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E_1938_Zeitung_Nr.093

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ment des Innern ist die Kunde eingelangt, dass es bisher erfolglos versucht habe, den Kanton Glarus von seinem Widerstand abzubringen, doch ergeht dessenungeachtet an St. Gallen das Ersuchen, seine Arbeiten an der Strasse fortzusetzen, zumal der Bundesrat die Glarner Regierung nachdrücklich dazu anhalten werde, auch ihrerseits mit der Inangriffnahme des Ausbaues nicht länger zu zögern. Im weitern erklärte Dr. Kobelt, dass sich die st. gallische Regierung, entsprechend dem Grossratsbeschluss vom 12. Juli, gegebenenfalls die rechtsufrige Walenseestrasse zur Ausführung zu bringen, mit den Regierungen von Zürich und Graubünden ins Einvernehmen gesetzt und dass sich diese bereit erklärt hätten, in einer Eingabe an den Bundesrat die rechtsufrige Strasse zu fordern, sofern bis Ende November keine Klarheit geschaffen sei. Dieses Vorgehen des st. gallischen Regierungsrates fand beim Parlament Zustimmung; ohne dass es jedoch einen Beschluss fasste. Das dürfte aber wohl bei der Behandlung der Motion geschehen, welche Oberst Huber einreichte und worin er der Erwartung Ausdruck gibt, der Bundesrat werde auf seinen früheren Beschluss zurückkommen und die rechtsufrige Strasse subventionieren, wenn Glarus bis Ende dieses Monats noch keinen zusagenden Entscheid getroffen habe. Auch die eidg. Finanzdelegation gegen die Benzinzonen. Di© Finanzdelegation der eidgenössischen Räte hat sich kürzlich mit der Frage der Wiedereinführung der Benzinzonen beschäftigt und sich darüber in dem Sinn geäussert, dass das Zonensystem sich nicht nur zum Schaden zahlreicher Benzinverkäufer auswirken, sondern dass damit eine Unsicherheit im ganzen Land© geschaffen würde, die fatale Folgen nach sich ziehen könnte. Sie hat deshalb den Bundesrat ersucht, ihr mitzuteilen, gestützt auf welche gesetzlichen oder verfassungsmässigen Grundlagen die von ihm beschlossenen neuen Massnahmen getroffen wurden. Der Antwort des eidg. Volkswlrtschaftsdepartements ist zu entnehmen, dass es von der Ermächtigung des Bundesrates zur Einführung der Zonenpreise vorläufig keinen Gebrauch machen werde. Es stellt aber fest, dass der heutige Einheitspreis nur bestehen könne, wenn auch die Kontingentierung aufrechterhalten • bleibe und wenn der Staat weiterhin direkt und indirekt die bestehende interne Marktordnung schütze, wie er dies im Interesse der Durchführung der Kompensationspolitik seit Jahren getan habe. den fo Das Waadtland revidiert seine Autosteuern. Für die fiskalische TJebertbelastung des Motorfahrzeuges ist es symptomatisch, dass die Tendenzen nach Gewährung von Zahlungserleichterungen und nach Ahbau der Verkehrssteuern in den Kantonen zusehends stärker Fuss fassen. Davon macht auch die Waadt keine Ausnahme, wie die Einreichung der Motion Chaudet bewies, welche der Regierung eine Revision der kantonalen Motorfahrzeugtäxen nahelegte. Bis zum Beginn der grossrätlichen Hei&stsession hatte die dafür eingesetzte Kommission ihre Arbeiten beendet, so dass das Geschäft, am letzten Dienstag vor das Plenum des Rates gebracht werden konnte. In seinem Bericht wies der Kommissionsreferent Paquier darauf hin, dass das Steuerproblem die tet ? > fragte ich sie, weil ich es unbedingt wissen wollte. Sie blickte mich sehr verwirrt an und riss sich zusammen, bevor sie antwortete. « Ich habe immer angenommen, dass er es nicht ist», antwortete sie, « aber ich habe ihn nie gefragt. Es wate auch kein Unterschied. » « Was meinst du damit ? » < Er würde die Ehe nicht als festes Band betrachten. » c Aber das Gesetz. » « Ein