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E_1936_Zeitung_Nr.031

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sondern endlich einmal

sondern endlich einmal eine konstruktive Veriehrswirtschait. Das verworfene Verkehrsteilungsgesetz hat den Weg zu einer solchen gewiesen. Das Gesetz ist gescheitert, weil das Volk keine so weitgehende Einmischung des Staates in die Privatwirtschaft wünschte. Noch weniger aber wird es dem Vorschlag des Verwaltungsrates der Bundesbahnen zustimmen, der ihm zu den Lasten der finan-> ziellen Sanierung unserer Staatsbahn noch jene für erhöhte Transportkosten bringen würde. Strassenverkehr und Bahnen werden sich also neuerdings über eine Verkehrsteilung verständigen müssen, die aber nicht in der einseitigen Unterdrückung des einen Verkehrsmittels bestehen darf, sondern welche die Ineinandergliederung beider Transportmittel zwecks Rationalisierung der Betriebe und Verbilligung der Transporte zum Ziele haben muss. z. V«»»l«»h» Überholen — oder nicht überholen? Dass jeder Automobilist beim Überholen eines anderen Strassenbenützers die gebotene Vorsicht walten lässt, ist selbstverständlich, hat doch falsches, unvorsichtiges und leichtsinniges Ueberholen noch immer zahlreiche Unfälle auf dem Gewissen. Die Ueberlegung, ob man im Einzelfall überholen soll und kann oder nicht, muss aber rechtzeitig angestellt werden und nicht so, dass eine Behinderung des übrigen Verkehrs eintritt. Und nach dieser Richtung hin muss einmal eine Unsitte aufs Korn genommen werden, der man immer wieder begegnet. Zusehends häufiger werden die Fälle, dass Automobilisten auf der Lauer hinter einem andern Wagen herfahren, d.h., dass sie nicht hinter ihm bleiben und auch nicht an ihm vorbeigehen, sondern halb das eine und halb das andere tun. Am Hinterrad des vordem Wagens hängend, mitten auf der Strasse fahrend und kilometerlang in dieser « Ueberholungsstellung » verbleibend, stören sie den übrigen Verkehr in gefährlicher Weise. Die hinter ihnen kommenden Fahrer wagen nicht zu überholen, weil sie annehmen, dass er gerade überholen will, und die Entgegenkommenden stoppen ihre Fahrt ab, weil sie ebenfalls glauben, dass überholt werden muss. Wenn nun noch zwei solcher Fahrkünstler einander folgen, dann wird < gefächert», und die ganze Strassenbreite ist in Anspruch genommen. Es lässt sich leider nicht leugnen, dass diese Art von Verkehrsbehinderung eine Angelegenheit von Anfängern ist. Soll ich überholen oder soll ich nicht überholen — das ist die Frage. Nur stellt man sie sich leider nicht schon, wenn man noch vorschriftsmässig hinter dem Vordermann herfährt, sondern man setzt erst zum Ueberholen an; dann fehlt der Mut, und dann kommt das Fächerfahren ! Wer nicht überholen kann, muss dahinter bleiben. Er hat aber nicht die Berechtigung, den gesamten übrigen Verkehr durch seine Zaghaftigkeit oder durch sein mangelndes Können zu stören und zu behindern. Bira auf E. R. A. überlegener Sieger im Kleinwagen-Rennen. — Die Deutschen belegen im Grossen Preis mit Caracclola an der Spitze die ersten drei Plätze. Am Donnerstag. Das Wetter zeigt sich am Donnerstag früh nicht von der besten Seite, als die Konkurrenten am erstmals zur Durchführung gelangenden Kleinwagenrennen von Monaco zum Training antreten. Des Himmels Schleusen sind weit geöffnet, und so kann es denn weiter nicht verwundern, dass die Piloten mit ihren 1500-ccm-Kalibern in ziemlich verhaltenem Tempo über die Piste rasen. Dennoch lässt sich das Publikum durch diesen unprogrammässigen Streich des Wettergottes nicht abhalten: Allüberall, auf den Tribünen und Hotelbalkons und wo sonst ein Platz frei ist, wohnt eine zahlreiche Menschenmenge dem Training bei, das um 5.45 Uhr seinen Anfang nimmt. Als Erster saust Tenni auf Maserati los; noch hat er die erste Runde nicht beendigt und schon gleitet er auf der feuchten Strasse — sein Wagen dreht sich um die eigene Achse und prallt gegen die Sandsäcke, Ohne dass indessen der Fahrer oder seine Maschine Schaden nehmen. Die weitaus schnellste Zeit holt Zehender auf Maserati heraus: er fährt die 3,18 Kilometer lange Strecke bei einem Stundenmittel von 84,176 km/St, in 2' 16". Zehender kann insofern einen Vorteil für sich buchen, als er die Rennstrecke von Monte Carlo aus mehrmaligem persönlichen Erleben gut kennt, während die übrigen Konkurrenten, mit Ausnahme von Lehoux, in dieser Hinsicht Neulinge sind. Kohlrausch, Earl Howe, Cormack, Villoresi und Bianco haben von dieser ersten Trainingsmöglichkeit keinen Gebrauch gemacht; Trevoux auf ERA und Seaman auf Delage ihrerseits erklärten Forfait. Von den weitern Piloten haben Kautz, Schweiz, auf Maserati mit 2' 20", Fairfield auf ERA mit 2' 21". Lehoux auf ERA mit 2' 22" und Tenni auf Maserati, c B. Bira » und Mays auf EiRA mit 2' 23" die schnellsten Runden