kalbenser Fliegenklatsche

DangerK

Bd.01 "gebundenes, bedrucktes Papier - vielseitig in der Verwendung"

fliegenklatsche

Ausgabe 01

Sommer 2014

gebundenes, bedrucktes Papier - vielseitig in der Verwendung

vom

Leben in

den Sümpfen

FLASCHENPOST AUS REYKJAVIK KALBENSER WANDNOTIZ-

BUCH FOTOGRAPHIE - GHOSTS

HEY KÜNSTLERSTADT,

WAS GEHT? MÄDCHENMUSIK - CAMOMILE KUBIKWAHN

IN KUBANISTAN - DIE DOKU OHNE HITLER DER BASAR VON

SAMUT SONGKHRAM

DIE FLIEGE - DEIN FREUND UND

BEGLEITER CHERY CHERY LADY - BUS FAHREN IN BORNEO...


Liebe Leserinnen und Leser,

tja, auf irgend einem Weg sind Sie nun also in den

Besitz dieses merkwürdigen Druckerzeugnisses gekommen.

Vielleicht haben Sie sich von jemandem

überreden lassen, doch ein Exemplar mitzuenhmen:

Ihnen wurde in den höchsten Tönen die erfrischende

und reinigende Wirkung dieses neuen Produkts

gepriesen, und da Sie es gerade eilig hatten, haben

sie eben ein Heft mitgenommen.

Oder die Zeitschrift lag einfach irgendwo herum,

und gerade als keiner hingeschaut hat ..., aber nein

so was würden Sie natürlich nie tun.

Ist ja nun auch nicht gerade „Das Magazin“, ja

das habe ich, als Heranwachsener auch gern mal

mitgehen lassen, wegen der spannenden Kulturbeiträge.

Eventuell haben Sie ja auch einen Tisch, der ein wenig

wackelig steht. Und als Sie so in Gedanken, wie

man das ändern könnte zufällig gerade diese Zeitschrift

befühlten, hatten Sie die Idee: Passt bestimmt

genau unter das Tischbein. Und wenn nicht hol‘ ich

mir halt noch eine!

Und damit wären wir auch schon beim Thema: Sie

können sich glücklich schätzen, ein derart ‚vielseitiges‘

Produkt ihr eigen zu nennen. Es ist so nützlich.

Hier nur einige Beispiele: Wenn Sie die Fliegenklatsche

zusammenrollen, können sie prima durchschauen.

Sie werden merken, man wird nicht mehr

so abgelenkt und kann sich besser auf eine Sache

konzentrieren.

Auch können Sie sich z.B. ein schickes Motiv heraussuchen,

dieses mit der Schere ausschneiden,

und dann als stylischen Untersetzer verwenden. Hat

kein anderer. Weiterer Vorteil: Schnell gemacht,

wenn man mal den Hochzeitstag vergessen hat.

Außerdem lassen sich aus den Seiten der Fliegenklatsche

super Malerhüte für Kinder basteln. Und

schon ist man diese Plackerei auch los.

Sie sehen also, Sie haben nichts falsch gemacht.

Egal wie Sie zu ihrer ersten Fliegenklatsche gekommen

sind.

Ach so, die Fliegenklatsche soll sie natürlich in erster

Linie mit interessanten Geschichten, Berichten,

Gedichten, und Ideen unterhalten und inspirieren.

Fotografien, Zeichnungen, Spinnereinen, unlösbare

Rätsel, ungenießbare Rezepte und unvorstellbare

Enthüllungen - all diese Dinge und noch viel mehr,

finden Platz in dieser Zeitschrift. Eine Art öffentliches

Notizbuch, für alle die noch etwas zu sagen haben.

So viel zur Begrüßung, ich will sie ja gar nicht länger

aufhalten. Nun blättern Sie schon um, ich merke

doch, dass Sie es gar nicht mehr erwarten können...

Viel Spaß wünscht

Marko Kühnel


Dunkle Tage, helle Nächte.

Ich verliere meine Orientierung

in der Zeit. Besonders gut war

ich darin nie, aber einen Rhythmus

für Tag und Nacht, Wachen

und Schlafen hatte ich doch.

Hier ist das schwieriger.

Es war immer so, dass ich wach

lag, wenn mir im Traum Ideen

oder Sorgen unterkamen und

ich kam schwer zu Schlaf, wenn

ich vorher über sie stolperte.

Nun ist es hier aber so, dass mir

die klare Struktur von hell und

dunkel fehlt.

Erst war alles anstrengend,

sodass mein Kopf am Abend

schnell nach Ruhe verlangte,

weil es jeden Tag Neues zu

verstehen, bewältigen, lernen

gab. In dieser ersten Aufregung

verflogen die Wochen und ich

merkte kaum, dass es dunkler

wurde. Ich dachte einfach, ich

sei so erschöpft, dass die Tage

mir schneller aus den Fingern

glitten, als ich sie zu greifen

bekam. Dann waren sie mit

einem Mal ganz weg. Es wollte

nicht mehr Tag werden. Nicht

um halb acht, wenn der Wecker

klingelt, nicht um neun, wenn

ich mich ans Tagwerk machen

wollte, auch um elf Uhr war

noch kaum Dämmerung. Bei

gutem Wetter war dann von

halb zwölf bis halb drei etwas

Tageslicht, aber wir hatten viel

Regen im November und eine

Wohnung im Keller. Also an

den meisten Tagen kaum Licht,

kaum Energie. Irgendwann gab

ich es auf, meinen Körper zwingen

zu wollen und wehrte mich

nicht mehr gegen die Dunkelheit.

Mein Leben war Schlaf.

Zwischendurch Notwendigkeiten,

Konzerte, Kino, Briefe und

die Fragen in der Nacht. Aber

meistens Schlaf.

Im neuen Jahr fühlte ich mich

manchmal ausgeschlafen und

das Licht half dabei. Dann war

ich fort, hatte Gäste und viel

Arbeit. Es machte wieder Spaß,

wach zu sein nach all dem Winterschlaf.

Meine Befürchtung,

dass ich nie mehr richtig wach

sein würde, war von mir genommen

und die Dinge gingen mir

leicht von der Hand, es fügte

sich vieles.

Nachdem ich wieder länger fort

war, hatte ich diese Balance verloren.

Auf dem Nachtflug wurde

es heller, je später es wurde und

blieb dann einfach stehen. Reisen

verwirrt die Sinne, also gab

ich nicht viel darauf. Aber bis

heute blieb es in allen Nächten

das Gleiche: Ewig blieb es hell,

als wäre die Sonne ein Kind, daß

nicht nach hause will. Wenn sie

muss, gibt es lange Abendlicht

und irgendwann Dämmerung.

Weil sie hier immer lange dauert,

bemerke ich es kaum, wenn

die Blaue Stunde nicht aufhört.

Aber einmal schau ich auf die

Uhr und dann ist es schon drei

und ich wundere mich doch. Ist

es gestern abend oder morgen

früh?

Das Licht nimmt kein Ende.

Wozu jetzt schlafen?

Also hinaus. In den Westen,

zum Meer, zum Leuchtturm.

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Aber auch in Seltjarnarnes kein

Flecken Dunkelheit. Doch bis

auf einen eiligen Lieferwagen

sind die Straßen leer. Den

Vögeln aber geht es wie mir, sie

haben nie geschlafen, ich höre es

von weitem.

Küstenseeschwalben ziehen von

einem Polarkreis zum anderen

und weil es niemals Nacht wird,

geben sie nie Ruhe. Bis ihre

Kinder stark genug sind um

mitzukommen, müssen sie hier

bleiben und jagen und füttern

und wenn einer kommt, wollen

sie ihm die Hirndecke aufpicken.

Als wäre ich ein Nesträuber, kesseln

sie mich ein und schießen

dann einzeln auf mich nieder.

Jetzt weiß ich, warum sie hier

Kría heißen, das schreien sie im

Niederrauschen. Die Eleganz

und Schnelligkeit ihres Fluges

wird zum Horror.

Also nicht zum Leuchtturm, ich

habe verstanden.

Also zum Hot Pot hinter der

Trockenfischhütte. Mit klopfendem

Herzen ziehe ich die Schuhe

aus und gleite mit den Füßen

ins heiße Wasser, während vor

mir das Meer und hinter mir die

Vögel toben.

Im fliederblauen Licht ist es

zehn vor fünf geworden am ersten

Julitag und ich werde langsam

müde.

Beate Körner

Medienkünstlerin, *1987 in Weimar

lebt und arbeitet in Reykjavík

www.beatekoerner.de

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Michael Körner

Der Basar von Samut Songkhram

Eigentlich ist man ja als Fotograf nicht unbedingt ein Mann des

Wortes, dennoch möchte ich auf diesem Wege ein wenig zu

dem beitragen, was man im weitesten Sinne als Verständnis für

das vorliegende Fotomaterial bezeichnen könnte. Ich möchte

Sie keinesfalls mit all dem langweilen, was man in verschiedenen

Hotelzimmern wärend einer Reise vorfindet…

der dann Unaussprechliches damit vorhat, was offenbar der extremen

Wichtigkeit ihrer eigenen Person und natürlich des Wissens

um diese Wichtigkeit geschuldet ist … und dann möchten

sie diskutieren…

(Brechen wir diesen kleinen Exkurs hier besser ab, denn in dieser

Richtung liegt der Wahnsinn!)

oder eben nicht, wie unfreundlich das Personal wieder war, wie

unerfreulich der Kaffeegenuss, wie braun genau das Wasser aus

der Leitung kam, wie sehr einen die Flatulenz ereilte, wie wenig

und schlecht englisch ein Taxifahrer sprach, der steif und

fest behauptet hat, es zu sprechen, warum es in manchen Ländern

wärmer ist als in Anderen und wie man sich so fühlt in

einer Unterkunft ohne Strom bei Kerzenlicht und der verdammte

Computer funktioniert nicht… all das ist privat und demzufolge

irrelevant, es sei denn, es dient dem Verständnis des schon erwähnten

Materials.

