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E_1938_Zeitung_Nr.082

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 11. OKTOBER 1938 — N° 82 Gebrauchszwecke in wichtigen Punkten abwichen. Die Lampen mussten vor allem gegen starke Stösse und dauernde Erschütterungen sehr widerstandsfähig sein, sie mussten einen möglichst klein bemessenen Leuchtkörper und diesen genau im Brennpunkt des parabolischen Scheinwerferspiegels haben, sollten aber überdies bei geringer Leistungsaufnahme eine hohe Lichtstärke aufweisen- Die Erfüllung dieser schwer vereinbaren Anforderungen gelang erst völlig durch die gasgefüllte Wendeldraht-Lampe sowie durch einen bis in die kleinsten Einzelheiten durchdachten und auf die zu erfüllenden Sonderbedingungen genau zugeschnittenen Herstellungsgang. Auch die besonders schwierige Aufgabe, ein einwandfreies Abblend-Scheinwerferlicht zu schaffen, fand nach unbefriedigenden Versuchen in anderer Richtung eine allen Ansprüchen voll genügende Lösung in der mit zwei Leuchtkörpern ausgerüsteten Glühlampe (Bilux-Lampe). Aber die grossen Fortschritte in der Auto-Beleuchtung zeigen sich nicht nur in der Vervollkommnung des Fern- und Abblendlichtes, sondern auch in der Entwicklung von unterstützenden Zusatzleuchten, wie zum Beispiel den Scheinwerfern für starken Nebel und den Sucherscheinwerfern. Dazu kommen die vom Verkehrsgesetz vorgeschriebenen leuchtenden Winker, das Schlusslicht, das Bremslicht und die Beleuchtung des Nummernschildes. Das zeitgemäss ausgestattete Automobil verfügt daneben noch über weitere Beleuchtungseinrichtungen, die teils erhöhter Sicherheit, teils grösserer Bequemlichkeit bei Nachtfahrten dienen. Zu nennen sind hier die Ueberwachungslichter mit verschiedenfarbigen Lampen für die Kenntlichmachung von Benzinstand, Oeldruck und Kühlwassertemperatur, die Lampe zur Anzeige, ob das Schlusslicht, ob Fernlicnt oder Abblendlicht eingeschaltet ist, die Beleuchtung des Instrumentenbrettes und die des Trittbrettes, schliesslich die nicht zu missende Innenbeleuchtung des Wagens und die bei nächtlichen Pannen sehr nützliche Handleuchte. Wer alle diese Beleuchtungseinrichtungen an seinem Wagen haben möchte, braucht bis zu 24 Lampen, womit er dann aber auch das Höchstmass an Sicherheit und Bequemlichkeit erreicht hat. O—. Unser Automobil-Aussenhandel im 1. Halbjahr 1938 Einfuhr. 1938 a 209 395.84 332.592 b 3 49.47 28.116 c* 2151 14230.02 3.885.730 d* 2527 25687.76 7.642 794 e 3 1403 19288.67 5.452.727 f« 149 6893.88 3.472.263 g 103.09 38.977 h 3.63 3.667 i 4 122.30 51.980 kl 108.38 110.877 k2 383.06 618.924 1 6JJ0 15.326 *) davon 478 Stück; 2) 595 Stück; 3 ) 593 Stück; *) 19 Stück in der Schweiz montiert. 6652 59743.16 17.502.681 5 ) davon 568 Stück; 6 ) 378 Stück; 7 ) 702 Stück; •) 11 Stück in der Schweiz montiert. Mehrwert 794 6529.24 4.051.292 a bo d e f 1 kl k2 1 Mehrwert 11 1 30 72 57 75 1 2 (Schluss von Seite 5.) 6446 66272.40 21.553.973 1937 a 148 311.26 250.686 b 38.04 19.192 c« 1584 9846.02 2.362.789 d« 2363 24671.26 6.730.567 e 7 1406 18900.15 4.619.941 f» 147 6285.83 2.895.055 g 80.79 35.976 h 46 657 i 4 176.28 69.270 kl 105.47 105.731 k2 321.91 399.647 1 5^69 13.170 Ausfuhr. 