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E_1936_Zeitung_Nr.077

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE Strassenausbau- und Strassenneubauprojekte im Kanton Glarus Nächsten Mittwoch wird der ülarner L'andrat über den Ausbau der Ostrampe der Kerenzerbergstrasse Beschluss zu fassen haben, nachdem bereits die landrätliche Strassenbaukommission sich entschieden hat Bekanntlich ist dieser Strassenzng bis unterhalb Obstalden auf der östlichen Bergstrecke technisch einwandfrei ausgebaut, während das verbleibende Reststück bis zur st. gallischen Kantonsgrenzesich allerdings in einem schlechten Fahrzustand befindet. Auf Wunsch der Bundesbehörden, die kürzlich einen Subventionsbeitrag für das noch nicht ausgebaute Teilstück genehmigten, sind von den fünf die Ostrampe betreffenden Projekten deren zwei zur nähern Diskussion ausgeschieden worden, die eine Umgehungsstrasse über Mühlehorn hinaus bis zur st. gallischen Kantonsgrenze vorsehen» Der gesamte Kostenivoranschlag für die östliche Kerenzerbergstrecke im Betrage von 1,95 Miü. Fr., woran der Bund sich mit 55% beteiligt, sieht etwa 1,5 MiH. Fr. für die Neuerstellun« der Osträrrrpe vor. Dem zur Ausführung empfohlenen Projekt Ia liegt ein 2695 m langer neuer Strassenzug ohne jegliche Wendeplatten mit einer durchschnittlichen Steigung von 6—1% bei einer durchschnittlichen Strassenbreite von 1 6,5 m zugrunde. Die umfahrene Ortschaft Mühlehorn erhält eine 340 m lange Zufahrtsstrasse und ist damit von «Stocken» weg auf kürzester Strecke zu erreichen. Das Projekt Ib sieht einen 137 m langen Viadukt über den Meerenbach vor, auf dessen Ausführung jedoch das eidgenössische Militärdepartement aus begreiflichen Gründen verzichtet. Zwei dem ausführlichen Bericht beigegebene Expertengutachten bestätigen die Vorzüge des Projektes Ia, wobei vor allem Die Strassenbau-Ausstellung In München. Die Forschungsgeseüschaft für das Strassenwesen veranstaltet in München vom 16. bis 20. September eine Strassenbautagung, auf der die bedeutendsten Strassenbau-Fachleute nicht nur Deutschlands, sondern auch vieler anderer Länder zusammenkommen. Gleichzeitig mit der Tagung werden auf dem Ausstellungsgelände der Stadt München zwei grosse Ausstellungen eröffnet: eine technische Schau von Strassenbau-Maschinen und eine künstlerische, auf der die deutschen Autobahnen in einer grossen Zahl von Bildwerken gezeigt werden. In welchem Grad die Technik im Laufe gerade der letzten beiden Jahre neue Wege eingeschlagen hat, zeigen einige Vergleichszahlen von der letzten und der heutigen Ausstellung. Während 1934 im Freigelände 8400 qm belegt, waren und 160 Eisenbahnwaggons die Maschinen herbeischaffen mussten, sind in diesem Jahr ausser vier Hallen 12,000 qm Freigelände belegt und 260 Waggons zum Herbeischaffen benötigt worden. das von Prof. Thomann (E. T. H.) verfasste Gutachten von besonderem Interesse ist. Auf Grund von Verkehrszählungen kommt der nicht nur über die inländischen, sondern ebensosehr über die ausländischen Strassenverhältnisse orientierte Fachmann auf ein Tagesmittel von 198 Wagen; mit einer hundertzprozentigen Aufwertung für den Sotnmerverkehr oder 2000 t wird die Kerenzerbergstrasse nach Schweizer Begriffen zwischen mittelschwer und schwer belastet. Die dem Ausbau dieses vieJbefahrenen Strassenzuges zugrunde gelegten verkehrs- und bautechnischen Grundlagen gestatten eine reibungslose tind hemmungslose Abwicklung nicht nur des heutigen, sondern ebenso des künftigen, bedeutend erhöhten Durchgangsverkehrs. Der gesamte Ausbau der auf Glarner und St. Galler Territorium liegenden Reststrecken wird den Betrag von etwa 7 MiH. Fr. erfordern. Die Anpassung des glarnerischen Strassenwesens an die neuzeitlichen Verkehrsbedürfnisse macht überhaupt auf der ganzen Linie erfreuliche Fortschritte. Von der Durchgangsstrasse Bilten-Linthal sind nun nicht weniger als 32,5 km oder 92 % umgebaut, von jener Näfels-Kerenzerberg 10,1 km oder 73 %, und zwar beide Strassenzüge in vorbildlicher Art und Weise. Mit dem Ausbau der Kerenzerbergstrasse wird die Frage der Walenseetalstrasse nicht präjudiziert. Der glarnerische iRegierungsrat betont erneut, dass er ein linksufriges Projekt nicht grundsätzlich ablehne, hingegen andere Projekte wie diejenigen der Panixer- und Prageistrasse in den Vordergrund stelle. Das für den Ausbau der Panixerstrasse vorgesehene Detailprojekt rechnet mit einem Kostenaufwand von 25 Millionen Fr., wovon allein 19 Millionen auf den Basistunnel entfallen würden. Dafür wäre die Strasse dank des Durchstiches von 5H km Länge ohne besondere Schwierigkeiten auch im Winter befahrbar und offen zu halten. Neben dem Bau einer Panixerpassstrasse •besteht zurzeit auch ein generelles Projekt für eine Segnesstrasse von Elm nach Flims. Bei einer Breite von 6 m und Unterführung der Passhöhe in einem Scheiteltunnel von 1300 Meter Länge würde dieser Strassenzug eine Gesamtlänge von 19,1 km aufweisen, deren Kosten auf 12 Millionen zu stehen kämen. Voraussichtlich dürfte dieser Betrag sich bei einer Realisation des Projektes bedeutend höher stellen, da besonders die Nordrampe der Segnesstrasse durch schwieriges Terrain führt. Im Winter wäre dieser Uebergang im Gegensatz zum Panixer nicht befahrbar. gefunden. Zu beiden Seiten der neuen Strassen werden starke Schienen gelegt, und über diese Schienen bewegt sich nun alles langsam voran: die Mischmaschinen, die Verteilermaschinen, die Strassenfertigermaschine," ja selbst die Baubaracken, Wohnbaracken usw. Erst durch diese Lösung war der Bau