WALLIS Magazine - Winter 2017/18

valais

AUSGABE 6 10. NOVEMBER 2017

WALLIS

INS HERZ GEMEISSELT

Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im

Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier

Wein – für die Walliser eine Passion Amélie

Reymond, Telemark-Star Winter-Specials


Schneller ins Wallis

Tickets online günstiger kaufen

bls.ch/autoverlad


Leidenschaft, Willenskraft

und Magie

Wann haben Sie das letzte Mal den Sternenhimmel bewundert?

Einfach magisch. Über den Alpen, wo die Nächte tiefschwarz

sind, ist das funkelnde Spektakel so beeindruckend, dass man

sich gerne auf den Rücken legt und zuschaut. Diese Magie in

Bildern einzufangen, hat sich der «Chasing Stars»- Fotograf

Markus Eichenberger mit Erfolg zum Ziel gemacht.

Die Leidenschaft, der Wille und die Ausdauer sind stete Begleiter.

Ohne diese Tugenden wäre der Freerider Jean-Yves

Michellod nach seinem Lawinenunfall nicht wieder aus dem

Rollstuhl aufgestanden. Seine Willenskraft hat ihn nicht nur

am Leben erhalten, sondern das schier Unmögliche möglich

gemacht.

Spitzenleistungen werden hart erarbeitet. Das bezeugen die

Ausnahmesportlerin Amélie Reymond, das Hockey-Nachwuchstalent

Nico Hischier und der Rennfahrer Tom Lüthi.

Ausserhalb des Sports sieht es nicht anders aus. Sei es seitens

technologischer Innovation oder bei aussergewöhnlichen

Naturprodukten wie den Walliser Weinen. Mit der Leidenschaft

als Antrieb schaffen wir Grosses, wenn auch im kleinen

Rahmen. Lassen Sie sich inspirieren! Ich wünsche Ihnen eine

spannende Lektüre und eine magische Winterzeit.

Haben Sie eine besonders

schöne Erinnerung an

den Winter im Wallis? Teilen

Sie diese auf Facebook,

Twitter oder Instagram mit

dem Hashtag

#MeinWinterimWallis

EDITO

Damian Constantin,

Direktor Valais/Wallis Promotion

Titel Christian Pfammatter / Valais/Wallis Promotion

«Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer

Illustrierten am 10. November 2017

Redaktion | «Wallis», Schweizer Illustrierte,

Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. 058 269 26 26, Fax 058 269 26 40,

info@schweizer-illustrierte.ch

Leitung Wallis / Leiter Zeitschriften | Urs Heller

Chefredaktor | Stefan Regez Redaktionsleitung |

Monique Ryser Bildchefin | Nicole Spiess

Textchef | Jan Morgenthaler

Layout / Produktion | Simona Guarino

impressum

Mitar beiter dieser Ausgabe | Christian Bürge,

Caroline Micaela Hauger, Patrick Morier-Genoud

Fotografen | David Carlier, Sedrik Nemeth, Christoph

Köstlin, Markus Eichenberger Bildredaktion |

Fabienne Hubler, Lisa Schneider, Martin Müller

Korrektorat | Barbara Siegrist Designkonzept |

Beling Thoenen Design Bildbearbeitung | Ringier

Redaktions-Services Leiter Content- &

Marketing-Partnerschaften | Thomas Passen

Marketing | Verena Baumann, Patricia Heller

Vermarktung | Admeira AG Chief Sales Officer |

Arne Bergmann Managing Director Publishing |

Beniamino Esposito Head of Marketing

Publishing | Thomas Kords

Head of Sales Publikums- und Programmpresse |

Claudia Dippel Sales Service Anzeigen |

+41 58 909 99 62, salesservices@admeira.ch

Anzeigen preise und AGB | www.admeira.ch

Verlag | Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,

Tel. 058 269 20 00

Produktionsleiter | Michael Passen

Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen

3


68

Innovative

Hotelkonzepte wie

beim «Whitepod»

decken alle

Gästewünsche ab.

30

Motorradstar Tom

Lüthi hat Verbier

zu seiner zweiten

Heimat gemacht.

Seine Tipps.

42

Wer den

Sternenhimmel mal

richtig sehen will,

muss in die Berge.

Das Portfolio.

INHALT

58

Im Wallis

gedeiht einfach

jede Rebsorte.

Sommelier Max

Pochart schwärmt.

6

MERCI SCHWEIZ

Der Lötschberg-Basistunnel

Vor 25 Jahren sagten

die Stimmberechtigten Ja zur Neat.

14

TELEMARK

Amélie Reymond

Sie ist der Star des Telemarks

und mehrfache Weltcupsiegerin.

30

4 VALLÉES

Tom Lüthi

In Verbier in den 4 Vallées holt er

Kraft für seine Erfolge.

Fotos HO, Sedrik Nemeth (2), Markus Eichenberger,

Christophe Margot, Christoph Köstlin

8

SO NAH!

Schneller als man denkt …

… reist man aus allen Landesteilen

der Schweiz ins Wallis.

9

FOTOWETTBEWERB

#MeinWinterImWallis

Folgen Sie dem Wallis auf

den Social-Media-Kanälen, und posten

Sie Ihr Bild vom Wallis.

20

EISHOCKEY

Nico Hischier

Er gilt als Jahrhunderttalent und spielt

sich in die Herzen der Hockeywelt.

24

ZINALGLETSCHER

Eiswelt

Der Zinalgletscher kann im Winter

begangen werden. Reportage

aus einer faszinierenden Welt aus Eis.

38

INTERVIEW

Thomas Egger

Der Direktor der Arbeitsgemeinschaft

für die Berggebiete über die Chancen

seines Heimatkantons.

42

PORTFOLIO

Sternenhimmel

Blick in den Himmel mit

Fotograf Markus Eichenberger.

4


06

Inhalt

64 20

Jean-Yves Michellod

hat sich aus dem Rollstuhl

auf die Skipiste

zurückgekämpft.

Nico Hischier ist

der Überflieger der

besten Hockeyliga

der Welt. Im Wallis

hat er seine Wurzeln.

52

INNOVATION

Fliegen mit Strom

Thomas Pfammatter und seine Partner

entwickeln das Elektroflugzeug.

55

UNTERNEHMEN

Walliser Wirtschaft

Handwerkskunst, Personalisieren

von Gläsern und MGBahn.

56

WISSENSCHAFT

Wendy Lee Queen

Die amerikanische Forscherin

entwickelt in Sion mit ihrem Team

einen CO2-«Schwamm».

58

WEIN

Vielfalt

Sommelier Max Pochart schwärmt

vom Reichtum der Walliser Weine.

64

LEBEN

Jean-Yves Michellod

Ein Lawinenunfall brachte ihn in

den Rollstuhl, er hat sich rausgekämpft

und fährt wieder Ski.

68

HOTELS

Neue Ideen

Halbrundzelt, umgebaute Stadel oder

Tiny Chalet – neue Hotelkonzepte.

5

72

RACLETTE

Pure Natur

Gute Milch und Fachwissen

machen das Walliser

Raclette AOP zum Genuss.

74

WINTER-SPECIALS

Sonderangebote

Profitieren Sie von Vorzugsangeboten

dieser Wintersaison.

82

AGENDA

Nicht nur Skifahren

Ausstellungen, Musik und

Weltcuprennen.


Merci

Schweiz

JUBILÄUM

Der Lötschberg-

Basistunnel ist ein voller

Erfolg! Vor 25 Jahren

vom Volk genehmigt,

sagen das Wallis und

die BLS Danke.

Jahrhundertprojekt – Nach dem homerischen

Kampf des damaligen Bundesrats

Adolf Ogi haben die Schweizer Stimmberechtigten

am 27. September 1992 den

Startschuss zum Bau des NEAT-Basistunnels

am Lötschberg und am Gotthard

gegeben. Während der Gotthard-Basistunnel

letztes Jahr eingeweiht wurde, ist

der Lötschberg-Basistunnel bereits seit

zehn Jahren in Betrieb. Und er ist eine

Erfolgsgeschichte. Das ganze Wallis hat

wirtschaftlich und touristisch davon profitiert,

da die Fahrzeiten massiv gesenkt

werden konnten. Für grosse Teile der

Schweiz ist das Wallis seither auch für

einen Tagesausflug gut erreichbar (siehe

«So nah!», Seite 8). Pro Tag fahren 50 Personenzüge

und bis zu 60 Güterzüge

durch den Tunnel. Das heisst, dass täglich

13 000 Menschen den Tunnel im Zug

durchqueren, vor der Eröffnung waren

es nur 7600 (Bergstrecke). Bei den Gütern

gab es eine noch eindrücklichere

Steigerung: 2016 wurden 33 Millionen

Bruttotonnen Güter transportiert, das

sind ganze 408 Prozent mehr (gegenüber

1999). Der Lötschberg-Tunnel ist im

Durchschnitt zu 80 Prozent ausgelastet,

immer häufiger gar zu 100 Prozent!

Der Basistunnel ist 35 Kilometer lang, auf

21 Kilometern nur einspurig befahrbar.

Waren ursprünglich zwei Spuren geplant,

verzichtete man vor der Abstimmung

aus Kostengründen auf den Vollausbau.

Das Lötschbergkomitee, dem

unter anderem die Kantone Bern, Basel-

Land, Basel-Stadt, Freiburg, Neuenburg,

Solothurn und Wallis angehören, ist

überzeugt, dass die zweite Röhre in den

nächsten Ausbauschritt gehört. 14 Kilometer

zwischen Ferden und Mitholz sind

im Rohbau bereits erstellt.

www.loetschberg-komitee.ch

6


JAHRE

25

GEWINNEN SIE

10 Bahn-Tageskarten und

erkunden Sie das Wallis. Am

besten mit dem touristischen «Lötschberger»

der BLS über die Bergstrecke ins

Wallis und durch den Hochleistungstunnel

zurückfahren. Teilnahme

bis 28. Februar 2018

auf wallis.ch/

wettbewerb-bls

Bernard

Guillelmon

«Der Lötschberg-

Basistunnel verbindet

Genua mit Rotterdam und

das Wallis mit Bern – als

CEO der BLS bin ich stolz

darauf, dass der Tunnel

zwischen Frutigen und Visp

zu den meistbefahrenen

Eisenbahnstrecken

der Schweiz gehört.»

Viola Amherd

«Der Lötschbergtunnel

ist eine Erfolgsgeschichte!

Ein leistungsfähiges

Bahnnetz schützt

unsere Städte, Dörfer und

Landschaften vor Horden

von Lastwagen. Als Brigerin

und Nationalrätin werde ich

mich für die zweite Röhre

am Lötschberg einsetzen.»

Jacques Melly

«Als Präsident des Walliser

Staatsrats kann ich mich nur

darüber freuen, dass

das Schweizer Volk 1992

die Weichen für die Bahn

gestellt hat. Es war ein

mutiger Entscheid, der

die Nachhaltigkeit gestellt

und den Platz der Schweiz in

Europa gestärkt hat.»

Fotos Olivier Maire / Keystone, HO, Sebastian Magnani

7


SO NAH!

Näher als man denkt: Die Walliser Berge sind von einem grossen Teil

der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.

Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch

den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.

Wer auf Genuss setzt, nimmt den Lötschberger der BLS und fährt

über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.

SO NAH

Ovronnaz

Zürich 3:45 h 3:10 h

Bern 2:40 h 2:00 h

Luzern 3:50 h 3:00 h

Basel 3:50 h 3:00 h

Genf 2:40 h 2:10 h

Lausanne 2:00 h 1:30 h

Neuchâtel 2:45 h 2:10 h

Crans-

Montana

Zürich 3:10 h 3:15 h

Bern 2:05 h 2:05 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:05 h

Genf 2:40 h 2:15 h

Lausanne 1:50 h 1:35 h

Neuchâtel 2:40 h 2:20 h

Leukerbad

Zürich 3:05 h 3:30 h

Bern 2:00 h 2:20 h

Luzern 3:10 h 3:10 h

Basel 3:10 h 3:20 h

Genf 3:05 h 2:20 h

Lausanne 2:20 h 1:40 h

Neuchâtel 3:05 h 2:25 h

Riederalp

Champéry

Zürich 3:50 h 2:40 h

Bern 2:45 h 1:30 h

Luzern 4:20 h 2:30 h

Basel 3:50 h 2:30 h

Genf 2:20 h 1:35 h

Lausanne 1:30 h 1:15 h

Neuchâtel 2:45 h 1:30 h

Zürich 2:50 h 2:40 h

Bern 1:40 h 2:20 h

Luzern 2:50 h 2:25 h

Basel 2:50 h 3:20 h

Genf 3:10 h 2:40 h

Lausanne 2:30 h 2:00 h

Neuchâtel 2:50 h 2:45 h

Verbier Zermatt Saas-Fee

Zürich 3:30 h 3:15 h

Bern 2:30 h 2:05 h

Luzern 4:05 h 3:10 h

Basel 3:35 h 3:05 h

Genf 2:30 h 2:15 h

Lausanne 1:45 h 1:35 h

Neuchâtel 2:25 h 2:20 h

Zürich 3:10 h 3:45 h

Bern 2:05 h 2:30 h

Luzern 3:10 h 3:15 h

Basel 3:15 h 3:30 h

Genf 3:40 h 2:55 h

Lausanne 2:50 h 2:15 h

Neuchâtel 3:10 h 3:00 h

Zürich 2:50 h 3:45 h

Bern 1:50 h 2:30 h

Luzern 3:05 h 3:15 h

Basel 3:05 h 3:30 h

Genf 3:30 h 2:55 h

Lausanne 2:45 h 2:15 h

Neuchâtel 3:05 h 3:00 h

8


AKTUELL

Hier könnte Ihr Wallis-Bild sein

Posten Sie Ihre schönsten Bilder mit dem Hashtag

#MeinWinterImWallis und nehmen Sie am Wettbewerb teil.

Foto Jan Sterren

Social Media | Sonnenuntergang beim

künstlichen See in Rosswald oberhalb von

Brig. Der Visper Jan Sterren, Vize-Schweizer-Meister

im Gleitschirmfliegen, bereitete

sich auf einen Nachtflug vor, als er

dieses stimmungsvolle Bild schoss und es

in den sozialen Medien teilte. Damit gewann

er den Wettbewerb #MeinWinterIm-

Wallis 2016/17. Haben auch Sie das Wallis

in Ihr Herz gemeisselt? Dann treten Sie

der Wallis-Community bei! Facebook,

Twitter, Instagram, Youtube, Snapchat,

Google+ oder Linkedin – auf all diesen

Kanälen können Sie dem Wallis folgen,

um keine Neuigkeiten, Veranstaltungen

oder Ausflugstipps zu verpassen. Und

vor allem: Machen Sie mit! Teilen Sie Ihre

Erlebnisse unter den offiziellen Hashtags,

und halten Sie den Walliser Winter mit

dem Smartphone fest. Damit nehmen Sie

automatisch am Fotowettbewerb teil.

Zu gewinnen: eine Veröffentlichung Ihres

Fotos im Magazin WALLIS Winter 2018/19

und einen unvergesslichen Aufenthalt

im Wallis.

Gültigkeit: bis 15. April 2018.

www.wallis.ch/MeinWinterImWallis

9


Skitouren –

der neue Trend

AKTUELL

Morgins | Skiwanderer und Skibergsteiger

haben einen neuen Hotspot: Der

Rando-Parc in Morgins mitten im Skigebiet

Portes du Soleil geht in die zweite

Saison. Die Erfahrungen im letzten

Winter waren sehr gut, und die Besucherzahlen

übertrafen die Erwartungen.

Es ist der einzige dieser Art im Wallis.

Die verschiedenen Routen wurden von

keinem Geringeren als Yannick Ecoeur

gestaltet, dem Gewinner der Patrouille

des Glaciers 2010, Mitglied der Schweizer

Nationalmannschaft Skitourenrennen

und Sieger des Weltcups im Skitourenrennen.

Sechs Routen sind ausgeschildert,

die verschiedene Schwierigkeitsgrade

und Laufzeiten von eineinhalb

bis zu zweidreiviertel Stunden abdecken.

Es gibt zwei blaue, drei rote und

eine schwarze Piste. Alle Routen sind

gesichert, auf einer Tafel am Anfang der

Touren sind alle nötigen Informationen

zusammengefasst. Das Skigebiet Portes

du Soleil erstreckt sich über das französisch-schweizerische

Grenzgebiet. Dank

des internationalen Skipasses können

alle Pisten des Verbunds befahren

werden.

www.morgins.ch

Der Rando-Parc in Morgins wurde

von Yannick Ecoeur gestaltet.

Walliser

Köstlichkeiten

Mit einem speziellen Label garantieren zahlreiche

Restaurants typische regionale Gerichte.

