REDAKTOR/IN, FOTOGRAF/IN und ILLUSTRATOR/IN

vseth.ethz.ch

REDAKTOR/IN, FOTOGRAF/IN und ILLUSTRATOR/IN

AZB

8092 ZÜRICH

Zeitung der Studierenden an der etH nr. 8/08–09, 15. mai 2009

Sport


Polykum Nr. 8/08–09 Bilder: Hannes Hübner (Titelbild), Thomas Tschupp (Editorial) inhalt

10

12

08

VSetH 06 POCKETETH AUF DEM IPHONE von Claudia Schmid 07 HÖNGG CAL-

VSetH 00 SCHNEE, BOARDEN, PARTY von Basil Gasser 00 PROFESSOR

LING von Martin Sack SPort 8 «SPORT IST EMOTION PUR!» von Lucas Müller 9

WUNDERLIS SCHATZ von Julian Kölbel 00 STRESS AUF DER BÜHNE von Nico

«DER SPRUNG MEINES LEBENS!» von Ivana Leiseder 10 DUELL IM SÄGEMEHL von Ivana

Luchsinger 09 THEATERFANS, AUFGEPASST von Schmuel Stokvis interdiS-

Leiseder 11 AUF HOHEM ROSSE von Lucas Müller 12 «WIE DAS LEBEN IM ZEIT-

ZiPLinÄr 10 WIDER DEN ELFENBEINTURM von Michel De Cian 11 DOCTOR

RAFFER» von Oriana Schällibaum 13 WUT TUT GUT von Valentino Ciurlia 14 SPORT

OF PHILOSOPHY? von Maria Hakuba 12 UNIVERSITETH von Ingo Jenni 13 FAKUL-

IST MORD – EBEN DOCH von Barbara Lussi 15 SPORT ALMIGHTY? von Oriana Schälli-

TÄTSFREMD von Christoph Schnellmann 14 DIE NLER VOM HÖNGGERBERG von Maria

baum etHWeLt 18 ET TERRA MOVET von M. Carollo, S. Lilly und T. Bschorr

Hakuba 15 DAS GANZE von Pierre Macher 16 DER QUERDENKER von Michel De Cian

23 FAIRPLAY IST ANDERS … von Nicholas Preyss eXtraS 26 GERÜCHT 26

17 «KUNST IST PRIORITÄR» von Michel De Cian etHWeLt 23 STUDIS

FUGENDICHTUNG 27 POLYKÜMLER 27 PLATTENTELLER von Philipp Gautschi 27

AUF DER RENNSTRECKE von Ingo Jenni 25 MIT DEM VELO NACH AFRIKA (II) von

DER NÖRGLER 28 VVV von Oriana Schällibaum und Barbara Lussi 29 CRUXEREIEN

Simon Degelo eXtraS 26 NACH 4 ALLEIN IM HÖRSAAL von Michel De Cian

von Rolf Schwendener

26 WER SCHÖN SEIN WILL, MUSS LEIDEN von Coco 27 GGG von Pierre Macher,

11

David Mrusek und Maria Hakuba 29 CRUXEREIEN von Rolf Schwendener

PoLykum, Zeitung der Studierenden an der etH, nr. 8/08–09, 15. mai 2009

Universitätstr. 6, ETH Zentrum CAB, CH-8092 Zürich, Tel.

044 632 56 94, Fax 044 632 12 27, redaktion@polykum.ethz.

ch, www.polykum.ethz.ch

redaktionsleitung: Ivana Leiseder, Magdalena Oehen (mo)

redaktion: Lucas Müller, Oriana Schällibaum (os) Freie mitarbeit:

William Bradley, Valentino Ciurlia, Philipp Gautschi,

Hannes Hübner, Barbara Lussi (bl), Rudolf Merkle, Der Nörgler,

Stephan Schmitz, Rolf Schwendener, Thomas Tschupp, Marie

Veya Freie Beiträge: Thomas Bschorr, Marcella Carollo,

Simon Lilly, Nicholas Preyss, Martin Sack, Claudia Schmid, Daniel

Stuber VSetH-teil: Ann-Kristina Fritz Lektorat: Kornelia

Cichon Poster: Thom Grüninger Layout: Thomas Tschupp

gestaltung: Johanna Klaus, Peter Wittwer, Tamara Malenkovic

anmerkung der redaktion: Verbands äusserungen

sind gekennzeichnet, die übrigen Artikel widerspiegeln die

Meinung der Schrei ben den. Abdruck nur nach Ab sprache mit

der Redaktion. Anzeigen werden duch die Redakionsleitung

platziert. Das sinnwahrende Kürzen von Artikeln sowie das

Einsetzen von Titeln und Hervorhebungen sind der Redaktion

vorbehalten.

adreSSÄnderungen: Neue Adressen von Studierenden

und Angestellten der ETH müssen dem Rektorat gemeldet

werden.

adminiStration und agenda:

Kornelia Cichon, Tel. 044 632 57 53, Fax 044 632 12 27,

info@polykum.ethz.ch, agenda@polykum.ethz.ch

editorial

«No sports», antwortete Churchill seinerzeit

auf die Frage nach dem Geheimnis seines

hohen Alters. Damit ist der ehemalige Premierminister

Grossbritanniens einer Meinung

mit dem Antisportclub, dessen Devise Barbara

Lussi nachgegangen ist. Die Kehrseite der Medaille

beleuchtet Oriana Schällibaum, die sich

mit zwei Sport- und Militärfanatikern unterhalten

hat. Für sie ist ein Leben ohne Sport

undenkbar. Gleiches gilt für Valentino Ciurlia,

der im Karatetraining seine ganz persönliche

Oase findet. Auch Bundesrat und Sportminister

Ueli Maurer treibt gerne Sport, wie

er Lucas Müller im Exklusiv-Interview erzählt,

und weiss um die grenz- und kulturüberschreitende

Bedeutung des Sports. Simon «flieg,

Simi, flieg!» Ammann hätten wir als Vertreter

der sportlichen Zunft auch gerne interviewt,

doch leider hatte der Toggenburger ETH-Student

keine Zeit für uns. Wie wir im fiktiven Interview

mutmassen, lag dies an seinen zeitaufwändigen

Hochzeitsvorbereitungen ...

Um uns selbst nicht als vollkommen unsportlich

outen zu müssen, haben wir uns Schwingerhose

und Sennenhemd übergezogen und

uns in einem Selbstversuch zwei Stunden lang

im Sägemehl gewälzt. Unser Fazit: Schwingen

ist schwieriger, als man denkt.

Magdalena Oehen und Ivana Leiseder

anZeigenmarketing:

KRETZ AG, General Wille-Strasse 147, Postfach 105, 8706

Feldmeilen, Telefon +41 (0)44 925 50 60, Fax +41 (0)44 925

50 70, polykum.annoncen@kretzag.ch

redaktionS- und anZeigenSCHLuSS:

Nr. 9/ 08–09: 12.05.2009 (ersch. 12. 06. 2009, Ausländer)

Nr. 1/ 09–10: 04.08.2009 (ersch. 11. 09. 2009, Raum)

(Nr. 8/08–09 zum Thema Sport erscheint am 15.05.2009)

auFLage: Druckauflage 21 000 Expl., Mitgliederauflage 11

810 Expl. (WEMF bestätigt 2007), Gratisauflage 7582 Expl.

(WEMF bestätigt 2007), erscheint 9-mal jährlich

druCk: St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen

i n t r o

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Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Hannes Hübner

PrÄSikoLumne

der innere

Schweinehund

Wie immer sitzt mir die Redaktion des Polykum

mit dem Abgabetermin im Nacken,

nachdem ich das Schreiben der Kolumne

wieder mal rausgeschoben habe. Das liegt bestimmt

nicht zuletzt auch am Thema dieser

Ausgabe: Sport. Sportlich bin ich bestimmt

nicht und ich fühl mich gut dabei. Meistens

kann ich mich der Meinung von Winston

Churchill voll und ganz anschliessen.

Trotzdem gibt es auch bei mir Momente der

geistigen Umnachtung, wo ich mich zum

Sport hinreissen lasse. So kam es auch schon

vor, dass ich mich zum Superkondi beim

ASVZ habe überreden lassen. Zugegeben, das

Massenimkreisrumgerenne verfehlt sein Ziel

nicht und wäre der körperlichen Verfassung

bestimmt sehr dienlich. Aber mein innerer

Schweinehund ist bezüglich Sport gnadenlos.

Es findet sich immer leicht eine liegengebliebene

Arbeit, die ich gerade jetzt noch erledigen

muss. Dummerweise fällt dann schlussendlich

der Sport aus Zeitmangel weg, da ich

unmöglich meine Zeit anders hätte einteilen

können. Immerhin bleibt der gute Vorsatz,

dass ich dann nächste Woche Sport mache,

vielleicht. Vielleicht auch nicht, aber ich bin

natürlich jeweils untröstlich, dass der Sport

schon wieder auf der Strecke blieb.

Immerhin hätte ich jetzt noch mehr Möglichkeiten,

Dank dem neuen ASVZ-Palast auf

dem Hönggerberg. Besonders die Regenerationszone

wäre sehr verlockend, um sich von

den nicht gemachten sportlichen Aktivitäten

zu erholen. Aber dann müsste ich ja auf den

Hönggerberg, zum Beispiel mit dem Fahrrad.

Blöd ist nur, dass es da immer so bergauf geht.

Dann nehme ich doch lieber den sowieso

schon fahrenden Science City Link, um die

Auslastung zu verbessern. Oben angekommen

sollte es dann noch einen kleinen Golfwagen-

Shuttle von der Bushaltestelle zum Eingang

beim ASVZ geben. Dies, weil mein innerer

Schweinehund im Bistro sehr gerne Cappuccino

trinkt oder aufgrund seines MATL-Herzes

alternativ auch immer wieder gerne einen Besuch

im fünften HCI-Finger macht.

Zugegeben, das wäre dann schon minimal

übertrieben. So schlimm steht es auch

noch nicht um mich, denn immerhin bin ich

im Alltag sehr viel zu Fuss unterwegs. Wenn

ich alle Kilometer zusammenzähle, die man

als VSETH-Präsi durchs HG rennt, um an

allen möglichen Orten an eine Besprechung

zu gehen, kommt schon einiges zusammen.

Wenn die Treppenstufen beziehungsweise

die Höhenmeter doppelt gezählt werden,

sieht die Bilanz nochmals besser aus. Es ist eigentlich

bei vielen Sachen so, dass ich nicht

wirklich die Bewegung scheue, sondern eher

Turnhallen oder sonstige geschlossene Sporträume.

Ich mag es einfach nicht, wenn ich

in irgendwelchen dunklen Räumen (künstliches

Licht zählt nicht) rumrennen soll. Da

ist mir eine gemütliche Fahrradtour an einem

schönen Sommerabend schon viel lieber.

Auch gegen ausgedehnte Erkundungsspaziergänge

durch eine mir neue Stadt ist absolut

nichts einzuwenden. Hauptsache ist, jeder

kann machen, was er will, weil jeder steht

dazu, was er macht.

Euer VSETH-Präsident

daniel Stuber dstuber@vseth.ethz.ch

neWS

Summerbar

Vom 18.-29. Mai können die ersten lauen

Sommerabende wieder an der Uni Zentrum

unter den Sonnensegeln der

von StuRa und VSETH organisierten

Summerbar genossen werden.

www.summerbar.ethz.ch

einführungskurs ins analoge

Fotolabor

Für all jene, die noch nie Fotos in der

Dunkelkammer entwickelt oder alles

wieder verlernt haben, bietet die Fotokommission

des VSETH am 28. Mai 2009

einen Einführungskurs ins analoge Fotolabor

an. Anmeldungen bitte direkt an:

fotolabor@vseth.ethz.ch

theatersport im StuZ 2

Die Improtheatergruppe «Improfäkt» veranstaltet

am 19. Mai 2009 eine öffentliche

Probe! Der Eintritt ist frei, die Plätze

aber limitiert. Es wird um die Veranstaltung

auch einen kleinen Getränkeverkauf

geben. 5, 4, 3, 2, 1, los! im StuZ 2 .

Ab 20 Uhr.

reaktionen

Leserinnenbrief

«Ich empfinde diese Ausgabe [Nr. 6/08-

09 Anm. d. Red.] als Ohrfeige ins Gesicht

aller Menschen, die sich für Gleichberechtigung

nicht nur auf dem Papier einsetzen.

Eine Hochschule mit internationalem

Ruf sollte sich hüten, solche Artikel

zu veröffentlichen. […] Wenn man sich

über den Feminismus lächerlich macht

(siehe Artikel «Frauinnen an die Macht»),

verkennt man dessen Errungenschaften.

[…] Ohne den jahrelangen Einsatz vieler

mutiger und unnachgiebiger Frauen

wären wir niemals so weit, dass wir beispielsweise

selbstverständlich studieren

können oder unser selbstverdientes Geld

nicht mehr unseren Ehemännern abgeben

müssen. […] Die Argumentation

der Polykum-Redaktion ist sehr populistisch,

anstatt eine klare und gerechte

Meinung zu vertreten, wird ein Thema

aufgegriffen, von dem klar ist, dass damit

Lacher geerntet werden können. Gegenüber

der Gleichstellungsbehörde und

allen Menschen, die sich ernsthaft für

Gleichberechtigung zwischen Frauen und

Männern einsetzen, ist diese Ausgabe ein

reiner Affront.»

Sophia Haussener und Katharina Scheuner

i n t r o

5


VSetH

6

VSetH

etH-iPHone-aPPLikation

pocketetH

auf dem

iPhone

Fabian Aggeler und Mathias Wellig

haben die erste ETH-iPhone-Applikation

geschrieben.

Von Claudia Schmid

pocketETH, so nennt sich die erste iPhone-App

für Angehörige der ETH Zürich. Momentan

kann man darüber gratis SMS versenden

und die Menüs der wichtigsten

Mensen der ETH und Uni abfragen. Sie ist

gratis im App-Store von Apple erhältlich.

