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E_1938_Zeitung_Nr.080

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, *. OKTOBER 1938 — N° 80 ten das an den Wänden sich niederschlagende Oel an die einzelnen Schmierstellen. Während Motorrad-Zweitakter meist nur einen Zylinder und Luftkühlung besitzen (siehe Abb. 1 bis 3), teilt man den Gesamthubraum bei Automobil-Zweitaktmotoren auf mindestens zwei Zylinder auf und sieht Wasserkühlung vor. Da bei Zweizylindermotoren stets ein Kolben abwärts läuft, wenn der andere aufwärts geht, ist es notwendig, das Kurbelgehäuse in zwei Hälften zu teilen. Jeder Kolben verdichtet dann mit seiner Unterseite nur das Gemisch in seiner Kurbelgehäusehälfte. Das Arbeitsprinzip als solches ändert sich jedoch deswegen nicht. l>»«il«t£xdh«» Winke Eine Mahnung an Lastwagenführer. In der letzten Zeit haben sich eine Reih© schwerer Verkehrsunfälle dadurch ereignet, dass sich Teile der Ladungen von Nutzfahrzeugen «selbständig machten * und beim Herabfallen nachfolgenden schnellen Fahrzeugen plötzlich die Bahn sperrten. In einem Falle gab es drei Schwerverletzte durch ein herabfallendes Butterfass. In einem andern Falle wurde die Schutzscheibe- eines entgegenkommenden Wagens durch einen herabfallenden Stein zertrümmert, und in einem dritten Fall löste sich auf einer Steigung der Anhänger des Lastwagens von seiner Kupplung. Bei einiger Vorsicht wären diese drei schweren Fälle vermeidbar gewesen. Die Lastwagenfahrer bzw. -halter sind strafrechtlich für alle Unfälle verantwortlich, die sich auf diese- Weise infolge Fahrlässigkeit ereignen. Vor zwanzig Jahren gehörte es zu den unumgänglichen Kenntnissen des Automobilisten zu wissen, wie man Reifenschläuche mit Gummilösung flickt. Heute wird man allerdings nur noch in Ausnahmefällen, etwa auf längeren Auslandereisen, genötigt sein, selbst Reifenschaden auszubessern. Meist wird man sich hie'bei der herkömmlichen Methode bedienen. Der Nachteil der Gummilösung besteht jedoc^i darin, daes eich, besonders im Sommer, auch die sorgfältigst ausgeführten Flicke dieser Art manchmal lösen und die Luft erneut entweicht. Die Reparaturstellen, die heise vulkanisiert werden, sind zwar von dieser üblen «Gewohnheit» frei, aber wer hat echliesslich bei einer Panne — womöglich auf offener Strecke — gleich eine Vulkanisiervorrichtung zur Hand? Es gibt jedoch ein Verfahren, um die Schläuche in solchen Fällen selbst kalt zu < vulkanisieren ». Das Kaltvulkanisiermittel Schwefelkohlenstoff ist in jeder Drogerie oder Apotheke erhältlich. Die Anwendung diesefe Hilfsmittels ist sehr einfach: Die beiden Teile, werden, wie üblich, gut gereinigt. An Stelle der üblichen Gummilösung wird der erwähnte Schwefelkohlenstoff nicht zu sparsam auf die Klebestellen geschüttet und hierauf die Teile einige Zeit fest zusammengepresst. Die Stelle ist jetzt geflickt und der Schlauch kann wieder aufgepumpt werden. Der üble Geruch war bisher wohl in der Hauptsache schuld daran, dass dieses Verfahren nicht weiter verbreitet ist. Der Praktiker jedoch schreckt Verwendung für alte Scheinwerferreflektoren. Alte, unbrauchbar gewordene Scheinwerferreflektoren eignen sich, dank ihrer besonderen Form, sehr gut als Trichter für diedavor nicht zurück, um so mehr ja ein wesentlicher verschiedensten Zwecke in der Garage. Sollte Vorteil damit verbunden ist.