Jahresbericht 2013

deutscheskulturforum

Überblick über die Aktivitäten des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam, im Kalenderjahr 2013

JAHRES-

BERICHT

2013


Von D wie Dobrudscha bis Z wie Zips...........................................................................................................3

Unser Jahresschwerpunkt 2013: Vergessene Regionen im östlichen Europa

Georg Dehio-Kulturpreis 2013........................................................................................................................... 6

Kaschau/Košice.......................................................................................................................................................... 8

Europas Kulturhauptstadt 2013

Struktur und Architektur..................................................................................................................................10

Eine Wanderausstellung zeigt das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens

Christian Donalitius – Kristijonas Donelaitis.......................................................................................... 12

Workshop und Themenabend zum 300. Geburtstag des

preußisch-litauischen Pfarrers und Dichters

Geteilte Städte und Regionen.......................................................................................................................... 14

Tschechisches Tĕšín, polnisches Cieszyn, Teschener Schlesien

Aufforderung zum Blickwechsel.......................................................................................................................16

Ein neues Journal für deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa

Kunsthistorischer Spaziergang durch Oppeln/Opole

und Smartphone-App Hermannstadt/Sibiu..............................................................................................18

Neuerscheinungen im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Neue Website – und neu bei Facebook...................................................................................................... 20

Zwei Innovationen für unseren Online-Auftritt

Programm und Verlag 2013...............................................................................................................................22


Von D wie Dobrudscha bis Z wie Zips

Unser Jahresschwerpunkt 2013: Vergessene Regionen im östlichen Europa

Das Jahr 2013 war für das Deutsche Kulturforum

östliches Europa in mehrfacher

Hinsicht mit einem Neubeginn verbunden.

Kurz vor dem Jahreswechsel

wurde Herr Hans-Heinrich v. Knobloch

in den Vorstand gewählt. Im Januar

wurde die neue Internetpräsenz, die

sich nun stärker als Plattform für den

ganzen Förderbereich versteht, freigeschaltet.

Die eigenen Programmangebote

werden hier gemeinsam mit jenen

unserer Partner dargestellt. Zur Leipziger

Buchmesse im März, als uns auch

Kulturstaatsminister Bernd Naumann

am Stand besuchte, lag das erste Heft

des Blickwechsels vor, unseres »Journals

für deutsche Kultur und Geschichte im

östlichen Europa«. Im Mai folgte die

Neubesetzung der Leitung des Hauses

und kurz danach die Stärkung des

PR-Bereichs durch die Ausrichtung

einer Referentenstelle auf Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit sowie elektronische

Medien. Damit ging unter anderem

der Ausbau unserer Facebook-Seite

einher, durch die neue Interessentenkreise

angesprochen werden. Eine Premiere

war im Jahre 2013 auch die Verleihung

des Georg Dehio-Preises an zwei

Preisträgerinnen – wie immer in festlichem

Rahmen in Berlin.

Die Beschäftigung mit vergessenen

Regionen war für uns zwar nicht neu,

wohl aber, dass wir sie zum Thema des

Jahresschwerpunkts wählten. Dabei

ging es darum, im heutigen öffentlichen

Leben selten bis nie auftauchende

Regionen, die auch eine deutsche

Geschichte haben, wieder ins

Bewusstsein zu rufen. Uns bot sich die

besondere Gelegenheit, eine Veranstaltung

dieses Schwerpunkts unmittelbar

mit einem aktuellen politischen Ereignis

zu verbinden: Als Kroatien am 1. Juli 2013

neues Mitglied der Europäischen Union

wurde, konnten wir das Land am Beispiel

einer seiner Regionen, nämlich des

multiethnisch geprägten Slawonien, an

der Humboldt-Universität in Berlin vorstellen.

Den Auftakt unserer Reihe zum Jahresschwerpunkt

hatte im Februar eine

Stipendiatin der Bundeszentrale für

politische Bildung bestritten, die selbst

aus Allenstein/Olsztyn kam und in der

Landesvertretung von Sachsen-Anhalt

mit Ermland und Masuren die heutigen

Verhältnisse im alten Ostpreußen in den

Titelblatt unserer Jahresschwerpunkt-

Broschüre 2013

3


Blick nahm. Selbst im Bundesland Brandenburg und in Berlin

ist heute kaum mehr bekannt, dass mit der Neumark ein

alter Landesteil in unmittelbarer Nachbarschaft liegt; hieran

zu erinnern war Aufgabe einer Vorstellung unseres Neumark-

Reisehandbuches auf der Leipziger Buchmesse im März sowie

einer Exkursion mit Studierenden im Mai. Dass die Dobrudscha

ein Landstrich am Schwarzen Meer ist, weiß in Mitteleuropa

nahezu niemand, und dass es dort eine rund hundertjährige

deutsche Siedlungsgeschichte gibt, ist selbst in Rumänien

und Bulgarien, zu denen diese Region heute gehört, praktisch

unbekannt. Ein Thementag im Mai in Freiburg, aufbauend auf

Ansicht des Schlosses Lagow/Łagow in der Neumark, Fotografie von 1913

Veranstaltungen in Berlin und München, sollte hier Abhilfe

schaffen.

Auch wenn der Name Kurland in der deutschen Kulturgeschichte

etwas vertrauter klingen mag, so können sich

doch wenige Zeitgenossen ein Bild von diesem alten Herzogtum

im Norden Europas machen; die Vorstellung seiner

Geschichte bis hin zur Pflege des Kulturerbes in der Region

Kurzeme im heutigen Lettland fand im September in der Hessischen

Landesvertretung großen Zuspruch. Das Teschener

Schlesien und die Zips, die nächsten beiden Regionen, denen

wir uns zuwandten, haben eine außerordentliche Vielfältigkeit

gemeinsam: Beide wurden über Jahrhunderte hin von

mindestens drei Sprachgemeinschaften und mehreren Konfessionen

geprägt. Die geteilte Stadt Teschen/Český Těšín/

Cieszyn und ihre Umgebung wurden während einer Exkursion

mit Studierenden erkundet und anschließend an einem

Thementag präsentiert, während die Zips in der nördlichen

Slowakei in einer Vielzahl an Vorträgen vorgestellt wurde –

oft im Kontext der benachbarten Europäischen Kulturhauptstadt

Kaschau/Košice. Kurz vor Weihnachten fand die Reihe

mit einem Beitrag über Christian Donalitius und das ehemalige

Preußisch-Litauen ihren Abschluss; auch diese Veranstaltung

konnte auf einem Workshop aufbauen, der kurz zuvor mit

Jugendlichen aus dem Oblast Kaliningrad in Groß Rominten/

Krasnolesje durchgeführt worden war.

Schon am Beispiel der »vergessenen Regionen« lässt

sich also die ganze Vielfalt unseres Arbeitsgebiets zeigen;

insgesamt machten diese Veranstaltungen freilich nur ein

knappes Zehntel des Programmangebots aus. An weiteren

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Schwerpunkten ragten etwa die Veranstaltungen zur Europäischen

Kulturhauptstadt Kaschau/Košice in der Slowakei

oder die zahlreichen Ausstellungen heraus, die das Kulturforum

inzwischen in Deutschland wie im Ausland betreut.

Workshops und Exkursionen, meist für Studierende, Schüler

oder Journalisten, haben sich ebenfalls zu einem ansehnlichen

Bestandteil unseres Programms entwickelt. Im Bereich

Verlag dominierten 2013 Kooperationsprojekte, etwa mit vier

Großen Kunstführern, davon einer in Übersetzung und einer

neu aufgelegt, oder der polnischen Ausgabe eines unserer

Literarischen Reiseführer. Die gerade für die Publikationen

des Kulturforums sehr intensive Vorbereitungstätigkeit lässt

sich in einem Bericht nicht darstellen, so dass hier der Hinweis

Luftaufnahme der Festung (Tvrða) in Esseg/Osijek, Slawonien,

© Donauschwäbisches Zentralmuseum (Foto: Damir Rajle), 1999

Schloss in Mitau/Jelgava, ehem. Residenz der Herzöge von Kurland, heute

Landwirtschaftliche Universität Lettlands. Foto: Lancmanis, Lettland

genügen soll, dass sehr bald eine ganze Reihe schöner Titel in

unseren Reihen zu erwarten ist.

Einige der herausragenden Themen des vergangenen

Jahres stellen wir Ihnen auf den folgenden Seiten vor, einen

zusammenfassenden Überblick über die gesamten Programmund

Verlagstätigkeiten finden Sie am Ende des Heftes. Aufrichtiger

Dank für Unterstützung und Kooperation ist dem bzw.

der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

sowie unseren engagierten Kooperationspartnern im In- und

Ausland zu sagen.