gedreht. Nach einstündigem Training räumen die Kleinwagenfahrer das Feld, worauf die Grand-Prix-Kanonen auf der Bildfläche erscheinen, ausgerechnet in. dem Moment, als der Regen in weit heftigerem Masse wieder einsetzt. Dass unter solchen Umständen mit Rekordrunden nicht gerechnet werden kann, ist selbstverständlich. Die Strecke ist äusserst gefährlich — es setzt bei den einzelnen Fahrern verschiedene Seitensprünge ab. Stuck und Rosemeyer auf Auto-Union absolvieren laut Chronometer die raschesten Runden mit 2' 9". Dies entspricht einem Stundendurchschnitt von 88,744 km/St. Ihnen folgen Caracciola, Chiron, Farina mit 2' 10", Varzi, von Brauchitsch, Trossi und Brivio mit 2' 13". Alle übrigen Piloten liegen etliche Sekunden zurück. Wimille und William« treffen mit ihren Bugatti- Rennern erst abends in Monte Carlo ein; Nuvolari seinerseits ist wegen Krankheit seines Sohnes in Mailand zurückgehalten, und von Siena und Ghersi ist man überhaupt ohne Nachrichten. Bereits liegen auch die ersten Forfait-Erklärungen vor: Hartmanns Wagen ist nicht rechtzeitig fertig geworden, und Trossis Sternmotor-Konstruktion, welche ursprünglich von Aymini hätte gesteuert werden sollen, kann wegen Bruch des Kompressors nicht starten. In der Nacht vom Donnerstaz zum Freitag haben sich die Witterungsverhältnisse ganz bedeutend gebessert Warm brennt die Sonne auf Monte Carlo nieder; die letzten Wolken sind verflogen und die Fahrbahn ist maustrocken. Obwohl der bestehende Rundenrekord von Fagioli (1' 58%" = 96,689 km/St.) über den Haufen gerannt wird? — Um 5.45 Uhr starten, wie gestern, zuerst die Kleinwagen, die wiederum ganz hervorragende Zeiten herausfahren, welche wesentlich unter den gestrigen liegen, was auf einen äussert harten Kampf im Rennen um den Grossen Preis des Prinzen Rainier schliessen lässt. Als schnellster Fahrer wird Earl Howe auf E. R. A. gestoppt: 2' 4" = 92,322 km/St In kurzen Sekundenabständen folgen ihm Tenui auf .Maserati mit 2' 06", Mays und Bira auf E.R.A. sowie Bianco auf Maserati mit 2' 07", Fairfield auf E. R. A. mit 2' 09", Embiricos auf E.R.A. mit 2' 10", Kautz und Rüesch auf Maserati mit 2' 12", Kohlrausch auf M. G. benötigt 2' 14", Durand auf Maserati 2'15", Cormack auf Aita 2'17", Villeneuve auf Bugatti 2' 21" und Mestivier, der einen Amilcar von allerdings nur 1100 ccm Inhalt ins AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 14. APRTL 1936 — N° 13 Saison-Ouvertüre in Monte Carlo Die Trainingsläufe. Rennen führt, dreht in 2'25". Zehender auf Maserati, der gestern eine Bestzeit von 2' 16" fuhr, verbessert heute auf 2' 7", was ihm jedoch den Bruch der Kupplung kostet. Und nun die Grossen. Von Anbeginn an gehen die deutschen und italienischen Fahrer forsch ins Zeug, was denn auch zur Folge hat, dass Fagiolis Rundenrekord einmal über das andere überboten wird. Den Vogel schiessen Caraeciola auf Mercedes-Benz und Farina von der Scuderia Ferrari gemeinsam ab: sie beide fahren die Runde in 1' 56" mit einem Durchschnittt von 98,689 km/St Varzi und Stuck auf Auto-Union und Chiron als Debütant auf Mercedes-Benz erledigen die Strecke in 1* 57", Rosemeyer und Brivio ihrerseits schaffen sie ebenfalls in 1' 58", so dass der Rekord effektiv 7mal geschlagen wird. Doch auch die übrigen Konkurrenten erreichen zum Teil famose Zeiten: Trossi auf Maserati und Fagioli auf Mercedes- Benz bleiben mit 1' 59" noch unter der Zweiminutengrenze; von Brauchitsch und Tadini schwirren in exakt 2 Minuten über die in glänzendem Zustand sich befindende Piste, während Wimille 2'2" und Williams und Pintacuda 2'5" brauchen. Etancelin mit seinem neuen Maserati, der am Grossen Preis von Pau siegte, hat Schwierigkeiten in der Brennstoffzufuhr, so dass er Volle 2' 14" auf der Strecke bleibt. Indessen kann er den Fehler nach Schluss des Trainings ausfindig machen und die Reparatur in die Wege leiten. Bugatti hat übrigens heute morgen seinen 8-Zylinder-Wagen von 4,7 Liter Inhalt vorgeführt Der Motor mit zwei Nockenwellen ist auf das Chassis des ehemaligen 3,3-Liter-Wagens eingebaut worden. Naturgemäss haben sich bei den ersten Trainingsfahrten, bei denen Wimille am Steuer war, verschiedene Mängel gezeigt, die vorerst behoben werden müssen, so dass es wenig wahrscheinlich ist, dass diese Konstruktion am Montag ihr erstes Rennen fährt Am Samstagtnittag, vor dem Kleinwagenrennen um die Coupe Rainier, absolvieren die «Schwergewichtler» ihr drittes und letztes Training, zu welchem die Fahrer vollständig .eingetroffen sind. Die äusseren Verhältnisse sind neuerdings denkbar günstig, so dass die gestern von Caracciola und Farina aufgestellten neuen Rundenbestzeiten weiter gedrückt werden. Heute ist es Chiron, der die Runde am raschesten hinter sich bringt, nämlich in 1' 53 2/10" = 101,131 km /St. Am nächsten kommt ihm der am Morgen aus