* sich der kleine Fortsatz am hintern Ende Der Schwefelkohlenstoff ist eine wasserhelle, als zu kurz erweisen, um dem Behelfstrichter leicht verdunstende, sehr feuergefährliche und übelriechende Flüssigkeit. Am besten wird ßie in eineT einen sicheren Halt auf dem Spundloch von Behältern und Kannen zu sichern, so kann Glasflasohe mit eingeschliffenem Glasstöpsel aufbewahrt, der aber durch Gummibänder vor dem Herausfallen gesichert werden soll. Die kleine Flasche man ein Verlängerungsrohr anlöten, wodurch aus dem Reflektor ein vollwertiger Trichter genügt für eine mittlere oder einige kleine Reparaturen und kann zu Hause bequem wieder nach- wird. gefüllt werden. W. L. Vereinfachte Schlauchreparaturen. Ausstellungen Verschiebung des Pariser Auto-Salons? Paris, den 3. Oktober. Der Pariser Automobil-Salon, der kommenden Donnerstag den 6. Oktober seine Pforten öffnen sollte, wird wahrscheinlich um einige (höchstens 8) Tage verschoben. Die Entscheidung soll im Laufe des heutigen Tages getroffen werden. Wie man vernimmt, hängt dies allein damit zusammen, dass eine Reihe von Verkäufern infolge der französischen Teilmobilisation noch im Militärdienst sind und erst in einigen Tagen sukzessive entlassen werden sollen. Die Organisation des Salons ist allerdings Schriftliche Antworten: trotz der ungeklärten Lage soweit vorgetrieben, dass die Veranstaltung gegebenenfalls zum ursprünglich festgelegten Datum eröffnet werden kann. Bereits Frage 13.560. Wer fiefert Endress-Schweissanlage? Können Sie mir die Lieferantenadresse der rücken die Aussteller, darunter auch die Deutschen, mit ihren Wagen an, so dass von Seite der Aus-Endress-Schweissanlagesteller nicht mit Hinderungsgründen gerechnet wer- bekanntgeben? A. in R- den muss. Die Entscheidung wird also allein davon Frage 13.562. Wie sind Oelfifter gebaut? Ich interessiere mich zu wissen, wie die in Ihrer fran- abhängen, ob die ausstellenden Firmen teilweise ohne ihre grossen Verkaufs-« Kanonen > anrücken zösischen Ausgabe unter Nr. 10008 beschriebenen wollen oder lieber deren Demobilisation abwarten. Oelfilter gebaut sind und ob man sich solche selbst herstellen kann. V, in V. Bern, 3. Oktober, 17 Uhr. Soeben erfahren wir, dass der Pariser Automobilsalon um 8 Tage verschoben wird. Tedin. S|£l'^£ vom 10. September berichtet wurde. B. in L. Dass der Kohlenstaubmotor nunmehr zur Betriebsreife entwickelt ist. Allerdings han~ delt es sich vorderhand nur um langsamgrossem laufende Motoren mit verhältnismässig Hubraum. Von einer neuen Prüfvorrichtung für Scheinwerfer, die eine rasche und exakte Einstellung der Lampen auch bei Tageslicht erlaubt. Der Apparat besteht aus einer Kamera, welche auf einem Gestell mit zwei Rädern und einem dritten, festen Fuss ruht. Sie besitzt am einen Ende eine Optik und am andern eine Mattscheibe mit Linieneini teilung. Der Apparat wird vor den zu prüfenden Scheinwerfer gefahren und genau in Fahrtrichtung aufgestellt. Zu diesem Zweck verfügt das Gestell des Apparats über ein Querrohr als Anschlag. Vor der Prüfung wird die Vorrichtung so dicht an den Scheinwerfer herangefahren, bis das Rohr die beiden Vorderräder gleichmässig touchiert. Dabei ist es nicht notwendig, dass die Kamera etwa einen genau bestimmten Abstand vom Scheinwerfer haben muss. Auch die seitliche oder Höheneinstellung muss nur ungefähr stimmen. Es ist also nicht nötig, dass die optische Achse von Scheinwerfer und Kamera zusammenfallen. Die Optik des Apparats ist so beschaffen, dass dies überflüssig wird. Eine Grobeinstellung in vertikaler Richtung ist ohne weiteres möglich, da die Kamera senkrecht beweglich aufgehängt ist. Geprüft werden das Fern- und Abblendlichtbündel, deren Bild auf der Mattscheibe erscheint, sobald man das Licht im Wagen andreht. An Hand der Einteilung auf der Mattscheibe kann kontrolliert werden, ob der Scheinwerfer richtig eingestellt ist, Dass beim Handelssekretariat der BritU sehen Gesandtschaft in Bern eine vollstän* dige Sammlung der bis heute erschienenen technischen und industriellen Normen des englischen Normalienbüros (British Standards Institution) aufliegt, die von Interessenten jederzeit nachgeschlagen werden kann. Grosses Spezialhaus J. STÖCKLI • BERN Mühlemaftstr. 