hydraulik - Hansa Flex

hansa.flex.com

hydraulik - Hansa Flex

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Ausgabe 03/2008

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HYDRAULIKPRESSE

Auf Achse: erste

Eindrücke von der

XWORLD-Tour

„Jeder Tag war

Abenteuer“

Zum sechsten Mal

rollte der Ball

HANSA-FLEX Teams

kickten in Tschechien

Jahrhundertbauwerk

Gotthard Tunnel

Andrehen zum

unter irdischen

Angriff

Volle Kraft voraus!

Powerpakete für die Schiff fahrt

Seite 12


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HYDRAULIKPRESSE

INHALT | IMPRESSUM

Inhalt

Editorial 03

Auf Achse: erste Eindrücke von der XWORLD-Tour – „Jeder Tag war Abenteuer“ 04

Neu bei HANSA-FLEX: Qualitätskontrollierte Industrieschläuche 06

Industrieschläuche: Von Tunnelbau bis Lebensmittelindustrie 07

Ölbohren: Bohren bei jedem Klima – Ölbohrturm wirtschaftlich versetzen 08

Logistik: Besuch im Zentrallager – Zuverlässiger Partner der Niederlassungen 10

Industriemontagen: Bugsieren und Pullen – Powerpakete auf hoher See 12

Zum sechsten Mal rollte der Ball – HANSA-FLEX Teams kickten in Tschechien 14

Mittendrin statt nebenan – HANSA-FLEX mischt mit Frauenpower Berlin auf 15

Engineering / Aggregatebau: Rollende Showbühne schnell montiert 16

Futter für die Stahlindustrie – Ölservice hält Schrottschere fit 18

Wissen: Kein Luftikus bei der Ölpflege – Es liegt was in der Luft 20

IHA: Der erste Spatenstich – Internationale Hydraulik-Akademie setzt Maßstäbe 21

Kit-Konzept überzeugt – Landwirtschaft aus Leidenschaft 22

Tunnelbau: Andrehen zum unterirdischen Angriff 24

Soziales Engagement bei Darmstädter Tafel – Zum gedeckten Tisch beitragen 26

Zahlen & Fakten 26

Gewinnspiel, Schulungstermine, Vorschau 27

02

HYDRAULIKPRESSE

Die HYDRAULIKPRESSE

ist auch in einer

englischsprachigen

Ausgabe erhältlich.

Weitere Informationen

erhalten Sie über Ihre

Niederlassung.

HINWEIS

Herausgeber/Verlag:

HANSA-FLEX Hydraulik GmbH

Zum Panrepel 44 · 28307 Bremen

Telefon: 0421 - 48 90 70

Telefax: 0421 - 4 89 07 48

E-Mail: info@hansa-flex.com

www.hansa-flex.com

Redaktion: Dietbert Keßler, Enrico Kieschnick,

Horst Otto (PAPP Werbeagentur)

Gestaltung: Jan-Christoph Fritz

Druck: Berlin Druck · www.berlindruck.de

Verantwortlich für den Inhalt: Wolfgang Rink

Erscheinungsweise: Sechs mal jährlich

Ein Abo-Service der steht Ihnen

auf unserer Internetseite zur Verfügung.

PEFC/04-31-0976 IVW geprüft 1. Quartal 2008

AUSGABE JUNI 2008

14. JAHRGANG


AUSGABE JUNI 2008

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als Systempartner Hydraulik und Europas führendes Unternehmen in der Fluidtechnik kann HANSA-FLEX

seinen Kunden alles aus einer Hand bieten. Das ist bekannt – doch unter einer gelebten Systempartnerschaft

verstehen wir mehr. Deshalb entwickeln wir für unsere Partner Konzepte, die diese in ihrer Performance

stärken. Zum Beispiel ein von HANSA-FLEX strukturiertes Serviceprogramm für Tunnelbau und Großbaustellen.

Auf diesem Sektor unterstützen wir unsere Kunden durch langjährige Erfahrung und Kompetenz, die wir

im technisch anspruchsvollen Tunnelbau in vielen internationalen Projekten unter Beweis gestellt haben.

HANSA-FLEX hat sich auf die Bedürfnisse der Tunnelbauer eingestellt, die unter hohem Zeit- und Kostendruck

stehen. Alle Abläufe müssen präzise funktionieren, viele Aufgaben sind gleichzeitig zu bewältigen.

HANSA-FLEX übernimmt unbürokratisch und schnell mit entsprechenden Servicetechnikern und rollenden

Werkstätten Aufgaben auf Tunnelbaustellen. So wie derzeit beim Bau des Gotthard-Tunnels in der Schweiz,

zu dem Sie mehr auf Seite 24 lesen können.

Auch an der Tunnelbaustelle greift das Prinzip „alles aus einer Hand“. Denn je weniger Lieferanten, umso

günstiger gestalten sich die betriebsinternen Abläufe. Als Systempartner Fluid trägt HANSA-FLEX dazu bei,

den Beschaffungsprozess zu optimieren und liefert Industrieschläuche, die im Tunnelbau als Saug- und

Druckschläuche für Wasser und Luft eingesetzt werden. Im neu eröffneten Zentrallager für Industrieschläuche

im österreichischen Telfs hält HANSA-FLEX auch weitere Industrieschläuche für Bergbau, Bauwirtschaft,

Lebensmittelindustrie und die Abwasserwirtschaft bereit.

Eine Weichenstellung für die Zukunft stellt das geplante zweite Zentrallager für hydraulische Verbindungstechnik

dar, das HANSA-FLEX im kommenden Jahr als Ergänzung zum bestehenden, auf Seite 10 vorgestellten

Zentrallager einrichtet. Die dort verwendete Organisationssoftware basiert ebenfalls auf der neuen, im

gesamten Unternehmen am 1. Juli 2008 eingeführten SAP-Software. Damit dieser Start reibungslos erfolgt,

haben alle Beschäftigten in der nicht ganz einfachen Vorbereitungszeit großes Engagement bewiesen. Dafür

an dieser Stelle noch einmal unser Dank an alle Mitarbeiter, die mit großem Engagement und Lernbereitschaft

die Implementierung unterstützten.

Die Geschäftsführer

VORWORT

Editorial

Uwe Buschmann Thomas Armerding

HYDRAULIKPRESSE

03

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HYDRAULIKPRESSE

XWORLD

Auf Achse: erste Eindrücke von der XWORLD-Tour

„Jeder Tag war Abenteuer“

v. l. n. r. Knut Diers, Enrico Kieschnick, Tanja Lamprecht, Josef Pertler, Christian Lamprecht

Die XWORLD Tour rollt nunmehr 3 Monate, hat inzwischen

mit der siebten Etappe und dem Altai-Gebirge

mongolisches Gebiet erreicht. Die ersten Teilnehmer

sind bereits von ihrer Etappe in den Alltag zurückgekehrt

– und sind fasziniert vom Erlebten!

„Allein hätte ich eine solche Reise nie gemacht“,

Jutta Steinmetz aus Bremen ist begeistert. Sie fuhr

die erste Etappe von Bremen nach Istanbul mit. „In

der Gruppe war das ein tolles Erlebnis“. Besonders

imponiert hat sie der hohe Off road-Anteil, der

Weite Ebene in Kasachstan

04

HYDRAULIKPRESSE

durch die beeindruckenden Landschaften von Bosnien

und Serbien führte, fernab von der Zivilisation.

Und hinzu kommt, „dass die Gruppe einfach einmalig

war, es war eine tolle Erfahrung mit prägenden

Eindrücken.“ Sehr angetan war Jutta Steinmetz davon,

dass jeden Morgen gemeinsam beraten wurde,

auf welchen Wegen es zum jeweiligen Tagesziel

gehen sollte. „Das konnte dann klappen, oder auch

nicht.“ Dabei hat Jutta Steinmetz sich regelrecht

in die Fahrzeuge von Toyota verliebt, „am liebsten

wäre ich gar nicht mehr ausgestiegen!“

Eingestiegen ist in Istanbul dann Josef Pertler zur

dritten Etappe, die von der türkischen Metropole

nach Astrakhan führte. Der gebürtige Niederbayer

ist als Außendienstler für HANSA-FLEX im Raum

Regensburg tätig. Ist also Berge gewohnt, doch die

Karpatenüberquerung – eines der absoluten Highlights

dieser Etappe – hat ihn total begeistert. „Das

war einfach gigantisch, Schluchten, Täler, wilde Bäche,

wir sind sehr viel Off road gefahren, in 2.000 Meter

Höhe herumgekurvt – die Reiseleitung hat das

ganz fantastisch abgestimmt mit den Teilnehmern,

welche Route jeden Tag gefahren wird.“ Und da es

teilweise durch Gegenden ganz ohne Straßen ging,

war der Off road-Anteil natürlich hoch. „Manchmal

waren wir bis 23 Uhr auf Achse. Und so manches

Mal wussten wir nicht, ob man auf dem Weg wirklich

zum Ziel gelangt oder umkehren muss, es war

toll“, zeigt sich Josef Pertler noch Wochen nach der

Tour überwältigt. Und in den Karpaten bewährte

sich erstmals auch die hervorragende Ausstattung

der XWORLD-Fahrzeuge. „Ein Lkw mit Holzladung

war dort im Morast versunken. Unsere Toyota Land

Cruiser kamen ihm mit ihren Seilwinden zu Hilfe.

Da jedoch die Kardanwelle am Truck gebrochen

war, konnte das Manöver nicht gelingen. So haben

wir die Lkw-Fahrer mit ins 17 Kilometer entfernte

Dorf genommen, wo sie Ersatz für die Kardanwelle

besorgen konnten“, berichtet Josef Pertler von diesem

Abenteuer im Abenteuer.

Eindrücke für ein ganzes Leben

Auch von den gemeinsam verbrachten Abenden

am Lagerfeuer, um die die Reisegruppe in Moldawien

und der Ukraine nach den Tagestouren saß,

schwärmte der Niederbayer, der gern noch mehr

Zeit gehabt hätte, um all die auf ihn einstürzenden

Eindrücke ausgiebig zu fotografi eren. U. a. wartete

auf die Teilnehmer eine überraschende Entdeckung:

An der Grenze zwischen Moldawien und der Ukraine

liegt ein völlig unbekannter Staat. International

nicht anerkannt, hat Transnistrien oder die Transnistrische

Moldauische Republik (so die offi zielle

Bezeichnung) nicht nur eine eigene Währung und

eine eigene Flagge, sondern – natürlich – auch ein

AUSGABE JUNI 2008


AUSGABE JUNI 2008

Grenzprozedere. Mühsam gestaltet sich die Einreise

in die 3.567 Quadratkilometer große Heimat von

rund 550.000 Menschen. „Es hat lange gedauert,

bis wir unsere Fahrt fortsetzen konnten“.

Die ging dann weiter bis nach Russland, wo Josef

Pertler besonders die große Gastfreundschaft

der Menschen auffi el. „In den Dörfern und an den

Straßen wurde gewunken, geklatscht und gehupt,

wenn der XWORLD-Konvoi vorbeikam“. Stiller war

es dann an der Gedenkstätte zur „Schlacht um

Stalingrad“, die am elften Tag der Etappe besucht

wurde. „Einerseits eine beeindruckende, zugleich

aber auch bedrückende Atmosphäre.“ Sein Fazit

XWORLD

Das XWORLD-Team kommt in den Karpaten einem eingesunkenen Holztransporter zur Hilfe

Gedenkstätte Stalingrad

nach der Etappe von Istanbul über Bulgarien, Rumänien

– Transnistrien nicht zu vergessen – nach

Astrakahn in Russland: „Eine Reise, die ich nie allein

unternommen hätte.“

In der Reisegruppe mit dabei waren auf dieser dritten

Etappe der XWORLD Abenteuertour auch Tanja

und Christian Lamprecht, die sich nach ihrer Rückkehr

„erschöpft, aber glücklich“ äußerten. Sie hatten

die Plätze für die Reise über Toyota Deutschland

gewonnen und „an einer wunderbaren Tour“ teilgenommen.

„Die vielen Eindrücke und Erfahrungen,

die wir auf dieser Reise gesammelt haben, werden

uns unser ganzes Leben begleiten“, sind sich die

Beiden sicher. „Wir haben auf der Reise wunderbare

Menschen kennen gelernt, Länder einmal von ihrer

nicht Tourismus-geprägten Seite gesehen – und absolut

tolle Autos gefahren.“ Dabei prasselten ständig

neue Eindrücke auf die Lamprechts ein, zahlreiche

Erlebnisse und viele Fotos werden die Beiden

noch lange an die XWORLD Tour erinnern. „Diese

Reise war die schönste und erfahrungsreichste, die

wir je unternommen haben!“ Wer solch ein Erlebnis

ebenfalls erleben will, dem rät Tanja Lamprecht: „Es

gibt wohl nichts Vergleichbares, am besten fahren

Sie selbst eine Etappe mit.“

HYDRAULIKPRESSE

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HYDRAULIKPRESSE

NEU BEI HANSA-FLEX

Tunnelbau gehört zu den technisch anspruchsvollsten

Bauvorhaben. Unter schwierigen Arbeitsbedingungen

müssen dort Höchstleistungen erbracht

werden, bei sehr engen Zeitfenstern und höchsten

Sicherheitsaufl agen. Wenn der Kunde ruft, muss der

Schlauch schnell verfügbar sein.