Mailand eingetroffene Nuvolari mit 1' 53 7/10". Caracciola auf Mercedes-Benz fährt die Strecke in 1'54", Stuck auf Auto-Union in 1' 54 3/10". Rosemeyer auf Auto-Union in 1' 55 2/10", Varzi auf Auto-Union in 1' 561/10", Wimille auf Bugatti in 1' 56 6/10", von Brauchitsch auf Mercedes-Benz in 1' 56 7/10", Farina auf Alfa Romeo in 1'57", Fagioli auf Mercedes-Benz in 1' 57 4/10". Alle übrigen benötigen mehr als 2 Minuten. — Von Delias, der Ersatzpilot von Auto-Union, war während des Trainings vom Missgeschick verfolgt: sein Wagen fuhr am Quai de Plaisance in die Schikane hinein und stiess gegen die Sandsäcke, wobei sich die Maschine überschlug. Glücklicherweise wurde der Fahrer, den man sofort ins Spital brachte, nur leicht verletzt. Nuvolari, der von Delius dicht auf den Fersen folgte, vermochte ihm nicht mehr auszuweichen und schoss den Auto-Union-Wagen ziemlich unsacht an, wobei die Anlasskurbel von Nuvolaris Alfa Romeo zerbrach. — Aus den heutigen und gestrigen Trainingsergebnissen geht hervor, dass die deutschen wie die italienischen Wagen einander hinsichtlich der Geschwindigkeit ziemlich gleichgestellt sind, so dass der Ausgang des Kampfes ganz ungewiss erscheint Das Kleinwagen-Rennen vom Samstag. Eigener Bericht unseres nach Monte Carlo entsandten Mitarbeiters Im Automobil Club und im International Sporting Club von Monte Carlo sitzen rührige Leute. Mit der Durchführung des Grand Prix allein ist ihrem Tatendrang offenbar nicht Genüge getan. Wie sonst Hesse es sich erklären, dass sie den Rahmen ihrer Veranstaltung erweitert und ihrem great event noch ein Kleinwagenrennen beigefügt haben? Und man muss es ihnen lassen: das Experiment gelang auf den ersten Anhieb, der Prince de Rainier-Cup gestaltete sich gleich bei seiner Uraufführung zu einem sportlichen und organisatorischen Erfolg. Nach diesem prächtigen Debüt müsste es schon mit merkwürdigen Dingen zugehen, würde das Rennen der Kleinen inskünftig nicht seinen ständigen Platz im Programm des Meetings von Monte Carlo einnehmen. Ein vielversprechender Anfang ist gemacht und haben die mit allen Wassern gewaschenen Veranstalter erst einmal a gesagt, wird es ihnen nicht schwer fallen, auch b zu sagen. Denn, dass auch eine Konkurrenz für Kleinwagen hochstehenden Sport zu bieten imstande ist, dafür erbrachte der Samstag einmal mehr den Beweis, sofern es überhaupt noch eines Beweises bedarf. Haben wir es nicht schon in Bern erlebt und bestätigt befunden, dass auch die «Kleinen» zu kämpfen verstehen und dass sie die Zuschauer ebensosehr mitzureissen vermögen wie ein richtiggehender Grand Prix? Wer sich auch nur flüchtig die Mühe nahm, die Nennliste zu studieren, der wusste, was die Stunde geschlagen hatte. Erschienen auch nicht alle 21 Eingeschriebenen am Start, was verschlugs: auch das Feld der 18 sorgte dafür, dass man auf seine Rechnung kam, denn Leute wie Mays, Lord Howe, Lehoux, Fairfield, Bira sind immerhin «nicht von Pappe», ganz abgesehen davon, dass auch die beiden Schweizer Ruesch und Kautz das Zeug in sich haben, in solch illustrer Gesellschaft ein ernstes Wort mitzureden. Nach den Trainingsergebnissen zu schliessen, lag die Entscheidung zwischen den englischen ERA und Maserati, hatte doch Lord Howe — nicht mehr gerade der Jüngste — bei den Probefahrten mit einer Rundenzeit von 2 Minuten 04 Sekunden den Vogel abgeschossen, währenddem der Italiener Tenni (Maserati) mit 2.06 die zweitbeste Zeit auf sein Konto buchte. Mit schnellsten Runden von 2.07 figurierten sodann Bianco und Villoresi auf Maserati einerseits und Mays wie Bira auf ERA anderseits. Man stand somit vor einer durchaus offenen Situation, wobei die ERA wie die Maserati- Leute die gleichen Chancen für sich in Anspruch nehmen konnten. Gerade diese Ausgeglichenheit aber Hess einen Kampf bis aufs Messer voraussehen. Tatsächlich wurde man denn auch Zeuge eines erbitterten Ringens, wobei Maserati bis zur ersten Hälfte der 50 Runden (159 km) Oberwasser zu behalten schien. Dann freilich wendete sich das Blatt, und zwar gründlich, belegt doch ERA im Schlussklassement die drei ersten Ränge, währenddem der Schweizer Kauz mit dem vierten Platz als erster Maseratifahrer einkam. Der Rennverlauf. Schwang bis vor zwei Tagen noch Jupiter Pluvius sein Szepter über der Riviera, so hat jetzt wenigstens der feuchte Segen aufgehört. Aber zn restloser Begeisterung über das Wetter ist kein Grund. Es dürfte sich füglich besser verhalten. Ein frischer Wind streicht vom Meer her, die Berge, welche das Bild der monegaskischen Stadt umrahmen, haben Wolkenkappen aufgesetzt und die südliche Sonne glänzt vorläufig durch vollständige Abwesenheit. Trotzdem sind die Tribünen ordentlich besetzt, die Terrassen .und Balkone längs der ränkevollen Strecke dito, aber nicht etwa sommerlich leichte Toiletten, sondern wärmespendende