Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.058

E_1938_Zeitung_Nr.058

V Der Automobilist an

V Der Automobilist an der Schweiz. Landesausstellung. Es ist ein© bekannte Tatsache, dass die Frage einer befriedigenden Parkierung der Fahrzeuge der Ausstellungsbesucher in Zürich gar kein so einfaches Problem bedeutet. Zürich ist ohnehin arm an Parkplätzen und der normale Automobilverkehr der Limmatstadt lässt sich während der Ausstellung nicht wegdirigieren, so dass durch die zusätzliche Parkierung der Ausstellungsbesucher grosse, neue Parkflächen benötigt werden. Dazu kommt noch, dass in nächster Nähe der beiden Ausstellungsteile (linkes und rechtes Ufer) die Parkierungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind und auch das neue Kongressgebäude erhebliche Parkierungsanfordeningen stellt. Alle diese Sorgen werden von den zuständigen Instanzen schon seit geraumer Zeit geprüft und mit aller Umsicht behandelt. Man darf wohl auch erwarten, dass die vorhandenen Schwierigkeiten so weit möglich beseitigt werden können, wozu es aber nötig ist, dass nicht nur alle beteiligten Behörden mit Hand anlegen und Sonderwünsche zurückstellen, sondern dass auch auf die berechtigten Interessen der per Motorfahrzeug ankommenden Ausstellungsbesucher gebührend Rücksicht genommen wird Das Urteil des Besuchers über die Ausstellung hängt nicht zuletzt von seiner Befriedigung über die Veriehrseinrichtungen und die Verkehrsabwicklung ab. Er kann schon bei seiner Ankunft durch Zeitverluste und unnötige Schikanen verärgert werden und so nachher ein wenig günstiges Propagandaobjekt für die Ausstellung bilden. Man hat diese Konstatierungen schon bei anderen grösseren_ Veranstaltungen und Aussteljungen gemacht; es wäre verfehlt, eie leichthin negieren zu wollen. Von den im Motorfahrzeug eintreffenden Ausstellungsbe«uchern dürfte dem Benutzer von Gesellschaftswagen wohl aufs beste gedient sein. Man hat (vernehmen können, dase ein spezieller Autocar-Bahnhof für die Gesellschaftswagen am linken Seeufer auf dem Areal des ehemaligen Bahnhofes Enge geschaffen werden soll, von wo der Ausetellungseingang in wenigen Minuten zu Fuss erreicht werden kann. Die Zufahrt der Autocars bis an die Ausstellungspforten heran dürfte wegen drohenden Verkehrsstockungen nicht möglich und wohl auch nicht notwendig sein. Schwieriger zu lösen wird die Frage des Rücktransportes der Gesellschaftswagenbenützer, d. h. deren Besammlung aueserhalb der Ausstellung sein. In nächster Nähe derselben ist dies praktisch nicht durchführbar, weil der nötige Platz fehlt, so dass man nicht darum herum iommen wird, die Leute an einem anderen Punkt zu sammeln. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass dieser Besammlungsort gut auffindbar ist und entweder per Autobus oder Strassenbahn billig in kurzer Zeit erreicht werden kann. Dass es von Vorteil «ein dürfte, für die Autocars spezielle Zuund Wegfahrtsrouten durch die Stadt zu bestimmen, liegt auf der Hand. Weniger einfach ist die Frage der Parkierung der Privatautos tu lösen. Es muss auch hier dafür gesorgt werden, dass sie möglichst nahe an die Ausstellung heranfahren können, damit ältere Besucher oder bei schlechtem Wetter die Wageninsassen überhaupt keinen zu weiten Weg zu Fuss zurückzulegen haben, wobei dann der Fahrzeuglenker gelbst mit dem Wagen eine Parkierungegelegenheit aufzusuchen hat. Für die Letztern stehen nnn in der Nähe der Ausstellung nur wenige eigentliche Parkplätze zur Verfügung, so dass es zu verstehen ist, wenn Polizei und Verkehrsverbände auf die Bereitstellung des alten Tonhalleareals und der Escherwiese dringen. Wird diesem berechtigten Verlangen nicht Folge gegeben, so wird man böse Ueberraschungen mit in den Kauf nehmen müssen. Was