Diese Erfahrung machen auch täglich die Kollegen

der HANSA-FLEX Niederlassung Innsbruck: Sie

unterstützen schon lange aktiv Unternehmen im

Tunnelbau. Und zwar nicht nur mit Hydraulik- sondern

zunehmend auch mit Industrieschläuchen,

denn die Kundenanforderungen gehen dahin, die

Leitungstechnik für Fluide aus einer Hand zu beziehen.

Weltweit für unsere Kunden

verfügbar

Gestützt durch die Erfahrungen der letzten Jahre

geht HANSA-FLEX auf die Erwartungen der Kunden

ein. Das gesamte Dienstleistungsprogramm rund

um Industrieschläuche wird für alle HANSA-FLEX

Niederlassungen in Österreich gebündelt. Mit der

Gründung der eigenständigen Tochter HANSA-FLEX

Industrieschlauch GmbH in Telfs wird ein kompetentes

Unternehmen etabliert, das in Zukunft

weltweit den Bedarf der HANSA-FLEX Kunden

bedient. Hier verfügen auch alle Niederlassungen

über den schnellen Zugriff auf die Qualitätsschläu-

06

Qualitätskontrollierte Industrieschläuche

Griff bereit, wenn der Berg, die Industrie oder der Bau ruft

HYDRAULIKPRESSE

che. Dort konzentriert HANSA-FLEX den Bereich

Industrieschläuche – ausgenommen jene für die

Off shore-Anwendungen – und garantiert damit

eine umfangreiche Lagerhaltung samt schneller

Lieferfähigkeit, inklusive aller dazu benötigten

Verbindungsteile bis hin zur maßgefertigten, montagebereiten

Schlauchleitung.

Der Umgang mit Industrieschläuchen ist für den

Systempartner Hydraulik dabei keinesfalls neu. Im

Zentrallager Bremen hatte der Hydraulikdienstleister

bislang schon ein begrenztes Industrieschlauch-

Sortiment vorgehalten, das über die Niederlassungen

als Zukaufartikel allen Kunden zugänglich war.

Mit dem neuen Betrieb für Industrieschläuche aber

stehen nun seit Februar 2008 etwa 1.400 verschiedene

Artikel zum Abruf bereit. Jederzeit optimal

verfügbar, bei hoher Qualität und als perfekte Ergänzung

zu den Hydraulik-Komponenten.

Das Lieferprogramm umfasst ein breites Spektrum

an Industrieschläuchen. Zum Sortiment gehören

Luft- und Wasserschläuche, Abwasserschläuche

sowie Schläuche für den Einsatz in der Chemie-

und Lebensmittelindustrie. Nicht zu vergessen sind

Schläuche zur Förderung von abrasiven Medien.

Betonschläuche mit Nennweiten bis sechs Zoll

können nach Kundenmaß gefertigt und komplett

konfektioniert geliefert werden.

Wie alles begann

Von dem Angebot in Telfs profi tieren insbesondere

die zahlreichen Baustellen rund um den nahe gelegenen

Brennertunnel, einem der umfangreichsten

Bauwerke dieses Jahrzehnts, da die Niederlassung

Innsbruck seit jeher mit den Tunnelbauern intensiv

zusammenarbeitet. Diese legen großen Wert darauf,

dass die Reaktionszeiten im Falle eines auftretenden

Schadens an der Hydraulik verkürzt werden.

Denn Tunnelbohrmaschinen können ungeplante

Stillstände nur schwer wieder aufholen. Die bereits

bestehenden Baustellen-Container mit vollständig

eingerichteter Werkstatt für die Fertigung von Hydraulikschlauchleitungen

an Ort und Stelle wurden

von den Innsbrucker Kollegen in weiterer Folge

überarbeitet und bedienerfreundlicher konzipiert.

Folgerichtig wurden gemeinsam mit den Kunden

Werkstatt-Container weiterentwickelt, in denen

gut strukturierte Lagersysteme, einfach zu bedienende

Maschinen und ein gut sortiertes Vormateriallager

vereint wurden. Das überzeugte die Kunden

aus Berg- und Tunnelbau – inzwischen stehen 13

derartige Container in der Nachbarschaft von Tunnelbaustellen

und an die 80 europaweit.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit kristallisierte

sich schon bald die Erwartung der Kunden heraus,

möglichst alle Fluidleitungen aus einer Hand zu

AUSGABE JUNI 2008


eziehen, um auf diese Weise die Zahl der Lieferanten

zu reduzieren. Damit werden Schnittstellen

reduziert und der interne Aufwand für die Abwicklung

im Einkauf, in Buchhaltung und Controlling

verringert. Diese Erkenntnis und das im Lauf der

Jahre herangereifte Know-how der Niederlassung

Innsbruck mündete jetzt in der Gründung des neuen

Geschäftsbereiches in Telfs.

Keine Kompromisse bei der

Qualität

Von Telfs aus werden HANSA-FLEX Mitarbeiter und

in weiterer Folge Kunden von Spezialisten kompetent

beraten und erhalten den optimalen Schlauch

für den spezifi zierten Einsatzfall. Wie das Zentrallager,

so ist auch das Lager für Industrieschläuche

in der Lage, innerhalb von 24 bzw. 48 Stunden das

gewünschte Material auszuliefern. Die Mitarbeiter

vor Ort informieren und schulen die Kunden über

die Besonderheiten der Schläuche. Also, welcher

Schlauch wofür eingesetzt wird, welche Sicherheitsbestimmungen

dabei zu beachten sind.

Natürlich entsprechen sämtliche vorgehaltenen Industrieschläuche

der hohen Qualität und Zuverlässigkeit,

die man von HANSA-FLEX bereits aus dem

Bereich der Verbindungstechnik für die Hydraulik

kennt. Denn HANSA-FLEX setzt in der Zusammenarbeit

mit den Schlauchherstellern die schlauchspezifi

sche Norm konsequent durch. Produkte, die

diesen Anforderungen nicht entsprechen, werden

nicht in das Lieferprogramm aufgenommen. Die

jeweilige Norm defi niert die Mindestansprüche, die

AUSGABE JUNI 2008

Industrieschläuche zu erfüllen haben. Lieferanten,

die diese Qualitäten nicht gewährleisten, werden

nicht als HANSA-FLEX Partner akzeptiert. „Den Pfad

der Tugend werden wir nicht verlassen“, mit diesem

Worten macht Geschäftsführer Thomas Jäger deutlich,

dass HANSA-FLEX bei Qualität und Sicherheit

der Industrieschläuche weder heute noch zukünftig

keine Kompromisse eingehen wird.

So werden im Wareneingang alle Schläuche intensiven

Qualitätskontrollen unterzogen. Zum Beispiel,

indem Wanddicken gemessen werden und

der Berstdruck – im Niederdruckbereich wird von

den Schläuchen eine dreifache Sicherheit verlangt

– geprüft wird. Im Interesse der Kunden und zur

Sicherheit von Mensch und Umwelt.

NEU BEI HANSA-FLEX

Sigrino: Montage der Tunnelbohrmaschine (TBM) vor dem Berg zum Einsatz im Gotthard-Tunnel

Industrieschläuche:

Von Tunnelbau bis

Lebensmittelindustrie

HANSA-FLEX Industrieschläuche transportieren

als Saug- oder Druckschläuche

Wasser, Luft, Lebensmittel und abrasive

Medien für Einsatzbereiche im Bergbau,

in der Bauwirtschaft, der Abwasseraufbereitung

und Lebensmittelindustrie.

Das Zentrallager umfasst rund 1.400

Standardartikel; zusätzliche Artikel können

bei Bedarf bevorratet werden. Hinzu

kommt umfassendes Zubehör wie Kupplungen

und Nippel. Alles in der bewährten

Qualität, zerti� ziert nach DIN EN ISO

9001. Ein übersichtlicher Produktkatalog,

kompetente Beratung und geschulte

Mitarbeiter unterstützen den Kunden.

HYDRAULIKPRESSE

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HYDRAULIKPRESSE

ÖLBOHREN

Autofahrer stöhnen, Benzinpreise steigen – daran

wird sich kurzfristig nichts ändern. Erdöl ist nach wie

vor ein begehrter Rohstoff. Weltweit wurden im Jahr

2006 fast vier Milliarden Tonnen Erdöl gefördert. Hinter

Saudi-Arabien war Russland mit rund 490 Millionen

Tonnen der zweitgrößte Erdölförderer und gehört

auch bei der Förderung von Erdgas zu den führenden

Ländern.

Zehn Prozent der weltweiten Primärenergie kommen

aus Russland, dessen Ölreserven auf 50 Milliarden

Barrel geschätzt werden. 70 Prozent dieser

Reserven lagern allein in Sibirien. Dort führt der unverminderte

Bedarf an Erdöl und Erdgas dazu, dass

mit Nachdruck neue Bohrungen niedergebracht

werden, die in diesen geographischen Breiten naturgemäß

unter besonders rauen Bedingungen

erfolgen. Nicht nur der sibirische Winter kann mit

Temperaturen bis zu -60 Grad Celsius extrem kalt

sein, auch die mit 45 Grad sehr heißen Sommer

stellen extreme Ansprüche an Mensch und Technik.

Während des eisigen sibirischen Winters wird noch

bei bis zu -45 Grad Celsius gearbeitet, die Anforderungen

an die Bohrtechnik sind dementsprechend

hoch. In diesem Umfeld setzen Ölfirmen Bohrtürme

der Bentec aus Bad Bentheim ein. Der Bohrturm-

Spezialist ist seit 1888 im Geschäft und gefragter

Partner auf Öl- und Gasfeldern weltweit.

Bentec Bohrtürme sind immer auf die speziellen

Anforderungen der jeweiligen Bohrstelle ausgerichtet.

Auf den sibirischen Ölfeldern werden Bohrungen

mit etwa 2.500 bis 3.000 Meter vorgenommen,

die Bohrarbeiten dauern zwischen 90 und 120 Tage,

an denen die Maschinen ununterbrochen arbeiten.

Mehrmals wird dabei der Bohrkopf gewechselt. Bei

diesem Vorgang wird jedes Mal das Bohrgestänge

gezogen, in neun Meter lange Segmente zerlegt

und wieder zusammengesetzt. Auf der Arbeitsplattform

des Turmes hilft der so genannte „Iron

Roughneck“, eine hydraulische, automatisch gesteuerte

Vorrichtung, mit der die Bohrgestänge

sicher miteinander verschraubt werden. Keinesfalls

die einzige hydraulische Arbeitserleichterung am

Bohrturm. Schon um das schwere Bohrgestänge

08

Bohren bei jedem Klima

Ölbohrturm wirtschaftlich versetzen

HYDRAULIKPRESSE

überhaupt auf die Arbeitsplattform zu hieven, sind

zwei hydraulisch gesteuerte Drahtseilwinden, die

so genannten „Rig Floor Winches“, mit jeweils fünf

Tonnen Hubkraft nötig.

Nach dem Bohren ist vor dem

Bohren

Die in Sibirien eingesetzten Bentec Bohrtürme sind

mit allen zugehörigen Aggregaten, Containern und

benötigten Ausrüstungsgegenständen als kompletter

Zug montiert und rollen auf Schienen zur nächsten

Bohrstelle. Dafür müssen zunächst eine Trasse

vorbereitet und der Untergrund gefestigt werden.

Dann setzt sich der Zug samt Equipment langsam

in Bewegung. Meter um Meter vorangeschoben

von mächtigen Zylindern. Die zwei Schubzylinder

drücken diese gigantischen Gewichte, allein der 40

Meter hohe Bohrturm wiegt 500 Tonnen, die gesamte

Einheit etwa 1.500 Tonnen, langsam voran.

Dabei verlängern Arbeiter das Gleis um jeweils

neun Meter lange Gleisstücke, die sie hinter der

Einheit abbauen und vor dem Zug wieder ansetzen.

Mit dieser Logistik lassen sich eine aufwändige

Demontage und Montage der Anlage vermeiden

und die komplette Anlage wirtschaftlich versetzen,

ohne dass Lkw im Morast stecken bleiben oder ein

Kran zum Aufbauen benötigt wird.

Um den gesamten Zug zu verschieben, muss der

Bohrturm von den Stahlplatten auf die Laufräder

abgesetzt werden. Hierfür heben Hubzylinder, das

sind jeweils vier hydraulische, einzeln gesteuerte

Hubzylinder an den vier Ecken der Bohranlage, den

Bohrturm an, um dann die Stahlplatten entfernen

zu können. Danach wird der Bohrturm langsam

auf die Laufräder abgesetzt. Während der späteren

Bohrung kann mit Hilfe der 16 Hubzylinder und

dem Unterlegen von Stahlplatten der Turm in der

Waage gehalten werden. Selbst tief gefrorener

Permafrostboden taut unter den Bohrturmstützen

während des Bohreinsatzes langsam auf und gibt

nach. Die Stützfüße des Bohrturmes werden dann

mit Stahlplatten unterfüttert.

AUSGABE JUNI 2008


Ölbohren unter Extrembedingungen:

Bohrtürme der Firma Bentec müssen im

russischen Sibirien starken Temperaturunterschieden

standhalten

AUSGABE JUNI 2008

Gebördelt und verschraubt

Die Bohrtürme sind technisch ausgeklügelte Systeme.