Mäntel beherrschen das Bild. Und der Feit von Monaco erlebt ein Vorspiel der Massenheimsuchung, die- ihm auf Montag, den Tag des Grand Prix, bevorsteht. Dass die Organisation auf der ganzen Linie tadellos klappt und dass auch nicht eine Maus auf die Piste entschlüpfen könnte, gehört in Monaco zu den Selbstverständlichkeiten. Nach Massgabe der Trainingsresultate stellen 6ich die Fahrer wie folgt zum Start auf: springen Sie nach oben und breiten die Toppsegel aus, so schnell es mit Gottes Hilfe geschehen kann , je schneller Sie machen, desto leichter geht es. Und wenn der Koch nicht fix macht, dann geben Sie ihm eins zwischen die Augen.» Ich verstand das Kompliment und war froh, dass keine Drohungen meine Unterweisungen begleiteten. Wir lagen hart nach Nordwest, und es war seine Absicht, beim ersten Windstoss zu halsen. «Wir kriegen die Brise in die Dillen», erklärte er mir. «Nach den letzten Schüssen müssen die Boote sich nach südwärts gewandt haben.» Er drehte sich um und schritt nach achtern ans Rad. Ich ging nach vorn und stellte mich an den Klüver. Ein zweites Lüftchen kam und ging, und noch eines. Die Leinwand schwang sich träge. «Gott sei Dank, es kommt nicht auf einmal, Herr van Weyden!» lautete der inbrünstige Stossseufzer des Cockneys. Und ich war in der Tat dankbar, denn ich hatte inzwischen genug gelernt, um zu wissen, was für ein Unglück geschehen konnte, wenn in einem solchen Falle alle Segel gesetzt waren. Das Säuseln wurde zu Windstössen, die Segel blähten sich, die ,Ghost' bewegte sich. Wolf Larsen packte das Rad, drehte es hart nach Backbord, und wir begannen abzufallen. Der Wind kam jetzt direkt von achtern, knurrend und mit immer stärkeren Stössen, dass meine Toppsegel lustig flatterten. Ich sah nicht, was anderswo vorging, wenn ich auch an dem plötzlichen Rollen und Ueberkrengen des Schoners und an dem Umstand, dass der Wind jetzt von der andern Seite kam, merkte, dass Fock- und Grosssegel herumgeschwungen waren. Ich hatte alle Hände voll zu tun mit Klüver und Stagsegel, und als dieser Teil meiner Aufgabe gelöst war, sprang die .Ghost' nach Südwest, den Wind in den Dillen, und alle Schoote steuerbord. Ohne Atem zu schöpfen — obwohl mein Herz vor Anstrengung wie ein Hammerwerk schlug — sprang ich zu dem Toppsegel hinauf, und ehe der Wind zu stark geworden war, hatten wir sie gesetzt und standen wieder auf Deck. Dann ging ich nach achtern, um Befehle entgegenzunehmen. Wolf Larsen nickte beifällig und überliess mir das Rad. Der Wind nahm beständig zu, und die See stieg. Eine Stunde lang steuerte ich, und in dieser Stunde wurde es mit jedem Augenblick schwerer. Ich hatte keine Uebung, bei der Schnelligkeit, mit der wir jetzt fuhren, und mit dem Wind in den Dillen, zu steuern. «Jetzt gehen Sie mit dem Glas nach oben und sehen Sie, einige von den Booten zu finden. Wir haben wenigstens zehn Knoten gemacht und machen jetzt zwölf bis dreizehn. Das alte Mädel weiss, was es zu tun hat.» Ich kletterte auf die vordem Dwarssalinge, einige siebzig Fuss über dem Deck. Wie ich über die weite Fläche vor mir blickte, wurde mir die Notwendigkeit klar, dass wir eilen mussten, wenn wir überhaupt noch jemand von der Mannschaft finden wollten. Beim Anblick der schweren See, die wir durchfurchten, zweifelte ich tatsächlich, dass sich noch ein Boot auf dem Meere befand. Es schien mir unmöglich, dass ein so gebrechliches Fahrzeug diesem Ansturm von Wind und Wogen widerstehen könnte. Ich konnte die volle Gewalt des Sturmes nicht fühlen, denn wir liefen mit ihm; aber von meinem luftigen Sitze sah ich auf die ,Ghost' hinunter und sah ihre Form sich im Fahren scharf von der schäumenden See abheben. Zuweilen hob sie sich und durchschnitt eine schwere Woge, dass die Steuerbordreling verschwand und das Deck bis zu den Luken von dem kochenden Ozean bedeckt war. Dann konnte ich infolge des Rollens nach Luv plötzlich mit schwindelerregender Schnelligkeit durch die Luft sausen, als ob ich am Ende eines ungeheuren, umgekehrten Pendels hing, dessen Schwingungen siebzig Fuss oder noch mehr betrugen. Einmal überwältigte mich das Entsetzen über dies schwindelnde Kreisen, und sekundenlang klammerte ich mich mit Händen und Füssen an, schwach und zitternd, unfähig, das Meer nach den vermissten Booten abzusuchen, und ohne etwas anderes von ihm zu wissen, als dass es brüllend unter mir die ,Ghost' zu überwältigen suchte. Aber der Gedanke an die Männer dort draussen rüttelte mich auf, und in der Suche nach ihnen vergass ich mich selber. Eine Stunde lang sah ich nichts als das öde, trostlose Meer. Da erblickte ich an einer Stelle, wo ein unsteter Lichtstrahl den Ozean traf und die Oberfläche in schäumendes Silber verwandelte, einen kleinen schwarzen Punkt, der in einem Augenblick himmelwärts geschleudert wurde und dann