Geschäftsbericht 2009 - Trimet Aluminium AG

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Geschäftsbericht 2009 - Trimet Aluminium AG

Aluminium schont Klima und Umwelt

TRIMET ALUMINIUM AG

Geschäftsbericht 2009


Auf einen Blick

Die TRIMET ALUMINIUM AG ist Deutschlands größter Aluminiumproduzent.

Das Unternehmen produziert, recycelt, gießt und vermarktet 700.000 Tonnen Primär-,

Recycling- und Gussprodukte pro Jahr – und das an insgesamt sieben Standorten in

Deutschland.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 erwirtschafteten die 1.548 Mitarbeiter einen Gesamtumsatz

in Höhe von 827,0 Mio. €.

Überblick TRIMET ALUMINIUM AG zum 30. Juni 2009

in Mio. € 2009 2008 2007 3)

Ertragslage

2006 2005

Umsatz 827,0 1.112,3 1.067,4 529,9 481,3

EBITDA 23,9 91,7 102,6 30,5 35,3

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12,8 64,5 70,4 9,7 14,2

Finanzergebnis 0,3 1,5 -2,7 2,3 1,4

Außerordentliches Ergebnis -10,3 1)

- - 12,6 2)

Jahresüberschuss 1,2 39,8 40,1 14,3 1,7

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzsumme 487,8 533,8 480,2 342,8 385,6

Eigenkapital 181,0 187,2 173,3 130,5 146,2

Eigenkapitalquote (in Prozent)

Netto-Finanzverbindlichkeiten (-),

37,1 35,1 36,1 38,1 37,9

Netto-Finanzforderungen (+) +85,8 +78,0 +49,9 -19,2 +10,4

Investitionen 18,7 39,7 47,2 20,6 23,8

Mitarbeiter

Beschäftigte am Geschäftsjahresende (Anzahl) 1.548 1.569 1.464 1.224 1.275

- davon Auszubildende (Anzahl) 86 73 70 66 68

Personalaufwand 77,7 80,3 68,3 57,8 57,5

1) Sonderabschreibung Elektrolyse

2) Zuschreibung Elektrolyse

3) Verschmelzung der TRIMET Handel Aktiengesellschaft auf die TRIMET ALUMINIUM AG zum 01.07.2006

2 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

-14,0 1)


Jeder Mitarbeiter der TRIMET erspart der

Umwelt pro Jahr mehr als 1.000 Tonnen CO 2

Sparsamster Umgang mit den Ressourcen und der Einsatz modernster Technologien

mit höchster Energie-Effizienz haben bei TRIMET oberste Priorität. Das

Ergebnis: Aluminium von TRIMET schont die Umwelt und ist aktiver Klimaschutz.

Eine aktuelle Studie hat das bewiesen.

Das Institut PE INTERNATIONAL, führendes Beratungsunternehmen für Life-

Cycle-Assessments, Stuttgart, hat für unsere Standorte und deren Produkte eine

umfassende Ökobilanz aufgestellt.

Einbezogen wurden die besonders absatzstarken Märkte Automotive, Bauwesen

und Verpackung, in die TRIMET jährlich insgesamt knapp 360.000 Tonnen der

Jahresproduktion von etwas mehr als 441.000 Tonnen (2007) Aluminium liefert.

Fast 50 Prozent des TRIMET-Aluminiums gehen ins Verkehrswesen und machen

dort vor allem Autos leichter und helfen so, Treibstoff zu sparen.

16 Prozent werden zu schützendem Verpackungsmaterial und weitere 16 Prozent

finden Verwendung an und in Gebäuden. Die restlichen 19 Prozent unserer Produktion

finden nützliche Verwendung im Elektro- und Maschinenbau, in der Eisen-

und Stahlindustrie, in der Luftfahrtindustrie und anderen Wirtschaftszweigen.

Erfasst wurden die CO 2 -Emissionen des kompletten Lebenszyklus’ des Metalls, einschließlich

der Vorkette aus Roh- Hilfs- und Betriebsstoffen, der Energiebedarfe

und Materialverluste im Verlauf der Herstellungs- und Bearbeitungsprozesse bei

TRIMET und den Weiterverarbeitern, die Nutzungsphase sowie die Verschrottung

und Aufbereitung der Produkte. Für die Wiedereinspeisung des Recyclingmaterials

in den Kreislauf gab es eine Gutschrift.

Die CO 2 -Einsparung im Automotivebereich liegt bei knapp 10 kg CO 2 pro eingesetztem

Kilo Aluminium bei einer Laufleistung des Pkw von 200.000 Kilometern.

Für den Baubereich wurde beispielhaft die Nutzung des Metalls in Fensterrahmen

berechnet, dort lag der Footprint bei etwas über 3 kg CO 2 und im Verpackungsbereich

bei 7 kg.

Im Ergebnis erspart das von TRIMET produzierte und in den genannten Bereichen

in tatsächlichen Anteilen genutzte Aluminium pro Jahr über 1.700.000 Tonnen

CO 2 , bei knapp unter 1.600 Mitarbeitern bestätigt dies: „Jeder Mitarbeiter der

TRIMET erspart der Umwelt pro Jahr mehr als 1.000 Tonnen CO 2 “.


Tonerde aus Bauxit: Löschanlagen befördern

unseren Grundstoff in die TRIMET-Silos


Inhalt

6 Markus Hennes im Gespräch

mit dem Vorstand

10 Bericht des Aufsichtsrats

14 Glänzende Leistung:

Aluminium aus Deutschland

26 Chronik des

Geschäftsjahres 2008/2009

30 Lagebericht

32 Überblick und

Rahmenbedingungen

32 Märkte

33 TRIMET-Gruppe und

Geschäftsmodell

34 Mitarbeiter: Trotz wirtschaftlichen

Abschwungs Mitarbeiteranzahl

unverändert

35 Forschung und Entwicklung

36 Geschäftsbereiche der TRIMET

37 Geschäftsverlauf

38 Nachtragsbericht

38 Risikobericht

40 Prognosebericht

40 Beziehungen zu verbundenen

Unternehmen

42 Jahresabschluss

42 Bilanz

43 Gewinn- und Verlustrechnung

44 Anhang

54 Bestätigungsvermerk

55 Aufsichtsrat und Vorstand

56 Anschriften

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 5


Markus Hennes im Gespräch mit dem Vorstand

Handelsblatt-Redakteur Markus Hennes (links) beim Interview mit den Mitgliedern des Vorstandes, Dr. Martin Iffert und Thomas Reuther

Markus Hennes: Herr Reuther, Herr

Dr. Iffert, Sie beide haben als neue

TRIMET-Vorstände im März dieses Jahres

die operative Verantwortung für Deutschlands

größten Aluminiumproduzenten

übernommen. Der Start fällt damit ausgerechnet

in die schlimmste Rezession der

Nachkriegszeit.

Thomas Reuther: Natürlich hätte ich mir bessere

Rahmenbedingungen zu Beginn dieser

anspruchsvollen Aufgabe gewünscht. Aber der

Wechsel an der Führungsspitze kam ja nicht

urplötzlich, sondern er war sorgfältig geplant.

Dr. Martin Iffert: Außerdem hat die Aluminiumindustrie

schon etliche Durststrecken erfolgreich

gemeistert. Und was unser Unternehmen

betrifft, gehe ich davon aus, dass sich der neue

Vorstand gut ergänzt. Thomas Reuther und

ich kommen aus dem Unternehmen, wir beide

haben aber in den vergangenen Jahren den

Focus auf unterschiedliche Schwerpunkte

gelegt. Ich habe mich in erster Linie um die

beiden Hüttenstandorte Essen und Hamburg

gekümmert, Thomas Reuther um den Bereich

Automotive und die Recycling-Seite.

6 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

Was sind jetzt Ihre vordringlichsten Aufgaben?

Dr. Iffert: Nach Jahren eines dynamischen

Wachstums geht es jetzt vor allem darum, eine

gemeinsame Führungsstruktur für die Unternehmen

der TRIMET-Gruppe zu entwickeln und die

einzelnen Unternehmensbereiche enger zusammenzuführen.

Denn es gibt viele Berührungspunkte

insbesondere bei wichtigen Kunden, die

wir bisher nicht optimal verknüpft haben.

Aber ein solch gravierender Umbau sorgt

doch gewiss für Unruhe bei den Mitarbeitern.

Reuther: Nein, das denke ich nicht. Im Gegenteil,

nach vielen Gesprächen bin ich überzeugt,

dass unsere Mitarbeiter für die notwendigen

Veränderungen offener sind als in wirtschaftlich

guten Zeiten. Was wir brauchen sind zentrale

Einkaufsstrukturen, zentrale Personalstrukturen

und ein zentrales Finanzmanagement.

TRIMET hat im abgelaufenen Geschäftsjahr

2008/09 nur noch einen schmalen Gewinn


Zur Person:

Dipl-Volkswirt Markus Hennes

(Jahrgang 1959) arbeitete zunächst

beim Börsendienst „Platow Brief“,

der Anlegerzeitschrift „Das Wertpapier“

und dem Wochenmagazin „Wirtschaftswoche“,

bevor er 1999 zum

Handelsblatt kam.

Dort war er zuletzt mehrere Jahre

Koordinator des Thementeams Industrie

(Stahl, Energie, Maschinenbau).

Seit Oktober 2008 hat er sich auf

Bilanzanalyse und Unternehmensfinanzierung

spezialisiert.

eingefahren. Befürchten Sie, dass es mit

dem Ergebnis noch weiter abwärts geht?

Dr. Iffert: Ob nun ein steiler Aufschwung

kommt oder ob die Konjunktur vor einer Erholung

zunächst nochmals einbricht – wir sind

davon überzeugt, dass wir auch in den nächsten

Jahren keine roten Zahlen schreiben werden.

Experten sprechen im ersten Fall von

einem v-förmigen, im zweiten Fall von

einem w-förmigen Konjunkturverlauf...

Dr. Iffert: Genau. Aber wie auch immer, unser

vorrangiges Ziel lautet, unsere Kostenposition

nachhaltig zu verbessern. Aber ich sage ausdrücklich:

Es geht nicht darum, dass wir Stellen

streichen, sondern dass wir die noch vorhandenen

Effizienzpotenziale voll ausschöpfen. Das

machen wir beispielsweise dadurch, dass wir

die Kurzarbeit an den Standorten Essen und

Hamburg für eine gezielte Weiterqualifizierung

unserer Mitarbeiter nutzen.

Heinz-Peter Schlüter nennt das die fünfte

Schicht. Was konkret können die etwa

1.700 Mitarbeiter in der TRIMET-Gruppe

besser machen?

Dr. Iffert: Es geht vor allem um Führungskultur.

Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Unsere Meister

und Vorarbeiter sollen

die Mannschaft bei Ent-

scheidungen stärker mit

ins Boot nehmen und jeden

einzelnen Mitarbeiter

dazu bringen, stärker

über seine Rolle im gesamtenProduktionsprozess

nachzudenken. Das

Streben nach ständiger

Verbesserung muss unser

Leitbild werden. Wir

haben mehr denn je die

Aufgabe, die Einhaltung

und Wirksamkeit unserer

Arbeitsstandards täglich zu überprüfen und zu

verbessern. Hierfür entwickeln wir unsere eigene

Produktionsphilosophie TRIZEN, als Wortspiel

aus TRIMET und KAIZEN, in Anlehnung an die

japanische Arbeitsphilosophie Kaizen.

Reuther: Heinz-Peter Schlüter hat in den

vergangenen Jahren immens viel Geld in neue

Anlagen investiert. Aber wir haben bislang noch

nicht das Optimale aus diesen Investitionen

herausgeholt. Das geht nur, wenn wir jeden

einzelnen Mitarbeiter dazu befähigen. Deshalb

lenken wir unsere Finanzmittel vor allem in die

Weiterbildung. Und das rechnet sich durch die

höhere Effizienz sehr schnell.

Lassen sich die noch nicht gehobenen

Potenziale quantifizieren?

Dr. Iffert: Durchaus. Wir könnten beispielsweise

in unseren Gießereikapazitäten mit den

vorhandenen Anlagen 30 Prozent mehr durchsetzen,

wenn wir die Abläufe entsprechend

synchronisieren und optimieren.

Als Familienunternehmen hat TRIMET

keinen Zugang zum Kapitalmarkt. Behindert

Sie das nicht im Wettbewerb mit Ihren

zumeist börsennotierten ausländischen

Konkurrenten?

Reuther: Erstens: TRIMET ist mit einer soliden

Finanzstruktur in die Krise gegangen. Die

Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 37 Prozent, die

Nettofinanzposition beläuft sich auf nahezu

90 Mio. €. Das heißt, wir würden nach Tilgung

aller unserer Bankverbindlichkeiten noch über

liquide Mittel in dieser Höhe verfügen. Außerdem

ist unser Umlaufvermögen, vor allem die

Aluminiumvorräte, sehr liquide. Zweitens:

TRIMET will unter allen Umständen unabhängig

bleiben von externen Kapitalgebern. Deshalb

streben wir auch keinen Zugang zum Kapitalmarkt

an.

Gehört deshalb aktuell auch kein ausgewiesener

Finanzexperte mehr dem

Vorstand an?

Reuther: Ich denke, dass dies in der aktuellen

Phase des Unternehmens nicht unbedingt

erforderlich ist. Denn wir haben ein sehr starkes

Finanzmanagement im Hintergrund. Dies ist ein

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 7


Im Gespräch mit dem Vorstand

Team von fünf Leuten, die alle adäquat qualifiziert

sind. Mittelfristig kann ich mir aber gut vorstellen,

dass wir wieder einen Finanzvorstand

haben werden.

Was macht den besonderen Geist von

TRIMET aus?

Reuther: Bei uns stand und steht der Kunde an

erster Stelle. Wir kennen unser Produkt und wir

kennen den Markt. Das ist auch der Grund, warum

unsere Kunden die Nähe schätzen. Denn

nur mit Hilfe dieses engmaschigen Netzwerks

können wir eine prompte Belieferung rund um

die Uhr gewährleisten. Heinz-Peter Schlüter hat

diese Kundenorientierung viele Jahre vorgelebt.

