Elbdeiche unter Druck - Artlenburg

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Dienstag, 11. Juni 2013 NIEDERS¾CHSISCHES TAGEBLATT

68. Jahrgang · Nr. 133 · Euro 1,00

Euro-Kurs auf

dem Prüfstand

dpa Karlsruhe. Der Kurs der

Euro-Retter beschäftigt erneut

das Bundesverfassungsgericht.

Die Karlsruher Richter befassen

sich nach der positiven Eilentscheidung

zum Euro-Rettungsschirm

ESM und zum Fiskalpakt

ab heute im Hauptsacheverfahren

u. a. mit den Staatsanleihenkäufen

der Europäischen

Zentralbank. A Seite 18

Herausragender

Intellektueller

dpa Tübingen. Der Publizist

und Philologe Walter Jens ist

tot. Er starb am Sonntag im

Alter von 90 Jahren. Walter

Jens war schwer demenzkrank,

konnte schon seit Jahren nicht

mehr reden und nicht mehr

schreiben. Politiker, Schriftsteller

und Weggefährten würdigten

Jens als herausragenden

Intellektuellen und streitbaren

Demokraten. A Seite 13

Ziel aus den

Augen verloren

dpa London. Der weltweite

Ausstoß von Kohlendioxid bei

der Energiegewinnung ist 2012

auf den Rekord von 31,6 Gigatonnen

geklettert. Fatih Birol

von der Internationalen Energie-Agentur

in London meinte:

„Wir sind dabei, das Ziel einer

Erderwärmung von nicht mehr

als zwei Grad aus den Augen zu

verlieren.“ A Seite 19

„Kinderspiel

des Jahres“

dpa Hamburg. Das Magnetspiel

„Der verzauberte Turm“

hat den Kritikerpreis „Kinderspiel

des Jahres 2013“ erhalten.

Teamarbeit und ein gutes Gedächtnis

seien bei diesem toll

ausgestatteten Spiel gefragt,

lobte die Jury in Hamburg den

Gewinner. Geeignet ist es für

zwei bis vier Teilnehmer ab fünf

Jahren, etwa 20 Minuten dauert

es. A Seite 32

M

Das Wetter

M

Elbdeiche unter Druck

Hochwasserscheitel erreicht Niedersachsen – Dramatik in Lauenburg

nt Lüneburg/Lauenburg. An

vielen Orten entlang der Elbe

keimt Hoffnung, doch die Lage

bleibt unübersichtlich. Seit der

Nacht zu Montag stagniert der

Pegel bei Schnackenburg, das

Hochwasser stieg nicht mehr

nennenswert an. Deshalb gehen

die Behörden davon aus, dass

der Hochwasserscheitel Niedersachsen

bereits erreicht hat.

Gleichzeitig übertrafen an vielen

Pegeln elbabwärts die Wasserstände

bereits gestern Abend

die Prognosen für den heutigen

Dienstag.

Allein im Landkreis Lüneburg

sicherten um 20 Uhr noch

mehr als 3000 Einssatzkräfte

die Deiche. Während am linken

Elbeufer die Deicherhöhungen

abgeschlossen seien, würden in

der Gemeinde Amt Neuhaus

die Deichkronen noch mit

Sandsäcken verstärkt, sagte ein

Sprecher des Kreises. Offen sei

auch noch, ob die Einwohner

von Bleckede evakuiert werden

müssten. „Das hängt vom Zustand

der Deiche ab und davon,

wie lange die Hochwasserlage

andauert.“ Gegen 22.30 Uhr

war sich jedoch auch der Lüneburger

Katastrophenstab sicher:

Der Hochwasserscheitel bei

Dömitz ist erreicht.

Zuvor hatte der Kreis Landwirten

unter anderem in Artlenburg,

Amt Neuhaus und Echem

empfohlen, ihre Tiere in Sicherheit

zu bringen, Weiden und

Ställe zu evakuieren. Vorerst bis

Freitag bleiben vielerorts, darunter

auch in Bleckede, diverse

Schulen und Kindergärten geschlossen.

Auf hochwasserbedingte

Verzögerungen bei der

Müll- und Wertstoffabfuhr

weist die Gesellschaft für Abfallwirtschaft

(GfA) hin.

In Schnackenburg erreichte

die Elbe mittags mit 7,79 Metern

offenbar bereits ihren

Höchststand und einen neuen

Rekordwert. „Das Wasser steigt

dort nicht mehr“, hieß es vom

Drohnen-Nachspiel

Untersuchungsausschuss kommt

dpa Berlin. Die Affäre um

das gescheiterte Millionenprojekt

für die Aufklärungsdrohne

„Euro Hawk“ wird noch vor der

Bundestagswahl einen parlamentarischen

Untersuchungsausschuss

beschäftigen.

Nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses

in Berlin

sprachen sich SPD, Grüne und

Linkspartei dafür aus. Damit ist

die erforderliche Zustimmung

eines Viertels der Ausschussmitglieder

gesichert.

Zuvor hatte Verteidigungsminister

Thomas de Maizi›re

(CDU) in der Affäre deutlich

wie noch nie eigene Fehler

zugegeben. In der Sache sei die

Entscheidung für den Stopp des

Projekts aber richtig gewesen.

Daher gebe es keinen Rücktrittsgrund.

Die Opposition

sieht es dagegen als erwiesen

an, dass de Maizi›re über den

Ablauf der Entscheidung die

Unwahrheit sagt. Zudem macht

sie ihn für einen Schaden von

mehr als 300 Millionen Euro

verantwortlich. A Seite 18

Katastrophenschutzstab. In

Hitzacker wurde am Abend der

Höchstwert von 8,16 Meter

erreicht, auch dort stieg das

Wasser höher als je zuvor gemessen.

Dramatisch zugespitzt hat

sich unterdessen die Hochwasserlage

in Lauenburg. Der

Stand am gegenüberliegenden

Pegel Hohnstorf lag am Abend

bei 9,36 Metern. Der Strom in

der Lauenburger Elbstraße

musste abgeschaltet werden –

und damit auch die Pumpen.

Die Ortschaft Fischbeck steht nach einem Deichbruch auf 50 Metern

Länge im Landkreis Stendal unter Wasser.

Foto: dpa

dpa Berlin. Kanzlerin Angela

Merkel (CDU) macht den Skandal

um massive US-Spionage im

Internet zur Chefsache. Sie will

das Thema bei ihrem Treffen

mit US-Präsident Barack

Obama zur Sprache bringen.

Der 29-jährige Ex-Geheimdienstler

Edward Snowden berichtete

unterdessen von einer

ausufernden Überwachung des

Internets durch den US-Abhördienst

NSA. Er floh mit geheimen

Papieren nach Hongkong

und hofft auf Asyl in einem

Das Wasser komme jetzt durch

die Kanalisation, hieß es. Noch

aber hielten die Sandsackwälle.

Auf Lauenburger Seite gehen

die Verantwortlichen davon

aus, dass die Elbe noch weiter

steigt, der Scheitel erst am Donnerstag

mit 10,15 Meter am

Pegel Hohnstorf erreicht wird

– ein neuer Rekord. Rund 400

Bewohner der Altstadt mussten

das bedrohte Gebiet verlassen.

Die Wucht der Flut ließ einen

Elbedamm in Sachsen-Anhalt

brechen. Der Deich bei Fischbeck

im Landkreis Stendal

brach gegen Mitternacht auf

einer Länge von rund 50 Metern.

1000 Kubikmeter Wasser

pro Sekunde schossen in die

Fläche. Die Gemeinde stand am

Mittag rund einen Meter unter

Wasser. Etwa 3000 Menschen

mussten sich in der Region in

Sicherheit bringen. Kanzlerin

Angela Merkel (CDU) traf in

Wittenberge ein, um sich ein

Bild der Lage zu machen. Die

Flutschäden in Deutschland

werden auf eine zweistellige

Milliardensumme geschätzt.