Mir ist natürlich klar, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines

heutigen Menschen im Berufsleben ungefähr bei 15 sec liegt,

jener kann dann hier aufhören zu lesen und sich Bilder angucken.

Für alle Anderen werde ich kurz umreißen, was sie sowieso

schon sehen… nun denn: Möge Gott Ihnen allen gnädig sein

(haha kleiner Scherz)!

Der Nachteil, wenn man die Menschen überall auf der Welt für

gleich hält – was sie auch sind, nur mit unterschiedlichen Nuancen

– ist, dass jedes Land, das man bereist, fast schon automatisch

eine Art Kulissenhaftigkeit annimmt, die dazu führen kann,

dass man bei der Begehung eines besonders beeindruckenden

Tempels nicht etwa sagt ‘Wahnsinn! Das kann ja gar nicht wahr

sein!’, sondern eher dazu neigt ‘Wahnsinn! Das kann ja wohl

nicht Ihr Ernst sein!’ zu sagen. Man merkt sofort, dass das Leben

der Menschen vor Ort einer Normalität folgt, die man selbst zu

Hause zur Genüge hat. Nichtsdestotrotz ist es für einen mitteleuropäischen

Fotografen immer wieder überraschend, dass es

auf der Welt Menschen gibt, die sich gern von Fremden fotografieren

lassen… und dabei lächeln! Zu Hause ist man ja doch

eher mit Personen konfrontiert, die glauben, dass man jedes

Bild, das von ihnen gemacht wird, direkt an den Geheimdienst

weiterleitet,

Ich würde gern sagen, Thailand befindet sich im Umbruch zur

Moderne und kann im eigentlichen Sinne nicht mehr als Land

der Dritten Welt bezeichnet werden, muss hier weiterhin anführen,

dass der Umbruch fast gänzlich vollzogen ist.

Unter anderem kann man es daran festmachen, dass dort ausgesprochen

sichtbar sehr viel Geld umgesetzt wird. Noch deutlicher

macht sich das im Besonderen an der Schere zwischen Arm

und Reich fest, die sich hier, wie überall auf der Welt, immer

weiter spreizt. Dennoch scheinen Arm und Reich in so etwas wie

Eintracht und direkter Nachbarschaft zu koexistieren, was natürlich

nur augenscheinlich so ist, denn kein armer Slumbewohner

ist gern ein Solcher, ganz egal, wo auf der Welt er sich befindet

und besonders nicht, wenn er jeden Tag den Reichtum der Anderen

an sich vorbeiziehen sieht. Und kein Reicher sieht gerne,

wenn er aus der Haustür seines Luxusapartements tritt, welchen

Umständen er seinen Reichtum zu verdanken hat.

Vielleicht irre ich mich aber auch mit dieser Einschätzung und

ein Reicher sieht es eigentlich doch ganz gern, dass die armen

Schweine, vor seiner Haustür, auch weiterhin arm bleiben!

Hmmm? Da ich nicht reich bin, kann ich das nicht genau beurteilen.

Naja, jedenfalls: Ein gesellschaftliches Aufbegehren

gegen diese Unstimmigkeit ist jedoch nicht abzusehen, da der

Einzelne in erster Linie damit beschäftigt ist, sich selbst reich zu

machen und nur der jeweilig niedrige Bildungsstand, die Herkunft,

der Mangel an Eigenkapital und natürlich die herrschende

Elite ihn daran hindert, es zu werden.

Der offensichtlichste Eindruck, den man von Thailand erhält, ist

wohl der, dass die Bevölkerung im Grunde davon lebt, sich gegenseitig

etwas zu Essen zu verkaufen. Praktisch jeder scheint

damit beschäftigt zu sein, oder er ist ein Mönch, oder er rennt

einfach hin und her.

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Ach ja das Hinundhergerenne…! Hinundherrennen ist

wirklich eine sehr beliebte Beschäftigung, … oder er

behauptet englisch zu sprechen und spricht es dann

doch nicht, oder wenn doch, kann man es nicht verstehen

und bei erneuter Nachfrage fängt er schlimm an zu

nuscheln. Echt deprimierend!

Aber das ist natürlich nur eine kleine Aufzählung von

Klischees – wie die meisten Klischees jedoch mit einem

wahren Kern. Eines wird für einen Fotografen in Thailand

überdeutlich: wenn man ein paar gute Fotos vom

‚normalen‘*, wahren Leben in Thailand schießen will,

und damit meine ich Fotos, auf denen viele Thailänder,

wenig Touristen und – wenn möglich – keine Attraktionen

für eben diese zu sehen sein sollten, muss man sehr

früh aufstehen.

In Bangkok zum Beispiel ist es am besten, sich in der

Früh um 05:00 Uhr aufzumachen und bis – und einschließlich

– 07:00 Uhr in den Straßen herum zu treiben.

*normal in Anführungsstrichen, weil die eigentliche Normalität inzwischen nur

noch ein heilloses Durcheinander ist und man verzweifelt nach ‘authentischen’

Bildern eines echten Thailand sucht, das es so nur in Reiseprospekten, dem

eigenen Wunschdenken, an sehr abgelegenen Orten, oder in den Anfängen

der Fotografie gibt. Die Globalisierung hat auch hierheftig zugeschlagen und

Thailand dem Rest der Welt angeglichen

Dann schlurfen die buddhistischen Mönche herum und

sammeln ihr Essen für den Tag bei den Gläubigen ein,

das Verkehrschaos ist zurückhaltend erträglich und Details

treten sehr viel deutlicher in den Vordergrund.

Leider habe ich es nie geschafft, so früh aufzustehen.

Deswegen kann ich auch mit Fug und Recht behaupten,

jede andere Zeit ist in jedem Fall die Falsche.

Dieses aus einem einfachen Grund: Man kann Thailand

eigentlich nur noch so erleben, wie es ist: ein Land,

dass die persönliche Vorstellungskraft enttäuscht, weil

diese sich weigert die gegebene Realität anzuerkennen;

und es ist ein Land, dass aus eigenem Antrieb zu einem

Disneyland für Bagpacker und Sextouristen geworden

ist. Das alles funktioniert nach einem einfachen Prinzip:

Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt. Deshalb

bin ich auch so dankbar für das einzige rein thailändische

Erlebnis, mit dem ich hier aufwarten kann,

weil es wirklich das einzige Mal war, dass ich nur mit

Einheimischen zu tun hatte.

Es verschlug mich nach Samut Songkhram. Ein Ort ca.

80 km westlich von Bangkok. Da befindet sich einer der

größten Tagesmärkte Thailands.

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Die beste Möglichkeit dort hin zu gelangen, ist es mit

dem Zug zu fahren. Es ist vorteilhaft, wie oben schon

erwähnt, das sehr früh zu tun.

Allerdings sollte man es während der Fahrt vermeiden,

sich aus dem Fenster zu lehnen, da die Wellblechhütten,

Terrassendächer, sinnlose Betonpfeiler und Imbissküchen

bis ca. 2 cm vor das Zugfenster gebaut wurden.

Und wenn Bangkok dann endlich hinter einem

liegt, versucht Dir Vegetarisches den Kopf vom Hals zu

reißen. Wenn Sie sich aber von mir nichts vorschreiben

lassen möchten, sammeln Sie doch bitte Ihre eigenen

Erfahrungen.

Aus denen soll man ja angeblich klug werden. Ich

möchte allerdings annehmen, dass die aus der Erfahrung

resultierende Klugheit eine sehr beglückende Erfahrung

in der Art ist, dass sie ihre Würze aus der Kürze

bezieht. Man fährt vorbei an Salzfeldern, Palmengärten,

Slums, Teichen und Kanälen auf denen Lotus oder

Wassersalat geerntet wird und erhascht manchmal kurze

Einblicke in das Leben derer, an denen man vorbei

ruckelt und zuckelt, mit Krach-Bumm-Peng als Begleitung.

Dummerweise war ich erst gegen 08:30 Uhr von Bangkok

aufgebrochen (hatte mich verlaufen… ist mir nicht

peinlich!) und dementsprechend gegen 09:30 Uhr angekommen…

eindeutig zu spät!

Zu diesem Zeitpunkt haben die Händler den Großteil

ihrer Ware schon an den Mann, oder die Frau gebracht.

Das heißt, das ohnehin schon beeindruckende

Schauspiel, mit dem Zug in einen von Menschen

überfluteten Markt einzufahren, wäre noch um einiges

beeindruckender gewesen.

Aber, um ganz ehrlich zu sein, war es das auch so.

Man fährt über die Auslage der Händler, die für jeden

ankommenden oder abfahrenden Zug ihre Schirme

zusammenklappen, oder sie zur Seite tragen müssen.

Die Kunden drängen sich in die Nischen zwischen den

Ständen und warten, bis die Schienen wieder frei sind.