Wann hattet ihr die idee, eine iPhoneapplikation

für etH-Studierende zu

entwickeln?

Wir begannen mit der Entwicklung eines Dashboard

Widgets für Mac OS X, das über den

SMS-Gateway der ETH gratis SMS versenden

kann. So entstand schnell ein Prototyp für

das iPhone, den wir smsETH nannten. Das ist

mittlerweile über ein Jahr her, zu einer Zeit,

in der man noch nicht offiziell Programme für

das iPhone programmieren konnte. Es war

dementsprechend mühsam, diese Applikation

zu schreiben. Das ist auch der Grund, wieso es

beim Prototypen blieb. Später fehlte uns die

Möglichkeit, die verschiedenen Menüangebote

abzufragen. Als uns dann die Anfragen

von den ersten iPhone-3G-Besitzern überrollten,

entschieden wir uns, die Applikation

im App-Store anzubieten.

ihr habt ein silbernes iPhone, nicht

ein schwarzes oder weisses wie alle

anderen. Was hat es damit auf sich?

Wir waren schon seit Anfang von diesem

Gerät begeistert und besassen dementsprechend

früh beide ein eigenes. Diese ursprüng-

die menüs aller mensen auf dem iPhone.

liche Generation des iPhones wurde zuerst

nur in den USA vertrieben. Deshalb war das

Beschaffen und «Einrichten» ein wenig komplizierter

als heute. Da wir Informatik studieren,

konnten wir es nicht lassen, selbst Programme

für dieses Gerät zu schreiben.

Wie oft wurde eure app seit der Verfügbarkeit

heruntergeladen?

Laut Statistiken von Apple haben wir schon

über 1000 Downloads. Wir nehmen aber an,

dass es noch viele iPhone-Besitzerinnen und

iPhone-Besitzer an der ETH gibt, die unsere

Applikation noch nicht kennen.

Wie geht es weiter?

Noch dieses Semester werden wir ein Update

herausgeben, das neu eine eigene News-/

Events-Section hat, in der man beliebige ETH-

News und -Events abonnieren kann, und die

Möglichkeit hat, direkt Druckaufträge über

VPP zu senden. Auch wird man die SMS in

«Landscape mode» schreiben können, damit

man die Tasten des iPhones besser trifft.

Zudem werden die Menüs aller Mensen der

ETH und Uni angezeigt.

www.pocket.ethz.ch

pocketeth@lamma.ch

Claudia Schmid (22) studiert im 4. Semester Kunstgeschichte

an der Universität Zürich.

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Marc Gschwend

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Alexander Rudyk

FLik

Höngg

calling

Ende Mai findet wieder das legendäre

Open Air Kino der FliK statt. grosses kino auf dem Höngg: 1700 Besucher pilgerten 2008 an die Freiluftlichtbildschau.

Von Martin Sack

In der letzten Woche des Semesters hat

sich ein fester Terminkalender etabliert.

Dazu gehört seit 2003 die Freiluftlichtbildschau,

das zweitgrösste Freiluftkino in Zürich.

Sie hebt sich von den anderen allerdings dadurch

ab, dass wir von euch keinen Eintritt

verlangen. Letztes Jahr haben wir den Versuch

unternommen, an zwei aufeinanderfolgenden

Tagen Kinoprogramm zu bieten. Am

ersten Abend kamen 800 Zuschauer, um sich

«La Zona», einen von der Filmstelle ausgesuchten

mexikanischen Film, anzusehen. Für

die Überraschungsvorpremiere «In Bruges»

des SOSeth am nächsten Abend konnten sich

sogar 900 begeistern.

Wegen des grossen Erfolges werden auch

in diesem Jahr wieder zwei Filme gezeigt.

Beide werden am Dienstag, den 26. und Mittwoch,

den 27. Mai in der letzten Semesterwoche

zu sehen sein. Zum Rahmenprogramm

zählen auch dieses Jahr ein DJ-Bus, der ab 17

Uhr für sommerlich entspannte Stimmung

sorgen wird und die Versorgung mit Getränken

und Würsten zu günstigen Preisen.

Zur Abkühlung verkaufen wir dieses Jahr erstmals

auch Sorbetto, das Glacé, das man schon

von der Filmstelle kennt.

nach dem Film geht es weiter

Am ersten Abend wird es wie gehabt

einen Überraschungsfilm des SOSeth

geben. Für den zweiten Abend hat die Filmstelle

«Berlin Calling» gewählt. Es geht darin

um einen Berliner Elektro-DJ, der sich nach

einem Drogenrausch in der Nervenklinik wiederfindet.

Anschliessend an die Vorführung

wird bis um 3 Uhr im Loch Ness eine Afterparty

mit Zürcher DJs stattfinden, die passend

zum Film aus dem elektronischen Genre

auflegen werden. Für euren Heimweg wird

es Shuttlebusse durch ganz Zürich geben.

Schliesslich wollt ihr noch ein wenig Schlaf

geniessen, bevor es am nächsten Tag erneut

auf den Höngg zum SoNaFe geht.

Die ersten Zeichen der Freiluftlichtbildschau

finden sich schon seit Beginn des Monats

auf dem Hönggerberg. Wie untenstehend

in der Box erläutert, gewinnen wir den Strom

für das Kino mit Solarzellen, die auf der Piazza

ihren Dienst verrichten. Organisiert wird

der Event von Freiwilligen, die sich unter der

FLik goeS SoLar

Kommission Freiluftlichtbildschau versammelt

haben. Wir benötigen wieder Helfer, um

den Event durchzuführen. An den Vorführungstagen

fallen Aufgaben an der Bar und

am Grill an. Ausserdem müssen wir den Platz

bestuhlen und in der Nacht auf Donnerstag

wieder abbauen. Wenn ihr euch für eine der

Aufgaben interessiert, meldet euch bei mir.

Die Entlöhnung besteht aus freien Getränken

und einem grossen Helferessen im Sommer.

Da es uns um die Belebung des Hönggerbergs

geht, sind alle eingeladen. Bringt eure

Freunde, Verwandten, Nachbarn, alle mit!

www.freiluft.ethz.ch

VSetH

martin Sack (23) ist Mitglied der FliK und doktoriert an der

ETH Zürich in Mathematik. martin@vpm.ethz.ch

Wenn man von einer Filmvorführung hört, denkt man normalerweise nicht an Solarenergie.

Das soll sich jedoch ändern: Initiiert von [project21], der studentischen Organisation für

nachhaltige Entwicklung, wird der Energiebedarf für die diesjährige Freiluftlichtbildschau

am Höngg durch Solarstrom zur Verfügung gestellt. Bei einem geschätzten Bedarf von 50

kWh würde für den Event eine Panelfläche von ungefähr 55 Quadratmetern benötigt, um innerhalb

eines einzigen (bewölkten) Tages ausreichend Strom zu sammeln. Die Alternative

ist, eine kleinere Fläche über einen längeren Zeitraum zu nutzen. Deshalb wurde Anfang

Mai eine Solaranlage am Hönggerberg installiert, die über drei Wochen ins Netz einspeist.

So wird der Strom zwischengespeichert und kann dann am Filmabend direkt gebraucht

werden. Ob tatsächlich genügend Strom gesammelt wird, kann jeder persönlich an einem

Display bei der Anlage überprüfen. An einem bewölkten Tag wird aber nur etwa ein Viertel

der Maximalleistung erwartet. Es gibt also einen Grund mehr, auf einen sonnigen Mai zu

hoffen! Susanne Dröscher

7


ÜBerSiCHt

«Sport ist Emotion pur!» 8

«Der Sprung meines Lebens!» 9

Duell im Sägemehl 10

Auf hohem Rosse 11

«Wie das Leben im Zeitraffer» 12

Wut tut gut 13

Sport ist Mord – eben doch 14

Sport Almighty? 15

Sport

interVieW

«Sport ist

emotion pur!»

Wir haben mit unserem Sportminister Ueli Maurer über

Spitzensportler-Gagen, Doping und «nationale Gefühle»

bei Sportanlässen gesprochen.

Herr Bundesrat maurer, treiben Sie

Sport?

Ich versuche, soweit meine Agenda es zulässt,

weiterhin Sport zu treiben. Am liebsten bin

ich draussen in der Natur – etwa mit dem Velo

oder auf den Langlaufskis.

Welche Bedeutung hat Sport in der

heutigen gesellschaft? Warum sollte

der Staat Breitensport unterstützen?

Der Breitensport hat viele positive Faktoren.

In erster Linie ist er – vernünftig ausgeübt –

gesund für Körper und Geist. Dies wiederum

wirkt sich positiv auf die Gesundheitskosten

aus, was wohl bei der Prämienentwicklung

nicht ganz unbedeutend ist.

Warum sollte der Staat Leistungssport

fördern? Welchen nutzen für die Bevölkerung

und den Staat hat das?

Der Staat soll den Leistungssport nicht direkt

fördern. Dies ist Aufgabe der Verbände.

Der Staat kann aber günstige Rahmenbedingungen

für Spitzensportler schaffen – beispielsweise

im VBS mit der Spitzensport-RS.

Erfolgreiche Spitzensportler haben eine posi-

Zur PerSon

tive Sogwirkung für den Breitensport und bei

den Jungen eine Vorbildfunktion.

inzwischen ist Leistungssport sehr

kommerzialisiert. ist das wünschenswert?

ist es gerechtfertigt, dass Spitzensportler

solch grosse gagen beziehen?

Es gibt tatsächlich Auswüchse, die auch mich

befremden. Die Kommerzialisierung gewisser

Sportarten ist eine wirtschaftliche und gesellschaftliche

Entwicklung, die nicht vom

Staat gesteuert wird oder aufgehalten werden

kann. Vielmehr muss sich hier die Gesellschaft

fragen, wie weit sie mitmachen will.

«am liebsten bin ich draussen

in der natur – etwa mit dem

Velo oder den Langlaufskis.»

Warum sollte man noch an dem

Verbot des dopings festhalten, wenn

in vielen Sportarten systematisch gedopt

wird und sogar ganze Staaten

ueli maurer (58) ist seit dem 1. Januar 2009 als Mitglied des Schweizer Bundesrates Vorsteher

des Eidgenössischen Departemens für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.

Zuvor war er von 1996-2008 unter anderem Präsident der SVP Schweiz, Präsident des Zürcher

Bauernverbandes sowie Präsident des Verbandes Schweizerischer Gemüseproduzenten. Ueli

Maurer ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.

«mannschaftssportarten lösen nationale gefühle aus»: Ueli Maurer.

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Schweizerische Eidgenossenschaft

Polykum Nr. 8/08–09 Illustration: Raphael Beck

im Verdacht stehen, doping bei ihren

Sportler zu fördern? ist der kampf

gegen doping nicht gescheitert?

Doping schadet der Gesundheit und entspricht

nicht dem Grundgedanken der Fairness

im Sport. Wir haben im Sport auch eine

Verantwortung dem Nachwuchs gegenüber,

und dieser soll nicht mit Vorbildern konfrontiert

werden, die sich dopen. Der Kampf

gegen das Doping ist eine nie endende Arbeit,

denn die Entwicklung im Doping steht nicht

still.

Fördert Sport nationalistische Stimmungen

und Hass zwischen Völkern?

Sport ist Emotion pur. Vor allem Mannschaftssportarten

lösen nationale Gefühle aus –

man fiebert mit «seiner» Nationalmannschaft

mit. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen

dieser nationalen Gefühle verbindet der Sport

grenz- und kulturüberschreitend. Aktuelle

Beispiele in unserem Land waren die EURO

08 und die Eishockey-WM.

www.vbs.admin.ch

das interview führte Lucas müller (22). Er ist Redaktor

des Polykum und studiert im 6. Semester Chemie an der ETH

Zürich. lucasmb@student.ethz.ch

(k)ein geSPrÄCH mit ammann

«der Sprung

meines Lebens!»

Wir haben versucht, mit Simon Ammann

in Kontakt zu treten. Durch seinen österreichischen

Medienvertreter liess er ausrichten,

dass er so kurzfristig nicht für ein Interview

zur Verfügung stehe. Wie es vielleicht gewesen

wäre, mit Simi zu sprechen, zeigt nachfolgendes

fiktives Interview.

Hoi Simon. alles klar?

Ja, danke, ich fühle mich bombig – eine

super Saison liegt hinter mir!

das letzte Skispringen in Planica

liegt ja noch nicht weit zurück. du

wurdest dritter hinter Harri olli

und adam malysz. Was sagst du zu

diesem ergebnis?

Ich hatte den Sprung meines Lebens! Die

Landung war butterweich, ich musste nur

mit den Händen in den Schnee greifen.

Mit den 233 Metern habe ich einen neuen

Schweizer Rekord aufgestellt.

Super. du hattest in der Vergangenheit

ein bisschen mühe mit den medien.

Wie gehst du heute damit um?

Es hat sich schon ein wenig gebessert, hier

habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass

ich so sein kann, wie ich wirklich bin. Und

das ist geil!

Letzten Winter hat der Blick über

deine bevorstehende Heirat berichtet,

seitdem ist’s still geworden.

Läuten bald die Hochzeitsglocken?

Das geht nur mich und Jana etwas an. Wir

werden heiraten, wenn die Zeit richtig

ist. Auf jeden Fall planen wir eine romantische

Hochzeit. Jana und ich werden beide

Uschankas tragen ...

apropos uschankas: deine Freundin

ist ja russin. keine angst, dass sie

nur deines Promistatus’ wegen mit

dir zusammen ist?

Nein, das zwischen Jana und mir ist wahre

Liebe. Sie ist für mich extra aus Sibirien in

die Schweiz gezogen. (lächelt)

themenwechsel: Warum sagst du

immer «geil»?

Ich finde nichts schlimm daran. Ich habe mit

meinem Rektor einmal in einem Wörterbuch

nachgeschaut und schon im 16. Jahrhundert

wurde das Wort benutzt. (beisst in

seinen mitgebrachten Apfel)

isst du viel obst?

