nur eine halbe Sache, wenn der Gottesdienst nur von

wenigen Menschen besucht wird.

Die Befragung ist nun abgeschlossen. Herzlichen Dank an alle, die sich an der

Umfrage beteiligt haben. Zugegeben, wir haben uns einen größeren Rücklauf

an Fragebögen gewünscht. Dennoch fällt das Ergebnis sehr positiv aus und das

ist überaus erfreulich. Geantwortet haben vor allem Menschen, die ab und zu

bis häufig den Gottesdienst besuchen. Diesem Kreis ist besonders die Predigt

wichtig. In der Predigt sollten jedoch verstärkt auch Alltagsprobleme zur Sprache

kommen. Von großer Bedeutung für die Gottesdienstbesucher ist das Gebet.

Danach folgen Schwerpunkte wie Musik und Stille. Als Überraschung muss

man bewerten, dass das Abendmahl keinen so hohen Stellenwert einnimmt.

Geantwortet haben schwerpunktmäßig Personen in der Altersgruppe zwischen

46 – 65 Jahre und älter. Die Umfrage belegt, dass wir in Deizisau auf einem

guten Weg sind. Wenn auch der Wunsch nach einer höheren Beteiligung nicht

erfüllt wurde, so ist das Ergebnis dennoch positiv zu bewerten. Denn wenn ein

Teil der Kirchenmitglieder keine Notwendigkeit zur Abgabe des Fragebogens

gesehen hat, so belegt dies auch, dass der Gottesdienst in der jetzigen Form

geschätzt wird. Auf einem Fragebogen war angemerkt: „Wir sind ein älteres

Ehepaar und fühlen uns in der Kirchengemeinde wohl. Im Gottesdienst werden

unsere Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt. Wir sind dankbar für die Fülle der

Angebote in der Kirchengemeinde.“

Diese Beurteilung macht Mut und zeigt, dass wir in Deizisau auf einem guten

Weg sind. Siegfried Künstle


Ökumenisches Gemeindefest am 8. Juli

„Sag mir, wo der Himmel ist …“

Diese Frage war am vergangenen Sonntagmorgen nicht schwer

zu beantworten: Der Himmel ist, wo der Regen herkommt. Eine

andere bedenkenswerte Antwort

gaben die Kinder vom

Kinderhaus Arche Noah beim

ökumenischen Gottesdienst,

mit dem unser Gemeindefest

begann. Eindrucksvoll spielten

sie das Gleichnis vom Schatz im Acker und

zeigten damit: Der Himmel kann einem im

ganz normalen Alltag begegnen.

Etwas eng war es im Gemeindehaus, wo die zahlreichen Gottesdienstbesucher

wegen des heftigen Regens Platz finden mussten. Aber danach strahlte die Sonne

auf die dann im Hof aufgebauten Stände.

Die Jugend spielte Indiaka, der Kindergarten Alte Schule entführte uns zu den

Marsmännchen, welche die Weiten des Universums durchflogen und dabei Zwischenlandung

in Deizisau machten. Nachdem die

Männchen wieder mit Energie versorgt waren,

konnten sich auch die Deizisaueraner zur

Turmbesteigung begeben oder im Büchercafé mit

dem leckeren Kuchen verweilen. Ein gelungenes

Fest mit verschiedenen Angeboten an alle Generationen.

Konfi-Café

Das Café ist ein offenes Angebot für Konfirmanden und bereits

Konfirmierte. Wir treffen uns einmal im Monat an einem Mittwoch

Abend von 19.00 Uhr bis ca. 21.30 Uhr.

Bei jedem Konfi-Café machen wir eine andere Aktion, zum Beispiel:

Grillen, Casino-Abend, Exteme Activity, Schoko

-Fondue, Filmabend, Pizza backen

Zum Schluss bleibt dann noch ein wenig Zeit um

den Abend in gemütlicher Atmosphäre am Kicker

oder mit Gesellschaftsspielen ausklingen zu lassen.

Gerne dürft ihr auch Freunde mitbringen. Wir freuen uns auf euch!

Euer Konfi-Café-Team

Nächstes Konfi-Café: 26. November 2012 um 19.00 Uhr

im Keller im Gemeindehaus

15


Am Anfang gab es nichts,

weder Raum

noch Zeit.

Das ganz Universum verdichtet

auf den Raum eines Atomkerns,

und davor noch kleiner, viel kleiner als ein Proton,

und sogar noch kleiner, ein unendlich dichter mathematischer Punkt.

Und es geschah der Urknall.

Es war gerechtfertigt zu sagen, dass die Materie sich

am Anfang im Zustand völliger Auflösung befand.

Alles dunkel im Kosmos

Suchend, sehnsüchtig suchend in der Finsternis,

suchend dort am Saum, der scheidet die Nacht vom Tage,

suchend in der Nacht

empfing die Nacht den Samen der Nacht,

das Herz der Nacht existierte schon immer, selbst in der tiefsten Finsternis,

es wächst in der Finsternis

das pochende Mark des Lebens

aus den Schatten schält sich ein noch so zarter Lichtstrahl,

schöpferische Kraft,

erste Ekstase, die das Leben kennt,

voll Lust, sich zu wandeln von der Lautlosigkeit zum Laut,

und so füllte das Geschlecht des Großen Verbreiters die Weiten der Himmel.

Ernesto Cardenal, Gesänge des Universums

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