Wallis | Das Label «Walliser Köstlichkeiten»

wird Restaurantbetrieben verliehen,

die Regionalprodukte und typische

Walliser Gerichte servieren. In den

Label-Betrieben bekommt man mindestens

drei typische warme Speisen aus

der Region und mindestens zwei mit Walliser

Produkten zubereitete Desserts sowie

den traditionellen «Walliser Teller» bestehend

aus Walliser Roggenbrot AOP,

Walliser Trockenfleisch IGP, Walliser Rohschinken

IGP und Rohspeck IGP, Walliser

Trockenwurst und Walliser Raclette AOP

Käse. Auf der Website findet man nicht

nur die Betriebe, sondern kann auch nach

Gerichten suchen, etwa nach Brisolée –

Kastanien mit Walliser Spezialitäten.

www.valais-terroir.ch

Fotos Valais/Wallis Promotion, AFP / Getty Images, Philipp Rohner, HO

10


Seifen aus

Handarbeit

Massongex | Laurence Machot und Reynold

Mariaux hatten einen Traum: Sie

wollten Seifen aus 100 Prozent natürlichen

Bio-Rohstoffen ohne Chemie und

Konservierungsstoffe herstellen. 2009

begannen sie mit ersten Produkten, heute

umfasst das Sortiment der L’Artisan

Savonnier Seifen in fester und flüssiger

Form, Duschmittel, Cremes und Pomaden.

Der Herstellungsprozess funktioniert

nach traditionellen Methoden, und

von der Komposition der Produkte über

das Design bis zum Verkauf wird alles

selbst gemacht. Die Seifen werden kalt,

also ohne Kochen der Rohstoffe, hergestellt.

So behalten die Pflanzen- und

Duftöle ihre feuchtigkeitsspendenden,

sanften Eigenschaften. Das Angebot umfasst

auch vegane Produkte. Zudem verzichten

die L’Artisan Savonnier vollständig

auf Palmöl. Diese Prinzipien gelten

für alle Produkte der Linie. Unser Tipp:

Die Aprikosencreme mit Öl aus dem

Kern der typischen Walliser Frucht! Zu

kaufen gibt es die einheimischen Seifen

und Cremes im Onlineshop und in verschiedenen

Walliser Läden.

www.lartisan-savonnier.ch

Chandra Kurt hat bei Provins

eine eigene Weinlinie.

Junge Linie mit

alten Sorten

Sion | Chandra Kurt, bekannte Weinexpertin,

Journalistin und Autorin verschiedener

Weinbücher, hat Provins für

die Kreation ihrer eigenen Kollektion ausgewählt.

Zusammen mit der damaligen

Provins-Önologin Madeleine Gay, die

sich seit Jahrzehnten für die alten einheimischen

Rebsorten einsetzt, wollte

sie den Fokus auf alte und wenig bekannte

Rebsorten legen, die von der Tradition

des Wallis und der Schweiz erzählen.

Gemeinsam selektierten sie sechs traditionsreiche

autochthone Walliser Sorten,

die sie in einer zeitgenössischen Vinifizierung

einem internationalen, modernen

Publikum zugänglich machen.

Der Erfolg gibt ihnen recht: Die Weine

der jungen Linie wurden bereits mit

mehreren Silber- und Goldmedaillen an

nationalen und internationalen Wettbewerben

ausgezeichnet. Die Kollektion

umfasst die Weissweine Amigne, Fendant,

Heida, Humagne Blanche, Petite

Arvine und die Rotweine Cornalin, Diolinoir,

Humagne Rouge. Die Weine können

im Onlineshop von Provins bestellt

werden.

www.provins.ch

11


Innovative

Industrie

AKTUELL

Die Tschäggättä sind tief

in der Tradition des

Lötschentals verankert.

Tschäggättä –

nicht verpassen

Lötschental | Die für das Lötschental

typischen maskierten Fasnachtsgestalten,

die sogenannten Tschäggättä, treten

zwischen dem katholischen Feiertag

Maria Lichtmess am 2. Februar und dem

14. Februar 2018, dem Aschermittwoch,

auf. Immer nach Feierabend streifen die

wilden Gestalten durchs Tal. Die Tschäggättä

tragen alte, umgestülpte Kleider.

Darüber hängen zwei Schaf- oder

Ziegenfelle. Reservieren Sie sich jetzt

schon die Daten, die Lötschentaler

Tschäggättä muss man einmal erlebt

haben.

www.loetschental.ch

Die Maskengestalten

streifen am

Abend durch

die Dörfer

Wallis | Wo werden die Karosserien von

Jaguar und Land Rover hergestellt? Woher

stammen die Kunstharze für Airbus

und Boeing? Und wer hat die spektakuläre

Achterbahn Silver Star im Europa-

Park Rust entwickelt? Die Walliser Industrie!

Die einzigartige Walliser Natur ist

weitbekannt. Weniger bekannt ist, dass

das Wallis auch ein vorbildliches Wirtschaftsgebiet

ist. Der Kanton bietet erstklassige

Ausbildungsmöglichkeiten und

beherbergt Top-Forschungsinstitute und

anerkannte Unternehmen. Er wirkt als

Kompetenzzentrum und weiss das Beste

aus der Natur herauszuholen. Mit dem

geplanten Neubau von Lonza und Sanofi

wird in den nächsten Jahren eines der

modernsten Biotechlabors in Visp entstehen,

und der Forschungscampus

Energypolis in Sion wird bis 2020 rund

600 Hochqualifizierten einen Arbeitsplatz

bieten. Unterstützt vom Klub der

Unternehmen wird diese beeindruckende

und innovative Seite des Wallis unter

dem Titel «Recto Verso – das Wallis in

Bewegung» mit kurzen Videobeiträgen

sichtbar gemacht.

www.wallis.ch/rectoverso

Lithografien von Toulouse-Lautrec in

der Fondation Pierre Gianadda.

Pariser

Nachtleben

Martigny | Einmal mehr präsentiert die

Fondation Pierre Gianadda in Martigny

einen kulturellen Höhepunkt: Von einem

der grössten privaten Sammler Euro -

pas zur Verfügung gestellt, sind ab

Dezember rund 80 Werke von Henri de

Toulouse-Lautrec (1864–1901) zu sehen.

Der Künstler, der einer südfranzösischen

Adelsfamilie entstammt, war fasziniert

vom extravaganten Pariser Nachtleben

der Jahrhundertwende. Seine Lithografien

von Künstlern und Tänzerinnen der

Nachtlokale, am bekanntesten das Moulin

Rouge, waren für die damalige Zeit

mutig und begründeten ein eigenes

Genre: Er, den man auch «Seele des

Montmartre» nannte, zeichnete und malte

die Menschen so, wie sie waren, ohne

sie zu schönen oder zu beurteilen. Die

Ausstellung umfasst die ganze Periode

der bekannten Lithografien von 1891 bis

1899. Neben den ikonenhaften Bildern

sind auch viele Skizzen und Preziosen zu

sehen, die der Öffentlichkeit sonst nicht

zugänglich sind. Die Ausstellung beginnt

am 1. Dezember 2017 und dauert bis zum

3. Juni 2018.

www.gianadda.ch

Fotos Valais/Wallis Promotion, Fondation Pierre Gianadda, HO, Sedrik Nemeth

12


Auf den Schlitten,

fertig, los!

Riederalp | Direkt bei der Bergstation

Moosfluh auf 2333 Metern beginnt der

neue 5,3 Kilometer lange Schlittelweg

Moosfluh. Er führt über den Blausee

und die Gopplerlücke hinunter zur Talstation

Moosfluh auf der Riederalp oder

direkt auf die Bettmeralp. Ein Halt am

View Point Moosfluh ist unbedingt einzuplanen,

denn dort ist die Sicht auf den

Grossen Aletschgletscher spektakulär.

Beachten Sie die Schneebedingungen

und Pistenöffnungszeiten. Den Schlitten

können Sie bequem in den Sportgeschäften

der Familiendestination

Aletsch Arena mieten. Das autofreie

Hochplateau zählt zu den acht Walliser

Destinationen mit dem Label «Family

Destination» von Schweiz Tourismus.

www.aletscharena.ch/schlitteln

Sympathisches

Jungtalent

Slalom- und Riesenslalom-Spezialistin Mélanie

Meillard ist die grösste Nachwuchshoffnung.

Schlittelspass in der Aletsch Arena.

Hérémence | Von der Sporthilfe Schweiz

wurde Mélanie Meillard im Mai als grösste

Sporthoffnung der Westschweiz geehrt.

Im August hat sie ihre Lehrabschlussprüfung

gemacht und ihrem Arbeitgeber

Ochsner Sport gedankt, dass

sie die Lehre trotz ihrer wie eine Rakete

abgehenden Sportkarriere machen

konnte. Ausser ein paar Tagen in London

13

und an der Côte d’Azur hatte die 19-Jährige

also wenig Ruhezeit, das Training

ging vor. Die letzte Weltcupsaison hat sie

in Aspen mit einem fünften Platz im Slalom

und einem achten im Riesenslalom

abgeschlossen – ihre besten Resultate in

der noch jungen Karriere. Nun will sie

sich endgültig an der Spitze etablieren.

www.melaniemeillard.ch


TELEMARK

DIE

WELTBESTE

Elfmal Weltmeisterin, 34 Kristallkugeln

und 133 Weltcupsiege – das ist der Palmarès

von Amélie Reymond, der Walliser

Ausnahmekönnerin im Telemark.

Text: Monique Ryser Fotos: David Carlier

14


15

Mit gekonntem Schwung und

perfekter Haltung gleitet

Amélie Reymond die Piste

Ethérolla in Thyon hinunter.


TELEMARK

Snowboarden findet sie casse-pied.

Übersetzt man das nett auf

Deutsch, heisst es so viel wie

stinklangweilig. Aha, aber selbst betreibt

sie doch den Altherrensport Telemark,

wagt man einzuwenden. Amélie Reymond

ist zu höflich und zu charmant, als

dass sie auf diese Bemerkung mit gleicher

Münze zurückgeben würde. Vielmehr

erklärt sie, was Telemark einem abfordert:

Kraft, Ausdauer und ein hohes

Mass an Koordination und Gleichgewicht.

Insgesamt drei Disziplinen muss

man im Weltcup beherrschen, die alle

ähnlich tönen wie alpine oder nordische

Disziplinen, aber immer noch Spezialschwierigkeiten

eingebaut haben. Beim

Riesenslalom beispielsweise gehört ein

rund 25 Meter langer Sprung dazu, der

von Punkterichtern bewertet wird. Zur

Disziplin Classic gehören ein Riesenslalom,

eine Skatingstrecke, ein Sprung und

das Fahren einer 360-Grad-Steilwandkurve.

Rund drei Minuten dauere ein solcher

Lauf, so Reymond. «Das braucht

Kondition und hohe Konzentration, denn

vor allem in der Steilwandkurve fühlt

man sich wie in einer Waschmaschine.»

Im Parallelsprint, der kürzer ist, treten

zwei Athletinnen gleichzeitig gegeneinander

an. «Das ist für die Zuschauerinnen

und Zuschauer sehr spektakulär.

Und für uns Fahrerinnen nicht ganz einfach,

da wir bis zu sechs Runden gegen

verschiedene Konkurrentinnen absolvieren

müssen.»

Telemark – das war der Anfang des Skisports,

1860 erfunden von einem Norweger.

Fast hundert Jahre war es die einzige

Art, mit Ski die schneebedeckten

Hänge hinunterzukommen. Die Ski waren

gerade geschnittene Holzlatten, und

um überhaupt eine Kurve fahren zu können,

brauchte es eine spezielle Technik:

Mit dem Beugen des Knies auf der Bergseite

verlagerte man den Druck auf den

Ski und leitete so die Kurve ein. Den Ruf

des Altherrensports hat die Sportart aus

dem einfachen Grund, dass in den Sechziger-

und Siebzigerjahren ältere Skifahrer

immer noch mit dieser Technik die

Hänge hinunterkurvten. Doch längst

schon ist der Telemark eine eigene

Sportart mit neuen Anforderungen,

eigenem FIS-Rennkalender und einer

elfköpfigen Equipe bei Swiss-Ski.

Seit zehn Jahren gehört Amélie Reymond

zur Nationalmannschaft, und sie

ist im elfköpfigen Team mit vier Frauen

und sieben Männern die bei Weitem erfolgreichste

Fahrerin. Vor zehn Jahren

hat sie voll auf Telemark gesetzt und seitdem

Titel um Titel geholt. Seit 2009

dominiert sie den Weltcup, nur 2013

musste sie einer Norwegerin Platz machen.

Telemark erfordere sehr viel Training,

erklärt die 30-Jährige. Die Absolventin

der ETH Zürich mit einem Master

in Biomechanik arbeitet 80 Prozent im

Gesundheitsdienst des Kantons Wallis

und trainiert fast täglich. Morgens auf

die Piste, über Mittag in den Kraftraum,

abends Kondition. «Obwohl ich schon

seit Jahren auf höchstem Niveau Sport

treibe, ist es mir doch noch nie verleidet.

Das ist auch ein grosses Glück, so bin ich

immer motiviert», sagt sie. Man glaubt es

sofort, denn sonst wäre wohl nicht möglich

gewesen, dass sie – währenddem

ihre Telemark-Karriere bereits in vollem

Amélie ist

auch

Geräteturnerin

und Vize-

Schweizer-

Meisterin am

Reck

16


1

2

3

1 Für den Telemark

braucht es eine

Spezialbindung, die das

Heben des Schuhs erlaubt. An

den Weltcup-Rennen gehört auch

Skaten und Springen dazu. 2 Amélie

Reymond geht trotz 80-Prozent-Pensum

täglich trainieren. 3 Auf der Piste

Ethérolla mit Ausblick auf

die Dent Blanche.

17


1

2

TELEMARK

18


Sogar an ihrer

Hochzeit setzte

sich Amélie

im Brautkleid

auf das

Mountainbike

1 Amélie am

Freeriden im Telemark-Stil

in der Region

Thyon. «Ich kann mir nichts

Schöneres vorstellen», so die Spitzensportlerin.

2 Kurze Rast auf der Bergbahn

der Piste Ethérolla. Von hier aus

sieht man die Dent Blanche, bis

ins Rhonetal und bis zur

Staumauer Grande

Dixence.

Gange war – noch Reck-Vize-Schweizer-

Meisterin im Geräteturnen wurde. «Geräteturnen

ergänzt sich gut mit den Fähigkeiten,

die ich im Telemark benötige:

Kraft, Beweglichkeit und exakte

Ausführung. Und auch im Telemark wird,

wie im Geräteturnen, die Haltung und

die technische Ausführung von Juroren

bewertet.»

Amélie Reymond ist in Basel geboren

und in Sion aufgewachsen. Die Eltern

gingen mit ihr schon als kleines Kind auf

die Skipiste. Bald wurde ihr Talent erkannt,

und sie trainierte mit dem Skiclub.

Bereits mit 13 fuhr sie Alpin- Skirennen,

mit 17 entdeckte sie dann den Telemark.

Im Skiclub traf sie auf Françoise Besse-

Matter, Weltmeisterin im Telemark, die

in ihr das Ausnahmetalent erkennt und

sie fördert. «Ich musste das Skifahren

neu lernen», erinnert sich Amélie. Der

Einsatz hat sich gelohnt. «Ich konnte

dank des Sports durch die halbe Welt

reisen. Das ist ein grosses Privileg.»

Wichtig sei ihr auch, dass man beim

Skifahren immer in der Natur sei. «Das

Umgehen mit dem Wetter, den

verschiedenen Arten Schnee und den

Temperaturen gehört bei einem Rennen

dazu. Ich finde das spannend.» Schnee

und Berge sind ihr «lebenswichtig». Sie

muss raus, wandern, biken, rollerskaten,

bergsteigen, skifahren. «Ich versuche

auch in der Freizeit möglichst verschiedene

Fertigkeiten auszuleben und zu

trainieren.» Beim regelmässigen Joggen

hat sie seit geraumer Zeit jeweils Gesellschaft:

In Zürich, während des Studiums,

konnte sie sich nicht nur perfekt auf die

Saison vorbereiten, sondern lernte dort

19

auch Christoph Wenger kennen. Im Juli

haben die beiden geheiratet, Amélie im

eleganten weissen Brautkleid, was sie

aber nicht daran hinderte, aufs Mountainbike

zu steigen und eine steile Abfahrt

zu wagen. Kann sie etwas in ihrem

sportlichen Treiben stoppen? «Nun, zumindest

die kommende Wettkampfsaison

werde ich für einmal auslassen.

Denn wir erwarten unser erstes Kind»,

sagt sie und strahlt.

Doch nach der Geburt plant sie wieder

Vollgas zu geben. «Viele Weltspitzensportlerinnen

machen das ja vor.» Und

überhaupt: Mit dem Olympiaprojekt

Sion 2026 hat sie noch ein grosses Ziel

vor sich. «Erstmal müssen wir die Spiele

erhalten, und dann will ich natürlich in

meiner Heimat dabei sein.» Sie ist überzeugt,

dass Olympische Spiele dem Wintersport

in der Schweiz einen grossen

Ruck geben würden. «Es wird die ganze

Bevölkerung motivieren, die weltbesten

Sportler hautnah mitzuerleben. Das ist

gut für den Nachwuchs und für all die

Kinder, die dadurch die Freude am Sport

entdecken.»