53. Telephon 21.318 Das stabilisierte Mineralöl der Weltrekorde! Gen.-V*rtr. f. d. Schweiz: i. 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N° 80 « DIENSTAG, 4 OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Eine fehlerhafte Kreuzung Fortsetzung von Seite 4. Aber nicht nur der gerade durchgehende Verkehr der Industriestrasse selbst wird durch die Inseln beeinträchtigt, sondern auch der Abbiegeverkehr nach links ist gestört. Man hat nicht berücksichtigt, dass die Hinterräder eines kurvennehmenden Motorfahrzeuges einem erheblich engeren Spurkreis folgen als die Vorderräder, so dass, radikal gemessen, der vom wendenden Fahrzeug beanspruchte Raum wesentlich breiter ist als I das Fahrzeug selbst. Ein Motor- / lastzug mit Zweiachsanhänger / kann nach links nicht abbiegen, / V«£*l4C«>h* Schlussabstimmung über die Strassentransportordnung. In der Schlussaibstimmung vom letzten Freitag stimmte der Nationalrat mit 121 zu 3 Stimmen dem Bundesbeschluss ober Personen- und S'achentransporte mit Motorfahrzeugen auf öffentlichen Straseen zu, während der Ständerat der nämlichen Vorlage mit 31 zu 3 Stimmen beipflichtete. Erleichterungen im französischen Güter« kraftverkehr. Durch eine neue, im Gesetzblatt vom 16. d. Mts. veröffentlichte Verordnung ist die durch Dekretgesetz vom SO. Juni 1938 bestimmte Kontingentierung des städtischen Güterkraftverkehrs wieder aufgehoben und durch ein Konzessions-System ersetzt worden. Ein Rechtsansprtich auf die Gewährung der Konzessionen besteht für alle Unternehmen, die gleichartige "Transporte vor dem 21. April 1934 durchgeführt haben, ferner bei Ersatz von Pferdewagen durch Automobile und bei Umstellung eines früheren Güterfernverkehrs in gemischte Transporte auf Strasse und Schiene. Weitere Konzessionen können bei nachgewiesenem Erweiterungsbedürfnis des vorhandenen Wagenparks für Zwecke des städtischen Güterkraftverkehrs erteilt werden. Zulassungen neuer Betriebe bedürfen der Genehmigung des Ministers für öffentliche Arbeiten oder eines Antrages der Handelskammern. Die so kurze Zeit nach ihrer Einführung erfolgte Wiederaufhebung der Kontingentierung zeigt, dass die engherzigen Beschränkungen des städtischen Güterkraftverkehrs diesem nur geschadet haben, ohne den Eisenbahnen Nutzen zu bringen. Strassenbau und Verkehrsunfälle in den U. S. A. Wenn auch von den 533,000 Meilen Sfaatsstrasstn 73% (389,551 Meilen) mit einem Belag versehen sind, so hindert das doch nicht, dass der Fiskus — wie anderswo — seine Einnahmen aus den Verkehrsstrassen nicht in vollem Masse wieder auf die Strassen zuriickfliessen lässt. i6% davon gingen 1937 für andere Zwecke drauf (gegen bloss 2,4% im Jahr 1930), währenddem leider keine Statistik darüber Auskunft erteilt, wieviel er vom Benzln- «teuererlös für sich behält. Absolut wie relativ ist die Zahl der Verkehrsunfälle seit Oktober 1937 in rückläufiger Entwicklung begriffen, wie folgende Tabelle veranschaulicht: Verkehrsunfälle 1937 1936 Abnahme in % November 3750 3980 — 6% Dezember 3730 4320 =- teuer hindurohzukammen, ist ein aus der Industriestrasse nach links abbiegendes Fahrzeug