Energieland Brandenburg - MBA Programme der HWR Berlin

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Energieland Brandenburg - MBA Programme der HWR Berlin

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Energieland Brandenburg

Newsletter – Nummer 7-8, 2012

Energieland Brandenburg im Internet: www.mwe.brandenburg.de | www.eti-brandenburg.de | www.zab-energie.de


Inhalt

Im Fokus

Systemintegration Erneuerbarer Energien ist eine lösbare Aufgabe ...........................................................3

Land Brandenburg

Antrittsbesuch von Umweltminister Altmaier im Land Brandenburg..........................................................4

Klimaschutz­ und industriepolitische Ziele in Einklang bringen ...................................................................5

Minister Christoffers zu Gast bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland­Fläming.............6

Energie aus dem Wald...................................................................................................................................................7

Wohnungsunternehmen als Energieversorger ....................................................................................................9

Enge Zusammenarbeit bei Gebäudesanierung vereinbart ...............................................................................9

Zwei neue Solarparks in Brandenburg eingeweiht.......................................................................................... 10

Feedback brandenburgischer Unternehmen zum „CO2 ­Fußabdruck“ ...................................................... 11

Genossenschaften tragen zum Gelingen der Energiewende bei .................................................................. 12

EU, Bund, Energierecht

Gesetzesinitiative zur Erdverkabelung im Bundesrat .................................................................................... 13

Wie teuer wird die Energiewende?........................................................................................................................ 13

Landkreise, Kommunen

Vom Rieselfeld zum Energiefeld............................................................................................................................. 15

Fördermöglichkeiten, Ratgeber, Tipps, Termine

Energieeffiziente Sanierung kommunaler Gebäude........................................................................................ 16

Bundeskabinett beschließt Senkung der Managementprämie im EEG ..................................................... 16

BMU verbessert die Förderung für Wärme aus erneuerbaren Energien.................................................. 17

Einladungsprogramm zur JETRO New Energy Business Meeting................................................................ 18

Informationstage Netzentwicklungsplan Strom und Umweltbericht ........................................................ 19

Windenergie ­ Klimaschutz und kommunale Wertschöpfung...................................................................... 20

PROGRESS­Workshop „Klimawandel koordinieren“ am 26.10.2012......................................................... 20

Informationsveranstaltung zum 6. Energieforschungsprogramm ............................................................. 21

Weitere Links und Termine ..................................................................................................................................... 21

Impressum, Bestellung, Abbestellung

Impressum, Bestellung, Abbestellung .................................................................................................................. 22

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Im Fokus

Systemint egration Erneuerbarer Energien ist eine lösbare Aufgabe

Optimismus beim 14. Brandenburger Energietag in Cottbus

Der traditionelle Brandenburger Energietag

stand in diesem Jahr unter dem Motto „Brandenburger

Energiestrategie 2030 – Wege zur

Systemintegration erneuerbarer Energien“.

Wirtschafts- und Europastaatssekretär Henning

Heidemanns eröffnete die Veranstaltung

am 6. September 2012 vor zahlreichen Vertretern

aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik,

Verwaltung und Verbänden und bezeichnete in

seiner Rede die Integration der regenerativen

Energien in das bestehende Energiesystem

als eine der größten aktuellen Herausforderungen

für die Energiepolitik Brandenburgs.

Dies erfordere laut Heidemanns, „die Stromnetze

auszubauen, die Entwicklung von Speichertechnologien

weiter voranzutreiben und die Versorgungssicherheit unabhängig von Wetterlagen

zu sichern“. Heidemanns verwies darauf, dass das Land Brandenburg als „Leitsternträger“ mit der

„Energiestrategie 2030“ und dem Cluster „Energie“ nach wie vor eine Schrittmacherfunktion für die

Energiewende in Deutschland habe. Und betonte, eine umweltverträgliche und von den Bürgern akzeptierte

Energiegewinnung müsse einen klugen Mix aller heimischen Energieträger mit mehr Intelligenz

im Netzmanagement und Fortschritten bei der Einsparung von Energie und Steigerung der

Energieeffizienz verbinden.

Die Aussagen des Impulsreferats zu Chancen

und Risiken der Energiewende wie auch

die anschließende Podiumsdiskussion

machten deutlich, dass Politik, Unternehmen

und Verbände die Lösbarkeit, das

Energieversorgungssystem umzugestalten,

überwiegend optimistisch einschätzten.

Einigkeit herrschte darin, dass Innovationen

für die Energiespeicherung und Energieübertragung

vorangetrieben werden müssen.

Eine wachsende Bedeutung habe auch

die konstruktive Gestaltung des Dialogs mit

den Bürgern, um Akzeptanz vor Ort zu erarbeiten.

Staatssekretär Heidemanns (re) beim Ausstellungsrundgang

Foto: Claudia Lippert

In den Foren am Nachmittag wechselten

sich interessante Vorträge mit anregenden Diskussionen ab. Forum 1 thematisierte den Netzausbau

unter den Bedingungen von Systemintegration und Konvergenz. Dabei wurden aktuelle Forschungsarbeiten

der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus vorgestellt.

Forum 2 konzentrierte sich auf die Gewährleistung von Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise.

Die Vorträge behandelten die Rolle des flexiblen integrierten Lausitzer Kohlekraftwerks bei

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der Sicherung der Regelleistung und Netzstabilität sowie die Wirtschaftlichkeit innovativer Speichertechnologien.

Das Forum 3 beleuchtete dezentrale Lösungen im Strukturwandel der Energieversorgung. Diskutiert

wurde die Bedeutung regionaler und kommunaler Energiekonzepte für die Gestaltung der Energiewende

in Brandenburg.

Im Forum 4 standen Fragen der Kommunikation, Transparenz, Bürgerbeteiligung und Akzeptanz im

Mittelpunkt. Vorträge über die 3D-Simulation der Auswirkungen von Energieprojekten, die Beteiligung

der Öffentlichkeit bei Großprojekten und die Rolle von Energiegenossenschaften sorgten für eine lebhafte

Diskussion der zahlreichen Teilnehmer.

In der begleitenden Ausstellung zum Energietag präsentierten sich mehr als 40 Unternehmen, Verbände

und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Energieerzeugung und Energieeffizienztechnologien.

Viel Aufmerksamkeit fanden die Elektrofahrzeuge des Projekts eSolCar, in dem die BTU

Cottbus und Vattenfall kooperieren, und das Wasserstoffmobil der ENERTRAG AG.

Land Brandenburg

Antrittsbesuch von Umweltminister Altmaier im Land Brandenburg

Christoffers: Positive Impulse für Fortschritte bei der Energiewende

Nach dem Treffen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier am 13.8.2012 in Potsdam zeigte

sich Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers zufrieden: „Minister Altmaier hat deutlich

gemacht, dass er die Herausforderungen der Energiewende zügig und pragmatisch angehen

will. Das Gespräch war ein positiver Impuls für weitere Fortschritte bei der Energiewende.“

Themen des Gesprächs waren die weitere Umsetzung energiepolitischer Vorhaben, wie beispielsweise

die Beschleunigung und die Kosten des Netzausbaus und die Nutzung von Konversionsflächen für

den Ausbau der erneuerbaren Energien. Zu dem Treffen hatte Minister Christoffers auch Vertreter der

Netzbetreiber 50Hertz Transmission und E.ON edis eingeladen.

Minister Christoffers hatte noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es Lösungen geben

müsse, die die Errichtung von Photovoltaikanlagen mit mehr als 10 MW Leistung auf Konversionsflächen

auch zukünftig ermöglichten. Die Rahmenbedingungen seien bislang nicht ausreichend. Dazu

haben beide Seiten weitere Gespräche vereinbart. Auch die Kosten für den Ausbau der Stromnetze

standen bei dem Treffen der beiden Minister auf der Tagesordnung. Minister Christoffers verwies in

dem Gespräch auf die unterschiedlichen regionalen Belastungen zwischen den Ländern.

Ministerpräsident Matthias Platzeck und Bundesumweltminister

Peter Altmaier beim Treffen in Potsdam

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Zuvor hatte der Bundesumweltminister bei

seinem offiziellen Antrittsbesuch bei Ministerpräsident

Matthias Platzeck Brandenburgs

Anstrengungen beim Ausbau erneuerbarer

Energien gelobt. Wie die Agentur

dpa meldete, sagte Altmaier in Potsdam,

dass das Land Brandenburg bei der Energiewende

in vielen Bereichen zur Spitzengruppe

gehöre, vor allem beim Ausbau der

Windenergie, wo Brandenburg sehr vorangekommen

sei.