die weiter entfernten Parkgelegenheiten anbetrifft, so ist es unerlässlich, dass von dort kein zu langer Fussmarsch zur Ausstellung zurückzulegen bleibt oder dass sehr gute und nicht zu teure Strassenbahn- oder Autobusverbindungen zur Verfügung stehen. Man kann und darf es den Benutzern der privaten Personenwagen nicht zumuten, dass sie vom Parkort aus mehr als 8 bis 10 Minuten zu Fuss zu gehen haben. Alle weiter gelegenen Parkgelegenheiten kommen in der Praxis nicht mehr in Betracht, weil der Fahrer sie gar nicht aufsuchen wird und — zwingen kann man ihn ja selbstverständlich nicht. Man wird daher auch die Projekte, an der Stadtperipherie für die wichtigern Tage Parkplätze zu erstellen und die Automobilisten dort abzufangen, nur mit einer beträchtlichen Dosis Skepsis aufnehmen können. So wie man den schweizerischen Fahrer kennt und wie bisherige Erfahrungen bestätigen, wird er eben immer versuchen, ins Stadtzentrum hineinzufahren, besonders wenn sonst eine Strassenbahnfahrt von einer halben Stunde oder mehr mit in den Kauf genommen werden muss. Es ist heute noch Zeit, dass man sich all diese Bedenken genau überlegt und nicht einem zu weitgehenden und durch nichts gerechtfertigten Optimismus huldigend, an Phantomen festzuhalten sucht, die «in unliebsames Erwachen bringen dürften. Auch der Besucher, der mit dem Privatauto nach Zürich kommt, kann und muss verlangen, dass er rasch und auf bequemste Weise zur Ausstellung gelangen und abends wieder die Heimfahrt antreten kann. « Noblesse obläge » — auch die Schweizerische Landesschau 1939 wird um diese Tatsache in der Parkierungsfrage nicht herumkommen. V den Mtant Eine Motion für Steuererleichterungen au! älteren Wagen auch im Kanton St. Gallen. In der Session des St. Gallischen Grossen Rates wurde am vergangenen Mittwoch die Motion Müller behandelt, welche die Regierung einlädt, die Frage zu prüfen, ob nicht im Interesse des Garagengewerbes, Art 10 der Vollziehungsverordnung zum MFQ in dem Sinne zu revidieren sei, dass für Motorfahrzeuge, die bereits während vier Jahren im Kanton St. Gallen die volle Steuer bezahlt haben, progressive Steuerreduktionen eintreten könnten. Die Begründung durch den Motionär legte den Akzent auf die Tatsache, dass das Automobil gewaltige fiskalische Lasten zu tragen habe. Am besten wäre es, die Abgaben einzig und allein auf dem Wege deT Besteuerung des Benzins zu erheben. Unterschiede, wie sie heute zwischen den Kantonen bestehen, sollten verschwinden. Wenn heute alte Wagen die nämlichen Steuern entrichten wie neue, so sei die Zeit gekommen, um zu einer Revision dieser Bestimmung zu schreiten. Eine Steuerreduktion hätte zur Folge, dass die alten Wagen länger im Betrieb blieben, was nicht zuletzt aus miltärischen Gründen wünschenswert wäre. In andern Ländern habe man diese Notwendigkeit bereits erkannt, denn mit kleinen Wagen könne die Armee nicht viel anfangen. Allerdings sollte die Steuerermäßigung nur für guterhaltene Fahrzeuge ge-' währt werden. Der finanzielle Ausfall Messe sich leicht ausgleichen, doch sollte man mit der Einräumung von Steuererleichterungen nicht zuwarten, bis der Bestand an Automobilen noch weiter schrumpfte. Seiner Antwort schickte Landamman Keel die Feststellung voraus, dass es sich bei der Motion vor allem um eine finanzielle Frage handle. Richtig sei, dass. verschiedene Kantone diese Art von Steuererleichterungen bereits kennen. Für St. Gallen ergäbe sich daraus ein» Mindereinnahme von 61.000 Fr. Dabei bleibe es jedoch fraglich, ob die Massnahme dem «überbevölkerten» Autogewerbe wirtschaftlich einen Nutzen bringen könnte. Die Umlegunt der Verkehrssteuern auf eine einheitliehe, eidgenössische Benzinsteuer käme lediglich dem Sonntagsfahrer zustatten, währenddem