Harald Roth

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Georg Dehio-Kulturpreis 2013

Das Kulturforum vergibt seit 2003 alle

zwei Jahre den von der Beauftragten der

Bundesregierung für Kultur und Medien

ausgelobten Georg Dehio-Kulturpreis.

Mit ihm werden besondere Leistungen

in der Erforschung, Bewahrung und Präsentation

von Zeugnissen des gemeinsamen

kulturellen Erbes in jenen Regionen

des östlichen Europa gewürdigt,

in denen im Laufe der Geschichte auch

Deutsche gelebt haben, sowie herausragendes

Engagement für gegenseitiges

Verständnis und interkulturellen

Dialog. Der Georg Dehio-Kulturpreis ist

in einen Haupt- und einen Ehrenpreis

aufgeteilt. Mit dem Hauptpreis werden

ein Lebenswerk oder die besonders verdienstvolle

langjährige Arbeit einer Institution

ausgezeichnet, mit dem Ehrenpreis

Persönlichkeiten oder Institutionen

für herausragende und richtungsweisende

Einzelleistungen und Einzelinitiativen.

Am 9. April 2013 sprach die siebenköpfige

Jury unter dem Vorsitz von

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh (Generaldirektor

der Stiftung Preußische Schlösser

und Gärten Berlin-Brandenburg) den

Hauptpreis der polnischen Kunsthistorikerin

Prof. Dr. Ewa Chojecka zu.

Ewa Sabina Chojecka wurde 1933

in Bielitz/Bielsko (heute Bielsko-Biała)

in Polen geboren, wo sie auch heute

lebt. Sie studierte Kunstgeschichte an

der Jagiellonen-Universität in Krakau.

Von 1978 bis 2003 leitete sie den Lehrstuhl

für Kunstgeschichte der Schlesischen

Universität in Kattowitz/Katowice,

den sie gegründet und organisatorisch

mit aufgebaut hatte. Die Jury begründete

ihre Entscheidung damit, dass Ewa

Chojecka als Professorin die Kunstgeschichtsschreibung

Oberschlesiens aus

ideologischen Vorbehalten gelöst habe

und lange vor der politischen Wende

in Ostmitteleuropa die ethnische, religiöse

und soziale Diversität der Region

reflektiert habe.

Mit ihren Schülerinnen und Schülern,

die mittlerweile selbst wichtige

Positionen im Kulturleben einnehmen,

schärft sie das Bewusstsein der Gesellschaft

für das von Deutschen, Polen,

Juden und Tschechen geschaffene kulturelle

Erbe Oberschlesiens. Auch die

mittlerweile zahlreichen Initiativen für

den Erhalt und die Neunutzung von

Industriedenkmälern gehen letztlich

zurück auf das jahrzehntelange Engagement

Ewa Chojeckas für die Erforschung

und Popularisierung der Kunstgeschichte

Oberschlesiens als Teil des

europäischen Kulturerbes.

Mit dem Ehrenpreis wurde die russlanddeutsche

Historikerin Dr. habil. Irina

Tscherkasjanowa für ihren Beitrag

zur Erforschung und Vermittlung der

Geschichte der Leningrader Deutschen

nach dem Überfall der Wehrmacht

auf die Sowjetunion, während

des deutsch-sowjetischen Krieges 1941–

1945 und in den nachfolgenden Jahren

6


is 1955 ausgezeichnet. In ihrem 2012

erschienenen Buch Leningradskie nemy

Sud’ba voennych pokolenij 1941–1955

(»Die Leningrader Deutschen. Schicksale

der Kriegsgenerationen 1941–1955«)

machte sie eine breite Leserschaft mit

annähernd 4 000 Namen von Betroffenen

bekannt. Die Jury befand, es sei

allein ihrer Initiative und ihrem Engagement

zu verdanken, dass diese Sammlung

von Informationen über die Opfer

aus Leningrad und dem umliegenden

Gebiet die Grundlage für weitere Forschungen

bilde.

Irina Tscherkasjanowa wurde 1955 als

Irina Janzen in Qarağandi/Karaganda

in Kasachstan geboren. Sie studierte

Geschichte an der Universität von Karaganda.

Als Mitarbeiterin des Museums

in Omsk setzte sie sich zum ersten Mal

wissenschaftlich mit der Geschichte

und Kultur der Russlanddeutschen

auseinander. Seit 2010 befasst sie sich

als freiberufliche Forscherin mit der

Geschichte der Deutschen in und um

Sankt Petersburg.

Die feierliche Verleihung des Georg

Dehio-Kulturpreises fand am 17. Oktober

2013 im Atrium der Deutschen

Bank in Berlin statt. Es sei höchste Zeit,

erklärte Dr. Harald Roth, der Direktor

des Kulturforums, in seiner Begrüßung,

dass in diesem Jahr zum ersten Mal

zwei Preisträgerinnen ausgezeichnet

würden. Ministerialrätin Sabine Deres

überreichte als Vertreterin des Beauftragten

der Bundesregierung für Kultur

und Medien die Preise.

Prof. Dr. Dethard von Winterfeld,

Kunsthistoriker und Mitbegründer des

Arbeitskreises deutscher und polnischer

Kunsthistoriker und Denkmalpfleger,

würdigte die wissenschaftliche Leistung

wie auch die erfolgreiche lehrende

und vermittelnde Tätigkeit von Ewa Chojecka.

Der Historiker Prof. Dr. Dr. h. c.

Victor Dönninghaus vom Nordost-Institut

Lüneburg stellte in seiner Laudatio

die Bedeutung der Arbeit von Irina

Tscherkasjanowa heraus.

Ergänzend zum Festakt wurde das

jeweilige Arbeits- und Forschungsgebiet

der beiden Preisträgerinnen in

zwei Veranstaltungen vorgestellt. Die

Podiumsdiskussion am 18. Oktober im

Rathaus Marzahn-Hellersdorf, einem

Berliner Stadtteil, in dem viele Russlanddeutsche

leben, hatte »Die Deutschen

Dehio-Preisverleihung 2013: Sabine Deres, Ewa

Chojecka, Irina Tscherkasjanowa und Harald

Roth (v. l. n. r.). Foto: Anke Illing, Berlin

aus Russland – Fragen der Erinnerungskultur«

zum Thema. Unter der Leitung

von Victor Dönninghaus diskutierten

Dr. Viktor Krieger, Historiker an der Forschungsstelle

für Geschichte und Kultur

der Deutschen in Russland an der

Universität Heidelberg, Dr. Katharina

Neufeld, Direktorin des Museums für

russlanddeutsche Kulturgeschichte in

Detmold, und Irina Tscherkasjanowa.

Der Festsaal der Humboldt Graduate

School an der Humboldt-Universität

zu Berlin bot den passenden Rahmen

für die Vorträge zur »Kunstlandschaft

Oberschlesien – Erbe und Zukunft«.

Ewa Chojecka, ihre ehemalige Schülerin

Dr. habil. Irma Kozina von der Universität

Kattowitz und PD Dr. Beate Störtkuhl

vom Bundesinstitut für Kultur und

Geschichte der Deutschen im östlichen

Europa (Oldenburg) stellten vor allem

das reiche bauhistorische Erbe und den

Umgang damit vor.

Claudia Tutsch

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Kaschau/Košice

Europas Kulturhauptstadt 2013

Die im Osten gelegene Kulturhauptstadt Europas 2013 ist im

Vergleich zu ihrem westlichen Pendant Marseille von geringerer

Bekanntheit. Ihre spannende multikulturelle Geschichte

und Gegenwart zu präsentieren, war 2012 und 2013 das Ziel

des Kulturforums. Von Deutschen und Slawen im Mittelalter

gegründet, später zu Ungarn gehörend, ist die Stadt auch

heute noch durch das Zusammenleben von Slowaken, Ungarn,

Ruthenen, Deutschen, Juden, Polen und Tschechen kulturell

und sprachlich geprägt. Der Klub der nationalen Minderheiten

residiert im Elternhaus von Sándor Márai, dem international

berühmtesten, in der Slowakei aber immer noch wenig

bekannten Sohn der Stadt. Als Nachfahre von Deutschen aus

der Zips und ungarischsprachiger Schriftsteller ist er selbst

typisch für die Kaschauer Völkervielfalt.

Auf der 2012 vom Kulturforum in Kooperation mit der Slowakischen

Zentrale für Tourismus organisierten Informationsfahrt

für Medienvertreter hatten die Journalisten ausgiebig

Gelegenheit, mit Angehörigen der verschiedenen Minderheiten

zu sprechen und die Kulturgeschichte der ostslowakischen

Metropole sowie ihrer von UNESCO-geschützten Kulturdenkmälern

geprägten Umgebung kennenzulernen. Nach der Reise

veröffentlichten die Teilnehmer zahlreiche Beiträge, u. a. in der

Neuen Zürcher Zeitung, in der Welt, im Tagesspiegel, Deutschlandradio,

RBB und WDR.