von Strassen in einem Umfang, wie Deutschland ihn aufgenommen hat, möglich. Die Freiland-Ausstellung ist deshalb bedeutungsvoll, weil sie sechs vollständige Baustellen der Reichsautobahn zeigt mit gewaltigen Betonmischern von 1500 1 Inhalt und «Einmann-Betrieb», mit neuartigen Planiermaschinen, Schleppern, Bodenbearbeitungsmaschinen, Kreiselbrechern und fahrbaren Arbeitshütten. Besonders fallen zwei «technische Tiere auf: der «springende Frosch», eine durch iExplosionsmotor betriebene Ramme von 1000 kg Gewicht, und der «Dieselbär», der mit einem Dieselmotor ausgerüstet ist und das Einrammen von Pfählen in schwierigem Gelände besorgt. Ausserdem sieht man erstaunlich viele Neukonstruktionen von Dampfmaschinen. Ausserdem bringt die Ausstellung . die neuesten Motorlastwagenzüge sowie in einer eigenen Halle der deutschen Kraftwagen- Industrie die neuesten Autotypen, die sich für den Schnellverkehr auf den Autobahnen eignen. i. Angeschlossen ist noch eine Sonderschaa, welche die Bedeutung von Radfahrwegen zeigt und vor allem veranschaulicht, wie solche Wege, die besonders für den Siedler Eine künstlerisch gestaltete, fast einen Kilometer lange Strasse durchzieht dieses Freigelände. An dieser «Strasse der Technik» sind in geschlossener Anlage sämtliche neuen Modelle und zahlreiche verbesserte Konstruktionen von Walzen, Maschinen des Asphalt- und Teerstrassenbaus, Strassentrocknern, Spritzmaschinen, Mischern, Baggern, Pressluftwerkzeugen, Wasch- und Siebmaschinen, Förderern, Lastwagen und Feldbahnlokomotiven aufgestellt und in vollem von Wichtigkeit sind, vielfach Betrieb zu sehen. Die Mischer sind so gebaut, dass sie in der Lage sind, schnell riesige Mengen an Material zu verarbeiten. Zement, Sand, Kies, Split, Wasser usw. müssen haargenau vermischt werden. In diesen gigantischen Maschinen wird wie in der Apotheke gearbeitet. Kein Tropfen Wasser zuviel, kein Gramm Sand zu wenig! Alles, die Zuführung von Material, die Mischzeit und das Mischen selbst wird mittels der verschiedensten Kontrollapparate, Kontrolluhren, Waagen usw. ganz genau geregelt, überwacht und überprüft. Denn von dieser Genauigkeit hängt die Güte des Betons und die Haltbarkeit der Strasse ab. Wie aber war es möglich, diese riesigen Maschinen zu transportieren und beweglich zu machen? Denn diese Giganten sollen ja im Wandern arbeiten, und sie rücken täglich mit der Strasse selbst vor. Die deutsche Technik hat hier eine ausgezeichnete Lösung auch als Trennstreifen für Waldbrände angelest werden können. Die Tagung selbst verheisst den Teilnehmern in einer Reihe von 16 Vorträgen sehr viel Neues und Interessantes über die iüngsten Ereignisse im Strassenbau. S€a*£ass^n«N€»4ifz^-n Nehmen Ist seliger denn geben. Diese Parole, die von unsern Behörden dem Automobil gegenüber schon seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, hat auch in der holländischen Regierung einen ergebenen Anhänger gefunden. Wie bei uns der Fiskus drei Viertel der Benzinzolleinnahmen spurlos in den unergründlichen Tiefen der Bundeskasse verschwinden lässt, so fliessen auch in Holland von den 70 Millionen Gulden, welche der motorische Verkehr dem Staat abwirft, nur 20 Millionen auf die Strasse zurück, währenddem der Rest für allgemeine Zweck« draufgeht. Wenn -wir in der Schweiz dank dieser € -weitsichtigen» Politik mit dem Ausbau unserer Alpenstrassen derart im Hintertreffen gelandet sind, dass die Umfahrung unseres Gebietes, auch wenn es Herr Oberbauinspektor von Steiger nicht wahr haben will, zusehends deutlichere Formen annimmt, weil das nns umgebende Ausland inzwischen seine Anstrengungen auf dem Gebiete des Strassenbaus vervielfacht hat, dann drohen auch Holland ähnliche Folgen. Und es kommt nicht von ungefähr, wenn einsichtige Kreise den Warnfinger erheben und darauf hinweisen, dass das Land gegenüber seinen Nachbarn in ernsten Rückstand gerate, sofern der unhaltbar gewordenen Situation nicht schleunigst ein Ende gesetzt werde. In der Vereinigung für den Bau von Autostrassen ist denn auch der Vorschlag gefallen, Genietruppen zu verwenden, falls sich keine Mittel und Wege finden lassen sollten, um die Autostrasse Den Haag-Utrecht möglichst baJd fertigzustellen. Prageistrasse. Letzten Donnerstag fand m Anwesenheit des Vorstehers des eidg. Departements des Innern, Btmdesra-t Etter, des eidg. Oberbauinspektors, von Vertretern' der beiden interessierten Regierungen von Glarus und Sohwyz, sowie von militärischen Persönlichkeiten und andern am Bau der Pragelstrasse interessierten Kreisen eine Begehung des Trace, der von Muotatal zum Klöntalersee bis ins Linthal führenden Strecke statt. Für das auf glarnerischem Territorium liegende Teilstück ist bereits ein in alle DetaUs ausgearbeitetes Projekt vorhanden, während für die Schwyzer Strecke, welche bekanntlich eine Abzweigung ins Wäggitsl vorsieh!, nur ein genereller Plan vorhanden ist Die Detailstudien sollen sofort aufgenommen werden. II. Internat. Alpenwertungsfahrt mit Ersatztreibstoffen. Am 17. September 1936 gegen Mittag sind 'die Teilnehmer an der II. Internationalen Alpenwertungsfahrt für Nutzkraftfahrzeuge mit Ersatztreibstoffen am Endziel in Bern eingetroffen. Die letzten 3 Fahrtage führten von Andermatt, das bekanntlich •während einer Reihe Ton 6 Tagen als Zentrum und Stützpunkt für Passrundfahrten und'besondere Bergprüfiingsfahrten gewählt worden war, über Furka, Grimsel, Interlaken, Zweisimmen nach Gstaad, dem Ziel des 8. Fahrtages; von da über den Pilloripas8 dem Genfersee entlang •über Lausanne, Neuenburg, Biel