verschwand. Ich wartete geduldig. Wieder tauchte der schwarze Punkt in dem silbernen Gischt, ein paar Striche backbord vorm Bug, auf. Ich versuchte nicht erst zu rufen, sondern übermittelte Wolf Larsen die Nachricht durch Schwingen der Arme. Er änderte den Kurs, und als der Punkt sich jetzt gerade voraus zeigte, signalisierte ich, dass es stimmte. Der Punkt wuchs, und zwar so schnell, dass ich erst jetzt unserer eigenen Schnelligkeit ganz inne wurde. Wolf Larsen machte mir Zeichen, hinunterzukommen, und als ich neben ihm am Rade stand, unterwies er mich, wie ich brackbassen sollte. «Machen Sie sich darauf gefasst, dass dje ganze Hölle losbricht», warnte er mich, «aber kümmern Sie sich nicht darum. Sie haben Ihre Arbeit zu tun und lassen Köchlein an der Fockschoot stehen.» Fortsetzung folgt

N° 31 — DIENSTAG, 14. APRIL 1938 AUTOMOBIL-REVLh 1. Reihe: R. Mays Tenni Lord Ho«« 2. Reihe: Zehender Bianco 3. Reihe: Fairfield Villoresi Bira 4. Reihe: Kautz Embiricos 5. Reihe Rovere Ruesch 6. Reihe: McEvoy Durand 7. Reihe: Lehoux Villeneuve Cormack 8. Reihe: Mestivier Kohlrausch hat forfait erklärt. Mit dem Startzeichen schiesst Howe an die Spitze, gefolgt von Tenni und Zehender. Unter der Führung dieses Trios iegt die Meute die Steigung gegen das Kasino mit ohrenbetäubendem Lärm hinauf. Eine knappe Minute vergeht und als Erster, schiesst Lord Howe aus dem Tunnel unter dem Tir aux Pigeons hervor, aber er hat Tenni, Mays, Zehender, Villoresi, Bianco, Fairfield und Bira dicht auf den Fersen. In der zweiten Runde schon haben der englische Earl und Tenni das übrige Feld distanziert. Mays liegt an dritter, Zehender an vierter und Villoresi an fünfter Stelle, währenddem sich die beiden Schweizer im Hintertreffen aufhalten. Weiter trennen sich Lord Howe und Tenni von ihren Verfolgern, zusehends wächst der Abstand zwischen ihnen und den andern. Bereits hat sich auch Mays von. Villoresi verabschiedet, wäh- Tenddem Zehender an die Boxe geht, um kurz darauf wegen eines Defektes am Gaspedal aufzugeben, inzwischen ist der Grieche Embiricos in Schwung gekommen und hat sich auf dem fünften Platz häuslich eingerichtet. Auch Ruesch drängt mit Vehemenz vor und ist schon Sechster. Während der 4. Runde setzt es die erste Sensation: Tenni passiert Lord Howe und entreisst ihm damit das Kommando. Gleichzeitig hat sich der eiamesische Prinz Bira vorgearbeitet und erscheint überraschend als Dritter, gefolgt von Villoresi, Embiricos und Ruesch. Stand des Rennens nach der 5. Runde. 1. Tenni 10' 52" 2/10 2. lord Howe 1!' 00" 2 3. Bira 11' 09" 5 4. Villoresi ' 11' 16" 9 5. Embiricos 11' 47" 9 6. Ruesch 11' 58" 9 7. Durand 11' 59" 8 8. Cormack 12' 14" 2 9. McEvoy 12' 18" 0 10. Rovere 12' 21" 7 11. Mestivier 12' 33" 2 12. Bianco 12' 35" 5 13. Villeneuve 12' 43" 1 14. Lehoux 12' 50" 15. Fairfield 14' 32" 3 16. Kautz 14' 44" 4 Wie ein Besessener geht Tenni los und nicht lange dauert es, so hat er den letzten Nachzügler überrundet. Aber als Zweiter taucht jetzt nicht mehr Lord Howe, sondern Bira auf. Die unerwartete Wendung erklärt sich damit, dass der Engländer einen Kerzendefekt erlitten hat, der ihn 2% Minuten kostet. Auch Villoresi rückt seinen Gegnern aus und mit beträchtlichem Vorsprung vor der «Hauptmacht» dröhnt das Spitzentrio davon. Serienweis fast knüpft Tenni den am Schluss Liegenden die erste Runde ab, er fährt sozusagen ein Rennen für sich. Bedrohlich schiebt sich Villoresi an Bira heran, und in der folgenden Runde hat er's geschafft und den Siamesen hinter sich verwiesen. Embiricos behauptet sich in 4. Position, Ruesch aber kann es nicht verhindern, dass sich ihm Durand vor die Nase setzt Stand des Rennens nach der 10. Runde. 1. Tenni 21' 49" 3 2. Villoresi 22' 14" 7 3. Bira 22' 16" 4. Embiricos 23' 12" 4 5. Durand 23' 44" 5 6. Ruesch 23' 47" 8 7. Rovere 23' 52" 2 8. lehoux 24' 12" 1 9. McEvoy 24' 12" 9 10. Cormack 24' 18" 3 11. Villeneuve 25* 22" 6 12. Lord Howe 25' 31" 1 13. Fairfield 25' 59" 5 14. Bianco 26' 06" 8 15. Kautz 26' 10" 6 16. Raymond Mays 30' 21" 5 Und weiter spult Tenni seine Runden herunter, im Tempo furioso. Die Ueberrundungen zählen sich schon fast nicht mehr, so hitzig stürmt er davon. Neue Ueberraschung in der 11. Runde: Villoresi landet an der Boxe, ein Opfer seiner Kerzen. Zwar startet er wieder, aber in aussichtsloser Position, womit Embiricos der dritte Platz in den Schoss fällt. In den folgenden Rängen begibt sich inzwischen allerhand. Lehoux verspürt einen unwiderstehlichen Drang nach vorn und versucht sich an Ruesch, den er denn auch passiert. Uebrigens muss der Schweizer kurz hernach auch noch den mächtig aufholenden Rovere vorbeilassen. Mählich beginnen sich die Reihen zu lichten, eine Folge der mörderischen Hatz. Bianco, Mestivier und Durand verschwinden von der Bildfläche. Nebenbei eine meteorologische