Ab der Saison 2018/19 will sie also wieder

auf den Pisten dieser Welt unterwegs

sein. Diesen Winter bleibt sie im

Wallis. «Hier haben wir schliesslich auch

die schönsten Skigebiete und dank der

Höhe auch genügend Schnee.» Besonders

gerne tobt sie sich im Neuschnee

und auf Freeridepisten aus. Von Sion

aus, wo sie mit Christoph wohnt, ist es

nur ein Katzensprung ins Skigebiet. «Wir

haben so Glück, in einer Region zu leben,

wo ich Berge und Schnee gleich vor der

Haustür habe.»


Von Naters nach New Jersey ist es ein weiter Weg.

Nico Hischier aber ist angekommen. Das weltgrösste

Eishockey-Talent seines Jahrgangs hat

alle Fähigkeiten, um ein globaler Superstar zu

werden. Seine Gabe bekam er nicht geschenkt.

Sie ist das Resultat eines peniblen Arbeitseifers

und einer kindlichen Liebe zum Spiel.

WALLISER

Nur Wunder

sind gut genug

Text: Christian Bürge

Foto: Christoph Köstlin

20


21

Mit 18 Jahren zum weltgrössten

Talent geadelt: Der Druck auf Nico

Hischiers Schultern ist gewaltig.


«Ich versuche

die Dinge so

lange, bis ich

sie kann»

2

WALLISER

1

4

3

1 Nico Hischier

kann mit den New

Jersey Devils schon in den

ersten Spielen jubeln. 2 Beim

SC Bern in der Garderobe: Dort machte

er auch das Sommertraining. 3 Ungewohntes

Terrain: Auch vor der Kamera

macht er gute Figur. 4 Spotlight:

Bei den New Jersey Devils

sind alle Augen auf ihn

gerichtet.

22


Fotos AP / Keystone (2)

Heutzutage ist fast alles für fast jeden

eine Challenge. Jeder Buchhalter

vermeldet auf Social Media

wie Facebook oder Linkedin die Herausforderung,

der er sich stellt – wenn

er die Firma wechselt. Die Zehnkilometer-Strecke

beim Silvesterlauf vor sich?

Challenge! Ein neues Kuchenrezept ausprobieren?

Challenge! Herausforderungen

für Sterbliche. Und dann gibt es

noch das: Stellen Sie sich vor, Sie sind

18 Jahre alt und werden vor einem Millionenpublikum

als weltgrösstes Talent

Ihres Jahrgangs in Ihrer Branche geadelt.

Und Sie müssen sich ab sofort dreimal

pro Woche mit den Besten der Welt in

den grössten Stadien messen, obwohl

Sie das noch nie auf diesem Niveau getan

haben. Sie wissen auch: Nur Wunderdinge

sind gut genug, oder die werden

früher oder später über mich herfallen.

Die Zuschauer, die Medien und

am Ende vielleicht auch der Chef. Verspüren

Sie ein bisschen Druck? Willkommen

in der Welt von Nico Hischier, dem

weltgrössten Eishockeytalent seines

Jahrgangs, Stürmer der New Jersey De-

vils. In der besten Liga, der NHL. Das

Spannende an solchen Menschen – in

diesem Fall von Athleten – ist nicht etwa

die Beschaffenheit ihrer Hände und

Füsse, Arme und Beine, nicht die optimalen

Hebel, mit welchen sie die Natur

vielleicht ausgestattet hat, sondern das,

was in diesen Köpfen vor sich geht.

Schwierige Aufgaben lösen bei ihnen

keine Depression, sondern einen Reiz

aus. Und sie sind hartnäckig oder stur

genug, etwas so lange zu probieren, bis

sie es können. Als Bub spielt Nico nicht

nur Eishockey, sondern parallel auch

Fussball, Tennis und Unihockey. Er fährt

Skateboard, Ski, Snowboard, geht ins

Judo, ins Kunstturnen, ins Schwimmen.

Er balanciert auf der Slackline, lernt Einradfahren.

Seine Mutter Katja sagt: «Er

wollte alles ausprobieren. Und er wollte

auch immer den Weg zum Ziel kennen.

Er beobachtete ganz genau.»

Als seine Schwester Nina am Klavier wochenlang

ein Lied einübt, beobachtet

Nico sie. Und sagt: «Ich kann es auch.»

Er übt ein paar Tage wie verrückt – dann

spielt er es vor. Während vielen das

Leben wie eine Aneinanderreihung von

Tests erscheint, ist es für ihn ein Spiel.

Nur: Wie viel er, die Eltern und die

Gross eltern investieren, sehen die meisten

nicht. Das ist als Kind so, als er von

Naters nach Visp ins Training und in die

Sportschule will und ständig hin- und

hergefahren wird, das ist so als Teenager,

als er mit 15 Jahren das Wallis verlässt,

um im Nachwuchs des SC Bern zu spielen,

das ist mit 17 so, als er alleine nach

Nordamerika zu einer Gastfamilie zieht,

um sich in Halifax einem Juniorenteam

anzuschliessen. Er ist einer, der alles von

sich verlangt. Und alles dafür tut, damit

sein Team nicht verliert. Als Kind geht

er bei einem Turnier vor einem Spiel

zu seinem Trainer und sagt ihm, wer wo

zu spielen hat, damit sie gewinnen. Der

Trainer hört auf ihn. Sie gewinnen. Spass

und Perfektionismus gehen bei ihm zusammen.

«Es stimmt, wenn ich im Eishockey

etwas verbessern muss, versuche

ich es so lange, bis ich es kann», sagt

er. «Wenn der Trainer sagt, ihr macht

20 Kniebeugen, mache ich nicht 19.

Wenn wir Kreisel drehen, gibt es keine

Abkürzung.» Die Experten sind hingerissen

von ihm. «Es gibt viele smarte Spieler,

aber bei Nico ist alles fliessend», sagt

etwa Craig Button vom kanadischen

Sportsender TSN. «Er ist automatisch

immer am richtigen Ort. Wenn man ein

Video von ihm anschaut, sagt man nur

noch: ‹Wow!› Seine Hände sind so gut,

er bringt die Gegner automatisch aus

dem Gleichgewicht.»

Hischier, der sein Können seit Anfang

Oktober am Hudson River demonstriert,

sieht seine Heimat seit drei Jahren nur

an Wochenenden oder in den Ferien.

«Ich bin glücklich, ein Walliser zu sein»,

sagt er. Er erzählt von den Wanderungen

mit der Familie. Mit Vater Rino, Mutter

Katja, Schwester Nina und Bruder Luca,

der jetzt Profi beim SC Bern ist. Blatten,

Belalp, Riederalp, Aletschgletscher. Vom

Baden im Baggilla, dem kleinen Weiher

bei Raron. Alles eingebrannte Bilder.

Sosehr er in Gedanken mit der Heimat

verbunden ist, so unschweizerisch kompromisslos

geht er seinen Weg. Keine

Zweitausbildung, keine Rückfallposition,

kein Sicherheitsnetz. Es ist die Konsequenz,

welche die Handvoll Weltstars im

Schweizer Sport gemein hat. Und während

man den meisten Menschen keinen

Gefallen tut, sie mit Tennisstar Roger Federer

zu vergleichen, ist es dieser Ausnahmeerscheinung

nicht nur zuzumuten,

es drängt sich richtiggehend auf. Denn

beide vereinen Demut, Opferbereitschaft,

einen peniblen Arbeitseifer und

eine fast schon kindliche Liebe zum

Spiel. Und während sie den gleichen

Sport wie Millionen andere betreiben,

tun sie es so kunstvoll wie nur wenige.

Die Challenge, der nächste Schweizer

Weltstar zu werden: Eigentlich ist es bei

Hischier keine Frage, ob er es schafft.

Nur wie schnell.

23


GLETSCHER

24


PALAST

AUS EIS

Schneeschuhe anschnallen – das Abenteuer

ruft. Der Zinalgletscher im Val d’Anniviers

ist ein Naturwunder. Wer die eisige

Kathedrale betritt, erlebt ein blaues Wunder!

Text und Fotos: Caroline Micaela Hauger

Zinalgletscher

Visp

Sitten

Grimenz

Zinalgletscher

Täsch

Zermatt

25


GLETSCHER

Der Märchenpalast ist durchflutet

von bläulichem Licht. Im Schein

der Stirnlampen funkeln Millionen

Kristalle. Die Stille ist fast unheimlich.

Nur das Rauschen des Bachs und

unser Puls sind zu hören. Die Besichtigung

des Zinalgletschers ist ein Spektakel.

So starr die Wunderwelt aus Jahrmillionen

geformtem Eis auch erscheinen

mag: Das Naturmonument ist ständig

in Bewegung. Selbst die grössten

Felsbrocken zerreibt es früher oder später

zu feinstem Pulverstaub.

Die abenteuerliche Gletscher-Exkursion

mit Bergführer startet beim Parkplatz

am Ende des Dorfs Zinal. Für den

Wanderweg neben den Langlaufloipen

braucht es keine Schneeschuhe. Erst auf

dem unpräparierten Anstieg Richtung

Cabane du Mountet schnallen wir die

Hightech-Gehhilfen an. Das Gehen mit

den grossen Tretern will geübt sein! Nur

allzu leicht tritt man sich selbst auf die

Füsse und purzelt in den Pulverschnee.

Der hat die wildromantische Gegend

über Nacht in ein Puderzuckerkleid gehüllt.

Nach einer Stunde Gehzeit weitet

sich das Tal. Eine surreal anmutende

Ebene öffnet sich. Grosse und kleine

Felsbrocken liegen verstreut in der

Landschaft. Nein, sie sind nicht vom Himmel

gefallen. Der Gletscher, dessen Präsenz

ab jetzt auf Schritt und Tritt zu spüren

ist, hat sie bis hierhin transportiert.

Berühmt ist das Val d’Anniviers für

seine Bergjuwelen. Zinalrothorn, Obergabelhorn

und die Zwillingsgipfel des

Besso sind fast so nah wie Weisshorn,

Matterhorn und Montblanc. Nach zweieinhalb

Stunden erreichen wir unser

Ziel. Der unspektakuläre Eingang ist von

Weitem kaum zu erkennen. Steht man

direkt davor, erinnert die Öffnung an ein

Haifischmaul. Der Zinalgletscher entstand

aus dem Zusammenfluss der drei

Gletscher Mountet, Durand und Cornier.

Die kalte Pracht erstreckt sich auf

einer Höhe zwischen 2000 und 3600

Meter über Meer. Die Gletscherzunge

entwässert in die Navisence, die in die

Rhone fliesst.

Bei einer senkrechten Eismauer deponieren

wir alles, was wir in der Höhle

nicht benötigen. Dann heisst es: Sesam

öffne dich! Wir schlüpfen hinein in die

Kathedrale aus Eis. Rasch gewöhnen sich

die Augen ans Dämmerlicht. So müssen

sich Polarforscher fühlen! Wir haben

Hühnerhaut. Nicht wegen der Kälte. Aus

Ehrfurcht! Das ganze Jahr beträgt die

Temperatur rund fünf Grad. Unter einem

Vorsprung, der zu schweben scheint,

robben wir in die Mitte der Kaverne.

Unter uns: puderfeiner Sand. Über uns:

Tonnen gefrorener Massen. Instinktiv

spüren wir den unsichtbaren Druck, blicken

verstohlen hinauf zur Decke. Hält

das kristalline Gewölbe? Es schimmert

in den verrücktesten Blau-, Grau-, Weissund

Grüntönen. Auch Rosa und Gelb

schimmern durch. Der Glaziologe weiss:

Die Farben hängen davon ab, wie stark

und dicht das Eis gepresst wurde und ob

darin Luft enthalten ist.

Noch vor drei Jahren, bei unserem letzten

Besuch, türmten sich hier riesige

Eiswürfel. Damals bot sich ein Bild wie

aus einem Science-Fiction-Film. Durch

schmale Ritzen konnte man immer tiefer

in das Innere des Gletschers vordringen.

Eine Schatzkammer nach der anderen

hiess einen willkommen. Nun sind die

Riesige

Schlunde

öffnen sich. Im

Innern funkeln

Kristalle wie

Diamanten

26


2

1

3

1 Jedes Jahr

bilden sich neue

Höhleneingänge. Nicht

alle Grotten sind begehbar.

2 Bächlein aus milchigem Gletscherwasser

fressen Furchen durch Eis und

Geröll. Der Sand ist fein wie Puderzucker.

3 Willkommen in der Unterwelt!

Wer den Zinalgletscher

erkundet, fühlt sich wie

ein Polarforscher.

27


1

2

GLETSCHER

Tunnel und Fenster verschwunden. Zu

tief senkte sich die Decke in den letzten

warmen Wintern. Auch wenn das Eis an

der dicksten Stelle rund 200 Meter beträgt,

schrumpft das frostige Herz des

Zinalgletschers unaufhaltsam. Vor allem

den Sommer mag der Walliser Eisriese

gar nicht. Dann «weint» er. 1850 war das

Naturwunder 9,2 Kilometer lang, im Jahr

2000 erreichte es eine Länge von 7,1 Kilometern.

Heute misst der Gletscher ungefähr

sechs Kilometer.

Der Klimawandel hinterlässt Spuren.

«Rund zwanzig Meter zieht sich der Gletscher

jährlich zurück», sagt der Mann,

der den Eingang zur eisigen Welt 1996

entdeckte. Rein zufällig. Stéphane Albasini

erinnert sich an den Moment, der

sein Leben veränderte: «Ich kam beim

Abstieg von der Cabane du Mountet

hier vorbei und erblickte eine geheimnisvolle

dunkle Öffnung. Ich wurde neugierig.»

Seither hat der Bergführer aus

Vercorin den Eispalast über 500-mal besucht.

Besichtigen kann man ihn nur zwischen

Dezember und März. Von Expeditionen

auf eigene Faust rät der Experte

ab. Siebzig Franken kostet die Gruppentour

pro Person. Sie ist ideal für Naturliebhaber,

die wenig Erfahrung mitbringen.

Jeden November macht sich Albasini

von Neuem auf die Suche nach den

Höhleneingängen. «Es ist wie bei einer

Wundertüte: Ich weiss nie, was mich

erwartet.» Überraschungen lauern auch

im Innern. Haben sich weitere Gänge,

Schlunde und Hallen gebildet? Wie ist

das Eis beschaffen? Wo fliesst das

Schmelzwasser durch? Das Naturphänomen

hat seine eigenen Gesetze.

Info

Tour zum Zinalgletscher

Mitte Dezember bis Mitte März mit Bergführer

Stéphane Albasini, nach Voranmeldung.

Treffpunkt in Zinal, Start: 9.30 h.

Schneeschuhe können gemietet werden.

Lunch und Kamera nicht vergessen!

www.valdanniviers.ch

1 Mystisch:

Wer durch den Eingang

schlüpft, betritt ein

Reich, in dem die Zeit stillsteht.

Rund fünf Grad Celsius beträgt die

Temperatur im Innern des Eisriesen.

2 Die Schneeschuhtour ins malerische

Val d’Anniviers führt vorbei an

Gletscherbächen, die skurrile

Formen in den Schnee

fressen.

28


Rezepte der Starchefs.

Jetzt

online

– Täglich! –

www.gaultmillau.ch


Hoch hinaus! Tom Lüthi hat den Sprung in die Königsklasse

des Motorsports geschafft: Ab nächstem

Jahr fährt er in der MotoGP-Klasse. Auch in

seiner Freizeit liebt er die Höhe – vor allem den

3330 Meter hohen Mont Fort oberhalb Verbier.

Der Berner hat hier seine zweite Heimat und

Freunde gefunden. Denn er verbringt viel seiner

freien Zeit in der Ferienregion 4 Vallées.

DESTINATION

Verbiers

Adoptivsohn

Interview: Monique Ryser

Foto: Sedrik Nemeth

30


31

Tom Lüthi zuoberst

auf dem Gipfel des

Mont Fort. Hier startet

eine der schönsten

und steilsten

Freeridepisten.


1

2

DESTINATION

3

1 Tom Lüthi mit seinen Freunden

Véronique und Patrick Fellay und

dem Wirt des Pistenrestaurants

Le Dahu, Claude-Alain Besse (r.).

2 + 3 Tom im Skigebiet der 4 Vallées,

das auch viele Freeride-Möglichkeiten

bietet. 4 Tom Lüthi gehört

im «Le Dahu» zur Familie und

hilft schon mal dem Pizzaiolo beim

Pizzamachen.

4

Martigny

4 Vallées

Sitten

4 Vallées

32


Fotos HO (2)

Es ist immer ein bisschen

wie Heimkommen.