Ein Treffen der 16 Ministerpräsidenten

mit der Kanzlerin soll

am Donnerstag um Gespräche

zur Fluthilfe erweitert werden.

A Tankstelle dicht..........Seite 3

A Wasserstände..............Seite 4

A Treibgut-Jagd..............Seite 5

A Nachbarkreise.............Seite 6

A Tipps für Opfer.........Seite 20

Fragen an Obama

Massive US-Spionage im Internet

Die Elbbrücke

zwischen

Hohnstorf und

Lauenburg.

Dort wurden

Zug- und Autoverkehr

wegen

des Hochwassers

inzwischen

eingestellt.

Der

Pegel bei

Hohnstorf erreichte

am

Abend mit

9,39 Metern

einen historischen

Höchststand.

Er

könnte sogar

noch auf mehr

als zehn Meter

klettern.

Foto: behns

Land, das ihn nicht an die USA

ausliefert. Snowden enttarnte

sich selbst in einem Interview

mit der Zeitung „Guardian“. Er

zeichnete eine Dimension der

Datensammlung, die bisherige

Vorstellungen sprengt.

Er wolle mit dem Geheimnisverrat

die ausufernde Überwachung

öffentlich machen,

sagte Snowden. Er suche nun

„Asyl in jedem Land, das an

Redefreiheit glaubt und dagegen

eintritt, die weltweite Privatsphäre

zu opfern“. A Seite 17

Ausflug in

die Burgzeit

lz Lüneburg. Burg und Festung

auf dem Kalkberg sind

verschwunden, doch es gibt an

einigen Stellen noch Reste alter

Mauern. Ein Stück davon hat

der Arbeitskreis Lüneburger

Altstadt jetzt freigelegt und saniert.

A Seite 7

Top-Leistung

auf Platt

lz Lüneburg. Emma Manske

von der Wilhelm-Raabe-Schule

gehört zu den Siegerinnen beim

Bezirksentscheid des Plattdeutschen

Lesewettbewerbs. Die

Elfjährige punktete mit ihrer

Geschichte über ein gemobbtes

Mädchen in der Schule. A S. 10

Stunts als

Familiensache

lz Lüneburg. Fliegende Motorräder,

Monstertrucks und jede

Menge quietschender Reifen

gab es jetzt in Lüneburg: Die

Familie Korth, die mit waghalsigen

Kunststücken ihr Geld

verdient, zeigte eine spektakuläre

Stunt-Show. A Seite 8

Depeche Mode

live in Hamburg

lz Hamburg. Seit mehr als 30

Jahren stehen Martin Gore,

Dave Gahan und Andrew Fletcher

gemeinsam auf der Bühne.

Die Elektro-Pop-Band Depeche

Mode tritt jetzt in Hamburg auf.

Mehr dazu auf A Seite 15

M

Weitere Themen

M

Lüneburg

Gesamtschule

gefragter denn je 8

Lüneburg

Hochschulgruppe fordert

Baustopp beim Audimax 9

Salzhausen

Brandstifter zünden

Scheune an 10

Adendorf

Golf-Turnier hilft

kranken Kindern 11

Leserforum

Kritik an

Baumfällung 11


Kompetenz für Ihre Schuhe

Dienstag, 11. Juni 2013 · Nr. 133

Lokales

3

Am

Haken

Egbert Lange will seinen Supermarkt nicht schließen – im Gegensatz zur Tankstelle, die gestern, wie 2002, den Betrieb einstellte. Fotos: be

pet Lüneburg. Dorthin im

Landkreis Lüneburg, wo wegen

des derzeitigen Elbehochwassers

nur noch Einsatzkräfte

fahren dürfen, wo die Straßen

für den Privatverkehr gesperrt

sind, dürfen auch die Entsorgungsfahrzeuge

der Gesellschaft

für Abfallwirtschaft

Freunde

(GfA) nicht fahren. Deshalb

weist die GfA darauf hin, dass

es aufgrund der aktuellen Lage

unter Umständen zu Verzögerungen

Facebook oder Google+ heißen

oder zu Ausfällen in

Soziale Netzwerke im Internet,

einigen Entsorgungsgebieten

wo Sie Ihren Freunden von

kommen kann“.

ca Lüneburg. Autofahrer, Egbert Meyer-Lovis sagt: „Angesichts

Personenverkehr zwischen

% LZ-Lesertelefon aber auch Bahnkunden, müssen

Herzensleid über Fußwarzen bis

Alice Lippelt-Keck von der

hin zur Lebensphilosophie oder

Tankwart dreht Sprit ab

GfA weiter: „Neben Straßenoder

Brückensperrungen und

Tagesform alles mitteilen können.

Diese Netzwerke wachsen

Überschwemmungsbereichen,

zu immer dichteren Geflechten.

die das Passieren mit den Entsorgungsfahrzeugen

verhin-

Und damit es noch schneller

geht, bieten die Facebook- und

dern, sind derzeit viele GfA-

Hohnstorf: Zapfsäulen wegen Flut außer Betrieb – Supermarkt bleibt offen

Google-Milliardäre Mark Zuckerberg

Mitarbeiter selbst im Katastrophenschutz

und Larry Page dau-

ernd neue Freunde an, die man kre Hohnstorf/Elbe. Ausnahmezustand

spannt“, sagt der Chef des Ede-

Hohnstorf lange kämpfen müsburger

Pfleger nicht mehr zu eingesetzt.“

Bürgern, die absehen kön-

in sein persönliches Netz einflechten

in Hohnstorf: ka-Marktes. 2002 hatte er nicht sen. „Den bekommen wir erst, ihren Patienten. Auch eine Ausnen,

dass sie von den GfAspannt“,

kann. Google+ ist zurzeit

Seit Sonntagabend ist die Elb-

zugesperrt – und auch dieses seitdem Samtgemeindebürgernahmegenehmigung

zum Pas-

Fahrzeugen zeitweise nicht er-

im Verhältnis zu Facebook brücke zwischen Hohnstorf Mal will der 50-Jährige die meister Laars Gerstenkorn orsieren

der Brücke gibt es für sie reicht werden können, rät Hu-

noch der David, deswegen mache

und Lauenburg gesperrt. Ab-

Stellung halten. Lange vertraut dentlich Druck gemacht hat.“ nicht.

bert Ringe, Vorstand der GfA,

ich mit und bekomme von sperrbaken verhindern die auf die Deiche „Viele Bürger Gestern Mittag haben Erzie-

„Eine Awo-Mitarbeiterin den zusätzlichen Müll in Sä-

der Adresse viele Freundes-Angebote.

Durchfahrt. Wer es trotzdem und Helfer versorgen sich bei herinnen und Lehrkräfte der wohnt zum Glück selbst in cken zwischenzulagern. Wenn

Jetzt war ein ganz be-

versucht, wird von Polizisten uns.“

Grundschule Hohnstorf die In-

Hohnstorf und hat die notwen-

die Müllabfuhr nach Ende des

sonderes dabei: „Personen, die aufgehalten. Und seit gestern Einige hundert Meter weiter, fo-Schreiben des Katastrophenschutzstabes

digen Medikamente für ihre Hochwassers wieder regulär

Sie auf Google+ vielleicht kennen.“

Nachmittag gibt es auch kein mit Blick auf die Elbe, sitzt die

an die 1350 Haus-

Patienten jetzt bei uns unter-

laufe, werde der zusätzlich andigen

Da war dann mein Konter-

Benzin mehr in dem Elbdorf zu stellvertretende Hohnstorfer halte in Hohnstorf verteilt, in gestellt, sodass sie von hier aus gefallene Müll dann, wie auch

fei zu sehen und das Angebot,

mich zu meinem Freundeskreis

kaufen. Die Tankstelle hat aus

Sicherheitsgründen ihre Filiale

Bürgermeisterin Annette Kork

im Gemeindebüro und kämpft

denen die Verhaltensregeln für

eine mögliche Evakuierung aufgelistet

ihre Tour starten kann“, berichtet

Kork. Eine Lösung auf dem

die regulären Tonnen, wieder

abgeholt, verspricht Ringe.

sind. „Dabei haben wir kleinen Dienstweg.

hinzuzufügen. Aber ich halte es geschlossen, die Zapfsäulen abgebaut.

