Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.015

E_1938_Zeitung_Nr.015

ihm noch soviel

ihm noch soviel Ingeniosität zu Gevatter gestanden hat? Der beste Wagen ist — imWAS DER TECHNIKER AM SALON ENTDECKT eigentlichen Sinne des Wortes — der populärste, in seiner engeren Preisklasse natürlich. Stellen Sie sich mal den Automobilfabrikanten vor, der nur um der Konstruktion willen, sozusagen im Sinne des «l'art geot 202. Bei den grossen Luxusmodellen Kiihl- Schlitze für Heissluftaustritt im Armaturenbrett unterhalb der Windschutzscheibe auch beim Peu- pour l'art» Wagen bauen dürfte und sich wasserheizung serienmässig eingebaut. nicht darum zu sorgen hätte, sie auch an den Mann zu bringen! Es wäre der Himmel Interessant die Verstellung des Scheinwerferlichtkegels in der Höhe durch Drehknopf im Instrumentenbrett. auf Erden für ihn. Ja, er würde sich schon glücklich preisen, wenn Sie, das Publikum, sich wenigstens dazu entschliessen wollten, Renault bringt den Juvaquatre nicht zur Schau. eine Neuerung auszuprobieren, bevor Sie Noch nicht in Produktion gegangen und daher in nein dazu sagen. Es gibt nämlich kaum Genf nicht ausgestellt. etwas, das vorsichtiger und zurückhaltender Vivaquatre 12 PS Wie überall bei Renault mit abwägt als der Publikumsgeschmack. Sogar sehr breiter Karosserie. Daher seit kurzem behördlich zugelassen für Beförderung von sechs Perso- nur schon eine Aenderung der Kühlerform könnte ja abschreckend wirken und Sie ungnädig stimmen. hebel am Inßtrumentenbrett schafft Platz, Ellbogennen, hinten drei und vorn nochmals soviel. Schaltfreiheit für den Fahrer. Darin, in diesem Zwang zur Rücksichtnahme auf die Wünsche der Kundschaft, Bei Peugeot pfostenlose Coach 402 legere. Fensterscheibe von Wand und Türe überlappn sich mit liegt auch einer der Gründe, weshalb der kleinem Zwischenraum Gummipufferchen verhindern unerwünschten engeren Kontakt. Heckmotor so lange braucht, um sich durchzusetzen. Würde sich dem Konstrukteur eine Möglichkeit eröffnen, die Kraftquelle Butee d'economie (Sparanschlag) bei Peugeot 402 legere und Renault 12 PS. Drehknopf am Armaturenbrett zur Einstellung auf sparsamen Be- heimlich und unvermerkt nach hinten zu rücken, Saison um Saison, Stück um Stück, trieb. Einrichtung verhindert Ueberschreitung bestimmter Fahrgeschwindigkeit. Daher das Minus im bis er ihr einen Platz in der Nähe der Hinterachse erschlichen, so wäre diese Konstruktionsart heute schon gang und gäbe. Die Bedienungsorgane an französischen Verbrauch. Stempeln Sie nicht den Konstrukteur zum Wagen. Sündenbock: er tut sein Möglichstes! Bei Talbot rechts der Vorwäihlhebel. links un- Grausames, nervenzermürbendes Maschinenzeitalter, wo auf der Strasse Pressluftbämmer dröhnen und drüben beim Brückenbau mit ähnlichen Werkzeugen Nieten in schrillende Eisenbalken getrieben werden, während in der Ferne eine Pfählmaschine ihr dumpfes pfff-bums, pfff-bums ertönen lässt und durch das geöffnet nachbarliche Fenster das Radio eine Jazz krächzt. Da sehnt man sich unwillkürlich nach ruhigeren Gefilden und empfindet die Geräuschlosigkeit des Wagens direkt als köstliches Gut. Vor 10, 15 Jahren, da war das noch anders, freilich. Aber heute legen zu mindest die Spitzenmarken Wert darauf, Geräusche vom Wageninnern fernzuhalten wie etwa in einem Radiostudio, Nichts vom Lauf des Motors und kein Zahnrad- oder Ventilatorgeräusch soll ans Ohr des Fahrers dringen. Wie die Sache anpacken ? Erst einmal ein Schallmessgerät herbeischaffen und damit die Geräuschquellen aufzufinden suchen. Haben wir eine aufgestöbert, so liegen Mittel und Wege nahe, um ihr beizukommen. Erstens können wir versuchen, den Radaumacher durch Einkapselung zu isolieren, ihm quasi einen Maulkorb umzuhängen oder noch besser die Entstehung der Geräusche zu verhindern. Geht das alles nicht, so steht immer noch die Möglichkeit offen, den Lärmerzeuger durch Gummiaufhängung von eventuellen « Resonanzböden » und vom Wageninnern zu trennen. Verdächtig als Schallquellen sind der Motor, die gesamte Kraftübertragung, die Räder mit ihren bekannten Rollgeräuschen, die speziell bei Schneeprofilen aufzutreten pflegen, sowie die Karosserie selbst. Beim Motor