Schwimmbad + Sole - ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH ...

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Schwimmbad + Sole - ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH ...

03|06

Magazin für die Kunden der ENRW Energieversorgung Rottweil

energie

partner

Reportage:

Ackern für Strom

Spezial: Über, unter und in der Erde!

Freizeit: Aquaspaß mit Sole

Wissen: Heizen mit der Erde

Kultur: Albabtrieb in Denkingen


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EINSTIEG

EDITORIAL

Wir fühlen uns verpflichtet!

„Als Energieversorgungs-Unternehmen in unserer Region tragen wir Verant-

wortung. Wir fühlen uns den Menschen in unserem Versorgungsgebiet

und dem Schutz unserer Umwelt in hohem Maße verpflichtet und verbunden.“

So steht es in unserem Unternehmensleitbild geschrieben.

Und damit den Worten Taten folgen, baut die ENRW auf nahezu allen Gebieten

der regenerativen Energien und der rationellen Energieverwendung ihre

Marktposition schrittweise aus. Aufgrund des verschärften Wettbewerbs und

der sinkenden Erlöse in den Strom- und Gasnetzen im Zuge der

Netzregulierung, erfordert die Umsetzung nachhaltiger Investitionen in die

regenerative Stromerzeugung einen verschärften Blick auf die wirtschaftliche

Machbarkeit.

Ein gutes Beispiel, wie ein solcher Brückenschlag zwischen Ökologie und

Ökonomie gelingen kann, sind die Planungen zur Biogasanlage im künftigen

Bioenergiedorf Rottweil-Hausen. Unter Voraussetzung eines positiven

Genehmigungsentscheids durch das zuständige Landratsamt Rottweil

rechnet die ENRW als Betreiber der Anlage mit einer Inbetriebnahme in der

zweiten Jahreshälfte 2007.

Mit diesem innovativen Konzept unter aktiver Einbeziehung der ortsansässigen

Landwirte wird die Empfehlung aus dem Bürgergutachten zur nachhaltigen und

umweltschonenden Energieversorgung in Rottweil-Hausen umgesetzt.

Die Bürger Hausens hatten diese Konzeption mit großer Mehrheit befürwortet.

Lesen Sie auf Seite 4/5 mehr über das Projekt.

ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG

Geschäftsführung

Peter Küppers Christoph Ranzinger

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IN DIESER NUMMER

Aktion

Ackern für Strom:

Neue Biogasanlage in

Rottweil-Hausen

Spezial

Erde: Allerlei Unter- und

Überirdisches!

Vom Salzbergwerk bis

zum Weltall

Zukunft bauen mit Lehm

Kinderseite: Warum die

Erde so anziehend ist!

Wissen

Neue Energiequellen:

Bio en masse

Erdwärme: Wie Sie mit

der Erde heizen

Telegramm

ENRW-News

Kultur

Glockenläuten:

Albabtrieb in Denkingen

Finale

Preisrätsel, Impressum

Titelmotiv: ENRW Energieversorgung Rottweil, Fotos: Aquasol Rottweil

Die Rottweiler Sole

Von der Salzgewinnung bis zum Aquasol.

IN DER NACHT VOM 13. AUF DEN 14. SEP-

TEMBER 1824 wurde in Rottweil die erste

Steinsalzschicht entdeckt. Mit Kanonenschüssen

und Glockengeläut wurde damals

die erfolgreiche Versuchsbohrung gefeiert.

Für die Stadt Rottweil war die Saline während

ihrer fast 150-jährigen Geschichte ein

bedeutsamer Wirtschaftsfaktor: Die staatliche

Saline produzierte bis zu ihrer Stilllegung

rund 800.000 Tonnen Salz.

Aus der Rottweiler Sole wurde aber

nicht nur Salz gesotten. Schon früh erkannte

man die Heilkraft der Sole. In Fässern

wurde die Sole abgeholt und in die verschiedenen

Badeanstalten gebracht. In Rottweil

warb man schon im 19. Jahrhundert um

Bade- und Kurgäste. 1969 wurde die Salzgewinnung

schließlich eingestellt – sie war

unrentabel geworden.

Siebzehn Jahre später öffnete das Aquasol

seine Pforten. Ein mühsamer Weg für

die Engagierten, die sich seit der Schließung

der Saline für die medizinisch heilfördernde

Anwendung in einem Solebad stark machten.

Hauptsächlich war es dem inzwischen

verstorbenen Karl Raible zu verdanken, der

vor einigen Jahren die Publikation „Rottweiler

Sole – ein Geschenk der Natur“ herausbrachte

und dort den mühsamen Weg

von der Rottweiler Salzgewinnung bis zum

Sole- und Freizeitbad Aquasol eindrucksvoll

beschreibt.

Das stark mineralhaltige Wasser im

Aquasol hat außerordentlich heilfördernde

Wirkungen. Die Sole für das Aquasol entstammt

einer 146 Meter tiefen Heilquelle in

Rottweil, die im Mai 1986 zum ersten Mal

„helle, klare Sole“ lieferte.

In der Medizin werden Kochsalz-Lösungen

mit einem Salzgehalt von 1,5 bis 6 Prozent

als Sole bezeichnet. Die medizinische

Wirksamkeit von Sole-Anwendungen bei

einigen Hautkrankheiten ist unbestritten.

Sole wird in Solebädern u.a. bei Hauterkrankungen,

Allergien, Erkältungskrankheiten,

Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselstörungen,

Nieren- und Blasenerkrankungen,

Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen

angewendet.

Fast 500.000 Besucher jährlich nutzen

das umfangreiche Angebot im Aquasol.

Viele Badegäste davon genießen insbesondere

das Sole-Außenbecken und fühlen

sich im wohltuenden 35°C warmen Solewasser

besonders behaglich. Unter freiem

Himmel lässt sich dabei der Alltag leichter

vergessen. Die vielen Wandmassagedüsen,

Liege- und Bodensprudler sowie Wasserspeier

massieren, rubbeln und erquicken

Körper, Geist und Seele.

FREIZEIT

ROTTWEILER SOLE 3

QUANTITATIVE CHEMISCHE

SOLEUNTERSUCHUNG

Kationen mg/l

Lithium (LI) < 0,05

Natrium (Na) 119.000

Kalium (Ka) 47,7

Ammonium (NH4) 0,99

Calcium (Ca 2 ) 1.300

Magnesium (Mg 2 ) 205

Gesamteisen (Fe 2 /Fe 3 ) 1,8

Mangan (Mn 2 ) 0,54

Summe Kalorien 120.556,003

Anionen mg/l

Chlorid (Cl) 181.000

Fluorid (F) 0,31

Bromid (Br) < 0,005

Jodid (J) 1,14

Nitrat (NO3) < 0,5

Nitrit (NO2) < 0,01

Hydrogencarbonat (HCO3) 284

Sulfat (SO4 2 ) 3.960

Orthophosphat (PO4) < 0,01

Summe Anionen 185.245,41

Undissozierte Stoffe mg/l

Kieselsäure (H2SIO3) 12,9

Summe der gelösten

Mineralstoffe 305.814,34

Kieselsäure (H2SIO3) 12,9

Gelöste gasförmige

Stoffe mg/l

Freie Kohlensäure (CO2) 57,2

Sauerstoff (O2) 5,0


4 AKTION

BIOGASANLAGE ROTTWEIL-HAUSEN

„Neue Bauern“ wie Hermann Alf

ackern für Biogas.

Neue Energiequellen:

Rottweil-Hausen hat die Felder

schon bestellt.

Fotos: ENRW Energieversorgung Rottweil

Ackern für Strom

Das Gemeinschaftsprojekt Biogasanlage Rottweil-Hausen wächst und gedeiht.

Die Felder sind schon bestellt!

DER EINE ODER ANDERE LANDWIRT

hatte bereits vor dem Bürgergutachten

(siehe Extrakasten) über eine Biogasanlage

nachgedacht. Aber ein solches Projekt allein

zu stemmen ist risikoreich und immens

aufwändig. Als Gemeinschaftsprojekt, wie

es jetzt verwirklicht wird, birgt es weniger

Risiken – und alle Beteiligten können ihre

Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen.

Anfang August haben acht Landwirte aus

dem Energiedorf Rottweil-Hausen, darunter

Hermann Alf, einen weiteren wichtigen

Meilenstein vollbracht: Sie gründeten die

BMH (Biomasse Hausen) GmbH & Co. KG.

Der Nebenerwerbslandwirt Hermann Alf

freut sich, dass alle Landwirte, die von

Anfang an dabei waren, auch dabei geblieben

sind. „Wir sind uns einig, das Projekt

wird eine super Sache!“ In diesen Tagen

geht es schon los mit dem Anbau, dessen

Ertrag dann im Verlauf des kommenden

Jahres geerntet wird und später als Energie

seinen Nutzen findet.