Offensichtlich mit Erfolg, denn unsere Mitarbeiter

leben und arbeiten für TRIMET und unsere

Kunden.

Dabei könnten Ihre Mitarbeiter beispielsweise

in der Stahlindustrie deutlich mehr

verdienen als hier.

Reuther: Da haben Sie wohl recht. Aber bei

TRIMET fühlen sie sich als Teil der Familie. Hier

können Sie gestalten und Ideen einbringen, hier

hilft einer dem anderen, wenn Not am Mann

ist.

Aber reicht das alles aus, um am Standort

Deutschland profitabel Aluminium zu

produzieren? Schließlich entfallen mehr

als 40 Prozent der Gestehungskosten

für Primäraluminium auf Strom. Und der

ist für energieintensive Unternehmen in

Deutschland besonders teuer.

8 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

Dr. Iffert: Sie legen den Finger in die Wunde.

TRIMET zahlt in diesem Jahr allein 33 Millionen

Euro für die im Strompreis enthaltenen Kosten

für die CO 2 -Zertifikate. Und diese enormen

Belastungen werden weiter steigen, bis zum

Jahr 2013 auf voraussichtlich 120 Millionen Euro

pro Jahr. Das ist im internationalen Wettbewerb

einfach nicht zu verkraften.

Sie spielen darauf an, dass die europäischen

Nachbarn Frankreich, Italien und

Spanien ihre energieintensive Industrie

mit staatlich regulierten Stromtarifen

unterstützen.

Dr. Iffert: Damit Sie mich nicht missverstehen:

TRIMET kämpft für einen fairen Wettbewerb,

nicht für staatliche Subventionen der deutschen

Aluminiumhütten. Was wir aber dringend brauchen,

ist eine Kompensation der CO 2 -Kosten

oder Gleichwertiges. Wenn die Bundesregierung

hier nicht einlenkt, ist die Existenz der

energieintensiven Unternehmen in Deutschland

akut gefährdet.

Reuther: Deutschland ist als Standort zur Aluminiumproduktion

grundsätzlich nicht zu teuer.

Aber durch den Emissionshandel werden

Anreize geschaffen, in Ländern wie etwa Saudi

Arabien Gas zu verflüssigen und den dafür

notwendigen Energieaufwand durch die

Verstromung von Importkohle zu decken. Für

die weltweite Klimabilanz ist das eine einzige

Katastrophe.

Was wäre, wenn Herr Schlüter die Politik

nicht von den Nöten der Aluminiumindus-


trie überzeugen kann?

Reuther: Dann besteht die Gefahr, dass die

noch verbliebenen vier Hütten in Deutschland

verschwinden. Und wenn wir die ersten Stufen

verlieren, werden wir irgendwann auch keine

Press- und Walzwerke mehr in Deutschland

haben. Unsere wichtigsten Kunden, die Automobilhersteller,

werden noch stärker nach

Zulieferern im Ausland suchen, jedoch dort die

Qualität nach Lage der Dinge aber kaum finden.

Die Folgen wären jedenfalls für den Standort

irreversibel.

Dr. Iffert: In diesem Zusammenhang ist noch

ein weiterer Aspekt wichtig. Die Aluminiumindustrie

leistet einen großen Beitrag zur Stabilisierung

der Stromnetze. TRIMET ist heute

technisch dazu in der Lage, nachts mehr Strom

zu verbrauchen als tagsüber. Diese antizyklische

Stromnachfrage entlastet den Endkunden

von hohen Kosten, die er allein aufgrund des

steigenden Anteils von Windenergie ansonsten

zu tragen hätte.

Einmal abgesehen von den schwierigen

Rahmenbedingungen: Wo liegen die größten

Wachstumschancen für TRIMET in der

Zukunft?

Reuther: Durch Kooperationen mit namhaften

Konzernen wie BMW und Rheinmetall wollen

wir uns stärker als Zulieferer der Automobilindustrie

positionieren. Wir sind fest davon überzeugt,

dass der Anteil von Aluminium in der

Automobilproduktion langfristig zunehmen

wird. Der Einsatz von Aluminium anstelle von

Stahl erspart die Hälfte des Gewichts. Anders

ausgedrückt: Die gesamte Energie, die ich in der

Produktion von Primäraluminium einsetze, habe

ich durch die Gewichtsersparnis des Fahrzeugs

bereits nach einer Fahrleistung von 20.000

Kilometern wieder eingespart.

Um was geht es bei den Kooperationen

mit BMW und Rheinmetall konkret?

Reuther: Gemeinsam mit BMW wollen wir

stärker in die Fahrwerkstechnik einsteigen. So

werden wir an unserem Standort Harzgerode

für den neuen 5er, der 2010 auf den Markt

kommt, Aluminiumgussknoten für Fahrwerksteile

produzieren. Egal, wie das Antriebskonzept

der Zukunft aussieht: Das Fahrwerk wird bleiben

und der Anteil von Aluminium wird steigen. In

einem zweiten Joint-Venture mit der Rheinmetall

Tochter KS ATAG werden wir Motorblöcke

aus Aluminium für einen ausländischen Großkunden

produzieren. Wir konnten unseren Partner

davon überzeugen, an unserem Standort

in Harzgerode zu investieren, anstatt wie ursprünglich

geplant, ein neues Motorenwerk in

Rumänien zu bauen. Damit verdoppeln wir den

Umsatz am Standort auf 100 Mio. Euro.

Zumindest dieser Standort scheint damit

langfristig gesichert. Aber um die gesamte

Gruppe muss man sich dennoch Sorgen

machen?

Dr. Iffert: Ich bin mir ganz sicher: TRIMET wird

überleben. Wir sind ausgezeichnet positioniert,

jedoch muss die Politik ihr Versprechen einlösen

und die strukturellen Nachteile im deutschen

Strommarkt beseitigen.

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 9


Bericht des Aufsichtsrats:

Nach unserer pflichtmäßigen

Prüfung und Beurteilung


Aluminium aus Tonerde und Elektrizität:

Elektrolyseöfen produzieren rund um die Uhr


Bericht des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurde der Aufsichtsrat der TRIMET ALUMINIUM AG zur

Wahrnehmung der ihm gesetzlich und satzungsmäßig übertragenen Aufgaben regelmäßig

mit schriftlichen und mündlichen Berichten durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung

und Lage der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften informiert.

In vier gemeinsamen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat eingehend mit der Entwicklung

der Märkte und den sich hieraus ergebenden Folgen für die Zukunft des Unternehmens,

mit der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Investitionen der TRIMET

ALUMINIUM AG. Ausführlich wurden insbesondere auch die Risiken aus dem zukünftigen

Emissionshandel für die TRIMET ALUMINIUM AG behandelt.

Der Aufsichtsrat erörterte mit dem Vorstand die Auswirkungen der volatilen Märkte auf die

Versorgung mit den Einsatzstoffen der Aluminiumproduktion, das sind Strom, Tonerde und

Anoden, sowie das Vorhalten von Lagerreserven. Darüber hinaus ließ sich der Aufsichtsrat

zeitnah über Preissicherungsstrategien sowie Handelsaktivitäten im Aluminium und im

Strom informieren.

Die Bestellung von Herrn Kurt Ehrke zum Vorstand endete planmäßig am 28. Februar

2009. Der Aufsichtsrat bestellte in seiner Sitzung vom 18. Dezember 2008 Herrn Dr. Martin

Iffert als Nachfolger von Herrn Ehrke mit Wirkung zum 01. März 2009 zum Vorstand

der Gesellschaft. In der Sitzung vom 27. Februar 2009 bestellte der Aufsichtsrat Herrn

Thomas Reuther mit Wirkung zum 01. März 2009 zum weiteren Mitglied des Vorstands.

Herr Heinz-Peter Schlüter schied aus dem Vorstand aus. Die anschließende Hauptversamm-

12 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


lung stimmte dem Wechsel von Herrn Schlüter in den Aufsichtsrat der TRIMET ALUMINIUM

AG zu. Herr Dr. Thomas Ludwig übergab den Vorsitz des Aufsichtsrats an Herrn

Schlüter. Der Aufsichtsrat hat ferner im schriftlichen Verfahren der Abberufung von

Herrn Kay Bönisch als Mitglied des Vorstands zugestimmt.

Der Aufsichtsrat der TRIMET ALUMINIUM AG hat in seiner Sitzung vom 18. September

2009 den Jahresabschluss zum 30. Juni 2009 besprochen.

Der vorliegende Jahresabschluss der TRIMET ALUMINIUM AG für das Geschäftsjahr

2008/2009 ist unter Einbeziehung der Buchführung von der durch die Hauptversammlung

zum Abschlussprüfer bestellten und vom Aufsichtsrat beauftragten KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, geprüft worden. Die Abschlussprüfer haben den

Bestätigungsvermerk in uneingeschränkter Form erteilt. Der Aufsichtsrat schloss sich dem

Ergebnis dieser Prüfung zustimmend an. Außerdem hat er den Jahresabschluss und den

Vorschlag zur Gewinnverwendung geprüft. Es wurden keine Einwendungen erhoben. Der

Aufsichtsrat billigte den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, der somit nach § 172

AktG festgestellt ist.

Der Bericht des Vorstands gemäß § 312 AktG über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

für das Geschäftsjahr 2008/2009 und der dazu erstattete Bericht des Abschlussprüfers

haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Vorstands

geprüft. Er stimmte ihm ebenso wie dem Ergebnis der Prüfung durch die Abschlussprüfer

zu. Diese haben den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht

unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind“.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen

gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss seines Berichts über die Beziehungen

zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2008/2009.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die

durch ihr Engagement und ihre Arbeit den Erfolg des abgelaufenen Geschäftsjahres ermöglicht

haben. Ihnen gilt unsere Anerkennung und unser Dank.

Essen, im September 2009

Für den Aufsichtsrat

Heinz-Peter Schlüter, Vorsitzender

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 13


Glänzende Leistung:

Aluminium aus Deutschland


Hochwertige Masseln nach kundenspezifischen

Anforderungen: Fertig für die Lieferung


Werte schöpfen – Umwelt schonen

Aluminium ist jung, innovativ, nachhaltig

und erneuerbare Energie. Dieses phantastische

Metall erfindet sich immer wieder

aufs Neue und begeistert in immer innovative

Nutzungen. Produkte aus Aluminium

schonen die Umwelt und kostbare Ressourcen.

Nachhaltiges Aluminium ist unsere

Leidenschaft – seine glänzende Zukunft

gestalten wir mit.

Die 1.600 Mitarbeiter der TRIMET haben sich dem Aluminium verschrieben. Gemeinsam

mit Lieferanten und Kunden treiben wir an fünf deutschen Produktionsstandorten täglich

den kompletten Kreislauf der Aluminiumwirtschaft voran.

Ob Tonerde und Strom beschafft werden, ob es um die Primärproduktion in den Hütten,

um das Gießen von Legierungen, um Formguss oder das Recycling und den weltweiten

Metallhandel mit begleitenden Finanzdienstleistungen geht: Immer ist TRIMET leistungsbereiter

und leistungsstarker Ansprechpartner seiner hauptsächlich heimischen industriellen

Abnehmer.

In Essen und Hamburg produzieren wir Primäraluminium, gießen in Essen für unsere

Kunden hoch spezialisierte Formate. Zusatzbedarf an Reinaluminium und Legierungen bedienen

wir weltweit. In Harzgerode und Sömmerda fertigen unsere Druckgießereien Motorblöcke,

Getriebegehäuse und Fahrwerksteile für die Automobilindustrie und recyceln dort

und in Gelsenkirchen wertvolle Schrotte zu Umschmelzaluminium der Premiumklasse.

Wir lieben den Wettbewerb – nur fair sollte er sein

Mit einer eigenen Kapazität von 450.000 Tonnen Primär-, Recycling und Gussprodukten

pro Jahr sind wir Deutschlands größter Produzent von Aluminium. Und wir wollen mit den

Märkten weiter wachsen: Zwei Drittel des gesamten Aluminiums auf unserer Welt ist erst

in den letzten 10 Jahren produziert worden – da gibt es noch viel zu tun.

16 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


Der weltweite Bedarf an Aluminium wird auch über Krisentäler hinweg zunehmen. Geringes

Gewicht, hohe Festigkeit, gute Leitfähigkeit von Strom und Wärme, besondere

Korrosionsbeständigkeit und absolute Recyclingfähigkeit versprechen dem Metall, seinen

Machern, seinen Verarbeitern und seinen Nutzern gerade unter Nachhaltigkeitsaspekten

glänzende Zeiten.

2008 lag der Jahresbedarf an Primär- und Umschmelzaluminium in Deutschland insgesamt

bei rund 2,8 Millionen Tonnen, die Produktion in Deutschland bei 1,3 Millionen Tonnen.

Was Primäraluminium betrifft, wird Deutschland ein Importland bleiben, denn die steigende

Nachfrage übertrifft das Angebot wohl auch in den kommenden Jahren beträchtlich.

Dagegen gehen 40 Prozent der Waren aus deutscher Weiterverarbeitung in den Export;

dieses Faktum gilt zu Recht als Zeichen innovativer Stärke der deutschen Aluminiumindustrie

mit ihren mehr als 600 Unternehmen. Auch deren Zukunft hat also erst begonnen, der

aktuellen Krise zum Trotz.

Bei TRIMET beginnt die Wertschöpfungskette der deutschen

Aluminiumindustrie

Wir sehen uns nicht nur als Lieferanten eines für Gegenwart und Zukunft der deutschen

Industrie unentbehrlichen Werkstoffes, sondern als leidenschaftlichen Promoter dieses

Metalls: Kunden in allen Branchen vertrauen auf unsere kreativen und konstruktiven

Ergebnisse auch in Forschung und Entwicklung sowie bei der Qualitätskontrolle. Wir

nehmen neue Herausforderungen immer gerne an, wir kümmern uns und liefern Ergebnisse,

mit denen unsere Kunden Wettbewerbsvorteile erlangen.

Bei TRIMET machen handelstechnisches und ingenieurswissenschaftliches Know-how den

Materialkreislauf rund: Die Kombination dieser beiden Kompetenzen erschließt der TRIMET

und ihren Kunden vielfältige Synergien und ist die Basis für maßgeschneiderte Produkte

und Dienstleistungen, die uns von unseren Wettbewerbern unterscheiden.

