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E_1936_Zeitung_Nr.075

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 15. SEPTEMBER 1936 — N° 75 Erfahrungen mit der Spritbeimischung in Oesterreich. Ein schwerer Schlag für die österreichische Mineralölwirtschaft war es, als Mitte 1932 dem Drängen der Agrarier nachgegeben und die Benzinproduzenten gezwungen wurden, 10,000 hl Spiritus zu übernehmen. Wenn auch kein Beimischungszwang vorgeschrieben war, so konnten die Benzinfirmen mit dem zwangsweise übernommenen Spiritus nichts anderes machen, als ihn wegen verbotenem Weiterverkauf beizumischen. Begründet wurde diese Massnahme mit der Ueberproduktion an Spiritus, der schlechten Lage der Brennereien und mit autarktischen Motiven. Dabei nahm man aber auf die ebenfalls ungünstige Situation der Erdölindustrie und auf die Tatsache, dass ein beträchtlicher Teil des für die Spirituserzeugung notwendigen Rohstoffes ebenfalls importiert werden muss, keine Rücksicht. Doch die Agrarier gaben sich damit nicht zufrieden. Im Januar 1934 wurden die Verhandlungen über eine Erhöhung der von den Benzinfirmen zu übernehmenden Spiritusquote wieder aufgenommen, und da sie zu keinem Resultat führten, wurde am 6. Juli 1934 eine neue Beimischungszwanigsverordnung erlassen, die die Beimischung von 50,000 hl Spiritus vorschrieb. Betrachten wir einmal die volkswirtschaftliche Rechnung dieser als Hilfe für die Landwirtschaft gedachten Massnahme. Benzin kostete damals 10 S pro 100 Liter loko Wien ohne Abgaben. Die Abgaben, nämlich Benzinsteuer, Zoll, Warenumsatzsteuer und Krisensteuer betrugen 34 S, die Spesen 1 S, so dass der Gestehungspreis rund 45 S pro 100 Liter Benzin ausmachte. Der Wiederverkaufspreis an die Grossbezüger war damals 48—50 S, der Tankstellenpreis 52—55 S. Spiritus wurde staatlich von der Spirituszentrale bewirtschaftet. Der Gestehungspreis für industriell erzeugten Rohspiritus belief sich auf SO S, für landwirtschaftlich erzeugten auf 132 S pro 100 Liter ohne Abgaben. Da nur wasserfreier Alkohol für die Beimischung überhaupt verwendet werden kann, kamen noch 15 S für Raffination und 3 S für Entwässerung dazu. Die Spesen der Beimischung betrugen 1 S, so dass sich also der landwirtschaftliche Spiritus, zu dessen Gunsten die Beimischungsaktion erfolgen sollte, auf rund 150 S exklusive aller Abgaben stellte. Dabei muss noch erwähnt werden, dass Alkohol eine viel geringere thermische Energie hat wie Benzin, so dass die erfahruragsgemäss rationellste Mischung von 80 % Benzin und 20 % Spiritus auf Grund vieljähriger Versuche eine 5- bis 8-prozentige -Minderleistung gegenüber reinem Benzin aufweist, d. h. dass an Stelle von 100 Liter Benzin 105 bis 108 Liter Gemisch erforderlich sind. Der Benzinkonsum für automobilistische Zwecke betrug ca. 1,500,000 hl. Da dieser Menge 50,000 hl Alkohol beigemischt werden sollten, musste diese Beimischung in der Weise erfolgen, dass ein Teil dieses Benzinquantums, nämlich 200,000 hl, im Verhältnis 4 : l mit Spiritus gemischt werden mussten, so dass für den Konsum 1,250,000 hl reines Benzin und 250,000 hl Gemisch zur Verfügung standen. Dies bedeutet zunächst eine Zersplitterung der bisher einheitlichen Konsumdeckung, welche die Verkaufs- und Verteilungsspesen erhöhen musste, wobei noch berücksichtigt werden muss, dass aus technisch-chemischen Gründen die bestehenden Tankstellen nicht gleichzeitig für Benzin und Gemisch verwendet werden konnten. Die finanziellen Auswirkungen waren daher folgende : Die Spirituszentrale verlangte für den Beimischungsspiritus 80 S pro hl. Die Benzinfirmen mussten daher statt 45 S für Benzin inklusive Abgaben 80 S bezahlen, hatten also bei einem Quantum von 50,000 hl 1,750,000 S Mehrkosten. Dazu kam der Mindererlös für die 250,000 hl Gemisch, die wegen der geringeren Leistungsfähigkeit um 