nach Solothurn, der Etappe des 9. Fahrtages, und schliesslich von dort über den Passwang, Pierre-Pertuis, Biel direkt nach Bern. In Bern wurden die Fahrzeuge zum letztenmal abgewogen und mussten nochmals unter gleichen Bedingungen auf der Bremgartenstreeke mit gleichen Instrumenten Beschleunigungsprüfungen durchführen. In der Farkierungshalle der Stuag, wo die Fahrzeage untergebracht wurden, erfolgte die sofortige Entnahme des Schmieröls, das für Jeden Wagen in der Nacht vom 17. auf den 18. September in der Materialprüfungsanstalt der E. T. H. in Zürich analysiert wurde. Hierauf wurden sämtliche Motore abgedeckt, um den Motorzustand nach der äusserst anstrengenden Fahrt von rund 2000 km über 20 Alpenpässe durch eine Fachkommission feststellen zu lassen. Gemäss dem 'Wertungsverfahren waren nämlich für die Rangfolge nicht nur die Fahrleistungen, sondern ebenfalls in nicht unwesentlichem Umfang der Zustand von Motor und Treibstoffanlage nebst deren Zweckmässigkeit, sowie die Oelveränderung massgebend. Die Auswertungsarbeiten Hessen sich so weit fördern, dass man bereits auf den Abend des 18. September zur Preisverteilung im Kursaal Schänzli einladen konnte, die unter dem Patronat von Bundesrat Pilet einen würdigen Verlauf nahm. In seinem, in launigem Tone gehaltenen Begrüsstmgswort, das zeigte, dass man auch als verantwortlicher Chef eines grossen Defizitbetriebs den guten Humor nicht unbedingt zu verlieren braucht, wies Herr Pilet auf die grosse Bedeutung hin, welche das Problem der Ersatzbrennstoffe heute in der Schweiz und namentlich auch in den Nachbarstaaten erlangt hat. Nach ihm ergriff Herr Generalmajor Pflug das Wort, um auf die Begrüssung durch den Vertreter unserer obersten Landesbehörde im Namen der ausländischen Delegationen zu antworten und für die freundliche Aufnahme in •der Schweiz zu danken. Als nächster Redner referierte Herr Professor Schläpfer, der die Bürde der Leitung dieser Alpenwertungsfahrt übernommen hatte, über die technisch« Bedeutung der Ersatztrtlbstofft. Er führte ans, dass sich die Frage der Ersatzbrennstoffe für jedes Land, jo sogar jeden einzelnen Wagenbesitzer wieder verschieden stellen könne. Eine Ermittlung darüber, welcher Brennstoff sich hiefür in jedem Lande am besten eigne, könne nur auf Grund einer eingehenden Kenntnis der Gesamtwirtschaft erfolgen. In Oesterreich und der Schweiz seien die Verhältnisse so geartet, dass sich das Ersatzbrennstoff-Problem in ähnlicher Weise stelle. Im allgemeinen zeige es sich, dass das Benzin beim Lastautomobil immer mehr von anderen Brennstoffen, insbesondere aber vom Dieselöl verdrängt werde, das man allerdings heute fast nicht mehr zu den Ersatzbrennstoffen rechnen dürfe. Herr Prof. Sohläpfer macht in diesem Zusammenhange Andeutungen, dass in nicht allzu ferner Zukunft Benzine mit ganz neuen Eigenschaften auf den Markt kommen dürftejo, die hinsichtlich Wirtschaftlichkeit den Konkurrenzkampf mit den billigeren Brennstoffen der-Dieselmotoren mit be»--. seren Aussichten auf Erfolg wieder aufnehmen kön-' nea. Dl»-Vvnrm&mtg T«on Hofe ate Treibstoff hat nach Ansicht des Redners in Ländern wie der 'Schweiz und Oesterreich besonders viel für sich, weü es in grossen Mengen zur Verfügung steht Technisch biete nicht die Verbrennung des erzeugten Holzgases im Motor, sondern die Gasgenerator- Anlage, das heisst die kleine Gasfabrik der Wagen, die srrössten Schwierigkeiten. Erfreulicherweise hätten sich in deren Vervollkommnung gegenüber dem Vorjahre beträchtliche Fortschritte gezeigt, so dass es einem der Konkurrenten sogar möglich war, die ganze Fahrt ohne eine einzige Störung im Gaserzeuger zu Ende zu fahren. Die Hauptschwierigkeiten der Holzgaswagen lägen darin, dass es nicht ganz einfach sei, Gaserzeuger und Motor in befriedigender Weise aufeinander abzustimmen. Dies habe auch dazu geführt, dass ein Konkurrent aus Frankreich, der eine aussichtsreiche, neuartige Generator-Anlage eingebaut hatte, es leider nur zn. einem Trostpreis brachte. Als dritte «im Bunde» nahmen neben den Diesel und Holzgaswagen noch eine Reihe von Fahrzeugen mit alkoholhaltigen Brennstoffen teil. Herr Prof. Schläpfer kann es sich nicht versagen, festzustellen, dass Alkohol ein ausgezeichneter Brennstoff sei. In dw Presse seien in letzter Zeit zahlreiche Artikel über den Alkohol erschienen, in manchen Blättern sogar allwöchentlich ein neuer. Dazu be-' merkte der Redner, dass letzten Endes das AlkohoJ-ProWtoi doeti zum Wohle des ganzen Landtc gelöst werdm müsse, wozu die Solidarität aller Volkskreise erforderlich sei. Wir können hierin Herrn Prof. Schläpfer nur beipflichten, aber der Appell an die Solidarität ist ein zweischneidiges Schwert, wenn er zugunsten eines Betriebes wie der Alkoholverwaltung erfolgt, dessen Misswirtschaft im ganzen Lande herum schärfste Kritik heraufbeschworen hat. Worte wie Solidarität, Demokratie und Freiheit haben es nun einmal in sich, dass sie sich rasch abnützen, wenn sie einer Sache «dienstbar» gemacht werden sollen, deren Berechtigung nicht gerade sonnenklar zutageliegt Uebergehend zur Preisverteilung weist der Redner darauf hin, dass es äusserst schwierig gewesen sei, angesichts der grossen Zahl von Wagentypen eine gerechte Beurteilung der Wagenleistungen vorzunehmen. In vielen Konkurrenzen wurden neben den rein zahlenmässigen Resultaten in die Bewertung auch der Zustand des Motors nach der Fahrt und anderes mehr einbezogen, was gerade angesichts der Verschiedenartigkeit der verwendeten Fahrzeuge nicht einfach war. Die N0 77 1 Rangliste