Wesselmann Engineering hat in Zusammenarbeit

mit der Firma Bentec das hydraulische Steuerungskonzept

entwickelt und realisiert. Das bereits

in fünfter Generation geführte Unternehmen konstruiert

und fertigt hydraulische und elektronische

Steuerungen für anspruchsvolle Kunden aus aller

Welt. Die Stärken des mittelständischen Unternehmens

liegen in der Projektierung und Fertigung von

Komplettanlagen in Sonderanfertigung oder Serie

nach Kundenspezifi kationen. Auf den Einbau hochwertiger

Komponenten wird besonders viel Wert

gelegt. Jetzt kommt HANSA-FLEX ins Spiel. Dieter

Trommler, der bei Wesselmann die Umsetzung der

Aufträge von Bentec koordiniert, hat als Dienstleistungspartner

HANSA-FLEX Industriemontagen

Oldenburg mit der Verrohrung der Hydraulik beauftragt.

„Die Zusammenarbeit zwischen Wesselmann

Engineering und HANSA-FLEX ist seit mehr als zehn

Jahren erfolgreich. „Da lag es nahe, die Kooperation

auch bei dieser anspruchsvollen Aufgabe fortzusetzen“,

verweist Dieter Trommler auf die guten Erfahrungen

der Vergangenheit.

Bördeltechnik minimiert Life-Cycle-Kosten

Der Begri� Bördeltechnik beschreibt ein

Verfahren zur Herstellung lösbarer Rohrverbindungen.

Die Rohrenden werden mit

ÖLBOHREN

In Sibirien, fernab der Zivilisation, kommt es insbesondere

auf zuverlässige Verfügbarkeit und Sicherheit

für Mensch und Umwelt im Umgang mit

der Hydraulik an. Angesichts der massiven Temperaturunterschiede

und dem damit verbundenen

Dehnungsverhalten der Rohre sowie den hohen Arbeitsdrücken

von 250 bar, wurde von Wesselmann

entschieden, die Verbindungen der Edelstahl-Rohrleitungen

zu bördeln. Diese Schraubkupplungen

zeigen für diesen Einsatz klare Vorteile: Sie absorbieren

Vibrationen und nehmen das Dehnverhalten

sicher auf. Im Reparaturfall sind sie gegenüber

geschweißten Verbindungen günstig, da sie zerstörungsfrei

demontiert und wieder montiert werden

können. Um Leckagen sicher zu vermeiden, wurden

Zwischenringe ZR OO, das sind Bauteile mit O-Ringen,

in die Verbindung integriert.

Das HANSA-FLEX Montageteam um Bernd Nieder

und Thorsten Klische hat mit seiner mobilen Werkstatt

den Auftrag auf der Baustelle bei Wind und

Wetter umgesetzt. Bereits der erste Testlauf zeigte:

Alles ist leckagefrei – dem Bohreinsatz in Sibirien

steht nichts mehr im Weg.

einem Bördeldorn kegelförmig aufgeweitet.

Im Normalfall wird das Rohr mit einer Überwurfmutter

und dem 37°-Bördelanschluss

ohne weitere Dichtungsmittel verschraubt.

Für den Einsatz in Sibirien werden vorsorglich

ZR OO-Zwischenringe in die Verbindung

integriert. Das erhöht die Sicherheit

vor Leckagen und man kann auf die herkömmliche

24°-Dichtkegelverschraubung

(Schneidringverschraubung) zurückgreifen.

Gegenüber geschweißten Rohren ist die gebördelte

Verbindung zudem leicht zu lösen.

Wartung, Instandhaltung und Reparaturen

können ohne großen Aufwand ausgeführt

werden.

HYDRAULIKPRESSE

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HYDRAULIKPRESSE

LOGISTIK

Besuch im Zentrallager – alles griffbereit

Zuverlässiger Partner der Niederlassungen

Das automatische Kleinteilelager (AKL) im Bremer Zentrallager

Kurz vor 17 Uhr im Zentrallager, die letzten Bestellungen

des Tages treffen ein, die Regalbediengeräte

rasen durch die sechs Gassen des HANSA-FLEX Zentrallagers

und liefern die Tablare mit den bestellten

Waren an die Kommissionierplätze. Alle Ersatzteile,

die bis 17 Uhr bestellt wurden, werden noch am selben

Tag europaweit im Nachtversand verschickt und

sind am nächsten Morgen einsatzbereit. Darauf können

sich die Kunden verlassen.

Das Zentrallager in Bremen sorgt dafür, dass jederzeit

die dort bestellten Teile verfüg- und liefer-

10

HYDRAULIKPRESSE

bar sind. Jede HANSA-FLEX Niederlassung bietet

schnellen Zugriff auf benötigte Ersatzteile und

stützt sich dabei auf ein gut sortiertes Handlager,

das ständig über gestützte Bestellvorschläge mit

Ware versorgt wird. Sollte ein Teil nicht verfügbar

sein, so helfen sich benachbarte Niederlassungen

selbstverständlich untereinander aus, indem Quertransporte

organisiert werden. Dies entspricht dem

Ehrenkodex der Niederlassungen – trägt aber auch

dazu bei, hohe Lagerbestände in einzelnen Niederlassungen

zu vermeiden.

Von der Warenannahme über die Qualitäts- und

Mengenkontrolle bis hin zur Einlagerung, Kommissionierung

der angeforderten Ware und ihre Bereitstellung

für den Versand erfolgt unter der Leitung

von Christine Linz. Im Zentrallager arbeiten 49 Kolleginnen

und Kollegen im Drei-Schicht-System als

zuverlässiger Partner der Niederlassungen. Allein

im Jahr 2007 wurden von diesen Mitarbeitern im

Zentrallager 7.200 Tonnen im Speditionsversand

und 550 Tonnen im Expressversand bewegt. Umgerechnet

sind das 1,21 Millionen Lagerzugriffe

– sogenannte Picks aus dem AKL (automatisches

Kleinteilelager) und 7.300 Kilometer Schlauch.

Ein großer Teil dieser Picks entfiel auf die Grundausstattung

neuer Niederlassungen. In diesem

Frühjahr wurden bereits 12 neue Niederlassungen

ausgerüstet. Insgesamt werden aktuell 323 Niederlassungen

vom Zentrallager versorgt, Tendenz

steigend.

Wachstum sichern

Das Team im Zentrallager, unterstützt von den Kollegen

der Qualitätssicherung, hat also alle Hände

voll zu tun. Doch werfen wir einen Blick zurück:

Im Jahr 1989 wurde das bis dahin geführte Lager

mit manueller Stellplatzverwaltung unter der Leitung

von Wolfgang Rink in das manuell geführte

Zentrallager überführt. Zu jener frühen Stunde war

Christine Linz bereits als stellvertretende Leiterin,

um dann 1995 gemeinsam mit Theodoro Kleba die

Leitung des Lagers zu übernehmen, weil Wolfgang

Rink sich neuen Aufgaben im Marketing zuwandte.

Das Zentrallager spiegelt die Entwicklung von

HANSA-FLEX zum Systempartner sehr gut wieder.

Wurde beim Start ein Warenwert von etwa drei

Millionen Euro bevorratet, so hält es heute einen

Lagerbestand von 19 Millionen Euro vor. So wird

das dynamische Wachstum des Unternehmens

gesichert. 2007 konnte auf dieser Basis ein Umsatzwachstum

der HANSA-FLEX Gruppe von mehr

als 15 Prozent bedient werden. Die ersten Monate

des Jahres 2008 weisen wieder auf ein Wachstum in

ähnlicher Größenordnung hin. Dieser Entwicklung

AUSGABE JUNI 2008


Christine Linz (sandfarbener Blazer) und Ihr Team aus dem HANSA-FLEX Zentrallager in Bremen

muss natürlich Rechnung getragen werden und

so haben im April diesen Jahres die Gesellschafter

der HANSA-FLEX Gruppe die Entscheidung getroffen,

zusätzlich ein zweites Zentrallager im Süden

aufzubauen. Derzeit ist ein externes Expertenteam

sowie die Logistikabteilung von HANSA-FLEX damit

beschäftigt, den Standort ausfi ndig zu machen, der

logistisch und wirtschaftlich alle Ansprüche erfüllt.

Im Jahr 2009 soll der Bau beginnen. Bereits 2010

soll dann das neue Lager im Betrieb sein.

Es geht noch besser

Es geht nicht nur darum, das Zentrallager in Bremen

zu entlasten – das neue Lager soll 1:1 wie das

bestehende bestückt werden – sondern auch darum,

die Logistikkosten und -zeiten für HANSA-FLEX

zu reduzieren. Modernste Lagertechnik soll dazu

beitragen, die ohnehin geringe Fehlerquote bei der

Kommissionierung, die momentan bei 0,3 Prozent

liegt, noch weiter zu minimieren. Vor allem durch

neuartige optische Kommissionierhilfen werden

deutliche Verbesserungen erwartet.

Dazu soll auch die Implementierung der neuen

SAP-Software beitragen, an der Christine Linz intensiv

mitarbeitet. Sie sorgt mit Ihrer Erfahrung dafür,

dass im Modul WM (Warehouse Management)

alle Prozesse, die mit dem Zentrallager zusammenhängen,

entsprechend abgebildet werden, also alle

Fragen zum Thema Materialwirtschaft, Material-

AUSGABE JUNI 2008

management und Materialprozessen einfl ießen.

Dafür sind im Vorfeld unter anderem alle Materialstammdaten

exakt zu erfassen. Wenn SAP in Kürze

online geht, darf es keine Störungen mehr geben,

denn die Versorgung der Kunden mit den benötigten

Bauteilen muss problemlos laufen.

Um aber ein Lager mit all seinen vielfältigen Prozessen

softwareseitig abzubilden, sind alle Mitarbeiter

eingebunden und Christine Linz ist stolz darauf,

„dass in ihrem Team alle Kollegen mitziehen“. Die

Mitarbeiter erhalten im Umgang mit dem neuen

Verwaltungsprogramm bereits gezielte Schulungen.

„Damit wird auch keiner allein gelassen“, so die

Leiterin des Zentrallagers, die besonders stolz darauf

ist, dass ihr Team in puncto Einsatzbereitschaft,

Motivation und Zuverlässigkeit in den Abläufen

vorbildlich ist. „Die Leistung, die das Zentrallager

für unsere Niederlassungen und Kunden vollbringt,

ist nur durch Teamwork möglich“, betont sie immer

wieder. Und das wird sich auch im neuen Zentrallager

nicht ändern.

LOGISTIK

Das Team des HANSA-FLEX

Zentrallagers in Bremen

Artur Arkulary, Kai-Uwe Asendorf, Walter

Batzke, Holger Beckmann, Ralf Blavius,

David Buchcik, Christian Budack, Algimantas

Budrezkas, Andreas Burr, Brigitte

Daize, Holger Giesecke, Oliver Gumlich,

Alfred Harms, Alexander Hartwig, Daniel

Heitmann, Heinrich Ho� mann, Christoph

Humbold, Kirsten Kaup, Ingo Klumbies,

Arnold Koletzek, Gregor Koletzek, Peter

Kurpiela, Iris Kämna, Antoon Langejans,

Sabine Laue, Waclaw Lesniak, Christine

Linz, Alexej Lomakin, Axel Meyer, Brigitte

Müller, Lieselotte Müller, Viktor Müller,

Frank Oetting, Hans-Hermann Ohsmer,

Dirk Otto, Manfred Petendra, Christian

Plagwitz, Manfred Pohl, Ste� en Reichel,

Uwe Riemann, Ralf Peter Schmidt,

René Schneider, Andre Schrader, Stefan

Schwarz, Konstantin Spielmann, Holger

Strobel, Halim Türkyilmaz, Norbert Venohr,

Matthias Wrissenberg.

HYDRAULIKPRESSE 11

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HYDRAULIKPRESSE

INDUSTRIEMONTAGEN

Bei schwerem Sturm strandete das 224 Meter lange

und 40 Meter breite Transportschiff „ZHEN HUA 10“

mit fünf je 2.000 Tonnen schweren Containerbrücken

an Bord vor der niederländischen Küste. Ein Fall für

den Hochseeschlepper „JANUS“ des Hamburger

Schleppunternehmens Harms Bergung. Dem Giganten

gelang es, das riesige Containertransportschiff

wieder auf die offene See zu ziehen.

Hochseeschlepper übernehmen im Bereich der maritimen

Logistik immer mehr Aufgaben und lösen

schwergewichtige Transportprobleme auf See. Sie

verholen Ölbohr- oder Offshore-Arbeitsplattformen,

ziehen schwere Frachten, darunter komplette

Schiffssektionen oder Schiffe über die Ozeane.

Für all diese Aufgaben sind gigantische Kräfte nötig;

220 Tonnen Pfahlzug entwickeln die derzeit

leistungsstärksten Schlepper von Harms Bergung,

„JANUS“ und „URSUS“. Damit können sie sogar Ozeanriesen

bewegen. Kurzfristig lassen sich sogar 230

bis 237 Tonnen Pfahlzug erzielen, wenn die Maschinenleistung

auf 110 Prozent gesteigert wird. Pfahlzug

beschreibt als Maß die Zugkraft eines Schleppers.

Angetrieben werden die Hochseeschlepper

von jeweils vier Maschinen mit insgesamt 14.000

kW, die nach dem so genannten Vater-Sohn-Prinzip

funktionieren. Der Vater verfügt über zweimal

4.000 kW, der Sohn über zweimal 3.000 kW, wobei

immer dann, wenn die Bedingungen es erlauben,

12

Bugsieren und Pullen

Powerpakete auf hoher See

HYDRAULIKPRESSE

zum Beispiel bei Flussfahrten, nur der Sohn eingesetzt

wird. Das schont die großen Maschinen für die

Hochleistungseinsätze und senkt gleichzeitig die

Brennstoffkosten. Doch die Vaterantriebe bleiben

in jeder Situation startklar. Sie werden immer auf

Betriebstemperatur gehalten und sind dadurch

jederzeit sofort zuschaltbar. Die von den Maschinen

angetriebenen Propeller haben jeweils einen

Durchmesser von etwa 4,40 Metern.