Als Skispringer ist es wichtig, dass ich mich

gesund ernähre. Und nichts Schweres esse.

Sonst geht der Flug nicht mehr so leicht.

Hast du mehr Zeit für dein etH-Studium,

jetzt, wo du nicht mehr fliegst

wie ein Vogel?

Ja, es geht. Ich bemühe mich, alles unter

einen Hut zu bringen.

kennst du die geschichte von

ikarus? das ist in der griechischen

mythologie ein Junge, der sich selbst

Flügel baut, in die Luft fliegt und abstürzt,

weil die Sonne den klebstoff

zum Schmelzen bringt. Hast du auch

angst, dass dir dies eines tages passieren

könnte?

Nein, daran denke ich nicht. Ich gebe einfach

bei jedem Sprung mein Bestes. Vielen

Dank noch an alle, die wo immer den

Daumen für mich drücken. Das finde ich

einfach voll geil!

www.simonammann.ch

SPort

das interview schrieb ivana Leiseder (23). Sie ist

Co-Redaktionsleiterin des Polykum und studiert im 6. Semester

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an der

Universität Zürich. ileiseder@polykum.ethz.ch

Simon «flieg, Simi, flieg!» Ammann: Der Toggenburger Skispringer ist bei allen beliebt.

9


SPort

10

duell im

Sägemehl

Schwingen – ein Sport für massige Bauern ohne Feingefühl?

Von wegen. Wir haben’s ausprobiert und uns in

Schwinghosen und Sennenhemd die Gelenke verrenkt. kein blosses Herumgezerre: Schwingen ist schwieriger, als man denkt – wie wir beim Selbstversuch feststellen mussten.

Von Ivana Leiseder

«Ihr müsst mit dem linken Arm über

die Schulter der Gegnerin greifen.» Daniel

Reichlin erklärt Magdalena und mir, wie der

Brienzer geht. Wir stehen in der Schwinghalle

des Schwingklubs Zürich und geben

unser Bestes, den berühmten Schwung möglichst

wenig tölpelhaft über die Bühne zu

bringen. «Nicht so verkrampft», sagt der aktive

Schwinger seelenruhig, während wir Rotz und

Wasser schwitzen. Dann hängt Magdalena mit

dem rechten Bein bei meinem linken ein und

schneller als mir lieb ist, liege ich am Boden.

Mein Rücken schmerzt und die anfänglich

über die Hüfte gezogenen Jutehosen baumeln

nun über meinen Knien. Ich sehe aus wie ein

schottisches Hochlandrind, das sich eindeutig

zu lange im Sägemehl gewälzt hat.

die taktik zählt

«Am meisten liebe ich am Schwingen,

dass es ein Zweikampfsport ist. Man ist auf

sich selbst gestellt. Das motiviert mich», sagt

Reichlin. Der 29-jährige Zimmermann, der

seit über zwanzig Jahren auf goldenem Boden

kämpft, ist an diesem Samstagnachmittag

Magdalenas und mein persönlicher Schwinginstruktor.

Auch mit von der Partie ist Reichlins

Kollege Christoph Thalmann, der in Zürich

die Jungschwinger leitet. Nach zehnjähriger

Pause schwingt er seit über einem Jahr

wieder aktiv: «Fussball ist nichts für mich»,

so der selbstständige Handwerker. «Das ist

doch kein Sport. Da schwinge ich lieber. Beim

Schwingen kann man sich nämlich nicht

hinter jemand anderem verstecken», sagt er

stolz.

Das Schwingen sei heute längst nicht

mehr nur ein Sport für Bauern: «Wir haben

Männer aus allen Berufen bei uns im Klub –

vom ETH-Studenten bis hin zum Banker»,

sagt Reichlin, der sich für die technische Leitung

des Schwingklubs verantwortlich zeigt.

Tatsächlich ist Schwingen im Trend, nicht

zuletzt dank der hohen Medienpräsenz von

Starschwingern wie Abderhalden. «Vielleicht

besinnen sich die Menschen aber auch auf

ihre Wurzeln zurück. Schwingen ist einfach

friedlich. Geh mal an ein Schwingfest. Dort

läuft jeder mit seinem Rucksäcklein herum. Es

braucht keine Securitas. Bei einem Fussballmatch

wäre dies undenkbar», so Reichlin.

Ziel beim Schwingen sei es, den anderen

auf den Boden zu bringen – egal, wie. «Dabei

müssen beide Schulterblätter den Boden berühren.

Wichtig ist, dass der überlegene

Schwinger den unterlegenen mit mindestens

einer Hand noch an der Schwinghose festhält.

Dann zählt der Wurf», erklärt Reichlin.

Die Schwinger wenden beim Zweikampf verschiedenste

traditionelle Griffe an, die allesamt

sprechende Namen tragen, wie etwa der

Übersprung oder der Hüfter. «Es gibt hunderte

von Schwüngen», lacht Reichlin. «Beim

Training beginnt man mit den einfachsten,

zum Beispiel mit dem Kurzen.» Genau diesen

sollen auch Magdalena und ich ausprobieren.

«Ihr müsst einander mit leicht nach rechts ge-

drehtem Körper übers Knie werfen», erklärt

uns Reichlin. «Komm Chrigl, wir zeigen es

ihnen.» Die beiden Schwinger drücken sich

die Köpfe an die Brust, ringen ein paar Sekunden

schnaubend miteinander, bevor

Reichlin seinen Kollegen flink auf den Boden

schleudert. «Und jetzt ihr.» Magdalena und ich

greifen uns an die Schwinghosen, tänzeln unsicher

mit den Beinen hin und her. Dann ziehe

ich mit aller Kraft und bringe Magdalena mit

einem Ruck auf den Boden. «Ja, genau so! Das

war super!», applaudiert Reichlin.

kein Wyberschwinget

Tatsächlich machen Magdalena und ich

keine schlechte Gattung. Aber wie ist das

denn mit den Frauen – dürfen die eigentlich

schwingen? «Oh Gott», lacht Thalmann, beinahe

hämisch. «Das ist doch absolut unspannend.

Ausserdem möchte ich meinen Kopf

nicht zwischen zwei Brüste stecken müssen.

Nein, danke.» Tatsächlich ist der Frauenschwingverband

eine vom eidgenössischen

Schwingverband getrennte Organisation, denn

die Eidgenössischen tolerieren das so genannte

Wyberschwinget nicht. In der Chefetage sei

man da vielleicht schon noch ein wenig konservativ,

so Reichlin. «Aber die Jungen haben

damit weniger Mühe.» Auch er selbst akzeptiere

schwingende Frauen. Nur sollten sie

sich vielleicht eine eigene Schwingtechnik aneignen:

«Männer arbeiten viel mit Kraft und

Explosivität. Das fehlt den Frauen halt einfach»,

sagt der blonde Schwinger schüchtern.

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Hannes Hübner

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Thomas Tschupp

Thalmann und Reichlin demonstrieren uns

den letzten Schwung für heute, den Bodelätz,

bei dem man sich offensichtlich sehr nahe

kommt – vielleicht zu nahe? «Daran denke

ich nicht. Mein einziges Ziel ist, den anderen

flachzulegen», sagt Thalmann. Im gleichen

Atemzug räumt der stämmige Schwinger ein:

«Gut, mit einem Schwulen könnte ich nicht

schwingen. Ich hätte Angst, dass er mich begrapschen

würde.» Reichlin sieht’s weniger

eng: «Mir ist egal, wer mein Gegner ist. Ein

Schwinger ist ein Schwinger.» Wir üben noch

ein wenig weiter, bis Magdalena mir bei einer

Bodenübung den Hals verrenkt. An diesem

Punkt gebe ich mich geschlagen, entschieden

schlecht gelaunt. Thalmann und Reichlin lachen.

«Irgendwie ist das schon noch lustig,

wenn zwei Weiber schwingen», schmunzelt

Thalmann – nicht ohne Schadenfreude.

Gehen wir jetzt wenigstens einen Kafischnaps

trinken, zur Feier des Tages? «Gerne», sagt

Reichlin, derweil ein verstohlenes Lächeln

über seine roten Wangen huscht. Zögerlich

fügt der grossgewachsene Schwinger hinzu:

«Wenn ihr Lust habt: Kommt doch einmal

vorbei im Training – wir würden uns freuen.»

Er greift zum Schlauch und spritzt geduldig

das Sägemehl von der Treppe, das bei unserem

Kampf die Schwinggrube verlassen hat.

www.zksv.ch

ivana Leiseder (23) ist Co-Redaktionsleiterin des Polykum

und studiert Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an

der Universität Zürich. ileiseder@polykum.ethz.ch

LuXuSSPort: PoLo

auf hohem rosse

Ist Polo ein Sport für Prinzen und Milliardäre?

Wir wollten’s wissen und machten

uns auf den Weg nach Unter-Ohringen bei

Winterthur zum «Polo Park Zürich».

Die Polospieler, von denen die meisten

Poloshirts tragen und etwa zur Hälfte

Männer sind, trainieren bei unserem Besuch

– am ersten Tag der Saison, die in Europa

von Mai bis September reicht – auf einer

Trainingswiese. Daneben liegen das circa

sechs Fussballfelder grosse Polospielfeld,

Stallungen und Weiden, auf denen drahtige,

argentinische Polo-Ponys grasen.

Einer der Reiter ist der Argentinier

Francisco Podesta. Im europäischen Winter

lebt er südlich von Buenos Aires und züchtet

dort Polopferde, die in alle Welt exportiert

werden. Für die Polosaison kommt er mit

seiner Familie in die Schweiz und managt

das Polospiel für den Polo Park Zürich.

21’000 Franken teurer Spass

Beim Polo ist es das Ziel der beiden

aus je vier Spielern bestehenden Mannschaften,

den Ball möglichst oft in das gegnerische

Tor zu schlagen. Ein Spiel kann entweder

vier, sechs oder acht Chukka lang

sein, wobei ein Chukka 7.5 Minuten dauert.

Nach jedem Chukka muss der Spieler sein

Pferd wechseln, da das Spiel für die Pferde

sehr anstrengend ist. Für Anfänger reichen

zwei Pferde aus, Profis brauchen bei ihren

schnellen Spielen vier Pferde.

Nachdem ein Pferd bis zu seinem

dritten Lebensjahr zum Polo-Pony ausgebildet

wurde, kann es ungefähr zehn Jahre

zum Polospielen und danach weiterhin zum

Ausreiten eingesetzt werden. Ein Polopferd

kann ab 10’000 Schweizer Franken gekauft

werden. Pro Jahr kostet das Vergnügen, Polo

zu spielen inklusive Trainerstunden und

Pflege der Pferde ungefähr 21’000 Franken.

11

In Argentinien ist Polo weit verbreitet und

die Spiele der Liga begeistern tausende von

Fans. In den weiten, flachen Pampas und

mit den vielen Pferden lässt sich Polo einfacher

erlernen und günstiger spielen als in

Europa. So kommen die meisten professionellen

Spieler aus Argentinien und spielen

seit frühster Kindheit Polo.

175 Pferde für 50 Spieler

In der Schweiz hat Polo noch keine

lange Tradition. Der Polo Park Zürich

wurde erst vor etwa zehn Jahren gegründet

und hat zurzeit 50 aktive Spieler, die wiederum

175 Pferde besitzen. Trotz der hohen

Kosten nimmt die Zahl der Mitglieder jährlich

um zehn Prozent zu, was ein europaweiter

Trend ist. In St. Moritz findet jeden

Winter der prestigeträchtige «Polo World

Cup On Snow» auf dem zugefrorenen St.

Moritzersee statt.

Polospielen kann man als Kind mit

sieben Jahren beginnen und bis ins hohe

Alter fortsetzen. Anfänger müssen nicht unbedingt

reiten können und ein Pferd besitzen,

sondern können das Reiten gleich

auf einem geliehenen Polopferd mit

Schläger erlernen. Erste Polo-Übungen

können nach einem Monat begonnen

werden und nach einem Jahr kann man sich

am ersten Spiel versuchen.

Wer Polo live erleben will, kann das

an jedem Samstag der Saison ab 16 Uhr im

Polo Park Zürich. Am letzten Augustwochenende

finden dort ausserdem die «Swiss

Open 2009» mit hochkarätigen Mannschaften

statt.

Polo ist sicherlich ein teurer und exklusiver

Sport, aber einen Prinzen oder König

haben wir in Zürich nicht gesehen. Dafür

sieht Polo nach einem Sport aus, der wirklich

Spass machen könnte – wenn wir nur

das nötige Kleingeld hätten ... (lm)

www.polopark.ch

Während Polo in argentinien tradition ist, zählt die Schweiz erst wenige Spieler.

SPort


SPort

12

«Wie das Leben

im Zeitraffer»

Im Glauben, dass Sport und Militär mehr verbindet

als der blosse Zusammenschluss im VBS, machten wir

uns auf die Suche nach Exponenten beider Kategorien.

Fündig wurden wir auf der Polyterrasse schnell. Liegestütz, kniebeugen und 100-kilometer-marsch sollen nicht nur Kampf-, sondern auch Lebensgeister wecken.

Von Oriana Schällibaum

Donnino, der drahtige, braungebrannte

Masterstudent, lässt die grosse Sporttasche,

sein Alter Ego, mit Schwung auf den Boden

fallen und erklärt: «Ich komme grad vom

Intervall-Training, für den Marathon. Davon

bin ich bisher schon drei gelaufen, und auch

Ultramarathons.» [Längere Strecke als Marathon,

Anm. d. Red.]

Weshalb tut man sich solche Trainings

und erst noch den Marathon an, fragt man

sich als Normalsterbliche unwillkürlich. Donnino,

der an der Uni Physik studiert, meint:

«Um mich wohlzufühlen, brauch ich einfach

Sport. Ich trainiere sechs Mal in der Woche.