Es gibt von unglaublich ekeligen Hünerembryonen

über Frösche, Fleisch, Früchte und Gemüse bis hin zu

frittierten Insekten und getrocknetem Fisch mit Marmelade

alles zu kaufen, was man essen und, je nach Metabolismus

und Robustheit des eigenen Verdauungssystems,

früher oder später wieder ausscheiden kann.

Es war wirklich ein Erlebnis dessen vollständige Beschreibung

sich leider meiner Fähigkeit zur vollständigen

Beschreibung entzieht… Höchstwahrscheinlich

deswegen ist man als Fotograf kein Mann des Wortes.

Lasst Bilder sprechen!

Michael Körner

freiberuflicher Fotograf Berlin

www.koerner-foto.de

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CAMOMILE

Man kann das nicht vorhersehen. Aber immer mal wieder

laufen sich die beiden Freunde und Musiker, Ramon Zarges

aus Halle und Sebastian Krüger aus Kalbe, wie zufällig über

den Weg.

Jeder hat dann auch ganz zufällig einige Instrumente unterm

Arm und im Gepäck diverse Flaschen mit unbekannten Substanzen

und eine Packung Toffifee. Dann schließen sie sich in

einen Raum ein - oder den Rest der Welt aus. In dieser Abgeschiedenheit

wird dann drei, vier Tage lang komponiert,

arrangiert, musiziert. aufgezeichnet und abgemischt.

Und kurz nach so einer subversiven Session erscheint dann

stets eine neue CD von Camomile, mit entspannten, zeitlosen

Songs, die nach Sommer und leichtem Leben klingen.

Es geht um Sehnsüchte und Erinnerungen. Klar, die großen

Gefühle, aber auch um die wichtigen Kleinigkeiten des Lebens.

Man möchte im Gras liegen, träumen und Löcher in

den blauen Himmel starren.

Eigentlich verwunderlich, denn die Beiden sind musikalisch

ansonsten eher lautstark unterwegs. In diversen Bands, wie

Trillian und monkeymedia ging und geht es seit Jahr und Tag

ordentlich zu Sache.

Mit Camomile zeigen sie sich nun einmal von einer anderen

Seite. In diesem Projekt widmen sie sich sanften, leiseren

Tönen. Ramon und Sebastian wechseln sich ab, an der akustischen

Gitarre, am Piano und am abgedämpften Schlagzeug

und geben dadurch jedem Song einen individuellen Sound.

Die Stimmen sind samtweich und ergänzen sich perfekt.

In einigen Parts wurden mit Trompete und Violine angenehme

Akzente gesetzt. Alles ganz unaufgeregt und gelassen -

und doch auf dem Punkt.

„Breakfast at Lakes“ aus dem Jahr 2011 ist das derzeit aktuelle

Album. Zugegeben, nicht mehr ganz neu. Es funktioniert

aber auch 2014 noch super, als Sommer-Soundtrack. Wird

trotzdem langsam Zeit, dass sich die beiden mal wieder ganz

zufällig über den Weg laufen.

Marko Kühnel

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die Erzieherin fragt: warum isst du nicht

der Junge isst nicht

der Junge sagt nichts

die Erzieherin sagt: iss bitte

der Junge isst

die Erzieherin sagt: nimm bitte das Messer

dazu

der Junge isst nicht

die Erzieherin fragt: was hast du

der Junge isst nicht

der Junge sagt nichts

die Erzieherin fragt: warum isst du nicht

ein anderes Kind sagt: er kann seinen Arm

nicht bewegen

die Erzieherin fragt: warum kannst du deinen

Arm nicht bewegen

der Junge sagt nichts

der Arzt sagt: der Arm ist gebrochen

die Erzieherin umarmt den Jungen

der Junge schiebt sie weg und ruft:

Mutter sagt: Dummheit tut nicht weh

MUTTER SAGT:

der Junge spielt auf dem Hof

der Junge fährt Seilbahn

der Junge fährt Seilbahn und jauchzt

der Junge fährt Seilbahn und grölt

der Junge fährt Seilbahn und fällt

der Junge zuckt zusammen und steht wieder

auf

der Junge fährt Seilbahn

die Erzieherin ruft zum Abendbrot

der Junge isst Abendbrot

der Junge schläft

der Junge steht auf

der Junge geht zur Schule

der Junge sitzt am Mittagstisch

Handschrift Wandschrift > Spielerei, Ulrike! Spielerei.

Achtung! Verspiel dich nicht!!

Samstag, der 10 August:

Angekommen

Möglichkeiten

Sonntag, der 11.August:

Nagel eins & Nagel zwei

da hing mal was

hat dort gehangen wer

hat die Nägel in

die Wand geschlagen

hat sie zurückgelassen

zwei Fühler

STILL, MIN HANNE, HÖR MI TO!

(Text: Klaus Groth; Melodie:

so wie es M. singt)

1. Still, min Hanne, hör mi to!

Lüttje Müse pipt int Stroh,

lüttje Vageln slapt in Bom,

röhrt da Flünk un pipt in Drom.

Still, min Hanne, hör mi an,

buten geit de böse Mann,

baben geit de stille Maan:

Kind, wull hett dat schrigen dan?

2. Aewern Bom so still un blank,

aewert Hus an Heben lank

un wo he frame Kinner süht,

kik mal , an wa lacht he blid!

Denn seggt he to de böse Mann

se wüllt wider gan, denn gat se beid,

dann stat se beid,

aewert Moor un aewer de Heid.

Kalbenser Wandnotizbuch

3. Still, min Hanne, slaap mal var!

Morgen is he wedder drar,

rein so gel, rein so blank

aewern Bom an Himmel lank.

All in’t Gras de gelen Blom,

Vageln pipt an Appelbom,

Still, un mak de Ogen to,

lüttje Müse pipt int Stroh.

Ulrike Feibig

Rosenwinkel, Flederhaus,

dort hausen die Fledern

Mein blaues Bad. Mein blauer Salon. Ich werde gerade eingeschlossen. Feierabend.

Der Abend ist zum Feiern da. Blaue Blumen an den Wänden. Die blaue

Blume. Im anderen Bad gibt es auch Blüten. Apfelblüten, glaube ich. Warum?

Duftbäder vielleicht. Hier läuft kein Wasser mehr aus der Leitung. Aber an

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manchen Stellen kommt das Wasser in den Ort zurück. Wird wieder Sumpf, wo

Gärten waren, fließt das Wasser aus den Häusern zurück ins Land.

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Montag, der 12. August:

In Kalbe bleiben die Katzen auf der Straße sitzen, wenn ein Auto kommt. Ich habe

gestern, bevor ich gegangen bin, einen Nachtfalter zertreten. Nicht mit Absicht, aber

aus Unachtsamkeit. Eben beim Pflanzenschneiden im Hinterhof, erst beim in-die-

Hocke-gehen bemerkt, dass überall Nacktschnecken sind. Was man alles zerstört,

weil man es nicht sieht, nicht weiß. Wie weit will ich das denken? Ich glaube,

man wird verrückt darüber. Ist das ein Grund? (Ja, nein, vielleicht.)

S. ist gerade mit E. im Kindergarten. Rufe später nochmal an. Jetzt Frau O. anrufen.

Verzagt, immer dieselben Unsicherheiten, dass das nie aufhört. Ulrike, jetzt!

Jede Wandhöhe eine andere Sitzgelegenheit/Körperhaltung: Stehen/Stuhl/Schlitten/

Boden

„Wenn man ein bisschen mehr weiß, sieht man auch mehr.“ Frau O. bei der Stadtführung

Eine Kinderstimme zum Fenster herein: „Was macht denn der Garten ohne uns?“

Bin vorhin vom Bordstein gefallen und habe mir das Knie aufgeschürft. So sah es,

glaube ich, seit Kindertagen nicht aus. Also auch ein Kalbenser Kinderstück. An der

Ecke saß wieder eine Katze. Ich nenne sie jetzt Katzenkurve. Auf dem ehemaligen

jüdischen Friedhof steht jetzt ein Denkmal der Gefallenen des Ersten und Zweiten

Weltkriegs.

Textfliesen

Winzige Insekten knistern an der Decke.

Eine Mücke bsssst unsensibel dazwischen.

Die Falter, Schwärmer und Motten wie hingesetzt

an den Wänden, drapiert.

Eine Riesenschnake am Duschschlauch.

Die Kirchenglocke schlägt 10.

Astrid Lindgren Grundschule. Auf dem Bauschild steht: Hier investiert Europa in

die ländlichen Gebiete. Seltsame Formulierung. Ich stelle mir vor, in ganz Europa

strecken die Menschen die Arme aus und setzen neue Fenster ein. Oder Zeus kommt

als weißer Stier mit Europa auf dem Rücken nach Kalbe getrabt und die schöne Europa

streicht die Schulwände grün. Erst auf dem Stierrücken, dann auf dem Stiernacken

und schließlich auf dem Stierkopf stehend. Und wenn Europa mit der Farbrolle

nicht hoch genug kommt, muss sich Zeus eben in ein anderes Tier verwandeln.

In der Nähe von Kalbe gibt es einen Ort, der Schernikau heißt, wie der Schriftsteller

Roland M. Schernikau. Der in Magdeburg geboren wurde, wie ich. Der Schreiberei

in Leipzig studiert hat, wie ich. Der sonst nicht viel mit mir gemein hat, wie ich. Der

nur 31 Jahre alt wurde, bitte nicht.

Kinderfeuerwehr Kalbe/Milde: Erste Hilfe am Kuscheltier. Bitte Kuscheltiere mitbringen!

Neues Wort gelernt: Anleitern!