Der vom Kulturforum in Kooperation mit der Kulturhauptstadtgesellschaft

und dem Lehrstuhl für Germanistik

an der Universität Košice erarbeitete, reich illustrierte Kalender

für 2013 informierte auf Deutsch, Slowakisch und Englisch

über das deutsche, jüdische und ungarische Kaschau, seine

Der Autor und Herausgeber Dušan Šimko bei der Präsentation seines

Reise- und Lesebuchs über Kaschau in Freiburg, auf dem Bild im Hintergrund

Sándor Márai (rechts) mit Thomas Mann. Foto: Tobias Weger

architektonischen Schätze sowie Kulturhauptstadtprojekte wie

den Umbau einer Kaserne in einen Kulturpark oder die Plattenbau-Kulturtreffpunkte

SPOTS.

In seinem vom Kulturforum beim Verlag Schnell und Steiner

herausgegebenen Großen Kunstführer zeigt Arne Franke

anhand von Baudenkmälern nicht nur die konfessionell und

sprachlich vielfältige Kulturgeschichte der Stadt, sondern auch

ihre europäische Bedeutung in Mittelalter und Früher Neuzeit.

Im Rahmen seines Kulturhauptstadt-Schwerpunkts 2013

veranstaltete das Kulturforum Podiumsgespräche, Vorträge,

Buchvorstellungen, Lesungen und Aufführungen eines Films

über das Kaschauer Roma-Theater in Berlin, Freiburg, Wien,

8


Košice, München, Stuttgart, Karlsruhe

und Wetzlar sowie auf den Buchmessen

Frankfurt und Leipzig. Mitwirkende

waren Vertreter der deutschen und der

jüdischen Minderheit in Kaschau, internationale

Fachleute und Autoren sowie

die Stadtschreiberin Kristina Forbat.

Letztere hatte sich gegen 26 Bewerber

um das Stadtschreiberstipendium

des Beauftragten der Bundesregierung

für Kultur und Medien durchgesetzt.

Die Autorin mit Filmerfahrungen

integrierte als erste Stadtschreiberin

auch Audio- und Videodateien in ihren

inhaltlich vielschichtigen und fundierten

Internet-Blog. Fünf Monate lebte

sie in einer vom Künstlerresidenzprogramm

der Kulturhauptstadtgesellschaft

gestellten Wohnung im ungarischen

Minderheitentheater Thália. Als

zweisprachige, nach Deutschland ausgewanderte

Kaschauerin war Kristina

Forbat nicht nur für deutsche Medien

wie den Bayerischen Rundfunk oder

den Deutschlandfunk interessant, sondern

auch für slowakische Journalisten.

Sie erhielt eine eigene Kolumne für ihre

Blogtexte in einer Kaschauer Kulturzeitung

und gab zahlreiche Interviews in

slowakischen Zeitungen, Hörfunk und

Fernsehen. Der WDR drehte mit ihr eine

Sondersendung des Magazins West ART

über die slowakische Kulturhauptstadt

2013. Unter der Projektträgerschaft des

Karpatendeutschen Kulturwerks Slowakei

e. V. und Beteiligung des Kulturforums

erhielt Kristina Forbat die Gelegenheit,

mit Mitteln des Beauftragten der

Bundesregierung für Kultur und Medien

den in ihrer Bewerbung für das Stadtschreiberstipendium

skizzierten Zeitzeugenfilm

Rückkehr in die windige Stadt

zu drehen.

Tanja Krombach

Arne Franke

Kaschau/Košice

Ein kunstgeschichtlicher Rundgang

durch die ostslowakische Metropole

56 S., gebunden

ISBN 978-3-7954-2614-9

€ 9,95

Deutsches Kulturforum

östliches Europa Potsdam

in Kooperation mit dem Verlag

Schnell und Steiner, Regensburg 2013

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Struktur und Architektur

Eine Wanderausstellung zeigt das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens

Die Gewinnung und Verarbeitung von

Steinkohle, Eisen-, Zink- und Bleierzen

haben Oberschlesien und seine wirtschaftliche

Entwicklung geprägt. Seit

dem ausgehenden 18. Jahrhundert

wurde die Industrialisierung in der

nunmehr preußischen Provinz massiv

vorangetrieben. Im Laufe des 19.

und am Anfang des 20. Jahrhunderts

entwickelte sich die Region zu einem

der wichtigsten industriellen Zentren

Deutschlands und Europas. Zahlreiche

Kraftwerk Zabrze, Aufgang zur Steuerungszentrale.

© Thomas Voßbeck

Bergwerke, Kokereien, Hütten, Kraftwerke

und Werke der Chemieindustrie

bestimmten das Bild der Landschaft.

1922 wurde die Industrieregion zwischen

Deutschland und Polen aufgeteilt.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges

fiel die ehemalige preußische Provinz

Oberschlesien an den polnischen Staat.

Nach 1989 hatten die meist veralteten

Industrieanlagen Oberschlesiens

auf dem Weltmarkt kaum eine Chance.

Vor allem die Hütten- und Stahlindustrie

erlebte einen Niedergang. Inzwischen

sind viele dieser Betriebe geschlossen

oder stehen kurz vor dem Aus. Dennoch

findet man heute noch zahllose intakte

und beeindruckende Anlagen verschiedener

Industriebereiche, die zu Wahrzeichen

der Industriegeschichte Oberschlesiens

umgedeutet werden.

Dieses postindustrielle Kulturerbe

wurde zum Themenschwerpunkt eines

Ausstellungs- und Buchprojekts, das die

Initiative EUROPAREPORTAGE in enger

Zusammenarbeit mit dem Kulturforum

zwischen Sommer 2009 und Herbst

2010 realisiert hatte. Dabei sind um die

150 Bilder entstanden; die Ausstellung

beinhaltet etwa fünfzig mittel- und

großformatige Fotografien. Der Berliner

Fotograf Thomas Voßbeck setzte

die imposanten Hallen und Maschinen

mittels Bildkomposition und Lichteinfall

in eindrücklicher Weise in Szene.

Ergänzt wurden seine visuellen Impressionen

durch die Klangkompositionen

Richard Ortmanns, der die Industriegeräusche

Oberschlesiens aufgezeichnet

hat, bevor sie durch den Strukturwandel

verschwinden werden.

Die Ausstellung wurde bereits 2010

in der Zeche Zollern in Dortmund präsentiert.

Die polnische Premiere fand

2011 im Schlesischen Museum Kattowitz/Katowice

statt. 2012 folgten die

Präsentationen in Stettin/Szczecin, Waldenburg/Wałbrzych,

Oppeln/Opole,

Buchwald/Bukowiec und Potsdam.

2013 wurde die Ausstellung zunächst

im Rahmen der Usedomer Literaturtage

in der Villa Irmgard in Heringsdorf

gezeigt und entführte das literaturinteressierte

Publikum in die Heimat

deutscher und polnischer Schriftsteller

und Dichter wie Joseph von Eichendorff,

Horst Bienek und Janosch, Wojciech

Kuczok und Małgorzata Szejnert.

Die Ausstellungsbesucher konnten sich

10


in die Landschaft vertiefen und dadurch vielleicht auch die

Texte dieser Autoren besser verstehen.

Die nächste Station dieser Ausstellung war das Museum

von Masowien in der mittelpolnischen Industriestadt Plock/

Płock, wo am 9. Mai 2013 die Eröffnung stattfand. Die Thematik

der Ausstellung erwies sich auch für das Plocker Publikum

als interessant, denn in dieser Region – weit weg von Oberschlesien

– ist das Problem des postindustriellen Kulturerbes

ebenfalls aktuell.

Von Plock aus ging die Ausstellung in die niederschlesische

Stadt Glogau/Głogów. Dort wurde sie vom 11. Juli bis

25. August 2013 im Archäologisch-Historischen Museum

Kraft-und Heizwerk »Szombierki«, ehemals Kraft- und Heizwerk

»Oberschlesien«, ehemalige Turbinenhalle. © Thomas Voßbeck

Ausstellung in der ehemaligen DAG Munitionsfabrik Bromberg/Bydgoszcz

gezeigt. Auch hier haben die Ästhetik der Industrieanlagen

Oberschlesiens, die imposanten Hallen und Maschinen sowie

die Bildsprache des Fotografen das Publikum beeindruckt.

Auf Einladung des Leon-Wyczółkowski-Bezirksmuseums

wanderte die Ausstellung weiter nach Bromberg/Bydgoszcz.