Sonst habe ich Entzugserscheinungen, ich

werde ganz zappelig. Als positiver Trainingseffekt

kommen sicher die Muskeln hinzu, der

Gesundheitsfaktor zählt auch. Wenn du einen

Unfall hast, dann ist ein trainierter Körper

überlebensfähiger.» Für seinen ersten 100-

Kilometer-Marsch hat Donnino sich angemeldet

wegen des Reizes, sich auf einer

anderen Ebene als dem Studium, wo der

Lerndruck sehr hoch ist, durchbeissen zu

müssen.

«da wirst du geschliffen»

Sich durchzubeissen ist aber nicht nur

positiv. Donnino: «Ich bin mal krank einen

Marathon gerannt, letztes Jahr in Berlin. Ich

war kurz davor, aufzugeben. Mit gesundem

Menschenverstand hätte ich das auch getan.

Aber ich konnte es nicht akzeptieren und

hab’s durchgestiert. Da brauchte ich länger,

bis ich wieder gesund wurde, etwa einen

Monat.»

Cyrill, ETH Masterstudent in Erdwissenschaften

kurz vor dem Abschluss, braungebrannt

und muskelbepackt, berichtet vom

einschneidensten Erlebnis seiner sportlichen

Karriere: «Das war das Finish meines ersten

100-Kilometer-Marsches. Am Schluss der

Offiziersschule absolviert man eine Durch-

halteübung: Während zehn Tagen wenig

Schlaf, wenig Essen, viel Velofahren und

Laufen, da wirst du geschliffen. Und am

letzten Tag dann der 100-Kilometer-Marsch.

Nachher bist du Leutnant. Es gibt Augenblicke

im Leben, die sind Gold wert. Die kann

man nicht mal mit der Mastercard kaufen.» Ist

es die Begeisterung für das Militär oder

für den Sport, die den jungen Mann dazu

brachte, die Offiziersschule abzuschliessen?

Cyrill: «Mein Vater hat sehr viel Sport gemacht,

auch übers Militär. Darum bin ich

da reingekommen. Im Militär erbringst du

eine Leistung, die gesellschaftlich anerkannt

ist. Das Sportangebot ist sehr gross, das

machte mir immer Spass. Im Zivilen hab ich

eigentlich noch kaum einen Wettkampf bestritten.

Da bin ich wahrscheinlich zu

bequem dazu. Wenn du in der RS

bist, musst du einfach mitmachen.»

«Sobald man kein Ziel mehr hat, lebt

man nur noch so vor sich hin. Ein Ziel zu

haben ist etwas vom Wichtigsten.» Cyrill lebt

sein Leben nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip.

«Man muss sich selber klar sein: Wie viel Aufwand

will ich betreiben, um dieses Ziel zu erreichen?

Welchen Ertrag krieg ich, wenn ich

es erreicht habe?»

Der unhinterfragte Positivismus unse-

rer leistungs- und erfolgsorientierten Gesellschaft

gibt zu denken. Ein Mensch ohne Arbeit

und ohne gesellschaftlich anerkanntes Ziel ist

wertlos und damit untragbar geworden. Gerade

in Zeiten der Wirtschaftskrise birgt diese

Einstellung ein grosses Risiko.

eine Lebensschule

Aber Sport im Militär sei ja gerade kein

Einzelkampf, meint Cyrill: «Du bist mit deinen

Kameraden, die alle den gleichen

‹Scheiss› durchmachen und ebenso leiden.

Das schweisst zusammen.» Donnino, der die

RS ebenfalls gemacht hat, bestätigt: «Du bist

nur so stark wie das schwächste Glied!» Er

führt weiter aus: «Immer mehr Kaderleute

des Finanzsektors machen Überlebenstrainings

in Extremsituationen, um den Teamgeist

zu fördern, zum Beispiel Kletterausflüge

an extremen Wänden. Das kann so falsch

nicht sein, das mit dem Teamgeist.» Bleibt für

eine allfällige Notsituation bloss zu hoffen,

iStockphoto

dass sich hinter Teamgeist nicht nur ver-

Bild:

kappter Egoismus und Siegeswille verbergen.

Etwas gesunde Nächstenliebe täte es vielleicht

auch.

8/08–09

Vokabular und Geisteshaltung der er-

Nr.

folgshungrigen Berufswelt scheinen dem

Sport entlehnt. Dies steht ganz im Einklang Polykum

Polykum Nr.8/08–09 Illustration: Stephan Schmitz

mit dem unaufhaltsamen Trend des Körperkultes

und Fitnesswahns. Donnino: «Sport

ist eine Lebensschule! Man lernt Disziplin

und Zielstrebigkeit.» Gleiches gelte fürs

Militär, bestätigt Cyrill. Kann man denn

diese Qualitäten nicht auch anders erreichen?

«Sicher», meint Donnino achselzuckend.

«Aber wenn man darin nicht geschult

ist, braucht man einfach einen noch stärkeren

Willen. Tja, heutzutage gibt es Seminare für

alles. Es gibt natürlich auch erfolgreiche

fette Leute.»

Cyrill: «Sport ist ein Mikrokosmos des

Lebens. Du hast alles: Einen Wettkampf, du

hast Höhen und Tiefen – wie das Leben im

Zeitraffer.» Erfolg, Kampf und Disziplin sind

primär männliche Prinzipien. Fehlt da

nicht etwas? Cyrill: «Klar, es gibt viele Wer-

te, die man im Militär nicht holen kann, das

muss im Zivilen geschehen.» Ausserdem

lerne man im Sport und im Militär mit Niederlagen

umzugehen, vorauszublicken, aufzustehen

und weiterzukämpfen, betont Donnino.

Das klingt, als wäre das ganze Leben

ein Kampf? «Das kann man so sagen.»

oriana Schällibaum (23) ist Redaktorin des Polykum und

studiert Physik, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft

sowie Indogermanistik an der Universität Zürich.

oriana.schaellibaum@access.uzh.ch

karate

Wut tut gut

Als Student ist man es sich gewohnt, Gefechte

auszutragen. Kunstvoll wird das verbale

Florett geschwungen, mit sorgfältig

konstruierten Argumenten und geschliffenen

Worten wird debattiert. Ein Argument

eines Mitstudenten durch eine reductio

ad absurdum entkräften oder sogar

eine Äquivokation entlarven; ein Hochgenuss

für die studentische Seele. Selbstverständlich

werden Diskussionen an der Uni

sorgfältig codiert geführt, man ist ja kein

Barbar. Lieber Mitstudent hier, liebe Kolloquiumsteilnehmer

da, danke für die Wortmeldung,

danke für die Aufmerksamkeit,

danke für alles. Friede, Freude, Eierkuchen.

Regelrechter Harmoniefetischismus.

Um dieser (allzu) heilen Welt zu entfliehen,

lasse ich mich zweimal die Woche

auf etwas handfestere Diskurse ein. Das

Karate-Training findet in einem muffigen

Keller unter einer Pizzeria statt, die Menschen,

die ich hier treffe, heissen nicht Manuel

und Heiri, sondern Ivan und Burak.

Hier, fernab von Netiquette und «Du hast

natürlich Recht, aber man könnte es auch

anders sehen …», in diesem schlecht belüfteten

Keller finde ich meine kleine Oase.

Harmonie gibt’s schon genug

Das Training beginnt, nachdem wir

uns gemäss unserer Graduierung aufgestellt

haben (ganz rechts die Braun- und

Schwarzgurtträger, ganz links die Anfänger,

ich irgendwo dazwischen) mit einer

kurzen Meditation. Unser Sensei sagt, man

solle dabei versuchen, seine Gedanken nicht

festzuhalten, da es nicht möglich sei, an

überhaupt nichts zu denken. Mittlerweile

glaube ich aber, dass mir genau das gelingt

– klick und weg ist der ganze Alltag.

Kampfsport gibt mir die Möglichkeit,

eine Facette meiner Persönlichkeit zu

leben, auf die ich mich sonst (fast) nirgends

ohne negative Konsequenzen einlassen

kann. Karate ist für mich kein Weg zum inneren

Frieden und Harmonie – im Gegenteil,

hier kann ich loslassen, kann auch

mal wütend werden, eine gewisse Aggression

ist hier nichts Schlechtes. Das System

ist einfach und genial, jeweils am Ende des

Trainings (wenn man schon erschöpft ist)

finden Zweikämpfe (Randori) statt. Eigentlich

ist dabei kein oder nur leichter Kontakt

vorgesehen. Eigentlich. Aber bei Pierre

vom Stahlwerk muss ich mich nicht zurückhalten,

Dietmar schlägt ohnehin ohne Rücksicht

drauflos und gegen Burak und Ivan

kämpfe ich gerne, weil sie über 1,90 Meter

SPort

13

gross sind. Natürlich bekommt man mal

einen Kick in den Solarplexus, natürlich hat

man mal eine Faust im Gesicht. Es lohnt sich

aber, so merkt man schnell, diesen Preis

zu bezahlen und dafür zu spüren, wie man

kontinuierlich stärker, schneller und treffsicherer

wird – und schliesslich den Gegner

dominieren kann. Dieses Gefühl lässt sich

im Alltag durch nichts substituieren und ist

unbeschreiblich. Die Beine sind müde, der

Rücken brennt, die Fäuste sind schwer und

es bleibt einem nicht anderes übrig, als den

leeren Kohlenhydratespeicher mit Wut auszugleichen.

Wut auf die Schaumschlägereien

an der Uni, Wut auf den Klugscheisser

im Philo-Seminar, Wut auf den selbstverliebten

Dozenten.

Es fühlt sich so viel besser an, dem Zorn

freien Lauf zu lassen, anstatt Ende Semester

auf dem Feedback-Formular einfach

negative Kreuzchen zu machen und Kommentare

mit subtilem Sarkasmus zu hinterlassen.

Nicht, dass ich das nicht auch mag,

aber seien wir ehrlich: So richtig befriedigend

ist das nicht.

Ich bin kein Schlägertyp, überhaupt

nicht. Noch nie in meinem Leben bin ich

ausserhalb des Dojo in eine Situation physischer

Gewalt geraten. Im Karate finde ich

Abstand von der überharmonischen Realität

an der Uni, Abstand von Menschen, die

nur aus Köpfen zu bestehen scheinen oder

die ihr Herz auf Weichspüler gestellt haben.

Und wie narkotisierte Hindukühe durchs

Leben gehen. (vc)

Handfeste diskurse im Karate-Training.


SPort

14

Sport ist mord –

eben doch

Denn «Schweiss ist, wenn Muskeln weinen» – (auch)

zitiert nach dem Antisportclub.

Von Barbara Lussi

Gratulation einem jeden der meint, sich

nach körperlicher Betätigung besser als davor

zu fühlen – Sympathie aber nur jener realistischen

Randgruppe, die den Wunsch kennt,

nach gerannten Kilometern aus dem eigenen

Körper zu steigen.

Die Gegenwart hegt zwei entgegengesetzte

Blickwinkel, was den Umgang mit

sportlicher Tätigkeit betrifft. Wird die neutrale

Meute ausgeblendet, die nicht über ihre

Beziehung zu Sport grübelt, bleiben nur der

überzeugte Anhänger und Verweigerer übrig.

Zugegeben, das klingt nicht weiter revolutionär,

aber die Frage nach der Motivation

macht jene Zweiteilung schwerwiegender als

der Fakt, dass es genauso jene gibt, die Giraffen

mögen, während andere sie nicht sehen

wollen. Oder Spaghetti nicht leiden können.

Oder Teppichfransen.

Anders als eine Giraffe ist sportliche Tätigkeit

nicht eine Frage des Gefallens, denn

aus dem Gefallen an einer Giraffe geht kein

vermeintlicher Vorteil hervor. Ob aber Sport

zur persönlichen Notwendigkeit oder Unmöglichkeit

erklärt wird, rührt davon her,

für wie aussichtsreich die Schinderei gehalten

wird. MediaShop macht’s vor: Gleich

ob das PowerBoard («das ultimative Fitnessgerät

der neuesten Generation!») oder der

AB-Doer® Xtreme («statt dickem Bauch knallharte

Bauchmuskeln!»), in Aussicht scheint

fleischliche Seligkeit gestellt. Mit der angebotenen

Seligkeit konfrontiert, wird das «Ja!» zu

dem PowerBoard verschluckt oder euphorisch

gerufen, wobei die Euphorie des Rufenden

nicht von ungefähr kommt, sondern vom Kult

um den Körper, und damit das Amen hinter

die Lehren der Lifestyle-Schublade setzt. Aus

Spass oder Gefallen wird wohl keines der Geräte

ins Haus geholt.

teurer unspass

Der Anhänger kalkuliert. Feilend an der

körperlichen Seligkeit entlarvt er Sport als

Mittel zum freudigen Spiegelbild und Luxusartikel

des Egozentrikers, der in den meisten

Fällen die Züge simpler Freizeitbeschäftigung

abgelegt hat. Bewegung ist selten nur Freude,

und der Anhänger – gleich ob mit dem Power-

Board oder mit anderer Maschinerie, gleich

ob auf dem Spielfeld – lügt, wenn er aufschreit,

dass ihm Sport nichts als Freude bereitet.

Powerboarden, rennen oder pilaten Anhänger

los, oder trimmen sie zwischen Metall

und Kilogewichten die Hühnerbrust um ein

Lächeln der Blonden zu ergattern, schwitzen

sie doch Schweinchen so gleich. Schweinchensein

macht keinen Spass, genauso wenig

wie die Faust, die anderen Anhängern aufs

Auge kommt; als Gutheissung des Ausgangs

von Ballspielen kommt dies viel zu häufig vor,

als dass noch viel Spass zu erkennen wäre.

Mit nur einem Auge sowieso nicht.

Das richtige Mass, die vermeintliche Vitalität,

der Sieg: Humbug. Spass sieht anders

aus. Sport kostet – Studiogebühren oder die

Spass geht anders – das würde neben dem Antisportclub bestimmt auch W inston Churchill unterschreiben.

Gesundheit. Erst das bisschen Nonchalance

des Verweigerers stellt diese Tatsache ehrlich

fest.

Nicht allein Tätigkeit verbindet Menschen.