Waldbrandgrammatik: Verhindert Waldbrände

Warnstufe 4 höchste Waldbrandgefahr

Warnstufe 3 hohe Waldbrandgefahr

Warnstufe 2 erhöhte Waldbrandgefahr

Warnstufe 1 Waldbrandgefahr

„Jede Provinz liebt ihren Dialekt; denn er ist doch eigentlich

das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft.“ J.W. Goethe

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Donnerstag, der 15.August:

Freitag, der 16. August:

Nachgetragen aus meinem Notizbuch. Ehemaliges Gericht. Warm ist es heute, habe lange geschlafen, mein linkes

Auge ist entzündet, die Kontaktlinse hat einen winzigen Riss. Die Haut, meine Haut, alles empfindlich. Hätte gern

einen Schleier für diese Tage. Geht alles vorbei! L. hat die zarte Verschiebung meiner Stimmung sofort bemerkt,

auch K. hat gefragt. Wir sind keine Rothäute, wir sind Dünnhäute. Woher kommen jetzt die Indianer? N.s Gedicht

aus dem Gericht abgeschrieben. Schön. Sitze jetzt in L.s Installation/Spielplatz: Die Wirkbindenrolle, die ausgeworfene,

die angebundene an den Enterhaken, endet an meinem schorfigen Knie. Der Enterhaken nach draußen, das

Draußen erobern, sich retten in die Welt, vom Spielplatz in die Welt. Das Fenster war offen, jetzt ist es zu. Draußen

klagt eine Katze. Wir haben mit unseren „Spielen“ Verwirrung gestiftet. Auch auf dem Spielplatz liegt eine tote Fledermaus.

Eine Wippe, Pfeile in den Himmel, die an den Deckenhimmel zeigen, wie Leuchtreklamen. Ist alles nicht

funktionstüchtig, viel zu fragil. Diesen Spielplatz gibt es nur, weil hier niemand mehr spielt. Falter, Käfer, Fledermäuse

sind die Bewohner, die Gäste. Vielleicht vermissen die Häuser niemanden. Über Leuchtstoffröhren springen,

einen dreibeinigen Hund sehr gern haben, Pastellkindergarten, Bonbonspiele. Ein Tipi, ein Zelt aus Besenstangen,

da ist die Fledermaus durchs Dach gefallen. Im Schutt spielen, im Staub. Brücken über Flüsse, über rote Flüsse bauen.

Eine Kletterwand ohne Griffe, Doktorspiele und Schläger. Spärliches Licht.

Abends am Feuer bei M. und N., schöner Abend. Noch den Holzrauch in den Hemden, schöne Menschen hier. Und

abheben konnte ich auch, sie haben ein Trampolin!

Ein Falter oder Schwärmer kopfüber in den pinken Blüten

auf meinem Fensterbrett, trinkt Nektar, ist zu beneiden.

Ein stiller Tag, schön, still & sonnig. Hier kräht einem der Hahn nach. Gehe kurz Abendbrot kochen & Kaffee.

Komme dann wieder: Nachtrag Dienstag, Mittwoch, heute; Brief an D.s NEUGEBORENES, Karte an S.,

weitere Schnittgedichte, dritte & vierte Strophe von STILL, MIN HANNE lernen.

Ich habe Besuch bekommen. Ihr werdet Euch noch kennenlernen. (Notiz von T.)

Willkommen Nacht, willkommen ihr Falter und Knisterinsekten. Käfer sind heute auch da, ja verfangt euch

in meinem Haar, macht ein bisschen Spuk. Vielleicht kommt auch der Giemk zu Kalbe (auch Kobold oder

rotjackiger Junge). In Kalbe an der Milde trieb der Poltergeist sein neckisches Spiel und Wesen besonders in

einem altertümlichen Hause, welches an der Milde gelegen war. Doch halt, es scheint, der Giemk zeigt sich nur

am Tage. Diese kleinen Flugtiere, sie fliegen so unbändig durcheinander, dass ich mich gar nicht konzentrieren

kann: INSEKTENDISCO. Das ist eine geschönte Wahrnehmung. Sie werden ja irre von dem Licht: INSEKTEN-

ANSTALT. Da hat ein heller Falter es hinaus in die Nacht geschafft! So verhält es sich. Da, jetzt ist er wieder

drin. Ach!!

Ulrike Feibig

*1984 in Magdeburg

seit 2009 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig

Veröffentlichte in Literaturzeitschriften und Anthologien

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Stefania Smolkina

Medienkünstlerin, *1988 in Leningrad

lebt und arbeitet in Leipzig

www.schwarzwiese.net

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Kubikwahn in Kubanistan

Vor langer, langer Zeit, als noch keine Hybridmotoren,

Fratzenbücher und Lieferhelden existierten, begab es sich in

der zwielichtigen Schankwirtschaft „Zur glühenden Lanze“,

dass ich mit dem arbeitslosen, rotbärtigen Hüpfburgenverleiher

Fidel C. ins Gespräch kam.

Er verdingte sich derzeit als Tagelöhner, Flaschenpfandmann,

Edel-Wegelagerer, sowie Freischärler. Prinzip Angebot, Nachfrage

und Nötigung. An diesem Tage hatte er gerade eine Herde

Staubsauger von Dodge City in mein Heimatörtchen Gardelfingen

getrieben, und nach getaner Arbeit mächtig Durst.

Er orderte zwei Freibeuter-Brausen für uns und wir plauderten

so aus dem Nähkästchen. Seine Hobbys waren Reiten,

Schwimmen und Wendy-Lesen. Wie sich zudem schnell feststellen

ließ, hasste er die Römer und alles, was die Römer je für

uns getan hatten. Der Typ wurde mir langsam sympathisch.

die Doku ohne Hitler

von

Ezekiel van Blubberich

Nach ein, zwei weiteren „Lanze-Einheiten“ fing er an, mir Geschichten

von einem wundersamen und für ihn „schönsten

Ort der Welt“ zu erzählen, wo er in der elterlichen Hütte hauste.

Sein Kuba. Er berichtete mir von einer illustren Ansammlung

bunter Trolle und Kobolde, die als unbeugsame Bastion

gegen den Rest der Welt in einer dörflich anmutenden Kommune

lebte. Dort durften noch dicke Feldstein-Fetischisten

beim Druiden an der Feuerstelle kosten. Dort wurden noch

reihenweise miese Musiker kopfüber an den Ast geknibbelt.

Dort wurden die Römer seit Jahrtausenden nicht mehr gesehen,

da die Eingeborenen wussten, wie man sich aus Wildschweinen

was Leckeres zu essen machte. Seine Ausführungen

erinnerten ein wenig an diesen Franzacken-Comic. Der

letzte nennenswerte Angriff auf Kuba ereignete sich, als im 18.

Jahrhundert Fips Asmussen, in Begleitung vom alten Witz, die

Stadtmauer zum Einsturz brachte, die Schweinebuchte durchquerte

und im Kulturhaus aufkreuzte. Der Ur-Ur-Ur-Großonkel

Fidels, dessen Kumpel kannte wohl jemand, der für 19

Schekel an der Abendkasse diese Attacke zwar knapp überlebte,

aber wegen seines fortan arbeitsverweigerndem Zwerchfells

nie wieder eine Anstellung in der Stadt fand. Tragischer Held.

Sonst sei es da aber kuhl und voll kräysi. Eins stand mal fest,

das musste ich mir unbedingt mal ansehen! Fidel schlug mir

vor, mich augenblicklich nach Kuba zu führen, sobald ich „die

Prüfung“ bestanden hätte… Ich bestand die Prüfung! So kam

es, dass wir uns kurz darauf in einer Schwip-Schwap-Laune

und einem babypupifarbenem Coyota Trevira auf den langen

und beschwerlichen Weg machten…

Durch unwegsame Wälder, Felder, Täler, Auen und 70er Zonen,

inmitten eines Kartoffelsalat-Anbaugebietes, erkannte

ich nach den längsten elf Minuten meines Lebens eine qualmende

Siedlung am Rande des Horizonts. Da war es also…

dieses Kuba. Wir fuhren ein. Fidel zeigte mir, im Zuge einer

brennstoffmordenden Rundfahrt, viele Sehenswürdigkeiten.

Das Milde-Delta, die Grundschule, die Miliz, den Eisdieler,

den ungestüm eingeparkten Trabbi bei den Friedens-Garagen

16


Diese kleine Geschichte ist frei von Konservierungsstoffen,

frei von Geschmacksverstärkern und frei erfunden.

Ähnlichkeiten zu realen Personen oder Orten wären rein zufällig!

in exponierter Lage, den Niedrig-Preis-Markt und den autorisierten

Opel-Partner.

Doch die energetische Mitte der Ansiedlung und zugleich beliebter

Anlaufpunkt der Bevölkerung, war das Regierungsgebäude

mit überdachtem Vorplatz, welches „ToTanka“ genannt

wurde. Hier wurden die Drähte gezogen, hier wurde Politik

gemacht, hier flossen Oktane und Honig, hier pulsierte das

Leben und hier traf sich die ehrenwerte Gesellschaft. Vom

Heizungsinstallateur über Mietnomade, bis hin zum Stammtischphilosophen.

Eine attraktive Nebenannehmlichkeit dieser

Einrichtung war, dass Mensch und Maschine mit allerlei

lebenserhaltenden Gütern versorgt werden konnte. Von

Chateau Latour bis Appelkorn. Von Schwein aus der Tube bis

Benzol-Baguette. Von Zweitakt-Gold bis Raketentreibstoff mit

Additiven. Alles da, wenn auch eine Frage der Klientel.