Die Zeiten für Landwirte sind schwierig,

da kam der Plan der ENRW gerade

recht, eine Biogasanlage zu bauen. Mit

dem Forschungsprojekt der Universität

Stuttgart und des Zentrums für Solarenergie

und Wasserstoffforschung (ZSW) in

Rottweil-Hausen zur Umgestaltung der

Wärme- und Stromversorgung nahm alles

seinen Anfang. Am Ende steht die von den

Bürgern empfohlene Biogasanlage, die

im September nächsten Jahres in Betrieb

gehen soll. Ein weiter Weg von der Planung

bis zur Inbetriebnahme, weiß Johann

Flohr von Weber Ingenieure, Pforzheim,

zu berichten. Viele bürokratische Hürden

sind zu nehmen: Verschiedene Gutachten

zu Themen wie Boden, Grundwasser, Lärm

oder Geruch sind beauftragt und müssen

vorliegen, bevor der Genehmigungsantrag

nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz

beim Landratsamt Rottweil gestellt werden

kann. Alle Beteiligten sind aber zuversichtlich,

denn „wir liegen gut im Zeitplan“. Der

Bau soll, vorausgesetzt die Genehmigung

wird erteilt, im April 2007 beginnen.

Besonders der Standort der Anlage

wurde lange diskutiert. Lärm, Geruch und

der Anlieferverkehr sind entscheidende

Faktoren. Zudem muss die Anlage ins

Landschaftsbild passen und darf nicht negativ

auffallen. „Dafür wird Sorge getragen“,

versichert der Planer. Am Standort nördlich

der Heizzentrale, wo künftig das Biogas

erzeugt wird, sollen ein Betriebsgebäude,

die Fermenter und Lagerbehälter für die

Gärreste sowie die Fahrsilos neu entstehen.

In der Nähe befindet sich die Maximilian

Kolbe Schule, die in der Planungsphase

mit einbezogen wurde. Viele Interessen

müssen bei einem solchen Projekt berücksichtigt

werden. Hermann Alf nickt bestätigend

und ergänzt, dass es anfangs auch

unter den Landwirten nicht immer einfach

war. Aber mittlerweile steht der Anbauplan

für die „nachwachsenden Rohstoffe“ und

es kann losgehen. Vorgeschrieben ist eine

viergliedrige Fruchtfolge: Gemeint ist der

Anbau von vier verschiedenen Sorten Feldfrüchten.

Gras, Kleegras, Mais, Triticale und

Weizen werden deshalb auf einer Fläche von

250 Hektar rund um Hausen angebaut. Für

die Bauern ändert sich nicht viel: Auch bislang

wurde ein Teil der Ernteerträge für die

AKTION

BIOGASANLAGE ROTTWEIL-HAUSEN 5

Tierfütterung oder die Energiegewinnung

verwendet. Für die Landwirte ist die langjährige

Liefervereinbarung mit der ENRW

aber von Vorteil: Die Risiken bei der Ernte

sind geringer, da früher geerntet werden

kann. Bedenken aus der Bevölkerung – vor

allem zum Thema genmanipulierte Pflanzen

– können ausgeräumt werden: Es gibt

keine Monokultur und erst recht keine genmanipulierten

Gewächse. Die Flächen um

Hausen können dank des Projekts landwirtschaftlich

langfristig genutzt werden, so

dass zukünftig keine Flächen brach liegen

oder verwildern.

INFO

Mit diesem Projekt wird die Empfehlung

aus dem Bürgergutachten zur

nachhaltigen und umweltschonenden

Energieversorgung in Rottweil-Hausen

umgesetzt. Bürger Hausens hatten

diese Konzeption mit großer Mehrheit

befürwortet. Durch die Nutzung

heimischer Rohstoffe werden in den

nächsten 20 Jahren mehrere Millionen

Euro direkt der heimischen Wirtschaft

zugeführt werden – und nicht fernen

Erdgasimporteuren. Gleichzeitig wird

auch mittelfristig gewährleistet, dass

die ortsnahen landwirtschaftlichen

Flächen weiter bewirtschaftet werden.

Dies war durch verschärfte

Regelungen der EU nicht mehr

gesichert gewesen.


6 SPEZIAL

ERDE

Die Erde von

oben betrachtet

Sechs abgehobene Fragen an Professor Ernst Messerschmid.

Herr Professor Messerschmid, die Erde

von oben betrachtet: Was sieht man da?

Ehrlich gesagt: Es ist manchmal erschreckend.

Mit bloßen Augen habe ich die

brennenden Wälder gesehen, die schrumpfenden

und verschmutzten Seen. Ich bin

ja ein nüchterner Techniker, aber da werde

ich – wie viele andere Astronauten übrigens

auch – zum Missionar für den Schutz

unseres Planeten. Der rasante Verbrauch

unserer natürlichen, über Millionen von

Jahren gewachsenen fossilen Rohstoffe, der

Raubbau an unserer Natur und die Energieverschwendung

müssen ein Ende haben. In

vielen Vorträgen versuchen wir Astronauten,

die Öffentlichkeit und damit auch die

Politik zu überzeugen.

Ist die Erde nicht wunderschön, von

oben betrachtet?

Natürlich, das auch. Am liebsten hätte ich

mich bei den Bermudas in das klare Wasser

gestürzt. Sie können mehrere hundert

Meter in die Tiefe des Meeres sehen. Unser

Heimatplanet ist wunderbar, umgeben von

einer dünnen, verletzlichen Hülle, unserer

Luft zum Atmen.

Haben Sie überhaupt Zeit gehabt, die

Erde zu bewundern?

Ich war Wissenschaftsastronaut. Da habe

ich 16 bis 18 Stunden am Tag im Spacelabor

der D1-Mission Experimente gemacht.

Und repariert. Da kam mir zugute, dass

ich vor dem Studium einen Handwerksbe-

ruf erlernt hatte. Als fleißige Helfer hatte

ich den Commander und den Piloten. Die

hatten ja während des Flugs im Raumlabor

weniger zu tun und gingen deshalb gerne

uns Wissenschaftlern zur Hand. So konnte

ich mir öfter einen Blick zur Erde gönnen.

Wie ist das mit der Schwerelosigkeit –

lustig oder lästig?

Naja, die ersten zwei Tage hat fast jeder mit

der Raumkrankheit zu kämpfen – das ist

nicht schöner als die Seekrankheit. Danach

ist es eigentlich recht angenehm. Schwerelosigkeit

ist dann die Leichtigkeit des Seins.

Hand aufs Herz: Braucht man

Raumfahrt überhaupt?

Denken Sie sich doch mal aus, was passieren

könnte, wenn wir einen Tag lang alle

Satelliten ausschalten würden? Fahrzeuge

und Flugzeuge wüssten nicht mehr, wo

genau sie sich befinden, das Wetter kann

nicht mehr so gut vorhergesagt werden und

viele Fernsehapparate könnten nicht mehr

so schnell Aktuelles berichten. Raumfahrt

garantiert heute neues Wissen und ist

Dienstleistung pur.

Ist Astronaut ein Traumberuf?

Na, jeder, der dies denkt, sollte erst mal

als Ingenieur oder Naturwissenschaftler

lernen, schwierige Probleme zu lösen. Ein

fitter Körper, eine stabile Psyche und mindestens

zwei Fremdsprachen sowie um-

fangreiche Berufserfahrung sind Voraus-

setzung. Und dann brauchen Sie eine große

Portion Glück, um das Auswahlverfahren

zu überstehen. Deshalb: ein Traumberuf,

aber ein steiniger Weg bis dahin.

INFO

Abenteuer Raumfahrt

in Mannheim

Das Abenteuer Raumfahrt kann ab

dem 28. September jeder erleben.

Das Landesmuseum für Technik und

Arbeit in Mannheim zeigt auf 2.500

Quadratmetern Deutschlands größte

Sonderausstellung „Abenteuer

Raumfahrt. Aufbruch ins Weltall“.

Zu sehen sind über 400 Exponate aus

aller Welt, zumeist in Originalgröße.

Eine bemannte Raumstation wurde

nachgebaut, mehrere interaktive

Stationen laden zum Mitmachen ein.

Großformatige, gestochen scharfe

Fotos der Erde dokumentieren, wie

unsere Erde erforscht wird.

Leben und Arbeiten im All kann

nachempfunden werden.

Kinder erwartet ein „space for kids“.

Die Ausstellung ist bis zum 9. April

2007 zu sehen.

Mehr Infos:

www.raumfahrt-ausstellung.de

Foto: Berthold Steinhilber

ZUR PERSON

Professor Ernst Messerschmid (61) hat nach einer Ausbildung zum

Installateur Physik studiert. Von 1983 bis 1986 war er Wissenschaftsastronaut.