genötigt, zunächst weit nach rechts zu halten und dann scharf abzudrehen. Dieses Verhalten widerspricht aber der Regel, beim Abbiegen rechtzeitig so weit nach links zu steuern, dass der durchgehende Verkehr möglichst bald wieder freigegeben wird. Angesichts dieser Mängel drängt sich ein Umbau der Anlage dringend auf. Unerlässlich ist vor allem eine erhebliche Verkleinerung der Mittelinsel. Da sie nicht etwa als Schutzbereich für die die Kreuzung überschreitenden Fussgänger dient, ist ihrer Verkleinerung keine Grenze gesetzt. Es würde genügen, um den dortigen Signalständer hemm eine kleine Scheuerkante mit vielleicht 1 m Radius zu ziehen, falls man einen Drehpunkt für 1938 1937 Januar 2600 3100 —16% Februar 2020 2490 —18% März 2160 2800 —22% April 2040 2580 —19% Mai 2280 3120 —27% Im Verhältnis zum Total der von den Motorfahrzeugen zurückgelegten Distanzen hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle während des Jahres 1937 in 33 von den insgesamt 49 Staaten vermindert, und zwar in 19 davon um über 10%, in 14 bis zu 10%; im Endeffekt resultiert daraus für das ganze Land eine Verbesserung der Unfallbilanz um 3,7%, wobei pro 100 Millionen Fahrmeilen (160 Mill. Fahrkilometer) rund 16 Personen tödlich verunglückten, verglichen mit rund 18 im Jahre 1934. Unter den 1100 Städten, die sich am nationalen Sicherheitswettbewerb beteiligten, errangen sich in der Gruppe mit über 500,000 Einwohnern Milwaukee und in derjenigen von 250—500,000 Memphis die ersten Plätze, wobei Memphis zugleich auch den •Grand Prix» für Städte aller Grossen davontrug. Verkehrspolizisten mit Lautsprechern. Eine der hinsichtlich der VerkehrsdiszipMn fortschrittlichsten Städte ist zweifellos Brighton in der englischen Grafschaft Sussex. Säe war die erste Stadt, in der eine grosse Anzahl gewöhnlicher Polizisten mit Radio - Empfängern ausgerüstet wurde, um ständig Weisungen aus der Polizeizentrale empfangen zu können; eie hat jetzt edne neue Einrichtung eingeführt, die sich sofort als überaus nützlich zur Regelung des Verkehrs und zur Verhinderung von Strassenunfallen hat. erwiesen An den belebtesten Punkten der Stadt ist jetzt überall ein Polizist stationiert worden, der mit einem Mikrophon, Verstärker und Megaphon-Lautsprecher ausgerüstet ist; die für den Betrieb notwendigen Batterien führt er in einem kleinen, über eine Schulter gehängten Ledersack mit sich. Die Apparatur dient dazu, den Fahrverkehr zu regulieren, Lenker von Autos, die zu übermässig schnellem Fahren neigen, zu verwarnen und Fussgänger von unvorsichtigem Ueberschreiten der Fahrbahn abzuhalten. Die mächtige und klar verständliche Stimme, die aus dem Lautsprecher schallt, hat bereits einwandfrei zur Verhütung zahlreicher Unglücksfälle beigetragen. Betrunkene Fahrer kommen in den Tigerkäfig. In Woburn, einer kleinen Stadt in Massachusetts, hatten sich Unfälle infolge von Trunkenheit in letzter Zeit derart gehäuft, dass der Polizeipräsident, der zugleich das Amt des Bürgermeisters vorsieht, beschloss, ein besonders drastisches Mittel anzuwenden: er sperrte die betrunkenen Verkehrssünder nicht mehr in den Polizeiarrest, sondern liess sie in einen Käfig schaffen, den er aus einem Wanderzirkus entliehen hatte. Der Käfig mit seinem Inhalt wurde als Pranger auf dem Marktplatz der Stadt aufgestellt. Nachdem er nicht mehr als dreimal benützt worden war, hatte er bereits seinen Zweck erfüllt: Trunkenheit am Steuer existiert nicht mehr in Woburn, und der Käfig konnte bereits seinem rechtmässigen Besitzer, einem bengalischen Königstiger, wieder zurückgestellt