wurde wie folgt verkündigt: 1. Gruppe: Holzgasfahrzeuge 1. Preis (Goldmedaille), Konkurrent: Lnbert-Generatoren AG, Zürich, Saurer 6 Tonnen, 90 PS, 6-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: F. Bondietti, F. Meier; Gewinnet des Ehrenpreises des Schweiz. Verbandes für Waldwirtschaft und des Burgerrates der Stadt Biel. Im gleichen Rang folgen 2 Konkurrenzfahrzeuge mit zwei 2. Preisen (Silbermedaillen), Konkurrent: Im bert-Generatoren AG., Zürich, Cerna 5 Tonnen, 60 PS, 4-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: A. Neff, J- Kütt; Gewinner des Speziaipreises für den Holzgaswagen mit der störungefreiesten Generatoranlage; Konkurrent: Oesterreichisches Bundesministerium für Landesverteidigung, Wien, Saurer 3 Tonnen, 70 PS, 4-Zylinder-Lastwagen mit Imbert-Holzgasgenerator;. Fahrer: W. Hegenberger, O. KreuseK Gewinner der Ehrenpreise der Bundesministerien für Landesverteidigung, sowie für Land- und Forstwirtschaft, Wien, und der Kammer für Han-. del, Gewerbe und Industrie in Wien. 3. Prei' (Bronzemedaille), Konkurrent: Generaldirektion für die Post- und Telegraphenverwaltung, Wien. Graf & Stift, 90 PS, 6-Zyl.-0mnibus, Fahrer: 7. Geiblinger, J. Eitler. 2. Gruppe- Fahrzeuge mit Alkohol und Alicohol- Mtschtrei&sfoffen. 1. Preis (Goldmedaille), Konkurrent: Schweiz. Oberpostdirektion, Bern, F.B.W. 50 PS, 6-Zylinder-0mnibus, Fahrer: E. Geissbühler, R. Fritschi (betrieben mit 50prozentiger Alkohol-Benzinmischung, entwässert); Gerwinner de3 Ehrenpreises des Schweizerischen Obstverbandes. 2. Preis (Silbermedaille), Konkurrent: Crima SA, Genf, Chevrolet 2,5 Tonnen, 17 PS, 6-Zylinder- Lastwagen, Fahrer: H. Maag, M. Dupasijuier (betrieben mit 5Oprozentigem ätherifiziertem AlkohoV- Benzingemisch). 3. Preis (Bronzemedaille), Konkurrent: Schweiz. Oberpostdirektion Bern, Saurer 100 PS, 6-Zylinder-0mnibus, Fahrer W. Bischoff, K. Siegrist (betrieben mit 80prozentigem Alkohol- Benzingemisch, unentwässert, mit Stabilisator). 3. Gruppe: Dieselfahrzeuge. 1. Preis (Goldmedaille), Konkurrent: A. G. Adolph Saurer, Arbon, Saurer CRD-Doppelwirheltingsmotor, 2,5 Tonnen, 52 PS, 4-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: A. Hettich, A. Tschupp; Gewinner der Ehrenpreise des Eidgen- Post- und Eißenbahndepartementes, des Bundesministeriume für Handel und Verkehr, Wien, de» Verbandes Schweiz. Motorlastwagenbesitzer, Bern, und der Gruppe Import der Schweiz. Benzin- Union, Zürich. — Im gleichen Rang folgen 3 Konkurrenzfahrzeuge mit drei 2. Preisen (Silbermedaillen): Schweiz. Oberpostdirektion, Bern, Saurer 110 PS, 6-Zylinder-0mnibus, Fahrer: P. Frei, P. Marchand; Gewinner des Ehrenpreises der Schweiz. Gesellschaft für das Studium der Motorbrennstoffe. AG. Adolph Saurer, Arbon, Saurer Doppelwirbelungsmotor. 6 Tonnen, 100 PS, 6-Zy- Iinder-Lastwagen, Fahrer: H. Spiess, O. Gehrer. — r ,Motorwagenfabrik BERNA, Ölten, Berna 3,5 Tonnen, 55 PS, 4-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: G. Schüttel, Bazzana. — Im gleichen Rang folgen 3 Konkurrenzfahrzeug« mit drei 3. Preisen (Bronzemedaillen): Schweiz. Oberpostdirektion, Beni, F.B.W. 90 PS, 6-Zylinder-0mnibus, Fahrer: K. Züst, E. Pfister. — Oesterreichisches Bundesministerium für Landesverteidigung, Wien, Saurer- CRD, 3 Tonnen, 60 PS, 4-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: E. Rauch, J. Egger. — Franz Brozincevic &. Co., Wetzikon, F.B.W. 4 Tonnen, 70 PS, 4-Zylinder-Lastwagen, Fahrer: F. Lehmann. L. Masciadri. Vom Organisationskomitee und der Technischen Leitung wird nunmehr ein ausführlicher, wissenschaftlich-technischer Bericht herausgegeben, der in der Abhandlungsfolge der Berichte der Schweizerischen Gesellschaft für das Studium der Motorbrennstoffe veröffentlich wird. Das Erscheinen dieses Berichtes dürfte erst in einiger Zeit zu erwarten sein, da dafür ein sehr umfangreiches Material verarbeitet werden muss.

N° 77 — DIENSTAG, 22. SEPTEMBER 1936 AUTOMOBIL^REVUE 11 Sftassen Touristik-Bulletin des A.C.S. Wanderausstellung für Radfahrwege. (1. Oktober bis 9. November 1936 in Basel, Zürich, Bern, Lausanne und Genf.) Im Verhältnis zu andern Ländern, vor allem zu Deutschland, Holland und Dänemark, ist die Schweiz mit dem Bau von Kadfahrwegen stark im Rückstand geblieben, trotzdem der Schweizerische Radfahrerbund schon vor 35 Jahren auf die Bedeutung der Radfahrwege hingewiesen und deren Bau in der Schweiz befürwortet hat. Das in der Schweiz bis jetzt Erreichte geht in der Hauptsache zurück auf die Anregung und Aufklärung, die "wir den beiden von der Schweizerischen Strassenverkehrsliga herausgegebenen Broschüren verdanken («Radfahrwege in der Schweiz» [1929] und «Baut Radfahrwege!» [1935], beide von Dr. Th. Gubler). Eine TJebersicht über den Radfahrwegebau in Deutschland brachte im März dieses Jahres an der Leipziger Baumesse die «Wanderausstellung für Radfahrwege der Beichsgemeinschaft für Radfahrwegebau», der auch eine kleine Abteilung über Holland und die nordischen Länder angeschlossen war. Da die Erfahrungen des Auslandes, wenn nicht durchwegs, so doch zum grössten Teil auch für unsere Verhältnisse wegleitend sein können, hat sich der Schweizerische Autostrassen-Verein bemüht, das gesamte Material znr Vorführung nach der Schweiz zu bekommen. Nachdem er hiefür die Zusage erhielt, setzte er sich mit den Baudirektionen aller schweizerischen Kantone in Verbindung, um auch das einstweilen in der Schweiz Erreichte zeigen zu können. Vor allem werden sich die Kantone Zürich und Baselstadt über das bisher Geleistete und fernerhin Geplante ausweisen, und damit -wird die Wanderausstellung eine besondere schweizerische Abteilung erhalten. Zweck der Ausstellung ist, die Wichtigkeit der Radfahrwege für Verkehrserleichterung und Unfallverhütung, sowie deren wirtschaftliche und sozialpolitische Bedeutung den weitesten Kreisen vor Augen zu führen. Da die Ausstellung einen gemeinnützigen Zweck verfolgt und die obenerwähnten Organisationen für die Finanzierung aufkommen, wird die Ausstellung jedermann unentgeltlich zugänglich sein. Die Ausstellung findet statt: in Basel: Stadtkasino I. St., vom 1.