gerade jene, die ihren Wagen zu Berufszwecken brauchen, eine Mehrbelastung zu gewärtigen hätten. Vom militärischen Gesichtspunkt aus wären neue Wagen wünschenswerter. Namens der Regierung erklärte sich der Redner bereit, die Motion entgegenzunehmen, doch dürfte man sich dabei keinen übertriebenen Hoffnungen hingeben. Letzten Endes liege die Entscheidung beim Grossen Rat, der des Bud get zu genehmigen habe. Einstweilen will uns bedünken, bleibt die Hauptsache, dass der Stein auch in St. Gallen ins Rollen gekommen ist. Wenn Basel-Stadt, das vor einem halben Jahr bei der Revision seines Autosteuer-Gesetzes u.a. auch einen Abbau auf den Ansätzen für ältere Wägen vornahm, als Folge dieses Schrittes bereits AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 19. JULI 1938 — N° 58 «»n eine Belebung des Handels mit Occasionswagen und eine vermehrte Inanspruchnahme des Garagengewerbes durch Reparaturen melden kann, dann wird man auch andernorts an dieser Frage nicht mehr achtlos vorbeigehen dürfen. Strassen Knonauerstrasse Cham-Zürcher Grenze wird ausgebaut. Der Zuger Kantonsrat behandelte in seiner Sitzung vom vergangenen Donnerstag die Vorlage für den Ausbau der Knonauerstrasse von Cham bis zur Zürcher Kantonsgrenze in 2. Lesung und stimmte Wenn wir Ihnen einen Rat geben dürfen: Man nehme zuerst einmal eine Karte der Schweiz zur Hand, am besten eine, die eine recht gute Uebersicht vermittelt und womöglich noch einiges von den Grenzgebieten der Schweiz mitumschliesst. Eine Karte im Massstab 1:500 000 dürfte das richtigste sein (z.B. Schweiz und Grenzgebiete 1 : 500 000, Verlag Hallwag). Die Karte weit ausgebreitet auf einem Tisch, legt man erst den eigenen, ständigen Wohnort fest, und nun sucht man von hier aus nach allen Himmelsrichtungen nach Orten, die einem zusagen würden, Man wird unter vielen ein Auswahl treffen müssen, aber hat man einige bestimmte Orte festgelegt, die man unbedingt zu besuchen wünscht, dann sucht man, auf welchen schönsten Strassen sie sich verbinden lassen. In kurzer Zeit schon wird man einen ersten Plan in seinen grossen Umrissen festgelegt haben. — Wichtig für einen Ferienplan ist der Faktor Zeit, d. h. diejenige Zeit, die einem summa summarum überhaupt für die Ferienfahrt zur Verfügung steht. Je nachdem wird man seine erste Reiseroute etwas kürzen müssen, wird dort einen ersten vorgesehenen Abstecher beiseite lassen oder an einem andern Ort eine direktere Verbindungslinie zwischen zwei Plätzen wählen. Besser ist es natürlich, wenn man sich nicht einschränken muss, sondern eher am einen oder andern Ort noch eine hübsche Variante hinzufügen kann oder,den einen oder andern Abstecher noch mit ins Programm aufnehmen darf. Ist der Reiseplan in grossen Zügen festgelegt, so geht man ans Studium der Einzelheiten. Man liest nach, was man über die verschiedenen sehenswerten Orte finden kann, man lässt sich Prospekte kommen, kurz, man bereitet sich so vor, um über die vorgesehene Reiseroute möglichst gut orientiert zu sein, Ausgezeichnete Hilfsmittel sind dafür die Automobilführer, die in Text und Karte in jeder Beziehung erschöpfend Auskunft geben (z. B. CH - Touring, Automobilführer der Schweiz, Verlag Hall wag). Solch ein Führer enthält Beschreibungen aller wichtigen Ortschaften zugleich mit praktischen Hotelangaben. Es finden sich darin Be- dem Projekt ohne Opposition zu. Danach erfordert die Modernisierung und Korrektion der Strasse einen Kostenaufwand von 380 000 Fr. Die Durchführung des Werkes soll derart gefördert werden, dass die Strasse auf Beginn der Landesausstellung 1939 hin fertiggestellt ist, weil sie dannzumal einem starken Verkehr zwischen Zürich, der Stadt der Landesausstellung- und Luzern, dem Schauplatz des eidg» Schützenfestes