Mit dem Space Shuttle Challenger war er vom 30. Oktober bis zum 6. November

1985 im Weltraum. Danach wurde er Professor am Institut für Raumfahrtsysteme

in Stuttgart. Von 2004 bis 2005 war Messerschmid Leiter des Europäischen

Astronautenzentrums in Köln. Am Lehrstuhl Astronautik und Raumstationen der

Universität Stuttgart lehrt und forscht er seit 2005.

SPEZIAL

ERDE 7


8 SPEZIAL

ERDE

Unter Tage: Besucher staunen im Salzbergwerk Bad Friedrichshall über den 150 Meter langen Saal.

Die Würze aus der Tiefe

„GLÜCK AUF“ schallt es jedem entgegen,

der mit dem Aufzug 180 Meter unter die

Erde saust und von einem der Bergleute im

Salzbergwerk Bad Friedrichshall begrüßt

wird.

Salz gehört zum Leben. Der Körper

braucht es, das Essen auch. Aber von den über

drei Millionen Tonnen Salz, die von der Südwestdeutschen

Salzwerke AG jährlich geför-

dert werden, würzen nur drei Prozent unsere

Speisen. Ein Fünftel sorgt winters für sichere

Fahrt, und der Löwenanteil wandert als

Industriesalz in viele Produkte der che-

mischen Industrie.

Staunend stehen alt und jung im 150

Meter langen Kristallsaal, der 41.000 Tonnen

Salz barg, ehe er ausgehoben und in

einen Festsaal verwandelt wurde. Eine Aus-

stellung erinnert an die Zeiten, in denen

KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter in den

Bergwerkshallen arbeiten mussten. Ein 700

Kilometer langes Straßennetz erschließt

heute das 40 Meter mächtige Salzlager.

Heute wird nicht nur gefördert, sondern

auch gefüllt. So verschwindet zum Beispiel

Schlacke auf Nimmerwiedersehen in den

unterirdischen Hallen.

Foto: Berthold Steinhilber

Ihn zieht es magisch

in die Tiefe

ES IST KALT, NASS UND DUNKEL. Jochen

Hasenmayer zieht es immer wieder unter

die Erde. Der Blautopf ist seine Leidenschaft.

Jene geheimnisvolle Quelle, die einst Mörike

besungen hat. Die schöne Lau, so dichtete

der Pfarrer, wohnte im Blautopf, und ein

Knabe, den sie entführt hatte, fand sie schlafend

in ihren schönen Gemächern, die er

über Gänge und Treppen erreichte. Hasenmayer

war dort. Er hat den riesigen „Mörike-

Dom“ entdeckt, die größte deutsche Seenhalle,

der noch weitere Säle folgen. Die von

Hasenmayer hier entdeckten Tropfsteine

deuten darauf hin, dass der Mörikedom die

weltweit älteste Tropfsteinhöhle ist. In vielen

Tauchgängen hat sich Deutschlands einzi-

ger hauptberuflicher Höhlenforscher bis 1,7

Kilometer tief in das Labyrinth der unterirdischen

Flussläufe vorgearbeitet.

Eine Edelstahlleine mit Markierungen

für den Rückweg und der Kompass zeigen

ihm den Weg zurück. „Erfahrung und Planung

sind alles, sonst riskierst du das Leben“,

so der Pionier und Tüftler Hasenmayer, der

einen Tauchanzug entwickelt hat, mit dem

die Temperaturen von neun Grad erträglich

sind. Mit 17 Jahren tauchte er bereits in der

Falkensteiner Höhle und betrat damit Neuland.

Nie mehr hat ihn der Forschergeist seit

jenem Tag verlassen. Widerstände überwindet

er nicht nur in den tiefen Schächten und

schmalen Röhren. Gegen Heerscharen von

Unter Wasser: Höhlenforscher Jochen Hasenmayer taucht auf seinen Erkundungen auch mal ab.

SPEZIAL

ERDE 9

Geologen verficht er bis heute die Theorie,

dass sich tief unter dem Voralpenland ein

riesiges Höhlennetz erstreckt, gefüllt mit

heißem Wasser, das sich optimal als Wärmequelle

nutzen ließe. Auch eine Querschnittslähmung,

die er bei einem Tauchunfall

im Wolfgangsee erlitten hat, bremst

ihn nicht. Hasenmayer hat aus der Not eine

Tugend gemacht und das erste U-Boot für

die Höhlenforschung entwickelt, das ihm

jetzt das Tauchen im Blautopf erleichtert:

„Das ist viel sicherer, jetzt kann ich bis zu

vier Tage unten bleiben.“ Er sucht noch

weitere Beweise für seine Theorie. Dabei

schmunzelt der 64-Jährige: „Am Ende siegt

sowieso die Wahrheit.“


10 SPEZIAL

ERDE

Den Boden

bereiten

Damit im Frühling Blüten blühen!

JEDER GÄRTNER WEISS: Nur wer den

Boden unter seinen Füßen genau kennt,

kann beurteilen, welche Pfl anzen an welchen

Standorten gut gedeihen. Gesund

soll der Boden sein. Dafür muss er richtig

vorbereitet werden: locker, ausreichend mit

Wasser versorgt und gut durchlüftet. Dann

fühlen sich zahlreiche kleine und größere

Tiere und Bakterien im Boden richtig wohl.

Und das tut den Pfl anzen gut.

„Wer im kommenden Frühjahr einen üppig

blühenden Garten haben möchte“, so Volker

Kugel, Direktor des Blühenden Barock

in Ludwigsburg, „sollte schon im Herbst mit

den Vorbereitungen beginnen.“ Hier seine

Tipps:

Volker Kugel, der Direktor des Blühenden

Barock in Ludwigsburg, gibt auch

Tipps in der Sendung „Grünzeug“ im SWR

Fernsehen.

RASENDÜNGUNG: Der Rasen treibt im

Frühjahr kräftiger aus, wenn er Mitte September

noch einmal gedüngt wird: Dazu pro

Quadratmeter 20 bis 30 Gramm Rasendünger

gleichmäßig verteilen; allerdings darf

der Dünger keine Langzeitwirkung haben.

Der Rasen geht gut ernährt in den Herbst

und Winter und wird einen Teil der Nährstoffe

in seinen Speichern einlagern.

KALKUNG IM GEMÜSEGARTEN: Ab Ende

Oktober, wenn die Vegetationsperiode im

Gemüsegarten vorüber ist, kann der Boden

gekalkt werden. Kalk fördert das Bodenleben

und die Krümelstruktur des Bodens. Außerdem

bindet der Kalk schädliche Säuren, die

über Wurzelausscheidungen beim Wachstum

der Pfl anzen entstehen. Damit wird

die Grundlage für ein optimales Pfl anzenwachstum

im nächsten Jahr gelegt.

NEUPFLANZUNG VON ROSEN: Wenn

neue Rosen dort, wo vorher schon Jahrzehnte

Rosen gestanden haben, nur kümmerlich

gedeihen, dann leidet der Boden

womöglich unter Rosenmüdigkeit. Rosen

laugen den Boden einseitig aus und scheiden

wuchshemmende Stoffe aus. Abhilfe ist

möglich, aber schweißtreibend. Denn der

Boden muss 20 bis 30 Zentimeter tief ausgetauscht

werden, damit die neuen Rosen

problemlos wachsen. Dabei keine „saure

Erde“ mit hohem Torfanteil verwenden,

sondern lehmig-humose Erden.

EINWINTERN DER KÜBELPFLANZEN:

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es

an, wenn im Herbst die Kübelpfl anzen ins

Haus geholt werden müssen. Nicht zu früh

und nicht zu spät. Zum einen, um die Ausreifung

der Triebe zu ermöglichen, zum

anderen, um Frostschäden zu vermeiden.

Palmen, Oliven, Granatäpfel beispielsweise

vertragen durchaus Temperaturen um den

Gefrierpunkt oder auch ein bis zwei Grad

darunter. Zitrusgewächse, Oleander und

Agapanthus aber müssen unbedingt vor

dem ersten Frost ins sichere Winterquartier

gebracht werden. Mediterrane Pfl anzen

sollten bei maximal 8 bis 12 Grad Celsius

möglichst hell überwintern. Die Grundregel

lautet: je heller, desto wärmer darf es sein,

je dunkler, desto kühler.

Foto: Markus Leser

Lehmöfen speichern Wärme extrem lange. Bruno Hafner streicht über die Oberfl äche mit der Hand, bis sie glatt ist.