Platzeck und Altmaier zeigten sich einig,

dass man erneuerbare und konventionelle

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Energien nicht gegeneinander ausspielen dürfe. Fossile Energieträger wie Kohle würden in den kommenden

Jahrzehnten noch gebraucht, damit die Stromversorgung in Deutschland sicher und bezahlbar

bleibe, sagte Altmaier. Auch diesbezüglich sei Brandenburg ein interessantes Land, weil dort auch

noch Braunkohle zur Energieerzeugung abgebaut werde. Um über die insbesondere in Ostdeutschland

kriselnde Solarindustrie zu sprechen, kündigten Platzeck und Altmaier ein Treffen in Frankfurt

(Oder) an. In der „Solarstadt“ gingen in diesem Jahr mehrere Unternehmen aus der Photovoltaik-

Branche pleite - vor allem weil in Asien mittlerweile billiger produziert wird. Altmaier betonte, dass das

Überleben einer wettbewerbsfähigen, leistungsstarken Solarwirtschaft nicht nur eine Frage der neuen

Bundesländer, sondern eine „Frage der nationalen Industriepolitik schlechthin“ sei.

Tack lädt Bundesumweltminister nach Rheinsberg ein

Beim Zusammentreffen der beiden Amtskollegen, der Brandenburger Umweltministerin Anita Tack

und Bundesumweltminister Peter Altmaier, wurde bekanntgegeben, dass sich der Bundesminister

noch in diesem Jahr vor Ort über Stilllegung, Demontage und Entsorgung der radioaktiven Reststoffe

des seit dem 1. Juni 1990 abgeschalteten Kernkraftwerkes Rheinsberg informieren wolle.

Der gesamte Rückbauprozess wird durch das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

des Landes Brandenburg (MUGV) als oberste Aufsichts- und Genehmigungsbehörde und das

entsprechende Landesamt atom- und strahlenschutzrechtlich kontrolliert und beaufsichtigt. Der Abbau

des Kernkraftwerkes erfolgt in mehreren Rückbauetappen, die jeweils auf der Basis einer separaten

atomrechtlichen Genehmigung realisiert werden. Nach aktuellem Planungsstand sollen in den nächsten

fünf Jahren alle Restbetriebssysteme, die dem Geltungsbereich des Atomgesetzes unterliegen,

abgebaut werden. „Brandenburg hat sich von Anfang an gegen die Nutzung der Atomkraft entschieden.

Seit 1990 ist das Kernkraftwerk Rheinsberg abgeschaltet und der Rückbau weit fortgeschritten.

Die Erfahrungen sind beispielgebend und sollten für den Rückbau anderer Atomkraftwerke genutzt

werden“, so Tack.

Quelle: MWE und MUGV

Klimaschutz­ und industriepolitische Ziele in Einklang bringen

Ministerpräsident Platzeck zu den 20‐20‐20‐Zielen von EU‐Energiekommissar Oettinger

Zum Vorschlag von Energiekommissar Günther Oettinger am 16.7.2012 im „Handelsblatt“, die

so genannten 20–20–20-Ziele der EU zu erweitern, erklärte Ministerpräsident Matthias Platzeck:

Ministerpräsident Matthias

Platzeck

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„EU-Kommissar Günther Oettinger schlägt völlig zu Recht vor, die Sicherung

eines Anteils von 20 Prozent industrieller Wertschöpfung am

Bruttoinlandsprodukt als weiteres Ziel der EU aufzunehmen. Brandenburg

hat in der gesamten Debatte um die Energiewende stets darauf

verwiesen, dass es auch um die Sicherung des Industriestandorts geht.

Es muss uns gelingen, Klimaschutz- und industriepolitische Ziele in

Einklang zu bringen. Schon jetzt sind hohe Energiepreise ein nicht zu

unterschätzender Wettbewerbsnachteil für die Industrie in Deutschland

und in ganz Europa.

Das bestätigen auch in Brandenburg produzierende Industrieunternehmen.

Es kann nicht sein, dass Europa für das Erreichen der Europäischen

Klimaschutzziele und den Ausbau der Nutzung Erneuerbarer

Energiequellen mit einer deutlichen Reduzierung der Industrieproduktion

bezahlt. Dieser Preis ist zu hoch.

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Uns ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Industrieproduktion wieder auf eine stabilere

Grundlage zu stellen. So ist der Anteil der industriellen Wertschöpfung am Bruttoinlandsprodukt in

Brandenburg im vergangenen Jahr gegenüber 2010 von 20,7 Prozent auf 22 Prozent gestiegen. Das

wollen wir sichern und ausbauen. Denn eine breite und moderne industrielle Basis ist Garant für unsere

Zukunft.

Wenn es gelingt, in Europa 20 Prozent Energie einzusparen, den CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu

reduzieren, den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 20 Prozent anzuheben und zugleich den Anteil

der Industrieproduktion europaweit wieder auf 20 Prozent anzuheben, sichert das auch den Industriestandort

Deutschland.“

Quelle: Staatskanzlei Brandenburg

Minister Christoffers zu Gast bei der Regionalen Planungsgemeinschaft

Havelland­Fläming

Kommunale Aktivitäten sind besonders wichtig

Am 22. August 2012 informierte sich der brandenburgische Wirtschafts-

und Europaminister Ralf Christoffers im Rahmen seiner

Energietour über den aktuellen Stand des Regionalen Energie- und

Klimaschutzkonzeptes in Wahlsdorf (Stadt Dahme/Mark, Landkreis

Teltow-Fläming).

Neben dem Minister waren unter anderem der Vorsitzende der Planungsgemeinschaft,

Wolfgang Blasig, sowie zahlreiche Bürgermeister und Vertreter der Energiebranche

und Mitarbeiter aus kommunalen Verwaltungen sowie Vertreter von Bürgerinitiativen anwesend,

um sich über Fortschritte und offene Fragen bei der Umsetzung der Energiewende zu informieren und

intensiv zu diskutieren.

Wolfgang Blasig bedauert bei seiner Begrüßungsrede

die gelegentliche politische

Geringschätzung der brandenburgischen

Planungsregionen. Dies entbehre in der

Region Havelland-Fläming jeder Grundlage.

Die Arbeit am Regionalen Energiekonzept

und die mit den Kommunen gesuchte

Umsetzung der Energiewende seien beispielhaft.

Er wünsche sich mehr Engagement

und Ideen seitens der Kommunen,

denn nicht wenige sähen anstelle ihrer

Chancen nur die Risiken. Er ermuntert alle

Akteure in der Region, ihre Aktivitäten zur

Energiewende fortzuführen.

Minister Ralf Christoffers, Andreas Bleschke und Frank Pätzig (v.l.)

Stellvertretend für den Landrat Peer Giesecke (Landkreis Teltow-Fläming) stellte Andreas Bleschke in

kurzen Zügen den Entwurf des Regionalplans 2020 der Region Havelland-Fläming vor und verdeutlichte,

dass der Regionalplan in jedem seiner Abschnitte wichtige Beiträge zum Klimaschutz und zum

Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten könne.

Den aktuellen Arbeitsstand zum Regionalen Energiekonzept präsentierten Stephan Kathke und Tobias

Schmeja vom Beratungsbüro Ernst Balser & Partner. „Das Regionale Energiekonzept ist ein neues

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sowie wichtiges Instrument, um die Energiewende auf der regionalen Ebene voranzubringen“, so

Kathke. Die nächsten Arbeitsschritte seien die Potenzialermittlung zum Ausbau der Erneuerbaren

Energien sowie die Erarbeitung von regionalen und lokalen Handlungsmaßnahmen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit am Regionalen Energiekonzept ist die Untersuchung zu Handlungsoptionen

von Kommunen für den Einstieg in das lokale Energiegeschäft. Olaf Reichel vom Beratungsbüro

Horváth & Partners erläuterte bisher gesammelte Erfahrungen in der Region. Von insgesamt

39 angeschriebenen Städten und Gemeinden beteiligten sich 13 Kommunen, mit denen bei zahlreichen

Abstimmungsterminen die Handlungsoptionen erarbeitet werden. Der Amtsdirektor von Dahme/Mark,

Frank Pätzig, sowie der Bürgermeister von Baruth/Mark, Peter Ilk, stellten in diesem Zusammenhang

ihre Handlungsoptionen vor.

In seinem Vortrag erläuterte Minister Christoffers anschließend die Energiestrategie des Landes im

globalen Rahmen und unterstrich dabei die lokalen Anforderungen bei der Umsetzung. „Die Energiestrategie

und die Regionalen Energiekonzepte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende

und geben ein klares Signal, dass Deutschland mit diesen Instrumenten die Wende vollziehen kann“,

so der Minister. Ihm sei dabei wichtig, dass bei allen Herausforderungen der Beteiligten man möglichst

frühzeitig und ehrlich auf die Bürger zugehe. Es sei aber unbestritten, dass es keine Allen zusagende

Lösung gäbe.