Wenn

Tom Lüthi nach Verbier

fährt, wohnt er bei seinen

Freunden Véronique und

Patrick Fellay. Die drei

kennen sich seit Jahren.

Fellays, die eine Immobilienagentur

besitzen, wollten vor Jahren

Sponsor von Tom Lüthi werden. «Das

war dann aber doch etwas teuer», erinnert

sich Patrick mit einem lauten Lachen.

So unterstützten sie das damalige

Jungtalent halt im Rahmen ihrer Möglichkeiten

– genau so wie zu Anfang von

Lüthis Karriere die Einwohner und Einwohnerinnen

seines Heimatdorfes Linden

BE mit kleinen Beträgen die Rolle

der Sponsoren übernahmen. Tom Lüthi,

heute 30-jährig, hat die Gabe, die Menschen

in seinem Umfeld mit seiner Bescheidenheit,

Ernsthaftigkeit und Höflichkeit

einzunehmen. Starallüren sind

im fremd. Noch immer wirkt er jungenhaft,

obwohl er sich seit dem Gewinn des

WM-Titels in der 125er-Klasse im Jahr

2005 durchbeissen sowie Verletzungen

und Rückschläge verarbeiten musste.

Doch jetzt hat er den Gipfel erreicht: Er

steigt in die Königsklasse des Motorsports

auf und startet ab nächstem Jahr

in der MotoGP-Klasse. «Es war nicht immer

einfach, aber wenn man etwas wirklich

will, muss man dranbleiben und hart

an sich arbeiten», sagt er.

Dieser Erfolg löst in seinem Wohnort Linden,

wo er gerade ein neues Haus bezogen

hat, grosse Freude aus: Noch immer

werden dort alle Rennen auf Grossleinwand

übertragen. Doch eben, nicht nur

Linden fiebert mit, auch Verbier. «Wenn

Tom ein Rennen hat, ist hier das ganze

Ein Skilift ist

nach Tom

benannt, und

im Restaurant

weiss man

genau, was er

gernhat

Dorf aus dem Häuschen», sagt Fellay.

«Für uns ist Tom einer von uns – wir haben

ihn hier oben ganz einfach adoptiert.»

Der so Gelobte schmunzelt. «Ja,

das stimmt. Ich habe hier viele Freunde,

und es scheint wirklich, als ob das ganze

Dorf mit mir mitleidet und mitfeiert.» So

haben er und sein heutiges Team Car-

Xpert Interwetten Moto2 auch die aktuelle

Saison im Pistenrestaurant Le Dahu

in La Chaux, Verbier eingeläutet. «Er ist

einer von uns», sagt Claude-Alain Besse,

Besitzer und Wirt des «Le Dahu». So

weiss Besse auch, dass Tom am liebsten

zuerst einen Salat und dann die Pizza des

Hauses isst und dazu das in Flaschen abgefüllte

Quellwasser trinkt. «Und auch

ein Glas Wein, wenn er frei hat.»

Man merkt: Tom Lüthi ist in seiner Freizeit

sehr oft in Verbier. Kein Wunder:

«Bereits als ich Kind war, kamen meine

Eltern mit uns hier in die Region 4 Vallées

in die Ferien. Wir waren oft in Siviez,

das war absolut ideal für uns Kinder. Das

Skigebiet der 4 Vallées ist eines der

schönsten, und es hat Pisten für wirklich

alle Stärkeklassen.»

So ruhig und bedächtig er im Gespräch

auch wirkt, zieht er seine Ski an, liebt er

wie auf den Rennpisten das Fahren am

Limit: «Am liebsten starte ich am Mont

Fort in die Freeridepiste Gentianes-Tortin.»

Die Piste ist aus gutem Grund nicht

präpariert. Kein Ratrac schafft dieses

Gefälle. Auch der Mont Gelé, ebenfalls

ein Mekka für sehr gute Freerider, ist ein

Lieblingsspot. Der Mont Gelé ist der

Gipfel in der Region, von dem aus man

eine Aussicht auf die ganze Region der

4 Vallées hat und sieht, wie die Täler

durch Lifte und Bergbahnen verbunden

sind. Das Panorama vom Mont Fort aus

ist ebenso eindrücklich: Wo sonst hat

man schon Matterhorn und Montblanc

im Blickfeld?

Damit sich auch weniger gute Skifahrer

ein bisschen wie Tom Lüthi fühlen können,

wurde der neue Lift La Chaux 2

nach ihm benannt. Somit steht er in gleicher

Reihe wie James Blunt, der ebenfalls

einem Lift seinen Namen gegeben

hat. Auch der englische Musikstar ist oft

in Verbier, besitzt hier gar ein Chalet und

schätzt die Diskretion, die es ihm erlaubt,

ungestört einen grossen Teil des

Jahres zu verbringen.

Noch kann Tom Lüthi die Ski nicht anschnallen:

Die Saison geht bis Mitte November,

und er hat zwischen den Rennen

jeweils nur ein paar Tage frei. Klar ist, dass

er auch keine allzu grossen Risiken eingehen

sollte, die zu einer Verletzung führen

könnten. «Ja, ich habe Auflagen, aber das

Skifahren kann man mir nicht verbieten,

ich liebe es zu sehr, es ist eine Riesenleidenschaft

von mir», stellt er klar. Er

schätzt, dass ihm sein Manager Daniel M.

Epp, der ihn vor mehr als zehn Jahren

entdeckt und gefördert hat, viele Arbeiten

abnimmt, die Termine koordiniert und

mit ihm einen Zeitplan ausarbeitet, der

genügend Ruhephasen zulässt. Trotzdem

will Patrick Fellay wissen, wann er denn

das nächste Mal nach Verbier komme.

«Bald schon, nach der Saison sicher auch

etwas länger», stellt Tom in Aussicht. Die

Saison ist am 12. November mit dem Rennen

in Valencia fertig. «Dann werden die

Ski montiert!»

33


4 Vallées: Wintersport-Eldorado

DESTINATION

ÜBERNACHTEN

W Hotel (1)

Erst vor Kurzem wurde das Fünfsternehaus

als Switzerland’s Leading Resort

mit dem Travel Award ausgezeichnet.

123 Zimmer und Suiten.

www.wverbier.com

Nendaz 4 Vallées & Spa

Direkt neben dem Skilift lockt das Viersternehotel

mit alpiner Moderne und

grosszügigem Spa.

www.hotelnendaz4vallees.ch

La Tzoum’Hostel und Chalet

Das La Tzoum’Hostel in La Tzoumaz ist

bei Backpackern, aber auch bei Familien

beliebt. Gemütlich und Lagerfeeling.

www.tzoumhostel.ch

Iglusaq

Die Chalets in Veysonnaz haben Minergie-Standard

und wurden mit zertifiziertem

Schweizer Holz gebaut.

www.iglusaq.ch

Ferienwohnungen

Familien bevorzugen oft eine Ferienwohnung.

Die Region 4 Vallées hat ein grosses

Angebot, auch mit Hotelservice.

www.wallis.ch/buchen

Mont-Rouge

Der Chefkoch Loris Lathion veredelt

regionale Produkte zu saisonalen Gourmetmenüs.

15 Gault-Millau-Punkte.

www.mont-rouge.ch

Le Pas’sage

Direkt von der Skipiste auf die Terrasse

des «Pas’sage» in Thyon, und man hat

freie Sicht aufs Matterhorn und die Dent

Blanche. Serviert werden traditionelle

Walliser Gerichte.

www.passage-thyon.ch

Raclette und Trockenfleisch (4 und 5)

Das Bagnes-Tal ist ein Mekka für Raclette-Fans.

Hier wird der schmelzige

Käse produziert, und zu kaufen gibt es

ihn in jeder Käserei. Täglich geniessen

und mit nach Hause nehmen – auch das

Walliser Trockenfleisch!

www.chaumiere-philippe-blanc.ch

Le Rouge (6)

Der Club La Luge im Le Rouge in Verbier

hat eine tolle Terrasse und eine Bar. Hier

geht bis spätabends die Post ab.

www.lerouge-verbier.com

SPORT

3

1

ESSEN UND

TRINKEN

La Table d’Adrien

In intimem Ambiente werden die kulinarischen

Kunstwerke des Chefkochs Mirto

Marchesi zum Gastronomieerlebnis.

17 Gault-Millau-Punkte, 1 Michelin-Stern.

www.chalet-adrien.ch

Chalet de Flore (2)

Das Tea-Room im Hotel Chalet de Flore

in Verbier ist der richtige Ort, um sich

mit einer heissen Schoggi aufzuwärmen.

www.chalet-flore.ch

Ski- oder Schneeschuhwandern (3)

In Begleitung eines Wanderleiters oder

Bergführers können Skitourengänger

und Schneeschuhwanderer die Bergwelt

der 4 Vallées abseits der signalisierten

Wanderwege erleben.

www.guidedeverbier.ch

Schlitteln

Schlitteln à gogo: Von Savoleyres auf

2354 Metern gleitet man rasant mit dem

Schlitten nach La Tzoumaz über einen

der längsten Schlittelwege der Schweiz.

Die Piste überwindet auf einer Länge

von zehn Kilometern eine Höhendifferenz

von 848 Metern!

www.latzoumaz.ch

5

34


2

4

6

35

Fotos Verbier Promotion (5), HO


DESTINATION

Snowparks

Mit seinen Abschnitten «novice» (Anfänger),

«medium» (Fortgeschrittene) und

«pro» bietet der Centralpark von Thyon

Freestyling für jeden Geschmack und

jedes Niveau. Der Woodpark in Nendaz

ist in den letzten Jahren stetig gewachsen.

Heute stehen verschiedene Kicker,

Rails und Boxes zu Verfügung. Im

Snowpark von La Chaux in Verbier kann

man die Gesetze der Gravität an sich

selbst testen.

www.4vallees.ch/home/skigebiet/

snowparks

Freeride-Paradies (1 und 5)

Die Region ist ein Freeride-Paradies! Auf

den abgesicherten, aber nicht präparierten

Skipisten wie zum Beispiel den Gentianes

oder Plan du Fou. Wer sehr gut

fährt, macht die Abfahrt auf der Backside

Mont Fort, dem Mont Gelé, Vallon

d’Arby oder Gentianes-Tortin.

www.4vallees.ch/home/4-gebiete/

freeride

Kinder bis 6 fahren gratis und Skiline

Im Gebiet 4 Vallées fahren Kinder bis

zu 6 Jahren gratis. Zudem wurde das

System Skiline adoptiert. Das Skiline-

Höhenmeterdiagramm erlaubt, die gefahrenen

Höhenmeter und die Skitage

als Skiline-Höhenmeterdiagramm anzuzeigen.

www.4vallees.ch/home/skigebiet/

skiline

Schlittenhunde (4)

Warum nicht einmal in die Atmosphäre

des hohen Nordens eintauchen? Siebenbis

achtminütige Touren mit Hund und

Schlitten (Huskies aus Sibirien) auf der

Plaine de la Muraz. Jeden Dienstag zwischen

11 und 19 Uhr.

www.thyon.ch

Paragliding

Unter kundiger Anleitung und in Begleitung

eines erfahrenen Paragliders die

Berge von oben sehen – einem Adler

gleich.

www.flyverbier.ch

EVENTS

Polaris Festival (2)

Elektromusik mitten auf den Pisten:

Das ist das Polaris Festival vom 7. bis am

10. Dezember 2017. Die Hauptbühne ist

auf 2200 Metern beim Mouton Noir.

www.polarisfestival.ch

Xtreme Verbier

Die Freeride-Worldtour kommt zum

Saisonhöhepunkt nach Verbier. Nur die

Besten dürfen am Bec des Rosses starten.

Vom 31. März bis 8. April 2018.

www.freerideworldtour.com

Nachtskifahren (3)

Vier Nachtskifahrabende: am 6. Januar,

3. Februar, 3. März und 31. März 2018 in

Nendaz. Skifahren unter dem Sternenhimmel.

www.nendaz.ch

WM Ski Handicap

Die weltbesten Handicap-Skifahrer treffen

sich vom 14. bis am 18. Januar 2018

in Veysonnaz.

www.veysonnaz.ch

FIS Weltcup Snowboard Cross

Die Topathleten des Snowboard Cross

messen sich am 17. und 18. März 2018 in

Veysonnaz.

www.veysonnaz.ch

DIE REGION

Mont4Card – Spezialabo für Junge (6)

Das Gebiet der 4 Vallées umfasst die Ferienorte

Verbier, Nendaz, Thyon, Veysonnaz,

La Tzoumaz und Bruson. Das Skigebiet

verbindet mit seinen Bahnen und

Liften die verschiedenen Dörfer. Für junge

Skisportfans gibts die Mont4Card, ein

Jahresabonnement zum Sondertarif von

CHF 400.–. Neben dem Skifahren können

die Jugendlichen so auch im Sommer von

Angeboten wie dem Bikepark profitieren.

Erhältlich bis am 30. November 2017.

www.mont4card.ch

3

5

36


1

2

4

Fotos Verbier Promotion (4), HO (2)

6

37


INTERVIEW

Thomas Egger vor dem Wasserfall

in Turtmann. «Das ist nur eine

der versteckten Perlen, die das

Wallis zu bieten hat.»

38


Das

Kämpferherz

Die Gefahr ist gross, dass man als Lobbyist der

Berggebiete belächelt wird. Nicht so Thomas

Egger. Smart, charmant und voller Ideen hat er

sich als Kämpfer für die Randregionen positioniert.

Interview: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

Erst seit der Sommersession sitzt

der Visper Thomas Egger für die

CSP Oberwallis im Nationalrat

und gehört dort der Finanzkommission

an. In der Wandelhalle kennt man den

studierten Geografen und Politikwissenschaftler

bereits bestens: Seit 1996 arbeitet

er für die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft

der Berggebiete (SAB),

seit 2001 als deren Direktor. Dank der

schnellen Zugverbindung durch den

Lötschberg-Basistunnel pendelt er täglich

von seinem Wohnort Visp nach

Bern, wo die SAB ihren Sitz hat. «Kaum

zu glauben, aber ich bin schneller von

Visp unter den Alpen hindurch in Bern

als von Bern in Zürich», sagt der 50-Jährige.

Das Beispiel bringt er nicht von ungefähr.

Es heisst, ohne dass er es aussprechen

muss: «Hey, wir Bergler leben

dann im Fall nicht hinter dem Mond. Weder

geografisch noch anderweitig.»

Herr Egger, man sagt über Sie, Ihr

Parteiprogramm heisse «Berggebiet».

Sehen Sie Ihre Hauptaufgabe

darin, als Lobbyist in Bern möglichst

viel Geld für die Berggebiete abzuzügeln?

Geld, das notabene die Städte

erwirtschaften müssen?

Klar, das musste ja kommen. Ich sage klar

und deutlich: Nein! Die Berggebiete sind

nicht die Anhängsel der Städte oder deren

Naturpärke. Wir sind ein eigenständiger

Lebens- und Wirtschaftsraum. Was

wäre der Tourismus ohne die Berge? Wie

würde unsere Ernährung aussehen ohne

die Bergprodukte? Im Gegensatz zum

Mittelland haben wir einfach schwierigere

und eben auch teurere Bedingungen,

beispielsweise bei der Erschliessung

oder der Infrastruktur. Zudem sind wir

früher als andere Regionen mit den Folgen

des Klimawandels konfrontiert.

Ist der Klimawandel der Killer des

Wintertourismus in den Bergen?

Er ist eine Herausforderung, aber er

bietet auch Chancen. Nehmen wir im

Wallis den Rhonegletscher oder den

Aletschgletscher. Diese sind mächtige

Zeugen des Klimawandels. Beide sind

gut erschlossen und könnten beispiels -

weise dazu dienen, unseren Gästen die

Herausforderungen des Klimawandels

und Lösungsansätze näherzubringen.

Wir müssen uns an diese veränderte Realität

anpassen und dies auch unseren

Gästen erklären. Die Gäste interessieren

sich sehr für diese Zusammenhänge.

39


Wie können solch neue Modelle aussehen?

Wir müssen vermehrt regional denken

und regional zusammenarbeiten. Die

hoch gelegenen Gebiete mit Schneesicherheit

müssen diesen Vorteil ausspielen.

Aber sie müssen sich mit den

tiefer gelegenen Regionen, die ein komplementäres

Angebot zur Verfügung

stellen, zusammentun. Hoch oben fährt

man Ski und Snowboard, kann das ganze

Schneevergnügen geniessen. Das

Wallis ist hier ja privilegiert: Zermatt und

Saas-Fee sind dank ihren Gletschern

sehr schneesicher, man kann gar das

ganze Jahr skifahren. Die meisten Walliser

Skigebiete liegen über 1500 Meter,

neun davon gar über 3000 Meter. Das

sind gute Voraussetzungen.

Was meinen Sie mit Gesundheitstourismus?