Sicher ist sicher. Erinser,

sondern auch gegen die auch abgefragt, wer in solch Nicht die einzigen Probleme:

nicht nur gegen das Hochwas-

mit einem der größten Filmkomiker

Anzeige

aller Zeiten, Groucho nerungen an 2002 werden Bürokratie: „Wir haben als Gemeinde

keine Chance, direkt einen Krankentransport, benö-

beim Katastrophenschutzstab WILL SUCHT!

einem Fall Hilfe, beispielsweise „Schon vor Tagen haben wir

Marx: „Ich würde keinem Club wach. Auch damals hatte die

angehören wollen, der mich als Tankstelle für einige Tage wegen

der drohenden Elbeflut stab des Landkreises zu telenen

hätten sich schon gemeldet. Bürger angefordert.“ Für den

mit dem Katastrophenschutztigt“,

berichtet Kork. 23 Perso-

500 Autostellplätze für unsere

Mitglied aufnimmt.“ Ich werde

Guten Monteur

für gutes Geld in Dauerstellung

es also ignorieren. herb dichtgemacht. Vor elf Jahren fonieren, sondern müssen bei In einer Ecke des Hohnstorfer

Fall, dass die Deiche nicht hal-

Anzeige

Gemeindebüros steht eine ten sollten. „Aber wir haben bis

ging zwar alles gut. Doch ob Fragen wie jeder andere Bürger

haustechnik

Hohnstorf auch dieses Mal wieder

so viel Glück haben wird – telefons anwählen“, ärgert sich ist auch so eine Sache“, ärgert halten“, ärgert sich die CDU-

auch die Nummer des Bürger-

Kiste mit Medikamenten: „Das heute noch keine Antwort erwer

will das bei den Prognose- die stellvertretende Gemeindechefin:

sich die stellvertretende Bürger-

Politikerin. Es ist das vierte

„Ein schneller und dimeisterin.

Viele ¾ltere und Pfle-

„Jahrhunderthochwasser“ in

Schwankungen schon sagen

Fon: 0 41 34 / 89 35

Einer, der sich nicht von den rekter Informationsfluss ist so gebedürftige in Hohnstorf werden

durch die Awo Lauenburg inzwischen von Routine zu

nur gut zehn Jahren – doch

Herr Will vertraulich

Wasserstands-Meldungen verrückt

machen lässt, ist Egbert Auch um den täglichen La-

betreut. Doch seit die Brücke sprechen, „davon sind wir noch

kaum gewährleistet.“

Tel. 01 76 / 53514 178

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Lange: „Ich sehe das alles entgebericht

habe die Gemeinde gesperrt ist, kommen die Lauen-

weit entfernt“, sagt Kork.

Eigener Andachtsraum für

Trauerfeiern und Abschied.

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lz Lüneburg. Sie möchten die

Redaktion auf ein Thema aufmerksam

machen oder Kritik

üben Dann rufen Sie an beim

LZ-Lesertelefon. Heute von 12

bis 13 Uhr erreichen Sie Volontärin

Emilia Püschel (emi)

aus dem Ressort Lokales, unter

v 74 03 80. Reaktionen

auf frühere Anregungen

am Lesertelefon

finden Sie

heute auf Seite 11.

aufgrund des Hochwassers mit

Verspätungen und Umleitungen

rechnen. So ist die Bahnstrecke

zwischen Lüneburg und Lübeck

unterbrochen, nachdem die

Elbbrücke bei Hohnstorf gesperrt

wurde. Die Bahn lässt

nun im Stundentakt Busse fahren,

die verkehren zwischen

Büchen, Lauenburg, Geesthacht

und Lüneburg. Die Fahrtzeit

beträgt rund 90 Minuten.

Auf dem Weg etwa nach Echem

setzt die Bahn in einem Shuttle-

Service Taxis ein. Bahnsprecher

würden sich Busse nicht lohnen.“

Zudem hat die Bahn

wegen des Hochwassers und

dessen Auswirkungen für Kunden

eine kostenlose Servicenummer

eingerichtet. Unter

v 0 80 00/99 66 33 gibt es aktuelle

Informationen rund um die

Uhr. Nutzer mobiler Endgeräte

erhalten über m.bahn.de/ris aktuelle

Reiseinformationen.

Auch im Fernverkehr hat die

Bahn Probleme. Aufgrund des

Hochwassers ist die Elbbrücke

bei Schönhausen gesperrt. Im

Frankfurt/Main und Berlin

kommt es daher zu Verspätungen

von einer bis zu drei Stunden

und zu Teilausfällen von

Verbindungen. Ein Überblick:

A Die ICE-Linie 10 (Berlin-

Hannover-Hamm-Düsseldorf/

Köln) wird zwischen Berlin und

Hannover über Wittenberge-

Stendal-Wolfsburg umgeleitet.

A Die ICE-Linie 11 (München-

Frankfurt/Main-Berlin) wird ab

Göttingen nach Hannover umgeleitet

und endet bzw. beginnt

dort. Zwischen Hannover und

Göttingen können die ICE-Züge

der Linie 10 benutzt werden.

A Die ICE-Linie 12 (Basel-

Frankfurt/Main-Berlin) wird ab

Fulda über Erfurt und Halle

umgeleitet. Die Halte Kassel,

Göttingen, Hildesheim, Braunschweig,

Wolfsburg fallen aus.

Alternativ bestehen die oben

genannten Umsteigeverbindungen

über Hannover.

A Die IC-Linie 77 von und nach

Amsterdam endet bzw. beginnt

in Hannover.

A Zwischen Rathenow und

Stendal verkehren kein Regional-

und auch kein Busverkehr.

Verzögerungen

bei Müllabfuhr

Auch Straßen sind weiterhin

gesperrt. So ist die Elbbrücke

Hohnstorf-Lauenburg auch für

den Autoverkehr gesperrt. Geöffnet

hingegen ist wieder die

Dömitzer Brücke. Ansonsten

gilt laut Polizei: Elbnahe Straßen

sind oftmals gesperrt. Mit

Behinderungen ist in den Kreisen

Lüneburg und Lüchow-

Dannenberg zu rechnen. Aufgrund

der aktuellen Lage könnten

weitere Verbindungen abgeriegelt

werden. So war gestern

die Strecke Bleckede-Alt Garge

dicht, Autofahrer mussten Umwege

in Kauf nehmen.

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4 Dienstag, 11. Juni 2013 · Nr. 133

Lokales

Die Kurvendiagramme zeigen die Pegelverläufe der vergangenen Tage, das Foto den mittlerweile längst überschwemmten Fähranleger in Neu Bleckede.