Studentinnen der TU Berlin und Minister Christoffers

In der anschließenden Diskussion standen

die Probleme und besonderen Herausforderungen

vor allem in Bezug auf die Abstände

von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung

und Klinikbereichen sowie der

Ausbau der Stromtrassen im Mittelpunkt

des Interesses.

Am Ende der Veranstaltung stellten Studentinnen

und Studenten der TU Berlin im

Rahmen einer Ausstellung die Ergebnisse

einer Untersuchung zur energetischen

Nutzung von Restholz vor.

Energie aus dem Wald

Minister Vogelsänger informiert sich über Energievorhaben mit Bezug zu Waldflächen

Mit 1,1 Millionen Hektar Wald steht Brandenburg nach Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen

an vierter Stelle in Deutschland. Trotz dieses Reichtums wird es auch im brandenburgischen

Wald langsam eng, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Nutzungsinteressen

unter einem Dach zu vereinen.

Vor allem mit Blick auf die Energiewende sind Waldbesitzer und holzverarbeitende Industrie mit nachhaltiger

Holznutzung gefragt. Aber auch die Betreiber von Windkraftanlagen und Solaranlagen interessieren

sich zunehmend für Standorte im Wald beziehungsweise in der Nähe von Waldflächen. In

Hammer, Baruth und Jüterbog hat Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft Jörg

Vogelsänger drei Unternehmen besucht, um sich über aktuelle Probleme der Energienutzung im Wald

zu informieren.

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Blick vom Wehlaberg auf ausgedehnte Waldgebiete bei Köthen (LDS);

in der Bildmitte der Köthener See.

Der auch für die brandenburgischen

Wälder zuständige Minister Vogelsänger

erklärte hierzu: „Wald wird heute in vielfältigerer

Weise genutzt, als früher. Es

kommt darauf an, die verschiedenen

Nutzungsinteressen unter einen Hut zu

bringen. Insbesondere mit neuen Nutzungen,

die in dieser Form bislang nicht

oder nicht in dem Umfang im Wald vorhanden

waren, muss mit Bedacht umgegangen

werden. Beispiele dafür sind

Holz als Energieträger oder auch Windkraft-

und Solarkraftnutzung im Wald.“

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien

spielt Holz als Energieträger eine immer

größere Rolle. Doch der Rohstoff wird

zunehmend knapp. Als Brennstoff kom-

men vor allem jene Sortimente in Frage, für die keine höherwertige Verwendung möglich ist.

Um Kohlendioxid möglichst langfristig zu binden, sollen aus Sicht der Forstleute auch verschiedene

Nutzungsarten kombiniert werden: Zum Beispiel können abgenutzte Schalbretter zerspant und zu

Platten gepresst werden. Nach der Nutzung können diese Platten dann noch zu Zellstoff verarbeitet

werden. Eine weitere Forderung ist, dass bei öffentlichen Bauten heimisches Holz bevorzugt wird, um

so eine Vorbildwirkung zu erreichen.

Mit dem Anbau standortangepasster Baumarten auf Kurzumtriebsplantagen können zusätzliche Rohstoffpotenziale

außerhalb des Waldes geschaffen werden. Diese Form der Bewirtschaftung kann

durch Anreize - zum Beispiel das Erneuerbare Energien Gesetz oder Vertragsanbau – noch zunehmen.

In der Öffentlichkeit wird die Windkraftnutzung im Wald überwiegend skeptisch betrachtet. Wenn die

Ziele der Energiestrategie des Landes, die eine Verdopplung des Stromanteils aus Windenergie vorsieht,

umgesetzt werden sollen, stellt sich für die Planer immer häufiger die Frage, wo sie noch Standorte

für neue Anlagen ausweisen können. Abstände zu Siedlungen müssen richtigerweise eingehalten,

Belange des Naturschutzes eingehalten werden. Deshalb müssen zusätzlich Flächen berücksichtigt

werden, auch bestimmte Waldflächen.

Minister Jörg Vogelsänger

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Vogelsänger: „Aber nicht alle Waldflächen und nicht an jedem Ort

kommen dafür in Frage. Nur Waldflächen, die keine besondere Bedeutung

als Schutz- und Erholungswald besitzen, sind in die Suche als

Windeignungsgebiet einzubeziehen. Eine Genehmigung möglicher

Standorte erfolgt deshalb auch nicht undifferenziert, sondern hat die

verschiedenen Funktionen des Waldes zu berücksichtigen. Nur ein

Bruchteil der insgesamt 1,1 Millionen Hektar Waldflächen kommen

dafür überhaupt nur in Frage.“

Die Nutzung von Wald ist auch deswegen aus Landessicht vertretbar,

weil die Flächeninanspruchnahme für Windkraftanlagen von einem

halben Hektar je Anlage im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien

relativ gering ist. Vogelsänger: „Ich lege außerdem Wert darauf,

dass der - wenn auch geringe Flächenverbrauch – in jedem Fall durch

Ersatzaufforstungen wieder ausgeglichen wird.“

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Auch ist neben den Windkraftanlagen im Wald weiterhin Forstwirtschaft möglich. Die Waldflächen

können – anders als bei Solaranlagen – betreten werden, so dass auch die Erholungsfunktion des

Waldes nicht wesentlich eingeschränkt wird.

Quelle: MIL Brandenburg

Wohnungsunternehmen als Energieversorger

Wie große Verbraucher zu Erzeugern werden

Wohnungsunternehmen gehören zu den großen Energieverbrauchern und sind daher von steigenden

Energiepreisen in besonderer Weise betroffen. Für viele ist daher eine selbständige

Energieerzeugung eine attraktive Alternative.

Um die Potentiale und Lösungsansätze aufzuzeigen, lud die Brandenburgische Energie Technologie

Initiative (ETI) gemeinsam mit dem Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen

e.V. (BBU) und der BioeenergieBeratungBornim GmbH (B³) am 18. Juli 2012 zur Tagung „Energieeffiziente

Stadtquartiere durch dezentrale Blockheizkraftwerke“ ein. Als Tagungsort wählte man das

GreenLine Landhaus Geliti in Geltow, denn hier setzt man bereits seit einigen Jahren ein Blockheizkraftwerk

der Firma Senertec – den Dachs – ein, um Strom und Wärme für das Hotel zu erzeugen.

Etwa 40 Wohnungsunternehmen und Stadtwerke folgten der Einladung von ETI und erlebten neben

der Besichtigung des Dachs ein informatives Vortragsprogramm. Themen waren unter anderem:

Markus Gläser von der Senertec GmbH (re.) erläutert die Funk‐

tionsweise des Blockheizkraftwerkes im Hotel Geliti

der Einsatz eines Blockheizkraftwerkes

aus Sicht des Stadtplaners;

• die BHKW-Produkte der Firma Senertec

GmbH;

der Einsatz von Biomethan aus ökologischer

und ökonomischer Sicht;

• Möglichkeiten zur Finanzierung (mit Bürgerbeteiligung).

Die Veranstaltung fand als Teil der IHK-

Jahresthemakampagne „Energie und Rohstoffe

für morgen“ statt. Die Vorträge finden

Sie auf der ETI-Website.

Enge Zusammenarbeit bei Gebäudesanierung vereinbart

ZukunftsAgentur Brandenburg und Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaf‐

ten und Bauen schließen Vertrag

Die ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) und der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften

und Bauen (BLB) arbeiten bei der energetischen Sanierung von Landesliegenschaften

künftig eng zusammen. Dazu haben beide Institutionen jetzt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Ziel der engen Zusammenarbeit beim so genannten Energieeinspar-Contracting ist,

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die notwendigen Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen am Gebäudebestand des BLB

besonders wirtschaftlich zu realisieren und damit die Umsetzung der Energiestrategie 2030 des

Landes Brandenburg nachhaltig zu unterstützen.

„Für die ZAB als Energie-Agentur des Landes Brandenburg eröffnet diese

Kooperation die große Chance, weitere Potentiale zur Energieeinsparung

und damit zum Klimaschutz in unserem Land zu heben. Die Zusammenarbeit

trägt zudem dazu bei, die Vorreiterrolle Brandenburgs auf dem

Gebiet der Energie zu stärken“, erklärte ZAB-Geschäftsführer Dr. Rolf

Strittmatter.

Der BLB ist bestrebt, seinen Immobilienbestand energetisch zu optimieren, um seine Mieter einerseits

bei der Senkung der Betriebskosten zu unterstützen und andererseits einen Beitrag zur Umsetzung

der Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg zu leisten. Das Instrument des Energiespar-

Contracting stelle eine Möglichkeit dar, Maßnahmen zu Energieeinsparungen bei begrenzten Investitionsmitteln

durchzuführen.