eewachsen sein muss. Berner Wanderwege. Die Vorbereitungen der ersten Musterrouten im, Gebiete des Emmentals sind beendet Im Oberemmental werden als erste Wanderwege Langnau-Lüdern und Langnau-Hochwacht-Blapbach-Rämisgummen-Schangnau einheitlich markiert, während im Unteremmental die Routen Lützelflüh-Ramsei-Lüdern-Napf und Huttwil - Hegen - Ahorn - Höchenzi- Napf vorgesehen sind. Wir schmieden Tourenpläne (Schluss von Seite 1.) schreibungen aller Alpenpässe, die einem schon zu Hause ein Bild über deren Eigenart vermitteln, sie enthalten auch Schilderungen sämtlicher übrigen wichtigen und schönsten Strassenzüge des Schweizerlandes, ergänzt durch einen reichhaltigen Bilderteil, der einen schon zum voraus die landschaftlichen Schönheiten ahnen lässt. Zudem besitzt man damit noch ein detailliertes Karten-Werk, das noch viel mehr Einzelheiten zeigt, als die zuerst für das Aufstellen des Reiseplanes ver» wendete Uebersichtskarte. All das sind Vorarbeiten, die man schon zu Hause trifft und die erst die wirkliche Vorfreude für eine geplante Reise schaffen. Mancher wird sich beim Aufstellen der Reisepläne fragen: wieviel Kilometer soll ich im gesamten während meiner Reise fahren, was für ein Budget darf ich mir erlauben für Benzin, Oel und andere mit dem Wagen zusam« menhängende Kosten? Wie sind die Tages- Etappen, die ich fahren will, bzw. wieviel Kilometer soll ich pro Tag vorsehen? Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht leicht. Sie hängt ab von der Stärke des Wagens, von der Gewandtheit des Fahrers, von der Börse, die zur Verfügung steht, und schliesslich von den verschiedenen Landschaftsgebieten, die man zu besuchen gedenkt. Auf alle Fälle geht unser Rat dahin, dass man sich bei einer Ferienreise möglichste Beschränkung in der täglich za fahrenden Kilometerzahl auferlegen soll. Im Mittelland wird eine Ta* gesleistung von 250 km schon reichlich genügen, wenn man sich all das Schöne, das rechts und links der Strasse liegt, in Müsse betrachten will. In den Bergen ist dieser Tagesdurchschnitt schon fast zu hoch; man sollte unseres Erachtens nicht über 150 bis 200 km im Tag «erledigen». Das Befahren unserer Bergstrassen erfordert besonders im Hochsommer, bei dem gewaltigen Verkehr, der über sie flutet, grosse Vorsicht. Nicht rasen also, sondern ein vernünftiges Tempo einhalten. Man hat ja auch viel mehr davon, wenn man beschaulich reist und nicht glaubt, Rekorde aufstellen zu müssen. Täglich von früh morgens bis spät abends zu fahren, dazu können wir nicht raten. Beizeiten aufzubrechen hat allerdings seine grossen Vorteile, Aber nachmittags trachte man danach, beizeiten in sein Quartier zu kommen, um noch in aller Müsse dessen Umgebung kennenlernen zu können. Man wird auch in den Hotels, gerade in der Zeit der Hochsaison, viel eher noch Unterkunft finden, als wenn man erst spät abends ankommt und dann eventuell noch weiter fahren muss, um ein neues Quartier zu finden, das einem vielleicht nicht einmal zusagt. Recht reizvoll ist es auch, gelegentlich einmal den Wagen stehen zu lassen und eine kleine Fusstour zu unternehmen. Wir besitzen ja dafür so viele und ungezählte Möglichkeiten in der Schweiz. Tag für Tag zu fahren und nochmals zu fahren, wird man es nicht zuletzt überdrüssig? Schaltet man aber eine kleine Fusstour von zwei bis drei Stunden ein, so freut man sich nachher um so mehr, wieder im bequemen Wagen seine Reise fortsetzen zu können. Ich konnte ihm nicht sagen, dass er Martha, die neben ihm sass und die seine Kinder Hebte, als ob es ihre wären, heiraten solle, um all seinem Kummer mit einem Schlage ein Ende zu bereiten. So warf ich nur eine Bemerkung hin, dass einer von uns sich während seiner Abwesenheit um die Kinder kümmern werde. Offensichtlich