Hier fand die Präsentation der Bilder an einem ungewöhnlichen

Ort – im EXPLOSEUM, der ehemaligen DAG Munitionsfabrik

Bromberg – statt. Die Fotografien korrespondierten mit

dem Raum, der ihre Wirkung verstärkte. Die Ausstellung sollte

in Bromberg in der Zeit vom 14. September bis 17. November

2013 präsentiert werden; wegen des regen Publikumsinteresses

wurde sie bis Ende des Jahres verlängert.

In wenigen Jahren werden Zechen und Kokereien, Kohlezüge

und rauchende Schornsteine in Oberschlesien endgültig

der Vergangenheit angehören. Das wissen die Fachleute,

das weiß auch das Publikum, was die angeregten Gespräche

und manchmal kontroversen Diskussionen beweisen. Für viele

Zuschauer hat die Ausstellung eine Signalwirkung: Sie lenkt

ihre Aufmerksamkeit auf die Aktualität der Problematik und

auf das postindustrielle Erbe ihrer Region, das unwiderruflich,

oft spurlos aus der Landschaft verschwindet.

Thomas Schulz

11


Christian Donalitius – Kristijonas Donelaitis

Workshop und Themenabend zum 300. Geburtstag des

preußisch-litauischen Pfarrers und Dichters

Mit zwei sehr unterschiedlichen Veranstaltungen

im Dezember 2013 gedachte

das Kulturforum des Begründers der

neuen litauischen Literatur, des ostpreußischen

Pfarrers Christian Donalitius,

der am Neujahrstag 1714, also vor

dreihundert Jahren zur Welt kam. Der in

Lasdinehlen bei Gumbinnen geborene

Zeitgenosse Immanuel Kants war nicht

nur ein pflichtbewusster Seelsorger der

deutschen und litauischen Gemeinde

von Tolmingkehmen, sondern auch als

vielfältig kreativer Mechanikus, Musiker

und Dichter tätig. Von herausragender

Bedeutung ist seine Dichtung Jahreszeiten

(litauisch Metai),

die erst 1818, also

fast vierzig Jahre

nach dem Tode

des Dichters, von

dem Königsberger

Professor

Ludwig Resa

aus dem Manuskript

veröffentlicht

wurde. Donelaitis

gilt seitdem

als Begründer

der litauischen

schöngeistigen Dichtung. Der in Tilsit

1917 geborene deutsche Dichter Johannes

Bobrowski setzte seinem großen

Landsmann in seinem Roman Litauische

Claviere (1965) ein literarisches Denkmal.

Das gemeinsam mit dem Verein

Anthropos e. V. und dessen russischem

Partnerverein konzipierte Workshop-

Angebot richtete sich an Schüler des

Kaliningrader Gebietes und hatte zum

Ziel, den Spuren des ostpreußischen

Dichters und evangelischen Pfarrers

an dessen Wirkungsort am Rande der

Rominter Heide zu folgen. Mit 15 Schülerinnen

und Schülern aus Kaliningrad

besuchten wir das Donelaitis-Museum in

Tschistye Prudy (ehem. Tolmingkehmen)

und vertieften unsere Eindrücke anhand

von gemeinsamer Lektüre aus den Jahreszeiten

im gastfreundlichen Ökomuseum

Wystinez in Krasnolesje (ehem.

Groß Rominten). Für die Jugendlichen

war der Workshop nicht nur eine historische

Entdeckungsreise in die preußisch-litauische

Vergangenheit der

In der Krypta der heute als Donelaitis-

Museum fungierenden ehemaligen Kirche

von Tollmingkehmen (russ. Tschistye Prudy)

befindet sich das Grabmahl des litauischen

Dichters mit seiner Büste.

Eine ungeplante Erweiterung des Abendprogramms

am 18. Dezember 2013: S. E. Deividas

Matulionis, Botschafter Litauens, überreichte

an Staatsminister a. D. Hartmut Holzapfel die

höchste Auszeichnung des litauischen Kulturministers

mit dem klangvollen Namen »Bringe

Dein Licht und hoffe«.

evangelischen Gemeinde Tolmingkehmen,

sondern auch ein erstes Kennenlernen

der besonderen Schönheit der einzigartigen

Natur- und Kulturlandschaft

im äußersten Südwesten des Kaliningrader

Gebietes. Alexej Sokolow, Direktor

des Ökomuseums, demonstrierte

anhand der kenntnisreich zusammengestellten

Schausammlung seines Museums

die land- und forstwirtschaftlichen

12


Aspekte der Lebenswelt im alten Ostpreußen.

Die Bezüge zur Schilderung

des bäuerlichen Lebens im Jahreskreis

durch Christian Donalitius waren für die

städtisch sozialisierten Workshop-Teilnehmer

sehr aufschlussreich.

Am 18. Dezember lud das Kulturforum

gemeinsam mit der Botschaft der Republik

Litauen zu einem informativen und

literarischen Abend in den Grünen Salon

der Berliner Volksbühne, um das bevorstehende

Donalitius-Jubiläum zu begehen.

Unter der Überschrift »Wintersorgen

und Frühlingsfreuden« stellten die

Baltistin Christiane Schiller (Halle/Berlin)

und die Germanistin Vilija Gerulaitienė

(Vilnius) den litauischen Nationaldichter

Donelaitis in seinem kulturellen und

historischen Kontext vor. Die bekannte

Autorin Ulla Lachauer las aus einem

unveröffentlichten Text, in dem sie ihrer

eigenen Lektüre von Donelaitis‘ Jahreszeiten

nachspürt und Parallelen bis hin

zu litauischen Dichtern des 20. Jahrhunderts

zieht. Illustriert wurde ihr Beitrag

durch einen Filmausschnitt aus

einem ihrer Dokumentarfilme der frühen

1990er Jahre über Ostpreußen. Der

Literaturnetzwerker Hartmut Holzapfel

sprach über die vielfältigen literarischen

und kulturellen Kontakte, die er seit der

Wiederbegründung Litauens von Hessen

aus mitgestaltete. Jürgen Leiste,

Vorstandsmitglied des Anthropos e. V.,

berichtete eindrucksvoll von dem Donelaitis-Workshop,

den er in Kooperation

mit dem Kulturforum eine Woche

zuvor mit Jugendlichen im Kaliningrader

Wintereinbruch zum Dezemberanfang 2013 in Krasnolesje (Groß Rominten)

Gebiet durchgeführt hatte. Ein Höhepunkt

des Abends war die eindrucksvolle

Lesung von Fragmenten aus den

Jahreszeiten des Christian Donalitius

durch den Schauspieler Christian Klischat,

der die poetische Kraft dieses großen

europäischen Dichters unmittelbar

erlebbar machte.

Klaus Harer

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Geteilte Städte und Regionen

Tschechisches Tĕšín, polnisches Cieszyn, Teschener Schlesien

Unsere Exkursion für Studierende, junge Berufstätige und

Multiplikatoren ins Teschener Schlesien hatten wir dem Jahresschwerpunkt

»Vergessene Regionen« zugeordnet, und

bereits die Anreise am 12. September 2013 gab uns recht: Die

19 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands – Mannheim,

Münster, München, Hamburg, Berlin – brauchten für eine

Fahrt teilweise über zwölf Stunden! Dorothee Ahlers, die als

wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Passau

tätig ist und ihre Master-Arbeit über das Teschener Schlesien

schrieb, führte uns von unserem Hotel »Piast« in Český Tĕšín

aus entlang verschiedener »Zeichen der Teilung« durch die

Stadt. Unser Hotel hieß ursprünglich Hotel »Polonia«, das Haus

Jaromír Nohavica (rechts) sang sein »Těšínská« auch live – beim Konzert mit

Frank Viehweg zum Teschen-Thementag am 23. September 2013.

wurde im Dezember 1931 eröffnet und beherbergte neben

dem Hotel- und Restaurationsbetrieb mehrere polnische Institutionen

und Vereine. Es ist eines der zahlreichen Gebäude,

die jetzt die Straße gegenüber dem Bahnhof in Český Tĕšín

säumen und erst nach der Teilung der Stadt nach dem Ersten

Weltkrieg entstanden.

In Český Tĕšín befindet sich auch der Sitz der polnischen

Minderheit. Im Gegensatz zur polnischen Seite, wo nur wenige

Tschechen lebten, gab es nach der Teilung des Teschener

Schlesien auf der tschechischen Seite eine bedeutende polnische

Minderheit. Józef Szymeczek, der Vorsitzende des Kongresses

der Polen in Tschechien, seine Mitstreiter und sogar

zwei Schüler der polnischen Oberschule auf tschechischer

Seite standen uns Rede und Antwort.

