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E_1938_Zeitung_Nr.085

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: AUTOMOBIL-REVUE

: AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 21. OKTOBER 1938 *- N° 85 ^S^S Masch.-Ing. (Dipl.-Ing.), mit 20jähriger Erfahrung und durchgreifenden Spezialkenntnissen im Auto- Grand Garage de la Suisse romande CHERCHE mobil- und Motorenwesen, W sucht Wirkungskreis DIRECTEUR in Automobil-Werkstätten, (jnalifie, disposäiit d'une somme de Fr. 60000.— ä Autofahrschule oder ähnlichem. (85 Fr. 100 000.—. Evehtüellement transformation de rkffaite eh socie'tö anonyme — Ecrire söus chiffre Offerten unter Chiffre P 380-4 L ä Publicitas, Lausanne. 75757 Z 6311 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Chauffeur Solider Bursche, im Junger, tüchtiger, strebsamer (85) 7342 Alter von 24 Jahren, sucht Stelle Bursche 7336 als (85 mit Fahrbewilligung auf sucht passende Chauffeur Luxus- u. Lieferungswagen, Junger, intelligenter Stellung Bursche sucht (85,86 sucht Stelle auf Last- oder Luxuswagen. Suchender war zurder Kategorie A, zur Be-bildung in der Automecha- als AUTOMECHANIKER, in einer Garage zur Aus-Lehrstelle Zeit als Fahrlehrer in wenn möglich mit Kost u. Zürich tätig. (85 Logis. Eintritt sof. od. n. Offerten unter Chiffre 7332 an die Automobil-Revue, Bern. v zeigen die Zahlen und Tabellen der Fremdenverkehrs» Statistiker. \ Ob's da nicht richtig wäre, den einen oder andern Ihrer Car Alpins durch einen neuen Berna zu ersetzen? Auf alle Fälle das sicherste Mittel, um nächstes Jahr die Kundschaft für Ihre Fahrten zu gewinnen. Bernawagen werden seit 3O Jahren höchsten Ansprüchen gerecht. BernaU Car* und Omnlbuxe 8 bis 6O Platze. Lastwagen von 800 7000 kg Nutzlast. für bis Motorwagenf a Berna A.G., O bri Ite n k STELLEN-MARKT sorgung von Kundschaft. Verrichte auch noch ändere Arbeiten. — Offerten Sind zu richten an Jg. Rüegg, Schaffhauserstrasse 7, Frauenfeld. 29jähriger, erfahrener CHAUFFEUR sucht Stelle, wieder auf Postomnibus, Lastwagen oder bei Herrschaft. Mit vieljähriger Fahrpraxis auf Dieselmotoren. Prima Zeugnisse stehen zu Diensten. — Offerten an E. Brunner, Chauffeur, bei Metzger & Co., Buchs (Kt. St. Gallen). (85) 7341 l*e. Druck und Cliches: HALLWAG A.-G. Bern. Automobil- Fachmann nik. Besitze Kenntnisse im Drehen u. in Veloreparaturen. — Offerten sind zu richten an J. Peyer, Turbenthal (Zürich). Automechaniker sucht Stelle in Autogarage oder Transportgeschäft der jWestschweiz, zwecks Erlern, d. Sprache. 25jähr., gelernt. Mechan., selbständig auf Benzin- u. Diesel-Reparaturen, kann drehen, autogen u. elektr schweissen. Fahrbewill. a, d, c. Bescheid. Lohnforderung. — Offerten erbeten an Walter Hunziker, Bärengasse, Glarus. (85 Polsterüberzüge KADETT, 1938, 4 Zylinder, 5 PS. OLYMPIA, 1938, 4 Zylinder, 8 PS. T0P0LIN0, 2/3 Plätze, Coach. BAULLA, 4 Plätze, Limousine. OPEL, 4 Zylinder, 6 PS, mit Hintertüre. CHEVROLET, 4/5 Plätze, Limousine. Weitgehende Zahlungskonditionen! TITAN, Badenerstrasse 527, Zürich 9. Teleph. 70.777. Wegen Aufgabe verkaufen: Uebereinkunft. Offert unt. Chiffre 7337 an die Automobil-Revue, Bern. Zuverlässiger und tüchiger Mann (84,85 «rfionen die OriginaUPoIsterang and sind waschbar. Wir haben ans auf die Anfertigung der» selben spezialisiert und liefern sie deshalb rasch und gegen massige Berechnung. In drin« genden Fällen brauchen wir den Wagen nicht mehr als einen halben Tag. MÜLLER MARTI BERN 3 Liter, schnellster Tourenwagen der Saison 1938, Gewinner der ersten Preise im Preis vom Bremgarten, im Rheinecfc- Walzenhausen-Rennen sowie im Maloja- Bergrennen. Sämtl. Zutaten, Zustand mechanisch wie neu. Preis Fr. 2900.