Dass auch Nichtstun zum Bindeglied

werden kann, legt der Antisportclub Main-

Tauber nahe. Gegründet im Sommer 2005

von drei (nicht dicken, im übrigen) Abiturienten,

erfreut sich der Club der regsamen Beachtung

sportverfluchender Herzen; seit Beginn

der Weltmeisterschaft ein Jahr darauf

– selbst betitelt als «Affront gegen den Zeitgeist»

– sorgt auch die Internetpräsenz des

Vereins dafür, dass antisportliches Gedankengut

zum Schutze Unsportlicher verbreitet

wird.

Zusammen nichts tun

Dabei spricht der Antisportclub mit

seinen Grundregeln der Gruppe von Verweigerern

aus der Seele, wenn er feststellt: «Die

reine Gegnerschaft gegenüber allen Abarten

sportlicher Aktivität ist unsere Sache nicht!»

Bradley

Beileibe nein, aber empfohlen wird «so wenig

Anstrengung, Bewegung und Sport wie nur

William

eben möglich» zu tun, gleichzeitig reinzuhauen,

steht Leckeres auf dem Tisch, und «so

zu leben, als ob es kein Morgen gäbe», um

Illustration:

damit ein Zeichen zu setzen: Die Lifestyle-

Schublade wird zugeschlagen.

Verweigerer zu sein ist dabei bei weitem

8/08–09

nicht nur Sache stupider Langweiler. Selbst

Nr.

Randgruppen haben ihre Anführer. Und jener

überzeugter Verweigerer kann sich sehen Polykum

Polykum Nr.8/08–09 Bilder: iStockphoto

lassen: «Sport is murder», sagte schon Churchill,

der ja viel Schlaues sagte. Sekundär ist

es da, dass Churchill mittlerweile tot ist. Das

Wort lebt weiter, oder wird im mindesten von

Wortanhängern am Leben gehalten. Die ausgedrückte

lebensschädliche Wirkung, die im

Sport liegt, ist somit einer von wenigen Gemeinplätzen,

der bereitwillig unterschrieben

wird. Her mit dem Stift – auch darum, weil

Churchill Recht hat: Mehr als einmal hat

Sport schon böse und endgültig geendet.

Gleich ob jener Marathonläufer, der – angekommen

in Athen – noch auf dem Marktplatz

wegtrat, oder Kameruns Nationalspieler Foe,

den sein Sportlerherz niederstreckte: Manch

einer täte gut daran, an der Idee des ASC zu

halten: «Je früher man beginnt, seine Fehler

einzusehen, desto schneller steht man wieder

mit beiden Beinen auf der Erde, statt eines zu

verlieren». Auch wenn die Wahrscheinlichkeit

für den Tod durch Sport eher klein ist: Einer

ist immer dieser eine von sechs, den es trifft.

Oder dieser eine von sechzig – egal von wie

vielen. Kommt man drunter, tut es nicht mehr

viel zur Sache, wie viele darum herum verschont

geblieben sind. Fettpölsterchen zum

Trotz: Der Fernsehsessel kann retten.

www.antisportclub.de

Barbara Lussi (19) ist freie Mitarbeiterin des Polykum und

studiert im 2. Semester Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft

an der Universität Zürich. barbara-lussi@bluewin.ch

SPort aLS LeBenSForm

Sport almighty?

Ich siege, also bin ich – die postmoderne Lebensüberzeugung.

Wenn ich nicht gegen

andere siege, so siege ich gegen mich selbst,

wenn ich nicht gegen mich selbst siege, so

doch gegen mein Körperfett, wenn ich nicht

gegen mein Körperfett siege, dann doch

über das Wetter; wir kennen die Litanei,

wenn nicht über das Wetter, dann halt über

die lästige Prüfungsnote. Fazit: Treib Sport!

Lebensnot(wendigkeit)

«Ich ging auf Drängen von Freunden

nach langem Zögern und Selbstmordversuchen

zum Psychiater. Er sagte mir, ich solle

joggen gehen.» Diese Aussage hat keinen

Seltenheitswert mehr. Sport ist das Allerheilsmittel.

Wie wird man Ärger, Stress

und mangelndes Selbstbewusstein am einfachsten

los? Wie zeigt man’s der ganzen

Welt, was für ein Prachtskerl oder eine Powerfrau

man eigentlich ist? Eben. Hopp,

Sport, hopp.

Natürlich geht es hier nicht darum, jegliche

Bewegung zu verurteilen und das Paschatum

zum besingen. Aber hat nicht der

alltägliche Tenor Züge des Wahns angenommen?

Ohne Sport keine Muckis – nun ja, das

ginge ja noch. Ohne Sport keinen schönen

Körper – wie war das nochmals mit der

Schönheit von Innen oder – etwas ganz

Exotisches – individueller, natürlicher

Schönheit? Längst passé. Ohne Sport keine

Gesundheit – da wird’s schon brenzlig.

Ohne Sport kein Erfolg, ohne Sport kein

Teamgeist, ohne Sport keine Freu(n)de ...

Mir klingeln die Ohren, ich werde rot vor

Scham und grün vor Neid und Gelb vor

Missmut. Gar ohne Sport kein Glück, kein

Leben, keine Existenz? Moment mal. Hätten

wir nicht spätestens hier laut stopp rufen

müssen? (Aber die, die stopp rufen wollten,

SPort

15

sind ja eh die Raucherjunkies, denen die

Puste ausgegangen ist. Da kommt nur noch

ein trockener Husten heraus.) Also weiter

im Takt.

der letzte moralische

imperativ

Die Entwicklung des Sports im 20.

Jahrhundert ist ein universales Phänomen.

Er ergreift die Massen, die Massen ergreifen

ihn. Alexander March diagnostiziert den

Sport in seiner Studie «Sport in der Suchtgesellschaft

– Suchttendenzen im Sport»

überzeugend als Vehikel der Sinnsuche. Er

kommt zum Schluss, dass Suchtverhalten

durch Sport gefördert statt gemindert

werden könne. Die Trendmaschinerie der

Selbstverwirklichung hat sich den Sport einverleibt

und ein patentes Sinnmuster rausgespuckt.

Denn als (Pseudo-)Authentizitäts-

und Identitätsgarant macht Sport natürlich

Sinn – sofern und solange die sportlichen

Handlungen vom Ausführenden mit Sinn

aufgeladen werden! Anders drückt dies eine

(sportliche) junge Frau in studentischem

Umfeld aus: «Sport ist zum moralischen Imperativ

geworden. Treibst du keinen Sport,

bist du ein schlechter Mensch.»

neue, verbesserte rezeptur

Man nehme ein menschliches Wesen,

werfe ihn in einen Topf mit anderen, gebe

eine Prise Leistungsdruck dazu, einen

vollen Löffel Rumkommandiererei, einen

Schuss Natur, extrahiere dann träufelnd die

Kultur und lasse ihn schmoren in seinem eigenen

Schweiss. Schliesslich mit Ruhm abschmecken

und heraus kommt, triefend,

der erfolgreiche Mensch von heute. Eisern,

gestählt, durchtrainiert, positiv denkend,

leistungswillig, latent autoerotisch, garantiert

fit, diszipliniert, engagiert, und, vor

allem, simply perfect. (Roger lässt, oder

besser, liess grüssen.) Eine Investition in

die eigene Existenz (nach March), die sich

lohnt. Homo sporticus vivat. (os)

ohne Sport keine muckis, keine Freu(n)de, keine Gesundheit, kein Erfolg, kein Leben?


etHWeLt

18

PoLykum nr. 8/08–09

etHwelt

Die gesammelten Werke von Polykum-

Cartoonist Thom Grüninger sind als Sammelband

erhältlich. Das Buch «ULF von Grüninger»

kann im Sekretariat des VSETH im StuZ2 (CAB E27) für 11 Franken gekauft werden.

uLF – das Buch

aStrotage

et terra

movet

Zur Feier des Jahrs der Astronomie

lud das Astronomiedepartement zur

grossen Ausstellung.

Von M. Carollo, S. Lilly und T. Bschorr

Vor 400 Jahren benutzte Galileo Galilei

zum ersten Mal ein Teleskop, um den Himmel

zu beobachten. Dieser erste Blick in die Tiefen

des Universums bildete die Grundlage für

die bahnbrechenden Entdeckungen seines

«Annus Mirabilis» 1609. Zur Feier dieses 400-

Jahre-Jubiläums erklärten die UNESCO und

die «International Astronomical Union» (IAU)

dieses Jahr zum «Internationalen Jahr der Astronomie».

Erklärtes Ziel ist, die Astronomie

einem breiten Publikum näherzubringen und

dieses bei der Annäherung an diese faszinierende

Wissenschaft zu unterstützen. Auf diese

Weise soll den Menschen ihr eigener Platz im

Weltall bewusst und die Bedeutung der Astronomie

als internationale Wissenschaft erkannt

werden.

«Bis zur grenze des sichtbaren

universums»

Als Teil dieses weltweiten Unterfangens

hat das Institut für Astronomie der ETH im

April ein facettenreiches Programm zusammengestellt.

Kernstück dieser Aktivitäten

bildete eine grosse Ausstellung, die am 4.

April eröffnet wurde und bis am 29. April andauerte.

Der Titel der Ausstellung, «Bis zur

Grenze des sichtbaren Universums: Astronomie

von Galileo bis heute», spiegelte ihre

drei Themenschwerpunkte wider.

Zum einen zeigte ein historischer Abschnitt

Galileos eigene Entdeckungen im wissenschaftlichen

Umfeld der späten Renais-

grosse und kleine ausstellungsbesucher lau-

sance. Diese wurden während des ersten Wochenendes

durch das Ausstellen mehrerer Originalbücher

aus dem Bestand der ETH Bibliothek

besonders eindrucksvoll illustriert. Dabei

wurde auch eine kostbare Ausgabe der ersten

Auflage von Galileos «Sidereus Nuncius» aus

dem Jahr 1610 gezeigt.

Ein zweiter Abschnitt der Ausstellung erläuterte

die Abfolge der Entwicklung der Teleskope,

beginnend mit funktionierenden Repliken

von Galileos eigenem Instrument aus

dem Jahr 1609, dem 1670 von Isaac Newton

genutzten Teleskop, bis hin zu einem Modell

der neusten 8-Meter-Teleskope, die heute in

Chile verwendet werden. Die stetig zunehmende

Grösse dieser «Augen» der Menschheit

wurde durch beleuchtete Kreise dargestellt,

die den Besucher durch die Ausstellung leiteten,

während über ihren Köpfen das Modell

eines astronomischen Beobachtungssatelliten

die Bedeutung des Weltalls verdeutlichte.

Der letzte Abschnitt präsentierte schliesslich

die moderne Astrophysik und hob nicht

nur die Fortschritte der letzten Jahrzehnte

über das Wissen unseres Universums hervor,

sondern auch die Rolle, die die ETH in diesem

wissenschaftlichen Abenteuer spielt.

Saturn mal ganz nah

Die ersten Besucher der Ausstellung am

3. April waren fast 1000 Schulkinder aus der

Umgebung von Zürich. Sie besuchten Vorträge,

verschiedene Aktivitäten und präsentierten

ihre Klassenprojekte – Modelle von

Polykum Nr. 8/08–09 Bild: Institut für Astronomie

PoSter


mai – 12. Juni 2009

agenda 15.

SamStag 6. Juni 2009

tanZParty TANZQUOTIENT

Tanzparty. Eine gute Gelegenheit, sich bei stimmungsvollem

Ambiente und Musik verschiedener

Stilrichtungen der gelernten Schritte zu

erinnern. GEP/Alumni Pavillon, Polyterrasse.

Ab 20 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

Freiluftlichtbildschau. Film von Hannes Stöhr.

D 2007, 109 min, D. Berlins Rhythmus und Beat

mit Herz und Seele in Film und Musik. Mit Afterparty

im Loch Ness featuring DJs: Perlen

der Südsee (Glücksscherben, Zürich) & Jestics

(.morts, hamburg / kiez!!, zürich). Piazza Hönggerberg.

Filmstart bei Dämmerung. Bar und

Grill ab 17 Uhr.

www.fi lmstelle.ch www.freiluft.ch

dienStag 19. mai 2009

Freitag 15. mai 2009

VorPremiere: tokyo! FILMSTELLE

VSETH, FRENETIC FILMS & KINO RIFF RAFF

Film Vorpremiere. Joon-ho Bong («Shaking

Tokyo») Leos Carax («Merde») Michel Gondry

(«Interior Design») 112 min, 35 mm, Ov/d/f.

Drei Mal Fantastische Welten für Studenten

zum gewohnten Filmstelle Vorzugspreis von 5

Franken! Mit Einführung zum Film. Kino Riff

Raff, Zürich. 20.45 Uhr.

www.fi lmstelle.ch www.riffraff.ch

tanZkurSe TANZQUOTIENT UND ASVZ

Tanzkurse. Von 18 Uhr bis 19.15 Uhr Introduction

to Ballroom Dances. Von 19.15 Uhr bis

20.30 Uhr Latin Dances. Keine Anmeldung notwenig.

Kurs gratis. ASVZ Hönggerberg, Raum 3.

Ab 18 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

Freitag 12. Juni 2009

donnerStag 28. mai 2009

SamStag 16. mai 2009

arkadien THEATERGRUPPE AKITIV

Dernière.Theaterstück von Tom Stoppard. Die

Theatergruppe akitiv freut sich, dieses Jahr

zum zehnten Mal auf der Bühne im aki Zürich

zu stehen. Unser Jubiläumsstück «Arkadien»

steht unter dem reisserischen Motto: Literatur,

Sex und Tod in Sidley Park. Das moderne

Drama von 1993 zählt zu den besten und bekanntesten

Stücken des Engländers Tom Stoppard,

der als lebender Klassiker der Bühnendichtung

gilt. Es spielt auf zwei Zeitebenen und vereint

in sich raffi nierte wissenschaftliche Fragestellungen,

eine spannende Kriminalintrige,

mehrere Liebesverwicklungen und typisch britischen

Sprachwitz. Regie: Tobias Grimbacher.