5 S pro Hektoliter billiger abgegeben werden mussten als Benzin. In Ungarn und Frankreich z. B. war das Gemisch um 10 % billiger als Benzin. Der Mindererlös betrug dadurch 1,250,000 S. Zusammen wurde also die Mineralölwirtschaft mit 3,000,000 S belastet. Mindestens ebenso bedenklich waren aber die Wirkungen dieser Beimischungsaktion in fiskalischer Beziehung. Da der landwirtschaftliche Spiritus auf 150 S kam, entstand für die staatliche Spiritusstelle bei Abgabe von 50,000 hl zu 80 S, für den sie 150 S bezahlen musste, ein Verlust von 3,500,000 S. 1600 km langer Schlepp-Segelflug. Kürzlich wurde in vier Etappen die 1600 km lange Strecke Kapstadt-Johannesburg durch einen Segelflieger im Schlepp eines Motorflugzeuges zurückgelegt. Autostrassenprojekte in Belgien. Der angekündigte Boa einer Autobahn Ostende - Brüssel ist bereits in Angriff genommen worden. Mit der Strecke Brüssel - Aachen wird ein weiteres Teilstück der geplanten Autofernverkehrsstrasse London- Istanbul entstehen. Weiter ist der Bau von Autostrassen geplant zwischen Brüssel und Luxemburg, Brüssel und Antwerpen, Brüssel und Roubaix, Brüssel und Quievrain und zwischen Antwerpen und Le Zoute. Sanierung des französischen Automobilmarktes. Die Syndikalkammer der französischen Automobilfabrikanten gibt bekamt, dass die neuen Wagen an die Kundschaft nur zu den von den Fabrikanten angesetzten Katalogpreisen verkauft werden. In Erwartung von Ausführungsbestimmungen haben sich die Markenhändler bereits verpflichtet, neue Wagen nicht unter dem Tarife der Fabrikanten abzusetzen und Gelegenheitswagen nicht über den offiziell gültigen Höchstpreisen zurückzunehmen. Deutschlands Neuzulassungen an Motorfahrzeugen. Im Monat August sind 42,443 Motorfahrzeuge neu in den Verkehr genommen worden oder 14% weniger als im Vormonat, immerhin aber 22% mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. An Personenwagen kamen 18,151 oder 13% mehr als im Vormonat, an Lastwagen 5005 oder 7% weniger und an Motorrädern 18,400 oder 17% weniger als im Vormonat neu in den Verkehr. Dazu kam noch, dass der Staat bei diesen 50,000 hl auf die Abgaben im Ausmass von 34 S pro hl verzichtete, da sich der Preis von 80 S exklusive aller Abgaben verstand, ein weiterer Ausfall für den Fiskus von 1,700,000 S, d. h. also ein Gesamtverlust von 5,200,000 S entstand. Die ganze Spritbeimischungsaktion hatte einen volkswirtschaftlichen Verlust von über 8 Millionen S zur Folge, dem ein Gewinn von nur 1 Million S gegenüberstand, ein deutlicher Beweis dafür, dass der volkswirtschaftliche Schaden eines interventionistischen Eingriffes viel grösser ist als der Nutzen, den eine kleine Zahl von Interessenten durch ihn erhält. Trotz diesen nicht gerade ermunternden Tatsachen, die nicht nur Oesterreich, sondern auch andere Länder mit der Alkoholbeimischung durchzukosten haben, will man auch bei uns an dieses zum vorneherein verfehlte Experiment herantreten. WÄ «.ftl.'chc** Steuererleichterungen, nicht Steuererschwerungen zur Hebung der Motorisierung. Bekanntlich versucht Polen als eines der am schwächsten motorisierten Länder Europas durch Gewährung von Steuererleichterungen die Motorisierung, und zwar nicht zuletzt im Hinblick auf militärische Bedürfnisse, zu heben. Die Ausführungsbestimmungen zum Dekret des Staatspräsidenten vom 15. Mai 1936 betreffs Steuererleichterungen beim Kaufe von Motorfahrzeugen besagen, dass diejenigen Käufer, die bis 1. Januar 1938 ein Motorfahrzeug, einen Traktor oder ein Motorrad direkt bei einem polnischen Verkaufsunternehmen erwerben, bei einem Kaufpreis von nicht mehr als 12,000 Zloty diesen von der Summe des Jahreseinkommens in Abzug bringen können. Unter (Motorfahrzeugen sind alle Teile einschliesslich Fahrgestell und Karosserie zu verstehen. Der Vorbehalt des Verkäufers, dass das Fahrzeug bis zur Zahlung