BRUNO HAFNERS AUGEN STRAHLEN,

wenn er von seinem bevorzugten Baumate

rial schwärmt: Es ist atmungsaktiv, reguli

ert die Raumfeuchtigkeit und isoliert

dabei noch hervorragend. Küchen- und

Toilettengerüche werden buch stäb lich verschluckt,

ebenso Schall. Das Material ist

absolut ungiftig und voll stän dig recycelbar.

Klingt nach einem Wunder-Werk stoff aus

der Laborküche. Ist es aber nicht.

Bruno Hafner spricht von Lehm, einem

der ältesten Baustoffe der Menschheit:

„Lehm wird vor allem für den Innenausbau

wiederentdeckt. Wer seine herausragenden

Eigenschaften erst einmal kennengelernt

hat, ist begeistert.“ Bruno Hafner weiß,

wovon er spricht. Für ihn war der Rohstoff

– wie für viele andere auch – lange nur

Dreck; ein Arme-Leute-Baustoff von früher,

mit dem heute höchstens noch manche

Naturvölker primitive Behausungen

bauen. Doch während einer Missionszeit in

Afrika wurde er eines Besseren belehrt. „Ich

erlebte, welch angenehmes Raumklima in

SPEZIAL

ERDE 11

Zukunft bauen mit Lehm

Alter Baustoff mit modernen Eigenschaften.

einem Lehmhaus herrscht.“ Zurück in

Deutschland eröffnete er 1994 im oberschwäbischen

Kanzach sein eigenes Lehmbau-Geschäft

– und wurde dafür belächelt.

Doch er etablierte sich, überzeugte die

Handwerkskammer davon, dass Lehmbauer

ein eigenständiger Beruf mit Zukunft ist,

und wurde Deutschlands erster Lehmbaumeister.

Inzwischen hat sich – nicht zuletzt

durch seinen fast missionarischen Einsatz

– der Lehmbau in Deutschland zu einem

Handwerks- und Industriezweig entwickelt,

der stetig wächst.

Verarbeitet wird Lehm heute wie andere

moderne Baustoffe auch. So gibt es beispielsweise

industriell vorgefertigte Lehmbauplatten

für den schnellen und sauberen

Innenausbau. Und die Innenputze überzeugen

durch natürlich-ästhetische Oberfl

ächen in vielen verschiedenen Farben.

SCHON GEWUSST?

Lehm gibt es in Hülle und Fülle überall, rund um den Globus. Das Material wird für

jeglichen Einsatz höchstens getrocknet und nicht gebrannt. Das macht Lehmziegel

und -verputze zu einem ebenso preisgünstigen wie umweltschonenden und energiesparenden

Werkstoff für den Innenausbau. Lehm hält die Luftfeuchtigkeit im Raum

konstant bei etwa 50 Prozent; ein Klima, in dem Schleimhäute nicht austrocknen

können und sich kaum Feinstaub bildet. Der Lehm schafft so ein gesundes Wohnklima,

in dem selbst Allergiker aufatmen können.

Vielseitiger Beruf: Die Handwerkskunst des Lehmbauers ist nicht nur für Neubauten

gefragt, sondern ebenso für originalgetreue Nachbauten von Steinzeithäusern oder für

die Restauration historischer Fachwerkhäuser. www.lehmbau-hafner.de


12 SPEZIAL

ERDE

Licht und Töne

aus dem All

Die neue Sternwarte in Brittheim bietet mehr als einen Blick durchs Teleskop.

SEIT DEM SPEKTAKULÄREN FUNK-

KONTAKT des Progymnasiums Rosenfeld

zur Raumstation ISS kennt man sie,

die Betriebsgemeinschaft der Sternwarte

Zollern-Alb. Mit dieser von ihr initiierten

Aktion haben sie 2002 international Aufsehen

erregt. Dabei ist dieses Projekt typisch

für die Aktivitäten des Vereins, dessen neue

Sternwarte in Rosenfeld-Brittheim am letzten

Septemberwochenende eingeweiht

wird. Für dieses Gebäude haben sie lange

gekämpft und hart gearbeitet. Jetzt können

sie endlich bieten, was sie immer schon

wollten: einen regelmäßigen Zugang zum

Himmelsgeschehen für alle, die Interesse

haben. Und zwar einen einmaligen. „Während

unsere Besucher den Jupiter beobachten,

hören sie zeitgleich, ob auf ihm gerade

ein Gewitter wütet“, erklärt Rolf Bitzer, der

erste Vorsitzende des Vereins. In der neuen

Brittheimer Sternwarte kann man nämlich

Objekte des Weltalls nicht nur durch optische

Teleskope sehen wie anderswo üblich;

sondern man kann mit Hilfe von Radioteleskopen

auch die Geräusche empfangen, die

sie aussenden. „Spannend wird Astronomie,

wenn man die Zusammenhänge begreift“,

weiß Rolf Bitzer aus Erfahrung. Den Physik-Unterricht

seiner Schulzeit hat er in

miserabler Erinnerung. „Theorie ist zäh,

nicht nur für Jugendliche. Die komplexe

naturwissenschaftliche Materie wird erst

durch praktische Beispiele interessant, die

Appetit auf mehr machen.“ Und so senden

die Brittheimer Astronomen beispielsweise

ein Funksignal zum Mond, das von diesem

refl ektiert und dann auf der Erde wieder

empfangen wird, bevor sie ihren Besuchern

erklären, was Lichtgeschwindigkeit ist.

„Uns ist es wichtig, dass gerade Jugendliche

eigene Projekte bearbeiten können, wann

immer sie wollen. Wir ‚Alten Hasen‘ sind

ihr ‚Coach‘, betont Sven Alexander Schuch,

der für die Radioastronomie verantwortliche

Mann. Deshalb gibt es auch unweit

des Hauptgebäudes eine Jugendsternwarte.

Deren Kuppel ist eine Spende des Deutschen

Zentrums für Luft- und Raumfahrt

(DLR), ein Radioteleskop kommt von der

Uni Köln.

Denn sowohl Rolf Bitzer als auch Sven

Alexander Schuch und andere Aktive des

Vereins haben hervorragende Kontakte zu

namhaften wissenschaftlichen Instituten

auf der ganzen Welt, auch zur Nasa.

Die Sternwarte Zollern-Alb öffnet ihren

Besuchern den Zugang zum Universum

durch direkten Kontakt zu den Himmelskörpern.

„Für uns steht die Erde im Mittelpunkt.

Wir zeigen die Geschehnisse im

All und informieren, was diese für unseren

blauen Planeten bedeuten können“,

Die neue Sternwarte in Brittheim

öffnet einen einzigartigen Zugang

zum Himmelsgeschehen. Hier

kann man Sterne sehen und hören.

sagt Rolf Bitzer. „Besucher können bei uns

zum Beispiel Eruptionen auf der Sonne mit

eigenen Augen sehen; beim Anblick dieser

heftigen ‚Vulkanausbrüche‘ bekommt man

ein Gefühl für die Kraft der Sonne.“ Stolz

ist die Sternwarte auf ihr Teleskop mit 80

Zentimeter Spiegeldurchmesser und acht

Meter Basisbrennweite; es zählt zu den

größten Europas. Die mit ihm eingefangenen

Bilder sind künftig auch live im Internet

zu sehen.

Leser

Astro-AG des Progymnasiums Rosenfeld

(unten) Sternkundig:

Markus

Rolf Bitzer, Alexander Merkle und Sven

Alexander Schuch (unten rechts). Fotos:

SPEZIAL

ERDE

INFO

Eröffnung am 30. September

Die Sternwarte Zollern-Alb wird vom 30. September bis 1. Oktober offi ziell eröffnet.

Besucher erwartet ein spannendes Programm mit faszinierenden Einblicken ins All.

Ab Oktober bietet die Sternwarte an allen Wochenenden öffentliche Führungen

mit wechselnden Inhalten sowie regelmäßige Beobachtungsabende und Seminare.

Sonderführungen nach Vereinbarung. Im Internet werden Live-Bilder, Daten und

Geräusche außergewöhnlicher Himmelsschauspiele veröffentlicht.

Mehr unter www.sternwarte-zollern-alb.de

13


14 SPEZIAL

ERDE

Kunst wächst aus dem Waldboden, und beim Betrachter

keimen neue Gedanken. Das ist von den Initiatoren, dem

Bildhauerehepaar Wagner, durchaus erwünscht.

Wo die Kunst

keimt

Im Wald von Seckach wächst ein Skulpturenpark.

ZWISCHEN DEN BUCHEN ZWITSCHERN

VÖGEL, während Besucher neugierig einen

Steinkopf mit dem Titel „Held“ umkreisen.

Einzelne Lichtstrahlen fi nden Lücken

im Geäst und brechen sich an den Torbögen

der „Arena des Wahnsinns“, einem

Kunstwerk, das mitten im Wald steht.