Grosser Saal des aki, Hirschengraben 86, Zürich.

20 Uhr.

www.aki.ethz.ch/akitiv

einFÜHrungSkurS FotoLaBor FOTO-

KOMMISSION VSETH

Freitag 22. mai 2009

Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz

tanZkurSe TANZQUOTIENT UND ASVZ

Tanzkurse. Von 18 Uhr bis 19.15 Uhr Introduction

to Ballroom Dances. Von 19.15 Uhr bis

20.30 Uhr Latin Dances. Keine Anmeldung notwenig.

Kurs gratis. ASVZ Hönggerberg, Raum 3.

Beginn 18 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

arkadien THEATERGRUPPE AKITIV

Premiere. Theaterstück von Tom Stoppard. Die

Theatergruppe akitiv freut sich, dieses Jahr zum

zehnten Mal auf der Bühne im aki Zürich zu

stehen. Unser Jubiläumsstück «Arkadien» steht

unter dem reisserischen Motto: Literatur, Sex

und Tod in Sidley Park. Das moderne Drama

von 1993 zählt zu den besten und bekanntesten

Stücken des Engländers Tom Stoppard, der als

lebender Klassiker der Bühnendichtung gilt.

Regie: Tobias Grimbacher. Grosser Saal des aki,

Hirschengraben 86, Zürich. 20 Uhr.

www.aki.ethz.ch/akitiv

SamStag 23. mai 2009

Einführungskurs. Noch nie entwickelt oder alles

wieder verlernt? Wir bieten einen Intensivkurs

für das chemische Fotolabor an. Anmeldung

bitte direkt per Mail an fotolabor@vseth.ethz.

ch. Polyterrasse, ETH Zentrum, Zürich. 18 Uhr.

www.fotolabor.ethz.ch

Sonntag 17. mai 2009

auSSteLLung

Freitag 29. mai 2009

CaruSo St JoHn arCHiteCtS - aLmoSt

eVerytHing INSTITUT GTA

konZert AKADEMISCHES ORCHESTER

UND AKADEMISCHER CHOR ZÜRICH

Konzert unter der Leitung von Johannes

Schläfl i. J. Brahms: Schicksalslied für Chor und

Orchester. R. Wagner: Vorspiel und Liebestod

aus Tristan und Isolde. G. Mahler: Klagendes

Lied. Mitwirkende: Christiane Bösiger, Sopran.

Irène Frieli, Alt. Bernhard Gärtner, Tenor. Tonhalle

Zürich. 19.30 Uhr.

www.acz.ethz.ch

PreeF! SOSETH

Konzert. Radio Radius - established by SOSeth.

Stilrichtung: Rock, Garage, Surf. La Catrina,

Kurzgasse 4 / Brauerstrasse 15, Zürich.

19 Uhr.

radioradius.ch

tanZkurSe TANZQUOTIENT UND ASVZ

Tanzkurse. Von 18 Uhr bis 19.15 Uhr Introduction

to Ballroom Dances. Von 19.15 Uhr bis

20.30 Uhr Latin Dances. Keine Anmeldung notwenig.

Kurs gratis. Am Freitag, den 6. Juni gibt

es übrigens eine tolle Gelegenheit, die gelernten

Tanzschritte im stimmungsvollen Ambiente

auszuprobieren. ASVZ Hönggerberg, Raum 3.

Ab 18 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

montag 25. mai 2009

FreieS tanZen TANZQUOTIENT

Freies Tanzen. Freies Tanzen mit Tipps von Mitgliedern

des TQ. GEP/Alumni Pavillon, Polyterrasse.

20 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

touriSmuS: Segen und FLuCH der

kuLturen VÖLKERKUNDEMUSEUM

Filmprogramm. 12 Uhr «Cannibal Tours», Film

von Dennis O’Rourke, 1987, ca. 70 min. Deutsche

Untertitel. 14 Uhr «Life and Dept», Film von

Stephanie Black, 2001, 82 min. Englisch. Um 11

Uhr Führung durch die aktuelle Ausstellung in

englischer Sprache. Völkerkundemuseum der

Universität Zürich, Pelikanstr. 40, Zürich.

Ab 11 Uhr.

www.musethno.uzh.ch

donnerStag 4. Juni 2009

Copyright Hélène Binet

montag 18. mai 2009

Die Architekten Adam Caruso und Peter St John

machten 2000 mit dem international viel beachteten

Neubau für die New Art Gallery in Walsall

(GB) auf sich aufmerksam. Ihr Interesse gilt «der

emotionalen Dimension des Bauens».

IDie Ausstellung präsentiert zwölf Projekte, die

seit der Gründung des Büros 1990 entstanden

sind. Darunter sind bekannte ausgeführte Projekte,

Wettbewerbseingaben und aktuelle Planungen.

Sie zeigt aber auch die imaginären

Welten, welche die Arbeit von Caruso St John

nähren. Bis Freitag, 03. Juli 2009. Architekturfoyer,HIL,

Hönggerberg, ETH Zürich. Mo-Fr

8-22, Sa 8-12, So und Feiertage geschlossen.

ausstellungen.gta.arch.ethz.ch

BraSiLeirinHo VÖLKERKUNDEMUSEUM

Filmvorführung. Film von Mika Kaurismäki,

2005, 90 min, Por/deutsche UT. Kaurismäki berichtet

in diesem Dokumentarfi lm aus dem Jahr

2005 vom «Choro». Dabei handelt es sich um die

erste urbane original-brasilianische Musik. Sie

spielte schon bei ihrer Entstehung eine bedeutende

Rolle für die kulturelle Identität Brasiliens

und blieb bis in die 1920-er Jahre ein populärer

Musikstil, aus dem sich der Samba und später

der Bossa Nova entwickelte. Völkerkundemuseum

der Universität Zürich, Pelikanstrasse 40,

Zürich. 19 Uhr.

www.musethno.uzh.ch

ÜBerraSCHungSFiLm SOSETH & FLIK

Filmvorführung. Irgendwo auf der Welt 2008,

ca. 180 min, ?/d. Regie: jemand halt. Darsteller:

verschiedene Personen. Platz vor HXE,

ETH Hönggerberg, Zürich. Beginn: so bald es

dunkel genug dafür ist. Etwa 21.30 Uhr.

sos.ethz.ch www.freiluft.ethz.ch

FreieS tanZen TANZQUOTIENT

Freies Tanzen. Freies Tanzen mit Tipps von Mitgliedern

des TQ. GEP/Alumni Pavillon, Polyterrasse.

20 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

mittWoCH 27. mai 2009

BerLin CaLLing FILMSTELLE & FLIK

dienStag 19. mai 2009

Let tHe rigHt one in SOSETH

Filmvorführung. Schweden 2008, 114 min,

S/d/f. Regie: Tomas Alfredson. Darsteller: Kare

Hedebrandt, Lina Leandersson. HG F1, ETH

Zentrum, Zürich. 19.15 Uhr.

sos.ethz.ch

Freitag 5. Juni 2009

agenda-eintrÄge

Möchtest du eine Veranstaltung ankündigen?

Veranstaltungshinweise für das Polykum Nr.

9/08–09 bis Dienstag, den 2. Juni 2009, per E-

Mail einsenden an agenda@polykum.ethz.ch.

Die Agenda umfasst den Zeitraum vom 12. Juni

2009 bis 11. September 2009.

tanZkurSe TANZQUOTIENT UND ASVZ

Tanzkurse. Von 18 Uhr bis 19.15 Uhr Introduction

to Ballroom Dances. Von 19.15 Uhr bis

20.30 Uhr Latin Dances. Keine Anmeldung notwenig.

Kurs gratis. ASVZ Hönggerberg, Raum 3.

Beginn 18 Uhr.

tq.vseth.ethz.ch

www.berlin-calling.de

tHeaterSPort IMPROFÄKT

Theatersport. Die Improtheatergruppe «Improfäkt»

veranstaltet eine öffentliche Probe. Der

Eintritt ist frei, die Plätze aber limitiert. Es wird

um die Veranstaltung auch einen kleinen Getränkeverkauf

geben. 5, 4, 3, 2, 1. Los! CABinett,

StuZ2 . Ab 20 Uhr.

VSetH-Sekretariat, -dienStLeiStungen und -kommiSSionen

nightline

Tel. 044 633 77 77

E-Mail: info@nightline.ethz.ch

Internet: www.nightline.ethz.ch

Fotolabors des VSetH

Analoglabors: ETH Zentrum MM A 97.1–4

(unter der Polyterrasse)

Digitalarbeitsplatz: ETH Zentrum LEA F 1

(Leonhardstrasse 15)

E-Mail: fotolabor@ethz.ch

Internet: www.fotolabor.ethz.ch

E-Mail: info@bqm.li

Internet: www.bqm.li

StuZ2 – Studentisches Zentrum

Universitätstrasse 6, ETH Zentrum CAB,

8092 Zürich

Reservationen für den Mehrzwecksaal

‹CABinett› und den Partykeller ‹ABBsolut -

powered by ABB›: Tel. 044 632 42 98

E-Mail: stuz@vseth.ethz.ch

offen Di 12–15 Uhr

Tel. 044 633 45 27

Fax 044 633 11 84

rebeko – rechtsberatungskommission

Beratung an der Leonhardstrasse 15,

offen Mi 12–14 Uhr (im Semester)

Tel. 044 632 42 88 (nur während der

Beratungszeit)

E-Mail: rebeko@gmx.ch

Internet: www.unizh.ch/rebeko

eSn Z – erasmus Student network

Zürich

Tel. 044 632 57 94

E-Mail: esn@vseth.ethz.ch

Internet: www.esn.ethz.ch

Polykum – Zeitung der Studierenden

an der etH

ETH Zentrum CAB, 8092 Zürich

Tel. Redaktion 044 632 56 94

Tel. Inserate 044 632 57 53

Fax 044 632 12 27

E-Mail: redaktion@polykum.ethz.ch,

info@polykum.ethz.ch

Internet: www.polykum.ethz.ch

VSetH-Sekretariat CaB e 27

Universitätstrasse 6, 8092 Zürich

offen Mo 12–15 Uhr, Mi 12–17 Uhr,

Do 12–15 Uhr, Fr 10–13 Uhr

Semesterferien: Mi 12–17 Uhr, Do

12–15 Uhr

Tel. 044 632 42 98

Fax 044 632 12 27

E-Mail: vseth@vseth.ethz.ch

Internet: www.vseth.ethz.ch

kulturstelle VSetH

Tel. 044 632 06 60

Fax 044 632 12 27

E-Mail: info@kulturstelle.ch

Internet: www.kulturstelle.ch

Filmstelle VSetH/VSu

Tel. 044 632 42 94

E-Mail: contact@fi lmstelle.ch

Internet: www.fi lmstelle.ch

bQm – kultur Café und Bar

offen Mo–Do 11–22 Uhr, Fr 11–20 Uhr

Semesterferien: ab 11.30 Uhr

Unter der Polyterrasse, Leonhardstr. 34,

ETH Zentrum, 8092 Zürich

VSetH-Sekretariat HXe B 5

Einsteinstrasse 4, 8093 Zürich


schen gebannt den Erläuterungen der Experten.

Polykum Nr. 8/08–09 Illustration: iStockphoto

Planeten, die ihre ausgeprägte Phantasie widerspiegelten

–, die über dem Hauptteil der

Ausstellung aufgehängt wurden.

Die Hauptveranstaltungen für die Öffentlichkeit

am 4. und 5. April, die von ETH Science

City gefördert und von den Amateurastronomen

der Astronomischen Gesellschaft

Urania Zürich unterstützt wurden, zählten

2500 Besucher. Zusätzlich zu einer fast durchgängigen

Reihe von Vorlesungen über verschiedenste

Themenbereiche von Planeten

bis hin zur Kosmologie, hatten die Besucher

die Möglichkeit, am Samstagabend bei

klarer Sicht mit Teleskopen den Mond und

Saturn zu bestaunen. Eine Astro-Bar hielt Erfrischungen

(inklusive thematisch passender

Schokoriegel) bereit und war ein Treffpunkt

für Diskussionen. Der Samstagabend gipfelte

im «Astro-Quiz» um 22 Uhr. Während des Wochenendes

standen die Mitglieder des Instituts

für Astronomie den Besuchern Rede und

Antwort und hielten weiterführende Erläuterungen

zur Ausstellung bereit.

Die Ausstellung wurde auch als Veranstaltungsort

für andere Science City Aktivitäten

genutzt und unterstrich damit die andauernde

Verbindung zwischen astronomischer

Wissenschaft und der vielfältigen

Kultur und Philosophie der Menschheit, die

während des Internationalen Jahrs der Astronomie

speziell gefeiert werden soll.

dr. Prof. marcella Carollo ist Institutvorsteherin am Institut

für Astronomie, dr. Prof. Simon Lilly ist als Professor

tätig. Übersetzt wurde der Artikel von thomas Bschorr.

BrieF an die SCHuLLeitung

Fairplay ist

anders ...

Liebe Schulleitung,

ich musste mit grossem Bedauern feststellen,

dass Mensa, Cafetaria und bQm im

Zentrum ein immer strikteres und monopolartigeres

Regime etablieren.

Mit dem Verweis auf Fairplay wird in

den Räumlichkeiten mit Schildern und persönlich

darauf hingewiesen, welche Gäste

welcher Betriebe wo sitzen dürfen, und dass

man auf keinen Fall eigenes Essen oder Getränke

mitbringen darf. Der verantwortliche

Restaurantmanager Herr Aschwanden kontrolliert

mittags freundlich aber bestimmt

bei Rundgängen die Einhaltung dieser Regelungen.

Man kann der SV Services dabei kaum

einen Vorwurf machen. Sie sehen eben nur

die Kunden ihrer Dienstleistungen als ihre

Gäste: Wer etwas kauft, ist Kunde. Herr

Aschwanden hat mir versichert, diese Haltung

stehe im Einklang mit den Verträgen

zwischen SV und ETH. Man könnte solch

einen Standpunkt bei einem Betrieb, der

alle anfallenden Kosten tragen muss, vollkommen

verstehen, aber die Situation ist

anders. Die ETH stellt einen grossen Teil

der Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung.