Bemerkung erfreulicher Natur: Die Sonne ist in Erscheinung getreten, doch fröstelt man trotzdem weiter. Stand des Rennens 1. Tenni 2. Bira 3. Embiricos 4. Lehoux 5. Rovere 6. Ruesch 7. Cormack 8. Lord Howe 9. Fairfield 10. Kautz 11. McEvoy 12. Villeneuve nach der 20. Runde., 44' 04" (moy. 86 km 596) 44' 45" 3 46' 01" 2 46" 50" 1 46' 59" 7 47' 09" 8 47' 59" 1 48' 09" 8 48* 41" 5 48' 49" 8 49' 09" 1 Runde zurück. Und dabei bleibt es bis zur Mitte des Rennens, der 25 Runde. Rovere lässt sich kurz vor der 30. Runde durch Zehender am Lenkrad ablösen, nachdem er bis zu jenem Moment immerhin zwei Ränge gutgemacht und Embiricos wie Lehoux hinter sich verwiesen hat. Vorn, an der Front, scheint sich die Lage endgültig stabilisiert zu haben. Tenni führt den Tanz mit ungebrochenem Elan, und Bira behauptet sich als Zweiter, bestechend regelmässig, was sich übrigens auch von Ruesch berichten lässt, der nach wie vor seinen 6. Rang verteidigt. Weiter hält die Hekatombe an; unerbittlich räumt das Rennen unter den Fahrern auf, denn bereits haben auch Villeneuve und Cormack die Waffen eeatraeki. Stand bei 30 Runden: nd des Rennens nach der 30. Runde. 1. Tenni 1 h. 06' 14" 2. Bira 1 h. 06' 56" 8 3. Rovere. 1 h. 07' 35" 6 4. Embiricos 1 h. 08' 32" 1 5. Lehoux 1 h. 09' 05" 2 6. Ruesch 1 h. 09' 59" 9 7. Lord Howe 1 h. 10' 34" 4 8. Fairfield 1 h. 10' 53" 8 9. Kautz 1 h. 10' 54" 2 10. McEvoy 1 h. 12' 01" 1 Doch mit des Geschickes Mächten! Hat Tenni bisher unangefochten dominiert und überhaupt nichts und niemanden an sich herankommen lassen, hat er mit den andern Katz und Maus gespielt, so setzt ihn in der 33 Runde ein Augenblick des Nachlassens der Spannkraft ausser Gefecht. Die Schikane drüben am Bassin wird ihm zum Verhängnis, er sieht steh aus der Kurve herausgetragen, gerät mit den Sandsäcken in Kollision und havariert dabei die Lenkung. Zwar wird ihm nicht ein Härchen gekrümmt, aber mit den Aussichten auf den Sieg ist es Schluss. Langsam fährt er an der Boxe vor, um sich im weiteren Verlauf der Dinge als Zuschauer zu betätigen. Und jetzt heisst der Spitzenreiter Bira. Er weiss sich vor seinem nächsten Gegner in Sicherheit und dreht deshalb nicht stärker auf, um seine Stellung nicht zu kompromittieren, denn Bira ist nicht nur ein glänzender Techniker, sondern auch ein gerissener Taktiker. Hinter ihm verschiebt sich die Lage insofern, als Lehoux sowohl Zehender als auch Embiricoe unterkriegt und sich damit den 2. Platz erringt. Ruesch rückt durch den Ausfall Tennis um einen Rang vor, und Kautz klettert sogar zwei Stufen im Klassement höher, weil Lord Howe wieder mal mit den Kerzen zu schaffen hat. Ausgezeichnete Figur macht noch immer Embiricos, der sich als sehr zuverlässig entpuppt. Stand bei 40 Runden» Stand des Rennens 1. Bira 2. Lehoux 3. Embiricos 4. Zehender 5. Ruesch 6. Fairfield 7. Kautz 8. MCEVOT 9. Lord Howe 10. Villoresi nach der 40. Runde. 1 h. 28' 49" 2 1 h. 30' 57" 1 h. 31' 02" 4 1 h. 31' 30" 1 h. 32' 32" 4 1 h. 32' 45" 1 h. 32' 55" 2 1 h. 34' 37" 6 1 h. 35' 03" 9 1 h. 40' 14" 2 Die Würfel sind so gut wie gefallen, und wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes* eintritt, ist Bira der Sieg nicht zu nehmen. Tatsächlich bringen denn auch die letzten zehn Runden keine Verschiebungen innnerhalb des Spitzentrios mehr, wohl aber werden Zehender, Mc Evoy und kurz vor Schluss auch noch Ruesch durch mechanische Defekte schachmatt gesetzt, für den Schweizer, der sich so tapfer gehalten und der einen der Ehrenplätze vollauf verdient, eine bittere Pille. Und da der Engländer Fairfield wie übrigens auch sein Teamkollege Mays mit Disqualifikation belegt werden, weil sie sich ausserhalb der Boxen haben anschieben lassen, präsentiert sich das Schlussklassement wie folgt: 6 Auäi&eule Stand des Rennens nach der 50. Runde. h. 51' 51" 5 1. Bira 2. Lehoux 3. Embiricos, 49 Runden in 4. Kautz, 49 Runden in 5. Lord Howe, 48 Runden in 6. Villoresi, 46 Runden in (Mittel 85 km 286) h. 53' 56" 3 h. 52" 13" 9 h. 53' 32" 8 h. 53' 25" 9 h. 54' 00" 4 Beste Runde: Rovere in 2' 08", Was daran besonders erfreulich berührt, ist der ehrenvolle vierte Platz des Zürchers Kautz. Trifft es bei ihm auch zu, dass dem einen « syn Uhl dem andern syn Nachtigal» ist, so hat er diesen Erfolg mit seiner Ausdauer und seinem Willen zum Durchhalten vollauf verdient. Auch dem Pechvogel Ruesch gehört für die prächtige Partie, die er geliefert, ein Kränzchen gewunden, denn nur ein perfides Missgeschick hat ihn seines Erfolgs beraubt. Der Grosse Preis von Monaco. Montag, 13. April. Nanu? Hatte gestern ein strahlend blauer Himmel über der Landschaft gelacht und uns einen prachtvollen Ostertag beschert, so hängt es heute grau in grau herab, und aus den Wolken giesst es, dass es eine Art hat. Und nichts deutet darauf hin, dass Petrus die Absicht hätte, sich