1938 106.37 3.01 194.70 733.30 812.54 22674.79 36 5.39 129.30 421.57 1905.77 39.00 18066.38 8959.72 86.300 3.388 21.458 44.410 131.794 7.888.208 200 4.100 62.095 404.609 2.147.984 102.945 249 27026.10 10.887.491 1937 a 12 191.44 164.600 b 2 9.38 5.049 0 25 160.02 5.491 d 72 792.13 37.175 e 61 849.97 56.255 f 39 12646.71 4.378.552 g 9.03 2.517 1 2 71.10 17.243 kl 644.96 475.827 k2 2766.84 3.044.595 1 24.80 95.651 213 8.282.855 2.604.636 Vor allem muss hier die Tatsache unterstrichen werden, dass die Schweiz 6230 Automobile und Chassis importierte (verglichen mit 55O0 im ersten Halbjahr 1937). Scheidet man sie nach ihrem Ursprungsland aus, dann lehrt die Statistik, dass uns Amerika (USA) 2157 (2028), Deutschland 2019 (1918), Italien 895 (638), Frankreich 691 (533), England 403 (314), Oesterreich 34 (41), die Tschechoslowakei 26 (32) und Belgien 5 (0) Erzeugnisse dieser Art geliefert haben. Was endlich die Automobilmontage in der Schweiz anbelangt, so steckt die offizielle Statistik darüber folgende Lichter auf: 1685 Wagen haben unsere Montagewerke verlassen (gegen 1659 im selben Zeitraum 1937), und zwar gruppieren sie sich in folgende Gewichtsklassen : 478 (568) Wagen, ausschliesslich deutscher Herkunft, im Gewicht bis 800 kg, Aus der Dynastie jener, deTen Namen Tausende von Automobilen durch die Welt tragen, tritt einer der wenigen noch unter den Lebenden weilenden ins sogenannte «biblische Alter» ein: Dr. Aug. Horch vollendet am 12. Oktober sein 70. Lebensjahr. • Und. wenn es köstlich gewesen ist, dann ist es Mühe und Arbeit gewesen » — für wen träfen diese Worte wohl mehr zu als für August Horch, einer der Pioniere europäischer Automobiltechnik? Als er im Herbst 1868 in Winningen an der Mosel geboren wurde, standen Esse und Ambass neben der Wiege. Vater und Urväter waren Huf- und Wagenschmiede. Er reifte heran zu einer Zeit, als das Gesucht "^ auf kommenden Winter tüchtiger (81,82 Werkstatt- Mechaniker Es kommt nur Automobil- Mechaniker in Frage, der Werkstatt selbständig führen kann und auch im Elektrischen vertraut ist. Jahresstelle. — Offerten mit Photo und Lohnanspruch unter Chiffre 7261 an die Automobil-Revue, Bern. CHAUFFEUR 40jährig, ledig, gesund u. stark, mit rotem Führerschein, sucht sofort Arbeit in Mühle oder Lagerhaus. Zeugnisse langj. Stellen zu Diensten. — Offerten unter Chiffre OF 2276 S an Orell Fiissli-Annoncen, Solothurn. 75746 Garage mit Benzintank, Taxibetrieb, konkurrenzlos in einem Umkreis von 50 km, an Kantonshauptstrasse von Graubünden. Inventar muss käuflich übernommen werden. (82,83 Offerten unter Chiffre 7273 an die von Automobilfirma in Basel für Neu- u. Occasionswanenqeschäft Nur langjährig erfolgreich im Automobilverkauf tätig gewesene Bewerber finden Berücksichtigung. Offerten unter Chiffre 16562 an die Automobil-Revue, Bern. 595 (378) Wagen, -wovon 318 (240) deutsche, 61 (44) englische ,und 216 (94 amerikanische im Gewicht von 800^1200 kg, 593 (702), ausschliessl. amerikanische Fahrzeuge, im Gewicht von 1200—1600 kg, und 19 (11), ebenfalls amerikanische, von über 1600 kg. Der Vollständigkeit halber sei noch bemerkt, dass während des 1. Halbjahres 1938 je 1000 Fr. Einfuhrwert ein Ausfuhrwert von 471 Fr. gegenübersteht, währenddem sich das Verhältnis in der gleichen Zeitspanne 1937 auf 1000:477 und, berechnet auf das ganze Jahr 1937, auf 1000 :561 stellte. . August 2twdk 70iäfvdq. ehrsame Schmiedehandwerk überrannt wurde vom Tempo der Zeit Wie seine Väter erlernte Horch, von