der letzten Verkaufsrate sein Eigentum istischer Spielstrassen für Kinder in England. Um die Beteiligung von Kindern an den Verkehrsunfällen nach Möglichkeit auszuschliessen, hat die Stadt Salford eine Beschränkung der Zahl der Verkehrsstrassen bleibt, ist für die Zuerkennung der Steuererleichterung ohne Bedeutung. Die Erleichterung kann einem Käufer nur einmal gewährt werden, es sei denn, dass bis zum 1. Januar 1938 ein zweites Fahrzeug gekauft wird und der alte Wagen über 80 Prozent des Anschaffungswertes eingebüsst hat. Gleichzeitig ist zur Herabsetzung der Benzinpreise die Steuer für Benzin von 12 auf 9 Zloty je 100 kg reduziert worden. Ferner wurde der für den Strassenfonds bestimmte Zuschlag auch für Benzin von 12 auf 10,86 Prozent herabgesetzt. Wie lange geht es noch, und wie gross müssen die Verluste der schweizerischen Automobilwirtschaft werden, bis man sich auch bei uns, und zwar nicht zuletzt im ureigensten Interesse des Fiskus selbst, zu einer solchen Steuerpolitik bequemt? Gründung einer Exportgemeinschaft deutscher Automobilfabriken. In Berlin ist mit einem Kapital von 100,000 Rm. die Exportgemeinschaft deutscher Automobilfabriken A.G. gegründet worden. Zwecks des Unternehmens ist die Förderung der Ausfuhr deutscher Automobile, Motorräder und deren Bestand- und Zubehörteile durch Ausbau des ausländischen Kundendienstes. Dem Unternehmen gehören folgende deutsche Automobilfabriken an: Auto-Union, Adlerwerke, Bayrische Motorenwerke, Büssing-NAG, Daimler-Benz, Hentschel & Sohn, Krupp und Maybach-Motorenbau. Aus der Erdölindustrie. Die ersten vier Monate des laufenden Jahres haben im Durchschnitt aller an der Erdölgewinnung beteiligten Länder eine Tagesproduktion von 673,000 t erbracht, eine Zahl, die um mehr als 7 % höher liegt als im selben Zeitabschnitt des Vorjahres. An der Spitze maTschiert Russland mit einer Steigerung der Ausbeute um 10,7 %, und der Irak bleibt mit 10,4 % nur um ein Geringes zurück, währenddem in Amerika, das einen Rekordkonsum an Benzin verzeichnet, die Petrolgewinnung um 5,9 % angewachsen ist Zum TitHs-Autotunnelprojekt Der Gemeinderat von Engelberg hatte auf den 11. September einen weiteren Interessentenkreis zu einer Besprechung des Titlisdurchstichprojektes eingeladen. Nach 'diesem Projekt könnte mit einem Tunnel von ca. 4 km Länge und wenigen Kilometern Strassenbau die Verbindung Luzern-Engelberg- Wassen hergestellt werden. Ca. 8 km würden mit der geplanten Sustenstrasse zusammenfallen. Dass in weiten Kreisen für ein solches Projekt grosses Interesse besteht, hat sowohl der Besuch wie der Verlauf dieser Versammlung bewiesen. Der Talammann von Engelberg, Dr. K. Amberg, konnte vorgenommen. 170 Strossen sind für dengegen 20 Offiziere, Vertreter der Regierungen von Obwalden und Nidwaiden und Verkehrsinteressenten aus den Kantonen Basel, Aargau, Zürich, Lu- Durchfahrtsverkehr von Automobilen völlig gesperrt und zu Spielstrassen für Kinder erklärt worden. Diese Spielstrassen verteilen sen zern, Öbwalden, Nidwaiden, Uli und Tessin begrüs- sich gleichmässig auf die verschiedenen Ḣauptmann Hess, Engelberg, hielt ein Referat über die militärische Bedeutung des Projektes, wobei er in der Hauptsache die den Lesern der «Auto- Stadtteile. Alle andern Strossen hingegen sind ausschliesslich dem Verkehr vorbehalten, mobil-Revue» bereits bekannten Gedankengänge spielende Kinder werden hier nicht geduldet. entwickelte (Vergl. Nr. 67 vom 18. August). In Ergänzung dazu kam er aber auch auf die grosse Be- Die Spielstrassen sind durch entsprechende deutung zu sprechen, die dem Projekt in bezug auf Schilder gekennzeichnet. die beiden wichtigen strategischen Linien, die durch das Reusstal und das Haslital führen, zukommt Gerade diese Ausführungen fanden bei den zahlreich anwesenden Offizieren das grösste Interesse. Der deutsche