—7. Oktober 1936; in Zürich: Walchetor 9, Turmgeseboss (Lift) vom 9.—15. Oktober 1936; in Bern: Aula des Städtischen Gymnasiums Kirchenfeld vom 17.—23. Oktober 1936; in Lausanne: Lokal noch unbestimmt, vom 25. Oktober bis 1. November 1936; in Genf: Comptoir des Tissus, vom 3.—9. November 1936. A. c. s. SEKTION AARGAU. Besichtigung der Firestone- Werke, Pratteln. Rund 100 Personen haben sich vergangenen Donnerstag, 16. September, in Pratteln zur Besichtigung der Fabrik für Firestone- Piodukte eingefunden. In Gruppen aufgeteilt erhielten die Teilnehmer unter kundiger Führung einen Einblick in die Pneu- und Schlauchfabrikation. Die Rohgummibällenv welche direkt aus Su-- matra oder Niederländisch-Indien kommen, werden vor ihrer Verarbeitung in einem Räum, der eine Wärme von rund 40 Grad aufweist, gelagert. Der Gummi gelangt alsdann in ein Walzwerk und erhält hierauf die Beimischung verschiedener chemischer Substanzen. Aus Baumwollstoff werden Kordbänder hergestellt und zwischen die einzelnen Gummischichten eingefügt. Die Auftragung der verohiedenen Gummischichten erfolgt mit äusserster Genauigkeit. In riesigen Pressen werden die Pneus geformt und dann vulkanisiert. Separat erfolgt die Herstellung der Schläuche, ein nicht minder interessanter Arbeitsprozess. Der Präsident, Herr Direktor Lenzin, verdankte den leitenden Organen des Werkes die Besichtigung und wies auf die bedeutenden Fortschritte in der Pneufabrikation hin. Man gab sich anschliessend noch Rendez-vous im Hotel «Schiff» in Ryburg-Möhlin. Der Zufall wollte es, dass das bekannte Jodler-Duo Frey- Bernhardsgrütter dort zur Kur weilte und für fröhliche Unterhaltung sorgte. Ballon-Fuchsjagd. Zahlreich schon sind Anmeldungen für die nächsten Samstag mit Start in Zofingen stattfindende Ballon-Fuchsjagd eingegangen. Weitere Nennungen sind unserem Sekretariat in Aarau (Tel. 20.60) einzureichen. Das Nenngeld beträgt Fr. 5.—. Ein reicher Gabentisch wird die Konkurrenten am Samstag abend im Hote «Bären» in Suhr erwarten. Es sei dabei nur verraten, dass die Fires"tone-Werke, denen wir letzte Woche einen Besuch abstatteten, in überaus anerkennenswerter Weise einen Pneu gestiftet haben. SEKTION BERN. Verbilligte Billette für das Berner Stadt-Theater. Mit Beginn der Spielzeit 1936/37 des Berner Stadt-Theaters (22. September 1936) präsentiert die Propaganda-Kommission ihren Mitgliedern ein neues Geschenk: das verbilligte Theaterbillett. Die verbilligten Billette können nicht an 'der Theaterkasse oder Abendkasse bezogen werden. Sie müssen, gleich wie die Kinobillette, im voraus beim Depositär erworben und, was neu ist, hernach an der Theater- oder Abendkasse gegen die eigentliche Platzkarte umgetauscht werden. Der Vertrieb der Bezugsscheine erfolgt ausschliesslich durch das Zigarrengeschäft 0. Grob-Hofstetter, Kornhauspl. 14, Bern (geöffnet werktags bis 20.30 Uhr). Bei der Verwertung des Gutscheines ist darauf zu achten, dass der Umtausch an der Abendkasse nur am Vorstellungstage ab 19 Uhr möglich ist, während die Tageskasse an der Predigergasse 3 die Platzkarten gewöhnlich eine Woche im voraus vorrätig hat. Ausser dem bei der Vorverkaufsstelle bezahlten Preis werden keine Nebengebühren berechnet. Für musikalische Vorstellungen und Schauspiel- Vorstellungen sind die Preise verschieden. Bei den musikalischen Vorstellungen beträgt die Vergünstigung durchschnittlich 15 Prozent, im Schauspiel ist der Nutzen sogar 25 Prozent. Einstweilen führt die Vorverkaufsstelle folgende Billettkategorien: I. Rang, Sperrsitz, I. Parterre, II. Parterre und LT. Rang Faut., 1. bis 3. Reihe. h. SEKTION ZÜRICH. Als letzter Sportanlass des Jahres und gleichzeitig als letzte- Sommerausfahrt findet am 3. Oktober eine Schnitzeljagd, verbunden mit einem Sektionsausflug nach Rafz statt. Die Konkurrenten besammeln sich um 13.30 Uhr beim Zivilflugplatz Dübendorf. In Abweichung zu andern Fuchs- und Schnitzeljagden starten aber die Fahrer einzeln, das heisst in Abständen von zirka fünf Minuten, so dass jeder Konkurrent vom Vordermann genügend Abstand hat. Der Schhiss der Konkurrenz ist auf 18.30 Uhr angesetzt, nachher besammeln sich die Konkurrenten mit den Teilnehmern am Herbstausflug im Gasthof «Kreuz» in Rafz zu einem gemeinsamen Nachtessen mit Preisverteilung und Tanz. Die Schnitzeljagd zählt für die Sektionsmeisterschaft 1936, so dass man am Abend des 3. Oktober auch über die Zürcher Amateur- und Experten-Automobilmeister 1936 orientiert sein wird. Auch diesen Winter führt die Sektion wiederum Turn- und Skikurse durch, und zwar je einen allgemeinen Turnkurs für Damen und Herren und einen Skiturnkurs gemeinsam für Damen und Herren. Allen Kursen steht Herr Leutert, schweizerischer Skiinstruktor, als Leiter''vor. Kursbeginn ca. 20. Oktober. Für die letzten Tage Dezember und anfangs Januar sind ferner zwei Skikurse vorgesehen. SEKTION ZÜRICH. Die diesjährige Auslandsfahrt führte am 9. September vom Wörthersee aus über Klagenfurt, der Kärtnerhauptstadt