Für Räumlichkeiten, Inventar, Heizung,

Strom und so weiter bezahlt die SV Services

nichts. Würde man also eine Gesamtbilanz

aufstellen, ist de facto auf jedem Produkt,

das man bei der Mensa kauft, ein Subventionsbeitrag

der ETH (dazu kommt noch die

Defizitgarantie über den Mensa-Fonds).

Wie fair ist es also, dass nur die Kunden

der Monopol-SV im MM ein Anspruch auf

diese Subventionen der ETH haben? Wieso

hat ein Student, der sich sein Essen selber

in der Migros kauft, keinen Anspruch auf

einen geheizten Sitzplatz im MM-Gebäude

während dieser den Mensa-Konsumenten

kostenfrei (von der ETH wohlgemerkt) zur

Verfügung gestellt wird? Von Fairplay kann

dabei keine Rede sein. Hier scheint ein Um-

etHWeLt

23

denken dringend notwendig. Wenn man

den Bedarf durch Regulierung erzwingen

muss, sollte man anfangen, über sein Angebot

nachzudenken. Ich sehe die Räumlichkeiten

im MM als universelle Begegnungsbereiche

der ETH und nicht als spezielle

Gasträume der jeweiligen SV Betriebe.

Werden die Mensa und die Cafeteria

zu reinen Konsumationsflächen für die Produkte

der SV, stellt sich die Frage, welche

Bereiche der ETH dann sonst als Gesellschaftsflächen

gedacht sind?

Ist es im Sinne der ETH, die Menschen,

die nicht das Essen der Mensen essen

wollen, auszugrenzen? Wie kann es sein,

dass die ETH bestimmten Betrieben das

Recht gibt, den Raum der ETH zu monopolisieren?

Ist das der Geist der Freiheit, der

an dieser Hochschule weht? Ich pass mich

dem System an oder darf mein Mittagessen

draussen auf den Treppen der Polyterrasse

essen?

Es fragt sich, wie diese Tendenzen mit

den Bestrebungen der ETH Schulleitung,

die Hochschule zu einem Ort der Begegnung

und als Campus zu einem Lebensmittelpunkt

der Studierenden auszubauen, vereinbar

ist. Entweder man begrenzt den Bereich,

den die SV monopolisieren darf und

kennzeichnet universell benutzbare Gesellschaftsflächen,

in denen ich selber entscheiden

darf, ob ich mein mitgebrachtes

Müesli esse oder etwas Gekauftes und ermöglicht

Wettbewerb zwischen verschiedenen

Anbietern. Oder man kehrt wieder zu

einer Situation zurück, bei der die SV, obwohl

sie das alleinige Verkaufsmonopol im

HG hat, duldet, dass die Räume eine universelle

Nutzung als Gesellschaftsflächen aller

ETH Angehörigen haben.

Auf jeden Fall sollte man einmal die

Kosten-/Nutzen-Bilanz dieser Regelung

überdenken. Wie gross sind die «Verluste»,

die den SV Betrieben durch mitgebrachte

Speisen entstehen? In welchem Verhältnis

stehen sie zu den Kosten, die der ETH für

die Mensen in jedem Fall entstehen? Und ist

es den bitteren Beigeschmack, den diese Regelung

hinterlässt, wirklich wert?

Hochachtungsvoll, Nicholas Preyss


PoLykum nr. 8/08–09

uLF – das Buch

Die gesammelten Werke von Polykum-

Cartoonist Thom Grüninger sind als Sammelband

erhältlich. Das Buch «ULF von Grüninger»

kann im Sekretariat des VSETH im StuZ2 (CAB E27) für 11 Franken gekauft werden.

Das Polykum sucht per sofort oder nach Vereinbarung

eine/n

REDAKTOR/IN,

FOTOGRAF/IN und

ILLUSTRATOR/IN

Zu den Aufgaben gehören das Einreichen von zwei bis drei

Beiträgen (d.h. Artikel, Fotos oder Illustrationen) pro Ausgabe

sowie die Teilnahme an der monatlich stattfindenden Redaktionssitzung.

Ausserdem besteht die Möglichkeit, aktiv an der

Gestaltung des Polykum mitzuwirken.

Wir bieten dir eine angemessene Entlöhnung, interessante Einblicke

in den Medienbetrieb und die Zusammenarbeit mit

einem kleinen motivierten Team aus Studenten.

Interessiert? Dann schick deine Bewerbung bis spätestens

12.06.2009 an:

Polykum, Ivana Leiseder, Universitätstrasse 6, 8092 Zürich

(leiseder@polykum.ethz.ch)

PoSter


eXtraS

26

extras

gerÜCHt

menschliche

Hamster

Dass Mäuse und Hamster gerne und viel

in dunklen Röhren hin und her rennen,

ist im Allgemeinen bekannt. Dass sich

aber deren Besitzer auch zu Gruppen zusammenschliessen,

um durch die Gänge

des HCI-Gebäudes des Hönggerberges

zu laufen, ist eher ungewöhnlich. Und

doch hört man, wenn man selbst einmal

dort unten ist, öfters ein fernes Keuchen

und Fussgetrampel. Gut, eigentlich

hat dieses Indoor Jogging nur Vorteile.

Man ist gegen Witterungseinflüsse geschützt,

bekommt keinen Sonnenbrand,

man wird zum Beispiel auch von keinem

Hund verfolgt. Ausserdem ist die reingefilterte

Luft aus den Klimaanlagen frei

von Pollen und Staub, also auch für Allergiker

vollkommen geeignet. Ausserdem

werden diese Menschen zu Meistern der

Vorausplanung. Denn man hat stets das

Problem mit den Türen. Wenn man aus

falscher Richtung kommt, muss man erst

mühsam anhalten, um die Türen zu sich

hin aufzuziehen. Die Laufrouten im HCI

müssen also quasi immer in Richtung

der Fluchtwege verlaufen, dass man die

Türen immer in vollem Schwung aufdrücken

kann.

In einem Punkt aber unterscheiden

sich Hamster und unterirdischer Indoor

Jogger deutlich voneinander. Der

Vergleich zwischen ihnen hinkt, sozusagen.

Die Motivation ist nämlich verschieden.

Hamster rennen, gerade die im

Labor, durch die Gang- und Röhrensysteme,

um mit etwas Nahrung belohnt zu

werden. Beim Jogger ist es erstaunlicherweise

umgekehrt. Er rennt, um möglichst

viel Nahrung zu verlieren, also, um abzunehmen.

Oder vielleicht auch, um gesund

zu bleiben. Vor allem, weil man sich

bei den vielen Treppen im HCI wunderbar

die Füsse verdrehen kann. Tja, in diesem

Falle ist man halt dumm gelaufen.

mitmachen@polykum.ethz.ch

FugendiCHtung

kleine gedichte

1. Ich war gesund. Bin krank. Bin unverändert.

2. Früher war es tragisch, wenn

mir etwas weh tat. Ein Luxus jetzt, wenn

nichts weh tut. 3. Nachts fahre ich hoch:

«Was wird nun?» Ich weiss nicht, wen

ich frage, und schon schlafe ich wieder.

Stecke randvoll Neugierde, obwohl ich

kein Masochist bin. 4. Honig, Nächte

voller Küsse, Sonnenuntergänge, gute

Freunde und das Glück können langweilig

werden – die Schmerzen im Körper

nie. 5. Gäbe es einen Gott, würde er

mich lieben, würde meine Innereien umwickeln,

mir das Knochenmark wieder

richten. Da es ihn nicht gibt, liebt er mich

nicht. 6. Solange du nicht die Nacht okkupierst,

sollst den Augenblicken Chancen

geben, selbst wenn du das Entsetzen anvisierst,

denn jede einzelne Minute ist souverän.

7. Liebling, mein Wort, bleib bei

mir, auch dort, wo sich das Licht auflöst.

Mitten im dämmrig grossen Wald, bleib

bei mir: Nein. Nein. Nein, nein, nein. 8.

Übrigens ist alles in Ordnung. Ich bin,

wie ich war. Still auflösen werde ich mich

nicht, werde wie bisher das Leben, die

Stationen des Abgangs eifrig kommentieren.

9. Gelingt mir mal ein Kommentar,

bin ich so glücklich, dass ich den Tod vergesse,

das, was ich da kommentiere. 10.

Und es ist nicht ausgeschlossen, dass auch

er mich vergisst. Hinter uns gähnt die Vergangenheit,

während wir uns gemeinsam

langweilen. 11. Das ist ein Anfang zunächst

Forts. folgt demn.

– István Eörsi (1931-2005)

István Eörsi war ein ungarischer Lyriker, Dramatiker,

Prosaautor, Übersetzer und politischer Essayist. Er hat

die vorliegenden Texte geschrieben, als er schwer krank

war. Eörsi ist 2005 an Leukämie gestorben.

Polykum Nr. 8/08–09 Bilder: Marie Veya (oben), Egon Schiele (unten)

Polykum Nr. 8/08–09 Illustration: Marie Veya, Bilder: Niccokick (Mitte), Hannes Hübner (oben)

PoLykÜmLer

PLattenteLLer

der nörgLer

rudolf merkle

alter: alte 41 Funktion: Nörgeln Studium: Germanische Philologie, Deutsche Literatur, Geschichte Freizeitgestaltung:

zu eingeschränkt musik: Intelligent Dance Music, Klassik, Trip Hop Literatur: 18./19.

Jahrhundert, Mittelalter Lieblingszitat: «Das Wesentliche unseres Lebens ist nie Genuss, sondern immer

Progression […].» (Herder, «Abhandlung über den Ursprung der Sprache») Phobien und ticks: Flugangst,

Katzen; stilistische Vorliebe für die Hypotaxe geheime Leidenschaften: Hypotaxe, Olivenöl, Fussgelenke

mit einem Haartrockner wärmen Helden: Josef K., Wilhelm von Ockham, Der Arme Heinrich, der Regimentsarzt

in Joseph Roths «Radetzkymarsch», Papst Coelestin V. Über sich selbst: «Man kann vernichtet

werden, aber man darf nie aufgeben.» (Hemingway, «Der alte Mann und das Meer»)

niccokick – the good times We Shared

In letzter Zeit musste ich mir von meiner Liebsten häufig Kommentare wie: «Jetzt hör mal mit diesem depressiven

Postrock auf, es ist Frühling, lass mal was Fröhliches laufen!» anhören. Glücklicherweise schneite

kurz darauf das Album «The Good Times We Shared, Were They So Bad?» von Niccokick rein. Niccokick liefern

tatsächlich den ziemlich passendsten Soundtrack zur Jahreszeit. Insgesamt tönt das dann stark nach

den Shout Out Louds, manchmal ein bisschen irrer, ein bisschen fröhlicher, ein paar Bläser dazu und voilà.

Andreas Söderlund (Gesang und Gitarre) und seine Freunde beziehungsweise Band schufen mit dieser

Platte ein elf Stücke dauerndes Fest zu Ehren der Glückseligkeit und der Freundschaft. Dieser Satz war jetzt

einiges klebriger, als es die Platte ist. Tatsächlich verschafft das Teil aber so etwas wie gute Laune. Die Fanfaren,

die Synthies, die Uhhhuhhuhhus im Hintergrund, vereinzelte Streicher und die freundlichen Melodien

(zum Beispiel im Samenlöser «Your Hands Were So Warm») vermitteln durchwegs Lebensfreude, gute Laune und ein bisschen

Herzschmerz. Die Stücke bewegen sich zwischen rassigem Powerpop, solidem Indierock und lieblichem Schmusepop. Das haut nicht

zwingend vom Hocker, lässt sich jedoch problem- und gewissenlos konsumieren. Nicht allzu anspruchsvoll, nicht allzu banal, nicht zu

billig und nicht zu seriös. Ein Album, das sich komplett durchhören lässt, ohne auf irgendeine Weise akustisch zu beleidigen, zu enttäuschen

oder zu überfordern. «The Poet» ist mein persönlicher Favorit. Seriöse Kritiker würden von einer «Catchy Hookline», gutem

«Drive» und «pushendem Beat» sprechen. Mir blieb das Stück schlicht am längsten im Ohr hängen und die Stimme Söderlunds überschlägt

sich im Refrain angenehm. Eine melodiöse Vertonung der typisch schwedischen Fröhlichkeit. Philipp Gautschi

Fussballschönlinge

Fussballer sollen fussballern. Seit geraumer Zeit freilich diagnostiziert der – zugegebenermassen

wenig attraktive – fussballbegeisterte Schreibende mit wachsender Verärgerung, dass sämtliche

TV-Übertragungen der Ball tretenden Zunft zu oft von unsäglichen Berichten und Kommentaren

über Petitessen rund um die wichtigste Nebensache der Welt nur so strotzen. Neben ungeheuer

informativen Nachrichten über Ausraster der Spieler in Discos, über deren Liebschaften mit

Sternchen, die sich hernach meist als Glühwürmchen entpuppen, nimmt die ästhetische

Beschaffenheit der Physis der Kicker-Jünglinge in der Darstellung der Massenmedien ungebührlich

breiten Raum ein. Wir zürnen: Was soll das?

Schneller, weiter, höher – dies wollen die altbackenen Passiv-Sportler, die wir hier

zu repräsentieren vermeinen, sehen, mitnichten gestylter, gebräunter, metrosexueller.

Geziemte es sich weiland, in der guten alten Zeit der Blutgrätsche und Schienbeinschonerlosigkeit,

durchaus, nach geschlagener Schlacht mit ungeföhnter Haartracht und in

Trainerhosen die bereits zeitlos dämlichen Fragen der Sportjournalisten zu beantworten,

hiebei flegelhaft im Drei-Tage-Bart kraulend, käme selbiges heutzutage zweifelsohne einem

Sündenfall gleich. Die Haare dem Trend gemäss wagemutig gegelt, den Mund sachte geöffnet,

um die seit kurzem gebleichten, derowegen strahlenden Beisserchen zu zeigen, die kräftig mit

dem rosaroten Hemd kontrastieren, steht der professionelle Treter der Journaille Red und Antwort.