In der ZAB als Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Brandenburg nimmt der Bereich Energie eine

zentrale Rolle ein. Sie ist Energie-Agentur des Landes, berät Unternehmen, Kommunen und Verbraucher

und bündelt über die Energie-Allianz bei Fragen der Energieeinsparung die Aktivitäten vieler

Akteure auf diesem Gebiet, wie beispielsweise von Energieversorgern, Kammern oder vom Fachverband

Sanitär, Heizung, Klima. Zudem ist bei der ZAB das Management des Clusters Energietechnik

Berlin Brandenburg angesiedelt.

Zwei neue Solarparks in Brandenburg eingeweiht

Christoffers und Heidemanns mahnen Verordnung zur Vergütungsregelung großer Frei‐

flächenanlagen sowie konsequente Systemintegration an

In den letzten Wochen wurden mit den Solarparks in Jännersdorf (Landkreis Prignitz) und bei

Prenzlau zwei große Anlagen auf Konversionsflächen eröffnet. Zur Eröffnung waren Minister

Christoffers bzw. Staatssekretär Heidemanns zugegen.

Eröffnung des Solarparks Jännersdorf,

Foto: T. Baerwald, Parabel AG

„Mit der Weiterentwicklung ihrer Energiestrategie

hat sich die brandenburgische Landesregierung

anspruchsvolle Ziele gesetzt. Bis

zum Jahr 2030 wollen wir den Anteil der erneuerbaren

Energien am Primärenergieverbrauch

nahezu verdoppeln - von heute gut

16 Prozent auf dann 32 Prozent. Der auf einer

90 Hektar großen Konversionsfläche errichtete

Solarpark Jännersdorf leistet mit 40,5 Megawatt

installierter Leistung einen wichtigen

Beitrag zum Erreichen dieses Ziels – und

damit auch zur Energiewende.“ Das sagte

Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers

am 11.8.2012 bei der Einweihung des

Solarparks auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes im Marienfließer Ortsteil Jännersdorf.

Der steigende Anteil der erneuerbaren Energieträger müsse aber konsequent mit Maßnah-

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men zur Systemintegration verbunden werden, um Versorgungssicherheit und Preiswürdigkeit zu

gewährleisten, betonte Christoffers.

In Prenzlau betonte Staatssekretär Henning Heidemanns: „Klimaschutz und die Endlichkeit der fossilen

Energieträger verlangen den kontinuierlichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit der Inbetriebnahme

des Solarparks Prenzlau wird der Anteil der erneuerbaren Energien weiter erhöht – ganz

im Sinne der Energiestrategie 2030.“ Der Solarpark befindet sich dort auf dem Gelände des ehemaligen

Feldflugplatzes in Prenzlau. „Der steigende Anteil der erneuerbaren Energieträger muss aber

konsequent mit Maßnahmen zur Systemintegration verbunden werden, also Ausbau der Netze und

Förderung von Speichern, um Versorgungssicherheit und Preiswürdigkeit zu gewährleisten.“

Aktuell sind in Brandenburg nach Angaben der Stromnetzbetreiber etwa 19.000 PV-Anlagen mit einer

Leistung von insgesamt rund 1.600 Megawatt am Netz. Ende 2010 waren es rund 13.000 Anlagen mit

einer Leistung von rund 600 MW. „Diese Steigerung ist in erster Linie den Freiflächenanlagen, davon

viele auf Konversionsflächen, zuzurechnen. Die positive Entwicklung ist jedoch gefährdet durch die

Regelung, Freiflächenanlagen mit mehr als zehn Megawatt Leistung im Rahmen des Erneuerbare

Energien Gesetzes nicht mehr zu vergüten“, sagte Minister Christoffers.

„Im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat konnte zwar erreicht werden, dass eine

Verordnungsermächtigung für die Bundesregierung ins Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) aufgenommen

wurde, in der die Rahmenbedingungen für die Vergütung von Freiflächenanlagen mit mehr

als 10 MW Leistung auf Konversionsflächen geregelt werden soll. Eine Pflicht, eine solche Verordnung

zu erlassen, enthält das EEG aber nicht“, betonten sowohl Christoffers als auch Heidemanns. Das

Wirtschafts- und Europaministerium werde sich bei der Bundesregierung dafür stark machen, dass

rasch ein Verordnungsentwurf vorgelegt wird.

Zur Information:

Der Solarpark Jännersdorf erzeugt etwa 38 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht

in etwa dem Bedarf von rund 10.000 Vierpersonen-Haushalten. Umgesetzt wurde das Projekt von der

Parabel AG, die auch für die Betriebsführung des Solarparks zuständig bleibt. Die nördlichen Baufelder

sind über eine Mittelspannungsleitung und ein eigens errichtetes Umspannwerk in Neuburg an

das 110-kV-Hochspannungsnetz der WEMAG Netz GmbH angeschlossen, die südlichen Baufelder

über ein neues Umspannwerk in Rapshagen an das 110-kV-Netz der E.ON edis AG.

Die bei Prenzlau auf einer Konversionsfläche errichtete Photovoltaikanlage samt Umspannwerk ist mit

einer Fläche von 35 Hektar die größte Anlage im Landkreis Uckermark. Sie verfügt über eine installierte

Leistung von 15,7 Megawatt. Der Jahresertrag von etwa 16 Millionen Kilowattstunden entspricht in

etwa dem Strombedarf von 4.000 Vierpersonen-Haushalten. Umgesetzt wurde das Projekt von der

juwi Holding AG. Die Unternehmensgruppe hat auch bereits die 2009 bzw. 2011 errichteten Solarparks

Lieberose I und II auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz im Landkreis Spree-Neiße projektiert.

Quellen: jeweils MWE Brandenburg; Jännersdorf; Prenzlau

Feedback brandenburgischer Unternehmen zum „CO2­Fußabdruck“

Praxistauglichkeit des CO2‐Fußabdruckes (PCF) soll untersucht werden

Der „Product Carbon Footprint (PCF)“

stellt ein zunehmend verbreitetes Maß für

die ökologische Bewertung von Produkten

und Dienstleistungen dar. Dieser „CO2-Fußabdruck“ bilanziert die Treibhausgase, die im Lebenszyklus

eines bestimmten Produktes emittiert werden.

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Mit welchen Chancen und Herausforderungen diese Methode für kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) verknüpft ist, ist Gegenstand eines vom BMBF geförderten Forschungsprojektes der Hochschulen

Bingen, Darmstadt und Pforzheim. Ziel des Vorhabens ist es, die Praxistauglichkeit des CO2-

Fußabdruckes zu testen und dabei herauszufinden, inwieweit dieses Konzept auch unter Beachtung

einschlägiger Normen für KMU tauglich ist, wie und mit welchem Erfolg man die Ergebnisse in Richtung

der Kunden kommunizieren könnte und wie eine Struktur der Informationsvermittlung entlang der

Wertschöpfungskette zu gestalten wäre.

Um eine praktische Relevanz der Forschungsergebnisse zu gewährleisten ist es wichtig, Feedback zu

erhalten von Unternehmen, die sich bereits mit dem Thema PCF beschäftigt haben. Die Forscher

interessieren sich insbesondere für die Erfahrungen bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks von

einem Produkt bzw. die Gründe, eine solche Bilanzierung nicht durchzuführen. Brandenburger Unternehmen,

die interessiert sind, ihre diesbezüglichen Erfahrungen in das Projekt einfließen zu lassen,

sind herzlich eingeladen, sich an den Forschungsverbund zu wenden. Die Wissenschaftler möchten

den Unternehmen auch dabei helfen, Unklarheiten über dieses umweltpolitische Instrument zu beseitigen.

mehr im Internet: pcf-kmu.de , www.sofia-darmstadt.de

Ansprechpartner: Julian Schenten, Hochschule Darmstadt, Tel.: 06151/168899

Genossenschaften tragen zum Gelingen der Energiewende bei

Ministerpräsident Platzeck wirbt für die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern

Ministerpräsident Matthias

Platzeck

Zum Internationalen Tag der Genossenschaften am 7.7.2012 hat Brandenburgs

Ministerpräsident Matthias Platzeck für dieses Wirtschaftsmodell

geworben. „Auf immer mehr Feldern schließen sich Bürgerinnen

und Bürger zu Genossenschaften zusammen und erfüllen das alte Motto

von Friedrich-Wilhelm Raiffeisen mit neuem Leben: `Was der Einzelne

nicht vermag, das vermögen viele`“, sagte Platzeck in Potsdam.

Zugleich wies er den Genossenschaften eine entscheidende Rolle für

das Gelingen der Energiewende zu.