Autotnobilersatzbedarf. Für die nächsten zwei Jahre schätzt man In der Diskussion, die von Oberst Odermatt, Oberst den Ersatzbedarf der deutschen Automobil- Guex, Oberstlt. Cattani (der speziell den grossen wirtschaft auf 240,000 Einheiten. Für die Automobilindustrie resultiert daraus eine gute Auftragsreserve, die aber vornehmlich den Fabriken kleiner und billiger Wagen zugute kommen dürfte. Amerikas Automobilbilanz. Im Monat August sind nach vorläufigen Schätzungen insgesamt 270,000 Personenund Lastwagen hergestellt worden, womit sich die amerikanische Automobilproduktion in den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres auf 3212,000 Einheiten stellt. Gegenüber der entsprechenden Vorjahres-Periode verzeichnen die diesjährigen Produktionsziffern eine Zunahme um zirka 13% oder rund dreimal so viel wie in den ersten 8 Monaten des Krisenjahres 1932, wie dies aus nachstehender Zu~ sammenstellung hervorgeht: August 8 Monate 1932 90 320 1070 350 1933 236 410 1475 300 1934 234 810 2 215 370 1935 239 990 2 843 940 1936 270000 3 212 000 Strassen Vorteil des ganzjährigen Verkehrs hervorhob), Oberstlt. Gamma und von Major Farner benützt wurde, wurde durchwegs die grosse militärische Wünschbarkeit dieser Verbindung unterstrichen." Das «weite Referat von Kurdirektor DT. J. Hess zeigte, dass mit diesem Projekt auch verkehrspolliisch höchst wertvolle Verbindungen geschaffen würden und besonders autotouristisch ungeahnte Möglichkeiten erschlossen würden. Anhand von eindrucksvollen statistischen Zusammenstellungen zeigte er den rapiden Aufschwung des Autotouris. mus auf und bewies den grossen Anteil der Automobilisten unter den einheimischen und ausländischen Kurgästen. Ingenieur Bartholomäi versicherte die Versammlung, dass man in den Automobilistenkreisens Luzerns diesem Projekte höchst sympathish gegenüberstehe. Er betonte vor allem, dass mit einem Durchgangsverkehr durch Engelberg ein an Naturschönheiten selten reiche Gegend in zahlreiche Rundfahrten hineinkombiniert werden könnte. Sowohl der Vertreter der Regierung von Nidwalden, Landammann Christen, wie auch der Kulturingenieur dieses Kantons, Schildinecht, bezeugten ihr grosses Interesse am vorliegenden Projekt. Sie liessen aber deutlich durchblicken, dass in Nidwalden die Entscheidung zwischen diesem Projekte und der Jinksufrigen VferwaldstStterseestrasse, die sich ja als Konkurrenzprojekte ausschliessen, noch nicht gefallen ist. Nachdem der Kanton Nidwaldßn die Möglichkeit besitzt, sich sozusagen ohne Kosten und mit fast sämtlichen Gemeinden bei der Realisierung des Titiisdurchstiches in die internationale Gotthardroute einzuschalten, dürfte dem Nidwaldnervolk die Wahl wahrlich nicht schwer fallen. Der Vertreter der Regierung von Obwalden, Regierungsrat Infanger und kantonaler Militärdirektor, begrüsste das Werk indem er nochmals die grosse militärische Bedeutung desselben hervorhob. Sehr interessant waren auch die Ausführungen des Leiters des Verkehrswerbedienstes der Zentralschweiz, Direktors Leopold Hess, wie auch die automobilistischen Erwägungen von Dr. Schmidlin vom A.C.S. Zürich. 'Technisch kann das Problem mit einem 4-kmoder 6-km-Tunnel gelöst werden. Beim 4-km-Tunnel musste auf der Engelberger Seite die Strasse in einer Schlaufe über Niedersurenen an den Grassenberg hinaufgeführt werden. Es könnte dadurch auf der Urner Seite auf ca. 1700 m Höhe das Kleinalptal gewonnen werden. Von dort bis an die Sustenstrasse wären dann noch ca. 2 km Strassenbau nötig. Vom finanziellen und touristischen Standpunkt aus wäre diese Lösung vorzuziehen. Beim 6-km- Tunnel würde das Nordportal auf ca. 1260 m Höhe unmittelbar über der Talsohle im Talabschluss beginnen. Das Südportal würde auf 1560 m zu liegen kommen, so dass im Tunnel auf 6 km ca. 300 m Steigung zu überwinden wären. Beide Varianten