Hierbei bewegt er sich ostentativ bedächtig, denn die Frisur könnte Schaden nehmen. Unweigerlich

fragt sich der wenig geneigte Beobachter, weshalb dieses Bürschchen sich nur so feminin

gebärde, und ob sich Schminke für Männer tatsächlich durchsetze. Was soll das?

Im Jubel sich das Trikot vom Leib zu reissen, will man den sportiven Kugeljägern grossmütig

nachsehen, aber das sonstige narzisstische Gebaren der millionenschweren Gecken bleibt ebenso

unerträglich wie dessen mediale Inszenierung. Fussballer sollen fussballern.

Post an den Nörgler ist an folgende Adresse zu richten: dernoergler@polykum.ethz.ch

eXtraS

27


eXtraS

28

VerFormt

Eines Abends entdecke ich die Ecke in der

Küche, von der aus man den Himmel sieht. In

einen grünen Polstersessel gekuschelt, das Gesicht

am weichen Material, öffne ich die Augen

auf ein dunstiges Blau. Alice schneidet Karotten

und Zwiebeln, wippt im Takt der Musik. Durchs

Fenster kommt weiche Frühlingsluft, einer der

Abende, die mild und sanft scheinen, wie Aprikosenduft

vermischt mit Honig und Flieder.

Meine Augen schliessen sich, mein Körper

versinkt im grünen Polster, verschwindet,

wird weich und schwerelos. Ohne mich zu bewegen,

öffne ich die Augen. Das bewegungslose

Bild dauert an, es nimmt mich mit in einen

Zustand zwischen Bleiben und Vergehen. Es

ist eine Bahn aus Dauer, aus welcher ich hervortauchen

und in die ich wieder zurücksinken

kann.

In der Fensterscheibe spiegelt sich das

Stück Himmel. Ein schwarzer Rabe dreht

seine Schwingen, verschwindet nach einer Kapriole,

sein Flug ist die Messerspitze der Angst

in meiner Seele, schnipp, schnipp die Karotten

werden klein gemacht, nun geht es an die Zucchetti.

Mein ganzer Körper saugt das Blau auf,

die Weite, das undefinierte Weiss der Wolken

und einen Augenblick lang bin ich sein Gegenüber,

seine Entsprechung, in mir spiegelt

sich das blaue Stück Himmel, wir sind zwei

und eins. Alice schüttet die Karotten und Zucchetti

in die Pfanne, wo sie mit einem Zischen

kleine Dampfwolken produzieren. Die Schneidebretter

und Messer klappern, das Klicken

des Feuerzeugs ist vertraut und lässt mich

nicht umschauen, schon weit weg, all das.

Ich kann meine Augen nicht lösen von dem

Stück blauen Stoffs über den Dächern, über

den Fenstern und all den hunderten von Küchen,

in denen gehackt, gesotten und gebrutzelt

wird. Alice fragt mich etwas, ihre Augen

gucken etwas verwundert, hochgezogenene

Augenbrauen. In der unendlichen Weite des

Tages, der doch zu Ende gehen wird, wie ein

jeder Tag, zeige ich keine Reaktion, oder nur

sekundenweise. Vielleicht ist meine Haut

durchsichtig geworden und vielleicht kann sie

die Blutadern sehen, die wie Wolken durch

meinen Körper gehen. (os)

VerHört

Der Intellekt scheint kein Frühaufsteher zu

sein; während der dazugehörende Mensch sich

selbst die Mühe macht, aus der Horizontalen

in die Vertikale zu wechseln, zieht es der Intellekt

manchmal vor, liegenzubleiben. Neun Uhr

morgens kommt dann der Moment, in dem

wenigstens Aussenstehende bemerken, dass

da beim Gegenüber wohl etwas fehlt: der Verstand.

Lesen, das kann man, und so weiss der lesende

Stadtbürger mittlerweile um die neue

Stadtpräsidentin Bescheid. Und Lauschen, das

geschieht das eine oder andere Mal, mehr zufällig

als gewollt, in diesem Falle tramfahrend,

als ebenjene Stadtpräsidentin zur Protagonistin

einer Unterredung ernannt wurde. Weil

sie auf Frauen steht.

Und da war er dann, der Moment: «Ich

bin froh, dass ich nicht schwul bin», spricht

es aus etwa sechsundfünfzigjährigem Mund,

männlich, achtlos gekleidet, in direkter Bezugnahme

auf Frau Mauch, hin zu der weiblichen

Gesprächspartnerin, noch achtloser gekleidet

und, wie sich zeigen wird, auch achtlos im

Denken: «Da kann man ja nichts dafür, schon

klar, das ist die Veranlagung – du und ich, wir

könnten auch schwul sein.» Wohlgemerkt:

sagte er zu ihr.

Ich hätte gelacht, an ihrer Stelle. Nennenswert

laut, kopfschüttelnd oder mit unfemininer

Fratze; aber so unfeminin wäre ich

dann wiederum nicht gewesen, wie sie zurückzugeben:

»Stimmt. Ich bin auch froh, nicht

schwul zu sein.»

Mädchen, du kannst nicht schwul sein.

Nicht heute und nicht in drei Jahren, da sprechen

deine Brüste dagegen. Und wenn es doch

so wäre, dann wirst du wohl auch vom Händchenhalten

schwanger; und glaubst daran,

dass der Weihnachtsmann am Nordpol lebt.

Stimmt aber nicht. Es ist der Schwarzwald. (bl)

VVV

VergrÄmt

Neulich war in einer Studie zu lesen, dass die

Schweizer die glücklichsten Europäer sind.

An sich sollte dies nicht verwundern: Sieht

man sich etwa in Zürich um, bietet sich dem

Auge ein Bild perfektionierter Ordnung, Sauberkeit,

Funktionalität – mitunter Faktoren,

die eine sichere, bequeme Existenz zu garantieren

versprechen.

Würden die Schweizer sich an diesen

günstigen Bedingungen erfreuen, warum

dann blicken mir morgens im Tram solch

griesgrämige Gesichter entgegen? An den

Morgenmuffeln kann’s nicht liegen, denn

mittags und abends ist es dasselbe. Auf der

Strasse, an der Uni, in der Migros – kaum

ein spontanes Lachen, ein freundliches Gesicht.

Und am Stammtisch wird Abend für

Abend gewettert, wenn nicht über die Deutschen,

dann bestimmt über den lauten Nachbarn

oder den Wertezerfall der heutigen Jugend;

Feindbilder sind schnell gefunden. Ich

komme nicht umhin zu fragen: Freuen sich

die Schweizer so ob ihrer eigentlich idealen

Rahmenbedingungen?

Individuelle Sorgen und Notstände ausgeklammert

– das Bewusstsein um die schöne

Umgebung und in ihren Grundzügen funktionierende

Gesellschaft ist laut oben genannter

Umfrage offensichtlich gegeben. Was dem typisch

schweizerischen Charakter zu fehlen

scheint, ist das Vermögen, dieser Wertschätzung

Ausdruck zu verleihen. Natürlich: Täglich

gute Laune ist beileibe nicht jedermanns

Sache (meine auch nicht), und die Sonne

kann nicht jeden Tag scheinen. Aber liebe

Mitschweizer, denkt daran, die Frau hinter

dem Tresen kann genauso wenig für eure fehlende

Euphorie wie der junge Mann, der sich

im Tram neben euch setzen will. Ein nettes

Lächeln, ein freundliches Nicken – es braucht

nicht viel. (mo)

Mach mit bei VVV!

Hast du kürzlich einen Zahnarzttermin verschlafen, deines Onkels Geburtstag

vergessen oder den Kopf verloren? Dann schick uns dein V (2 080

Zeichen mit Leerzeichen) an vvv@polykum.ethz.ch. Wir veröffentlichen die

besten Texte in den nächsten Ausgaben!

Polykum Nr. 8/08–09 Illustration: Marie Veya

Polykum Nr. 8/08–09 Rolf Schwendener

kreuZFideL

J+y=i

19

35

39

Cruxereien

Duftwässerchen gab es zuhauf,

doch «olim» stand dies nicht zum Kauf.

Waagrecht

6 Computerteil und «schwarzes Gold»

für Tote, die uns waren hold.

11 Jumbo – viel zottiger als wie

die Nachfahren beim Circus Knie.

15 Für den Schlitz in diesem Topf

war zu dick der Mantelknopf.

18 Als «Finder» hat er auserkoren

sich Sachen, die noch nicht verloren.

19 Der Golfer wünscht sich Anagramm,

als er zum Schlage endlich kam.

20 Hört man am Poly dieses Wort,

weiss man: Die Rede setzt sich fort.

21 Will man Nachtvögel dorthin tragen,

tut man unnötig sich nur plagen.

22 U-und hi-hier soll jetzt hi-hin ein Ve-vers,

d-das k-kommt mir vor ziemlich pe-pervers.

24 Würzig tönt diese just wie der

vom «Tabakfass» – es ist nicht schwer.

26 Wo Berge sind, gibt’s auch den Schluss –

doch so man in der Schweiz sein muss.

27 Von dort kam Opposition

gegen das Zürcher Stadion.

29 Echt kindisch wurd’ er mit den Jahren

im Sprechen und in dem Gebaren.

31 Der Streit wogt hin, der Streit wogt her –

’ne Einigung scheint ziemlich schwer.

35 Nur wenn der Tisch wird umgestellt,

man Punkte bei dem Jass erhält.

6

15

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26

48

Lösungswort

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29

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9

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40

36 Der Notruf ging soeben ein –

da muss ein Leck im Rumpfe sein.

37 Just solche ich des öftern fand,

nach Eier, aber auch nach Sand.

38 Man muss es vor vier runter machen,

der Schnitter würd dich sonst auslachen.

39 Von einer in die andre da,

führt sechsundzwanzig w, ja-ja.

40 Für Abwesenheitsbeweise hie,

da fehlt an dritter Stell’ ein I.

42 Wenn die Ghettoblaster dröhnen,

hört man sie nicht, die alten, schönen … .

43 So sagt der Arzt, bevor der Mann

in das sechs waagrecht ziehen kann.

44 Ein Synonym, das wäre gar

ein echtes Palindrom fürwahr.

46 ’ne Badewanne? Nein, oh nein!

Ein Badewännchen könnt’ es sein.

48 Südlich von der ETH

ist die andre Hochschul’ da.

49 Ein jeder wird’s mal, doch nicht einer,

der es dann weiss, Ja, keiner, keiner!

50 Beim Vierundsechzig-Felder-Spiel

beginnt stets der. Dazu so viel!

51 Sein Regime war reinster Horror:

Warf Christen Löwen zum Frass vor!

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51

Senkrecht

1 Ein weisses Buch, so ist der Name,

das ist bereit für Bildaufnahme.

2 Getrennt wär es ein arges Haus,

doch gibt’s dort Wein in Saus und Braus.

3 Allein nicht tragbar (steil und schwer),

darum muss hier ’ne Vorsilb’ her.

4 Vom Lösungswort gibt’s hier ’nen Teil:

Tausendfünfhundert per E-Mail.

5 Ein B in diesem Trümmerfeld –

die Preise gingen schnell ins Geld.

6 Erinnerung lässt mich nicht ruh’n:

Das hat mit Othmar was zu tun.

7 Obwohl zum Anfang gleich genannt,

hat die der Schütze kaum gekannt.

8 Um EvD wär’s nicht geschehen,

bei Landung dort zwischen den Seen.

9 Als solche kann man’s nicht auftischen,

dass GTOs sich gern einmischen.

10 Wo viele Leute, viele Sachen

ist ohne den gar nichts zu machen.

12 Nach L, nach M und auch nach R

gibt sich die Blum’ als Nachteil her.

13 Helm-Anagramm, doch ist’s nicht Lehm,

das ist dem Bäcker sehr genehm.

14 Sie fühlen nach der Beute und

führen sie alsdann nach dem Mund.

16 Wer Schlüsse in dem Ganzen säuft,

in Serpentinen heimwärts läuft.

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Löse den titelvers mit den grauen Feldern waagrecht

fortlaufend. Die schnellste Einsendung an

cruxereien@polykum.ethz.ch wird mit einem 50-Franken-

Gutschein der Polybuchhandlung belohnt. Unter allen

weiteren richtigen Einsendungen bis 30. Mai wird ein

zweiter 50-Franken-Gutschein verlost.

gewinner vom letzten mal: Peter Aschwanden und

Margrit Kunz. Lösung vom letzten Mal: ERNST HAFEN.

14

eXtraS

17 Im Zahlenabschnitt wird drei-sieben

normalerweise rot geschrieben.

23 Des Herrn Inspektors Z’vieri ist

schon teils verdaut, wie man hier liest.

25 Nach Tse nicht immer summt ein tse,

wie ich in meinem Atlas seh.

28 Die Leichtathletin, Kopf bei Fuss,

dem Herrn Gemahl nun folgen muss.

30 Zu prüfen ist bei solchen Gören,

ob sie zum «Chefifleisch» gehören.

32 Der der Gefangenen wohl zählt

zu den berühmtesten der Welt.

33 Herr Wenk, Rebstein. – In welchen Tagen

ist er geboren? Wer kann’s sagen?

34 Ein solcher Leader ist der Boss

von einer Claque. – « Zwei, drei, los!».

41 Blau-weiss-geviertelt das Emblem –

ein Wagen, der sich fährt bequem.

45 Ohne dieses gäb es keine

hochgehalt’ne Biellmann-Beine.

47 Als Ideolog ein Tunichtgut:

Der Mörgeli. – Doch riecht er gut.

der autor rolf Schwendener ist langjähriger

Polykum-Mitarbeiter und häufig im

Hauptgebäude der ETH anzutreffen.

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