beruhigt, kam er wieder auf die Sonnenfinsternis zurück. Nach Tisch spielten wir Bridge. Bill und Celia fanden, dass der Abend zu schön sei, um im Zimmer zu sitzen, und gingen in den Garten. Als sie zurückkamen, sagte Bill, sie hätten Schnecken vertilgt. Ich dachte mir, er sieht vergnügter aus, als es ihm zukommt, und fragte ihn, wann er seine Weltreise antreten würde, und ob er zu erreichen wäre, wenn er nötigenfalls schnell gebraucht werden sollte. «Nicholas ist kein junger Mann mehr», sagte ich. «Es ist möglich, dass er unter dieser Ueberanstrengung zusammenbricht.» «Meinen Sie die Ueberanstrengung, weil er ohne mich fertig werden muss ? » fragte er mit noch vergnügterem Ausdruck, und als Nicholas gerade dazu kam, erzählte er ihm, was ich gesagt hatte. Und daraufhin hatten sie altfe beide einen belustigten Gesichtsausdruck, was mich ärgerte. « Du wirst ein ganzes Jahr für zwei arbeiten müssen», sagte ich, aber er lachte nur. «Das ist alles zwischen uns geordnet >, entgegnete er mit einem liebevollen Blick auf Bill. Daraufhin begab ich mich in das Speisezimmer, um nach dem Rechten zu sehen. Als ich erschien, erblickte ich Melinda, und ich war neugierig, ob sie schon heute abend kündigen würde. « Was dieses Silber hier betrifft», begann sie zu meiner Ueberraschung sofort. « Es ist sehr schön», fiel ich schnell ein. «Kostbar und schön. Das könnte in einem Königsschloss stehen, möchte ich behaupten. Man wird einen Ueberzug darüber machen müssen, so aus grüner Gaze, wie für die Qirandolen.» « Ich glaube nicht, Melinda, weil wir es in den täglichen Gebrauch nehmen werden.» «In den täglichen Gebrauch ? l Jeden Tag soll das geputzt werden! Das kann ich nicht, Frau Brooke, jedenfalls nicht neben der Arbeit, die ich ohnehin schon habe.» « Das erwarte ich auch nicht, Melinda. » Als ich das sagte, sah sie mich äusserst überrascht und argwöhnisch an. « Es wird aber geputzt werden müssen », entgegnete sie. «Ich kann nicht in angelaufenem Silber servieren, es bekommt doch Flecken, das könnte ich nicht aushalten.» «Es wird nicht fleckig werden; wir werden es selbst putzen.» « Warum ? Habe ich mich schon vor einer Arbeit gefürchtet ? Sie denken wohl, ich werden es zerkratzen ? Die alte Teekanne hat Fräulein Hester zerschrammt, sie weiss das ganz genau; ich bin sehr vorsichtig.» « Das weiss ich, Melinda; aber Sie haben genug zu tun.» «Ach, davon ist nicht die Rede. Nach dem Tee doch nicht! Jeden Tag nach dem Tee werde ich darüberfahren — Silberputzen verstehe ich. Mein Onkel ist seit vierzig Jahren Diener in einem hochherrschaftlichen Hause; wenn er erfahren würde, dass hier die jungen Damen das Silber putzen, würde er toben...» « Aber Melinda 1 » begann ich, aber ich kam nicht zum weitersprechen. « Ich kann nicht mfisslg sitzen, sonst wer* de ich krank ! > Viertes Kapitel. Alberta und Melinda stammten beide aus gutem Hause, und ich kannte sie schon von Kindheit an. Ihre Eltern waren Bauern; Albertas Leute hatten dreissig Kühe im Stall. Beide Mädchen sind vor fünf Jahren, bald nachdem sie die Schule verlassen hatten, zu mir gekommen und wurden wie zur Familiegehörig behandelt, aber ich war nie imstande, ihnen ein feines Benehmen beizubringen, wie es der althergebrachten Sitte eines angesehenen Hausstandes entspricht, und jedesmal, wenn Nicholas' Tante bei uns war, öffnete sie mir die Augen über ihre Mängel. Das ganze Jahr lang wirtschafteten wir sehr angenehm, aber immer, wenn Tante Betty ihren alljährlichen Besuch ankündigte, wurde mir bewusst, dass Behagen allein nicht ausreicht. In jedem Haushalt, der Wert auf Ansehen legt, sollte eine gewisse Verfeinerung herrschen, die die alte Tante in unserem nicht finden konnte, und die sie fürchterlich vermisste. (Fortsetzung folgt.)