Zur Prüfung: Eine Probe Reinstaluminium geht ins TRIMET-Labor TRIMET am Draht: Der Handel ist für Kunden rund um die Uhr tätig

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 17


Werte schöpfen – Umwelt schonen

In Augenschein: Gussteil auf dem Weg zur TRIMET-Qualitätsprüfung Am Band beim Kunden: Montage eines TRIMET-Motorblocks

Bei TRIMET erhalten die weiterverarbeitenden Unternehmen kundenspezifisch komponierte

Legierungen oder Formgussprodukte aus räumlicher Nähe und in unübertrefflicher Qualität.

TRIMET recycelt die in der Weiterverarbeitung und an den Sammelstellen anfallenden

Schrotte nahezu verlustfrei zu neuen Speziallegierungen. So tragen wir erheblich dazu bei,

die Qualität der Versorgung mit Aluminium in Deutschland zu sichern, Geld zu sparen und

Ressourcen zu schonen.

Geliefert werden Qualitäten in individuellen Legierungen, Maßen und Mengen, flüssig

und fest, aus eigener Produktion sowie über die Handelssparte. Unter anderem wurden

die Speziallegierungen „trimal®-05“ für crashrelevante Anwendungen, „trimal®-37“ für

duktile Anwendungen, „trimal®-41“ für warmfeste Anwendungen und „trimal®-BQ“, eine

Glanzlegierung mit höchstem Reinheitsgrad, bei TRIMET entwickelt und erfolgreich in die

Märkte eingeführt.

Mengen produzieren, das kann jeder – wir liefern kundenspezifische Qualitäten auf höchstem

Niveau: ortsnah erzeugt, in einer Partnerschaft der kurzen Wege. Kein anderes Unternehmen

der hiesigen Aluminiumwirtschaft kann dieses geschlossene System vorweisen.

Von TRIMET aus startet die Wertschöpfungs-Stafette deutschen Aluminiums: Die Weiterverarbeitung

des kundenspezifisch legierten Metalls in Walzwerken, Presswerken, Schmieden,

Gießereien und bei Pulverherstellern führt letztlich zu Endprodukten im Maschinen- und

Anlagenbau, in der Bau- und in der Verpackungsindustrie, vor allem aber im Verkehrswesen.

Der Mobilitätssektor ist mit 44 Prozent der Mengenabnahme dominant – der Einsatz von

Aluminium beim Bau und Betrieb von Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen sowie Bahnen für

den Personen- und Frachttransport steigt stetig. Die Alufelge am Auto ist chic und attraktiv,

doch der Grund für die Verwendung von Aluminium an und in Personenkraftwagen und

anderen Fahrzeugen geht über ein optisches Plus weit hinaus.

18 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


Vor allem dank des geringen Gewichts von Aluminium ist die Nutzung des Metalls im

Verkehrsbereich zunehmend zwingend geworden. Der Einsatz von einem Kilo Aluminium

ersetzt rund zwei Kilo Stahl, und reduziert damit beim Personen- und Frachttransport den

Verbrauch an Treibstoff und anderen Energieträgern ganz erheblich. Ambitionierte Fahrradfahrer

spüren die Schonung ihrer Kraftreserven ganz unmittelbar, wenn sie statt eines

„Drahtesels“ ein modernes Bike aus Aluminium benutzen.

Weiteren Bedarf am glänzenden Metall haben die Hersteller von Möbeln und Haushaltswaren,

Produzenten von Bürobedarf und Dekorationsartikeln, Unternehmen der Elektrotechnik,

der Solarindustrie sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Industrieroboter sind präziser

und beweglicher dank Aluminium. Nicht zu vergessen ist die zunehmende Verwendung

von Aluminium im Freizeitbereich, bei Designobjekten und bei Verpackungslösungen in

der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, für Folien, Tubenkappen und vielem mehr. Weil

Aluminium mit relativ geringem Kraftaufwand plastisch verformbar ist, und mit nahezu

jeder Technik verbunden werden kann, erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten des

glänzenden Metalls ständig.

Eine Welt ohne Aluminium ist unvorstellbar geworden. Die Erfolgsgeschichte

des Metalls geht weiter, denn Aluminium ist erneuerbare

Energie.

Glänzende Aussichten: TRIMET-Getriebegehäuse erhalten beim Kunden den letzten Schliff

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 19


Werte schöpfen – Umwelt schonen

Feinstarbeit: Beste Werkzeuge für erste Produktqualität Halbzeug, ganze Sache: Profile aus TRIMET-Aluminium

Walzprodukte kommen zum Beispiel als Lithografiebänder in Druckereien zum Einsatz, als

Alufolien oder Karosseriebleche. Gewalztes Aluminium kann dünner als ein Menschenhaar

sein. Strangpressprodukte gehen als Stangen, Rohre und Profile an die Hersteller von

Endprodukten, etwa für Fassadensysteme, Fenster und Türen, Wintergärten, Duschabtrennungen

und – mehr denn je, für Solaranlagen.

Ziehprodukte haben ihren Einsatz bei der Herstellung von Schrauben, Nieten, Nägeln,

Stiften und Bolzen, sowie bei Verpackungen als Clips, Klammern und Draht. Im Formguss

entstehen zum Beispiel Motorblöcke, Ölwannen, Zylinderköpfe und Fahrwerksteile für

Automobile.

Im Automotive-Bereich ist unser Unternehmen selbst als Gießer tätig und betreibt diesen

Sektor mit hohen Investitionen, mit hohem Einsatz und besonderem Engagement. Mit den

Unternehmen BMW und Kolbenschmidt sind wir am Standort Harzgerode im Formguss

partnerschaftliche Kooperationen eingegangen.

Als mittelständisches Unternehmen haben wir Forderungen und

Ziele: Ansprüche an uns selbst, damit wir den Lieferanten, Kunden

und unseren Mitarbeitern gleichermaßen von Nutzen sind.

Die TRIMET ALUMINIUM AG steht für Aluminium aus Deutschland. Das macht unsere

Marke aus: Wir sind unseren Kunden und Mitarbeitern in jeder Beziehung nah, wir arbeiten

auf höchstem Anspruchsniveau präzise und korrekt, und wir verhalten uns in umfassender

Weise nachhaltig.

n Räumliche Nähe ermöglicht den unmittelbaren Kompetenzverbund zwischen den

einzelnen Fertigungsstufen. Nur wenige Kunden der TRIMET sind vom liefernden

Standort unseres Unternehmens mehr als 250 Kilometer entfernt.

20 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


n Über www.trimet.de/Callback.html sind wir auch außerhalb der Geschäftszeiten für

unsere Kunden und neue Interessenten erreichbar – weltweit und rund um die Uhr.

n Gemeinsame Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten mit unseren Kunden, das

„Simultaneous Engineering“, wird aus der Nähe problemlos möglich – und ist in vielen

Fällen mehr denn je zwingende Erfolgsvoraussetzung für beide Partner.

n Unsere eigenen Testgießanlagen im produktionstechnischen Maßstab erlauben uns

flexibles und rasches Eingehen auf Kundenwünsche. Mit vielen Kunden pflegen wir

Technologiepartnerschaften zur Optimierung von Werkstoffeigenschaften wie Zugfestigkeit,

Belastbarkeit, Beständigkeit, Umformvermögen und Gefügeeigenschaften.

n Modernste Prüfanlagen und ausgereifte technologische Verfahren führen zu besten

Produkten mit absoluter Legierungstreue und Maßhaltigkeit. Wir garantieren termingerechte

und spezifikationskonforme, fehlerfreie Lieferungen.

n Wir schonen die Ressourcen, das Klima und die Umwelt nach exakten Vorgaben, deren

Anforderungen wir immer deutlich übertreffen. Wir evaluieren unser Umweltmanagement

und die optimierte Energieeffizienz unserer Produktion mit lückenlosen Überprüfungen.

Im Geschäftsbericht des Vorjahres haben wir darüber ausführlich berichtet.

Auf dem Weg zum Bild: Aluminiumrahmen mit einer glänzenden Legierung von TRIMET

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 21


Werte schöpfen – Umwelt schonen

TRIMET macht das Fliegen leichter: Sichere Felgen aus Aluminium

n Wir tun unsere Arbeit nicht nur in jeder Hinsicht korrekt, sondern verhalten uns gegenüber

jedermann beständig und verlässlich. Unternehmensleitlinien dienen dabei allen

Mitarbeitern zur Orientierung und geben Hilfestellung.

n Wir pflegen die Partnerschaften von Unternehmensleitung, Führungskräften und Mitarbeitern:

TRIMET versteht sich in einer überzeugenden Weise als „working family“, wie

das wohl nur in mittelständischen, inhabergeführten Unternehmen möglich ist.

Die deutsche Aluminiumindustrie beschäftigt rund 75.000 Mitarbeiter. Der Umsatz der

Branche liegt bei etwa 17 Milliarden Euro. Die Aluminiumbranche ist eine volkswirtschaftlich

relevante Größe und muss auch politisch entsprechend behandelt werden.

Aluminium hilft der deutschen Volkswirtschaft wesentlich beim Erreichen ihrer Klimaschutzziele.

Der Einbau von Aluminiumteilen in energienutzende Produkte und die hohe

Recyclingquote in Deutschland machen den Werkstoff zum Metall mit dem günstigsten

CO 2 -Footprint.

So erwirtschaftet eine Aluminiumkomponente in einem Pkw während der Laufzeit des

Fahrzeugs mehr als das Zehnfache der CO 2 -Emissionen, die direkt und indirekt bei der Produktion

dieser Komponente angefallen sind. Bei einem LKW, der bevorzugt innerstädtisch

fährt, steigt die Überkompensation auf mehr als das 30fache. Dabei sind die CO 2 -Emissi-

22 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


onen aller Arbeitsschritte, vom Bauxitabbau über die Elektrolyse und den Legierungsguss,

bis hin zum Einbau der fertigen Komponente ins Fahrzeug, eingerechnet.

Recycling macht Aluminium unsterblich. Wieder verflüssigtes Metall

benötigt nur geringste zusätzliche Energie und wird zu Legierungen

erster Qualität.

Produkte aus Aluminium sind extrem langlebig, und am Ende der Nutzungszeit folgt das

Recycling zu neuen Legierungen erster Güte. Die Recyclingrate liegt im Produktionssektor

bereits nahe bei 100 Prozent, im Verkehrssektor schon bei 90 Prozent, im Bausektor bei

85 Prozent und bei Verpackungen bei 75 Prozent. Diese Recyclingquoten werden in

Zukunft weiter steigen. Entscheidend ist die Tatsache, dass beim Recyceln keine Qualitätsverluste

auftreten und nur noch eine geringe Energiemenge eingesetzt werden muss: Die

Energiebilanz des Aluminiums ist im Gesamtlebenszyklus optimal.

Als Schlüsselbranche begründet die Aluminiumwirtschaft ganz wesentlich den technischen

Fortschritt und den Wohlstand in Deutschland. Politische Weichenstellungen, die der

Grundstoffindustrie den Boden entziehen, gefährden nicht nur die Produzenten von Aluminium

am Industriestandort Deutschland, sondern auch den Bestand der Unternehmen in

der gesamten Wertschöpfungskette, so wie anhängende Zulieferer und Dienstleister.

Die Energieeffizienz der Schmelzflusselektrolyse ist technologisch ausgereizt, mehr lässt

sich in den Hütten an Strom nicht mehr sparen. War früher ein Energiebedarf von 21

Kilowattstunden pro Kilogramm Aluminium erforderlich, so genügen jetzt 13 bis 14 Kilowattstunden.

Dennoch ist elektrische Energie der mit Abstand größte Einzelposten bei den

Produktionskosten von Aluminium.

Strompreise zu überhöhen heißt aber, den Produzenten, ihren Mitarbeitern und zahlreichen

weiterverarbeitenden Unternehmen die Existenz zu rauben. Im Dominoeffekt kippen

dann zigtausende weitere Arbeitsplätze: Hochschulen, Anlagenbau und Systemtechnik,

TRIMET-Qualität beim Kunden: Vom Block zum Blech Gut gewickelt: Aluminiumdrähte von dick bis dünn

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 23


Werte schöpfen – Umwelt schonen

Sammlerstücke: Aluminiumrecycling von TRIMET führt das Metall wieder in den Kreislauf zurück

Forschungszentren, Werkzeug- und Formenbau sind der TRIMET ebenso wichtige Partner

wie die Aluminiumverarbeiter und deren Kunden. Diesen Verbund zu stören oder gar zu

zerstören, das muss mit allen vernünftigen Mitteln verhindert werden.

Seit Anfang der 90er Jahre sind in Deutschland bereits zwei Millionen industrielle Arbeitsplätze

verloren gegangen – einer schleichenden Deindustrialisierung darf von der Wirtschaftspolitik

kein Vorschub geleistet werden. Werden deutsche Aluminiumhütten, etwa

wegen unbezahlbarer Strompreise, geschlossen, verstärkt sich das „Carbon Leakage“-Problem:

Als Ersatz für verloren gegangene Kapazitäten in Ländern mit strengen Umweltauflagen

entstehen Hütten und Fabriken in Entwicklungs- und Schwellenländern mit geringem

oder auch ganz ohne Klima- und Umweltschutz: Wenn umweltschonende Unternehmen

in Deutschland geschlossen und stattdessen die Umwelt schädigende Werke im Ausland

entstehen, dann liegt der negative Effekt verfehlter Politik auf der Hand. Zudem folgen mit

einer solchen Entwicklung auch Forschung und Entwicklung ins Ausland.

Wir bei TRIMET wissen Deutschland als Industriestandort zu schätzen. Wir nutzen die gute

Infrastruktur und danken für stabile politische Rahmenbedingungen im Lande. Ein im weltweiten

Vergleich tragfähiges Bildungssystem, engagierte Mitarbeiter und motivierte Auszubildende

sind die wesentlichen Grundlagen für unternehmerische Entfaltung, die auf Dauer

erfolgreich wirken kann.