mit dem pompösen Lindwurmbrunnen auf autotouristisch nicht allzu bekannten, dafür landschaftlich prächtigen Strassen über St. Veit, das alte Städtchen Friesach hinauf zum Hohentauernpass. Eine interessante., burgenreiche Gegend, vorbei am historischen HerzQ?stuhl des Zojlfeldes und an der Monsterbürg Hochosterwitz. Leider beeinträchtigte Schlechtwetter den Genuss der Fahrt, die via Ennstal zum Bad Aussee und den giftigen Pötschenpass mit seinem 22prozentigen Gefälle hinab zum Tagesziel Bad Ischl weiter ging. Und wieder hatten die Zürcher Glück! Als man andern Tags die Fahrt durch die herrliche salzburgische Seenplatte unternahm, hellte das Wasser auf. An den .Ufern des Traun-, Ammer- und St. Wolfgangsees entlang fahrend, hielt man mittags in der Weiesen-Rössl-Heimat St. Wolfgang Rast und als man gegen Abend in Salzburg einzog, boten sich dje Berge in herrlicher Pracht. Hier fand sich zum Nachtessen eine Delegation des dortigen Automobil- Clubs mit dem Präsidenten Baron von Preuschen zur Begrüssung im Grand Hotel Europe ein. — Der 11. September war der Besichtigung Salzburgs und des Schlosses Hellbrunn mit seinen vornehmen Parkanlagen, gewidmet, während man nachmittags noch Berchtesgaden und dem herrlichen Königsee bei .schönstem Wetter einen Besuch abstattete und den Tag schliesslich mit einer Besichtigung des Salzbergwerkes beendigte. Abends Tanz und frohes Beisammensein. Am 12. September wurde die österreichischdeutsche Grenze passiert. In Traunistein hatte der Deutsche Automobil-Club die Auswechslung der Reisemark bei einer Bank aufs beste vorbereitet und er Hess es sich sogar nicht nehmen, von der Autostrasse weg, die man bei Siegfidorf erreichte, die Fahrtroute bis zum Chiem6ee mit roten' Pfeilen zu markieren. In Stock bei Prien bestiegen die Teilnehmer ein Motorboot, das zur Insel Herrenchiemsee übersetzte, wo das prächtige Sehloss, nach dem Versailler Vorbild erbaut, besichtigt wurde. Die Weiterfahrt auf der Autobahn nach München, stets in Begleitung von Herrn Gerdeissen, Chef der Touristikabteilung des D.D.A.C., vermittelte wohl allen Fahrtteilnehmern einen lebendigen Eindruck von diesem. Gigantischen Werk modernen Strassenbaues.* In München, im Hotel «Vierjahreszeiten», ein letztes Nachtessen mit den Vertretern des D.D. A.C., den Herren Major Guth, Feuerle und G'ördetesen -und ein herzliches , Abgehiedsworf. des' FahTtleiters, Herrn DiT.- Fromm. Notabene, der D.D.A.C. hatte auch hier in München bestens vorgesorgt; anstatt dass man den zeitraubenden Weg zu einer Wechselstube unternehmen muaste, konnten die ReisemaTk dank dem Entgegenkommen der Deutschen Bank im Hotel selbst bezogen werden. Nach einem munteren Abend im Platzerl oder andern Vergnügungsstätten hie'ss es am andern Tag von der Bayern-Metropole Abschied nehmen, um; über Landsberg, Memmingen und den Bodehsee wieder zürcherische Gaue zu erreichen; die eine Hälfte .der Teilnehmer aber blieb noch in München für ein bis zwei Tage zurück. ' i Wenn auch das Reisewetter nicht alle neun Tage ideal war, so machte es jeweilen doch an den Glanzpunkten der Reise eine sehr lobenswerte Ausnahme. Alle Teilnehmer waren von den landschaftlichen Schönheiten der FahTten, von deren Verlauf und Organisation, die sehr gut klappte, aufs beste befriedigt, wofür dem Fährtleiter Herrn i Dir. Fromm und dem Reiseeekretär Herrn P^ter besonderer Dank gebührt. V Jkmmm den Vetbänden VEREINIGUNG STAATL. GEPR. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V.A.SO SEKTION BERN. Wir geben unseren Mitgliedern bekannt, dass wir in Anbetracht der Aktualität 4er Segelfliegerei mit der Gruppe Bern Fühlung genommen haben. Herr' Dr. Spreng hat sich in seiner Eigenschaft als Fluglehrer gerne bereit erklärt, uns mit der Ausbildung der Segelflieger bekannt-zu machen. Er wird uns die systematische Schulung eingehend erläutern, anschliessend finden praktische Vorführungen statt. Wir glauben, mit dieser Veranstaltung bei unseren Mitgliedern allgemeines Interesse erweckt zu haben und zählen auf Ihren Besuch. Besammlung Sonntag, den 27. September, vormittags 10 Uhr, beim Hangar im Belpmoos. Dauer der Vorführungen bis 12 Uhr'. Spoerry, Sekretär. *m« dev Industrie Jubiläum Im Hause Bosch. Am 23. September 1936 feiert das Haus Bosch ein seltenes Doppeljubiläum: Einerseits begeht der Gründer dieser Weltfirma in diesen Tagen seinen 76. Geburtstag, während andererseits die Firma selbst auf einen fünfzigjährigen Bestand zurückblicken kann. Aus diesem Anlass finden in Stuttgart, dem Sitz des Werkes, Feierlichkeiten statt, wobei "die Angestellten und Arbeiter des Betriebes sowie führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Robert Bosch sowie der Firma ihre Glückwünsche überbringen. Robert Bosch, der übrigens Ehrendoktor ist, ohne diesen Titel selbst zu führen, ist mit der Entwicklung des Automobilbaus, auf das innigste verknüpft. Ursprünglich besass Bosch in einem kleinen Strassenwesen. 1. Alpenstrassen. Die höher gelegenen Bergstrasseh in den westlichen Alpen, d. h. vom Gotthard westwärts haben am 17. September Schnellfall erhalten. Von den echweizerischen Alpenstrassen sind jedoch am 18, September vormittags alle offen, mit Ausnahme des Grossen St. Bernhard, welcher auf der schweizerischen Seite ohne Ketteu bis zum Hospiz befahrbar, dagegen auf der Südseite wegen Neuschnee gesperrt ist Die Grimselstrasse ist gegenwärtig nur mit Ketten befahrbar. Die Furkastrasse ist heute ohne Ketten wieder passierbar. Simplon ohne Ketten offen. Gotthard und die östlich gelegenen Alpenübergänge sind schneefrei. Für kommende Fahrten in den höheren Berglagen ist das Mitführen von Schneeketten unerlässlich. 