Nach Ostrau/Ostrava fuhren wir mit der während des Industriebooms

so wichtigen Kaschau-Oderberger-Bahn, die die

Kohle aus dem Industrierevier um Ostrava nach Kaschau/

Košice transportierte, wo sie zur Herstellung von Stahl aus

ukrainischem Erz diente. Aber auch für den heimischen Eisenbahnantrieb

war die Kohle vor Ort vonnöten. Bei der Führung

von Architekt Miloš Matěj durch die Grube Michal in Ostrau

erfuhren wir, dass diese Grube zu ihrer Zeit schon eine der

modernsten in Europa war. Seit ihrem Umbau im Jahr 1915

bedurfte sie keiner entscheidenden Neuerung mehr, und

obwohl sie bis 1993 in Betrieb war, mutet ihr Erhaltungszustand

dinosaurierhaft an. Sie erfuhr nämlich nicht wie so viele Industriebauten

eine Renovierung (die häufig mit einer Umgestaltung

zum Kulturzentrum einherging), sondern wird in ihrem

bis zuletzt funktionstüchtigen Zustand bewahrt. Das hält: mit

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Das Café Avion, direkt am Grenzfluss Olsa gelegen, ist ein beliebter Treffpunkt für Literaten, Theaterleute

und andere Künstler.

jeder Menge Bienenwachs oder komplizierten

Stützen unter den Hallen, die

einen Einbruch von Gebäudeteilen in

die vom Bergbau ausgehöhlte Landschaft

verhindern.

Im 19. und 20. Jahrhundert kamen

viele polnische Arbeiter aus dem

Teschen benachbarten Galizien hierher,

sie wohnten in Arbeiterwohnheimen

und passten sich einerseits der

neuen Umgebung an, indem sie ihre

Bräuche vernachlässigten, veränderten

andererseits aber auch die Sozialstruktur

der Gegend. Wie wir beim

evangelischen Bischof Paweł Anweiler

in der Herz-Jesu-Kirche in Cieszyn

erfuhren, waren diese galizischen Arbeiter

hauptsächlich katholisch, während

im Teschener Schlesien ansonsten eher

das Evangelische vorherrschte. Die

Herz-Jesu-Kirche ist eine sogenannte

Gnadenkirche, die nach der Altranstädter

Konvention von 1707 entstand. Mit

dieser Übereinkunft rang der schwedische

König Karl XII. Kaiser Josef I. die

Gewährung der Glaubensfreiheit für die

protestantischen Schlesier ab. Es durften

sechs Gnadenkirchen gebaut werden,

eine davon in Teschen. Außerdem

gab es eine jüdische Gemeinde, die

bereits im 17. Jahrhundert einen jüdischen

Friedhof außerhalb der Stadt

anlegte, den wir unter der fachkundigen

Leitung des Historikers Dr. Janusz

Spyra erkundeten. Seine Lage an einem

recht steilen Abhang erforderte bald

den Bau einer weiteren Begräbnisstätte.

Mit seinem Song »Těšínská« spielte

sich der berühmte tschechische Liedermacher

Jaromír Nohavica in unsere

Ohren und Herzen – der Song begleitete

die kleine Sonderausstellung zu seinem

Werk im Muzeum Śląska Cieszyńskiego.

Die langjährige Mitarbeiterin Irena

French begleitete uns durch die Dauerausstellung,

die neben Kuriositäten des

Gründers der Sammlung, Fürst Larisch,

zahlreiche Zeugnisse über die Zeit der

Teilung und danach enthält.

In Bielitz/Bielsko-Biała wurden wir

von der Kunsthistorikerin Ewa Chojecka

begrüßt, die uns durch ihre Geburtsstadt

führte. Sie hatte zum ersten Mal auch das

industrielle Erbe und die neuere Architektur

in das kunsthistorische Erbe Oberschlesiens

einbezogen und diese Region

mit all ihren verschiedenen Einflüssen

erfasst. Sie zeigte uns unter anderem

das einzige Martin-Luther-Denkmal im

heutigen Polen; es steht vor der evangelischen

Kirche in Bielitz.

Die Nacht zum 15. September 2013

verbrachten wir auf einer abgelegenen

Hütte in den Beskiden, die letzten Kilometer

waren nur zu Fuß zu bewältigen.

Nach einem verregneten Abend am

Lagerfeuer bei hervorragendem Essen

und Gesang konnten wir am Morgen vor

der Abreise in der Sonne frühstücken

und das großartige Panorama genießen.

Ariane Afsari

15


Aufforderung zum Blickwechsel

Ein neues Journal für deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa

Was hat ein Vogelschutzgebiet im Ermland

mit Bunzlauer Keramik zu tun? Was

verbindet das Gemälde Swinemünde bei

Mondschein von Johan Christian Dahl

mit der Hanse oder dem Bukarester Literatenkreis

um Oskar Pastior und Georg

Hoprich?

All dies waren Themen, die in der

im März 2013 erschienenen Pilotnummer

der Zeitschrift Blickwechsel: Journal

für deutsche Kultur und Geschichte

im östlichen Europa beleuchtet wurden.

Das Titelthema Kroatien! Kroatien? Jenseits

der Touristenrouten: Schwaben an

Donau und Drau hatte zudem einen

aktuellen Hintergrund: Im Sommer

2013 wurde Kroatien das 28. Mitglied

der Europäischen Union. Vor allem seine

nordöstliche Region Slawonien ist auch

von deutschen Siedlern geprägt worden.

Über den Titel für unser Magazin

haben wir lange nachgedacht und viel

diskutiert. Entschieden haben wir uns

schließlich für Blickwechsel – als Metapher

für den Austausch zwischen Ländern,

Regionen und Generationen, aber

auch für die Suche nach neuen Blickwinkeln

und Zielgruppen.

Der Blickwechsel bietet auch einen

Querschnitt durch die Arbeitsbereiche

der nach § 96 des Bundesvertriebenengesetzes

vom Bund geförderten Partnereinrichtungen

des Kulturforums.

Noch nicht allen Teilen der Öffentlichkeit

ist bekannt, was für einen wichtigen

Beitrag dieser Förderbereich zur europäischen

Völkerverständigung leisten

kann und welche Vielfalt an Themen,

Ländern und Regionen er erschließt.

Daher haben wir unsere Partner gebeten,

zur Pilotnummer des Blickwechsels

Bildseiten wie diese lockern das Layout des

neuen Magazins auf. Zu sehen sind der Innenraum

der Breslauer Jahrhunderthalle von Max

Berg (oben) und drei weitere Beispiele für

moderne Architektur in Schlesien.

Texte über interessante Aspekte ihrer

Arbeit beizusteuern – etwa über eine

Ausstellung, einen Künstler oder eine

besondere Neuerwerbung, über eine

wichtige Publikation, die Fragestellung

eines Forschungsprojekts oder eine herausragende

Auslandskooperation. Die

Beiträge sollten ausdrücklich nicht zur

16


einen Selbstdarstellung einzelner Institutionen

dienen, sondern aktuelle Themen

auch für Fachfremde ansprechend

aufbereiten. Ergänzt wurde jeder Beitrag

durch einen Infokasten zur jeweiligen

Institution und meist auch durch

einen aktuellen Veranstaltungstipp für

das laufende Jahr.

Im Layout und in der Art der Themenpräsentation

orientiert sich der

Blickwechsel an modernen Nachrichtenmagazinen.

Viel Wert wird auf eine

attraktive Bebilderung gelegt. Vier Rubriken

helfen dem Leser bei der Orientierung:

In Orte und Menschen werden

regionale und biografische Schwerpunkte

gesetzt, Werke stellt bemerkenswerte

Exponate oder ganze Sammlungen

vor, in der Rubrik Szene berichten

die Institutionen über aktuelle Projekte

und Entwicklungen.

Zum ersten Blickwechsel haben wir

zahlreiche positive Rückmeldungen

bekommen. Die Erstauflage von 5 000

Exemplaren war rasch vergriffen, sodass

wir 3 000 Hefte nachdrucken lassen

mussten. Natürlich gab es auch Kritikpunkte

und Verbesserungsvorschläge;

sie sind in die Konzeption des neuen

Heftes eingeflossen.

Auch in Zukunft möchte das Journal

Blickwechsel neugierig auf die Vielfalt

deutscher Kultur und Geschichte im

östlichen Europa machen. An der 2014er

Ausgabe haben neben den Autoren aus

den Partnerinstitutionen auch Journalisten,

Schriftsteller und Studierende mitgearbeitet.

Das Journal Blickwechsel erscheint

einmal im Jahr. Es kann bei den Einrichtungen

des Förderbereichs und beim

Kulturforum bezogen werden. Auf unserer

Website ist außerdem ein kostenloser

Download möglich.