müssen vorerst noch genau fachmännisch studiert werden. Die geologischen Verhältnisse dürfen im grossen und ganzen als durchaus günstig angesehen werden, da der 4-km-Tunnel vermutlich ganz, der 6-ikm-Tunnel zu seinem überwiegenden Teil in die Zone des Erstfelder Granites zu liegen käme. Genaue Kostenvoranschläge für die beiden Tunnelvarianten liegen noch nicht vor. Ein Fachmann schätzte die Kosten auf ca. 10 Millionen Franken. Man glaubt, dass bei dem hohen militärischen Werte des Projektes der Bund dermassen daran interessiert sei, dass er es finanziell ermöglichen werde. Vielleicht würde die Ueberaeichnung der Wehranleihe eine Möglichkeit schaffen. Schliesslich wurde auch mit grossem Applaus der Vorschlag aus den Automobilistenkreisen Luzerns entgegengenommen, auf privatem Wege die Geldmittel zu beschaffen. Nachdem die Schweizer für eine ausländische Konkurrenzstrasse privat ihr Geld hergegeben haben, sollte dies auch für «in nationales Werk von dieser Bedeutung möglich sein. Mit Hilfe von Arbeitelosen aus unseren Städten, die an diesem Tunnel- und Strassenbau beschäftigt würden (als Gegenwert würden die betreffenden Städte die Arbeitsloßensubvention •dem Werke ausbezahlen) und mit der Erhebung einer Tunnelgebühr glaubt man auf die Rechnung kommen zu können. Die Versammlung beschlöss- einmütig die Gründung eines Initiativ-Komitees, dem die weitere Verfolgung dieses militärisch wie verkehrstechnisch so vielversprechenden Projektes anvertraut wird. Da die Sustenstrasse durch diese Möglichkeit militärisch wie verkehrstechnisch noch bedeutend aktueller wird, dürfte ihr ohne Zweifel die Priorität zuerkannt werden. Dr. P. H. Pf EM BACH STR. 69 DAt BESTE BENZ IN FÜR J E DE ! AU TO!

N° 75 — DIENSTAG, 15.. SEPTEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE 11 Der Sf. Galler Unionplatz. In den nächsten Tagen dürfte der verkehrspolizeiliche Umbau des Blujimenberg-Unionplatzes der Vollendung entgegengehen. Der Unionplatz •weist zu allen Tageszeiten und besonders bei Geschäftsanfang und -schluss einen sehr lebhaften Verkehr auf. Auf dem Union- ;!platz kreuzen sich sechs Strassen und auf dem Bluixnenbergplatz, der -organisch mit dem Unionplatz 'zusammenhängt, fünf. Der grösste Teil des Fahrzeug- und Fußgängerverkehrs unserer Stadt geh über diese Plätze. Durch den erfolgten Umbau, •welcher eine klare Scheidung des Fussgänger- -und Fahrverkehrs erstrebte, ist eine möglichst grosse [Verkehrssicherheit erreicht worden. ••" Die Führung des Fährverkehrs ' auf dem Unionplatz vom Hechtplatz nach dem'Bahnhof, von Osten nach Westen, geht nördlich i*n der Verkehrsinsel vorbei und umgekehrt zwischen Inse und Tramhäuschen hindurch. Der Fahrverkehr nach dem Obern Graben wird zwischen Tramhäus- |Chen und Gaf6 Neumann und umgekehrt zwischen 'dem Garten der Union und dem Tramhäuschen 'durchgeführt, wodurch diese ibeiden Strassen den Einbahnverkehr erhalten. Diese Regelung bedingte J den Einbahnverkehr auch für den Untern Graben •mit der Einfahrt vom Ünionplatz her, wodurch der dortige Autopark auf die Ostseite der Strasse verlegt werden musste. Auf dem Blumenbergplats wurde der lAutopark von der Mitte auf beide Seiten hinaus verilegt und, wie auf dem Unionplatz, mit Steinschwel- 'len eingefasst. Die Fährbahn führt durch die Mitte des Platzes und ist durch Verkehrsteiler klargelegt Für den Fussgängerverkehr sind Sijcherheitsstreifen um, die Verkehrsplätze heVurn. und idurch den Unionplatz hindurch gezogen, welche mit Nägeln sichtbar und' durch die Abschrankungen •zwingend gemacht worden sind. Die Fussgängeretreifen bieten den Benutzern volle Sicherheit, da die Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit zu massigen oder nötigenfalls anzuhalten haben, damit die darauf befindlichen Fussgänger ungehindert die Fahrbahn überqueren können. Die Kanzel für den