Die Abschlusssteine ihrer Säulen tragen

Gesichter: großäugige, dicknasige, rotlippige.

Im Hintergrund grinst ein steinerner

Stierkopf mit Igelfrisur aus dem Gebüsch,

eine Figur mit dem Namen „Herr General“

trägt die Verantwortung. Am Ostrand des

Odenwalds keimt Kunst aus dem Waldboden:

Der Skulpturenpark von Seckach

hat bereits 80 Arbeiten von renommierten

Bildhauern und Gelegenheitskünstlern

versammelt. „Dieser ungewöhnliche

Ort beschert uns immer mehr Besucher“:

Bürgermeister Thomas Ludwig freut sich,

dass sich sein Vorgänger von der Idee des

Bildhauer-Ehepaars Marianne und Paul

August Wagner begeistern ließ und ihnen

ein Stück Gemeindewald für Skulpturen

überließ. 1987 zog es die Berliner Künstler

nach Seckach, und schon bald wurde ihr

Atelier zu klein für die großen Werke.

Zuerst lagerten sie einige behauene

Steine in den Wald gegenüber aus, bei den

jährlichen Symposien mit befreundeten

Bildhauern kamen weitere hinzu. Der Skulpturenpark

war geboren. Um den Zugang

zur Kunst für Besucher noch attraktiver

zu machen, legte die Gemeinde einen Rundweg

an und erklärte den Wald kurzerhand

offi ziell zum Naturpark.

Manche Skulpturen halten der modernen

Gesellschaft einen Spiegel vor, andere

glänzen durch Mehrdeutigkeit. Moos breitet

sich auf Steinköpfen aus, Waldpfl anzen

verändern die Kulisse, Holzteile verwittern.

Am Stein dagegen nagen Wind und Wetter

langsamer. So werden Zeit und Vergänglichkeit

im Wald ganz natürlich zum Thema.

INFO

Kunsterlebnisse in

der Natur

Skulpturenpark: 80 Kunstwer

ke, zumeist aus Sandstein,

reihen sich entlang des Rundwegs

durch zwei Hektar Wald

am Ortsrand von Seckach;

Objekte, die jeder betasten,

be schnuppern und betrachten

kann. Wer sich inspirieren las -

sen möchte, sollte sich eine gu te

Stunde Zeit nehmen. Das Atelier

von Marianne und Paul August

Wagner, auf deren In i tia ti ve der

Skulpturenpark ent standen ist,

liegt genau ge gen über.

Telefon 06292 1262. und

www.skulpturenparkseckach.de

Skulpturenradweg:

Seit Mai dieses Jahres kann

man Kunst rund um Seckach

auch erradeln. 77 Kilometer

lang ist die Strecke, die durch

fünf Gemeinden und am

Skulpturenpark vorbei führt.

Am Weg fi nden sich 18 exklusiv

für den Skulpturenradweg

gefertigte Werke junger

Künstler sowie viele andere

sehenswerte Objekte.

Fotos: Marianne und Paul Wagner

Illustration: Katja Kamm Weißt

du schon ...,

warum die Erde anziehend ist?

Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse, dafür braucht sie 24 Stunden, also genau einen Tag.

Gleichzeitig kreist sie auf einer eiförmigen Bahn, der Umlaufbahn, um die Sonne. Dafür braucht sie

etwas länger: 12 Monate, also ein ganzes Jahr. Obwohl die Erde permanent in Bewegung ist – und

das mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Sekunde – merken wir das gar nicht

und fallen auch nicht herunter. Wir bleiben einfach auf ihr kleben! Eine rätselhafte Kraft namens

Erdanziehung hält uns: Denn die Erde ist ein riesiger natürlicher Magnet mit magnetischen Polen

im Norden und im Süden! Das Geheimnis liegt tief im Erdinnern, genauer im äußeren Erdkern:

Das Magnetfeld entsteht durch elektrische Ströme im dort fl üssigen Eisen.

SPEZIAL

ERDE

15

Such den Nord- und

Südpol!

Lust auf ein kleines Magnet-

Experiment?

Dazu brauchst du

- eine Büroklammer aus Metall

(Kunststoff geht nicht!)

- einen dünnen, aber langen

Bindfaden

- ein kleines Stück Tesafi lm

- einen starken Magneten

Und schon kann es

losgehen:

Binde den Faden in die

Mitte der Büroklammer,

befestige das andere Ende

mit dem Klebestreifen an

einer Tischkante. Jetzt streiche

mit dem Magneten mehrmals

in der gleichen Richtung(!),

also zum Beispiel von links

nach rechts, über die Büroklammer

– und lass sie dann

frei im Raum schweben.

Was passiert?

Die Büroklammer richtet sich

wie von Zauberhand in Richtung

des Nord- und Südpols

aus! Das kommt, weil du die

Büroklammer magnetisiert

hast. Da auch die Erde ein

Magnet ist, beeinfl ussen sie

sich gegenseitig.


16 WISSEN

BIOMASSE

Bio en masse

Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen.

Biomassekessel

Das Holz wird verbrannt, wobei ein mehr als 850 Grad Celsius

heißes Rauchgas entsteht. Die dabei anfallenden Reststoffe, wie

zum Beispiel Asche, werden zur Weiterverwertung abtransportiert.

Zerkleinerung und Lagerung

Das Alt-, Industrie- und Waldrestholz wird in gleich große

Schnitzel zerkleinert und in Silos gelagert.

Anlieferung

Meist wird der Brennstoff Holz

per Lkw angeliefert. Um den Transportaufwand

gering zu halten,

werden Biomassekraftwerke dort

errichtet, wo viel Biomasse anfällt.

Wärmetauscher

Die heißen Rauchgase strömen an mit Wasser gefüllten

Rohren vorbei und erhitzen das Wasser zu Wasserdampf.

HEIZEN MIT BLUMEN UND STROM AUS BÄUMEN? Auf der

Suche nach neuen Energiequellen rücken lokale Rohstoffe immer

stärker ins Blickfeld. Die so genannte Biomasse, also die durch

Pflanzen, Tiere und Menschen anfallende oder erzeugte organische

Substanz, kann in drei Formen energetisch genutzt werden:

Als feste Biomasse, wie zum Beispiel Holz oder Stroh, in flüssiger

Form als Pflanzenöl oder Biodiesel und gasförmig als Biogas, wel-

GmbH

ches durch die Vergärung von organischem Material, wie Abfall

Madness

oder Gülle entsteht. Hauptsächlich werden Holz und Biogas für

die Erzeugung von Wärme und Strom verwendet, zum Teil kann

Biomasse auch in flüssige Kraftstoffe umgewandelt werden. Die Illustration:

Dampfleitung

Über sie strömt der

Wasserdampf mit

einem Druck von

mehr als 40 bar in

die Turbine.

Dampfturbine

Hier gibt der heiße Dampf seine

Energie ab. Die Turbine treibt damit

einen Generator an, der Strom erzeugt.

Kondensator

Der Dampf aus der

Turbine wird im

Kondensator gekühlt

und fließt als Wasser

dem Kreislauf wieder

zu.

einfachste Form, Energie aus Biomasse zu gewinnen, ist die Verbrennung.

Dabei wird zwar Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, aber

nur die Menge, die die Pflanze während ihres Wachstums aus der

Atmosphäre aufgenommen hat. Als Brennstoff hat Biomasse viele

Vorteile: Sie ist regional verfügbar, kann gelagert und je nach Bedarf

eingesetzt werden. Außerdem hat sie wirtschaftlichen Nutzen für

die Region, da sie in großen Mengen in der Land- und Forstwirtschaft

anfällt und Bauern ein zusätzliches Einkommen ermöglicht.

Seit einigen Jahren ist Baden-Württemberg sowohl bei der Förderung

als auch bei der Nutzung von Biomasse bundesweit top. Da

es hier viel Land- und Forstwirtschaft gibt, besteht ein besonderes

Rauchgasreinigung

Das Rauchgas wird durch Gewebefilter geleitet. Hier bleiben wie

in einem Staubsauger selbst die feinsten Teilchen hängen.

Das so gereinigte Gas verlässt das Kraftwerk über den Kamin.

Transformator

Über ihn fließt die

elektrische Energie

in das entsprechende

Leitungsnetz.

Fernwärmenetz

Ein Teil des Dampfes wird

an der Turbine entnommen

und versorgt das

Fernwärmenetz der Stadt

mit Heizwärme.

WISSEN

BIOMASSE

Potenzial für die Gewinnung von Energie aus Holz und Biogas.