—. Chauffeur auf Lastwagen oder Car Alpin. Eintritt nach Belieben. — Offerten erbeten an Otto Bucher, Chauffeur, Kerns (Obw.). NEUWERTIGE Occasionen! BUGATTI sucht Stelle als 7314 des Rennsportes zu A. Scheibler, Auto-Garage, Laupen. Tel. 93.732. Auto- Mechaniker gesucht selbständig und tüchtig. FIAT-Spezialist bevorzugt. Eintritt sofort. Offerten unter Chiffre 16583 an die Automobil-Revue, Bern. Junger, tüchtiger CHAUFFEUR Militärfahrer, sucht Stelle per sofort oder n. Uebereinkunft auf Privat-, Lieferungs- oder Lastwagen; gelernter Auto-Schlosser und Mechaniker. Offert, unt. Chiffre Vc 22084 U an Publicitas, Biel. A. G. für AUTOMOBILE ZÜRICH EET ist seit Jahren das Sicherste fOr Lastwagen und Anhänger. Rasches Bremsen. — Kurze Bremswege. Bremszylinder aus Leichtmetall. Keine Gummiteile. DRUCKLUFT- BREMSEN Bremstrommeln - Bremsbacken Verlangen Sie unverbindliche Offerten. E. Moser, Anhänger u. Bremsen, Bern Telephon 22.381 Schwarztorstrasse 101 Pflanzscnnlstrasse 9 Ph Manville Bremsbelag Ein erfreulicher Nachteil! Gar oft passiert es uns, dass Inserate, die für mehrmaliges Erscheinen bestellt waren, vorzeitig den Weg alles Irdischen gehen, weil (das Beispiel R. verräts) „Ich kann Ihnen mitteilen, dass ich den Vauxhall sowie den Steyr gestern verkauft habe und ein weiteres Erscheinen des Inserates nicht mehr nötig ist." Für wirkungsvolle Inserate: Hallwag-Cliches I

BERN, Freitag, 21. Oktober 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 85. A%iiioiimliil^ in ¥j2iiiil*^fm*1if*ii Die Italiener Wir beginnen mit den Italienern, weil sie in anerkennenswerter Bescheidenheit zu den wenigen Nationen gehören, die nicht für sich die Ehre in Anspruch nehmen, das erste Automobil erfunden zu haben und dabei doch selbst die geborenen Automobilisten sind. Die Einstellung des Italieners zu seinem Wagen ist die einer leidenschaftlichen Liebe. «Nur mittelmäßige Leidenschaften leben lange, die allzugrossen ersticken in ihrer eigenen Fülle>, sagt Oscar Wilde irgendwo. Und als Zeichen einer allzu stürmischen Liebe gehen auch viele Wagen in Italien vorzeitig in die Brüche. Beileibe nicht etwa durch eine besonders hohe Zahl von Unfällen. Dazu fahren die Jungen dort unten viel zu gut, aber weil es auch dem besten Wagen auf die Dauer nicht gut tut, wenn man selbst auf der alltäglichen Fahrt ins Bureau nur mit Temperament, Vollgas und jaulenden Reifen um die Ecken schiebt und dabei träumt, man sei Nuvolari.., Die Deutschen Von allen unterhalten sie die korrektesten Beziehungen zu ihren Fahrzeugen. Die Betriebsvorschriften hat man gründlichst studiert, Oel wird auf den Kilometer genau erneuert und in der Garage geht alles, was mit der Pflege des Wagens zusammenhängt, pünktlich wie am Schnürchen. Erstens weil sich das so gehört, zweitens überhaupt und drittens schon aus Respekt vor dem Vermächtnis der beiden grossen deutschen Pioniere Gottlieb Daimler und Karl Benz, die bekanntlich... usw. In technischer Beziehung bildet der tHobby» des deutschen Konstrukteurs die «Strassenlage». Möglich, dass der Verfall des deutschen Strassennetzes in der unmittelbaren Nachkriegszeit ebenso wie übrigens in der Tschechoslowakei und in Oesterreich den Anlass gegeben hat, einen besonders grossen Teil der technischen Forschung auf das Gebiet der Federung und Bodenfestigkeit zu konzentrieren. Uebrigens mit vollem Erfolg I Die italienischen, französischen und viele der englischen Automobile sind zwar schneller und die Amerikaner beschleunigen besser, die Wagen aber, deren Reisedurchschnitt ihrer Spitzengeschwindigkeit am nächsten liegt, sind die Deutschen. StrassenlageI ... Auch im deutschen Strassenverkehr herrscht — vermöge eines engmaschigen Netzes von Vorschriften — Ordnung. Was aber nicht bewirkt, dass dort die Ratschläge: «doch mal lieber mit "nem