Mann wie er steht über dem Gesetz, und ausserdem, wenn er London einnimmt, wie Lenin Leningrad, wird er die Gesetze machen. Er sagt, Lenin war der grösste Staatsmann, der je gelebt hat. Er vergöttert ihn.» Ich legte Hester und mir ein Kotelett und Bratkartoffeln vor und behielt die Gedanken, die ihn mir aufstiegen, für mich. Ich konnte nicht glauben, dass Tscherikow eine Möglichkeit hatte, London einzunehmen und hier seinen Blutdurst zu stillen, aber ich war fest entschlossen, mein Kind seinem Einfluss zu entziehen. Sechsundzwanzigstes Kapitel. Di© Cockles hatte sich aus Anlass ihrer Gesellschaft in Staat geworfen und sah sehr hübsch aus. Sie trug schwarze Beinkleider, ein Smokingjakett, dazu ein weiches, orangefarbenes Seidenhemd. Wir hatten Lukas auf sie vorbereitet; aber idi iglaube*.dass es ihm Oeffentlicbieit ebenso wie die Interessenten, in erster Linie aber jene Kreise beschäftige, die im Garagen- und Reparaturgewerbe ihr Auskommen finden. Ein Vergleich der Steueransätze der verschiedenen Kantone lehrt, dass die Waadt und der Tessin dabei am höchsten gehen, was der Referent an Hand von Zahlen illustrierte. Hinzu kommt, dass die Benzinverteuerung namentlich für die Besitzer von Lastwagen eine unhaltbare Situation geschaffen hat. Wenn sie deshalb eine Milderung der fiskalischen Lasten fordern, so können sie sich dabei auf stichhaltige Gründe stützen. Allgemein bekannt ist ausserdem die Tatsache, dass der Bestand an militärtauglichen Motorfahrzeugen den Notwendigkeiten unserer Landesverteidigung nicht genügt. Die nach dem Zylinderinhalt abgestuften kantonalen Steuern begünstigen den Kleinwagen, der für die Zwecke der Heeresmotorisierung ungeeignet ist. Als unlogisch muss es ferner bezeichnet werden, wenn der Kanton ein erstklassiges Strassennetz erstellt, für dessen Benützung der waadtländische Automobilist eine doppelt so hohe Taxe zu entrichten hat wie z. B. sein Genfer Kollege, der punkto Strassen dieselben Vorteile geniesst. Eine fühlbare Ermässigung des Benzinzolls und der Steuern würde sich unmittelbar in einer Zunahme hauptsächlich der mittelstarken Wagen äussern und der Automobilindustrie wie dem Gewerbe neuen Auftrieb verleihen, ein Vorgehen, das heute im Zeichen der Arbeitsbeschaffung und der Verstärkung der Landesverteidigung doppelt angebracht wäre. Aus diesen und einer Reihe weiterer Argumente heraus beantragte die Kommission einstimmig, die Motion Ghaudet als erheblich zu erklären und sie der Regierung zu möglichst rascher Prüfung und Im Dezember 1937 fuhr ein schwerer Lastwagen.mit Anhängewagen von Birrwil nach Beinwii. Dort überholte er einen in gleicher Richtung auf der rechten Strassenseite radfahrenden Knaben, der dabei auf der vereisten Strasse unter den Anhänger geriet und getötet wurde. Nach Art. 25 Absatz 1 Schlußsatz des Motorfahrzeuggesetzes hat der Fahrer beim Ueberholen einen angemessenen Abstand einzuhalten; auch ist er gemäss Art. 26 Absatz 4 verpflichtet, auf die übrigen Strassenbenützer, beim Vorfahren Rücksicht zu nehmen, und die Vollziehungsverordnung zum MFG bestimmt ausserdem : « Wer überholt, muss besonders vorsichtig fahren.» Das aargauische Obergericht verurteilte den Lastwagenführer wegen Verletzung dieser Vorschriften und fahrlässiger Tötung zu 2 Monaten korrektionellem Zucht-, haus und 100 Fr. Busse. Der Kassationshof des Bundesgerichts hat* am 14. November eine vom Verurteilten eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde abgewiesen. Die Strasse ist an der Unfallstelle allerdings 6,5 m breit, doch war der äusserste rechte Streifen der Fahnbahn von 50 cm Breite mit holperigem Eis bedeckt und für einen Radfahrer nicht