24 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


Wir betonen gerne: Unsere Mitarbeiter sind die besten, die wir uns denken können –

fachlich optimal aus- und weitergebildet, engagiert und motiviert bei der Arbeit. Sie sind

interessiert an der Entwicklung des Unternehmens und seiner Produkte und Dienstleistungen,

innovativ und immer konzentriert bei der Sache. Gerade dank seiner Mitarbeiter

hat sich TRIMET zu einer anerkannten Marke und zu einem erfolgreichen Unternehmen

entwickelt.

Aluminium hat öffentliche Akzeptanz. Das Metall schöpft Werte

und schont die Umwelt. Die Menschen wissen das; die Politik sollte

dem Guten die Zukunft sichern.

Vor allem der ökonomische Nutzen unserer Arbeit sichert unseren Kunden und deren Abnehmern

auch in Krisenzeiten beständigen Erfolg. Die ökologische Nachhaltigkeit unserer

technologisch ausgereiften Produktion garantiert darüber hinaus die öffentliche Akzeptanz

unseres Engagements.

Als professionell geführtes, konzernunabhängiges Familienunternehmen wissen wir uns

den eigenen Zielen, denen unserer Mitarbeiter und den wirtschaftlichen Zielen unserer

Marktpartner ebenso verpflichtet wie den ethischen Ansprüchen gesellschaftsorientierten

Unternehmertums. Kurzfristiges Kalkül bestimmt unser Wirtschaften nicht.

Die Nähe zu unseren Lieferanten und Kunden, zu ihren Belangen und Wünschen, und die

eigene solide unternehmerische Position am Markt haben unser Unternehmen zu einem

starken und anerkannten Partner auf dem Aluminiummarkt gemacht – und in Krisenzeiten

für manche zum Fels in der Brandung. Gerne stellen wir uns auch künftig den Aufgaben im

nationalen, europäischen und globalen Wettbewerb. Nur fair sollte er sein!

Der Anfang allen Aluminiums: Die Elektrolyseöfen bei TRIMET schaffen Werte und schonen nachhaltig die Ressourcen

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 25


Chronik des

Geschäftsjahres 2008/2009

März 2009: Eigentümer Heinz-Peter Schlüter

wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat


Chronik 2008/2009

Beim Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr dürfen die Highlights nicht fehlen, die

das Unternehmen oft über den Tag hinaus bewegt haben.

Schauen wir zurück auf Investitionen und neue Produkte sowie auf soziale und gesellschaftliche

Aktivitäten, die im Berichtszeitraum unseren wirtschaftlichen Erfolg begleitet

haben.

Juli 2008

30.06.2008

Jahresabschluss des Geschäftsjahres

2007/2008:

„Nachhaltigkeit als Geschäftsprinzip:

TRIMET ist

wirtschaftlich erfolgreich

und ökologisch engagiert“

01.07.2008

Bereichsvorstand Thomas

Reuther übernimmt zusätzlich

zum Recyclingbereich

die Verantwortung

für den Bereich Automotive

und somit für die

Standorte Harzgerode

und Sömmerda

August 2008 September 2008 Oktober 2008 November 2008 Dezember 2008

Die Wirtschaftskrise wirft

ihre Schatten voraus:

Mitte August 2008 fällt

der Aluminiumpreis auf

ein 7-Monatstief und

liegt 20% unter den

Höchstnotierungen von

Mitte Juli 2008. Der Ifo-

Index ist zum dritten Mal

in Folge im Minus

06.09.2008

1.500 Gäste besuchen

das 1. Familienfest bei

TRIMET Harzgerode

28 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

07.09.2008

Ein Rad-Team von

Hamburger und Essener

Mitarbeitern erreicht

beim renommierten

Hamburger „Jedermann-

Rennen“ im Rahmen der

13. Vattenfall-Cyclassics

den 16. Platz von 255

Teams

8.-16.09.2008

Rezertifizierung des Qualitätsmanagementsytems

nach VDA 6.1 am Standort

Essen und Hamburg

durch die TÜV Nord CERT

GmbH

22.09.2008

Bilanzpressekonferenz

der TRIMET ALUMINI-

UM AG

23.-25.09.2008

ALUMINIUM 2008,

Messegelände Essen -

erfolgreicher Auftritt der

TRIMET auf der weltweit

größten Plattform für die

Aluminiumindustrie

25.09.2008

Herr Dr. Werner

Marnette, seinerzeit

Minister für Wissenschaft,

Wirschaft und

Verkehr des Landes

Schleswig-Holstein, besucht

TRIMET Hamburg

07.10.2008

Der Fachausschuss Druckguss

des Bundesverbands

der Deutschen Gießerei-

Industrie e.V. tagt bei

TRIMET Sömmerda

22.10.2008

Der Standort Essen produziert

die 6.000.000ste

Tonne Aluminium seit

Bestehen der Aluhütte

01.11.2008

Beginn der Kurzarbeit in

Harzgerode

03.11.2008

Der Standort Hamburg

weiht auf seinem Firmengelände

zusammen mit

der CDU-Bundestagsabgeordneten

Antje Blumenthal

sowie Vertretern

der Hydro die „Aluminiumstraße“

ein

12.11.2008

Vorstandssitzung des

VDM (Verband Deutscher

Metallhändler e.V.) bei

TRIMET Hamburg

10.-14.11.2008

Rezertifizierung des Qualitätsmanagementsytems

nach ISO/TS 16949:2002

und 2. Begutachtung des

Umweltmanagementsystems

nach DIN EN

ISO 14002:2005 an den

Standorten Hamburg,

Harzgerode und Sömmerda

durch die DQS

GmbH

11.-13.11.2008

1. Begutachtung des

Umweltmanagementsystems

nach DIN EN ISO

14002:2005 des

Bereiches MOFO durch

die DQS GmbH

02.12.2008

Rund 50 TRIMET-Mitarbeiter

sind unter den

10.000 Metallarbeitern,

die in Brüssel gegen die

EU-Pläne zur vollständigen

Versteigerung von

Emissionszertifikaten

demonstrieren

15.12.2008

Bezug des neuen Sozial-

und Verwaltungsgebäudes

bei TRIMET in Essen


Januar 2009 Februar 2009 März 2009 April 2009 Mai 2009 Juni 2009

01.01.2009

Beginn der Kurzarbeit in

Sömmerda

16. und 30.01.2009

TRIMET lädt zum „Metallfrühstück

2009“;

Experten aus der Metallwirtschaft

diskutieren

über die Entwicklungen

der Branche

28.01.2009

TRIMET spendet 33.000

EUR zugunsten kranker

oder hilfsbedürftiger

Kinder an den verschiedenen

Standorten des

Unternehmens

01.02.2009

Beginn der Kurzarbeit

in Essen

09.02.2009

Ökoprofit 2009: Auszeichnung

für TRIMET

Essen

09.–12.02.2009

Erster von mehreren

KAIZEN-Workshops,

Thema „Säge 205“,

Gießerei Essen

27.02.2009

TRIMET Essen: das neue

Sozial- und Verwaltungsgebäude

wird „Kurt-

Ehrke-Haus“ getauft

01.03.2009

Beginn der Kurzarbeit in

Hamburg

01.03.2009

Neue Führungsriege:

Dr. Martin Iffert und

Thomas Reuther werden

in den Vorstand der

TRIMET ALUMINIUM

AG berufen. Heinz-

Peter Schlüter wechselt

als Vorsitzender in den

Aufsichtsrat

12.03.2009

Kooperationspartner

BMW und TRIMET

weihen im BMW Werk

Landshut die erste

Schwerkraftkokillengussanlage

ein

23.03.2009

130 Mitglieder des

Wirtschaftsrats der CDU

besuchen TRIMET Essen

02.04.2009

www.trimet.de/börseninfo:

TRIMET bietet

neues, übersichtliches

Börsentool an

22.04.2009

„Dialog mit der Jugend“:

85 Oberstufenschüler aus

Essen, Marl und Dinslaken

besichtigen TRIMET

Essen und haben anschließend

Gelegenheit,

Fragen an Heinz-Peter

Schlüter zu stellen

20.-24.04.2009

Hannover Messe 2009:

TRIMET präsentiert sich

auf dem Gemeinschaftsstand

des Bundesverbands

der Deutschen

Gießerei-Industrie e.V.

03.05.2009

TRIMET richtet wieder

die „Aluminium-Meile“

auf dem Düsseldorf Marathon

aus. Der Reinerlös

aus den dort verkauften

Speisen und Getränken

in Höhe von 8.500 EUR

geht an die Organisation

„Aktion Lichtblicke e.V.“

04.-06.05.2009

TÜV Nord CERT GmbH

zertifiziert das Energiemanagementsystem

der

Standorte Essen und

Hamburg

07./08.05.2009

10. AHNTVZ-

Eletrolysetagung bei

TRIMET Hamburg

12.-13.05.2009

Rezertifizierung des Qualitätsmanagementsytems

nach DIN EN ISO 9001

am Standort Gelsenkirchen

durch die TÜV Nord

CERT GmbH

03.06.2009

Dr. Hubert Koch, Leiter

Forschung und Entwicklung

bei TRIMET, erhält

den „Merton C. Flemmings

Award“

16.06.2009

DQS GmbH zertifiziert

das Energiemanagementsystem

des Standortes

Harzgerode

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 29


Lagebericht:

Die TRIMET-Mannschaft

meistert schwere Zeiten


Globaler Metallhandel: TRIMET versorgt

Kunden in Deutschland und der Welt


Lagebericht

1. Überblick und Rahmenbedingungen

Das Jahr im Überblick

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die

TRIMET ALUMINIUM AG auf die besonderen

Herausforderungen in Folge des weltweiten

wirtschaftlichen Einbruchs rasch und

effektiv reagiert, insbesondere durch

> weitere Stärkung des Unternehmens

mittels hoher Liquidität,

> große Flexibilität bei der Anpassung der

Produktion an Kundenbedarfe und

Marktgegebenheiten,

> erhebliche Kostenreduzierungen.

Die Krisenzeit wurde für weitere Effizienzsteigerungen

in Produktion und Logistik,

für zusätzliche Maßnahmen zur Kundenorientierung

sowie Kundenbindung und für

umfassende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

für alle Mitarbeiter genutzt.

Rahmenbedingungen

Die sich bereits zum Anfang des Geschäftsjahres

(1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009) abzeichnende

konjunkturelle Talfahrt der

Weltwirtschaft hat sich im Herbst 2008

drastisch verstärkt. Ausgelöst durch den

Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank

Lehman Brothers wurden die

Finanzmärkte heftig erschüttert. Im Zuge

des globalen Abschwungs gaben die Kurse

an den Aktienmärkten deutlich nach und

die Zinsaufschläge für Unternehmensanleihen

nahmen sprunghaft zu. Die Reduzierung

der globalen Nachfrage in Verbindung

mit der Verschärfung der Finanzierungsbedingungen

für Unternehmen führte zu

einem starken Rückgang des Welthandels.

Der Rohölpreis, im Sommer 2008 noch auf

historischen Höchstständen, brach zum

Jahresende regelrecht ein, bevor er sich seit

dem Frühjahr 2009 wieder deutlich erholt

zeigt. Die Teuerungsraten haben sich welt-

32 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

weit spürbar verringert. Die Notenbanken

der Industrieländer trugen durch kräftig

sinkende Zinsen zur Stabilisierung der Weltwirtschaft

bei, währenddessen die Regierungen

eine Reihe von zum Teil großvolumigen

Konjunkturprogrammen auflegten. Seit

der Jahreswende ist eine Konsolidierung der

Wirtschaftstätigkeit zu beobachten, wobei

die Aktienmärkte mit einem seit März andauernden

Kursanstieg eine realwirtschaftliche

Erholung vorwegzunehmen scheinen.

Die historisch hohen Volatilitäten zeigen die

Verunsicherung in den Märkten.

2. Märkte

Aluminiummarkt

Im Rahmen der erheblichen Abschwächung

der weltweiten konjunkturellen Lage kam

es, beginnend im letzten Quartal 2008, zu

einem deutlichen Überhang der weltweiten

Aluminiumproduktion. Angesichts gesunkenen

Bedarfs stiegen die an den Börsen

und bei den Produzenten eingelagerten

Aluminiummengen deutlich an, obwohl

Produktionskapazitäten in erheblichem

Umfang in den letzten Monaten vom Markt

genommen wurden.

Beschaffungsmärkte

Auf der Beschaffungsseite sind Tonerde,

Anoden und insbesondere Strom die wichtigsten

Rohstoffe zur Aluminiumproduktion.

Sowohl qualitativ wie quantitativ konnte

TRIMET ihren Jahresbedarf an Tonerde von

ca. 400.000 Tonnen im Geschäftsjahr gut

decken. Der Bedarf an Anoden, des zweiten

wichtigen Rohstoffs für die Aluminiumproduktion,

liegt für TRIMET aktuell bei ca.

110.000 Tonnen jährlich. Er wird von mehreren

Lieferanten in guter Qualität gedeckt.

Von der Schwestergesellschaft TRIMET


ANODEN GMBH wurden ebenfalls hochwertige

Anoden bezogen.

Der wichtigste Rohstoff für die Produktion

von Aluminium ist allerdings

Strom, den TRIMET auf Basis langfristiger

Verträge bezieht. Nach der erfolgreichen

Inbetriebnahme der Hamburger Aluminiumhütte

beträgt der jährliche Strombedarf

von TRIMET bei Vollauslastung der Elektro-

lyseanlagen rund 4,6 Terawattstunden

(=4,6 Mrd. Kilowattstunden). Damit kommt

dem Strompreis, der mit steigender Tendenz

momentan 40 Prozent bis 50 Prozent der

Produktionskosten ausmacht, eine existenzielle

Bedeutung für energieintensive Industrien

zu. Insbesondere das Einpreisen von

Opportunitätskosten für kostenlos zugeteilte

CO 2 -Zertifikate ließ den Strompreis auf

einem im internationalen Vergleich unverhältnismäßig

hohem Niveau verharren. Wie

im vorherigen Geschäftsjahr belief sich der

Aluminium-Preisvergleich auf US-$- und €-Basis

Strompreis im Mittelwert pro Megawattstunde

(MWh) für Baseload am Terminmarkt

für das Folgejahr auf rd. 62 €.