eines bessern zu besinnen, im Gegenteil, die Regenflut hält mit unverminderter Heftigkeit an. Wirklich nette Aussichten für den Nachmittag. Regen hat ja gerade noch gefehlt, wo die Strecke auch in trockenem Zustand der Schwierigkeiten eben genug bietet und an Mann und Wagen gewaltige Anforderungen stellt, an die Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit der Fahrer sowohl als auch an Motor, Bremsen und Getriebe. Unseres Wissens ist es das erstemal, dase der Grosse Preis, das tolle Karussell von Monte Carlo, unter derartigen misslichen Witterungsverhältnissen zur Durchführung gelangt. Natürlich haben auch die Zuschauer nichts zu lachen, denn die Tribünen sind fast ausnahmslos ungedeckt, und drei Stunden in diesem gänzlich unerwünschten feuchten Segen ausharren gehört nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens. So ganz zufällig kommt es also nicht, wenn diesmal der Fels ven Monaco nicht den üblichen « Zuspruch » findet. Der Massenandrang, dessen Ziel er sonst bildete, bleibt aus, und nur einzelne Grüppchen ganz besonders Unentwegter haben sich dort oben eingenistet. Und -wenn sich auch sonst die Völkerwanderung, deren Zeuge man an diesem Tage wurde, in bescheideneren Grenzen hält, als man es gewohnt ist, so kann auch das weiter nicht wundern. Ein Gutes hat der Regen immerhin: es wird keine Reifenfrage geben. Im übrigen ändert das programmwidrige Verhalten des Wetters an der Situation, wie sie sich vor dem Rennen präsentiert, nicht das geringste: Der Ausgans der Schlacht liegt vollkommen im Ungewissen, denn sowohl Auto-Union wie Mercedes und Alfa müssen ungefähr dieselben Chancen eingeräumt werden. Wer das Rennen machen wird, darüber zu orakeln wäre ein müssiges Unterfangen. Und auch die Trainingsergebnisse erlauben keine Prognose, wenngleich Chiron, der sich auf seinem Mercedes glänzend « eingelebt » und am Samstagtraining die beste Zeit herausgebracht hat, alles daran setzen wird, das Rennen in seiner Heimatstadt nach Hause zu fahren. MÜe schon seil 20 jLo/bea Jfafot&tt auf, dex jaam&n Weit mefot £eute auf Qooduea%= Jleifen ats auf legend einet and&ut Ttlwtke. Diese Tatsache —der unbestrittene Seine Griffigkeit ist unübertroffen; sein Bremsweg bis zu 16% Beweis von Ooodyears Ueberlegenheit — beruht weder auf Glück, kürzer als mit andern bekannten noch auf Zufall oder Behauptungen, sondern auf dem Urteil des er eine bis 43 % grössere Kilome- Marken-Reifen. Trotzdem erreicht strengsten Richters — des Automobilistenmem Gleitschutz; Und das Wichter-Leistung -bei absolut wirksa- Einen überzeugenden Beweis seiner hohen Leistungsfähigkeit hat des neuen All-Weather G-3 betigste: Obwohl die Herstellung GOODYEAR mit dem neuen All- deutend teurer zu stehen kommt, Weather G-3 erbracht. bezahlen Sie dafür nicht mehr. JCaufeU Sie xiesfuM !&&£. lühcenden JUifeti: Qoodyeat Q~3 The Goodyear Tire & Rubber Export Hohlstrasse 110 Telephon 32.758 A 1 M ' Co., ZCrich Mercedes wird, nebenbei bemerkt, zwei verschiedene Typen an den Start bringen: das bisher bekannte Modell und einen neuen, kürzeren Typ, der beim Training zum Grossen Preis der Schweiz 1936 erstmals ausprobiert wurde. Der Wagen -weist auch in konstruktiver Hinsicht gewisse Aenderungen gegenüber dem bisherigen Modell auf. So ist der Schwerpunkt tiefer gelegt, der Motor schief nach hinten geneigt in der Richtung der Kardanwelle, die Federung modifiziert. Caracciola und Chiron bestreiten das Rennen auf diesem Typ, währenddem Brauchitseh und Fagioli den « alten» Wagen fahren; In diesem Zusammenhang sei auch nach erwähnt, dass die Mercedes-Kompressoren etwas umkonstruiert worden sind und schneller drehen. Wie Caracciola (Mercedes-Benz) im Grossen Preis triumphierte. Kurz nach 13 Uhr werden die 18 am Grand Prix teilnehmenden Wagen am Start aufgestellt, wobei die Reihenfolge, die sieh nach den Trainingsergebnissen bestimmt, wie folgt lautet: 1. Reihe: Caracciola Nuvolari Chiron (Merc-Benz) (Alfa R.) (Merc-Benz) 2. Reih« Rosemeyer Stuck (Auto-Union) (Auto-Union) 3. Reihe: Brauchitseh Wimille Varzi (Mera-Benz) (Bugatti) (Auto-Union) 4. Reihe: Fagioli Farina (Merc-Benz) (Alfa Romeo) 5. Reihe« Sommer Brivio Tadini (Alfa R.) (Alfa R.) (Alfa R.) 6. Reihe: Trossi Etancelin (Maserati) (Maserati) 7. Reih« Siena Ghersi Williams (Maserati) (Maserati) (Bugatti) Der Ungar Hartmann und Aymini, der mit dem neuen «Eigenfabrikat» von Trossi debütieren sollte, haben Forfait erklärt. Bira, der Sieger des Kleinwagenrennens, fährt die Piste mit dem Eröffnungswagen ab, überall von lebhaftem Applaus empfangen. Die Motoren singen ihr infernalisches Lied, die Startflagge hebt und senkt sich und mit ohrenzerreissendem Geheul schiesst die wilde Meute los. Beim Passieren der Ehrentribüne liegt Caracciola in Front, aber in der Steigung zum Casino hinauf hat Nuvolari