Foto: t & w

Ist der Höchststand erreicht

Katastrophenschutzstab Lüneburg rechnet mit stagnierenden Pegelwerten auf Rekordniveau

dth Bleckede/Lüneburg. Widersprüchlich

zeigten sich gestern

Abend abermals die jüngsten

Prognosen zu den erwarteten

Hochwasserständen der

Elbe im niedersächsischen Bereich:

Entweder der Hochwasserscheitel

ist bereits gestern in

Dömitz eingetroffen oder er

kommt tatsächlich später und

dann höher. Der Kastastrophenschutzstab

Lüneburg hingegen

hatte sich gestern Abend

laut Sprecher Stefan Bartscht

festgelegt: „Der Gewässerkundliche

Landesdienst geht davon

aus, dass der Scheitelwert am

Pegel Dömitz nahezu erreicht

ist und sich auf einem hohen

Niveau über mehrere Tage halten

wird. Die Höhe liegt rund

50 Zentimeter über den bisher

gemessenen Rekordständen.“

Aber zunächst eine gesicherte

gute Nachricht: Nach

Angaben des Niedersächsischen

Landesbetriebs für Wasserwirtschaft,

Küsten- und Naturschutz

(NLWKN) Lüneburg

hat sich die Flutung der Havelpolder,

mit der am Sonntag um

14 Uhr begonnen wurde, bereits

bemerkbar gemacht mit sinkenden

Wasserständen ab dem Pegel

Wittenberge. Entsprechend

geringer fiel dort gestern um 14

Uhr die Abflussmenge mit 3120

Kubikmetern Wasser pro Sekunde

aus, so Messungen des

Wasser- und Schifffahrtsamtes

(WSA) Lauenburg. Zum selben

Zeitpunkt flossen unterhalb bei

Neu Darchau aber noch 4092

Kubikmeter pro Sekunde

durch. Der Pegel Neu Darchau

bewegte sich dabei auf einem

Niveau von mehr als 7,70 Metern.

Doch auch der Pegel bei

Hohnstorf lag bereits gestern

(21.59 Uhr) bei 9,36 Meter und

damit über dem Wert der erst

für Donnerstag vorhergesagten

Scheitelwelle mit 9,30 Meter.

Gestern war die Rede davon,

dass der Hochwasserscheitel

geschätzt eine Länge von rund

40 Kilometern habe. Dazu sagte

Deichhauptmann Hartmut Burmester

vom Artlenburger

Deichverband auf LZ-Nachfrage:

„Sollte das so sein und

gingen wir von einer Strömungsgeschwindigkeit

von fünf

Kilometern pro Stunde aus –

wahrscheinlich ist sie sogar

schneller – wäre der Scheitel in

acht Stunden bei uns am jeweiligen

Pegelstand durch.“ Nach

WSA-Messungen betrug die

mittlere Fließgeschwindigkeit

(bei der Abflussmenge von

4047 Kubikmetern pro Sekunde

gestern um 10 Uhr) bei Neu

Darchau über den gesamten

Querschnitt 3,6 km/h und in

der Flussmitte über eine Breite

von 150 Metern rund 6,5 km/h.

Nimmt man den Verlauf der

prognostizierten Wasserstände

an, müssten ab morgen die

Pegel ab Hitzacker langsam

sinken, bewegten sich aber bis

Ende der Woche auf Rekordniveau.

Wann genau es zu der

Senkung kommt, ist unklar.

Denn aus Magdeburg sind nach

der Messung gestern, 14 Uhr,

weiter 4478 Kubikmeter pro

Sekunde im Anmarsch, also

mehr als zum selben Zeitpunkt

in Wittenberge. Inwieweit die

nachfließenden größeren Wassermassen

durch die Flutung

der Havelpolder oder den

Deichbruch im Kreis Stendal

im weiteren Verlauf reduziert

werden, konnten die Behörden

gestern nicht abschätzen.

Unterdessen sind laut Katastrophenschutzstab

Lüneburg

die Deicherhöhungen auf 32

Kilometern Länge im Bereich

der Samtgemeinde Scharnebeck

und Stadt Bleckede abgeschlossen.

Im Bereich der Gemeinde

Amt Neuhaus wurden

rund 21 Kilometer Deich aufgekadet.

Viele Abschnitte fehlen

dort aber noch, in Summe 25

Kilometer im Bereich von Wehningen

bis Neu Bleckede. Die

Einsatzkräfte arbeiteten mit

Hochdruck, darunter die Kreisfeuerwehrbereitschaft

Harburg.

Gefahr von Deichbrüchen

sehen Experten vor allem dann,

wenn die Deiche über Wochen

aufgeweicht wurden. Selbst

Überspülungen könnten die

Barrieren eine Zeitlang überstehen.

Der Hamburger Hochwasserschutz-Spezialist

Dr.Olaf

Müller sagte auf LZ-Nachfrage:

„Wir wissen heute, dass die

Deiche mehr vertragen als bisher

angenommen.“

Während die Elbe den Niedersachsen

zu schaffen macht,

haben die Hamburger offenbar

nicht viel zu befürchten. Bereits

vor Tagen wurden die Tore des

Wehrs Geesthacht geöffnet, um

so viel Wasser wie möglich

abzuleiten. Bereits vor dem

Wehr fächern Flussbett sowie

Deichvorland teilweise auf fast

die doppelte Breite auf. Volker

Dumann, Sprecher der Behörde

für Stadtentwicklung und Umwelt

Hamburg, sagt: „Wenn das

Elbe-Hochwasser Hamburg erreicht

hat, rechnen wir im Hafen

St. Pauli geschätzt mit einer

Wasserstandserhöhung von bis

50 Zentimetern.“

M

Pegelstände

M

Lauenburg, 10.06.2013, 6 Uhr

Elbe:

Dresden 703 —44

Torgau 821 —53

Wittenberg 651 + —

Dessau 720 —23

Barby 719 —42

Magdeburg 719 —26

Tangermünde 820 + 3

Wittenberge 779 +12

Dömitz 712 +60

Neu Darchau 768 +75

Bleckede 1152 +93

Boizenburg 678 +120

Artlenburg 883 + –

Hohnstorf 899 +119

Nach Vorausberechnungen

des Bundesamtes für Seeschifffahrt

und Hydrographie

Hamburg heute in Geesthacht:

M Hochwasser: 08.17 Uhr

20.24 Uhr

M Niedrigwasser: 04.25 Uhr

16.28 Uhr

A An vielen Pegeln waren die

Prognosen für heute bereits am

Montag um 22 Uhr erreicht:

Dömitz 720 (Prognose 705),

Hitzacker 816 (800), Neu Darchau

773 (780), Bleckede 1182

(1180), Boizenburg 715 (705),

Hohnstorf 936 (925).

www.pegelonline.wsv.de

Kein Stadtfest-Aus

Veranstalter beobachten aber die Lage

W

egen des Hochwassers

an der Elbe sind folgende

Veranstaltungen abgesagt:

A DRK Bleckede: Themennachmittag

heute, Dienstag, 15 Uhr.

A Lesung „Per Anhalter durch

die Galaxis“ am Mittwoch, 12.

Juni, 20 Uhr, Boizenburg;

A Oberschule Neuhaus: Abschlussfeier

Mittwoch, 12. Juni;

A Schützenverein Barskamp:

Schützenfest am 15./16. Juni;

A Feuerwehr Dahlenburg: Tag

ca Lüneburg. Darf Lüneburg

am Wochenende Stadtfest feiern,

wenn an der Elbe Menschen

gegen das Hochwasser

kämpfen Die Frage wird unter

anderem auf der Internet-Plattform

Facebook diskutiert. Marketing-Chef

Stefan Pruschwitz

sagte gestern Nachmittag, auch

innerhalb der Mitarbeiterschaft

und der Gesellschafter sei die

Frage besprochen worden:

„Uns ist klar, dass es eine

schwierige Situation ist. Aber

nach derzeitigem Stand soll das

Fest stattfinden. Sollte sich die

Lage dramatisch ändern, müssen

wir die Frage neu bewerten.“

Er wirbt um Verständnis:

Als Veranstalter sei man mit

Händlern, Sponsoren und Musikern

Verträge eingegangen,

die erfüllt werden müssten.