der Volksschule kommend, das Schmiedehandweri, wie seine Väter ging er auf Wanderschaft, arm am Beutel, frohen Herzens, klaren Blicks und beseelt vom Willen, zu lernen und immer nur Neues hinzuzulernen. Bis zum Balkan hinunter führte ihn Schusters Rappen, aus «6111 Schmied wurde ein Ma schinenbauer, aus dem Maschinenbauer der Studen in Mittweida, aus dem Student der Ingenieur, aus dem Ingenieurs der Konstrukteur/ In Leipzig — 26 Jahre alt — macht er erste Bekanntschaft mit der Explosionsmaschine, baut an einem Petroleummotor für Torpedoboote, sieht das erste Motorrad, hört von dem ersten Automobil, das Carl Benz baut. Ihn, den imme Fortschrittlichen, interessiert nichts mehr als ein solches Motorfahrzeug. Sein Wunsch, zu Benz zu kommen, geht in Erfüllung; manche Verbesserung am Automobil, manche grundlegende Idee entspringt seinem Kopf. August Horch strebt unent wegt weiter. 1899 reicht er Papa Benz sein Kündi gungsschreiben ein; der wird fuchsteufelswild, aber Horch bleibt beharrlich, er will selbständig schaf fen, und am 14. November 1899 wird in Köln- Ehrenfeld die Firma August Horch & Cie. gegründet. Ende 1900 läuft der erste «Horch»-Wagen auf der Landstrasse. Horch wird einer der fortschritt lichsten Konstrukteure, ist oft seiner Zeit voraus und erleidet gerade dadurch manchen — finanziellen — Rückschlag. Er war es, der den ersten Kardan-Antrieb in Deutschland schuf. 1902 wurde das Werk nach Reichenberg, 1904 nach Zwickan verlegt und wird AG. Der Automobilsport wird Prüfungsfeld der Konstruktionen; die Herkomerund Alpenfahrten werden Horchs sportliches Betätigungsfeld und Horch-Wagen siegen dabei. 1909 treten Spannungen zwischen kaufmännischer und technischer Leitung des Werkes auf; der stolze August Horch geht. Er darf seinen eigenen Namen nicht als Fabrikationsmarke führen, wandelt ihn ins Lateinische ab und gründet die «Audi»-Werke. 1910 verlässt der erste Audi-Wagen die Fabrik. Audi beherrscht — wie vor und mit ihm Horch — den Sport und landet manchen Sieg. In der Nachkriegszeit scheidet Horch aus dem Audi- Vorstand aus und tritt in den Aufsichtsrat über, um sich im übrigen dem Wiederaufbau der Automobilindustrie zu widmen. Jahre wechselvoller Tätigkeit folgen. 1932 wird die Auto-Union gegründet; zum ersten Male wieder betritt Dr. August Horch das Werk, das seinen Namen trägt und dem er 23 Jahre fernblieb. Das war für ihn einer der ergreifendsten Augenblicke seines Lebens. Weltrekorde! Gea!*Vertr. t.d.Schweiz: 4. Schnyder, St. Niklausstr.54, Solothurn Laser: Basel, Genf, Zürich STELLE N^MARKT Gesucht Verkaufs-Leiter Junger Chauffeur sucht Stelle als Volontär um die deutsche Sprache zu erlernen. Sich wenden an Publicitas, Bulle, unt. Chiffre P. 7638 B. 75743 Auto-Mechaniker-Vorarbeiter, verheiratet, lOjähr. Praxis, sucht Stelle als Vorarbeiter. Absol. Kenntnis der Autoreparaturen, el. Teil, autog. u. elektr. Schweiss., gr. Praxis in all. Arbeit, auf Blech, u. sämtl. Karosseriereparat. Zeugn. zu Dienst. Schriftl. Angebote unter Chiffre P 7626 A an Publicitas, Bern. 75742 Liegenschafts-Markt Zu vermieten Automobil-Revue. Bern. Das stabilisierte Mineralöl der Hotels, Villen, Garagen sind schon vielfach durch die „Automobil- Revue" verkauft und gekauft worden, denn unter unsern Lesern, die in rund 2000 Ortschaften der Schweiz verteilt sind, finden sich