Kinderwagen zu fahren> seltener wären oder die Fahrzeuge weniger oft gegeneinandergeraten als anderwärts... Die Engländer Was beim Italiener Leidenschaft, beim Oesterreicher einen leichten Flirt und bei dem Deutschen eine Art «Dienstreglement» bedeutet, ist beim Engländer aufrichtige Kameradschaft. Britische Freundschaften werden nicht leicht geschlossen, aber sie halten lange. Auch was die Autos betrifft und im diametralischen Gegensatz zum Amerikaner, der jedes Jahr einen neuen Wagen haben muss, sieht man in England Leute, die sich jeden Tag einen solchen kaufen könnten, in ihren Rolls- Royce-Limousinen, Baujahr 1912, herumfahren. Denn man ist konservativ, man weiss, was man tut, und wenn die anderen sehen, dass man schon vor dem Krieg für sein Geld einen Wagen zu kaufen verstanden hat, der noch heute so verlässlich ist, wie mancher neue, so schadet's auch nichts! Selbst aktive Sportleute, die einen oder auch mehrere jener immer schneller und kleiner werdenden englischen Sportwagen besitzen, bei deren Anblick dem Geschwindigkeitsenthusiasten das Herz im Leibe lacht, haben daneben aus reiner Pietät oft noch ein etwas ältliches, befremdendes Fahrzeug, das aussieht, als habe damit Lord Nelson Lady Hamilton aus Gainsboroughs Atelier abgeholt. Auch an Höflichkeit ist der Engländer im Straisenverkehr unerreicht und die plötzlich an der Rückwand eines Wagens, dem man die Vorfahrt freigegeben, auftauchende Inschrift «Thank You» kann als Zubehörteil überhaupt nur im Bereich der britischen Inseln entstanden seinl Die Amerikaner Für sie ist noch ungleich mehr als für die Franzosen die mechanische Seite des Automobils zu einer Selbstverständlichkeit und dieses selbst aus einem Wertgegenstand zu einem Konsum- oder gar Modeartikel geworden. Auch auf einen Liter Mehrverbrauch kommt es im Lande des billigen Benzins nicht an, und dass feinere Unterschiede in der hohen Spitzenleistung der grossvolumigen, von der Industrie in USA mit unerschöpflichen Mitteln geschaffenen Motoren auf den Nordamerikanischen Strossen weitgehend uninteressant würden, dafür sorgt schon der wachsame «Cop» auf seinem schnellen, auf den Kriminalfilmen bekannten Motorrad... Seine Majestät der Käufer betritt die Showrooms einer prominenten Automarke im Zentrum New-Yorks. Es geht ihm dabei ähnlich, wie allen Souveränen seit Erschaffung der Welt. So wie sie den Ueberredungskünsten ihrer Untertanen — — meist heissen sie Minister — ausgeliefert sind, passiert es ihm mit jenen des schlichten Verkäufers. In diesem Fall — wie in USA selbstverständlich — ein besonders smarter junger Mann: «Kein Zweifel, Mister X., dass für eine Kundschaft wie Sie nur unser neue «Super-Tornado 1938» mit Patent-«Elbow-Action» in Frage kommt. Gegenüber seinem von keiner Konkurrenz übertroffenen Vorgänger ist dieses neue Modell nachweislich um 67%% besser und um 40%% billiger, wobei besonders zu bemerken wäre, dass schon beim alten Modell nicht mehr geschaltet zu werden brauchte, bei diesem aber noch um 11%% weniger oft! Yes, Sirl Ferner wird durch den letzten «Super- Tornado» eine ganz neue Note in das Automobiljtfesen gebracht: Statistisch wurde nachgewiesen, dass seit Einführung des New Deal ein amerikanischer Bürger sein Auto in höchstens 5 Jahren, 6 Monaten, 4 Tagen, 8 Stunden, 52 Minuten amortisiert haben muss. Bis zu diesem Zeitpunkt garantiert die Tornado-Company, dass an dem Wagen nicht die geringsten mechanischen Anstände auftreten. Nach diesem Augenblick sind sämtliche Teile gleichzeitig restlos verbraucht, so dass der, der dann den Wagen auf dem Autofriedhof stehen lässt, dies nicht mehr mit dem bedrückenden Gefühl zu tun braucht, dass er einen Teil seines Geldes beispielsweise für eine noch zu verwendende Polsterung