Die Schweiz hat die Wellness-Welle leider

verpasst. Süddeutschland und das

Südtirol waren schneller und haben diesen

Markt für sich in Beschlag genommen.

Nun gilt es, den nächsten Trend

vorwegzunehmen. Aufgrund des demografischen

Wandels werden die Gäste

immer älter, aber auch immer gesundheitsbewusster.

Sie wollen Angebote,

die gesundheitsfördernd und medizinisch

unterlegt sind. Das ist ein grosses

Potenzial. In Leukerbad wurde denn

auch eine neue Klinik eröffnet, und die

Bäder von Saillon haben sich ebenfalls

neu ausgerichtet und in eine neue Anlage

investiert. Dieser Bereich wird zunehmen,

und ich wünsche mir, dass wir dabei

zu den «First movern», also zu den

Ersten gehören, welche die Zeichen der

Zeit erkennen. Eigentlich müssten wir

gar nicht weit suchen: Die Bergregionen

haben eine grosse Tradition mit Kurhäusern

und Sanatorien. Noch bis vor fünfzig

Jahren war es ein wichtiges Marktsegment.

«Wissen Sie,

wie gut es tut,

aus der

Nebelsuppe

im Mitteland

herauszukommen?»

INTERVIEW

Und was machen die tiefer gelegenen

Regionen?

Ski und Snowboard verlieren leider aufgrund

der veränderten Kundenbedürfnisse

laufend an Marktanteilen. Gefragt

sind heute Winterwanderwege, Schneeschuhtrails

und Langlaufloipen in unberührter

Natur. Für diese Freizeitaktivitäten

braucht es nicht meterhohen

Schnee. Gefördert werden sollten auch

Angebote, welche die Kulinarik und die

traditionelle Herstellung von Lebensmitteln

in den Vordergrund stellen. Auch

der Gesundheitstourismus ist ein Riesenmarkt.

Hier ist das Wallis ebenfalls

reich beschenkt: Wir haben Thermalwasser

gleich über den ganzen Kanton

verteilt mit Thermalbädern von nationaler

Bekanntheit.

Wir haben jetzt immer vom Winter

gesprochen. Wie steht es mit dem

Sommertourismus?

Der wird zunehmend wichtiger. Wir sprachen

von der Klimaerwärmung. Die spüren

nicht nur wir in den Bergen stark,

sondern auch die südlichen Länder: Vielen

Ferienhungrigen wird es im Sommer

am Mittelmeer zu heiss sein. Dann

haben wir wieder einen Wettbewerbsvorteil,

da es in den Bergen viel angenehmer,

da etwas kühler ist. Aber wir müssen

auch den Frühling und den Herbst

nutzen. Jetzt im November liegt ja fast

täglich eine Nebeldecke über dem Mittelland.

Wissen Sie, dass es im Wallis

300 Sonnentage im Jahr gibt? Wissen

Sie, wie gut es tut, aus dieser Nebelsuppe

rauszukommen? Und das erst noch

schnell und bequem mit dem Zug.

Tourismus ist nur einer der Wirtschaftsfaktoren

in den Berggebieten.

Was ist mit den Arbeitsplätzen für

die Einheimischen? Die Berggebiete

kämpfen auch mit Abwanderung.

Ich habe vorhin den Gesundheitstourismus

erwähnt – das ist ein boomender

40


mal, am besten etwas, das auch noch die

Neugier der Menschen anregt. Ich bin

sehr froh, dass die Walliser beschlossen

haben, die Förderung und Promotion

des Kantons in einer Organisation zusammenzuschliessen.

Die Herausforderungen,

die wir haben, lassen sich meistern,

wenn Tourismus, Landwirtschaft,

Industrie und Gewerbe gemeinsam auftreten.

«Gärtlidenken» geht einfach

nicht mehr.

Markt, und mit der Demografie und dem

steigenden Gesundheitsbewusstsein wird

das zu einem starken Ausbau des Sektors

führen. Dazu kommt aber noch etwas

ganz anderes: Die Menschen wollen

künftig eine bessere Work-Life-Balance

haben. Dank der Digitalisierung eröffnen

sich uns da grosse Möglichkeiten.

Das müssen Sie genauer erklären.

Ob Sie nun von Troistorrents aus arbeiten

oder in Zürich im Büro sitzen, spielt

für viele Berufe und Jobs keine Rolle

mehr. Die Arbeit verändert sich: Teilzeitarbeit,

Arbeiten von zu Hause aus, mehr

Jobs, die ortsunabhängig sind – all das

nimmt zu, die Digitalisierung machts

möglich. Ich bin auch überzeugt, dass

sich die Schule verändern wird, Schülerinnen

und Schüler werden vermehrt

von zu Hause aus lernen und nicht jeden

Gastfreundschaft: Einen Schluck

Walliser Wein bekommt man immer

offeriert – auch von Thomas Egger.

Tag alle zur selben Zeit zur Schule müssen.

Wir brauchen deshalb überall Glasfaserkabel

und ein 5G-Netz. Das Oberwallis

baut zusammen mit der Swisscom

ein flächendeckendes Glasfasernetz.

Ziel ist, dass in jedem Tal und jedem

noch so kleinen Ort die digitale Infrastruktur

top ist. Das sind gute Voraussetzungen

für neue Modelle der Zukunft.

Auch die Mobilität verändert sich …

… ja, und auch das sind grosse Chancen

für uns. Stellen Sie sich vor, die Aletsch

Arena wäre die erste Region mit selbstfahrenden

Elektrobussen. Die Post testet

ja ein solches Fahrzeug in Sion. Wenn

nun eine Region sagt, diese neue Möglichkeit

setzen wir konsequent um, dann

würden Sie doch dorthin gehen und sich

das anschauen, oder? Jede Region

braucht künftig ein Alleinstellungsmerk-

41

Die Berggebiete und vor allem auch

das Wallis sind ja bereits heute mit

den Pumpspeicherwerken die Batterien

und Stromlieferanten der

Schweiz. Nun wird diskutiert, die

Wasserzinsen zu senken, also den

Zins, den die Stromproduzenten den

Gemeinden und dem Kanton für

die Nutzung des Wasser abgeben

müssen.

Da werde ich mich im Parlament mit aller

Kraft wehren. Nur weil unsere Nachbarländer

eine verfehlte Energiepolitik

betreiben und einige wenige Energieunternehmen

Probleme haben, ist das kein

Grund, den Berggebieten die Abgeltung

für die Nutzung der Ressource Wasser

wegzunehmen. Ich bin auch überzeugt,

dass sich die Situation in einigen Jahren

wieder ändern wird. Strom aus Pumpspeicherwerken

ist sauber, sicher und

dann abrufbar, wenn man ihn braucht.

Das ist einmalig im Bereich der sauberen

Energie. Unsere Stauseen und die

Stromproduktion haben übrigens auch

ein riesiges touristisches Potenzial. Warum

vermarkten wir unsere Seenlandschaft

nicht grossflächig und konsequent?

Es interessiert die Gäste, wie das

Wasser durch kilometerlange Stollen geführt

und Strom produziert wird. Die

Bau werke der Wasserkraftproduktion

sind wahre Meisterleistungen der Ingenieurskunst,

auf die wir stolz sein dürfen

und die wir unseren Gästen ebenso stolz

präsentieren dürfen.


PORTFOLIO

Morgendämmerung über

dem Matterhorn. Fotografiert

vom Gornergrat aus.

42


S T E R N E N H I M M E L

Magisch

Geduld, Ruhe und Kälteresistenz.

All das ist nötig, um die Millionen von

Sternen in einem Bild festzuhalten.

Der Tod seines Vaters brachte

den Fotografen Markus Eichenberger

dazu, in den Himmel zu schauen.

Fotos: Markus Eichenberger

43


PORTFOLIO

44


45

Die Bergstation Bettmerhorn leuchtet

wie eine soeben aus den Tiefen des Weltalls

gelandete fliegende Untertasse.


Der Sichelmond mitten in der Nacht

über dem Eggishorn. Wie ein Scherenschnitt

zeichnen sich die Steinmännli ab.

PORTFOLIO

46


47


PORTFOLIO

48


49

Die Milchstrasse über Bellwald.

Im alten Griechenland nannte man

sie Galaxis. Man dachte, dass

die Götter Milch ausgeschüttet hätten.


PORTFOLIO

Der Sternenjäger auf

nächtlicher Pirsch

Text: Monique Ryser

An der linken Hand trägt Markus

Eichenberger einen auffälligen

Ring: Der in Silber gefasste indische

Rubin begleitet ihn seit über

zwanzig Jahren, seit seiner ersten grossen

Reise. «Es ist mein Glücksring», sagt

der 46-jährige Fotograf. Und er erinnert

ihn immer an das, was er sich schon als

junger Mann vorgenommen hat: die Welt

entdecken, in andere Kulturen und

Sphären eintauchen, neue Erfahrungen

machen. «Viele erzählen mir, dass sie

dann nach der Pensionierung grosse Reisen

in fremde Länder machen wollen.

Ich habe entschieden, dass ich damit

nicht warten will, denn jede Erfahrung,

die ich mache, jedes Abenteuer, das ich

erlebe, macht doch mein ganzes restliches

Leben reicher und erfüllter. Wieso

also aufschieben?» Bereits mit 26 reiste

er 15 Monate über Land – von Südafrika

und dem Mittleren Osten nach Indien.

Danach wechselten sich Arbeit und Reisen

ab, bis er als Projektleiter im Finanzbereich

nach Asien übersiedelte. «Ich

wollte Länder nicht nur bereisen, sondern

voll und ganz eintauchen», erklärt

er. Er lebte in Peking, als er sich seine

erste Kamera kaufte. Zuerst fotografierte

er Land und Leute, vertiefte sich ins

Erlernen der Fotografie. Und bekam den

Auftrag, vor den Olympischen Spielen in

der chinesischen Hauptstadt sämtliche

31 Stadien zu fotografieren. Die Bilder

wurden über Getty Images weltweit verbreitet,

und für Markus Eichenberger

war klar: Er wollte ganz auf die Karte

Fotografie setzen.

Zu den Erfahrungen des Lebens gehört

auch der Tod. «Als mein Vater starb, hat

mich das sehr aufgewühlt.» Markus

Eichenberger schaute viel in den Himmel,

auch nachts. «Als Kind wird einem

ja gesagt, dass der Verstorbene nun

einer der Sterne sei. Das tönt kitschig,

aber das war der Grund, dass ich mich

mit dem Sternenhimmel zu befassen begann»,

erzählt er. In den Bergen, mitten

in der Nacht, umhüllt von Dunkelheit

und beschützt vom Sternendach, fühlt

er sich seither in seinem Element.

Besonders geniesst er das nächtliche

Naturschauspiel auf dem Bettmer- und

dem Eggishorn. «Das Erlebnis mit dem

Aletschgletscher zu Füssen und den

Sternen über dem Kopf ist einmalig.»

Wenn er Gäste aus Asien habe, komme

er mit ihnen immer in die Aletsch Arena.

«Der Gletscher, die urtümliche Natur

und die reine Luft sind einfach atemberaubend.

Da werden alle immer ganz still,

andächtig und demütig.»

Dieses Gefühl von Ruhe, die Ehrfurcht

und das Staunen will er auch anderen

weitergeben und lädt deshalb zu nächtlichen

Kursen ein. «Mein Ziel ist, dass alle

ein schönes, professionelles Bild nach

Hause nehmen», so Eichenberger. Aber

die vier bis zehn Teilnehmerinnen und

Teilnehmer sollen es auch gemütlich

haben. «Wir essen zusammen, ich offeriere

immer eine gute Flasche Walliser

Wein und rate allen, sich zwischendurch

einfach auf den Rücken zu legen und in

den Himmel zu schauen.» Im Winter

habe die Milchstrasse mehr Tiefe, im

Sommer sehe man dagegen oft Sternschnuppen.

Für Eichenberger, der sonst

allein unterwegs ist, sind die Kurse ebenfalls

ein Erlebnis. «Ich lerne immer etwas,

oft sind auch Hobby-Astronomen dabei,

die alle Sternbilder kennen.» Die nächsten

Workshops finden um den Neumond

im Januar bis zum März 2018 statt.

Infos: www.aletscharena.ch

oder www.chasingstars.club

50

«Den Aletschgletscher

zu Füssen und

das Sternendach

über

dem Kopf ist

einmalig»

Markus

Eichenberger

Fotograf Markus Eichenberger in der

Aletsch Arena. Seine Zeitraffervideos vom

Sternenhimmel haben an internationalen

Festivals Preise gewonnen.

www.markuseichenberger.com


51

Ein Teilnehmer des Chasing-Stars-Workshops

auf dem Bettmerhorn. Markus

Eichenberger ist darum besorgt, dass alle

ein tolles Bild nach Hause nehmen.


HIGHTECH

1

52


F L I E G E N M I T S T R O M

Walliser Know-how

für die Flugindustrie

Per Elektroflugzeug von Visp nach Zürich in 30 Minuten:

«Keine Utopie, sondern in ein paar Jahren Realität»,

sagt Thomas Pfammatter, einer der Gründer von H55.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

2

1 Thomas Pfammatter mit dem

Silence Twister auf dem Flugfeld

Raron. Der Flieger wiegt mit 310 Kilo

nur halb so viel wie ein traditionelles

Akrobatikflugzeug. Zurzeit wird an

einem Zweisitzer gebaut. 2 Das

Batteriemanagementsystem – hier das

Display – ist das Herzstück des

Fliegens mit Strom. H55 ist führend in

der Entwicklung komplexer Systeme.

Thomas Pfammatter sagt von sich:

«Je meh Pfüüs, je besser.» Der

47-Jährige ist studierter Ökonom,

arbeitet Teilzeit als Helipilot bei der Air

Zermatt und ist Teil eines Teams, das die

dritte Revolution der Fliegerei umsetzen

will: Sie soll durch elek trischen Antrieb

sauber, sicher, leise, effizient und erschwinglich

werden. Das Team von H55

besteht neben Thomas Pfammatter und

seinem Freund Dominique Steffen,

Spezialist in Aerodynamik und Statik, aus

drei ehemaligen Solar-Impulse-Leuten:

André Borschberg, Pilot und Mitinitiant,

Sébastien Demont, Chef des Elektronikteams

von Solar Impulse, sowie Gre gory

Blatt, Marketing.

Die grösste Schwierigkeit des Fliegens allein

mit Strom sei das Batteriemanagementsystem,

erklärt Pfammatter. «Die zusammengeschlossenen

Batterien müssen

gleichmässig auf- und entladen werden.»

Einen Ausfall kann man sich in der Luftfahrt

nicht leisten, also müssen die Systeme

jederzeit funktionieren, müssen redundant

und permanent überwachbar

53

sein. Mit Akrobatikflugzeugen werde getestet,

da diese nur rund eine halbe Stunde

in der Luft seien – ideal, um die neue

Technologie auszuprobieren. «Wir arbeiten

nicht nur an der Energie, sondern

auch am Material und der Aerodynamik»,

so Pfammatter. Er ist überzeugt, dass es

in einigen Jahren möglich sein wird, ein

mehrsitziges Flugzeug auf Kurzstrecken

einzusetzen. «Das ist nicht nur ökologischer,

sondern auch günstiger. Mit einem

Kilometerpreis von siebzig Rappen ist es

nicht teurer als ein Auto.» Die Flugindustrie

rechnet damit, ein Prozent des

Strassenverkehrs zu ersetzen. «Das sind

85 Millionen Fahrzeuge!»

Ziel von H55 ist es, die Technologie dazu

zu liefern. «Die Schweiz ist punkto Ingenieurwissen

weltweit Spitze. Dem Kanton

Wallis sind wir sehr dankbar: Energypolis,

die Stiftung für Innovation The

Ark und Business Valais sind Mitstreiter!»

Und woher kommt der Strom? «Wir

haben kein Energieproblem. Wenn erst

alle Dächer Fotovoltaik-Anlagen haben,

gibt es mehr als genug Energie.»


© Grande Dixence SA – Photo : essencedesign.com – dpicard.ch

Der Klub der Unternehmen Wallis fördert die intersektorielle Promotion eines innovativen und leistungsstarken

Wallis. Die Mitgliederunternehmen leisten mit ihrem Engagement einen Beitrag zur Entwicklung

des positiven Images des Wallis und dessen Positionierung als bedeutender Wirtschaftsstandort.

Mitglieder des Klubs der Unternehmen Wallis


In Zusammenarbeit mit dem Klub der Unternehmen

Handwerkskunst

Foto David Bumann, Sedrik Nemeth, HO

Die neue Kreuzungsstelle auf der Matterhorn–

Gotthardbahn-Strecke im Vispertal.

Wallis realisiert

erste Etappe

Brig | 2014 haben die Stimmberechtigten

der Finanzierungsvorlage für den Ausbau

der Bahninfrastruktur (FABI) zugestimmt.