Gleichzeitig sieht Pruschwitz

den Einsatz der Helfer und das

Schicksal der Anwohner. Deshalb

soll der Überschuss der

Einnahmen der sogenannten

Button-Aktion, bei der, wie berichtet,

ein Auto verlost wird,

Opfern des Hochwassers zugute

kommen. Auch ruft Pruschwitz

in diesem Zusammenhang zu

weiteren Spenden auf. Dass

nicht jeder von Freitag bis

Sonntag, 14. bis 16. Juni, zum

Stadtfestbummel aufbrechen

mag, kann Pruschwitz verstehen,

ebenso wie die, die trotzdem

Lust auf Musik haben:

„Jeder muss selber entscheiden,

ob er kommen möchte.“

der offenen Tür am Sonnabend,

15. Juni.

A Lesung: „Jans muss sterben“

Sonnabend, 15. Juni, Konau;

A Samtgemeinderat Scharnebeck:

Sitzung am 19. Juni.

Verlegt wird:

A Pferdezuchtvereine Winsen/

Luhe und Artlenburger Elbmarsch:

Stutenschau am Freitag,

14. Juni, 11 Uhr, nicht in

Hohnstorf, sondern auf dem

Turnierplatz in Brietlingen.

ca Lüneburg. Ministerpräsident

Stephan Weil hat sich am

Montagmorgen im Lüneburger

Lagezentrum der Polizei gerade

einen Überblick über die Hochwasserlage

an der Elbe geben

lassen, Minuten später telefoniert

er mit Bundeskanzlerin

Angela Merkel, um sie zu informieren.

Die Kanzlerin habe

weitere Unterstützung zugesagt,

sagt Weil später. Doch im Moment

reiche die Hilfe durch

Bundeswehr und Bundespolizei,

sagt Weil. Einig sei man

sich, dass die von der Flut

betroffenen Menschen mit finanzieller

Hilfe von Bund und

Land rechnen können. Die

Kanzlerin unterscheide bei dieser

Zusage nicht zwischen

Ober- und Unterlauf der Elbe.

Heißt: Auch zwischen Schnackenburg

und Geesthacht soll

es im Fall der Fälle Unterstützung

geben.

Die niedersächsischen Minister

für Umwelt und Inneres,

Stefan Wenzel und Boris Pistorius,

waren bereits in den vergangenen

Tagen am Strom, gestern

kam nun der Ministerpräsident,

der betonte: „Wir betreiben

hier keinen Hochwassertourismus.

Ich bin hier, um

Lob statt Tourismus

Ministerpräsident Weil besucht Hilfskräfte – Kommt die Kanzlerin

mich bei den Einsatzkräften zu

bedanken.“

Allein im Führungsstab im

Behördenzentrum arbeiten

rund 70 Fachleute in Zwölf-

Stunden-Schichten rund um die

Uhr. Polizeipräsident Friedrich

Niehörster, sein Stellvertreter

Matthias Oltersdorf und die

Experten setzten Weil gegen

8.30 Uhr ins Bild. Doch alle

Einschätzungen für das, wie

stark die Elbe noch anschwillt,

sind mit einer gewissen Unsicherheit

behaftet. Prognosen

für Pegelstände ändern sich.

Weil sagte, als kritisch werde

die Situation für Hitzacker und

Neu Darchau sowie für Teile im

Amt Neuhaus eingeschätzt:

„Das steht unter besonderer

Beobachtung.“ Und: Zwar sei

bislang keine Evakuierung

Bleckedes geplant, „aber die

Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich im Katastrophenstab

über die Arbeit von Polizei und Hilfsdiensten.

Foto: t & w

Pläne liegen in der Schublade“.

Das müssten sie auch, schließlich

gelte es, vorbereitet zu sein.

Anerkennung zollte der Ministerpräsident,

der mit offenem

Hemd, Windjacke und festen

Schuhen gekommen war, der

„vorzüglichen Zusammenarbeit“

von Behörden, Hilfsorganisationen

und dem Engagement

der freiwilligen Helfer:

„Sie haben alles getan, was in

in ihren Kräften steht.“ Daher

sei man auf das, was kommen

könne, gut vorbereitet. Die bedrohliche

Lage werde noch anhalten,

sagte Weil. Nicht, wenn

nur der Scheitelpunkt des

Hochwassers komme, sondern

auch, weil die Wassermassen

gegen die Deiche drücken.

Weil informierte sich später

auch in Alt Garge und Hitzacker,

sprach mit den Hilfskräften.

Kehrt er bald zurück, eventuell

mit der Bundeskanzlerin

Die war bekanntlich 2006 im

hochwassergebeutelten Hitzacker

zur Gast. „Das weiß ich

noch nicht“, sagte der Kabinettschef.

Es sei unklar, ob

Angela Merkel kommen wolle.

Hinter den Kulissen wird allerdings

der Mittwoch als möglicher

Termin gehandelt.


Dienstag, 11. Juni 2013 · Nr. 133

Lokales

5

Die schwimmende Gefahr

Treibgut bedroht Deichsicherheit – DLRG-Team in Alt Wendischthun rund um die Uhr im Einsatz

Mitglieder des DLRG-Wasserrettungszuges Lüneburg ziehen am Deich in Alt Wendischthun einen Baumstumpf aus dem Wasser. Seit

Sonntagfrüh sind dort rund 30 Männer und Frauen im Einsatz, um Treibgut zu bergen, das die Deiche beschädigen könnte. Foto: t & w

off Alt Wendischthun. Der

Funkspruch erreicht Dominique

Düker um kurz vor 14 Uhr.

An Bord der Luna 3 sucht die

junge Frau mit ihren Kollegen

Matthias Koch und Christian

Sparfeldt den Fluss nach Treibgut

ab, jetzt meldet ihr die

Besatzung eines weiteres Einsatzbootes:

Ein Baumstamm

treibt stromabwärts direkt auf

sie zu. Für das Team der Deutschen

Lebens-Rettungs-Gesellschaft

(DLRG) ist es das Signal

zum Handeln, innerhalb von

Minuten haben sie den Baumstamm

ausfindig gemacht, gestoppt

und mit einem Seil gesichert.

Übers überflutete

Deichvorland geht es zurück

ans Alt Wendischthuner Ufer –

Treibgut-Sammelstation und

Einsatzzentrale des DLRG-

Wasserrettungszugs Lüneburg.

Seit Mittwoch vergangener

Woche sind die ehrenamtlichen

Einsatzkräfte der DLRG-Ortsgruppen

Lüneburg, Adendorf/

Scharnebeck, Amelinghausen/

Lopautal und Dahlenburg in

der Region im Hochwassereinsatz.

„Seit Sonntagfrüh ist es

unsere Aufgabe, in Alt Wendischthun

Treibgut, das die Deiche

beschädigen könnte, aus

der Elbe zu bergen“, sagt Michael

Düker, Gruppenführer

der DLRG-Ortsgruppe Lüneburg.

Dazu gehört die Sicherung

von Baumstämmen und

auch -stümpfen – doch das ist

längst nicht alles, was die Elbe

hinabtreibt und droht, die Deiche

zu beschädigen.

Seit Sonntag haben Düker

und seine Kollegen neben unzähligen

Brettern, Stämmen

und Wurzeln auch einen Bauwagen

und einen Hochsitz geborgen,

gestern Mittag ein totes

Rind ans Ufer gezogen und dem

Abdecker übergeben. Arbeit, für

die rund 30 DLRG-Mitglieder

im Schichtdienst rund um die

Uhr im Einsatz sind. Wer nicht

auf dem Wasser ist, hilft auf

dem asphaltierten Deichübergang

beim Zerkleinern und Abtransport

des Treibguts. Im

Ernstfall kümmern sich Düker

und sein Team zudem um Undichtigkeiten

im Deich, „dann

kommen unsere speziell ausgebildeten

Taucher zum Einsatz“,

erklärt der Gruppenführer.