Der Ministerpräsident erklärte am 7.7.2012 in Potsdam: „Genossenschaftliche

Wirtschaftsformen haben enorme Entwicklungspotenziale

für unsere gesamte Gesellschaft. Dies wird leider noch zu oft unterschätzt.

Richtig ist: Die Verwirklichung der genossenschaftlichen Prinzipien

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung bringt

ökonomischen Gewinn für alle und setzt zudem eine nachhaltige Wirtschaftsdynamik

in Gang.

Ein Beispiel: Ganz besondere Chancen für eine schnellere und reibungslosere Umsetzung der Energiewende

verspreche ich mir von Modellen regional verankerter Energiegenossenschaften. Die Energiewende

muss zugleich zu einer Beteiligungswende vor Ort werden – und zwar auch im ökonomischen

Sinn. So wächst die Akzeptanz für die Energie-Neuorientierung in Deutschland. Die Genossenschaft

ist die Rechtsform, in der die Energiewende zur erfolgreichen Beteiligungswende werden kann.“

2012 ist das Internationale Jahr der Genossenschaften. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, 1818 geboren,

legte die Grundlage für das Genossenschaftswesen, das nach seiner Idee weltweite Verbreitung fand.

Quelle: Staatskanzlei Brandenburg

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Gesetzesinitiative zur Erdverkabelung im Bundesrat

Brandenburg bringt Antrag zur Änderung des Energiewirtschaftgesetzes ein

Das Land Brandenburg hat einen Antrag zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes in den

Bundesrat eingebracht. Damit will Brandenburg erreichen, dass der Vorrang der Erdverkabelung

vor dem Freileitungsbau im 110-kV-Hochspannungsbereich im Energiewirtschaftsgesetz

klar geregelt wird.

Die entsprechende Gesetzesinitiative hat Wirtschafts- und Europaminister

Ralf Christoffers am 31.7.2012 im Bundesratsplenum erläutert.

„Ziel der Initiative ist es, den gesetzlichen Vorrang der Erdverkabelung

im 110-kV-Hochspannungsbereich unmissverständlich zu regeln. Die

bisherige Regelung sieht zwar eine Pflicht zur Erdverkabelung vor,

räumt aber alternativ dem Netzbetreiber gleichzeitig die Möglichkeit ein,

die Errichtung als Freileitung zu beantragen, wenn dem keine öffentlichen

Interessen entgegenstehen. Diese Alternative sollte unserer Ansicht

nach gestrichen werden. Wir wollen den umgekehrten Sachverhalt.

Stromnetzbetreiber sollten grundsätzlich eine Erdverkabelung

beantragen müssen. Nur wenn dagegen öffentliche Interessen geltend

gemacht werden, könnte eine Freileitung errichtet werden“, erklärte

Minister Christoffers der Gesetzesinitiative.

Minister Ralf Christoffers Die jetzt von Brandenburg vorgeschlagene Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes

sei ein wichtiger Beitrag zum beschleunigten Ausbau

der Netze, so Christoffers weiter. „Dazu hat der Bundesgesetzgeber mehrere gesetzliche Regelungen

auf den Weg gebracht. Die Möglichkeit zur Erdverkabelung im 110-kV-Bereich ist ein wichtiger Beitrag,

doch der Gesetzgeber hat sie nicht klar gefasst, so dass großer Auslegungsspielraum besteht.“

Quelle: MWE Brandenburg

EU, Bund, Energierecht

Wie teuer wird die Energiewende?

Studienvergleich zeigt: Kostenschätzungen hängen wesentlich von Annahmen zur Preis‐

entwicklung fossiler Energieträger ab

Die aktuelle energiepolitische Diskussion kreist immer wieder um

die Frage, wie teuer die Umstellung der Energieversorgung auf

regenerative Quellen wird. Im Umlauf sind sehr unterschiedliche

Einschätzungen, ob der Ausbau der Erneuerbaren Energien ein

volkswirtschaftlicher Gewinn oder eine Belastung wird. Die Bewertung

hängt insbesondere davon ab, wie die Kostenentwicklung

der fossilen Energieversorgung prognostiziert wird. „Nur wer die zukünftigen Preise von

Öl, Gas und Kohle nicht unterschätzt, kann den ökonomischen Nutzen der Erneuerbaren Energien

richtig beurteilen“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare

Energien.

Die heutige Energieversorgung basiert zum Großteil auf dem Einsatz der fossilen Rohstoffe Kohle, Öl

und Erdgas. Die Bundesregierung hat das Ziel, das Versorgungssystem bis 2050 zu mindestens 60

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Prozent auf regenerative Quellen umzustellen. Um diesen grundlegenden Umbau ökonomisch zu

bewerten, ist ein Vergleich der Kosten Erneuerbarer Energien mit den Kosten einer fossilen Energieversorgung

erforderlich. Denn die Preise fossiler Brennstoffe bestimmen die aktuellen Ausgaben unserer

Volkswirtschaft für Energieimporte und sind eine wesentliche Größe für die Stromgestehungskosten

fossiler Kraftwerke.

Große Bandbreite der Preisprognosen

Die Annahmen verschiedener energiewirtschaftlicher Studien zur Preisentwicklung fossiler Energieträger

gehen stark auseinander. Ein Vergleich von Studien, die in den vergangenen drei Jahren veröffentlicht

wurden, zeigt, dass die Annahmen für das Jahr 2030 teilweise um 150 Prozent voneinander

abweichen. Beispielsweise schätzt die „Energieprognose 2009“ der Institute IER/RWI/ZEW den Importpreis

für eine Tonne Steinkohle im Jahr 2030 auf 76 Euro, wohingegen die Leitstudie 2010 des

Bundesumweltministeriums von über 200 Euro pro Tonne ausgeht. Zum Vergleich: 2011 lag der Importpreis

für eine Tonne Steinkohle bei 104,7 Euro. Beispiele für solch stark voneinander abweichende

Preisannahmen gibt es auch bei Gas- und Ölimporten.

Besonders interessant ist der Vergleich der Annahmen zur künftigen Entwicklung der Energiepreise in

den energiepolitisch relevanten Studien vor dem Hintergrund der bisherigen Preisentwicklung. So lag

der Importpreis für Rohöl im Jahr 2011 bereits bei rund 580 Euro pro Tonne, also deutlich höher, als

einige Studien für die nächsten zehn Jahre annehmen. „Mit Blick auf die Preissteigerungen der vergangenen

Jahre erscheinen Prognosen, die von einem stagnierenden oder gar sinkenden Preis fossiler

Energieträger ausgehen, als sehr unrealistisch“, urteilt Vohrer.

Auswirkungen der Preisentwicklung auf die Kosten

Die Differenzen bei den Preisannahmen haben entscheidende Konsequenzen für die Abschätzung

der volkswirtschaftlichen Kosten. Rechnet man auf Basis der Minimalannahmen die im Jahr 2011

importierten Energiemengen hoch, entstünden 2030 Importkosten von 60 Milliarden Euro. Legt man

stattdessen die Studien mit den höchsten Energiepreisannahmen für 2030 zugrunde, betrügen die

Ausgaben für die gleiche Menge fossile Energieimporte hingegen 140 Milliarden Euro. Die Ausgaben

für fossile Energieimporte könnten also auch mehr als doppelt so hoch ausfallen.

Kostenentwicklung der Erneuerbaren Energien ist langfristig kalkulierbar

„Wer die Ausgaben für fossile Energieträger systematisch kleinrechnet, bringt die aktuelle Diskussion

über die Kosten der Energiewende in eine gefährliche Schieflage“, warnt Vohrer. Denn die Energieversorgung

auf Basis Erneuerbarer Energien erscheint umso teurer, wenn Studien für die Zukunft

niedrige fossile Energiepreise sowie geringe CO2-Preise vorgeben. „Solche Prognosen spielen jenen

in die Hände, die im Ausbau der Erneuerbaren Energien lediglich Belastungen und mögliche Wachstumseinbußen

der Volkswirtschaft sehen wollen“, so Vohrer weiter. Und das, obwohl gerade der Ausbau

der Erneuerbaren Energien eine bedeutende Rolle für die erfolgreiche Entwicklung von Volkswirtschaften

spielt: „Im Gegensatz zu einer rohstoffbasierten Energieversorgung, die von verknappenden

Ressourcen oder geopolitischen Entwicklungen abhängig ist, ist die Kostenentwicklung der Erneuerbaren

Energien langfristig kalkulierbar.“ Sie wird vor allem durch technologische Entwicklungen und

den dazu erforderlichen Kapitaleinsatz beeinflusst. „Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Förderung

der Erneuerbaren Energien eine Investition, die sich mittelfristig für die Volkswirtschaft auszahlen

wird“, betont Vohrer. Die Förderung sei erforderlich, damit die Erneuerbaren Energien in der Lage

sind, sich gegenüber bereits eingeführten Techniken auf dem Markt zu behaupten und wettbewerbsfähig

zu werden.