Beide Energieträger werden in diesem Jahr jeweils mehr als 500

Gigawattstunden Strom erzeugen, was einer CO2-Einsparung von

insgesamt 700.000 Tonnen entspricht. Besonders Biogasanlagen

verzeichnen ein schnelles Wachstum – in Baden-Württemberg stehen

400 von bundesweit rund 2.700. In den nächsten sechs Jahren

will die Landesregierung die Gewinnung von Bioenergie verdoppeln

und hat dazu Anfang des Jahres den Biomasse-Aktionsplan

beschlossen. Übrigens: Eines der effizientesten Biomasse-Heizkraftwerke

Europas, an dem auch die EnBW beteiligt ist, steht seit

2003 in der Stadt Ulm.

17


18 SPEZIAL

ERDE

Mit der Erde heizen!

Um den natürlichen Wärmespeicher Erde anzuzapfen, bieten sich mehrere Anlagetechniken an.

DAS ERDREICH IST

EIN GIGANTISCHER

WÄRMESPEICHER.

Durch verschiedene Erschließungsmethoden

wird die Erdwärme

als Quelle für die Wärme pumpen-

Heizungsanlage nutzbar gemacht.

Der Vorteil: Ein hoher Wirkungsgrad,

auch bei nied rigen Außentemperaturen.

Allerdings eignen

sich nicht alle Systeme von Wärmetauschern

gleichermaßen für jede

örtliche Gegebenheit.

Foto: Jan Kornstedt; Illustrationen: Madness GmbH

1. ERDSONDEN

Durch Bohrungen zwischen 30 und 100 Meter Tiefe wird eine Erdwärmesonde,

gefüllt mit einer Wärmeträgerfl üssigkeit (Sole) senkrecht

in den Boden eingebracht. Da ab einer Tiefe von rund zehn

Metern übers Jahr identische Temperaturen herrschen, ist die Sonde

ein idealer Energielieferant. Je nach Bodenbeschaffenheit lässt sich

pro Bohrmeter eine Leistung von bis zu 50 Watt erzielen.

Vorteile: Die Sonde benötigt nur geringen Platz – ein kleiner

Garten, der auch normal weitergenutzt werden kann, reicht aus.

Nachteile: Das Verfahren ist auf Grund wasserschutzrechtlicher

Bestimmungen nicht überall möglich. In Wasserschutzgebieten

dürfen keine Sonden gesetzt werden, eine Bohrung ist genehmigungspfl

ichtig und Platz für Bohrarbeiten muss vorhanden sein,

was vergleichsweise hohe Investitionskosten nach sich ziehen kann.

Die Preise für eine komplette Anlage ohne Fußbodenheizung im

Einfamilienhaus variieren zwischen ca. 18.000 und 23.000 Euro.

Die Erschließung der Wärmequelle ist dabei der größte Kostenfaktor

– der mit Eigenleistung reduziert werden kann. Diverse Förderprogramme

helfen bei der Finanzierung.

3. ENERGIEKÖRBE 4. BRUNNEN

Ein anderes Verfahren: Spiralförmige Wärmekörbe, die aus Schläuchen

gefl ochten und in 2,50 Meter Tiefe unter der Frostgrenze eingesetzt

werden. Ein Wärmekorb liefert etwa 1.000 Watt Energie. Die

Angabe über die Leistung ist von den unterschiedlichen

Bodenverhältnissen abhängig und gilt nur als Mittelwert.

Vorteile: Die Körbe haben keine wasserschutzrechtlichen Vorgaben.

Sie benötigen weniger Platz als ein Erdkollektor, sondern in

etwa so viel wie Energiegräben: also ca. 100 Quadratmeter Gartenfl

äche für ein 150 Quadratmeter großes Haus. In Verbindung mit

Solarkollektoren kann das System weiter optimiert werden.

Nachteile: Es besteht ein größerer Platzbedarf als bei der Erdsonde.

Je Wärmekorb werden etwa zehn Quadratmeter Garten benötigt

und eine Bebauung der Kollektorenfl äche ist nicht möglich.

2. ERD-

KOLLEKTOR (ROHR-

SCHLANGENSYSTEM)

SPEZIAL

ERDE 19

In bis zu 1,5 Meter Tiefe werden wärmetauschende, mit Sole gefüllte

Kunststoffrohre – ähnlich den Rohrschlangen einer Fußbodenheizung

– horizontal verlegt. Für einen optimalen Wirkungsgrad sollte

die anderthalb- bis zweifache zu beheizende Fläche mit den Rohren

belegt werden: Für ein 150 Quadratmeter großes Haus benötigt man

eine freie Außenfl äche von rund 300 Quadrat metern. Die zu erwartende

Leistung liegt, abhängig von den unterschiedlichen Bodenverhältnissen,

bei durchschnittlich 25 Watt pro Quadratmeter.

Vorteile: Ein Erdkollektor ist nur anzeigepfl ichtig, eine Tiefbohrung

ist nicht nötig und die Kollektorfl äche kann in Eigenarbeit

ausgehoben werden. Hier entstehen vergleichsweise niedrige Investitionskosten.

Nachteile: Eine große Außenfl äche (Garten) ist erforderlich und

die Bebauung auf der Fläche der Kollektoren ist nicht möglich.

Alternativ: Ein Energiegraben (Grabenkollektor) funktioniert nach

dem gleichen Prinzip. Es werden mehrere hundert Meter lange

Rohre in einem Graben verlegt – das spart Platz und man muss

nicht den ganzen Garten umgraben!

Grundwasser ist eine ideale Wärmequelle, da es ganzjährig eine

Temperatur von rund zehn Grad hat. Voraussetzung ist der Bau

von zwei Brunnen: einem Förderbrunnen, der das Wasser zur Wärmepumpe

befördert, und einem Schluckbrunnen, an den das um

rund drei Grad Celsius abgekühlte Wasser dann wieder abgegeben

wird.

Vorteile: Ein Brunnen ist eine konstante Wärmequelle. Er

be einträchtigt den Garten nur minimal und kann zusätzlich zur

Bewässerung genutzt werden.

Nachteile: Es ist eine wasserschutzrechtliche Genehmigung

erforderlich, und das Grundwasser muss in ausreichender Menge

vorhanden sein. Ein Verfahren, das mit vergleichsweise hohen

Investitionskosten verbunden ist.

Generell haben Wärmepumpen-Anlagen geringe Betriebskosten – vor allem wenn sie über der Erde arbeiten. Falls aus örtlichen

Gegebenheiten keine der beschriebenen Techniken genutzt werden kann, bietet sich immer noch die Luft als kostenlose Wärmequelle an:

Auch hier ermöglichen verschiedene Anlagenvarianten die Installation einer Wärmepumpe.


20 TELEGRAMM

ENRW

Ausgezeichnete

Initiative!

Mit der ENRW umweltgerecht Hochleistungs-

Sicherungseinsätze recyclen.

SICHERUNGEN FINDEN SICH IN JEDEM

HAUSANSCHLUSS vor dem Stromzähler

eingebaut, aber auch in Hochspannungsnetzen,

z.B. Transformationsstationen. Die

nützliche Schutzeinrichtung landet, wenn

sie abgeschaltet wird, oft in der Deponie

oder dem Hausmüll. Das muss nicht sein:

Um die umweltgerechte Entsorgung der

abgeschalteten Sicherungseinsätze kümmert

sich seit 1995 eine freiwillige Initiative

der deutschen Sicherungshersteller, NH/

HH- Recycling e.V. Die ENRW Energieversorgung

Rottweil unterstützt die Initiative,

indem sie selbst Sicherungseinsätze sammelt

und sich als Sammelstelle für andere

Energieversorgungsunternehmen oder

Firmen in der Umgebung anbietet. Als

aquasauna

Dank für dieses Engagement und diesen

wertvollen Beitrag zum Schutz der Umwelt

und der natürlichen Ressourcen wurde die

ENRW kürzlich vom Förderverein mit einer

Urkunde ausgezeichnet.

In der Stromversorgung und Energieverteilung

findet man spezielle Hochleistungs-

Sicherungseinsätze. NH-Sicherungseinsätze

(NH: Niederspannung Hochleistung) werden

im Niederspannungsbereich bis 1000

Volt und HH-Sicherungseinsätze (HH:

Hochspannung Hochleistung) im Mittelspannungsbereich

von 1000 Volt bis 36 Kilovolt

eingesetzt. NH/HH-Sicherungseinsätze

haben eine durchschnittliche Lebensdauer

von ca. 20 Jahren, je nach Einsatzbedingung

und Belastung.

Wir laden Sie herzlich ein, von 10 -17 Uhr unsere neu gestaltete SaunaLandschaft zu

besuchen! Mit dem richtigen Dreh am Glücksrad können Sie attraktive Gutscheine gewinnen

und an der schicken SaunaBar ein kühles Getränk genießen! Wir freuen uns auf Sie!