2. Strassen In der Ostschweiz: Die neue Betonstrasse Wil-Gossau ini Strassenzug Winterthur- St-Gallen ist dem Verkehr freigegeben, ebenso das neue Teilstüek der Strasse -über den Stoss von Gais nach Altstätten im Rheintal. Verkehrsvorschriften. 1. Die neue Strasse von Stöckalp oberhalb Melchthal bis Aabach unterhalb Melchsee-Frutt darf in den geraden Stunden (8—9 Uhr etc.) nur aufwärts, in den ungeraden Stunden (9—10 Uhr etc.) nur talwärts befahren werden. 2. Manöver und DefiliS der 6. Division. Während der Manöver der 6. Division vom 21.—24. September 1936 haben die Führer privater' Motorfahrzeuge beim Nahen von Truppenkolonnen in eine Seitenstrasse auszuweichen, oder, wo dies nicht möglich ist, am rechten Strassenrand .anzuhalten, bis. die Truppe vorbei ist. Einer marschierenden Truppenkolonne darf nicht vorgefahren werden. Im übrigen versieht die Heerespolizei den Dienst' der Strassenverkehrspolizei. Für das Donnerstag, den 24. September, 10 Uhr, auf den Hölzliäckern westlich Henau bei Wil'.(Kt.. St. Gallen) vor dem Vorsteher des Eidg. Militärdepartements, Herrn Bundesrat Minger, stattfindende Difile der 6. Division gelten nachstehende Verkehrsvorschriften: a) Folgende Strassen sind für den Zivilverkehr gesperrt und den Truppen reserviert: Die Betonstrasse Gossau - Oberbüren - Wil von 6.30—12.00 Uhr; Botsberg - Niederuzwil von 6.00—8.00' und Stuttgarter Hinterhaus eine elektrische Werkstätte für die Einrichtung von elektrischen Telephon-, Klingel- und Lichtanlagen. Durch einen Zufall wurde ihm von einem kleinen Maschinenbauer im Jahre 1887 der Auftrag erteilt, einen Abreisszündapparat zu bauen, wie solche damals bereits verwendet wurden. Bosch führte diesen Auftrag aus und gelangte dadurch in Fühlung mit einem Arbeitsgebiet, das ihn in der Folge nicht mehr loslässt. Mit seinem ganzen Erfindergenie wendet er sich der Verbesserung der Zündapparate für Explosionsmotoren zu, bis es ihm gelingt, hochwertige Hochspannungszündgeräte zu erzeugen, womit sich Bosch einen entscheidenden Anteil an der Fortentwicklung der Explosionsmotoren und des Automobils sichert. Andererseits wird wechselseitig das ursprünglich sehr kleine Unternehmen durch den Sfegeszug des Automobils zu -einer- ungeahnten Bl4te- gebracht. «Neben Magnetzündern baut- Bosch seit 1902 Zündkerzen; seit 1912 Lichtmaschinen, seit 1913 Scheinwerfer und Anlasser, seit 1921 Signalhörner und seit 1926 Batterien und Scheibenwischer, sowie seit 1928 Fahrtrichtungsanzeiger. 'So wie Bosch, für den Vergasermotor durch die Schaffung geeigneter Zündgeräte eine Pioniertat vollbrachte, so verstand er es auch, dem Bau des Dieselmotors durch die Herstellung der Bosch-Einspritzpumpe einen entscheidenden. Impuls zu verleihen. Als unter den früheren Regierungen infolge der übermässigen Steuerbelastung die Motorisierung des Verkehrs zu stocken begann, bezog Bosch auch andere Fabrikationsgebiete ' in sein Erzeugungsprogramm ein, um seinem Werk die Ueberwindung konjunktureller 'Schwankungen zu erleichtern. So baute Bosch neben den uns allen- bekannten Ausrüstungsgegenständen für das Automobil auch elektrische Kühlschränke, elektrische Grammophone, Teilapparate für Radiogeräte, Schmalfilm-Projektoren und schliesslich ganz neuartige elektrische Werkzeuge. Neben elektrischen Schraubenziehern, Schleifappäraten und kleinen Handbohrmaschinen bringt sein Unternehmen auch grosse elektromotorische Schlag- und Niethämmer hervor, wie sie von Maurern, Strassen- und Brückenbauern verwendet werden. Robert Bosch selbst beendet sein 75. Lebensjahr in voller geistiger und körperlicher Frische. Mit seinem bescheidenen, stets offenen und ehrlichen Wesen, seiner persönlichen Zielsicherheit paart sich die- Gabe, die richtigen Mitarbeiter heranzuziehen und auf den rechten Platz zu setzen, Seine soziale Gesinnung bewies er damit, dass er als erster den 9-Stunden-Tag, später den 8-Stunden-Tag einführte und dass er stets bestrebt war, Löhne über den Durchschnitt zu bezahlen. Sein Charakter wird durch die Tatsache besonders gekennzeichnet, dass er alle während des Krieges gemachten Gewinne für öffentliche Zwecke zur Verfügung stellte. Heute widmet sich der hochbetagte, rüstige Mann nur mehr wenig seinem Werk, das rund 19 000 Angestellte beschäftigt Sein Steckenpferd bildet der landwirtschaftliche Musterbetrieb, den er in Bayern eingerichtet hat. Aus der Entwicklung des Personenautomobils wie des modernen Lastautos mit Dieselmotor ist heute der von Robert Bosch geleistete Beitrag in konstruktiver Hinsicht nicht mehr wegzudenken. Wir werden demnächst auf Robert Bosch und sein Werk noch näher zurückkommen, K. M. *«.* Le >!