N° 58 sein müssen, die das Schicksal eine« Rennfahrers auf sich nehmen wollen. Jetzt möchte er wissen, wie Männer mit solchen Eigenschaften gefunden werden. «Denken Sie einmal», so beginnt die Antwort auf diese Frage, «an das Zustandekommen einer Olympia- oder Nationalmannschaft. Sie baut sich ganz systematisch von unten her auf. Zuerst werden in lokalen Wettkämpfen die Besten ermittelt. Sie messen sich mit den Siegern anderer Ortckämpfe in Kreiswettbewerben. Die Kreissieger wiederum bestreiten die Regionalkämpfe. Deren Spitzenkönner schliesslich, die Besten der Nation, bilden die repräsentative Mannschaft. Nicht viel anders ist heute der Weg eines Rennfahrers, wenn auch noch nicht so tabellarisch geregelt. Immerhin bietet auch hier die örtliche Veranstaltung eines Clubs die ersten Möglichkeiten zur Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen. Der Motor-Ethusiast lernt dabei sein Fahrzeug kennen und beherrschen und die unvorhergesehenen Situationen meistern, die das Reaktionsvermögen steigern und die Nerven trainieren. Bald kann er in grösseren Konkurrenzen antreten, und schliesslich qualifiziert ihn der Besitz zahlreicher Medaillen, Plaketten und andereer Trophäen zur Teilnahme an grossen, auch internationalen Veranstaltungen. Wer sich auf diese Weise durch jahrelange Betätigung im Motorsport einen Namen gemacht hat, kommt für die Aufnahme in die Nachwuchsmannschaft in Betracht — ein anderer nicht!» «Haben Ihre Fahrer alle diesen Weg genommen?» «Die meisten kommen, da das Betreiben des Automobilsporte« einen grösseren Geldbeutel erfordert und örtliche Automobilkonkurrenzen deshalb seltener sind, vom Motorrad her, das sich als vorzüglicher Weg-bereiter für die Rennfahrerlaufbahn erwiesen hat. Unser Rosemeyer war Motorradmeister, bevor er auf unseren Rennwagen stieg. Müller, der jetzt mit Hasse und Ihrem Landsmann Kautz unsere Stamm-Mannschaft bildet, ist ebenfalls alter Motorradhase, während sich Hasse, ebenso wie der Nachwucheschüler v. Hanstein, bereits einen Namen als erfolgreiche Gelände- und Langstreckenfahrer gemacht haben, als sie zu uns kamen. Und nach Rosemeyers Beispiel denken auch andere Motorradmeister daran, die Lenkstange ihrer siegreichen Maschine mit dem Volant des Rennwagens zu vertauschen.» Gibt es genug Nachwuchs ? «Von solchen Leuten gibt es doch gewiss nicht sehr viele. Reicht ihre Zahl denn aus, den Rennmannschaften genügend Nachwuchs zu sichern?» «Dass es nicht genug Nachwuchsfahrer gäbe, ist ein Märchen. Ein Rennstall kann gar nicht mehr als drei oder vier gebrauchen. Und wie viele Rennställe haben wir in Europa? Noch nicht einmal ein Dutzend. Der Nachwuchs, der gebraucht wird, ist schon da. Es dauert nur einige Zeit, bis er so weit ist, grosse und schwere Rennen gewinnen zu können. Die meteorgleiche Laufibahn Rosemeyers ist auch für Rennfahrerbegriffe eine enorme Karriere gewesen. Wer jetzt an den Start geht, wird Jahre brauchen, bis er zu den ganz Grossen zählt.» Wir haben erfahren: Rennfahrer muss man sein, aue Veranlagung und Begabung. Aber man muss es auch werden, ducrh eisernen, jahrelang geübten Fleiss und durch Ausdauer, die man am besten dadurch beweist, dass man eich durch alle kleinen und grossen Schwierigkeiten des langen und beschwerlichen Weges zur Ruhmeshöhe