Um die kulturelle Sightseeing-Tour noch zu vergolden, statteten

wir der Institution natürlich einen Besuch ab. Beim Erreichen

der gelobten Lokalität sah man bereits eine Ansammlung

von einheimischen Kriegern, die sich gerade mittels

des Reifendruckprüfers einen urogenitalen Scherz erlaubten.

Wir gönnten uns eine kurze Rast, erwarben günstiges Normal-Benzin,

weniger günstiges Pfeifenkraut und Getränke

in Leichtmetalldosen. Am Auslass des Verkaufsschalters der

Glückseligkeit wurde Fidel von seinesgleichen bemerkt und

durch Zurufe animiert, doch bitte dringend der tagenden

Gruppe beizutreten.

So näherten wir uns. Die Eingeborenen begrüßten

den Ihrigen standesgemäß nach uraltem Brauch und meine

Abscheulichkeit eher zögerlich, bemusternd. Sie wirkten auch

auf mich etwas befremdlich. Urige Hardcore-Berserker, die

teilweise Kopfschmuck und seltsame Erzeugnisse vom Dorfschmied

trugen, die ihr Antlitz zierten. In ihren beeindruckendsten

Formen hatten sie ihre Skalps zu messerscharfen

Waffen geformt und trugen darin Farben, die sogar dem Hobbynaturkundler

sagen sollten: Wenn du mir zu nahe kommst,

wird irgendetwas anders!

Es gab aber auch viele gemäßigte Exemplare, die einem herkömmlichen

Zweibeiner durchaus Ähnlichkeiten abzuringen

vermochten. Ein jeder von ihnen trug einen plakativen, oder

zumindest außergewöhnlichen Rufnamen. Der aufmerksame…

ach Blödsinn, selbst der unaufmerksame Zuhörer bemerkte

ziemlich schnell, dass in Kuba eine ziemlich deutliche

Sprache gesprochen wurde: Altmärikanisch. Der genaue

Wortlaut an Kollege Castor, zur Erfragung meiner Herkunft

und Berechtigung lautete glaube ich: „Wat hast’n da für Eenen

mit anjeschleppt?

Kommt der vom Balkan, oda wat?! Hatta überhaupt die Prüfung

bestanden?!“. Nachdem wir etwas Licht ins Dunkel bringen

konnten, durfte ich die Runde schließlich akkreditiert

bereichern.

17


Nach anfänglichen Beschnuppereien und kurzen Korrespondenzen

innerhalb des Rudels, konnte ich behaupten, dass es sich um

viele interessante Charaktere handelte. Ein junger, aufknospender

Hassprediger sprach mich an. Vielmehr fusselte er so vor sich hin

und gab mir mehrere Formeln und Spruchweistümer mit auf den

zukünftigen Weg. Einige Auszüge davon lauteten u.a.: „Sehet die

Lilien auf dem Felde – sie arbeiten nicht, aber dafür bekommen sie

auch kein Geld“ …oder: „Von nüscht kommt nüscht und viel hilft

viel“ …auch toll war: „Unter den Einarmigen ist der Dreibeinige

König“, …nebst: „Garley-Bräu bleibt unerreicht – eins getrunken,

fünf geseicht“ …nicht zu vergessen: „Menschen sind irgendwie wie

Tiere. Wenn man über sie drüberfährt, gehen sie tot“ …sowie als

Bonus noch eine unrepräsentative Studie zur Auswirkung von Polizeipräsenz

auf das Paarungsverhalten der Pflastersteine. Höchst

aufschlussreich alles. Nachdem ich insgesamt freundlich von den

Kubanesen aufgenommen wurde, beschloss ich kurzerhand ein

wenig Lebenszeit in Kuba zu verbringen…Mama Castor hat sich

bedankt!

In einer sehr kurzen Zeit kam ich nicht umhin zu bemerken, dass

die Kubasiaten, in all ihren schillernden, frechschnoddernden, facettenreichen

Erscheinungsformen nebst liebenswürdigen Verkauzungen,

eine ungewöhnlich starke Gemeinschaft und die Liebe zu

einem Getränk namens „Cerveza“ verband. Davon tranken sie faktisch

Tag und Nacht, aber stets immer nur soviel, wie auch wirklich

da war. Gerne frönten sie dieser Leidenschaft in Rotten am Rande

von Arenen und Spielfeldern. Dabei gewann man allerdings rasch

den Eindruck, dass es bei den Festspielen nicht nur darum ging, die

angereisten Kontrahenten im engeren, sportlichen Sinne als Verlierer

vom Platze zu schicken. Nein, nein! Der ehrenhafte Sieg konnte

nur errungen werden, indem man den Gegner zusätzlich vom

Spielfeldrande aus, verbal bis zum Anschlag, auf absoluter Akustikstufe

möglichst kreativ diffamierte. So wurden beispielsweise,

bezüglich Herkunft und Erscheinungsbild der Spieler aus Shelbyville,

gerne Parallelen zur Tierwelt angestellt. Verdächtigungen der

familiären Unzucht und der Sodomie waren ebenfalls nicht selten

und nebenbei bemerkt, oftmals nicht ganz unbegründet. Auch der

Parteiische konnte ein Liedchen davon pfeifen. Da kamen ja Sachen

von seiner Schwester ans Licht! „Pfui Deibel“ wie der Eingeborene

zu sagen pflegte.

Alljährlicher und nicht zu überbietender Höhepunkt der Kubaristi

war allerdings ein bizarres Ritual um ihre Herrschaft zu behaupten,

ihre Claims abzustecken und eine mächtige Trophäe als unantastbares

Statussymbol für eine Herrschaftsperiode zu erobern. Der etwas

abgelegene Austragungsort hierfür war eine Art Tempel für die

Kubischen. Für den Außenstehenden sah das Bauwerk eher wie ein

alter, zerschissener Lokschuppen aus. Und tatsächlich, hier hatten

einst die kubahnhöfischen Götter auf der Verladerampe abgerockte

Römer in Waggons gesteckt und sie auf Holzschienen planmäßig

und nackig nach Walhalla geschickt. Nun wuchsen altehrwürdige

Vergissmeinnicht im Gleisbett.

Ziel dieses Aufeinandertreffens war, durch mannschaftssynchrones

Vorweisen eines von drei unterschiedlich hierarchischen Handzeichen,

die Gegner aus der Kutte zu kombinieren. Zeitgleich musste

von allen Akteuren lautstark eine Beschwörungsformel ausgesprochen

werden.

Der ganze Vorgang wurde vom Tempelwart überwacht. Dieser vergab

auch die Punkte und sprach Sanktionen aus, bei Nichteinhaltung

diverser merkwürdiger Regeln.

Da das ausgeklügelte, jahrtausendalte Spiel faktisch keinerlei

Schummeleien zuließ, mussten sich die Glieder-Gladiatoren etwas

Anderes einfallen lassen, um den Gegner nebenbei mürbe

zu machen, oder zu verwirren und sich somit einen zusätzlichen

Vorteil zu verschaffen. So betraten sie, untermalt von grausigen

Einmarschhymnen, u.a. mit Kriegsbemalungen, unbeschreiblich

pompös-einschüchternden Gewändern, selbstbewussten Stunt-

Choreografien, in Begleitung der Organ-Mafia, bewaffnet mit kleinen

Zettelchen in der Tasche, schlaue Fresse machend, oder gar

mit Brüsten ausgestattet den Ring.

Dieses Spektakel wurde stets von langanhaltendem,

übermäßigem Cerveza-Konsum und nicht sachdienlichen Zwischenrufen

der zahlreichen Schaulustigen begleitet. Wer als Letzter

der Wetteifernden noch stand, und in der Lage war das Endspiel

für seinen Clan herbeizufingern, wurde schlussendlich üppig pokalisiert,

die ganze Nacht lobgepriesen und für zwölfeinhalb Monate

zur Ikone erklärt. Am nächsten Tag musste die Kultstätte aber

wieder pikobello aufgeräumt sein! Meistens wurden Gegenfeuer

gelegt…

Abschließend ist festzuhalten, dass Kubanien ein wahrhaft prima

Örtchen war, das mich nachhaltig bereicherte. Mich führte es

fortan immer wieder dorthin. Um mit den Kubanten Schnaps in

Einfahrten zu saufen, ihren entgleisenden Festivitäten beizuwohnen,

überteuerte Räucheraale nicht zu kaufen, oder regelmäßig auf

kleinen, bunten Zweirädern durch die kubanische Prärie zu reiten.

Manchmal aber auch nur, um mit meinem alten Kumpel Fidel Castor

eine große Tasse lauwarme Cerveza zu schlürfen. Und wenn sie

nicht gestorben sind, dann schlürfen sie auch heute!

Etzekiel van Blubberich

freilaufender Autor, Altenmedingen

Diese heilige Stätte war für die Einheimischen ein Ort des glamourösen

Triumphes, der unsäglichen Schande, und rauschender

Feste zugleich. Hier wurde ein Wettbewerb ausgetragen, bei dem

mindestens zwei Vertreter einer Kaste*, auf die einer anderen trafen

(*nur echt mit martialisch-prägnantem Vereinsnamen!). Diese

standen sich in einer winzig kleinen Arena inmitten der okkulten

Stätte gegenüber.

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Die Nacht (Friedrich Hölderlin)

Rings um ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse,

Und, mit Fackeln geschmückt, rauschen die Wagen hinweg.

Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen die Menschen,

Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt

Wohlzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen,

Und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt.

Aber das Saitenspiel tönt fern aus Gärten; vielleicht, dass

Dort ein Liebendes spielt oder ein einsamer Mann

Ferner Freunde gedenkt und der Jugendzeit; und die Brunnen,

Immerquillend und frisch rauschen an duftendem Beet.

Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken,

Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.

Jetzt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf,

Sieh! und das Schattenbild unserer Erde, der Mond

Kommet geheim nun auch; die Schwärmerische, die Nacht kommt,

Voll mit Sternen und wohl wenig bekümmert um uns,

Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den Menschen.

Über Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf.

Die Nacht (Jonas Bolle)

Rings um hört man die Stadt; laut wird die erleuchtete Straße,

und, mit Reklame bedeckt, rauschen die Busse hinweg.

Platt gehn heim von Strapazen des Tags geplagt die Menschen

Und Gewinn und Verlust wägt ein schwer gewordner Kopf,

Angsterfüllt zu Haus; dunkel stehn die Gebäude

Überstunden erhelln vereinzelte Fenster noch.

Aber Musik wummert dumpf tief aus den Clubs, vielleicht, dass,

dort sich jemand verliert oder ein einsamer Mensch,

ferner Träume gedenkt, oder der Jugend; und die Bahnen?

ohrenbetäubend laut rauschen sie durch die Schächte..

Grell in drückender Luft, erklingen panisch Sirenen,

und zum Unmut aller grölt ein Besoffner sein Lied.

Jetzt fällt plötzlich Regen zerstreut die Menschen in Hektik,

Kein Mond ist zu sehn hier, der zieht seine Bahn an uns,

unbeachtet vorbei; Die Berauschende, die Nacht kommt,

hinter dem Dunst der Stadt leuchten irgendwo Sterne,

tief dunkel schwarz kriecht sie, Verführerin unter den Menschen,

Durch die Viertel trostlos, verhängnisvoll für jeden .

Jonas Bolle

Sprechen, Schreiben und Sound.

1990 in Filderstadt geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart

www.jonasbolle.de

19

19


Im Leben eines Seiltänzers

gibt es nur zwei Richtungen:

vorwärts, rückwärts

und nach unten.

Sebastian Krüger

Beichte

gestern habe ich

meinen Finger

verraten

er zeigte

auf mich

heute

leugne

ich meine Haut

zum Schutz

und

verdecke sie

morgen

erkenne

ich nicht

mehr

meiner Augen

Licht

im Dunkel

verloren

Corinna Köbele

Beate Körner

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KUNSTVOLL

ÜBERALL

NEUE

STADT

TOLLKÜHNE

LIEBEVOLLE

ERLEBNISSE

REIFEN

STRAHLT

TATSÄCHLICH

ALTMARKWEIT

DURCHAUS

TURBULENT

KULTURELL

ALLES

LACHEND

BUNT

ERFAHREN

Künstlerstadt Kalbe?

Ein Umbauprogramm, eine neue Wirtschaftsidee, ein Entwicklungsprozess,

ein Baden im kreativen Pool, erfrischend,

stärkend, ungewöhnlich. Jeder kann mitmachen, egal ob kunstund

kulturinteressiert oder nicht. Es geht um mehr - wir sind

Raumpioniere, beackern das Terrain, säen neue Ideen, pflegen

sie und ernten. Ein neues Stadtbild, mehr los auf den Straßen, in

den Köpfen, im Terminkalender. Saatgut: Kunst und Kultur.

Erntezeit: sofort, manchmal mit langandauernder Wirkung, keimt

wieder auf, macht Lust auf mehr. Neugierig geworden?

Dann:

kuenstlerstadt-kalbe.de

Corinna Köbele

Initiatorin der Künstlerstadt

26.07.-13.09.

2. Sommercampus der Künstlerstadt

2. Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe. Hierzu werden

nationale und internationale Kunststudenten im

Rahmen eines Stipendiums in die Künstlerstadt Kalbe

eingeladen, um hier zu leben und zu arbeiten. Jeden

Samstag 16.00 Uhr gibt es Atelierrundgänge, in denen

es möglich ist, die Arbeiten der Stipendiaten kennenzulernen

und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Näheres

hierzu bitte der Presse oder unserer homepage

entnehmen.

12.09.2014

Abschlussfest der Sommercampus-Stipendiaten.

Wir nehmen Abschied und lassen die bunten Wochen

voller Leben noch einmal Revue passieren. 18.00 Uhr,

ehemaliger ev. Kindergarten im Rosenwinkel, Gerichtsstr.

48 in Kalbe. Herzliche Einladung an alle, die mit

uns feiern wollen. Beitrag zum Buffet wird gewünscht,

Getränke werden angeboten.

07.-09.11.2014

Schreibwerkstatt für Jugendliche

Schreibwerkstatt für Jugendliche (14-19 Jahre). Wer

gerne schreibt ist hier willkommen. Schreibspiele, Anleitungen

zum Entwickeln des eigenen Stils oder einfach

neue Schreiberfahrungen werden von einem erfahrenen

Schreiblehrer und Autor vermittelt. Teilnehmerzahl: 12,

Teilnahmebeitrag: frei. Die Durchführung der Schreibwerkstatt

wurde durch eine finanzielle Unterstützung des

Regionalvereins Altmark e.V. möglich. Es wird um eine

Spende von 35,-€ gebeten.

21


Schon nach kurzem Durchblättern dieser Zeitschrift könnte es

durchaus sein, dass Sie keinen tieferen Sinn in den Beiträgen

zwischen Titelblatt und letzter Seite erkennen konnten.

Dann werden Sie natürlich bald darauf eine alternative Nutzung

dieses Papierbündels in Erwägung ziehen, um die Anschaffung

nicht gänzlich umsonst getätigt zu haben. Eventuell

werden Sie gerade in diesem Moment des Grübelns von einigen

fliegenden Plagegeistern umkreist, die sich scheinbar

einen Spaß daraus machen Sie zu nerven und sich auch durch

ihr hektisches Wedeln mit der freien Hand (in der andern halten

sie ja das Heft) nicht vertreiben lassen.

Dann könnten Sie, durch den unterschwellig impliziten Titel

dieses fragwürdigen Machwerks, welches sie in Händen halten,

kurzerhand auf die Idee kommen, das ganze Bündel Papier

der Länge nach einmal zu falten um etwas Stabilität zu

erzeugen und um die Handhabung zu optimieren. Und schon

hätten Sie ein überzeugendes Argument gegen den Sie umsummenden

Pöbel. Nun könnten sie endlich mit aller Härte

und Schlagkraft gegen dieses Pack vorgehen.

Schon nach kurzer Zeit - es kommt natürlich auf die zahlenmäßige

Überlegenheit des Feindes und ihre Geschicklichkeit

an - hätten Sie das Gefecht für sich entschieden und endlich

wieder ihre verdiente Ruhe. Soweit so gut.

Die Schlacht ist gewonnen.

Das höchstselbst konstruierte Instrument erwies sich als wesentlich

wirksamer, als ungelenkes Umherfuchteln mit den

Armen. Doch nach genauerer Betrachtung des Schlachtfeldes

werden Sie feststellen, daß ihre Widersacher bei ihrem plötzlichen

Ableben, äußerst unschöne Flecken auf Tapeten, Möbeln

und vielleicht auch auf ihrem Gegenüber verursacht haben.

Der kurzzeitig so befriedigende Racheakt hat also durchaus

Nebenwirkungen, welche sich nur sehr aufwendig bis gar nicht

beseitigen lassen. Selbst nach dem Tod machen die Biester

noch Ärger. Und wenn es so ist, wie es immer ist, werden sich

schon kurz darauf die nächsten, surrenden Viecher zu einer

erneuten Nervoffensive einfinden.

DIE FLIEGE

DEIN FREUND

UND BEGLEITER

Auch wenn es uns eher lästig ist, Fliegen waren uns

schon immer nah. Und wir haben uns zumindest damit

abgefunden, dass sie uns ständig umgeben. Warum

sonst hätten wir eine Art „Stubenfliege“ genannt.

In geschichtlichen Aufzeichnungen taucht die Fliege

schon sehr früh auf. Schon die alten Ägypter ca. 3500

v. Chr. verliehen z. B. Orden in Gestalt einer goldenen

Fliege für besondere Tapferkeit. Und obwohl die kleinen

Madenscheißer den Prozess des Einbalsamierens und

Mumifizierens sicher oftmals empfindlich störten, galten

Fliegen damals als Glückszeichen.

In einer Darstellung aus dem Jahr 1661 von Johann

Sperling kommt die Fliege dagegen nicht ganz so gut

weg, aber sie verrät viel über die Zustände seiner Zeit:

„Praeceptum: Die Fliege ist ein ekelhaftes, lästiges, kühnes

beschwerliches und unruhiges Insekt.

Quaestiones: 1. Wie ernähren sie sich? Die Fliegen kosten

fast alles und belecken alles, besonders gierig sind sie

aber nach Blut. Sie sind Genossin unserer Gastmähler

und Schlafgemächer. Überall finden sie einen gedeckten

Tisch, in den Hütten der Armen, wie in den Palästen der

Fürsten. Sie würzen alle Speisen, bevor wir sie kosten...