benutzbar, und auf der linken- Seite stand ein Mistwagen von 2,25 m Breite. Der zur Ueberholung des Radfahrers benutzbare Raum war also noch 3,75 m breit,- und da der Lastwagen 22 m breit war, blieben für den Radfharer noch etwas über 1,5 m übrig. Dies muss bei Glatteis als ungenügend gelten und die Rücksichtnahme auf die übrigen Strassenbenützer hätte den Lastwagenlenker verpflichtet, mit dem Vorfahren zuzuwarten, bis hiezu die ganze Strassenbreite ausgenützt werden konnte, um so mehr als der Lastwagen samt Anhänger 7,5 m lang waren und das Vorfahren entsprechend länger dauerte. bei ihrem Anblick doch einen Ruck gegeberi hat. Ihre Freundin, unter dem Namen Michael, abgekürzt Mike, bekannt, sah in ihrem schwarzrot gestreiften Pyjama ebenfalls sehr hübsch aus. Sie war grösser als die Cockles, hatte schwarzes Haar im Etonschnitt und es so pomadisiert, dass ich unwillkürlich daran denken musste, wie wohl ihre Kissen aussehen mögen. Aber vielleicht benützte sie etwas so Altmodisches gar nicht. Ich wusste, dass diese beiden jungen Frauen in dem Atelier wohnten, konnte jedoch nirgends ein Bett entdecken, ebensowenig Sofas. Allerdings standen zwei Matratzen, mit einem grossen, schwarzgelb karierten Tuch bedeckt, an die Wand gelehnt, und daruf lagen schwarze Kissen. Gleich nach unserm Eintreffen wurde uns Cocktail vorgesetzt, und die Cockles erzählte uns, dass Hester und Tscherikow zum Essen kämen und einige andere nach Tisch. Sie hoffte, ich würde nicht unangenehm davon berührt sein, dass einige von den zu erwartenden Personen ganz besonders verstiegen seien. Ich erwiderte, dass es wohl nicht so schlimm sein würde. Mit einem Seitenblick auf meinen in tadellosem Abenddress gekleideten Schwiegersohn meinte die Cockles, die Männer ihres Kreises setzten sich auch über die englische Kleidersitte hinweg, woraus ich schloss, dass Lukas ihrer Ansicht nach nicht ganz in den Rahmen passte. Aber die Cockles und Mike versuchten, sich damit abzufinden, denn wie ich waren auch sie zweifellos der Auffassung, AUTOMOBIL-REVUE .FREITÄTJ, 'ffi. ITOTOMBER 1938 — N a 95 (Aus dem Bundesgericht.) Berichterstattung zu überweisen, ein Antrag, dem der Rat folgte, nicht ohne dem Referenten seinen Beifall gespendet zu haben. %#•»«•»»«•» Ein Niveauübergang verschwindet Der Niveau-Uebergang über die Geleise der Ratischen Bahn oberhalb Küblis im Prättigau soll, wie wir der bündnerischen Presse entnehmen «in den nächsten Jahren» beseitigt werden. Besonders eilig scheint man es also nicht zu haben, trotzdem die Schienenkreuzung als gefährlich bekannt ist. Wanderwege im Kanton Luzern. Von der Ost- und Nordschweiz hat flie Bewegung, die ihr Ziel in der Schaffung und einheitlichen Markierung von Wanderwegen und damit in einer Entlastung der Strassen erblickt, auch auf die Kantone des Mittellandes übergegriffen. Was beispielsweise Bern in dieser Hinsicht bereits geleistet und welche grosszügigen Projekte es noch in petto hat, davon war an dieser Stelle schon wiederholt die Rede. Aber auch im Luzernbiet ist man nicht untätig geblieben. Der Ausstattung grösserer Durchgangsrouten in den Aemtern Luzern, Hochdorf und Entlebuch mit Wegweisern und Schildern folgt nun die Markierung dreier neuer Hauptrouten von Schöftland nach Rothenburg. von Zofingen nach Sursee und von Sursee nach Vogelsang. Vo*fiah wedeln No4iz der Cockles nach. Wir alle standen vor der Staffelei, und drei von uns hätten gern gewusst, was wohl die seltsamen Farbenflecke und der Linienwirrwarr auf dieser Leinwand bedeuteten, aber wir hüteten uns, danach zu fragen. In dieser Ecke des Ateliers war es bitterkalt, und bald darauf ging ich zum Ofen zurück — die andern ebenfalls. Jetzt verschwand Mike durch eine Tür, von der die Cockles sagte, dass sie in eine kleine Küche führe, und so entschloss ich mich, vor Lukas und Martha zu sprechen. In diesem Augenblick liess die Cockles eine Bemerkung darüber fallen, dass Hester und Tscherikow sich sehr verspäteten. « Ist Tscherikow verheiratet? » fragte ich. t Ich habe keine Ahnung », sagte sie gleichmütig. Ihr konnte es auch vollständig gleichgültig sein. Sie war sehr nett, aber wie sie es bezeichnete : modern. Das bedeutet gewöhnlich, dass diese Leute die alte Moral über Bord geworfen haben, ohne eine neue gefunden zu haben, die ihnen zusagt. (Fortsetzung folgt) Durch die gänzliche Verbannung des Trains aus der Innenstadt ist es in Paris gelungert, die Zahl der Verkehrsunfälle zu vermindern. Radio im Lastwagen — der letzte Schrei. Ein grosses englisches Transportunternehmen soll dazu übergegangen sein, seine Lastwagen mit Radio auszustatten. Die Musik dürfte wohl kaum ungetrübten Genuss bereiten. Barmherzige Auto-Samariter. In Schweden können Automobilisten, die\ sich an Speis und Trank allzu gütlich getan haben und sich nicht mehr sicher genug für" die Führung eines Wagens fühlen, telephonisch bei besonders zu diesem Zweck geschaffenen Stationen einen «Aushilf schau!' feur » bestellen. Berlin-München in 4 1 /£ Stunden. Korpsführer Hühnlein hat kürzlich die 576 Kilometer zwischen Berlin und München auf der Reichsautoban in der erstaunlich kurzen Zeit von 4 Std. 32 Min. zurückgelegt. Darin sind Aufenthalte für Tanken, Nachziehen der Wasserpumpe und eine kurze Kaffeepause eingerechnet. Die schnellsten Züge zwischen den beiden Städten benötigen acht bis zehn Stunden. Sichere Fahrer. Hundert Omnibuschauffeure, die zusammen 33 Millionen Kilometer im Rummel des Stadt-. Verkehrs zurückgelegt und dabei nicht eine, einzige Person verletzt haben — das nennen wir sichere Fahrer. Und wenn ihnen London, — denn dort versehen sie ihren Dienst —>•' eine Auszeichnung verliehen hat, dann war sie redlich verdient. jj'te längsten JCaotdutatianss vecocdnuaaen in faankceich (Fortsetzung von Seite 1.) istischer : Selbstverständlich, hat die jetzige. Regelung, der Koordination auch, bei den Transportunternehmern und der Lastwagenindustrie. worden. Sie würden ihnen auch fraglos kaum ihre Zustimmung gegeben haben, da sie im wehrpolitischen Interesse des Landes auf eine, kräftige Expansion des Bestandes an schweren Nutzfahrzeugen erhöhten Wert legen dürften, nachdem die Produktion solcher Lastwagen heute nur noch die Hälfte der Erzeugung von 1933 ausmacht. Erst kürzlich wieder ist aus Anlass einer Rundfrage, mit der. das « Journal du Commerce» die hervorragendsten Wirtschaftsführer Frankreichs zu Aeusserungen über die gegenwärtigen Aufgaben des Landes aufgefordert hatte, von den verschiedensten Seiten die besondere Bedeutung eines hochentwickelten Kraftverkehrs sowohl für die militärische Sicherheit wie für das allgemeine Gedeihen des ökonomischen Lebens aufs eindringlichste unterstrichen worden.. « Eine gesunde Verkehrspolitik », so hiess es u.a., «muss die Strassentransporte fördern, da hieraus zahlreiche und wichtigste Rückwirkungen auf die Entfaltung der nationalen Wirtschaft entspringen ». Und für die künftige Ordnung des Verkehrswesens wurde gefordert, «man möge eine echte Koordination schaffen, die es den Eisenbahnen ermögliche, ihre Finanzen zu sanieren, ohne die Gesamtwirtschaft durch Häufung der Lasten auf andere Verkehrsträger zu erdrücken — eine Koordination mit Vernunft, Logik und Menschlichkeit, die die ewigen Gesetze fairen Wettbewerbs zur Geltung kommen lasse ». Die jetzt vorliegenden Verordnungen zeigen die völlige Verleugnung dieses Grundsatzes. Die Regierung hat sich vielmehr beeilt, durch einseitige und unbillige Restriktionen der freien Betätigung des gewerblichen Kraftverkehrs ein rasches Ende zu bereiten. Um so mehr Zeit nimmt sie sich dafür mit der Einlösung ihres Versprechens, durch eine Senkung der Benzinzölle wenigstens einen kleinen Teil der schweren Schädigungen des Autotnobilistnus zu müdem.