eisern durchbeisst. H. T-nn. (Copyright by Cosmopress. Genf.) Grosser Preis von Deutschland. Die Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt gibt für den am nächsten Sonntag auf dem Nürburgring stattfindenden Grossen Preis von Deutschland folgende Nennliste bekannt: Fabrikfahrer: Auto-Union AG., Zwickau; H. Stuck, T. Nuvolari und F.. Hasse; Ersatzfahrer: Chr. Kautz und U. Bigalke. Daimler-Benz AG.. Untertürkhelm: R. Caracclola, v. Brauchitsch, H. Lang, R. B. Seaman und W. Bäumer. Ereatzfahrer: H. Hartmann und H. Brendel. Ecurie Bleue, Paris: R. Dreyfus und F. Comotti auf Delahaye. Offlclne Alfieri Maserati S. A„ Bologna: Graf Trossi und A. Varzi auf Maserati. Privatfahrer mit Stallunterstützung: Squadra Automobilistica Torlno; P Taruffi und P. Ghersi auf Alfa Romeo. Ersatz fahrer: P Dusio. Scuderia Ambrosiana, Malland: F. Cortese auf Maserati. Privatfahrer: E. de Graffenried (Schweiz) auf Maserati; Graf Festetics (Ungarn) auf Alfa Romeo; A. B. Hyde K^^^^^^^^^^ (England) auf Maserati; H. Berg und P. Pietseh (Deutschland) auf Maserati 1,5 Liter; V. Belmondo (Italien) auf Alfa Romeo. Es liegen somit insgesamt 21 Nennungen vor, wobei mit dem Eingang von 2 Nennungen des Rennstalles Alfa-Corse immer noch gerechnet wird. Das erste Training der Rennwagen findet morgen Mittwoch von 9—12 und 14—18 Uhr statt. Ein Sturz von Sommer bei den Probefahrten von Aüa Romeo in Livorno. Wie angekündigt, fanden letzten Donnerstag m Livorno — auf der Goppa-Ciano-Rundstrecke — die Versuchsfahrten von Alfa Corse statt, an denen sich Farina, Biondetti, Sommer, Villoresi und Pintacuda beteiligten. Erprobt wurden ein 12-ZyIinder-, ein 16-Zylinder- und 2 neue 1,5-Liter-Rennwagen, wobei über den Ausgang dieser Versuche grösstes Stillschweigen beobachtet wird. Dem Franzosen Sommer ist am Steuer eines 12-Zylinder-Boliden zwischen Antegnano und Ardenza ein Unfall zugestossen, der anfänglich schlimmer aussah, als es tatsächlich der Fall war. Er rannte über das Srassenbord hinaus und prallte gegen die Umzäunung. Dabei wurde Sommer von seinem Sitz auf die Strasse geschleudert und der Wagen ziemlich schwer beschädigt. Die Ambulanz schaffte den Piloten sofort ins Spital, wo er am Freitagmorgen das Bewusstsein wieder erlangte. Er dürfte inzwischen bereits wieder aus der Klinik entlassen worden Grosser Prefs von Comminges findet nicht statt. Nachdem der Grand Prix von Comminges schon im vergangenen Jahr sozusagen im letzten Moment abgesagt werden musste, verzichten dessen Organisatoren — wie wir erfahren — auch heuer auf die Austragung, wobei nicht so sehr sportliche Gesichtspunkte, sondern vielmehr finanzielle für diesen Entscheid massgebend waren. Der Grosse Preis von Comminges, der am 31. Juli zur Durchführung gelangen sollte, ist also im internationalen Sportkalender zu streichen. $•»«»»# 6n de» Schweiz Die Reglemente der Berner Automobil-Rennen. Am 20. und 21. August kommen auf der Bremgarten-Rundstrecke ein nationales und 2 internationale Automobilrennen zur Austragung. Die Reglemente, welche die Abwicklung der grossen Veranstaltung vom Training bis zur Preisverteilung in allen Einzelheiten regeln, sind erschienen. Der Preis vom Bremgarten wird auch dieses Jahr als nationale Konkurrenz für Touren-, Sport- und Rennwagen