*»«» Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion. «Noch ein bis zwei Plätze frei...» Hin und; wieder trifft man in den Tageszeitungen auf Inserate mit ungefähr folgendem Wortlaut: «Noch ein bis zwei Plätze frei für Autofahrt nach...» Es wäre nun gewiss interessant, einmal den Versuch zu unternehmen, in allen grösseren Städten organisierte Zentralstellen für solche Vermittlungsfahrten zu errichten. Vorzugsweise würden diese; Zentralstellen von Sekretariaten eines Automobil- Verbandes ins Leben gerufen und geleitet. Der Automobilist gäbe bis spätestens 24 Stunden vor der Abreise seine Fahrstrecke, Zeitpunkt, Zahl" der freien Plätze und weiter Details über- den Wagen selbst (ES, Herstellungsjähr) usw„ bekannt, und 15.00—16.30 Uhr: Jonschwil - Uzwil - Waldegg von 6.00—7.45 Uhr; Jonschwil - Schwarzenbach - Oberstetten von 6.00—8.00 Uhr; Schwarzenbachbrücke von 6.30—8 00 und 10.00—12.30 Uhr.' b) Der Durchgangsverkehr St-Gallen-Wil erfolgt von 6.00—16.00 Uhr auf der Strasse St. Gallen - Gossau - Flawil - Oberrindal - Lütisburg - Unter Bazenheid - Kirchberg - Dußnang - Aadorf und umgekehrt, sowie St. Gallen - Gossau - Hauptwil - Bischofszell - Märwil - Wängi - Aadorf und umgekehrt. c) Automobile der Dfifilgbesucher: Der Raum zwischen der Bahnlinie von Algetshausen bis Station Schwarzenbach, Nieselberg - Zuzwil - Brübadh - Henau Ostrand ist von 6—14 Uhr für jeden AutoverkehT gesperrt. Zutritt in diesen Raum haben nur die Autos des Bundesrates, der Kantonsregierungen, der. fremden Offiziere, des Korps- und Divisions-Stabes, sowie der Gst. Of. der Br. (Zufahrt über Betonstr. Felsegg - Hölzliäcker). Zufahrt von Osten für Autos der DSfilebesucherj Ueber Gossau - Flawil - Oberuzwil - Waldegg zum Parkplatz Henau. Oberuzwil fet ab 8.00 Uhr für Autos passierbar (die Glattbrücke der Betonstrasse bei Oberbühren ist für zivile Motorfahrzeuge gesperrt), die Brücke bei Buchenthal ist ab 8.20 Uhr für Autos passierbar. Zufahrt von Norden: Ueber Mettlen oder Tobel- Wuppenau - zum Parkplatz Zuzwil. Zuzwil ist ab 8.30 Uhr -passierbar. Zugang zum Defilierplate über Weiern, Sappeurbrücke und Thursteg nur für Fusegänger. Zufahrt von Westen: Von der Thurbrücke bei Schwarzenbach über Schwarzenbach - Oberstetten - zum Parkplatz Algetshausen. Thurbrücke ab 8 Uhr passierbar. Zufahrt von Süden: Auf der Strasse Lütisburg - Unterrindal - Jonechwil - Bettenau - zum Pwkplatz.Algetshausen. Bettenau ist ab 8 Uhr passierbar. Die Zufahrt zu den Parkplätzen erfolgt im Einbahnverkehr. d) Automobile der Dfifilebesucher nach" dem De"- file": Von 12.30—14.00 Und nach 16 Uhr sind alle Fahrstrassen für alle Fahrzeuge offen. Von 14 bis 16 Uhr sind für zivile Motorfahrzeuge folgende Strassen gesperrt: Betonstrasse Oberbüren - Wil, Strasse Felsegg - Henau - Niederuzwil . Flawil, Schwarzenbachbrücke mit Zufahrten von Wil, Uz=wil und Niederstetten her. würde dies in eine besonders vorgedruckte Liste eintragen lassen. Anderseits würde der an der Fahrt Interessierte sich ebenfalls vormerken lassen, worauf dann die Zentralstelle den betr. Automobilisten hievon verständigte. Bei Zustandekommen einer gemeinsamen Fahrt müsste die nach einem be- ^imtmen Tarif festgelegte Gebühr an der Kasse der Zentralstelle zugunsten des Automobilisten entrichtet werden, wobei ein gewisser Prozentsatz für Spesen usw. in Abzug kommen könnte. Um den sich anschliessenden Personen eine gewisse Gewähr für Sicherheit zu geben, Hesse sich noch erwägen, ob sich die in Betracht fallenden Automobilisten nicht einer einmaligen umfangreichen Fahrprüfung unterziehen müssten, und ob es nicht angezeigt wäre, das Fahrzeug jährlich ca. zweimal auf seinen Zustand zu kontrollieren. »; Es -wäre damit manchem Autobesitier (speziell auch dem Geschäftsreisenden) die Möglichkeit gegeben, seine Fahr- und Unterhaltskosten herabzusetzen, denn gewiss wird sich bei einiger Propaganda in den Tageszeitungen eine solche Einrichtung bald durchsetzen. Jedenfalls sollte, falls unsere oberste Behörde von ihrer bisherigen Tendenz nicht abzuweichen gedenkt, eine solche Institution nicht aus' dem v Auge gelassen werden. E. S. Bücherl^di Handbuch der schweizer. Produktion 1936/1987. Die Schweizerische Zentrale für Handelsförderung Zürich und Lausanne hat soeben eine neue Auflage des « Handbuch der schweizerischen Produktion» herausgegeben. Dieses Nachschlagewerk, welohee mit Genehmigung des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements erscheint, gibt Auskunft über schweizerische Bezugsquellen für zirka 6000 verschiedene Artikel aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. Das Buch umfasst ein Warenverzeichnis, in welchem die Artikel und deren Produzenten nach Branchen f«- ordnet sind, ein alphabetisches Fabrikantenverzeichnis, welches die Adressen von zirka 6500 Firmen, enthält, und einen Anhang, in welchem die bedeutendsten Export- und Transithandelsfirmen, Banken, Transport- und Versicherungsgesellschaften, Auekunftsbureaux, Ingenieurbureaux etc. Erwähnung gefunden haben. Das Adressbuch ist vorläufig in deutscher Sprache erschienen; die französische, englische und spanische Ausgabe werden in kurzen Abständen fqlgen. Es wird im In- und Ausland grosse Verbreitung finden, um als wirksames Propagandamittel die Interessenten für Schweizer Waren auf die Vielseitigkeit der Produktion unse- if«»m»«»ft» ll-VTl vtfs«h res Landes aufmerksam zu machen. Das Werk kann zum Preis von Fr. 7.— beim Buchhändler oder bei der Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung, Börsenstrasse 10, Zürich, bezogen werden. Firmenänderung. Frischknecht & Hiirlimann, Central-Garage Thu* sis, Autoreparaturwerkstätte und Autovertrieb in Thusis. Die Kollektivgesellschaft ist infolge Auflösung der Gesellschaft erloschen. Aktiven und Passiven gehen an die Fa. Robert Hürlimann, Central-Garage, Thusis. Firmenlöschung. Auto A.-G. Grindelwald, Grindelwald. Die Aktiengesellschaft hat sich durch Beschluss der Generalversammlung vom 28. Juni 1936 aufgelöst. Die Liquidation ist durchgeführt und die Firma * erloschen. Fritz Arter, Centralgarage, Zürich. Handel in Automobilen, Motorrädern usw. Die Fa. ist infolge Konkurses von Amtes wegen gelöscht worden. Redaktion: Dr. A. Locher. — Dr. E. Waldmeyer. Dipl. Ing. F. 0. Weber. -* Verantwortlich ifir die Herauscabe: 0. E. Wagner. — Rene" Baebltr.