Vera Schneider

17


Kunsthistorischer Spaziergang durch Oppeln/Opole

und Smartphone-App Hermannstadt/Sibiu

Neuerscheinungen im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Der Verlag des Kulturforums veröffentlicht

in seiner Potsdamer Bibliothek

östliches Europa Kulturreiseführer,

Monografien, Text- und Bildbände,

Literarische Reiseführer sowie Lesebücher

und Musik vergessener Schriftsteller

und Komponisten aus dem östlichen

Europa bzw. wenig beachteter Schaffensperioden

dieser Künstler. In diesem

Jahr wurden der in Kooperation

mit dem Regensburger Verlag Schnell

und Steiner publizierten Reihe Große

Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek

östliches Europa zwei Titel hinzugefügt.

Im klassischen Hardcover-Format

erschien Oppeln/Opole. Ein kunstgeschichtlicher

Rundgang durch die Stadt

an der Oder von Urszula Zajączkowska.

Die Verfasserin ist Direktorin des Museums

des Oppelner Schlesien und empfand

es als große Auszeichnung für ihre

Stadt, dass diese der erste polnische Ort

innerhalb der Reihe ist. Vielleicht hat das

etwas mit Oppelns Tradition als Hauptstadt

zu tun – zunächst des Herzogtums

Oppeln unter den schlesischen

Piasten, Anfang des 19. Jahrhunderts

dann des gleichnamigen preußischen

Oppeln/Opole: Blick auf die nördliche Häuserzeile des Rings und die Kathedrale.

© Süddeutsche Zeitung

Regierungsbezirks, in der Zwischenkriegszeit

der Provinz Oberschlesien,

seit 1950 der Oppelner Woiwodschaft

innerhalb Polens. In der Zeit des Herzogtums

Oppeln wanderten Deutsche, Flamen

und Wallonen als hospites, »Gäste«,

zu und ließen sich in der am rechten

Oderufer entstehenden Stadt nieder. Im

10. Jahrhundert hatte die Siedlung mit

der Burg Ostrowek noch auf dem linken

Oderufer gelegen und unter dem ersten

polnischen Herrscher aus der Piasten-Dynastie,

Herzog Mieszko I., einen

Beitrag zur Befestigung der Westgrenze

geleistet. Und rund 700 Jahre später,

zur Zeit der Provinz Oberschlesien, ist

Oppeln eine Stadt, in der über 90 Prozent

der Bewohner deutsch sprechen,

gleichwohl die Industriemetropole

immer ein wichtiges Zentrum für die

regionale polnische Bevölkerung war.

Heute befindet sich hier der Sitz des

Verbandes der deutschen sozial-kulturellen

Gesellschaften in Polen; er vertritt

die Interessen der deutschen Minderheit.

Es geht um anerkannte Zweisprachigkeit,

die Einführung von Deutsch an

Kindergärten und Schulen, die Einrichtung

deutscher Schulen, die Aufstellung

18


deutscher Ortsschilder.

Gerade in dieser

Region ist aber neben

dem Polnischen und

Deutschen auch das

Oberschlesische verankert,

und es gibt Bestrebungen, es

als Regionalsprache anerkennen zu lassen.

In der Stadt selbst hat sich mit der

St. Anna-Kapelle des Franziskanerklosters

ein bedeutender Erinnerungsort

der Polen bewahrt, denn sie dient als

Mausoleum der Oppelner Piasten. Beim

von der Autorin geführten Gang werden

auch die fast romantisch anmutenden

Viertel der Stadt nicht ausgespart,

wie das Oppelner Venedig, über das der

Schriftsteller und Publizist Karl-Markus

Gauß schrieb: »Klein-Venedigs kannte

ich ein paar in Europa, doch keines trug

seinen Namen mit gleich viel Recht wie

dieses in Schlesien. Das schaukelnde

Licht im Mühlkanal, in dem sich die Fassaden

der beleuchteten Häuser spiegelten,

war es nicht allein, das an Venedig

erinnerte, mehr noch war es das Kulissenhafte,

das Theatralische der Stadt,

die wirkte, als wäre sie in einem beständigen

Spiel der Täuschungen verfangen,

sodass das Alte neu, das Neue alt, das

Deutsche polnisch, das Polnische

deutsch, die Entsagung lebensfroh, das

Lebensfrohe mürrisch, das Rätsel offenkundig

erschien.« (Im Wald der Metropolen,

Wien 2010, S. 178).

Warum im siebenbürgischen Hermannstadt/Sibiu

die Bezeichnung Fingerlingsplatz/Piaţa

Aurarilor sowohl im

Deutschen als auch im Rumänischen

sinnfällig ist, müssen Sie nicht mehr

unbedingt nachlesen – Sie können es

sich bei Ihrem Spaziergang durch die

Stadt erzählen lassen. Die neue Hermannstadt-App

kann auf jede Art von

Computer sowie aufs Smartphone

heruntergeladen werden und bietet

eine Audioguide-Tour mit Stadtplan,

über den die einzelnen Informationen

aufgerufen werden können, eine

Urszula Zajączkowska

Oppeln/Opole

Ein kunstgeschichtlicher Rundgang

durch die Stadt an der Oder

48 S., gebunden

ISBN 978-3-7954-2592-0

€ 9,95

Deutsches Kulturforum östliches Europa,

Potsdam in Kooperation mit dem Verlag

Schnell und Steiner, Regensburg 2013

Besichtigung der evangelischen Stadtpfarrkirche,

des Wahrzeichens der Stadt,

anhand verschiedener Hörstationen

sowie eine gekürzte Textversion des

Großen Kunstführers mit einer Bildauswahl

als E-Book zum Nachlesen. Die App

entstand in Kooperation mit dem Verlag

Schnell und Steiner und wurde produziert

von dessen hauseigener Firma

artguide. Sie können die neue App mit

interaktiven Plänen und E-Book gegen

eine Schutzgebühr von 3,59 € aus dem

App-Store oder über Google Play auf Ihr

Smartphone laden.

Ariane Afsari

19


Neue Website – und neu bei Facebook

Zwei Innovationen für unseren Online-Auftritt

Nach über zehn Jahren wurde 2013 die bisherige, stets zuverlässig

funktionierende, aber mittlerweile nicht nur optisch

etwas in die Jahre gekommene Website des Kulturforums vom

Netz genommen und durch eine gestalterisch und inhaltlich

modernisierte Fassung mit einem zeitgemäßen CMS (Content-Management

System) ersetzt. Nach einer längeren Planungs-,

Entwicklungs- und Testphase schalteten wir den neuen

Internetauftritt Anfang Februar 2013 frei. Zu den Neuerungen

gehört, dass sich nun fundierte Übersichtsartikel zu (fast)

allen Ländern und Regionen und zu den Themen unseres

Arbeitsgebietes – übersichtlich angeordnet und somit leicht

zugänglich – auf der Website finden lassen. Insbesondere der

Forumsgedanke und der Aspekt der gemeinsamen Arbeit des

Kulturforums mit seinen vielfältigen Partnern im Bund, in den

Ländern und im Ausland wurden stärker ausgebaut und visuell

betont. Bewährte Rubriken der alten Internetseiten sind

natürlich übernommen worden, sodass die Leser sich auch

weiterhin umfassend über Veranstaltungen, Ausstellungen,

Publikationen, Nachrichten sowie Fernseh- und Rundfunksendungen

zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen

Europa und zum gemeinsamen Kulturerbe informieren

können – unter www.kulturforum.info.

Neuland betreten haben wir im Jahr 2013 mit unserer Facebook-Seite.

Eingerichtet wurde sie pro forma zwar bereits

einige Jahre früher und vereinzelt mit Pressemitteilungen oder

Veranstaltungshinweisen bestückt, aber erst im vergangenen

Jahr begannen wir damit, sie wirklich mit Inhalten und Leben

zu füllen. Von Beginn an sind wir bestrebt, das eigene Profil

der Facebook-Seite entsprechend den Anforderungen des

Mediums zu prägen: mit ausdrucksstarken Fotos von Veranstaltungen

oder Exkursionen, mit prägnanten Kurzbeiträgen

und mit Verweisen auf Aktivitäten unserer Partner, auf Gastbeiträge

oder auf spannende, manchmal auch skurrile Fundstücke

im Internet. Wir verhehlen natürlich nicht, dass es uns

dabei auch darum geht, ein jüngeres Publikum für unsere

Themen und unsere Arbeit zu interessieren. Diese Rechnung

scheint aufzugehen: Gerade unsere »Postings« zu den Aktivitäten,

an denen Jugendliche beteiligt sind, stoßen auf reges

Interesse bei der Online-Community. Weil diese Generation

ganz selbstverständlich über Social-Media-Kanäle kommuniziert,

bringt sie ihr Publikum gleich mit.