ausgeschrieben. Dae Reglement macht für die Zulassung und die endgültige Startbewilligung besondere Vorbehalte geltend, so dass mit einem sehr spannenden Rennen der Nachwuchsfahrer gerechnet werden kann. Der Start der Fahrzeuge, nach Hubraumklassen gestaffelt, erfolgt gleichzeitig. Das Rennen wird nach Eintreffen des Ersten jeder Kategorie beendet, und die Fahrzeuge nach der Reihenfolge ihrer Ankunft klassiert. Die zurückzulegende Strecke beträgt wieder 14 Runden zu 7,280 km, also etwas über 100 km, und ist somit lang genug, um die rennsportlichen Fähigkeiten eines Nachwuchsfahrers zu erproben. Diese nationale Konkurrenz zählt für die schweizerische Automobilmeisterschaft. Der Preis von Bern ist für Rennwagen mit einem Zylinderinhalt von maximal 1500 cem reserviert. Diese unterstehen keinerlei einschränkenden Gewichtsbestimmungen, wie es bei der Grand-Prix-Formel der Fall ist. Das Rennen wird in zwei Vorläufe über 14 Runden und einen Endlauf zu 21 Runden aufgeteilt. Diese Gliederung verfolgt nicht nur den Zweck, dem Publikum drei in sich geschlossene Wettbewerbe zu bieten, sie ist vielmehr geeignet, die qualitativ hochstehende und zahlenmässig grosse Besetzung besser auszuwerten. Für die Startreihenfolge sind, wie übrigen® bei sämtlichen Rennen, die Trainingsbestzeiten massgebend, wodurch das Training in den drei Vortagen eine besondere sportliche Note erhält, ist es doch nicht gleichgültig, ob beim Hauptrennen der Start aus der ersten oder letzten Reihe heraus erfolgen kann. Die Rennleitung wird darauf bedacht sein, ein möglichst ausgeglichenes Fahrerfeld an den Start zu schicken. Die gut klassierten Fahrer der Vorläufe qualifizieren sich für den Endlauf, der dank dieser einwandfreien Ausscheidung zu einer Attraktion von besonderer sportlicher Qualität wird. Beim hohen Konstruktionsstandard der zugelassenen Fabrikate und der raffinierten Fahrweise der mit der Berner-Rundstrecke bestens vertrauten englischen und italienischen Fahrer, ist eine weitere Steigerung des bestehenden Rundenrekordes von 146,905 km/St. durchaus möglich. Im Grossen Preis der Schweiz sind nur Fahrzeuge zugelassen, die den Motorabmessungen und Gewichtsbestimmungen der internationalen Rennformel 1938 bis 1940 entsprechen. Die Konkurrenz ist ausserdem reserviert für Konstrukteure, ihre ausgewiesenen Vertreter und eingeladene Einzelfahrer. Im Gegensatz zu den beiden Vorrennen ist der Fahrerwechsel gestattet. Damit soll erreicht werden, dass möglichst viele Fahrzeuge so lange als möglich im Rennen bleiben, Und von den betreffenden Mannschaftsleitern nach Gutdünken und taktischer Ueberlegung die Hand ändern können. Ausführliche Kapitel des Reglements sind dem Boxendienst gewidmet. Nur vier Personen dürfen an einem Fahrzeug, das an der Boxe hält, gleichzeitig arbeiten. Fremde Hilfe bei jeder Art von Verrichtungen führt zur Disqualifikation des Fahrers. Der Grand Prix geht wieder über 50 Runden s= 364 km, die in einem einzigen Lauf zurückzulegen sind. Die letztes Jahr erstmals eingeführte Kürzung der Renndistanz hat sich so gut bewährt, dass die Veranstalter definitif von der klassischen 500-Kilometergrenze abgegansen sind und dies gewisS nicht zu Schaden der Zuschauer, die sich je länger je mehr für Rennen über kurze Distanzen interessieren.