Verkehrspolizeimann wurde •auf das vorgezogene nördliche'Trottoir gestellt, von wo aus der Verkehr sicher geleitet werden kann. Wenn nun alle Strassenbenützer, die Eussgänger und Fahrzeugführer, sich der neuen Verkehrsord- Dung fügen, was nach der Verkehrserziehung auf dem Hechtplatz leicht sein dürfte, so wird sich der Verkehr auf diesen Plätzen sicher und reibungslos abwickeln. C. K. Jkus d^na Lese Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion. Zum Rückgang Im Automobilgewerbe. Kürzlich •erkündete das Radio, dass im Aütogewerbe, Benzänzinverbrauch inbegriffen, ein empfindlicher Rückgang zu konstatieren sei und däss der Bundesrat diesem Rückgang grösste Aufmerksamkeit schenke. Vorerst müsste man fragen: Nützt es etwas, darüber noch Worte zu verlieren und die Spalten der Zeitungen zu füllen? Wie oft ist schon darauf hingewiesen wördeitt "Genützt hat es nlents, im Gegenteil. Interessant ist die Tatsache, dass zuerst die Kinder und verwandten Kinder von Eisenbahnern, d. h. von Kondukteuren, 'Krämpern und übrigen Angestellten der Transportanstalten unverblümt erklären: die Automobilisten seien an der ganzen Misere^ d.h. der Defizite schuld. Und diese Verseuchung, diese Vorspiegelung falscher' Tatsachen ergreift immer weitere Kreise, und man hört immer am liebsten auf die Draufgänger, nur sollten diese dann eine geraume Zeit das .Maul halten, wenn sie falsch- gewaschelt haben. Der Benzinpreis ging ja bekanntlich von 36 auf 43 Rappen hinauf- Wo ist nun der Erfolg? Hatten die Bahnen mehr Frequenz? Warum wagt man es nicht; den Benzinpreis auf 1 Fr. per Liter hinaufzusetzen? Antwort: So dumm will halt doch niemand sein. Ein solches Experiment müsste wohl bald abgeändert werden: Schreiber dies ist in- keinem Automobil verband und an keinem Autogewerbe beteiligt. Er beziahlte äff Zollgebühren für seinen Wagen rund Fr. 2500.-^-. Hätte der Bund das Geld zu 4% an Zins gelegt, so könnte er alljährlich Fr. 100.— als. Zinserträgnisse einstreichen. Sicher brauchen.die wenigsten Schweizerbürger für Bahnauslagen pro Jahr Fr. 100.—. Dazu bekommt der Bund von jedem Liter Benzin ca. 23/4 Rp. Je höher'der Benzinpreis, desto weniger wird gefahren, das ist ja sonnenklar. Ich selbst fahre meinen Wagen jetzt das dritte Jahr. Im letzten Jahr, d. h. seit der Benzinpreiserhöhung, habe ich 1020 km gefahren. Voraussichtlich werde ich meinen Wagen nächstes Jahr einstellen, denn 43 Cts. per. Liter sind mir einfach zu teuer. Dann greife ich wieder zum Spazierstock und freue mich über die kommende. 'Katzensteuer, damit das Miauen im kommenden Hornung verstummt Und, ich bin eben nicht allein in meinem^ Denken, und vielen wird jetzt klar, warum es weniger Reifen braucht, weniger Bestandteile, weniger Reparaturarbeiten. Die Steuerschraube muss lockerer werden, dann wird's schon -wieder gehen. Das ist das beste Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wer Ohren hat zu hören, der höre! G. W, in- T, Dtr wirtschaftliche Unsinn der Spritbeimischung. Im Artikel « Wer übernimmt die Verantwortung? » in No. 74 Ihres geschätzten Blattes steht .der Satz: c Da die Automobilisten und Benzinkonsumenten jedoch ziemlich sicher einen Teil dieser Zeche (gemeint ist das Defizit der AlköholVerwaltung) berappen müssen ...> .7;'.%" Mit dieser zahmen Einstellung würden wjy "Benzinverbraucher nicht viel erreichen. Auf alle Fälle sind wir Automobilisten keinesfalls dieser Meinung und wir werden uns gegen jede neue Belastung in irgend welcher Form wehren, auch wenn der 5. Juli, mit der Sympathie grosser Schichten der Bevölkerung, in verbesserter Auflage wiederholt werden muss. Wenn wir von einem Fahrzeug, das wir besitzen, keinen Gebrauch machen, eo ist dies für niemanden eine Bedrohung, wie ein « zweiter Marsch der Bauern, auf .Bern, bei dem, es nicht mehr so glimpflich ablaufen würde, wie beim etsten »: (Offener Brief des Herrn Laur an He,rrn National Duttweiler).' Bei dieser' " Gelegenheit hörte man keine Pfuirufe im Bundeshaus und auch kein « unerhörte Sprache >^ seitens des Herrn ;Nationalrat Walther in Lüzern. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil diese Stimme aus dem eigenen Lager kam. Man sage -uns-also nicht,-^dass-wir uns eine andere Sprache angewöhnen müssfen. Man• diskutiert auch viel zu viel in-'den FäcTiizeituneen des Automobilismus über die technische Seite des Problems der Alkoholbeimischung und gibt sich damit den Anschein, einlenken zu wollen. (Die «A.-R. » hat von Anfang an das Tannersche Beimischungsprojekt vornehmlich aus wirtschaftlichen Ueberlegungen heraus bekämpft. Daneben ist es Pflicht eines Fachblattes, auch die damit zusammenhängenden technischen Probleme zu behandeln. Red.) Halten wir den wirtschaftlichen Unsinn fest, der darin besteht, 6 Millionen Liter Alkohol im Werte von lM Millionen Franken mit einem Kostenaufwand von weiteren 1,2 Millionen Franken zu entwässern, um das so gewonnene Produkt als Betriebsstoff, der einen Wert von 450.000 Franken darstellt, zu verwenden. Nur in einer Amtsstube kann ein solches Projekt ausgeheckt werden. Hat man fm Bundeshause keinen Sinn dafür, wie aufreizend solche Machenschaften nicht nur auf den Benziflverbraucher, sondern auf jeden denkenden Bürger wirken müssen, ganz abgesehen von Geschichten über < berstend volle Lager > bei gleichzeitiger Einfuhr grosser Quantitäten ausländischen Alkohols, wie übrigens auch die verbilligte Abgabe von Benzin an die in allem und jedem bevorzugte Wirtschaftsgruppe? Diese kurz vor dem 5. Juli beschlossene Massnahme vermochte übrigens keinen Keil in die Front der Automobilisten zu treiben, wie die Ereignisse zeigten. Im. nämlichen Artikel Ihres Blattes wird der ehemalige Chef des Volkswirtschaftsdepartementes mit Recht als zum grossen.Teil für die jetzige Lage verantwortlich erklärt. Er hat aber doch die Situation erkannt und wollte das Steuer herumwerfen (Aarauer Rede). Was geschieht aber seit seinem Rücktritt? Preisaufschlag auf Preisaufschlag, selbst auf Artikeln, die, wie die Butter, bei uns nur zum Vierfachen des Weltmarktpreises zu haben waren. Die Weinbauern haben das Schlagwort von der cKrise im Weinhau» erfunden, um beim Subventionssegen nicht leer auszugehen. Trotz offener Obstruktion gegen die Weinsteuer setzten diese Kreise kürzlich beim Bundesrat die neue Belastung der Konsumenten von ausländischen Weinen durch. Welche Sprache sprechen denn Leute, die solches fertig bringen, im Bundeshaus? Zur Besänftigung der Oeffentlichkeit werden solche Beschlüsse nun jeweilen mit der Mitteilung versehen, dass ursprünglich mehr gefordert worden sei, als man jetzt bewilligt habe. J- Z. in B. *. C- S. SEKTION AARGAU. Zur Besichtigung der Firestone-Pneufabrik in Pratteln sind unsere Mitglieder-mit ihren Angehörigen und Bekannten eingeladen auf nächsten Donnerstag, 17. September 1936. Punkt 15 Uhr-treffen sich alle Teilnehmer bei der Fabrik in Pratteln, wo die Gesellschaft, in Gruppen aufgeteilt, einen Einblick in diese aufs modernste eingerichteten Werke erhalten wird. Für die Rückfahrt dürfte ein Rendez-vous-Ort in Pratteln vereinbart werden. Da die Firestone- Werke die ungefähre Teilnehmerzahl wissen möchten, bitten wir, sich bei unserem Sekretariate in Aarau anmelden zu wollen. Wir hoffen gerne, dass unsere Mitglieder als Anerkennung für das Entgegenkommen der Firestone-Werke recht zahlreich erscheinen werden. .