Weitere Spezialkräfte vor Ort

sind die sogenannten Strömungsretter

der DLRG. Einer

von ihnen ist Florian Lenkeit,

der im Neoprenanzug am Ufer

des Deiches steht und auf die

Ankunft des nächsten Einsatzteams

wartet. „Als Strömungsretter

sorgen wir dafür, dass die

Boote sicher anlegen können

und wir das Treibgut abladen

können“, erklärt er. Wird die

DLRG zum Einsatz auf dem

Wasser gerufen, „sind wir außerdem

dafür ausgebildet, in

stark strömendem Wasser die

Gefahren zu erkennen, richtig

zu reagieren und die Kameraden

zu sichern.“

Doch wirklich dramatisch ist

es für das Einsatzteam der

DLRG in Alt Wendischthun

bisher zum Glück noch nicht

geworden. Zwei Leben gerettet

haben sie trotzdem schon.

„Sonntag konnten wir zwei

kleine Rehkitze von einer Insel

retten, die kurz vor der unmittelbaren

Überschwemmung

war“, sagt Düker. „Ein wirklich

schöner Moment.“

A Ein Video zum DLRG-Einsatz

bei www.LZplay.de.

Noch kein

Spendenkonto

ca Lüneburg. Auch wenn das

Hochwasser den Kreis noch verschont,

möchte mancher schon

jetzt möglichen Opfern helfen.

Bei der LZ gehen erste Anfragen

ein: So hat ein Leser sein

altes Schlafzimmer angeboten.

Andere fragen nach einer Kontonummer.

Für den Katastrophenstab

des Kreises sagt Michael

Wieske: „Es gibt keinen

Sammelpunkt und kein Konto.“

Das Ziel sei, ein Überspülen

und einen Bruch der Deiche zu

verhindern. Erst einmal gelte es

abzuwarten. Nach dem Hochwasser

2002 habe der Landkreis

auch erst später ein Spendenkonto

eingerichtet: „Nachdem

die Lage klar war.“ ¾hnlich

werde man es wohl auch dieses

Mal halten. Für Betroffene an

anderen Orten in Deutschland

sind aber Spendenkonten eingerichtet

worden. A Seite 20

Schulen fallen

wegen Flut aus

lz Lüneburg. An folgenden

Schulen im Landkreis Lüneburg

findet wegen des Elbehochwassers

auch weiterhin

kein Unterricht statt: Grundschule

Echem, Grundschule

Hohnstorf/Elbe, Grundschule

Neuhaus, einschließlich der Außenstelle

in Tripkau, Elbtal-

Grundschule Bleckede, Oberschule

in Neuhaus sowie am

Schulzentrum Bleckede mit der

Jörg-Immendorff-Schule, der

Realschule, dem Gymnasium

und der Kurt-Löwenstein-Schule.

Außerdem wird in der

Grundschule Barskamp vorerst

nicht mehr unterrichtet.

Elbeflut versperrt

Schiffern den Weg

Frachter muss am Hebewerk wohl eine Woche warten

pet Scharnebeck. Ausgesprochen

ruhig ist es am Schiffshebewerk

Scharnebeck. Ein

Schiff liegt im Unterhafen, insgesamt

sieben im Oberhafen.

Das Hebewerk hat seinen Betrieb

eingestellt. Bis Sonntagmittag

waren die letzten Schiffe

durch das Hebewerk geschleust

worden, wegen des schnell steigenden

Elbepegels wurde das

Kanal-Sperrtor bei Artlenburg

um 13.30 Uhr geschlossen. Seitdem

tut sich wenig auf dem

Kanal, nur einige Schiffe sind

noch von Süden unterwegs in

Richtung Scharnebeck, werden

da die Entwicklung abwarten.

Ausgerechnet vor der Sperrung

war das Hebewerk wegen

eines technischen Defekts zwischen

Freitag und Sonnabend

27 Stunden lang ausgefallen –

ein Stau von 50 Schiffen hatte

sich gebildet. Der musste abgebaut

werden musste. Eine Prognose,

wann jetzt der Verkehr

in Richtung Elbe weitergehen

kann, mag Nicole Bosselmann,

Schichtleiterin im Schleusenbetriebsdienst,

nicht wagen.

Allein am Ostufer des Oberhafens

liegt Marian Nizalowski

mit der „Vera“, die für die NVG

(Niedersächsische Verfrachtungsgesellschaft)

fährt. „Wir

transportieren Steinkohle zwischen

dem Hansaport in Hamburg

und dem Kohlehafen des

Kraftwerks Mehrum“, erzählt

Nizalowski. Eigentlich, denn in

Scharnebeck liegt die „Vera“

mit „leerem Bauch“.

In Richtung Hamburg sei er

am Sonntag unterwegs gewesen,

sagt der Schiffsführer. Als

eines der letzten Schiffe wurde

die „Vera“ aufwärts transportiert.

Bis zur Schließung des

Kanal-Sperrtors sei es dann

aber nicht mehr zu schaffen

gewesen. „Wohl eine Woche“,

so Marian Nizalowski, werde

man auf die Weiterfahrt warten

müssen – die Zeit wird mit

Reparaturen und Wartungsarbeiten

genutzt. „Und ein bisschen

früher Feierabend gibt es

auch“, erklärt der Pole.

Im Unterhafen hat die „Elan“

von Eigentümer und Schiffsführer

Jan Külper aus Handeloh

am Westufer festgemacht. Mit

1,6 Millionen Litern Benzin ist

er auf dem Weg von Hamburg

nach Salzgitter. Es „duftet“ am

Schiff – nicht nach Benzin,

sondern nach frischer Farbe.

„Wir nutzen die Zeit unter anderem,

um Malerarbeiten zu

erledigen. Das Wetter passt dafür

gut“, sagt Külper.

Er ist Sonnabendmittag

durch das Schiffshebewerk gekommen,

mit seinem Löschtermin

in Salzgitter lässt er sich

Zeit. „Wahrscheinlich

Mittwochabend wollen wir zurück

am Hebewerk sein, sehen

dann, wie es weitergeht. Nützt

ja nichts“, ist auch er gelassen.

Welche

Heizung

ist denn nun die richtige

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Warentest GUT (1,8)

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(2. v.

r.), Enkel Michail,

der gerade

Ferien

hat, und Besatzung

müssen

am

Schiffshebewerk

Scharnebeck

warten,

bis es weiter

in Richtung

Süden geht.

Foto: pet

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6 Dienstag, 11. Juni 2013 · Nr. 133

Lokales

M

Mittwoch, 11. Juni 1988

Die Stadt will Parkscheinautomaten

aufstellen. Drei Mark

soll es kosten, wenn Autofahrer

ihre Wagen für maximal zwei

Stunden abstellen können. Die

„eisernen Kassierer“ sollen Gebühren

erheben zwischen Reichenbach-

und Wallstraße, zwischen

Hinter der Bardowicker

Mauer und Am Werder. Ein

Gerät kostet 8500 Mark, dazu

kommen Ausgaben für Fundament

und Stromanschluss,

macht alles in allem gut 11 700

Mark. Finanzieren soll sich das

System über Gebühren. Gleichzeitig

fordert Günter Nolte,

stellvertretender Kreisvorsitzender

des Einzelhandelsverbands,

mehr Stellplätze für

Kunden zu schaffen.

M

Vor 25 Jahren

LG in Kürze

M

M

M Die Tagung „Zukunft der öffentlichen

Bibliothek Öffentliche

Bibliothek der Zukunft!

Zwischen politischer Aufgabenstellung

und kommunaler Realität“

am Mittwoch, 12. Juni,

von 10 bis 16 Uhr in der Lüneburger

Ritterakademie mit Niedersachsens

Wissenschaftsministerin

Dr. Gabriele Heinen-

Kljajic richtet sich ausschließlich

an angemeldete Fachbesucher.