Mit der Kreuzungsstelle Sefinot im Vispertal

auf der Strecke der Matterhorn Gotthard

Bahn (MGBahn) wurde das erste von

rund 65 schweizweiten Projekten des ersten

Ausbauschritts 2025 in Betrieb genommen.

Die Strecke zwischen Visp und

Zermatt ist der meistbefahrene Abschnitt

auf dem grösstenteils einspurigen Streckennetz

der MG Bahn. Seit der Eröffnung

des NEAT-Abschnitts durch den Lötschberg

vor zehn Jahren hat die Nachfrage

auf dem gesamten MGBahn-Netz stark

zugenommen. Deshalb herrscht seit Ende

2014 Halbstundentakt zwischen Fiesch

und Zermatt mit optimalen Anschlüssen

in Visp nach Bern und Genf. Neben Sefinot

werden bei St. Niklaus im Mattertal

und in Lax im Goms zwei weitere Kreuzungsstellen

gebaut. Die neuen Kreuzungsstellen

sorgen für ein deutliches Plus

bei der operativen Stabilität und bieten

Chancen, das bestehende Angebot kundengerecht

weiter auszubauen.

www.mgbahn.ch

Sion | Die Herausforderungen waren

gross, doch die handwerklichen Fähigkeiten

der Metallbaukonstrukteure von

Bitz & Savoye SA grösser. Sie verbanden

für die Mediathek des Kantons Wallis

zwei alte Zeughäuser mit einem modernen

Metallbau aus spiegelglanzpoliertem

Stahlblech, das äusserst empfindlich

ist. Zudem hat das Zwischengebäude

die Form einer Falte bestehend aus

Dreiecken, also eine hoch komplizierte

Geometrie. Die Stockwerke der beiden

alten Gebäude befanden sich nicht auf

gleichem Niveau, und dass noch Lichtschächte

eingebaut werden mussten,

machte die Aufgabe auch nicht einfacher.

Entwickelt wurde das Projekt

«Le Pli» von den Architekturbüros

Meier + associés architectes aus Genf

und Cagna + Wenger aus Sion.

www.bitz-savoye.ch

Spiegelglanzpoliertes Stahlblech:

«Le Pli» bei der Mediathek in Sion.

Glänzende

Leistung für

die Mediathek

Mit myglass.ch gibts auch für Private

bedruckte Gläser. Bereits ab 60 Stück.

Mein Glas,

dein Glas

Sierre | Für das Hochzeitsfest, den runden

Geburtstag oder den Firmenapéro:

myglass.ch ermöglicht das Bedrucken

von Trinkgläsern mit bis zu sechs Farben

und bereits ab 60 Stück. «Damit ermöglichen

wir das Personalisieren von

Gläsern auch Privaten», erklärt David

Naselli, Marketingchef der Walliser

Firma Univerre. Das gewünschte Logo

oder der Schriftzug wird im Siebdruckverfahren

aufgedruckt, die Lieferzeit

beträgt lediglich zehn Tage. Kundinnen

und Kunden können aus einer grossen

Anzahl Glasarten, -formen und -qualitäten

auswählen. «Ausser uns bietet das

weltweit niemand an», sagt Naselli. Die

Firma Univerre betreibt in der Schweiz

ein Glasveredelungszentrum und erweitert

mit myglass.ch das An gebot in diesem

Bereich. 1984 in Sierre gegründet,

ist Univerre einer der grössten Glasdistributoren

der Schweiz. 145 Millionen

Einheiten werden jährlich zu Kunden

gebracht. Zudem betreibt Univerre in

Sierre die grösste industrielle Flaschenwaschanlage

der Schweiz.

www.myglass.ch

WIRTSCHAFT

55


E N E R G Y P O L I S

Eine Frau

mit einer Mission

Den CO2-Ausstoss reduzieren. Schnell und

gründlich. Das will Professorin Wendy Lee Queen.

Deshalb ist sie ins Wallis gezogen – um im

Kompetenzzentrum Energypolis zu forschen.

Text: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

FORSCHUNG

Wendy Lee Queen arbeitet in

einem Fachgebiet, das eigentlich

nur Spezialisten verstehen.

Doch die Professorin hat grosses

didaktisches Talent. «Don’t panic», sagt

sie als Erstes, «es ist ganz einfach: Stellen

Sie sich einen Schwamm vor. Wie ein

Schwamm in der Küche, der viel Wasser

aufsaugen kann. Was wir in unserer Forschung

machen, sind Schwämme, die

statt Wasser CO 2 aufsaugen, damit es

nicht in die Atmosphäre gelangt.» Wissenschaftlich

korrekt heisst das dann

Forschung im Bereich Design und Produktion

von hybriden organischen/metallischen

Materialien, einsetzbar bei der

Trennung von Gasgemischen, der Lagerung

von kleinen molekularen Einheiten

und der Katalyse. Ziel der zehnköpfigen

Forschergruppe von Wendy Lee Queen

ist es, das poröseste, also aufnahmefähigste

Material herzustellen. Bereits

gibt es eine Substanz, die mit nur einem

Gramm Gewicht eine Aufnahmefläche

von 7000 Quadratmetern ersetzen kann.

«Der CO 2 -Ausstoss durch fossile Energien

und der damit verbundene Klimawandel

sind von epidemischem Ausmass»,

so die Forscherin. Um dagegen

anzukämpfen, müssten saubere Energien

gefördert und die Energienutzung

viel effizienter werden. «Wir wüssten,

was wir dagegen tun können, tun es aber

nicht. Aus Ignoranz, und weil wir denken,

dass es uns zu viel kostet.»

Heute werden 10 bis 15 Prozent des gesamten

Energieverbrauchs für die unterschiedlichsten

industriellen Separationsprozesse

verwendet. Viel energieeffizienter

ist die «Schwamm-Methode». Und

deshalb wünscht sich die engagierte

Frau, dass sie bei einem weiteren globalen

Problem zum Einsatz kommt: dem raschen

und kostengünstigen Reinigen des

Trinkwassers von Metallen. «Verschmutztes

Trinkwasser ist eines der grössten

Probleme. Die Zunahme der fossilen

Energieproduktion und der Gebrauch

von Schwermetall in industriellen Prozessen

vergrössert es dramatisch.» Bis

jetzt fehlten aber schnell wirkende und

billige Säuberungsmechanismen.

Es ist nicht nur rein wissenschaftliches

Interesse, das die sportliche Professorin,

die in Champlan wohnt und oft mit

dem Velo zur Arbeit fährt, antreibt. «Die

Natur hat mir immer über schwierige Situationen

hinweggeholfen.» Deshalb ist

der Schutz der Natur für sie ein wichtiges

Anliegen, gar eine Pflicht. Und deshalb

engagiert sie sich so stark. Und weiter:

«Ich hatte immer Mentorinnen und

Mentoren. Jetzt ist es an der Zeit, dass

ich etwas zurückgebe und für andere

einstehe.»

Dass die mit vielen wissenschaftlichen

Preisen belobigte Forscherin von der renommierten

US-Universität Berkeley ins

Wallis kam, ist der Eidgenössischen

Technischen Hochschule Lausanne

(EPFL) zu verdanken, die in Sion eine

permanente Aussenstelle betreibt. «Ich

wollte diese Stelle unbedingt», so

Queen. Zusammen mit der Fachhochschule

für Ingenieurwesen HES-SO

Valais-Wallis und der Stiftung für Innovation

The Ark bildet sie den Campus

Energypolis. «Über 200 Menschen aus

40 Ländern forschen und arbeiten hier

in Sion», sagt Marc-André Berclaz, Direktor

der EPFL Valais Wallis. Sie hätten die

modernsten Laboratorien, und die Zusammenarbeit

der Partner ergebe wichtige

Synergien.

56


Energypolis

wurde vom Kanton

Wallis initiiert und wird von

der Stadt Sion unterstützt. Geforscht

wird in folgenden Bereichen:

CO 2 ausfiltern und als synthetischen

Treibstoff wieder nutzbar machen,

Speicherung von Energie,

Wasserstoffbatterie und

Gasspeicherung.

Professorin Wendy

Lee Queen im

Labor des Campus

Energypolis in Sion.

57


Sommelier Max Pochart im Weinkeller

des Château de Villa in Sierre.

Die Vinothek des Schlosses ist die

Schatzkammer des Walliser Weins.

WEIN

58


PASSION

Das Wallis und der Wein – das ist pure

Leidenschaft. Die lebt auch Sommelier Max

Pochart – obwohl er Franzose ist.

Text: Patrick Morier-Genoud Fotos: Sedrik Nemeth

59


WEIN

Das Wallis, das ist Sonne satt, und

das sind Berge – mal steil und

schroff, mal sanft und lieblich.

Das Wallis, das sind auch Männer und

Frauen, die auf den ersten Blick barsch

wirken mögen, aber zutiefst grosszügig

sind. Das Wallis, das sind Hügel, Flüsse

und schwarze Kühe, die auf Weiden mit

aromatischen Kräutern grasen und aus

deren Milch man schmackhaften Käse

macht. Traditionen und Bräuche gehören

ebenso dazu wie der Wein. Doch ist

der Weinbau nicht einfach eine landwirtschaftliche

Aufgabe, sondern es ist eine

leidenschaftliche Verbindung.

Um diese Alchemie zwischen Walliser

und Weinbau zu verstehen, kann man

natürlich in jedem Café ein Glas Weissen

oder Roten bestellen, oder man

kann zu «seinem» Weinbauern reisen

und bei ihm die Produkte degustieren.

Wer sich aber intensiv mit den Walliser

Weinen beschäftigen will, für den ist ein

Besuch des Château de Villa in Sierre

unumgänglich. Die Vinothek des Schlosses

ist die Schatzkammer des Walliser

Weins. Nicht weniger als 650 verschiedene

Sorten, die Zeugnis vom Wissen

von 110 Kellermeistern ablegen. Jede

Woche sind acht Weine in Flaschenqualität

von vier Produzenten im Fokus.

Ebenfalls testen können die Gäste

Branntweine aus Walliser Produktion,

teilweise gar mit Jahrgangsbezeichnung.

Max Pochart ist der Sommelier der

Vinothek. Er ist zwar Franzose, hat sich

aber in die Walliser Weine verliebt.

Diese Liebe geht so weit, dass er zu

seinen Besuchen in Frankreich mit

Flaschen aus dem Wallis anreist. Mit

Petite Arvine, Fendant, Humagne, Cornalin,

Syrah, Johannisberg, Heida, Pinot

oder Durize. «Das Wallis ist weltweit

einzig artig», erklärt Pochart. «Hier findet

man über 100 verschiedene Rebsorten.»

54 davon tragen das Ursprungslabel

AOC (Appellation d’Origine Contrôlée).

Pochart weiter: «Zwar sind einige der

Rebsorten sehr selten und werden nur

auf kleinen Parzellen angebaut. Aber

eine solche Diversität an Sorten ist wirklich

aussergewöhnlich.»

Grund dafür sind die speziellen klimatischen

Bedingungen. «Es ist eine der seltenen

Regionen, wo es keine Beschränkungen

für den Weinbau gibt.» So seien

etwa im Bordelais die Pinot-Trauben von

Fäulnis durch das Meeresklima bedroht.

Oder im Burgund könne eine Merlot-Traube

gar nicht reifen. «Im Wallis hin gegen

können wir alles anbauen, für jede Sorte

gibt es einen perfekten Platz.» Im Chablais

im Unterwallis wirkt das Klima des

Genfersees ausgleichend. Das Mittelwallis

ist sehr trocken und hat mehr Sonnenstunden

als die Mittelmeerstadt Algier!

Das Oberwallis wiederum pro fitiert vom

hochalpinen Klima. «Nicht zu vergessen

auch die Standorte mit Mikroklima wie

der Ort Visperterminen, wo der europaweit

am höchsten gelegene Weinberg

liegt», so Pochart. «Eine fantastische Diversität

auf knapp 50 Kilometer Länge.»

Der Sommelier erwähnt auch den Föhn,

der trocken und heiss ein wahrer Katalysator

für die Reifung der Trauben sei.

«Er hat auch eine gesundheitsfördernde

Wirkung, da er die Blätter abtrocknet

und so die Verbreitung von Krankheiten

hemmt.» Und auch wenn das vergangene

Frühjahr einen aussergewöhnlichen

Frosteinbruch gebracht hat, sei das

Wallis doch normalerweise auch von

exzessiven Kälteeinbrüchen oder von

Hagel verschont.

Für Pochart ist klar, dass die Walliser Weine

dank ihrer Unterschiedlichkeit jeden

Wunsch befriedigen können. «Fruchtig,

leicht, mineralisch, stark tanninhaltig, es

ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich

die Weine sind.» Das sei heute,

wo sehr viel Wert auf eine ausgewogene

Komposition von Gericht und Wein

gelegt werde, ein grosser Vorteil. «Egal

welche Küche, aus welcher Weltregion

sie auch stammt, kann von Walliser Wein

begleitet werden», ist er überzeugt.

Die 4800 Hektar Reben machen einen

Drittel der Schweizer Weinbaufläche

aus. Viele sind sehr kleinflächige Rebberge.

Fast jede und jeder besitzt durch

Erbgang eine kleinere oder grössere

Parzelle. In den Achtzigerjahren gehörten

die Walliser Weinbäuerinnen und

«Im Wallis gibt

es keine

Beschränkung.

Hier gedeihen

einfach

alle Sorten»

1 Max Pochart beim Degustieren

im Weinkeller.

2 Der Sommelier möchte dem

Fendant seinen Wert zurückgeben.

«Er ist der perfekte Wein für

einen Abend unter Freunden.»

3 Der Franzose Pochart hat

sich in die Walliser Weine verliebt.

Hinten seine Kollegin Lucie Liand.

1

60


2 3

Weinmuseum

Wallis

Hier erfährt man alles,

was man über den Walliser

Wein(bau) wissen muss. Mit Dauerausstellungen

an den zwei Standorten

Sierre und Salgesch, die über den

Rebwanderweg verbunden sind.

www.museedu vinvalais.ch

61


650 Sorten Walliser Wein lagern

im Château de Villa. In der Vinothek

können sie degustiert werden.

Infos: www.chateaudevilla.ch

WEIN

Weinbauern zu den Ersten, die ihre

Menge beschränkten, um besseren Wein

zu produzieren.

Doch Stillstand gab es nie, und auch

heute warten neue Herausforderungen.

«Die jungen Weinbauern achten mehr auf

das jeweilige Terroir und suchen sich die

genau dazu passende Rebsorte aus. Wie

bereits erwähnt, ist sehr vieles möglich,

das ist in etwa vergleichbar mit dem Burgund.

Wir sollten von dieser Diversität

profitieren.» Pochart ist aber auch überzeugt,

dass eine neue Rebsorte Einzug

halten wird: der Completer. Diese Sorte

ist eigentlich alt, wurde aber lange nicht

mehr angebaut, da sie zu viel Säure

aufwies. Durch Selektion ist aus der

ursprünglich aus dem Wallis stammenden

Rebsorte nun eine Rebe entstanden, die

heute vor allem im Bündnerland angebaut

wird. «Die Traube ist kraftvoll, hat

eine angenehme Säure und ist gehaltvoll.

Durch den Klimawandel werden wir Rebsorten

dieser Art brauchen», ist Pochart

überzeugt. Einige Winzer wie Marie-Thérèse

Chappaz oder die Kellerei Clos de

Tsampéhro haben sie schon angebaut.

«Der Walliser Weinbau ist dynamisch und

veränderungsbereit», lobt Pochart.

MAX POCHARTS LIEBLINGE

Der Cornalin

«Der Cornalin ist eine autochthone Rebsorte,

also eine direkt von hier. Er ist

etwas kapriziös und verlangt vom Weinbauern

viel Arbeit. Wir nennen ihn auch

roten Landwein. In den Fünfziger jahren

war er fast verschwunden. Der Cornalin

ist ein richtiger Walliser: etwas rustikal

und wild, aber wenn man ein bisschen

tiefer schürft, merkt man, dass er vollmundig

und grosszügig ist. Dann entdeckt

man auch das deutliche Kirscharoma.

Der Wein begleitet weisses und

rotes Fleisch sowie alle Walliser Trockenfleischspezialitäten.»

Der Fendant

«Der Ruf des Fendants hatte etwas

gelitten, weshalb bei der grossen Um-

stellung der Rebsorten in den Achtzigerjahren

viele Stöcke vernichtet wurden.

Aber der Fendant – aus Chasselas-

Trauben – ergibt einen wunderbaren

Wein für das gesellige Beisammensein.

Er ist ein Wein, den man unter Freunden

trinkt, ohne Chichi. Wir müssen ihm den

Wert zurückgeben, den er verdient. Vor

allem in einer Zeit, in der viele meinen,

nur ganz hochklassige Weine konsumieren

zu müssen.»