immer zahlungsfähige Interessenten. Machen Sie eine „Kleine Anzeige" in der Automobil-Revue Letzte IVI«&l«luin;£eH Brig verleiht Dr. Qoudron das Ehrenburgerrecht. Im Rahmen einer bodenständigen Feier wurde am letzten Sonntag dem Erfinder der Strassenteerung, Dr. Guglielminetti, der heute in Paris lebt, der Ehrenburgerbrief seines Heimatortes Brig überreicht. Der Zeremonie wohnten neben den Vertretern der Walliser Behörden auch zahlreiche Journalisten, Vertreter schweizerischer und ausländischer Blätter bei. Nach einer Ansprache, worin er das Leben des Gefeierten Revue passieren liess, überreichte Burserpräsident Kämpfen dem neuen Ehrenbürger auf dem Sebastiansplatz mit schlichtem Zeremoniell die Urkunde, ein Akt, der eine über tausendköpfige Volksmenge herbeigelockt hatte, in welche die Uniformen der Ländjäger und die bunten Trachten der Kindergruppen eine festliche Note trugen. Für die ihm zuteil gewordene Ehrung fand Dr. Guglielminetti Worte bewegten Dankes. Wie es die Tradition will, wurden hernach die Burger Brigs mit Trank und Colaz bewirtet. Im Stockalperschloss, dieser alten Handelszentrale, wickelte sich der zweite Teil der Feier ab. Als sichtbaren Ausdruck seiner Dankbarkeit hatte «Dr. Goudron> der Bürgerschaft ein Kolossalgemälde Kunstmaler Neuenschwandcrs geschenkt, das den Erbauer der Burg hoch zu Ros3 darstellt und in Zukunft die Front des Saales schmücken wird. Und dann hob der Reisren der Reden an. Unter dem Tafelmajorat Dr. Kaspar Stoc.kalpers ergriffen die Staatsräte Troillet und Anthamatten das Wort, um den verdienten Förderer der Wissenschaft und anhänglichen Sohn Brigs zu feiern. Dr. Messerli überbrachte die Grüsse der Lausanner Aerzteschaft und für die Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner sprach deren Sekretär Dr. Derron, Chefredaktor Schürch umriss das Leben des neuen Briger Ehrenburgers unter dem Gesichtswinkel der Verdienste des Auslandschweizers für das Vaterland. Im weitern sprachen noch Altbursrermeister und Präfekt Perrig, Nat.-Rat Escher, Stadtpräsident und Rektor Dr. Schnyder (Brig). Guntern Erhält Chur einen Autobus? Nachdem er schon vor etwa zehn Jahren aufgegriffen worden war, ist jetzt in Chur der Gedanke der Errichtung eines regelmässigen Autobusbetriebs, der ungefähr die Strecke Masans-Chur- Ems umfassen sollte, neuerdings erwacht. Den Anstoss dazu gab die Entwicklung der Aussenquartiere der Bündner Hauptstadt, c Ob die Bevölkerungszahl unserer Stadt und deren Bedeutung als Fremdenstadt ausreichen würden, um ein derartiges Unternehmen zu alimentieren, lässt sich wohl überlegen und ungefähr ausrechnen und damit die Bedürfnisfrage abklären», schreibt die «Neue Bündner Zeitung> in diesem Zusammenhang. TOUR ST Zehn Jahre Bodenseefähre. Am 1. Oktober waren zehn Jahre seit der Eröffnung der Bodenseefähre Konstanz - Meersburg verflossen. Das Wagnis begegnete damals starker Skepsis, die jedoch bald verschwand, zumal eich das Unternehmen von Jahr zu Jahr besser durchsetzte und sich zu einer Verbindung von internationaler Bedeutung entwickelte. Binnen ihres ersten Dezenniums hat die Fähre rund 5 Millionen Personen und 823,000 Fahrzeuge über den See gesetzt und damit eine Gesamtersparnis von 30 Millionen km Wegstrecke ermöglicht, denn der Umweg, den der einzelne Wagen bei Benützung derStrasso Konstanz-Meersburg machen