Quelle und weitere Informationen: Agentur für Erneuerbare Energien

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Landkreise, Kommunen

Vom Rieselfeld zum Energiefeld

Durst nachwachsender Rohstoffe wird mit geklärtem Abwasser gestillt

Auf einer rund 25 Hektar großen Versuchsfläche der Berliner

Stadtgüter GmbH bei Schönwalde-Glien (Landkreis Havelland)

wurde am 23.8.2012 ein Pilotprojekt zur Bewässerung

landwirtschaftlicher Kulturen mit so genanntem Klarwasser

gestartet.

Dabei handelt es sich um Abwasser, das zuvor im nahe gelegenen

Klärwerk Wansdorf mechanisch, biologisch und chemisch

behandelt worden ist. In das auf 25 Jahre angelegte Vorhaben

sollen insgesamt rund 200.000 Euro investiert werden. Nach Auskunft

der Berliner Stadtgüter (BSG), die das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Hennigsdorfer Unternehmen

co:bios Energie und der Klärwerk Wansdorf GmbH realisiert, ist die Versuchsfläche jahrzehntelang

als Rieselfeld genutzt worden und deshalb für die Produktion von Lebensmitteln nicht geeignet.

„Die Bewässerung mit Klarwasser wird dazu beitragen, die Schwermetallbelastung der Flächen über

eine angepasste Nutzung zu sichern und den regionalen Wasserkreislauf besonders in niederschlagsarmen

Phasen zu stabilisieren. Ganzheitliche Nutzung regionaler Stoff- und Energiekreisläufe,

sowie die verantwortungsvolle Nachsorge der Rieselfelder seien die wichtigsten Ziele bei diesem Projekt“,

erläuterte BSG-Geschäftsführer Peter Hecktor in Schönwalde-Glien beim offiziellen Start des

Pilotbetriebs.

Auf der Versuchsfläche sollen in den

nächsten Jahren schnellwachsende

Pappeln und Weiden angebaut werden,

die später zu Holzhackschnitzeln verarbeitet

und im knapp zwölf Kilometer entfernten

Biomasse-Heizkraftwerk der

Stadt Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel)

als Brennstoff zur Wärmeerzeugung

Die Beregnungsmaschine am Tage der Projekteröffnung

genutzt werden. „Dieses Gemeinschaftsprojekt

versetzt uns in die Lage, nachwachsende

Rohstoffe dort anzubauen,

wo sie auch verwertet werden“, sagte

Thomas Bethke, Geschäftsführer der

Stadtwerke Hennigsdorf, deren Tochterunternehmen

KPG (Kraftwerks- und Projektentwicklungsgesellschaft)

das moderne

Biomasse-Heizkraftwerk seit drei Jahren betreibt. Nach Ansicht von Bethke ist das „nicht nur

ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch.“ Nachhaltig sei die Nutzung erneuerbarer Energieträger

erst dann, wenn sie nicht über weite Entfernungen herangeschafft werden müssten. Das Gemeinschaftsprojekt

mit den Berliner Stadtgütern schaffe die Voraussetzung, auf regionaler Ebene effektive

Kreisläufe zu entwickeln.

mehr im Internet: Berliner Stadtgüter

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Fördermöglichkeiten, Ratgeber, Tipps, Termine

Energieeffiziente Sanierung kommunaler Gebäude

Die Förderung für die energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozi‐

alen Infrastruktur wird zum 1. September 2012 ausgeweitet

Gleichzeitig wird das Programm „Sozial Investieren – Energetische Gebäudesanierung“

in „Energieeffizient Sanieren – Soziale Organisationen“ umbenannt.

Für die energetische Sanierung kommunaler Gebäude werden künftig

anspruchsvollere Sanierungen bis hin zum KfW-Effizienzhaus 55 gefördert

und ein Förderbaustein KfW-Effizienzhaus Denkmal sowie Tilgungszuschüsse

für alle Effizienzhausstandards eingeführt.

Dies betrifft das KfW-Förderprogramm Nr. 157 „Energieeffizient Sanieren – Soziale Organisationen“.

Darüber hinaus wird das neue Angebot „Energieeffizient Sanieren – Kommunale Unternehmen“ (Programm

Nr. 219) aufgelegt. Damit wird die Förderung der energetischen Sanierung von Nichtwohngebäuden

auf mehrheitlich im kommunalen Besitz befindliche Unternehmen erweitert und intensiviert.

weitere Informationen: www.kfw.de (Anmeldung erforderlich); Quelle: www.geb-info.de

Bundeskabinett beschließt Senkung der Managementprämie

im EEG

Altmaier: Verbraucher um 160 Millionen Euro entlastet

Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag von Bundesumweltminister

Peter Altmaier die Managementprämienverordnung beschlossen.

Mit dieser Verordnung wird die so genannte Managementprämie für

direkt vermarkteten Strom aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen

ab dem kommenden Jahr abgesenkt.

„Mit dieser Verordnung entlasten wir die EEG-Umlage und damit die Verbraucher um rund 160 Millionen

Euro pro Jahr“, so Bundesumweltminister Peter Altmaier. Um die erneuerbaren Energien besser

in den bestehenden Strommarkt zu integrieren wurde mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-

Gesetzes (EEG) zu Jahresbeginn die so genannte "optionale Marktprämie" einschließlich der Managementprämie

eingeführt. Die Marktprämie ist ein Anreiz, erneuerbaren Strom stärker marktorientiert

einzuspeisen. Betreiber von EEG-Anlagen, die diese Option wählen, verzichten auf den Vergütungsanspruch

nach dem EEG und vermarkten stattdessen ihren erzeugten Strom direkt. Die Marktprämie

gleicht in diesem Fall die Differenz zwischen den Direktvermarktungserlösen der Anlagenbetreiber und

der Einspeisevergütung nach dem EEG aus. Die Managementprämie soll darüber hinaus zusätzliche

Mehrkosten abdecken, die den Anlagenbetreibern in der Direktvermarktung entstehen.

Die ersten Erfahrungen mit diesen neuartigen Instrumenten zeigen, dass die Managementprämie für

Windenergie- und Photovoltaikanlagen zu hoch angesetzt war. Sie wird daher ab dem Jahr 2013 gegenüber

der bislang vorgesehenen Prämie um 0,35 Cent je Kilowattstunde abgesenkt. Die Absenkung

gilt sowohl für Bestandsanlagen als auch für Neuanlagen und sie wird auch für die nachfolgenden

Jahre entsprechend fortgeschrieben. Für fernsteuerbare Windenergie- und Photovoltaikanlagen fällt

die Reduzierung mit 0,25 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2013 etwas geringer aus. Hiermit wird ein

Anreiz gesetzt, insbesondere bestehende Anlagen schneller mit der Fernsteuertechnik auszustatten,

um eine bedarfsorientierte Steuerung der Anlagen durch Dritte zu erleichtern. Die Verordnung bedarf

noch der Zustimmung des Deutschen Bundestages.

Quelle: BMU

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BMU verbessert die Förderung für Wärme aus erneuerbaren Energien

Bundesumweltministerium erneuert Förderkonditionen für das Marktanreizprogramm

Das Marktanreizprogramm (MAP) fördert Anlagen für Heizung,

Warmwasserbereitung und zur Bereitstellung von Kälte oder Prozesswärme

aus erneuerbaren Energien. Ab dem 15.8.2012 erhöht

das Bundesumweltministerium die Förderung für Investitionen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier: „Der Wärmemarkt spielt bei der

Energiewende eine entscheidende Rolle. Das neue Marktanreizprogramm wird neuen Schwung in die

Wärmenutzung aus erneuerbaren Energien bringen und schafft die Grundlage für mehr private Investitionen.

Mit den neuen Förderkonditionen wird für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer der Umstieg

auf erneuerbare Energien bei Heizung und Warmwasser noch attraktiver.“

In den zwei Programmteilen des MAP werden Anlagen für den Bedarf von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern,

sowie kleineren öffentlichen und gewerblichen Objekten (über das Bundesamt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle, BAFA) sowie für große Gebäude und für die gewerbliche Nutzung (KfW-

Programm Erneuerbare Energien Premium) gefördert. Die Änderungen und Neuregelungen im MAP

betreffen beide Programmteile: sowohl den Förderteil der Investitionszuschüsse (BAFA) als auch den

KfW-Teil für Anlagen im größeren Leistungsbereich.