werden. SEKTION BERN. «Fahrt nach dem Strich». Wer von Aarberg in schnurgerader Linie auf der Karte einen Strich nach Schwarzenburg zieht und diese Ortschaft in gleicher Weise mit Worb verbindet, ist mit der Grundidee des köstlichen automobilistischen Wettbewerbs der Sektion Bern vom 1. Oktober bereits vertraut gemacht. Wenn er noch erfährt, dass es sich darum handelte, diese drei Fixpunkte auf dem kürzesten Wege, der nicht immer der schnellste sein muss, miteinander in Verbindung zu bringen, so ist ihm diese neuartige Konkurrenz auch in der Ausführung verraten. So einfach die Uebungsanlage aber auch dem Laien scheinen mag, so viel Vorbereitungen erheischte sie von den Veranstaltern. Vorerst musste die Funktion des Tachometers haargenau ermittelt werden; dies geschah in der Weise, dass vorgängig des Strichfahrens eine Regelmässigkeits- und Distanzfahrt auf genau abgesteckter Strecke eingeschoben wurde. Vom Ziel der Regelmässigkeitsprüfung, das sich zwischen Fräschele und Kallnach befand, wurden die Konkurrenten einzeln über Aarberg nach Schwarzenburg gewiesen und von dort nach erfolgter Kontrolle nach Worb. Der Tagessieger Schäfer Erich, Bern, benötigte nach dem «Strich» gemessen, 52 km, 71,95 Strassenkilometer. Die kürzeste Strecke düftelte Hohl Willy, Bern, heraus: 70,25 'km. Leider langte es ihnen nicht zum Gesamteieg, da sie in der Vorprüfung mit etlichen Strafpunkten hängen blieben. Die Veranstaltung nahm einen frohen, von keinem Unfall oder einer Havarie getrübten Verlauf und war von den Uebungsleitem Büchler, Herren und Schmidt flott aufgezogen. Folgende 5 Fahrer erzielten die kürzesten Strassenkilometer: 1. Schäfer Erich, Bern, Dodge 364,04 Punkte 2. Hohl Willy, Bern, BaliOa 365,25 3. Scheibler Aug., Laupen, Aprilia 368,1 » 4. Gautschi Hans-Rolf, Bern, B.M.W. 369,1 » ohne die volle Fahrbahnbreite der Industriestrasse bis an den äussersten Rand hinaus auszunützen. Vollends ein Traktorzug mit Langeisen oder Langholz kann nach links nicht abbiegen, ohne mit dem Traktor auf den Radfahrerweg oder gar auf das Trottoir hinaufzufahren, damit der Anhänger nicht auf die Mittelinsel hinaufgerät In Abb. 3 haben wir diese Verhältnisse andeutungsweise zu skizzieren versucht Aber auch der aus der Industriestrasse nach links ausbiegende Autobus verrät eine unliebsame Folge der bestehenden Ordnung der Dinge. Um nämlich die Mittelinsel überhaupt umfahren zu können und durch die schmale Lücke zwischen ihr und dem anliegenden Verkehrsden Linksabbiegeverkehr überhaupt als erforderlich betrachten will. Gleichzeitig aber würde es T. C. S. sich auch empfehlen, die beiden Verkehrsteiler durchgehend auf die Breite ihrer « Eintrittskante » Vor einer neuen Aufgabe. bei den Signalträgern zu reduzieren, damit nicht mehr durch ihre schiefen Direktor des TCS. Ein Interview mit Josef Britschgl, dem neuen Seitenkanten bei unsichtigem Wetter ein Der neue Direktor des TCS war so liebenswürdig, einem unserer Redaktionskollegen eine kurze nicht bestehender Verlauf des Fahrweges vorgetäuscht wird. Erforderlich ist es aber auch, Unterredung zu gewähren, wobei 6ich der Nachfolger von Prof. Delaquis über seine neue Tätig- dass die weisse Trennlinie in der Fahrbahnmitte der Industriestrasse tangential an die keit folgendermassen äusserte: äussersten Grenzpunkte der Inseln weitergeführt wird, um die Fahrzeuge einwandfrei an diese Hindernisse heranzuleiten. H. W. Th. 1 A. C. S. Ich habe kein Programm, erklärte er gleich einleitend, denn ein solches wird sich von selbst ergeben, sobald ich einmal auf dem laufenden bin hinsichtlich