müsste, beträgt über 50 km. Hatte man bei der Einführung der Fähre zunächst mehr den Nahverkehr im Auge, so ist sie heute in ihrer Funktion als schwimmende Brück© für den internationalen Fernverkehr nicht mehr wegzudenken. Der Durchgangsverkehr aus der Schweiz in Richtung Mrünchen-Ulm-Nürnberg konzentriert sich heute in der Hauptsache auf dio Bodenseefähre. Zwei Fährschiffe bewältigen heute das Trajekt, doch befindet eich bereits ein drittes im Bau, mit dessen Indienststellung auf das Frühjahr 1939 gerechnet werden kann. Eine Vergrösserung der Flotte lässt sich angesichts der steinenden Frequenz, die sich von 1933 bis 1937 um 20070 vermehrte, nicht länger umgehen. Aus der internationalen Touristik. Die internationale Kommission für die Revision der beiden Konventionen vom 24. April 1926, deren Inhalt der Automobil- und Strassenverkehr bildet, tritt am 24. und 25. Oktober in Amsterdam zusammen. Am 22. Oktober vereinigt sich, ebenfalls in Amsterdam, die von der A.I.T. bestellte Kommission für den Radtourismus, um die Vorschläge für die Abänderung der Reglemente oder den internationalen Fahrradverkehr zu prüfen. Als neues Mitglied der A.IX, der sämtliche Touring Clubs angehören, ist soebait der Int. Verband der Jugendherbergen aufgenommen worden. ^ussiellun^&n Anmeldefrist für den Genfer Salon verlängert. "Wie wir erfahren, ist die Anmeldefrist für die Teilnahme am Genfer Salon 1939 bis zum 25. Oktober verlängert worden. Nach dem heutigen Stand der Dinge wird der nächstjährige Genfer' Automobil-Salon voraussichtlich ebenfalls ohne Benützung des Anbaus des Ausstellungsgebäudes auskommen müssen. VEREINIGUNG STAATL. GEPR. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V. A.S.) SEKTION BERN. Vollsitzung: Dienstag, den .1, Oktober, abends 8 Uhr, im «Wächter» In Anletracht des langen Unterbruchs der Versammlun- ;en erwarten wir diesmal vollzähliges Erscheinen. Der Vorstand.

„Automobil-Revue" — Nr. 82 BERN, Dienstag, 11. Oktober 1938 Das Natürlich wissen Sie so gut wie wir, dass die Wintersaison gewisser Vorbereitungen bedarf. Natürlich haben Sie sich schon überlegt, was Sie alles auf Lager nehmen müssen: Schrieepneus, Frostschutzscheiben, Winteröl, Gefrierschutzmittel, Schneeketten, Nebellampen, Heizungen, Abschleppseile, Skihalter und wie die nützlichen Dinger noch alle heissen mögen. Auch in der Garage sind Sie gerüstet. Der Abschleppwagen ist betriebsbereit; vielleicht haben Sie auch einen Wagen in Reserve, den Sie der Kundschaft einmal ausleihen können, falls ihr eigener ausser Betrieb gesetzt werden sollte; wahrscheinlich haben Sie auch für einen warmen Aufenthaltsraum gesorgt, in welchem sich Ihre Besucher aufhalten können usw. Doch nicht darum geht es! Ist es im Laufe des vergangenen Winters nie vorgekommen, dass Sie eine Geschäftsmöglichkeit erst dann erkannt haben, als es schon zu spät war, und dass Sie sich nachträglich geärgert haben, weil Sie die Situation nicht augenblicklich erfassten? Da war doch der Fall mit Herrn A, der im Januar seinen Wagen während mehr als zwei Wochen unbenutzt in Ihrer Garage stehen hatte, dieweil er sich mit seiner Familie in den Bergen auf den Skiern tummelte. Erst als er nach seiner Rückkehr sein Fahrzeug Tag für Tag wieder benötigte, haben Sie sich der Notwendigkeit einer Revision erinnert. Sie hätten die Arbeit in der