Darauf weist die Büchereizentrale

Niedersachsen hin.

M Eine rund zehn Kilometer

lange Wanderung von Amelinghausen

vorbei am Lopausee

und am Betzendorfer Kirchholz

bis zum Sottorfer Busch steht

am Donnerstag, 13. Juni, beim

Senioren-Zentrum Glockenhaus

auf dem Programm. Abfahrt

ist um 13 Uhr vom Kurpark-Parkplatz

an der Uelzener

Straße. Kosten: 2,50 Euro pro

Person.

M Die Damen des ehemaligen

Deutschen Hausfrauenbundes

in Lüneburg treffen sich wieder

am Donnerstag, 13. Juni, um 15

Uhr im Pavillon des Kurparks

zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken.

M Eine rund 30 Kilometer lange

Feierabendtour ins Blaue unternimmt

der Allgemeine Deutsche

Fahrrad-Club am Donnerstag,

13. Juni. Treffpunkt ist

um 18 Uhr an der Tourist-Info

am Marktplatz.

M Im Seniorenclub St. Stephanus

in Kaltenmoor wird am

Freitag, 14. Juni, ab 16 Uhr mit

Herbert Brock Bingo gespielt.

M Zu einem Vortrag am Freitag,

14. Juni, 19.30 Uhr, im Freiraum

an der Salzstraße lädt der

Verkehrsclub Deutschland ein.

Dort gibt es Bilder einer Pilgerreise

von Usedom nach Luxemburg

mit einem kleinen

Abstecher nach Frankreich zu

sehen. Im Anschluss bleibt Gelegenheit

zum Austausch.

M Der Kneipp-Verein lädt ein

zu einer Bahnfahrt nach Hamburg

am Sonnabend, 15. Juni.

Dort ist ein Rundgang durch die

Parkanlage „Planten un Blomen“

geplant, anschließend

eine Wanderung an der Außenalster.

Treffen am Bahnhof ist

um 9.10 Uhr.

M Zu einem literarischen

Nachmittag für Senioren lädt

das Team des Bürgertreffs Parlü

an der Thorner Straße auf dem

Kreideberg ein. Am Dienstag,

18. Juni, werden in der Zeit von

15 bis 17 Uhr verschiedene kurze

und teils lustige Geschichten

in gemütlicher Runde vorgelesen,

dazu gibt es Gebäck, Kaffee

oder Tee. Die Teilnahme kostet

1 Euro pro Person.

Feuerwehr zieht Pumpen ab

tja Lauenburg/Geesthacht.

Seit gestern Nachmittag

herrscht an der Elbe in Lauenburg

der absolute Ausnahmezustand.

„Wir mussten unsere

Pumpen zurückziehen, es ist ab

einem Wasserstand von 9,30

Metern schlichtweg zu gefährlich“,

sagte Feuerwehrchef Lars

Heuer. Damit sind weite Teile

der seit der Nacht zu Montag

evakuierten Altstadt nicht mehr

unter Kontrolle. „Wir können

nur abwarten und hoffen“, sagte

Bürgermeister Andreas Thiede.

Bis zum Abend war der Pegel in

der Stadt schneller und höher

als gedacht gestiegen. Um 19.45

Uhr lag er am Pegel im gegenüberliegenden

Hohnstorf bei

9,32 Meter.

Mittlerweile sind in Lauenburg

mehr als 1000 Einsatzkräfte

zahlreicher Feuerwehren

aus ganz Schleswig-Holstein,

Helfer von THW, DLRG und

DRK sowie Soldaten rund um

die Uhr im Einsatz. Ihr Problem:

Es gibt keine neuen Sandsäcke

mehr. Die Ausgabe an

Privatpersonen wurde bereits

eingestellt, um die öffentlichen

Bereiche mit den in Depots am

Klärwerk liegenden gefüllten

Säcken sichern zu können. Am

Mittag blockierte die Zufahrt

zum Depot ausgerechnet ein

umgestürzter Traktorenanhänger,

der Sandsäcke abtransportieren

wollte.

pet Winsen. Während Tausende

Einsatzkräfte und zahllose

freiwillige Helfer in den

Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg

und in elbaufwärts

liegenden Gebieten gegen

drohende Überflutungen

kämpfen, ist die Hochwasserlage

im angrenzenden Landkreis

Harburg wesentlich entspannter.

„Für das Kreisgebiet

ist weder die Ausrufung des

Katastrophenvor- noch des Katastrophenalarms

erforderlich“,

erklärt Kreis-Pressesprecher

Bernhard Frosdorfer.

Höhe und Stabilität der Deiche

im Landkreis seien auch

höheren Wasserständen gewachsen,

sagt Frosdorfer. Insbesondere

der betroffene Artlenburger

Elbdeich sei auf besondere

Belastungen ausgelegt.

Der Pressesprecher weiter: „Die

Wasserstände an der Elbe werden

im Kreishaus aber genau im

Auge behalten.“ Konkret: Der

Lageraum der Kreisverwaltung

ist rund um die Uhr besetzt,

einmal täglich treffen sich die

Helfer verlieren Kontrolle über Lauenburger Altstadt – 1000 Kräfte im Einsatz

Das Hochwasser hat gestern bei Lauenburg den kritischen Pegel von 9,30 Meter überschritten, die

Feuerwehr daraufhin ihre Pumpen aus der historischen Altstadt abgezogen.

Foto: dpa

Kreisverwaltungsspitzen um

Landrat Joachim Bordt mit Feuerwehr,

Polizei, Deichverband

und anderen zur großen Lagebesprechung.

Bernhard Frosdorfer: „Um

auf alle Fälle vorbereitet zu sein,

ergreift der Artlenburger Deichverband,

unterstützt durch die

Kreisverwaltung, Feuerwehren,

Polizei und die Samtgemeinde

Elbmarsch, Präventivmaßnahmen

zur Deichverteidigung, um

angesichts der langen Standzeiten

des Hochwassers und damit

verbundener Qualmwasserbildung

sofort eingreifen zu können.“

Deichwachen sind seit

gestern aufgezogen, bis zum

Elbe-Seitenkanal hat der Verband

den Deich durch Sandsäcke

um 30 Zentimeter erhöht.

Für das Kreisgebiet Harburg

sei eine Erhöhung der Deiche

nicht notwendig, allerdings

wurden durch den Deichverband

mit Unterstützung der

Feuerwehr Elbmarsch und der

Bundeswehr vom Elbe-Seitenkanal

beziehungsweise Artlen-

rg Penkefitz/Hitzacker. Das

Wasser stand schon auf dem

Hof, als gestern Feuerwehrleute

aus Dannenberg und Penkefitz

damit begannen, ein Grundstück

im Deichvorland von

Penkefitz mit einem provisorischen

Sandsackwall gegen die

immer höher steigenden Fluten

der Elbe zu schützen. Zunächst

hatten die Bewohner des Hofes

selbst versucht, das Wasser mit

Sandsäcken und Plane fernzuhalten

– ohne Erfolg.

Auch in Tiesmesland begann

die Feuerwehr gestern Mittag

damit, tiefer gelegene Häuser

zu sichern, nachdem die Bewohner

mehrfach um Hilfe gebeten

hatten. „Es waren zu

einem früheren Zeitpunkt keine

Kräfte frei“, hieß es dazu aus

der Einsatzleitung. Nun werde

aber alles daran gesetzt, Tiesmesland

zu verteidigen, so Elbtalaues

Samtgemeindebürgermeister

Jürgen Meyer.