3. TRIMET-Gruppe und

Geschäftsmodell

Die TRIMET ALUMINIUM AG ist eine

100%ige Tochtergesellschaft der im

Familienbesitz befindlichen TRIMET AG

(vormals 3 A Aluminium AG), die Holding-

und Dienstleistungsfunktionen innerhalb

der TRIMET-Gruppe wahrnimmt. Die

TRIMET ALUMINIUM AG besteht aus den

vier Geschäftsbereichen Metals & Energy

(Essen), Primary Products (Essen, Hamburg),

Recycling (Gelsenkirchen, Harzgerode) und

Automotive (Harzgerode, Sömmerda).

Daneben bestehen drei weitere Tochtergesellschaften

sowie drei Beteiligungen.

3 Monate US-$/to (%) €/to (%)

01.07.2008 3.136 100,0 1.992 100,0

30.06.2009 1.651 -47,4 1.175 -41,0

Hoch 3.341 +6,5 2.124 +6,6

Tief 1.289 -58,9 1.010 -49,3

Aluminium-Preis pro Tonne in US-$ und € im Verhältnis zum LME-Lagerbestand

3.500

2.750

2.000

1.250

500

ALUMINIUMPREIS PRO TONNE IN US-$ UND €

LME-Lagerbestand

01.07.2008 01.09.2008 01.11.2008 01.01.2009 01.03.2009 01.05.2009 30.06.2009

5.000

4.000

3.000

2.000

1.000

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 33

LME-LAGERBESTAND IN 1.000 TONNEN


Lagebericht

Das Geschäftsmodell von TRIMET verbindet

zwei unterschiedliche Kompetenzen in idealer

Weise: Das börsentechnische Know-how

des Geschäftsbereiches Metals & Energy

einerseits und das ingenieurwissenschaftliche

Wissen in der Metallproduktion und

-verarbeitung andererseits. Beide Kompetenzen

zusammen erschließen TRIMET und

ihren Kunden vielfältige Synergien und sind

die Basis für maßgeschneiderte Produkte

und Dienstleistungen, mit denen wir uns

von den Wettbewerbern unterscheiden.

Gleichzeitig wird das Unternehmen unabhängiger

von kurzfristigen Marktpreisschwankungen.

4. Mitarbeiter: Trotz wirtschaftlichen

Abschwungs Mitarbei-

teranzahl unverändert

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter ist gegenüber

dem Vorjahr praktisch unverändert

geblieben. Die seit Jahren hohe Ausbildungsquote

haben wir jetzt nochmals gesteigert.

Personalzahlen

30.06.2009 30.06.2008

Mitarbeiter 1.462 1.496

Auszubildende 86 73

Mitarbeiter inkl.

Auszubildende 1.548 1.569

Die Produktionsrückgänge der letzten

Monate haben bei TRIMET nicht zu einer

Reduzierung der Mitarbeiter geführt. Durch

die Ausnutzung der in den letzten Jahren

eingeführten Arbeitszeitmodelle sowie der

Inanspruchnahme von Kurzarbeit haben

wir unseren qualifizierten und motivierten

Mitarbeiterstamm unverändert beibehalten

können. Die durch Kurzarbeit zur Verfügung

34 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

stehende Zeit nutzen wir für umfangreiche

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

TRIMET hat schon im Sommer 2008 begonnen,

sich mit möglichen Szenarien eines

wirtschaftlichen Abschwungs zu beschäftigen.

Dabei haben die Nähe und das stets

gepflegte Miteinander zu Betriebsräten

und Gewerkschaften geholfen, sinnvolle

Konzepte auszuarbeiten. Hierbei konnte

die gemeinsame Vision von Schulungsmaßnahmen

während der Kurzarbeit entwickelt

und später umgesetzt werden. Dies ermöglichte

es uns, schon zu Beginn 2009 mit ersten

Qualifizierungen zu beginnen und diese

im Laufe des Jahres 2009 zu intensivieren.

TRIMET verfolgt in diesem Jahr drei wichtige

Säulen der Mitarbeiterqualifikation. Darunter

fallen die Weiterbildung von Führungskräften

(Vorarbeiter, Meister, Schichtleiter

usw.) in Fragen der Mitarbeiterführung,

die Schulung der Produktionsmitarbeiter

im Prozess-Know-How und als größter

Baustein die Einführung von KAIZEN an

unseren Standorten. Zur Optimierung der

Schulungsmaßnahmen wurde eine fünfte

Schicht, die sogenannte Qualifizierungsschicht,

geschaffen und genutzt. Durch die

Investition in unsere Mitarbeiter und die

weiter gestiegene Anzahl an jungen Auszubildenden

sichern wir uns die Leistungsträger

von morgen und damit die Zukunft des

Unternehmens. Die Mitarbeiter zahlen es

durch ihre Leistung, einen niedrigen Krankenstand

und eine Fluktuationsquote nahe

Null zurück.

Der Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern für ihren tatkräftigen Einsatz

und das Engagement zum Erfolg des

Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Der Dank gilt auch den Arbeitnehmervertretern

für die konstruktive Zusammenarbeit

zum Wohle des Unternehmens.


5. Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung bedeuten für

TRIMET Absatzsicherung auf den Märkten

der Zukunft. Der Schwerpunkt unserer

Tätigkeit liegt dabei auf der Prozess- und

Verfahrensoptimierung sowie der Entwicklung

neuer Werkstoffe. Der Aufbau von

Versuchseinrichtungen im produktionstechnischen

Maßstab ermöglicht eine fertigungsnahe

Entwicklung an den jeweiligen

Standorten, die in enger Abstimmung mit

den Kunden erfolgt. Die Erfolge lassen sich

daher umgehend bei der Weiterverarbeitung

in Kundennutzen umsetzen.

Im vergangenen Geschäftsjahr standen die

Steigerung der Nachhaltigkeit durch neue

Produktentwicklungen in enger Zusammenarbeit

mit unseren Kunden sowie interne

Prozessentwicklungen im Mittelpunkt der

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Am Standort Essen wurde das Laborgebäude

um ca. 460m² erweitert. Damit wurden

die Bedingungen für weiterhin optimale

Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für

alle Bereiche der TRIMET ALUMINIUM AG

geschaffen.

Im Geschäftsbereich Primary Products

konnte eine neue Angießtechnologie zur

Unterdrückung von Fußrissen in Stranggussbolzen

erfolgreich in die Produktion implementiert

werden. Die enge Zusammenarbeit

mit einem langjährigen Kunden führte

zur Entwicklung einer auch zum Patent angemeldeten

hochfesten Automotive-Legierung,

trimal®-52, die z.B. für den Einsatz

bei Crashboxen geeignet ist. Sie zeichnet

sich besonders durch im Strangpressprofil

erreichte hohe Festigkeit in Verbindung mit

sehr gutem Faltverhalten bzw. Energieabsorbtionsvermögen

aus. Die hohe spezifische

Festigkeit ermöglicht somit geringere

Wanddicken, die zu deutlichen Gewichts-

einsparungen in der Gesamtkonstruktion

führen. Für unsere Elektrolysen haben wir

das mehrjährige Forschungs- und Entwicklungsprogramm

mit der University of Auckland

(Neuseeland) weiter vorangetrieben.

Die Flexibilität des Elektrolysebetriebes

konnte bei weiter verbesserter Energieeffizienz

erhöht werden. Dazu wurden praktische

Tests mit einer Versuchsofengruppe

durchgeführt und die daraus entwickelten

Computermodelle im Betrieb validiert.

Im Geschäftsbereich Recycling wurde die

Legierungstechnik weiter auf die Spezifikationen

der Kunden angepasst. Damit konnte

die Verarbeitbarkeit der produzierten

Legierungen bei unseren Abnehmern verbessert

werden. Davon profitierte auch der

Geschäftsbereich Automotive, der zu einer

verbesserten Gefügestruktur der Gussteile

und damit zu einer Steigerung der Qualität

und robusteren Prozessen gelangte.

Im Geschäftsbereich Automotive wurde

das Großprojekt Wachstumskern ALCAST

erfolgreich abgeschlossen. Auf dem Gebiet

der funktionsrelevanten Eigenschaften,

hier Reibung und Verschleiß, wurden weitere

grundlegende Erkenntnisse erarbeitet

und fließen in weiterführende Projekte ein.

Bei unserer neu entwickelten Legierung

trimal®-37 konnten das Niet- und Schweißverhalten

sowie die statischen Eigenschaften

in Zusammenarbeit mit einem inländischen

Automobilproduzenten erfolgreich

abgeprüft werden.

Wir haben unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

auf zahlreichen nationalen

und internationalen Messen und

Konferenzen präsentiert und diskutiert.

Dadurch werden technischer Austausch

und Marktpräsenz gewährleistet und unsere

Entwicklungsleistungen am Stand der

Technik gemessen und überprüft.

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 35


Lagebericht

6. Geschäftsbereiche der

TRIMET

Geschäftsbereich Metals & Energy

Der Geschäftsbereich Metals & Energy erfüllt

ein breites Spektrum von Aufgaben

und arbeitet dabei eng mit den drei produzierenden

Geschäftsbereichen zusammen:

Er sorgt zum einen für die Absicherung

von Marktpreisschwankungen physischer

Bestände und Einsatzstoffe auf der Absatz-

und der Versorgungsseite, zum anderen

handelt er mit NE-Metallen für Drittkunden,

hier vor allem Aluminium. Darüber hinaus

berät er seine Kunden über den Einsatz von

Finanzierungs-, Sicherungs-, Tausch- und

Kompensationsinstrumenten.

Im Geschäftsjahr konnte der Geschäftsbereich

Metals & Energy das deutlich schwächere

Preisniveau an den Metallmärkten

durch ein gestiegenes Handelsvolumen teilweise

ausgleichen. Des weiteren wurde die

Konzentration auf margenstarke Geschäfte

erfolgreich fortgesetzt.

Geschäftsbereich Primary Products

Mit dem Geschäftsbereich Primary Products

ist die TRIMET ALUMINIUM AG

Deutschlands größter Aluminiumproduzent

mit einer Gesamtkapazität von 300.000 to

Umsatzstruktur 2008/09 Angaben in %

25 Metals & Energy

53 Primary Products

22 Recycling

& Automotive

36 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

hochreinem Hüttenaluminium pro Jahr.

Zusätzlich werden große Mengen Primärschrotte

in dem Werk in Essen recycelt und

dem Primärkreislauf zugeführt. In unserer

Gießerei in Essen werden kundenspezifische

Formate und Legierungen abgegossen. Die

Produkte gehen hauptsächlich an Kunden

im Verkehrs-, Bau- und im Verpackungsbereich.

In Hamburg wird das flüssige Aluminium

an Hydro Aluminium Deutschland

GmbH geliefert, die dort eine Gießerei und

ein Walzwerk betreibt. Auf Grund der weiterhin

schwachen Mengen- und Preisentwicklung

auf unseren Absatzmärkten werden

unsere beiden Elektrolysen künftig mit

ca. 60 Prozent ihrer Kapazität produzieren.

Eine dauerhafte Produktionserhöhung ist

wegen der unbefriedigenden Ergebnissituation

durch die hohen Belastungen auf den

Strompreis nicht absehbar.

Geschäftsbereich Recycling

Im Geschäftsbereich Recycling wird gebrauchtes

Aluminium wiederaufbereitet

und veredelt. Die Aluminiumlegierungen

werden unter anderem im Geschäftsbereich

Automotive als Material für Druck- und Kokillengussprodukte

eingesetzt. Externe Abnehmer

sind in erster Linie die Automobilindustrie

und deren Zulieferer.

Umsatzstruktur 2007/08 Angaben in %

22 Metals & Energy

59 Primary Products

19 Recycling

& Automotive


Trotz deutlich verschlechterter Marktbedingungen

ist der Aluminiumschrotteinsatz

im Geschäftsjahr nahezu unverändert

geblieben. Die Produktion verkaufsfähigen

Aluminiums verringerte sich gegenüber

dem Vorjahr leicht, da gezielt günstigere,

aber produktionstechnisch anspruchsvollere

Schrotte mit einem niedrigeren Metallgehalt

eingesetzt wurden. Das Handelsgeschäft

mit Aluminiumschrotten war sowohl

mengen- als auch preisbedingt gegenüber

dem Vorjahr rückläufig.

Geschäftsbereich Automotive

Der Geschäftsbereich Automotive gießt

im Druckgussverfahren fertige Bauteile

und bearbeitet sie. Gefertigt werden z.B.

Motorblöcke, Getriebegehäuse, Struktur-

und Fahrwerksteil für die Automobilindustrie

und deren Zulieferer.

In dem sehr schwierigen Marktumfeld des

Geschäftsjahres hat sich unser Geschäftsbereich

Automotive mit einem moderaten

Umsatzrückgang gut behauptet. Der Geschäftsbereich

deckt ein weites Spektrum

im Bereich der Teile für Personenkraftwagen

ab, und verzeichnete einige Neuanläufe

von Produkten.

In Harzgerode bauen wir in enger Kooperation

mit der BMW AG, München, eine

Kokillengießerei auf. Durch den Einstieg in

diese für uns neue Technologie wird das

Produktionsspektrum erweitert und neue

Marktchancen erschlossen.

Zum weiteren Ausbau des Standorts Harzgerode

haben wir mit einem Tochterunternehmen

der Kolbenschmidt Pierburg AG

eine gemeinsame Gesellschaft gegründet,

die KS ATAG TRIMET Guss GmbH, und einen

Joint-Venture-Vertrag ausgehandelt.

Die neue Gesellschaft wird am Standort

Harzgerode die Produktion von großvolumigen

Druckgussteilen deutlich ausbauen.

7. Geschäftsverlauf

Ertragslage

Infolge der wirtschaftlichen Abschwächung,

besonders im zweiten Halbjahr des

Geschäftsjahres, ist der Umsatz der Gesellschaft

zurückgegangen. Alle Geschäftsbereiche

waren in unterschiedlicher Intensität

davon betroffen. Neben den Mengeneffekten

als Folge der konjunkturellen Entwicklung

hat sich der Rückgang der Aluminiumnotierungen

in Euro ausgewirkt.