Änderungen im BAFA-Teil (Investitionszuschüsse für die kleineren Anlagen):

• Bei Solarkollektoren bis 40 m 2 Kollektorfläche (thermische Nutzung der Solarenergie) sowie Biomasseheizkesseln

und Wärmepumpen bis 100 kW Nennwärmeleistung werden neue Mindestförderbeträge

eingeführt. Davon profitieren die Anlagen, die üblicherweise in Einfamilienhäusern eingesetzt

werden: Sie erhalten damit eine bis zu 400 € höhere Förderung. Die Basisfördersätze, die

in Abhängigkeit von der Größe der Anlage gewährt werden, bleiben unverändert. Gefördert werden

nur Anlagen in Bestandsbauten.

• Die Bonusförderung, die besonders innovative Techniken oder die Kombination förderwürdiger

Techniken belohnt, wird ausgebaut: Die gleichzeitige Errichtung einer Biomasseanlage oder einer

Wärmepumpe mit einer Solarkollektoranlage zur reinen Warmwasserbereitung wird zukünftig mit

einem Bonus von 500 € belohnt. Neu ist auch ein Effizienzbonus für den Einsatz von Wärmepumpen

in gut gedämmten Gebäuden. Mit einer zusätzlichen Förderung von 500 € pro Anlage werden

Wärmepumpen belohnt, die einen neuen Pufferspeicher mit bestimmter Mindestgröße aufweisen.

• Die Innovationsförderung für große Solarthermieanlagen (ab 20 m 2 ) in Mehrfamilienhäusern und

Nichtwohngebäuden mit mindestens 500 m 2 Nutzfläche ist jetzt auch für Neubauten möglich.

• Die Förderung von Solarkollektoranlagen zur Prozesswärmebereitstellung wird deutlich auf bis zu

50% der Nettoinvestitionskosten angehoben. Der Förderung kann nun bis zu einer Fläche von

1000 m 2 auch als einmaliger Zuschuss gewährt werden (über das BAFA).

• Die Errichtung bzw. Nachrüstung von Anlagenteilen zur Emissionsminderung und/oder Effizienzsteigerung

bei Biomasseanlagen im Gebäudebestand wird mit 750 € je Anlage (vorher 500 €) belohnt.

Für den Einsatz im Neubau gibt es erstmals eine Förderung (850 €).

Änderungen im KfW-Teil (Darlehen und Tilgungszuschüsse im KfW-Programm Erneuerbare

Energien Premium):

• Die Tilgungszuschüsse für große Solarkollektoranlagen im KfW-Teil (ab 40 m 2 ) betragen nunmehr

bis zu 50 % (vorher 30 %) der Investitionskosten (gilt für Prozesswärme oder solare Kälte).

• Große Wärmepumpen ab 100 kW Leistung sind nun auch im Neubau förderfähig.

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• Biogasleitungen können in bestimmten Anwendungen (Biogaserzeugung nach dem EEG 2012)

wieder gefördert werden.

• Die Fördermöglichkeiten für Tiefengeothermie werden ausgeweitet: Zukünftig können nicht mehr

nur Anlagen zur thermischen Nutzung gefördert werden, sondern in geringerem Umfang auch

stromerzeugende Anlagen.

• Für Wärmenetze und Wärmespeicher, die von der verbesserten Förderung nach dem am 19. Juli

2012 in Kraft getretenen novellierten Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz profitieren, ist künftig keine

Förderung mehr vorgesehen.

Die neuen Förderrichtlinien gelten ab dem 15.8.2012.

Quelle: BMU

Einladungsprogramm zur JETRO New Energy Business Meeting

Firmen können sich für Fachtagung in Osaka/Japan am 23./24.01.2013 bewerben

Die Wirtschaftsregion Kansai, im Umkreis der Stadt

Osaka gelegen, beheimatet eine Vielzahl von führenden

Unternehmen aus dem Bereich zukunftsweisender

Technologien wie beispielsweise

Elektromobilität, erneuerbare Energien und Batterielösungen. Das Osaka New Energy Forum 2013 ist

ein internationale Veranstaltung für Experten aus den genannten Bereichen. Auf einem Symposium

und in Workshops sollen der internationale Technologie- und Wissensaustausch gefördert und technische

Innovationen sowie weltweite Kooperationen angebahnt werden. Die Veranstaltung wird Experten,

Forschern und Unternehmern aus der ganzen Welt eine Plattform für Diskussionen und Austausch

rund um das Thema Elektromobilität bieten. Das JETRO-Einladungsprogramm beinhaltet neben

der Teilnahme am zweitägigen Fachsymposium auch Unternehmensbesuche sowie die Koordinierung

von One-to-One Business Meetings.

Wer kann sich bewerben?

• Unternehmen aus den Bereichen Elektromobilität, Energiewirtschaft und verwandten Technologien

wie Batterien, erneuerbare Energien, Karbonfasern etc.

• Beschränkung der teilnehmenden Unternehmen auf max. 20 weltweit

Vorteile für deutsche Unternehmen

• Einblicke in den japanischen Forschungsstand im Bereich Elektromobilität

• Erste Markt- und Geschäftserfahrungen in Japan

• Direkter Kontakt und unmittelbare Austauschmöglichkeit mit japanischen Unternehmen durch

Business Matchings

Kostenübernahme durch JETRO

• Hin- und Rückflug nach Japan sowie programmbezogene Transportkosten innerhalb Japans, Hotelkosten

für die Dauer des Einladungsprogramms; jeweils für eine Person je Unternehmen

• Beratungsgebühren für Business Meetings, Auswahl von geeigneten Kooperationspartnern und

Organisationen, Organisation von Gesprächsterminen während des Osaka New Energy Forums,

Dolmetscherkosten während des ONE Forums; jeweils für eine Person je Unternehmen

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Eckdaten der Fachtagung

• Datum: 22 . -25.1.2013; Ort: Intex Osaka

• Besucher: ca. 15.000 Fachbesucher und 1.500 Wissenschaftler aus Japan und dem Ausland

• Veranstalter: Osaka New Energy Forum 2013 Executive Committee

mehr zum Veranstaltungsort im Internet : Intex-Osaka

Daten für eingeladene Unternehmen

• 21.01.2013 Ankunft in Osaka

• 22.01.2013 Osaka New Energy Forum 2013 (Eröffnung)

• 23. /24.01.2013 One-to-One Business Meetings

• 25.01.2013 Osaka New Energy Forum 2013

• 26.01.2013 Abfahrt von Osaka

mehr Informationen über JETRO Berlin, Marina Riessland; Tel: 030-2094-5560

Informationstage Netzentwicklungsplan Strom und Umweltbericht

Die Bundesnetzagentur lädt zur Bürgerbeteiligung ein

Der Netzentwicklungsplan Strom 2012 (NEP 2012) stellt erstmals den Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz

für die kommenden zehn Jahre fest. Oberstes Ziel bei der Ausbauplanung ist ein weiterhin

sicheres und zuverlässiges Netz, das den sich ändernden Rahmenbedingungen der Energieversorgung

(Energiewende) gerecht wird. Der Plan wird derzeit konsultiert. Jeder kann seine Meinung dazu

einreichen. Die öffentliche Auslegung erfolgt vom 6.9. bis 17.10.2012 bei der Bundesnetzagentur in

Bonn. Die Unterlagen sind aber auch im Internet erhältlich. Frist für die Stellungnahmen ist der 2. November

2012. Alle Informationen hierzu finden Sie unter www.netzausbau.de.

Auf sechs eintägigen Informationsveranstaltungen stellt die Bundesnetzagentur den Netzentwicklungsplan

Strom 2012 und den Umweltbericht 2012 vor. Ziel der Reihe ist ein offener Dialog

über den erforderlichen Netzausbau und die erwartbaren Umweltauswirkungen.

An den Vormittagen soll es um die Maßnahmen des Netzentwicklungsplanes gehen. An den Nachmittagen

wird der Umweltbericht näher erläutert. Am Ende sollen die Teilnehmer nachvollziehen können,

wie die Bundesnetzagentur die potenziellen erheblichen Umweltauswirkungen ermittelt und bewertet

hat. Zudem wird erklärt, wie sich Interessenverbände und interessierte Bürger am Prozess beteiligen

können. Die Teilnahme an den Informationstagen ist kostenfrei. Aufgrund des begrenzten Platzangebots

ist eine Anmeldung allerdings empfehlenswert.

Anmeldung

• E-Mail praesidiumsbuero@bnetza.de; Fax 0228/14-6719; Tel. Frau Birgit Holstein 0228/14-9105

Termine

• 20. September 2012 Bonn

• 26. September 2012 Nürnberg

• 2. Oktober 2012 Hamburg

• 5. Oktober 2012 Erfurt

• 9. Oktober 2012 Hannover

• 11. Oktober 2012 Stuttgart

Flyer und Programm der Infotage gibt es ebenfalls unter www.netzausbau.de.