"FREITAG, 18. NOVEMBER 1939 AUTOMOBIL-'REVUt Die Lehren der Rennsaison 1938 Ein Gespräch mit Direktor Werner von der Auto-Union Ober das Rennjahr 1938 und die zukünftige Entwicklung des Rennsports. Das Rennjahr 1938 — das erste Jahr der neuen Formel — ist vorbei. Vor uns liegt der Beschluss der AIACR, die nun einmal zeltende Formel auch in den nächsten Jahren Dir. William Werner, techn. Leiter und Vorstandsmitglied der Auto-Union AG. beizubehalten, und vor uns liegt ferner der Internationale Terminkalender des nächsten Jahres, der bekanntlich nicht weniger als 12 Formelrennen aufweist. Wir hatten nun Gelegenheit, Direktor Werner von der Auto-Union über das vergangene Jahr zu sprechen und haben diese Gelegenheit gleich benutzt, uns über die Frage des Rennwagenbaues und sein© voraussichtliche zukünftige Entwicklung zu unterhalten. Direktor Werner, der leitende technische Mann der Auto-TTnion, gibt zunächst eeiner Befriedigung über daß soeben am Ende gegangene Jahr Ausdruck. Wenn es die Absicht der italienischen und französischen Konstrukteure war, durch die neue Formel den Siegeszug der Rennwagen von Mercedes-Benz und Auto- Union aufzuhalten, so hat der Gesamterfolg des Jahres 1938 tatsächlich die Vormachtstellung der Boliden von Untertürkheim und Zwickau im Gegenteil noch gefestigt. «Wir von der Auto-Union hätten>, so erzählt er uns, «nach dem tragischen Tode unseres Bernd Rosemeyer vielleicht Grund gehabt, uns zu Beginn der neuen Formelsaison vom Sport zurückzuziehen. Wir haben es nicht getan, weil wir wussten, daee damit den Interessen des Sports im allgemeinen absolut nicht gedient war. Gewiss, der 28. Januar nahm uns an manchem, was uns bis dahin begeistert hatte, die Freude, aber er nahm uns nicht den Mut, aufs neue unsere Leistung und Tatkraft ru versuchen. So ist es erklärlich, das» wir erst verhältnismäßig spät mit unseren neuen Rennwagen erschienen, so ist es auch erklärlich, dae-s wir in Reime eine erste und schwere Enttäuschung hinnehmen mnssten. Der Publizist empfindet eine Niederlage immer anders als der Techniker, der sich immer bewusst kt, das« nur der offene Kampf Lücken und Fehler aufdecken kann, wie sie bei einer Neukonstruktion eben unvermeidbar sind. An guten Ratschlägen hat es uns damals nicht gefehlt. Wir haben sie dankend zu Notiz genommen, wir haben erklärt, dass es sich nur um Kleinigkeiten handelte und haben diesen Beweis erbracht. Heute, nach den beiden grossen Siegen in Monsa und Donington, steht unser Rennwagen fertig da. Es ist absolut nicht, wie viele annehmen möchten, ein Wunder geschehen. Es ist auch nicht eo, dase nur etwa unser Sieger Tazio Nuvolari der Mann sei. der in der Lage ist, einen Auto-Union- Wagen zum Siege zu steuern, denn es hat ja nicht an Stimmen gefehlt, die wissen wollten, dass Nuvolari niemals mit unserem Wagen zurechtkommen werde. Ich glaube sagen zu dürfen, da68 alle unsere Fahrer, voran der junge Müller, unseren Wagen heute meisterhaft zu steuern wissen, Aber warum jetzt und nicht schon in Reims? — Wir haben durch viele Versuche festgestellt, dass die von uns neuerdings verwandte Doppelgelenkachse, die bewährte Hinterachekonstruktion unserer Horchwagen, in der Vorderachse eine weichere Federung voraussetzt