Kennzahlen

in Mio. € 2008/09 2007/08

Umsatzerlöse 827,0 1.112,3

Rohertrag 175,3 254,6

übrige betriebliche

Kosten / Erträge -162,8 -191,6

Finanzergebnis

Ergebnis der gewöhnlichen

0,3 1,5

Geschäftstätigkeit 12,8 64,5

außerordentliches Ergebnis -10,3 0,0

Jahresüberschuss 1,2 39,8

Durch gesunkene Einmalbelastungen und

deutliche Einsparungen bei den Kosten wie

z.B. der Einführung von Kurzarbeit, Verzicht

auf Leiharbeiter sowie Insourcing von

Fremdleistungen haben wir einen erheblichen

Teil des Rückgangs des Rohertrags

auffangen können.

Mit Abwertungen auf das Anlagevermögen

haben wir im außerordentlichen Ergebnis

den stillgelegten Elektrolyseanlagen

Rechnung getragen. Es ist nicht absehbar,

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 37


Lagebericht

dass wir diese Kapazitäten wieder anfahren

werden.

Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage ist durch

eine solide, noch weiter angestiegene

Eigenkapitalquote, langfristige Finanzierungen

und durch eine weiterhin sehr hohe

Liquidität geprägt. Bei bankinternen Ratings

im guten Investmentgradebereich bestehen

ausreichende Kreditlinien.

Kennzahlen

in Mio. € 2008/09 2007/08

Eigenkapital 181,0 187,2

Eigenkapitalquote in % 37,1 35,1

Investitionen 18,7 38,8

Langfristige Finanzierung

zu Anlagevermögen in % 128,0 122,0

liquide Mittel

Nettofinanzforderung

111,4 106,7

gegenüber Banken 85,8 78,0

Der absolute Rückgang des Sachanlagevermögens

beruht im Wesentlichen auf

Abwertungen auf stillgelegte Produktionskapazitäten

sowie deutlich reduzierte

Vermögensstruktur Angaben in %

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Vermögen

30.06.2009

23

34

43

Liquide Mittel

Kurzfristiges

Vermögen

Langfristiges

Vermögen

38 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

20

37

43

Vermögen

30.06.2008

Investitionen, nach umfangreichen Investitionsprogrammen

in den Vorjahren. Das

Umlaufvermögen hat sich, trotz eines Anstiegs

der liquiden Mittel, gegenüber dem

Vorjahr verringert. Insbesondere die Vorräte

sowie die Forderungen konnten reduziert

werden.

Der Rückgang des kurzfristigen Fremdkapitals

resultiert im Wesentlichen aus verringerten

Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten.

Das übrige kurzfristige Fremdkapital

betrifft nahezu ausschließlich Einschüsse auf

Termingeschäfte von Vertragspartnern.

Aufgrund der hohen Liquidität betrugen die

Bankverbindlichkeiten nur 25,6 Mio. €, was

zu einer Nettofinanzforderung gegenüber

Banken von 85,8 Mio. € führte. TRIMET

verfügt über ein mehrjähriges Programm

zum Forderungsverkauf mit einem maximalem

Volumen von 50 Mio. €. Dieser Rahmen

wurde im Geschäftsjahr bei weitem

nicht ausgeschöpft.

Die hohe Liquidität, erhebliche weitere

Finanzierungsmöglichkeiten sowie eine

hohe Eigenkapitalquote geben TRIMET

ausreichend Stabilität und Kraft, um die

sich durch die wirtschaftliche Situation

bietenden Chancen zu nutzen.

Kapitalstruktur Angaben in %

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Kapital

30.06.2009

5

44

14

37

Bankverbindlichkeiten

Kurzfristiges

Fremdkapital

Langfristiges

Fremdkapital

Eigenkapital

5

47

13

35

Kapital

30.06.2008


8. Nachtragsbericht

Als Vorgang von besonderer Bedeutung

nach dem Schluss des Geschäftsjahres hat

die Bundesregierung ein Hilfsprogramm zur

Förderung der Herstellung von klimaschonenden

NE-Metallen beschlossen. Die Fördermittel

sind auf die nächsten sechs Monate

begrenzt und stehen noch unter dem

Vorbehalt der Genehmigung durch die EU.

9. Risikobericht

TRIMET verfügt über ein Chancen- und

Risikomanagementsystem, das es dem Vorstand

erlaubt, bestandsgefährdende Risiken

frühzeitig zu erkennen. Die schnelle Reaktionsfähigkeit

als Folge flacher Hierarchien

garantiert eine zügige Umsetzung von Maßnahmen,

um Chancen und Risiken zu erkennen.

Die duale Kompetenz der Gesellschaft,

die zum einen in der Aluminiumproduktion,

zum anderen in der Versorgung mit Metall

und Strom liegt, ergänzt sich ideal. Die

solide Finanzierung verschafft TRIMET auch

in Zeiten konjunktureller Krisen Handlungsspielräume.

Ein funktionierendes Chancen-

und Risikomanagementsystem bedeutet

jedoch nicht, dass alle Risiken vermeidbar

sind, insbesondere vor dem Hintergrund

volatiler Märkte und andauernder Diskussionen

zur Energiepolitik in Deutschland.

Ziel des Chancen- und Risikomanagementsystems

ist die Erlangung größtmöglicher

Unabhängigkeit von Marktpreisschwankungen

auf der Absatz- und Beschaffungsseite.

Währungsrisiken sind hierbei Bestandteil

der Marktpreisrisiken und insoweit in das

Sicherungskonzept eingeschlossen.

Das Marktpreisrisiko aus der nicht durch

langfristige Absatzverträge gesicherten

Produktion von Primäraluminium, der Alu-

miniumversorgung der Gießerei und dem

physischen Handelsgeschäft wird durch

entsprechende An- und Verkäufe an der

London Metal Exchange (LME) gesichert.

Dabei kommen derivative Finanzinstrumente

wie LME-Forwards sowie Call- und

Put-Optionen zum Einsatz. Die damit in

Zusammenhang stehenden Währungsrisiken

in US-$ werden durch Devisentermingeschäfte

sowie Swaps abgedeckt.

Metall- und Währungspositionen werden

grundsätzlich täglich geschlossen. Der Einsatz

der Sicherungsinstrumente erfolgt

nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt

strengen internen Kontrollen und bleibt auf

die Absicherung des operativen Geschäfts

beschränkt.

Zur Steuerung und Kontrolle der Geschäfte

wird ein EDV-Programm eingesetzt,

das Module zur Erfassung, Bewertung,

Risikoanalyse und -steuerung sowie ein

umfangreiches Risikoreporting beinhaltet.

Informationen zu offenen Metallkontrakten

und Ergebnisauswirkungen zu Marktpreisänderungen

sind online zeitnah verfügbar.

Auf der Beschaffungsseite ist es Ziel, die

Produktionskosten von Primäraluminium

mit langfristigen Verträgen für die wichtigsten

Einsatzstoffe Strom, Tonerde und

Anoden zu sichern und an die jeweiligen

Bedarfe anzupassen. Große Sorgen bereitet

uns die weiterhin unklare Belastung aus der

künftigen Einpreisung von CO 2 -Zertifikaten

in den für uns angesichts seines hohen Kostenanteils

maßgeblichen Strompreis.

Die Politik hat erkannt, dass durch die

Einpreisung von CO 2 -Kosten in den

Strompreis die stromintensive Industrie

in Deutschland deutlich benachteiligt ist.

Wir benötigen jetzt kurzfristig eine nachhaltige

Lösung für die Jahre 2009 – 2012,

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 39


Lagebericht

damit wir längerfristiger Stromverträge abschließen

können und Planungssicherheit

für mittel- und langfristige unternehmerische

Entscheidungen haben. Dies gilt vor

allem für Investitionen in die Hüttenstandorte

und ihre Arbeitsplätze.

Ab 2013 tritt die neue Emissionsrichtlinie für

den Zeitraum 2013 – 2020 in Kraft. Im Rahmen

dieser Richtlinie besteht für Industrien,

die dem ’Carbon Leakage’ – Risiko unterliegen,

die Möglichkeit, von den CO 2 -Kosten

im Strom befreit zu werden. Die Randbedingungen

und Modalitäten hierzu sind allerdings

von der EU noch nicht festgelegt und

müssen zusätzlich noch in nationales Recht

umgesetzt werden.

Wir appellieren dringend an die Politik,

schnellstmöglichst die vollständige Befreiung

der CO 2 -Kosten in nationales Recht

umzusetzen. Wir wollen Wettbewerb, aber

fair muss er sein.

Das Sicherungskonzept von TRIMET und der

aktive Umgang mit Chancen und Risiken

der Märkte minimieren das Marktpreis- und

Währungsrisiko für kurz- und mittelfristige

Perioden. Sollten allerdings ordnungspolitische

Maßnahmen am Standort Deutschland

wie Auflagen, Sonderabgaben, Steuern

und Ähnliches die Wettbewerbsfähigkeit

nachhaltig schwächen, könnte sich auch

für TRIMET die Notwendigkeit zur strategischen

Neuausrichtung, insbesondere im Zusammenhang

mit dem Betrieb der Primäraluminiumhütten

in Essen und Hamburg,

ergeben.

40 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

10. Prognosebericht

Die hervorragenden Eigenschaften des

Werkstoffs Aluminium garantieren auch

zukünftig einen deutlichen Anstieg des Gebrauchs.

Insbesondere die Notwendigkeit,

die CO 2 -Emissionen im Verkehrsbereich zu

reduzieren, führen zu immer umfangreicheren

Aluminiumanwendungen im Transportbereich.

TRIMET wird von diesem Zuwachs überproportional

profitieren, da wir gemeinsam mit

unseren Kunden in der Produktentwicklung

eine führende Rolle einnehmen.

Trotz des Gebrauchanstiegs stehen einer

deutlichen, nachhaltigen Erholung der

Aluminiumnotierungen die hohen Lagerbestände

der Metallbörsen und Produzenten

sowie die abgeschalteten, aber produktionsbereiten

Kapazitäten entgegen.

Im kommenden Geschäftsjahr 2009/2010

erwarten wir zunächst eine Stabilisierung

auf dem in den ersten Monaten 2009 erreichten

niedrigen Niveau. Die von Kunden

nachgefragten Mengen sehen wir nach

den starken Rückgängen der letzten Monate

und den erfolgten erheblichen Reduzierungen

der Lagerbestände leicht ansteigend.

Wir sehen auch im Geschäftsjahr

2009/2010 ein positives Jahresergebnis und

sind auf Grund unserer wirtschaftlichen

Stärke gut im Markt positioniert. Für das

Geschäftsjahr 2010/2011 erwarten wir eine

Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung

mit entsprechend positiven Auswirkungen

auf unser Ergebnis. Dies setzt voraus, dass

die Politik die angekündigten Maßnahmen

zur Entlastung energieintensiver Unternehmen

von den CO 2 -Kosten im Strompreis

umsetzt.


11. Beziehungen zu

verbundenen Unternehmen

Gemäß den Vorschriften des § 312 AktG

wurde ein Bericht über die Beziehungen zu

verbundenen Unternehmen erstellt, der von

der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Essen, geprüft und uneingeschränkt

testiert wurde. Der Bericht schließt mit der

Erklärung:

„Nach den Umständen, die uns in dem

Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte

vorgenommen und Maßnahmen

getroffen oder unterlassen wurden, hat

unsere Gesellschaft bei den Rechtsgeschäften

in jedem Fall eine angemessene Gegenleistung

erhalten und ist dadurch, dass

Maßnahmen getroffen oder unterlassen

wurden, nicht benachteiligt worden.“

Essen, 21. August 2009

TRIMET ALUMINIUM AG

Dr. Martin Iffert

Thomas Reuther

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 41


Jahresabschluss

Bilanz zum 30. Juni 2009

AKTIVA

in Tausend € Anhang 30.06.2009 30.06.2008

Anlagevermögen 1

Immaterielle Vermögensgegenstände 1.066 890

Sachanlagen 131.988 146.975

Finanzanlagen 76.062 73.808

Umlaufvermögen

42 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

209.116 221.673

Vorräte 2 92.606 102.092

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3 74.283 102.729

Liquide Mittel 4 111.416 106.747

278.305 311.568

Rechnungsabgrenzungsposten 394 519

PASSIVA

487.815 533.760

in Tausend € Anhang 30.06.2009 30.06.2008

Eigenkapital 5

Gezeichnetes Kapital 10.000 10.000

Kapitalrücklage 47.401 47.401

Bilanzgewinn 123.567 129.843

Rückstellungen

180.968 187.244

Rückstellungen für Pensionen 20.661 19.063

Sonstige Rückstellungen 6 36.964 25.852

Verbindlichkeiten 7

57.625 44.915

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 25.633 28.793

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.123 93.686

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 107 8.177

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen

ein Beteiligungsverhältnis besteht 60 0

Sonstige Verbindlichkeiten 190.299 170.641

249.222 301.297

Rechnungsabgrenzungsposten 0 304

487.815 533.760


Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009

in Tausend € Anhang 2008/09 2007/08

Umsatzerlöse 8 827.009 1.112.327

Verminderung/Erhöhung des Bestands an

fertigen und unfertigen Erzeugnissen -11.612 7.999

Andere aktivierte Eigenleistungen 9 461

Sonstige betriebliche Erträge 9 11.848 12.168

Materialaufwand 10 -640.106 -865.689

Personalaufwand 11 -77.666 -80.331

Abschreibungen -21.739 -22.781

Sonstige betriebliche Aufwendungen 12 -75.229 -101.175

Finanzergebnis 13 332 1.488

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12.846 64.467

Außerordentliches Ergebnis 14 -10.304 0

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 -1.318 -24.679

Jahresüberschuss 1.224 39.788

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 122.343 90.880

Vermögensminderung durch Abspaltung 0 -825

Bilanzgewinn 123.567 129.843

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 43


Jahresabschluss

Anhang für das Geschäftsjahr

vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften

des HGB und des AktG aufgestellt.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung

in der Bilanz und in der Gewinn- und

Verlustrechnung werden einzelne Posten

zusammengefasst und im Anhang erläutert.