Intelligente Technik und pure

Kraft

Gebaut werden die über 60 Meter langen Schiffe für

die Hamburger Harms Bergung auf der traditionsreichen

Mützelfeldtwerft in Cuxhaven. Neun Monate

dauert es etwa bis zur Fertigstellung. Allein vier

Monate sind für den Bau der Stahlhülle geplant, die

restliche Zeit für den Aufbau aller Aggregate und

den Innenausbau. Als das Industriemontageteam

von HANSA-FLEX auf die Werft gerufen wird, befindet

sich gerade der Schlepper „URSUS“ im Baudock,

dessen Typschiff „JANUS“ bereits im Oktober 2007

ausgeliefert wurde. Als Typschiff wird immer das

erste Schiff einer Klasse bezeichnet, die in diesem

Fall aus zwei Schiffen besteht. Die nächste Klasse

stärkerer Hochseeschlepper ist bereits im Bau, denn

der Markt stellt immer höhere Anforderungen an

Antriebsleitung und Pfahlzug.

Um bei den Einsätzen den Schutz von Mensch und

Umwelt zu gewährleisten, haben „JANUS“ und

„URSUS“ neben den starken Maschinen jede Menge

intelligente Technik an Bord. Große Seilwinden,

um Schiffe und Arbeitsplattformen an den Haken

zu nehmen, eine Krananlage, die hydraulische

Ruderanlage und natürlich die Feuerlöschkanonen,

so genannte Monitore. Bricht, z.B., auf einer

Öl-Bohrinsel ein Feuer aus, kann sich der Schlepper

über die bordeigenen Feuerlöschanlagen mit Wasser

einnebeln, auf diese Weise das Schiff kühlen

und unversehrt aus der Gefahrenzone gelangen.

Zur Brandbekämpfung wird der Hochseeschlepper

auch eingesetzt, denn nach der Brandbekämpfungsvorschrift

„FiFi-Standard“ pumpen die Monitore

1.200 000 Liter Wasser pro Stunde.

Hochseeschlepper „URSUS“ im Trockendock

der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven

AUSGABE JUNI 2008


AUSGABE JUNI 2008

Werftarbeit ist kein Kuraufenthalt

Die 1895 gegründete Mützelfeldtwerft ist seit 1910

auf den Bau von Hochseeschleppern spezialisiert.

Das Engineering obliegt dabei der MAN-Ferrostaal,

wobei ausschließlich Aggregate von führenden Herstellern

verbaut werden. So kommen die Ruderanlagen

von Hatlapa und das Getriebe von der MAN-

Tochter Renk. Für das punktgenaue Manövrieren

sorgen Schottel-Antriebe und vier CATERPILLAR-

MAK-Motoren. Qualität, die der Markt verlangt.

Gesteuert werden kann der Gigant mit einem DP2-

System zur dynamischen Positionierung, mit dem

der Kapitän alle Funktionen per Joystick steuern

und den Schlepper ganz gezielt auf seiner Position

halten kann. Alle entscheidenden Aggregate sind

an Bord doppelt vorhanden. Nur so kann sichergestellt

werden, dass die Schlepper ihre Aufgabe auch

erfüllen, falls unerwartet ein Aggregat ausfällt.

Ohne zuverlässige Hydraulik sind die Ruder- und

Krananlagen nicht zu bedienen. Deshalb hat die

Werft die Montage der Leitungstechnik für die

Aggregate in die Hände von HANSA-FLEX gelegt.

Betreut von Sven Siemer aus der Niederlassung

Bremerhaven hat HANSA-FLEX Boffzen den Montagejob

für den jüngsten Neubau „URSUS“ übernommen.

Unter der Leitung von Falk Simon arbeiteten

die Servicetechniker Daniel Schnakenberg, Marco

Lange und Michael Borchers sechs Wochen auf der

Mützelfeldtwerft. In dieser Zeit haben sie Edelstahlrohre,

Schwarzrohr und Präzisionsrohre für die

Hydraulik in allen denkbaren Längen und Formen

gebogen und zuverlässig montiert. Natürlich wurden

auch sämtliche Hydraulikschlauchleitungen

verlegt.

„Wir durften an der schönen Nordseeküste einen

tollen Job mit Seeluft-Garantie machen, ohne dafür

Kurtaxe zu zahlen“, brachten es die Monteure

aus dem Weserbergland auf den Punkt. Denn solch

ein Job auf einem Schiffsneubau hat so seine Besonderheiten:

Nicht nur, dass bei hohem Termindruck

gleichzeitig von vielen Firmen an allen Ecken

gearbeitet wird, was viel Koordination erfordert,

INDUSTRIEMONTAGEN

sondern durch offene Luken oder Öffnungen für die

Antriebswellen pfeift auch noch der kräftige Seewind

durch das Schiff. „Irgendeiner war immer verschnupft“,

dennoch wurde der Job pünktlich fertig.

Prävention sichert Zuverlässigkeit

Vor Inbetriebnahme des Systemes wurde die gesamte

Hydraulikanlage sorgfältig gespült, um

Verunreinigungen aus dem Montageprozess auszutragen.

Diese Aufgabe übernahm FLEXXPRESS

Servicetechniker Volker Brodowski mit dem Fluid-

Service. Denn wenn später ein Schiff, Ponton oder

eine Bohrplattform am Seil des Schleppers hängt,

sind zuverlässige Manöver gefragt, um Havarien zu

vermeiden; da müssen alle Aggregate störungsfrei

funktionieren. Eine Abreinigung des Hydrauliksystemes

ist also geboten, denn sie erhöht die Zuverlässigkeit

und minimiert den Verschleiß.

HYDRAULIKPRESSE 13

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HYDRAULIKPRESSE

HANSA-FLEX WM

Schon traditionell steigt zu Pfi ngsten das internationale

HANSA-FLEX Fußballturnier. Sozusagen die Fußball-Weltmeisterschaft

des Hydraulikdienstleisters.

Vom 10. bis 12. Mai 2008 nahmen 26 Mannschaften

am Turnier teil, das diesmal in Tschechien ausgetragen

wurde.

Gastgeber war das im Vorjahr siegreiche Team

Elastefl ex aus Tschechien, das sich damals gegen

HANSA-FLEX Kroatien allerdings erst im Elfmeterschießen

durchsetzen konnte. An diesem Pfi ngstwochenende

trafen sich die 26 Mannschaften in

„dünner Luft“, denn Jan Güttler, Geschäftsführer

von Elastefl ex und Skodock, hatte als Veranstaltungsort

das auf 600 Meter Höhe liegende Skigebiet

Dolni Morava ausgewählt. Dort, in der Nähe

der polnischen Grenze, empfi ngen die Kollegen

aus Tschechien die fußballbegeisterten Gäste in einer

wunderschönen Ferienanlage, wo Kicker samt

14

Zum sechsten Mal rollte der Ball

HANSA-FLEX Teams kickten in Tschechien

mitgereister Fans untergebracht waren. Insgesamt

reisten mehr als 400 HANSA-FLEX Kollegen und Angehörige

an. Bei Vorbereitung und Durchführung

des Turniers wurden die Kollegen aus Tschechien

tatkräftig vom Vertrieb aus Bremen unterstützt, der

sich um die Ablaufplanung ebenso kümmerte wie

um die Anreise aller Teams und Fans.

Die Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu

bereuen, denn schon in den Gruppenspielen am

Pfi ngssamstag zeigten alle Teams mächtigen Ehrgeiz

und tollen Sport. Die Vorrunde wurde in vier

Gruppen ausgetragen, die Begegnungen gingen

über jeweils zehn Minuten Spielzeit. Spannend

wurde es dann am Pfi ngstsonntag, als sich die

Gruppenbesten in den Finalspielen gegenüber

standen, die ab dem Achtelfi nale im k.o.-System

gespielt wurden. Jetzt kam es drauf an, und es

zeigte sich bald, dass die Mannschaften aus Belgien

und Kroatien besonders erfolgreich kickten. Sie

standen sich im Endspiel gegenüber, in dem sich

nach einem dramatischen Spiel und abschließendem

Siebenmeterschießen das Team aus Belgien

behauptete.

Der Jubel war groß, als HANSA-FLEX Geschäftsführer

Thomas Armerding im Rahmen einer stimmungsvollen

Siegerehrung den Spielern aus Belgien die

Trophäe überreichte. Sie werden den Wanderpokal

nächstes Jahr im eigenen Land verteidigen und das

Die Siegermannschaft aus Belgien

Turnier ausrichten. Die platzierten Teams erhielten

eine Urkunde als Erinnerung an das großartige

HANSA-FLEX Fußballturnier 2008. Nach der Siegerehrung

mussten die müden Fußballerbeine auf der

Tanzfl äche noch einmal ran, denn Party mit Tanz

und Vergnügen war angesagt. Und als noch leckere

tschechische Spezialitäten aufgetischt wurden,

freuten sich alle schon auf das nächste Jahr.

AUSGABE JUNI 2008


Erfolgreich gestartet ist die neue HANSA-FLEX Niederlassung

in Berlin. Mit der Ende 2007 eröff neten Niederlassung

Tempelhof hat HANSA-FLEX nicht nur das

Netzwerk erweitert, sondern gleichzeitig auch auf die

Wünsche zahlreicher Kunden reagiert, denen die bestehenden

Niederlassungen Henningsdorf, Marzahn,

Ludwigsfelde, Spreenhagen und Vogelsdorf rund um

die Hauptstadt zu weit entfernt erschienen.

Mit der Niederlassung Tempelhof setzt HANSA-FLEX

seine Strategie jetzt auch in Berlin um, die darauf

abzielt, Region für Region das Niederlassungsnetz

derartig zu verdichten, dass Kunden schon bald fl ächendeckend

in Reichweite von 25 bis 30 Fahrminuten

einen HANSA-FLEX Ansprechpartner haben.

An der Stadtautobahn zum neuen Großfl ughafen

Schönefeld gelegen, ist die Niederlassung

für Kunden aus dem Flughafenumfeld besonders

schnell erreichbar und als Partner für viele dort tätige

Bau- und Abbruchfi rmen eine Alternative. Mit

dem Ausbau des neuen Großfl ughafens wurde im

Jahr 2006 begonnen, die Arbeiten sollen bis Ende

2011 abgeschlossen werden. Dann, so ist geplant,

werden jährlich 22 bis 25 Millionen Passagiere am

Flughafen Berlin Brandenburg International abgefertigt.

NIEDERLASSUNG TEMPELHOF

Mittendrin statt nebenan

HANSA-FLEX mischt mit Frauenpower Berlin auf

Henry Raake, Leiter der Instandhaltung der Kunststoff spritzerei NOVAPAX in Berlin ist zufriedener

Neukunde bei HANSA-FLEX – hier im Gespräch mit HANSA-FLEX Mitarbeiterin Sylvia Belling

AUSGABE JUNI 2008

Charmeoff ensive mit Frauenpower

Die HANSA-FLEX Außendienstmitarbeiterin Sylvia

Belling ist unermüdlich unterwegs, um für die Niederlassung

Tempelhof auch im Zentrum der Stadt

neue Kunden zu gewinnen. Dank ihrer großen Erfahrung

auf dem Sektor der Hydraulik konnte sie

bereits viel zum erfolgreichen Start der Niederlassung

beitragen. Während ihrer Arbeit mit Kunden

aus der Industrie, bei denen Problemlösungen im

Vordergrund stehen, hat sie durch ihr Wissen und

ihre off ene Art viel Anerkennung gefunden. Am

Tresen der Niederlassung werden einige Kunden

ein bekanntes Gesicht wieder sehen. Dort wickelt

Jens Falkenberg den Service ab und fertigt die Ersatzschlauchleitungen.

Er war zuvor sieben Jahre

lang als FLEXXPRESS Servicetechniker in Berlin unterwegs

und verfügt von daher über ein umfangreiches

hydraulisches Wissen.

Auf umkämpftem Markt mit

Service punkten

Natürlich war es für den schnellen Aufbau eines

Kundenstammes in Tempelhof ebenfalls hilfreich,

dass die Vertriebsgebiete der bereits rund um

Berlin existierenden HANSA-FLEX Niederlassungen

neu strukturiert wurden. Dadurch kamen einige

Kunden in den Genuss einer größeren Nähe zu „ihrer“

Niederlassung. Inzwischen ist es zudem gelungen,

bei einigen jener Kunden gelistet zu werden,

für die HANSA-FLEX bisher zu weit entfernt war.

Denn angesichts der Vielzahl in Berlin agierender

Hydraulikanbieter ist es wichtig, nicht nur in der

Nähe zu sein, sondern mit Servicequalität zu punkten.

Als Systempartner Hydraulik ist HANSA-FLEX

daher nicht nur in Tempelhof gut aufgestellt, zumal

es im Netz der Berliner Niederlassungen weit

reichende Möglichkeiten gibt, Leistungen schnell

und unkompliziert zu verzahnen und dadurch auch

komplexe Aufgaben, bis hin zu Industriemontagen,

zu übernehmen.

Messestand auf der InnoTrans 2008

Gemeinsam werden die Berliner Betriebe auch bei

der wichtigen Eisenbahnmesse InnoTrans, die im

September 2008 in Berlin stattfi ndet, auftreten.