Die Fliege ist ein unsauberes Tier, das mit seinem Kot

Tische, Bilder, Kleider, Bücher u.a. besudelt. Und nicht

selten entstehen aus diesem Kot, besonders der großen

Fliegen, Würmer, die besonders Fleisch befallen.“

Letztendlich sind uns die Fliegen bis heute suspekt. Sie

sind rastlos und ihr Hinundhergefliege, macht für uns

keinen Sinn. Es scheint so, als würden sie ständig vergessen,

wo sie eigentlich hin wollten. Dann landen sie

kurz, kratzen sich am Kopf und weiter gehts. Bis dann

irgendwann ein Spinnennetz oder ein Klebeband im

Weg hängt und sie erlöst.

Aber vielleicht ist es aus der Perspektive der Fliegen alles

ganz anders. Sie beobachten uns, kratzen sich am Kopf

und fragen sich: Was machen die da eigentlich?

Marko Kühnel

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Da können alle Fenster und Türen noch so geschlossen sein.

Das ist ein, noch nicht vollständig ergründetes Phänomen. Die

eh schon gespaltene Freude über wiedererlangte Ruhe wird

also sicher nicht von langer Dauer sein. Deshalb sollten Sie es

sich vielleicht doch nochmal anders überlegen, die nervigen

Fliegen einfach Fliegen sein lassen und sich zur Ablenkung

dieses dubiose Druckerzeugnis erneut zu Gemüte führen.

Es wird Sie vielleicht nicht schlauer machen, aber es erspart

letzten Endes eine Menge Reinigungsaufwand und gegebenenfalls

auch Beziehungsstress: Wer steht schon drauf, wenn

einem - auch wenn‘s echt nur im Eifer des Gefechts passierte

- mit einer Fliegenklatsche ein glibbriges Insekt auf die Stirn

getackert wird?! Und dann gibt es da noch einen weiteren Aspekt,

den es zu bedenken gilt:

Sie und ein paar Auserwählte sind nun im Besitz einer Fliegenklatsche.

Und damit in der Lage, die Population der gemeinen

Stubenfliege wesentlich effizienter als zuvor zu dezimieren.

Wenn es aus der Sicht des Verlegers gut läuft, befinden sich

circa eintausend dieser Produkte im Umlauf. Jeder einzelne,

der nun plötzlich eine solche Waffe sein Eigen nennt, kann damit

mehr Fliegen klatschen, als es ihm vorher je möglich war.

Was, wenn diese Zeitschrift in zu viele falsche Hände gelangt?

Sensible Zusammenhänge könnten aus dem Gleichgewicht

gelangen. Solche komplexen Zusammenhänge kann ein einzelnes

Individuum gar nicht überblicken.

Nur mal angenommen, die Fliegenpopulation geht plötzlich

drastisch zurück. Als Folge wäre die Nahrungsquelle der ansässigen

Frösche versiegt und damit auch die natürliche Existenzgrundlage

der Störche. Und wer sich dann noch einen

solchen braten will... aber das führt jetzt doch zu weit.

Wichtig bleibt letztendlich die Weitsicht in der Anwendung.

Also töte keine Fliege aus Spaß, Profitgier, Geltungssucht oder

anderen, niedrigen Beweggründen!

Nur als äußerstes Mittel - in Notwehr - kann und darf die Fliege

geklatscht werden!

In einer Zeitschrift, die sich Fliegenklatsche nennt, sollen diese

kleinen quirligen Zweiflügler natürlich auch mal persönlich

Erwähnung finden: Die Fliege - nein sie wird es wohl niemals

schaffen, als Freund des Menschen bezeichnet zu werden, wie

zum Beispiel der Hund. „Die deutsche Stubenfliege - des Mannes

treuester Gefährte?“ - nein, diese Vorstellung ist zu absurd. Kein

Wunder, sie lässt sich nur ungern streicheln, will nicht Pfötchen

geben und apportiert selbst nach intensivem Training miserabel.

Aber Begleiter des Menschen ist die Fliege ohne Frage schon viel länger als Waldi.

Weltweit sind ca. 4000 Arten bekannt. Man trifft also überall auf sie...

ungefährlich und lustig ungefährlich aber lästig lästig bis gefählich gefählich und hässlich

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GHOSTS / RED

Lena Teresa Flohrschütz

Studium an der Akademie der Bildenden Künste München

Freie Kunst / Neue Medien

Aktuell: Stipendium an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

www.LenaTeresaFlohrschuetz.com

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Wellensittiche und Spatzen

Irgendwann dachte ich mal darüber nach,

einen Text zu schreiben. Ich hörte damals

ein Lied von Gerhard Schöne, es ging um

einen Wellensittich und eine Schar Spatzen.

Mich hat das Lied damals sehr beeindruckt.

Sofort solidarisierten wir uns mit

dem Wellensittich in diesem Text und wussten

alle, wer mit der Schar grauer Spatzen

gemeint war. Mit dem Text wurde es dann

damals nicht wirklich was, oder vielmehr

haben mich Worte, die mir dazu eingefallen

sind, ganz schön in Schwierigkeiten

gebracht. Damals war alles um uns herum

grau und einige Wenige haben sich getraut,

bunt und etwas anders zu sein. Vielen

wurde von dem Getschilpe und Gepiepe

der Grauen ganz schön schwindelig und

die haben sich dann auch so ein Mäntelchen

übergezogen. Aber einige haben sich

trotzdem nicht entmutigen lassen und mit

ihrem Anderssein Hoffnung verbreitet, und

irgendwie war es ja auch ganz lustig. Heute

ist alles bunt und schrill! Die ganze Welt

scheint zu brüllen und der Akzent, den ein

Wellensittich in dieser Welt setzen könnte,

ist nur noch ein belangloses Rauschen.

Keiner würde es mehr wahrnehmen. Fast

jeder ist heute so eine Art Kanarienvogel

und es kommt mir so vor, dass ein kleiner

unscheinbarer Spatz keinen Platz mehr in

dieser entfesselten und vollkommen überforderten

Gesellschaft hat. Ist das wirklich

so? Ich hoffe nicht. Wir müssen eine neue

Sensibilität entwickeln, die uns befähigt,

trotz dieser ganzen Überbordenheit das

Einzigartige in jedem von uns zu erkennen.

Diese kleinen Details, vielleicht auch das

Unvollkommene, ist das Besondere und

das Glück unseres Daseins.

Jens Eichenberg

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„Simons Trophäe“, 150 x 150 cm, Öl und Acryl auf Leinwand, aus dem Jahr 2011

Anna Nero

*1988 in Moskau, aufgewachsen in Frankfurt am Main,

lebt und arbeitet in Leipzig

annanero.de

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I

Die Feuerkäfer an der Baumwurzel halten Konferenz –

ein roter Teppich, der bewegt sich nur, wenn man mit

einem Ast hineinstößt. Du suchst nach den Käfern, die

zusammenhängen – Händchenhalten wie an der Ampelkreuzung

– und teilst sie mit der Plastikschippe. Als die

Flut aus der Gieskanne kommt, versinken Schwimmer

und Nichtschwimmer im Straßenablauf. Nur einige wenige

retten sich in den Kopfsteinpflasterritzen.

IV a

Das Bad ist angesetzt und das Shampoo steht bereit.

Während die Mutter noch die Temperatur abschätzt,

springst du schon vom Ein-Meter-Turm. Schaumburgen

errichten und mit dem Wassertorpedo zerstören. Dieser

Delphin schwimmt seine Runden am langen Arm des

Vaters und wird danach Springbrunnenfigur und Schaufelraddampfer.

Das Aussteigen: ein Temperatureinbruch!

Wehrlos ergibst du dich dem Schüttelfrost und sehnst dich

in den warmen Leib zurück. Die Mutter rubbelt und

besänftigt: Schnell abtrocknen, dann wird es besser! Das

rettende Handtuch um den Oberkörper: die wohlige Toga.

XLI

Als Burgherr schreitest du die Schwebebalken entlang

und observierst dein Reich mit Adleraugen. Die beste

Wappnung gegen die Futterneider: Sand auf der Rutsche

und Astfallen im Burggraben – Ein- und Aufgänge gibt es

schließlich an allen Seiten. Der größte Ansturm folgt zur

Vormittagszeit: das Kletterseil ist schon gefunden und die

Rampe nicht rutschig genug. Nach dem verzweifelten

Versuch zu blenden – per Sandschleuder – bleibt dir nur

noch die Flucht über die Feuerwehrstange. Die Verletzten

sammeln und die Toten bergen! rufst du zu dir selbst. Die

Rückeroberung der Feste: nur eine Frage der Zeit.

LIV

Zoo statt Schulbank: der legitime Ersatz für den Heimatkundeunterricht.Gleich

am Eingang imitierst du die Flamingos

und setzt deine Reise im Stelzgang fort. Die Lehrerin

navigiert die Safari und weist die Kundschafter zu:

Zuerst die Wassertiere, dann die Landtiere. Im beleuchteten

Becken greifst du nach den Karpfen wie nach einem

Stück Seife und im Urwaldgehege hilfst du beim Brilleputzen.

Kurze Pause am Kongobecken, dann weiter! Nur

mit Bedacht wird hier am Pausenbrot gegessen, denn im

Dickicht lauern die diebischen Affen.

Aus: Momentaufnahmen

Robert Reimer

Student der Literatur und Philosophie

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Oh Girl

I am cleopatra

I am mona lisa

I am the lion king

I am the vain girl with the jewelry

I am the misanthrope

I‘m the girl, no girl likes

I am the vegan, they all dislike.

I am the poet, that might really have something to say...