Tag der offenen Tür

Sonntag 1. Oktober 2006

Bruggerstraße 11

78628 Rottweil

info@aquasol-rottweil.de

www.aquasauna.de

Kein Saunabetrieb!

Sole- und Freizeitbad

markkom.de

INFO

Recycling-Service der ENRW:

Firmen, die unbrauchbar

gewordene Sicherungen

(NH/HH-Sicherungseinsätze)

umweltgerecht entsorgen

möchten, können diese bei der

ENRW – nach Voranmeldung –

kostenfrei abgeben.

Telefonische Anmeldung bei Herrn

Reyher, Tel. 0741 472-268

Abgabestelle:

ENRW Energieversorgung Rottweil,

In der Au 7, Lager

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag,

8.00 – 11.30 Uhr und

14.00 – 15.30 Uhr,

Freitag: 8.00 – 11.30 Uhr

Foto: ENRW, Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG.

SPANNEND WIE SELTEN VERLIEF IN DIE-

SEM JAHR der Endspurt im solaren Wettstreit,

an dem sich in der Saison 2005/2006

mehr als 900 Kommunen beteiligten.

Deutscher Meister der Solarbundesliga: die

bayerische Gemeinde Gollhofen. Bei den

Großstädten hatten in dieser Saison wieder

die Freiburger die Nase vorn. Neckarsulm

holte sich den Titel in der Kategorie der Mittelstädte,

in der auch Rottweil vertreten war.

Mit 43 Punkten ist die älteste Stadt Baden-

Württembergs auf Platz 36 gelandet.

Die ENRW gibt im Umweltbericht 2005

bekannt, dass im Zeitraum 1997 bis 2005

im gesamten Versorgungsgebiet 249 Fotovoltaikanlagen

mit einer Gesamtleistung

von 2,592 MWp (p = engl. peak, bezeichnet

die Spitzenleistung) ans Stromnetz der

ENRW angeschlossen wurden. Damit konnten

alleine im vergangenen Jahr 923 Tonnen

CO2 eingespart werden. Der Anstieg der

installierten Anlagen bzw. der installierten

TELEGRAMM

ENRW

Solarbundesliga –

auch Rottweil ist

vertreten

Immer mehr Städte und Gemeinden setzen auf die Kraft der Sonne als Energiequelle.

So auch Rottweil.

kWp

1200

1000

800

600

400

200

Anzahl Photovoltaikanlagen kumuliert 249 Stück

Gesamte installierte Leistung: 2,592 MWp

Leistung seit 2001 hängt mit dem Inkrafttreten

des EEG im April 2000 zusammen,

das die Rahmenbedingungen für den

wirtschaftlichen Betrieb von Photovoltaikanlagen

erheblich verbessert hat. Die Einspeisevergütung

betrug im Jahr 2005 54,53

Cent/kWh (für Anlagen bis 30 kW, die an

Gebäuden angebracht wurden). Mit dem ins

ENRW-Stromnetz eingespeisten Strom von

1,92 GWh können etwa 480 Haushalte mit

Strom versorgt werden.

Von den Anlagen im ENRW-Stromverteilnetz

werden zwei solare Erzeugungsanlagen

von der ENRW (Albertus-Magnus-Gymnasium

und Anlage in der Au) und weitere

zwei Solaranlagen gemeinsam von der

ENRW und lokalen Partnern betrieben. Die

Anlage auf dem Leibnizgymnasium wird

durch die Erlöse aus der Abnahme der Stadt

Rottweil von ENRW Green-Strom (Strom aus

Wasserkraft und Solaranlagen) finanziert.

Die Bürgerbeteiligungsanlage Rottweiler

0

vor 2002 2002 2003 2004 2005

Unterhaltung garantiert:

Photovoltaikanlagen im Versorgungsgebiet der ENRW.

Sonnendach für alle wurde gemeinsam mit

der Firma Hopt + Schuler errichtet. Aktuell

werden 52 Anteile dieser Anlage von privaten

Gesellschaftern gehalten, die eine Rendite

von bis zu vier Prozent erhalten. Die restlichen

58 Anteile hält derzeit noch die ENRW.

Jeder Bürger kann sich auch jetzt noch an

dieser Anlage beteiligen. Damit möchte die

ENRW denjenigen, die keine eigene Photovoltaikanlage

errichten können oder wollen

(z.B. Mietern oder Hausbesitzern mit ungeeigneter

Dachausrichtung), die Möglichkeit

bieten, einen Beitrag zur umweltfreundlichen

Energieversorgung zu leisten.

KONTAKT

Joachim Bühner,

Tel. 0741 472-226

Email: joachim.buehner@enrw.de

INFO

Organisiert wird die Solarbundesliga

seit 2001 von der Zeitschrift Solarthemen

und der Deutschen Umwelthilfe.

Gefördert wird das Projekt

vom Bundesumweltministerium.

Insgesamt spielen nun 905 Städte und

Gemeinden in der Solarbundesliga

mit. Ihre 23,6 Millionen Einwohner

bringen es auf zusammen

648.850 Quadratmeter Solarwärme

und 311.565 Kilowatt Solarstrom.

21


22 KULTUR

ALBABTRIEB

„Albabtrieb“

Einen Alpabtrieb kennen wir vom Allgäu oder den Alpenregionen – was aber ist ein „Albabtrieb“?

DA HAT SICH DIE GEMEINDE DENKIN-

GEN etwas ganz Besonderes einfallen lassen:

Schafe ziehen, begleitet von geschmückten

Ziegen und eingebettet in einen farbenfrohen

Umzug, mitten durch den Ort. Während

der Sommermonate beweiden rund

1.000 Mutterschafe die Hochfläche des

Klippenecks mit dem bekannten Segelfluggelände,

am 3. Oktober ziehen die Schafe

mit ihrem Schäfer hinab auf die Herbstweiden.

Die Gemeinde Denkingen möchte mit

dem farbenfrohen Abtrieb der Schafherde

durch den Ort die Bedeutung der Schafhaltung

in den Blickpunkt einer breiten

Öffentlichkeit stellen. Denn die Schafhaltung

hat gerade auf der Schwäbischen Alb

eine jahrhundertealte Tradition. Nur durch

diese extensive Beweidung konnten beispielsweise

die typischen Wacholderheiden

und die offene artenreiche Landschaft der

Alb überleben. Ohne die Beweidung dieser

Hochfläche und ihrer steilen Seitentäler

durch die Schafe, wäre unsere abwechslungsreiche

Landschaft längst mit Büschen

zugewachsen. Da loben wir doch die Arbeit

der Schafe der billigsten Landschaftspfleger

überhaupt.

Nicht umsonst hat Tanja Gönner, die

Umweltministerin des Landes, die Schirmherrschaft

für dieses Großereignis übernommen.

„Rund ums Schaf“ dreht sich

dann auch der Handwerker- und Bauernmarkt,

der um 10 Uhr in der Ortsmitte Denkingens

beginnt. Ein kleines Volksfest mit

Tanzvorführungen, Blasmusik, verschiedenen

schwäbischen Gerichten und der Vorführung

von traditioneller Handwerkskunst

erwarten die Besucher: Vor und nach dem

Umzug wird den Gästen beispielsweise die

Schafschur vorgeführt. Die vielfältige Verwendung

von Schafwolle demonstriert die

„Wollstraße“ mit zwölf Stationen. Glasbläser,

Korbflechter, Hufschmiede und viele

andere Handwerker zeigen ihre Handwerkskunst

und bieten hochwertige Waren

an. Ein reichhaltiges Kinderprogramm vom

Schafe ziehen – Denkingen feiert!

Streichelzoo über eine „Filzstraße“ für Kinder

ergänzen das Programm. Um 13.30 Uhr

dann beginnt der „Alb-abtrieb“ zusammen

mit dem traditionellen Sichelhenkerumzug

durch die Denkinger Ortsmitte. Hinter

den Festreitern folgen geschmückte Ziegen

und die 1.000-köpfige Schafherde vom

Klippeneck, gefolgt von den „Singenden

Schäfern“ des Zollernalbkreises und einer

Abordnung von Schäfern mit „Altdeutschen

Schäferhunden“. Das frischgekrönte Königspaar

vom Schäferlauf folgt in einer Kutsche,

der sich ein Umzug mit Blasmusik, Pferdegespannen,

Oldtimern und verschiedenen

Fußgruppen anschließt.

INFO

Denkinger Filz:

Mit der Aktion „Denkinger Filz“ finden bereits das ganze Jahr

über im Denkinger Bürgerhaus Filzangebote für jung und alt statt.

So stimmt sich die Gemeinde auf den ersten Denkinger „Albabtrieb“

ein. Kunstobjekte aus Filz sind im Übrigen auch am 3. Oktober in

der Denkinger Ortsmitte zu besichtigen, und die Aktion „Denkinger

Filz“ wird auch über den „Albabtrieb“ hinaus Filzertreffen und

verschiedene Kurse und Ausstellungen anbieten.