HANSA-FLEX hat die Bahnzulassung und ist als Lieferant

mit Qualitätsfähigkeit bei der Bahn gelistet.

Die Berliner Betriebe arbeiten unter Regionalleiter

Detlef Ströming auch für das ICE Ausbesserungswerk

Berlin der Deutschen Bahn. Hier werden

die erste und zweite Generation der ICE-Hochgeschwindigkeitszüge

gewartet und Instand gesetzt.

Auf der Berliner Eisenbahnmesse InnoTrans

wird HANSA-FLEX vertreten sein

15

© Messe Berlin GmbH

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HYDRAULIKPRESSE

ENGINEERING / AGGREGATEBAU

Rollende Showbühne schnell montiert

Für jedes Event das passende Fahrzeug

Spezialtrucks können mittels Hydraulik schnell und mit wenig Aufwand aufgebaut werden

Der große gelb-blau lackierte Spezialtruck mit dem

EDEKA-Aufdruck fährt am Einkaufszentrum vor. In

wenigen Minuten verwandelt er sich zu einer Showbühne,

vor der sich bald die Menschen drängen.

Es herrscht Volksfeststimmung, eine Musikkapelle

spielt, Fahnen flattern im Wind, Luftballons verstärken

das bunte Bild. EDEKA feiert 100. Geburtstag –

zusammen mit den Kunden.

Der riesige Truck wurde speziell zur 100-Jahrfeier

des Lebensmittelgrossisten von der Spezialfahrzeugbau

TUNGER exklusiv GmbH entwickelt und

aufgebaut. Das erst 2005 gegründete junge Unternehmen

hat sich innerhalb kurzer Zeit einen

Namen im Spezialfahrzeugbau gemacht, vor allem

durch den Bau solcher Promotionfahrzeuge, die in

den letzten Jahren verstärkt von Eventveranstaltern

und Markenartiklern eingesetzt und dementsprechend

nachgefragt werden. Sei es als Aktionsbühne,

als fahrbarer Gastronomiebetrieb oder für

den Transport von Rennfahrzeugen. Üblicherweise

werden die Fahrzeuge in den Größen zwischen 6,5

bis zu 12 Tonnen Zuggesamtgewicht – und damit

16

HYDRAULIKPRESSE

unabhängig vom Sonntagsfahrverbot (bis 7,5 t)

bzw. von der deutschen Autobahn-MAUT (bis 12 t)

genutzt. TUNGER exklusiv rüstet diese Trucks für

Promotionzwecke aus.

Als zweites Standbein baut das Unternehmen aber

auch Spezialfahrzeuge, zum Beispiel für Feuerwehren,

Polizei und Sondertransportaufgaben. Hier

kommt regelmäßig auch das hydraulische Wechselsystem

zur Anwendung, ebenfalls ein einzigartiges

Produkt der Firma TUNGER exklusiv. Die unter dem

Namen PROMOLINER angebotenen Eventtrucks

werden maßgeschneidert auf die Wünsche des

Kunden aus einer Hand projektiert, gefertigt und

schlüsselfertig ausgeliefert. TUNGER kauft entweder

die gewünschten Basis-LKW an, bzw. bekommt

sie vom Kunden bereitgestellt und baut sie nach

eigener Konstruktion um. Dabei fließen Anregungen

und Wünsche des Kunden selbstverständlich

in die Auslegung der Fahrzeuge mit ein, wobei die

TUNGER-Fachleute viel Liebe zum Detail beweisen.

Denn die Kunden und vor allem Eventagenturen

stellen meist ganz spezielle Wünsche an die Aus-

gestaltung derartiger Eventtrucks. So weist der

EDEKA-Truck beispielsweise besondere Lösungen

auf, um das Fahrzeug im Handumdrehen zu einer

mobilen Showbühne zu machen, die dank Hydraulik

auch noch einfach zu bedienen ist. Ob ausfahrbare

Bühne oder Seitenausschübe als Serviceflächen

für Gäste oder der Lift zur Bedienung des Obergeschosses,

alles wird mittels hydraulischer Systeme

bewegt. Selbst die Achsen des Fahrzeuges sind hydraulisch

verstellbar, so dass es dadurch Stellplätze

anfahren kann, die sonst nur unter schwierigen

Umständen zu erreichen wären.

Die Hydraulik der integrierten Bühnenbauweise

sorgt für kurze Auf- und Abbauzeiten. Das ist vor

allem bei reisenden Events mit engen Terminplänen

von Vorteil. Durch die Hydraulik ist ebenfalls

sichergestellt, dass wenig Manpower vor Ort benötigt

wird, um das Promotion-Fahrzeug einsatzbereit

zu machen. Die kundenorientierte Auslegung

der Fahrzeuge zeigt sich darin, dass alles einfach

zu bedienen sein und über lange Zeit zuverlässig

funktionieren muss. Nichts wäre schlimmer, als ein

angekündigtes Volksfest oder eine große Promotion-Show

nicht pünktlich beginnen zu können,

weil Bühne und Seitenausschübe des Trucks sich

nicht ausfahren lassen. Es gilt, so etwas unter allen

Umständen zu vermeiden. TUNGER exklusiv stellt

deshalb höchste Ansprüche an Qualität und Funktionalität

und setzt folglich auf die Produktqualität

von HANSA-FLEX.

Vorteil: Systemfähigkeit

Das junge Unternehmen ist seit der ersten Stunde

Partner von HANSA-FLEX und nutzt die Erfahrungen

des Hydraulikdienstleisters bereits bei der

Konstruktion der Fahrzeuge. Die Niederlassung

Zwickau betreut den im Vogtland ansässigen

Hersteller vom Engineering bis zur Bereitstellung

aller Komponenten und Baugruppen. Mitarbeiter

Hannes Müller sichert gemeinsam mit dem Konstrukteur

Peter Eickworth von TUNGER exklusiv die

jeweils kompletten hydraulischen Ausrüstungen

der Systeme. Dabei geht es um Verlegewege und

um die Dimensionierung von Hydraulikanlagen.

AUSGABE JUNI 2008


Dieser PROMOLINER der Firma Tunger wurde als Promotionfahrzeug anlässlich des 100. Geburtstags von EDEKA gefertigt

HANSA-FLEX Hydraulikkomponenten liefert alle

für die Spezialfahrzeuge benötigten Komponenten

– von Zylindern, Ventilen, Steuerblöcken bis hin

zu Pumpen und Aggregaten. „Da TUNGER exklusiv

meist Kleinserien fertigt, gibt es laufend neue

Anforderungen, die uns als Hydraulikspezialisten

fordern“, drückt Hannes Müller aus, warum ihm die

Betreuung des Kunden besonderen Spaß macht. Bei

dieser Arbeit kommt vor allem die Systemfähigkeit

von HANSA-FLEX voll zum Tragen, denn die Niederlassung

Zwickau wird bei Engineering, Aggregate-

und Anlagenbau sowie rund um die Hydraulikkomponenten

von den benachbarten Spezialbetrieben

in Dresden unterstützt.

Innovatives Wechselhubsystem

Unterstützung von HANSA-FLEX erhielt TUNGER

exklusiv auch bei der neuesten Entwicklung, einem

Container für die Feuerwehr. Dieser Sonderaufbau

verfügt über ein spezielles Wechselsystem, das

hydraulisch vollständig bis zum Boden absetzbar

AUSGABE JUNI 2008

ist. Diese Eigenentwicklung vom Fahrzeugbauer

wurde auf dem Weg zur Serienreife ebenfalls von

HANSA-Flex begleitet. Der Container, der logistische

Vorteile im mobilen Einsatz bietet, ist als

Wechselaufbau mit Hebe- und Senkfunktion auf

das Fahrgestell eines 7,5 Tonnen Basisfahrzeugs

montiert und eignet sich als Einsatzleitstelle für

Feuerwehr, Polizei oder Katastrophenschutz, als

Baustellenbüro und sogar als Verkaufskiosk oder

Standkoje im Messebau.

Eine integrierte Hydraulik passt das Wechselsystem

in horizontaler Lage stufenlos jeder Ladehöhe an.

Der Hebe- und Senkvorgang des Containers erfolgt

innerhalb von zwei Minuten, der durch den

integrierten elektrohydraulischen Antrieb völlig

unabhängig vom Basisfahrzeug erfolgt! Für die

Feuerwehr in Alzey hat TUNGER exklusiv 2006 ein

derartiges Wechselsystem als ein schnell aufzustellenden

Atemschutzcontainer fertig gestellt,

der sich bereits erfolgreich bei Einsätzen bewährt

hat. Bei dem aktuellen Auftrag handelt es sich also

schon um die Nachbestellung. Sämtliche Pumpen,

Aggregate, Steuerung sowie Rohr- und Schlauchleitungen

wurden, bzw. werden, auch hier von

HANSA-FLEX geliefert.

Auch solche renommierten Firmen wie RAMEDER

Anhängerkupplungen und VKF Renzel aus Isselburg

nutzen das innovative hydraulische Absetzsystem

als mobilen Messe- bzw. Verkaufsstand.

ENGINEERING / AGGREGATEBAU

Schneller Zugri� auf

Engineering und

Hydraulikkomponenten

Die HANSA-FLEX Niederlassung Zwickau

stützt sich bei der Betreuung ihres Kunden

TUNGER exklusiv auf das Know-how

der HANSA-FLEX Spezialbetriebe für Engineering,

Aggregate- und Anlagenbau

sowie Hydraulikkomponenten.

Diese übernehmen im Rahmen des Systemanbieterkonzeptes

Aufgaben vom

Layout einer Hydraulikanlage bis zur

Montage und Inbetriebnahme und halten

ein optimal abgestimmtes Lager mit

mehr als 4.500 Hydraulikkomponenten

bereit. Beide Betriebe beraten in Abstimmung

mit der jeweiligen Niederlassung

den Kunden durch Spezialisten bei der

Projektierung von Hydraulikanlagen.

Weitere Vorteile:

• verfügbar über jede HANSA-FLEX

Niederlassung

• Projektierung und Bau fl uidtechnischer

Systeme und Anlagen

• datenbankgestützte Konstruktion

• Bereitstellung der Konstruktionsdaten

für Kundenzeichnungen

• schnelle und fl exible Fertigung von

Aggregaten und Hydraulikzylindern

• Bereitstellung von einbaufertigen

Hydraulikbaugruppen

HYDRAULIKPRESSE 17

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HYDRAULIKPRESSE

ÖLSERVICE

Futter für die Stahlindustrie

Ölservice hält Schrottschere fi t

Die Wiederverwendung von Schrott ist eines der

ältesten Recyclingverfahren, viele Stahlwerke verarbeiten

heutzutage fast ausschließlich Schrott als

Rohstoff . Ältere Leser mögen sich noch an den umherziehenden

Alteisensammler erinnern. Inzwischen

ist aus dem Handel mit Schrott ein lukrativer Markt

entstanden.

Schrottverwertung ist eines der wenigen Beispiele

von echtem Recycling. Hier wird aus einem Ausgangsstoff

ein neues Produkt gleicher Güte und

Qualität geschaff en, denn Metall kann theoretisch

beliebig oft ohne nennenswerte Verluste eingeschmolzen

und neu verarbeitet werden. Schrott hat

in der Industrie als Sekundärrohstoff eine genauso

wichtige Stellung zur Herstellung inne wie das ursprüngliche

Eisenerz. Verglichen mit Verwendung

von Stahlschrott zur Stahlgewinnung, wird zur Gewinnung

von Stahl aus Erz fast die vierfache Menge

18

HYDRAULIKPRESSE

Energie benötigt. Pro Tonne entspricht die Ersparnis

dem durchschnittlichen Halbjahresverbrauch eines

vierköpfi gen Haushaltes. Wegen der hohen Wirtschaftlichkeit

werden weltweit jährlich etwa 460

Mio. Tonnen Stahlschrott der Wiederverwertung

zugeführt.

AlbaMetall in Berlin-Spandau bereitet jährlich ca.

100.000 Tonnen Stahlschrott auf und verkauft diese

an Stahlwerke für das Schmelzen von neuem Stahl.

Bei AlbaMetall wird zunächst eine große Mulde an

der Schrottschere mit dem gesammelten Stahlschrott

gefüllt, der frei sein muss von Glas, Gummi,

Holz oder ähnlichen Materialien aus den vormaligen

Produkten. Der gesammelte Schrott wird darin von

kraftvollen Hydraulikzylindern, die einen Kolbendurchmesser

von 250 Millimeter und eine Hublänge

von bis zu 8,5 Meter haben, mit einer Kraft von

1.000 Tonnen zusammengepresst. Anschließend

zerlegt eine große Schrottschere den zusammengepressten

Strang in einzelne Pakete mit einem Gewicht

von jeweils ca. 500 Kilogramm. Rohstoff für

die Stahlindustrie, der paketweise dem glühenden

Stahl in den Schmelzpfannen zugegeben wird und

gleichzeitig auch als Kühlmittel dient, damit die

Schmelze nicht durchgeht. Die Schrottschere bei

AlbaMetall ist natürlich eine Schlüsselanlage, denn

der permanent angelieferte Schrott muss verarbeitet

werden. Gleichzeitig wartet die Stahlindustrie

ungeduldig auf das wertvolle Material für ihre Produktion.

Das heißt, die ständige Verfügbarkeit der

Schrottschere muss sicher gestellt werden.