haben wir es teilweile mit mechanischen Geräuschen, hauptsächlich herrührend von den Ventilen, zu tun, und zum andern mit einem gewissen Lärm, verursacht durch die angesaugte Luft und die abströmenden verbrannten Gase. Heute sind, abgesehen von ausgesprochenen Sportfahrzeugen, alle Wagen mit Ansauggeräuschdämpfern ausgerüstet, die zusammen mit dem Luftfilter eine Baueinheit bilden. Auch die Auspuffschalldämpfer lassen sich kaum mehr wesentlich verbessern. Das Hämmern der Ventile, das bei abnormal grossem Ventilspiel besonders sinn- oder besser < ohrenfällig» wird, iässt sich durch Einschaltung hydraulischer oder mechanischer Zwischenglieder vermindern, die die Einhaltung eines gewissen Ventilspiels überhaupt überflüssig machen. Eine ganze Reihe hervorragender amerikanischer Firmen sind diesen Weg gegangen. Dem Lärm zu Leibe rücken heisst aber auch allfällige Vibrationen dämpfen oder wenn möglich ganz zum Verschwinden bringen. Es gibt heute schon viele Finnen, die die Nockenwelle sogar mit Gegengewichten auswuchten und an ihrem einen Ende einen Schwingungsdämpfer anbringen, gar nicht zu sprechen von den Gegengewichten und dem Schwingungsdämpfer der Kurbelwelle. Im übrigen werden ja die Motoren heute vom Chassisrahmen durch Gummi oder Federn getrennt, die Schall nicht weiterleiten. Bei den Getrieben rufen hauptsächlich die Zahnräder Geräusche hervor. Je mehr sie und ihre Lager sich abnützen, desto lauter erklingt ihr unerwünschtes Singen, das unmusikalische Leute gar als Heulen bezeichnen. Man hat deshalb neue Verzahnungsarten gesucht, die weniger zur Lärmbildung neigen, ist von den geraden Zähnen zur Schrägverzahnung übergegangen, wobei nicht die ganze Zahnbreite gleichzeitig zum Eingriff kommt, sondern das Einkämmen allmählich vor sich geht. Beim Hinterantrieb ist man aus dem gleichen Grunde vom geradverzahnten Kegelrad zur Spiralverzahnung, zur Hypoidverzahnung oder dem Schneckenantrieb übergegangen. Um auch die schwachen Laute dieser geräuscharmen Zahnradübertragungen, vom Aufbau fernzuhalten lagert man Getriebe und Differentialgehäuse in Silentblocs am Fahrgestell, schaltet also Gummi zwischen Gehäuse und Ghassisrahmen ein. Bei Modellen mit starrer Hinterachse fällt diese -letzte Massnahme natürlich dahin. Zur Isolation des Chassis von den Fahrgeräuschen der Räder werden bei Einzelabfederung zuweilen Schwinghebel oder Schubstreben wenigstens einseitig in Gummi gelagert, desgleichen der Stossdämpferarm. Um ganz sicher zu gehen, dass nichts von dem trotzdem noch an den Fahrgestell rahmen gelangenden Vibrationen sich weiter an die Karosserie fortpflanzt, isoliert man diese nochmals ganz vollstän-^ dig durch Gummilagerungen vom Rahmen (Buick, Plymouth usw.). Sie ist in sich steif genug, um dies wohl zu erlauben. Die Karosserie selbst als Geräuschquelle. Diese Erscheinung ist so alt wie der Begriff der Karosserie überhaupt. Bei Aufbauten in gemischter Holz-Stahlbauweise lassen sich durch Zwischenlage von Stoffstreifen zwischen Blech und Holz oder Holz und Holz recht schöne Erfolge erzielen. Ganzstahl-Karosserien zeigten anfänglich eine Neigung zum sogenannten Dröhnen, wobei die StahlwSnde oder das Stahldach gern zum Schweigen kamen. Mit einer Art «Besenwurf » aus einer klebrigen, asphalthaltigen Masse, welche etwa 5 mm dick innen aufgetragen wird, hat man es verstanden, die Begleitmusik zum Verstummen zu bringen. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 15. FEBRUAR 1938 — N° 15 Von französischen Ständen« terhalb des Lenkrads Hörn und Aibblend-Tipphobel. Delage dreht das Ding gerade umgekehrt. Links also Vorwählung und rechts ... na, das versteht sich ganz von selbst Ein hochinteressanter Mehrzweckschalter an der Lenksäule von Citroen gleich unter dem Lenkrad: Abblendschalter. Scheinwerferschalter und Hupenknopf, alles in einem. Drehen Sie den Knopf, so wird Stadtlicht oder Scheinwerfer eingeschaltet, je nachdem. Tippen Sie hinunter, so wird abgeblendet. Drücken Sie von der Seite in Richtung des Hebels auf den Knopf, so erklingt das Hörn. Gotalgetriebe beim Peugeot de Luxe Vier Gangpositionen zeigt dag Schild der Vorwählvorricntnng. Ein Zugriff am Armaturenbrett zur Umstellung von

N