In Hitzacker mussten gestern

Spezialisten des Technischen

Hilfswerkes mehrere Bootsstege

unmittelbar vor der Flutschutzmauer

bergen. Diese hatten sich

verkeilt und drohten gegen die

Flutschutzmauer, die die gesamte

Stadtinsel und so indirekt

auch die Jeetzelniederung vor

„Wir hoffen, dass es nicht

zum Schlimmsten kommt, können

es aber nicht ausschließen“,

sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident

Torsten Albig

(SPD) gestern bei einem Besuch

in Lauenburg. Gemeinsam mit

Innenminister Andreas Breitner

(SPD) hatte er sich beim Krisenstab

informiert und dann

einen Blick in die massiv bedrohte

Altstadt geworfen.

Lange durfte er sich da mit

einem großen Medien-Tross im

Schlepptau nicht aufhalten.

„Wir haben die Situation nicht

mehr unter Kontrolle. Die Straße

könnte unterspült werden

und jederzeit absacken, das hatten

wir auch 2011“, sagte Natascha

Pätzold, die Sprecherin der

technischen Einsatzleitung des

burg bis Rönne alle 20 Meter

456 Sandsackpaletten mit

34 000 Sandsäcken platziert.

Zudem wird eine Sandsackreserve

im Deichhinterland angelegt.

Nicht nötig ist im Landkreis

Harburg (Samtgemeinde

Elbmarsch, Bereich des Artlenburger

Deichverbands) eine

Evakuierung der Tierbestände.

Das Betreten der Deiche und

der Deichverteidigungswege ist

auch im Landkreis Harburg

verboten, damit ungehindert gearbeitet

werden kann. Weiter

sind einige Zufahrten zum Elbdeich

für den allgemeinen

Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

Eine Übersicht über Sperrungen

und Halteverbote gibt es auf der

Homepage des Kreises.

Ab dem Geesthachter Stauwehr

ist die Elbe tiefer und

breiter, das Wasser könne

schneller in den Hamburger

Hafen abfließen, so Frosdorfer.

Auch in diesem Flussabschnitt

kommt es zu erhöhten Wasserständen

und möglicherweise zu

Qualmwasserbildung, die Lage

Kreisfeuerwehrverbandes. Deshalb

ist die Altstadt komplett

abgeriegelt. 450 Menschen an

der Elbstraße, an der Hafenstraße,

an der Bahnhofstraße

und am Großen Sandberg

mussten bis gestern um 9 Uhr

ihre Wohnungen und Häuser

räumen. „Die letzten Bewohner

waren schon nachts um 1.23

Uhr raus“, berichtete Pätzold.

Gelassenheit im Kreis Harburg

Nachbarregion ist gewappnet – aber wohl kaum bedroht

Scheitel in Hitzacker erreicht

Experten uneinig, ob das Hochwasser noch weiter ansteigt

ist jedoch, so die Harburger

Kreisverwaltung, „nicht kritisch“.

Bürger, die Häuser vor

den Deichen im Landkreis bewohnen

und daher keinem

Deichschutz unterliegen, sind

aufgerufen, die Pegelstände auf

www.pegelonline.wsv.de zu beobachten

und bei einer Überflutung

des Vorlands Schutzmaßnahmen

zu ergreifen.

Die Verkehrsbehörde des

Landkreises weist darauf hin,

dass in Abstimmung mit dem

Deichverband verschiedene

Deichzufahrten für den allgemeinen

Kraftfahrzeugverkehr

gesperrt sind. Für Anlieger ist

die Durchfahrt frei. An den

asphaltierten Deichzugängen

am Fährhaus in Tespe sowie an

der Gabelung Lüneburger Straße/Elbuferstraße

in Tespe gilt

ein Halteverbot.

A Informationen gibt es auf

der Homepage des Landkreises

(www.landkreis-harburg.de) sowie

unter v 041 71/69 30 und

der Samtgemeinde Elbmarsch

unter v 041 76/90 99 0.

den Elbfluten schützt, zu kippen

und damit die Mauer aus

Aluminium-Profilen in Gefahr

zu bringen. Die THW-Kräfte

brauchten Stunden und einen

Kran, um die Gefahr zu bannen.

In Wussegel verstärkten Feuerwehrkräfte

noch einmal die

Flutschutz-Konstruktion, mit

der die alte, für das Rekordhochwasser

zu niedrige Hochwasserschutzmauer

erhöht worden

war. Mit 4000 Sandsäcken

beschwerten sie das Bauwerk

aus Holz und Stahl, um ihm

mehr Stabilität zu geben.

Ob der Pegel in Hitzacker

und Wussegel heute noch weiter

steigen wird, ist unter den

Experten umstritten. Der Niedersächsische

Landesbetrieb für

Wasserwirtschaft, Küsten- und

Wegen des Einsatzes an der

Hafenstraße ist jetzt auch die

Bundesstraße 209 einschließlich

der Elbbrücke nach Hohnstorf

voll gesperrt. Hier versuchen

die Einsatzkräfte, einen

Schutzwall am Ufer der Mündung

des Elbe-Lübeck-Kanals

in die Elbe zu errichten. Das

Gelände liegt deutlich tiefer als

der prognostizierte Höchststand

der Flutwelle, der in der

Nacht zu Donnerstag 10,15

Meter erreichen soll. Problematisch

wird es, weil das Wasser

auch an der Palmschleuse höher

steigen könnte, als die mobile

Schutzwand sicher ist.

Selbst Loren setzen die Helfer

ein, um über das zwischen

Lüneburg und Lübeck gesperrte

Bahngleis Sandsäcke zum

Bahndamm zu transportieren.

In Geesthacht wirkt die Lage

entspannter. Zwar steht das

Hochwasser bereits bis zur

Kante der Elbuferstraße, doch

es bedroht nur wenige Häuser.

„Die Elbuferstraße werden wir

sperren, wenn sie überspült

wird. Ansonsten gibt es nicht

viel mehr zu tun“, sagte Feuerwehrchef

Sven Albrecht. Auch

der Menzer-Werft-Platz und

weitere tief gelegene Gebiete

werden überschwemmt. Das zuletzt

2002 bedrohte Industriegebiet

in Düneberg ist mittlerweile

durch einen 5,3 Millionen

Euro teuren Deich gesichert.

Tierheim

hilft Haltern

pet Lüneburg. Auch das Tierheim

Lüneburg will seinen Beitrag

bei der Bewältigung der

Elbeflut leisten: Bürgern, die in

den vom Hochwasser gefährdeten

Gebieten leben, können

ihre Hunde, Katzen oder auch

Kleintiere dort unterbringen.

Selina Martens, Geschäftsführerin

des Tierheims: „Wir

erhalten schon Anrufe von

Menschen aus Bleckede und

Hohnstorf, die nicht wissen, ob

sie evakuiert werden. Für deren

Haustiere halten wir Pflegestellen

bereit, falls sie ihre Schützlinge

nicht in die Notunterkünfte

mitnehmen können.“

Die ersten Tiere seien schon

abgegeben worden. „Zuerst versuchen

wir den Bedarf mithilfe

von Tierfreunden aus der Region

zu decken. Ansonsten haben

uns auch die Tierschutzvereine

Hamburg und Winsen

ihre Unterstützung angeboten.“

Wer sein Tier unterbringen

will, wendet sich an Klaus-Peter

Götze, v 058 51/60 25 10 oder

v 01 51/22 09 86 22. Wer für

Notfälle Pflegeplätze bereitstellen

möchte, schreibt an: info@-

tierschutzverein-lueneburg.de.

Ein Ausflugsschiff überragt die Hochwasserschutzwand in Hitzacker.

Die Hoffnung wächst, dass der Scheitel dort erreicht ist. Foto: rg

Naturschutz geht davon aus,

dass das Wasser weiter steigt.

Im Kreishaus ist man sich sicher:

Das Maximum ist erreicht.

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