In letzter Zeit fi elen bei AlbaMetall jedoch häufi ger

die Hauptpumpen für die Hydraulik aus. Um der Ursache

auf den Grund zu gehen, ließ die Technische

Betriebsleiterin Ilona Klaue eine Ölprobe ziehen

und von einem Labor analysieren. Immerhin befi nden

sich im hydraulischen System der Schrottschere

14.000 Liter Öl. Auf Vermittlung von Detlef Ströming,

HANSA-FLEX Regionalleiter Berlin, zog Alba-

Metall zur fachlichen Interpretation der Analyseergebnisse

Rudi Apic vom HANSA-FLEX Fluid-Service

hinzu. Der stellte fest, dass zwar das Additivpaket

und die Viskosität des Öls vollkommen in Ordnung

waren, die Ölprobe jedoch eine erhebliche Zahl an

AlbaMetall in Berlin bereitet Metallschrott

wieder in einen wichtigen

Rohstoff für die Stahlindustrie auf

AUSGABE JUNI 2008


AUSGABE JUNI 2008

Metallpartikeln aufwies. Diese kleinen Metallspäne

im Öl entwickeln im Betrieb der Pumpen eine Wirkung

wie Schmirgelpapier, die Dichtungen werden

geschädigt und es kommt zu einem erhöhten Verschleiß

an den Pumpenteilen. Was wiederum zu

einem Leistungsverlust und letztendlich zu einem

Totalausfall der Anlage führt.

Wie kann das passieren?

Für Rudi Apic stellte sich nun die Frage, wie diese

Metallpartikel in den Ölkreislauf kommen können.

Nach einer Inspektion der Anlage kristallisierte

sich heraus, dass die Späne über die Kolbenstangen

der Hydraulikzylinder in das Öl gelangen. Die

schwere Druckplatte für die Pressmulde wird von

vier Mulden-Zylindern mit jeweils 250 Millimeter

Durchmesser und einem Hub von 2,5 Meter bewegt.

Hinzu kommt der erwähnte Vorschubzylinder.

Diese sind ständigen mineralischen Stäuben

und Metallstäuben ausgesetzt, die im Füll- und

Schneidprozess frei gesetzt werden und sich auf

den Kolben absetzen. Hinzu kommt, dass beim

Befüllen der Mulde mit Schrott schon einmal ein

Schrottteil unbeabsichtigt auf einen Kolben fällt

und auf der Kolbenstange kleine Kratzer hinterlässt

und damit einen Ansatzpunkt für den Metallstaub

bietet. Einen weiteren Ansatzpunkt sah Ilona Klaue

in der örtlichen Nähe der Schrottschere zur Grauguss-Schrottverarbeitung.

Dort werden ebenfalls

feinste Metallstäube freigesetzt, die dann durch die

Arbeitsspiele der Hydraulikzylinder in das System

gelangen.

Der erste Schritt: Nebenstromfi

lteranlage

Nach Beratung durch Rudi Apic entschied sich Ilona

Klaue für den Einsatz einer Nebenstromfi lteranlage

mit einer Filterfeinheit von 6 μm. HANSA-FLEX

stellte dem Kunden diese Filteranlage zunächst

auf Mietbasis zur Verfügung, um erst einmal die

Effi zienz dieser Lösung bewerten zu können.

Ilona Klaue, Technische Betriebsleiterin bei AlbaMetall, im Gespräch

mit FLEXXPRESS Servicetechniker Uwe Gätkens

ÖLSERVICE

FLEXXPRESS Servicetechniker Uwe Gätkens installierte

die Anlage. Die Filter wurden durch den Anlagenfahrer

gewechselt. In dieser Testphase wurden

regelmäßig weitere Analysen vorgenommen, die

dazu führten, als nächsten Schritt eine Filterfeinheit

von 3 μm einzusetzen. Damit konnte die Anzahl

der Metallpartikel im Ölkreislauf zwar deutlich

reduziert werden, doch noch immer wurden übermäßig

viele Metallpartikelanteile registriert.

Die Ursache fand sich schnell in den puderzuckerfeinen

Graugussspänen, die sich überall in der

Umgebung der Schrottschere ablagerten. Eben

auch auf dem großen Tank für die 14.000 Liter

Hydrauliköl, auf dem sich vier Tankbelüftungsfi lter

(TBL) mit etwa 100 Millimeter hohen Saugstutzen

mit den Filterbehältern befi nden. Und im Tank bewegt

sich was, denn das Arbeitsspiel der großen

Zylinder endet jeweils mit einer Rückführung von

1.600 Liter Öl in den Tank, und zwar innerhalb von

nur vier Sekunden! Die Folge, im Tank entsteht eine

Gaspendelung von umgerechnet etwa 24 m3/min –

der Tank atmet also heftig ein und aus. Der dadurch

in der Umgebung der Ansaugstutzen der TBL auftretende

Pumpeff ekt führt dazu, dass die feinen,

auf dem Hydrauliktank gelegenen Graugussspäne

aufwirbeln und in den Tank gezogen werden. Die

bauseitig montierten TBL sind für derartig starke

und feine Staubemissionen nicht geeignet, d.h.

unterdimensioniert.

Auf Grund dieser Erkenntnisse plant AlbaMetall,

dass die Tankstutzen um das Zehnfache auf 1.000

Millimeter verlängert und größere Filtergehäuse

eingesetzt werden. Gleichzeitig soll die Filterelementen

(FE)-Feinheit von den bauseitig vorgesehen

10 μm auf 3 μm FE-Feinheit reduziert werden.

Eine Lösung, die den Staubeintrag signifi kant reduziert,

die Standzeiten der Pumpen, Dichtungen

und Ventile deutlich verlängert und zugleich den

Wartungsaufwand für die Anlage reduziert. Alle

Planungen sind abgeschlossen, der Auftrag steht

zur Umsetzung an.

HYDRAULIKPRESSE 19

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HYDRAULIKPRESSE

WISSEN

Kein Luftikus bei der Ölpfl ege

Es liegt was in der Luft

Exaktes Steuern und Positionieren ist ein Vorteil hydraulischer

Systeme. Der Laie erkennt dies gut auf

Baustellen, wenn der Baggerführer mit Schaufel oder

Greifer ein Ziel punktgenau ansteuert. Doch diese

feine Steuerung der Hydraulik geht schnell verloren,

wenn sich Luft im Hydrauliköl befi ndet.

Es kommt zum „Federn“ der Ölfüllung, denn Luft ist

komprimierbar, bei jedem Arbeitsgang muss also

nachjustiert werden, es geht wertvolle Arbeitszeit

verloren. Doch schlimmer sind die Folgen für die

Mechanik: Die Hydraulikzylinder beginnen zu rattern

und verschleißen vorzeitig, an der Hydroanlage

tritt starke Erwärmung auf. Luft hat also im Öl nichts

zu suchen, auch wenn sie in gelöster Form immer

zu einem gewissen Prozentsatz im Öl vorhanden ist.

Falsche Luft kann aber ebenso wie Schaum, der als

Oberfl ächenschaum oder dispergierte Bläschen im

Öl auftritt, erhebliche Betriebsstörungen auslösen.

Bei der Ölpfl ege ist deshalb auf Luft besonders zu

achten, wie HANSA-FLEX Ölfachmann Ulrich Hielscher

der HYDRAULIKPRESSE bestätigt.

Am häufi gsten tritt der von Luftblasen im Öl verursachte

so genannte Dieseleff ekt auf, der sich im

fortgeschrittenen Stadium gut erkennen lässt. „Das

eigentlich klare Hydrauliköl erhält eine dunkle Färbung“,

beschreibt Ulrich Hielscher das auff älligste

20

Schadensbilder

Mikro-Diesel-Effekt

1. Schritt: bewegte Stange schleppt

Flüssigkeit aus Nutraum

Luftblasen infolge Unterdrucks

Stangenbewegung

Dichtung verbrennt im

Bereich der Luftblasen

Merkmal. Diese Färbung entsteht durch Rußpartikel.

„Frisches Hydrauliköl enthält bis zu ca. 9 Prozent

Luft in gelöster Form. Ein natürlicher Luftanteil, der

sich allerdings kaum auf den Betrieb auswirkt. Erst

wenn vermehrt Luft von außen in das Öl eindringt,

wird es kritisch“, warnt der Experte.

Wie kommt es zum Dieseln?

Doch auch schon die neun Prozent Luft können sich

auf den Betrieb einer Anlage auswirken. „Nämlich

dann, wenn das Öl bereits gealtert ist oder unterschiedlich

formulierte Öle vermischt wurden. Das

gleiche gilt auch bei turbulenten Strömungsabschnitten

(Vakuum) im Hydrauliksystem. Dann

kann die Luftbelastung erheblich ansteigen, mit

der Folge, dass die überschüssige Luft nicht mehr

vollständig im Öl gelöst bleibt, sondern in Form

kleiner Luftblasen abgeschieden wird.“

Dies erfolgt meist an den wärmeren Komponenten

einer Anlage wie Hydraulikpumpe oder Hydromotor;

dort sprudeln diese Luftblasen manchmal geradezu

heraus. Treten dann – wie in Hydrauliksystemen

üblich – starke oder schnelle Druckschwankungen

auf, kommt es zwischen dem Sauerstoff aus den

Luftblasen und den Kohlenwasserstoff en des Öls zu

kleinen explosionsartigen Reaktionen mit kurzzei-

2. Schritt: bei plötzlichem Druckanstieg

zündet das Öl-Luft-Gemisch

in den Blasen

Kavitationsschäden einer Axialkolbenscheibe

tigen sehr hohen schädlichen Druck- und Temperaturbelastungen,

ähnlich den Verbrennungen eines

Dieselmotors. Allerdings enthalten die Luftblasen

oft nicht genug Sauerstoff moleküle, weshalb die

Verbrennung unvollständig bleibt und sich Rußfl

öckchen bilden, die Öl und Filtereinsätze schwarz

färben können. Die Schmierfähigkeit und die hydraulischen

Eigenschaften des Öls beeinträchtigt

dieser „Dieseleff ekt“ nicht, er kann jedoch die Dichtungen

der Hydraulikkomponenten beschädigen,

da er häufi g im Bereich von Dichtlippen auftritt.

Hydraulikschlauchleitungswerkstoff e können aber

auch davon betroff en sein. Ebenso weist der Eff ekt

auf Kavitation hin, die durch ein Übermaß an gelöster

Luft entsteht.

Schaumbildung durch zuviel Luft

Zuviel Luft im Öl verursacht die gefürchtete Schaumbildung,

bei der aufsteigende Luftbläschen im Be-

hälter Oberfl ächenschaum bilden. Der Ölexperte

weiß, weiß, dass die die Schaumbildung Schaumbildung minimiert werden

kann, kann, „indem Rücklaufl eitungen in den Behälter Behälter

richtig angeordnet werden, aber auch durch eine

Behälterkonstruktion mit mit Beruhigungsblechen.“

Mineralöle Mineralöle enthalten zudem chemische Zusätze,

die ein Schäumen Schäumen verhindern. Fällt dieser Entschäumer

aus, so kann es ebenso ebenso zur Schaumbildung an

der der Oberfl Oberfl äche kommen, wie wie durch „Falschluft“,

Verunreinigungen oder Vermischung des Öls mit

anderen Öltypen. Die Neigung der der Druckfl Druckfl üssigkeit

zur Schaumbildung nimmt nimmt durch durch Alterung Alterung des des Öls,

Verunreinigungen und Kondenswasser zu. „Wenn

die Pumpe erst erst einmal schaumiges Öl ansaugt,

kann es zu schweren Störungen Störungen im im System und zum

schnellen Ausfall der Pumpe führen.“

AUSGABE JUNI 2008


Aber wie kann überhaupt in einem hydraulischen

System „Falschluft“ von außen in das Öl eindringen?

„Meist liegen undichte Stellen in Rohrleitungen,

Filtern, Flanschverbindungen oder Pumpen

vor“, grenzt Ulrich Hielscher das Problem ein. „Eine

Ölpumpe saugt Luft an, weil beispielsweise ihre

Dichtungen verschlissen sind oder der Füllstand im

Öltank zu niedrig oder zu hoch ist. Der überschüssige

Luftanteil kann nicht mehr im Öl gelöst werden,

auf dem Öl entsteht ein stabiler Schaumteppich.“

Ulrich Hielscher weist aber darauf hin, dass Schaum

auch durch Verunreinigungen verursacht werden

kann. „Nicht nur durch off ensichtliche Staub- und

Wasserpartikel, sondern oft auch durch andere

Mittel wie zum Beispiel Rückstände aus dauerelastischen

Abdichtmassen, Dampfstrahlwasser

mit Fettlöser, Schmierfette oder Montagepasten,

aber ebenso Reste von Korrosionsschutzmitteln,

Metallbearbeitungsfl üssigkeiten oder Frostschutz.“

Eine andere Ursache sind Öle, die nicht miteinander

verträglich sind. Besonders dann, wenn ein Bioöl

auf synthetischer Esterbasis mit einem detergierenden

HLP-Hydrauliköl oder ein Bioöl auf der Basis

gesättigter Ester mit einem ungesättigten Ester

vermischt wird. Vorsicht ist auch geboten, wenn es

zu Vermischungen von HLP Hydraulikölen mit Motorenölen

kommt.