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Windenergie ­ Klimaschutz und kommunale Wertschöpfung

Neuer Leitfaden für die politischen Entscheidungsträger und zuständigen Verwaltungen

der brandenburgischen Gemeinden

Dieser Leitfaden soll Gemeinden verschiedene Wege aufzeigen,

wie sie durch den Ausbau der Windenergie neben

dem Klimaschutz auch von der Wertschöpfung und der Wirtschaftsstärkung

vor Ort profitieren können. Aktuell sind zahlreiche

klimapolitische Ziele auf globaler, europäischer und

nationaler Ebene gesetzt, die alle eine Richtung weisen: Den

Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Begrenzung des

Klimawandels und der Sicherstellung einer stabilen und sauberen

Energieversorgung für heutige sowie zukünftige Generationen.

Zur Realisierung dieser Ziele kann der Ausbau

bzw. die Ansiedlung von Windenergie erheblich beitragen.

Die Realisierung konkreter Projekte jedoch wird in der Praxis

häufig von Vorbehalten in den Gemeinden und fehlender

Akzeptanz bei den Bürgern gehemmt. Dabei sollten Städte

und Gemeinden die Chance nutzen, die kommunale Wertschöpfung

durch den Ausbau der Windenergienutzung zu

erhöhen. Der Leitfaden erläutert die mit der Windenergienutzung

verbundenen Chancen für Gemeinden in Brandenburg

und zeigt auf, wie soziale und ökologische Risiken vermieden werden können. Grundlage bildet eine

Übersicht über der bei der Planung und Genehmigung zu beachtenden Rechtsgrundlagen.

Die Broschüre gibt konkrete Hinweise, wie gemeindliche Institutionen und Bürger einbezogen werden

können, um eine hohe Akzeptanz zu erzielen. Es wird erläutert, warum Gemeinden im Rahmen der

kommunalen Planung proaktiv vorgehen sollten und welche Beteiligungsmodelle und Finanzierungsmöglichkeiten

zur Verfügung stehen. Mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis wird kommunalen Entscheidungsträgern

und interessierten Bürgern verdeutlicht, wie das Potenzial der Windenergie nachhaltig

für die Gemeinden und ihre Bürger genutzt werden kann.

Mit diesem Leitfaden sollen vor allem die politischen Entscheidungsträger und zuständigen Verwaltungen

der brandenburgischen Gemeinden angesprochen werden. Aber auch Gemeinden aus anderen

Bundesländern, Vertretern der Windenergiebranche und interessierten Bürgern soll dieser Leitfaden

zeigen, wie die Windenergie nachhaltig ausgebaut werden kann und Gemeinden davon profitieren

können.

Der Leitfaden im Internet: www.boschpartner.de

PROGRESS­Workshop „Klimawandel koordinieren“ am 26.10.2012

Workshop für Praktiker und Experten zu Klimathemen

Klimawandel ist weltweit ein relevantes Thema. Im Hinblick auf potenzielle Klimafolgen sehen

sich gesellschaftliche und politische Akteure dabei vor große Herausforderungen gestellt. Klimaschutz

und Klimafolgen gehen über spezifische lokale, regionale und staatliche Ebenen

hinaus und schließen unterschiedliche gesellschaftliche Teilbereiche ein, was Koordinations-

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Energieland Brandenburg im Internet: www.mwe.brandenburg.de | www.eti-brandenburg.de | www.zab-energie.de


prozesse für ein gemeinsames strategisches Handeln zwischen verschiedenen Akteuren notwendig

macht.

Im Workshop „Klimawandel koordinieren: Herausforderungen

und Handlungsoptionen“ werden Fragen thematisiert, die damit

in Verbindung stehen. Es werden Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

aus einem Forschungsprojekt des Potsdamer

Forschungsverbundes für Naturgefahren, Klimarisiken und

Nachhaltigkeit (PROGRESS) diskutiert, das untersucht hat, welche

Handlungsoptionen Akteure aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung,

Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft sehen, welche institutionellen Strukturen und

welche Koordinationsformen sie entwickelt haben und welche sie noch für notwendig halten.

Der Workshop richtet sich an Praktiker und Experten, die in Politik, Verwaltung und Wirtschaft für Klimathemen

verantwortlich sind, und findet am 26.10.2012 von 10.00 bis 15.30 Uhr an der Universität

Potsdam (Standort Griebnitzsee) statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, die Forschungsergebnisse

vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mit den Veranstaltern zu diskutieren. Die Veranstaltung

wird vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V. (IRS), dem Lehrstuhl für

Politikwissenschaft, Verwaltung und Organisation der Universität Potsdam und der „Forschungsplattform

zum Klimawandel Brandenburg-Berlin“ organisiert. Begleitet und moderiert wird die Veranstaltung

von utility competence berlin, unterstützt wird sie von der Industrie- und Handelskammer Potsdam.

Anmeldungen sind bis zum 12.10.2012 (per Email an: Monika Köppen, KoeppenM@irs-net.de) möglich.

mehr im Internet: ETI Brandenburg

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Informationsveranstaltung zum 6. Energieforschungsprogramm

Die Schwerpunkte des 6. Energieforschungsprogramms „Forschung

für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare

Energieversorgung“ sind die Themen Erneuerbare Energien und

Energieeffizienz.

Dazu führt ZAB Energie im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und

Europaangelegenheiten am 27.9.2012 in Potsdam eine Veranstaltung durch, bei der über die Fördermöglichkeiten

informiert wird. Gleichzeitig besteht die Gelegenheit, sich vor Ort mit Fachleuten

auszutauschen.

Das Programm und die Anmeldung stehen zum Download unter www.zab-energie.de bereit.

Kontakt: ZAB Energie, Antje Kuschke, Tel.: 0331 / 660 3810, energie@zab-brandenburg.de

Weitere Links und Termine

Energieberatung und Stromsparen

• ZukunftsAgentur Brandenburg - ZAB Energie

• Energiespar-Ratgeber der ZAB

• Verbraucherzentrale Brandenburg

• Initiative Energie-Effizienz der dena

Energieland Brandenburg im Internet: www.mwe.brandenburg.de | www.eti-brandenburg.de | www.zab-energie.de


Termine

• 25.-26.9.2012, Kassel: Kongress 100% Erneuerbare-Energie-Regionen

• 27.9.2012, Eberswalde: Netze für die Energiewende – Stromnetzausbau in Ostbrandenburg

• 27.9.2012, Fürstenwalde/Spree: Energieeffiziente Sanierung von Altbauten und denkmalgeschützten

Gebäuden, Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe „Energieeffiziente Gebäude“

• 27.9.2012, Potsdam: Informationsveranstaltung zum 6. Energieforschungsprogramm

• 10.10.2012, Potsdam: Biokraftstoffe – Quo vadis?, Sitzung der ETI-Arbeitsgruppe „Biokraftstoffe“

• 26.10.2012, Potsdam: PROGRESS-Workshop „Klimawandel koordinieren“

• 29.10.2012, Potsdam: 7. Fachtagung Biogas

• 12.11.-14.11.2012, Berlin: IRES – Speicherung Erneuerbarer Energien

• 15.-18.11.2012, Ankara/Türkei: RENEX Eurasia, mit Berlin-Brandenburg-Pavillon

• 28.11.-29.11.2012, Berlin: Bioenergie-Regionen, Abschlusskongress des Wettbewerbs

Bestellung, Abbestellung

Impressum, Bestellung, Abbestellung

Wenn Sie den Newsletter „Energieland Brandenburg“ künftig regelmäßig und sofort nach Erscheinen

per E-Mail erhalten möchten, schicken Sie uns eine E-Mail mit Ihrer E-Mail-Adresse an

sabrina.alexander@potsdam.ihk.de

Stichwort: Bestellung Newsletter Energie

Wenn Sie den Newsletter „Energieland Brandenburg“ nicht mehr erhalten möchten, schicken Sie uns

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sabrina.alexander@potsdam.ihk.de

Stichwort: Abbestellung Newsletter Energie

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Impressum

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg

Referat 28, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Verantwortlich i.S.d.P.: Michael Gumbert, Tel. 0331 - 866 1802, Fax: 0331 - 866 1760

E-Mail: internet@mwe.brandenburg.de, Internet: www.mwe.brandenburg.de

Herausgeber:

Brandenburgische Energie Technologie Initiative (ETI)

Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam

Breite Str. 2a-c, 14467 Potsdam

Dieter Sasse, Tel. 0331 - 2786 282

E-Mail: sasse@potsdam.ihk.de, Internet: www.eti-brandenburg.de

Energieland Brandenburg im Internet: www.mwe.brandenburg.de | www.eti-brandenburg.de | www.zab-energie.de

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