Zwischenzeit sooo gern durchgeführt und damit dem Kunden einen Dienst erwiesen. —• Und Herr B, der ebenfalls zu Ihren treuen Garagekunden gehört? Eines Tages ist er in die Westschweiz gefahren und darauf mit einer Frostschutzscheibe zurückgekehrt, die er sich hatte kaufen müssen. Sie sind sicher, dass er sie durch Sie hätte montieren lassen, wenn er rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht worden wäre. — Wie mancher Ihrer Kunden fährt noch mit Skiern in den Wintersport, die schlecht und recht auf den Kotflügeln fixiert sind (was ja eigentlich verboten ist) und richtet dabei den Lack und die Emaillierung zugrunde? Trotzdem haben Sie ihnen noch nie die Montage eines richtigen Skihalters vorgeschlagen! Es ist ganz bestimmt der Mühe wert, vor ein Autoliändler 17 Mein Heber Sohn! an seinen Nolin Wenn der Automobilhandel nach nnd nach in seine «flaue Zeit» hineinrutscht, dann pflegen viele seiner Angehörigen auf jegliche initiative Arbeit zu verzichten mit der Begründung, «es wäre doch nichts los, das Auftauchen der neuen Modelle läge noch in weiter Ferne, die Kunden wünschten nicht unnötig gestört zu werden, die Spesen Hessen sich ersparen usw.» Beides, Ansicht und Begründung, sind falsch. Sie müssen schon deswegen falsch sein, weil sich der aktive Verl&äufer während der Hochsaison so viel Arbeit aufbürdet, dass ihm für die periodischen Arbeiten und Kontrollen kein« Zeit mehr übrig bleibt und sie auf die erwähnte «flaue» Zeit verschoben werden müssen. Selbstredend kann sich ein Verkäufer in Spatzenmanier in seinem Nest wohlig breitmachen und darauf warten, bis ein fetter Bissen irgendwo in der Nähe auftaucht. Die Aussichten sind jedoch äusserst bescheiden, weil die flinkeren Artgenossen ihm die ersehnte Beute weg- vorbereiten 5 Beginn des Winterbetriebes einmal in einer stillen Stunde — und wäre es auch abends nach Feierabend — darüber nachzudenken, wie Sie aus den nun veränderten Anforderungen des Automobilbetriebs einen Mehrumsatz erzielen könnten. Lohnt es ... die Briefe an die Kundschaft dergestalt abzufassen und auf das Papier zu bringen, dass sie durch die Empfänger nichf nur mit Interesse, sondern sogar mit Vergnügen gelesen werden? ...dafür zu sorgen, dass die Anschläge, die Sie in Ihrem Betrieb zuhanden der Kunden und Angestellten machen, wenigstens so sauber sind und bleiben, dass man sie mühelos zu lesen vermag? ... an Strecken, wo der Fremdenverkehrsstrom durchgeht, vermittelst entsprechenden Affichen an der Aussenseite des Gebäudes die Tatsache bekanntzugeben, dass Französisch, Englisch, Italienisch oder eine andere Fremdsprache gesprochen wird? ... ein besonderes Dossier anzulegen, in welchem Sie Prospekte, Kataloge, Offerten usw. über neuartige Maschinen, Apparate und Werkzeuge aufbewahren, so dass Sie sofort darauf zurückgreifen können, falls einmal eine Neuanschaffung notwendig wird? ...bei der Bedienung an der Tanksäule die Nummern der betreffenden Wagen zu notieren, um persönliche Beziehungen mit solchen Kunden anzuknüpfen, die im Laufe der Zeit mehrfach vorfahren? (Der Automobil-Kalender ermöglicht ein solches Nachschlagen der Namen aller Wagenbesitzer.) ... gelegentlich das Kundenverzeichnis und die Debitoren-Konti zu durchgehen und dabei zu überprüfen, welche Kunden schon seit längerer Zeit nicht mehr vorgefahren schnappen, bevor er sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Was ihn aber nicht hindert, im Ton vollster Ueberzeugung zu erklären, es wäre eben nichts zu machen. Wie tritt der durchschnittliche Verkäufer an die künftige Saison heran? Er wartet, bis über die neuen Modelle die ersten ungefähren Auskünfte seitens der Fabrik eingetroffen sind, zieht sein Notizbüchlein zu Rate und fährt dann los, die Kundschaft mit seinen Besuchen zu beglücken. Natürlich glaubt er, damit seiner Pflicht und Aufgabe in vollem Masse genügt zu haben. Die Methodik dieser Verkäufer gründet sich auf die Meinung, dass einerseits ein summarisches Studium der Neuerungen reichlich genügen dürfte, um das Modell Dabei brauchen Sie bei der Kundschaft nicht einmal durch starkes Drängen Missfallen zu erregen. Wenn Sie alle jene Gelegenheiten herausfinden, in denen Sie als Vertrauensmann ganz objektiv zur Vornahme dieser Arbeit oder Anschaffung jenes Gegenstandes raten müssen, so ergibt sich daraus schon ein ganz hübscher Mehrumsatz. Nun heisst es aber systematisch vorgehen! Und damit Sie die Gewissheit haben, wirklich auf die Mehrzahl der Möglichkeiten zu stossen, führen Sie gleich eine doppelte Kontrolle durch. Selbstredend werden Sie hie und da zweimal auf denselben Punkt aufmerksam gemacht. Was schadet's, da auch hier die doppelte Naht besser hält als die einfache! Wo fangen wir an? Am besten beim Nächstliegenden, dem Lager. sind? Vielfach wird ein Telephonanruf oder freundlicher Brief die Ursachen aufdecken und Ihnen ermöglichen, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen. ... das gegenseitige Verständnis der einzelnen Angestellten und Arbeiter nach Möglichkeit zu fördern, so dass der Verkäufer mehr als eine Ahnung über die Möglichkeiten der Werkstatt und der Arbeiter einen nicht allzu trüben Begriff von den Aufgaben und Sorgen des Verkäufers hat? ... gelegentlich zu untersuchen, in welcher Weise die einzelnen Maschinen beansprucht werden, ob sie in ihrer Verwendungsart nicht bereits überlebt sind und ob der Ersatz durch neue, modern arbeitende Modelle letzten Endes nicht eine Ersparnis bedeuten würde?- ... bei Occasions-Wagen, die Sie einer Generalrevision unterzogen haben, den Kilometerzähler prinzipiell auf den Nullpunkt zurückdrehen, um dadurch allen Diskussionen die Spitze zu brechen? ... Ihren Betrieb — vor allem das Verkaufslokal — einmal durch einen auswärtigen Bekannten besuchen zu lassen, um zu erfahren, welchen Eindruck ein neutraler Besucher erhält i(/id wie die Aufnahme durch die Verkäufer eingeschätzt wird? zu untersuchen, ob der Unterhalt Ihres Betriebes dergestalt ist, dass bei einem Minimum von Auslagen ein maximaler Leistungsgrad erreicht wird — d. h., ob der Betrieb im besten Sinne des Wortes rationalisiert ist? Ein Vorwählgetriebe: Wer unter seinen Interessenten hat sich früher einmal positiv dafür ausgesprochen? Welche Art von Automobilisten dürfte allem Anschein nach darauf besonderen Wert legen? Wie ändern sich die Raumverhältnisse durch die Verlegung des Schalthebels zum Lenkrad? Wer unter den bisherigen Hammonfahrern hat wegen konstantem schlechtem Schalten Getriebeschäden erlitten, so dass ihm die Vorwählung besonders zusagen dürfte? — Automatische Regelung der Lufttemperatur: Wer hat sich schon über Empfindlichkeit der Hals- und Atmungsorgane beklagt? Wer benützt