Der Heida

«Die Rebsorte Heida hat anbaumässig

bei den Weissweinen den grössten

Sprung nach vorne gemacht. Man nennt

ihn auch Païen – heidnisch. Es ist ein

Sauvignon Blanc, der auch unter dem

Namen Traminer bekannt ist. Der Wein

ist lebhaft und ziemlich trocken. Die

Rebsorte ist sehr komplex und reicht im

aromatischen Spektrum der Gewürznoten

über fruchtig, exotisch bis hin zu

mineralisch. Der Heida kann viele

Gerichte begleiten, so auch Käse oder

weisses Fleisch.»

62


WEIN-VIELFALT

www.walliserweine.ch

Petite Arvine

Egal, ob trocken oder natürlich

süss (flétri) – die Rebsorte Arvine bringt

Weine von internationalem Kaliber hervor

Fruchtnoten (Mango, Grapefruit, Rhabarber)

und erfrischende Säure Salziger Abgang

Zeichnungen Nigel Simmonds

Malvoisie

Der Malvoisie bringt

einerseits trockene Weine

mit Haselnussaromen,

reicher Struktur und einer

leicht bitteren Note hervor

Andererseits aber auch

natürliche Süssweine (flétri)

mit Noten von Quitte,

Aprikose und kandierten

Früchten

Cornalin

Die Sorte ist sowohl

im Weinberg als auch im

Bottich heikel, ergibt jedoch

bei kleinen Erträgen grosse

Weine Von dunkler Farbe

und unverwechselbarem

Charakter Mit Noten

von Sauerkirschen

und Gewürznelken

Diolinoir

Gezielte Kreuzung von Pinot Noir und

Robin Noir (im Wallis Rouge de Diolly

genannt) Bouquet von schwarzen Beeren,

satte Farbe, kräftig strukturiert Kommt vor

allem in Assemblagen zum Einsatz, erzielt

aber auch für sich allein gute Resultate

63

Fendant

Ein Fendant ist immer stark geprägt

von seinem Terroir Leichte Struktur,

nasser Stein, blumig, oft mit etwas

Kohlensäure Altert entgegen

der landläufigen Meinung sehr gut und

passt zu einer gepflegten Küche

Humagne Rouge

Weine aus Humagne Rouge überraschen

mit ungewohnten Aromen Getrocknete

Weinblätter, Holunder und Veilchen

Sie haben eine samtige Struktur und

eine gewisse charakteristische Wildheit

Heida

Der Heida (Oberwallis)

oder Païen (Unterwallis)

ist ein Wein mit grosser

Struktur Mit Zitrusnoten

und exotischen

Fruchtaromen Gutes

Lagerungspotenzial


Jean-Yves Michellod springt in

seiner Heimat Verbier mit seinem

Skibob über einen Felsen. «Ohne

Skifahren kann ich nicht sein.»

PORTRÄT

64


J E A N - Y V E S M I C H E L L O D

Aufgeben

ist keine Option

Annehmen, was das Leben für einen bereithält:

Das sind für Jean-Yves Michellod nicht nur Worte,

sondern es ist tägliches Bekenntnis. Er hat sich

aus dem Rollstuhl zurück in die Berge gekämpft.

Text: Monique Ryser Fotos: Christophe Margot

Foto David Carlier

Ein Stock ist alles, was

Jean-Yves Michellod heute

zum Gehen noch benötigt.

Bergführer, Extremskifahrer, ers ter

Gewinner des Xtreme Verbier

2004: Jean-Yves Michellod war

immer überzeugt, dass sein Leben in den

Bergen stattfindet. «Meine Passion ist

das Skifahren, ganz klar», sagt er bestimmt.

So hat er auch seine Karriere darauf

ausgerichtet. Nach einer Lehre als

Mechaniker absolvierte er eine dreijährige

Ausbildung zum Bergführer. Sein

Parcours war vorgezeichnet. Bis im

Winter 2006. Er war mit einem Freund

den ganzen Tag am Freeriden, als auf der

letzten Abfahrt das Schicksal zuschlug.

«Ich machte die ersten Bögen, als sich

die ganze Schneemasse löste und mich

mitriss.» Michellod versuchte, der Lawine

davonzufahren, stürzte aber über

einen Felsen und blieb schwer verletzt

liegen. Sofort habe er gewusst, dass er

gelähmt ist, sagt er. Es folgten die Diagnose

Querschnittlähmung, ein Jahr im

Spital und die Prognose der Ärzte, dass

er wohl nie mehr gehen könne.

«Nun», sagt Michellod, «einfach dort

liegen und aufgeben, war nie eine

Option.» Mit einem Spezialgerät, das er

mit den Armen betätigte und das seine

in Schlaufen gelegten Beine bewegte,

übte er täglich. Er kämpfte, gab nicht auf,

als die Beine trotz des klaren Befehls des

Gehirns immer noch nicht gehorchen

wollten. Bis er sich mit Krücken fortbewegen

konnte.

Heute braucht Jean-Yves Michellod

noch einen Stock. Er hinkt ein bisschen,

und seine Beine werden mit Prothesen

gestützt. Aber wie er da so aus seinem

eigenen Taxi steigt, käme niemand auf

die Idee, dass er einmal im Rollstuhl sass.

«Kunden, die mich nicht kennen, sind

vielleicht zuerst etwas irritiert, wenn ich

65


1

3

PORTRÄT

2

1 Jean-Yves

Michellod auf der

Montblanc-Tour, die er

nach seinem Unfall unbedingt

nochmals machen wollte. 2 Kleine

Rast beim Aufstieg, der sehr viel Kraft

kostete. 3 Das war es wert: Michellod

auf dem Skibob bei der Abfahrt.

Im Skifahren ist er noch

immer einer der

Besten.

66


Wie viel Kraft

kostet es,

im tiefen

Schnee

Bein vor Bein

zu setzen?

sie bitte, die Koffer selbst zu tragen.»

Aber erklärt er, warum das so sei, sei es

auch gleich keine Diskussion mehr. Seit

zehn Jahren betreibt er die Firma Taxi

des Combins in Verbier mit vier Fahrzeugen,

das kleinste mit acht Plätzen.

Spezialität des Fahrdiensts: «Bergsteiger

und Tourenskifahrer mit ihrem Gepäck

zu transportieren. Ich weiss, welche

Bedürfnisse sie haben, kenne die Hütten

und die Routen», erklärt Michellod.

Sein Taxiunternehmen habe er gegründet,

weil die Alternative ein Bürojob gewesen

wäre. «Aber ich kann das nicht –

den ganzen Tag drinnen sein und an

einem Pult sitzen. Das geht einfach

nicht.»

Darum geht er auch in seiner Freizeit

raus. Am liebsten mit seiner Familie,

Ehefrau Stéphanie, 38, und den Kindern

Elsa, 11, Chloé, 9, und Robin, 7. Mit einem

Handvelo kann er im Sommer locker mit

ihnen mithalten, im Winter mit dem Skibob

sowieso. «Ich musste mich schon zuerst

an den Skibob gewöhnen», erinnert

er sich. Er habe aber ein Modell mit zwei

Ski unter der Sitzfläche ausgewählt und

nicht einen Monoski. «Mit zwei Ski ist

man viel mobiler und beweglicher», so

der 40-Jährige. Auf dem Schnee können

ihm nach wie vor nicht viele etwas vormachen.

Schon ein Jahr nach seinem

Unfall war er erstmals wieder auf der

Piste. Er drehte mit seinen Freunden Nicolas

und Loris Falquet zwei Filme, einen

über seine Rückkehr in den Schnee,

den anderen übers Freeriden. 2009 folgte

eine Parforceleistung: Michellod erstieg

zum 15. Mal den Montblanc – einen

Gipfel, den er als Bergführer bereits

14-mal mit Kunden erreicht hatte. Das

67

tönt alles so leicht, mutig und fantastisch.

Und Jean-Yves Michellod ist auch

stolz auf diese Leistungen. Aber was haben

sie an Kraft gekostet? Zwar gehorchen

die Beine auf Asphalt und ebenem

Grund. Aber wie anstrengend ist es, in

tiefem Schnee Bein vor Bein zu stellen?

Die dünne Luft, die steilen Hänge. Schritt

für Schritt. Wie müde werden die Arme,

die den Körper stossen und ziehen?

Schritt für Schritt. Stundenlang. Ja, doch,

es sei eine riesige Anstrengung gewesen.

Aber für den Moment auf dem Gipfel,

für den habe es sich gelohnt. Und für die

Abfahrt natürlich, durch den Schnee

stieben, in die Kurven liegen. Die Filme,

die auf You tube zu finden sind, auch der

Aufstieg auf den 2466 Meter hohen Col

de la Golette, sind Zeugen des Willens,

der nötig war, um aus dem Rollstuhl wieder

auf die Beine zu kommen.

Heute plane er nicht mehr solche Touren,

sagt Michellod. Er sei auch älter geworden.

Aber er bereue nichts: «Jeder

Mensch hat eine Passion, und die muss

er leben. Ich bereue gar nichts, es war,

wie es war.» Michellod wird oft gefragt,

ob er die Berge nicht hasse, die ihm das

angetan haben. «Nein, wieso sollte ich?

Jeder Extremsportler weiss, dass er

mehr Risiko eingeht als andere – das gehört

nun mal dazu, ob man will oder

nicht.»

Extremsportler ist er eigentlich geblieben.

Rundum gesunde Menschen brauchen

nicht einen Bruchteil seines Willens,

seiner Kraft, seiner Disziplin und

seiner mentalen Stärke, um den Alltag

zu meistern.

www.taxi-des-combins.ch


Whitepod

HOTELS

Les Giettes | Ökoluxus oberhalb

von Monthey. Das gibt es da | 18 Pods in

Halb kugelzelten, die auf hölzernen

Plattformen verankert sind. Alle Pods

verfügen über Quellwasser-Anschluss und

werden durch einen Pelletofen beheizt.

Jeder Pod ist mit antiken Objekten aus

der Region dekoriert. Für viel Sonnenlicht

sorgt das grosse Panoramafenster.

Buchen | www.whitepod.com

wellnessHostel4000

Saas-Fee | Das wellnessHostel4000

in Saas-Fee ist der erste fünfgeschossige

«Hotel»-Holzbau der Schweiz mit Minergie-

Eco-Standard. Das gibt es da | Das Haus

kombiniert das typisch unkomplizierte Wohngefühl

und die tiefen Preise eines Hostels mit

höchsten Ansprüchen an ein modernes

Wellness- und Fitnessangebot im integrierten

Aqua Allalin. Buchen | www.youthhostel.ch

68


I N N O V A T I V

Hotels, die aus

der Reihe tanzen

Ferien einmal anders: Im Wallis gibt es

zahlreiche innovative, originelle und nachhaltige

Hotelkonzepte. Sie befriedigen die Lust

auf Neues und Ungewohntes, sind nahe an der

Natur und verbinden Alt und Neu.

Gönnt man sich eine Auszeit, will

man nicht einfach ein Zimmer

und ein Bett. So verschieden,

wie die Gäste sind, so verschieden muss

auch das Angebot einer Ferienregion

gestaltet sein. Familien werden in einem

Hotel glücklich, das ihren Kindern Freiraum

und Unterhaltung bietet und den

Eltern erlaubt, sich nicht täglich ums

Betten und Kochen zu kümmern. Wer in

der Agglomeration lebt, ist froh, sich in

den Ferien in purer Natur erholen zu

können. Und gestresste Berufsleute

suchen Ruhe und wollen erkunden, wie

sich absolute Stille anfühlt. Die Walliser

Hotellerie bietet für alle etwas, in allen

Preis- und Komfortkategorien. Glücklich

werden auch diejenigen, die mal was

Neues, Spezielles, Einmaliges ausprobieren

wollen. Der Innovation und dem Einfallsreichtum

scheinen keine Grenzen

gesetzt: Die Whitepods in Les Giettes

haben sich bereits eine grosse Fangemeinde

erarbeitet. Die Halbkugeln sind

nach geodätischem Prinzip gebaut, was

so viel heisst, dass sie der Lehre Ausmessung

und Abbildung der Erdoberfläche

69

folgen. Die zeltartige Kons truktion mit

aneinandergeschobenen Dreiecken ist

einmalig. Bestehende wertvolle Bauten

neu zu nutzen, haben sich die Montagne

Alternative und die Anako Lodge zum

Ziel gesetzt. Statt die typischen dunkelgefärbten

Speicher und Stadel leerstehen

und verfallen zu lassen, wurden

sie geschickt umgebaut, mit Respekt vor

dem Können der Vorfahren. Ein Bijou ist

das Boutiquehotel de Londres in Brig:

Die Betreiber liessen sich in England

inspirieren, um das traditionelle Haus,

das im vorletzten Jahrhundert von englischen

Touristen frequentiert wurde,

stilgerecht und originell in die Neuzeit

zu führen. Dass sich auch Neues perfekt

in die Natur einpassen lässt, beweist

das Wellnesshostel4000, ein Betrieb

der Jugendherbergen. Die Gemütlichkeit

einer Jugi ist geblieben, aber Wellnessangebot

und Hotelkonzept haben neue

Standards gesetzt. Von den USA kommt

der Trend der Tiny Houses, der diesen

Winter in Les Haudères getestet werden

kann. Das Wallis bietet allen etwas.

www.wallis.ch

Fotos HO (3)


HOTELS

Hotel de londres

Brig | 1884 für englische Touristen

gegründet, erlebt das Hotel einen zweiten

Frühling. Das gibt es da | Walliser Tradition

verbunden mit englischem Design

der Belle Époque geben dem Boutiquehotel

einen kosmopolitischen Rahmen. Liebevoll

eingerichtet entspricht es perfekt

den Bedürfnissen heutiger Stadtnomaden.

Herzstück des Hotels ist die «Wohnstuba».

Buchen | www.hotel-delondres.ch

Tiny Chalet

Thyon | Tiny heisst winzig, und das Chalet ist

denn auch nur 2,5 Meter breit, knapp 8 Meter

lang und steht auf Rädern. Das gibt es da |

Letzten Winter in Thyon, kann das Tiny

Chalet diesen Winter in der Skiregion

Evolène gemietet werden. Das Tiny Chalet

bietet trotz nur 20 Quadratmeter

Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer.

Buchen | www.swisstinychalet.ch

70


Anako Lodge

La Forclaz | Im Val d’Hérens gelegen stehen

sieben umgebaute Stadel zur Verfügung.

Das gibt es da | Die alten Gebäude wurden

sorgfältig umgebaut und stehen in

einer absoluten Ruheoase. Das Frühstück

kann täglich im Dorfladen abgeholt werden.

Die Stadel sind nach dem Vornamen

der vorherigen Besitzer benannt und bieten

Platz für 2 bis 12 Personen.

Buchen | www.anakolodge.ch

Montagne Alternative

Commeire | Ein kleiner Weiler bei Orsières,

dem mit umgebauten Stadel neues Leben

eingehaucht wurde. Das gibt es da | Gäste

können wählen zwischen Vier- bis Zehn-

Bett-Stadel und Hotelzimmer in zwei weiteren

Gebäuden. Die Montagne Alternative legen

grossen Wert auf Nachhaltigkeit

und familiäres Ambiente, zudem bieten sie

thematisch verschiedene Retreats an.

Buchen | www.montagne-alternative.com

Fotos Pascal Gertschen (4), HO (6)

71


RACLETTE

1

3

2

1 Walliser

Raclette AOP

ist Natur pur. 2 Ob vom

Feuer oder im Pfännli – Raclette

geht immer. 3 Je nach Region ist das

Walliser Raclette AOP eher mild oder rezent.

Kaufen: Online: www.walker.swiss.ch,

www.eddy-baillifard.com oder

bei Migros und Coop.

72


L A N D W I R T S C H A F T

Die Natur auf

dem Teller

Walliser Raclette AOP ist ein reines Naturprodukt.

Aus Rohmilch in traditioneller Produktion

hergestellt, ist es ein Stück Wallis auf dem Teller.

Urs Guntern, Geschäftsführer der

Sortenorganisation, steht Red und Antwort.

Interview: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

Herr Guntern, was ist das Spezielle

am Walliser Raclette AOP?

Urs Guntern: Sicher die Geschichte: Wir

haben Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert,

die bereits von diesem Käse

zeugen. Im 19. Jahrhundert wurde dann

an einer landwirtschaftlichen Ausstellung

in Martigny der Käse erstmals am

Feuer erwärmt und gestrichen.

Was bedeutet die Bezeichnung AOP,

also Appellation d’Origine Protégée?

UG: Es ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung

und garantiert, dass die Milch

von heimischen Kühen stammt und die

Produktion, die Verarbeitung und die

Affinage im Wallis stattfinden. Es gibt ein

umfangreiches Pflichtenheft, und die Betriebe

müssen zertifiziert sein.

Walliser Raclette AOP ist aus

Rohmilch gefertigt. Wie wirkt sich

das auf den Käse aus ?