Der Jahresabschluss ist in Tausend Euro aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird

nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden,

Währungsumrechnung

Die unter den immateriellen Vermögensgegenständen

ausgewiesene Software ist zu

Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige

lineare Abschreibungen, bewertet;

die Nutzungsdauer beträgt drei Jahre.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs-

oder Herstellungskosten, vermindert um

planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen,

angesetzt. Die Vermögensgegenstände

werden nach Maßgabe der jeweils

kürzesten, steuerlich für zulässig gehaltenen

Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei

voraussichtlich dauernder Wertminderung

der Vermögensgegenstände werden außerplanmäßige

Abschreibungen auf den beizulegenden

Wert vorgenommen. Seit 1999

erfolgten die Abschreibungen auf Zugänge

44 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

bis zum 31. Dezember 2007 grundsätzlich

nach der degressiven Methode. Druckgussanlagen

wurden linear abgeschrieben. Seit

dem 01. Januar 2008 erfolgen sämtliche

Abschreibungen auf Zugänge im Anlagevermögen

nach der linearen Methode. Geringwertige

Anlagegüter wurden bis zum

31. Dezember 2007 im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Seit dem 01. Januar 2008 werden

sie im Jahr der Aktivierung und den vier

folgenden Jahren zu je einem Fünftel abgeschrieben.

Erhaltene Investitionszuschüsse

werden von den Anschaffungskosten aktivisch

abgesetzt, steuerfreie Investitionszulagen

dagegen sofort ergebniswirksam

vereinnahmt.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten

oder dem niedrigeren beizulegenden

Wert bewertet. Ab dem Geschäftsjahr

2008/2009 werden Rückdeckungsversicherungen

im Finanzanlagevermögen unter

den Sonstigen Ausleihungen ausgewiesen.

Unter den Vorräten ausgewiesene Roh-,

Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren

werden zu Anschaffungskosten oder

zu niedrigeren Tageswerten angesetzt. In

den Geschäftsbereichen Primary Products

und Recycling werden unfertige und fertige

Erzeugnisse zu Herstellungskosten unter

Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die Herstellungskosten umfassen

neben den direkt zurechenbaren Kosten

auch die steuerlich einzubeziehenden Fertigungs-

und Materialgemeinkosten sowie

die Kosten der allgemeinen Verwaltung.

Die Herstellungskostenkomponenten beinhalten

die wahlweise ansetzbaren Aufwendungen

für soziale Einrichtungen und freiwillige

soziale Leistungen. Nicht einbezogen

wurden die Aufwendungen für betriebliche

Altersversorgung. In dem Geschäftsbereich

Primary Products erfolgt die Bewertung der

unfertigen und fertigen Erzeugnisse zudem

unter Anwendung des Verbrauchsfolgeverfahrens

LIFO. Die Bewertung der Erzeugnis-


se im Geschäftsbereich Automotive erfolgt

retrograd vom Netto-Verkaufspreis unter

Abzug von Abschlägen für Gewinn, Vertriebskosten

und Zinsen, ausstehende Bearbeitungsaufwendungen

und Ausschusskosten.

Das Niederstwertprinzip wird beachtet.

Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer

oder geminderter Verwertbarkeit ergeben,

werden durch Abwertungen ausreichend

berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

werden zu Nennwerten angesetzt.

Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit

mit erkennbaren Risiken behaftet

ist, werden angemessene Wertabschläge

vorgenommen. Auf Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen wurde wegen des

allgemeinen Kreditrisikos sowie zur Abdeckung

der Kosten aus der Inanspruchnahme

von gewährten Zahlungszielen eine

angemessene Pauschalwertberichtigung

gebildet. Langfristige sonstige Vermögensgegenstände

ohne Zinsanteil werden entsprechend

ihrer Laufzeit abgezinst.

Rückstellungen für Pensionen werden versicherungsmathematisch

nach dem steuerlichen

Teilwertverfahren mit einem Rechnungszinssatz

von 6 Prozent auf Basis der

Heubeck’schen Sterbetafeln von 2005 bewertet.

Sonstige Rückstellungen berücksichtigen

alle erkennbaren Risiken und ungewissen

Verpflichtungen und werden mit den Beträgen

der voraussichtlichen Inanspruchnahme

passiviert.

Die Rückstellung für Verpflichtungen aus

Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die

Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen

an die Mitarbeiter in der

Freistellungsphase soweit der Mitarbeiter

bereits zum Abschlussstichtag in einem

Altersteilzeitverhältnis stand und während

der Arbeitsphase die volle Arbeitsleistung

erbracht, jedoch nur das hälftige Vollarbeitsentgelt

erhalten hat sowie die Aufsto-

ckungsleistungen. Diese Rückstellungen für

Aufstockungsleistungen werden ratierlich

ab dem Beginn der Beschäftigungsphase

der Altersteilzeit angesammelt und mit

dem Barwert bewertet. Im Gegensatz dazu

werden für Verträge, die nach dem 01. Juli

2005 abgeschlossen wurden, die vollen

Aufstockungsleistungen zurückgestellt.

Zur Ermittlung der Ergebnisse aus schwebenden

Handelsgeschäften im NE-Metallhandel

werden Vorräte, Ein- und Verkaufsverpflichtungen

und die korrespondierenden Absicherungsgeschäfte

je Metallart zu einer

wirtschaftlichen Bewertungseinheit zusammengefasst.

Die Bildung einer Rückstellung

für drohende Verluste war nicht erforderlich.

Die Bewertung der zur Metallpreissicherung

der eigenen Aluminiumproduktion

geschlossenen LME-Kontrakte und die

entsprechenden Grundgeschäfte sind

auf Grund ihrer Sicherungsbeziehung als

Portfolio qualifiziert worden. Die aus der

Marktbewertung der jeweiligen im Portfolio

enthaltenen Kontrakte resultierenden

unrealisierten Verluste sind mit unrealisierten

Gewinnen anderer Kontrakte dieses

Portfolio bis zur Null-Linie verrechnet worden

(Zero-Linie-Ansatz). Der sich aus dieser

Betrachtung ergebende positive Überhang

zum Bilanzstichtag ist entsprechend dem

Realisationsprinzip nicht bilanziert worden.

Die aus den in Fremdwährung abgeschlossenen

Handelsgeschäften resultierenden

Währungsrisiken und die zur Währungssicherung

abgeschlossenen Devisentermingeschäfte

sind zum Bilanzstichtag als Bewertungseinheit

behandelt worden.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem

Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder

Währung werden zum amtlichen Mittelkurs

am Tag des Geschäftsvorfalls oder mit

dem niedrigeren bzw. höheren amtlichen

Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 45


Jahresabschluss

1. Anlagevermögen

e

Anschaffungs-/Herstellungskosten

in Tausend € 01.07.2008 Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.06.2009

Immaterielle Vermögensgegenstände

Software 3.191 203 0 106 3.500

Firmenwert 746 0 0 0 746

Geleistete Anzahlungen 275 353 -37 -106 485

Sachanlagen

Grundstücke und Bauten einschließlich der

4.212 556 -37 0 4.731

Bauten auf fremden Grundstücken 40.111 7.541 -43 3.236 50.845

Technische Anlagen und Maschinen 220.564 5.783 -1.443 1.628 226.532

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 28.938 2.609 -307 256 31.496

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.269 2.028 -1.209 -5.120 1.968

Finanzanlagen

295.882 17.961 -3.002 0 310.841

Anteile an verbundenen Unternehmen 67.675 0 -2.900 0 64.775

Beteiligungen 2.200 13 0 0 2.213

Wertpapiere des Anlagevermögens 5.601 163 0 0 5.764

Sonstige Ausleihungen 155 1 0 4.978 5.134

75.631 177 -2.900 4.978 77.886

375.725 18.694 -5.939 4.978 393.458

Von den Zugängen zum Sachanlagevermögen

sind erhaltene Zuschüsse in Höhe von

938 Tsd. € abgesetzt.

In den Abschreibungen auf Sachanlagen

in Höhe von 31.701 Tsd. € sind außerplanmäßige

Abschreibungen in Höhe von

11.133 Tsd. € enthalten, davon werden

10.304 Tsd. € unter den außerordentlichen

Aufwendungen ausgewiesen.

Die Umbuchungen im Finanzanlagevermögen

betreffen Umgliederungen aus dem

Umlaufvermögen.

Hinsichtlich der Aufstellung des Anteilsbesitzes

wird auf Anlage 4 verwiesen.

46 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


Kumulierte Abschreibungen Nettobuchwerte Nettobuchwerte Abschreibungen

30.06.2009 30.06.2008 2008/09

-3.056 444 431 -293

-609 137 187 -50

0 485 272 0

-3.665 1.066 890 -343

-12.679 38.166 29.446 -2.038

-143.037 83.495 102.977 -26.878

-23.053 8.443 8.406 -2.736

-84 1.884 6.146 -49

-178.853 131.988 146.975 -31.701

0 64.775 67.675 0

0 2.213 2.200 0

-1.824 3.940 3.777 0

0 5.134 156 1

-1.824 76.062 73.808 1

-184.342 209.116 221.673 -32.043

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 47


Jahresabschluss

2. Vorräte

in Tausend € 30.06.2009 30.06.2008

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 61.815 59.072

Unfertige Erzeugnisse 10.460 19.566

Fertige Erzeugnisse und

Handelswaren 23.219 27.966

Erhaltene Anzahlungen -503 0

Metallschulden -2.385 -4.512

92.606 102.092

Bei den Metallschulden handelt es sich

um von Kunden beigestelltes Metall, das

für die Produktion eingesetzt wurde. Der

aus der Anwendung des Verbrauchsfolgeverfahrens

LIFO resultierende Abschlag im

Vergleich zum Marktpreis beläuft sich auf

ca. 0,8 Mio. €.

3. Forderungen und sonstige

Vermögensgegenstände

in Tausend € 30.06.2009 30.06.2008

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen

Forderungen gegen

41.858 66.972

verbundene Unternehmen

Forderungen gegen

Unternehmen, mit denen ein

8.602 4.586

Beteiligungsverhältnis besteht 1 80

Sonstige Vermögensgegenstände 23.822 31.091

74.283 102.729

Bis auf sonstige Vermögensgegenstände in

Höhe von 2.978 Tsd. € haben alle Forderungen

und sonstigen Vermögensgegenstände

eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

48 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

4. Liquide Mittel

Unter diesem Posten werden Schecks, Kassenbestand

und Guthaben bei Kreditinstituten

ausgewiesen.

5. Eigenkapital

Das Grundkapital der TRIMET ALUMINIUM

AG beträgt 10.000 Tsd. € und ist in

10.000.000 Namensaktien eingeteilt.

6. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen

im Wesentlichen Verpflichtungen aus

dem Personalbereich, sonstige Risiken aus

strittigen Sachverhalten sowie Ansprüche

von Lieferanten.


7. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

sind in Höhe von 10.632 Tsd. €

durch Sicherungsübereignung von ausgewählten

Maschinen und maschinellen

Anlagen der Standorte Harzgerode und

Sömmerda besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen

Unternehmen enthalten mit 107 Tsd. €

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

davon Restlaufzeit davon Restlaufzeit

in Tausend € 30.06.2009 < 1 Jahr > 5 Jahre 30.06.2008 < 1 Jahr > 5 Jahre

Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

25.633 2.664 0 28.793 3.725 594

und Leistungen

Verbindlichkeiten gegenüber

33.123 31.974 0 93.686 48.686 0

verbundenen Unternehmen

Verbindlichkeiten gegenüber

Unternehmen, mit denen ein

107 107 0 8.177 8.177 0

Beteiligungsverhältnis besteht 60 60 0 0 0 0

Sonstige Verbindlichkeiten 190.299 190.299 0 170.641 170.641 0

- davon Steuern (2.974) (2.974) 0 (3.058) (3.058) 0

- davon aus sozialer Sicherheit (32) (32) 0 (35) (35) 0

249.222 225.104 301.297 231.229 594

8. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen den Verkauf

hergestellter Aluminiumprodukte in Formaten

und Druckgusserzeugnissen, die Umarbeitung

und das Recycling von Aluminium

sowie den Handel mit NE-Metallen. Die

Erlöse werden im Wesentlichen in Westeuropa

erzielt.

in Tausend € 2008/09 2007/08

Primary Products 444.798 662.690

Metals & Energy 266.549 289.701

Recycling / Automotive 194.576 255.983

Konsolidierung -78.914 -96.047

827.009 1.112.327

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 49


Jahresabschluss

9. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten

periodenfremde Erträge von 6.218 Tsd.

€, die im Wesentlichen aus der Auflösung

von Rückstellungen und erhaltenen Investitionszulagen

für Vorjahre resultieren.

10. Materialaufwand

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe und für bezogene Waren

beliefen sich auf 441.188 Tsd. € (Vorjahr:

616.229 Tsd. €) und die Aufwendungen für

bezogene Leistungen auf 198.918 Tsd. €

(Vorjahr: 249.460 Tsd. €).

11. Personalaufwand

in Tausend € 2008/09 2007/08

Löhne und Gehälter 62.412 63.777

Soziale Abgaben und

Aufwendungen für

Altersversorgung und für

Unterstützung 15.254 16.554

- davon für Altersversorgung (2.474) (3.836)

77.666 80.331

Die Anzahl der Beschäftigten (Jahresdurchschnitt)

betrug:

2008/09 2007/08

Produktion 1.371 1.348

Verwaltung 108 112

Auszubildende 89 85

1.568 1.545

Die Angabe gem. § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe

a) beträgt 2.303 Tsd. €.

50 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

12. Sonstige betriebliche

Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen

beinhalten periodenfremde Aufwendungen

von 1.422 Tsd. €, die aus Wertberichtigungen

auf sonstige Vermögensgegenstände

sowie sonstige Steuern in Höhe von

111 Tsd. € ( Vorjahr: 235 Tsd. €) resultieren.

13. Finanzergebnis

in Tausend € 2008/09 2007/08

Erträge aus Beteiligungen

- sämtlich aus verbundenen

Unternehmen

Erträge aus anderen

Wertpapieren und

Ausleihungen des

4.890 5.347

Finanzanlagevermögens

Sonstige Zinsen und

856 569

ähnliche Erträge

- davon aus verbundenen

2.923 3.107

Unternehmen

Zinsen und ähnliche

(329) (630)

Aufwendungen

- davon an verbundene

-8.337 -7.535

Unternehmen (-2.003) (-2.256)

332 1.488

Das Ergebnis einer Kommanditbeteiligung

wurde zeitgleich vereinnahmt.