ausgegeben hat, die er jetzt, wegen Zusammenbruch des Restes, wegwerfen muss. Yes, Sirl Es ist das gleiche wie bei einem Paar Schuhe. Sind ihre Sohlen durch und Sie müssen daher Ihre Schuhe fortwerfen, obwohl das Oberleder noch wie neu ist, so haben Sie damiT Geld nutzlos vertan, denn nur in Europa wird, wie ich kürzlich gelesen habe, noch der lächerliche Versuch gemacht, derartige Erzeugungsfehler dadurch zu korrigieren, dass man gebrauchte Schuhe neu besohlen lässt. Ich erzähle Ihnen dasalles nur zur Illustration für die Leistung der Tornado-Co., denn für einen Mann wie Sie ist es selbstverständlich, dass er seinen Wagen jedes Jahr gegen das neue Modell eintauscht. Darum sind wir auch von dem gleichfalls in Europa entstandenen Irrtum abgekommen, die Kühlerform als Kennzeichen der Marke zu betrachten. Vielmehr ist es jene des Erzeugungsjahres und bei allen Firmen in USA immer die gleiche! Jedermann sieht dann auf den ersten Blick, dass Sie immer schon die neueste Type besitzen, während Ihre Konkurrenten Smith und Jones noch mit den lächerlichen veralteten Modellen des Vorjahres herumfahren. Das sind Sie Ihrem Kredit schuldig. Von besonderen ausschliesslichen Neuheiten am Super-Tornado erwähne ich nur ein Radio, das beim Erklingen eines Tangos im Wagen automatisch eine stimmungsvolle rote Beleuchtung einschaltet, ferner einen Mechanismus, der die Schuhe der Fahrgäste in zweieinhalb Sekunden reinigt, wo diese beim Einsteigen die Füsse auf das Trittbrett setzen. Weiter wollen Sie hier bitte die beiden Scheiben beachten, von denen die eine die Namen verschiedener Orte in der Welt, die andere die der zwölf Monate trägt. Stellen Sie nun die eine Scheibe auf Palermo und die andere auf Januar, so haben Sie in dem hermetisch verschliessbaren Wagen in in einer Minute genau das Klima Siziliens im Winter. Das ist die höchste Stufe des «Air-Conditioning>l> Und während sich das blanke Vorführungsmodell im Glänze vielfarbigen Lichtes plötzlich um seine Längsachse zu drehen beginnt, tanzen die unerwartet ous einer Versenkung aufgetauchten Tornado-Girls ein Ballett zu den Klängen des neuesten Tornado-Schlagers: «Motoring made easy>... Die Franzosen Vielleicht würden sie ihren Wagen mit dem gleichen Enthusiasmus gegenüberstehen wie die Italiener, wenn für sie das Automobil und seine Benützung nicht schon zu einer so absoluten Selbstverständlichkeit geworden wäre. Man vergesse nicht, dass bereits im Jahre 1862 der geniale Lenoir, die künftige Entwicklung vorausahnend, mit einem von ihm gebauten Automobil, das, allerdings nicht mit Benzin, sondern mit Gas betrieben wurde, von Paris nach Joinville fuhr: Gewohnheit stumpft ab... Gemeinsam mit den ihnen stammverwandten Italienern ist den Franzosen das hohe Niveau der Fahrkunst und des mechanischen Verständnisses. Nach Italien ist Frankreich zweifellos das Land, dessen Bewohner im Durchschnitt am besten fahren. Mit den Oesterreichern verbindet sie ihr ästhetischer Sinn. Ein Wagen für den französischen Käufer darf mitunter etwas extravagant sein, aber niemals hässjich. Auch mit ihren nordwestlichen Nachbarn, den Engländern, haben die Franzosen etwas Gemeinsames, die Höflichkeit im Strassenverkehr. Wenigstens was die Herrenfahrer betrifft. Geraten im Pariser Verkehrsgewimmel, in dem die Verkehrspolizei der Initiative und Fghrkunst der Lenker einen Spielraum lässt, wie sonst kaum irgendwo in der Welt, einmal zwei Automobilisten zum Schaden ihrer Kotflügel aneinander, so hört man deshalb nur selten ein Streitwort: Zwei Visitkarten flattern, «Pardon, Monsieur», — wozu ist man schliesslich versichert? — und bevor ein Polizist den Vorfall auch nur wahrgenommen hat, sind beide im Strom des Verkehrs untergetaucht. Victor E. de Strasser-Silton.