20


Mitunter etwas skeptisch, aber stets auch fasziniert arbeiten

wir weiter daran, die ganz eigenen Lesegewohnheiten und

Beteiligungsmöglichkeiten, die dieses Medium erfordert und

bietet, für unsere Zwecke zu nutzen – und bekommen durch

»Teilen« und »Liken« unsererseits viele interessante Hinweise

und Querverweise unserer Partnereinrichtungen und anderer

Institutionen oder Einzelpersonen. In jedem Fall wollen wir

vermeiden, dass der Facebook-Auftritt des Kulturforums nur

als ein »zweiter Aufguss« der – inhaltlich nach wie vor gewichtigeren

– Website erscheint. Am Ende des Jahres 2013 hatten

mehr als 200 Facebook-User unsere Seite mit »Gefällt mir«

bedacht, werden also sofort benachrichtigt, wenn es Neuigkeiten

von uns gibt. Hinzu kamen zwei bis sechs »Gefällt mir«-

Angaben pro Eintrag. Ein Anfang ist gemacht.

André Werner

Scannen Sie diesen Code mit Ihrem Android-Smartphone,

um direkt auf unsere Facebook-Seite zu kommen.

Screenshots unserer neuen Website

Unsere Facebook-Chronik Anfang 2014

21


Programm und Verlag 2013

Thementage

Henry van de Velde (1863–1957):

Weimar (Januar)

Ermland und Masuren. Eine Region,

viele Gesichter: Berlin (Februar)

Kaschau | Košice. Europas Kulturhauptstadt

2013: Berlin (April), Wien

(Mai), Freiburg/Br. (Juni), Karlsruhe

(November)

Die Dobrudschadeutschen und der

Erste Weltkrieg in Selbst- und Fremdbildern:

Freiburg/Br. (Mai)

Erinnern unerwünscht. Vertriebene in

der DDR: Müncheberg (Mai)

Slawonien – kulturelle Vielfalt als Markenzeichen des neuen

EU-Mitglieds Kroatien: Berlin (Juli)

Kurland – einst ein Herzogtum im Norden Europas:

Berlin (September)

Geteilte Städte und Regionen – tschechisches Těšín, polnisches

Cieszyn und das Teschener Schlesien: Berlin (September)

Schaufenster Enkelgeneration. Präsentation des Internetfilmprojekts

des Goethe-Instituts Prag: Berlin (November, j Foto: Heinrich

Blömeke, Leiter des Goethe-Instituts Prag, mit Hana Filipčíková)

Wintersorgen und Frühlingsfreuden. Lesung und Gespräche zum

300. Geburtstag des preußisch-litauischen Dichters und Predigers

Christian Donalitius (1714–1780): Berlin (Dezember)

Buchvorstellungen, Messen

9. Potsdamer Geschichtsbörse – Deutsch-polnische Nachbarschaft

im Dialog der Generationen: Potsdam (Februar)

Jeder zweite Berliner. Schlesische Spuren an der Spree (Roswitha

Schieb): Königswinter-Heisterbacherrott und Ratingen (Februar),

Breslau/Wrocław (Mai), Oppeln/Opole (Mai), Potsdam (Juni)

Buchmesse Leipzig: Kaschau/Košice. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang

durch die ostslowakische Metropole (Arne Franke); Streifzüge

zwischen Oder und Drage. Begegnungen mit der Neumark (März)

Geschichte der Deutschen in Ungarn (Gerhard Sewann):

Berlin (Mai)

Bessarabien. Deutsche Kolonisten

am Schwarzen Meer (Ute

Schmidt): Hannover (Mai),

Hermannstadt/Sibiu (August),

Ismail (September)

Theodor Lepner, Der preusche Littau

(1690): Vorstellung der deutschlitauischen

Edition, Bremen

(September)

Die Legenden der Väter (Kolja

Mensing): Kattowitz/Katowice

(September, k Foto)

Rückkehrer 1946–1950.

Ungarndeutsche Erlebnisberichte:

Berlin (September)

Buchmesse Frankfurt: Europäische

Kulturhauptstadt 2014: Riga –

Geschichte im Spiegel der Stadt

(Oktober, g Foto)

Kaschau/Košice. Ein kunstgeschichtlicher

Rundgang durch die

ostslowakische Metropole (Arne

Franke): München (Oktober),

Stuttgart (Oktober)

22


Oppeln/Opole. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die Stadt

an der Oder (Urszula Zajączkowska): Oppeln/Opole (Oktober),

Potsdam und Görlitz (November)

HinterNational – Johannes Urzidil: Dresden, Düsseldorf und Bonn

(November)

Kaschau/Košice. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die ostslowakische

Metropole (Arne Franke) und Kaschau/Košice. Eine

kleine Stadtgeschichte (Tobias Weger/Konrad Gündisch):

Wetzlar (Dezember)

Lesungen, Filmreihen

Usedomer Literaturtage

2013: Geschichte und

Geschichten. Literarische

Spurensuche in der Mitte

Europas.

Podiumsdiskussionen,

(Schul-)Lesungen, Buchpräsentation,

Gespräch,

Musik, Film, Ausstellung

(März, g Foto: Lesung

von Laura Karasek,

© Geert Maciejewski)

Mit deutschem Migrationshintergrund

auf dem

Balkan: Berlin, München (April)

Eine nie vergessene Geschichte. Eine musikalische Lesesoirée

mit dem Schriftsteller Jan Koneffke und dem Pianisten Ulrich

Koneffke: Badenweiler (Juli)

Großer Kunstführer von Arne Franke und Stadtschreiberin Kristina

Forbat. Kaschau-Projekte des Deutschen Kulturforums östliches

Europa: Kaschau/Košice (September)

Lesung aus dem Roman Němci (»Die Deutschen«, Jakuba Katalpa):

Berlin (Oktober)

Vorträge

Eine Stadt zum Wohnen. Die Ideen zur

Reform des Wohnens um 1900 und

ihre Umsetzung in Posen in der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts (in

der Vortragsreihe »Architektur der

Moderne in Ostmitteleuropa«):

Berlin (April)

Modernisierungen. Kunst und Architektur

in den neuen Staaten Ostmitteleuropas

1918–1939 (in der Vortragsreihe

»Architektur der Moderne in

Ostmitteleuropa«): Berlin (Mai)

Zwischen Provinz und Metropole.

Architektur in Stettin 1891–1918 (in der Vortragsreihe »Architektur

der Moderne in Ostmitteleuropa«): Berlin (Mai), Potsdam (Oktober)

Theorie und Praxis des Kulturmanagements. Am Beispiel der Aktivitäten

des Deutschen Kulturforums östliches Europa: Breslau/

Wrocław (Mai)

1933 als Zäsur in Ostpreußen: Potsdam (August)

Die Zips – Schatzkammer der Ostslowakei: Berlin (September),

Budapest (November, h Foto), Fünfkirchen/Pécs (November),

Reschitza/Reșiţa (November), Klausenburg/Cluj-Napoca/Kolozsvár

(November), Pressburg/Bratislava (November)

Jakob Stählin und seine Schriften zur Musikkultur im Russland des

18. Jahrhunderts: Moskau (September)

Bunzlauer Keramik auf dem Weg zur Moderne: Berlin (September)

23


Zum 100-jährigen Jubiläum der Jahrhunderthalle von Max

Berg: Potsdam (Oktober)

»Es brodelt und kafkat, es werfelt und kischt« – Ein Streifzug durch

die Prager deutschsprachige Literatur:

Bad Kissingen und Potsdam (November)

Theorie und Praxis des Kulturmanagements. Am Beispiel der Aktivitäten

des Deutschen Kulturforums östliches Europa: Breslau/

Wrocław (November)

Moderne Architektur in Schlesien 1900–1939. Baukultur und Politik:

Potsdam (November)

Workshops und Exkursionen

Die Neumark erfahren – Radtour

durch die Kulturlandschaft an der

Warthe: Verschiedene Orte in der Neumark

(Mai)

Deutsche Spuren im ländlichen Raum

um Odessa: Odessa (Mai)

Kulturhauptstadt Europas 2014

Riga: Informationsfahrt für Medienvertreter,

Riga (Mai/Juni)

Suche schlesische Spuren in Deiner

Stadt. Geführte Schülerstadtrallye:

Berlin (Juni)

Guben – Gubin: Nachbarschaften (September, j Foto)

Geteilte Städte und Regionen – tschechisches Těšín, polnisches

Cieszyn und das Teschener Schlesien: Studienfahrt ins Teschener

Schlesien – Teschen/Český Těšín/Cieszyn, Mährisch Ostrau/Ostrava,

Bielitz/Bielsko-Biała, Beskiden (September)

Tage der Literatur und Geschichte. Zum 300. Geburtstag des preußisch-litauischen

Dichters Christian Donalitius (1714–1780): Tollmingkehmen/Tschistye

Prudy und Groß Rominten/Krasnolesje

(Dezember)

Georg Dehio-Kulturpreis

Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises

2013 und Begleitveranstaltung

mit Irina Tscherkasjanowa:

Berlin (Oktober, g Foto)

Begleitveranstaltung mit Ewa

Chojecka: Berlin (November)

Wanderausstellungen

Brückenschläge – Daniel Ernst

Jablonski im Europa der Frühaufklärung:

Halle/S. (November

2012–Februar 2013), Leipzig (Februar–März),

Wien (Mai–Juni)

Siebenbürgen, eine Wissenschaftslandschaft: Hermannstadt/Sibiu

(Dezember 2012–Januar 2013), Rosenheim (Juli)

Innovation und Tradition. Hinrich Brunsberg und die spätgotische

Backsteinarchitektur in Pommern und der Mark Brandenburg/

Innovawacja i Tradycja. Henryk Brunsberg i poznogatycka architektura

cegiana na Pomorzu i w Marchii Brandenburskiej:

Stettin/Szczecin (Januar–März), Stargard/Stargard Szczecinski

(April–Mai), Garz (Juni–Juli), Königsberg i. d. Neumark/Chojna

(August–September, k Foto)

Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens:

Heringsdorf/Usedom (März–April), Pressburg/Bratislava

(April–Mai), Plock/Płock (Mai–Juni), Glogau/Głogów (Juli–August),

24


Bromberg/Bydgoszcz

(September–November)

Zopot, Cranz, Rigaer

Strand. Ostseebäder

im 19. und 20. Jahrhundert:

Rügen (März–Juni),

München (Juli–Oktober)

800 Jahre Burzenland/800

de ani Ţara Bârsei: Sankt

Georgen/Sf. Gheorghe

(April), Michelsberg/

Cisnădioara (Mai),

Rimsting (Juni), Pfaffenhofen/Ilm

(Juli), Großhabersdorf/Mfr. (Juli/September),

Hesselberg (August)

Frömmigkeit und Kalkül. Künstlerische und politische Verflechtungen

zur Zeit der Jagiellonen: Słubice (Mai)

Schönheit der Form. Ausstellungseröffnung mit einem Gespräch

über Breslau als Kulturmetropole: Königswinter-Heisterbacherrott

(Juli)

Košice/Kaschau – in der fremd-vertrauten Stadt: Kaschau/Košice

(September–Oktober)

Nonfiguratio. Zweidimensionale Plastik von Ákos Matzon: Berlin

(September–November)

Die Neumark. Begegnung mit einer historischen Landschaft:

Schloss Gusow (November 2013–Januar 2014)

Neuerscheinungen und Zweitauflagen

Arne Franke, Kaschau/Košice. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang

durch die ostslowakische Metropole. Mit zahlr. farb. Abb.,

56 S., geb. In Kooperation mit dem Verlag Schnell und Steiner in

der Reihe Große Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek östliches

Europa, € 9,95, ISBN 978-3-7954-2614-9 (Februar)

Arne Franke, Kronstadt/Braşov. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang

durch die Stadt unter der Zinne. Mit zahlr. farb. Abb., 48 S., geb.

In Kooperation mit dem Verlag Schnell und Steiner in der Reihe

Große Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek östliches Europa,

2., korr. Aufl., € 9,95, ISBN 978-3-7954-2687-3 (Februar)

Urszula Zajączkowska, Oppeln/Opole. Ein kunstgeschichtlicher

Rundgang durch die Stadt an der Oder. Mit zahlr. farb. Abb.,

48 S., geb. In Kooperation mit dem Verlag Schnell und Steiner in

der Reihe Große Kunstführer in der Potsdamer Bibliothek östliches

Europa, € 9,95, ISBN 978-3-7954-2592-0 (Oktober)

Urszula Zajączkowska, Opole. Historyczno-kulturowy spacer po

mieście. Polnische Ausgabe, ISBN 978-3-7954-2830-3 (Oktober)

Arne Franke, Harald Roth: Hermannstadt/Sibiu.

Ein kunstgeschichtlicher Rundgang durch die Stadt am Zibin.

Die Kunstführer-App zum Buch.

In Kooperation mit dem Verlag Schnell

und Steiner. Erhältlich im App-Store und

bei Google Play, € 3,59 (Dezember)

Peter Oliver Loew, Gdańsk.

Przewodnik literacki (»Literarischer

Reiseführer Danzig«). In Kooperation mit

dem Kulturbüro des Stadtpräsidenten

von Danzig. Mit zahlr. farb. u. S.-W.-Abb.,

Kurzbiogr., Zeittafel, ausführl. Registern u.

zweispr. Karten, 407 S., Integralbroschur,

€ 13,80, ISBN 978-83-936-289-1-9

(Dezember)

25


Team des Kulturforums

(Stand: 1. Januar 2014)

Saskia Aberle, Assistenz Direktion, Veranstaltungsorganisation

Ariane Afsari, Verlag, Fachreferat Kulturelle Bildung

Susanna Becker, Assistenz Verlag, Elektronische Medien

Dr. Klaus Harer, Fachreferat Musik, Länderreferat Osteuropa

Conny Hartmann, Sachbearbeiterin Verwaltung/Buchhaltung

(Elternzeitvertretung)

Frauke Kraft, Verwaltungsleiterin

Tanja Krombach, Leitung Verlag, Länderreferat Tschechien

und Slowakei

Dr. Harald Roth, Direktor

Dr. Vera Schneider, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(kommissarisch), Verlag, Elektronische Medien

Thomas Schulz, Fachreferat Literatur, Länderreferat Polen

Hana Kathrin Stockhausen, Grafik, Design

Dr. Claudia Tutsch, Fachreferat Kunstgeschichte,

Länderreferat Baltikum

Ilona Wäsch, Sachbearbeiterin Verwaltung/

Buchhaltung (in Elternzeit)

André Werner, Redaktionsleitung Website

Das Team des Kulturforums im März 2014.

Foto: Snežana Stanković

Vorstand

(Stand: 1. Januar 2014)

MinDgt. i. R. Winfried Smaczny, Berlin, Vorstandsvorsitzender

Dr. Elisabeth Fendl, München

MinDir. Hans-Heinrich v. Knobloch, Berlin

Kuratorium

MR‘in Sabine Deres, Referatsleiterin bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Vorsitz)

Dr. Markus Bauer, Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz, Vertreter der Mitgliederversammlung im Kuratorium

Zdeněk Kuna, Vertreter der Botschaft der Tschechischen Republik

Prof. Oliver Günther, Ph. D., Präsident der Universität Potsdam

Dr. Uwe Koch, Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Dr. Viera Polakovičová, Direktorin des Slowakischen Instituts, Berlin

Prof. Dr. Matthias Weber, Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

26


Mitglieder

Deutsche Gesellschaft e. V., Berlin: Dr. Andreas H. Apelt, Bevollmächtigter des Vorstandes der D. G. e. V.

Festival Mitte Europa – Mißlareuth 1990 e. V.: Kammersänger Professor Thomas Thomaschke, Intendant

Institut für deutsche Kultur und Geschichte im südöstlichen Europa, München:

Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, komm. Direktor

Institut für deutsche Musikkultur im östlichen Europa: Prof. Dr. Klaus W. Niemöller, Vorsitzender

Moses Mendelssohn Zentrum, Potsdam: Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Direktor

Nordost-Institut – Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V., Lüneburg:

Dr. Joachim Tauber, Direktor

Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg: Dr. Joachim Mähnert, Direktor

Pommersches Landesmuseum, Greifswald: Dr. Uwe Schröder, Direktor

Schlesisches Museum zu Görlitz: Dr. Markus Bauer, Direktor

Stiftung Martin Opitz Bibliothek, Herne: Dr. Hans-Jakob Tebarth, Direktor

Universität Potsdam: Prof. Oliver Günther, Ph. D., Präsident

Universität Potsdam, Philosophische Fakultät, Institut für Slawistik: Prof. Dr. Norbert Franz,

zur Zeit der Gründung des Kulturforums Dekan

Impressum

Herausgeber: Deutsches Kulturforum östliches Europa e. V.

Berliner Straße 135, Haus K1

D–14467 Potsdam

www.kulturforum.info

deutsches@kulturforum.info

© 2014. Alle Rechte vorbehalten.

V. i. S. d. P.: Dr. Harald Roth

Abbildungen und Bildrechte: Wenn nicht anders in der Bildunterschrift angegeben,

stammen die Bilder vom Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Gestaltung und Satz: Hana Kathrin Stockhausen

Redaktion: Dr. Vera Schneider

Druck und Bindung: Flyeralarm, Würzburg

27


Deutsches Kulturforum östliches Europa

Berliner Straße 135, Haus K1 · 14467 Potsdam

Tel. +49(0)331/20098-0

Fax +49(0)331/20098-50

deutsches@kulturforum.info

www.kulturforum.info

28

Das Kulturforum wird gefördert von der Beauftragten

der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund

eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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