bereits das Kommando übernommen. Eine knappe Minute vergeht, dann prescht aus dem Tunnel am Hafen unten der silberglänzende Mercedes von Caracciola als Erster heraus. Aber er hat Nuvolari, Chiron, Varzi, Fagioli, Stuck und Farina dicht auf den Fersen. Der Spitzenreiter Caracciola vergrössert seinen Vorsprung auf Nuvolari, den Chiron von hinten scharf bewacht. Schon die zweite Runde sollte indessen das Feld stark lichten, wobei namentlich Mercedes und Alfa Romeo die Leidtragenden sind. Brivios Wagen hat auf der ganzen Strecke Oel verloren, wobei sich an der Schikane eine über 2 m ! grosse Lache bildete. Chiron, der vor Farina liegt, gerät ine Gleiten, der Italiener saust von hinten in den Mercedes hinein, und auch Brauchitseh, wie Siena, die folgen, werden in das Tohuwabohu hineingerissen. Nach diesem unliebsamen Intermezzo, wobei glücklicherweise nur die Fahrzeuge Schaden nehmen, versucht man die Oellache mit Benzin zu entfernen und die Piste durch Sandstreuen gleitsicher zu machen. Dabei passiert einem der Arbeiter das Missgeschick, dass er Fagioli eine Handvoll Sand ins Gesicht wirft, wodurch der Mercedes-Fahrer die Gewalt über den Wagen verliert und ebenfalls ausser Gefecht gesetzt wird. Mercedes hat also schon in der zweiten Runde nur noch ein einziges Eisen im Feuer: Caracciola. Aber auch Alfa Romeo sieht sich durch das Ausschei- " den von Farina und Brivio zweier seiner besten Waffen beraubt. Damit steigt der forsch-fahrende Rosemeyer auf den 3. Platz empor, gefolgt von seinen Teamkollegen Varzi und Stuck, hinter denen sich Wimille als 6. behauptet. Die beiden Spitzenreiter Caracciola und Nuvolari liefern sich ein verbissenes Duell und ziehen daben im Feld hervor. In der 8. Runde muss Rosemeyer für eine halbe Minute die Boxe aufsuchen, um Kerzen zu wechseln, womit Varzi Dritter wird. Unaufhörlich tobt der Kampf zwischen Caracciola und Nuvolari, Rad an Rad fast dröhnen sie in der 9. Runde vorüber. Eine Runde später hat es der verwegene Draufgänger Nuvolari geschafft und seinem Gegner die Spitzenposition entrissen. So leicht allerdings lässt sich Caracciola nicht abhängen und wenn er auch den Italiener ziehen lässt, so tut er nur so als ob und bereitet sieh dabei auf eine neue Attacke vor. Im Laufe dieser wilden Hatz stellt Nuvolari in der 12. Runde mit 2.24,1 (St.-Mittel 79,802 km) die bisher beste Rundenzeit auf. In der nächsten Runde schon fordert das Rennen auch von der Auto-Union seinen Tribut Rosemeyer, bisher Fünfter, landet auf dem Trottoir und wird nicht mehr gesehen. Das Feld hat sich schon stark in die Länge gezogen und bereits sind auch die ersten Ueberrundungen zu verzeichnen. Fast hat es den Anschein, als ob Nuvolari und Caracciola ein Rennen für sich allein fahren .wollten, denn zusehends wächst der Abstand zwischen ihnen und dem übrigen Feld. Hat sich der Regen bisher nicht sonderlich unangenehm bemerkbar gemacht, so setzt er nunmehr wieder ein, und zwar sehr ausgiebig, denn es giesst wie aus Kübeln. Das Ausscheiden Rosemeyers hat Wimille, der ausgezeichnete Figur macht, zum 5. Platz verholfen, so dass sich d4s Klassement in der 20. Runde wie folgt darbietet: Klassement bei 20 Runden, wie folgt darbietet: 1. Nuvolari 48.57 (Std.-Mittel 77,957 km/St); 2. Caracciola 49.01,2; 3. Varzi 50.09,2; 4. Stuck 50.12, 5. Wimille 51.10,2; 6. Trossi 51.49,9; 7. Farina 52.0,18; 8. Sommer 52-30,5; 9. Ghersi 54.16,7; 10. Willialns; il. Etancelin (je eine Runde zurück). Schon nach dem ersten Fünftel — bekanntlich ist die Distanz auf 100 Runden festgesetzt — befinden sich von 18 Gestarteten nur noch 11 im Rennen. An Stelle Tadinis übernimmt Farina die Führung des zweiten noch überlebenden Alfa Romeo. Nuvolari dreht noch weiter auf und.steigert seinen Durchschnitt in der 21 Runde auf 82,064 km/St Indessen denkt • Garacciola nicht daran, klein beizugeben. In den nächsten Runden leitet er einen Gegenangriff ein, der die Zuschauer in fiebernde Spannung versetzt. Mit hinreissendem Elan stösst er vor, pirscht er sich an den Leader heran. Runde um Runde gewinnt er an Boden und so verzweifelt sich auch Nuvolari zur Wehr setzt, gegen den Deutschen ist offenbar kein Kraut gewachsen. Man schreibt die 27. Runde, als Caracciola wieder als Erster erscheint. Und dabei wird es bis zum Schluss bleiben, eine Glanzleistung des Meisters, der vollkommen auf sich selbst angewiesen ist und niemanden zur Seite hat, der ihn unterstützen und den Gegner in Schach halten könnte. Was Caracciola in den nächsten Runden zeigt, dafür ist der Ausdruck «Durchbrennen» gerade gut genüg. Er lässt den Italiener buchstäblich stehen, um sich einen entscheidenden Vorsprung zu sichern. Dabei kann es nicht ausbleiben, dass Varzi und Stuck, die übrigens in «brüderlicher Eintracht» den Parcours runden und immer die gleiche Distanz voneinander