der meiner wartenden Aufgaben und das eine und andere Problem durchgearbeitet habe. Aber hat nicht Ihre bisherige Tätigkeit sowohl in Genf als in Bern Sie direkt auf Ihre künftigen Aufgaben vorbereitet? Ich hoffe es wenigstens. In Genf zum Beispiel ... .. gehörten Sie doch sicher dem TCS an? Seit 1929, ja. Um der Wahrheit die Ehre zu geben — wie in den meisten Fällen, bestimmten auch mich die Möglichkeit, ein Triptyk zu erhalten, und die andern Erleichterungen touristischer Art zum Eintritt. Zur selben Zeit aber hatte ich Gelegenheit, für ein Genfer Advokaturbureau in zahlreichen Unglücksfällen zu plädieren, sie zu liquidieren, und zwar gerade in jenem Zeitpunkte, als das MFG in Kraft trat. So konnte ich also von der juristischen Seite her alle die vielen Probleme des Automobilverkehrs aus nächster Nähe studieren. Ich versichere Sie, dass ich das neue Gebiet, welches mein Vorgänger, Prof. Delaquis, noch viel intensiver zu bearbeiten begonnen, als dies durch den TOS eigentlich seit jeher geschah — die Verkehrssicherheit — mit grösster Intensität zu betreuen gedenke. Und in Bern? In Bern bin ich anlässlich der Verhandlungen mit dem Auslande mit verschiedenen Problemen des allgemeinen Tourismus, der übrigens eines der hauptsächlichsten Elemente unserer nationalen Wirtschaft darstellt, in Berührung gekommen. Schließelich bin ich auch, immerhin ohne direktes Studium derselben, mit den Modalitäten des Streites Schiene/Strasse durchaus vertraut. Alle diese Fragen interessieren mich sehr und ich freue mich, an ihrer Lösung mitarbeiten zu dürfen. Zusammenarbeit: Haben Sie sich, trotz des fehlenden Programmes, nicht bereits einige Direktiven Ihrer künftigen hinsichtlich Beziehungen zur öffentlichen Hand zurückgelegt? Einzig ein Prinzip: Dasjenige der Zusammenarbeit. Es ist übrigens ja dasjenige meines Vorgängers und dasjenige des TCS überhaupt. Ich präzisiere: um bei den Organen des Staates .Gehör zu finden, darf man ihnen gegenüber nicht eine oppositionelle Haltung einnehmen. Man sollte eher die Möglichkeit der Verständigung suchen und wenn schon im einen oder andern Punkte gekämpft werden muss, dann soll es sachlich geschehen. Das ist der beste Weg, um zur Verständigung zu kommen. Glauben Sie vor allem nicht, dass meine gegenwärtige Arbeit mich zum Verfechter der Rolle des Staates und seiner Eingriffe gemacht habe. Im Gegenteil: wenn man darum herumkäme, wäre es um so besser. Aber wie könnte man das riskieren, wenn man von Staaten umgeben ist, von denen einzelne alles durch die Macht reglementieren lassen? Wir müssen wohl oder übel in derselben Weise antworten, soweit wenigstens unsere öffentliche Meinung und unsere Institutionen das zulassen. Wo sind die Zeiten, da sich die Wirtschaftsverhandlungen zwischen den einzelnen Staaten auf den Abschluss von Handelsverträgen beschränkten, da alles sich mit Akkorden auf dieser oder jener Zolltarifposition begnügte? Heute steht man vor einem tanzen Komplex, der sich umfangreich, streng und äusserst delikat erweist. Deshalb muss auch unser Staat zu unserer Verteidigung eich der hauptsächlichsten Waffe bedienen, welche er besitzt: die ganze Kraft, alle Gebiete unserer Kaufkraft Aber die Privatinitiative? Sie bleibt die Basis unseres öffentlichen Lebens, die Quelle der Lebenskraft des Landes und des TCS, stellt ein lebendiges Beispiel dar. Durch die gemeinsamen Anstrengungen seiner Mitglieder erreichte er seine heutige Macht und seinen gegenwärtigen Einflusa. loh bin glüoklich und stolz, •künftighin alle meine Kräfte in den Dienst dieser Macht und dieses Einflusses zu stellen, denn ich •weiss, dass sie dem Lande zum Guten gereichen. Au* de Monatsversammlung. Wir laden freundlich ein, auf die nächste Monatsversammlung vom Mittwoch, den 5. Oktober, ins Rest. Du Pont, abends 8.30 Uhr. Spezielle Mitteilungen über unser Herbstprogramm benötigt allseitige Teilnahme. Gleichgesinnte Berufskollegen sind ebenfalls willkommen. Der Vorstand. VEREINIGUNG STAATL. GEPR. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V.A.S.J AUTOFAHRLEHRER-VERBAND BEIDER BA- SEL Versammlung vom 4. Oktober 1938, 20^ Uhr, Restaurant Heuwaage. Traktanden: 1. Appell. 2. Protokoll der letzten Versammlung. 3. Neuaufnahmen von Mitgliedern. 4. Anträge zwecks Förderung unseres Fahrlehrerberufes. 5. Diversa. Vollzähliges Erscheinen erwartet: Der Vorstand. lo Personelles: Mercedes-Benz-Automobil-Aktfeng*sellsehaft, Zürich. Carl Schippert ist aus dem V R. ausgeschieden; seine Unterschrift ist erloschen. Das bisherige V R.-Mitglied Wilhelm Kissel wurde zum Präsidenten ernannt; neu wurde als Delegierter in den V.R. gewählt Friedr. Muff. Er bleibt weiterhin Geschäftsführer. Die beiden V R.-Mitglieder führen wie bisher Kollektivunterschrift. Veranstaltungen. idien CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH »fsdhaH Kleinkind und Strassenverkehr. Einer lobenswerten Aufgabe haben «ich die stadtberniscben Kindergärtnerinnen unterzogen; im Rahmen des weitgespannten Themas «Staatsbürgerliche Erziehung» widmen sie der «Gewöhnung zur Gemeinschaft» ihre besondere Aufmerksamkeit und haben dabei das Kapitel «Kind und Strasscnverkehr» nicht vergessen. Am 21. September hielt Frl. Nelly Gassmann im Kindergarten Neufeld vor zahlreichen Kolleginnen eine wohlaufgebaute Probelektion, die deutlich zeigte, wie fröhlich und unauffällig hier eine Belehrung eintreten kann, wie gross aber auch das Interesse der Kleinen für den Verkehr und namentlich die Motorfahrzeuge istl Auf dieser Stufe muss noch stark vom sinnlichen Eindruck aus an das Kind herangetreten werden (akustische Uebungen), dann fibt es eine Menge Bewegungsspiele, wo die Kinder leicht genug das schöne Kurvenfahren, die Rücksichtnahme im Verkehrswirbel, den Unterschied von rechts und links, erlernen, und zuletzt sitzen sie schön «parkiert» vor einer magischen Tabelle, wo sie die verschiedenen Verkehrsmittel erkennen, einander «um Raten aufgeben und mit Hilfe eines «sauberhaften» Kartons ordnen können, z. B.: welche Fahrzeuge müssen auf dem Trottoir sein (Reif, Handwagen, Trottinette), welche nur auf der Strasse? usw. Auf zwei Tischen ausgebreitet lag ferner ein wunderschönes Bastelspiel, janz selbst verfertigt, wo jedes Kind eein Kindergartenhaus, die umliegenden Strassen und Häuser wiederfinden und mit allen möglichen Vehikeln befahren konnte. In der sehr regen Diskussion fielen aock viele» wertvolle Anregungen, und jedenfalls haben wir Automobilisten allen Grund, diesen strebsamen Kindergärtnerinnen dankbar zu sein und möchten wünschen, es würden überall, besonders auch auf dem Lande, derartige- Arbeitsgruppen, aber auch derartig neuzeitlich geführte Kindergärten entetehn! ir. Seeländer Maler. Im Fraubrunnenhaus In Twann, anlässlich der Weinlese, eröffneten Sonntaf, den 2. Oktober, Bildhauer Jakob Bobst, Basel und Genf, die Maler Walter Clenin und Fernand Gianque in Ligerz, Traugott Senn in Ins und Elsi Gianque, Handweberin, in Ligerz, ihre 4. Ausstellung unter dem Titel: «Seeländer Maler». Di« Veranstaltung dauert bis und mit 16. Oktober. Redaktion : Dr. A. Locher, abw. — Dr. E. Waldmiytr, Dipl.-Ing. F. 0. Weber.