als die in früheren Jahren verwandte Pendel-Hinterachse. Das war das Grundproblem neben mancherlei Verbesserungen und feineren Abstimmungen der Federungselemente, wie sie sich zwangeläufig aus der Erfahrung auf den bekannten Rennetrecken ganz von selbst ergeben. Das Resultat dieser Versuche und Erfahrungen ist unser Wagen von Monza und Donington, der hier eine glänzende motorische Leistung und eine ebenso hervorragende Strassenlage bewies! Ganz interessant sind die oftmals gemachten Vergleiche zwischen den Leistungen der früheren Sechslitermotoren und den heutigen Grand-Prix-Motoren mit 3 Liter Zylinderinhalt. Lassen wir einmal den Unterschied in der motorischen Leistung ausser acht, so hat sich herausgestellt, daes — insbesondere auf kurvenreichen Strecken — die Durchschnitte schon sehr nahe an die früheren Leistungen herankommen, ja, ich möchte behaupten, dass wir heute auf dem Nürburgring die Vorjahresgeschwindigkeiten sogar übertreffen könnten. Allein diese Tatsache beweist schon, welch interessante Aufgaben die neue Formel gestellt hat, die das Zylindervolumen limitierte, den Konstrukteur mithin zwang, die Endleistung auf anderen Gebieten zu suchen. Das hat dazu geführt, dass wir unseren Wagen eine weit verbesserte Strassenlage geben mussten, dass wir insbesondere Anzugs- und Bremsvermögen immer weiter verbesserten, womit — konstruktiv gesehen, der Rennwagenbau eine wertvolle Bereicherung erfahren hat. In dieser Richtung liegen natürlich auch unsere weiteren Aufgaben. Die Weiterentwicklung unserer Rennwagen stellt uns in den kommenden Wintermonaten vor eine ganze Reihe wichtiger Fragen. Ich verrate nichts Neues, wenn ich sage, dase unser Motor hier und dort an Unterkühlung litt. Nun, das ist für den Techniker kein Problem. für raschen Start und Benzin- ersparnis x Oskar Siebler, Konstruktionsleiter des Fahrgestellbaues. Dipl.-Ing. Werner Strobel, Konstruktionsleiter des Motorenbaues. Für den Winter Einen Satz neuer Bosch - Kerzen "\ die erfolgreichsten der Welt Hochleistungszündspute Nebellampen mit Kippspiegel ab ... Fr. 68.- mit feststehendem Spiegel ab Fr. 28- unbedlngt wirksam blendfrei Scheinwerfereinsätze für sichere Nachtfahrt Bei Eis und Schnee freie Sicht durch Nordland-Klarsichtscheiben mit gerüstet gut die Fahrt Auch unsere anderen Aufgaben sind absolut nicht reich im nächsten Jahre verstärkte Anstrengungen problematischer Natur, wenn ich davon spreche, machen will, um mit den hohen Leistungen unserer dass wir versuchen wollen, die gesamten Federungselemente noch weit feiner abzustimmen, als Wenn vom zukünftigen Rennsport die Rede ist, Rennwagen mitzukommen. uns dies bis heute schon gelungen ist, um so PSund Bremskraft noch besser als bisher «auf die ist das A und 0 jener Hoffnungen, die den euro- dann spricht man viel vom 1500er-Rennwagen. Er Bahn zu bringen». Hier ist sicherlich noch mancherlei zu holen. sehen möchten. Sollte er die jetzt geltende Rennpäischen Rennsport auch über 1940 hinaus gerettet Wenn wir 60 voller Genugtuung auf das zurückblicken können, was von Mercedes-Benz und erwarten, dase auch diese Aufgabe von uns mit formel vielleicht eines Tages ablösen, so kann man Auto-Union in den vergangenen Monaten geleistet der gleichen Energie wie bisher angepackt wird. worden ist, so bedauern wir anderseits sehr, dass Für uns ist der Rennsport nicht mehr so stark eich der europäische Rennsport, wie es den Anschein hat, im Kampf der deutschen und italieni- wie früher ausgesprochener schen Konstrukteure erschöpfen soll. Wir bedauern Schrittmacher vor allem, dass es bis heute nicht gelungen ist, der Formel, die ja Kompressorwagen und Rennwagen der