-. , : SEKTION BERN. Wo fehlt's? Das Sekretariat der Sektion Bern stellt mit wachsender, Besorgnis fest, dass mehr als ein Drittel aller'Meldungen wegen undiszipliniertem Fahren Fälle betreffen,'die sich auf der Strasse Bern-Thün ereignet haben. Meistens handelt es sich bei den Anzeigen um gefährliches Ueberholen (Durchdrücken). Wer an den letzten schönen Sommersonntagen Gediegenheit hatte, diese Strasse zu fahren, weiss wie dicht sich die Wagen in beiden Richtungen aufeinander folgen und dass ein Ueberholen bei diesem starken Verkehr geradezu zur Unmöglichkeit wird. Wenn es der Zufall will, dass ein langsam fahrendes, Vehikel die Spitze der langen Kolonne" hält, ist -der Drang zum Vorfahren doppelt gross. Nicht der schnellfahrende Automobilist ist Schuld an den vielen Rapporten, wohl aber die für den stossweisen Ausflugsverkehr gänzlich ungenügende Bern-Thun- Strasse, welche wegen ihren langen Innerortsstrecken und der geringen Strassenbreite in der ganzen Schweiz und nun auch schon im Ausland verschrien ist. Leider steht dem Automobilisten zwischen Bern und Thun keine geeignete Entlastungsstrasse zur Verfügung, damit der eilige Fahrer einen anderen Weg nehmen könnte. Er muss rechts der Aare bleiben und das endlose Kolonnenfahren an Sonntagen als ein unabwendbares Geschick hinnehmen. Solange aber der Stfassenbauer die Sache nicht energisch an die Hand nimmt, solange darf man auf diesem Strassenstück auch keine" bessere Verkehrsordnung erwarten. h. SEKTION ZÜRICH. Die Sekfionsmeisterschaft 1936 geht dem Ende zu, am 3. Oktober folgt als letzte Veranstaltung die Schnitzeljagd. Die Mitglieder, haben sich dieses Jahr in erfreulich grosser Zahl für die Sektionswettbewerbe interessiert, lagen doch nicht weniger als 17 Experten und 24 Amateure im Rennen. Bekanntlich entscheiden für die Schlussklassierung die drei besten Resultate jedes Konkurrenten. Heute, d. h. vor dem. letzten Wettbewerb, liegen die Resultate so, dass sich folgende vorläufige Reihenfolge ergibt: Experten: A. Fahrer mit .3 Resultaten: Gübelin H., Zürich, 6 Punkte; Jenny W., Zürich, 8 Punkte; Schober E., Zürich, 14 Punkte; Levy M., Zürich, 18 Punkte; Schlotterbeck R., Zürich, 21 Punkte. — B. Fahrer mit nur zwei Resultaten: Campolongo E., Zürich, 2 Punkte; Bosshardt A., Zürich, und Maag E., Zürich, je 4 Punkte; Boll} M., Zürich, 14 Punkte; Corrodi A., Zürich, 16 Punkte. — Es befinden sich somit noch 10 Fahrer im Wettbewerb, wobei die Chancen, speziell mit Rücksichtnahme auf die Konkurrenten, die erst zwei Wettbewerbe bestritten haben, noch sehr offene sind. Amateure: A. Fahrer mit drei Resultaten: Kahn H, G., Küsnacht, 6 Punkte; Locher M., Kilchberg, 7 Punkte; Müller A., Zürich, 12 Punkte; Bertschinger J., Zürich, 13 Punkte; Scotoni A., Zürich, 21 Punkte; Dr. Brändli M., Winterthur, 23 Punkte. — Fahrer mit nur zwei Resultaten: Locher W., Zürich, 4 Punkte; Baer W., Zürich, 9 Punkte; Bestebreurtje A., Küsnacht, Borsari A., Zollikon, und Dr. Borsari E., ZoJUkon, je 10 Punkte. — Auch hier stehen bei den noch in Konkurrenz, befindlichen. 11 Teilneh-, encdi.e ^Chancen ziemlich offen. Den Schlußstrich; wird auch hier die Schnitzeljagd ziehen. Begünstigt von einem prächtigen Sommertag führte die Ortsgruppe Winterthur am 3. September eine wohlgelungene Säntisfährt ,durch. Durchs; prächtige Appenzellerland* erreichten die 60 Teil- 'nebimfer'gegen Mittag die Scnwägalpi wo'beim' gemeinsamen Mittagessen Herr Dr~-G. Hasler im Namen des Vorstandes der Ortsgruppe Willkomm entbot. In zwei Fahrten ging's dann mit den roten Vehikeln der Seilschwebebahn hinauf zur herrlichen Säntisauslugwarte, wo eine umfassende Fernsicht der Winterthurer Automobilisten harrte. ..Der von den Damenmitgliedern für den 9. September vorgesehene Besuch des Strandbades Sonnenfeld bei Männedorf konnte der unfreundlichen Witterung wegen leider nicht durchgeführt werden. Dafür trafen sich die Damen am 10. September zu einem gemütlichen Tee im Hotel Baur au Lac in Zürich. Als nächste Veranstaltung ist eine Fahrt ins Blaue für den Monat Oktober vorgesehen, die den Teilnehmern verschiedene interessante Ueberraschungen verheisst.