Damit hydraulische Anlagen reibungslos funktionieren,

darf die Druckfl üssigkeit möglichst wenig

Luft aufnehmen und mittransportieren. Und sie

muss eventuell mitgerissene Luft schnell wieder

abgeben können. Diese Luftabgabe oder das Luftabscheidevermögen

(LAV) wird nach DIN 51 381

bestimmt. „Gemessen wird die Zeit in Minuten, die

zum Abscheiden im Mineralöl enthaltener Luftblasen

bis auf 0,2 Vol.-% des Ausgangswertes benötigt

wird.“ Das Luftabscheidevermögen verschlechtert

sich mit steigender Temperatur der Druckfl üssigkeit.

Der LAV-Wert von untersuchtem Öl gibt also

an, inwieweit das Öl noch die Fähigkeit besitzt,

die eingeblasene und dispergierte Luft wieder

abzuscheiden. Bei Bioölen wird das LAV durch die

Vermischung mit Mineralöl negativ beeinfl usst, die

Werte verschlechtern sich oftmals von gerade noch

zulässigen zehn Minuten auf 20 Minuten. Ähnlich

AUSGABE JUNI 2008

Am 18. April 2008 erfolgte im feierlichen Rahmen

und in Anwesenheit örtlicher Honoratioren der

erste Spatenstich für die Internationale Hydraulik-

Akademie (IHA) in Dresden-Weixdorf. Thomas Armerding

und Jürgen Böttger griff en bei der Grundsteinlegung

gemeinsam zum Spaten.

„Das Thema Aus- und Weiterbildung, Forschung

und Entwicklung wird im Bereich Hydraulik immer

wichtiger. Aus diesem Grund hat sich die Unternehmensgruppe

HANSA-FLEX an der Internationalen

Hydraulik Akademie in Dresden-Weixdorf

beteiligt. So kann dem Mangel an Fachkräften

auf dem wachsenden Markt für Hydraulik vorgebeugt

werden“, unterstrich Uwe Buschmann in

seiner Rede im Rahmen der Feierstunde.

schlechte Werte gibt es, wenn unterschiedliche

Bioöle gemischt werden. Dann muss mit Kaviationsschäden

oder Dieseleff ekt als Folge gerechnet

werden.

Luft holen und die Folgen

Bleibt zuviel Luft im Öl gelöst, hat dies gravierende

Auswirkungen: Das Öl wird kompressibel, an

IHA

Der erste Spatenstich

IHA setzt Maßstäbe

Thomas Armerding und Jürgen Böttger bei der Grundsteinlegung für die IHA

Ab Herbst 2008 sollen in dem 2.500 Quadratmeter

großen, zweigeschossigen Komplex in

Dresden die ersten Fachkräfte für Hydraulik in

einem dreimonatigen Lehrgang, der sich an eine

reguläre Ausbildungszeit anschließt, ausgebildet

werden. Geplant sind kleine Klassen mit fünf bis

sechs Schülern, so dass jeder intensiv betreut

werden kann. Die Lehrer kommen aus der Praxis

oder aus Berufsschulen. Hospitationen und Praktika

in Unternehmen werden integriert. Dem

Thema Forschung und Entwicklung wird die IHA

mit einer intensiven Zusammenarbeit mit der

Technischen Universität und Hochschule Dresden

gerecht.

heißen Stellen scheiden sich Luftbläschen ab und

beeinfl ussen die Ausbildung eines hydrodynamischen

Schmierfi lms, was im ölführenden System

oft zu erheblichen Störungen führt. Der potenzielle

Schaden liegt also schon in der Luft.

21

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HYDRAULIKPRESSE

KITTING

Kit-Konzept überzeugt

Landwirtschaft aus Leidenschaft

In den 70er Jahren bewirtschaftete Landwirt Michael

Horsch relativ große Ackerbaubetriebe. Ackerbauliche

Aspekte zur Produktivitätssteigerung und

Kostensenkung beschäftigten ihn und führten dazu,

technische Lösungen von der Bodenbearbeitung

und Saat über Düngung und Pflanzenschutz bis zur

Ernte zu entwickeln. Daraus entstand im Jahr 1984

die Horsch Maschinen GmbH, deren Landmaschinentechnik

mittlerweile in allen Ackerbauregionen

der Welt unter den verschiedensten Bedingungen

eingesetzt wird.

Die Bodenbearbeitung hat der immer noch als

Landwirt tätige Michael Horsch praktisch neu erfunden,

denn die von ihm propagierte flachere

Arbeitsweise hat viele Vorteile für den Boden. Die

steinigen Böden in seiner Heimat ließen Michael

Horsch über den pfluglosen Ackerbau nachdenken,

innovative Ideen und Techniksysteme brachten

neue Maschinen für die Bodenbearbeitung und

Sätechnik hervor. Gleichzeitig ging es ihm immer

auch darum, für den Landwirt bei Treibstoff und

Maschinenverschleiß Kosten zu senken. Mit immer

besserer Maschinentechnik für die Landwirtschaft

ist Horsch zu einem gefragten Hersteller geworden.

Erst kürzlich auf der AGRITECHNICA in Hannover

präsentierte der Landmaschinenbauer aus Schwandorf

wieder viel beachtete Neuigkeiten.

Darunter das Modell Terrano, ein vierbalkiger aufgesetzter

Schwergrubber, dessen Stärken in der

flachen Bodenbearbeitung zwischen drei und 20

Zentimeter Arbeitstiefe liegen. Dank verschiedener

Scharsysteme ist der Terrano bei Arbeitsbreiten bis

zu neun Meter sowohl zur Stoppelbearbeitung als

auch zur intensiven Bodenauflockerung geeignet.

Mit dem Optipack, mit dem der Terrano als Nachläufer

ausgestattet werden kann, wird der Boden

zusätzlich noch rückverfestigt.

Das Modell Pronto ist ein großvolumiger Säwagen

für die universelle Sätechnik unter allen Bedingungen.

Er garantiert eine perfekte Saatgutablage und

eine hohe Sägeschwindigkeit bei Arbeitsbreiten

zwischen drei und neun Meter. Ein ausgeklügeltes

Disc-System mit Reifenpacker bereitet dank einer

22

HYDRAULIKPRESSE

hydraulisch stufenlosen Tiefeneinstellung das Saatbett

ideal vor, platziert die Saatkörner gezielt in die

Saatrille und schafft anschließend eine effektive

Rückverfestigung. Beide Maschinenserien werden

bevorzugt auf mittelgroßen Anbauflächen eingesetzt.

Neue Wege gehen in Ronneburg

Terrano und Pronto werden im neuen Horsch Werk

in Ronneburg bei Gera, einem der modernsten

Landmaschinenwerke Europas, gefertigt. Nachdem

der Produktionsstandort Schwandorf gut ausgelastet

war, schafft das Werk in Ronneburg auf einer

Fläche von 15.000 Qaudratmetern, was ungefähr

der Größe von drei Fußballfeldern enstpricht, mit

seinen zusätzlichen Produktionskapazitäten die

Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

HANSA-FLEX unterstützt den Landmaschinen-

Hersteller Horsch bereits seit 1993 in seinem

Werk in Schwandorf. Im Jahr 2001 vereinbarte

HANSA-FLEX Regionalleiter Frank Dahms mit dem

Horsch-Chefeinkäufer Friedrich Lehner eine Optimierung

der Lieferbeziehungen. Die dabei entstandene

Idee: Ein Kitting-Konzept für die hydraulische

Leitungstechnik soll die Kostenstrukturen für den

Hersteller deutlich verbessern. Dieses Konzept wurde

erstmals im Werk Schwandorf in kleinem Umfang

eingesetzt, die dabei gesammelten Erfahrungen

haben überzeugt. Deshalb stand für Horsch von

Anfang an fest, dass bei der Konzeption des neuen

Werkes in Ronneburg HANSA-FLEX von Beginn an

als Partner für das Kitting feststand.

Landmaschinen im Bausatz

Im Vorfeld hatten die Spezialisten für Konstruktion

und Produktion bei Horsch jeden Montageschritt

analysiert und genau festgelegt, an welcher Stelle

im Kit das jeweilig benötigte Bauteil zu platzieren

ist. Und zwar so übersichtlich gelagert, dass es für

die einzelnen Mitarbeiter an den Montageplätzen

leicht zu greifen ist. Die Monteure brauchen nicht

lange zeitaufwändig suchen, sondern können sich

voll auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

AUSGABE JUNI 2008


Deshalb wurden für dieses Kitting auch spezielle

Boxen entwickelt, in denen die Bauteile sicher,

ohne dass es zu Transportschäden kommt, an die

Fertigungsstraße geliefert werden.

Ein weiterer Vorteil des Kitting-Konzeptes liegt im

Kreisverkehr. Das heißt, die leeren Boxen kehren

von den Montageplätzen zurück zu HANSA-FLEX

und werden dort neu bestückt. Das senkt einerseits

den Aufwand für Verpackungen und schont

natürlich die Umwelt. Doch das Konzept greift

noch weiter: Denn Horsch und HANSA-FLEX haben

erkannt, dass die kostenreduzierenden Wirkungen

noch größer werden, wenn auch die Bauteile anderer

Lieferanten – wie Schrauben und Muttern – für

diesen Montageschritt in die Kits integriert werden.

HANSA-FLEX erhielt den Auftrag, in partnerschaftlicher

Zusammenarbeit mit diesen bereits für Horsch

tätigen Lieferanten den Lieferprozess so zu gestalten,

dass diese ihre Bauteile an HANSA-FLEX schicken,

wo die Kits konfektioniert werden.

Im Takt der Produktion

Mit Eröff nung des neuen Werks in Ronneburg ist

das Kitting-System bei Horsch erfolgreich angelaufen.

HANSA-FLEX liefert die Kits just-in-time,

vollkommen synchron mit der Montage des jeweils

anstehenden Modells. Wenn am Anfang des Produktionsbandes

das Chassis einer Agrarmaschine

aufgesetzt wird, wird gleichzeitig die Leitungstechnik

bereitgestellt. Alles funktioniert wie in den

Planungen vorgesehen, wird aber auch ständig

optimiert. „Denn es ist ein dynamisch ausgelegter

Prozess“, erläutert der für Horsch zuständige Volker

Unger. „Auch technische Änderungen werden

schnell durchgestellt und dann bei HANSA-FLEX

in der Fertigung der Schlauchleitungen umgehend

umgesetzt.“

Horsch reduziert durch das Kitting die Lagerkosten

und stellt zugleich sicher, dass die Leistung gesteigert

wird. „Denn HANSA-FLEX hat den Anspruch,

OEM in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen“,

so Frank Dahms, der noch auf weitere Kostenvorteile

durch die Minimierung der Schnittstellen

hinweist. „HANSA-FLEX regelt das für den Kunden,

dessen Bestellwesen einfacher wird, denn er hat

nur noch einen Lieferanten für einen kompletten

Montageschritt – und damit auch für die Rechnungslegung

und das Controlling.“

KITTING

Die Landmaschinen der Firma Horsch werden mit HANSA-FLEX Montagesätzen ausgestattet wodurch Produktionszeiten und -kosten gesenkt werden

AUSGABE JUNI 2008

Kitting-Konzept

senkt Fertigungskosten

© Horsch Maschinen GmbH

Als Kitting wird das Zusammenstellen

ganzer Montagesätze bezeichnet, in denen

alles gri� bereit für die Montage der

Leitungstechnik Hydraulik enthalten ist.

Also gebogene Rohre, Schlauchleitungen

in verschiedenen Abmaßen, Ver-

schraubungen und Befestigungstechnik.

Bei speziellen Bausätzen Bausätzen ist auch die

Ventiltechnik enthalten. Die einzelnen

Montagekits Montagekits umfassen je je nach Bautyp 60

bis 100 Teile.

23

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HYDRAULIKPRESSE

TUNNELBAU

Jahrhundertbauwerk Gotthard Tunnel

Andrehen zum unterirdischen Angriff

Der Bohrkopf mit 58 rotierenden Meißeln frisst sich

durch den Berg. Angetrieben von 5.500 PS bohrt

sich die Vortriebsmaschine in den Gneis. Meter um

Meter wird der Gotthard-Basistunnel durch den Berg

getrieben. Eine Pionierleistung des 21. Jahrhunderts,

die neue Perspektiven für den Bahnverkehr durch die

Alpen schafft.

Um dem stetig zunehmenden alpenquerenden

Güterverkehr auf Straße und Schiene Herr zu werden,

ist die mobile Gesellschaft gezwungen, in

moderne Verkehrsprojekte zu investieren. Es gilt,

den Verkehrskollaps zu vermeiden und die Qualität

des Lebensraumes zu erhalten. Neue Wege sind

gefragt, allein in den nächsten Jahren werden 200

Tunnel-Projekte gebaut. Eines davon ist der Gotthard-Basistunnel,

der mit 57 Kilometern der längste

Tunnel der Welt wird. Schon heute verkehren auf

der Gotthard-Achse bis zu 150 Güterzüge täglich.

Wenn der Tunnel im Jahr 2017 fertig gestellt ist,

sollen es über 200 Züge täglich werden, was einer

Transportkapazität von 40 Millionen Tonnen Güter

pro Jahr entspricht.

Der mächtige Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine (TBM)

24

Durch den in mehreren Abschnitten, so genannten

Losen, gebauten Gotthard-Basistunnel rasen die

Züge dann mit bis zu 250 km/h durch zwei rund 40

Meter auseinander liegende Einspurröhren, die alle

325 Meter durch Querschläge miteinander verbunden

sind. Bislang sind 70 Prozent des mit allen Tunnelschächten

und Verbindungsstollen insgesamt

153,3 Kilometer langen Tunnelbaus ausgebrochen.