den Wagen vornehmlich zu Stadtfahrten, verlässt ihn alle paar Minuten und ist deshalb im Winter der Erkältungsgefahr aus- beim Kunden «durchzusetzen» und zumgesetzt? Wer macht im Sommer längere andern, dass sich das vorhandene Adressmaterial kaum nutzbringend erneuern temperatur besonders angenehm empfun- Reisen, hei denen eine ausgeglichene Luft- Hesse. Beides ist unrichtig: den wird? — Neue Vorderfront: Welche Zum iStudium der neuen Modelle:Nehmen Kunden legen speziell Wert auf die Eleganz des Wagens? Wo hat beim Wagen- wir einmal an, die Hammon-Werke bringen auf nächste Saison — um nur einige ankauf die Frau ein wichtiges Wort zu der sicher zahlreich eintreffenden Aenderungen zu nennen — ein Vorwählgetriebe, fahrer dürfte gerade die betreffende Linie sprechen, und welcher Kategorie Auto- die automatische Regulierung der Lufttemperatur und eine neue Vorderfront. gen gründlich studieren will, kann daraus zusagen? — Du siehst, wer den neuen Wa- Der Durchschnittverkäufer wird davon einen Haufen nützlicher Verkaufsargumente ableiten. gebührend Notiz nehmen, um sie gegebenenfalls zur Verfügung zu haben, während Zur Frage des Adressenmaterials: Vielerorts wird der Zusammenstellung der In- der auf Fortschritt bedachte Fachmann jede einzelne der Neuerungen auf Vorteile, Auswirkung und Verwendungsmögsamkeit und System zugewendet. Um teressenkartei noch zn wenig Aufmerklichkeiten für den Verkauf überprüfen neues Adressenmaterial zu erhalten, verlässt man sich auf freiwillige wird. Vermittler Da kontrollieren wir zuerst, welche Artikel wir erfahrungsgemäss benötigen und halten uns der Einfachheit halber an ein Schema, das alle wichtigen Fragen umfasst. Welche Artikel werden verlangt? Was haben Sie von letzter Saison her noch am Lager? Was ist seither Neues auf den Markt gekommen, das Sie mit Vorteil ebenfalls führen würden? Was haben Sie letztes Jahr an Winterpneus, Frostschutzscheiben, Winteröl, Gefrierschutzmitteln, Schneeketten, Nebellampen, Heizungen, Abschleppseilen, Skihaltern usw. verkauft? Hat sich einer der letztjährigen Käufer besonders günstig über diesen oder jenen Artikel ausgesprochen? Wie Hessen sich die Winterartikel besser ausstellen, damit sie dem einfahrenden Kundschaft in die Augen fallen? Lohnt es sich, in einem Schaufenster eine spezielle Winterausstellung zu organisieren? Nun nehmen Sie die Liste der Winterartikel, die Sie zu führen beabsichtigen, zur Hand und überlegen bei Jedem einzelnen, welcher Ihrer Kunden dafUr Interesse haben könnte. Ist dies getan, so geben Sie sich noch nicht zufrieden, auch dann, wenn Sie schon eine hübsche Zahl von Möglichkeiten aufgedeckt haben. Jetzt durchgehen Sie die Kundenkartei und überlegen bei jeder Karte, welche Winterartikel zur Anschaffung empfohlen werden könnten. Damit haben Sie jene doppelte Kontrolle durchgeführt, die wir eingangs erwähnten. Wir würden uns nun wundern, wenn Sie sich Ihrerseits nicht über die Vielfältigkeit der Verkaufschancen zu wundern hätten. ; Das weitere ergibt sich von selbst. Sie bearbeiten nachher jeden Kunden nach Gutfinden anlässlich eines Besuches, durch Werbebriefe oder durch telephonische Aufrufe — in jedem Fall selbstredend unter Anpassung an die individuellen Verhältnisse. Und nun wagen Sie den Versuch; wir sind sicher, dass er sich bezahlt machen wirdl = Qzwtdsätsticties