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen

beinhalten periodenfremde Zinsen von

630 Tsd. €.

14. Außerordentliches Ergebnis

Im Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen

auf die Buchwerte von stillgelegten

Produktionsanlagen vorgenommen.


15. Steuern vom Einkommen und

Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

enthalten periodenfremde Steueraufwendungen

in Höhe von 8 Tsd. € (Vorjahr:

3.328 Tsd. €). Die in Vorjahren gezahlten

Steuern und Zinsen eines in der gerichtlichen

Klärung befindlichen Sachverhalts

wurden wegen des erwarteten positiven

Urteils nicht vollständig aufwandswirksam

geleistet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

und Haftungsverhältnisse

Finanzielle Verpflichtungen bestehen aus

Miet- und Leasingverträgen sowie Bestellobligo

für Investitionen in Höhe von 85.049

Tsd. €, davon gegenüber verbundenen

Unternehmen 40.599 Tsd. €.

Derivative Finanzinstrumente

in Mio. € Nominalvolumen Zeitwert

Devisen

30.06.2009 30.06.2009

Devisentermingeschäfte 179,7 -6,3

179,7 -6,3

Aluminium, Kupfer,

Strom, Emissionsrechte

Optionen 399,5 69,2

Termingeschäfte 4.993,9 151,0

5.393,4 220,2

5.573,1 213,9

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit

der TRIMET ALUMINIUM AG, Essen, ist

die Gesellschaft insbesondere NE-Metall-

und Strompreisschwankungen ausgesetzt.

Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken

durch den Abschluss von Termingeschäften

und Optionen zu begrenzen. Diese betreffen

vor allem Aluminium und Strom. Vereinbarungen

werden dabei ausschließlich

mit namhaften Brokern geschlossen und

im Rahmen des Risikomanagementsystems

überwacht.

Das Nominalvolumen der derivativen

Finanzinstrumente ergibt sich aus der Summe

sämtlicher Ein- und Verkaufskontrakte.

Swaps auf das gleiche Grundgeschäft erhöhen

das Kontraktvolumen. Der Marktwert

dagegen errechnet sich aus der Bewertung

aller Kontrakte zu den Preisen des Bewertungsstichtags

und gibt an, wie sich die

Glattstellung der Derivatekontrakte auf das

Ergebnis auswirken würde. Die Bewertung

erfolgt losgelöst von den Grundgeschäften,

d.h. die physischen Grundgeschäfte sind in

der Position nicht enthalten.

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 51


Jahresabschluss

Organe

Mitglieder des Aufsichtsrates sind

> Heinz-Peter Schlüter, Düsseldorf

Vorsitzender des Vorstands

TRIMET AG, Düsseldorf

(Vorsitzender, seit 27.02.2009)

> Dr. Thomas Ludwig, Düsseldorf

Vorsitzender des Vorstands

Klöckner & Co Aktiengesellschaft,

Duisburg

(bis 27.02.2009 Vorsitzender)

> Klaus Lichtenauer, Düsseldorf

Kaufmann

(Ehrenvorsitzender)

> Stefan Judisch, Essen,

Vorsitzender der Geschäftsführung

RWE Supply & Trading GmbH, Essen

(stellv. Vorsitzender, bis 27.02.2009)

> Wolfgang Zwingenberger, Baar/Schweiz

Direktor Trimet Schweiz AG,

Zug/Schweiz

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung

die vorgesehenen Bezüge

beschließt, beträgt die Aufsichtsratsvergütung

insgesamt 61 Tsd. €.

Vorstände der TRIMET ALUMINIUM AG

sind

> Heinz-Peter Schlüter, Düsseldorf

(Vorsitzender, bis 27.02.2009)

> Kay Bönisch, Heiligenhaus

(bis 19.03.2009)

> Kurt Ehrke, Schwerte

(bis 28.02.2009)

52 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

> Dr. Martin Iffert, Hünxe

(seit 01.03.2009)

> Thomas Reuther, Sprockhövel

(seit 01.03.2009)

Konzernabschluss

Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum

30. Juni 2009 wird in den zu veröffentlichenden

Konzernabschluss der TRIMET AG

(vormals 3 A Aluminium AG), Düsseldorf

(HR B 40965), einbezogen. Der Konzernabschluss

wird im elektronischen Bundesanzeiger

veröffentlicht.

Gewinnverwendungs vorschlag

Wir schlagen vor, den Bilanzgewinn von

123.567 Tsd. € vollständig auf neue

Rechnung vorzutragen.

Essen, 21. August 2009

TRIMET ALUMINIUM AG

Der Vorstand

Dr. Martin Iffert

Thomas Reuther


Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 30. Juni 2009

Name und Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Jahresüberschuss

1. MOFO Modell- und

(in %) (in Tausend €) (in Tausend €)

Formenbau GmbH, Harzgerode 100 612 -107

2. TRIMET Italia Srl.,

Pianezza/ Italien 100 49 3

3. TRINTO Mobilien-

Vermietungsgesellschaft

mbH & Co Objekt TRIMET KG,

Waltersdorf 100 64.010 4.890

A A

4. KS ATAG TRIMET Guss GmbH, Harzgerode 50 25 0

5. GfWI Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung und Innovation mbH,

B

B

Harzgerode 49 896 182

B

B

6. Enders Colsman AG, Werdohl 20 -209 -248

A

B

Angabe bezieht sich auf die Eröffnungsbilanz vom 17. April 2009.

Angabe bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2008 vom 01. Januar bis 31. Dezember 2008.

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 53


Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend

aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung

sowie Anhang – unter Einbeziehung

der Buchführung und den Lagebericht der

TRIMET ALUMINIUM AG, Essen, für das Geschäftsjahr

vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009

geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung

von Jahresabschluss und Lagebericht

nach den deutschen handelsrechtlichen

Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen

der Satzung liegen in der Verantwortung

des Vorstands der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage

der von uns durchgeführten Prüfung eine

Beurteilung über den Jahresabschluss unter

Einbeziehung der Buchführung und über

den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung

nach § 317 HGB unter Beachtung der vom

Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten

deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger

Abschlussprüfung vorgenommen.

Danach ist die Prüfung so zu planen und

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und

Verstöße, die sich auf die Darstellung des

durch den Jahresabschluss unter Beachtung

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

und durch den Lagebericht vermittelten

Bildes der Vermögens-, Finanz- und

Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender

Sicherheit erkannt werden. Bei

der Festlegung der Prüfungshandlungen

werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit

und über das wirtschaftliche und

rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie

die Erwartungen über mögliche Fehler

berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung

werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems

sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung,

Jahresabschluss und Lagebericht

überwiegend auf der Basis von Stichproben

beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrund-

54 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

sätze und der wesentlichen Einschätzungen

des Vorstands sowie die Würdigung der

Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses

und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung,

dass unsere Prüfung eine hinreichend

sichere Grundlage für unsere Beurteilung

bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen

geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der

bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen

Vorschriften und den ergänzenden

Bestimmungen der Satzung und vermittelt

unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsäch-

lichen Verhältnissen entsprechendes Bild

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

der TRIMET ALUMINIUM AG, Essen. Der

Lagebericht steht in Einklang mit dem

Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein

zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft

und stellt die Chancen und Risiken

der zukünftigen Entwicklung zutreffend

dar.

Essen, den 21. August 2009

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

(vormals KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft

Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft)

Zastrow

Wirtschaftsprüfer

Lurweg

Wirtschaftsprüfer


Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Heinz-Peter Schlüter, Düsseldorf

Vorsitzender des Vorstands

TRIMET AG, Düsseldorf

(Vorsitzender, seit 27.02.2009)

Dr. Thomas Ludwig, Düsseldorf

Vorsitzender des Vorstands

Klöckner & Co Aktiengesellschaft,

Duisburg

(bis 27.02.2009 Vorsitzender)

Klaus Lichtenauer, Düsseldorf

Kaufmann

(Ehrenvorsitzender)

Stefan Judisch, Essen

Vorsitzender der Geschäftsführung

RWE Supply & Trading GmbH,

Essen

(stellv. Vorsitzender, bis 27.02.2009)

Wolfgang Zwingenberger, Baar/Schweiz

Direktor Trimet Schweiz AG,

Zug/Schweiz

Vorstand

Heinz-Peter Schlüter, Düsseldorf

(Vorsitzender, bis 27.02.2009)

Kay Bönisch, Heiligenhaus

(bis 19.03.2009)

Kurt Ehrke, Schwerte

(bis 28.02.2009)

Dr. Martin Iffert, Hünxe

(seit 01.03.2009)

Thomas Reuther, Sprockhövel

(seit 01.03.2009)

Bereichsvorstand

Ilias Papadopoulos, Meerbusch

TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 55


Anschriften

TRIMET AG

Haus der Metalle • Am Bonneshof 5 • 40474 Düsseldorf

Telefon: +49 (0) 211 9618050 • Telefax: +49 (0) 211 9618081

Hauptsitz

TRIMET ALUMINIUM AG

Aluminiumallee 1

45356 Essen

Telefon: +49 (0) 201 366-0

Telefax: +49 (0) 201 366506

info@trimet.de

Werke und Büros

TRIMET ALUMINIUM AG

Am Stadthafen 51-65

45881 Gelsenkirchen

Telefon: +49 (0) 209 94089-0

Telefax: +49 (0) 209 9408960

gelsenkirchen@trimet.de

TRIMET ALUMINIUM AG

Aluminiumstraße

21129 Hamburg

Telefon: +49 (0) 40 29150-000

Telefax: +49 (0) 40 29150102

hamburg@trimet.de

TRIMET ALUMINIUM AG

Aluminiumallee 1

06493 Harzgerode

Telefon: +49 (0) 39484 50-0

Telefax: +49 (0) 39484 50620

harzgerode@trimet.de

TRIMET ALUMINIUM AG

Rheinmetallstraße 24

99610 Sömmerda

Telefon: +49 (0) 3634 333-0

Telefax: +49 (0) 3634 39111

soemmerda@trimet.de

56 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009

TRIMET ALUMINIUM AG

Unter den Linden 36

10117 Berlin

Telefon: +49 (0) 30 477094-0

Telefax: +49 (0) 30 47709420

berlin@trimet.de

Gesellschaften

TRIMET Italia s.r.l.

Piazza Europa 7

10044 Pianezza-Torino

Italien

Telefon: +39 011 9677472

Telefax: +39 011 9679262

info@trimet.it

MOFO

Modell- und Formenbau GmbH

Aluminiumallee 3

06493 Harzgerode

Telefon: +49 (0) 39484 96-0

Telefax: +49 (0) 39484 96100

info@mofo.de

Weitere Büros und Beteiligungen in Zug,

Moskau, Prag und Peking

www.trimet.de


TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009 57


58 TRIMET ALUMINIUM AG – GESCHÄFTSBERICHT 2008/2009


Klimaschutz ist das dringlichste Thema unserer

Zeit. Der aktive Erhalt von Umwelt und

Ressourcen kann nicht länger warten. Die

Notwendigkeit, CO 2 -Emissionen zu reduzieren,

ist unstrittig. Die Frage ist nicht, wann

oder warum, sondern wie und wo. Chancen

zu handeln gibt es genug: ein Beispiel

ist das klimaneutrale Drucken.

Nur als klimaneutral zertifizierte

Druckereien erfassen

lückenlos alle im Herstellungsprozess

entstandenen

CO 2 -Emissionen, die durch

Ankauf und Stilllegung hochwertiger Emissionsminderungszertifikate

ausgeglichen

werden. Beim klimaneutralen Druckprozess

werden nicht nur die zur Herstellung benötigte

Energie, sondern auch die verwendeten

Materialien, Transportwege und der

Personaleinsatz berücksichtigt. Somit wird

ein hoher Qualitätsstandard bei Berechnung

und Ausgleich der CO 2 -Emissionen

gesichert.

Der Ihnen vorliegende Bericht ist klimaneutral

gedruckt. Es wurden bei einer Auflage

von 1.500 Exemplaren 1,8 Tonnen CO 2 ausgeglichen.

Weitere Informationen finden Sie auch

hier:

www.climatepartner.com

Impressum

Redaktion:

TRIMET ALUMINIUM AG, Mathias Scheben

Satz, Gestaltung und Produktion:

TRIMET ALUMINIUM AG, Thomas Speier

Herstellung und Produktionsmanagement:

VVA - Vereinigte Verlagsanstalten GmbH, Düsseldorf

Fotografie:

Michael Lübke, Düsseldorf

Fotos:

Wir danken folgenden Geschäftspartnern, die es

uns ermöglicht haben, in ihren Prozessabläufen Fotos

machen zu können, bzw. die uns Fotos aus Ihrer Produktion

zur Verfügung gestellt haben:

Seite 18, Bild rechts:

KIA MOTORS Deutschland GmbH

Theodor-Heuss-Allee 11, 60486 Frankfurt

Seite 19:

Volkswagen AG Werk Kassel

Dr. Rudolf-Leiding-Platz 1, 34225 Baunatal

Seite 20, Bild links und rechts:

Gerhardi AluTechnik GmbH & Co. KG

Freisenbergstr. 16, 58513 Lüdenscheid

Seite 21:

Nielsen Design GmbH & Co. KG

Röntgenstr. 10, 33378 Rheda-Wiedenbrück

Seite 22:

Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG

Saatwinkler Damm 42-43, 13627 Berlin

Air Berlin Werkstatt, Flughafen Düsseldorf

Seite 23, Bild links:

Hydro Aluminium Deutschland GmbH,

Aluminiumstraße, 21129 Hamburg

Seite 23, Bild rechts:

Lamifil NV

Frederic Sheidlaan, B-2620 Hemiksem

Belgium


TRIMET ALUMINIUM AG

Aluminiumallee 1 • 45356 Essen

Telefon: +49 (0) 201 366-0 • Telefax: +49 (0) 201 366506

info@trimet.de • www.trimet.de

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