I am the girl with mustard on her shirt, sand on her feet,

crying herself to sleep.

I‘m an astronaut

I‘m an astronaut

I am an astronot.

Molds of darkness

outlines of shadows.

Corpses are moving

down memory lane.

Death lies

right under our skin.

Unfortunate believers

no one‘s let them know

there is no meaning,

no fate,

no destined way

to go.

Can you hear the cars outside?

They say „trouble, trouble, trouble“

rolling by.

My heart beats „damn, damn, damn“

The rain drops „what? what? WHAT?“

The fridge says „grow, grow, grow“

The fan says „fight! fight! fight!“

The TV says „before turning the gun on herself“

My cat purrs

I breathe

I am an astronaut.

ARTWORK AND LYRICS:

LENA TERESA FLOHRSCHÜTZ

29

29


Cheri Cheri Lady….

Von links fragt mich ein schlecht rasierter Ladyboy

säuselnd, ob ich seine Dienste in Anspruch nehmen

möchte. Von rechts plärrt mir Jon Bon Jovi in

Konzertlautstärke ins Ohr, dass meine Liebe wie schlechte

Medizin ist, und dass er diese genau jetzt dringend

braucht. Nur von vorn gibts Erbarmen. Verständnisvoll

lächelnd stellt der Barkeeper mir ungefragt den zweiten

Rum-Cola vor die Nase. Schön, wieder in Asien zu sein...

Da ich es wie so häufig nicht bei diesen zwei Longdrinks

bewenden lassen konnte, gucke ich am nächsten Morgen

einigermassen dumm aus der Wäsche, als 5 Uhr früh

der Wecker klingelt. Auch in diesem Teil der Welt ist das

eine mehr als unchristliche Zeit zum Aufstehen. Was

nützt das alles, ich quäle mich hoch, da in knapp einer

Stunde mein Minibus-Taxi nach Brunei abfährt. Darüber

müsste ich eigentlich froh sein, da ich direkt vor der Tür

meines kleinen Hostels abgeholt werde, und nicht zum

Busbahnhof humpeln muss. Wegen einer ziemlich üblen

Fußverletzung wäre das nämlich momentan wirklich kein

Vergnügen. So stehe ich pünktlich um 6 Uhr mit Sack

und Pack an der Straße vor dem Minda Guesthouse und

warte auf das Transportmittel meiner Wahl, das mich

gemeinsam mit 7 Einheimischen und einer deutschen

Touristin nach Brunei befördern wird. Wobei ich die

Existenz der letztgenannten Person am liebsten längst

vergessen hätte. Entsprach sie doch dem Klischee des

ewig nörgelnden und schlecht gelaunten Deutschen bis

ins allerletzte Detail. Ja ja, das Leben ist hart. Besonders

dann, wenn man sich auf Reisen in tropischen Gefilden

in einer der vielleicht schönsten Gegenden der Welt

befindet. Zu laut, zu heiß, zu dreckig, zu teuer, zu

chaotisch, zu zu zu zu zu... zu wenig deutsch vielleicht?

Verzeiht, Eure Hoheit, warum seid ihr denn nicht

einfach zuhaus geblieben, statt Euch selbst und Euren

Mitreisenden das Leben schwer zu machen?

Gegen halb sieben, also nach Borneo-Standards

gemessen ziemlich pünktlich, biegt ein kleiner Mini-Van

ums Eck, um uns einzusammeln. Leider kann ich mich

nicht mehr an den Namen unseres Busfahrers erinnern,

aber der soll hier eigentlich auch nur eine Nebenrolle

spielen. Was dagegen wichtig für diese Geschichte wird,

ist sein Musikgeschmack. Oder – je nach Sichtweise -

das Nichtvorhandensein desselben. Eigentlich ist der

Mann ein recht symphatischer Kerl, dessen Fahrkünste für

asiatische Verhältnisse überraschend gut, sprich, wenig

riskant sind. Nachdem er die beiden Bleichgesichter in

seinem Gefährt begutachtet und herausgefunden hat,

dass jene aus Deutschland stammen, grinst er vielsagend

(oder, wie ich im Nachhinein fand, diabolisch) und fängt

an, in seinem Handschuhfach zu kramen. Er fördert nach

längerer Suche eine unbeschriftete CD zu Tage, und als

diese ihr erstes Lied preisgibt, fange ich unwillkürlich an,

mich vor Grauen zu schütteln. Und nehme mir außerdem

fest vor, zukünftig unter falschem Namen zu reisen und

niemandem mehr meine Nationalität zu verraten.

30


Hat schon jemand erraten, was da Schlimmes aus den

Boxen quoll? Nein? Dann löse ich auf. Es ist – wie nicht

zum ersten Mal auf einer Asienreise – mal wieder Modern

Talking! Der deutsche Exportschlager schlechthin. Auch,

wenn er mittlerweile mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel

hat. Meine Meinung zu dieser Krawall-Combo habe ich

mich noch nirgends im ganzen großen Asien getraut,

kundzutun. Zu fanatisch scheinen mir deren Fans

in diesem Teil der Welt zu sein, als dass ich mit einer

unbedachten Bemerkung mein Leben aufs Spiel setzen

würde. Nun möchte ich unserem netten Fahrer keinerlei

Bösartigkeit unterstellen, wahrscheinlich dachte er sogar,

er tut uns damit einen Gefallen. Eine gute Stunde bzw.

gefühlte Lichtjahre lassen wir das Gedudel über uns

ergehen. Dann ist die CD zu Ende und ich kann förmlich

ein erleichtertes Stöhnen wie von 1000 gequälten Seelen

vernehmen. Vielleicht war ich das aber auch selber. Die

nächste CompactDisc wird hervorgezaubert, und ich

mache mich gedanklich bereits auf die Scorpions oder

noch Schlimmeres gefaßt (geht das eigentlich?). Aber

nein! Der gute Mann hat eine weitere Modern Talking

CD in seinem Repertoire! Und ich wusste bis zu diesem

Zeitpunkt nicht einmal, dass Herr Bohlen und Frau Anders

sich gemeinsam genug akustische Folterinstrumente für

einen EINZIGEN Longplayer ausgedacht hatten.

Ich bin kurz versucht unseren Chauffeur zu fragen, ob er

jemals für die amerikanische Regierung in der Nähe einer

kleinen Bucht auf Kuba tätig gewesen ist. Um des lieben

Friedens willen lasse ich es bei diesem Gedankenspiel,

stimme mich selbst milde und frage ihn mit geheucheltem

Interesse, ob er nicht mal was Einheimisches spielen

kann. Diesem Wunsch kommt er so erstaunlich schnell

nach, dass ich wohl sofort hätte misstrauisch werden

sollen. Denn nur wenig später beschallt uns so etwas

wie die asiatische Version von Modern Talking (klingt

jedenfalls so in meinen geschundenen Ohren) in

nochmals deutlich erhöhter Lautstärke. Naja, alles ist

besser als das Original, denke ich noch, bevor die halbe

Besatzung des Fahrzeugs anfängt, lautstark und in den

schiefsten Tönen mitzusingen.

Vor meinem geistigen Auge ziehen unbeschreiblich

grausame Bilder vorüber, von Selbstkasteiung mit der

Neunschwänzigen und mit dornenbesetzten Ruten, als

Strafe für mein vorlautes Mundwerk. Dafür, dass ich

einmal mehr das Schicksal herausgefordert und verloren

habe. Und vor allem dafür, dass ich meinen Mp3-Player

in der hintersten Ecke meines großen Rucksacks verstaut

habe, welcher sich in diesem Moment auf dem Dach

unserer mobilen Diskothek befindet. Den Rest der Fahrt

verbringe ich mit dem Kopf zwischen den Knien, Stephan

Remmlers „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei...“

wie ein Mantra vor mich hin summend und mich im

Takt dazu rhythmisch vor und zurück schaukelnd. Die

verständnislosen Blicke meiner Mitreisenden sind mir in

dem Moment mehr als nur scheißegal, denn am Ende

zählt nur eines: ich habe es überlebt!

Herr Doktor Pirat

wurde im Tierkreiszeichen Faultier geboren, arbeitet daher möglichst

wenig, reist aber wann immer es geht durch die Weltgeschichte und

berichtet darüber unregelmäßig, aber desöfteren, auf seinem Blog

piratentagebuch.tumblr.com

IMPRESSUM

Kalbenser Fliegenklatsche

Herausgeber:

Marko Kühnel

Gardelegener Straße 28

39624 Kalbe Milde

Mail: fliegenklatsche-kalbe@online.de

Fliegenklatsche-Magazin.de (im Aufbau)

Tel: 039080 40946

Ausgabe 01/14 mit Beiträgen von:

Beate Körner, Lena Teresa Flohrschütz, Stefania Smolkina, Jonas Bolle,

Ulrike Feibig, Corinna Köbele, Jens Eichenberg, Anna Nero, Robert Reimer

Etzekiel van Blubberich, Michael Körner, Herr Doktor Pirat, Marko Kühnel

und Sebastian Krüger.

Vielen Dank allen Beteiligten, für wunderbare Beiträge, Ideen

und Ratschläge.

Hat sie in diesem Heft etwas besonders gefreut oder geärgert. Oder sie

möchten auch gern einen, wie auch immer gearteten Beitrag in der Fliegenklatsche

veröffentlichen - dann schreiben sie bitte einen Brief oder

eine Mail an die oben genannte Adresse.

Ich freue mich auf Post von Ihnen!

Marko Kühnel

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