Vortrieb und Zwischenangriff

Bevor der Abbruch begann und die Tunnelbohrmaschinen

(TBM) angedreht wurden, waren

umfangreiche geologische Untersuchungen notwendig.

Von der Beschaffenheit des Baugrundes

hängt es ab, ob der Vortrieb des Tunnels mittels

TBM oder Sprengung durchgeführt werden kann.

Unterschiedliche Gesteins- und Sedimentschichten

sind zu durchqueren, vom härtesten Granit bis zu

sandartigem Gestein. Je nach Gebirgsklasse kommt

der Vortrieb unterschiedlich schnell voran, bei optimalen

Verhältnissen werden täglich bis zu 25 Meter

erreicht. In einem kompakten Gneis kann gleichzei-

© Herrenknecht

tig vorangetrieben und dahinter gesichert werden,

schlechtes Gestein dagegen erfordert sofortige

Abbruchsicherung des gesprengten oder gebohrten

Teilstückes, was viel Zeit in Anspruch nimmt.

Zusätzliche Tunnelzugänge von oben oder von der

Seite, die Zwischenangriffe, verkürzen die Bauzeit.

Eine TBM ist mit Bohrkopf und allen Zusatzsystemen

für den Gripper bis zu 400 Meter lang, samt

Hebekran, Förderband, Steuerstand, Betonspritzmaschine

und einem Auflieger für Werkstattausrüstungen.

Sie ist daher auf Grund ihrer Größe

wesentlich statischer einzusetzen, als die sehr

anpassungsfähige Methode des Sprengvortriebes,

mit der aber pro Arbeitstag nur rund sechs bis zehn

Meter erreicht werden. Hier heißt es immer wieder

Bohren, Laden, Sprengen, Lüften, Sichern und

Schuttern. Ob Sprengvortrieb oder TBM – die dabei

eingesetzten Maschinen stellen hohe Anforderungen

an die Mineure, Mechaniker und Ingenieure.

Computergesteuerte TBM, Bohrjumbos mit mehreren

Bohrlafetten, Schutterfahrzeuge, Lasergeräte

und hydraulisch bewegte Schalwagen bestimmen

das Bild auf der unterirdischen Baustelle.

Neue Schlauchleitung in fünf

Minuten

Alle eingesetzten Maschinen werden nicht nur

robust beansprucht, sondern arbeiten mit einer

komplexen Hydraulik. „Deshalb erweist

sich für Tunnelbaubetriebe HANSA-FLEX immer

mehr als Servicepartner der Wahl“, unterstreicht

Paul Rentsch, Geschäftsführer der Schweizer

HANSA-FLEX AG, seine Erfahrungen bei der seit

Jahren durchgeführten Unterstützung der Tunnelbauer.

An den Baustellen des Gotthard-Tunnels

sind die Werkstattcontainer von HANSA-FLEX als

Hydraulikworkshops daher ein willkommenes Tool.

Diese Container werden direkt auf den Baustellen

platziert, um unmittelbar einen Zugriff auf alle

Teile für die Fertigung einer Ersatzschlauchleitung

zu haben. Die Ausstattung der Hydraulikworkshops

stützt sich auf die jahrelange Erfahrung im Tunnelbau.

Klare Strukturen und Organisation geben den

AUSGABE JUNI 2008


Amsteg: Betonarbeiten an der Innenschale des Gotthard-Tunnels

Männern im Tunnel auch in Stresssituationen einen

einfachen Überblick, da alles gut in Schubladen und

Regalsystemen untergebracht und leicht zugänglich

ist. Es gilt: Nach fünf Minuten muss die Ersatzschlauchleitung

fertig sein, TBM und Bohrarbeiten

dürfen nicht stillstehen, Zeitverluste sind kaum

aufzuholen. Deshalb werden diese Hydraulikworkshops,

von HANSA-FLEX bevorratet, oftmals Huckepack

auf einer TBM mitgeführt, um immer am Ort

des Geschehens zu sein und somit Zeitverluste auf

das absolute Minimum zu begrenzen. Jede dritte

Schicht der im Drei-Schicht-Rhythmus arbeitenden

TBM wird dazu genutzt, um eine Maschinenrevision

durchzuführen.

Mit dem Mini durch den Berg

Außerdem stehen in den Tunnelbaustellen spezielle

HANSA-FLEX Mini-Container als Basislager

für Montageteams bereit, die ebenfalls mit allen

Einrichtungen wie Schälmaschine, Schlauchpresse

und Zubehörlager ausgerüstet sind. An zentralen

Schnittpunkten der Baustellen positioniert, verkürzen

sie die Fertigungszeiten für Ersatzschläuche.

Dadurch kann vor Ort autonom und kostenbewusst

gearbeitet werden; beispielsweise beim Verschlauchen

einer Betonschalungsmaschine oder eines

mehrarmigen Bohrjumbos.

AUSGABE JUNI 2008

Ein solcher Mini-Container ist auf einem Anhänger

dabei, wenn HANSA-FLEX Ittigen im mobilen

Service für Montagen auf den Tunnelbaustellen

gerufen wird. Dauern die Montageeinsätze länger,

wird der Container auf der Baustelle stationiert.

Zum Beispiel dann, wenn eine der großen TBM auf

einer neuen Baustelle angedreht oder nach einem

Durchbruch demontiert wird. In solchen Fällen ist

das engmaschige Niederlassungsnetz vorteilhaft,

denn Ersatzteile sind jederzeit kurzfristig verfügbar.

Das gilt natürlich auch bei Industrieschläuchen für

Wasser/Luft und Beton, was für die Verantwortlichen

auf den Baustellen ein unschätzbarer Vorteil

ist, denn zuverlässige Lieferanten verschlanken die

Prozesse im Tunnelbau.

Doch HANSA-FLEX übernimmt auch die Revision

der kompletten Leitungstechnik an der TBM, bevor

sie für neue Aufgaben bereitgestellt werden. Nötige

Reparaturen von Hydraulikzylindern, die schnelle

Bereitstellung von Dichtungssätzen oder neuen

Hydraulikaggregaten können die Spezialbetriebe

der HANSA-FLEX Gruppe innerhalb kürzester Zeit

sichern.

TUNNELBAU

NEU: Broschüre Tunnelbau

Die neue

HANSA-FLEX

Broschüre

„Servicepartner

Tunnelbau“ ist

jetzt in jeder

Niederlassung

verfügbar.

Live-Bilder des Tunnelbaus

© AlptTransit Gotthard AG

Einen aktuellen

Blick auf

die Tunnelbaustellegeben

Webcam-

Livebilder, zu

sehen unter:

www.alptransit.ch/pages/d/webcam/

index.php

HYDRAULIKPRESSE 25

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HYDRAULIKPRESSE

ENGAGEMENT | ZAHLEN & FAKTEN

Soziales Engagement bei Darmstädter Tafel

Zum gedeckten Tisch beitragen

Gert Wentrup (rechts) informiert Luise und Claus Albrecht über die Organisation der Darmstädter Tafel

„Es ist wichtig, für jene Menschen etwas zu tun, die

nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, so Thilo

Albrecht als Leiter der HANSA-FLEX Gruppe Weiterstadt.

Und er hat etwas getan. Auf seine Initiative hin

hat sich die Gruppe entschlossen, die Darmstädter

Tafel mit einem monatlichen Mietzuschuss von 500

Euro zu unterstützen.

Neueröff nungen

Die Darmstädter Tafel ist eine von 750 Tafeln im

Bundesgebiet, die sich zum Ziel gesetzt haben,

Menschen zu helfen, die durch widrige Umstände

in Not geraten sind. Menschen, die, aus welchen

Gründen auch immer, durch das soziale Netz gefallen

sind. Die Tafeln sammeln Lebensmittel, die

noch qualitativ einwandfrei, aber überzählig und

Juni

HANSA-FLEX Hydraulik GmbH Bildhauer-Moog-Straße 56736 Mayen-Kottenheim Deutschland

HANSA-FLEX Hydraulik S.á.r.l. Rue Romain Fandel 4149 Esch-sur-Alzette Luxemburg

HANSA-FLEX spol. s r.o. Rybnika 10 581 06 Jihlava Tschechische Republik

Jubiläen

Juni: HANSA-FLEX Gotha 5 Jahre

HANSA-FLEX Kassel 20 Jahre

HANSA-FLEX Stadtlohn 5 Jahre

HANSA-FLEX Timisiora/Rumänien 5 Jahre

HANSA-FLEX Woippy/Frankreich 5 Jahre

Hy-Lok Vertriebs GmbH 10 Jahre

26

HYDRAULIKPRESSE

Juli: HANSA-FLEX Beckum 10 Jahre

HANSA-FLEX Döbeln 5 Jahre

HANSA-FLEX Ittigen/Schweiz 15 Jahre

HANSA-FLEX Kaliningrad/Russland 5 Jahre

HANSA-FLEX Memmingen 5 Jahre

HANSA-FLEX Salzwedel 10 Jahre

HANSA-FLEX Wiesbaden 20 Jahre

verwertbar sind und geben diese an Bedürftige

weiter. Oder es wird eine kostenlose warme Mittagsmahlzeit

angeboten. Nach dem Vorbild der

Berliner Tafel wurde die Darmstädter Tafel 1995

gegründet.

In Darmstadt zählt die Tafel durchschnittlich 70

Mittagsgäste, am Monatsende können es auch

schon einmal fast doppelt so viele sein. Um diesem

Andrang gerecht zu werden, suchte die Tafel neue

Räumlichkeiten. Mit Hilfe von HANSA-FLEX konnte

die Darmstädter Tafel im April 2008 ihr neues Domizil

beziehen. Dort wird jetzt jeden Mittag Bedürftigen

ein warmes Essen serviert, das in der eigenen

Küche zubereitet wurde. Dabei helfen Freiwillige

und Betroff ene, denn das Ziel der Darmstädter

Tafel ist es, den Menschen nicht nur ein Essen anzubieten,

sondern sie in die Vorbereitungen einzubeziehen.

Auf diese Weise nehmen sie gleichzeitig

wieder langsam aktiv am gesellschaftlichen Leben

teil. Die HANSA-FLEX Gruppe Weiterstadt leistet

dazu einen Beitrag.

Zahlen & Fakten

Gesamt

338

176

Deutschland

182

98

AUSGABE JUNI 2008


Zusendung bitte per E-Mail an ma@hansa-flex.com

oder per Post. Bitte vergessen Sie nicht Ihren Namen

und Ihre Adresse. Einsendeschluss ist der 14.

Juli 2008. Pro Teilnehmer wird nur eine Einsendung

berücksichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen,

ebenso jegliche Haftung, soweit rechtlich zulässig.

Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

In der nächsten Ausgabe erwarten Sie folgende Themen...

08/08

GEWINNSPIEL | HANSA-FLEX KATALOGE | VORSCHAU

Gewinnen Sie einen iPod touch

Beantworten Sie einfach unsere Gewinnspielfrage und und schon kann Ihnen ein iPod touch 8 GB gehören!

iPod touch, 8 GB (bis zu 1750 Songs), 3,5“ Multi-touch-

Display im Breitformat (8,89 cm Diagonale); inkl. Ohrhörer,

USB 2.0 Kabel, Dock-Adapter, Software iTunes

für Mac & Windows; Voraussetzungen PC: USB 2.0 Anschluss,

Windows Vista oder Windows XP Home oder

Professional mit Service Pack 2 (oder neuer), iTunes 7.6;

Voraussetzungen Mac: USB 2.0 Anschluss, MAC OS X

10.4.10 oder neuer; iTunes 7.6 (Abbildung ähnlich).

Aufl ösung Ausgabe 04/08: B: 17 Tage – Gewinner: P. Trasser, Frankfurt a.M.

XWORLD Adventure 2008/2009 Mit dem Filmteam durch die Wüste Gobi

JadeWeserPort „Pirat X“ spült den Sand an Land

Svendborg Brakes Leistungsfähige Bremsanlagen für Windräder

Schulungszentrum Der sichere Umgang mit Hydraulikschlauchleitungen

Multibrid Off shore-Windanlagen HANSA-FLEX Fluidservice optimiert Verfügbarkeit

Im Gespräch... Christian van der Veen, Regionalleiter

HANSA-FLEX Niederlassungen Warburg und Türkei

Gewinnfrage:

Wann wird das neue Zentrallager

voraussichtlich in Betrieb gehen?

A: 2009

B: 2010

C: 2011

Neues Adressenheft und englische Kataloge erhältlich

Schnelle Hilfe Weltweit 2008

Das praktische Adressenheft im Kleinformat bietet

eine Übersicht sämtlicher HANSA-FLEX Betriebe

inklusive Anfahrtspläne sowie geballte Informationen

aller Produkte und Dienstleistungen.

HANSA-FLEX Catalogue 1

Katalog 1 ist nun auch in englischer, aktualisierter

Fassung erhältlich. Aus dem Inhalt: Hoses, Tools,

Hose protection, Hose fi ttings, Hose mounts, Couplings,

Safety engineering.

Das Adressenheft sowie die englischen Kataloge sind über Ihre nächste HANSA-FLEX Niederlassung erhältlich.

AUSGABE JUNI 2008

HANSA-FLEX Catalogue 2

Katalog 2 in englischer Version. Inhalt: Pipefi ttings

24° DIN 2353/french series, Flare fi ttings, Soldered

connection parts, Valves, Hydraulik pipes, Adapters,

Flanges, Measuring Technology, Tools, Accessories.

Vorschau

HYDRAULIKPRESSE

Redaktionsschluss: 23. Juli 2008

27

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