Der Eintritt für „Albabtrieb“ und Markt kostet 2 Euro.

Informationen bei der Gemeindeverwaltung 78588 Denkingen,

07424 9706-0 oder unter www.denkingen.de erhältlich.

Foto: Gemeindeverwaltung Denkingen

Wir verlosen:

Eine Jahreskarte Aquasol Erwachsene

(Schwimmbad + Sole) im Wert von 195 Euro

und zwei Zehnerkarten Aquasol Erwachsene

(3 Stunden Schwimmbad + Sole)

1 2 3 4 5 6 7 8

Lösungswort auf eine Postkarte (bitte freimachen) und einsenden an:

energie partner / Preisrätsel, In der Au 5, 78628 Rottweil oder online versenden unter www.enrw.de

Einsendeschluss ist der 20. Oktober 2006 (Datum des Poststempels)

Hinweis zum Datenschutz: Wir verwenden Ihre persönlichen Daten ausschließlich für die

Verwendung in Zusammenhang mit diesem Gewinnspiel. Die Daten werden gelöscht, sobald die

Gewinner ermittelt wurden.

Teilnahmebedingungen: Teilnehmen dürfen alle Personen über 18 Jahre, die im Versorgungsgebiet

der ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG wohnen. Von der Teilnahme ausgeschlossen

sind die Mitarbeiter des ENRW-Unternehmensverbundes. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Preisrätsel aus der Nummer 02/06 Die richtige Lösung lautete: Dauerbrenner

Gewinner: H. Vorndran, Frittlingen, U. Dreher, Spaichingen, E. Fischinger, Rottweil

FINALE

PREISRÄTSEL

IMPRESSUM

Herausgeber

ENRW Energieversorgung Rottweil

GmbH & Co. KG

Dipl.-Ing. Peter Küppers, Sprecher der

Geschäftsführung

Anschrift

ENRW

In der Au 5

78628 Rottweil

Redaktion

Ulrike Kschonsek

Verlag

G+J Corporate Media GmbH

Friesenweg 2 a-c, 22763 Hamburg

www.guj-corporate-media.de

Gestaltung

Büro Hamburg

Konzeption

Thomas van Laak

Objektleitung

Melanie Jonas, Harald König

Druck

Südwestrolle, Stuttgart

energie partner entsteht

aus der Partnerschaft zwischen ENRW

und EnBW AG

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22 KULTUR

ALBABTRIEB

„Albabtrieb“

Einen Alpabtrieb kennen wir vom Allgäu oder den Alpenregionen – was aber ist ein „Albabtrieb“?

DA HAT SICH DIE GEMEINDE DENKIN-

GEN etwas ganz Besonderes einfallen lassen:

Schafe ziehen, begleitet von geschmückten

Ziegen und eingebettet in einen farbenfrohen

Umzug, mitten durch den Ort. Während

der Sommermonate beweiden rund

1.000 Mutterschafe die Hochfläche des

Klippenecks mit dem bekannten Segelfluggelände,

am 3. Oktober ziehen die Schafe

mit ihrem Schäfer hinab auf die Herbstweiden.

Die Gemeinde Denkingen möchte mit

dem farbenfrohen Abtrieb der Schafherde

durch den Ort die Bedeutung der Schafhaltung

in den Blickpunkt einer breiten

Öffentlichkeit stellen. Denn die Schafhaltung

hat gerade auf der Schwäbischen Alb

eine jahrhundertealte Tradition. Nur durch

diese extensive Beweidung konnten beispielsweise

die typischen Wacholderheiden

und die offene artenreiche Landschaft der

Alb überleben. Ohne die Beweidung dieser

Hochfläche und ihrer steilen Seitentäler

durch die Schafe, wäre unsere abwechslungsreiche

Landschaft längst mit Büschen

zugewachsen. Da loben wir doch die Arbeit

der Schafe der billigsten Landschaftspfleger

überhaupt.

Nicht umsonst hat Tanja Gönner, die

Umweltministerin des Landes, die Schirmherrschaft

für dieses Großereignis übernommen.

„Rund ums Schaf“ dreht sich

dann auch der Handwerker- und Bauernmarkt,

der um 10 Uhr in der Ortsmitte Denkingens

beginnt. Ein kleines Volksfest mit

Tanzvorführungen, Blasmusik, verschiedenen

schwäbischen Gerichten und der Vorführung

von traditioneller Handwerkskunst

erwarten die Besucher: Vor und nach dem

Umzug wird den Gästen beispielsweise die

Schafschur vorgeführt. Die vielfältige Verwendung

von Schafwolle demonstriert die

„Wollstraße“ mit zwölf Stationen. Glasbläser,

Korbflechter, Hufschmiede und viele

andere Handwerker zeigen ihre Handwerkskunst

und bieten hochwertige Waren

an. Ein reichhaltiges Kinderprogramm vom

Schafe ziehen – Denkingen feiert!

Streichelzoo über eine „Filzstraße“ für Kinder

ergänzen das Programm. Um 13.30 Uhr

dann beginnt der „Alb-abtrieb“ zusammen

mit dem traditionellen Sichelhenkerumzug

durch die Denkinger Ortsmitte. Hinter

den Festreitern folgen geschmückte Ziegen

und die 1.000-köpfige Schafherde vom

Klippeneck, gefolgt von den „Singenden

Schäfern“ des Zollernalbkreises und einer

Abordnung von Schäfern mit „Altdeutschen

Schäferhunden“. Das frischgekrönte Königspaar

vom Schäferlauf folgt in einer Kutsche,

der sich ein Umzug mit Blasmusik, Pferdegespannen,

Oldtimern und verschiedenen

Fußgruppen anschließt.

INFO

Denkinger Filz:

Mit der Aktion „Denkinger Filz“ finden bereits das ganze Jahr

über im Denkinger Bürgerhaus Filzangebote für jung und alt statt.

So stimmt sich die Gemeinde auf den ersten Denkinger „Albabtrieb“

ein. Kunstobjekte aus Filz sind im Übrigen auch am 3. Oktober in

der Denkinger Ortsmitte zu besichtigen, und die Aktion „Denkinger

Filz“ wird auch über den „Albabtrieb“ hinaus Filzertreffen und

verschiedene Kurse und Ausstellungen anbieten.

Der Eintritt für „Albabtrieb“ und Markt kostet 2 Euro.

Informationen bei der Gemeindeverwaltung 78588 Denkingen,

07424 9706-0 oder unter www.denkingen.de erhältlich.

Foto: Gemeindeverwaltung Denkingen

Wir verlosen:

Eine Jahreskarte Aquasol Erwachsene

(Schwimmbad + Sole) im Wert von 195 Euro

und zwei Zehnerkarten Aquasol Erwachsene

(3 Stunden Schwimmbad + Sole)

1 2 3 4 5 6 7 8

Lösungswort auf eine Postkarte (bitte freimachen) und einsenden an:

energie partner / Preisrätsel, In der Au 5, 78628 Rottweil oder online versenden unter www.enrw.de

Einsendeschluss ist der 20. Oktober 2006 (Datum des Poststempels)

Hinweis zum Datenschutz: Wir verwenden Ihre persönlichen Daten ausschließlich für die

Verwendung in Zusammenhang mit diesem Gewinnspiel. Die Daten werden gelöscht, sobald die

Gewinner ermittelt wurden.

Teilnahmebedingungen: Teilnehmen dürfen alle Personen über 18 Jahre, die im Versorgungsgebiet

der ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG wohnen. Von der Teilnahme ausgeschlossen

sind die Mitarbeiter des ENRW-Unternehmensverbundes. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Preisrätsel aus der Nummer 02/06 Die richtige Lösung lautete: Dauerbrenner

Gewinner: H. Vorndran, Frittlingen, U. Dreher, Spaichingen, E. Fischinger, Rottweil

FINALE

PREISRÄTSEL

IMPRESSUM

Herausgeber

ENRW Energieversorgung Rottweil

GmbH & Co. KG

Dipl.-Ing. Peter Küppers, Sprecher der

Geschäftsführung

Anschrift

ENRW

In der Au 5

78628 Rottweil

Redaktion

Ulrike Kschonsek

Verlag

G+J Corporate Media GmbH

Friesenweg 2 a-c, 22763 Hamburg

www.guj-corporate-media.de

Gestaltung

Büro Hamburg

Konzeption

Thomas van Laak

Objektleitung

Melanie Jonas, Harald König

Druck

Südwestrolle, Stuttgart

energie partner entsteht

aus der Partnerschaft zwischen ENRW

und EnBW AG

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