Serie, sondern vielmehr nur der Beweis eine« ohne Kompressor vorsah, gerecht zu werden. Wenn hohen Leistungsstandards unseres Gebrauchsfahrzeuge. Ich gebe freimütig zu, dass im Motorradbau die zwei deutschen Rennfirmen sich zum Kompreasormotor entschlossen haben, so ist das in erster manche wertvolle Erfahrung erst durch den Rennsport gewonnen wurde. Das ißt in diesem Masse Linie damit zu erklären, dass sie auf diesem Gebiete über grosee Erfahrungen verfügten. Aber gerade deshalb ist es bedauerlich, dass der bisher schen und materialmässigen Grenzbereichen be- beim Rennwagenbau von heute, der sich .in techni- nur durch eine Marke vertretene kompreseorlose wegt, nicht mehr oder kaum noch der Fall. Aber Rennwagen nicht in der Lage war, mit der deutschen oder italienischen Entwicklung Schritt zu schrittlichen Konstrukteur einen gros-sen Reiz: auch so hat der Rennwagenbau für Jeden fort- halten. Im Interesse des europäischen Motorsports denn so «ehr der gute Konstrukteur von heute liegt es daher, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten; 1 die davon wissen wollen, daes man ia Frank- sein mues, 60 sehr wird es ihn immer reizen, sein auch immer wieder ein ebenso tüchtiger Kaufmann Können in der letzten Erprobung von Material und Leistung unter Beweis zu stellen. Wettbewerb ist Voraussetzung für hohe Leistung. Und «o hoffen wir, dass eich der europäische Wagenrennsport demnächst wieder auf einer breiteren internationalen dies heute leider der Fall ist Basis vollzieht ala IN ENGLAND Weltrekordfahrer Eyston gebüsst Der englische Weltrekordmann George_ Eystoa musete sich am Montag vor dem Polizeigericht Bow Street in London verantworten, weil er auf dem Victoria Quai in London die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Meilen pro Stunde weit überboten hatte. Eyston wurde vom Polizeirichter mit einer Busse von 20 Schillingen bedacht IN DEUTSCHLAND Keine Dreitage-Mittelgebirgsfahrt Wie wir der deutschen Fachpresse entnehmen, ist für nächstes Jahr eine Wiederholung der Dreitage-Mittelgebirgsfahrt, welche heuer ihr lOj ähriges Jubiläum feiern konnte, nicht vorgesehen. Die deutsche Winterprüfungsfahrt wird in der zweiten Januar-Hälfte im Gebiet des ehemaligen Oesterreich und des Sudetenlandes stattfinden. Als Startort ist Salzburg bestimmt worden, von wo aus die sechs Tage dauernde Konkurrent in vielen Schleifen nach Linz führt IN MONACO Die erste Meldung für das Monte-Carlo- Rallye. Für die vom 17. bis 25. Januar stattfindende internationale Sternfahrt nach Monte Carlo ist als erste Meldung die des Holländers Cornelius eingegangen, der die Fahrt mit einem DKW-Wagen (Meisterklasse) von AJhen aus, dem höchtbewerteten Startplatz, durchführen will. IN SUDAMERIKA Katastrophaler Rennaasgang in Argentinien. Das Automobilrennen von Tres Aroyes bei Buenos Aires, das am Sonntag ausgetragen wurde, nahm einen katastrophalen Ausgang. Während ein Wagen zum Reifenwechsel hielt, fuhr ein zweiter Wagen in der dichten Staubwolke auf. Die nächstfolgenden Konkurrenten rasten in die beiden Wagen und in die Zuschauermenge hinein. Ein vierter Fahrer bemerkte die Gefahr und stoppte scharf ab. Der dichtauffolgende Josey Zatuszek, mit dem Hilfsfahrer Martin auf dem Nebensitz, raste in dieses Fahrzeug hinein. Zatuszek und Martin erlitten schwere innere Verletzungen und waren auf der Stelle tot Die Rennfahrer Tripaldi und Ruidz erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus. Von den zahlreichen verletzten Zuschauern sind ebenfalls zwei im Spital gestorben. Josey Zatuszek war der Bruder des letztes Jahr ebenfalls tödlich verunglückten argentinischen Rennfahrers Carlos Zatuszek.