UG: Erstmal erfordert das eine tadellose

Hygiene in der Produktion! Da die Milch

nicht erwärmt, sondern direkt verarbeitet

wird, behält sie mehr Geschmacksstoffe.

Käse von einer Kräuterwiese hat deshalb

einen leicht anderen Geschmack als solcher

von der Milch einer Kuh mit Silagefütterung.

Erwähnenswert ist auch, dass

unser Käse laktosefrei ist. Die Laktose

wird in den ersten 24 Stunden durch

Milchsäurebakterien vollständig in Milchsäure

und andere Stoffe umgewandelt.

Je nach Tal hat der Walliser Raclette-

AOP-Käse eine andere Geschmacksrichtung.

UG: Neben den leichten Geschmacksschwankungen

je nach Fütterung kann

man sagen: Aus dem Goms kommen eher

milde Sorten, von der Region Simplon

eher rezente, aus der Region Augstbord

wiederum eher milde und aus der Region

Bagnes-Entremont sehr würzige. Grundsätzlich

gilt, dass alle Sorten einen sehr

delikaten Geschmack haben und pure

Natur auf den Teller bringen.

Wie viel Raclette wird jährlich

produziert?

UG: Rund 1800 Tonnen, das sind etwa

380 000 Laibe. Das meiste davon wird in

der Deutsch- und Westschweiz verkauft.

Wie geniessen Sie Ihr Raclette?

UG: Mit Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln.

Am schönsten ist es in Gesellschaft,

denn das Raclette bringt gute

Stimmung in jede Runde.

73


ANGEBOTE

Foto David Carlier

74


WINTER-

SPECIALS

Der Winter im Wallis ist eine Reise zu

Naturwundern und Gastfreundschaft. Erleben

Sie es selbst mit diesen Angeboten.

www.wallis.ch/winter

75

Das Monte-Rosa-Massiv hat mit

der Dufourspitze auf 4634 Metern

den höchsten Gipfel der Schweiz.


LEUKERBAD

www.wallis.ch/winter

1

2

ANGEBOTE

1 Das Skigebiet

Torrent oberhalb

Leukerbad. 2 Die Wanderung

über den Gemmi-Pass ist

im Winter ein besonderer Genuss.

3 Blatten-Belalp offeriert im Spe zialangebot

einen Gleitschirmflug! 4 Kinder

geniessen im Hexenland eine

Pistenlandschaft, genau

auf ihre Bedürfnisse

ausgerichtet.

Mehr als Skifahren: aktiv, fit und gesund

im Thermalbadeort Leukerbad

Im grössten Thermalbadeort der Alpen

treffen Sie auf die perfekte Kombination

zur aktiven Erholung: Skifahren und

Thermalbaden. Fast vier Millionen Liter

Wasser sprudeln täglich mit bis zu 51

Grad aus Leukerbads Thermalquellen.

Geniessen Sie dessen entspannende

Wirkung als krönenden Abschluss eines

Skitags im Skigebiet auf Torrent. Auf den

rund 55 Pistenkilometern erleben Sie

den Winter deshalb noch aktiver, fitter

und gesünder. Ein Highlight ist die Traumabfahrt

von Torrent nach Flaschen mit

über 1000 Höhenmetern und einer Länge

von knapp zehn Kilometern mit Aussicht

auf die umliegenden Walliser Viertausender.

Verfügbarkeit: 16. 12. 2017 bis 8. 4. 2018

(je nach Schnee eventuell bereits ein

oder zwei Wochenenden früher)

Preis: ab CHF 66.– pro Person für

die Kombination von Schnee- und

Badepass

Aktive Erholung und Winterromantik

in Leukerbad

Der Gemmi-Pass lockt auch im Winter mit

einmalig schönen Wanderungen inmitten

einer fantastischen Bergwelt zwischen

dem Berner Oberland und dem Wallis.

Von der Passhöhe aus, dem Top of Leukerbad,

geniessen Sie eine wunderschöne

Aussicht auf die Gipfelparade der

Walliser Viertausender und können mit

etwas Glück einen Bartgeier beobachten,

der hoch oben seine Runden dreht. Die

Winteraktivitäten rund um Leukerbad

sind zahlreich und lassen sich bestens mit

einem wohltuenden Bad im sprudelnden

Thermalwasser kombinieren.

Verfügbarkeit: 21. 12. 2017 bis 22. 4. 2018

Preis: ab CHF 66.– pro Person für die

Kombination Schnee- und Badepass

76


Total verhext und schön verspielt – Skifahren

wie von Zauberhand

Scheinbar schwebende Zauberteppiche,

spassige Hüpfburgen, ein magisches

Labyrinth, ein verzauberter Hexenwald

und eine gespenstische Hexenbesen-Tubingbahn:

Im Hexenland Belalp auf der

Chiematte lernen Kinder das Skifahren

fast wie von Zauberhand. Die Piste «Zauberring»

ist zudem ein garantierter Skispass

für die Kleinen. Mit der Sesselbahn

zum Schönbiel, hinunter in die Zigerbodini

Häxuflüe sausen und wieder

zurück zum Hexenland.

Verfügbarkeit: 16. 12. 2017 bis 2. 4. 2018

Preis: kostenlos

Hier erleben Sie einen Skitag zum Abheben

– mit dem Gleitschirm

Mit der Buchung einer Übernachtung inklusive

Frühstück und Abendessen im

Hotel Chalet Sepp verleihen Sie Ihrem

Skitag auf der Belalp Flügel – oder besser

gesagt einen Gleitschirm! Denn im

Angebot inbegriffen ist ein Tandemgleitschirmflug

vom Hohstock (3118 m ü. M.)

bis zur Chiematte (2047 m ü. M.) mit

sanfter Landung direkt neben der Piste,

damit Sie Ihren Skitag nach dem Höhenflug

direkt fortsetzen können.

Verfügbarkeit: 16. 12. 2017 bis 2. 4. 2018

Preis: CHF 220.– pro Person

3

www.wallis.ch/winter

BLATTEN-BELALP

4

77


1

OVRONNAZ

www.wallis.ch/winter

2

ANGEBOTE

Wintersport und Wellness an einem

Ort – Eintritt ins Bad inbegriffen

Im Wintersport- und Kurort Ovronnaz

lassen sich Pistenvergnügen und Wellnessen

bestens kombinieren. Egal, ob

Sie Skifahren, dem Langlaufsport frönen

oder mit den Schneeschuhen unterwegs

sind, Sie werden sich nach der sportlichen

Aktivität auf pure Entspannung im

Thermalwasser und Spa freuen, denn

der Zutritt zu den Bains d’Ovronnaz ist,

genauso wie die Nutzung der Bergbahnen,

bereits im Angebot inbegriffen.

Verfügbarkeit: 7. 1. bis 8. 4. 2018

Preis: ab CHF 439.– pro Person für

3 Nächte im Studio für 2 Personen inkl.

Frühstück

Winterspass für die ganze Familie – in

der Ferienwohnung

Morgens auf die Piste, nachmittags mit

der ganzen Familie ins Thermalbad – im

Wintersport- und Kurort Ovronnaz lässt

sich Pistenvergnügen bestens mit Badespass

und Entspannung pur kombinieren.

Fühlen Sie sich wie zu Hause in der

Ferienwohnung, und geniessen Sie den

freien Zutritt zu den Bains d’Ovronnaz

genauso wie die kostenlose Nutzung der

Bergbahnen mit diesem Angebot.

Verfügbarkeit: 7. 1. bis 8. 4. 2018

Preis: ab CHF 1236.– für den Aufenthalt

von 3 Nächten in einer Ferienwohnung

für 4 Personen (2 Erwachsene

und 2 Kinder)

Fotos 3 und 4 Jean Baptiste Bieuville

78


Frühlingsskifahren mit Sonnengruss –

Portes du Soleil

Sonne, Schnee und Bergterrassen!

Diese drei Dinge bilden das perfekte

Gespann zum Frühlingsskifahren im Skigebiet

der Portes du Soleil. Wenn die

Tage wieder länger werden und die Temperaturen

ansteigen, können Sie im

schweiz-französischen Skigebiet auf maximales

Pistenvergnügen setzen und die

Aussicht über die Alpengipfel von den

Bergterrassen aus geniessen. Mit dem

Festival Rock the Pistes ist auch für musikalische

Unterhaltung mit Weltstars

auf den Pisten gesorgt.

Verfügbarkeit: 3. 3. bis 15. 4. 2018

Preis: ab CHF 81.– pro Person für

1 Nacht und 1 Skitag

Grenzenloses Skifahren – im schweizfranzösischen

Skigebiet

Das Skigebiet der Portes du Soleil erstreckt

sich auf zwölf Ortschaften, 300

Pisten und 100 Bergrestaurants zwischen

der Schweiz und Frankreich. Hier wird es

auch geübten Skifahrern nie langweilig.

Auf den Pisten sowie in den Stationen ist

für Abwechslung gesorgt. Entdecken Sie

dieses weitläufige Skigebiet jeden Tag

aufs Neue, denn im Angebot inbegriffen

ist grenzenloses Skifahren.

Verfügbarkeit: 6. 1. bis 10. 2. 2018

Preis: ab CHF 88.– pro Person für

1 Nacht und 1 Skitag

3

4

www.wallis.ch/winter

PORTES DU SOLEIL

1 Die Bäder

von Ovronnaz mit

ihrem Thermalwasser. 2

Nach dem Skitag im Spa verwöhnen

lassen. 3 Abrocken auf der

Piste: Das Skigebiet Portes du Soleil ist

nicht nur eines der grössten, es bietet

auch Unterhaltung! 4 Ruheliebende

geniessen die grandiose

Aussicht im schweizfranzösischen

Skigebiet.

79


SAAS-FEE

www.wallis.ch/winter

2

1

ANGEBOTE

1 Hängebrücke

in der Feeschlucht.

Die abenteuerliche Tour

mit Bergführer ist für alle möglich.

2 Mit der WinterCARD fährt man

im Skigebiet von Saas-Fee/Saastal ab dem

vierten Skitag die ganze Wintersaison

gratis! 3 Das Skigebiet im

Val d’Anniviers, einem

ursprünglichen und

gastfreundlichen

Tal.

Gorge Alpine – dieser Klettersteig hat

es in sich

Durchqueren Sie auf dem Klettersteig

Gorge Alpine die zerklüftete Feeschlucht

zwischen Saas-Fee und Saas-

Grund in Begleitung eines Bergführers

und gesichert am Stahlseil. Die spektakuläre

Tour führt Sie an gefrorenen

Wasserfällen vorbei, über Hängebrücken

und Leitern. Höhepunkte der

Durchquerung sind eine rasante Fahrt

mit einer Tyrolienne sowie ein Pendelgang

über dem Abgrund.

Hinweis: Durchquerung der Feeschlucht

nur mit Bergführer, alle Teilnehmer werden

mit Helm, Klettergurt und Klettersteigset

ausgerüstet. Dauer 2 bis 3 Stunden.

Keine besonderen Fitness-Anforderungen.

Verfügbarkeit: täglich auf Anfrage

Preis: CHF 85.– pro Person

WinterCARD Special – 3 Übernachtungen

inkl. Saisonabo

Buchen Sie jetzt Ihren 3- bis 7-tägigen

Wintertrip in die Ferienregion Saastal,

und freuen Sie sich darauf: Mit der Übernachtung

erhalten Sie direkt die Winter-

CARD. Damit fahren Sie ab dem vierten

Tag gratis Ski und geniessen während

der ganzen fünfmonatigen Wintersaison

2017/18 die 150 Pistenkilometer der Skigebiete

Saas-Fee, Saas-Grund und Saas-

Almagell absolut kostenlos.

Verfügbarkeit: 1. 11. 2017 bis 14. 4. 2018

Preis: ab CHF 436.– pro Person für

3 Übernachtungen im Dreisternehotel

80


Authentische Bergdörfer und Pistenvergnügen

Die Bergdörfer des Val d’Anniviers verführen

mit viel Walliser Charme, mit verwinkelten

Dorfkernen und sonnenverbrannten

Chalets. Hier erleben Sie das

authentische Wallis mit grosszügiger

Gastfreundschaft. Zu Ihrer Buchung von

fünf Nächten erhalten Sie einen 4-Tages-

Skipass für die drei Skigebiete Grimentz–

Zinal, St-Luc/Chandolin und Vercorin

gratis dazu. Erkunden Sie damit die

Pisten und traditionellen Dörfer des

Val d’Anniviers. Wählen Sie zwischen

Hotelübernachtungen und einer Ferienwohnung.

Angebot im Hotel

Verfügbarkeit: 7. 1. bis 3. 2. 2018 /

11. bis 24. 3. 2018 (Sonntag bis Freitag

oder Montag bis Samstag)

Preis: ab CHF 433.– pro Person /

Einsternhotel

Angebot in der Ferienwohnung

Verfügbarkeit: 7. 1. bis 3. 2. 2018 /

11. 3. bis 24. 3. 2018 (Sonntag bis Freitag

oder Montag bis Samstag)

Preis: ab CHF 353.– pro Person /

Kategorie 2*

www.wallis.ch/winter

VAL D’ANNIVIERS

3

81


Kultur, Sport & Brauchtum

Museen von Weltrang, kulinarische Genüsse aus

regionaler Produktion und Skirennen, die es in sich haben.

www.wallis.ch/events

November

Märkte der Genüsse und Handwerker

24. bis 26. 11. 2017, Martigny, Terroir-

Produkte und handwerkliches Können.

Die Messe der AOP-IGP-Produkte.

www.saveursetartisans.ch

Dezember

Februar

Internationaler Gommerlauf

24. und 25. 2. 2018, Obergoms.

Langlauf-Halbmarathon und

-Marathon.

www.gommerlauf.ch

März

Festival Rock the Pistes

18. bis 24. 3. 2018, Portes du Soleil.

Pop/Rock-Festival auf den Pisten.

www.rockthepistes.com

Xtreme Verbier

31. 3. bis 8. 4. 2018, Verbier.

Finale der Freeride-World-Tour

am Bec des Rosses.

www.freerideworldtour.com

AGENDA

Toulouse-Lautrec und seine Epoche

1. 12. 2017 bis 3. 6. 2018, Fondation

Gianadda, Martigny. Grafische Werke.

www.gianadda.ch

Die Kunst der Aborigines

1. 12. 2017 bis 20. 5. 2018, Fondation

Pierre Arnaud, Lens. Zeitgenössische

indigene australische Kunst.

www.fondationpierrearnaud.ch

Polaris – Electronic Music Festival

7. bis 10. 12. 2017, Verbier. DJs mitten

im Skigebiet und abends in den Clubs.

www.polarisfestival.ch

Januar

Belalp Hexe mit Volksabfahrt

6. bis 13. 1. 2018, Blatten/Belalp.

Die verrückteste Abfahrt der Schweiz

und ein Spass für Gross und Klein.

www.belalphexe.ch

Ice Climbing World Cup

13., 19. und 20. 1. 2018, Saas-Fee.

Open Schweizermeisterschaften

und UIAA Eiskletter-Weltcup.

www.iceandsound.com

AUDI FIS Skiweltcup Damen

3. und 4. 3. 2018, Crans-Montana.

Abfahrt und Kombination.

www.skicm-cransmontana.ch

Patrouille de la Maya

4. 3. 2018, Saint-Martin. Skitourenrennen

in Dreiergruppen über 14 oder

21 Kilometer.

www.lamaya.ch

Glacier Bike Downhill

10. 3. 2018, Saas-Fee. Adrenalin pur

bei den Downhill-Mountainbikern.

www.saas-fee.ch/glacier-bike-downhill

Ski Food Safari

10. 3. 2018, Crans-Montana. Skifahren

im ganzen Skigebiet und das Beste

aus Kellern und Küchen geniessen.

www.crans-montana.ch/skifoodsafari

Défi des Faverges

17. 3. 2018, Crans-Montana.

Skitourenrennen über 26 Kilometer.

www.defidesfaverges.ch

FIS Weltcup Snowboard Cross

17. und 18. 3. 2018, Veysonnaz.

Topathleten des Snowboardcross.

www.veysonnaz.ch, www.fis-ski.com

April

Zermatt Unplugged

10. bis 14. 4. 2018 , Zermatt.

Livemusik auf höchstem Niveau.

www.zermatt-unplugged.ch

Caprices Festival

12. bis 15. 4. 2018, Crans-Montana.

Elektronische und urbane Musik.

www.caprices.ch

Verbier Impulse

15. und 16. 4. 2018, Verbier.

Verbier Impulse, Musikfestival

auf den Pisten.

www.verbierimpulse.com

Patrouille des Glaciers

17. bis 21. 4. 2018, Zermatt–Arolla–Verbier.

Härtestes Skitourenrennen der Welt.

www.pdg.ch

Mai

Kuhkampf der Eringer

5. und 6. 5. 2018, Aproz. Nationales

Finale der Eringerrasse.

www.finalenationale.ch

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wallis.ch

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